172  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

von  Hollingsted  selbst,  dann  Holmholt  (1466)1),  Stalloh,  Grotherrnholt
  mit  Eckernkoppel,  Edelsholt,  Oldersbrook,  Rönnloh,  Wiese  Hebloh
Fincklohwedel,  Stortelsbrook,  Jensrott  weisen  mit  ihren  meist  bereits
niederdeutschen  Namen  deutlich  auf  den  ehemaligen  Waldstand  hin;  im
Gegensatz  dazu  steht  Rumlandt.  Neben  diesen  zeigen  Flurkarten  und
Erdbücher  (1794)  noch  eine  Reihe  besonderer  Namen  auf,  die  niederdeutschen:
  Högen,  Overnwall,  Jagelhörn,  Bollbrügg,  Herrenskamp,
Plöhnkamp  oder  Plönenkamp,  Oldgraweher,  Hogestohr,  Höste,  dann
zahlreiche  wurt,  Haverland,  Haverbrock,  Binnengrüft,  Goßbrocken,
Streng,  Seggern,  Hack,  Höôllenmohr,  Ichhop;  aus  jütisch-friesischem
Einfluß  erklären  sich  wohl  Wester-abel,  Jettefenn,,  Weideland  Mörcken
genannt,  Lieny,  Tvemarke  und  das  wiederholte  Sadelum,  als  Ackerland
bezeichnet.

Merkwürdig  sind  zahlreiche  Benennungen  auf  -burg,  wie  die
Wiese  Schmalenborg,  Rinnborg  oder  Rümborg,  Drellborg,  Borggaarden,
ein  Wischacker  by  Maansborg  (1619),  ein  Maansborgacker,  neben
Lutkenborg,  Treeneborg,  Slott,  Wark,  die  sicher  ziemlich  weit  zurückgehen,
  sowie  eine  kleine  Küsterwiese  bei  Sathel  (1762).  Diese  Namen
genügen,  um  den  festen,  bereits  alten  Stand  des  niederdeutschen  Volkstums
zu  beweisen,  der,  wie  wir  sehen  werden,  auch  durch  die  Flurverfassung
und  die  Namen  der  Besitzer  voll  bestätigt  wird.

2.  Ellingstede  1463,  1542;  1509  tritt  dagegen  die  fremdartige
Form  Endingstede  auf,  die  sonst  nirgend  wiederkehrt;  j.  Dorf  Ellingsted.
Auf  jütischem  Boden  gibt  es  ein  Aellinge,  silva  in  Merlöse,  ein  Dorf
im  Kirchspiel  Hoiby,  Ellinglund  in  Vensyssel  u.  a.,  auf  deutschem  Gebiete
  im  12.  Jahrhundert  mehrfach  Allingen,  Ellingin  (Förstemann
59.  60),  Ellingerode,  Ellinghorst  im  Münsterlande;  die  meisten  davon
deuten  auf  einen  Baumnamen  hin,  der  bei  unserem  Ellingsted  sicher
abliegt.  Wahrscheinlich  ist  hier  die  patronymische  Form  eines  Personennamens
  anzunehmen,  der  mehrfach  wie  z.  B.  Ellingsdottir  (Langeb.  IX.
337)  genannt  wird.  Der  größte  Teil  der  Feldmark  bestand  noch  vor
100  Jahren  aus  ungebrochenem  Heideland,  doch  tritt  auch  daneben  in
einzelnen  Flurnamen  wie  Bockhövd,  Eckernkoppel  früherer  Waldstand
hervor,  der  sich  nach  der  Mejerschen  Karte  v.  J.  1651  westlich  und

1)  Cypraeus  ad.  a.  64.  Augustiny,  Hollingsted  25.  26.