182  Die  Jüten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

Flurnamen  (Erdbuch  von  1815)  wie  May  (Made),  Creenschlach,
Stenschift,  Bührenkierblöcken,  Ostor-  und  Wester-Haal,  Dieker,
Green,  Rohay,  Graskier,  Schwarthuyhull,  dann  Lenzsicck,  Wittenbarg,
  Rümacker,  Resensteen,  Friesewatt,  Brahm  enthalten  eine  starke
Mischung  jütischer  und  niederdeutscher  Elemente,  selbst  in  einzelnen
Namenzusammensetzungen.  Übrigens  ist  holt  in  der  niederdeutschen
Bedeutung  „Hölzung“  auch  im  Westjütischen  gebräuchlich.

9.  Jistadh  1196,  Istathesysael,  Istadsysel  1231  1),  Vstede  1352,
1445,  1509;  Idstede,  Tdstede,  1312,  1378,  1650,  übel  verdeutscht
Eystette  1639,  j.  Dorf  Idsted,  ehemals  zur  Struxdorfharde  gehörig.
In  keinem  Ortsnamen  Schleswigs  ist  die  Bewahrung  der  Pröposition
nachzuweisen,  wie  etwa  in  Istad  (1231)  in  Norwegen  =  istadi,  daher
ohne  Zweifel  Idstath  als  ursprünglich  anzunehmen  und  von  einem
Personennamen  Ide  abzuleiten.  Vergl.  Ldsteten  1100.  Script.  VII,
247,  Itzsted,  1480  Tüadestedc,  Dorf  bei  Sülfeld.  Der  jütische  Ursprung
  des  Dorfes  zeigt  sich  in  der  Rechnung  nach  atting  und  in  der
Schätzung  nach  Mark  Goldes,  die  noch  1639  erwähnt  wird.  Auffällig
  ist,  daß  dieser  Ort  den  Namen  dem  ganzen  Syssel  gegeben  hat,
obwohl  er  in  der  Geschichte  später  gänzlich  zurücktritt;  1639  heißt  es
z.  B.:  „es  herrscht  hier  große  Armut,  nach  Schleswig  wird  Torf  gebracht
  und  daraus  etwas  gelöst.)  Die  Flurnamen  des  Erdbuchs  v.  J.
1812  zeigen  noch  ziemlich  rein  jütisches  Gepräge:  Bremay,  Kongenskilde,
  Kessemoos,  Harkier,  Rahyusmoos,  Roi,  Skovland,  Biörnkier,
Strakiermoos,  dann  ein  Palloh,  Kalel,  Taut;  Niederdeutsches  ist  noch
kaum  zu  erkennen.  «

10.Rostekar1196,Rocalcorlööound1639,einlleines
Dorf  Roßacker  an  einer  kleinen  Au,  aus  einer  zerteilten  Hufe  entstanden.
  Acker,  in  Holstein  nur  in  Flurnamen  gebräuchlich,  wird  im
Schleswigschen  auf  jütischem  Gebiet  mehrfach  zu  Ortsnamen  verwendet,
wie  Rothager  1290,  Broaker  1203,  Ausacker  in  Husby  u.  a.

11.  Suluerstede  1542,  erst  spät  urkundlich  bezeugt,  j.  Dorf
Silbersted  an  beiden  Seiten  des  Arenbek,  j.  zum  Kirchspiel  Treia  ge-1)

  Nielsen  15.  87;  ich  bemerke  hierzu,  daß  im  Waldemarischen  Erdbuch  12
statt  des  unauffindbaren  Rostath  gewiß  Hostath,  j.  Haust  im  Kirchspiel  Wilstrup,
zu  lesen  ist.