144  Tie  Inten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Ursprünglich  wahrscheinlich  nur  Holme  oder  Holm  genannt,  wie
denn  die  Bewohner  sich  noch  im  18.  Jahrhundert  nur  Holmer  nannten
und  von  Holmer  Rüben,  Holmer  Hüten  und  Holmer  Schanze  sprachen,
hat  die  Landschaft  schon  früh  zu  näherer  Bezeichnung  von  einer  Säule
oder  dem  Staffelstein,  von  dem  das  richterliche  Urteil  gesprochen  ward  0,
den  volleren  Namen  empfangen.  Die  Säule  oder  der  Stapel  stand  nicht
sowohl  bei  Palen  (1472),  Palhörn  (1472),  an  der  südlichen  Eidergrenze
  im  Kirchspiel  Erfde,  sondern  wahrscheinlich  auf  dem  ehemals
bewaldeten  Geestselde  Krelah  (—  loh),  dem  das  holsteinische  Kreloh.
bei  Renzel  entspricht:),  am  hohen  Elbufer  in  Süderstapel,  und  demgemäß
  war  auch  dort  auf  dem  benachbarten  Felde  Langenbarg  das
Hochgericht.  Hier  oder  auch  auf  der  Dingstätte  in  Drage  oder  auch
auf  dem  Kirchhofe  zu  Süderstapel  (1512)  versammelten  sich  bis  in  das
17.  Jahrhundert  hinein  Landvogt,  Sandmänner,  Bonden,  Lansten  und
gemeine  Einwohner  binnen  unses  landes  vier  dingstöcken  gehegedes
unde  upgerichtedes  dinges.

1.  Das  Kirchspiel  Stapel.s)

Die  kirchlichen  Register  v.  J.  1463  und  1523  sowie  mehrere  Urkunden
  aus  den  Jahren  1470  und  ferner  kennen  noch  Stapel  als  die

1)  Mittelnied.  Stapel,  ae  Stapol;  Stapel  und  stock  und  block  jütisches
Lov  3.  65  Vergl.  Neocorus  2.  252.  1508:  so  schal  man  sodane  sake  vor
den  stapel  bringen  unde  verfolgen;  ad  regis  staplum  vel  ad  eum  locum,  ubi
mallus  est;  lex  Ripuar.  XXXIII.  i.  Vergl.  Grimm.  Rechtsaltert.  804.  Die
Nachrichten  der  Chronisten  des  16.  und  17.  Jahrhunderts  von  den  Stapeln  der
Engländer  (Cypraeus  Ann.  93;  Westphal.  I.  70;  Traziger  bei  Westphal.  III.
320)  sind  ebensolche  Fabeln  wie  die  Erzählungen  von  dem  Packhaus  der  Engländer
  in  Hollingsted;  sie  zeigen  zugleich,  daß  die  ursprüngliche  Bedeutung  des
stapels  längst  aus  der  Erinnerung  verschwunden  war.

2)  Krelab,  alth.  Cinloh  9.  Jahrh.;  Lintlo,  Lentlo  10.  Jahrh.  sind  Abt.  J.
67  und  II.  117  hinzuzufügen.

3)  Registr.  Christ.  I.  209  gibt  den  Bestand  der  Landschaft  1470  wie  solgt
an:  mit  dem  kerspolc  to  Erwede  mit  dem  dorpe  to  Erwede  unde  mit  den
dorperen  Hude  (2),  Palhorn,  Schepperen,  Bergen,  dat  Suderstapel,  Norderstapel
  mit  den  dorperen  Drage  unde  Sete  unde  mit  deme  keispele  undo
dorppe  Beverinckhusen  mit  dem  dorpe  gonomet  de  Wolt  mit  der  Brwginge.
Nur  must  für  Hade,  das  zu  Schwabsted  gehört,  Thiele  geschrieben  werden.