108  die  Jülten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlel  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

fallen  nur  2  Jüten  und  2  Friesen  auf,  neben  2  Holsten.  Am  verbreitetsten
  sind  die  Familien  Speck  (7),  Hagge  (6),  Eler  (7),  Sick  (7),
Stolteley  (10),  Siuert  (12),  sowie  die  charakteristischen  auf  inck  wie
Storlinck  (8)  und  Tominck  (8)  neben  einem  Klesingk,,  die  in  Schwansen
selten  oder  gar  nicht  auftreten.  Über  die  Herkunft  der  ursprünglichen
Ansiedler  geben  Namen  wie  Holste,  Holtrop,  Bileveld,  Engelent  nur
wenig  Auskunft.  Zu  bemerken  ist  nur,  daß  sich  Hamdorf  und  J#Elerstorp
  bei  Segeberg,  Ricolinge  bei  Neumünster  und  Duvensted  im  Kirchspiel
  Bergsted  wiederholt.

2.  Das  Kirchspiel  Bundesthorpe.

Der  westliche  und  nördliche  Teil  des  Kirchspiels  um  den  Bistensee
und  Wittensee  erscheint  noch  um  die  Mitte  des  17.  Jahrhunderts
größtenteils  mit  Wald  bedeckt;  nur  der  Süden,  d.  h.  das  Gebiet  der
Schirnau  ist  waldfrei  und  angebaut.  Über  den  Bestand  des  Kirchspiels
  in  älterer  Zeit  herrscht  mancherlei  Unsicherheit;  es  soll  ehemals
Teile  von  Kampen  mit  umfaßt  haben.  Über  Kampen  erfahren  wir
bereits  im  Jahre  1470:  Vockebeke,  Elstorppe,  Hamedorppe,  de
Westermolen,  Thedenhusen  uppe  desse  side  der  ouwe,  den-  kroch
tor  Sorke,  Duvenstede  mit  deme  acker  uppe  Rikelinge  alle  ime  kerspele
  to  Kampen  belegen.1)  Um  so  auffallender  ist  die  Tatsache,  daß
aus  der  Kampener  Gemeinde,  aus  Hamdorf  18  Tonnen  1  Schipp,  aus
Nübbel  4  Tonnen,  aus  Fockbek  8  Tonnen  und  aus  Duvensted,  wo  für
2  Wiesen  außerdem  an  das  Pastorat  1  Mk.  entrichtet  wurde,  2  Tonnen
an  Korn  schon  seit  Broder  Boysens  Zeit  (1609)  nach  Bünsdorf  geliefert
  werden  mußten.  Man  hat  daraus  geschlossen  2),  daß  diese  Dörfer
deswegen  ursprünglich  zu  Bünsdorf  gehört  hätten.  Für  Duvensted  an
der  Grenze  beider  Kirchspiele  wäre  dies  möglich;  daß  aber  Fockbek,
Nübbel  und  Hamdorf  jemals  in  Bünsdorf  hätten  eingepfarrt  gewesen
sein  können,  erscheint  schon  durch  ihre  geographische  Lage  völlig  ausgeschlossen.
  Diese  Lieferungen  müssen  einen  ganz  anderen  Ursprung
haben,  der  sich  freilich  unserer  Kenntnis  entzieht,  und  beweisen  nichts
gegen  die  Bedeutung  der  Kampener  Kirche  für  den  ganzen  Distrikt.

1)  Registr.  Christian  I.  181.
2)  Jensen,  Kirchl.  Statistik  1236.  38.