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        <title>Eine Sammlung der bekannesten deutschen Orden und Auszeichnungen.</title>
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            <idno>sammlung_deutsche_orden_1935</idno>
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        ka
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        Vorwort

Das  Ordenswelen  gehört  zu  den  umstrittensten  Fragen.  Jwei  Meinungen  werden  stets
bestehen.  Schon  seit  es  Orden  im  heutigen  Sinne  gibt,  sagen  die  einen:  Hat  man  es  nötig,
die  Menlchen  durch  derlet  Außerlichkeiten  zu  einer  ersprietzlichen  Tätigkeit  für  das  Gemeinwelen
  anzureizen,  oder  ilst  nicht  vielmehr  der  Mensch  von  üch  aus  zu  diesem  Verhalten
geneigt?  Nein,  lagen  die  anderen,  es  ist  kallch  zu  glauben,  daß  die  bunten  Bänder,  Kreuze
und  Sterne  nur  eine  Auberlichkeit  leien;  ebenlo  wie  der  Staat  kür  sich  das  Recht  in  Anlpruch
  nimmt,  leine  Bürger  kür  dem  Gemeinwohl  abträgliche  Handlungen  zu  tadeln  und  zu
straken,  ebenlo  muß  er  auch  ein  Mittel  in  der  Hand  haben,  leinen  Dank  und  lteine  Anerkennung
  in  üchtbarer  form  auszudrücken.  Eine  Belohnung  in  Geld,  meinen  diele  anderen,
  let  wett  wentger  ehrenboll  und  komme  auch  nicht  zur  Renntnis  der  Oskentlichkett,  kür
die  der  Betreitende  doch  gewirkt  habe.  Wie  belchwerte  sich  einmal  ein  ausländilcher  Ofkizier,
als  er  kür  mehrere  tapkere  Mandlungen  und  Derwundungen  mehrkach  Gratifikationen  in  Geld
erhalten  hatte?  „So  kann  ich  durch  eine  einkfache  Rechnung  genau  den  Tarik  und  Hreis
meines  bergollenen  Blutes  erfahren.  Es  wäre  mir  lieber,  ihn  nie  zu  willen.“

Eins  steht  kelt,  ganz  gleich,  welcher  Metnung  man  auch  lei,  nämlich  dab  Orden  und  Ordenszeichen
  kultur=  und  kunstgelchichtlich  zum  Schönsten  und  Interellantesten  gehören;  ünd  doch
darunter  kuntthandwerkliche  Meilterstüche  in  großer  Jahl,  und  bietet  doch  die  Gelchichte
des  Ordenswelens  in  groben  zügen  einen  SEinblich  in  die  SEutwichlung  der  menlchlichen
  Gelellichakt.  Aukgabe  dieler  Gammlung  (oll  sein,  unteren  freunden  einen  Auslchnitt
aus  dielem  reichen  Gebiet  zu  zeigen.
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        S  ——
V.

-
-

nhaltsverzeichnis

Historische  Orden

Johanniter-Malteser-Orden  Bild  7  Ordenszeichen  der  Ritter-Gelelllchaften
Deutlcher  Kitter-Orden  zum  filch  und  falken

Thrisftusorden  Orden  bom  Dolenband

Militärilcher  Orden  bon  Calatraba  Orden  vom  Goldenen  Vließß

Abzeichen  vom  Orden  der  heiligen  Annungtaten-Orden

RKathartna  bom  Sinai  OSOchwanen-Orden

Alte  Ordenskette  des  Hubertus-Ordens  Orden  vom  Deiligen  Geilt

Dok=  und  Daus-Orden

Bild  13-16  Dreutben:  Doher  Orden  bom  Büld  59-64  Oldenburg:  Maus=  und  Verdienstorden

Schwarzen  Adler  des  Herzogs  Peter  friedrich  Tudwig

„  17-20  Dreubßen:  Röntglicher  Hausorden  „  65-68  Braunlchweig:  Orden  Heinrichs
von  Mohenzollern  des  Aöwen

„  21-24  Bapern:  Orden  vom  heiligen  Hubert  „  69-72  Sächütche  Derzogtümer:  Herzoglich

„  25-28  Bapern:  Daus--Rttterorden  vom  HSachlen-Erneltinilcher  Dausorden.
hetligen  Georg  „  73-76  Anhalt:  Mausorden  Albrechts

„  29-30  Gachlen:  Dausorden  der  Rautenkrone  des  Bären

„  31-36  Württemberg:  Orden  der  Württem-  „  77°·78  Schaumburg-Aippe:  fürttllich
bergilchen  Krone  SOchaumburg-Lippelcher  wausorden

„  37-39  Baden:  Dausorden  der  Treue  „  79-80  Tuippe:  fürttlich  Utppelches

„  40-42  Dellen:  Dausorden  b.  Goldenen  Töwen  Ehrenkreu##

„  43-46  Dellen:  Audewigs-Orden  „  81-82  Dohenzollern:  fürstlich  Dohen=„

  47-52  Mechienburg-Ochwerin  und  -Strelttz:  Jollernicher  Mausorden
Dausorden  der  Wendischen  krone  „  83-84  Hohenlohe:  fürltlich  Dohenlohelcher

„  83-58  Bachlen-Udetmar:  Dausorden  der  Haus-  und  Ihönirorden
Wachlamkett  od.  bom  Weitzen  falken

Derdtenst-Orden

Bild  85-86  Dreutßen:  Verdtenstorden  der  Bild  122-125  Baden:  Orden  bom  Jähringer  Löwen

Dreustichen  krone  „  126-129  Mellen:  Großheroglich  #elülcher

„  87-96  Hreußen:  Der  Kote-Adler-Orden  Dhtlipps-Orden

„  97-100  Dreutzen:  Königlicher  Kronen-Orden  „  130-132  Bellen:  Stern  bon  Brabant

„101104  Bayern:  Verdienstorden  v.  hl.  Michael  „  133-136  Mecklenburg:  Greiken-Drden

„105-108  Sachsen:  Derdienstorden  „  137-138  Schwarzburg:  Ehrenkreu#

„  109-113  Hachsen:  Albrechts-Orden  „  139-140  Waldeck:  Verdiensthreus

„  114-117  Württemberg:  friedrichs-Drden  „  141-143  Reuß:  Ehrenkreu#s

„  118-“121  Baden:  Orden  Berthold  des  Ersten  „  144  Tippe:  #eopold-Orden
von  zähringen

Militär-Ordben

Btld  ias-ia8  Dreußen:  Orden  Pour  le  mérite  Bildi60.162  Württemberg:  Militãr-Verdienst-„
  149·152  Bapern:  Mitlttär-Max-Joleph-Orden  Orden
„  153-156  Bapern:  Mi#l#ttär-erdtenst-Orden  „  163-165  Baden:  Militärischer  Karl-frtedrichs-„
  157-159  Sachsen:  Milttär-St.  Heinrichs-Orden  Verdienst-Drden

Zivbil-Orden

166  Dreußen:  Orden  Pour  le  mérite  Btld169-171  Bapern:  Verdtenstorden  der
kür  Votllenlchaften  und  Künste  Baperilchen  krone

167  Dreußen:  Wilhelm-Orden  „  172-173  Bapern:  Marximilians-Orden

168  Uubertus-Jagd-Orden  kür  Kunft  und  Willenlchakt
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        Verdienstkreuze  und  Ehrenzeichen

Bild  174-176  Preuhen  Bild  182-183  Heissen
„177-79  Bapern  „  184  Sachsen-Weimar
„  180  Württemberg  „  185  Oldenburg
„  181  Baden

Medatllen  kür  Tapkerkett  und  Verdienst

Bild  186  Hreuben  202  Rettungsmedaille  von  Bapern

„  187-1389  Bapern  203  Rettungsmedatlle  bon  Hessen

„  190·191  Sachsen  204  NRettungsmedatlle  bon  Braunlchweig
192  Württemberg  205  Rettungsmedatlie  bon  Bremen
193  Baden  206  Medatlie  kfür  Kunst  und  Witlssenschaft
194  Mechlenburg-Strelts  bon  GZachlen-Koburg
195  Sachsen-Weimar  207  Medaille  für  Kunst  und  Wissenschaft
196  Hachlen-Koburg-Gotha  bon  Anhalt
197  Schwarzburg-Qondershaulen  208  Medaille  kür  Kunst  und  Wissenschaft
198  Waldeck  bon  Keußß
199  Reuß  209  Tippe:  Orden  der  Ttppelchen  Mole  kür
200  Schaumburg-Uippe  Kunst  und  Wissenschaft,  Rüchteite

201  Tippe
Wohlkahrts=  und  Damenorden

Bild  210-215  Hreutzen  228  Mecklenburg-SOchwerin
„  216-221  Bapern  229  Sachsen-Weimar
„  222-225  Zachlen  230  Braunlchweig
„  226  Württemberg  231  GZachlen-Altenburg
„  227  Dellen  232  Tippe

Erinnerungszeichen

Bild  233-236  Deutiches  Reich  Bild  239  Baden

„  237  Bayern  „  240  Schwarzburg-Sondershausen
„  238  Württemberg  „  241  Sachlen-Roburg

Weltkrtegsstiktungen

Bild  242-246  Dreußen  Bild  264-265  SZachlen-Koburg  und  Gotha

22

247  Bapern

„  248-249  Sachsen

„  250-251  Württemberg
„  252-253  Baden

„  254-256  Helssen

22

257  Metklenburg-Schwerin

„  258-259  Sachsen-Weimar

260  Mechlenburg-Strelitz
261  Oldenburg

262  Braunlchwetg

263  Gachten-Meiningen

77
7

266  Gachlen-Altenburg
267  Anhalt

„  268-269  Reuß
270-271  Schaumburg-UAtppe

2

272  Tippe
273  Tübechilches  Hanstatenkreuz

„  274-275  Hreußen:  Verwundetenabzeichen  kür

Angehörige  des  Deeres

„  276-277  Hreußen:  VDerwundetenabzeichen  kür

Angehörige  der  Martne

Staatliche  Auszeichnungen  der  Gegenwart

278  Adlerlchtld  des  Reichsprälfdenten

279  Grote  Hreubilche  Staatsmedatlle

28f0  HDreubilche  Rettungsmedatlie  am
Bande

281  Hreußen:  SErinnerungemedatlle  kür
Rettung  aus  Gefahr

282  Hreubßen:  feuerwehr--ECrinnerungszeichen


Bild

25

7

283  Mecklenburg-Strelitz:  Medatlie  kür
Runft  und  Wislenschaft

284  Deutlches  Kotes  Rreus  1.  Klasse

285  Deutiches  Kotes  Kreus  2.  Klafle

286  Ehrenzeichen  kür  Verdtenste  um  die
Republik  Ofterreich  (Kreu-)

287  Ehrenzeichen  kür  Derdtenste  um  die
Republik  Osterreich  (Medatlle)
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        Der  heilige  Georg

Schutzpatron  aller  Ritterlchaften  und  vieler  in=  und  ausländilcher  Orden

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        Der  Urlprung

Wenn  wir  von  Orden  #(prechen,  werden  wir  uns  meiltens  nicht  bewußt,  wte  bielerlei  dieles
Wort  bedeutet.  Urlprünglich  itt  das  Wort  latetnilch  ordo-=  und  bedeutet  Reihe,  Ordnung,

Regel,  Stand.  So  wird  auch  eine  Gruppe  Menlchen,  die  üch  unter  bestimmten  Bedingungen
Fulammenlchloßz,  Ordo  genannt;  belonders  findet  diele  Bezeichnung  auk  den  Julammenlchluß
  von  Mönchen  Anwendung.  Das  Mitglted  eines  lolchen  Mönchordens  legte  die  dret
Gelübde  der  Armut,  der  Reulchheit  und  des  Gehorlams  ab.

Der  heilige  Siker,  der  das  Abendland  in  der  zeit  der  Kreugsüge  ergritk,  schuk  eine  neue
Gattung  von  Orden.  Schon  im  Jahre  1070,  allo  noch  26  Jahre  vor  dem  Beginn  des  ersten
RKreuzzugs,  hatten  Raufleute  aus  Amalsi  in  Jerulalem  ein  Benedtktinerkloster  gegründet,
mit  dem  auch  ein  Wolpital  für  Pilger  und  eine  Johanneskapelle  verbunden  war.  Damals
machten  die  einhetmilchen  arabilchen  Derrlcher  den  Hilgern  noch  keine  Schwiertgkeiten.
Bald  danach  wurde  jedoch  das  gute  Einvernehmen  getrübt,  die  Stimmung  verlchlechterte
sich,  bis  lchliehlich  das  Abendland  aukbrach,  um  den  Ungläubigen  die  heiligen  Stätten  zu
entreiben.  Jum  Schutz  des  Eroberten  blieb  mancher  Ritter  im  Heiligen  Lande  und  schloß
sich  den  Wolpitalbrüdern  an,  die  bom  Paplste  In3  als  ein  Orden  eingerichtet  wurden.  Mach
dem  Schutzheiltgen  ihrer  Kapelle  waren  üe  schon  krüher  Johanntter  genannt  worden.  Bald
ist  der  ritterliche  und  kämpkerilche  TCharakter  der  Mitglieder  so  o#fenbar,  daß  die  Johanniter
  nicht  mehr  einen  Orden  von  Mönchen,  londern  einen  Orden  von  Bittern  bildeten,
die  neben  den  Mönchsgelübden  -  Armut,  keulchheit  und  Gehorlam  ein  wetteres  abgelegt
hatten,  nämlich  die  Verpflichtung  zum  Rampf  gegen  die  Ungläubigen.

