Sprachwechsel  in  Nordhacksted.  469

Mühe  haben,  irgend  einen  in  diesen  Kirchspielen  aufzutreiben,  dem
er  sich  verständlich  machen  könne.  Und  so  ist  es  denn  auch  schon  heute
gekommen.  Dieselbe  Erscheinung  tritt  uns  in  ähnlicher  Weise  in  einer
großen  Anzahl  Kirchspiele  Mittelschleswigs  entgegen.  Dat  Dänsche  is
upsleden,  ist  eine  gewöhnliche  Wendung,  die  die  älteren  Leute  im
Munde  führen.  Um  diesen  Vorgang  noch  von  einer  anderen  Seite
zu  beleuchten,  wähle  ich  das  oben  mehrfach  genannte  (S.  352.  414)
Kirchspiel  Nordhacksted  auf  dem  eigentlichen  Mittelrücken  des  Landes,  wo
von  1851  an  gemischte  Kirchen=  und  Schulsprache  herrschte,  bis  1864
wieder,  wie  früher,  die  deutsche  an  deren  Stelle  trat,  und  Herr  Jürgen
einst  1628  niederdeutsch  predigte.  Nach  Adler  wohnten  hier  1889
213  Familien,  von  denen  25  (platt)deutsch,  50  jütisch,  137  beide  Mund
arten  und  1  friesisch  sprachen:

deussch  ärich  Ound)  beide  Sprachen
Familien:
in  Hönbo  11  2  24
in  Linna  1  —  27
in  Nordhackste  9  8  32
in  Riesbriek  2  2  17
in  Schafflund  2  38  37  (1  frief).

Vergleichen  wir  damit  die  Sprache  der  Kinder  von  1891  —  1906,
so  stellt  sich  nach  zuverlässigen  Aufnahmen  folgendes  Ergebnis  heraus:

In  Linnau,  Nordhacksted,  Riesbriek  ist  bereits  seit  1891  das
Jütische  aus  dem  Munde  der  Kinder  gänzlich  verschwunden  und  Plattdeutsch
  an  dessen  Stelle  getreten.  In  Hörup  und  Schafflund  entwickelten
  sich  die  Sprachverhältnisse,  wie  folgt:

nur  beide  nur  nur
Jaht  deutsch  Sprachendsch  |sricsich
in  Hörup:  1891  30  1  2
1896  36  2  —  —
1901  39  —  —  —
1906  34  —  —  —
in  Schafflund:  1891  56  —  34  —
1890  42  24  30  —
1901  75  —  15  —
1906  77  7  6  —