Verbreitung  des  Niederdeutschen.  471

3  dd10904  1905
dünisch  dänisch
deusch,  (jürsch,  beusch  ansch
Tinglef  36  115  38  102
Baistrvvbv.17  16  20  14
Brauderup..  ...  3  35  2  34
Eggebek  (Krunludnd)  4  54  6  54
Sophientalll  10  31  4  29
Terkelsbülll.  1  48  0  51

verhältnismäßig  nur  noch  wenige  gab,  die  der  niederdeutschen  Sprache
kundig  waren  und  sie  auch  als  Haus-  und  Familiensprache  redeten,
—  mehrere  ältere  solcher  Leute,  die  die  Zeit  vor  1850  noch  miterlebt,
habe  ich  noch  selbst  kennen  gelernt  —,  hat  sich  deren  Kenntnis,  wenn
auch  nicht  immer  übung  als  einer  Männersprache,  seit  den  beiden  letzten
Jahrzehnten  ganz  bedeutend  vermehrt.  Sie  wird  verbreitet  durch
steten  Zuzug  von  Süden,  durch  Handel  und  Wandel,  der  nach  den
niederdeutschen  südlichen  Städten  weist;  den  Militärdienst  beherrscht
das  Niederdeutsche  und  mehr  oder  weniger  auch  die  Eisenbahnen,  die
heute  die  nördlichen  Kreise  nach  allen  Richtungen  durchziehen,  und
einzelne  Stationen,  wie  z.  B.  Woyens,  scheinen  allmählich  deutsche
Brennpunkte  zu  werden.  Die  zahlreichen  Deutschen  aus  Südschleswig,
Holstein,  Westdeutschland,  Ostfriesland  und  anderen  Gegenden,  die  sich
besonders  im  Westen  des  Kreises  ansiedeln  oder  angesiedelt  haben!),

1)  Nach  dänischen  Angaben  (Sönderj.  Anrb.  1898)  sind  in  dem  Kreise
Hadersleben  in  den  Jahren  1865  —  1893  im  ganzen  31,  im  Kreise  Apenrade
19,  im  Kreise  Sonderburg  14,  zusammen  64  Landstellen  von  Deutschen  erworben.
In  dem  nördlichsten  Kreise,  der  für  die  Verbreitung  des  Deutschtums  am  meisten
in  Betracht  kommt,  waren  nach  derselben  Quelle  im  Jahre  1865  1221  Hoöfe
(Hufen  mit  wenigstens  2  Pferden)  in  dänischem,  31  in  farblosem  und  87  in
deutschem  Besitze;  1893  dagegen  je  1200,  38  und  103;  1896  beirugen  die
deuischen  Erwerbungen  das  Doppelte  vou  1893,  1897  noch  mehr  und  1898
gingen  allein  im  ersten  Viertelsahr  23  Hufen  und  28  kleinere  Besitze  in  deutsche
Hände  über;  1898  brachte  der  Röddinger  Ansiedelungsverein  allein  36  Landstellen
  in  deutschen  Besitz.  Soweit  bekannt,  sind  seit  1900  etwa  150  Landstellen
im  Kreise  Hadersleben  neben  11  Höfen  (Domänen)  danernd  in  deutsche  Hände
gelangt.  Hauptsächlich  kommt  hierbei  der  Westen  des  Kreises  in  Betracht,  wo
sich  leichter  Grundbesitz  enverben  läßt  als  in  dem  fruchtbaren  Osten.  Von