466  I.  Die  natlonale  und  sprachliche  Entwickelung  seit  18e4.

deutsche  Sprache  überall  an  Gebiet  gewinnt;  zwar  werden  noch  weit
mehr  Konfirmanden  auf  deutsch  vorbereitet  als  auf  deutsch  konfirmiert,
da  es  den  Eltern,  die  nicht  genügend  hochdeutsch  verstehen,  gestattet
ist,  für  ihre  Kinder  die  dänische  Konfirmation  zu  wählen,  auch  wenn
diese  in  deutscher  Sprache  darauf  vorbereitet  sind.  1)  Vor  allem  aber
wird  die  stetige  Zunahme  des  rein  deutschen  Religionsunterrichts  in
den  Schulen  in  absehbarer  Zeit  zu  einer  immer  allgemeineren  deutschen
Konfirmation  und  infolgedessen  zu  einer  Förderung  der  deutschen
Kirchensprache  führen.:)

deutsch,  11  mit  6—16  deutschen  Hauptgottesdiensten,  10  rein  dänisch;  4.  in
der  Propstei  Apenrade  bestanden  von  18  Kirchspielen  in  14  denische  Nebenund
  Hauptgottesdienste;  5.  in  der  Propstei  Sonderburg  von  20  Kirchspiclen
in  8  regelmäßig  deutsche  Gottesdienste;  in  Sonderburg  ist  der  Hauptgottesdieust
deutsch,  der  Nachmittagsgottesdienst  dänisch,  in  Angustenburg  der  eigentliche
Gottesdienst  deutsch;  daneben  werden  hier  Bibelstunden  in  dänischer  Sprache
abgehalten.

1)  Ostern  1906  wurden  konfirmiert  auf  deutsch  resp.  dänisch:  in  Norburg
16  und  24,  in  Jels  10  und  15,  in  Grammby  4  und  33,  in  Spandet  6  und  6,
in  Tostlund  14  und  16,  in  Brede  4  und  26,  in  Roagger  2  und  6,  in  Rapsted
  11  und  6,  in  Hügum  4  und  18,  in  Feldsted  6  und  31,  in  Abel  34  und  0,
in  Düppel  2,  die  übrigen  däuisch,  in  Bjolderup  über  die  Hälfte  deutsch.  Vorbereitet
  waren  dagegen  auf  deutsch  resp.  dänisch:  in  Gramm  13  und  17,  in
Toftlund  30  und  0,  in  Feldsted  22  und  18,  in  Spandet  6  und  6,  in  Brede
11  und  19,  in  Abel  34  und  0,  in  Bjolderup  14  und  8,  in  Ullerup  6  und  31,
in  Ries  34  und  1,  in  Ekwatt  und  Hellewatt  28  und  6,  in  Nustrup  12  und  18,
in  Rapsted  17  und  O.  Nordmark  1906.  Nr.  2.  Wenn  vor  einigen  Jahren
noch  in  einzelnen  Schulbezirken,  wo  lange  nur  deutscher  Religionsunterricht
herrschte,  wegen  der  däuischen  Kirchensprache  dänischer  Konfirmationsunterricht
erteilt  ward,  so  war  das  allerdings  ein  Widerspruch;  es  beruhte  das  aber  auf
dem  althergebrachten  Grundsatz,  daß  der  Kirchensprache  die  Konfirmationssprache
entsprechen  müsse  (siehe  oben  S.  391  ff.).  Heute  entspricht  auch  gesetzlich  deutschem
Religionsunterricht  deutscher  Konfirmationsunterricht.  Wo  dabei  die  eigentliche
Konfirmationshandlung  auf  Wunsch  der  Eltern  auf  dänisch  geschieht,  soll  der
Geistliche  die  Kinder  von  Neujahr  bis  Ostern  privatim  in  das  Verständnis  des
dänischen  Textes  einführen.  Siehe  S.  459ff.

2)  Im  Kreise  Apenrade  gab  es  im  Jahre  1888  keine  Schule  ohne
däuischen  Religionsunterricht;  seitdem  ist  er  eingegangen  in  Gravenstein,  Rinkenis,
  Beken,  Hockerup,  Holebüll,  Wilsbek,  Ul,  Gaaskier,  Alsleben,  Soes,
Ries,  Brunde,  Riesjarup.  Behrendorf,  Bedsted,  Osterterp,  Barsö,  Stubbek,
und  in  den  nächsten  Jahren  folgen  andere  Schulen.  Zur  Zeit  (1906)  haben