1.  Dos  Kirchspiel  Kampen.  107

bei  Wesselburen,  ein  Schülperhop  bei  Schafsted  1),  Schülperbaum  bei
Kiel,  Sculleblui)2).  Wenn  in  diesen  Benennungen  ein  jütisches  ·  bu
oder  -by  enthalten  wäre,  müßte  für  Sculle-  ein  Personenname  zugrunde
  liegen,  wie  in  Scullethorp#:),  j.  Skulderup  in  Tybjerg,  oder
Sculdaeleff  )  in  der  Hornsharde  u.  a.  Ein  Scule-  bu  gibt  es  meines
Wissens  nicht  auf  skandinavischem  Boden,  und  in  ganz  Schleswig  ist
kein  einziger  Ort  mit  einem  solchen  Namen  zusammengesetzt.  Ebenso
ist  eine  derartige  Zusammenziehung  wie  in  Schülp,  wobei  sich  der
Umlaut  ##  sprachgesetzlich  durch  den  Wegfall  des  Endvokals  i  entwickelt
  hat,  von  den  Niederdeutschen  in  Südschleswig  bei  den  Ortsnamen
  auf  ·  bu  oder  ·  by  sonst  niemals  vorgenommen.  Auch  wenn
man  nicht  in  Anschlag  bringen  will,  daß  in  den  Flurnamen  der  beiden
Dörfer  Scullebi  nicht  die  geringste  Spur  von  jütischem  Einfluß  zu  erkennen
  ist  5),  so  sprechen  alle  übrigen  Umstände  schon  genügend  dafür,
daß  Scullebi  aus  Scullevi  entstellt  ist;  darauf  weist  auch  der  Name
des  Hofes  und  Gehölzes  Luhnikx  (von  dem  Bache  Luhnau),  1592
Luhnenriche,  auch  Lunebi  geschrieben,  hin.  Die  Lage  der  beiden  Orte
in  der  Nähe  von  Sümpfen  und  Mooren  würde  dem  Tie  =  Sumpfuloor
  entsprechen.5)

Die  Namen  der  Hufner  zeigen  mehrfach  ganze  Familienansiedelungen,
  die  sich  wahrscheinlich  durch  die  allmähliche  Vergrößerung  der
Feldmark  durch  Rodungen  einzelner  Familienangehörigen  erklären.
Merkwürdig  ist  die  Familie  Eler  in  Elersdorf;  es  wäre  immerhin
möglich,  daß  dies  noch  die  Nachkommen  der  Gründer  der  Ortschaft
seien,  wenn  wir  auch  sonst  nirgend  in  diesen  Gebieten  ein  Beispiel
eines  solchen  Vorganges  finden.  Unter  der  Menge  der  Niederdeutschen

1)  Hist.  Zeitschr.  27.  216.

2)  Hist.  Zeitschr.  VI.  141;  VII.  14.  Claus  Norden  to  Schulbe.

3)  Langeb.  IV.  383.  391.

4)  Langeb.  I.  81.  226.

5)  Z.  B.  bei  dem  Schülp  in  Norderditmarschen  Ohlenbroksberg,  Rüsterberg,
  Finksberg,  Haarweddel,  Tornbohm,  Fuhlsohr,  Sählborst,  Horst,  Hasboop,
  Emwisch,  Dark,  Darrik,  Rethdarrig,  Segenwisch  u.  a.

6)  Jellinghaus,  Holst.  Ortsnamen  233.  245.  299.  C.  C.  H.  3.  827;  siehe
über  die  städtischen  Domänen  Rendsburgs  die  Konfirmationsurkunde  Christians  IV.,
wo  von  Luhnen=  und  Hopesfye  die  Rede  ist.  Vergl.  auch  die  richtige  Darlegung
von  A.  Gloy,  Heimat  1902,  218.