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        <title>Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 1; Jahrgang 1891.</title>
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        Fremdwörkerbuch 
Dr. Daniel Sanders. 
Zweite Auflage. 
Erster Band. 
—4 
—x 
— — 
Leipzig 
Verlag von Otto Wigand. 
1891.
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        Programm eines neuen Fremdwörterbuches. 
(Aus dem „Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen, herausgegeben 
von Ludw. Herrig,“ Bd. 41, S. 43 ff.) 
I. Einleitendes. 
8 1. Das Fremdwörterbuch hat den Zweck, die in deutscher Rede und Schrift vorkommenden 
fremden Ausdrücke in alphabetischer Reihenfolge aufzufuͤhren und mit den für das Verständnis und den 
Gebrauch nöthigen Bemerkungen zu begleiten. 
Unser Streben dabei ist, soviel nur irgend möglich, Vollständigkeit mit Raumerspar- 
nis und zugleich mit Bequemlichkeit und Sicherheit für den Nachschlagenden zu 
verbinden. 
Zu diesem Zweck scheiden wir sireng alles Ungehörige aus; für das Aufzunehmende aber wählen 
wir eine von vorn herein genau festgestellte Anordnungs= und planmäßige Behandlungsweise, um durch 
folgerechte Durchführung einerseits uns unnöthige Wiederholungen und Verweisungen von einer Stelle 
auf die andre, andrerseits dem Suchenden die immer verdrießliche Mühe doprelten Nachschlagens mög- 
lichst zu ersparen. 
Wenn z. B. Jemand etwa in dem Heyse'schen Fremdwörterbuch (14. Ausgabe) das Wort 
Arartum nachschlägt, so findet er dieses S. 66 hinter Aräometer; will er nun demgemäß auf S. 77 
druglnieren vor Arum suchen, so findet er es dort allerdings aufgeführt, aber mit der Bemerkung: 
„s. aerngo“ und muß nun das Woert unter ae, d. h. zwischen ar und af nachschlagen, wo er dann 
auf S. 21 einen Artikel aerugo von 5 Zeilen durchzulesen hat, um darin für das gesuchte 
äruginieren die Bedeutung: „Grünspan ansetzen“ zu finden. Eben so findet man Aquator auf 
S. 67 unter Ag., wenn man den mit Aguation beginnenden 12zeiligen Artikel durchsieht; auf der- 
selben Seite auch äquirok, aber aequivoca steht auf S. 20 versteckt unter dem 13zeiligen Artikel 
aequus 2c., ogl. Prätert durch 3 Seiten getrennt von pratexta toga 2c. Wer, von der ascadémie 
frangaise lesend, darüber bei Heyse Auskunft sucht, findet sich von Academie (S. 7) auf 
Akaremie (S. 26) verwiesen, wo freilich in dem 13;zeiligen Artikel die französische Form auch 
nicht erwähnt ist, wohl aber z. B. das lateinische acaceemis rector 2c. Wer ferner z. B. das Wort
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        IV 
Doktor nachschlägt, findet es gar nicht; besinnt er sich dann und sucht Doctor, so wird er wieder auf 
doctleren verwiesen, wo er in einem Artikel von 32 Zeilen es sich aufsuchen mag. Ahnlich ergeht es 
Einem, der erst Korrektur, dann Correctur sucht und es endlich findet, wenn er den 43 Zeilen langen 
Artikel corrigieren bis zu Ende durchgesehen hat. Werso viel Kenntnis von den Fremdwörtern hat, 
daß er Korrektur sofort unter corrigieren; Doktor unter docteren sucht, Der wird überhaupt für 
derartige Wörter schwerlich noch erst das Fremdwörterbuch zu Nath ziehen. Und sollte selbst ein Solcher 
nicht hin und her suchen müssen, um „Calfacter'“ unter C zu finden, als aus dem Lateinischen stam- 
mend, dagegen „kalfatern“ unter K als arabischer Herkunft, dagegen wieder Calsfatage unter C als 
französisch? r2c. 
II. In Belreff der alphabetischen Reihenfolge. 
#J#d2. Die im Deutschen s. g. Umlaute ä, ö. ü, äu folgen bei uns unmittelbar auf die umgelau- 
teten Vokale, auch da, wo für die entsprechenden Laute die Bezeichnung ae, Ae; oe, Oe; ue, Ue; aeu, Aeu 
statthat, während dagegen das zweisilbig auszusprechende ae 2c. hinter ad 2c. seine Stelle hat. So findet 
man z. B. hinter Adhtum: Aẽdon; Aespathie; Aer; Akronälit 2c.; Aétit rc., während dagegen ärificieren (auch 
geschrieben Aerificieren) hinter adien zu suchen ist; Ädil oder Aellilis hinter Rikos; äquäl hinter #qua; 
Aquanimität hinter Agqnamarin: Aquatiön hinter Agnatinta; Aquäter binter aquätisch ꝛe.; Ara hinter Ara. æs 
hinter s ꝛc.; ferner z. B. Okographie, Olonöm 2c. hinter Olnos 2c.; auch Pön, pösna hinter pömum; dagegen 
Poem, Poesiẽ 2c. hinter Podüra #e. 
Die französischen Wörter oeil, geuvre stehen zwischen od und ef (hinter Orvsseus und vor offa), 
vgl. manoeuvre 2c. zwischen mano und Manometer, dagegen in der Schreibweise Mandore 2c. hinter 
Manostop, vgl. meuble hinter Metusse, dagegen in der Schreibweise Möbel zwischen Mobed und 
mobil 2c. 
83. Eine sehr bedeutende Rolle in Fremdwörtern spielt bekanntlich der Buchstabe C mit ver- 
schierener Aussprache, namentlich wie k lautend — und in der Schrift auch oft durch t ersetzt (s. meinen 
Katechismus der deutschen Orthographie, 1. Aufl. S. 88 ff.) — vor Konsonanten, ferner vor a, o, u 
und am Schluß; dagegen vore, i, v, aͤ, 5 wie 3 lautend (vgl. in ital. Wörtern ce, ci mit der Aussprache 
tsche, tschi). 
Wir geben dem nicht wie k lautenden c (also demc mit der Aussprache z oder tsch, ferner in den 
Verbindungen ch, sch) seine gewöhnliche alphabetische Stelle, d. h. zwischen b und d, dagegen dem k, sei 
dies nun durch k (K) oder durch e (0) bezeichnet, immer die Stelle zwischen und l, — wobei wir ital. ee 
mit der Aussprache tisch wie das entsprechende lat. ec mit der Aussprache lz behandeln. 
Wir lassen beispielswelse einige Reihen von Fremdwörtern folgen, die nach dem Gesagten alpha- 
betisch geordnet find: 
Acerhall; Acetölsäure; Achier; achrdnisch; Acidnm 2c.; Ad 2c.; Akronant c.; As 2c.; Ag 2c.; Ah 2c.; 
Al 2c.; ja, asournieren 2c.; Akademie oder académie; Actent sauch z. B. ital. acecnto, spr. atschento: Aceise; 
Akelerz; Akephali; Akinesic; accablürren; Acclamatihn; Accörd; accrerineren; Accusat; allästisch; lme; lne; 
Akolith; Akrobät; Aktinken; Akästik; Akyanoblepsié 2c.; 
serner z. B.: Ebur; cchappièren; Echét (Eclec); Echinns; Echo; Erda . ..; ejurieren; GCtarté (Geartch; 
Elbölla; Ecce Hömo; Ekchymöse; Ekrärsis; Ekkathirsis; Erclesia; 6e#co; Elkrisis; Ellotlema; Eklektiker; Ekphonesis; 
Ekstäse; Ektasis; Elzem rc. 
8 4. a) Den Vokal i, i, J, I trennen wir vollständig von dem (in alphabetischer Neihe un- 
mittelbar darauf folgenden) Konsonanten j, j, Z,J. 
b) Dem span. ü weisen wir die Stelle wie dem einfachen n zu.
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        III. Die aufgenommenen wörter und Wortverbindungen und ihre Anordnnng. 
#65. Eigennamen als solche haben wir planmäßig aus unserm Woͤrterbuch ausgeschlossen. Man 
findet also bei uns nicht, wie bei Heyse, wenigstens in der 13. Auflage: Abigail; Abimelech; Abinarab; Abi- 
ram; Abner c. Anders verhält es sich mit Namen, die im Deutschen einen bestimmten Begriff bezeichnen, 
s. z. B. äram; Cäsar; Cicero; Donquiröte; Stentor; Kanthippe ½., woran sich auch die Namen aus der 
Mythologie, besonders aus der römischen und griechischen, schließen. 
86. Keine Aufnahme natürlich finden bei uns ganz deutsche Wörter, wie Heyse deren giebt, 
s. bei ihm z. B. Beutel; Kaff Imundartl. — Spreu]; kaurerwelsch; Mage lalt für Verwanrtter); Schwert- 
mage; Spillmage; Schnaderhürfel; Stab; Urfehre; Urgicht 2c., wozu z. B. das Fremdwörterbuch von Petri 
— überhaupt ein durchaus kritikloses Sammelsurium — Wörter fügt, wie Ursteff, Gulren 2c. 
8 7. Auch Wörter, die, freilich aus fremden hervorgegangen, doch durch Umformung vollständig 
deutsch geworden sind, gehören als eigene Artikel ins deutsche, nicht ins Fremdwörterbuch, wie denn z. B. 
auch Heyse und seine Ausschreiber nicht besonders aufführen: Engel (s. angelus); Ketzer (s. Karharer); 
Krone (s. corona); Lärm (s. Alarm); Pacht (s. pactum); Preriglt), prerigen (s. prædicare); Pfrünee (s. 
præbenda); Preis (s. prix); Probe, vrüfen (s. probare); Vegt (s. Advokat); Zettel (s. schedula); Zins (s. 
census) 2c., während sich bei ihnen als eigene Artikel finden z. B.: Abr, Abtei (s. abbas); Bischef, Bis- 
thum (s. episcopus); Papst, Pfaffe (s. papa); Pfalz (s. palatium); Propst (s. pro- und præ-positus) 2c. 
&amp;8. Umgekehrt gebührt Wörtern, die, obgleich deutschen Stammes, doch fremde Endung und 
Form angenommen, eine — allerdings möglichst kurze — Behandlung im Fremdwörterbuch, so nament- 
lich Zeitwörtern auf kren, z. B.: 
amtieren; buchstabseren; erlusticren; gastieren; glaficren; grundieren; halbleren; hantieren; haselièren; 
hausieren; herbergieren; hofièren; inhaftieren; kutschicren; lautièeren; maulschellikren; mengelieren; schandieren; 
schatt#e#ren; stelzieren dc. (vgl. § 25). 
Ferner z. B. Packêt, Stackét 2c.; Bandage, Package (vgl. Bagage), Leckage, Stellage, Takelage rc., 
woran sich auch das scherzhafte Kleirage, Klerage schließt 2c.; Blumist, Hornist, Zinkenist 2c.; Glasür rc.; 
Lieferänt, Trabänt c.; Schlendrian, Gröbian oder Grebiänus, woran sich z. B. auch Lieverjan, Dümmrian 
u. ä. m. reihen; Sammelsürium; Sankt Bläsius, Strmins als scherzhafte Persenisication des blasenden 
Sturms; Buckelinsky, Buckelörum für einen Buckligen 2c. 
§ 9. Ferner kommen hier noch die Wörter in Betracht, die ganz oder theilweis aus fremden 
Bestandtheilen nach den Gesetzen deutscher Wortbildung zusammengesetzt sind und in deren Aufnahme 
bisher die barste Willkür herrschte. So finden wir z. B. bei Heyse wohl Minister aufgeführt unter M, 
wie auch unter F: Finanz-Minister (mit -Ministerium; --Wissenschaft), aber weder an der einen noch an der 
andern Stelle ist die Rere vom Justiz-, Kulius-, Marine-, Polizei-Minister, so wenig wie vom Handels-, 
Kriegs-, Unterrichts-Minister. Ahnlich ist wohl Minister-Resirent aufgeführt (unter M), aber nirgend z. B. 
Minister-Hôötel; Portefeuille; -Posten; Präsirent;-Würre 2c. Man wird auch z. B. neben Doktor-Diplem 
vergeblich suchen: Doktor-Disputatien; Dissertation; -Grad; -Würre re. Und, um nun zu Woͤrtern uͤber- 
zugehn, die aus Fremdwörtern mit deutschen Vorsilben gebildet find, so findet man freilich probieren, aber 
nicht (s. Sanders Deutsches Wörterb. 2, 392b) Zusammensetzungen, wie: Kleidungsstücke an-, auf-, um- 
prebieren; Etwas aus-, durchprobieren ꝛc. Andrerseits steht nicht bloß (unter D): risputieren, sondern auch 
(unter A): abdisputieren mit der Bemerkung: deutsch-lat. Dagegen fehlen Zusammensetzungen, wie in 
folgenden Beispielen (s. Sanders I. 1. 1, 302b): Ireen, die er dabei zu entwickeln und durch zurisputieren 
fand; Ein Starrkopf, der sich Nichts ein disputieren lässt; Die uns alle Ehrfurcht aus der Tiefe unsrer Herzen her- 
aus- loder fort-, weg] disputieren möchten; Einen nieder disputieren; Die Zeit ver disputieren 2c., ab- 
gesehen von andern mehr veralteten Anwendungen. Man vergleiche von solchen „deutsch-lat.“ Wörkern 
bei Heyse noch z. B.: abfouragieren nicht unter A, sondern S. 366 unter fouragiercn; dagegen unter A:
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        VI 
ausquartieren; unter B: bequartieren; unter E: einquartieren, waͤhrend z. B. umquartieren fehlt, wie über- 
haupt alle Zusammensetzungem mit um, vgl. unter vor nur vordatieren und vordocieren (aber z. B. nicht: vor- 
deklamieren; vordemonstrleren 2c.), s. auch Wörter mit der Vorsilbe un, wo z. B. zwischen undiscipliniert und 
unfrankiert — unegal fehlt r2c. 
Es war, wie überall, so auch hier bei solchen Zusammensetzungen unser Bestreben, an die Stelle 
der Willkür eine streng planmäßige Behandlung treten zu lassen; und so gilt denn für unser Wörterbuch 
Folgendes: 
Während wir die aus fremden Sprachen übernommenen Wörter — gleichviel, ob sie dort einfache 
oder zusammengesetzte, Stammwörter oder abgeleitete sind — streng nach alphabetischer Reihenfolge 
ordnen, können wir dagegen für die Wörter, die wir erst aus fremden und deutschen Bestanktheilen zu- 
sammensetzen — soweit die Aufnahme und Besprechung derselben überhaupt nothwendig wird — hier im 
Fremdwörterbuch natürlich nur das Fremde als normgebend anerkennen. Wir werden daher vordocieren 
unter docieren stellen, nicht — wie Heyse, unter vor; andrerseits aber auch nicht — wie Heyse — unter 
docteren z. B.: docil; Doktor; Doktrin, sondern als drei eigene Artikel an die ihnen nach dem Alphabet zu- 
kommende Stelle; so auch — wie Heyse — unter J: indocil und inegal; dagegen, wo die fremde Vorsilbe 
in durch die entsprechende deutsche: un ersetzt ist, unegal unter egal eben so, wie z. B. undisciplinierbar, un- 
discipliniert, unfrankiert 2c. unter die entsprechenden Wörter ohne die Vorsilbe; ferner z. B. aus-, be- ein-, 
umquartieren unter quartieren 2c.; ferner z. B. unter Minister: Handels-, Kriegs-, Unterrichts-Minister 2c.; aber 
auch Zusammensetzungen, wie: Minister-Verantwortlichkeit, Würde 2c., da deutsche Wörter, wie Verantwort= 
lichkeit, Würde 2c. natürlich im Fremdwörterbuch nicht zu suchen sind. 
Die Folgerichtigkeit aber erfordert nun, daß Zusammensetzungen, die, wenn auch ganz aus frem- 
den Bestandtheilen, doch erst im Deutschen, und zwar ganz nach den Gesetzen deutscher Wortbildung ge- 
formt sind, demgemäß auch unter dem Grundwort, d. h. dem letzten Theil der Zusammensetzungen, ihre 
Besprechung und Behandlung finden. Denn es versteht sich, daß unter Minister mit Handels= 2c., zugleich 
auch Finanz-, Justiz-, Kultus= rc. Minister zu erwähnen und zu besprechen sind, wie andrerseits z. B. 
Minister-, neben Botschafts-, Gesandtschafts-Hötel seine richtige Stelle unter Hötel findet 2c. 
Welche Vortheile durch so planmäßige Anordunng für kurze und zugleich lichtrolle Behandlung 
des Ganzen erwachsen, habe ich in meinem „Programm eines neuen Wörterbuchs der deutschen Sprache“ 
ausführlich erörtert und durch das deutsche Wörterbuch selbst hoffentlich thatsächlich erwiesen. 
8 10. Die bisherigen Fremdwörterbücher enthalten — wohl um durch die große Zahl der von 
ihnen gebrachten Artikel zu imponieren, — eine Menge des unnöthigsten Ballastes, s. § 5—7; ferner er- 
wähne ich als Beispiele dafür aus den ersten Seiten bei Heyse nach der 13. Auflage, da in der neuen (wohl 
in Folge unsres Tadels) die hier beispielsweise aufgeführten Artikel zum Theil oder ganz getilgt sind: 
„Abannation, k. ml. (ab-annatio von ab und annus) Rspr. der Jahresbann, einjährige Landes- 
verweisung wegen (vorsätzlichen oder unvorsätzlichen) Todtschlags, um das Geschehene durch Abwesenheit 
des Thäters in Vergessenheit zu bringen." 
Solche Handhabung des Rechts und damit der Ausdruck dafür ist längst veraltet. Dasselbe gilt 
für den folgenden Artikel mit (nebenbei bemerkt) nicht ganz richtiger Erklärung: 
„Ibellaglum oder Abollagkum, n., mittellat. (franz. abeillage von abeille, Biene, vom lat. 
apicula, Verkleinerung von apis), das Bienenrecht, Zeidelrecht oder Recht eines Lehnsherrn an den 
Bienenschwärmen seiner Lehensträger;“ 
serner z. B. „Abinu Mlalkenu, hebr., d. i. unser Vater, unser König, Anfang des ll. eines] 
Gebetes, welches die Juden am Neujahrstag beten." 
Mit demselben Recht könnte man für die Anfangsworte sämmitlicher jüdischen Gebete Aufnahme 
im Fremdwörterbuch beanspruchen, doch findet sich zum Glück bei Heyse weder Arbn Olim, noch Köl Nidre, 
noch Mä töb u. s. w. 
Man wird es mir hoffentlich Dank wissen, daß ich durch Ausmerzung so ganz überflüssiger Artikel 
Raum zu gewinnen gesucht habe für die so ungemein große Menge von heute wirklich in deutscher Rede
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        VII 
und Schrift vorkommenden fremden Ausdrücken, sammt den für das Verständnis und den Gebrauch 
nöthigen Bemerkungen. Gölte es, ohne Rücksicht auf den Raum, nur möglichst viele Artikel zu bringen, 
Nichts leichter als Das, wobei man nicht einmal zu den Ausdrücken des mittelalterlichen Rechts zurück- 
zugreifen braucht. Man dürfte z. B. nur sämmtliche botanische Pflanzennamen ins Wörterbuch auf- 
nehmen; man denke ferner an die vielen Fremdwörter der Anatomie, der Mediein u. s. w. Wir aber 
haben von vorn herein mit gutem Bedacht alle Fremdwörter ausgeschlossen, über die einigermaßen ge- 
nügende Auskunft doch nur in fachwissenschaftlichen Werken gegeben werden kann. 
8 11. Nicht bloß einzelne Fremdwörter kommen in deutscher Rede und Schrift vor, sondern 
auch stehende Verbindungen mehrerer theils zu Redensarten, theils zu ganzen Sätzen. Die letztern (ogl. 
Büchmann's Gestlügelte Worte) — so fern sie hier Aufnahme zu finden berechtigt sind — hat man immer 
unter dem ersten Worte zu suchen, z. B. (frz.): A bon entendeur peu de paroles; (engl.) Knowledge is 
power; (ital.) Anch'’ io sono pittore; (lat.) Amisus Plato, amicus Aristoteles, magis amica reritas; 
(griech.) Autos epha (s. Gorthe 3, 42 = curêx 0a) bezüglich unter à; kuowledge; anch'; amicus; 
Autos, wobei zu beachten, daß wir die wenigen griechischen Citate nach der erasmischen Aussprache mit 
deutschen oder lateinischen Lettern schreiben. 
Auch Redensarten in fremder Sprache findet man im Allgemeinen unter dem ersten Wort; nur 
die aus einer Präposition mit abhängigen Wörtern bestehenden Verbindungen (wenn sie nicht in ein 
Wort verschmolzen sind) unter dem Wort, das auf die Präposition und den etwa dahinter stehenden 
Artikel folgt. 
So führen wir z. B. die lateinische Präposition a mit der Nebenform ab auf und darunter die 
ost im Deutschen angeführten Sätze: potiori fit denominatio und Ab Jove principium (musæ); dagegen 
die Verbindungen: a baculo ad angulum schließen; a posse ad esse schließen; ab incunabulis; ab initio; 
ab instantia absolvieren; ab intestato; ab irato; ab ovo 2c. findet man nicht unter der Präposition, son- 
dern unter dem nächstfolgenden Wort; dagegen a posteriori; a priori, weil oft zusammengeschrieben und 
wegen der Fortbildungen aposteriorisch, apriorisch, aprloristisch, Apriorität sind auch in alphabetischer Reihe 
unter ap 2c. aufgeführt. Ahnlich finden sich à part; d plomb; 2 propos bezüglich unter part; plomb; 
propos; aber Apart (als Eigenschaftswort und Hauptwort); Aplomb (als sächliches Hauptwort); Apropos 
(in der Art einer Interjektion oder Präposition oder als Hauptwort) auch unter ap rc. in ihrer alphabeti- 
schen Stelle; dagegen à jour; à peu près; à quatre Cpingles; d quatre mains ic. nur unter jour; peu; 
quatre 2c. wie mal à propos unter mal 2c. Die Verbindung à la bonne heure hat man unter dem auf 
Präposition und Artikel à la folgenden bonne zu suchen, wie die italienischen Ausdrücke alla breve, all' 
ottava 2c.z col arco; colla destra nicht unter den allerdings aufgeführten und besprochnen all', alla, col, 
colla (vgl. im Deutschen Zusammenziehungen wie am, im, ans 2c.), sondern unter breve, ottava, arco, 
destra 2c. 
IV. Uber die Aussprache der Fremdwörter und die dafür im wörkerbuch 
gewählte Bezeichunng. 
8 12. Hier kann es natürlich nur darauf ankommen, die Aussprache genau so zu bezeichnen, 
wie sie bei gebildeten Deutschen gilt, ohne Rücksicht auf etwaige Abweichungen in der Grundsprache, wie 
denn ja die Deutschen bei Aufnahme vieler Fremdwörter mit denselben eine auf bestimmten Gesetzen be- 
ruhende Umformung vornehmen. Man vergleiche hierfür z. B. nur das lat. religio, frz. religion mit 
unserm Religion; ferner lat. religiosus, frz. religiens mit unserm religiös; ferner lat. religiositas mit 
unserm Religiosität rc. 
§ 13. Für die Laute, mit denen Fremdwörter im Deutschen ausgesprochen werden, reichen mit 
wenigen Ausnahmen die deutschen Buchstaben aus.
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        VIII 
a) Es sehlt uns ein Zeichen für den Laut des g im frz. génie, gleich dem des j im frz. jardin. 
Wir haben dafür, um zugleich vie Ahnlichkeit mit — und die Verschiedenheit von — dem im Deutschen 
durch sch bezeichneten Laut anzudeuten, die Buchstabenverbindung sh gewählt, also für die oben erwähnten 
französischen Wörter (vgl. § 16) die Bezeichnung sheni; shardeng 2c. 
b) Für die eigenthümlichen Laute des engl. th haben wir die Bezeichnungen dh und th gewählt, 
jene für das gelispelte s, diese für das gelispelte ß. 
e) Das engl. v ist bezeichnet durch uw. 
d) In Wörtern aus den semitischen Sprachen (dem Hebräischen, Arabischen rc.) ist dasch immer 
als Kehl-, nicht als Gaumenlaut zu sprechen, d. h. so wie er im Deutschen (außer in der Verkleinerungs- 
silbe chen) regelmäßig nach a; o; u; au lautet. 
e) Auslautendes d und t unterscheide man in Wörtern, wie: Präparan d und Präparant; Vigiland 
und Vigilant 2c. 
