3.  Das  Kirchspiel  Hytte.  113

Die  Familien  Side  und  Tominck  haben  hier  anscheinend  an  Angehörige
Land  als  Wurtsitze  abgetreten.

Das  Kirchspiel  hat  nur  niederdeutsche  Ortsnamen.  Zu  den  ältesten,
über  die  Waldemarische  Zeit  hinausreichenden  Ansiedelungen  gehören
sicher  Bundesthorp,  Wittensee  und  Lembek.  Zu  den  Urdörfern  auf
Ssted  ist  nicht  das  durch  seinen  Urnenfriedhof  aus  dem  4.  Jahrhundert
berühmt  gewordene  Borgsted  zu  rechnen;  es  muß  in  demselben  Sinne
verstanden  werden  wie  Dorpsted,  Bysted,  Molensted  u.  a.  Unter  den
mannigfachen  Flurnamen  niederdeutschen  Ursprungs  macht  sich  in  Bunge
ein  leiser  friesischer  Einfluß  geltend  in  den  Zusammensetzungen  mit
ham;  zahlreiche  auf  ·  rot,  ·raade  weisen  auf  frühere  Rodungen  hin,
jköhlen  zeigen  die  Stellen  des  Kohlenbrennens  auf,  -  wohld  und  -horst,
jAbrook  den  älteren  Waldstand,  der  auch  sonst  in  dem  Kirchspiel  durch
Brandenhost,  Dieksrade,  Felsenrade,  Frennrade,  Jürgensrade,  Steinrade,
  Langhorst  u.  a.  angedeutet  wird.  Die  Bewohner  sind  niederdeutschen
  Stammes  mit  einer  geringen  Beimischung  von  Friesen  und
Jüten.  Am  meisten  vertreten  sind  die  Familien  Neue  (4),  Tominck  (3),
Grewe  (3),  Side  (3),  neben  der  friesischen  Familie  Benne  (5);  außer
2  Dene  und  3  auf  -Sen  kommen  auch  noch  2  echt  jütische  Namen,  Buddi
und  Olef,  vor.  Herkunftsbenennungen  finden  sich  außer  Habui  nicht.  Von
den  Dorfnamen  wiederholen  sich  in  Holstein  Bundesthorpe,  Bystenzee,
Bunge,  Schulendorp.  Die  bäuerlichen  Verhältnisse  haben  sich  hier  ginstiger
  entwickelt  als  in  Schwansen,  obwohl  in  älterer  Zeit  (1427)  der
größte  Teil  des  Kirchspiels  bis  auf  Lembek,  Borchsted  und  Schulendorp
in  der  Hand  des  Adels  war  und  auch  diese  nebst  tom  Nore  1470  an
Clawes  v.  Ahlefeld  verpfändet  wurden.  Die  Spuren  davon  lassen  sich
noch  erkennen,  als  sie  später  wieder  landesherrlich  geworden  waren,
in  den  auch  hier  auftreten  Wurtsassen  (siehe  oben  S.  38.  60).  1554
waren  in  den  zur  Hüttener  Harde  gehörenden  Dörfern  (1—  4)  zusammen
34  Hufen  und  7  Wurtsitze,  und  1609  zählte  die  ganze  Gemeinde
60  Hufen  und  25  Wurtsitze.  Außer  dem  Dorfe  Schulendorp  und  eines
Teiles  von  Schirnawe  ist  kein  Ort  seit  alter  Zeit  verschwunden.

3.  Das  Kirchspiel  Hyttc.
Das  hügelige,  noch  um  die  Mitte  des  17.  Jahrhunderts  stark
bewaldete  Gebiet  des  Kirchspiels  ward  in  seinem  östlichen  Teile  ur-Sach,
  Das  Herzogtum  Schleswig.  III.  8