236  C.  Die  nationale  Entwickelung  der  Städte.

Niederdeutsche  Übersetzung:  Na  Gades  bort  dusent  twe  hündert  ver  vode
achtentisch  yar  vppe  vnser  leuen  vrowen  dach  erer  hemmelvart  borgermesteren
  vode  ratmannen  vnds  alle  meynen  borgere  bynnen  fflensborch
leten  scryuen  dyt  recht,  dat  en  Hartich  Woldemar  van  Justlande  gaff  vnde
bestedigede  dat  vast  myt  syner  gnade  vnde  walt,  wente  se  touoren  nen
bescreuen  recht  en  hadden.

Dem  Ursprunge  des  lateinischen  Rechts  gemäß  wiederholt  sich  auch
eine  Reihe  von  Ausdrücken,  die  wir  schon  oben  bei  der  Stadt  Schleswig
besprochen  haben,  wie  Arngiald,  Tofftgiald,  Arfköp,  Torchortich,
Görsum,  holsaar,  anckerhalt  ;  daneben  zeigen  sich  auch  bereits  einige
Benennungen,  die,  wie  wigbelt:),  Weichbild,  bismer,  niederd.  besmer,
liespundt,  von  niederdeutschem  Einfluß  zeugen  und  sich  über  den  ganzen
Norden  verbreiteten.  Außer  der  dänischen  Bearbeitung  sind  uns  noch
zwei  Zusätze  in  derselben  Sprache  überliefert,  die  aus  dem  Jahre
1295  und  1321  stammen;  sonst  kennen  wir  nur  noch  aus  der  jütischen
Zeit  die  scra  der  Flensburger  Knutsgilde,  die,  ihrem  Inhalte  nach
einer  früheren  Zeit  angehörig,  in  ihrer  überlieferten,  aus  dem  Lateinischen
  übersetzten  Form  frühestens  in  das  letzte  Viertel  des  14.  Jahrhunderts
  zurückreicht.  Die  Skra  setzt  jütisch  redende  Mitglieder  voraus,
und  dies  wird  auch  durch  die  erste  Aufzeichnung  einiger  von  ihnen
bezeugt:

Thet  ære  the,  theer  sarligh  haw'e  giweet  theer  giave  til  sente
Knuts  gilde:

Then  fyrste  ær  Henrik  Gulsmitt  Henneke  Sinninge

Synik  Boysyn  Nisle  Bwgh
Hær  Albert  Pæther  Lille.
Söneke  Kyy1

Der  vierte  läßt  sich  mit  ziemlicher  Sicherheit  chronologisch  bestimmen;
  er  ist  ohne  Zweifel  derselbe  Seneca  KyyIl,  der  unter  den
verstorbenen  Mitgliedern  der  Dreifaltigkeitsgilde  genannt  wird  und
nach  einer  Inschrift  in  der  Heiligengeistkirche  den  Bau  dieser  Kirche
im  Jahre  1386  begann:  Anno  domini  1386  des  ersten  Mandags

gewöhnlich;  sie  findet  sich  auch  im  Haderslebener  Recht  §  1,  im  seeländischen
Kirchengesetz,  im  jütischen  lov  u.  a.  St.  Vergl.  Sach:  Ursprung  der  Stadt  Hadersleben
  16  Anm.  3.

)  Flens.  r.  §  17:  Item  si  moriatur  aliquis  in  civitate  vel  infra  campum
  civitatis,  quod  dicitur  wigbelt.