Die  Landschaft  Stapelholm.  143

Treene  und  deren  östlichem  Arm  begrenzt,  ein  Inselland  für  sich  darstellten.
  Um  diese  Holme  mit  ihren  beiden  Höhenzügen,  einem  schmalen
langgestreckten  westlichen  und  einem  abgerundeten  östlichen,  ihren  hie
und  da  auftretenden  kleinen  Bergen  und  talähnlichen  Einschnitten  als
Kern  setzte  sich  die  Marsch  an,  die  von  den  auf  der  Geest  angelegten
Ortschaften  aus  im  Laufe  der  Zeit  eingedeicht  ward.  —  In  älteren
Zeiten  war  Stapelholm  berühmt  durch  seine  Waldungen  und  seinen
Wildstand.  Heinrich  Ranzau  nennt  es  noch  Ende  des  16.  Jahrhunderts
reich  an  Hirschen,  Rehen  und  anderem  Wild  (Westphal.  I.  70).  Bald
darauf  begann  eine  starke  Waldverwüstung  durch  Kohlenbrennen  u.  a.,
gegen  die  die  Behörden  durch  scharfe  Verfügungen  vergeblich  ankämpften.!)
  1666  ward  den  Bergenhusenern  von  dem  Herzog  Christian
Albrecht  erlaubt,  zur  Tilgung  von  Dorsschulden  eine  ganze  Bondenhölzung
  zu  verkaufen.  Trotzdem  besaßen  sie  nachher  noch  soviel  Wald,
daß  sie  um  1777  viele  Schweine  zur  Mast  in  ihre  Hölzungen  treiben
konnten.  Auch  weiß  Bolten  zu  berichten,  das  Wild  nehme  in  Stapelholm
  zwar  immer  mehr  ab,  aber  die  Gemeinden  müßten  doch  noch
durch  eigene  Wächter  ihre  Kornfelder  gegen  das  Wild  schützen  lassen.
Seitdem  ist  der  Wald  stark  durch  Rodungen  gelichtet,  denn  seit  der
Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  hat  jeder  volle  Staven  in  Wohlde
nur  3  Demat  Waldgrund,  in  Bergenhusen  noch  das  Doppelte,  die
meisten  Dorfschaften  haben  gar  keine  Holzung  mehr.  —  Geschichtlich
wird  Stapelholm  erst  im  Jahre  1260  genannt,  als  es  mit  den  übrigen
Gebieten  zwischen  Schlei  und  Eider  durch  Verpfändung  in  den  bleibenden
  Besitz  der  holsteinischen  Grafen  kam;  das  Waldemarische  Erdbuch
  kennt  es  noch  nicht.  Als  ganz  gesonderte  Landschaft  steht  es
1407  mit  Schwabsted  zusammen  dem  übrigen  südlichen  Gebiete  zwischen
Schlei  und  Eider  gegenüber.  Die  isolierte  Lage  der  Geestinseln  macht
es  begreiflich,  daß  sie  schon  früh  als  ein  Erbstück  der  holsteinischen  Grafen
in  ganz  enge  Verbindung  mit  Holstein  kamen  und  lange  von  der  Tilenburg
  aus  verwaltet  wurden.)

1)  Stapelholmer  Konstitution  1623.  T.  2.

2)  Tlenburg  1323  zuerst  genannt,  1364  dat  slot  to  der  Tylen  mit  dem
ghude,  dat  dar  to  belegben  is.  Vergl.  Thilia,  Tijla,  j.  Dyle,  Fluß  in  Belgien.
Regin.  Chron.  Script.  I.  603,  25.  Annal.  Fuldens.  Script.  I.  407,  32.