178  Die  Juten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Norden  bis  an  den  Helligebek  reichend,  im  Westen  an  das  Kirchspiel
Treia,  im  Süden  an  Haddeby  und  Hollingsted,  an  Ellingsted  und
Klein-Dannewerk  grenzend,  und  umfaßt  auch  im  Osten  einen  Teil  der
benachbarten  Struxdorfharde.  In  der  Mitte  des  17.  Jahrhunderts
zog  sich  noch  von  dem  Dänenwall  her  ein  weitausgedehnter  Wald,
das  Poelholt  genannt,  östlich  von  Husby,  der  früheren  Pulvermühle,
Niekrog,  Ruhkrog,  Königsdam,  Idstedt  bis  nach  Romike  hinauf  und
reichte,  dann  westlich  an  dem  Helligbek  entlang  sich  ausbreitend,  um
das  große  Arenmoor  südlich  über  Ingbro  und  Gammellund  bis  Steinholt.
  Um  Jübek,  Silbersted,  Roßacker  bis  an  die  Au  war  die  ganze
Gegend  waldlos,  mit  dem  Arenmoor  und  dem  wüsten  Moor  alles  frei
um  den  Arenholtsee;  Lürschau,  Schuby  und  Husby  kannten  keinen
Waldstand  mehr,  obgleich  gerade  diese  Orte  in  ihren  Namen  deutlich
davon  reden.  1)  „Wer  die  alten  Wege  nach  Alt-Gottorf,  Ruhklrug  und
Flensburg  in  der  letzten  Hälfte  des  18.  Jahrhunderts  nicht  gekannt
hat,  erzählt  Jürgensen,  kann  sich  keinen  Begriff  davon  machen,  wie
Katt  und  Hund  haben  an  dem  Wege  liegen  können,  denn  die  Hölzung
des  Pöhlholzes  bedeckte  noch  damals  alle  Koppeln  bis  nahe  an  die
Hühnenhäuser,  wo  damals  ein  jeder  seinen  Weg  suchte,  wo  er  lonnte.“?)
Weiter  südwestlich  lag  die  damalige  Pulvermühle  mitten  im  Walde.
Die  Umgebung  des  Erdbeerenbergs  war  mit  Bäumen  und  Buschwerk
bewachsen,  die  bis  an  den  Friedrichsberg  reichten.  Die  Hölzung  erstreckte
  sich  im  Westen  damals  noch  bis  an  die  Feldmark  von  Groß-Dännewerk
  und  an  den  Dänenwall  und  war  so  groß,  daß  Friedrichsberg
  darin  eine  freie  Viehweide  für  80  Kühe  und  4  Mühlenpferde
hatte.3)  Noch  gegen  Ende  des  16.  Jahrhunderts  waren  nach  Heinrich
Ranzau  alle  zum  Schloß  Gottorp  gehörenden  Waldungen  ausreichend
für  eine  Waldmast  von  30  000  Schweinen.“)  Dieses  Gebiet,  das  heute
ein  ganz  anderes  Bild  gewährt,  ist  von  großer  geschichtlicher  Bedeutung,

1)  Abt.  I.  79  f.  und  91  f..

2)  Das  Schrickhold  (1352,  Langeb.  VI.  582),  Schrickholt  sermark  (nicht
senmark  wie  Quellen  z.  Gesch.  des  Bist.  Schleswig  125)  lag  wohl  nicht  hier
in  der  Arensharde,  sondern  bei  Schrixdorf,  Kirchspiel  Böel.  Doch  vergl.  S.  188.

3)  N.  Helduaders  Chronik  der  Stadt  Schleswig,  fortgeführt  von  Jürgensen.
1822,  S.  26,  30fff.

4)  Westph.  I.  59.