106  Die  Jilen  und  die  Sachsen  In  der  Landschaft  zwlschen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

gebräuchlich,  aber  im  Dänischen  Walde  und  in  Schwansen  kaum  nachweisbar
  ist;  hoop  (angl.  hope,  Hügel,  Talmulde)  im  Eiderstedschen  einen
Reif,  Ringdeich  bezeichnend,  bezieht  sich  in  Norddeutschland  gewöhnlich
auf  kleine,  im  Felde  oder  sonst  isoliert  liegende  Holzungen.  Vergl.
Abt.  II.  117.  Die  Agrarverfassung  hat  nur  niederdeutschen  Charakter.
Insbesondere  erfahren  wir  über  Fockbek  aus  dem  Jahre  1661:  „Allhier
haben  sie  keine  sonderlichen  Feldmaße  und  wissen  eben  nicht,  wie  viel
Ländereien  nach  Mark  Goldes  sie  im  Veldte  haben.  Das  Veldt  ist
vor  alters  unter  diesen  Leuten  außgetheilet,  daher  ein  jeder  sein  Antheil
daran  weiß".  1)  Wenn  Jensen  darin  eine  bereits  aufgeteilte  Feldmark
erkennen  will,  so  legt  er  zuviel  in  die  Worte  hinein;  von  Privatkoppeln
ist  hier  gar  nicht  die  Rede,  jeder  hat  nur  seine  bestimmten  Acker  „im
Felde“,  wobei  die  Feldweide  gemeinsam  geblieben  sein  kann.  Überall
ist  sonst  die  holsteinische  Hufenverfassung  durchgeführt;  indes  von  dem
Einflusse  einer  adeligen  Gutsherrschaft  ist  nichts  zu  erkennen,  wenn  auch
1490  zeitweilig  der  größte  Teil  der  landesherrlichen  Sorkharde  verpfändet
  war.  Daraus  wird  es  sich  auch  erklären,  daß  hier  urkundlich
nichts  von  Wurtsassen  bekannt  ist,  obwohl  es  nach  den  Steueransätzen
neben  den  Vollhufnern,  Halb=  und  Viertelhufnern  gewisse  Eigentümer
gab,  die  ungefähr  den  Wurtsassen  entsprechen.

Wie  unter  solchen  Umständen  noch  weiter  im  Süden  jenseits  der
Eider  auf  holsteinischem  Gebiete  jütische  Ansiedelungen  hätten  entstehen
können,  ist  nicht  abzusehen.  Das  bei  Fockbek  auftretende  Klint,  „auf
dem  Klint“  wird  zunächst  dafür  in  Anspruch  genommen.  Indes  zeigen
ähnliche  Beneunungen  südlich  von  Rendsburg,  Ecklint  (1339),  Ekersklint2),
  eine  Stadtwiese  bei  Lunvie,  früher  ganz  mit  Holz  umgeben,
Wittenklint,  Lohklint  auf  der  Ivensteder  Feldmark,  Barklint  bei  Schnabe
und  an  manchen  anderen  Orten  Holsteins,  daß  der  Ausdruck  klint
(steile  Anhöhe,  Steifufer  oder  Abhang)  hier  in  gleichem  Maße  üblich
ist,  wie  weiter  im  nördlichen  Schleswig.  Von  besonderem  Interesse
ist  das  bereits  von  Helmold  (67)  z.  J.  1147  erwähnte  Scullebi,  wo
Etheler  mit  seinen  Reitern  gegen  den  Grafen  Adolf  fiel.  Wir  kennen
ein  Sculleby  (1320),  j.  Schülp  im  Kirchspiel  Nortorf'),  ein  anderes

1)  Biernatzki:  Landesberichte  1846.  Erdbuch  des  Domkapitels  S.  264.
2)  Hasse  III.  1049;  Regist.  Christians  I.  46.
3)  Hasse  III.  422.  423.