Da  die  überwiegende  WMehrzahl  der  kreuzkahrenden  Ritter  Franzosen  waren,  wurde  119
ein  neuer  Kitterorden  rein  franzöülchen  Gepräges  gestiktet,  der  Orden  der  Tempelherren.
Viel  lpäter  erlt,  im  Jahre  1190,  errichteten  auch  die  Deutlchen  einen  Ritterorden,  der  aus
dem  Verein  der  Brüder  des  St.  Marien-Wolpitals  zu  Jerulalem  hervorging.  Alle  diele
Ritterorden  widmeten  sich  in  herborragender  Weile  der  Krankenpflege.
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        S——  —6  S——————

V.  —  —  —  --  —  S  E  V

O

Die  alten  Kitterorden

Die  Zahl  der  Kitter,  die  die  Verpflichtung  des  Ordens  auf  sich  genommen  hatten,  betrug
zeitweise  viele  Taulende.  Ihre  Macht  und  ihr  Anlehen  stieg  so  gewaltig,  daß  die  Könige
auf  sie  neidilch  wurden.  Zwischen  dem  Templerorden  und  dem  König  bon  frankreich,  der
den  mächtigen  Orden  in  leinem  Staate  kürchtete  und  auch  leine  Keichtümer  begehrte,  kam
es  1307  zum  Bruch.  Der  Orden  wurde  1312  aufgelöst.  Der  Grohmetlter  und  andere  Kitter
wurden  verbrannt.  Der  Orden  hatte  auch  reiche  Beü#tzungen  außerhalb  frankretichs,  mit
denen  der  1318  neu  gegründete  portugiesische  Christusorden  ausgestattet  wurde.

Ein  belleres  Ochichlal  hatten  die  beiden  anderen  Orden.  Das  hetlige  Aand  mutte  von  den
Thrilten  wieder  aulgegeben  werden.  Der  Johanntterorden  ging  nach  Rhodos  -x  daher  auch
Nhodtlerorden  —,  nach  der  Eroberung  dieler  Inlel  nach  Malta  daher  Maltelerorden  —.
Beide  Inleln  waren  lein  unabhängiges  Besitztum.  Aber  auch  Malta  ging  in  den  Stürmen
der  kranzöülchen  Rebolutton  verloren;  der  Orden  wurde  autgelöst.  Dach  leiner  Wiederherstellung
  erhielt  er  zwar  kein  Gebiet  mehr,  er  wird  aber  als  louberän  betrachtet  und  hat
logar  eigene  Gelandte  beim  #eiligen  Stuhl,  in  Frankreich,  Dlterreich  und  Ungarn.  Sein
Hitz  ist  in  Rom.  Der  preubtilche  Johanntterorden  ebenlo  wie  der  britilche  haben  mit  dem
alten  etgentlich  nur  den  Namen  gemein.  Der  preubilche  wurde  1812  nach  Auklölung  der
Ballet  Brandenburg  des  alten  Johanntterordens  „zu  einem  ehrenvollen  Andenken  der  aufgelösten
  und  erlolchenen  Ballep“  neu  errichtet.

Der  Deutlche  Orden  wandte  sich  zuerst  nach  Denedig,  wurde  aber  bald  1309  in  das  noch
heidnilche  Mreußen  gerufen,  wo  er  in  Erküllung  leines  Gelübdes  den  Kampk  kür  den  chrittlichen
  Glauben  kortletzte.  Qach  Erreichung  teines  Steles  geriet  er  mit  leinen  DQachbarn
Dolen  und  Uitauen  in  eine  feindlchaft,  die  lein  Dasein  bald  ernstlich  bedrohte.  Die  Einkührung
  des  Hrotestantismus  in  leinem  Staat,  dem  nunmehrigen  Herzogtum  Hreuben,
beraubte  den  Orden  leines  Anlehens;  er  blieb  aber  wetter  mit  dem  Hitz  in  Mergenthetm
bestehen.  Dielem  kleinen  Ztaatswelen  machte  dann  DQapoleon  den  Garaus.  Der  Orden
wurde  kreilich  bald  wtederhergelstellt  und  kam  dabet  in  eine  enge  Verbindung  mit  dem
österreichilchen  Katlerhaus;  lein  Dochmetlter  war  stets  ein  Erzherzog.  Die  Krankenpflege
bildete  jetzt  die  bornehmste  Aufgabe  der  Mitglieder.
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        —  —  —

Historische  Orden

3.  Chrillus  Orden  4.  Militärischer  Orden
Geltittet  im  Jahre  1312  von  Calatraba

6.  Alte  Ordenskette  des  7.  Ordenszeichen  der  8.  Vochedler  Orden  des
Dubertus-Drdens  Kltter-Gelelllchakten  zum  heiligen  Georg,  genannt
Da  stellung  von  1483  Fisch  und  falken  Orden  bom  Dolenband

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en  bom  Goldenen  10.  Möchster  Orden  der  U.  Schwanen-Orden  12.  Orden  vom  Weiligen
-,««  VDerkündigung  Gestiftet  29.  September  1440  Geist
(Annunziaten-Ord  en)  Erneuert  24.  Dezember  18483  3  Geltittet  im  Jahre  1578
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        «  DER-Is-:I""


1.  Tracht  u.  Colane  15.  kreus

Hreutzen:  Doher  Orden  bom  Schwarsen  Adler
Getktet  am  17.  Jannar  1701  durch  könig  Ffrtedrich  I.

!.  Rette  d.  Grohkomture“  i8.  Stern  d.  Groskomture  19.  Stern  der  Romture  20.  Adler
Hreutzen:  Königlicher  LDausorden  von  Bohenzollern

Geltiltet  5  Dezember  1841  durch  fürst  friedrich  Wilhelm  Ronstantin  bon  Dohenzollern-BMechingen  und  fürst  Karl  von  Dohenzollern-Ztgmartugen,
übernommen  auf  Hreuben  16.  Januar  1851  durch  könig  friedrich  Wühelm  IV.

22.  Collane  “3.  Nreus

Bapern:  Orden  vbom  hetligen  Hubert
Geftiktet  4.  Qobember  1440  durch  Gerhard  V.,  Verzog  bon  Jülich-Berg

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        Die  Hoforden

Die  drei  geistlichen  Kitterorden,  von  denen  oben  die  Kede  war,  sind  natürlich  nicht  die  einzigen
  dieler  Art.  Auch  in  Spanien,  das  sich  jahrhundertelang  gegen  die  Herrschaft  des  Islam
gewehrt  hat,  war  ein  günstiger  Boden  kür  die  Bildung  von  Mitterorden,  die  den  Kampf
gegen  die  Ungläubigen  zu  threm  Aettlatz  gemacht  hatten.  In  dielem  Kampk  wurden  die  Kitter

von  den  Verrlchern  der  eingelnen  lpanilchen  Köntgreiche  geführt;  deren  Person  war  daher
der  natürliche  Mittelpunkt  beim  Julammenschlutz  threr  Kitter  zu  einem  Orden.  Dtele  in
threm  Urlprung  geittlichen  Ritterorden,  wie  der  bon  Calatraba  und  der  des  Metligen  Jakobs
vom  Schtwert,  bilden  den  Abergang  zu  der  neueren  Art  der  weltlichen  Ritterorden,  die  den
Zinn  thres  Beltehens  in  dem  Treueverhältnis  zu  einem  Aandesherrn  lehen,  der  zugleich
Ordensgrohmettster  ist.  Sinem  lolchen  Orden  anzugehören,  cchliebt  von  vornherein  die  Mitgliedlchakt
  bet  einem  anderen  Orden  aus:  niemand  kann  zween  Verren  dienen.

Die  wichtigsten  dieler  Drden  ünd  wohl  der  DOrden  vom  Dolenband  -  England-,  bom  Goldenen
  Ulieh  Burgund,  Olterreich,  Spanten  und  der  Orden  der  Verkündigung  oder  Annunzgtatenorden
  -  Sabopen,  Italien  —.  Belondere  Merkmale  dieler  Art  Orden  ünd:  ihre
Mitgliederzahl  ist  lehr  belchränkt;  die  Kitter  stehen  in  einem  belonderen  Verhältnis  zum
Ordenshaupt,  das  thnen  etne  bestimmte  Anrede,  z.  B.  „Vetter“,  zubilligt;  es  gibt  heine
Klastenunterlchtede  unter  den  Kittern.  Die  Bedingungen  zur  Auknahme  in  einen  lolchen
Orden  ünd  im  allgemeinen  sehr  treng.  Die  Kitter  müllen  nicht  nur  adlig  lein;  biele  Orden
verlangen  bon  dem  Autjunehmenden  logar  den  Dachwets,  daß  leine  Ur-Urgrobeltern  lämtlich
  bon  altem  Adel  leten.  Belonders  streng  hterin  ist  der  Deutlche  Orden.

Auch  sonst  werden  den  Rittern  Bedingungen  gestellt.  Ste  müllen  üch  eines  untadeligen  Tebenswandels
  betleißigen,  bei  den  Ordenskeierlichkeiten  anwelend  lein,  zu  Kuhm  und  Ehre  thres
Grohmeisters  beitragen  und  lehr  beträchtliche  Summen  kür  die  Wohlkahrtspflege  stiften.
Ste  müllen  stets  das  Drdenszeichen  tragen;  werden  sie  ohne  dieles  betroffen,  lo  kann  das
20  Dukaten  kosten.  Bet  mehrkacher  Wiederholung  schlieht  die  Verlammlung  der  Ordensritter
  -  Ordenskapttel  -  den  Schuldigen  aus.
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        Bo  f  Ind  F  Ha  uso  rde  n

25.  Tracht  26.  Tollane  27.  kreuz  28.  Stern

Bapern:  Zaus-Kitterorden  bom  heiltgen  Georg
Getstiktet  28.  März  1729  durch  kurfürst  Martmilian  Smannel  von  Bapern

29.  Stern  1  30.  Rreus  31.  Stern  kür  Souberäne  32.  Stern  zum  Grobkreus

SBSachten:  Zausorden  der  RKautenkrone  Württemberg:  Orden  der  Württ.  Krone
Gestiltet  20.  Juli  1807  durch  König  friedrich  Angurn  Geltiktet  23.  September  1818  durch  Köntg  W#i#lhelm  I.

33.  Kommenturkreuz  34.  Rommenturtftern  35.  Ehrenkreu#  36.  Ritterkrenz

Württemberg:  Orden  der  Württembergischen  krone
Gestiftet  23.  Geptember  1818  durch  Rönig  Wilhelm  I.

Se  —  S  —  —  .  *  —
—
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        Die  Verdienstorden

Da  die  Ordenshäupter  unter  die  Kitter  auch  lolche  Personen  auknehmen  ließen,  die  sie  mit
einer  Auszetchnung  begnaden  wollten,  entwichelte  sich  ganz  von  selbst  eine  neue  Art  von
Orden,  die  Verdienstorden.  Bet  ihnen  Lptelt  der  Gemeinlchaktsgeist  unter  den  Kittern  kaum
mehr  eine  Volle,  londern  vor  allem  das  Gekühl,  öttentlich  ein  Zeichen  der  Belohnung  kür
die  dem  fürlten  oder  dem  Vaterlande  geleilteten  Dienste  zeigen  zu  können.  Daher  werden
auch  die  Ordenskleinode  und  nicht  mehr  nur  die  Getelllchaften  „Orden“  genannt.

Auch  diele  ODrden  hatten  lange  nur  eine  Rlalle.  Ihre  leicht  zu  häufige  Verlethung  schädtgte
jedoch  ihr  Anlehen,  lo  daß  dann  wieder  ein  neuer  Orden  gestiktet  werden  mußte,  der  strengere
Bestimmungen  hatte  und  (teltener  verliehen  wurde.  Zo  wurde  J.  B.  1578  der  kranzölilche
Orden  vom  eiligen  Geist  gestiktet,  nachdem  der  um  100  Jahre  ältere  Michaelorden  zu  allgemein
  geworden  war.  Dte  Belkimmung,  daß  derjentge,  der  den  Heilig-Geist-Orden  bekommen
sollte,  zuvor  den  Michaelorden  haben  mußte,  wies  den  Weg  zu  der  Sinstukung  in  Klalslen.
könig  Uudwig  XIV.  von  Ffrankreich,  der  genau  wutte,  mit  welchen  Mitteln  man  Menlchen
an  sich  kesselt,  ttiktete  1693  den  Königlichen  und  Milttärilchen  St.  Uudwigs-Orden,  der  ausgelprochen
  den  Zweck  hatte,  geleiltete  Derdienste  zu  belohnen  er  ilt  der  erste  reine  Verdtenstorden.
  Auch  kennt  er  schon  die  Eintetlung  in  Rlalen  Grohkreux,  Kommandeur  oder
Komtur,  Nitter  —.  Auch  in  Hreutzen  wurde  beim  Regierungsantritt  friedrichs  des  Grotzen
I!740  der  schon  beltehende  höfilche  Orden  de  la  génerosité  -  Edelmutsorden—  in  einen
retnen  Verdienstorden  umgewandelt,  was  auch  in  leinem  Damen  „Pour  le  mérite“
für  das  Verdienst  »  zum  Auedruck  kommt.  Man  nannte  ihn  damals  allgemein  den
„Dreuhilchen  Verdienstorden“.  Daß  er  auslchlietzlich  für  Mi#litärberdtenst  berliehen  wurde,
ist  eine  lpätere  Erlcheinung.  Im  Militärdienft  bot  sich  ja  leichter  der  Anlatz,  einen  Orden
zu  erhalten  als  im  bürgerlichen  Aeben.  Daher  ilt  überhaupt  die  Jahl  der  Mitlitärorden
belonders  unter  den  älteren  Orden  größer  als  die  der  Jibtlorden.
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        Dok-  und  ·.

