150  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Friesische  Elemente  sind  hier  wenig  zu  spüren,  doch  taucht  der
im  Osten  mehrfach  vorkommende  und  bei  den  Friesen  beliebte  Name
Ike  vereinzelt  auf.  Unter  den  Familiennamen  sind  besonders  Dowe,
Arp,  Make  zu  nennen,  unter  den  Vornamen  treten  auch  hier  Hans
und  Johan,  Claus,  Peter,  dann  Detlef,  Henneke,  auch  Jebe,  Folkof,
Karsten,  Marten  mehr  oder  weniger  in  den  Vordergrund.

Von  allen  in  diesem  Kirchspiel  genannten  Namen  sind  es  Arp,
Wibe,  Boye,  Wimer,  Karsten,  Reymer,  Reyse,  bie  in  den  östlichen
Kirchspielen  am  wenigsten  gebräuchlich  erscheinen.  Aus  allem  ist  aber
zu  schließen,  daß  wir  hier  eine  Bevölkerung  vor  uns  haben,  die  wenigstens
  zum  großen  Teile  ursprünglich  eine  andere  Heimat  hat  als  die
Ansiedler  in  den  östlichen  Kirchspielen.

2.  Das  Kirchspiel  Arwede  (Erfde).

Den  südöstlichen  Teil  der  Landschaft  bildet  das  gesondert  gelegene
Kirchspiel  Arwecke;  um  die  Mitte  des  17.  Jahrhunderts  auf  der  Geest
noch  teilweise  mit  Wald  bedeckt,  läßt  es  vermuten,  daß  die  ersten  Ansiedler
  ganz  besonders  hier  mittelst  Rodungen  vorgedrungen  sind.

1.  Arwede  1430,  Erwede  1463,  1470,  Erwerde  1509,  Arwede
1523  und  noch  1636,  j.  Kirchdorf  Erfde  mit  ursprünglich  romanischer
Kirche,  die  etwa  bis  1200  zurückreicht.  Von  dem  in  Niedersachsen
sonst  häufigen  Suffixe  -ede  sind  im  Herzogtum  nur  unsichere  Spuren.)
Stellt  man  to  dem  Arwede  zu  dem  westfälischen  Arwitti,  Erwete,  so
könnte  der  Name  „Adlerwald“  (mittelnied.  wece  Wald)  bedeuten,  eine
für  die  ursprüngliche  Waldgegend  passende  Benenennung.  An  Rodungen
und  Waldstand  erinnern  auch  Olra  (alte  Rodung),  Frenkelohe  (1672),
Hanrabden  (Hohenrade)  1620,  Grevenhorst  (1652);  -ekel  (niederd.
Eichel)  1672  findet  seine  Analogie  in  dem  westfälischen  Eikele.  Sonst
sind  erwähnenswert  Eckermarsch,  Kampen,  Fuelhörn  an  der  Eider,
Langnes  und  Eggertsorth  an  der  alten  Sorge,  desgleichen  Nordesch,
Kitzhovede,  Boeksblock,  Grotensith,  Lutke  Fuderhoren,  Darienwisch

1)  Abt.  II.  181.  Jellinghaus  240  bemerkt  Evelbode  vel  Arwede;  der
erstere  Name  stammt  aus  der  verderbten  Uberlieferung  des  sogenannten  Catal.
vet.,  wo  der  Ort  Evellbode  genannt  wird,  und  ist  von  gar  keiner  Bedeutung.
Vergl.  Zeitschr.  XXIV.  76ff.  und  Abteil.  II.  147.