6.  Das  Kirchspiel  Haddeboth.  131

2.  Stexyyk  1412;  j.  Dorf  Stexwik  an  der  Schlei.  Der  Name
ist  abzuleiten  von  steg,  altn.  stik,  niederd.  stech,  enger  Weg,  Jußpfad
  und  auch  schmales  Brett  als  Brücke,  und  von  -  wik  „Bucht“,  das
in  Holstein  nicht  selten,  in  Schleswig  etwa  24  mal  zu  Ortsbenennungen
gebraucht  ist.  Vergl.  Stegwyk,  Bucht  auf  Alsen,  Steghuess  (1651),
Hof  in  Oxbüll,  Stegholm,  Feld  in  Nolde,  Stegshoved,  Landspitze  auf
Alsen.  Über  die  holsteinischen  stegen  siehe  Jellinghaus  304.  Unter
den  Flurnamen  ist  mir  nichts  Jütisches  bekannt.  Als  Lansten  1412
werden  genannt  Johannes  Koop  und  Rudolph  Ellen;  1712  finden  sich
neben  einem  jütischen  6  niedersächsische  Namen  aufgeführt.

3.  Fahrdorp  1585;  j.  Dorf  Fahrdorf  an  der  Schlei.  Der  Name
wiederholt  sich  mehrmal  auf  jütischem  Gebiet  in  Faarthorp  1340,  Kirchdorf
  Fardrup  in  Törninglehn  u.  a.;  auch  Farathorp  1370  bei  Slagelse,
indes  sind  diese  letzteren  Namen,  wie  überhaupt  alle  auf  #thorp,  mit
einem  Personennamen  zusammengesetzt.  Unser  Fahrdorf,  bei  dem  seit
alten  Zeiten  eine  Fähre  bestand  für  Fußgänger,  ist  dagegen  wohl  wie
Faretharpa  872  im  Münsterlande  gebildet,  von  far  „Überfahrt“.  Die
im  Volksmunde  lange  üblich  gewesene  Benennung  Wagerdorp  ist  von  den
Seezeichen  (jütisch  und  dänisch  wager,  Stange  mit  hin=  und  herfliegender
lniederd.  wagen]  Flagge)  hergenommen,  die  dort  in  der  Schlei  angebracht
  waren.  1585  werden  als  Lansten  genannt  Claus  und  Matthias
Reimer,  1621  Otte  Reimer  und  Jochannes  Reimer  oder  Hannes  Reimersen,
  der  als  Sohn  des  Claus  strenggenommen  nach  jütischer  Weise
Hannes  Claussen  heißen  müßte.  1712  findet  sich  neben  10  niedersächsischen
  nur  ein  jütischer  Name.

4.  Loopstede  1585;  j.  Dorf  Lopsted  am  Haddebyer  Noor  mit
nur  kleiner  Feldmark.  Vergl.  Lopaethorp  (Langeb.  VI.  433)  bei  Aarhus
und  Lopae  (VII.  550),  aber  auch  Lop  1379  bei  Nortorf  in  Holstein;
unser  Ort  gehört  aber  trotz  seiner  Endung  Stede  nicht  zu  den  Urdörfern,
  sondern  ist  mit  Blickstede,  Borgstede,  Bystede  in  eine  Reihe
zu  setzen  und  bezeichnet  hier  nur  die  Lausstelle,  wo  das  Wild  zu  großen
Jagden  zusammengetrieben  ward.  Flurnamen  wie  Lund  und  der  Grabhügelname
  Trehoi  zeigen  neben  sonst  sächsischen  Beuennungen  wie  Steenknop
  einzelne  jütische  Erinnerungen.  Die  wenigen  bekannten  Lansten

1585  Jacob  Sarouw,  Clawes  Mumme,  Clawes  van  Dam,  Hans  Sa-9
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