*—  —  —

Baden:  Dausorden  der  Treue  Dellen:  Gold.  Töbe
Gettiktet  17.  Junt  1715  durch  Wilhelm,  Margraken  bon  Baden-Dmlach  Gestiktet  1770

A.  Stern  M  42.  Rleinod  am  Band  43.  Grotkreu  44.  Stern  Jum  Großkren

Hessen:  Zausorden  vom  goldenen  Töwen  Hessen:  Ludewigs-Orden
Gectiktet  14.  Augult  1770  durch  Landgrat  friedrich  II.  zu  Helssen-Kalssel  Gestiktet  25.  August  1807  durch  Großhersog  Audewig  I.

45.  Kommandeurkrenz  46.  Stern  d.  Kommandeure  47.  Schweriner  Collane  ollane

Dellen:  Ludewigs-Orden  Mecklenburg:  Orden  d.  Wend.  krone

Gelstiktet  25.  August  1807  durch  Großherzog  Ludewig  I.  Gestiktet  12.  Mat  1865  durch  die  Großherzoge  friedrich  frans  II.
und  friedrich  Wilhelm

EGG  —  —

—
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        Das  19.  Jahrhundert

Einen  belonderen  Aufschwung  nahm  das  Ordenswelen  im  19.  Jahrhundert.  Die  franzö—
sische  Revolutton  —1789—,  die  ganz  allgemetn  das  Kulturleben  Europas  entlcheidend  beeinflutzte,
  hatte  zunãchst  die  alten  höülchen  Orden  aulgehoben.  Man  hatte  aber  vor,  vielleicht
eine  nationale  Auszeichnung  zuchafken;  dtes  gelchah  erst  1802  durch  die  Stiktung  des  Ordens
der  hrenlegion.  Nach  leinem  Vorbild  entltanden  zahlreiche  Orden,  die  lowohl  zur  Auszeichnung
  kür  Stotl=  wie  für  Militärverdienst  bestimmt  waren.  Unter  dielen  Militãr-  und
sibtlorden  werden  die  meisten  kür  milttärilches  Verdienst  mit  etner  weiteren  Auszeichnung
verlehen;  nach  preutilchem  Vorbild  ünd  das  fast  immer  zwei  durch  die  Mitte  gekreuste
Schwerter.  Wer  nun  beilptelsweile  die  3.  Rlalle  des  Roten-Adler-Drdens  bekommen  hat,
aber  lpäter  für  friedensberdienst  die  2.  Klalle  erhält,  trägt  am  höheren  Kreuz  die  Ochwerter
am  Binge.  Feichnet  der  Betreckende  sich  nochmals  vor  dem  feinde  aus,  lo  behommt  er  hierzu
  wieder  Schwerter  durch  die  Mitte.  Kückt  der  Inhaber  eines  Ordens  in  eine  höhere
Klalle  auk,  lo  muß  er  im  allgemeinen  das  geringere  Kreus  ablegen,  dagegen  werden  diejenigen
  Kreuze,  die  kür  Kriegsberdienst  mit  Schwertern  verliehen  worden  ünd,  auch  bei  Erwerb
  einer  höheren  Rlalle  neben  dieler  neuen  Auszeichnung  wetter  getragen.

Auch  bei  den  reinen  Militärorden,  die  allo  nur  an  Okkistere  gegeben  werden  können,

werden  für  Kriegsberdienst  Schwerter  hinzu  verliehen.  für  Holdaten  vom  feldwebel  abwärts

  werden  meittens  nicht  die  eigentlichen  Orden  ausgegeben,  londern  die  logenannten
Verdtenstkreuge  zu  denlelben,  die  lich  von  den  Ordenskreuzen  nicht  in  der  form,  londern
dadurch  unterlcheiden,  dat  üe  nicht  bunt  emailliert  ünd.  Auch  hier  gibt  es  verlchtedene,
nach  dem  Werstellungsmetall  gelonderte  Rlallen.

□—
—
–—

—
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XK—

3
        <pb n="18" />
        Dof=  und

A9.  Großßkreuz  50.  Stern  zum  Grobkreu#  51.  Grobkomturttern  52.  Komturkreur
Mecklenburg-Schwerin  und  Strelitz:  Dausorden  der  Wenditchen  krone
Gestiktet  12.  Mat  1864  durch  Großherzog  Ffriedrich  frans  II.  von  Mecklenburg-Schwerin  und  Großherzog  friedrich  Wilhelm  bon  Mechlenburg-Strelitz#

53  Großkreus  54.  Stern  zum  Großßkreuz  58.  Romturkreu#  56.  Komturlstern
Zachlen-Weitmar:  Zausorden  der  Wachlamkett  oder  bom  Weitzen  falken
Geltiktet  2.  August  1732  durch  Derzog  SErnst  August  bon  Sachsen-We#imar

57.  Ritterkreu##  1.  Klalte  8S8.  BRtterkreus  2.  Klasse  59.  Tollane  60.  Großkreu##
Sachsen-Weimar:  falkenorden  Oldenburg:  Hausorden
Gestiktet  2.  Augutt  1732  durch  Herzog  Ernst  August  von  Sachlen-Wetmar  Gestiktet  27.  Qobember  1838  durch  Großherzog  Daul  friedrich  Augult

S
—
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        Orden  in  der  Anekdote

Wie  grobe  Männer  über  Orden  dachten

Von  Napoleon  J.  berichtet  man  den  Ausspruch,  die  Menschen  wären  Kinder  und  brauchten
Orden  zum  Spielzeug.  Aber  der  Auslpruch  ist  nur  ein  Bonmot,  aus  einer  Augenblichslaune
  entstanden.  War  es  doch  gerade  Napoleon  I.,  der  durch  die  Stiftung  der  Ehrenlegion
dem  Ordenswelen  einen  neuen,  ungeheuren  Auklchwung  gab.

Helbit  Goethe,  der  doch  die  Bekretung  Deutichlands  bon  der  fremdherrlchakt  so  kreudig  begrüht
  hatte,  legte  nur  auf  das  Drängen  leiner  freunde  das  rote  Bändchen  der  Ehrenlegton
ab.  für  ihn  waren  Orden  bedeutungsvolle  Spmbole,  mit  denen  er  üich  gern  lchmüchte.  Den
wetmartiichen  falken-Orden  auf  dem  Aeibrock,  lo  empfing  er  letne  Besucher.  Ja,  als  er  den
rullilchen  Annenorden  erster  Klalle,  mit  dem  der  Rang  eines  „Jibil-Generals“  verbunden
war,  empkangen  hatte,  reilte  er  nach  Karlsbad  in  rullilcher  Generalsuntkorm,  den  Generalsmantel
  um  die  Schultern,  die  Generalsmütze  auf  dem  Kopke,  kür  uns  heute  eine  londerbare
Vorstellung,  erklärlich  durch  leine  Lust  zu  sinnvoller  Verkletdung,  die  beretts  der  junge
Goethe  bekundet  hatte.

„Bine  Menge  Viechzeug!“

Drastilcher  klingt  ein  anderes  Bonmot  Qapoleons  I.  und  zeugt  von  beihendem  Zarkasmus.
HZein  Bruder  FJérôme,  der  „RKönig  Austich“,  kür  den  er  den  gerbrechlichen  Thron  bon  Wetltkalen
  gegimmert  hatte,  gründete  lchleunigst  einen  „Orden  der  westkälilchen  Krone“  und  überlandte
  ihm  dellen  höchtte  Inügnien,  Grohßkreus  mit  Ztern  und  Band.  Geringlchätig  betrachtete
  Qapoleon  den  Orden,  der  neben  dem  napoleonilchen  Adler  den  hellilchen  Löwen,
das  braunichweigilche  Pferd  ulw.  veranlchaulichte,  und  legte  thn  betlette  mit  der  trochenen
Bemerkung:  „In  dem  Ding  ist  ja  eine  Menge  Viechzeug!“
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        —  —  —

JI###2####

Gi.  Sten  22.  Komturkreuz  63.  Ollizierkreuz  6a.  Kleinkreuz,  Rücktette
Oldenburg:  Haus-und  DVerdienstardendes  Herzogs  Heter  friedrich  Ludwig
«  INka  nahen-her  1838durchdrashcrzagspauljmdrtchAugull

«:silsskssssssssfssss-s,.x»k.issi

N

S.  kreuz  ¾  Klasse  Stern  1.  Klalsse

Braunschweitg:  Orden  Heinrichs  des  Tö
Gettktet  25.  April  1834  durch  Herzog  Wilheim

69.  Collane  sz  ·  «  o.  Grotzkreuz  71.  Stern  zum  Großkreuz  72.  Stern  der  Komture
Sächlische  Herzogtümer:  Herzoglich  Sachlen-Ernestinischer  Zausorden
Gettiktet  25.  Dezember  1833  bon  den  Herzogen  bon  Sachlen-Altenburg,  Sachlen-Koburg-Gotha  und  Zachlen-Meiningen

#

—-——
        <pb n="21" />
        Die  „Frühstücksorden“  der  „Bärenkührer“

Frühltüchsorden  =  was  ist  das?“  lo  mag  mancher  kragen.  Es  war  in  der  alten  Armee  die
drollige  Bezeichnung  kür  die  Orden,  die  jenen  nach  Stattlichkeit  und  lprachlicher  Gewandtheit
  ausgeluchten  Offizieren  verliehen  wurden,  die  kremden  fürltlichkeiten  als  Begleiter
als  „Bärenkührer  zugeteilt  waren.  Die  „Bärenkührer“  leilteten  den  kremden  Ffürttlichkeiten
  auch  bei  den  Mahlzetten  Getellichaft,  belonders  beim  zwetten  frühstück  nach  Belichtigungen
  oder  Daraden.  Da  zumeist  dielelben  Offiziere  jahraus,  jahrein  zu  „Bärenkührern“
  beltimmt  wurden,  verlängerte  üch  beständig  die  Schnalle  ihrer  Orden.  Und  bald
„wuchlen“  ihnen  die  Orden  auch  „Jzum  Balle  hinaus“.  Mit  den  Sprachkenntnillen  der
„Bärenkührer“"  kreilich  stand  es  mitunter  weniger  gut  als  mit  ihrer  weltmännilchen  Gewandtheit.
  So  soll  der  elegantelte  von  thnen,  Grak  U.  von  den  Garde-Kürallteren,  mit  dem
Hpitznamen  „der  schöne  Konrad“,  einem  exotilchen  Hrinzen  den  Berliner  Tiergarten  mit
den  Worten  gezeigt  haben:  „Voici  le  jardin  des  bestiaux!“  Auf  deutlch:  „Das  ist  der
Garten  der  wilden  Raubttere!““  Darüber  amüsierte  üch  der  Prinz  höchlichst.  Und  der
olchöne  Konrad“  kriegte  einen  erxtra  hüblchen  Orden.

Die  (elbstberliehene  goldene  Medaille

Ztgmund  Tautenburg,  der  durch  leine  Vorliebe  kür  Drden  bekannte  Berliner  Theaterdtrektor,
  hatte  üch  kür  ein  Galtlpiel  mit  letner  Truppe  an  einem  mitteldentichen  Doktheater
eine  Ordensauszeichnung  ausbedungen.  Er  bekam,  als  das  Galtlptel  beendet  war,  die
üblberne,  Jweithlallige  Medatlle  kür  Kunst  und  Wilenlchakt.  Ju  der  Ablchtedsaudtenz  bei
dem  regterenden  Herzog  erschien  er  jedoch  mit  der  goldenen,  erstklalligen  Medatlle.

