84  Tie  Jülen  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlel  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Vurgen  Kasten  Vohan  Lange  Petter  Snack
Henke  Tamsen  Vurgen  Negelsen  Clawes  Tamsen
Grette  Matsen  Petter  Negelsen  Lafrens  Tamsen
Katryn  Tymen  Marquart  Sarov  mit  wüster  Hufe.

Der  überwiegende  Bestandteil  jütischen  Volkstums  macht  es  wahrscheinlich,
  daß  damals  die  jütische  Mundart  hier  noch  vorherrschend
neben  dem  Niederdeutschen  gewesen  ist.

Nach  dem  obigen  hat  sich  in  diesem  Kirchspiel  in  Kosel  und
Bohnert  das  Jütische  am  längsten  gehalten,  in  Kosel  ist  es  um  die
Mitte  des  17.  Jahrhunderts  noch  nicht  ausgestorben.  Indes  ist  von
alten  jütischen  Familiennamen,  wie  sie  in  den  anderen  Kirchspielen  auftreten,
  hier  kein  einziger  mehr  nachzuweisen,  von  Niederdeutschen  sind
die  Familien  Frame,  Schlet,  Brun  zu  nennen.

Mit  langdauerndem  Bestande  des  jütischen  Volkstums  neben  dem
Niederdeutschen  steht  nicht  in  Widerspruch,  wenn  hier  wie  überall  in
Schwansen  die  wenig  erhaltenen  Dingswinden,  Hardeswinden  oder  Kirchspielswinden
  nur  in  niederdeutscher  Sprache  abgefaßt  sind.  Diese  war
eben  schon  längst  die  einzig  allein  geltende  Sprache  der  Verwaltung,
der  Gerichte  und  der  Kirche,  wie  wir  weiter  unten  näher  darlegen
werden.

Die  Untersuchung  ergibt,  daß  die  Landschaft  Schwansen  in  ihren
Ortschaften  20  auf  -  bu,  8  auf  mark,  7  auf  #nis,  5  auf  -bul,  4  auf
-thorp,  je  eine  auf  -  with  und  -toft  neben  2  auf  ley  nebst  ornum,
dund  auch  heute  noch  äußerlich  ein  durchaus  jütisches  Gepräge  trägt
und  eine  ursprünglich  jütische  Besiedelung  voraussetzt.  Zweifelhaften
Ursprungs  sind  nur  wenige,  wie  Cohovede,  Symmerde,  Losae,  Stubbe,
Patermyse;  diese  müßten,  wenn  niederdeutsche  Benennungen,  erst  aus
jüngerer  Zeit  stammen.  Wie  man  sieht,  fehlen  in  ganz  Schwansen
alle  Hagendörfer  des  Dänischen  Wohldes,  die  von  Niederdeutschen  gegründet
  wurden;  es  fehlen  auch  die  Namen  auf  sted,  die  doch  in
Fraezlaet  vorkommen;  auch  die  auf  -  um  mangeln,  wenn  man  nicht
etwa  hier  Ellem-derg  heranziehen  will.  In  den  älteren  Harden  sind
beide  Endungen  nicht  selten  zu  Ortsnamen  verwandt,  während  die
jüngeren  sie  nicht  mehr  kennen  (vergl.  Abt.  II,  118  ff.).  Dies  deutet
auf  einen  verhältnismäßig  jungen  Ursprung  der  Ansiedelungen  hin.
Um  so  auffallender  ist  das  Auftreten  von  zwei  Dorsschaften  auf  lef,