8 14. Das in Fremdwörtern vorkommende v, v entspricht regelmäßig dem im Deutschen durch 
wbezeichneten Laut und ist also, wo nichts Andres bemerkt ist, auch so auszusprechen, vgl. die Wörter 
auf iv, wo das v wie f lautet, aber bei Verlängrung um eine oder mehrere Silben den Laut des w an- 
nimmt, z. B. Metiv (spr. motif), aber: Moilve, motivieren (mit dem Laut w); ebenso passiv (spr. passif), 
Pässiv (spr. Pässif), aber: Passiva; passiver Widerstand; Passivität 2c., so namentlich das Eigenschaftswort 
vif, dazu: Ein vives Regen und Treiben 2c., vgl. Vive Lipr. wiw] la republique 1 2c. 
8 15. a) In der Silbe ti mit tonlosem i vor Vokalen lautet in Wörtern der latein. und der 
romanischen Sprachen das t in der Regel wie deutsches z, wenn vor dem t nicht ein s. t oder x steht, z. B. 
bei den vielen Wörtern auf — tiön, wie Abjectiön; Ablokatiön; Abolitiön; Absolutiön; Abstraktiön; Natiön 2c.; 
ferner: Abolitionist; nationäl 2c.; Justitia (vgl. Justi); Justitiärlius); Nüntius 2c.; dagegen mit dem Lant des 
t nach s, z. B. in Söstium; Ostiärius; Vestiärius; Höstke 2c.; serner in mürtio 2c. und mit betontem i in 
Elephantiasis r2c., wie Üüberhaupt in griech. Wörtern, z. B.: Antenantköse; Enantlodromte; Himätson, Leöntken; 
Pheiditkon; Syssitlon rc. 
Vgl. namentlich Notiön (lat., spr.: nozion) und Notioldg 2c. (gr., spr.: noti-olög); ähnlich 
Stia (lat., spr. özia), als Mz. zu ötium und: Htia (gr., spr. öli-a), als Mz. zu Stion, wie 
Ottäter 2c. 
b) Bei vielen Eigenschaftswörtern auf —ant aus dem Französischen haben wir (vgl. § 16) das a 
mit einem versehn und daneben in Klammern die der nasalen Aussprache des Französischen entsprechende 
Bez. —äng gesetzt, um so anzudeuten, daß neben dieser frz. Weise die deutsche (ohne Nasallaut mit tönen- 
dem t), nam. bei Verlängrungen vor einem e Platz greift, z. B.: 
Elegänt (frz. -äng) u. ä. m. 
8 16. Um zugleich mit der betonten Silbe deren Dehnung oder Schirfung hervorzuheben, setzen 
wir jedesmal über den Vokal der betonten Silbe, wenn er gedehnt ist, das Zeichen, wenn er geschärft 
ist, das Zeichen (was natürlich mit der Bezeichnung der Quantitit in der Ursprache Nichts zu thun hat), 
z. B. der Doͤlior, die Doktören, womit bezeichnet ist, daß in der Einzahl des Worts die erste Silbe betont 
und zugleich geschärft ist, also auszusprechen, wie die erste Silbe des deutschen Worts Decke; daß dagegen 
in der Mehrzahl die zweite Silbe betont und zugleich gedehnt ist, also auszusprechen wie in dem deutschen 
Wort Thor 2c. So z. B. auch Anatöm; Astronöm; Philolög; Philosöh; Philosoph##e 2c., sämmtlich mit be- 
tonter und gedehnter Endsilbe (wobei es uns hier nicht berührt, daß die entsprechenden Friechischen Wörter 
für den mit § bezeichneten Laut keln langes o oder o mega — — sondern ein kurzes o oder o mikron 
— o — haben und daß die Endung —le einem 2cr (Ia) mit kurzem i entspricht). 
8 17. Ist der betonte Laut (s. § 16) ein Diphthong oder Digraph, so haben beide ihn bildende 
Buchstaben das Dehnungszeichen, z. B. Näm sausgesprochen wie ätu]; Aäron; Bääl 2c.; Fes Allés: Idẽt c.; 
Barbier; barbieren; regieren; Regisrung 2c.; Lööp; Löölse; Tösn-Bank 2c.; Bäfram oder Beiram; Mäiran 2c.; 
De oder Dehj; Kleidagra; Peitho rc.; Böl oder Böh; #ula; Näütik rc.; Nel#rum; Rheüma rc.
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        IX 
8 18. In Fällen, wo die beiden Laute eines Digraphs (s. § 17) getrennt zu sprechen sind, ist 
Dies entweder durch den Accent oder durch die s. g. Trennungspunkte (puncta diæreseos, Trema), zu- 
weilen auch durch Beides zusammen bezeichnet; wo Dies nicht angeht, durch Divis (-) und zur Scheirung 
des zweisilbigen ie vom einsilbigen oft das Zeichen der Kürze über dem i angewantt, z. B. Ner; Akronalt; 
A#z; Ais; Danasten 2c.; Olein; kreieren; Deismus; deistisch; deisicteren; rei rindicätio; Reite- 
ratiön 2c.; Abikle; Abituriént 2c.; Cykloide; Konoid; Hämorrhoiden; hämorrhoidälisch 2c.; Boötes; 
Jubiläum; Museum 2c.; Däna-us; Ari-ze; Gräzi-e; Famkli-e oder Arle; Gräzle; Famille; Hi-erarchte 2c.; 
O-olith; Zo-zologie oder Oölith; Zeölogke 2c. 
§ 18a. Des Divis bedienen wir uns auch zur Verdeutlichung einer bedeutsamen, aber bisher 
in allen Fremdwörterbüchern unbezeichnet gebliebnen Nüance in der Aussprache der Weichlaute (6; d; 9) 
vor (undr. 
Schließen die Weichlaute die Silbe, so werden sie — nach deutscher Weise — wie die entsprechen- 
den Hartlaute (p; t; h gesprochen; dagegen haben sie ihren eigentlichen weichen Laut, wenn sie sich an 
das nachfolgende l oderr anschließen. In dentschen Wörtern tritt der letztere Fall gewöhnlich nur ein 
durch den Wegfall eines e, z. B. in nied (ehrig, das zweisilbig gesprochen wird: uie-drig (mit weichem 
d im Anlaut der 2. Silbe), während dagegen niedlich mit hartem Laut am Schluß der ersten Silbe 
klingt wie niet-lich. So reimt schäd lich (gesprochen wie schät-lich) ganz rein mit thällich, während der 
Weichlaut entschieden hervortritt in: kurzschä-dlig, langschä-dlig — kurzschädoolig 2c. 
Man vgl. ferner z. B. 
lieb-lich (gesprochen wie lieplich) — und: hochgie-b(lig; 
erheb-lich — und: gelbschnä-b(e)lig; 
kamerad-lich — und: unta-dle)lig; a-d(e) lig; 
un verzüg-lich; betrug-lich — undihügle)lig; großflu-g e)lig; 
gefänglich; läng-lich — und: quen-gle) lig #. 
und als besonders hervortretend: 
üb-lich, Ub--lichkeit — und: U-ble) ligkeit (im Sinn von Übelteit) 2c., s. Sanders 
Katechismus der Orthographie S. 86 ff. 
Hiernach wird man ohne Weiteres erkennen, weßhalb wir z. B. in den alphabetisch auf einander 
folgenden Wörtern ab-radieren und A-braham zur genauen Bezeichnung der Aussprache das Divis 
im ersten Wort nach ab., im zweiten nach A- setzen, und wird demgemäß aussprechen: ap-radieren und: 
N.braham, vgl.: Ab-legieren und A--blepsie; Ad--lictus und A-dlie; Ad-ramieren und 
A--drastka u. á. m. 
Wo in solchen Fällen kein Divis steht, gehört der Weichlaut zum nachfolgenden ##od. r und ist 
also als Weichlaut zu sprechen. 
8 19. Zuweilen findet sich für ein Wort doppelte Aussprache. Diese wird dann besonders 
angegeben. Dazu gehört auch doppelte Betonung, die wir in der angegebenen Weise (§ 16) bezeichnen 
oder, durch die bekannten metrischen Zeichen z. B. Altän oder Ältan — oder Altäu (—); Altär; Altar; 
Beelzebub oder Beelzebub (—. 
8 20. Wir führen zuweilen mehrere Artikel hinter einander in folgender Weise auf: 
Nak-ide :. — sos, -us 2c., 
wo durch das Divis (-) die Wiederholung des vor demselben stehenden Worttheils bezeichnet ist, also hier 
z. B. Aakos, Äakus, aber auch zugleich, daß in Aakide außer dem Hauptton auf der dritten noch eine 
Art Nebenton auf der ersten Silbe liegt. 
8 21. Bei Aufführung mehrerer Wörter oder ganzer Sätze (§ 11) bezeichnen wir die Aussprache 
sedes einzelnen Worts. Hierbei ist zu beachten, daß in Versen (namentlich lateinischen) bei Hervor- 
hebung der Skansion manche Abweichungen von der Aussprache der einzelnen Wörter in der Prosa vor- 
kommen. So spricht man z. B. in der Prosa timeo und Dänaos; aber trotzkem accentuiren wir die
        <pb n="10" />
        X 
Silben der Skansion gemäß in dem virgilischen Vers: Timeö Danacs et döna feréntes ꝛc. Die hierbel 
vorkommende Verschmelzung zweler Silben in eine (die s. g. Elision) bezeichnen wir durch das Hyphen 
C), z. B.: Mens säna-in Ispr. fast: sän’ in] cõrpore säno; Näturam C#xpelläs furcä, tamen usque 
recürret Ifast: nätur’ 2c.1. 
V. Uber die grammatischen Verhältnisse der Kremdwörter. 
8 22. Darüber vermisst man in allen bisherigen Wörterbüchern fast jede Bemerkung. Im 
Allgemeinen ist nur, namentlich auch bei Heyse, das Sprachgeschlecht der Substantiva angegeben, für 
alle andern Redetheile fehlt es auch an der geringsten grammatischen Andeutung. Wer nun aber z. B. 
hinter Mouolog nur ein m. findet (zur Bezeichnung des Worts als masculinum) und ebenso hinter 
Philolog, kann unmöglich daraus erkennen, daß dort die gewöhnliche Abwandlung lautet: des Monologle)s; 
die Menologe, hier: des Philologen; die Philologen. Bei Direktor fügt auch Heyse hinzu: pl. Direktören; 
schweigt aber über den Genitiv (wie bei den daneben stehenden Direkteur, Dirigent weder Genitiv noch 
Mehrzahl erwähnt wird); ähnlich führt er auch an: Pästor, landschaftlich auch Pastör, m., pl. Pastören; 
dagegen fehlt (wofür zunächst mein deutsches Wörterbuch die Belege bietet) die Mehrzahl Pastöre, Pastöre 
und neben der Verkleinerung Pästorchen die Form Pastörchen; ferner außer dem Genitiv: des Pästors auch 
die ganz lateinische Abwandlung u. ä. m. 
&amp; 23. In unserm Wörterbuch sind die Hauptwörter (Substantiva) als solche, und zugleich 
ihrem Geschlecht nach bezeichnet durch m., f., n. Dann folgt der Genitiv, der aber bei allen weib- 
lichen Hauptwörtern als gleichlautend mit dem Nominativ fortbleibt'); dann 
der Plural (Mehrzahl); wo er unverändert, wie die Einzahl lautet, bezeichnet dies ein uv.; wo er fehlt, 
eine Null (O). Wo dann noch eine Form mit nachstehendem Bindezeichen (-) folgt, ist es die des Be- 
stimmungsworts in Zusammensetzungen. Danach bezeichnet z. B. 
„Inktion, f.; -en; —s-“: Auktion, weibliches Hauptwort mit unverändertem Genitiv; Mehr- 
zahl Auktionen; al“ Bestimmungswort in Zusammensetzungen: Auktions, z. B. Auktions-Katalog 2c.; 
doch haben wir bei den weibl. Hw. auf iön, tärt 2c. die entsprechende Form des Bestimmungsworts (durch 
angehängtes s) meist unbezeichnet gelassen. 
Neben einander vorkommende Formen sind durch ein Komma (nicht, wie die für verschiedene 
Verhältnisse dienenden, durch ein Semikolon) getrennt oder die minder üblichen in Klammern () ein- 
geschlossen, also z. B. (vgl. § 22): 
Häst-or (—), m., —; ören, (-öre,-örc) 2c. Wo über die Form der Verkleinerung Besonderes 
zu bemerken ist, geschieht dies hinter vorangeschicktem „Verkl.“ — Hauptwörter, die nur im Plural vor- 
kommen, werden durch pl. bezeichnet. 
Es versteht sich wohl ohne Bemerkung, daß für die Angabe über das Geschlecht eines Fremdworts 
der Gebrauch im Deutschen, nicht in der Ursprache die Norm giebt. So verzeichnen wir z. B. beau 
monde als f. (obgleich es im Franz. m. ist, vgl. demi-monde); comitc, als n. (nur vereinzelt m., — 
obgleich es im Franz., wo es überhaupt kein Neutrum giebt, nur m. ist) Committee (Kommitte) als f., 
obgleich das englische Wort als neutr. zu bezeichnen wäre 2c. 
*) Doch wollen wir hervorheben, einerseits, daß bei weibl. Eigen namen sich eine vom Nomi- 
nativ verschiedne und deßhalb auch besonders aufgeführte Genitivform findet (z. B. Arbrede, Genit.: 
es oder ens; Ev.a, Genit.: —6 oder · ens 2c.) und andrerseits, daß auch bei nicht weibl. Hw. statt der 
Genitiv-, wie auch statt der Pluralsorm auf —s in larerer Weise sich nicht selten die unveränderte Form 
des Nominativs der Einzahl findet, wenn das zu bezeichnende Verhältnis durch den vorgesetzten Artikel 
zur Genüge deutlich ist.
        <pb n="11" />
        XI 
8 24. Die im vorigen §&amp; besprochene Abwandlung ist sozusagen die dentsche der fremden Haupt- 
wörter. Doch findet sich bei manchen lateinischen Substantiven daneben auch vollständige lateinische 
Deklination. 
Für Nichtkenner des Lateinischen folgt deßhalb hier das Schema der fünf Deklinationen in 
dieser Sprache: 
1. Deel. 2. Decl. 3. Decl. 4. Deel. 5. Decl. 
neutr. neutr. neutr. 
Singular. 
Nom. ã us, er; um us; u es 
Gen. o i is us; u ẽi 
Dat. æ o i ui; u ki 
Acc. am um em, lim); wie Nom. um; u em 
Voc. ã e, er; um wie Nom. us; u es 
Ablat. ã o e, i u ¾l 
Plural. 
Nom. # i; a es; a (ia) us; üa es 
Gen. ärum õrum um, (ium) üum ẽrum 
Dat. is i Ibus Ibus ébus 
Acc. as os; a es; a (ia) us; ũa es 
Vec. #p a es; a (ia) us; ũa es 
Abl. is is lbus Tbus ẽbus 
Findet man bei einem Hauptwort in [J einen Hinweis auf § 24, so bedeutet Dies, daß für 
dasselbe auch ganz lateinische Abwandlung vorkommt, und zwar bezeichnet die kleine Ziffer hinter der 
Zahl des §, nach der wievielten Declination das Wort geht, und ein hinter dieser Ziffer stehendes n. 
macht auf die für die Neutra geltenden Abweichungen aufmerksam. Bei den Wörtern der dritten 
Deelination wird noch jeresmal der Genitio besonders angeführt. Wir geben einige Beispiele: 
Daragräph, m., -—en, (—#); —en; Parägraphus, m. I§ 24, 2), z. B.: Versetzte ihm ein Parä- 
grarhum über den Kepf. Simplicissimus 1, 4631 (vgl. Circumflex); Habt euch vorher wehl präpariert,] Parä- 
graphos wohl einstudiert. Coethe 11, 79 2c. 
Théema, n., —#; —, (Themen), I§8 24, 3, n., thsmatis), z. B.: An 2 helerogenen Thematis Lnach 
8 24, 2 st. 24, 3: Themätibus] zu gleicher Zeit zu arbeiten. Heine 20, 43. 
inis, m. [§ 24, 31, 3. B.: Sie haben auch geruht, in fine finõrum Ifalsch st. finiumysich ein Tedes- 
urtheil zu verbilten. Schücking Bronckh. 2, 316 rc. 
8 25. Die Verba (Zeitwörter) find als tr. (Transitiva), intr. (Intransitiva — mit Angabe 
des Hilfszeitworts); refl. (Resteriva) oder impers. (Impersonalia) bezeichnet. 
Die Konjugation ist hier überall die s. g. regelmäßige oder schwache. Nur das Participium 
Präteriti erfordert hier eine allgemeine Bemerkung. Es wird (abgesehn hier von zusammengesetzten 
Zeitwörtern) bekanntlich mit oder ohne die Vorfilbe ge gebildet, je nachdem der Ten auf der Stammfibe 
ruht oder nicht. Dies Letztere ist überwiegend bei den fremdher entlehnten Zeitwörtern der Fall, nament- 
lich den unzähligen mit der Endung seren, denen sich auch die in § 8 erwähnten von deutschem Stamm 
anschließen; vgl. ferner mit betonter Endung (und also im Particip richtig ohne ge), z. B. benedrien, 
malerelen, Frorbeckien, schalmeien c.; drommeten, trompkten; posälnen, alälnen, kap älinen; stibitzen; cham- 
rägnern 2c. —, woran sich auch, außer denen auf ieren in § 8, noch einige ganz deutsche Wörter schließen, 
namentlich miäüen und offenbären, vgl. Dreimal hat der Kater misüt Llohne ge] (GBürger 303a) und: Er hat 
dreimal gemant svon dem deutsch betonten mauen); Er hatte ihr auch eine Neuigkeit offenbärt. prutz Musik. 
2, 236. Freilich findet sich hier — namentlich im kirchlichen Sinn — ge ffenbart (s. mein Deutsches 
Wörterb. 2, 466b), wie sich auch (s. 1. 1. 1, 1146) neben dem regelmäßigen Particip benereit noch oft
        <pb n="12" />
        XII 
gebenedeit findet (veraltet allerdings auch z. B. bei Luther: Wir gebenedelen Gott 2c.). Doch solche 
einzelne Abweichung erwähnen wir natürlich an ihrer besondern Stelle, während es hier vielmehr galt, 
die allgemeine Regel festzustellen. Und so heben wir denn nur noch hervor, daß Zeitwörter fremden 
Stamms mit deutscher Betonung sd. h. auf der Stammsilbe] im Particip die Vorsilbe ge haben, vgl.: 
Einige haben champrägnert sohne ge], Andre gepunscht; Daß der heilige Johannes den Frevler gelyncht habe. 
Meißner Schwarzg. 2, 205; Volksz. 13, 272 2c.; Gebenscht, gemäüschelt, geschächert rc. von pünschen, lönchen; 
benschen, mäscheln, schächern rc. 
8 26. Auch bei allen andern Wörtern (s. § 23; 25) ist die Klasse der Redetheile, denen sie 
angehören, mit den bekannten, allgemein üblichen Kunstausdrücken bezeichnet, wobei wir nur noch be- 
sonders hervorheben, daß die Steigerung der fremden Adjective (bezeichnet durch a. — adj. und adv.) 
immer ohne Umlaut erfolgt. 
VI. Uber die Stymologie der Fremdwörter. 
8 27. Gewöhnlich geben wir bei jedem Fremdwort an, aus welcher Sprache es stammt, und 
sügen in Fällen, wo Dies zur Begriffserklärung beiträgt, in Anführungszeichen („— ) eingeschlossen, 
bei, welche Bedeutung das Wort in der Sprache hat, aus der es entlehnt ist. Unzulässig aber erscheint 
es uns, wie es Heyse thut, einen bedeutenden Theil des so sehr zu Rathe zu haltenden Raums auf 
etymologische Bemerkungen zu verwenden, welche — ganz von der Oberfläche geschöpft — sich für Alle, 
die nur einigermaßen mit der Ursprache bekannt sind, als unnöthig, für Andre aber als nuglos erweisen. 
In Fällen aber, wo auch für Diejenigen, welchen die gewöhnliche Kenntnis der Grundsprache nicht 
abgeht, die Etymologie zu erfahren wünschenswerth sein dürfte, geben wir sie — soweit uns selbst eine 
sichere oder doch mindestens wahrscheinliche bekannt ist — in gedrängter Kürze, während ein tieferes Ein- 
gehen natürlich etymologischen Wörterbüchern vorbehalten bleiben muß (s. z. B. für die romanischen 
Sprachen das von Fr. Diez, vgl. ferner Mahn 2c.). 
1 
VII. Beispiele und Belege im Wörterbuch. 
8 28. In den bisherigen Wörterbüchern fehlen jene meist, diese durchgängig. Anch uns legt 
die Rücksicht auf den Umfang hier strengste Maßhaltung auf und so werden wir Beispiele in sorgsamster 
Auswahl nur beifügen, wo undin so weit sie die Bedentung eines Fremdworts, den Umfang seines Ge- 
brauchs, die üblichen Verbindungen mit andern Wörtern und die Rektion 2c. erläutern. In einzelnen 
Fällen werden wir den Beispielen auch die genaue Belegstelle beifügen müssen. Besonders aber werden 
wir Belege geben für die Fremdwörter, die in den bisherigen Wörterbüchern, namentlich im Heyse'schen, 
fehlen; ferner da, wo es gilt, das Verkommen seltner Formen bei mustergültigen Schriftstellern nach- 
zuweisen. Beliebter Kürze halber aber werde ich da, wo die Nachweise — namentlich in größerer Zahl — 
schon in meinem „Deutschen Wörterbuch“ enthalten sind, mich darauf beziehen mittels eines So., welsches 
bedeutet: sieh das betreffende Wort in Sandere' dentschem Worterbuch. 
VIII. Worterklärung und Verdentschung. 
8 29. Die Bedentung oder die Bedentungen jedes aufgenommenen Fremdworts sind wir be- 
strebt, durch möglichst entsprechende deutsche Wörter oder, wo Dies nicht angeht, durch möglichst genaue 
und erschöpsende Erklärungen anzugeben. 
Es mag mir vergönnt sein, hier aus meinem „Programm eines neuen Wörterbuchs der deutschen
        <pb n="13" />
        XIII 
Srrache“ S. 60 — wo ich mich weitläusiger darüber ausgesprochen — wenigstens felgende Worte zu 
wiederholen. 
„Für die Fälle, wo nur aus Bequemlichkeit das Fremdwort gewählt wird, kann das Wörterbuch 
Manches zur Reinigung des Austrucks beitragen; aber gleichzeitig wird es dem Wahn entgegentreten 
müssen, daß überall — was in der That nur sehr selten der Fall ist — Fremdwort und Verdeutschung 
sich vollständig decken, und wird des halb in möglichster Kürze auf die verschiedenen Nüancen des Begriffs 
hinreuten“ r2c. 
Und hier möchte ich dann die Worte Goethe's (32, 221) anfügen: 
„Die Muttersprache zugleich reinigen und bereichern ist das Geschäft der besten Körfe; Reinigung 
ohne Bereicherung erweist sich öfter geistlos. . Es giebt gar viele Arten von Reinigung und Be- 
reicherung, die eigentlich alle zusammengreifen müssen, wenn die Sprache lebendig wachsen soll.“ 
Nicht dringend genug freilich kann das Streben nach möglichster Reinheit des deutschen Ausdrrucks 
empfohlen werden; nicht heiß genug gebrandmarkt die Verunreinigung unsrer Muttersprache durch 
Sutler, die namentlich beim Utersetzen aus fremden Srrachen und in Zeitungen oft die Mühe schenen, 
den richtigen, guten deutschen Austruck zu suchen, zuweilen aber sogar tböricht wähnen, durch den Ge- 
brauch von Fremdwörtern in deutscher Rere sich den Schein höherer Bilrung geben zu können, und im 
Rückblick karauf wird man freudig in vollem Maße das Verdienstliche in dem Wirken Campe's 
anerkennen; aber bei all dieser Anerkennung mus man es doch als einen Irrthum bezeichnen, wenn 
Camre glaubte, der Verfasser eines Fremdwörterbuchs könne und müsse für jedes Fremdwort ein ent- 
sprechendes deutsches — finden oder machen, um alles Fremde aus unsrer Sprache auszumerzen. Der 
Wörterbuchschreiber hat überhaurtk nicht die Srrache zu „machen“, sondern nur von der gewordnen ein 
möglichst genaues Bilr zu geben. Natürlich wird und mus er bestrebt sein, ein offnes und reges Gefühl 
zu haben für all die lebensfähigen Keime, aus denen sich eine Bereicherung und Reinigung der Srrache 
entwickeln kann, und in diesem Sinn wird man ihm wohl auch gern die Berechtigung zugestehen, hier 
und da einen Vorschlag zu wagen mit dem stillen Wunsch, daß er Anerkennung und allgemeine Auf- 
nahme finden möge.) 