Den  Herzog  hatte  er  schon  bet  leinem  Sintritt  durch  die  nur  Majeltäten  gebührende  Anrede
  „Sire“  geärgert.  Als  der  Derzog  am  Dalle  Sigmund  Aautenburgs  die  goldene  Medatlle
  wahrnahm,  bemerkte  er  daher  mit  lebhaktem  Unwtllen:  „Ich  habe  Ihnen  doch  nur
die  ülberne  Medatlle  verliehen!“  »  „Siret“,  erwiderte  Sigmund  Tautenburg  mit  edlem
Dathos,  „ich  habe  üe  mir  auf  meine  Rosften  vergolden  lassen!“
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        den

2

of=  und  Dausor

5

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4
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        Bismarcks  erster  Orden

Es  paht  gut  zu  dem  Gesamtbilde  von  der  Persönlichkeit  Bismarcks,  daß  der  erlte  Orden,
den  der  eilerne  Kanzler  empfing,  die  preußische  Kettungsmedaille  war.  Sie  bildete  den  Tohn
dakür,  daß  er  als  Tandwehr-Aeutnant  leinen  Burschen  bei  einer  milttärilchen  übung  vor
dem  ertrinken  bewahrte.  Bismarck  war  stolz  auk  diele  Dekoratton.  Einem  ausländilchen
Minitter,  der  ihn  als  Bundestagsgelandter  in  Frankkurt  am  Main  l(pöttilch  bekfragte,  was
denn  das  kür  ein  merkwürdiger  Orden  wäre,  der  lo  schlicht  bon  den  lchimmernden  Sternen
und  Kreuzen  aut  leiner  Brust  ablstach,  erwiderte  Bismarch  gelallen:  „Ich  habe  die  Gewohnheit,
  bisweilen  einem  Menlchen  das  Aeben  zu  retten!“

„Alle  in  frankfurt  am  Main“

So  zahlreich  gelellten  üch  die  Grotzkreuze,  namentlich  von  mittleren  und  kleinen  deutlchen
Staaten,  allmählich  auf  Bigmarchs  Tandwehr-Ueutnantsroch,  den  er  im  Gegenlatz  zu  den
goldbeltichten  Diplomatenkrachen  leiner  Kollegen  trug,  dab  ihn  jemand  hänlelte:  „Alle  bor
dem  Feind  erworben?“  —  „Jawohl,“  verletzte  Bismarck  tchlagkertig,  „alle  in  Krankturt
am  Main!“  —  Stand  doch  Bismarch  am  Bundestage  häufig  einem  gelchlollenen  Ring  bon
Widersachern  gegenüber.

Das  Rleid  der  Ordensritter

5  Aus  der  historilchen  Entwicklung  der  geiltlichen  und  weltlichen  Orden,  die  in  den  vorigen
*  kapiteln  behandelt  worden  ist,  ergibt  lich  auch  kür  die  äußeren  formen  der  Kitterorden
8  ein  bestimmtes  gelchichtliches  Bild.  Das  bezieht  sich  insbelondere  auf  alles,  was  zum
F,  würdigen  Auftreten,  zur  Kepräsentation  der  Orden  nach  innen  und  auben  sichtbar  in
7“%  Erscheinung  tritt.  Die  Tracht  kür  die  verschiedenen  Anlälle,  die  Jeremonten  des  Kapitel-X

  haltens  d.  h.  das  Abhalten  der  Ordensverlammlung-,  verbunden  mit  der  Einkleidung,  der
I  Ordensberleihung,  in  vielen  fällen  des  Takelhaltens,  der  feltzüge,  der  Galaordnung  beim
Empfang  hoher  fürktlichkeiten,  alles  dies  lpiegelt  im  Tauke  der  jahrhundertelangen  Entwichlung
  auch  Welen  und  Wandlung  der  Kitterorden  anschaulich  wider.
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        ——  86.  Stern  —  SS.  Grognreu“
reußen:  Derdtenstorden
—  sh  Krone  Dreußten:  Der  Rote-Adler-Orden

Gestiftet  18.  Jannar  1901  durch  Rönig  Wilhelm  II.  Gefstiktet  17.  Qobember  1705  durch  Erbprin:
Georg  Wilhelm  von  Brandenburg-Baxreuth

89.  Stern  zum  Großßkreuz  90.  RKreuzs  1.  Rlaffe  91.  Stern  1.  Klaale  92.  Kreus  2.  Klalsse
Hreutzen:  Der  Kote-Adler-Orden  mit  Cichenlaub
Gettiktet  17.  Qobember  1705  durch  Erbprinz  Georg  Wilhelm  von  Brandenburg-Bapreuth  als  Orden  de  la  Sincerité.  Seit  12.  Junt  1792  preußtlcher  Drden

93.  2.  Ml.  am  Kriegsvano  D9f.  Stern  2.  Rlale  ss  Kreus  3.  Rlaste  *“  96.  Nreuz  4.  Rlalle

Rüchlette  .  .
Preutzen:  Der  Kote-Adler-Orden
Gestiltet  17.  Nobember  1o0s  durch  Erbprinz  Georg  Wilhelm  bon  Brandenburg-Bapreuth  als  Orden  de  la  Sincerité.  Sett  12.  Junt  1792  preußtilcher  Orden  »
.  &amp;amp;

.——.
        <pb n="25" />
        gen  Wirihm  auch  eine  Koͤnigliche  Kerone  auf
das  Gaupk  gesetzet.

Als  Wnser  Weichs-Wapen  bezeichnek  er  um
so  viel  eigentlicher  den  Ort  und  Sis  dieses  Brdens
  /  um  alsobald  vor  andern  Orden  erkandk  zu
werden:  Und  als  ein  Bild  der  Berechtigkeit  /  zeiget
  er  eben  den  Endzweck  Unsers  Weiches  und
HOrdensan/und  worauf  beydes  abgezielet;  nemuch
  Wecht  und  Werechtigkeit  zu  uͤben/
und  jedweden  das  Seine  zu  geben;

Welches  desto  deutlicher  auszudrucken  /Eir
dem  Kdler  in  der  einen  Glaue  einen  Gorbeer=Kranß
  inderandern  Donner-Qeile  /  undüber
dem  Gaupé“  Unsern  gewöhnlichen  Wahl-'SM
  CUdG
zur  Abberschrifft  verordnek:

Wit  dem  Grantze  die  Gerechtigkeit  der
Belohnungen“  mit  dem  Sonner-Feilen  die
Werech-Eine

  Seite  aus  dem  Ordensltatut  des  hohen  Ordens
bom  Schwarzen  Adler  aus  dem  Stiktungsjahr  101

(  –l

4  —  —  O#
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"  08#  -  4  7  —  ——  —#ê##89  S—
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        97.  Großßkreuz  98.  Stern  1.  Klasse  99.  2.  Rlafle  a.  Kriegsband

Dreußen:  Kköntglicher  Kronenorden
Gestiktet  18.  Oktober  1861  durch  König  Wilhelm  I.

101.  Collane  102.  Großkreuz  103.  Stern  zum  Großßkreuz  104.  Mitterkreuz,  Kückleite
GBäapern:  verdtenWtorden  bom  heiltgen  Michael
Gelliktet  29.  September  1693  durch  Joleph  Rlemens,  Verzog  von  Bapern,  Kurfürft  bon  köln

106.  Stern  zum  Großkreus  107.  Stern  der  komture  108.  Ritterkreuz

Sachlen:  Derdtenstorden
Geltiltet  7.  Junt  1815  durch  König  friedrich  August  bon  Sachlen
        <pb n="27" />
        Schon  seit  dem  ersten  Auftreten  der  Kitterorden  zur  Feit  der  Kreuzzüge  im  11.  und  12.  Jahrhundert
  zeichnen  sich  diese  durch  besondere  Ordenstrachten  aus.  Da  ihre  Autgaben  ja  von
zweierlei  Art,  nämlich  erstens  charitatib  und  zweitens  kriegerisch  waren,  drückt  sich  dieser
Doppelcharakter  auch  in  den  Elementen  ihrer  Rletdung  aus:  mönchilche  Rutte  aus  grobem
Tuch  von  verlchiedener  farbe,  mit  allem  Jubehör  der  getütlichen  Tracht  einerletts,  auf  der
anderen  Seite  der  ritterliche  Mackenrock  „„wapenroc“=  über  dem  Rettenpanzer  neblt  den
zugehörigen  ritterlichen  Ausrültungsltüchen.  Darüber  der  lange,  weite,  ärmellote  Mantelumhang,
  der  nur  durch  das  Ordensabzeichen  und  die  belondere  farbe  von  dem  üblichen
Nittermantel  unterlchteden  ist.

So  trägt  J.  B.  der  lpantiche  Orden  der  Calatraba-Mitter  ankangs  vim  22.  Jahrhundert-  die
wetbe  Rutte,  das  wetbe  Skapulier  d.  h.  Schulterkletd,  Tuchstreiken  über  Brult  und  Rüchenund
  die  lchwarze  Kragenkapuze  „Zisterziensertracht»,  lpäter  -  feft  1385.  trat  dazu  der  weitze
Mantel  mit  aukgehektetem  roten  kreuz  in  Ulienkorm.  Die  Tempelherren  tragen  den  weißen
ärmelloten  Deinenmantel,  aut  dessen  linkem  Schulteranlatz  ein  rotes  ächtlpitztges  Kreug  aulgenähr
  ist,  darunter  den  wethen  Wasfenrock  mit  dem  gleichen,  aber  grötzeren  Abzeichen.

Eine  belonders  ausgeprägte  Ordenstracht  findet  sich  bet  den  Johannttern,  die  einen  deutlichen
  Unterlchted  zwischen  friedens=  und  krtegskleid  machten:  für  gewöhnlich  trugen  sie  den
schwarzen  Kock,  lchwarzen  Kapuzgenmantel  mtt  achtlpitzigem  weitzen  Kreuz,  im  Kriege  dagegen
  den  roten  Watkenroch  mit  ülbernem  Kreuz.

Daß  die  ODrdenstracht  keineswegs  eine  unabhängige  1ormenentwichlung  durchgemacht  hat,
kondern  je  nach  der  Gründungszeit  des  Ordens  dem  Tppus  der  jeweiligen  Jeitmode  enttpricht,
ist  unberkennbar.  So  zeigt  die  Ordenskhleidung  der  Kitter  bom  goldenen  vltetz  ankangs
alle  Belkandtetleder  reichen  und  bornehmen  burgunditchen  Hoftracht  ihrer  E  ntstehungszeit  um
1430  langer  faltenrock  bts  zuden  Fuhl#pttzen,  langer,  rechts  offener  roter  Hamtmantel  mit  weibem
  Atlaskutter,  rote  Strumpfhosen  mitden  charakteriltilchen  Schnabellchuhen,  aufdem  Kopfe
den  roten  „Turban“  mit  herabhängender  Fendelbinde  cchleterartiger  langer  Tuchstreifen  —.
Hier  istlediglich  die  durchgängtgrote  farbe  der  Rleidungsltüche  das  Kennzetchen  der  lpestülchen
Ordenstracht.  An  die  Stelle  des  bie  dahin  üblichen  aulgenähten  Kreuzabzeichens  tritt
kerner  bei  den  Kittern  vom  goldenen  vlietz  zum  ersten  Male  der  Ordenslchmuck  in  Geltalt
einer  großen  metalltichen  Malskette.  Diese  besteht  aus  abwechltelnd  anetnandergereihten
blauen  klammentprühenden  feuersteinen  und  aus  goldenen  ttiltüerten  Feuerstrahlen;  von
der  Rette  hängt  über  der  Brust  das  goldene  Widdertell  herab.  Seit  Karl  V.  wird  an  Stelle
der  Ordenskette  die  goldene  Schnur  oder  das  rote  Band  zum  Amhängen  des  UliebWordens
eingekührt.  An  der  RKopkbedeckung  entipricht  der  Rette  die  Agraste  aus  feuerstein,  die  den
lonst  in  der  Mode  üblichen  metallenen  Dutlichmuck  erletzt.
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        121.  Kitterkreuz

Baden:  Berthold-Orden
Gectiktet  29.  Ipril  1877

125.  Stern  F.  Komm.-Kreu#
Baden:  Orden  bom
FJähringer  Töwen

—  Ofäzterkreu#
Dellen:  Dhtlipps-Orden

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122.  Grohkreus  123.  Stern  zum  Grohkreuf  124.  Rommandeurkreu#n
GSaden:  Orden  vom  zähringer  Lövwen
Geltiftet  26.  Dexgember  1812  durch  Großherzog  Karl

126.  Grohkreu#  127.  Stern  zum  Grohßkrenz  128.  Komturstern  1.  Klasse
Derten:  Großherzoglich  Dertitcher  Hhtlipps-Orden
Getiktet  1.  Mat  1840  durch  Grobherzog  Audwig  II.

Detten:  Stern  vbon  Brabant
Gelttiktet  24.  Junt  1914  durch  Großherzog  Ernst  Audwoig
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        Interessant  ist  es  nun,  wie  solche  ursprünglich  nur  der  Mode  der  Stiftungszeit  entsprechenden
  Ordenstrachten  sich  dann  jahrhundertelang  ohne  Rücklicht  auf  den  Wechsel  der  Moden
als  Ganzes  oder  wenigltens  in  einzelnen  Teilen  als  eigentliche  Ordenskleidung  konlerbiert
haben.  Die  Kitter  vom  goldenen  Ulieh  tragen  z.  J.  die  alte  Sendelbinde  »siehe  vorhergehendes
Blatt  und  den  langen  burgundilchen  Mantel  unbehümmert  zur  Allongeperüche  und  zum
Spitzenhalstuch  noch  um  1700,  oder  der  sichwarze  Johannttermantel  des  Mittelalters  wird
über  der  neuen  Unikorm  des  19.  Jahrhunderts  getragen.

