6.  Das  Airchspilel  Heddebotb.  133

hügel),  von  dessen  Bedeutung  für  die  mittelalterliche  Geschichte  dieser
Gegend  schon  die  Rede  war.  1)  Vom  klösterlichen  Niederselk  sind  nur
aus  dem  Jahre  1712  drei  niedersächsische  und  ein  jütischer  Lanste  bekannt;
  aus  dem  landesherrlichen  Oberselk  kennen  wir  aus  dem  Jahre
1542:

Jurgen  Ties  Carsten  Brase  Markert  Clauesen
Henneke  Scheper  Katrine  Ties  Junge  Laurens  Ties
Hinrick  Tamsen  Claus  Ties

Der  starke  Bestandteil  der  jütischen  Namen  läßt  vermuten,  daß  damals
auch  die  jütische  Mundart  hier  noch  nicht  ausgestorben  war.

8.  Geltorp  1595,  j.  Dorf  Geltorf;  vergl.  Gelanthorp  900  in
Westfalen,  wahrscheinlich  mit  einem  Personennamen  zusammengesetzt,
doch  zweifelhafter  Herkunft.  Flurnamen  sind,  soweit  mir  bekannt,
niederdeutsch,  auch  die  weit  zurückgehenden  Grabhügelnamen  Risenbarg
und  Brehochbarg.  Von  den  Einwohnern  sind  1712  bis  auf  einen
alle  11  niedersächsischen  Stammes.

9.  Thievela  1131,  damals  ein  Wäldchen,  1323  Dyavele  in  Jutia,
als  Dorf  bezeichnet,  von  alts.  theof,  thiof,  angels.  theof,  theaf,  altnord.
  thiofr,  Dieb  und  -lo  Wald  (Abt.  I.  67);  j.  Dorf  Jagel  mit
niederdeutschen  Flurnamen  und  1712  mit  9  sächsischen  und  2  jütischen
Lansten.

10.  Lottorp  1595,  j.  Dorf  Lottorf.  Vergl.  Lotthorpa  oder  Lohthorp
  900  bei  Arnsberg  in  Westfalen;  könnte  danach  Walddorf  bedeuten.
  Von  den  Lansten  steht  1712  1  jütischer  neben  11  niedersächsischen
  Namen.

11.  Casute  1295,  ein  früh  vergangenes,  seitdem  nicht  wieder
genanntes  Dorf  im  Kirchspiel  Haddeboth.  Der  Name  scheint  verdorben,
Casaete  oder  Caslete  wären  verständlich.  Lag  es  vielleicht  in  der
Nähe  des  Kowircki?

12.  Wedelspang,  urkundlich  erst  sehr  spät  im  Jahre  1547  und
1597  genannt,  seit  1779  auch  Wedelsprang;  j.  kleines  Dorf  Wedelspang
  unweit  des  Selker  Noores.  Der  ursprüngliche  Name  tritt  in
Castrum  Wilspanghe  1415  (Langeb.  V.  507)  und  in  Wellspang,

1)  Abteilung  II.  30  ff.  ÜUber  die  beiden  gleichnamigen  Grabhügel,  dem
großen  und  kleinen  Könnsiehoe  siehe  ebendaselbst.  Die  Form  der  Endung  -hoe
statt  des  sonst  gebräuchlichen  -hy  zeugt  von  langdauerndem  niederdeutschen  Einflusse.