1.  Das  Kirchspiel  Stapol.  147

veld  Dornebull  genannt,  als  Erinnerung  an  die  vergangene  Ortschaft;
alle  andern  Benennungen  auf  -  ort,  -  felt,  -mohr,  -holm,  hof  tragen
wie  lange  acker  nur  niederdeutsches  Gepräge.

3.  Draghe,  Nortdrake,  Suderdrake  1463,  j.  Dorf  Drage,  eine
jüngere  Gründung  auf  „wilder  Heide“.  Der  Name  kehrt  wieder  in
Drage,  Kreis  Steinburg  in  Holstein,  Drage  in  Pommern  (Stralsund.
Stadtb.  237),  wohl  in  gleicher  Bedeutung  wie  das  jütische  drav,  ein
Feld  auf  früher  sumpfiger  Heide  in  Stemmilt  bei  Tondern,  das  dem
altnord.  drag,  schmales,  von  einem  Bach  durchflossenes  Tal,  entspricht.
Von  Flurnamen  sind  erwähnenswert  Sandborst  (1509,  1803),  Wilde--hemme,
  Wielhemme  (1777,  1803),  Pipilinghvelde  (1463),  Pypenworde
  (1651),  Pipenwurn,  auf  Wurn  (1803),  Blecke,  Knüll,  die
Endungen  -land,  -  barg;  ein  Galgenberg  wird  erwähnt,  auch  eine  Dingstelle
  im  Oldenfelde,  lauter  Benennungen  niederdeutschen  Ursprungs.

Diesem  niederdeutschen  Charakter  der  Orts=  und  Flurnamen  entsprechen
  auch  die  Namen  der  Bonden  und  Lansten,  soweit  sie  uns
aus  dem  15.  und  16.  Jahrhundert  bekannt  sind.

Aus  Süderstapel  werden  1463  genannt:

Junghe  Cloueke  Make  Peter  Klius  Clawes  Cord  Moer

(Make)  Johannes  Make  Volkes  Clawes  Eler
Clawes  Wulff  Detleff  Vos  Nettelbol;
in  Norderstapel  1463:
Marten  Vos  und  sein  Sohn  Boyen  Peter
Volkleff  Zutte  Dederik  Zutten  Detleff  Bolenhen.

Cruse  Johan
Als  aus  dem  S.  Johanniskirchspiel  oldinges  nach  Drage  gezogen,
  werden  1470  genannt?:
Detler  Schele  Sibbern  Makensen  Olde  Eller  Ghut
Olde  Peter  Schele  Olde  Johan  Reyse  Diderick  Südde;
Olde  Clawes  Peter  Clawes  Frese
Olde  Johan  Peter,  Peter  Hase
Witte  Masken,  Lübbert  Haso
schon  der  Name  Claus  Freso  zeigt,  daß  wir  hier  keine  friesische,  sondern
  nur  eine  niederdeutsche  Bevölkerung  vor  uns  haben.

1)  Stemann  III.  100.
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