2.  Das  Kirchspiel  St.  Michaelis.  183

hörend.  Der  Ort  zählt  sicher  nicht  zu  den  Urdörfern  auf  #stede;
sulver  bezeichnet  hier  wohl,  wo  eine  Brücke  über  den  Arenbek
führt,  eine  Art  Stauwerk  (niedd.  were),  wie  Lachswehr  1188  bei
Lübeck,  Steinwehr  an  der  Eider,  Aalwehr,  Fischwehr;  vergl.  Vaerebro“
auf  Seeland  (Saxo:  secus  Veram,  Sialandiae  pontem);  zu  sul-  ist
Sulbro  1463  bei  Treia  und  Jörl  zu  vergleichen,  so  daß  sulver  eine
Art  Pfahlwere  sein  würde.  Silbersted  ist  demnach  eine  aus  einem
vermeintlichen  niederdeutschen  sulver  (Silber)  hervorgegangene  unglückliche
  Verdeutschung.  Das  Erdbuch  (1867)  verzeichnet  meist  nur  jütische
Flurbenennungen,  wie  Schierkier,  Büschau,  Heinkerr,  Schwittschau,
Trollballe,  Mooswiese,  Lillmark,  Böcklund,  Nobbe,  Kier,  Maaskier,
Krau,  daneben  Tückeslühe,  auf  der  Lüh,  Lühekoppel,  Spannacker,
Flüh,  Raade,  Sicht,  Rumbrandt,  Stendietzel  u.  a.

12.  Judhbu  1391,  Judebeke  1439,  1363,  Juedebecke  1542,
j.  Dorf  Jübeck  an  dem  gleichnamigen  Bache,  der  nur  „Jütenbach“  bebedeuten
  kann  und  damit  das  Volkstum  in  dieser  Gegend  bezeichnet;
auch  die  Flurnamen  sind  im  wesentlichen  jütischen  Ursprungs.

13.  Gammelund  1352,  1445,  j.  Dorf  Gammellund  an  einem
kleinen  See  belegen,  das  seine  jütische  Herkunft  deutlich  anzeigt  in
seinem  Namen,  wie  in  der  Rechnung  nach  atting,  die  seit  1445  bis
1560  bezeugt  ist.

Die  verzeichneten  Ortsnamen,  2  auf  -bu,  -thorp  und  Stad
oder  sted,  je  1  auf  -bul,  Skov,  -holt,  acker,  bek  und  lund,
zeigen  alle  deutlich  ihren  jütischen  Ursprung  an;  nur  Waterberg  bleibt
als  unzweifelhaft  niederdeutscher  Name  übrig.  Jütische  Agrarverfassung
zeigt  sich  in  der  Landgemeinde,  die  um  das  Jahr  1664  im  ganzen
66  dool  zählte,  an  der  Schätzung  nach  Mark  Goldes  in  Schuby,
Bojebul,  Apenstorp,  Lürschau  und  Idsted,  an  den  atting  in  Husby,
Bojebul,  Arenholt  und  Idsted  und  an  den  bool  und  veerndel  in
Schuby  und  Bojebul,  die  sich  meist  noch  bis  in  die  neuere  Zeit  erhielten;
  ein  Eindringen  der  Rechnung  nach  hoven  finde  ich  zuerst  in
einzelnen  Ortschaften  im  Anfange  des  16.  Jahrhunderts,  ohne  daß
dadurch  die  frühere  Weise  ganz  beseitigt  ward.  Die  uns  bekannten
Namen  der  Besitzer  aus  dem  Anfange  des  16.  Jahrhunderts  und
zum  Tell  aus  früherer  Zeit  geben  über  das  Volkstum  eine  ziemlich
sichere  Auskunft.