Zu  dem  britilchen  wolenband-Orden  trugen  die  Nitter  ankangs,  d.  h.  im  14.  Jahrhundert,
eine  lange  Tuntha  -Teibroch-,  einen  Kapuzenmantel  aus  blauer  Wolle,  besticht  mit  dem
Abzeichen  des  blauen  Kniebandes  mit  goldener  Borteneinkallung  und  der  bekannten  Debile
„Honny  soit  qui  maly  pense“  Schande  dem,  der  cchlecht  dabon  denkt  -.  Dieses  Emblem
wurde  ebenkalls  noch  auf  dem  linken  roten  Beinling  -  Strumpkhole  getragen.  Rönig
Heinrich  VII.  kügte  dem  noch  die  26  gliedrige  Kette  aus  Kniebändern  und  Schleiken  aus
Goldlchnüren  mit  dem  Stld  des  hetligen  Georg  als  Anhänger  hinzu,  während  unter  Karl  I.
noch  der  Stern  am  blauleidenen  Ordensbande  geltiktet  wurde.  Das  Kleid  der  Dolenband-Ordensrttter
  veränderte  sich  tm  16.  Jahrhundert  zu  einem  langen  roten  Rock  mit  goldener
Schnur,  einem  blauen,  weiß  gekütterten  Mantel,  auk  der  linken  Schulter  ein  rotes  Kreuz
auf  weitzem  Felde,  das  eingekabt  wird  bon  dem  blauen  Kntebande.  SEnttprechend  der  veränderten
  Mode  trugen  sie  ein  schwarzes  Barett  mit  federbulch  auf  dem  Ropfe.

über  das  Ordenskleid  der  Ritter  des  Schwarz#en-Adler-Ordens  gttiere  ich  wörtlich  das  königliche
  Dekret  von  1701:  „Diele  ganze  Ritter-Kleidung  Unleres  schwarzen  Adler-Ordens  loll
belchatken  lein  wie  kolget:  Demlich  es  leget  ein  jeder  Kitter  einen  Unter-Rock  an  von
blauem  Hammet,  und  über  demlelben  einen  Mantel  bon  Incarnatrohtem  Sammet  mit
U#tmmelblau-karben  Moha  geküttert.  Aber  lolchen  Mantel  haben  lämtliche  Ritter  die
große  Ordens-KLette  bekestigt.  Auf  der  linken  Zeite  des  Mantels  witd  ein  grober  ülberner
gestichter  Stern  angehektet,  und  endlich  trägt  ein  Ritter  bet  dieler  Sinkleidung  einen
sLchwartzen  Gammeten  mit  etnem  weiben  federbulch  ausgezierten  Hut.“

Das  vollständige  Ordenskleid  wurde,  wie  eingangs  gelagt,  bei  allen  keierlichen  Gelegenheiten,
  wie  den  Julammenkünkten  und  Sitzungen,  allo  beim  Rapttelhalten  »siehe  oben-,
bei  der  Sinkleidung  und  Ordensberlethung  u.  a.  angelegt.

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        133.  Grotzkreuz  134.  Stern  .  Großtßkreuz  135.  Komtursftern  36.  Ehrenkreuz

Mecklenburg-Schverin  und  -Strelttz:  Gretken-Orden

Gestiktet  15.  September  1884  durch  Großher#sog  friedrich  franz  III.  bon  Mechlenburg-Schwerin  und  durch  Vereinbarung  mit  Grobhersog  Adolk  friedrich
don  Meckhlenburg-Strelitz  bom  22.  Augult  1904  zum  gemeinlamen  Orden  erklärt

137.  Kreus  1.  Rlalle  138.  Kreus  3.  Rlalle  19.  1.  Rlalt  100.  3.  Klalle

Ochwarzsburg:  SEhrenkreuz  Waldeck:  DOerdienft-Areu#
Gestiktet  28.  Mat  und  9.  Junt18527  durch  die  beiden  fürsten  von  Schwarzburg  Gestiktet  3.  Juli  1857  durch  fürst  Georg  Uictor

.  Ehrenkreu#  1.  Mlalle.  12.  Ofäzterkreny3.  Ehrenkreus  a.  Klale  #144.  2.  Klalle

Keuh:  Ehrenkreuz  Uippe:
Gestiktet  234.  Mat  1869  durch  fürit  Deinrich  XIV.  jüngerer  Ainte,  leit  3.  Oktober  1902  auch  auf  Reuß  Teo  po  1d-Orden
ältere  Ainte  ausgedehnt  Getiktet  24.  Juli  1906  d.  Fürft  Teopold

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        ös.  Sterr  159.  Ritterkreuz
Sachlen:  Milttär-Sankt-nZeturichs-Orden

Gettiktet  7.  Okhtober  1736  durch  Augult  III.,  König  von  Holen  und  Rurkürst  bon  Zachten

##1  Stern  3.  Grotzhrenz  162.  Ritterkreus,  Rüchlette
Württemberg:  Milttär-Derdtenstorden
Gestiktet  11.  Kebruar  1759  durch  Dersog  Karl  Sugen  bon  Württemberg

103.  Groskreun  164.  Steer  leS.  Ritterkreu#
Baden:  Milttärtitlcher  Karl-frtedrich-Verdiensttorden
Geltiktet  a  Ipril  1807  durch  Großherzog  Karl  friedrich

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Holche  Ordenskapttel  lptelten  üch  nach  einem  ganz  belstimmten  Feremontell  ab,  das  leinerletts
  -  ähnlich  wie  die  Tracht  lelblt  »  den  keltlich-lpmbolilchen  Charakter  der  Mandlung  zum
Auedruck  zu  bringen  hat.  Es  bildete  üch  bon  den  Ankängen  her  eine  gewille,  den  höfllchen  und
ständilchen  feltbräuchen  teilweile  entnommene  Tradition  heraus,  die  bis  in  die  kleinsten
Einzelhetten  genau  kestgelegt  wird.  Die  logenannten  „großen  Gewohnheiten“  etwa  bet  den
Deuttchordens-Vittern  »,  das  Aufnahme-Nttual,  die  Rapitelbelchlüsffe  u.  a.,  die  aus  geiltlichen
und  höfilchen  Kiten  übernommen  werden,  gehören  zu  lolchen  traditionellen  Gebräuchen.
Dte  Belchretbungen  und  Berichte  bon  Berukenen  und  Unberukenen,  bon  Eingeweihten  und
Aubenstehenden  lallen  uns  das  Welen  und  das  Werden  dieler  kestlichen  Tandlungen  und
die  damtt  verbundenen  keierlichen  Autkzüge  und  Schaustellungen  mehr  oder  minder  deutlich
erkennen,  und  die  bildlichen  Darstellungen  in  den  okt  prächtig  ausgeltatteten  Werken,  angekangen
  mit  den  naiben  Wolzlchnitt-Kostüm-figurinen  des  15.  und  16.  Jahrhunderts  bis
zu  groben  dekoratiben  Kupkerltichkolgen  mit  thren  langen  Drdensprozellüonen  tm  17.  und
18.  Jahrhundert,  bereichern  untere  Anschauung  in  manchen  Hunkten  welentitch.  Und  doch  kann
unlere  Phantasie  wohl  nur  ahnen,  welch  ein  unerhörtes  Ochaugepränge  hier  entkaltet  wurde,
aber  auch  welch  etne  mbolilche  Kraft  und  tiekünntge  Bedeutlamkett  ihm  zu  Grunde  lag.
Als  ein  Beirptel  kür  viele  mag  hier  das  Jeremontell  des  hohen  Ordens  bom  Ochwarzen  Adler
angekührt  werden,  das  der  neugekhrönte  preuhtiche  König  friedrich  l.  fur  Bekräftigung  leiner
vergrößerten  Macht  und  Würde  belonders  reich  und  prächtig  ausgestaltete:

Wenn  ein  kapttel  gehalten  werden  loll,  läht  der  Zeremonienmeister  Ort  und  zeit  der  Zitzung
durch  den  #erold  anlagen.  Die  Kitter  erlcheinen  im  Ordenskleid,  verlammeln  üch  in  der
Galerte  vor  dem  königlichen  Gemach  und  ordnen  süch  zur  Prozession  tu  die  Schlohkapelle.
Unter  Vorantritt  von  zwei  Musikanten  »  Hauker  und  Trompeter  =  und  zwei  Herolden  erscheint
  der  Ordens-Schatzmetiter  mit  den  Ordensketten  auk  rotem  Samtkillen.  Es  kolgen
der  Ordens-Sekretartus  und  der  Zeremontenmettter,  dann  die  Ritter  paarwets,  lpäter  die  berefts
  eingekleideten  Dobtzen  zwischen  je  zwei  Rittern.  Darauk  der  Ordenskanzler  mit  dem
Ordensliegel,  der  Köntg  mit  zwei  KRammerherren,  die  leinen  Drdensmantel  tragen;  hinter
thnen  der  gelamte  Hofstaat.  In  der  Kapelle  ist  der  Bilchok  bereits  anwelend,  der  den  Segen
zu  ertetlen  hat.  Nach  Gebet  und  Gelang  werden  die  Mobizen  vor  den  Thron  geruken,  den
der  König  bestiegen  hat.  Es  kolgt  die  Derlelung  des  Ordenseides  und  die  Bekräktigung  oder
Unterlchrift  des  Eides  durch  die  Nobtzen.  Dann  verletht  der  König  den  neuen  Kittern  die
Ordenskette  und  kütt  sie  auf  die  Wange,  worauk  sie  dem  König  die  Mand  Rüllen.  Der
Bicchok  ertetlt  leinen  Segen  zuerst  an  die  neuen  Kitter  und  lodann  an  das  gelamte  Ordenskapitel.
  Unter  Mulkbegleitung  verläht  die  Prozession  die  Kapelle.

Eine  reichhaltige  Titeratur  über  diele  Dinge  belitzt  die  freiherrlich  bon  Tipperhetdelche
Kostümbtbliothek  zu  Berlin.

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        166.  Ordenszeichen  167.  kette  mit  kleinod
Preutzen:  Orden  Pour  lemérite  Preuten:  Wilhelm-Orden

kür  Wissenschakten  und  Künste  Ge#lktet  18.  Jannar  1896  durch  könig  Wilhelm  II.
Gestiktet  31.  Mat  1842  durch  König  friedrich  Wilhelm  IV.

Ls.  Dubertus-Jagd-Orden  169.  Großkreus  no.  Stern  171.  Kitterkreu#,  Rüchleite

BGapern:  Derdtentstorden  der  Baperiichen  krone
—  Bewumemosdurchwnigmaximilianjoleph

172;  Dorderlette  7½3.  Kückteite

Bäpern:  Maximiltans-Orden  kür  kunft  und  Wissenschaft
Gestiktet  28.  Qobember  1853  durch  König  Marimtltan  II.
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        Vorteile  aus  Ordensbelitz

„Unlere  lämtlichen  Orden  und  Ehrenzeichen  geben  ihren  Beützern  das  Recht,  außer  den
Amtsberhältniclen  als  die  ersten  ihres  Kanges  und  Standes  geehrt  zu  werden.“

„Das  krtegsberdienst  zu  ehren,  ist  Beruk  des  Wilttärs;  die  Schildwachen  lollen  allo  vor
den  milttärilchen  Derdienltmedaillen  front,  Gewehr  in  Arm,  vor  dem  Orden  Pour  le  mérite
aber  Front  mit  gelchultertem  Gewehr  machen.“

So  beltimmte  unter  anderemdte  „Erwetiterungsurkunde  kür  die  köntglich  Preutzischen  Orden
und  Ehrengeichen“  von  1810.  Doch  heute  werden  von  der  Reichswehr  den  höchsten  deutlchen
kKriegsorden  die  milttärilchen  Ehren  erbotelen.  Dies  ünd  der  Blücherstern  und  das  Großkreus
  des  Etlernen  Kreuzes,  der  Pour  le  mérite,  das  preuhilche  Milttärverdtenstkreus,
der  Militär-Max-Joleph=  und  der  Militär-Ganitäts-Orden,  die  baperilche  Tapkerkettsmedaille,
  Grobkreuz,  Kommandeurtkreuz  I.  Klalle  und  die  goldene  Medaille  des  Militär-St.-Meinrichs-Drdens,
  Grobßkreu  und  kommentur  des  Württembergischen  Militär-Verdienstkreuzes
  und  der  M#tlitär-Karl-friedrich-Derdtenstorden.  früher  wurde  auch  vor
den  Kittern  der  anderen  höchsten  Orden  prälenttert.

