190  Tie  Jũten  und  die  Sachsen  in  der  Landschaft  zwischen  Schlei  und  Eider  und  in  der  Arensharde.

noch  späterer  Zeit  täuschen  lassen,  die  in  bestimmter  Absicht  konstruiert
und  dann  den  Leuten  in  den  Mund  gelegt  werden.  Ein  recht  bezeichnendes
  Beispiel  dafür  bietet  ein  Gespräch,  das  Hagerup)  zwischen
einem  dänisch  redenden  Geistlichen  und  einer  jütischen  Mutter  Hinrichsen
in  Treia  etwa  um  das  Jahr  1854  stattfinden  läßt.  Hie  und  da
blickt  die  gewünschte  Anlehnung  an  Altdänisches  neben  niederdeutschen
selbst  bochdenssen  Anklängen  hervor:

God  dog!  NMoer  Hinriksen!

GCodavv,  vor  prast!

Naa,  hvor  stazer  det  til?

An,  de  u  mo#’n  kon  ring  me  mæ;  to  æ  ha  san  slimm  bien;  de  docter
sæjor,  ha  wassersuch,  aa  de  ka  anse  var,  fo  mie  bien  bli  saa  sver.
Ska  hint  min  maen?  Ve  ha  snakk  mæ  ham?

A.  Nei,  jeg  kommer  blot  for  at  tale  lidt  dansk,  og  det  kan  I  jo  ogsaa.

B.  Ja,  ka  nok  snakk  dansk,  aa  do  æ  godt,  fo  ska  si  ham,  ven
de  soldater  va  her  i  grort,  saa  va  di  saa  glai  ve  m#,  so  æ  kunn  snakk
dansk.  Di  kam  her  over  te  mie,  an  san  sà,  di  ve  mæ  aa  faer  aa  snakked
dansk,  aa  san  va  di  saa  fsonojt.

A.  Bonnesen  fik  sin  gaard  godt  solgt!

B.  Ja  ha  kam  godt  viek,  de  ka  æ  fotæel  ham,  fo  ha  ba  slet  int  jald
(Schuld)  meer,  aa  der  ger  mo'l  (mögel  niedd.  mickel,  mikil)  mo,  seeis  daler
„  davr,  de  æ  itt  norve.  Ian  ska  ha  e  glas  mjelk  ende,  de  veer  æ;  ha
sku  itt  var  son  synne  (sparsam).  —  Sku  ha  no  gan  bjim  te  sit  folk?  Farrvel,
vor  pr#hst,  hjels  hans  kuen;  ba  ka  gaa  jemmel  æ  kalgaard.  Si  dær  va  t
ve  de  ro  qdvio,  to  Mardard  gik  vdins,  der  æ  degte  dyft.

Die  Erzählung  liefert  unfreiwillig  den  Beweis,  daß  damals  (1854)
die  alte  Frau  die  einzige  in  Treia  war,  die  sich  noch  mit  ihrem
Jütischen  den  dänischen  Soldaten  verständlich  machen  konnte.  Wenn
man  freilich  den  einen  Absatz  wegläßt,  wie  dieses  Allen  in  der  deutschen
Ausgabe  seines  Werkes  nicht  ohne  bestimmte  Absicht  tut,  so  macht  es
den  Eindruck,  als  wenn  zu  jener  Zeit  in  Treia  die  jütische  Mundart
allgemein  verbreitet  war.  Als  ich  im  Jahre  1865  die  nördlichen
Dörfer  der  Kirchspiele  Treia  und  St.  Michaells  besuchte,  fand  ich
nirgends  die  jütische  Mundart  mehr  in  Übung;  hier  und  da  gab  es
nur  noch  alte  Leute,  die  sie  verstanden;  das  ganze  jüngere  Geschlecht
hörte  und  lernte  nichts  mehr  als  Niederdeutsch.

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1)  Hagorup:  Nyt  bistor.  Tidskr.  8.  Vergl.  Allen  II.  697  (deutsche  Ausgabe):
  II.  701.  5  (dänische  Ausgabe).