IX. Schluss. 
Hier folgten ursprünglich nun noch „Proben“, in denen das bei Heyse Feblende durch ein ver- 
gesetztes Zeichen bemerklich gemacht war. 
So lange ich erst in allgemeinen Zügen den Gruntriß des Baues verlegen konnte, mochten diese 
— — 
*) Als ein Beifpiel solcher Vorschläge, wie sie unser Wörterbuch freilich immer nur in mäßiger 
Zahl bringen wird, geben wir das Folgende: 
Für telegrarbische Antwert findet man bereits vielfach in Anwendung den sreilich noch in kein 
Wörterbuch aufgenommenen Ausdruck: Draht-Antwert, wie denn in Baden selbst schon amtlich für 
telegrarbische Derxesche oder Telegramm der Austruck Drahtbericht gilt. Hierin erblicke ich einen lebens- 
fähigen Keim für die Entwicklung deutscher Austrücke im Bereich der Telegraxhie. Zunächsi mochte ich 
den Wunsch aussrrechen, das größere Zeitungen es sich angelegen sein ließen, die erwähnten deutschen 
Ausrrücke in Umlauf zu setzen in Verbindung mit den sich unmittelbar anschließenden Kabel-Antwort, 
Kabel-Bericht, wo es sich nicht um Mittheilungen durch den elektrischen Draht, sondern durch das unter- 
seeische Kabel bandelt. Wie leicht und schnell sich die Schärfe des Ungewöhnlichen bei neugerrägten 
Wörtern auf diese Weise abschleist, weiß man durch die Ausrrücke Abrusten und Abrustung, die namentlich 
durch die Zeitungen von 1866 für desarmieren und Deearmierung in Aufnahme gekemmen sind. 
Sehr leicht würde man sich dann auch wohl an die fürs Erste freilich noch ungewöhnlich klingen- 
den Zeitwörter rrahten und kabeln für telegrarhieren gewöhnen und dann ergäben sich von selbst Neu- 
bilrungen wie: zurück-drahten, kabeln; Rückrrahtung (Rückkabelung) bezahlt; Drahtung, Kabelung; Drahtungs- 
(Kabelungs-) Amt (Telegraphenbüregu]; -Beamter (Telegraphistl u. ä. m.
        <pb n="14" />
        XIV 
Proben zur Erläutrung des Beabsichtigten nothwendig erscheinen; nun aber bleiben sie natürlich als 
überflüssig weg; denn das Werk selbst steht jetzt aufgerichtet und zu Ende geführt da und mag und muß 
nun für sich selber sprechen. 
An Fleiß und Sorgfalt habe ich es nicht fehlen lassen und so darf ich denn wohl hoffen, wie ich 
es von Herzen wünsche, daß dieses Wörterbuch sich Denen, die es zu Rathe ziehn, als brauchbar und 
nützlich bewähren wird. 
Dem vorliegenden Neudruck dieses Buches habe ich nach dem Vorstehenden Nichts hinzuzufügen. 
als den Hinweis auf mein inzwischen in demselben Verlage erschienenes Verdeutschungs- 
wörterbuch. 
Altstrelitz, Januar 1891. 
Daniel Sanders.
        <pb n="15" />
        a., Adjektiv u. Adverb. 
(Eigenschafts= und 
Nebenwort.) 
Abltg., Ableitung. 
abstr. Abstrakt 
Abstr. akt(um). 
Accus., Accusativ. 
Ackerb., Ackerbau. 
adj., Adjektiv(Eigenschafts- 
wort). 
adv., Adverb (Nebenwort). 
ags., angelsächsisch. 
ahd., althochdeutsch. 
akt., (aktiv on der thätigen 
Akt.,Aktiv] Form des Zeitworts. 
allem., allemannisch. 
allgm., allgemein. 
altn., altnordisch. 
Anat., Anatomie (Zergliede- 
rungskunst). 
Anm., Anmerkung. 
Appos., Apposition. 
arab., arabisch. 
Astron., Astronomie (Stern- 
kunde). 
Attr., Attribut. 
Ausspr., Aussprache. 
bair., bairisch. 
Bank., Baukunst. 
Bchdr., Buchdruckerei. 
Bdw., Bindewort. 
bed., bedeutet. 
Bed., Bedeutung. 
Bem., Bemerkung. 
Bergb., Bergbau. 
best., bestimmt. 
Best., Bestimmung. 
bez., bezeichnet; bezeich- 
nend. 
Bez., Bezeichnung. 
Bildh., Bildhauerei. 
Bot., Botanik (Pflanzen- 
kunde). 
bes., besonders. 
Bstw., Bestimmungswort. 
Buchst., Buchstabe. 
Abkürzungen. 
Bw., 
c., conj., 
Chem., 
Chir., 
Dampfm. 
dän., 
Dat., 
Dekl., 
d. h., 
d. i., 
df., 
ebd., 
eig., 
eigth., 
End., 
Ends., 
engl., 
entggstzt., 
Ew., 
Ez., 
I., 
"., 
—im 
Fabr., 
Färb., 
Festgb., 
fränk., 
fries., 
z., 
Fut., 
Fw., 
Gärb., 
Gärtn., 
Gen., 
Geogr., 
Ggstz., 
Glash., 
goth., 
—... 
Beiwort. 
Konjunktion (Binde- 
wort). 
Chemie (Scheide- 
kunst). 
Chirurgie (Wund- 
arznei). 
, (Dampfmaschine). 
dänisch. 
Dativ. 
Deklination. 
das heißt. 
das ist. 
derselbe. 
ein. 
ebenda. 
eigentlich. 
eigenthümlich. 
Endung. 
Endsilbe. 
englisch. 
entgegengesetzt. 
Eigenschaftswort. 
Einzahl. 
für. 
feminin, weibliches 
Hauptwort mit gleich- 
lautendem Genitiv. 
Fabrikwesen. 
Färberei. 
Festungsbau, Befesti- 
gungskunst. 
fränkisch. 
friesisch. 
französisch. 
Futurum (zukünftige 
Zeit). 
Fürwort. 
Gärberei. 
Gärtnerei. 
Genitiv. 
Geographie (Erd- 
kunde). 
Gegensatz. 
Glashütte. 
gothisch. 
. gr., 
Gramm., 
Grdw., 
gw., 
Hdl., 
hebr., 
hochd., 
holl. 
Hw., 
Imper., 
impers., 
Impf., 
Indik., 
Inf., 
interj., 
intr., 
ital., 
Zur., 
jur., 
T 
kaufm., 
Kompar., 
Konjktv., 
konkr., 
Kriegsw., 
Landb., 
griechisch. 
Grammatik (Sprach- 
lehre). 
Grundwort. 
gewöhnlich. 
Handel. 
hebräisch. 
hochdeutsch. 
bolländisch. 
Hauptwort. 
Imperatio (Befehls- 
form des Zeitworts). 
impersonell, unper- 
sönlich. 
Imperfekt (jüngstver- 
gangne Zeit). 
Indikativ. 
Infinitiv. 
Interjektion (Em- 
pfindelaut). 
intransitives Zeitwort 
italienisch. 
juristisch, der Rechts- 
sprache angehörig. 
kein. 
kanfmännisch. 
Komparativ. 
Konjunktiv. 
konkretes Hauptwort. 
Kriegswesen. 
Landbau. 
Landwrth., Landwirthschaft. 
landwrth. 
lat., 
litth., 
m., 
m., 
, landwirthschaftlich. 
lateinisch. 
litthauisch. 
mit. 
masculinum (männ- 
liches Hauptwort). 
mundartl., mundartlich. 
Math., 
Med., 
mhd., 
Miner., 
Mus., 
Myth., 
Mathematik. 
Medicint(Arzneikunde). 
mittelhochdentsch. 
Mineralogie. 
Musik (Tonkunst). 
Mythologie (Götter- 
lehre).
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        nam., 
Natgsch., 
Nbuw., 
ngr., 
nhd., 
niederd., 
niederl., 
nieders., 
Nom., 
o., 
od., 
Opt., 
Part., 
pass., 
Pers., 
Pharm., 
Philos., 
Phys. - 
pl., 
Plnr., 
Plsq., 
port., 
Präd., 
präp., 
Präs., 
Prät., 
Pron., 
Na., 
refl., 
reglm., 
rom., 
T 
Schausp. 
Schiff., 
Schristg., 
schwed., 
s. d., 
.8., 
Sg., 
skr., 
slaw., 
Mehrzahl. 
neutrum (sächliches 
Hauptwort). 
namentlich. 
Naturgeschichte. 
Nebenwort. 
neugriechisch. 
neuhochdeutsch. 
niederdeutsch. 
niederländisch. 
niedersächsisch. 
Nominativ. 
ohne. 
oder. 
Optik. 
Partieip (Mittel- 
wort). 
passiv (leidende Form 
des Zeitworts). 
Person. 
Pharmacie. 
Philosophie. 
Physik (Naturlehre). 
Plural; Hauptwort, 
das nur in der Mehr- 
zahl vorkommt. 
Plusqnamperfekt 
(längstvergangne Zeit). 
portugiesisch. 
Prädikat. 
Präposition (Verhält- 
niswort). 
Präsens (Gegemwart). 
Präteritum (Vergan- 
genhfit). 
Pronomen (Fürwort). 
Redensart. 
reflexiv (rückzielend). 
regelmäßig. 
romanisch. 
sieh. 
— Sive. 
Schauspielkunst. 
auf Schiffbau od. auf 
Schiffahrt bezüglich. 
Schriftgießerei. 
schwedisch. 
sieh dies. 
sogenannt. 
Singular, Einzahl. 
Sanskfrit. 
slawisch. 
sieh oben. 
spanisch. 
sprich. 
Sprachl., 
Sprchw., 
sorchw., 
Steig., 
Steinschn. 
Sternk., 
s. u., 
subst., 
Superl., 
spwot., 
Sowdtsch. 
Techn., 
Theol., 
Tonw., 
tr.:, 
türk., 
u., 
u. a. m., 
u. ä. m., 
überh., 
übertr., 
u. dgl. m., 
ugw., 
Uml., 
unpers., 
Untersch., 
nurglm., 
u. o., 
urspr., 
u. s. w., 
nv., 
u. v. a., 
u. v. ä., 
v., 
veralt., 
Vrbind., 
orkrzt., 
Verkl., 
ursch., 
vgl., 
Vb., 
Vhw., 
Vors., 
Vorw., 
vwdt., 
Vwdotsch., 
weidm., 
Weinb., 
XVI 
Sprachlehre. 
Sprichwort. 
sprichwörtlich. 
Steigerung. 
, Steinschueiderei. 
Sternkunde. 
sieh unten. 
substantivisch (als 
Hauptwort gebraucht). 
Snperlativ. 
sinnverwandt. 
, Sinnverwandtschaft. 
Technologie (Gewerb- 
kunde). 
Theologie (Gottesge- 
lehrtheit). 
Tonwort (onomato-= 
poetisches Wort). 
Transitiv (thätiges 
Zeitwort). 
türkisch. 
und. 
und Andres mehr. 
und Ahnliches mehr. 
überhaupt. 
übertragen. 
und dergleichen mehr. 
ungewöhnlich. 
Umlant. 
unpersönlich. 
Unterschied. 
nuregelmäßig. 
und oft. 
ursprünglich. 
und so weiter. 
unverändert. 
und viele andere. 
und viele ähnliche. 
von. 
veraltet. 
Verbindung. 
verkürzt. 
Verkleinerung (Dimi- 
nutiv, Deminntiv). 
verschieden. 
vergleiche. 
Verhältnis. 
Verhältniswort. 
Vorsilbe. 
Vorwort 
sition). 
verwandt. 
Verwandtschaft. 
weidmännisch. 
Weinbau. 
(Präpo- 
Weißg., Weißgärberei. 
Zahlw., Zahlwort. 
z. B., zum Beispiel. 
Zsstg., Zusammensetzung. 
zigstzt, zusammengesetzt. 
ssgzgn., zusammengezogen. 
zuw., zuweilen. 
zw. zwischen. 
Außerdem ist die Endung 
lich oft durch l. bezeichnet, z. B. 
männl., weibl., sächl., 
sachl., äußerl. u. s. w.; die 
Endung heit durch h., z. B.: 
Wahrh., Eigenh., Schönb., 
2c.; die Endung keit durch k., 
z. B. Richtigk., Nachlässigk. 
2c. Es kann dabei zu keinen Ver- 
wechslungen Anlaß geben, daß 
ein k. am Ende mancher Wörter 
— Kunde gilt, z. B. Erdk., 
Heilk., Naturk., Pflanzenk., 
Wappenk., Zahnheilk. 2c., 
in andern — Kunst, z. B. Bauk., 
Fechtk., Holzschneidek., 
Kochk., Rechenk., Reitk., 
Schauspielk., Tanzk., 
Turnk., Zeichenk. 2c. — Ein 
w. am Ende eines Worts bezeich- 
net Wort, z. B.: Fremdw., 
Grundw., Kunstw., Tonw. 
re., wobei oft ein in einem ge- 
wissen Fach oder Bereich ge- 
bräuchliches Wort gemeint ist, 
z. B.: Forstw., Hüttenw., 
Münzw. 2c., d. h. ein im Forst- 
wesen, Hüttenwesen, Münzwesen 
gebräuchliches Wort 2c. — Ein 
spr. am Ende von Wörtern 
bezeichnet Sprache, z. B. : 
Dichterspr., Umgangs- 
spr., Volksspr. u. s. w. In 
den Belegen bezeichnet: 
Bürger. 
Cham., Chamisso. 
G., Goetbe. 
G., Herder. 
IP., Jean Paul. 
Ki., Klopstock 
C., Lessing. 
Sch., Schiller. 
Is., — Sanders, Wörter- 
buch der deutschen 
Sprache. 
V., Voß. 
W., Wieland.
        <pb n="17" />
        A 
A 
A, der erste Buchstabe, als solcher oft das Erste, 
den Anfang, das Hauptsächlichste 2rc. bezeichnend: 
1) bei Waaren die gröbste od. die feinste Sorte, 
der sich B, Cic. anreihn; (Buchdr.) der erste Bogen 
eines Alphabets (s. d. ), Aa der erste Bogen des 
zweiten Alphabets 2c.; auf Münzen, die erste (wie 
B die zweite) Münzstätte eines Reichs 2c. — 2) im 
Gastz des letzten Buchst., 3, im griech. Alphabet O 
(Omega, s. Alpha), sprchw. zur Bez. für Anfang u. 
Ende, für das Allumfassende 2c.: Ich bin das Au. 
das O ldas Alpha u. das Omega. Eßl, der Anfang u. 
das Ende, spricht der Herr. Off. 1, 8 2c.; Seid v. Herzen 
froh, sDas ist das Au. O sdie Hauptsache]. G. 8, 
20; Es kehrte zu seinem A zurück, zu seinem A n. O. 
15, 51, Erstes u. Letztes als Inbegriff des Ganzen, 
sein Alles ꝛe. — 3) (Mus.) A, die als Stimmton 
angenommene Serte der C- Dur-Tonleiter; ; füher 
der erste Ton (s. Ut), dem der Reihe nach sich b 
Cjetzt h), e, d, e, f. g anschließen; ; auch das Zeichen, 
die Note für den Ton; die von diesem Ton aus- 
gebende Tonleiter 2c.: Das hohe, tiefe, ein-, zweige- 
strichne a; 2) A; A-Dur; A-Moll; Die A-Saite 
2c.; Das Kreuz (4 dient als Zeichen, das eine Note 
nm i/ Ton erhöht werden soll, was durch Anhängung 
v. „is“ an den Namen der Note bez. wird, wie die durch 
ein B (0) bez. Erniedrigung durch Anhängung v. „ (e)8“. 
So z. B. belßen A, C mit einem Kreuz: Als, Cis, 
mit einem Bi ͤs, Cisz mit einem Dorvel-Kreuz C#) 
oder Doppel-B 20) aber, wodurch die schon um ½ 
Ton erhöhte oder erniedrigte Note noch um ½ Ton er- 
böht od. erniedrigt wird: Aisis, Cists od. Asas, 
Césestc., s. auch B. — 4) (Rechenk.) A u. übrh. 
die ersten Buchst.: gw. Bez. der bekannten, wie 
die letzten (s. X) der unbekannten Größen. — 5) 
(Kalenderberechnung) Man schreibt zu allen Tagen 
des Jahres der Reihe nach die 7 Buchstaben A, B, C, 
D, E, F, G, so daß der erste Zänner A, der 2te B 2c. 
neben sich hat u., wenn man einmal durch ist, v. Neuem 
mit A angefangen wird. Der Buchst., der auf diese 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
4 
Art die Sonntage des Jahrs trifft, heißt der Sonntags- 
buchst. (Litera dominicälis) desselben. .. Im Schalt- 
jabr werden der 23ste u. 2 4 ste Februar mit einerlei Buch- 
staben, beide mit E, bez. Gehler 2, 724.— 6) als Präpos. 
s. S 11]: a) lat.: A od. (nam. vor Vokalen, doch 
auch vor Konsonanten) áb mit der Grundbed. von, 
. B.: A böve majöri discit ardre minor, vom 
ältern Stier lernt der jungre pflügen (wie die Alten 
sungen, so zwitschern auch die Jungen); A potiöri 
fit denominätio, von dem Hauxtsächlichen h her wird 
die Benennung genommen: A cb. Ab Jöre princi- 
piüm (Ulus#), mit Jupiter s. d.] fange an (das 
Lied)! 2c. Die Präpos. gilt auch als Vorsilbe in 
Zsstzgn, vgl. gr. nò (apo), deutsch ab 2c. — b) 
ital., auch verschmelzend mit dem Artikel, z. B. 
Ez., masc.;: al st. a il; allo st. a lo; fem.: alla st. a 
la; Mz., masc.: aist. a i; agli st. a gli; fem.; alle st. 
ale. — c) frz.: à, z. B. = zu, bei Berechnungen: 
5 Stück à 60 Ellen; ferner z. B.: A bön entendeur 
langtangdör] peu lpöl de paroles Iraröl]! verständigem 
Hörer genügen wenig Worte 2c. Verschmelzungen 
mit dem Artifel, z. B. masc.: au st. àa le; Mz. 
aux st. à les. — 7) (engl.) A (spr. ẽ, ä), der un- 
best. Artikel; vor Vokalen an (spr. éu), z. B.: A 
horse! Ihörs! a horsel my kingdom för a horse! 
lein Pferd! ein Pferd! mein Königreich für ein Pferd!! 
Ansruf Richard's III., der sich durch Flucht zu 
retten wünscht; An evil chance seldom comes 
alone (spr.: enn iwl tschinß ßeldem köms elön], 
ein Unfall kommt selten allein. Sprchw. — 8) (gr.) 
Als Vorsilbe, das sog. älpha privatirum, vor 
Vokalen an (ckr), entsprechend dem deutschen un, 
zur Bez. der Verneinung, des Nichtstatthabens, 
des Gegentheils 2c. — 9) In Abkürzungen (s. nam. 
auch Absolvo), z. B.: A.; a. od. Ao. — dnno 
((. d.); ferner: A. — Aülns (altröm. Vorname), 
auch = Augüstus, auf röm. Münzen, vgl. A. A. 
— 2 Augusti; ferner (kaufm.) a. auf Wechseln — 
accepttert; auf Kourszetteln — argent, Geld, Gastz 
1
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        2 acide 
Brlef, lettres 2c.; (Mus.) A. — Alto, Alt; ferner: 
Gaa, auf Necepten — äna (v. jedem Ingrediens 
gleichviel) a. a., 4d ácta; A. a. a., Amalgäm; 
A. a. C., änno änte Christum; A. A. (LI.) M., 4rtium 
(liberälium) magister; a. ær. vulg., änno æræ 
vulgäris; a. a. u. c., Anno ãb ürbe cöndita; A. B., 
Artium Baccaläüre-us; a. b., äürea bülla; arenösum 
bälne-um, s. auch Protestant; Abl., Ablativus; 
A. C., Augustäna conféssio; anno Christi 2c.; 
a. C., änno currénte; änni curréntis; Ac. — aca- 
déemia; Acc., Aceusativus; acc., accöpi; Acceptliert); 
accelerändo; Accompagnement 2c.; A. Chr., änno 
Christi; a. Cu. u., änte Christum nätum; a d., 
a däto; A. D., änno Dömini; add., addde, addätur; 
Adj., Adjectirum; Adjünctus; Adjutänt 2c.; A. E., 
Archi-Epfscopus; Aed., Aedilis; A. E. I. 0. V., 
s. Austria; Aem., Aemilins; æt., eetätis; a. f., 
Anni futüri; Ag., argentum; Al., aluminium; 
A. m., änno mündi; a. m. c., a mündo cöndito; 
An., anon., anönymus; Ao., Anno; a. o. c., 4b 
GSrbe CcôOndito; a. o. r., änno Oörbis redémti; a. prees., 
Anni preséntis; a. præt., änni prætẽriti; Aqd;, 
äqua; A. R., acadẽmiæ réctor; a. r., ãnno régni; 
a. r. s., änno recupeerätse salütis; Art., articulus; 
As., arsönicum; A. Ss., acta sanctörum; Au., au- 
rum; a. U., a Uso; a. u. c., dnno ürbis cöndita; 
auct., aut., äüdchtor, äudchtöre; Aug., Auguistus; 
Aur., äürum; Aurelius; a. u. s., äctum ut süpra; 
ax., axuüngia ic. 
Aacide: s. Aatide. 
Aadet (türk.), n., —;|0: das Herkommen. 
Hammer Oem. 10, 337. 
äk (holl.), n —(eys; -e; -e, f. ; —n: Fluß= 
fahrzeug auf dem Niederrhein, nam, zur Verschif- 
fung des Weins nach Holland. — Jak-idc, m., 
—n; —m: (Myth.) Nachkomme des Aakus, z. B.: 
Peleus (Sohn —), Achill (Enkel —), Pyrrhus (Ur- 
enkel des Aakus). —os, us, m.: ein Sohn 
Jupiter's, mit Minos u. Rhadamanthus als Nich- 
ter der Unterwelt waltend. — Sam (holl.), m., 
n., —(e)s; -e; f.; -en: Ahm, Ohm, ein Fluͤssig- 
keitsmaß, in Holland — 155, in Belgien = 112 
Litres. (Nach Zahlw. als Maßeinheit uv. Mz., 
z. B.: 4 A., vgl. 4 Fuß, Zoll 2c.) — Aamir: s. 
Amlr. — Aap (niedrd.), f.; —en; —#, en: Affe, 
nam. (seem.) — Besahnstagsegel. — Aarib: Be- 
duine, s. d. u. Araber. — Släron Chebr.), m., —#; 0: 
A., Aharon, in der Bibel der Name v. Moses' ältrem 
Bruder, dem ersten Hohenpriester: A-s--Bart (s. 
Pl. 133, 2);Stab (s. 4. Mof. 17, 8, auch bilrl., 
wie Prlesterstab, z. B. Herwegh 1, 93); Wurziel), 
auch als Pflanzenn. — Arum maculatum, Zehr- 
wurz (in Vermischung m. gr. Too', lat. arum). 
— Snärs-Odast (türk.), m.,—#, -6: Audienzsaal. 
Hammer 10, 337.— S(agJschiret (türk.), m., -6; —: 
Stamm. Hammer 10, 337.— A(ã)schr (türk.), m.: 
der zehnte Theil, z. B. des Korans. 3, 1; der Zehent. 
478, z. B.: A. Dit, der Blutzehent, Blutgeld. 8, 
Abaje 
145; 8, 497. — Itagsschüra (türk.), f.; 0 
Name v. Festen. 2, 400; 507 2c. — Säsfe: s. Ase 
— Hät: s. At. 
I. Ab (hebr.): 1) m., —8; 0: der vorletzte 
Monat des jüd. Kalenders: Die Namen der jüd. 
