124  Die  Inlen  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Holstein  kropp  für  das  im  Schleswigschen  übliche  kratt.  Demgemäß
gibt  es  auch  einen  indago  (Wald)  cropeshagen,  den  Graf  Adolf  1319
(Hasse  III.  389)  einem  Knappen  Walther  von  Serne  verlieh,  und  ein
kropelshaghen  1334  (Hasse  III.  872)  in  Lauenburg.  Die  Benennung
to  deme  Croppe  „an  dem  Baumanwuchs“  bedeutet  demnach  nichts
weiter  als  was  der  Struck  und  der  Busch  anzeigt,  an  dem  die  Ortschaft
  liegt.  Croppe  kann  also  sehr  wohl  niederdeutschen  Ursprungs  sein,
auch  wenn  unter  den  Flurnamen  einige  wenige  jütischen  Einfluß  verraten.
  Dazu  gehört  nicht  Twistel  (=  Twissel)  „Zwilling“,  weil  bereits
  1303  in  Holstein  in  den  Twislen  vorkommt,  sondern  Ficker,  das
aus  niederd.  vie,  sy  (Sumpf)  und  jüt.  kjer  (Sumpf)  zusammengesetzt
ist,  sowie  das  auch  bei  Tetenhusen  als  Wiese  auftretende  wieniss,  welches
sich  in  Vinysmay  (made  Wiese)  bei  Klinting  im  Kirchspiel  Ulkebul  wiederholt
  (1651).  Zu  berühren  ist  hier  noch  das  merkwürdige  Ovslacht,
von  Mejer  Ostschlag  genannt.  Da  der  Ort  an  einer  Au  belegen  ist
und  Ost-  niederdeutsch  Oster-  helßen  müßte,  so  kann  die  Bedeutung
der  ersten  Silbe  nicht  zweiselhaft  sein;  ob  nun  slacht  das  in  Holstein
im  landwirtschaftlichen  Sinne  immer  gebräuchliche  slag  (z.  B.  Achterslaghe
  1306  bei  Bergedorf)  sein  soll?  Der  „Auschlag“  würde  ja  einen
guten  Sinn  geben,  wenn  auch  meines  Wissens  -  slag  in  Bildung  von
Ortsnamen  kaum  vorkommt.#1)

Außer  den  obengenannten  finden  sich  unter  den  Flurnamen  nur
geringe  jütische  Spuren  mit  -dam,  ker,  --lund  u.  a.  Nicht  in  der
Nähe  des  Kograbens,  wie  man  erwarten  sollte,  sondern  an  den  Grenzen
des  alten  Waldes  nach  Hütten  zu  treffen  wir  auf  jütische  Ortsnamen
wie  Norbu  und  Bockelunt,  von  denen  aber  das  letztere  wegen  seiner
Endung  ·  -lund  einer  späteren  Besiedelung  zuzuschreiben  ist.  Erst  der
späteren  Zeit  gehören  die  früheren  Schäfereien  Mielberg,  das  im
Gegensatz  zu  Holzbunge  sogenannte  Heidbünge  sowie  Churborg  oder

1)  Das  berühmte  Oxlev  der  dänischen  Generalstabskarte,  das  ganz  willkürlich
  nach  Analogie  von  Tollschlag  (Tolfwesleve)  erfunden  ist,  spielt  trotz  aller
Mahnung  (Abteil.  II.  126)  noch  immer  in  Dänemark  eine  Rolle.  Dabei  möchte
ich  die  Frage  erheben,  ob  Oeslacht  nicht  zurückgeführt  werden  könnte  auf  die
Aslaghede,  campus  apud  Hetheby  bei  Robert  Elgensis?  Langeb.  IV.  258.
Dann  würde  der  viel  gebräuchliche  nordische  Name  Aslac  oder  Oslac  zugrunde
liegen.