II.  Die  Stadt  Schleswig.  227

angelsächsischen  Urkunden.  )  Das  spätere,  heute  gewöhnliche  Lusbusch
  erklärt  sich  leicht  aus  dem  Buschwerk,  das  nach  der  Zerstörung
der  Wartburg  ihre  frühere  Stätte  bedeckte.

Auch  die  Flurnamen  der  Schleswiger  Feldmark,  die  mit  ihrem
Leembargh,  ihren  zahlreichen  Wurten,  verdendeel  (1453),  Latteneck,
Sommerbargh,  Wiese  Ovelgunde  (1600),  Sikkedal,  Rosendal,  Hoppenhof,
  Penningbarg  (1574),  Resendam,  Melcksted  u.  a.  ein  niederdeutsches
  Gepräge  tragen,  enthalten  noch  hie  und  da  einige  jütische
Erinnerungen;  wir  rechnen  dazu  Lunsted  2),  Bucksund  1413  (vergl.
Bukholm  in  Halk),  mehrere  Lukkö  als  eingehegtes  Landstück  wie
Kolyxkke,  Norderlukke  (1453),  zwei  Likkoe  (1413),  dann  up  do
Langenesse  (1435,  1453,  1540)  bei  dem  Hesteberg,  die  Teiche
Leemdam,  Troldam,  Havedam  sowie  Klapschau  und  das  eingehegte
Feld  Stubba  oder  Stubbae  (1196)  zwischen  der  Michaeliskirche  und
Gottorp,  ehemals  den  Mönchen  in  Rudekloster  gehörig,  auch  monnikenland
  in  den  städtischen  Registern  genannt.)

Die  Überbleibsel  aus  der  jütischen  Zeit  und  die  niederdeutschen
Benennungen,  die  sich  vordrängen,  lassen  erkennen,  daß  der  Wechsel
des  Volkstums,  insbesondere  der  Sprache  im  Laufe  der  letzten  Hälfte
des  14.  Jahrhunderts  erfolgt  sein  muß.  Und  dies  wird  denn  auch
durch  die  Namen  der  Bürger  bestätigt,  die  uns  vor  1400  und  kurz
nachher  urkundlich  bekannt  sind.')  Wer  das  Verzeichnis  vom  Jahre
1406  mit  seinen  200  Namen  betrachtet,  wird  überrascht,  so  wenig

1)  Abt.  II.  114.

2)  Registr.  capituli  65:  fundus  Lunstede.  Archiv  für  Staats=  und
Kirchengeschichte  2.  520.  21  fandus  Limpstede,  Nimstede  (verschrieben).  In
dem  städtischen  Register  v.  J.  1413  habe  ich  Lusested,  nicht  Lunsted  oder  Limstede
  wie  Schroeder:  Landesberichte  1.  58,  gelesen.  Geschichte  der  Stadt  261.
Der  Zusammenhang  ergibt,  daß  mit  Lunsted  ein  Grundstück  gemeint  ist.  Die
Bedeutung  des  Namens  ist  dunkel.  Ein  1406  unter  den  Bürgern  genannter
Tydeke  van  Luvo  wird  schwerlich  damit  zusammenhängen.  Zu  vergleichen  ist
Lunsted,  Lunow  (1337).  Lunvie  bei  Rendsburg.  Siehe  oben  S.  107.

3)  Über  Stubbo  vergl.  Geschichte  der  Stadt  78.  80.  262;  im  Reg.  capitulo
  46  ist  demnach  wohl  stuppe  Munkelant  zu  lesen.  Genannt  wird  das  Feld
im  Registrum  noch  95.  Hasse  III.  447:  terras  inter  Sleswig  et  Gottorp,  que
Stubbae  vocantur  1321.  Siehe  S.  74.

4)  Geschichte  der  Stadt  173  ff.  —  Abt.  II.  114,  wo  einige  Namen  aus
dem  14.  Jahrhundert  ausgeführt  sind.

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