8.  Das  LKirchspiel  Troya.  189

7.  Holm  1400,  j.  Dorf  Holm  an  der  Treene;  1542  mit
Claus  Jonsen,  Claus  Fedderen,  Jasper  Horne  und  Jurgen  Schrooder,
letzterer  ein  Viertelhufner;  schon  von  dem  Niederdeutschen  berührt.

Die  Ortnamen  zeigen,  daß  die  Besiedelung,  wahrscheinlich  von
Treia  ausgehend,  erst  spät  und  sehr  langsam  in  dem  Waldbezirk  eingetreten
  ist;  im  ganzen  sind  es  nur  15  Landstellen,  die  das  ganze
Kirchspiel  im  Jahre  1463  bildete.  Auch  die  späteren  kleinen  Ausbauten
tragen  neben  Lasmark  den  Namen  der  Felder,  auf  denen  sie  entstanden,
wie  Jörtle,  Geilwang  (von  dem  Heidekraut  gigel  wie  oft  auf  schleswigschem
  Boden  1),  Krau  (Krag),  Schipschau,  bei  dem  ebensowenig  wie
bei  Skibelund  im  Kirchspiel  Nustrup  an  einen  Zusammenhang  mit
niederd.  schip,  j.  skib  zu  denken  ist.  Breckenrühe,  Nedderwatt  u.  a.
zeigen  halb  und  halb  noch  jütischen  Ursprung  an.  Im  Jahre  1581
werden  hier  erst  26  Landbewohner  genannt,  worunter  auch  eine  Anzahl
Kätner  in  Treia.  1652  hat  Treia  nur  4  Staven,  daneben  aber
25  Festekätner  auf  der  Westseite  der  Au,  die  alle  erklärten,  sie  seien
außerstande  wegen  der  drückenden  Steuerlasten  die  wüsten  Hufen  anzunehmen.
  Nach  den  oben  aufgeführten  Namen  kann  in  der  ersten  Hälfte
des  16.  Jahrhunderts  das  Niederdeutsche  nur  wenig  Einfluß  auf  die
Volkssprache  ausgeübt  haben,  wenngleich  die  amtlichen  Rechnungen  der
Krügers  und  Zöllners  bereits  1438  in  niederdeutscher  Sprache  abgefaßt
  sind  :).  Einzelne  ältere  Flurnamen  wie  Tibesmarsch  (1463)  in
Iplende  und  Susterwisch  (1463)  in  Horneburch,  Swineholt  (1463)  in
Gosholt  werden  trotzdem  rein  niederdeutscher  Herkunft  sein.  Die  jütische
Mundart  hat  hier  in  etwas  abgeschiedener  Lage  noch  jahrhundertelang
einen  ziemlich  festen  Stand  gehabt  und  ist,  wie  in  den  nördlichen
Dörfern  des  Kirchspiels  St.  Michaelis,  erst  im  Laufe  der  ersten  Hälfte
des  vorigen  Jahrhunderts  allmählich  von  dem  Niederdeutschen  verdrängt.
Im  Jahre  1815  wird  noch  bezeugt,  in  Treia  werde  „meist  dänisch“
d.  h.  jütisch  geredet,  aber  1842  hörte  man  es  nur  mehr  bei  älteren
Leuten;  alle  sprachen  seit  lange  daneben  niederdeutsch,  wie  in  ganz
Mittelschleswig.  Daher  darf  man  sich  nicht  durch  Sprachproben  aus

1)  Molbech  157;  nach  Junge,  den  er  anführt,  sind  Geilbonden  soviel  wie
Geestbonden.
2)  Liber  cens.  ep.  191.