132  Die  Illten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

rouwe,  1597  Marcus  Benneke  sind  wie  die  beiden  im  Jahre  1712
niedersächsischen  Stammes.

5.  Gudebu  1412;  j.  Dorf  Guby,  eine  jütische  Gründung,  vom
Namen  Gude,  Gudhae  (Langeb.  IV.  486)  gebildet.  Der  Grabhügelname
  Tütjenbarg  wiederholt  sich  in  Tutebarg  bei  Westensee  und  in
Tödtenbarg  bei  Segeberg;  ein  Eckhorst  wird  bereits  1709  genannt,
neben  geringen  jütischen  Spuren  in  der  Feldmark.  An  Lansten  kennen
wir  1412  Marquard  Hennekensen,  Grote  Siuert,  Johannes  zur  (r.
tor)  Rypen;  1563  Marquart  Bannigh,  Johan  Ode,  Otto  Reimer,
Laurens  Bannigh,  Hans  Pleth,  Hans  Ode,  Junge  Laurentz.  Im
Jahre  1664  werden  5  Hufner  und  ein  Wurtsasse  genannt,  mit  lauter
niederdeutschen  Namen.  Jedenfalls  war  das  ursprünglich  jütische  Dorf
bereits  um  1500,  wenn  nicht  schon  früher,  völlig  germanisiert.

6.  Esperem  1427;  1563  tho  Espereme,  j.  Dorf  Esperehm,  abzuleiten
  von  niederd.  rôm,  schmaler  Streifen,  oft  in  holsteinischen  Flurnamen
  (ellinghaus  291),  auf  jütischem  Gebiete  meist  rim,  altu.  rimi,
langgestreckte  Erderhöhung,  wie  rim,  Feld  in  Munkbrarup,  Rim-o,
Rymö  1231,  die  Insel  Röm.  Auch  espe,  aspe  (die  Espe)  ist  ebenso
häufig  in  Holstein  wie  Espe  in  Süderau,  Aspe  bei  Neumünster  als  auf
jütisch-dänischem  Gebiete  wie  Espenis  1352  in  Schwansen,  und  Aespae
bei  Slagelse  (Langeb.  III.  487).  Die  mir  bekannten  Flurnamen  zeigen
keine  jütischen  Spuren.  An  Lansten  1563  werden  genannt  Jenk  de
Kröger  und  Peter  Knuth,  1712  neben  1  jütischen  3  sächsische  Namen.

7.  Selleke  1412,  Nedder  Selke  1597,  am  Noor  gelegen  dem
Averselke,  1542  Selleke,  in  der  Arensharde  gegenüber,  j.  Dorf
Nieder=  und  Oberselk.  Der  Name  ist  vielleicht  aus  Sel-  vik  zusammengezogen
  und  würde  dann  nach  der  in  der  Bucht  wachsenden  Sumpfpflanze
Sel,  Selle,  Silge  den  Namen  erhalten  haben.  Vergl.  Selihole,  Selihaly
  1463  in  Loitkirkeby,  Selkaer  in  Gram  1542,  Silgenwisch  bei
Stolpe  und  Bornhöved,  Saelaebierge  in  Fünen,  Selvik  in  Schweden
und  Norwegen.  Übrigens  ist  Selke  (Salica)  auch  ein  Nebenfluß  der
Bode;  es  könnte  danach  auch  in  der  Endung  e  ein  ursprüngliches
-ow  stecken,  da  beide  Orte  diesseits  und  jenseits  einer  Au  liegen.
Unter  den  Flurnamen  Oberselks  (1826)  tritt  neben  lauter  niederdeutschen
  wie  Hüntbargsschlag,  Kerymoor,  Kollbütt  nur  etwa  Lund
als  jütische  Spur  auf.  Hier  liegt  der  bekannte  Könnsichoe  (j.  Königs-