1.  Das  Kirchspiel  Hollingsted.  173

nördlich  von  Ellingsted  in  Rott  und  Hoholt,  westlich  von  Riesbruck
und  nordöstlich  von  dem  entholzten  Ruemlandt  bis  nach  Robacker  und
weiter  östlich  bis  in  die  Gegend  von  Schuby  ausdehnte.  Das  Erdbuch
v.  J.  1863  deutet  in  seinen  Namen  wie  Kamerloh,  Sirksloh,  Häselscho
noch  darauf  hin.  Außer  den  genannten,  die  aus  der  jütischen  Zeit  stammen,
zeigt  sich  in  den  Flurnamen  wenig  Jütisches  mehr:  Witsick,  Alkebrygg,
Brock,  Wühr,  Bülterort,  Ihdenwiese,  Ihdenheide,  Steinhop,  Blinckbrook
  sind  rein  niederdeutsch;  jütisch  können  sein  Wohm,  Flahk  und
Dünt,  das  entweder  „Bebemoor“  (von  altn.  dynja),  wie  ein  Krug  im
Kirchspiel  Atzbüll,  oder  aus  Dyndwith,  j.  Dünt,  Dorf  bei  Broacker
(-Zitterwald),  zusammengezogen  ist.

3.  Dorpstede  1463,  südlich  der  Au  und  zur  Kroppharde  gehörend,
trägt  die  niederdeutsche  Herkunft  an  der  Stirn;  wäre  irgend  jütische
Bevölkerung  hier  noch  gewesen,  so  würde  es  Bystede  genannt  sein.
Der  Name  ist  aber  eigentümlich,  da  er  sonst  nur  als  Flurname  für
die  Stelle  eines  vergangenen  Dorfes  gebraucht  wird.  Man  könnte
daraus  schließen,  daß  die  Ortschaft  erst  spät  und  zwar  an  der  Stelle
einer  verschwundenen  Dorsschaft  entstanden  sei.  Nördlich  von  Dörpsted
führt  1649  die  Spangbrug  über  die  Au,  die  an  Wedelspang  im
Kirchspiel  Haddeby  mit  seiner  jütischen  Endung  erinnert.

4.  Barme  1463,  Borm  1542,  j.  Dorf  Börm,  nach  dem  der  benachbarte
  See  den  Namen  trägt,  eine  niederdeutsche  Gründung,  wie
der  Name  berme,  barm  mittelnied.  Damm,  Deich,  hier  am  sogenannten
Börmerkoog,  anzeigt.  Teile  des  Dorfes  sind  Westenende,  Mitteldrumm,
Ketelsknapp  und  Meer,  letzteres  von  Wiesen  umgeben,  aus  denen  Nebel
aufsteigen.  Bemerkenswert  erscheint  der  Flurname  Dornbusch  auf  einer
früher  zu  Friedrichsgabe  gehörenden  Koppel,  sowie  die  Dwassen  oder
der  Dwascamm  in  Neu-Börm.  über  die  Entstehung  des  vormaligen
Meierhofes  Friedrichsgabe  wird  berichtetet,  der  Amtmann  Hinrik  v.  Bockwold
  habe  die  Einwohner  des  Dorfes  Borm,  „gute,  vermögende  Leute“,
im  Anfang  des  17.  Jahrhunderts  gezwungen,  ihre  Acker,  Wiesen,  Weide,
Land  und  Sand  zu  verlassen  und  mit  ihren  beweglichen  Gütern  davonzugehen,
  das  ganze  Dorf  abgebrochen  und  dahin  ein  Vorwerk  legen
und  bauen  lassen.

5.  Buginghe  1509;  Buvunge  1542;  in  der  Bunge  1549,  j.
Dorf  Osterbünge.  Da  der  Ort  nur  die  Fortsetzung  des  1463  genannten