Die  nationale  Entwickelung  Stapelholms.  157

kommen  nur  viermal  vor,  auch  die  früheren  geringen  friesischen  Elemente
sind  bis  auf  einen  Ike  verschwunden.

In  Meggerse  treten  wir  ganz  in  das  Gebiet  des  Fräzlät,  wie
es  denn  auch  zur  Kropperharde  gerechnet  ward,  obwohl  es  seit  alters
zum  Kirchspiel  Beveringhusen  gehörte.  Die  Bewohner  im  Jahre  1542:

Jurgen  Frame  Laurens  Stacl  Jurgen  Sirick
Hans  Frame  Laurens  Backen  Johan  Raen

Claus  Raen  Wipke  Lesche  Jurgen  Fram
Rauen  Raen  Detlef  Frame  Detlef  Frame

tragen  dieselben  Namen,  wie  sie  uns  in  den  übrigen  Gemeinden  der
„freien  Ebene“  begegnet  sind,  ohne  jeglichen  friesischen  oder  sonstigen
Einfluß;  auch  eine  gewisse  Familienansiedelung  tritt  uns  hier  in  den  Namen
Frame  und  Raen  entgegen.  Zu  bemerken  ist  noch,  daß  sich  der  Familienname
  Meggersee  ziemlich  weit  in  den  östlichen  Gemeinden  verbreitet  hat.

Im  ganzen  nimmt  dieses  Kirchspiel  dieselbe  nationale  Stellung
ein  wie  Erfde,  hat  bezüglich  der  Namen  eine  größere  Ahrnlichkeit  mit
den  angrenzenden  Kirchspielen  als  mit  der  Gemeinde  Stapel.

Über  die  ursprüngliche  Abstammung  und  Herkunft  der  Stapelholmer
  Bevölkerung  herrschen  bei  den  älteren  Forschern  die  verschiedensten
  Meinungen.  Da  noch  in  einer  Urkunde  Christians  I.  Stapelholm
  zu  Friesland  gerechnet  wird  1),  so  kann  es  nicht  auffallend
erscheinen,  wenn  der  gelehrte  Flensburger  Moller  sich  im  Gegensatz
zu  Peter  Sax  und  Heimreich  für  friesische  Abstammung  der  Bewohner
ausspricht.?)  Danckwerth  hält  dagegen  die  Stapelholmer  „zumal  zu
unserer  Zeit“  nicht  für  Friesen,  und  Neocorus  nimmt  sie  wenigstens
ursprünglich  für  Ditmarschen  in  Anspruch.)  Auch  nach  Bolten  scheint
Stapelholm  von  Anfang  an  kein  sriesischer,  sondern  niederdeutscher
Landstrich  gewesen  zu  sein;  obgleich  die  Stapelholmer  weder  vollkommene

1)  Abteil.  II.  280.  319.

2)  Isagoge  3  c.  2.  234.  239.  255.  Stapelholmae,  qune  sola  inter  provincias
  Ducatus  Slesv.  Frisicas  superest.

3)  Westph.  I.  1013.  Heimreich  45.  Neocorus  I.  110.  Danckwerth  138.
Im  übrigen  sagt  Bolten  richtig,  wer  von  den  Stapelholmern  umständlich  rede,
rechne  sie  niemals  zu  den  Friesen.