V.  Die  Stadt  Hadersleben.  297

Den  24.  Febr.  Niels  Terp,  etadtknecht,  gedhan  tho  Burgermeister  Hans
Tanck.  so  vordrunken,  dode  winterschatt  worde  gelecht  4  N.

Den  25.  Marci##de  stadtknecht  godhan  tho  den  skoband  (Schinder,  Abdecker)
  ut  befell  borgermester  VI  mr.

Noch  deselbige  schobande  wegen  ein  hunth,  so  vor  de  olde  karckhare
gestarwen  gelegen,  hon  tho  dragen  4  F.

Noch  ein  lange  karle  ut  ..,  so  sick  bir  vor  ein  skoband  befft  annemen
  laten,  ut  befecl  Borgemester  und  raad  gegewen  up  de  band  1  ##  .

Noch  im  fasten  fordrunken  by  borgermeister  Hans  Tanck  am  Rostoker
beer  3  .

Herren  secretario  Philippo  wogen  ausfertigungh  auff  die  Cantzelei  wegen
ehrlangende  freiheit  im  ricg  Dennemerken  24  K.

Unsen  stadt  tromsleger  (trummensleger,  Trommelschläger)  und  piper
gegewen  wegen  der  4  dages  munstrungh  und  hüer  wegen  de  trommelen
in  alles  8  1+.

Noch  up  befebell  borgermeister  Nis  Tbomabßen  Niels  Terp,  stadtknecht,
gedban  tho  oin  vordrewen  Eddelmand  aufß  Schlesien  1  XN  56.

Den  24.  Novemb.  gegewen  ein  flensborger  bade  mit  K.  M.  brewe  anhero
  geschicket  2  K  106.

Noch  Hans  Keiser  mit  den  staddenern  med  ettliche  rottmeister  tho
panden  vordrunken  2  .

Wie  oben  bemerkt,  war  die  Sprache  der  Dingswinden  der  Haderslebener
  Harde  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  die  des  jütischen
  Lovs  und  des  Stadtrechts.  Wann  hierin  auf  dem  Stadtting
ein  Wandel  eingetreten  ist,  läßt  sich  aus  Mangel  an  urkundlicher
Überlieferung  nicht  genau  bestimmen.  Nur  soviel  wissen  wir,  daß
ein  Jahrhundert  später  auch  hier  das  Niederdeutsche  eingedrungen  war
und  fortan  noch  herrschend  blieb,  als  schon  längst  für  die  landesherrliche
  Kanzlei  und  den  Rat,  sowie  für  die  Kanzel  das  Hochdeutsche
maßgebend  war.  Da  über  die  Sprache  des  Stadtings  bisher  urkundlich
  nichts  bekannt  ist,  erscheinen  die  Reste  der  Urkunden,  die  auf
uns  gekommen  sind,  für  die  Rechtsgeschichte  unseres  Nordens  von  besonderem
  Interesse.  Die  zunächst  mitgeteilte  Dingswinde  v.  J.  1563  1)
bezieht  sich  auf  eine  Klage  der  Bürgerschaft  über  eine  Übervorteilung
seitens  der  Wohlhabenderen  bei  dem  Einkauf  von  eingeführten  Waren.

1)  Die  Urkunde  ist  nur  in  einer  üblen  Abschrift  aus  dem  17.  Jahrhundert
erhalten;  eine  Reihe  von  Sprachfehlern  scheint  eher  dem  Abschreiber  als  dem
Original  zur  Last  zu  fallen.  Den  Schluß  der  langen  Urkunde  habe  ich  weggelassen,
  weil  er  von  keiner  weiteren  Bedeutung  ist.