Monate lauten der Reihe nach: Tischri ldefsen erster 
Tag das gw. in den September fallende Neujahr isth; 
Marchéeschwan; Kislew; Tebeth; Schebät; 
Adar lworan sich in Schaltjahren ein Schaltmonat: 
We-Abar schließt!l; Nisan; Ijar; Siwan; 
Thämus; #Ab; Elul. Nach der kirchl. Rechnung u. 
biblisch gilt übrigens Nssan od. mit ältrem Namen 
Abib (auf dessen 1 4ten Tag der Beginn des Passah- 
festes fällt) für den ersien Monat, s. 2. Mos. 23, 15; 
4, 9, 5; Esth. 3, 7 2c., vgl. Aädler 603, vgl. die 
Namen der 12 türk. Sonnenmonate (entsprechend 
unserm Januar bis December): Kanuni ßanl; Schu- 
bat; Mart; Nisan; Aljar; Hasiran; Temmus; Ab; 
Eilul; Teschrini ewwel; Teschrini ßani; Kanuni ewwel 
(s. die Namen der Mondmonate unter Meharrem). — 
2) Vater (vgl. Abba; Abu 2c.), z. B.: Warum das 
Sanhedrim diesen jungen Mann zum „Vater des Ge- 
richtshofes“ (Ab bẽth din) gewählt. philipplohn Serrh. 
1, 11; vo Gsch. d. Zurenth. 270; vgl. auch Abatur. 
II. Ab (lat.): Präpos. u. Vors., s. A Ca. 
Aba (arab.), m., —#;—#: ein grobes Wollen- 
zeug u.: ein ärmelloser Kittel daraus, vgl.: Den 
Abbah u. Tschisfiah des [Wahabiten-] Landes über ihre 
Kleidung zu werfen. Ausland 38, 644b, s. Abba. 
Hammer 10, 337; Derf. (Mmager 2, 15139); Seinen Leib 
bedeckte eine braun u. weiß gestreifte Absje. D###mann 
Or. 2, 96; 332 (s. Dschubbe); Der Albanese benutzt 
seinen Abas (einen Mantel v. Ziegenhaaren od. von 
bloßem Schafselle) als Kopfkissen. CKobttt 2, 91; Die 
Anwendung des schweren, umfangreichen Mantels od. 
Abas (Abäjeh; Kemli), dessen sich gegenwärtig der 
größere Theil der arabischen Bevölkerung bedient. Weiß 
Kostümk. 1, 148; Ich warf einen Abbayeh um. 
Ausland 38, 110 3a 2c., vgl. Mesumi. — Abab 
(türk.), m., —#8; —s: Matrose, Bootsknecht. — 
Ibac-ilfus (ulat.), m., uv.; eissen 1824, 21: 
(Bauk.) Plättchen zw. Abakus (s. d. 2) u. Knauf. 
ist (mlat.), m., -en; -en: Rechenmeister. — 
Ibaddön (hebr.), m., —6: 0: Einen Engel aus 
dem „Abgrund", deß Name heißt auf bebr. A. u. auf 
grlechisch bat er den Namen Avollyon [Verderber I. Of. 
9. 11; Gutzkow 3. 9, 32, vg1.: Seraph Abriel Abba- 
döna. Klopstock M. 2, 628; Manthisson Gd. 5 (das 
hebr. Wort in der Bed.: Untergang, Ort des 
Untergangs, Abgrund, Hölle, z. B. Hiob 31, 12; 
26, 6; 28, 22). — Ibadkso (span. —écho), m., 
—#8; —#6, Abades: die span. Fliege od. der Blasen- 
fkäfer. — Ibadschi, m., —# 0: im syrischen Ka- 
lender der dem August entsrrechende Monat. — 
Ibaisse (frz. abäf), k.: —n: dünn ausgeroll- 
ter Teig als Unterlage zuzubereitender Speisen. 
Tement C mäng), n., —#; —: Erniedrigung, De- 
müthigung. -eren, tr.: niederlassen, senken, 
erniedrigen. (Waxpenk.) Abalssierte Flügel, mit 
niederwärts gerichteter Spitze. — Ibaje: s. Aba.
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        Abak 
— Ibäk (türk.), n., -6; —#: entlausener Sklaven 
Gebühr. Hammer 10, 37. — Ibäha, m., -6; 0: 
Manila-Hauf, aus dem Bast des Koffo od. Pisangs, 
Müsa téxtilis. — Abakadäbra: s. Abra c. — 
Abakäte (port.), k.; —n: Die lieblichste Frucht Bra- 
siliens ist die A. (Abacädo, v. Pérsea gratissima, 
auch frücto do Cönde genannt) rc. Burmeister gB. 2, 
291. — Ibäct-lo (lat.), f. [§ 24, 3, iönis): A. 
fructus; a. pärtus, Abtreibung der Leibesfrucht. 
Siôön, f.; —en: Wegtreibung. -or, m. [8 24, 3, 
-Öris ): A., abigsus, Einer, der diebisch Vieh weg- 
treibt, Viehdieb. — Abacus (lat.), m., uv.; „se 
[8 24, 2): 1) Als Träger der Schaugeräthe u. Nipres- 
Sachen . dienten jene dreibeinigen Tischchen (abaci). 
.. Ein solcher auf 3 Marmorfüßen ruhender A. 2c. 
Guhl 2, 184; Weiß, 1. 1313; Würfelbrett, je nach der 
Form Alvsolus, Alvsus u. A. benannt. 1315.— 
2) (s. 1) (Bank.) Deckel od. Platte des Säulen- 
knaufs. 822. — 3) (s. 1) Rechentafel. 1312 u. 
z. B.: A. pythagöricus, das Einmaleins; Daß 
sie unter dem Namen des A. den Gebrauch der 9 
Ziffern nach ihrem Stellenwerth kannten. Humboldl K. 2, 
263:; Die sog. Methode des pythagorischen A. od. Al- 
gorismus. 199 ꝛc. — Abalak, m., —s; —8: (Eine 
Art Springmänse, Dipus sagsttal heißt bei den 
Mongolen Alakdagha; bei den Kalmucken Choin- 
Jollman (Schafspringer) ..; bei den Russen Tar- 
bagantschik, Murmelthiertein; in Judien A. Oken 
7, 790. — Abaländi (arab.), m.: Die grau- 
grüne Meerkatze ., arab.: A., mit Unrecht auch 
Nisnahs, in Habesch Tota. Brehm Hab. 57. 
— AIbälard (abelär): ein Benediktinermönch 
(1079—1142), berühmt als Hauptlehrer der scho- 
lastischen Philosophie u. als Liebhaber der schönen 
Heloise, deren Oheim ihn entmannen ließ. Daher: 
Abälardisieèren, tr.: kastrieren (s. d., vgl. komba- 
bisieren), vgl.: Der abelardische Habn sKapaun, 
s. d.]. Chümmel 5, 193. — Abali-enation (lat.), 
f.; -en: Abalienierung. enteren, tr.: ent- 
fremden; abspenstig, abgeneigt machen; veräußern; 
entwenden. — Aband-on (frz. abangdöng), m., 
—; — ; onnement (-onnemäng), n., —; —: 
Abandonnierung; Preisgebung; Hingebung; das 
zwanglose Sich-Hingeben u. = Gehnlassen; Ab- 
tretung; Verzicht; die im Seerecht in versch. Fällen 
verstattete Löfung v. Verbindlichkeiten durch Ab- 
tretung des vollen Eigenthumsrechtes. -onnieren, 
tr.: Elwas auf-, preisgeben; es fahren, im Stich 
lassen; darauf verzichten; es abtreten 2c.; (Kriegsw.) 
Abandonnierte Posten, preisgegebne, verlorne. — 
wvaplist-on (gr.), n., —6; -a: „nicht unterzu- 
tauchender“, — nicht zu tief, d. h. nicht ins Ge- 
hirn eindringender — Schädelbohrer (s. Trepan). 
— Abareiẽren (lat.), tr.: aus dem Besitz treiben. 
— Albaris (gr.), m., uv.; 0: Des hyperborelschen 
Wundermannes 2., in dessen leitendem Pfeile man einen 
Kompaß zu erkennen gewähnt. Humboldl K. 2, 173; 
418, s. Ramler Myth. 105; w. 18, 123; 115 2c. — 
Abartikulation (nlat.), f. z-en: Diarthrosis (s. d. 
u. Artikulation). — Abas (pers.), m., uv.; uv.: 
Abbas 3 
1) s. Abbas 1. — 2) ein Gewicht für Perlen, vgl. 
Karat. — 3) s. Aba. — Abass #2c. s. Abbass 2c. — 
Ibatage (frz. —äsh), n.t, —#; 0: das Holzfällen 
— n.: Lohn dafür. — Ibal-Chanvée (frz. abä- 
schowe), f.; 0: Gärberwolle. — Ilbbalellement 
(frz. abatellmäng), n., —#; —: der llrtheilsspruch 
eines Konfuls in der Levante, wodurch er Kauf- 
leuten, die ihre Verpflichtungen nicht erfüllt, Han- 
del zu treiben, verbietet. — Abalis (srz. abat), nu., 
m., uv.; uv. (m. lautendem s): 1) Bauk.: 
Schutt. — 2) Forstw.: a) Gehau. — b) Wind- 
bruch. — 3) Kochk.: das Klein v. Gestügel rc., 
z. B.: Gänseklein. — 4) Kriegsk.: Verhack, Vers 
hau. — 3) weidm.: eine Menge getödteten Wilds. 
— AUbalitimbäbi, m., —#; —#: ein Baum in 
Paraguay mit bernsteinartigem (zu Schmucksachen 
dienendem) Harz. — Abal-Jour (frz. abashür), 
m., n., —§8; —#: 1) ein Fenster-Einbau in der 
Mauer, wodurch das v. oben schräg einfallende 
Licht eine mehr senkrechte Richtung erhält. — 2) 
(s. 1) Art Jalousien, Persiennes, vor den Fenstern. 
— Abal-on (gr.) n., -6; —, -a: in griech.-kathol. 
Kirchen das Allerheiligste, „Unzugängliche“ (vgl. 
Aryton; Ikonostas). — Ibal-Son (frz. abaßöng), 
m., n., —6; —§: Abat-Vent in Glockenthürmen. 
— Ibalt-ant (frz. —äng), m., —; —: Fall- 
Laden vor Fenstern u. Thüren in Kausfmanns= 
gewölben 2c. -ement (-emäng), u., —6; 0: Nieder= 
geschlagenheit; Ermattung; Flauheit. -##er#in, 
tr.: niederschlagen; entmuthigen; entkräften r2c. 
Soir (□oär), n., —#; —#: Schlachthaus. —## 
Cch, a.: abattiert. — Abalur, m., —; O: (bei 
den Mandaͤern) der oberste Eugel = Aba de Ulhre 
(Vater der Engel, vgl. Hajie). Ptietmann Or. 2, 450; 
1, 119 2c. — Abat-Dent (frz. abawäng), m., n., 
—#8; —8: Wetterdach 2c. (vgl. Auvent). -Voix 
□woä), m., n., —6; —6: der obre Theil der Kanzel, 
der die Stimme des Predigers nach den Hörern hin 
wendet. 
Abba: 1) ((yr.) Vater (s. Ab 1 2): A., mein 
Vater! Kark. 14, 36 2c.; daher (vgl. Paxst aus lat. 
papa; Abbuna .): Abbas (s. d. 2) = Abt, vgl.: 
Abba-. Cömes, m. § 24, 3, Cömitis], ein Laie 
als Schirmherr u. Vorsteher einer Abtei, Laienabt. 
— 2) A., Abbah, s. Aba. — Ibbadöna: s. 
Abardon. — Abbäji (türk.), f.; —6: große 
Schabracke, Prachtdecke. Hommer 10, 337, s. Aba. 
— Abban, m., —#; —#: s. Rabia. — Abbas, 
m.: 1) arab., pers. Eigenn., z. B. ein Obeim 
Muhamed's, v. dem das Kalifengeschlecht der 
Abbassiden stammt; versch. pers. Könige; danach 
auch Name persischer Münzen, z. B.: Die Tenga zu 
einem A. (7 Sgr.). Ausland 39, 811, auch: Abbass 
2c. Hammer 7, 359; Priermann Or. 2, 271. — 2) 
(lat.) m. [8 24, 3, dbbatis); Abt (s. Abba), z. B.: 
A. é4bbatum, „Abt der Abte“, Erz-Abt, Titel z. B. 
des Abts v. Cluny; A. excmptus, eximierter (od. 
Frei-) Abt, der nicht unter einem Bischof steht; A. 
infulätus od. miträtus, insulierter (s. d.) Abt; A. 
commendatärius, s. Abba-Comes u. Kommeme 1b; 
1“
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        4 Abbassamenlo 
Der A. lætĩtiæ [Vorsteher, Leiter bei einem fröhl. 
Festl. westerm. Ill. Mon. 3, 130b ic. — Abbassa- 
mento (it.), n., —; —#: Erniedrigung, das Sin- 
ken, Fallen: A. di mäno, das Senken der Hand beim 
Taktschlagen (vgl. Thesis); beim Klavierspiel, das 
Untersetzen der einen Hand, so daß die Hände sich 
kreuzen; A. diprézzo, Preiserniedrigung; A. di voce 
lwötschel, das Sinken der Stimme beim Vortrag#2c. 
Abbasso (it.), interj.: uleder damit! = (frz.) 
à bas (s. d.). — Abb-ate (it.), m., —#; -n (C. 24, 
212), äti (Heinse A. 2, 44): Abt (s. Abba); auch 
als Standestitel für Geistliche, z. B. bes. die 
Hausgeistlichen, ferner für amtlose Weltgeistliche 
(vgl.: Der Abt ist nur eine Bezeichnung eines Men- 
schen, welcher kein Weltlicher ist. Geenzboten 26, 3, 499), 
auch (wie frz. Abbc), nam. in Rom, übrh.: Je- 
mand in geistl. Kleidung; ugw.: Der Abbat. 
Aleris H. 1, 1, 274. Abb-atia (nulat.), f.; —: 
Abtel. atisferen, tr.: zum Abt machen; intr. 
(sein): es werden. atissin, f.; —nen: Abtissin. 
Platen 4, 373 ff. -ape (frz. abei), f.; —#s: Abtei. IAohl 
Par. 2, 216.— Abbäych, m., —: — s. Aba. — 
Abbé (frz.), m., —#; —: s. Abbate; weibl.: 
Abbesse, s. Abtissin. — Abboccamento (it.), n., 
—# ; —# : s. Abouchement. — IAbbon-aments (it.), 
n., —#; —6# : Abbonierung. kren, ir.: melio- 
rieren (s. d.). — Abbözz-ièren (it.), tr.: (kizzie= 
ren: Bloß abbozzierte (d. h. nur im Rohen) angelegte 
Arbeiten. Nat 3. 21, 11; Alle vordern Theile der Büste 
. sind v. feinster Ausführung, der Hinterkopf dagegen 
fast nur „abozzirt“, 85 2c. —, m., —6 ; —S, -i: 
Skizze (s. Ebauche). — Ilbbrev-iamento (it.), 
n., -6; G „ iation; iatür, f.; -en: Abkürzung. 
-älor, m., —6; -ziatören [8 24, 3, Jiatöris!: 
päpstlicher Kanzliischreiber. G. 28, 257 (ogl. 
Breve). (i#n, tr.: abkürzen. — Ibbrunké- 
ren (it.), tr.: bräunen, schwärzen. — IAbbusto- 
Iferen (It.), tr.: anbrennen, rösten. — Abbuna 
(arab.), m., —s; —#: „uUnser Vater“ (vgl. Abba), 
das Oberhaupt der abessinischen Kirche: Abung. 
Die Abuna-Würde. Crenzboten 25, 3, 132; Pe 
Or. 1, 227; Gactenl. 15, 697b; Abun. ebd. 
1680 2c. s. Abece. — Abtedĩeren 2c.z: s. 
abse 2c. 
Ibdal (arab.), m., —#; —6: Derwisch, San- 
ton. Hammer 10, 337.— Ibdelhaädr (arab.), m., 
—s; —S: Eigenn., danach auch Modename einer 
Art Burnus. Gutzko# Z. 2, 4. — Ibdera (gr.): 
Name einer ihrer Albernheit wegen im Alterthum 
berufnen thracischen Stadt (vgl. Schilda, s. Deme- 
krit rc.). Dazu: Abder-it, m., —en; -en (vgl. 
Schilrbürger): Abderiten-mäßig, Streich 2c.; etisch, 
a., abderitenhaft; -itismus, m., theit, k. (W. 
14, 90); (ologylsteren, intr. (haben): albern 
reden od. sich behaben; faseln 2c. — Abdest 
(pers.), m., n., -(e)s; —e: „Handwasser“, bel 
den Muhamedanern die religiöse Waschung vor 
dem Gebet. — Abd-ieferen (lat.), tr.: auf Et- 
was verzichten; ihm entsagen; abdanken. -icatio, 
f. [8 21, 3, önisl]; -ihalion, f.; -en: Abdicie- 
Aberralion 
rung: A. a tutela, die Ablösung v. der Verpflich- 
tung, eine Vormundschaft zu übernehmen; A. here- 
ditätis, Verzicht auf eine Erbschaft; 4. jüris, auf 
ein Recht rc.; A-nis beneficium, die Rechtswohl- 
that, wonach die Frau, der bisherigen Güter= 
gemeinschaft entsagend, das Vermögen des verstorb- 
nen Manns den Gläubigern abtreten kann, um den 
künftigen Erwerb für sich zu behalten 2c.; A-us- 
[Abdankungs= 2c.] Mantfest Mats. 20 179), 
Urkunde #c. — Abdim (ar.), m.: A—s)-Sterch, 
Sphenorrhynchus Abdimüs, der Hausstorch Inner- 
afrikas, s. Brehm Hab. 226; 407; Globus 4, 3b. — 
Abdöm-en (lat.), n., —; 0 [8 24, 3, Sminis): 
Unterleib. -inäl, a.: aufs Abdomen bezügl.; 
auch als Bstw., z. B.: A.-Arterle;Muskel;-Nerv; 
Plethöra; Regiön; Töphus; -Vene, in ganz lat. 
Form: abdominzlis, z. B.: TFphus a. 2c.; auch: 
(Pisces) abdominäles, Bauchslosser (Katoporen) rc. 
Sinoshopik (lat.-gr.), f.; —en: Unterleibs-Unter- 
suchung, s. Laparoskepie. — Abd-ucieren (lat.): 
weg-führen, ziehn. ukliön, k.; —en: Abducie- 
rung, z. B.: 1) Anat.: die Abziehung eines Glieds 
v. einem nah liegenden durch Abziehmuskeln (Ab- 
duktören). — 2) Chir.: Knochenbruch, wobei die 
(sich verschiebenden) Enden weit v. einander stehn. 
— 3) Logik: bei Schlußfolgrungen der Ubergang 
v. einem Satz zum andern. — IAbdulschems (ar.), 
m., uv.; uv.: Sonnenanbeter. 
Abece-därins (ulat.), m., uv.; -se [§#24, 21: 
Abece= Schütz; Spottname der alles Wissen ver- 
werfenden Wiedertäufer. - dièren, intr. (haben): 
1) Mus. — solfeggieren, solmisieren, zur Ubung zu- 
nächst die Tonleiter, dann übrh. Noten mit ihren 
Benennungen, ohne Tert singen. — 2) das Abece 
hersagen, buchstabieren. 
Abeille (frz. abell), k.; —s: Biene: Den Tanz 
de l'a. Garienl. 16, 332a. — Abẽle (niedrd.), k.; 
—u: Weißpappel, Pöpulus é&amp;lIba, auch Albekr), 
Albele 2c.: Nur die A. bewegt ihr silbernes Laub. V. 2, 
163; fappe Gd. 2, 112 2c. — Sbelmösch(us) 
(arab.), m., uv.; O: „Vater des Molchus“, eine 
Pfl., Hibfscus abelmeschus, deren moschusduften- 
der Same zum Näuchern 2c. dient. — Abrenẽth 
(hebr.), m., —#; —s: Der Gürtel, der das Gewand 
zusammenfaßte, hleß ursprünglich A., zur Zeit des Be- 
richterstatters [Josephus] aber, mit chaldäischem Namen 
Emian. Weiß Kost. 1, 342, vgl. Gestnius Irw. 9a. — 
Iberdeen (celt.-engl., eberdin), Start an der „Mün- 
dung des Dee“. Dazu: A.; A.-Fisch, der brittische 
Dorsch, Gädus brésme 2c., vgl. Laberdan. — Iberr-- 
ank (lat.), a.: abirrend, abweichend: Goniatites, der 
stete Begleiter jener tbeilweis a-en Nautileenform. Jur- 
meister Gsch. 456. alion, f.; -en: Abirrung, nam. 
des Lichts, z. B.: 1) die Verändrung des schein- 
baren Orts aller Gestirne, die v. der Geschwindigk. 
des Lichts in Verbindung mit der der Erdeherrührt: 
A—-s- Ellipse, die E., die sie demgemäß zu durch- 
laufen scheinen;-Winkel 2c. — 2) Srhärische A., 
bei Linsen mit größrer Offnung die Abweichung 
des Vereinigungspunkts der Randstrahlen v. dem
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        Aberrieren 
der centralen, s. Pouiltet 2, 154. — 3) bei Körpern 
mit doppelter Strahlenbrechung, nam. beim 
Doppelspath die Abweichung der beiden verschieden 
gebrochnen Strahlenbündel v. einander: A-s- 
Weite. Ohen 1,99. .#eren, intr. (sein): abirren, 
abweichen. 
Ibgreg-atiön (lat.), f.; —en: Abgregierung. 
„ĩeren, tr.: v. der Herde, Schar absondern; aus- 
merzen. 
EAbhorr-ent (lat.), a.: verwerfend; ab- 
weichend; unpassend. -ents, -ers (engl. ebbhörr—), 
pl.: die Abhorrenten, die regierungsfreundl. Partei 
unter Karl II., Ggstz: Adrréssers od. Petitioners. 
escenz, f.; -en: Abhorrescierung. eseieen, 
tr.: zurückschaudern vor Etwas; es verabschenn, 
verwerfen, verschmähn. -eren, tr.: abhorrescie- 
ren; auch: abschrecken: A-d wirken. Herrig 42, 459. 
— Ibhort-aliön, f.; -en: Abmahnung. ieren, 
tr.: Einen abmahnen v. Etwas; es ihm abrathen. 
Abib (hebr.), m., —s; 0: Monatsname, s. 
Ab 11. — Abiele, f.; —n: Abele. — Abi-es 
(lat.), f. [8 24, 3, absetis): Tanne. etin, n., 
—(e)s; 0: Harzstoff im Terpentin 2c. -elinen, 
pl.: tannenartige Bäume, auch: Abretinken. Hum- 
bold K. 2, 57. — Abige-at (lat.), m., #)s; 
e: A., A-us (§ 24, 41), Viehdiebstahl. -us, 
m. [8 21, 2): s. Abaetor. Abigieren, tr.: 
Vieh stehlen. — Abimieren (frz.), tr.: in (od. 
wie in) einen Abgrund stürzen, versenken; zu 
Grunde richten; niederschlagen, entmuthigen. — 
Abtre (lat.): abgehn, z. B.: A. ab emtiöne, vom 
Kauf zurücktreten 2c. — Ibirritation (nlat.), 
f.; —en: „Reizvermindrung“, Schwäche aus Ab- 
nahme des Lebensreizes.—bitur-ient (nlat.), m., 
—en, (—##); —en; -en-: ein Gymnasiast, „der abgehn 
will“ zur Universität od. abgeht: A-en- [Abgangs-, 
Maturitäts-]) Erämen, Prüfung; A“-en-Kommersch; 
Schmans; -Rede 2c. -ĩẽren (nlat.), intr. (haben): 
„abgehn wollen“, Abiturient sein. 
Abickt (lat.), a.: verworfen, niederträchtig. 
in (lat.), f.; —en: Wegwerfung; Verachtung; 
Niederträchtigt. Abjiekeren (lat.), tr: wegwer- 
sen; verachten. — Abjud--iciren (lat.), tr.: 
Einem Etwas „aburtheilen“, gerichtl. absprechen. 
Sihaliön, f.; -en; —-: Abjudicierung. — Ab- 
jungieren (lat.), tr.: absondern. IAbjunkliön, 
f.; —en; —s-: Abjungierung. — IUbiur-atiön, 
f.; —en; —#-: Abjurierung: A-s-Eid. #en 
(lat.), tr.: abschwören; eidl. leugnen; eidl. auf 
Etwas verzichten. 
Ab-laktaliön, f.; —-en; —-: Ablaktierung. 
-lahtièren (lat.), tr.: Ein Kind a., entwöhnen; 
Eine Pflanze a., absäugellyn, d. h. einen Zweig, 
ohne ihn abzuschneiden, auf einen andern Stamm 
pfropfen. — Ib-läta (lat.): das Weggenommne, 
Gestohlne. — latiön, f.; -en: —-: Wegnahme, bes. 
chlrurgisch. -lativ, m., —e)s; —e; -lalfjous, m. 
