128  Die  Jülen  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

6.  Ghotebpu  1327,  j.  Dorf  Götheby  an  dem  Noelsbek;  eine
jütische  Ansiedelung.  Neben  niederdeutschen  Flurnamen  wie  Lemsik,
Dikkamp  (1777)  u.  a.  finden  sich  noch  einige  jütische  Erinnerungen  in
dem  Namen  des  Geheges  HyFberg,  das  viele  Grabhügel  (hy)  barg,
sowie  in  den  Commelsbergen  (1777),  die  eine  gleiche  Bedeutung
(altnord.  kumI  Grabhügel)  haben.  Vergl.  Cumled  1231  —  Kumlaeved,
Dorf  im  Kirchspiel  Brede,  Hymark  in  Rieseby  und  Hyberg  bei  Miolden
(Abt.  II.  38).  Die  Bewohner  im  Jahre  1542  sind  rein  niederdeutsch,
wie  folgende  Liste  beweist:

Marquart  Liede  (r.  Grote  Claus  Peter  Banneke
Tiede)  Tymmeke  (Beneke)  Jurgen  Banneke.
Claus  Jesse

Das  Amtsregister  von  1554  zeigt  eine  bedeutende  Veränderung  im
Besitzstande  mit  folgenden  Namen:
Hans  Kule  Peter  Olrik  Jürgen  Banneke
Grote  Claus  Jürgen  Troye  Jürgen  Olrik.
Anneke  Karing

Aus  den  obigen  Angaben  ersieht  man,  daß  der  südliche  Teil  des
Kirchspiels  eine  wesentlich  andere  Entwickelung  gehabt  hat,  als  der  nördliche.
Wohl  tresffen  wir  hier  gleichfalls  auf  zwei  jütische  Gründungen  Fleckeby
und  Götheby,  aber  daneben  stehen  deutlich  zwei  niederdeutsche,  wie  sie
in  Schwansen  nicht  auftreten.  Hauerkamp  trägt  seinen  niederdeutschen
Ursprung  an  der  Stirn,  aber  auch  Hummelkeld  zeigt  durch  die  Endung
+feld,  daß  es  gleichfalls  der  niederdeutschen  Ansiedelung  angehört;  sie
steht  im  stärksten  Gegensatze  zu  der  jütischen  Endung  mark,  wie  sie
in  Schwansen  auftritt.  (Über  -feld  vergl.  Abt.  II.  118.)  Erinnerungen
aus  älterer  jütischer  Zeit  sind  auch  hier,  wie  fast  überall,  nur  an  Grabhügeln,
  Wäldern,  Mooren  und  dergleichen  haften  geblieben,  wie  in
Röhrkirchen  (—  Röhrkier,  Retsumpf),  Wiesen  Engsiek,  Hykamp,  Hyklint,
  Mengray,  Dyrwai  (1777)  u.  a.  Die  Flurverfassung  ist,  wie
insbesondere  die  Benennung  kamp  zeigt,  bereits  früh  in  holsteinischer
Weise  durchgeführt.

Aus  der  Zeit  der  Adelsherrschaft  in  diesen  Gebieten  hat  sich  in
den  Wurtsassen  ein  Rest  erhalten,  sonst  ist  sie  ohne  weitere  Folgen
geblieben.  Vor  allem  ist  zu  betonen,  daß  hier  bereits  um  1500  das
Niederdeutsche  zu  alleiniger  Herrschaft  gelangt  ist,  während  in  dem