2.  Das  Kirchspiel  Arwedo  (Ersde).  151

1629,  die  alle  aus  dem  Niederdeutschen  verständlich  sind;  denselben
Charakter  tragen  auch  die  anderen  jüngeren  Ortschaften  des  Kirchspiels.

2.  Palhorn  1470,  to  Palen  1472,  Palhorne  1542,  j.  Pahlhorn,
  von  mittelnied.  pal,  Pfahl,  besonders  Grenzpfahl,  gebildet;  vergl.
das  gegenüberliegende  ditmarsische  Palenhuden  an  der  Eider  (1323),
sowie  Balahornen,  Balhorn  1015  in  Westfalen,  Pahlskamp  vor  Rendsburg
  und  Palörde,  die  Spitze  des  Füsinger  Landes  an  der  Schlei,
Stexwig  gegenüber.  Flurnamen  wie  Haverkamp,  eine  frühere  Hölzung
Ramholm  (1651),  Kratt  u.  a.  sind  der  niederdeutschen  Ansiedlung  entsprechend.


3.  Bergen  1470,  Bargum  1510,  Bargen  1542,  j.  Dorf  Bergen,
hochgelegen  an  der  Eider,  seinem  Namen  to  den  Bargen  gemäß.

4.  Schepperen  1470,  Scheppern  1542,  j.  Dorf  Scheppern  an
der  Eider.  Trotz  der  Lage  hat  der  Ort  in  seinem  Namen  nichts  mit
Schiffahrt  zu  schaffen,  sondern  ist  aus  einer  früheren  Schäferei  (mittelnd.
scheper,  schepperie  gleich  schaperie)  hervorgegangen.

5.  Thiele  1470.  nach  der  Tylenburg  genannt,  thor  Tylen  1508,
j.  Dorf  Tielen  an  der  Eider.  Über  den  Flußnamen  Tile  vergl.  oben
S.  143.

Dem  niederdeutschen  Ursprung  aller  Ortsnamen  entsprechen  auch
die  Namen  der  Bewohner,  soweit  sie  uns  urkundlich  überliefert  sind.
Da  sie  für  das  15.  Jahrhundert  fehlen,  teile  ich  die  aus  der  ersten
Hälfte  des  folgenden  (1542)  vollständig  mit.

Aus  Erucde:

Ralcf  Claus  Hans  Jebens  Hans  Eggert
Jeben  Henneke  Hans  Wulf  Pawel  Ode
Hans  Kalen  Claus  Ties  Wulf  Hans  Make
Henneke  Wulf  Henneke  Schorringes  Gretke  Kilholts
Otten  Peters  Hans  Wulfs  Claus  Carsten  Kal
Claus  Eggert  Claus  Kylholt  Siuert  Offe
Hans  Schroeder  Wulfs  Peter  Haus  Ode
Tiede  Schorringk  Jurgen  Kilholt  Boeleken  Detleff
Tias  (Ties)  Kale  Tomas  Kal  Holthaver.

Nur  sechsmal  finden  wir  hier  besondere  Bildungen;  die  Namen
zeigen  sonst  in  Schroeder,  Make  eine  geringe  Ahnlichkeit  mit  den  benachbarten
  östlichen  Gemeinden,  aber  keine  sicheren  friesischen  Bestand-