[&amp; 24, 21: der 6te Kasus der lat. Deklination. 
lätor, m., -6; -latören (§ 24, 3, -öris]: Werkzeug 
zur Ablation. — IAb-legät (lat.), m., -en, (—8); 
Ibondieren 5 
en: Abgesandter zweiten Rangs (s. Envoys), nam. 
päpstlicher (vgl. Nuneins); auf ungarischen Reichs- 
tagen Vertreter eines Magnaten. -legatiön, t.; 
en: Ablegierung. legieren (lat.), tr.: weg- 
senden, entfernen 2c. — I blepfiéc (gr., s. a 8), 
f.; 0: das „Nichtsehn"; Blindheit; Verblendung 
1. — Ib-ligurferen (lat.), tr.: verschlecken, 
verprassen. — Ab-locteren (lat.), tr.: vermiethen, 
verpachten. - lokalion, f.; —en: Ablocierung. — 
Ab-lücns llat., 9821, 3, n., entis, Mz.: Ential: 
Abführmittel (s. Purgans). -luiẽren, tr.: spülen, 
reinigen. -lulion, f.; -en: Ablnuierung, bes. 
in der röm. RKirche: nach dem Abendmahl ras 
Händewaschen des Priesters u. die Ausspülung des 
Meßkelchs mit Wein, wie auch: der dazu dienende 
Wein. 
Abneg-alion (lat.), f.; —-en: Abnegierung. 
feren, tr.: verneinen; verleugnen; versagen, 
abschlagen. — Abnodieren (lat.), tr.: v. Knoten 
frei machen. — Abnoktieren (lat.), intr. (haben): 
auswärts übernachten. — Ibnörm (lat.), a.: von 
der Norm, Regel abweichend, regelwidrig rc.: 
Wegen der überall gleichartigen Wiederkehr in der 
Schichtenfolge neunt man die neptunischen Serimente 
normale Gesteine .., dle ihnen entgegengesetzten, im 
feurigen Fluß gewesenen pprogenen Massen dagegen a-e 
Gesteine. Burmeister Gsch. 184. -ität, f.; Sen: 
das Abnormsein; etwas Abnormes. — Abnuiceren 
(lat.), tr.: abwinken; (kopfschüttelnd) verneinen, 
verweigern. 
Iboda (hebr.), t.; —s: Der kirchl. Kulius, die 
A. Uofenkranz Poes. Gsch. 351. — Ibol-eseferen 
(latein.), intr. (sein): verwelken, vergehn re. 
leren, tr.: tilgen, abschaffen. -issement (frz. 
—äng), u., —#; —#: Abolition. -itio, f. 18 24, 
3, önis): Abolition: A. criminis, Niederschlagung 
der Untersuchung; A. infämis, Aufhebung der 
Ehrloserklärung 2cc. -itiön, f.; -en; —s-: Til= 
gung, Abschaffung, Abstellung; auch: 1) — 
Abolirio criminis, dazu: A-s-Brief 2c. — 2) nam. 
in Amerika: Abschaffung der Sklaverei. Dazu 
z. B. (vom Standpunkt der Sklavenhalter 2c.): 
A-s--Fanatiker (SHausbläner — 60 — 3, 153), 
Schwindel (152); auch: Abolltionismus, 
m., z. B. Globus 4, 179a ½cc. „itionist, m., 
—en; —en: Anhänger der Abolition (s. d. 2). ebd.; 
Ein Haupt-A. 34 1a 2cc. Dazu: Alsch. 6, 8 Sa 2c. 
— Ibölla (lat.), f. [8 21, 11: Art altröm. 
Gesellschaftskleid. weiß 1, 964. — Aboma, k.; 
—6: die geringelte Riesenschlange, Böa (s. d.) 
cénchria. — Abom-ãsum (nlat.), n.; -ãsus, 
m. [824, 2): Labmagen der Wiederkäuer (gr. 
Enöstren). — Abomin-öbel (lat.), a.: ab- 
scheulich. -ärium, n., —6; zärlen [8 24, 2, n. J: 
Nitualbuch der Bann-Formeln. Jalion, 1.; 
—en; —s-: Verabscheuung 2c.; Greuel. #n, 
tr.: verabschenen, verwünschen 2c. — Abond-ance 
(frz., abongdängß), f.; 0: Uberfluß, Fülle rc. (s. 
Abundanz): En lann] a., im Uberfluß; Embarras 
(s. d.) Ta. 2c. -ant (-äng), a.: reichlich, in 
Fülle 2c. ieren, intr. (haben): im Uberftuß
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        6 Abonnement 
— haben od. —: vorhanden sein; auch: In dem 
Sinne Jemandes a., ihm ganz zu Munde reden. 
päckler Südötl. 1,88. — Abonn-ement (frz. emäng), 
Mn., —6; —#: das Abonnieren u.: der Preis dafür: 
A-s-Bedingungen; -Billetts 2c.; Koncert-, 
Theater -N. 2c.; A. suspendu lßüspangdül, aufge- 
hobnes A., nam. für Theaterbesuch, — wenn die 
Vortheile des A-s nicht statthaben. -ent, m., 
—en, (—#); -en: Jemand, der abonniert hat; 
weibl.: A-in. -iĩẽren, tr.; refl.; intr. (haben): 
Einen, sich auf Etwas a.; auf Etwas a. 2c., seine Theil- 
nahme an einem Genuß durch Unterzeichnung od. 
Vorauszahlung sichern, wodurch man gw. billigere 
Bedingungen erhält. — Aboo (celt. abn): A.! 
A.! Eieg, Steg, v. dem cclt. buaidb, spr. buih). Matsz. 
21, 279, Schlachtruf der Irländer. — Ibord 
(frz. abör), m., —#; —6: Antritt 2c.: Daß sie beim 
ersten A. so simpel, schlicht u. offen sind. Kohl Pet. 1, 
80 ic.; D’a., sofort, sogleich, stracks. abel, 
a.: zugängl., Ggstz: In-a. age (-häsh), f.; —n: 
(seem.) der Zusammenstoß v. Schiffen; das Entern. 
-ren, intr. (haben, sein): wo anlanden, an- 
nahen; tr.: ein Schiff entern; Einen anreden, an- 
gehn 2c. — Iborigin-äl (nlat.), a.: ursprüng- 
lich; ureinwohnerhaft. er, -es [8 24, 31, pl.: 
Ureinwohner eines Landes (s. Autochthen). — 
Ibort--ieldium (ulat.), u., —; zieidlen (§ 24, 
2, n. ): Tödtung der Leibesfrucht. -eren, intr. 
(haben): fehlgebären; zu früh niederkommen. 
Sio: 1) a.; in der Weise einer Fehlgeburt, unreif, 
mißrathen: Solche a-e Verwandtschaft ablehnen zu 
müssen. Spielhagen Reih. 5, 74 c. — 2) n., Ce); 
e: A., A.-Mittel, A-um, Mittel zum Abtreiben 
der Leibesfrucht, Ekbolilon, Ektrotikon. — 3) A.- 
Hellmethode, Krankheiten „im Keim“ beseiti- 
gend. -ouam, I§ 21, 2, u.): — Abortiv 2. 
Tus, m. I§8 24, 41: Fehlgeburt. Durdach 531 (Ek- 
troma 2c., Ekbole; Fausse Couche): A. procurätio, Ab- 
treibung der Frucht 2c.; bildl.: Der Deutschen Frei- 
beits-A. falmeraym GsW. 2, 292 2c. u. z. B. von 
Schriften, die unreif zu Tage gefördert sind: Deinen 
satirischen A. J9p. Wahrh. 3, 179; (Botan.): Ver- 
kümmrung 2c. — Ibouch-ement (frz. abusch'mäng), 
n., —6; —§#: 1) mündliche Besprechung. — 2) 
Anastomose. -ren, refl. 2c.: 1) sich mündl. 
besprechen. — 2) anastomosieren. — Ibove 
(engl. äboww), präp.: Über: Welche a. ground 
saraund, über der Erde]rbeiten. Kohl E. 2, 34. — 
Ibozz 2c.: s. Abbozz 2c. 
-bra, n., —s, uv.; —–78S, uv.: s. Abrakadabra: 
Zaubeikreié, worein sie . ein stummes A. warf. Güniher 
196. — A- brãcia, f. [&amp; 24, 11: eine Gattung 
fossiler Echinoideen. — Ab-radieren (lat.), tr.: 
abschaben. — A-braham (hebr.), m., —6; 0; 
Name des Stammvaters der Hebrier, s. 1. Mos. 
17, 5; A-és Schoß (s. suk. 16, 22), Sitz der 
Seligen; Ort der ruhigen Sicherheit, so auch 
(Kriegsk.) eine Anhöhe außer der Schußweite 1c. 
-4 brahamit, m., —en; —en: Name christlicher 
Sekten. — A- brahadbäbra (gr.), n., —, uv.; 
IAbscifse 
—6, uv.: geheimnisvolle, zauberkräftige Worte obd 
Zeichen; etwas Unverständliches, Mystisches 2c. 
(ogl. Aski-Kataski): Entziffrung des phantastisch ge- 
schnnkelten A. Heine Verm. 1, 320 2c., auch Abaka- 
räbra. Gutzkow Kn. 1, 138; 169; Brakatabra (——). 
Güniher 867; Brakadabra (—.—). Thamisso 3, 228, 
vgl. Abra;z Abraxas ꝛc. — Ilb-rasion (lat.), f.; 
en: Abradierung. — A-brawiza (serb.), k.; 
—#8 : Mit der A. (Tragstange für 2 Krüge) zum Wasser- 
holen. Globus 9, 84b. — M-braras, m., uv.; 
uv.: Abrakadabra; Stein mit solchen Zeichen als 
Amulett. G. 1, 84; 3; k. 11, 220; Wincd#elmann 
Gsch. d. K. 1, 60 2c. (vgl.: Eine sehr gewöhrnliche 
gnostische Abraxe. H. Ph. 13, 216; 264 2c.): A.= 
Gemme, -Stein. — Ibrége (frz. a-breshẽ), n. 
(m.), —#; —#: 1) Auszug, kurzer Inbegriff, Abriß 
x. — 2) (Orgelb.) das beim Niederdrücken einer 
Taste das Ventil der Pfeife öffnende Stäbchen 
(Abstrakte; Demoisclle). -Cgieren (esh-), tr.: 
kurz zusammenfassen, zusammenziehn. — Ab-re- 
nuntiatio (lat.), f. [8 24, 3, önis): A., Abre- 
nunciatiön, bei der Taufe die Formel, in der 
man dem Teufel u. seinen Werken entsagt. — 
Abreuvoir (srz. aebrövoär), n., —#6; —#: Vieh- 
tränke. — 4A-breviation (frz. aßiöng), f.; —: 
Abbreviation. — A--brĩ (ftz.), m.; 0: Schutz: 
à l'a. de 2c., im Schutz von 2c. — Ib-ripieren 
(lat.), tr.: wegreißen, rauben. — Ib-rogatiön, 
f.; -en: Abrogierung. —rogieren (lat.), tr.: 
außer Kraft setzen, aufheben (vgl. derogieren). — 
A-bron (gr.), m., —s; önen: Weichling, Wol- 
lüstling. — J-brötanon,-num (§ 24, 2, n. : 
eine Pfl., Stabwurz m. (umgedeutscht: Aber- 
Raute 2c.). — Ilb-rumpiêren (lat.), tr.: ab- 
brechen. Trüpt, a.: abgebrochen, abgerissen, 
zusammenhanglos: Abraxta, pl., schnell hinge- 
worfne Witzworte 2c.; Ex abräpto, plötzlich, un- 
versehens 2c., z. B.: Durch eine Ex-Abrupto-Restau- 
ration der „llhrischen Christenheit. fallmerayer GsW. 
1, 268; In abrüpto necessitätis, im dußersten 
Nothsall. — -ruption, f.; -en: Abbrechung; 
(Mus.) plötzliches Verstummen. — I-brütiéren 
(frz.), tr.; intr. (sein): verthieren, verdummen 
(vgl. brut-escieren; esticieren). brütissement 
Ceming), n., —63; —#8: Abrütierung (Jhahn Per. 1, 
30t). 
Abseedi#ren (lat.), intr. (sein): eitern, 
schwären. Abe-G m., -es; —#; -celfus, m. 
[§21, 11: Eitergeschwulst, Geschwür (s. Apestem); 
A-us nucleätus, Alutgeschwür; Aus phlegmo- 
nödes, entzündliche Geschwulst 1e.; Metastätischer 
A. ic.; Kongestiöns- od. Senkungs-A., verur- 
sacht v. Eiter, der v. einem entferntern Punkt sich 
senkend andrängt; Lymph- A., kalter, indolenter 
A. dessen Inhalt eine lymrhatische Flüssigk. ist 2e.; 
Gehlrn-, Leber-, Lungen- A. 2c. Ubscef- 
[ieren: st. abseedieren. — Ilbseindkeren (lat.), 
(r.: abschneiden. Abseiss, m., -es; —e: Ab- 
schnitt. -e, f.; —n: (Math.) Sim in einer Ebene 
2 unter bestimmtem (gw. unter einem rechten) Winkel
        <pb n="23" />
        IAbseission 
sich schneidende grade Linien, die s. g. Koordinaten- 
Achsen — wovon die eine die A-n-, die andre die 
Ordlnaten-Achse heißt — gegeben, so ist jeder 
Punkt in der Ebne bestimmbar als Durchschnittspunkt 
zweier mit jenen Achsen parallelen Linien u. die dadurch 
entstehnden „ Abschnitte“ bezüglich auf der A-n= u. Ordi- 
nalen-Achse heißen A. u. Ordinate od. zusammen- 
gefasst die Koordinaten für jenen Punkt. Nament- 
lich bedient man sich dieser Bestimmungsart für die 
Punkte von Kurven. iön, k.; —en: Abschnei- 
dung, auch zuw. — Aposiopese. — Ibseng, m.: 
s. Abu. — Ibs#-ens (lat.), a. [8 24, 3, ntis!: 
abwesend: A., cärens, wer nicht da ist, bekommt 
Nichts; Inter absentes, unter Abwesenden; Curätor 
absntis 2c. Teure (frz. abßängß), f.; 0: Ab- 
wesenheit: A. d'’esprit (deßpri), Geistesabwesenheit. 
Sent, a.: abwesend: A-en-Liste. Verzeichnis 
der Fehlenden. entatiön, f.; —-en: Absentie- 
rung, Entweichung. entee (engl. äbsentt), m., 
—# -s: in Irland ein Gutsherr, der sein Domieil 
außerhalb Irlands hat. Kohl Irl. 2, 22. -entreeis- 
mus, m., uv.; 0: (s. Absentismus) preuß. Johrb. (1861) 
1.55. entia (iat.), f. 16 24,1): Abwesenheit, nam. 
(Rechtsspr.): A. causälis, begründete; extraordi- 
näria, ungewöhnliche; ficta, fingierte; laudäbilis, 
löbliche; malitiösa, böswillige; necessäria, noth- 
wendige; ordinäria, gewöhnliche; refpüblice 
cäüsa, im Dienst des Staats; vituperäbilis, kadelns- 
werthe; voluntäria, freiwillige 2c. entièren;, 
refl.: sich wegbegeben. -entismus, m, uv.; 
0: dauernde Abwesenheit da, wo man sein sollte, 
nam. von den Absentees (s. d.). enz, f.; 0;: 
Abwesenheit, Versäumnis: A.-Gelder, die ein 
Geistlicher für seinen Absentismus zu zahlen hat 
od. einbüßt. Ip. 31, 68, vgl. Neglektengelder; 
Liste, Absenten-Liste. — Abside: s. Apf 2c. — 
Iblinth (gr., lat.), m. (n.), -(e)s; 0; -e# (fz. 
abfengt): Wermuth; auch Wermuthschnaps, auch: 
Diese im Abspnth, im petit verre ersoffene Stimme. 
Wachenhusen Eva 64; 62 2c.; Um die Absynth. Stunde, 
d. h. von 5— 6 Uhr. 64 2c. - iim, n., —e)8; 0: 
Bitterstoff des Wermuths. -it, m., -(e)s; 0; 
Wermuthwein. — Absit! (lat.): Das sei ferne! 
— Ilbsolument (frz. abßolümaͤng), adv.: absolut, 
schlechterdings, durchaus. Absolüt (lat.), a.: 
beziehungslos (s. Ggstz relativ); unbedingt; unbe- 
schränkt; in sich abgeschlossen, vollendet; an u. für 
sich; schlechterdings, durchaus 2c., vgl. (it.) asso- 
lüto, z. B.: Prima dönna assolüta, Sängerin, 
welcher alle ersten Rollen u. Partien ausschließlich 
anvertraut werden müssen 2c. Düringer 893; Bei der 
Ballerina assolüta. Meihner Sans. 2, 114, Ballett- 
Tänzerin 2c.; Die Donna assolutissima. Gorlent. 
16, 91a. heit, f.; -en: die Beziehungslosigk.; 
Unbedingtheit; Vollkommenheit; das An-u.-für- 
sich-sein (vgl. Autotelie). - i, f.; -(ehn: abso- 
lute Herrschaft: Während die Nachbarvölker . aus 
dem Feuralismus zur modernen A. emporstreben. Mag. 
v. Auslbd. 36, 677b 2c. Gren, tr., rofl.: absolut 
machen; v. Bedingungen, Beschränkungen u. Be- 
Abstersion 7 
ziehungen los, frei machen 2c.: In einer solchen Zeit, 
wo das Ich sich absolutiert hatte, entstand der „Fanst“. 
DMus. 16, 2, 197; Daß eine solche ver absolutierte 
Sittlichkeit in ihr Gegentheil . unschlägt. Frauenstädt 
Schep. 217; Nosenktanz Poes. Gsch. 45 2c. -io, f. 
[J 26, 3, önis!): Los-, Freisprechung: A. ab 
instäntia, von der Instanz (s. d.); A. plenäria, 
volle c.; Diss (s. d.) a-nis 2c. ion, f.; Sen; 
—8-: Absolutio, nam. auch kirchl.: Sündenerlaß; 
Ertheilung der Weihe nach der Beichte bei den 
Katholiken: Sie bat den Papst um die große Gene- 
ral= A. eihner Nov. 2, 198. ismus, m., uv. 
(—ses); zse: unbeschränkte Alleinherrschaft u.: 
Anhänglichk. daran; auch — absolütum decrstum. 
ist, m., —en; -en: Anhänger des Absolutis-= 
mus. -istisch, a.: dem Absolutismus gemäß; 
ihm anhängend 2c.: Eine a-e Gewalt. Nal 3#20, 
436. -örisch, a.: los-, freisprechend. -rium, 
n., -s; zörsen [8 24, 2, n.]: die von der zustän- 
digen Behörde ertheilte Lossprechung von einer 
Verbindlichk., Verantwortlichk. od. Ansprüchen 
(Liberatörium). -örius, a.: absolutorisch, z. B.: 
Senténtia absolutöria, Freisprechungs-Urtheil #r. 
us, a.: absolut, z. B. (kirchl.): Decrẽtum abso- 
lütum, der unbedingte Rathschluß Gottes in der 
Prädestination zur Gnadenwahl od. zur ewigen 
Verdammnis. — Albsolv-ren (lat.), tr.: 1) 
frei-, lossprechen 2c.: Einen von der Instanz (s. d.) 
a.; Den Beichtenden a. 2c.; Ihr Eigenthum, das ich bis- 
her verwaltete, habe ich in ihre Hände gegeben, Rechen- 
schaft abgelegt u. mich a. lassen (s. dechargieren ). mügge 
Rom. 3. 4, 121 2c. — 2) be-, vollenden, abfer- 
tigen ie.: Seine Geschäste; seine Lehrzeit; sein Trien- 
nium a.; Nicht mehr Scholar, sondern absolvierter 
Stident. +(Schröder Samml. 2, 4, 14 2c. Jo : „ich 
spreche frei“, — Ggstz: Condémno, „ich verur- 
theile“, — auf den Täfelchen der abstimmenden 
Richter bez. durch die Buchst. A u. C, wovon jener 
daher Lfttera salutäris (der heilbringende), dieser 
Lütera tristis (der traurige Buchst.) hieß. — 
Ibsonant (lat.), a.: nicht stimmend; nicht 
passend; ungereimt. — Absör-bens llat., &amp; 24, 
3, n., -béntis, Mz.: -béntial: absorbierendes — 
aufsaugendes, die Aufsaugung beförderndes — 
Mittel. Kam 11, 1, 64. bicren, tr.: auf-, 
einsangen; verschlucken; vollständig in Anspruch, 
in sich aufnehmen. plion, f.; Sen: Absorbie- 
rung: A-s-Vermögen lfür Wärmestrahlenl. Humbold! 
K. 1, 341 2c.; Pouillet 2, 376. — Aboque (lak.), 
Dräp. m. Ablat.: ohne, z. B.: A. cãũsæ cogni- 
tiöne, ohne Erkundigung der (od.: ungehörter) 
Sache; a. Smni exceptiöne, ohne alle Ausnahme, 
ausnahmslos; a. ulla conditiöne, ohne irgend eine 
Bedingung, unberdingt. — Abstemius (lat.), m. 
I&amp; 21, 21: ein Enthaltsamer. — Ibflentiön 
(nlat.), f.; —en; —§-: Erbschaftsverzicht. — 
Abflerg-ens slat., § 24, 3, n., #ntis, Mz.: 
-#ntia):; reinigendes, abführendes Heilmittel. 
Sieren, tr., auch ohne Obj.: auswaschen; ab- 
führend reinigen. — Absters-isn, f. j en;
        <pb n="24" />
        8 Abstersiv 
-:Abstergierung. -ĩv, a.: abstergierend. — 
Ibstinendi jus (s. d.): das Recht der Absten- 
tion Su rL). Ibslin-ent (lat.), a.: enthaltsam. 
cenz, k.; 0: Enthaltsamk. w. 11, 252, val.: 
Tötal- Abstinence- Verein. Garienl. 16, 171a 
(s. Teetotaler); A.-Tag, Tag der Enthaltung, 
z. B. w. 32, 302 ꝛe., nam.: an dem man sich der 
Fleischspeisen enthält, Fasttag. -ren, refl.: 
sich eines Genusses 2c. enthalten. — Ibstrohieren 
(lat.): 1) intr. (haben): Von Etwas a., absehn; 
es aufgeben 2c. — 2) tr.: gedanklich abziehn; das 
der Idee nach Wesentliche von den Zufälligkeiten, 
womit Etwas in die Erscheinung tritt, absondern 
ꝛe., auch refl.: Sich in eine unsichtbare Ideenwelt 
hineinzuträumen od. hinein= zura. W. 21, 170. — 
Absträkt, a.: abstrahiert (s. d. 2), abgezogen; 
allgemein; bloß gedacht (s. Ogstz konkret), als Be- 
griff aufgefasst 2c.; auch zuw.: auf Abstraklionen 
gerichtet, darin vertieft 2c.: A-er Begriff; A-es 
Hauptwort, Begriffsname (Ggstz: kenkretes Haupt- 
wort, Sachname, Dingwort); A-e lreine, Ggstz: 
angewandte] Wissenschaft, Mathematik 2c.; Ake (unbe-- 
nannte! Zahl ꝛc. — -e, f.; —n: s. Abrégé 2. 
Tiön, f.; —en; —8-: das Abstrahieren (s. d. 2), 
die Kraft dazu; das Abstrakte, der Begriff, — 
theils als das Wesentliche, theils als das Unwirk- 
liche: Leere A-en 2c.; [Soj verzehrt dort der A-s- 
Geist das Feuer, an dem das Herz sich hätte wärmen 
u. die Phancasie sich entzünden sollen. Sch. 1155a; Das 
A-s-Vermögen 2c. ei (nulat.), n., —e)s; 
e: s. Extrakt 1. -um, n., —# za [§ 21, 2, n.]: 
etwas Abstraktes, z. B. = abstraktes Hauptwort; 
Daß das Ewige nicht als metaxhysisches A. erscheine. 
Eichendorff Gsch. Dr. 57; Absträctum prö concréto, 
etwas Abstraktes, Allgemeines statt des Konkreten, 
Besondern; ln absträcbo im Allgemeinen 2c. — 
Abstrũs (lat.), a.: dunkel; schwer od. nicht ver- 
ständlich; verworren. — Ibfumikren (lat.), tr.: 
wegnehmen, aufreiben, verzehren (s. konsumierey). 
