6.  Das  Kirchspiel  Haddoboth.  135

Jordten  und  ein  Schnapenmohr  (snab  oder  snap,  Spitze,  Schnabel).
Die  späteren  Chronisten  sprechen  hier  noch  von  einem  Walde  Hindenbul,
und  wollen  darin  ein  vergangenes  Bagebul  wiederfinden,  weil  sie
seltsamerweise  bage  —hinten,  niederd.  hindene,  setzen;  ist  Hindenbul
richtig  überliefert,  so  erhält  es  nur  hinde  —  Hirschkuh.

14.  Huglaestath  1285,  Huglestadh  1286,  Huglastath  und
Huchlstiaeth.!)  In  dem  lateinischen  Schleswiger  Stadtrecht  aus  dem
Anfang  des  13.  Jahrhunderts  wird  Huhelstath  als  Zollstätte  bezeichnet
und  in  einem  Kirchenverzeichnisse  aus  dem  15.  Jahrhundert  eine
Kapelle  genannt.-)  Vielleicht  ist  aus  der  Verdrehung  des  Namens
in  Hugholfft  in  dem  neueren  Schleswiger  Stadtrecht  (1400)  zu  schließen,
daß  der  Ort  damals  nicht  mehr  existierte.  Ubrigens  zeigt  die  Endung
stath,  daß  wir  in  dem  ehemaligen  Orte  ein  Urdorf  zu  suchen  haben,
das  als  Zollstätte  in  der  Nähe  des  Kalegats,  des  Durchgangs  durch
den  Dänenwall,  gelegen  haben  muß.

15.  Buzthorp  1299,  Bustorpe  1412,  Burestorp  1424,  j.  Dorf
Bustorf.  Vergl.  Bustorp  in  Rieseby,  Burstorp  1284  im  Gute  Bothkamp;
  abzuleiten  von  einem  Personennamen  Bue  oder  Bure.  Vergl.
Busholt  1652  in  Boren,  Busholm  in  Broacker.  Auch  wenn  die
Ortschaft  ursprünglich  eine  jütische  Gründung  gewesen  ist,  so  ist  sie
doch  um  1500  bereits  völlig  germanisiert,  wie  u.  a.  der  Grabhügelname
  Scharbarg  (schräger,  steiler  Berg)  sowie  folgende  Namen  aus
dem  Jahre  1542  zeigen:

Jurgen  Schroecder  Laurens  Brase  Olef  Clawesen
Marten  Fincke  Claus  Schroeder  Claus  Beken
Jurgen  Dove  Gretke  Kreyen  Peter  Clawesen
Johan  Swen  Dirick  Johan  Schroeder
(Swentzen)  Marquart  Momme  Jurgen  Winth

Jurgen  Welman,
Nur  3  jütische  Namen  unter  lauter  Niederdeutschen  nebst  einem  Friesen.
Noch  1554  sind  13  Hufen  von  denselben  Familien  besetzt.
16.  Haddeboth  1285,  1291,  Haddebuy  1295,  doch  noch  um
1400  im  neueren  Schleswiger  Stadtrecht  Haddeboth,  später  Haddebu

1)  Ann.  Ryens.  z.  Jahre  1181,  Mon.  G.  XVI.  332;  hier  wahrscheinlich  verwechselt
  mit  Hylingstada  der  Kuytlingssaga.  Siehe  unter  Hollingsted.
2)  Sach,  Geschichte  der  Stadt  Schleswig  17,  18.  Vergl.  Abteil.  I.  132.