180  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlel  und  Elder  und  in  der  Urensharde.

wollten  nicht  gedeihen;  man  hatte  wilde  Pferde,  die,  in  die  Holzungen
und  auf  die  Weide  getrieben,  sehr  selten  nach  Hause  kamen.  Die  Flurnamen
  (Erdbuch  v.  J.  1857)  enthalten  noch  zahlreiche  jütische  Erinnerungen:
  Dranholm,  Maschenkamp,  Wichorr,  Trewatt,  Lehrberg,  Pukholm,
  Dallen,  Gulstedt,  Habyschlag,  Luseberg,  dann  die  Grabhügelnamen
  Saathü,  Dranshüh,  Tückshüh,  ferner  Eckenstuf,  Spanacker,
Kommelschlag  (kuml,  Grabhügel),  Schierbrok,  Wedderlach,  Hoertloh,
Wiehenstruck,  Hasseln,  Süderstrengen,  Wohrtacker  u.  a.  neben  manchen
niederdeutschen  Spuren.  ÜUber  den  altberühmten  Grabhügel  Dronningshuie
  vergl.  Abt.  II.  29  und  41.

3.  FBoyaebole  1196,  Bojaebolae  1268,  Bogebul  1352,  Boyebul
1445,  vor  1509  vergangenes  Dorf,  dessen  Ländereien  wahrscheinlich
zu  der  großen  Feldmark  Schuby  gezogen  sind.!)  Man  hatte  hier
1352  bool  und  rechnete  1445  nach  Mark  Goldes  und  Attinge,  so
daß  der  jütische  Ursprung  des  Ortes  nicht  zweifelhaft  ist.

4.  JOpenstorp  1196,  Appenstorp  1352,  Apenstorp  1445,  ein
ehemaliges  zur  Struxdorfharde  gehörendes  Dorf,  worin  1352  und
1542  die  Schätzung  nach  Mark  Goldes  seine  jütische  Herkunft  beweist.
  Im  16.  Jahrhundert  erscheint  es  als  Hof  mit  3  Lansten,
Hölzungen  und  Fischereien;  um  1692  niedergelegt,  zeigt  es  seine  Lage
durch  die  „Apenstorfer  Koppeln“  an.

5.  1  Waterberg  1196,  als  Besitztum  des  Michaelisklosters,  wie
die  Urkunde  andeutet,  unweit  Openstorp  gelegen,  später  nicht  mehr
genannt  und  jedenfalls  lange  vor  1400  vergangen.  Seine  frühere
Existenz  wird  noch  heute  bezeugt  durch  einen  Flurnamen  der  Feldmark
Lürschau;  in  dem  Erdbuch  des  Dorfes  v.  J.  1806  werden  aufgeführt:
Pahldam  und  Wasserberg.  Damit  ist  diese  Ansiedelung  zugleich  als
eine  niederdeutsche  und  zwar  als  die  einzige,  nördlich  von  der  Schlei
liegende  erwiesen,  die  in  eine  so  frühe  Zeit  fällt.  Water-  in  Ortsnamen
  kommt  auf  schleswigschem  Boden  sonst  nicht  vor,  denn  Waterloos
  (lose  —  Abzugsgraben)  und  Waterpott  in  Adelby  sind  ganz  späten
Ursprungs.  Ohne  urkundlichen  Grund  hat  man  in  der  Urkunde  Waterborg
  schreiben  wollen  und  dieses  dann  mit  dem  ehemals  von  Wasser

1)  Sach,  Geschichte  der  Stadt  Schleswig  214.  314.
2)  Sach,  Geschichte  der  Stadt  Schleswig  246.  261.  263.