Absumc(p)htiön, f.; —en: Absumierung. — 
Abfürd, -us # (lat.), a.: ungereimt, albern, ver- 
nunfstwidrig 2c.: Einen äd abslürdum führen, durch 
Schlußfolgerungen ihn des Vernunftwidrigen in 
seinen Behauptungen überführen; Demonsträtio 
od. redüctio dd absurdum, apagogischer (s. d.) Be- 
weis, d. h. Beweis für Etwas aus der nachgewiese- 
nen Vernunftwidrigk. od. Unmöglichk. des Gegen- 
theils; Crdo dula absürdum, ich glaube es, weil 
es vernunftwirrig ist, s. Büchmann 158. -ilät, f.; 
-en: Albernheit, Unsinn 2e. — Ibsaänlh: s. Ab; 
sinth. 
Abt-, Äbt-issin, k.; 
Abtin: Fürst-A. 1c. 
Ibu (arab.), m.: Vater (vgl. Ab 1 2; 
Abbuna) in Namen, auch z. B. von Thieren, so: 
A.--Bakr, Kuh-Reiher, 959— bubülcus. Globus 
4, 3b; A., Bateen, Art Seeschwalbe, Stérna aftinis. 
Drrhm Hab. 229; A.-Belahh u. A.-Djirreh, die 
Raubseeschwalbe. ebd.; A. -el -Hosseen, der 
schwarzruckige Schakal. 60; A.-Fathme, Gambia= 
-nen: Abbatissin, 
Acerra 
Löwe. 58; A.-Gumba, Hornrabe. 220; A.-Keem, 
Honigdachs. 61; A.-Khirbe, A.-Kurahn, der 
rothe Pelekan. 230; A.-Risch, „Fererträger“, Art 
Honigsauger, Nectarinia metdllica. 281; A.-Sa- 
lahm, Art Delphin, „Vater des Grußes“. 651202; 
A.-Schock, „Stachelträger“, Igel. 62 ꝛe., vgl. A. 
Hannes, Art Ibis. Oken 7, 529; Ab- Seng, Art 
Reiher mit Federbusch. Augsb.3. (1844) 1697b rc.; 
A.-el-Mist, s. Abelmosch ic.; auch: A.-Kelb, 
Löwenthaler (s. Kelb, vgl. Griseio); A.-Taka (s. d. 
u. Jüslik) 2c. — Abulie (gr.), f.; 0: Mangel an 
Willenskraft als Geisteskrankheit. — Abün c.i. 
Abbung. — Abund-nt (lat.), a. — abendant. 
ntija, f.; zäntl'en [8 24, 1): Göttin der Fülle, 
des Übersiusses (auch Copia), gw. dargestellt mit 
einem Füllhorn (cornu copis, s. Amalthea): Abun- 
dantien mit Fruchthorn u. Blumenforb. G. 31, 95. 
Fanz, f.; 0: Fuͤlle, lberstus. -Ièren (lat.) 
intr. — abonrieren. — Abus (frz. abü), m.: Miß- 
brauch: Päár a. — pér abüsum (lat.), misbräuch= 
lich. -eur (abüsör), m., —; —6: Betrüger. 
icen, tr.: 1) misebrauchen. — 2) täuschen, be- 
trügen. Abũs ion (lat.), f.; -en; s-: Kata- 
chrese. in, a.; -##, west : misbräuchlich. 
us, m. [8 24, 41: Mißbrauch: A. nön tollit 
üsum, Mißbrauch hebt den rechten Gebrauch nicht 
auf, macht ihn nicht unstatthaft; Pér abüsum, 
s. abus. 
EAbgl-a, e (gr.), f.; 0: die Säule des Her- 
kules (s. d. 1) auf der afrikan. (wie Kalpe die auf 
der europäischen) Seite. Namier Myth. 310. — 
Aböffus (gr.), m. [8 24, 2): Abgrund, z. B.: 
Seelen-A. Merchk's Br. 2, 109; Höllenschlund, 
Hölle; unersättlicher Vielfraß 2c. 
Aeedia (gr.), f.; 0: Gleichgültigk. 2c.: Tod- 
sunde ., die die Kirche „A.“, die „Trägheit des Her- 
zens“, die Indifferenz fur Liebe u. Haß nennt. Gutzkow 
Z. 1, 350, in ganz gr. Ferme (Mait — Aerite 
(ar.-span.), m., uv.; —#: Ol, z. B.: A. del 
Guacharo ( d.). — Aeeph-ala (gr.-lat.), pl.: 
„kopflose“ Weichkhiere, d. h. die Ordnung der 
Muscheln, gauch Kormoreda. Burmeister Gsch. 377 
(Ggstz Jlollisca cephalöphora. 379). -älia, f.; 
0: NMerpffosiak., bei Mißgeburten. Calisch, a.: 
kopflos; hauptles; auch: Etwas, wovon der An- 
fang fehlt, z. B.: A-#e# Bucher ie. alus, m., 
ur ; zälen [8 21, 21: eine kopflose M Szisgeburt; 
: Völker, Parteien, Sekten, die kein W 
14# od. anerkennen. — Aecquĩ-a (span. ), k. 
—#: Wassergraben, zur Bewäßrung der Huerta 
(s. d.) r. Gtobus 1, 10b0. ro, m., —: — :: 
Aufseher über die Acegquias: Das Wassertribunal, la 
cort dos a-s. la. — Ackra (lat.), f. 18 21, 11 
Art Wagen für leichtere Lasten. weiß 1, 1328. — 
Acerb (lat.), a.: berbe, bitter. aliön, (.; 
en: Cr-, Verbittiung. eren, tr.: “rbit- 
tern, enkrüsten. ität, f.; S-en: Herbigkeit; 
llufreundlichfeit. — Neeriden (griech.= lat.), 
pl.: Pflaster „ohne Wachs“. — Acerra 
(lat.), k. [8 21, 2): Weihrauchkästchen (s. Turibu- 
lum); auch als Titel v. Büchern, z. B.: A. philo-
        <pb n="25" />
        Acervatim 
lõgica. G. 20, 36 [philologische A.] von P. Laurem- 
berg 2c. — Arerv#ätim (lat.), adv.: gehäuft, 
haufenweise. = ation, f.; -en; —#-: Anhäufung. 
#en, tr.: häufen. ulin, a.: Das gehäufte 
(„a-e“) Wachsthum. Ausld. 38, 643b. — Jlçese-ent 
(lat.), a.: säuerlich. -entia, pl.: Stoffe, die 
leicht in saure Gärung übergehn. enz;, f.; 0:; 
Hinneigung zur sauern Gärung. — NKokt-abuläria 
(lat.), f. [S 24, 11: eine Gattung Moose, 
Schilrschwamm. abuliféren, pl.: Cerhalopoden 
(s. d.) mit — wie Tentakuliferen ohne — Saug- 
näpfe an den Armen. Jurmeister Gsch. 381. -abu- 
lum (§ 24, 2, u.]): Esügflasche. - ät, n., —e)8; 
—e: essigsaures Salz. Cisch, a.: essighaltig 
(acöticus). -omster, m., n., —#; uv.: ein In- 
strument, um den Gehalt an Essigsäure zu bestimmen. 
Karmarsch T. 1, 735; Prechil 5, 342. omelrié, 
f.; 0: die Bestimmung des Gehalts an Essigsäure. 
339. ométrisch, a.: zur Aretometrie gehörig, 
darauf bezüglich rc. -on, n., —#; 0: Esfiggeist. 
Karmarsch Techn. 1, 721; 425. Tosella, f.; 0: 
Sanerklee. —um, n. [8 24, 2, u.): Essig, z. B.: 
A. cerevisia, Bieressig; A. concenträtum, koncen- 
trierter; A. infüsum s. medicätum, Kräuterefüg; 
A. Lithárgyri s. plimbsum s. saturninum, Blei- 
essig; A. pyrolignösum, Holzessig; A. vini, Wein- 
essig 2c. -5l, a., -e)8; 0: Die Cssigszure, 
C. HaOz, wird als ein Oxy#r- einer hüpothetischen Grund- 
lage, des A-s, CHe betrachtet, welches in Verbindung 
mit 1 Atom Sauerstoff den Alrehyd od. das A.-Oxrbd, 
mit 2 Atomen Sauerstoff die acetylige Säure (Alre- 
borsäure, Lamrinsäure), endlich mit 3 Atomen Sauer- 
stoff die Essigsäure od. A.-Säure bildet. Karmarsch 
T. 1, 734; 2, 8. 
Achäer (gr.), pl.: ein altgriech. Volksstamm; 
auch als Bez. der Griechen übrh. (so auch Pana- 
chaͤer): Da das griech. Volk in 4 Hauptstämme zer- 
fiel .., die A. od. Achaier, die Jonier, die Noler od. 
Aioler u. die Dorer 2c. Ariegk 1, 170. Dazu:; achäisch. 
— Atchalandieren (krz. asch-), tr.: Kunden 
heranziehn; in Kundschaft bringen. — Achar 
(rers. ätschar), n., —s; 0: „gemischt“, Art orien- 
talischer Mirpickles (s. d.): Die jungen Wurzel- 
srröslinge ldes Bamkus] werden eingemacht u. ünd ein 
Haurtbestanrtheil des auch in Europa berühmten Konfekts 
A. Ohen 3, 420. — Acharistit (gr.), f.; 0: Un- 
dank. — Acharnär: s. Akarnar. — Acharn- 
ement (frz. ascharn'mäng), n., —#; 0: die hitzige 
Gier nach Eiwas; Wuth, Erbittrung; Kamrf- 
wuth; Mordgier. -iren, tr.: gegen Einen od. 
Etwas hetzen, mit Wuth, Gier erfüllen: Acharniert, 
erpicht. — Acharna: s. Atscharja. — Achat (gr.), 
m., —(e); —e: Geschlechtsname aller feinen sarbi- 
gen Hornsteine (vgl. Chalceron, Onx), eine halb- 
durchschtige Abindrung des Quarzes von unvoll- 
kommen muschligem, dabei splittrigem Bruch (zuw. 
in franz. Form: Agät — s. d. —, auch: Des 
Agäths buntfarbiges Gestein. HKleict Bül. 250 cc., 
vgl.: Die agätleyne Dose. Mötike N. 30): Nach der 
versch. Zeichnung heißt der A. Band-, Baum., Festungs- 
od. Fortifikatibns-, Landoschafts)-, Mond-, Regenbogen., 
Ichrolitisch 9 
Stern-, Trümmer-, Wolken-A. ic.; wenn er weiße Flccken 
hat, Milch-; wenn er mit Jaspis, Keystall 2c. vcrwachsen 
ist, Jäsp-, Krystäáäll= od. Eis-A. 2c.; Ring-A. 
(s. Kacholong) 2c.; ferner nach der Färbung, z. B.: 
A--Kegel, Art Kegelschnecke, Cönus tülipa; 
Schlange, Sepsden; -Schnecke, Achätina cc. 
— chät-es, m. (§ 24, 3, zsI: in Virgil's Anelde 
G. B. 6, 15.8: fidus A.) der treue Gefährte u. 
Freund des Anegs; danach als Gattungsname: 
Don Sploio mit seinem getreuen A. w. 1, 238. — 
Ichatisikren, tr.: Glasfstüssen die Achatfärbung 
geben. — Acheln (hebr.), tr., auch o. Obj.: essen. 
— Achemin-ement (frz. ascheminemäng), n., —S#; 
—s: Anbabnung, Einleitung. ren, tr.: den 
Weg zu Etwas bahnen, es einleiten, in Gang 
bringen. — Achernär: s. Akarnar. — acher -on 
(gr.), m., —#; 0: ein Fluß der Unterwelt — u.: 
diese selbst (s. Flectere). -öntisch, a.: auf den 
Acherrn bezüglich: Gleich dem a-#en Kahn, nur 
Schatten u. Idole kann er tragen. Sch. 100a; Edd. 1, 
225 2. — Achtropĩta (gr. fr), pl.: 
„nicht von Händen gemachte“, himmlische Bilrer 
des Heilands, der heil. Zungsrau. — Ascheval 
(frz. aschewäl): s. Cheval. — Achi: s. Ajis. — 
Ichi= a, f.; 0; -ar, n., —§; 0: — Achar. — 
Achian, n., —s; —#: offner Schlilten bei den 
Lappländern (vgl. Pulk, bedeckter), best.: Kjöre A., 
vgl. Raid (s. d.). A., die in einer Reihe an einander 
befestigten Schlitten für Packwaaren 2c. Grubt Ch. 
1, 11. — Achill, m., —s; -e (JÖ##icheelis 244), 
—en (w. 22, 20): Achilles. ha (nlat.), f.; 
kzen: Schafgarbe, bes. A. millefölium. Jes 
(lat.; gr. Achilleus), m., uv.; uv.: 1) der schnell- 
füßige Hauptheld des trojanischen Kriegs (s. Aakire, 
Pelire), der Sage nach nur an der Ferse verwund- 
bar (s. w. 21, 39); auch als Bez. eines großen 
Helden übrh.: Der A. der großen Armée, wie man 
ibn [Murat] nannte. Harimann Letzte Tage 53. — 2) 
Die Breitflügler der srinnerartigen Schmetterlinge lheilt 
man in trojanische Ritter mit einem Ordensstern u. in 
Friechische ohne solchen. Zu diesen gebören z. B. der A., 
Idömeneus, Machäon, Meneläus, Nsster, Protesiläus, 
Teñcer, Ulbsses 2c.; zu jenen der Anchises, Angas, Hektor, 
Helenus, Päris, Polörmas, Priamus 2c., auch: 
Kelena. — 3) ein Trugschluß zum Beweis, daß der 
„fußschnelle A.“ (1) selbst eine langsame Schile- 
kröte, wenn sie einen Vorsprung hat, niemals ein- 
holen könne (s. w. 13, 39). — 4) Als Bsiw. 
(s. 1)z. B.: A.-Ferse, die Stelle, wo Jemand sterb- 
lich, verwundbar ist: Sehne, die an die Ferse ange- 
heftete Sehne. — Ichlps# (gr.), f.; uv.: „Nebel“, 
Verdunklung der Hernhaut im Auge, vgl. Nerbe- 
lium. — Achne (gr.), f.; 0: Charpie. — acholfe 
(gr.), f.; 0: 1) „Gallenlosigk.“ — 2) Cholera. 
— Ichor: 1) (gr.) m. [§ 24, 3, Sris]: Kopf- 
grind. — 2) (türk.) m., —#; —: Stall: A.-Emir 
od. Emir-A., Stallmeister. — Achröa (gr.), k.; 
0: Bleichsucht. — Achroliĩtisch, a.: Statuen a-er 
u. chryselephantinischer Art, eine zweckmäßige Benennung
        <pb n="26" />
        Achromasie 
10 
Leake's für diesenigen drapierten Statuen der Grlechen, 
wo bei den ersten die nackten Theile aus Marmor, die 
Draperie od. andre Atiribute aber aus gemaltem u. ver- 
goldetem Holz bestanden, bei den zweiten hingegen das 
Fleisch aus Elfenbein, das Ubrige aus Gold u. buntem 
Email, auch oft mit Edelsteinen verziert, gebildet war. 
püchler Süröstl. 2, 41. — Sichrom-asik, f.; 0: 
1) Achröa. — 2) = Achromatismus. S. 38, 131; 
Po#uillet 2, 184. atisch, a.: „farblos“, in der 
Optik: die Objekte ohne farbige Ränder zeigend: 
Al-e Prismen, Linsen, Gläser, Fernröhre 2c.; Unser Auge 
ist ebenfalls ein a-es Instrument; denn wir sehen die 
Ggside rein u. ohne farbige Säume. ebd. atismus, 
m., uv.; 0: das Achromatischsein u.: die Lehre 
davon: 169; A. des Auges. 183 (vgl. Achromasie 
des Auges. 184). alopfiè, f.; 0: Unfähigkeit, 
Farben zu unterscheiren, Farbenblindheit (s. Dal- 
tonismus). — Achronisch: s. akrenyttisch. — 
Ichund: s. Akum. 
Seid-aliön (nlat.), k.; -en; —s-: Säurung. 
Sferen, tr.: säuern. isicieren, tr.: geidieren. 
isikatiön, f.; -en: Acidation. -imster, m., n., 
-s; uv.: Säuremesser (vgl. Aretemeter; Alkalimeter); 
dazu: Actdimetreice, eisch. -ität, f.; 0: das 
Sauersein u. nam.: das Wesen chemischer Säuren, 
im Ggstz zu dem der Alkalien od. Basen, zu der 
s. g. Alkalilni)tät, Basile)tät. -ulä (lat.), pl. 
18 24, 11: A. od. äqus a., säuerliche Mineral= 
wasser, Säuerlinge, Sauerbrunnen. Julièeren 
(nlat.), tr.: säuerlich machen. -um (lat.), n. 
I&amp; 24, 2, n.]): (Chem.) Säure, z. B.: A. acsti- 
cum (s. d.), Essigsäure; A. carbönicum (s. d.), 
Kohlensäure u. v. m. — Acier (frz. abje), m., 
6; 0: Stahl, z. B.: A. à la rose lrös, Rosen- 
stahl; A. bouraouftée lburßufle] od. poule lpüll, Blasen-- 
stahl; A. brut lbrul od. de fonte (öngtl, de forge 
(forsh], naturel [natürell), Roh., Schmelzstahl, vgl. 
Mock; A. corroyc lkorroafel od. raftins, raffinierter 
od. Gärbstahl; A. damassé, damascierter Stahl; A. de 
(#ö) cémentation lhemangtaßsön), Cement= od. Brenn- 
stahl; A. fondu (songd ül, Gußstahl, u. zwar: soudable 
öndäb'Il, schweißbarer u. non (nöngl soudable, un- 
schweißbarer; A. rond kröng! tiré, gezogner Rundstahl, 
eine Sorte Stahldraht (61 4’a.) 2c. Aciérie 
(aßjert), k.; —(enn: Stahl-Bereitung; -Hütte. 
Acies (lat.), f. [8 25, 51: 1) Spitze; Schirfe; 
Schneide. — 2) Schlachtordnung. Aciecula 
(lat.), f. [8 21, 11: „Nadelchen“, Stachel, Dorn 
½. — Slcinaticium slat., §24, 2, n.]): s. Aroma- 
nk. — Acinesie: s. Alinese. — Atinõös (lat.), 
a.: weinbeerenförmig. — JFcipenser, m. I§ 24, 
3, is): das Fischgeschlecht der Störe 2c. — A## 
(port.): s. Albino. — Ach 2c.7 s. Aky c. 
Ad (lat.), präp. m. Acc. — zu, an, nach rc., 
z. B.: Ad impossibilia nämo obligätur, zu Unm#g. 
lichem ist Niemand verpflichtet 2c., s.: Ad absurdum; 
ad dücta; ad éxtra; adhöc; adhöminem; ad nötam; 
ad rem 2c.; anch als Bstw. in Zsstzgn, wobei es 
vor (u. d), f. 8, 1, n, p, r, s, t durch Assimilation 
in ac. af, ag, al, an, ap, ar, as, at übergeht. 
Idansonie 
Idage (frz. adäsh), n., uv.; —: Sprich- 
wort. Adagiärius (nlat.), m. [8 24, 21: 
Einer, der sich viel in Sprichwörtern bewegt. — 
Adag/- iélto (it. ararschjetto), n., —##; —6, zagiétti: 
ein kurzes Adagio. - io (Mus.): 1) adv.: „mit 
Gemächlichkeit", langsam (vgl. Andante, Largo, 
Lento 2c.), gesteigert z. B. adagfssimo od. a. 
assät, a. di molto, sehr langsam. — 2) n., —8, 
uv.; —#s#, zagii: ein Tonstück von langsamer Be- 
wegung u. qw. v. rührendem, schmelzendem Aus- 
druck. — Idäg-iologie (gr.-lat.), f.; —eyn: 
Sprichwörter-Sammlung:-Lehre. ium (lat.), u., 
—8 ; zlen 1824, 2, n.]): Sprichwort. — Id-akliön 
(lat.), f.; -en: Nöthigung, Zwang. ctus (lat.), 
a. I§ 24, 2): adigiert. — Idaktßlisch (gr.), a.: 
finger-, zehenlos. — Adam (hebr.), m., —; -8; 
—-: bibl., der Stammvater der Menschen, wie 
Eva die Stamm-Mutter (vgl. Askur): Wie A. bloß 
u. nackt. G. 1, 168 (s. Adamitenball): Noch scheint 
der liebe Mond so helle, wie er durch A-s Baͤume schien. 
Hölly 104; Nach rem Falle Adä (rralt. st. A-sl. 
suther SW. 23, 250 2c.; auch: Kleine A.'s u. Eva's. 
3p. Wahrh. 41, 292 = Menschen, Kinder 2c.; auch: 
A. u. Eva, eine Pfl., Allermannsharnisch (s. Gartenk. 
13, 600b) 2c.; theolog.: Den alten A. [od. Menschen, 
s. Eph. 4, 22 ff.) aus — u. den neuen anziehn, vgl.: 
Dieses ist denn die eig. Natur, der alte A. G. 3. 343; 
25, 267 c. Als Bstw. z. B.: A-#.- Apfel, Pömum 
Adämi s. assFricum, eine v. den Juden am Lanb- 
hüttenfest benutzte citronenartige Frucht, der Furchen 
auf der Schale das Ansehn von Einbissen geben 
(s. 1. Mos. 3, 6), auch Parariesapfel-; mit obsesner 
Anspielung: Als wir neulich, wert du, wo?auf dem 
Stoh,Adamsäpfel aßen. Günther 91 3 2c.; ferner: 
der an der Kehle vorragende erste Knorpel der Luft- 
röhre, nach der Sage der dem A. in der Kehle 
stecken gebliebne Apfelgröbs; A-s--Erbe. Cünther 
1084; Der alte A-s--Esel will ungern an das gött- 
liche Arbeiten. 3öhm 10, 153; A-E= (od. Paradies.) 
Feige, Ilüsa paradistaca, Pisang; In seiner alten 
A-s-Haut. Lehmann Flor. 340; Die Schadenfreude, 
diese Erb= u. Schoßsunde aller A-s--Kinder. G. 30, 
383; Die alte A—-s-Lust vergeht; A-#. Nadel, 
baumartige Lilie, Tucca; Lang bat ich das schene 
störrige A-s--Rippchen. Rücken Ausw. 372 (s. 1. Kof. 
2, 21, vgl. Eva, Eoenskind)); A-s. Sohn Coly 1, 
157; Spielhagen Pr. 7, 267 2c. — Adamaͤnl (gr.), 
m., —s, —en; -e, —en: s. Diamant. en, a.: 
unzerbrechlich: Mit a-en Ketten gebunden. W. 23, 
2 2c.; von größter Festigk. u. Hirte: diamanten. 
In, m., -(e)s; 0: ein hartes Gestein, Feldspath. 
— Adamas, m. uv.; #se: s. Aromam: Mit Zaspis 
u. A-sen. Keller Fastn. 1143. — Idäm -isch, a.: 
auf Adam bezüglich, ihm gemäß rc.: Sleisch nennt 
Paulus das ganze a-e Wesen. franck Arch. 6 4 „2c.; A-e 
Erde, schlammige 2c. -it, m., -en; —en: Name 
mehrerer christl. Seften; auch: A-enl- Ball, wo 
nackte Paare tanzen. Sche#r Bl. 3, 133. Iilisch, 
n.: auf Adam bezügl., zu seiner Zeit 2rc.: Vor# a. 
frankl Jer. 1, 170 (s. präaramitisch). — Adansonĩe 
(nlat.), f.; —n: der Affenbrotbaum (nach dem
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        Adaptabel 
Naturforscher Adanson), auch: Boabad, Tabaldie, 
Dinna, s. Brehm Hab. 43, vgl. Hamrah. — Adapt- 
adbel (ulat.), a.: anwenrbar, raßlich. abilität, 
f.; —en: Anwendbark., Paßlichk. -alion, t.; 
—en; —-: Adaptierung. feren (lat.), tr., das 
Obj. dem im Dat. Genannten passend gestalten 
od. anreihen; anpassen 2c. — Idäqu-ät (lat.), 
a.: vollständig übereinstimmend, entsprechend, pas- 
send, angemessen 2c. -ation, f.; —-en; —§#-: Ad- 
äquierung. ieren, tr.: ab-, ausgleichen; ebnen; 
anpassen. — Adar (hebr.), m., —8; 0: Monats- 
name, s. Ab 11. — Adäratiön (lat.), f.; Sen: 
Aärierung. — Adarga (span.), f.; —#: Tartsche. 
— Idärfkren, tr.: in Geld auschlagen; zu Geld 
machen (vgl. Arar). — Idärme (span.), m., —; 
—8: ein kleines Gewicht, auch in Südamerika; 
Derhem (s. Drachme). 