Der  Belitz  verschtedener  Orden  und  Ehrenzeichen  brachte  aber  nicht  nur  Ehre  und  Anlehen,
  londern  auch  matertelle  Vorteile.  Mit  Orden  und  Medaillen  kür  Kriegsberdtenst
war  häufig  eine  Gehaltszulage  verbunden.  Eine  ganze  Rethe  bon  Orden  hatte  ein  eigenes
Vermögen,  aus  dellen  Erträgnis  einem  genau  keltgelegten  Teil  der  Mitglieder  eine  jährliche
Rente  zufloß.  Daß  kretlich  Summen  zwilchen  6000  und  12000  franken  ausgezahlt  werden
konnten,  wie  es  der  1809  geltiftete  Orden  der  Wesltkfälischen  Krone  tat,  gehörte  zu  den
ganz  belonderen  Seltenhetten.  Dieler  Orden  hatte  logar  ein  Erziehungshaus  kür  Töchter
von  Ordensrittern,  kür  deren  Auslteuer  Jweimal  im  Jahr  12  000  Franken  zur  Verkügung
  standen.  So  etwas  war  nur  dadurch  möglich,  dab  der  Orden  von  Hapoleon  die
ganzen  Belsitzungen  des  Maltelerordens  und  reiche  Rirchengüter  erhalten  hatte.  Beim
Mitlitär-Karl-Kriedrichs-Derdienstorden  betrug  dagegen  die  Gehaltszulage  bestenkalls  200
Gulden  jährlich  »  zirka  340  Mark  #

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        174.  Hreuhen:  us.  Preutzen:  Militär-  76.  Preutzen:  kreuz  des  urr.  Bayern:  verdienk-=Milttär-erdtensthreus
  Ehrenzeichen  1.  Klalle  allgemetnen  Ehrenzeichens  krenz  bomhetligen  Michael

Gestiftet  27.  februar  1864  Gestiftet  27.  februar  1864  Gestiktet  27.  Jannar  1900  Gestiktet  16.  Dezember  1887

in  nnat

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178.  Bapern:  .  Bapern:  180.  württemberg:  181.  Baden:  Verdienstkreuz

Derdiensthreuz  des  Militär=  KRgl.  Ludwigs-Orden  Oerdtenst-Kreu#s  bom  zähringer  Löwen
Oerdtenst-Ordens  Gesttktet  25.  Augult  1827  Getttktet  2.  Juli  1900  Gefttktet  29.  April  1889

Gelstiktet  19.  februar  1891

182.  Dellen:  183.  Hessen:  Verdienstkreuz  Sachlen-Weimar  185.  Oldenburg:

Militãr-Verdienstkreuʒ  des  Verd.-Drdens  Philipps  Verdienstkreuz  Ehrenkreuz
Geüttktet  12.  Zeptember  1870  des  Grohmütigen  Geltiltet  s.  Juli  1878  Gestiktet  27.  Qobember  1838

Gestiftet  1.  Mat  1849

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Finanzielle  Vorteile  kamen  oft  nicht  nur  den  Ausgezeichneten  selbst,  sondern  auch  noch  ihren
Hinterbliebenen  zugute.  So  hatte  beilptelswetle  der  Verdienstorden  der  baperilchen  Krone
eine  Stiftung  kür  die  Kinder  der  Ordensritter.  Die  Hinterbliebenen  eines  Inhabers  der
goldenen  oder  silbernen  Medaille  des  sächlilchen  St.  HNeinrichs-Ordens  bekommen  heute
noch  einmalig  150  bzw.  75  Mark  ausgezahlt.  Autzerdem  dürken  sie  die  Medaille  behalten.
Dies  ist  nun  aber  keine  Ausnahme,  denn  alle  kür  Kriegsberdienst  erworbenen  Orden  und
Ehrenzeichen  verbleiben  den  Angehörigen  des  Ausgezeichneten,  außerdem  auch  Erinnerungsmedaillen
  und  dergleichen.  Alle  friedensauszetchnungen  müllen  von  den  Hinterbliebenen  zurückgegeben
  werden,  wenn  sie  es  nicht  vorziehen,  den  Metallwert  zu  erletzen.

Daß  der  Belitz  eines  Ordens  den  Erwerb  des  Adels  nach  scch  zog,  war  nicht  lehr  häufig.
Es  war  zunächs't  bei  den  Orden  der  fFall,  die  eigentlich  nur  an  Adlige  verltehen  werden
durkten,  wie  F.  B.  der  Schwarze  Adler.

Dte  eigentümliche  Einrichtung  des  perlönlichen  Adels  war  in  Deutlchland  nur  mit  drei
Orden  verbunden,  und  zwar  mit  dem  baperilchen  Militär-Max-Jolephs-Drden  und  dem
Derdienstorden  der  Baperilchen  Krone,  kerner  mit  dem  Württembergilchen  Kronenorden.
Die  Einrichtung  des  HDerlonaladels  wurde  1913  in  Württemberg  aukgehoben.  Den  erblichen
  Adel  erwarb  in  Bapern,  wer  einen  der  mit  dem  perlönlichen  Adel  berbundenen  Orden
erhtelt,  nachdem  ihn  schon  lein  Vater  und  dellen  Vater  gehabt  hatten.

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        Medaillen  kür  Tapk

186.  Dreubßen:  Vote-  187.  Bapern:  Derdientt-Adler-Drden-Medatlle
  Medatlie  bom  heil.  Michael
Gestiktet  im  Jahre  1835  Gestiftet  16.  Dezember  1887

190.  Sachten:  191.  Sachlen:
Medatlie  des  Milttär-=  friedrich-August-Medatlle
HZankt-einrichs-Drdens  Getttktet  23.  April  1905
Gestiktet  im  Jahre  1796

.Merklenburg-Strelitzz  105.  Sachlen-Udetmar:
HtKrieger-Dereins-Medatlle  Verdienst-Medaille
Geltittet  17.  Junk  1906  Gestittet  im  Jahre  1829

erkert  und  Derdienst

188.  Bapern:  Goldene  189.  Bapern:  Stlberne
Tapkerkeits-Medaille  Tapferkeits-Medaille
GSeltiltet  30.  Oktober  1794  Rückleite
Gestiftet  30.  Ohtober  1794

192.  Württemberg:  193.  Baden:
Derdienst-Medatlle  des  Allgemeines  Ehrenzeichen
Kronen--Ordens  Geltittet  30.  September  1866

Gettiktet  11.  Augutt  1892  «

196.  Sachlen-Koburg-Gotha:  197.  Schwarzburg-Sonders
Verzog-Rarl-Sduard=  haulen:  Ehrenmedaille
Medaille  Geltittet  9.  Junt  1852
Gestiktet  6.  August  1905

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        Damenorden  sind  berhältnismäßig  neuen  Urlprungs.  Ihre  Anzahl  war  immer  sehr  gering.
Aber  auch  diele  wenigen  machten  die  gleiche  Entwicklung  vom  höfllchen  zum  Verdienstorden
durch  wie  die  anderen.

Vor  270  Jahren,  im  Jahre  1662,  wurde  der  erste  Damenorden  geltiktet.  Die  deutiche  Kaiserin
eEleonore,  Gemahlin  Railer  ferdtnands  III.,  gründete  den  „Orden  der  Sklabtunen  der  Tugend“,
in  den  nur  adlige  Damen  von  „edlem  Geilt  und  tugendhaktem  Leben“  aukgenommen  werden
konnten.  Das  Abzeichen  bestand  in  etner  Medaille,  die  an  einer  Rette  um  den  linken  Arm
getragen  wurde.  Sechs  Jahre  Ipäter  stiktete  die  gleiche  Katlerin  noch  den  „Orden  der  kreusträgertnnen“
  anlählich  der  wunderbaren  Rettung  eines  Stückes  Dolz  bom  Rreuze  Chrittt
aus  einer  feuersbrunft.

In  der  Schlacht  am  Hruth  hatte  Katlertn  Kathartna  thren  Gemahl  Heter  den  Grohen  und
leine  ganze  Armee  un  vor  den  Türken  gerettet.  Jum  Dank  dakür  schmückte  Zar  Deter  sie
drei  Jahre  danach  mit  dem  „Orden  der  Bekretung“,  den  man  nach  der  Damenspatronin
der  Kailerin  Orden  der  Deiligen  Kathartna  nennt.  Er  wurde  nur  ganz  lelten  berliehen
und  galt  als  zwetthöchster  rullülcher  Orden.

Den  geiltlichen  Ritterorden  entlprechen  diejentgen  Damenorden,  die  mit  einer  krommen
Otiktung  verbunden  ünd.  AUnter  dielen  gibt  es  zweierlet  Arten:  bei  der  erlten  werden  die
Angehörigen  eines  Stikts,  welche  Töchter  verdienter  Männer  und  unberkorgt  oder  unberhetratet
  lein  müllen,  aus  den  Mitteln  einer  Drdensstiktung  mit  etnem  übrigens  nicht  sehr
hohen  Sinkommen  verlehen.  Jur  zweiten  Art  gehören  außer  dielen  noch  Damen,  die  sich
aus  eigenen  Mitteln  an  der  Aufküllung  des  Drdensbermögens  beteiligen.  Solche  Orden
gab  es  in  Deutlchland  nur  in  Bapern,  wo  sie  in  naher  Derbindung  mit  dem  Dokgeltandenhaben.
Eine  neue  Art  nun  sind  die  im  Laufe  des  19.  Jahrhunderts  entstandenen  Damenorden,  die
nur  zur  Belohnung  wetblichen  Verdienstes  bestimmt  waren.  In  vielen  Aändern  unterblteb
die  Stiktung  eines  lolchen  Ordens,  weil  die  lchon  beltehenden  auch  an  Damen  verltehen
werden  konnten.

Das  zu  belohnende  Verdienst  liegt  kalt  immer  auk  dem  Gebtet  der  tätigen  Qächstenliebe.
Hier  gtbt  es  allerdings  auch  noch  andere,  nicht  nur  Damen  vorbehaltene  Orden  und  Auszeichnungen.
  So  wurde  z.  B.  einem  Johanntterritter,  der  gemäß  dem  Geletze  leines  Ordens
in  Kriegszeiten  sich  in  der  Derwundetenpflege  herborgetan  hatte,  der  Hausorden  bon  Dohenzollern
  miteinem  kleinen  Johanniterkreuz  auf  dem  oberen  Arm  des  Ordenszeichens  berliehen.
Ubrigens  haben  die  noch  bestehenden  alten  Mitterorden,  nämlich  der  Johanntter=  und  der
Deutlche  Orden,  entlprechend  dem  Sinne  threr  Gründung  hervorragende  Organtlationen
zur  Pflege  der  Derwundeten  und  Kranken  im  Rriege  gelchalfen.
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        198.  Waldeck:
Verdienst-Medaille

Gestiftet  26.  September  1878

Rettungs-Medatlle

Gestiftet  27.  februar  1889

206.  Sachsen-Koburg:
Medaille  für  kunst  und
Wissenschaft

Gestiftet  30.  Jannar  1835

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199.  Reuß:
Jerdtenst-Medaflle

Gestiktet  2c.  Mai  1869

203.  Deslen:
Kettungs-Medatlle
Gelliktet  2.  Mat  1896

207.  Anhalt:

Medaille  für  kunst  und

Willenschakt
Gestiktet  30.  Juli  1873
—5—

—

200.  Schaumburg-Aippe:

Verdienst-Medaille

Gelttiktet  25.  Oktober  1869

204.  Braunlchweig:
Rettungs-Medaille
Gecttktet  25.  Iprtl  1836

208.  Reuß:

Medatlie  kür  Runst  und

Witllenschakt
Gettiktet  23.  Mat  1885

—  —  2
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201.  Tippe:
Derdtenst=  Medatlle

Geltiltet  25.  Oktober  1869

205.  Bremen:
Rettungs-Medatlle

200.  Tippe:  Orden  der
Tippelchen  Role  für  Kunst
u.  Willenschaft,  Rüchleite

Gestiktet  9.  JuntK  1898

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        Orden  in  der  Anekdote

Der  Orden  von  der  Grohmutter

Als  Sohn  einer  englilchen  Prinzessin  in  England  geboren  und  erzogen,  vermengte  der  vor
einigen  Jahren  verstorbene  Herzog  Albert  von  Schleswig-Wollstein  zettlebens  die
Sprachen  leiner  beiden  „aterländer“,  wie  er  England  und  Deutlchland  bezeichnete,  zu
einem  drolligen  RKauderwellch.

Bei  einer  Abendgetelllchaft,  zu  der  er  nach  leiner  Anstellung  in  der  preußilchen  Armee  in
Berlin  eingeladen  worden  war,  erregte  er  durch  leine  nonchalante  Haltung  das  Mitkallen
eines  unter  den  Gästen  anwelenden  Generals.  Obendrein  entdechte  der  General  an  dem
Wakenrock  des  jungen  Aeutnants  das  Johanntter-Kreus,  das  in  Hreuhen  frühestens
Dauptleute  und  Rittmeister  bekamen.  Er  ttellte  ihn  zur  Rede:  „Was  haben  Sie  da  kür  einen
Orden,  Herr  Teutnant?“  —  Der  Prinz  verletzte  lällig:  „Die  Johanntter-ODrden,  Herr
General!“  =  „Wie  kommen  Sie  zum  Johanniter-Orden?“  inqutrierte  der  General  stirnrungelnd
  weiter.  -  „Ee  ist  eine  Gelchenk  von  meine  liebe,  alte  Grohmutter,  Derr  General!“
erwiderte  der  Prinz.  Mühlam  leinen  Zorn  verhaltend  kragte  der  General:  „Wer  ist  denn
Ihre  Grohmutter,  Herr  Teutnant?“  =  Als  der  Prinz  nunmehr  antwortete:  „Die  Köntgin
von  England,“  glaubte  der  General,  einen  Verrückten  vor  sich  zu  haben.  Aber  die  Sache
stimmte.  Es  handelte  sich  um  den  englilchen  Johanniter-Drden.  Und  dte  „liebe,  alte  SGroßmutter“
  des  Prinzen  war  die  Königin  Diktorta  bon  England.

