2.  Das  Kirchspiel  St.  Michaelis.  179

weil  hier  die  alte  Heerstraße  von  dem  Kalegat  her  über  Klein-Dännewerk,
  Husby,  Schuby  östlich  von  Lürschau  durch  Heide=  und  Moorlandschaft
  westlich  von  Idsted  bis  an  den  Hellebek  führte.  Von  der
Wendenschlacht  bei  Lürschau  an  sind  alle  Heere  im  Mittelalter  bis  in
die  neuere  Zeit  hinein  diese  Straße  gezogen.

Die  ältesten  Ansiedelungen  liegen  auch  an  dieser  Heerstraße  oder
in  deren  Nähe;  es  scheint  auch,  als  wenn  die  ersten  Bebauer  sich  am
Grenzsaum  des  Waldes  den  milderen  Boden  ausgesucht  haben,  weil
er  am  leichtesten  zu  bearbeiten  war.

1.  Huscobü,  Huswbu  1196  1),  Husby  1352,  j.  Dorf  Husby.
Legt  man  die  Form  Huswbu  (—  Husabu)  zugrunde,  so  müßte  hier,
wie  Abt.  I.  131  auch  angenommen  ist,  der  Sitz  eines  königlichen  Lehnsmanns
  gewesen  sein,  weil  hus-  in  dieser  Zusammensetzung  nur  diese
Bedeutung  hat.  Da  im  ganzen  Herzogtum  indes  nur  ein  einziges
Husby  erscheint,  nach  dem  die  Husbyharde  (I.  124)  den  Namen  trägt,
so  ist  diese  Annahme  hier  nicht  ganz  wahrscheinlich.  Die  richtigere
Namensform  Huscobu  (d.  h.  Uughscoghbu  =  hohes  Walddorf),  sogenannt
  im  Gegensatz  zu  dem  nördlich  liegenden  Schuby,  weist  dann
auch  diese  Deutung  ab  und  entspricht  auch  sonst  den  örtlichen  Verhältnissen.
  Als  jütisches,  an  der  Heerstraße  angelegtes,  später  von  Kriegszügen
  oft  heimgesuchtes  Walddorf  zeigt  es  noch  die  Rechnung  nach
atting  im  14.  und  15.  Jahrhundert  und  eine  jütische  Agrarverfassung
im  Gegensatze  zu  den  südlicher  gelegenen  Dorfschaften.  Das  Erdbuch
v.  J.  1826,  1827  enthält  dagegen  nur  sehr  geringe  jütische  Spuren
mehr:  Schneesbarg,  Cronsbarg,  Mielbarg,  Schoorkoppel,  Brock,  Strang
Blöck,  Kampen,  Sultstücken  u.  a.  gehören  alle  der  niederdeutschen
Flurverfassung  an;  jütischer  Herkunft  ist  fast  nur  Krau  und  etwa  Rütt.

2.  Scogbu  1196,  j.  Dorf  Schuby,  ein  jütisches  „Walddorf“;  hier
kannte  man  boole  (1352),  wenn  auch  1509  schon  hoven  auftreten,  auch
rechnete  man  wie  in  Angeln  nach  veerndel  Landes.  Die  Natur  des  Bodens
war  bereits  um  1600  einem  früheren  Waldstande  wenig  entsprechend,
woran  noch  einzelne  Flurnamen  auf  --loh  und  struck  erinnern.  Um
1639  ward  hier  nur  Roggen  und  Buchweizen  gesät,  Gerste  und  Hafer

1)  Siehe  oben  S.  102  den  besseren  Wortlaut  der  Urkunde  v.  J.  1196  über

die  Güter  des  Michaelisklosters.  Hasse  I.  199  bietet  hier  Huswbu  statt  Huscobu.
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