3.  Das  Kirchspiel  Troya.  187

stimmend,  bemerkt  dagegen  Jensen!)  ein  Jahrhundert  später  (1841),
die  dänische  (jütische)  Sprache,  die  in  den  anglischen  Kirchspielen,  in
der  Michaelisgemeinde  und  Treia  sonst  herrschend  gewesen,  sei  der
plattdeutschen  gewichen  und  werde  wenig  mehr  gehört,  nur  von  älteren
Leuten;  in  der  Michaelisgemeinde  insbesondere,  zumal  in  den  nördlicheren
  Dörfern  sowie  in  Treia,  habe  man  noch  vor  einem  Menschenalter
  dänisch  (jütisch)  gesprochen  und  höre  es  noch  zu  seiner  Zeit;  doch
sei  die  ursprünglich  dänische  (jütische)  Bevölkerung  noch  sehr  von  der
niedersächsischen  in  den  Kirchspielen  Haddeby,  Hollingsted  und  Kropp
zu  unterscheiden.  Auch  ist  ihm  der  Unterschied  in  der  Bauart  der
Bauernhäuser  aufgefallen;  in  den  Kirchspielen  Hollingsted  und  Haddeby
finden  sich  allein  die  sächsische,  ohne  Schornsteine,  und  im  Kirchspiel
St.  Michaelis?  Ohne  Frage  hat  hier  ursprünglich  allein  das  ostgermanische
  Haus  geherrscht,  doch  war  bereits  im  18.  Jahrhundert  das
niedersächsische  Haus  über  den  Dänenwall  gedrungen  und  hatte  mit
dem  Fortschreiten  des  Niederdeutschen  in  Schuby  und  Husby  z.  T.
Fuß  gefaßt,  wovon  wir  uns  noch  um  das  Jahr  1864  überzeugt
haben.

3.  Das  Kirchspiel  Treya.

Das  kleine,  von  der  Trexa  (Holzau)  durchschnittene  und  nach  ihr
benannte  Kirchspiel,  das  ursprünglich  mit  seinem  östlichen  Gebiet  zur
Arensharde,  mit  seinem  westlichen  zur  Südergoesharde  gerechnet  ward,
war  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  größtenteils  noch  mit  Wald
bedeckt  und  demgemäß  wenig  bewohnt.  Der  Bischof,  dem  der  Zoll
zu  Treia  gehörte,  hielt  hier  einen  Jäger  und  bezog  aus  den  kleinen
Dorsschaften  bedeutende  Kohlenlieferungen  für  seine  Hofhaltung.  Noch
1649  zeigt  das  Kirchspiel,  abgesehen  von  der  Treeneniederung,  nur
an  den  Grenzen  bei  Holm,  Gosefeld  sowie  bei  Grau  und  Ipland
waldfreie  Flächen,  die  die  Feldmarken  der  kleinen  Ansiedelungen  bildeten.

1.  Traene  1262  2),  damals  ein  bischoflicher  Hof,  den  Herzog  Erich
zerstörte;  sein  Platz  wird  noch  nördlich  der  Kirche  gezeigt.  Das  heutige

1)  Jensen  1047,  1091.
2)  Hvitfeldt  264  ad  ann.  1262.  Biskopsgaard  heed  Traeae  icke  langt
fra  Husem;  Pontanus:  praedium,  qucd  Tream  vocabant.