398  G.  Die  Sprache  der  Schule  und  ihr  Verhältnis  zur  Vollssprache.

Glücksburger  Hofe,  sich  rühmen  konnte,  seinen  Kindern  und  deren
Eltern  das  Hochdeutsche  beigebracht  zu  haben,  die  Schulmeister  dachten
nicht  daran,  ihre  bisherige  mundartliche  Unterrichtsweise  aufzugeben.
Struensee  mußte  zu  seinem  großen  Leidwesen  auf  seinen  weiteren  Visitationsreisen
  die  Erfahrung  machen,  daß  trotz  aller  Verordnungen
alles  beim  alten  geblieben  war,  in  Bredsted  wie  in  den  Amtern
Flensburg,  Tondern  und  Gottorp,  und  den  allerheilsamsten  königlichen
Verordnungen  nicht  nachgelebt  werde.  Im  Kirchspicl  Eggebek  mit
seinen  7  Schulen  hatten  sich  z.  B.  zur  Katechisation  nur  wenige  Kinder
eingefunden  und  in  der  Katechismuslehre  sehr  schlecht  bestanden;  von
den  7  Schulmeistern  war  kein  einziger  erschienen,  obwohl  sie  von
seiner  Ankunft  in  Kenntnis  gesetzt  waren;  sie  waren  alle  auf  Arbeit
und  mochten  auch  die  hochdeutsche  Katechismusprüfung  einigermaßen
fürchten.  Von  neuem  beantragte  er  (24.  Sept.  1776),  den  Predigern
mit  Nachdruck  zu  befehlen,  mit  Ernst  darauf  zu  halten,  daß  in  den
Gemeinden  mit  hochdeutscher  Predigt  weder  die  friesische,  noch  die
dänische  (jütische),  noch  die  plattdeutsche  Sprache  in  den  Schulen  gebraucht
  werde.  Ein  Reskript  an  die  Kirchenvisitatoren  der  Propstei
Flensburg  vom  6.  Mai  1777  wirft  ein  helles  Licht  auf  die  herrschenden
  Zustände  und  findet  zugleich  seine  entsprechende  Anwendung  auf
die  übrigen  Amter  dieses  gemischten  Distriktes.

Christian  VII.  p.  p.

Es  hat  unser  Ober-Consistorial-Rath  und  General-Superintendent  in
seinem  von  der  im  Jahre  1776  in  der  Propstei  Flenßburg  gehaltenen  General=Kirchenvisitation
  an  uns  unmittelbar  abgestatteten  Bericht  unter  andern  augezeiget
  und  bemerket:

Daß  in  dem  Kirchspiel  Eggebeck  7  Schulmeister  wären,  wovon  keiner  am
Visitations-Tage  sich  sehen  laßen,  daß  die  Kinder  in  der  Erkenntniß  der  catechetischen
  Wahrheiten  sehr  schlecht  befunden  worden,  und  daß  man  daselbst  die
Sommerschulen  gar  nicht  kenne,  da  die  Schulmeister  im  Sommer  ihr  Brod
durch  Handarbeit  verdienen  müsten:  daß  zu  Jörl  fast  jährlich  neue  Schulmeister
  zu  den  Winterschulen  gewählet  und  die  Mindestfordernde  dazu  genommen
  würden  der  Verordnung  vom  Jahre  1761  Frade  entgegen:

daß  der  Küster  in  Joldelund  keine  Wohnung  habe  und  dessen  Einkünfte
sehr  geringe  wären,  imgleichen  daß  zwei  Nebenschulmeister,  die  resp.  16  und  18
Jahre  alt  wären,  für  6  und  7  Mk.  die  Winterschulen  hielten,  dabei  einen
Wandeltisch  hatten;