92  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Kirchspielswinde  von  Schwansen  von  Bonden  neben  Lansten  die  Rede:
ihre  Namen  Clawes  Slechte,  Johan  Has,  Detleff  Erick,  Detleff  luge,
Pawel  Toggi,  Tyme  Wyth,  Hans  Toerth  to  Wyndemertk)  und  Laurens
Haske  to  Olpenisse  zeugen  bis  auf  Toggi  nur  von  niederdeutschem
Wesenz  zuletzt  treten  noch  frame  lude  in  der  Kirchspielswinde  zu  Sieseby
auf  im  Jahre  1533  (siehe  S.  69).  Soweit  ich  sehe,  sind  das  die  letzten
Spuren  einer  Risebuharde,  die  einen  freien  Bauernstand  voraussetzt.
Auch  das  sogenannte  Birkgericht,  das  z.  B.  1523  als  bischöfliche  Güter
den  Hof  mit  dem  Dorfe  Stubbe,  Bußtorp  in  Rieseby,  das  Dorf  Guckesbu
mit  Ausnahme  eines  Gutes,  einige  Lausten  in  Sieseby,  im  Kirchspiel
Schwansen  die  Dörfer  Windemark,  Gerebu  mit  der  Mühle,  Nubul,
Brodersbu,  Kerckbu  mit  Ausnahme  eines  Gutes,  Huxmark  mit  Ausnahme
  eines  Gutes,  den  größten  Teil  von  Schobu  und  einige  Lansten
in  Kopperbu,  d.  h.  100  Hufen  mit  13  Lansten  jütischer  Herkunft  umfaßte
  und  das  Hardesgericht  ersetzte,  trat  im  Laufe  der  nächsten  Zeit
zurück,  als  die  kirchlichen  Güter  bald  nach  Durchführung  der  Reformation
  gleichfalls  in  die  Hände  des  Adels  gelangten.  Die  geringen
Besitzungen,  die  die  Landesherrn  in  Schwansen  noch  behauptcten,  waren
nicht  mehr  genügend,  um  eine  eigene  Harde  zu  bilden  und  wurden  den
benachbarten  Harden  zugewiesen.  Im  Jahre  1543  waren  allein  noch
landesherrlich  und  der  Bergharde  zugerechnet  Gammelby  und  Borby,
das  erstere  mit  5  Hufen,  das  letztere  mit  3  Vollhufen,  4  Halbhufen
und  5  Wurtsitzen,  und  außerdem  Ellenberg,  das  fortan  zur  Schliesharde
  gehörte  und  11  Hufen  und  2  Wurtsitze  zählte.  Aber  auch  diese
geringen  Reste  eines  freien  landesherrlichen  Bauernstandes  gingen  in
der  Folgezeit  verloren.  Als  im  Jahre  1617  Gammelby  und  nach
zeitweiligem  Besitz  von  Loitmark  auch  dieses  1655  verkauft  ward,
blieb  Ellenberg  so  gut  wie  allein  als  landesherrliches  Besitztum  in
ganz  Schwansen  übrig,  bis  auch  dieses  1689  von  Herzog  Christian
Albrecht  an  Joachim  v.  Ahlefeld  zu  Buckhagen  verschenkt  ward,  der
es  bereits  nach  zwei  Jahren  niederlegte.  Es  wäre  aber  ein  Irrlum,
wenn  man  glauben  würde,  daß  mit  dem  Alleinbesitz  des  Adels  von
ganz  Schwansen  und  der  völligen  Beseitigung  aller  landesherrlichen
direkten  Untertanen  auch  sofort  den  adeligen  Lansten  alle  Freiheiten  genommen
  und  sie  sofort  zu  Hörigen  und  Unfreien  herabgedrückt  oder
ihre  Höfe  niedergelegt  wären.  Um  das  Jahr  1543  bestehen  die  Dörfer