IV.  Die  Stadt  Apenrade.  269

Reich  und  eine  niederdeutsche  an  die  Niederlande,  beide  vom  12.  Januar
1612.  Für  unsere  Untersuchung  kommt  vor  allem  die  letztere  in  Betracht;
  sie  ist  von  dem  Secretarius  Johannes  Hoyer  beglaubigt  und
in  einer  so  merkwürdigen,  an  das  Holländische  mehrfach  erinnernde
Orthographie  mit  einigen  wenigen  Danismen  (met  statt  mit)  abgefaßt,
wie  sie  mir  sonst  in  niederdeutschen  Urkunden  nicht  vorgekommen  ist;
eben  deswegen  verdient  sie  in  ihrem  Wortlaut  mitgeteilt  zu  werden.

Wi  borgermester  unrde  raeth  der  statt  Apenrade  in  den  landen  des
dorchluchtigen  hoechgebaeren  forsten  und  heren,  heren  Johan  Adolffen,
erwen  toe  Norwegen,  hartogen  tho  Schleiswigh.  Holstein,  Stormoren  unde
der  Dittmarschen,  grseffen  tho  Oldenborch  unde  Delmenhorst  etc.  foegen
hirmede  allen  looffliken  undo  welvormoegenden  steden  der  wietberomeden,
unierten  unde  voreinichden  nederländischen  stenden  unde  provintzien  underdänich
  unde  demodich  tho  weten,  dat  vorleden  jare  dese  statt  mett  der
klrcken,  klocktorne,  predicanten  buisen,  schoele  unde  racthuise,  oeck  met
veelem  volcke  int  geheell  vaste  uth  gebrantt.  Dat  begin  is  gewesen  de
klocke  tien  uhren  vormiddage,  de  einde  toe  ein  ubhr,  also  dat  in  dardehalff
uren  alles,  wat  wie  armen  luiden  gehat  hebben.  gantz  vorbrant  unde  toe
aschen  is  geworden;  dorch  welcken  erschreckeligen  unde  unerhorten  brandt
wy  armen  luiden  in  solcke  grote  armott  unde  unvermogenheitt  gefallen,  dat
idt  nicht  moegelick  is,  unse  egen  hüser  wedder  up  to  buwen,  geschwigen
den,  dat  wy  unse  kercken,  predicanten  huiser,  schoele  unde  raethuiß  vormogen
  up  tho  buwen,  werden  alse  wegen  groeter  armoet  gedrongen  fraeme
christen  umme  bulp,  troest  unde  bistandt  tho  besoeken.  Unde  dewile  uns
nicht  alleine  sonder  oeck  in  der  gantzen  werlt  kundtbaer,  dat  de  almachtige
godt  de  hoechlöeffliken  nederlandischen  provintzien  unde  de  inliggenden  vormeerden
  volcker  und  stede  nicht  allene  mit  rikedom,  wisheitt  unde  vorstande
  vor  andern  völckeren  in  der  gantzen  weltt  gesegenett,  sonder  dat
beck  de  loffliken  volcker  in  den  hochrömenden  provintzien  und  christlicken
vormüerden  steden  armen  noett  lidenden  mitchristen  in  solcker  groten  nott
mit  mächtiger  hulpe  nicht  vorlaten,  umme  sovele  mer  werden  wy  armen
luide  vororsakett  unde  bewogen  de  in  der  gantzen  werlt  römenden  unde
mächtigen  hulpriken  stede  ock  de  bocheddelen  ridderschop  umme  eine
bristelike  hulpo  underdänich  unde  demodig  tho  besoeken.

Belangett  derwegen  ahn  alle  hoge  unde  nedderiges  standes  personen,
so  hirmit  besocht  werden,  na  eines  ideren  standes  geböhr  unsere  underdänigo
demodige  unde  dienstlicke  socken  unde  bidden,  Sie  willen  töeneren  deses,
unseren  mede  borgeren,  deselwen  wi  darum  utgesonden,  met  namen  tomas
Vaget  unde  peter  Clausen,  tho  wedderbuwinge  unser  affgebranten  kercken,
praedicanten,  schoele  und  raethuiss  met  einer  christlicken  milden  unde  welvormogenden
  gawe  und  thostüer  tho  hulpe  kamen,  darmede  wi  sovele  mogen
wedderum  praeporeren,  dat  wi  de  vorgenomeden  huiser  wedder  up  buwen