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        Wohltahrts  und  Damen  Orden

A0.  Hreußen:  Stern  um  2n.  Hreutzen:  212.  Preutzen:
Großkr.  d.  Autlen-Ordens  Allgem.  Ehrenzeichen  kür  Johanniter-Mechterttter
Gelttktet  3.  August  1810  durch  kreiwillige  Krankenpflege  Gelttktet  15.  Oktober  1852

Rönig  frtedrich  ubtlhelm  1Il.  Getttktet  22.  Jult  1871  ·

v-  ACPWUHMJ  Kgl.  Daus-  215.  Dreußen:  Kote-  Nc.
orden  von  Hohenzollern  KkKreuz-Medaille  1.  Klasse  Hanttäts-Orden

mit  Johanntterkreu#  Getttktet  1.  Oktober  1898  Gecttttet  16.  Oktober  1914
Eingekührt  18.  Oktober  1864

218.  Bapern:  219.  Bapern:  220.  Bapern:
Oerdienstkreuz  kür  Elilabeth-Orden  Therelsien-Drden
kretwtllige  Krankenpflege  Geltittet  18.  Oktober  1766  Gecttktet  12.  Dezember  1822
Gestiktet  5.  März  1901

57  Hreußen:
Johanniter-Ehrenrttter
Gesttiktet  15.  Okhtober  1852

217.  Bapern:  Militär=HZanftäts-Ehrenzetchen


Gelstiftet  8.  Qobember  1812

221.  Bapern:  Anna-Orden
(München)

Gestiktet  6  Dezember  1784
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        Der  taptere  Vortänzer

Am  preuttlchen  Hofe  wurden  in  jedem  Winter  zwei  Gardeleutnants  zu  Vortänzern  ernannt,
  deren  Aufgabe  darin  bestand,  die  Dokbälle  mit  einer  Prinzessin  oder  in  Ermange—-lung
  einer  unverheirateten  Prinzessin  mit  einer  Hofdame  zu  erölknen.  Selbstverständlich
lollten  die  Vortänzer,  die  sich  untereinander  abwechselten,  Meister  auf  dem  Gebiete  des
Tanzes  sein.

Weitz  aber  der  Himmel,  wie  es  geschah,  dab  einmal  ein  Leutnant,  der  vom  Tanzen  keine
blalle  Ahnung  hatte,  ungekragt  zum  Vortänzer  bestimmt  wurde.  Als  er  zum  ersten  Male
mit  einer  Prinzessin  den  Hofball  tm  Weißen  Saale  eröffnete,  gelangte  er  dann  auch  nicht
über  die  Mitte  des  Saales  hinaus  und  drehte  sich,  tnnerlich  Blut  lchwitzend,  mit  der  armen
kleinen  Ortngeslin  immer  unter  dem  Nronleuchter  auk  demlelben  Fleck,  noch  dazu  gegen
den  Takt,  im  Kreile.  Ringsum  verhielt  man  sich  nur  mühlam  das  laute  Uachen.  Auch  die
hohen  Galtgeber  wurden  auf  den  Unglücklichen  aukmerklam  und  schmunzelten  bergnücglich.
Doch  nach  dem  Ende  des  Tanzes  näherte  sich  ihm  ein  anwelender  regterender  fürft  eines
der  deutlchen  Duodezstaaten,  löste  letnen  Dausorden  von  letner  Brult  und  bemerkte  humorboll:
  „Gobtel  Tapkerkett  berdtent  etnen  DOrden!“

Rünstler  kreuen  üch  an  Orden

Daß  Rünstler  bildende,  schaftende  oder  nachlchaffende  Künstler  -  körmlich  dazu  prädelsttntert
  schetnen,  an  Orden  Gekallen  zu  kinden,  ist  gewitß  einleuchtend.  Die  hervorragenditen
Zänger  und  Schaulpteler,  die  berühmtesten  Klavier-  und  Violin-Dirtuolen  haben  eine
natbe  Freude  an  Orden  empkunden.  Wer  wetb,  ob  die  ehemaligen  deutlchen  Doftheater
so  vortreftliche  Darstellerkräfte  an  sich  zu  felleln  vermocht  hätten  ohne  die  Dekorationen,
die  dielen  winkten  in  der  Gestalt  von  grohen  und  kleinen  Medatllen  kür  Kunst  und  Willenschakt,
  sowie  der  Mausorden  in  thren  diversen  Abstukungen.

Ernst  bon  Polssart  beilptelsweile,  der  noch  als  Generalintendant  in  München  bet  Gelegenheit
  den  „Julius  Cälar“  oder  den  „Dathan“  auf  den  Brettern  agterte  und  auch  im  Privatleben
  nie  den  Dollblutmimen  verleugnete,  trat,  lo  erzählt  man,  regelmähtg  den  Gang  zum
Dbotographen  an,  lobald  ihm  ein  neuer  Orden  an  die  Brust  flog,  auk  der  doch  kaum  kür
einen  lolchen  noch  ein  Raum  kret  zu  lein  schten.
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        —————

222.  Sachlen:  223.  Sachlen:  224.  Sachlen:  225.  Gachlen:
Sidonten-Orden  Marta  Anna-Orden  Marta  Anna-Rreuz  Carola-Medatlle

Gestiktet  31.  Dexember  1870  Gestiktet  15.  Mat  1906  Gesttktet  15.  Mat  1906  Gelttktet  17.  Geptember  1892

226.  Württemberg:  227.  Mellen:  228.  Mechlbg.-Schwerin:  229.  Sachtlen-Ueimar:
Rarl-Olga-Medatllie  Militär-Santtätskren  Friedrich  franz-  Ehrenzeichen  für  frauen
Gelttktet  16.  Junt  1se  Getttktet  25.  August  1870  Alerandra-RKreu=  und  Jungfrauen

Gestiktet  15.  Nobember  1912  Gestiktet  31.  Desgember  1899

230.  Braunfchweig:  231.  Sachlen-Altenburg:  232.  Tippe:  Bertha-Orden
rauen-Verdtenfst-Kreuz  Herzog-Ernst-Medaille  GSeltittet  30.  Mat  1910
Geltiktet  25.  April  1912  Gestiktet  16.  Geptember  1906  «
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des  englilchen  Dolenband-Ordens

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        Lrinnerungszeichen

233.  Deutlches  Reich:  234.  Deutlches  Reich:  235.  Deutiches  Reich:
Thina-Denkmünze  HZüdw.-Akrtka-Denhmünze  VFerulalemkreus
Geltiktet  10.  Mat  1901  Gestiktet  19.  März  1907  Gestiktet  31.  Okhtober  1898

236.  Deutiches  Keich:  237.  Bapern:  Jubtläums-  238.  Württemberg:
Zentenar-Medaille  Medatlle  f.  d.  Armee  1905  Regterungs-Jubtläums-Geltiltet
  22.  WMär  1892  Geltittet  12.  März  1905  Medaille
Gestiktet  25.  Junt  1889

239.  Baden:  240.  Schwarzb.-Sondersh.:  241.  Sachlen-Roburg:
rtedrich-Autle-Medatlle  Erinnerungs-Medaille  Ehejubtläums-Medaille
Gettiktet  9.  September  1906  BRücklette  Getttktet  23.  Januar  1899

Gefttiktet  17.  Juli  1905
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        Neue  Stiktung  von  Eriegsorden
während  des  Weltkrieges

Glänzende  Ordenslsterne,  leuchtende  Ordensbänder  schmückten  in  Friedenszeiten  die  Brust

verdienter  Staatsmänner,  Beamter  und  Soldaten,  berühmter  Künütler  und  Gelehrter,  weitblichender
  Kaut=  und  Werkherren.  Schlichte  Ordenskreuze  und  Medaillen  zierten  auch  den
Rock  so  manches  bewährten  Mannes  aus  dem  Volke.  Doch  erst  der  Krieg  rüchte  Orden
und  Ehrenzeichen  in  den  Geüchtskrets  der  Allgemeinhett,  machte  thren  Beütz  kür  Millionen
von  Volksgenollen  begehrens=  und  erstrebenswert.  Waren  sie  doch  das  üichtbare  Jeichen,  daß
thre  Träger  ihre  Pllicht  taten  an  der  front  mit  der  Wasfe  in  der  Dand,  in  der  Heimat  im
Dienste  am  hämpkenden  Weere,  daß  sie  üch  auszeichneten  vor  Dunderten  und  Taulenden.
Die  Utelgestaltigkeit  unleres  deutlchen  Staatswelens  brachte  es  mit  sich,  daß  die  Zahl
der  deutlchen,  im  Weltkriege  verliehenen  Orden  größer  ist  als  in  den  Staaten  ringsum.
Wohl  gewann  das  Eilerne  Kreuz  als  die  bom  Deutlchen  Kaiser,  dem  Obersten  Kriegsherrn,
verliehene  Auszeichnung  eine  allgemetne  überltaatliche  Bedeutung.  Daneben  aber  hatten  die
Tandeskürsten  und  Zenate  der  freien  Städte  den  berechtigten  Wunlch,  auch  die  Kriegsverdienste
  ihrer  Dandeskinder  und  lolcher  Kriegsteilnehmer,  die  im  Kampke  mit  hren  Tandeskindern
  zulammengeltanden  hatten,  durch  Orden  und  Ehrenzeichen  zu  belohnen.

Der  größte  Teil  der  deutlchen  Staaten  verkügte  bereits  leit  Jahrzehnten  oder  gar  Jahrhunderten
  über  belondere  Krtegsauszeichnungen  und  Urtegsorden  oder  über  Orden,  die  mit
einer  Kriegsdekoration  „Schwerter,  Torbeerkränz##als  Kriegsorden  berliehen  wurden.  Ste
erwachten  bet  Kriegsausbruch  durch  Erneuerung  wieder  zum  Leben  oder  wurden  ohne  wettere
Ank#ündigung  von  Krtegsbeginn  an  wie  in  krüheren  Kriegen  verliehen.  In  erster  Tinte
steht  hier  das  Silerne  Kreuz,  das  durch  Allerhöchste  Kabinettsorder  bom  S.  Augustiol##  in  seinen
drei  urtümlichen  formen  der  II.  und  I.  Klalle,  des  Großkreuzes  wieder  erneuert  wurde  mit
der  Abweichung,  dab  unter  dem  W  mit  der  Krone  die  Jahreszahl  1914  anzubringen  (et.
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        242.  Dreubßen:
Etlernes  kreuz,
Blücherstern
Ernenert  5.  Augu#t  1914

246.  Hreußen:  Verdienst-Rkreuz
  kür  Kriegshilfe
Geltiktet  5.  Dezember  1916

250.  Württemberg:
Wilhelmkreuz
Gettktet  13.  September  1915

243.  Dreuhßen:
Etternes  Kreuf,
Großkreuz

Erneuert  §.  August  1914

247.  Bapern:

Röntg-Audwig-Rreu#s-Gesttktet

  7.  Jannar  1916

251.  Württemberg

Tharlottenkreu#
Gestiktet  5.  Jannar  1916

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244.  Preußen:
Eilsernes  Kreuz,
1.  Rlalle

Ernenert  s.  Augult  1914

248.  Sachlen:
Kriegsberdtensthreu#s
Gestiftet  30.  Ohtober  1915

252.  Baden:
RKriegsberdiensthreu#
Geltiktet  9.  September  1916

245.  Hreuhen:
Etfernes  Rreus,  2.  Klalse
Hichthämpkerband

Erneuert  5.  Jugust  1914

249.  Zachien:  Ehrenkreu#
kür  freiwill.  Krankenpflege
Gestiktet  11.  Oktober  1915

25#.  Baden:  kreu#  für
kreiwillige  Krtegshilke

Erneuert  24.  Dezember  1915
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        Spãterhin  ist  dann  noch  kür  den  Generalkeldmarlchall  von  Hindenburg  das  „Blücherkreuz“,
das  mit  goldenen  Strahlen  unterlegte,  auk  der  Brust  zu  tragende  Eiserne  Kreuz,  das  bor  ihm
nur  der  „Marlchall  Vorwärts“  besessen  hatte,  erneut  gelchaffen  worden.  Neben  dem  Eisernen
Kreuz  seien  der  HDreubilche  Orden  „Pour  le  mérite“,  der  ebenkalls  eine  überftaatliche  Bedeutung
  gewann  und  der  Baperilche  Max-Joleph-Drden,  der  mit  dem  perlönlichen  Adel,  im
falle,  dabß  lchon  der  Dater  und  Grohvater  den  Orden  belellen  hatte,  logar  mit  dem  Erbadel
berknüpft  war,  genannt.  Dtejenigen  Staaten,  die  noch  über  keine  Krtegsorden  oder  Krtegsauszeichnung
  kür  Okkziere  und  Mannlchakten  verkügten,  zögerten  bet  Kriegsbeginn  nicht,
lolche  zu  lchatfken.  Ein  Teil  dieler  Orden  und  Auszeichnungen  wurde  an  einem  belonderen
Bande,  auch  an  Michtkrontkämpker,  verlichen.  Auterdem  erwtes  es  sich  als  erkorderlich,  die
Verdienste  der  in  der  Heimat,  namentlich  tm  baterländilchen  Dilksdten#t  für  die  Erhaltung
der  Kampfkkähtgkett  des  Heeres  wirkenden  Männer  und  frauen  durch  ein  üchtbares  Seichen
zu  ehren.  Hreuhen  ltiktete  darum  1916  das  „Verdienstkreuz  kür  Kriegshilfe“.  Die  anderen
deutlchen  Staaten  kolgten  kast  ausnahmslos  leinem  Beilptel  oder  waren  ihm  bereits  dartn
borausgegangen.  SEinige  von  ihnen  lchuken  belondere  Auszeichnungen  kür  frauen  und
Mädchen  im  Sanitäts=  und  ilksdtenst.