Idcit-ät (ulat.), m., —en; Sen: der Adci- 
tierte. .- ation, f.; —en: Adcitierung. -ätus, 
m. [8 24, 2): Arcitat. ieren, tr.: hinzu 
citieren od. vor Gericht laden. volksz. 1 3, 259. 
Addan, m., — ; —6; ein Feldmaß der Araber. 
Hammer 10, 337. — Addas, pl.: Linsen (in 
Agypten). Ausld 38, 1103a. — Addaties (frz., 
adatis), pl.: ostindischer Musselin. — Addätur 
(lat.): auf Recerten: es werde hinzugefügt!, ähn- 
lich: Addde! füge, thue hinzu! — I#ddecimteren 
(lat.), tr.: bezehnten, den Zehnten von Etwas 
nehmen. — Ilddend (lat.), m., —en; -en: die zu 
addierende, hinzuzuzählende Zahl (s. Summanr). 
Tum, u. [8 24, 2, n. : Hinzuzufügendes, 
bes. Mz.: Addenda, Zusätze 2c. — Addi, m., 
—s; 0: der 4te Monat des indischen Jahrs. — 
Iddibilität (nlat.), f.; 0: Vermehrbarkeit. — 
Iddicikren (lat.), tr.: gerichtlich zusprechen, zu- 
erkennen, ertheilen. — Zddferen (lat.), tr.: „hin- 
zufügen“, hinzuzählen, zu einer Summe (s. d.) 
vereinigen: Zusommen-a. — Iddictio, k. [8 24, 3, 
önis!; Iddikt-iön, f.; —en: Addicierung: A. 
bonörum, der Güter; A. hereditätis, der Erbschaft 
ꝛe. us, àA.: addiciert: Gléebae (s. d.) a. — 
Addio (it.): Adien: A., mic cäro! Lebewohl, mein 
Theurer — adien, mon cher (möng schär) 2c. — 
Idditamént (lat.), n., —(eys; —#; um /§24, 
2, n.): ein Zusatz, Anhang; Zugabe, zur Besol- 
dung. Additiön, f.; -en; —-: die Operation 
des Adrierens: A-s--Exempel; „Zeichen (s. Plus) 2c. 
-ãl (nlat.), a.: zusätzlich: A.= (od. Zuschlag-) 
Accise; -Steuer 2c.; A.-(od. Zusatz-) Akte; „Arrikel; 
Bestimmung; -Dekret; -Gesetz, „Vertrag 2c., auch mit 
lat. Enrung: a-is, z. B.: Articulus additionälis 
[8 21, 3, uv.]) 2c. -ell (frz. addißjonell), a.: 
additional: Centime Ißangtiml, sou Ißül a., Zuschlag- 
steuer nach einem best. Procentsatz, nach dem so u. 
sovielten Pfennig. Additw (lat.), a.: mit dem 
Additionsjeichen versehn, vgl. posittv, s. Ggstz sub- 
traktiv.— Iddorsikrt (ulat.), a.: mit dem Rücken 
angelehnt, s. adossieren. — Addra (ar.), 
t.: —#: Damgemse, s. Nanguer. Ohen 7, 1376. — 
Idept 11 
Addresse ic.: s. Mdresse 2c. — Iddubitatiön (lat.), 
f.; —en: An-, Bezweiflung. — Idducieren (lat.), 
tr.: an-, heranziehn. — Idduhkt-ion, f.; -en: Ad- 
ducierung, nam. Anat. (s. Ggstz Abduktion 1). 
Jor, m., —#; ören (§ 21, 3, adductöris): (Anat.) 
Anziehmuskel; (Bot.) die verkümmerten Kapseln 
in der weiblichen Hülle eines Mooses (Zuleiter). — 
Iddulceieren (ulat.), tr.: versüßen. — Id- 
duplieren (nlat.), tr.: verdoppeln. 
Ade, interj. u. n., —#; —: s. Adien. — Adeb 
(ar.), n., —#; —s, uv.: ein dgypt. Gewicht, Pfund. 
— Adelaĩde, f.: weibl. Name; auch: A.-Farbe 
(Vieden Turg. Zäg. 189) od. A., u., eine Art Blau. 
— AUdelänt-ädo (span.), m., —#; —8: „ein Avan- 
cierter", Oberst; Statthalter 2c., jetzt Chrentitel: 
Der Armiral u. sein A. Nückert Col. 2, 229; 208; 
210 2c. e, adv.: vorwärts. — Adelipariĩẽ (gr.), 
f.; 0: Fettleibigkeit, s. Liparie. — Adelopõden 
(gr.), pl.: Thiere mit „nicht sichtbaren Füßen“, 
vgl. Apoden. — ##belph-ie (gr.), f.; —)n: 
(Bot.) Verwachsen der Staubfäden. Cismus, 
m., uv.; 0: „Verbrüdrung“. -ist, m., -en; 
—en: Verbrüderter. -ohtonfe, f.; —ehn: Ge- 
schwistermord. os, m., uv.; zoi, -i, zis (pückler 
Süröstl. 2, 205): Bruder. — Ademoniẽ (gr.), 
f.; O: Uberdruß; Unlust; Niedergeschlagenheit rc. 
— Sldemt-io (lat.), f. [18 24, 3, önis]: Weg- 
nahme, Entziehung, z. B.: A. bonörum, der 
Güter; civitätis, des Bürgerrechts; legatörum, 
der Legate; libertätis, der Freiheit 2e. iön, f.; 
en: Ademtio. — Jus, a.: weggenommen, ent- 
zogen, z. B.: Adcmtum legätum (s. d.). — Aden 
(gr.), f. [8 24, 3, —is]: Drüse, s. glandula. 
algtie, f.; —eyn: Drüsen-Schmerz, -Ge- 
schwulst. -emphraktisch, a.: drüsenverstopfend. 
Temphraäris, k. [8 24, 3, uv.]: Drüsenverhär- 
tung. -#stis, f. 824, 3, uv.): Drusenentzündung. 
Cochirapsologke, f. —(eyn: Lehre v. den symra- 
thetischen Kuren der Kröpfe durch Berührung mit 
der Hand. ogenesis, f. [8 24, 3, uv.]): Drii- 
senbildung. ographie, f.; -en: Lehre, Lehr- 
buch von den Drüsen. Dazu: Adenogräphisch, 
darauf bezügl. -oiden, pl.: drüsenähnl. Körper. 
-ologaditis, f. [8 24, 3, uv.): Entzündung 
der Drüsenbindehaut. ologie, f.; —(eyn: 
Adenograrhie. Dazu: Adenolögisch. -öncus, 
m. [8 24, 2): harte Drüsengeschwulst. oph- 
thalmik, f.; -(ehn: Augendrüsen-Entzündung. 
-öphnma, u. [8 21, 3, Fmatis!): weiche Drüsen- 
geschwulst. -ösis, f. [8 24, 3, uv.): Drüsen- 
Bildung; -Entzündung; Skropheln. -osklerofis 
[824, 3, uv.): Drüsenverhärtung. -öfus (nlat.) 
a.: auf Drüsen bezügl., z. B.: Abscêssus (s. d.) 
a., besser glandulärum, Druseneitrung. -otomie, 
f.; +Xeyn: Drüsenzerglierrung. — AUdephagie 
gr.), f.; 0: Freßsucht (s. Bulimie). — Adeps 
8 m. [8 24, 3, ãdipis]: Fett, z. B. A. anse- 
rinus, Ginseschmalz; A. csti, Thran; A. suillus, 
Schweineschmalz. — Adept (lat.), m., en, —8; 
—en:, Einer, der“— den Stein der Weisen— „erlangt
        <pb n="28" />
        12 Adeption 
hat“; ein Eingeweihter: Einen A-en seltner agro- 
nomischer Kenntnisse. Gutzkom N. 5, 51; Pozzo fah mich 
als seinen Schüler, als einen A-en an. Monalbl. 2, 588b; 
w. 3, 241 . ion, f.; -en: Erlangung, Er- 
werbung. — Adernn? Corph (walis.), m.: 
Känzchen, als Todesvogel. Uodenberg Wal. 203. — 
I. Ades: s. Adieu. — II. Ades (gr.), m., uv.; 
0: s. Hares: Gleichwie an des A. Thor wagend sich 
Orpysseus setzte. Ereiligtaih SW. 1, 185. — Ad-es 
(lat.), f. [8 24, 3, is): Gebäude; Tempel. weiß 
1. 1208. — Adespoton (gr.), n., —6; -éspota: 
ein herrenloses Gut; ein Werk von unbekanntem 
Verfasser. — Adesso (it.), adv.; sogleich, sofort. 
— Idhär-#ent (lat.), m., -en; -en: Anhänger, 
Theilnehmer, Genoß; s. abhärieren 2. -enz (nlat.), 
f.; -en: die Anhänglichk.; der Anhang; das An- 
hangen, Anhaften: Die A. des Cies mit dem Uterus. 
humboldt K. 2, 430. — UIdhäri, m., —#8; —s: (in 
Sennar) Ein A. ist ein Gewährsmann, welchen der 
Fremde sich unter den Männern des Stammes auswählt, 
rurch dessen Gebiet er wandern will. Der A. verschafft 
ihm Obdach, Wasser, Feurung zum Kochen, er vertheidigt 
ihn .., schützt Person u. Habe. Dafür bekommt er eine 
verabrerete Summe 2c. Globus 8, 258b, s. Rabia. — 
Idhä-rikèren, imtr. (haben): 1) an-hangen, 
„haften ꝛe. — 2) Rechtsspr.: einer bereits von 
einem Andern vorgenommnen Proceßhandlung 
beitreten: Das A. od. die Arbäsion; Der A-de 
od. Adhärent. sion, k.; —en; —#8-: 1) (Phyf.) 
das Aneinanderhaften sich berührender Körper 
(versch. Kohäsion, s. d.): A-s--Kraft. — 2) 
(Arzn.) der organische Vorgang, wonach weiche 
Theile durch ausgeschwitzte Lymphe in Folge eines 
Cntzündungsproczsses (Arhäsiventzundung) mit ein- 
ander verwachsen. — 3) Rechtsspr., s. arhärieren 2: 
A-s--Proceß, wodurch der durch ein Verbrechen Be- 
schärigte sein Civilinteresse gegen den Verbrecher 
zugleich mit in dem gegen Diesen eingeleiteten 
Strafproceß verfolgt. -siv, a.: anhaftend, kle- 
bend 2c.: A.-Entzündung (s. Adbäsion 2 u. exsnrativ); 
A.- (od. Heft-) Pflaster 2c. — Idberit-anz (ulat.), 
s.; —-en: Erbeinsetzung. -ieren, tr.: zum Erben 
einsetzen. — Adhib-endum (§24, 2, u.]: anzu- 
wendendes Mittel. —iertn, tr.: anwenden, ge- 
brauchen; hinzuziehn. -ition, f.; S-en: Adhi- 
bierung. — AIdhort-ation (lat.), f.; Sen; 
—: Ermahnung. aliv, a.: ermahnend: Gegen 
Pastor Sch... a. vorgehen u. verhüten, daß rc. Ual-Z. 
21, 212. atöria, f. [S 26, 1]; -atorium, n., 
S4, aförfen 1/98 26, 2, n.]: Ermahnungsschreiben. 
-ieren, tr.: ermahnen. — Idhüc (lat.), adv.: 
bis jetzt, noch 2c.: A. sub jüdice lis est, die Streit- 
frage ist noch unentschieden. 
Adi: s. A. Granth. — Adiagnoͤstisch (gr.), a.: 
wofür keine Diagnose (s. d.) zu finden ist. — 
Adiakritolalrie (gr.), f.; —(eyn: urtheilslose 
Verehrung. — Adiant (gr.), n., -(e)s; —e: 
„nicht naß werdende“ Pflanze, Frauenhaar ((. 
Kapillar-Sirup). — Idiaphan (gr.), a.: „uUn- 
durchsichtig“. — Adiaphon-on (gr.), m., —; 
Adipsie 
za: „unverstimmbares“ Klavier. — Adiaph-ör 
(gr.) a.: indifferent (s. d.), z. B. (Chem.) auch 
m., —8; —e: eine indifferente Verbindung, im 
Ggstz zu den ausgeprägt sauren oder basischen. 
Sora, ptl.: indifferente, gleichgültige Dinge. 
orié, 1.; 0: Indifferentismus. orist, m., 
—en; -en: Indifferentist, nam. auf religiösem Ge- 
biet, der gewisse Punkte für Adiaphora erklärt. 
oristisch, a.: die Frage über die Adiaphora, nam. 
auf religiösem Gebiet, betreffend. — A#diapneustié 
(gr.), f.; 0: Mangel an Diapnoe (s. d.) od. Haut- 
ansdünstung, vgl. Anirrösis. — UA#diarrhöe (gr.), 
f.; 0: Leibesverstopfung, Ggstz von Diarrhöe. — 
Idiastasié (gr.), f.; 0: die unmittelbare Nähe 
des göttlichen Wirkens. — Ad—-ienla (lat.), f. 
18 24, 11: „Häuschen “, Tempel, Kapelle; Nische, 
Bilderblende. — Adien (srz. adjö), interj. u. n., 
—6#; —§#: „mit Gott!“, Lebewohl (s. Addio): Dann 
a., deutsche Literatur! prutz Musik. 2, 252 ꝛt.; A. 
Partis! u. über Stock u. Stein nach Holland! 
hamb. Th. 2, 351 2c.; Französischer (s. d.) Abschied, 
sans a. Ißangsadjö]l, ohne Abschied (zu nehmen); 
Ahen (in der Ammenspr.). Lichunderg 4, 181 rr.; 
ugw. masc.: Noch einen A. G. Stein 1, 17; Aus 
A. entstand Ade, das, zu (#eising's Zeit (11, 637) 
,„ kindisch u. gemein geworden“, jetzt wierer auch bei 
Dichtern u. in der höhern Sprache gilt, z. B. B. 24a; 
G. 3, 119; Heine Lied 78; Uhland 235; VU. 1, 169 r.; 
dagegen fallen der Volkssprache anheim: Adjék. Stiling 
2, 125 (Adiẽ 1, 34); Adjes. freytag Soll 3, 290 
(Adtes. G. 9, 8; sMũller 2, 125; Adisß. Solthelf 
II. 2, 132), vgl.: Auch das Adrs, sobald du dich ent- 
fernst,] ist viel zu plump. platen 3, 172 r2c. (Vralt.: 
Alde, zu guter Nacht! Uhland V. 184; 600). — 
Adis-icièren (lat.), tr.: erbauen, eig. u. übrtr. 
(vgl. Editant). ikatiön, f.; —-en; —##-: Erbau- 
ung. — Adigiẽren (lat.), tr.: zwingen, treiben. 
— Adi Gränth, m., uv.; 0: „das erste Buch“, 
eine Sammlung heiliger Schriften der Sikh. 
Honatbl. 2, 50 Sa. — Idihos (gr.), a.: ungerecht: 
Der beiden Streithähne, Dikäos u. A. Logos [des ge- 
rechten u. ungerechten Vortrags, personif.]) n den 
Wolken des Aristophanes. W. 22, 16; 23, 272. — 
Adil, m., -(e)s, —en:; -e, -en -is, m. I§ 24, 3, 
uv.]: im alten Nom Stattbeamte, denen die Auf- 
sicht über die öffentl. Gebäude 2c., die Policei u. 
bes. auch die Besorgung der öffentl. Schauspiele 
oblag (vgl. Astonom): Aed. plsbis od. plebejus; cu- 
rülis, höhern Rangs; cereälis, dem das Getreite- 
wesen u. die Verproviantierung der Stadt oblag. 
Zitas, f. 124, 3, tätis); -ität, f.;ô: Adilen-Amt, 
Würde. CGuhl 2, 268. — Adimiẽren (tat.), ir.: 
entziehn, wegnehmen. — Idimptieren (lat.), tr.: 
erfüllen rc. — Adip-id (nlat.), n., -(e)s; —e: 
Fett. -in, n., —(e)s; 0: A., A.-Säure, Fett- 
saͤure. -ieren, tr.: schmieren, einfetten. orera, 
f. [8 24, 1); oeire (frz. —oßm), k.; 0: eine 
aus faulenden thierischen Stoffen sich bildende 
Masse von einer Konsistenz zw. „Fett u. Wachs“. 
—58, -Öfus, a.; fett, fettig ie. — Adipf-ie (gr.),
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        Adipson 
f.; O: „Durstlosigkeit“. on, n., —; -a: durst- 
löschendes Mittel. — Adirato (it.), adv.: (Muf.) 
„zornig“, in rasch-erregtem Vertrag. — Adire 
(lat.), tr.; intr.: A. hereditätem, eine Erbschaft 
antreten; A. in jüs, vor Gericht gehn 2ce. — 
Adisiat: (in Bearn) als Gruß — Gottbefohlen. 
Salon 2, 744. — Aditi (sanskr.), f.; 0: (Myth.) 
„Anfang“, die Mutter der Gotter. —Aditi--o (lat.), 
f. [8 24, 3, önis]: A. hereditätis, Antritt der 
Erbschaft. — Aditjas (sanskr.), pl.: „Sonnen“, 
12 Genien, die Monate als Söhne der Aditi. — 
Aditus (lat.), m. [8 24, 41: Zugang, Zutritt. — 
Idituus (lat.), m. [8 24, 21: Tempelhüter, 
Küster. — Idinvino (span.), m., —#; —: Wahr- 
sager, Priester (s. Afeitz). 
Adiacent (lat.): 1) a.: anliegend, angren- 
zend. — 2) m., -en; -en: Anwohner. — 
Idiektiön (lat.), f.; —en: Ubergebot bei Ver- 
steigrungen. — Adiektĩv (lat.), n. (m., dörnt 
Frzfr. 106), —e)s; -e; -um (§ 24, 2, nu.): Eigen- 
schaftswort. Dazuz adjektivisch, a.: in der Art 
eines A-s; vgl.: Die adjektive sst. adjektivische) 
Schale. Börne 2, 461; auch: Entwerer die Farbstoffe 
treten allein für sich mit dem Zeuge in feste Verbind ung 
(substantive Farben) od. bedürfen dazu eines Zwischen- 
mittels (Beize, Mordant) u. können dann a-e Farben 
genannt werden. Karmarsch 1, 741 (Prechtl 5, 370) 21c. 
(lat. als adv.: adjective). — Idiéetus (lat.), 
a.: hinzugefügt, z. B.: Päctum adjéetum, ein dem 
Hauptrertrag hinzugefügter Nebenvertrag 2c., s. 
Contradletio. — Adjidãũmo (tschirpiw.) n., — S; 
#: das rothe Eichhorn. Freiligrath H. 83; 313. — 
Edijoint (frz. adshoeng), m., —#; —: Amtsgehilfe, 
nam. des Matres, vgl. Adjunkt. — IA#djournikren 
(arsburn-), tr.: s. ajournieren. — Adjourning, 
Adiournment (engl. errshörn-), n., —#; —: 
Vertagung. — Idjudant (frz. arschüräng), m., 
—#; — — u. in deutscher Ausspr. — m., 
—en; -en: s. Adjutant. — Ildjud-icieren (lat.), 
tr.: gerichtl. zuerfennen. ikaliön, f.; -en: —--: 
Adjudicierung; der gerichtl. Zuschlag eines Eigen- 
thums: A-s-Bescheid;. Sentenz; -Termin te. 
Sihatio, a.: zuerkennend. — Adjumeni (lat.), 
n., —(e)s; —e; -um /§ 24, 2, u.]): Hilfsmittel, 
Hilfe. — Adjungiren (lat.), tr.: beifügen; bef.: 
Einem Jemand als Amtsgehilfen, mit der Anwart- 
schaft auf die Stelle beigeben. Adjünkt, m., 
&amp;, -en (ens); —-e, -en; —-en-: ein Adjungierter, 
schwzr. „Helfer“ (z. B. G. 2, 236 v. Lavater): Eine 
Art A-ens vom Melker. mol Nat. Br. 2, 6 tc., vgl. 
Coadjutor. iön, f.; -en: Adjungierung: Akten- 
A. ꝛc. um, n. I§ 24, 2, n.]: das Beigefügte, die 
Beilage. ür, f.; Sen: Mjungierung; Arjunkten- 
amt. - us, m. s8 24, 2): Adjunkt: Den Vikarius 
od. A. des Lehrers. 9p. Wahrh. 1, 39. — Idjur- 
ation (lat.), f.z-en; —: Adjurierung. -atorisch, 
a.: eidlich. — Adjurg-ĩeren (ulat.), tr.: Einen 
schelten, mit ihm hadern. ium I/§ 24, 2, n.1: 
Zank, Hader. — Idjurkeren (lat.), tr.: beschwö- 
ren, d. h.: mit einem Eid bekräftigen — u.: 
Idlie 13 
instindig bitten. — UAdjustièren (nlat.), tr.: 
(s. alustieren): 1) in Richtigkeit bringen, berich- 
tigen 2c. — 2) Einen Streit 2c. a., ausgleichen. — 
3) Etwas gleichen, abgleichen, so daß es ganz 
genau mit Dem, wie es sein soll, stimmt, z. B.: 
a) Münzen a., justieren (s. d.): Adjustier-Werk 
(od. - Bank), ein Durchlaß, auf dem man die 
Zaine zu Münzen zw. 2 unbewegl. stählernen 
Backen durchzieht. Karmarsch M. 1, 559, s. ferner: 
JZustier-Feile, Wage 2c. — b) Gewichte, Maße a., 
eichen: Adjustier-(od. Eich-) Amt. — o) ein 
Werkzeug mittels einer Stell- (rd. Adjustier.) 
Schraube genau stellen 2c. — 4) mit dem gehörigen 
Anzuge versehn: Sich a., ordentl. anziehn; General- 
befehl über die Ajjustierung der Armen . .. Die 
Nannschaft immer mit Tschako adjustiert. Nat.3.#19, 
497 2c. — EIdjutank (lat.), m., —en, Cs); -en: 
1) einem Chef zugetheilter Hilfsofficier: Ba- 
taillons-; Brigade-; Divisions--A.; Flügel- 
A., General-#A., der die Schlachtbefehle des Feld- 
herrn den Flügeln der Armee zu überbringen hat; 
General. A., bei Feldherren u. hohen Generalen; 
Inspektions--A.; Regiments- A. c. (Scherzb. 
in der Thierfabel: Die Fliege, . . seine A-e. Slaß- 
drenner. Rein 112), vgl. im pers. Heer: Adjutäu 
u. — der Chef des Generalstabs: Adjutanbaschi. 
— 2) Der oftinrische [Riesenstorch!, welcher Argala u. 
A. heißt, Ardea ärgala. Ohen 7, 545 (vgl. Marabu2): 
Störche ziebn heran, gefiererte Giganten] von streng- 
gemeßnem Schritt, gebeißen A-en. senau 2, 2 8 c. -è 
(it.), m., —s: —§, -i: Amtsbelfer (s. Adjutant) u. 
z. B.: Diesen Monsignores, Ordensgeneralen, Uditores 
u. A-s di Camera sam päpstl. Hof]. Sutzkom 3. 8, 
195. ür, f.; —en: das Korps der Adjutanten u.: 
ihr Büreau: General-A. Goartenl. 16, 3a. — 
IAdjüt-o, n., —s; —s, zen: Unterstützung, Bei- 
hilfe, Zuschuß: Die August Herdern bisher erzeigte 
Gnade als ein A. für Emilen auf bestimmte Jahre zu 
kontinuieren. G. K. Aug. (12. Apr. 1800). -or, „s6, 
ören; -ören [8 24, 3, öris!: Aus-, Beihelfer. 
-örisch, a.: beihilflich. -örium, n., —; zörlen 
[8 21, 2, n.]: Hilfsmittel. — Adjuv-aͤnt (lat.), 
m., —en; -en: Gebilfe (Gartenl. 16, 60 Oa 2c.); Hilfs- 
lehrer. ntia, pl.: A., Medicämina a., Arzneien, 
die man andern zusetzt, um ihre Wirkung zu erhöhen, 
zu verbessern. - ation, f.; —en: Unterstützung. 
çkeren, tr.: unterstützen. 
Adkredulĩẽren (nlat.), tr.: eine Beschuldi- 
gung eidl. ableugnen. 
Ad-lãtus (lat.), m., uv.; —se: der Einem 
„zur Seite“ Stehnde, der Beistand: Der Civil-A. 
des Feldmarschall. Uat3. 13, 600; Volksz. 13, 284 2c. 
— Id-legation (lat.), f.; —en; —s-: (vralk.) 
die Beigesellung der Abgeordneten des Kreises zu 
denen des deutschen Kaisers, s. ferner Allegation 2c. 
