100  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

umfaßt.  Die  Gründung  muß  zu  einer  Zeit  geschehen  sein,  wo  dieses
Gebiet  noch  wenig  bewohnt  und  öde  lag,  auch  keine  genügende  Sicherheit
  bot.  Noch  um  die  Mitte  des  17.  Jahrhunderts  ist  der  westliche
Teil  außer  weiten  Mooren  mit  Wald  bedeckt,  von  Hohn  bis  nahe  an
Wittenberge  im  Süden  sich  erstreckend,  mit  dem  Walde  Hamme  (1585),
dem  Hamholt  im  Osten,  dem  südlichen  Hoyholt  und  im  Westen  dem
Süderham  und  Westerham;  nur  der  Osten  ist  mehr  frei,  so  daß  von
Hütten  her,  von  Heide  und  Moor  unterbrochen,  ehemals  ein  großer
Walddistrikt  reichte.  Aller  Wahrscheinlichkeit  nach  nimmt  die  Kirche  in
Kampen  eine  ähnliche  Stellung  in  der  ganzen  Landschaft  ein,  wie  die
Schwansener  Kirche  zu  Schwansen,  und  ihre  Begründung  sowic  des
Kirchspiels  reicht  in  den  Anfang  der  kirchlichen  Organisation  dieses
Gebietes  hinein.

1.  Campen  1318;  1330  als  Kirche  ausdrücklich  genannt;  1544
Campen  upn  berg  (Koberg),  damals  als  Dorf  bezeichnet,  aber  1670
nur  ein  Katendorf,  aus  31  Katen  und  11  Buden  bestehend;  1691
ward  die  Kirche  abgebrochen,  als  das  Kronwerk  von  Rendsburg
entstand,  und  nach  Hohn  verlegt.  Möglich  ist,  daß  Campen  niemals
ein  eigentliches  Dorf  gewesen  ist;  dann  hätte  die  Kirche  hier  lange
einsam  gestanden  wie  in  Schwansen.  Doch  werden  1330  Koppeln  und
Wurten  genannt,  die  späteren  sogenannten  Hofkoppeln,  zwischen  der
Vorstadt  Vindzier  und  der  ehemaligen  Kampener  Kirche  belegen  0),  die
zu  dem  chemaligen  Dorfe  gehört  haben  könnten.

2.  Vindeszier,  entstanden  1539  2);  Vinshier  1684;  1716  im
Vinzier;  seit  1691  mit  der  Kirche  bei  Errichtung  des  Kronwerkes  verschwunden.
  Vergl.  den  Hof  Vinzier  bei  Eutin,  eine  Mühle  bei  Domitz;
bei  Plön  und  das  Dorf  bei  Oldesloe,  das  1602  Fintunshyr  genannt
wird  (Jellinghans  286  Anm.).  Daß  die  Benennung  nicht  slawisch  ist,

1)  Lasse  III.  712:  quidquid  infra  dictam  viam  et  terminos  sepedicti  opidi
usque  ad  ecclesiam  beate  Marie  virginis  comprehenditur  cum  campo  qucdam
loco  qui  koppelle  dicitur  cum  areis  (Wurtstellen)  et  duobus  parvis  campis
situm  versus  aduilonem  juxta  ecclesiam  beate  virginis  predictam.

2)  Bei  Westph.  I.  1895  sagt  Alardus  1640:  civibus  ultra  Eidorum  prope
Campensem  parochiam  concessus  est  ad  aedificcandum  locus,  cui  nomen
factum  est  Viodeszier.  Vergl.  Eggers:  Historia  civit.  Rendsb.  1684.  Ubrigens.
leitet  schon  Eggers  (Plön)  Vinshier  von  Find  ik  di  hier  ab.