1.  Das  Kirchspiel  Kampen.  99

angehören.  Die  Landschaft  war  ebenso  wie  das  ganze  Gebiet  zwischen
Schlei  und  Eider,  wie  der  Dänische  Wohld  und  Schwansen  nicht  der
Hardeseinteilung  unterworfen  und  kann  daher  zur  Zeit  König  Waldemars
  II.  noch  nicht  in  demselben  Maße,  wie  in  den  eigentlichen  Harden,
besiedelt  gewesen  sein.

Die  Grenzen  dieses  Gebietes  sind  zu  der  Zeit  nur  gegen  Norden,
gegen  die  Arensharde,  genauer  zu  bestimmen;  gegen  den  Denischen
Wohld  läßt  es  sich  nicht  sicher  abgrenzen,  und  nur  soviel  scheint  festzustehen,
  daß  ein  großer  Teil  der  späteren  Bergharde  (Hüttener  Lehn)
in  älteren  Zeiten  nicht  zu  dem  eigentlichen  Fraezlaet  gerechnet  ward.
Der  besseren  Übersicht  halber  betrachten  wir  indes  auch  dieses  Gebiet
in  diesem  Zusammenhang,  weil  es  sich  durch  die  Entstehung  einer  besonderen
  Harde  in  seinem  westlichen  Teile  von  dem  „Eisenwald“  gelöst
hat.  Das  übrige  umfaßt,  wie  oben  dargelegt,  die  spätere  sogenannte
Sorkharde  oder  Westerkroch,  die  Kropper=  und  Hohnerharde,  die  nach
dem  Kirchdorf  Hohn,  wo  die  Kirche  1691  gegründet  ward,  den  Namen
erhielt.

1.  Das  Kirchspiel  Kampen.

Das  Kirchspiel  Kampen  wird  zuerst  im  Jahre  1318  erwähnt.
Die  Kirche  könnte  als  buten  Rendesborch  belegen  (1428)  mit  der
Burg  in  irgend  einer  näheren  Verbindung  gestanden  haben.  Daß  sie
aber  die  ursprüngliche  Kirche  der  Burg  und  der  Stadt  gewesen  sei
und  ein  großer  Teil  des  Kirchspiels  wegen  gewisser  Kornlieferungen
früher  zu  Bünsdorf  gehört  habe,  ist  wenig  glaubhaft  (siehe  S.  108).))
Auffallend  ist  nur,  daß  das  Kirchspiel  den  Namen  der  ganzen  Landschaft
  trägt  und  unter  dem  Schutze  der  Burg  an  der  äußersten  südlichen
  Grenze  an  der  alten  Heerstraße  seine  Kirche  errichtet  hat,  obwohl
  es,  weit  ausgedehnt,  einen  Raum  von  etwa  4½⅛  Geviertmeilen

1)  Kuß  N.  Staatsb.  Mag.  4.  427  ff.  —  Merkwürdig  ist  es,  daß  man  später
den  Namen  in  „kampf’  verhochdeutschte,  auch  sonst  z.  B.  Friedrich  von  Buchwald
  zu  Sehekampf  oder  Kletkampff  in  Wagrien,  noch  sonderbarer  aber,  daß
noch  Kok:  Det  danske  Folkesprog  i  Sonderj.  212  unter  völliger  Ignorierung
aller  geschichtlichen  Verhältnisse  und  ohne  Kenntnis  des  Niederdeutschen  unser
kamp  ebenso  auffaßte;  kamp  als  „Feld“  kann  ursprünglich  ein  mit  Feldsteinen
(altn.  kampr)  umsetztes  Gebiet  bezeichnen.

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