V.  Die  Stadt  Hadersleben.  295

sulffest,  bekennen  hirmit  vor  jedermänniglikon,  dat  im  jahre  nah  Christi
unserss  heren  und  sahligmakers  geborth  1631,  sonauendos  den  22.  Januarü,
ist  vor  unß  und  sonsten  jedermännigliken,  so  den  dag  tho  dinge  weren,
erscheenen  do  eohrsame  Jacob  Jasperßen,  schohmaker,  unser  mitbörger,  de
den  begährot,  erlanget  und  bekamen  hofft  ein  vullenkamen  dingeswinde  van
achte  loffwerdige  frame  lüde,  all  Hans  Jäßperßen,  Baltzer  Schmidt,  Nel6
Matzen  Schuider,  Matz  Kock,  Lauerßwentzen  Schnider,  Clauß  Koagge,
Jacob  Klenschmidt  und  Thomas  Schmidt,  welcke  acht  jetzgemeldte  frame
lüde  buhten  de  veer  dingestöcke  gingen  und  wolbedachtes  mohdes  wedder
inne  duemen,  wunnen  und  tügeden  bi  ihren  truwen  und  wahren  worden,
wo  se  vörgemeldten  dages  geböret  und  geschen,  welckergcstalt  de  stadtvaget
  Lambert  van  Valcken  binnen  dinge  allen  börgeren  insgemeen  ernstlick
verbaden  nah  inholt  Ihr.  Königl.  Maytt.  briff  und  febrnere  nah  befchll  börgormeister
  und  rath  der  stadt  Hladerßläffen,  dat  kene  der  borger  einigen
schohstor  in  ehren  huelferen  edder  wahningen  nohmen  schölen  tho  arbeiden,
welcke  nicht  eren  schnitt  hebben  vor  dat  ambtt  gedahn,  bi  verlust  des  tüges
tho  dero  Königl.  Maytt.  und  der  stadtt,  sofehrene  solckes  nah  dissem  dage
kan  erspörct  und  befunden  wolden.  Wil  awerst  jemand  van  der  börger
ehre  schosters  in  eren  hüseren  tho  arbeiden  und  neien  annchmen  und  setten,
so  schölen  se  denjenigen  anspräken,  so  eren  schnitt  vor  dat  ambt  godan
hebben,  wornah  sick  ein  jeder  tho  richten  und  vor  schaden  tho  hödenn.
Dat  idt  also  ergangen,  bekennen  wi  fehrnere  mit  unseren  hirundergedruckten
Litzschefften.  Actum  loco,  anno  et  die  ut  supra.

Von  größerer  Bedeutung  ist  noch,  daß  Bürgermeister  und  Ratmannen,
  die  doch  in  ihren  Erlassen  an  die  Bürgerschaft  bereits  hochdeutsch
  reden,  als  kerckschwaren  und  Rechnungsführer  der  Marienkirche
  bis  zum  Jahre  1654  niederdeutsch  schreiben;  wenn  auch  1647,
1650  und  1653  hie  und  da  aus  besonderen,  leicht  erkennbaren  Gründen
  Hochdeutsch  mit  einfließt,  so  gelangt  doch  erst  von  den  Jahren
1655  bis  1660  ganz  allmählich  das  Hochdeutsche  zu  alleiniger  Geltung.
Selbst  die  Pröpste  von  Johannes  Schroeder  bis  Bonaventura  Rehefeld
  und  sogar  der  Generalsuperintendent  Stephanus  Klotz,  der  in
Flensburg  das  Niederdeutsche  verdrängte,  unterzeichnen  ohne  Bemerkung
  in  hochdeutscher  Rede  diese  niederdeutschen  Rechnungen.  1)  Um

1)  Dabei  bemerke  ich,  daß  um  das  Jahr  1670  die  Prediger  Paul  Saß,
Archidiakonus,  gebürtig  aus  Assens  (Rhode  233)  und  der  Hospitalsprediger
Christian  Zoega  in  dänischer  Sprache  bezeugen,  daß  sie  die  Verordnung  des
Rates  vom  9.  April  „die  Schweine  von  den  Straßen  zu  halten,  da  sonst  ein
ehrlicher  Mann  in  seinem  Hanß  für  die  Schweine  sich  nicht  erwehren  könne“,
ordnungsmäßig  von  der  Kanzel  verlesen  hällen.