130  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlel  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

über  den  Umfang  des  Kirchspiels,  das,  zuerst  im  Jahre  1295
als  solches  erwähnt,  erst  nach  der  Begründung  der  Arensharde  gebildet
  sein  kann,  finden  sich  einzelne  Angaben,  wonach  es  sich  ehemals
weiter  nach  Osten,  Westen  und  Süden  erstreckt  habe.  Sicher  hat  früher
1609  nach  Broder  Boysens  Angabe  Tegelhave,  der  Ziegelhof,  das
heutige  Luisenlund,  hierher  gehört  und  ebenso  Kratzenberg,  der  heutige
  Schleswiger  Stadtteil  Friedrichsberg;  auch  die  Angabe,  daß  Brekendorp
  1412  in  Haddebuy  eingepfarrt  gewesen  sei),  ist  wegen  der
geographischen  Lage  südlich  von  Geltorp  nicht  abzustreiten.  Übrigens
bildet  das  Kirchspiel  einen  geschichtlich  bedeutsamen  Teil  des  Herzogtums,
  in  dem  sich  seit  Karl  des  Großen  Zeit  wegen  der  Grenzwälle
Kowircki  und  Danaewircki  alle  Kämpfe  abspielten.  Schon  seit  dem
17.  Jahrhundert  ist  das  Gebiet  fast  völlig  waldlos,  nur  vor  dem
Selkernoor  bis  an  den  Tegelhof  an  der  Großen  Breite  der  Schlei  zog
sich  ein  schmaler  Waldstrich  hin.  Wir  beginnen  unsere  Darstellung  von
der  Ostgrenze.

1.  Borgweclel  1595,  urkundlich  erst  sehr  spät  genannt,  j.  Dorf
Borgwedel  an  der  Schlei.  Die  Bezeichnung  wedel  (niederd.  kurt;
altn.  vedhil,  vadhil)  ist  ebenso  früh  zahlreich  für  Orts=  und  Flurnamen
  in  Holstein  verwandt,  wie  auf  schleswigschem  Boden  (ellinghaus
  309);  schon  Adam  von  Bremen  nennt  die  Teusfelder  Au  Agrimeswidil,
  und  ein  Burgwedel  oder  Borgwedel  gibt  es  bei  Wittorf
und  bei  Rellingen.  Die  Benennung  borg-  setzt  aber  nicht  notwendig
das  Bestehen  einer  sonst  ganz  unbekamten  Burg  voraus;  auch  ist  die
Zusammensetzung  mit  burg  oder  borg  in  Ortsnamen  im  ganzen  Herzogtum
  sehr  ungewäöhnlich,  vergl.  Borghebn  bei  Eckernförde  und  Borgsted
in  Kampen.  Die  Flurnamen  sind  niederdeutsch.  Über  die  älteren  Verhältnisse
  des  Dorfes  sind  wir  wie  bei  allen  Dörfern  des  St.  Johannisklosters
  wenig  unterrichtet,  da  die  erhaltenen  Rechnungen  und  Register
nicht  über  das  Jahr  1712  hinausgehen.  Damals  finden  sich  hier
8  niedersächsische  neben  3  jütischen  Lansten  verzeichnet.

1)  Noodt  l,  452.  In  der  Urkunde  v.  J.  1412,  die  Zehnten  im  Kirchspiel
  Haddebuij  betreffend,  werden  als  Zeugen  aufgeführt:  Johannem  Koop,
Rudolphum  Ellen  do  villa  Stexwyk,  Marquardum  Hennekensen,  Grote  Sivert,
Johannem  zur  (?)  Rypen  de  rvilla  Gudebu  et  Lüttcken  Godeken  de  villa
Breckendorp,  villanos  in  pracfata  parochia  IHladdebuis  commorantes.