I.  Die  Stadt  Eckernförde.  211

I.  Die  Stadt  Eckernförde.

Der  Name  tritt  uns  zuerst  in  einer  Urkunde  v.  J.  1197  entgegen,
wo  ein  Godescalcus  de  Ekerenvorde  als  Zeuge  erscheint.  Um  1200
nennt  derselbe  Ritter  sich  Godescalcus  de  Ekenevorde;  1222  hören
wir  von  einem  Nicolaus  de  Ekenevorde,  der  sich  1258  als  Nicolaus
de  Ekerenvorde  unterzeichnet,  und  1291  und  1298  kommt  dann  noch
ein  Gerlacus  de  Ekelenvorde  oder  Ekenwordbe  urkundlich  vor.  Wird
damit  auch  die  Existenz  des  Ortes  seit  1197  bezeugt,  die  eigentliche
Stadt  kennen  wir  erst  aus  einer  Urkunde  v.  J.  1288,  worin  die  Königin
Mathilde  den  Bürgern  (oppickani),  Lansten  (coloni)  und  Leuten  (hominibus)
  in  ihrem  Gerichtsbezirk  (judicium)  Eckerneuorde  anzeigt,  daß
sie  ihrem  Bruder,  dem  Grafen  Gerhard,  alle  ihre  Güter  zwischen
Schlei  und  Eider  übertragen  habe.  1)  Aber  das  älteste  Stadtsiegel
das  in  das  13.  Jahrhundert  hineinreichen  muß,  zeigt  uns  durch  seine
Umschrift  (Sigillum)  Sivlium)  vor  de  Eckerneborgb),  daß  die  Stadt
in  der  öltesten  Zeit  keinen  bestimmten  eigenen  Namen  trug.

Nach  der  Förde,  an  der  es  lag,  benannt  (to  der  Ekerenvorde)
und  auf  einer  Landspitze  zwischen  ihr  und  dem  Windebyer  Noor  unter
dem  Schutze  der  Eichhörnchenburg  Tkaernburgh  oder  Vkaernaeburgh
(1231)  entstanden,  trägt  Eckerenvorde  als  Stadtname  nur  eine  niederdeutsche
  Form,  ohne  jemals  das  jütische  J  in  der  ersten  Silbe,  wie  es
in  Tkaernaeburgh  erscheint,  hervortreten  zu  lassen.)  Wenn  nun  daneben
auch  Ekenevorde  (1200,  1298),  ja  Ekelenvorde  (1291)  noch  1509,
1545,  1554,  1580  und  ferner  auftreten,  so  sind  das  nur  mißverstandene
  Anlehnungen  an  eken  (eichen)  und  ekel  (Eichel).  Dem  deutschen
Ursprunge  der  Stadt  gemäß  legt  auch  das  vorhergenannte  Wappen,
das  nur  niederdeutsche  Worte  kennt,  das  älteste  Zeugnis  von  ihrem

1)  Hasse  I.  203.  222.  389.  II.  733.  776.  914.

2)  Über  die  Bedeutung  des  Namens  Vla###urgh  siehe  unter  Abt.  I.
42  Anm.  Dänische  Forscher  nahmen  früher  dem  nationalen  Ursprung  Eckernfördes
  gegenüber  eine  schwankende  Stellung  ein.  v.  Baggesen:  Der  dänische
Staat  II.  205  (1847)  betont,  die  Stadt  habe  seit  ihrer  Entstehung  nur  deutschredende
  Bewohner  gehabt;  die  dänische  Benennung  Ekerntjord  sei  ganz  ohne
Grund.  In  der  dänischen  Ausgabe  S.  183  v.  J.  1851  liest  man,  Stadt  und
Förde  heiße  auf  dänisch  richtiger  Egeroförde.  Kok  (det  danske  folkespr.  118)
nimmt  die  Stadt  für  das  dänische  Volkstum  in  Anspruch.

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