146  Die  Juten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlel  und  Eder  und  in  der  Arensharde.

mit  den  jütischen  vergleicht,  wie  z.  B.  Bozholm,  eine  Parzelle  in  Boren,
Boztoft  (1609),  Stufland  in  Riis,  Boeslücke  (1609),  Ackerstuf  in
Loit;  andere  wie  Bosmose  in  Rinkenis  erscheinen  in  deutscher  Form
als  Boskmoor  1651.  Außerdem  gibt  es  Wiesen  in  Jepperen  (1463,
1512),  Groß=  und  Klein-Jappen  (1609),  Ipern,  Jeppern  (1803),  ein
Name,  der  sich  sonst  nicht  wiederholt;  vergl.  Iperstede  in  Mildsted,
Ipra,  Tpera,  j.  Ipern  in  Belgien.  Sonstige  Flurnamen  wie  Hummelvelde
  1463  kehren  in  dem  Koseler  Dorfnamen  wieder,  Ochsenham
(1651),  Kampen,  Imbreck  (1651).  Namen  für  Gebüsche  wie  Grönwohlenbusch,
  Stertbusch,  Struk  u.  a.  sind  nur  niederdeutsch.  Der
Hügelname  Klevenbarg  oder  Klevenhoogh  (1777)  an  der  Eider  unmittelbar
  östlich  vom  Dorfe  deutet  eher  wie  die  gleichnamigen  Hügel
auf  den  drei  Geestinseln  Nordfrieslands  auf  eine  Scheide  oder  Grenze
hin,  als  auf  klef,  steiler  Abhang,  Kliff.  Auf  den  Inseln  liegen  diese
Hügel  immer  auf  der  Scheide  zwischen  Geest  und  Marsch,  und  auch
in  Hollingsted  heißt  es  Clafwe  up  de  schede  1666.  Auf  der  Nordstapeler
  Feldmark  kann  der  neben  den  Fiefbargen  und  Bökenbargen
auftretende  Grabhügelname  Dorshanschenbarg  wie  in  Holstein  Hanschenkamp
  und  Hanesch  nur  Hohereschbarg  bedeuten  1),  und  ein
früherer  Hof  Bredehoop  (1648)  weist  uns  ebenfalls  nach  den  niedersächsischen
  Gebieten  Holsteins.  Eigentlich  spezifisch  Friesisches  ist  in  diesen
wie  in  zahlreich  mir  vorliegenden  anderen  Flurnamen  auf  brock,
-horst,  -land,  -rode  (Biscoppesrode  1463)  u.  a.  nicht  zu  erkennen.

2.  Zete,  Zcethe  1463,  j.  Dorf  Seeth.  Der  Name  kehrt  in
derselbe  Bedeutung  (mittellnd.  sete,  sate,  Sitz,  Wohnsitz,  Hosstelle,
Niederlassung)  auf  niederdeutschem  und  jütischem  Geblete  in  Seeth  in
Sülfeld  und  Barmsted  und  in  Sacthae  (1237)  in  Uberg  und  Hoptrup
sowie  in  Rindseet  u.  a.  1340.  j.  Renz  wieder  (Abt.  II.  118);  in  friesischen
  Gebieten  (fries.  säte,  Niederlassung)  scheint  das  Wort  nicht  zur
Bildung  von  Ortsnamen  verwendet  zu  sein.  Auch  in  den  Flurnamen
tritt  nichts  besonders  Friesisches  hervor;  eine  Flurkarte  aus  der  ersten
Hälfte  des  17.  Jahrhunderts  über  Freibondengüter  und  gemeines
Weideland  kennt  noch  ein  Fribundenguth,  genomet  Dahrenbul,  1509

1)  lÜber  -esch,  -  esk,  gemeinsam  bebautes  Saatfeld,  vergl.  Abt.  II.  160.
259.  Uber  das  dänische  aas,  Schlag  mit  einem  Streifen,  vgl.  Arndt  Berndsen  3,  450.