242  C.  Die  nationale  Entwickelung  der  Städte.

Plankenmai,  Galmai,  dick  Runzefall  1613  mit  Moor  und  masen
und  Freesen  lücke;  neben  niederdeutschem  grufft,  knick,  warder  und
zahlreichen  dik  treten  vereinzelt  auf  damgarden,  schurenmannsdam,
struksdam,  molendam,  dann  Jortholm,  Hoenschow,  Tieblund,  ein
jütischer  Grabhügelname  Hackshue  (1726),  ein  rätselhaftes  Pulmoelen
(1352),  Putlemolne  oder  Putmolne,  und  ebenso  bewahren  die  alten
Erinnerungen  Ausdrücke  wie  buschepel  (1457),  buschatt  (1600),
ortich  korn  u.  a.  noch  jahrhundertelang.

Ülber  den  auch  in  Flensburg  auftretenden  Namen  Katsund  haben  wir
bereits  bei  der  Stadt  Schleswig  gehandelt;  hier  bleibt  noch  übrig,  die
für  Flensburg  schon  seit  dem  15.  Jahrhundert  bezeugte,  viel  besprochene
Ramsharde  etwas  näher  zu  betrachten.

Die  Ramsherde  oder  Ramesherede  ist  für  Flensburg  erst  in
dem  Jahre  1451  bezeugt.  Daß  die  „Vorstadt  Ramsherde  “,  außerhalb
  der  Festungswerke  im  Norden  belegen,  bereits  im  Jahre  1285  errichtet
  sei.  ist  eine  ältere,  aber  durch  keine  urkundliche  Nachricht  beglaubigte
Überlieferung.  1))  Alle  Wahrscheinlichkeit  spricht  dafür,  daß  der  Name
nicht  weit  über  1400  hinausgeht.  Er  kommt  noch  vor  in  Apenrade.
Aroeskiöbing,  Nestved,  Odense,  Kjerteminde,  Assens,  Svendborg  und
wohl  noch  in  andern  dänischen  Städten:  überall,  soweit  mir  bekanut,
liegt  die  Ramsharde  an  den  alten  Befestigungen,  aber  außerhalb  der
eigentlichen,  von  Wällen  eingeschlossenen  Stadt.  Wenn  der  Name
dann  noch  in  späterer  Zeit  auftaucht  in  Skovby  auf  Arö  oder  in
Arnis,  wo  in  den  Jahren  1830  —  40  ein  Teil  der  langen  Straße  wegen
fortwährender  Zänkereien  zwischen  zwei  dort  wohnenden  Kopenhagenfahrern
  so  genannt  sein  soll,  so  ist  er  hier  unzweifelhaft  nur  in  abgeschwächter
  Bedeutung  übertragen.  Die  bisherigen  Erklärungsversuche
bringen  den  Namen  meist  in  irgend  eine  Beziehung  zu  einem  Burgrechte
  des  Duburger  Schlosses  oder  zu  dem  Hardesgericht,  ohne
irgend  einen  ausreichenden  Grund;  die  Ableitung  von  einem  altnordischen
  ram  stark,  kräftig  oder  ramr  beißend  bringt  ebenso  wenig
eine  genügende  Ausklärung;  überhaupt  scheinen  alle  Deutungen  aus
dem  Nordischen  schon  an  der  Form  Rams-  zu  scheitern.  Feststeht

1)  Moller:  Isagoge  II.  287:  Circa  an.  1285.  Suburbium  Ramsherdense
in  parochia  Mariana  coeptum  est  sediflcari.  Helduader  1I.  112.  Diese  Angabe
  ist  aus  dem  lat.  Stadtrecht  fälschlich  geschlossen.  Vergl.  N.  St.  Mag.  II.  786.