Die  Fretkorpsseit,  die  Nachkriegszeit  lah  eine  große  Jahl  von  Orden  und  Ehrenzeichen
entltehen,  die  nicht  mehr  bon  Staats  wegen,  londern  von  Einzelperlönlichkeiten,  militärilchen
Einzelkormationen  und  loldatilchen  Bünden  und  Verbänden  verliehen  wurden.  Sie  sind
nur  mit  gewillen  Vorbehalten  als  vollgültige  Kriegsauszeichnungen  anzulehen  und  werden
in  der  Kanglilte  des  Deutlchen  Reichsheeres  nicht  aufgeführt.  Dazu  rechnen:  das  Balten-Kreuz,
  das  Diebitsch-Kreuz,  die  Lilerne  Divbisionsmedaille,  der  Bug-Stern,  die  Ehrendenkmünze
  des  Weltkrieges,  der  Adler  der  Shrenlegion,  die  KRriegsdenkmünze  u.  a.  m.
Hicht  als  Orden,  londern  als  Abzeichen  ist  das  Verwundeten-Abzeichen  in  leinen  berlchtedenen
Stuken  zu  werten,  da  es  ohne  Rüchiücht  auf  größere  oder  geringere  perlönliche  Verdienste
jedem  VDerwundeten  zugelprochen  wurde.  Gleichkalls  sind  die  Abzeichen  kür  flieger,  Beobachter,
  Tuktlichift-,  A-Boot-,  Tanbbelatzungen  ulw.  nicht  den  etgentlichen  Orden  und  Ehren-Feichen
  zuzusählen.  Sie  sind  gelchakken  in  dem  Wunrlch,  die  Angehörigen  dierer  neuen  Wasfengattungen,
  die  auf  belonders  gekährdeten  und  verantwortungsbollen  Hosten  ttanden,  und
die  in  der  überwiegenden  Mehrzahl  die  Untkorm  threr  Stammtruppenteile  weitertragen,
durch  ein  äußeres  Kennzeichen  aus  der  Malle  herauszuheben.  Es  #nd  zumeist  aus  Metall
gestanzte  Abzeichen,  die  die  betreskende  Walkengattung  im  Bilde  oder  im  Spmbol  wiedergeben.
  Den  Orden  und  Ehrenzeichen  dagegen  gleichsuletzen  ist  der  fliegerbecher.  Als  in  den
ertten  Kriegsjahren  der  Kuhm  Bölckes  und  Immelmanns  als  der  ersten  erkolgreichen  Kampktlieger
  in  allen  deutlchen  Tanden  erlcholl,  da  geichnete  üe  ihr  Oberlter  Krtegsherr  schon  nach
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        Weltkriegsstittungen

254.  Hellen:  255.  Hellen:  256.  Meilen:  257.  Meckhlenb.-Schwerin:
DAllgemeines  Ehrenzeichen  Lrtegerehrenzeichen  Rriegsehrenzeichen  Milttär-Verdiensthreus
„Ffür  Ertegsberdtenste"“  in  Stien  Ehrenzeichen,  für  Kriegskürlorge“  am  Band  kür  Rämpfer

Gecktktet  12.  September  1913  Gecttktet  13.  Märs  1912  Geltiktet  17.  Zeptember  1915  Ernenert  28.  februar  1915

258.  Sachten-Weimar:  259.  Sachlen-Wetmar:  260.  Mechlenburg-Strelitz:  261.  Oldenburg:
Wilhelm-Ernlt-  Ehrenkreuz  für  Heimat-  Kreuz  kür  Auszeichnung  im  Friedrich-August-Kreus
kriegskreuz  berdienste  RKriege,  Qichtlämpkerband  am  Band  kür  Rämpfer
Gestiltet  10.  Junti  1915  Gestiktet  27.  Januar  1918  Erneuert  11.  Augult  1914  Gestiktet  23.  Ontober  1914

262.  Braunlchweig:  263.  Sachlen-Meiningen:  265.
Krtegsberdiensturenz  Ehrenkreuzt.Verd.i.kriege,  Zachlen-Koburg  u.  Gotha:  Sachsen-Koburg  u.  Gotha:
am  Band  kür  RKämpker  Rämpferband  Carl-Sduard-Medatlle  Carl--Sduard-Kriegskreu;
Gestiktet  23.  Oktober  1914  Gesttktet  7.  Märs  1915  Gestiktet  6.  August  1905  Gestiktet  19.  Juli  1916  4  ’  «

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        Ablchuß  weniger  keindlicher  Flugzeuge  mit  dem  höchsten  preutzischen  Kriegsorden,  dem  „Pour
le  mérite“,  aus.  Mit  der  Verbellerung  der  Flugzeuge  und  ihrer  Kampkwasken  wurde  den
Machtkolgern,  den  Kamptlliegern  der  letzten  Kriegsjahre,  ihr  Handwerk  welentlich  erleichtert.
Die  Jahl  ihrer  Ablrchüske  wuchs  ralch.  Eine  lofortige  Verleihung  des  „Pour  le  mérite“  an
sie  hätte  in  keinem  Derhältnis  zu  den  Teiltungen  jener  Bahnbrecher  des  Uuftkampfes  und
Taulender  bon  Srdkämpkern  gestanden.  Um  aber  ihren  Wagemut,  ihr  fltegerilches  und  militärilches
  Können  nicht  ungelohnt  zu  lallen,  verlieh  man  thnen  nach  dem  20.  Ablchut  eines
keindlichen  Fliegers  oder  Ballons  einen  SEhrenbecher,  dem  als  höchiste  Auszeichnung  nach
dem  25.  Ablchuß  der  „Pour  le  mérite“  kolgte.

Orden  und  Ehrenzeichen  werden  im  neuen  Deutichland  =  abgelehen  von  der  Bettungsmedaille,
  dem  Adlerlschild  des  Reichsprälüdenten  und  einer  Angahl  bon  Medaillen  kür  Kunst
und  Willenschaft  »  nicht  mehr  verliehen.  Aber  die  alten  Zoldaten  tragen  ihre  Kriegsauszeichnungen
  wetter  in  Kolzer  Ertnnerung  an  das  größte  Erlebnis  ihres  Erdenwallens  und
die  junge  Generation  sieht  in  Ehrkurcht  zu  ihnen  auk,  als  zu  Menlchen,  die  ihr  Blut  und
Teben  einletzten  in  Verteidtgung  ihres  Vaterlandes,  kür  die  Sicherung  des  Tebensraumes
und  des  Fortbelltandes  thres  Volkes.
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        mala

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266.  HSachten-Altenburg:  267.  Anhalt:  268.  Keuß:  269.  Reuß:  kriegsberdientk
Tapkerketts-Medaille  Friedrichs-Kreu#  FPruegsberdiensturen  Medaille  kür  frauen  und
Gestiktet  20.  febrnar  1915  am  Band  kür  Dichtkämpfer  Bettittet  23.  Mai  1915  Jungfrauen
Gestifktet  12.  Dezember  1914  Gestiktet  10.  Qobember  1915

270.  Schaumburg-Aippe:  271.  Schaumburg-AUltppe:  272.  Tippe:  273.  Manlestädte:
RKreuz  für  treue  Dtenste  WMilitär-Derdienst-Medatlle  Rriegs-Ehrenmedatlle  Tübechilches  Danleatenam
  Band  für  Dichthämpfer  mit  rotem  RKreuz,  Rüchleite  am  Band  kür  Rämpfer  kreuz
Ernenert  18.  Nobember  1914  Gestiftet  25.  Ohtober  1914  Gesttktet  25.  Okhtober  1915  Gestiltet  21.  August  1915

274.  Dreußen:  275.  Hreutzen:  276.  Deutiches  Reich:  277.  Deutliches  Reich:
Verwundetenabzeichen  für  Angehörige  des  Heeres  JDerwundetenabzeichen  kür  Angehörige  der  Marine
kür  künkund  mehrmalige  Verwundung  kür  ein-  und  zweimalige  Verwundung  kür  künk=  und  mehrmalige  Verwundung  kür  dret=  und  biermalige  Derwundung
Gesttet  3.  März  1918  Gestiktet  3.  März  918  Gelttktet  24.  Junt  1918  Gestiktet  24.  Junt  1918

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        Staatliche  Auszeichnungen  der  Gegenwart

Noch  alle  durch  eine  Kevolution  gegangenen  Staaten  haben  in  threm  Ordenswelen  tiek
einschneidende  Deränderungen  vornehmen  müllen.  Als  im  Weltkrieg  das  staatliche  Geküge
Europas  in  seinen  Grundkesten  wankte,  Staaten  stürzten  und  entstanden,  wurden  alle  die
neuen  Kegierungen  vor  die  Entlscheidung  geltellt,  ob  sie  Verdienste  um  den  neuen  Staat
sichtbar  belohnen  und  auf  diele  Weise  die  Bürger  innerlich  an  ihn  binden  wollten,  oder  ob
sie  daraut  vertrauen  sollten,  daß  die  Menschen  schon  eine  Genugtuung  in  dem  Bewußtlsein
känden,  ihr  Bestes  für  das  Gemeinwelen  hergegeben  zu  haben.

Die  meilten  entlchieden  sich  zunächst  dakür,  alle  alten  Orden  abzulchasfen  und  nach  dem
Vorbild  der  Schwetz  und  Amertkas  auch  nichts  Neues  an  ihre  Stelle  zu  letzen.  Der  Mangel
an  Möglichketten,  dem  SEinwohner  einen  Anlporn  zu  berdtenstvoller  öffentlicher  Betätigung
zu  bteten,  wurde  kreilich  kast  überall  bald  ertannt.  Die  Hachkolgestaaten  auk  dem  Boden
des  alten  rullilchen  Reichs  und  der  ölterreichtich-ungartlchen  Doppelmonarchie  haben  denn
auch  Verdtenstorden  geltiftet.  Die  deutlche  Reichsberkallung  dagegen,  bon  dem  Grundlatze
ausgehend,  dab  alle  Deutlchen  vor  dem  Geletze  gleich  seien,  beltimmt  in  Artikel  109,  daß
Orden  und  Shrenzeichen  vom  Staat  nicht  verliehen  werden  dürken,  und  auch,  dat  kein
Deutlcher  bon  einer  ausländilchen  Regierung  Titel  und  Orden  annehmen  dark.  Dur  kür
die  Kriegstetlnehmer  ist  die  Ausnahme  gemacht,  dab  üe  die  Orden  und  Auszeichnungen
noch  erhalten  durkten,  die  thnen  schon  zugedacht  waren.

Zwei  Orden  sind  von  dielen  Bestimmungen  nicht  betrosfen  worden,  nämlich  die  friedensklasse
  des  Pour  le  mérite  und  der  baverilche  Martmiltansorden  kür  Kunst  und  Wissenschaft,
  die  als  gelehrte  Gelelllchaften  unter  ttaatlichem  Schutz  weiterbestehen.

Am  aber  groben  Deutlchen  ünnbildlich  den  Dank  der  gelamten  Dation  zum  Ausdruck  zu
bringen,  wurde  1922  der  „Adlerlchild  des  Reichsprälüdenten“  gelchaffen  »  Bild  278  —,  den  als
ertter  Gerhart  Dauptmann  erhtelt.  Der  Adlerlchild  ist  leither  19  mal  verliehen  worden.
Erst  zweimal  wurde  die  1927  gelchaffene  „Große  Staatsmedaille“  der  preutilchen  Kegierung
  bedeutenden  Männern  übergeben.  Betdes,  Adlerlchild  und  Staatsmedaille,  die  man
ja  nicht  tragen  kann,  ünd  keine  Orden.  Seit  1925  werden  auch  wieder  Rettungsmedaillen
verliehen,  da  diele  als  Ehrenzeichen  im  Sinne  der  Reichsberkallung  nicht  angelehen  werden.
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        278.  Adlerlchild  279.  Große  Preutzische  280.  Preußische  RKettungs-  281.  Dreuhen:
des  Reichsprälidenten  Staatsmedaille  medaille  am  Bande  Erinnerungsmedaille

1922  zuertt  verltehen  Erneuert  17.  Mat  1927  Erneuert  9.  Junt  1925  kür  NRettung  aus  Gefahr
Erneuert  9.  Junt  1925

W——.uii[n—m—  —  des  383.  Srergeichen  des
Erinnerungszeichen  Medaille  kür  Kunft  Deutichen  Roten  Kreuzes  Deutlichen  Koten  Rreuzes
erneuert  6.  Augut  1925  und  Wiltlenschaft  1.  Kalle  2.  Rlafle

Gesttiftet  4.  Ipril  1928  -  s»rj-  Kteeszrikgeg
Autgehoben  28.  April  1928  Geltiktet  22.  Ipril  1922  Gelliktet  22.  April  19

286.  ehrenzetchen  kür  «  287.  ehrenzeichen  kür
verdienste  um  die  Republik  Verdtenste  um  die  Republik
Olterreich  (Kreuz)  Ofterreich  (Medaille)

Sestittet  3.  Qobember  1922  Gecttktet  3.  Qobember  1922
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</TEI>