— Ad- lehktiõn (lat.), f.; -en: das Hinzuwählen; 
die Werbung, Aufnahme. Id--lectus (lat.), m. 
[8 24, 2): ein Hinzugewählter; s. ferner All 2c. — 
I-dlie, m., —#; —; s. Divan; auch: eine türk. 
Goldmunze. Encykl. f. Kaut. 1, 2 64 a, s.: Der neue
        <pb n="30" />
        14 Admassieren 
Adli 15, der alte Adli 16 1½2 Piaster. Hammer 10, 712, 
s. Dukaten. 
IAdmassskeren (nlat.), tr.: s. amassiren. — 
Idmalurieren (lat.), tr.: zur Reife treiben, zei- 
tigen, beschleunigen. — Idmination (nlat.), f.; 
en: Berdrohung. — #I#dminfeul-ätor (lat.), m., 
—8; zatören [8 24, 3,—öris]: in der röm. Kirche, 
der Offieial, dem die Sorge für Wittwen, Waisen, 
Pilger r2c. obliegt. - ieren, tr.: unterstützen. -um 
I§# 24, 2, u.]: Unterstützung, Hilfsmittel: Admini- 
cula grãtiæ, Gnadenmittel; probatiönis, Hilfs- 
mittel zur Beweisführung. — Administr-ation 
(lat.), f.; —en; —s-: Verwaltung: A-s-Branche 
ꝛe.; nam. auch Verwaltung der Masse eines zahlungs- 
unfähigen Kaufmanns; Ausspendung der Gnaden- 
mittel; Verwaltungsbehörde. ativ, a.: verwal- 
tend, zur Verwaltung gehörig: A.-Justiz, Rechts- 
pflege durch ein A.-Kollegium (Verwaltungsbehörde) 
2c. -älor, m., —#; zatören [8 24, 3, öris): Ver- 
walter, z. B. General-Post-A. 3°0 müller 7, 34 5 2c.; 
auch: Verwalter eines Bisthums (Lulher 1, 296b; 
DAMus. 17, 2, 231): Testamentsvollstrecker 2c.; A. 
bonörum; mässe, Güter-, Vermögens-Verwalter. 
atörium, u., —é; -zörken /I 24, 2, u. J: schrift- 
licher Auftrag zur Verwaltung fremden Eigenthums. 
Sieren, tr.: verwalten, verwesen, für Rechnung 
eines Dritten ein Geschäft leiten; austheilen, aus- 
spenden (vgl. Ministrant), auch: Das Sakrament, 
dem sie (d. Priester] a. Gutzkow Zaubr. 2, 196; Dem 
heiligen Meßdienst a. 3, 278.— Udmir-abel (lat.), 
a.: bewundernswerth. abililät, f.; -en: Be- 
wundernswürdigk. — Admiräl (ar.), m., —e)s; 
e (eiräle. Dechstein Fahrt. Mus. 2, 132; Vobrik 8b): 
1) Flottenführer" „Befehlshaber zur See“ — ver- 
kürzt aus amir al bahr, vgl. Emir —: Die A-s- 
Wurde hat gw. eine 3fache Abstufung; A.; Vice-.; 
Kontre,- sod. Gegen-, z. B. Volssz. 14, 163) 
A.; außerdem giebt es zuw. Groß armiräle, welche das 
ganze Seewesen eines Staats unter sich haben.. Die 
Admiräle heißen insgesammt Flaggenofficiere, weil sie 
allein zum Zeichen ihres Ranges eine seckige Flagge 
(A-s-Flagge) am Top der Masten führen dürfen. 
DBobrik 8b (s. Kapuran-Beg, „Pascha; Rear-A.; Schont 
by Nacht); Galeassen= (s. d.) A.j Hafen--A. pückler 
Südöstl. 1, 321; Holm-A. (in Schweden), der die 
Oberausfsicht über den Holm od. das Werft hat; 
A.-Schiff (mit der A-s-Flagge). püchter Süröstl. 
1, 342. — 2) (s. 1): a) Schmetterlinge: Der A., 
Dapilio ataldnta; der weiße A., P. sibFlia 2c. — 
b) Kegelschnecken: Der A., Cönns ammirälis; dazu: 
Der Ober-; Oränlen-; Vice-A. ½. ität, f.; 
—en:; —s-: das Kollegium, welchem das Seewesen 
eines Staats untergeben ist, A-s-Kollegium (See- 
rath); A-s-Gericht, das im Namen der A. die 
beim Seewesen vorkommenden Rechtsstreitigkeiten 
entscheidet 2c. -schaft, f.;-en: Admiralswürde 2c.; 
Schiffe machen A., segeln unter A., zusammen, zu 
gegenseitigem Schutz, s. Konserve 3. — Idmir-- 
ateur (frz. —ör), m., —#; —#e, —#: Bewundrer. 
Jation (lat.), f.; —en; —-: Bewundrung. 
„ĩeren, tr.; bewundern. — Admiseieren (lat.), 
Adonak 
tr.: beimischen, vgl.: Admisce (auf Recepten): 
mische hinzu! — Admiss-äárius (lat.), m. 
[§# 24, 2): Zuchthengst, Beschäler; Hurenhengst. 
Abel, a.: zulässig. -ibilität, f.; 0: Zulässigkeit. 
ion, f.; -en: Zulassung; Zutritt; Aufnahme. 
us, m. s8 24, 2): gein Zugelaßner“: „Acoly- 
tus“" hieß, A. od. Licentiatus, der zugelassen war, 
um den Altar dem Priester zu dienen, als die den Altar 
zurichteten, Licht u. Kerzen anzündeten u. zur Messe 
halfen, darum sie solche Ceroferarios hießen. Luther 
6, 104b. — Udmitt-ätur, n., —s; —#: er werde 
zugelassen!“, ein Zulassungsschein. -itur, u., — S; 
—6 : „es wird zugelassen", die zu Etwas ertheilte 
Erlaubnis. ĩeren, tr.: zulassen; aufnehmen. — 
Idmixtiön (lat.), k.; —en; —§-: Beimischung. 
Admodi-ateur 2c.: s. Amod 2c. Sren, tr.: 
1) s. amod 2c. — 2) (mlat.): ermäßigen, ver- 
ringern. — Admon-rn (lat.), tr.: warnend 
erinnern, mahnen, zurechtweisen 2c. -itiön, f.; 
—en; — : Admonierung. itiv, -itörisch, a.: 
admonierend. — #Admonter, m., —#; 0: zu- 
sammenkrystallisierter Kupfer= u. Eisenvitriol (nach 
dem Marktflecken Admont). muschertich 2, 2, 195. 
— Admordferen (lat.), tr.: benagen, beein- 
trächtigen. — I#dmortihaliön: s. Amerttsation. 
— Admoliön (lat.), f.; -#en: Hinzufügung. 
Admovokeren, tr.: hinzufügen, beibringen 2c. — 
Idmurmuratiön (lat.), k.; —-en: das Zu- 
murmeln. 
Adnäta (lat.), f. [8 24, 11: Bindehaut des 
Auges, (. Conjunctiva. — Adnol- (Annot-) 
#nda (lat.), pl.: Anzumerkendes, Aufzuzeichnen- 
des, Bemerkenswerthes. ala, pl.: Angemerktes, 
Anmerkung. atiön, —.;: —en: Anmerkung. 
Sätor, m., —6; zatören (§ 24, 3, Sris): Auf- 
zeichner, Rechnungsführer. - ##e#n, tr.: aufzeich- 
nen, anmerken. — Adnubiliéèren (lat.), tr.: 
umwölken, verdunkeln. — Adn-(Ann##-) usferen, 
intr. (haben); tr.: Einem zunicken, Etwas be- 
willigen. 
Ad-o (gr.), f.; 0: Scham: In Gestalt der 
jungfräulichen Grazie A. w. 21, 20, auch Aido. 23, 
83, s. den Ggstz: Anaͤdeia. a, pl.: Schamtheile. 
— Adobe (span.), m., —6; —# : Luftziegel: Von 
ungebrannten Backstelnen (a—s) gebaut. Jusld. 39, 
1159a; 1207a; Aus Luftziegeln (A.) erbaut. Whbeine 
Weltr. 2, 265; Mag. d. Ausld. 36, 310b; Scherzer 
Nat. 146 rc#.; auch: Mauern v. ungebrannten Ziegeln, 
s. g. adobies. Gerstäcker Meis. 2, 87. — Udoitis 
(gr.), f.; 0: Entzundung der Adba. — Idolese- 
enz (lat.), f.; 0: Jünglingsalter, Sugend. 
rren, intr. (sein): heranwachsen. — Adön 
(gr.), m., —#;—e: Adonis (s. d. 1; 2): w. 10, 
15; Sei immer ein A.,nur muskelhaft dabei! 12, 30; 
Wenn ein A. in ibre Gunst sich schlich .. ... Unter den 
A-en, ] die ihr Neapel zugesanrt. 55; 3, 267. -a, 
f.; 0: die dem Adonis Vermählte (= Venus). — 
Idonaf (bebr.), m., —s; 0: „der Herr“, Gort, 
bei den Juden gw. für das unaussprechlich heilige 
Jeherah (s. d.). Simplic. 4, 1229 1c., vgl. Adunai
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        Adonien 
(bei den Mandäern). Petermann Or. 2, 483. — 
Adõn-ĩen (gr.), pl.: Adonisfest: Die A. waren 
ein Trauerfest der Weiber, eines jener Feste, durch welche 
das Alterthum die hinsterbende Natur betrauerte. Hum- 
boldi K. 2, 131. -is, m., uv.; e, uv. : 1)0. Mz.: 
(Myth.) ein schöner Züngling, Geliebter der Ve- 
nus: Den zwischen Arhrovite u. Persephone getheil= 
ten A. w. 24, 184 r2c.; sprchw.: Schöner als A. 
4, 140 rc.; Einfältiger als Prarillens A. 24, 358; 
Hogedorn 3,225 2c.; — daher:2) ein junger Mann, der 
schön ist — od.: der auf sein Außres viel Sorgfalt 
verwendet 2c.: Diese forcierten jugendlichen Ase. 
Eutzkow Diak. 36; ; Iliohl Par. 1, 221; Pũcklet Südöstl. 
3, 372; Zieh ab lieber Mars shier — Lieutenant!]! 
A. hat rich aus dem Feld gejagt. Echröder Samml. 4, 
1, 3 2c. — 3) ein schöner blauer Schmetterling, 
Papllio adönis (der schöne Argus). — 4) eine Pflan- 
zengattung, Adönis, bes. A. vernälis, Früblings-A. 
(A.--Blümchen, Röschen), — vgl. A. zstivälis, Sem- 
mer-A.; A. autumnälis, Herbst-A. —: Nareissen u. A. 
blühten auf den Wiesen. G. 23, 222. — 5) Als 
Bstw., s. 4; ferner: Der Anblick eines A.-Gar- 
tens, der, fur das Auge in Scherben gezogen, obne 
Früchte über Nacht verwelkt. Jaokobs Verm. 6, 339, 
bei der A.-Feier in Brauch, s. Hederich Myth. 
Ler. 64; Gumboldt K. 2, 141. isation, k.; 
—en: Adonisierung. eEisch, a. auf den Adonis 
bezüglich rc., nam.: A-#r# Vers, vérsus adönius 
(— ein dakthlischer Dimeter katalektikus. 
Siseur (frz. —isör), m., —; —s: ein Adonisierer. 
„isseren, tr.; refl.: zum Aonis (s. d. 2) machen, 
putzen, schmücken vc.: Adonisierung. Gutzkow Z. 3, 
350. — Shöe-ttennorbte (gr.), f.; 0: (Arzn.) 
weißer Fluß. „dunĩẽ, f.; —-eyn: Schm zerz der 
Adöa. graphie, k.; 7 Beschreibung der 
Adöa. -logiẽ, f.; —(enn: 1) Adbograrhie. — 
2) Lehre von der Schamhaftigkeit, dem Anstand. 
Spsophiê, f.; o: Mutterwindsucht. -iomik, f.; 
—(en: Anatemie der Adba. — Adoͤpt-ans (lat. ) 
m. (/§ 24, 3, Antis); -änt, m., —en; -en: der 
Adeptierende. Sät, m., Sen; Sen: ein Adoptierter. 
-ätor, m., ; zatoren (S 2#, 3, öris): Adoptant. 
iäner, m., #: uv.: eine Seite, nach der Christus 
ein Adoptiosohn Gottes. Sianismus, m., uv.; O: 
Lehre der Adoptianer. irren, tr.: an Kindes Statt 
annehmen; danach verallgemeint, z. B.: Man bat 
darnach für alle Landzungen zw. 2 bedeutenden Flüssen 
den generellen Namen Mesopotamien adoptiert sange- 
nommenl. Dviene#li. 48, 239. iön, f.; -—en; —: 
Adoptierung: A-sz-Loge, Schwesterloge (bei den 
Freimaurern). in, a.: auf Adoption beruhnd, 
nam. als Bstw.: A.-Eltern, -Mutter, „Vater; Kind, 
SZSohn, „Tochter; -Geschwister, „Bruder, Schwester; 
Name; A.-Vaterland; Die Naturalisation des A.= 
Burgere. Uai3. 21, 190. — Ador-ãbel (lat. )J„ 
: anbetungswuͤrdig. -änt, m., -en; -en: ein 
Vetender. Sun 2, 319. Sateur (frz. atör), m., 
—8; —#, —e: Anbeter, Verehrer, Liebhaber. A-s 
avonss /. v. J) 2c. -atiön (lat.), f.; —en; —68-: 
Adorierung. -ẽ, a.: angebetet; m., : 6: ein 
Angebeteter: Nicht nehr le ministre a. Scherr Bl. 1, 
IAdressieren 15 
296 ; Als ein ex-a., sehr ex-a. 301 (s. ex 2). 
jieren, tr.: Einen anbeten, verehren, ibm hul- 
digen. — Adorn-ement (frz. —emäng), m., —6; 
—: Verzierung. -ieren (lat.), tr.: verzieren, 
schmücken. — Ados (rz. arö), m., n., uv.; uv. 
(mit lautendem s): ein den Sonnenstrahlen zuge- 
neigte schräges Gartenbeet. — Idoss-ement 
C□mäng), n., -s; —s: Böschung. feren, tr.: mit 
dem Rücken anlehnen; abschrägen, abdachen, 
böschen. — Ido#nc-ien (frz. aruß-), tr.: „ver- 
süßen“, sänftigen, mildern 2c., nam. auch: Metalle 
a., glühen u. dann allmählich abkühlen (anlassen, 
tempern), s. Karmarsch M. 1, 97, 53 .; (Mal.) Die 
Farben a., vertreiben, verwaschen, s. lavieren. 
Sissement Ssstäng n., —#: —: das Adrueieren. 
Adp #2c.: s. App 2c. — Adqu 2c.: s. Acan 2c. 
Adr uis.). m !s“*½ Globus 4, 
299b. — Ad- ramikren (mlat.), *’. 
bestätigen, geloben: Arramittion f das A. — 
A-draftea (gr.), ( „die Unentfliehb are“, 
Beiname der Nemesis m d ).w.21,10-c.,auch: 
Adrasteien zu erzurnen fürchten. 22, 397. — 
I-OIdress-#nt (frz.), m., —en, (—); —en: Brief- 
schreiber. -at, m., —en; -en: Briefemvfänger: 
(kaufm.) eine im Wechsel genannte Person, an die 
der Inhaber für den Fall der Nichtannabme des 
Wechsels durch den Bezognen sich zu wenden bat. 
e, f.; —n: 1) Geschicklichk., Gewandtheit, An- 
stelligk. 2r., Gastz Mal. A. — 2) Angabe, wohin 
Etwas gerichtet od. zu richten ist 2e., z. B.: A. 
eines Briefs, Aufschrift mit Angabe des Emrfängers, 
nach Namen, Stand u. Wohnort 2c.; Ein Packet 
an seine A., an eine falsche A. befördern rc., auch bildl.: 
Etwas, z. B. Komplimente, Vorwürfe an eine falsche 
A. richten 2c.; A. au besoin lö besoengl, auf Wechseln, 
Angabe eines Adressaten (s. d.) außer dem Bezog- 
nen; Einem Handlungshans A-n aufgeben, Personen 
namhaft machen, z. B. für einzuziehnde Erkundi- 
gungen od. für anzuknüpfende Geschäftsverbin- 
dungen 2c. Als Bstw.: Arreß-Buch,-Kalender 
(vgl. Schematismus), Berzeichnis der Bewohner 
einer Stadt (Wobnungsanzeiger) od. der Staats- 
beamten od. der Mitglieder gewisser Stände u. 
Berufsarten nach Namen, Titel, Stand u. Woh- 
nung re.; Büreau,-Komtoir, Anstalt, worin 
Personen, die eine Stelle suchen od. zu besetzen 
wünschen, die behufigen A-n nachgewiesen werden; 
Haus, zuw. st. Leihhaus (s. Lombard) 2c. — 
3) ein an Jemand gerichtetes förmliches Schreiben, 
nam. das von einer Gesammtheit od. Korporation 
an das Staatsoberhaupt, bes.: die Antwort der 
Kammer, des Land-, Reichstags auf die Thronrede: 
In der Antworts --A. auf die Tbronrede. Gienzb. 24, 2, 
238; Eine A. erlassen; Die Arreß = Debatte (bolksz. 
15, 231);= Entwurf (222) 2c.; Der A-n-Sturm 
gegen das Konkordat (237; 14, 63) 2c.; Dem König 
die Dank-A. übergeben. Jo müller 7, 355; Gegen- 
A.; Glückwunsch= od. Gratulations-A. 2c., 
vgl. auch: Weil die Ultramontanen nicht. eine so 
große A. gegen das Schulgesetz als wir Für-Adresler 
zusammengebracht. Ual3. 21, 210. Vren, tr.: an
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        16 Adrett 
Jemand richten, überschreiben, hinweisen, empfeh- 
len. — drelt, a.: (s. adreit) geschickt, tüchtig, 
nett. — drittüra (it., s. dirittura), adv.: 
(kaufm.) stracks u. unmittelbar: Waaren a. senden, 
so daß sie dem Empfänger auf einer Achse (ohne 
Umladung) zugehn; Strackfuhrleute od. A.-Säumer 
(Ggstz Roodfuhrleute). Berlepsch 27 5 2c.; A. wechseln, 
unmittelbar nach dem Kours, der zw. 2 Wechsel- 
städten gilt, im Ggstz zu dem Umweg über eine 
dritte Wechselstadt2c. — Ad-rip 2c.; Ad-rog##c. 
s. Arr 2c. — A-droit (frz. a-rrod), a.: adrett, 
Ggstz mala. 
Idschemoglan (türk.), pl.: Janitscharen- 
rekruten. Hammer 10, 337. — Ads= (Ase-) 
iseieren (lat.), tr.: annehmen, zueignen: Acchsei- 
tum [8 24, 2, n.] nömen /§ 24, 3, nöminis], au- 
genommner Name 2e. — Adse, Adsi 2c.: s. 
Asse 2c. — Adskr- (Askhr-) ibfren (lat.), tr.: 
zuschreiben, zueignen. -iption, f.; —en; —§-: Zu- 
schreibung. -iplflius, m. [824, 2): ein „Hinzu- 
geschriebner“, z. B.: Als Ersatzmannschaft (Adscri- 
Ptitü). weiß 1, 1081, vgl. Accensus. -iplus, m. 
[/§ 24, 2): ein Bei-, Zugeschriebner, Zugeeig- 
neter, nam.: Glöbse (s. d.) a., auch: Daß die 
Realschüler nicht als bloße Adskripti die Universttät be- 
suchen sollen. Hai3. 21, 577. — Adso 2c.: s. 
Ass rc. — Adsp 2c.: f. Asp rc. — S(D)stänt 
(lat.), m., -en; -en: „Beistand“, Gehilfe, Hilfs- 
lehrer.— A(d)slipul-atiõn, f.; -en: die Adpsti= 
pulierung. alor, m., —#; ören [/§ 24, 3,öris!]: 
ein Ad#stipulierender. —##en, intr. (haben): 
Elnem a., beistimmen, beitreten, beipflichten. — 
A(d)str-ihtiõön, f.; -en; —#.: adstringierende 
Wirkung. ingens /§ 24, 3.—Cntis; n. : adstrin- 
gierendes Heilmittel; pl.: adstringentia, auch: 
Eins der stärksten Adstringentlen. Ohen 3, 916. 
Tingent, a.: adstringierend. -ingenz, 1.; 0: 
Adstriktion: Cypernwein, trotz seiner A. Ausld. 38, 
1010a. Cingieren, tr.; auch o. Obj.: (herb) 
zusammenziehn, stopfen 2c. — I(d) Krufören, tr.: 
hinzu-baun, -fügen; beilegen 2c. — Adsu 2c.; 
s. Assu rc. 
Zduän-a (span.), f.; —# : (s. Donane) Zoll, 
Zollhaus. Zero, m., —8; —#: Zollbeamter, 
Douanier. Gerstächer Pench. 1, 288. — 0dufe 
(ar.), f.; —m: Schellentrommel, Tamburin ((. d. 
u. Duff). Schack 2, 83, auch: Die Aduffe. Weiß 1, 
400. — Adulamit: s. Adullamit. — Idulär, 
m., —6; —e: nach dem Fundort, dem St. Gott- 
hard (für den Mons Adula der Alten gehal- 
ten), der reine Feldspath (Ortbeklas), Verbin- 
dung von kieselsaurer Thonerde mit kieselsaurem 
Kali, wie der Albit mit kieselsaurem Natron u. der 
Labrador mit kieselsaurer Kalkerde, s. Burmeister Gsch. 
151; A. zeigt biswellen elnen elgentbümtlichen innern 
Perlmnutterschein (Mondstein) u. ist mitunter avanturin- 
artig (Sonnenstein). Oken 1, 189; als Schmuckstein 
auch „Girasol“ od. Wasseropal. prechn 1, 532.— 
Adul-aleur (frz. arülatör), m., —6; —á#, Se: 
Schmeichler. aliön (lat.), f.; —en; —-#-: Schmei- 
chelei. - alor, m.,-6; ören§ 24,3, öris]: Schmeich- 
Advocieren 
ler. -atörisch, a.: schmeichlerisch. - atrice (frz. adüla- 
triß), f.; —I: Schmeichlerin. -iren (lat.), intr. 
(haben): Einem a., schmeicheln, zu Munde reden. 
— Adullamit, m., —-en; —en: in England eine 
Mittelpartei zw. Tories u. Whigs. Grenzb. 26, 1, 205; 
270; 26, 2, 362 2c.; Häupter der A-en, der politischen 
Malkontenten von 1866, die liberal schelnen möchten, 
ohne liberal zu seln. Salon 2, 462; 458 2c.; Die 
Arul amiten. Uat #3 21, 501. — Adult (engl. —ö#), 
m., 3; —6: = Adultus, — Ggstz: Non-a-s od. 
minors od. juveniles. Kohl E. 2, 201. — Aduͤlter 
(lat.), m. [8 24, 2, ülteri!: Ehebrecher, weibl.: 
Adultera I&amp;# 24, 1J. atiön, f.; -en; —-: Fäl- 
schung. -ätor, m., —; ören I§ 24,3,-Sris]: Fälscher, 
Falschmünzer, vgl. Falsar. -###n, intr. (haben), ehe- 
brechen; tr.: verfälschen. fallmerayer GsW. 2, 1352c. 
-inus, m. [8 24, 27: ein im Ehebruch Gezeugter. 
IdultErium /&amp; 24, 2, n.]: Ehebruch: A. simplex, 
düplex, einfacher, doppelter Ehebruch, jenachdem 
eine od. beide der schuldigen Personen verehelicht 
sind. — A#dültus (lat.), m. [8 24, 27: ein Er- 
wachsner, s. adolescieren. — Zdumbr-ötim (lat.), 
adv.: nur fkizzenhaft; einigermaßen 2c. -alion, 
1.; —en; —-: Skizze, Entwurf. ĩeren, tr.: „ab- 
schatten,“ stizzieren, entwerfen. — AIdürens 
[824, 3, n., Entis): brennendes Heilmittel; pl.: 
adurentia. — Iduflion, f.; S-en: das Brennen, 
Beizen, vgl. Kauterisatien. 
Idvehf#eren (lat.), tr.: herbei-fahren, -führen. 
— Advenant, a.: s. avenant.— Advent (lat.), m., 
—(e); —e; —#-: Ankunft, nam. kirchl.: die vier 
Wochen ver dem Weihnachtsfest als Vorbereitung 
auf die Ankunft des Herrn, A-s-Zeit; A-s-Sonntage, 
die Senntage der A-s-Zeit 2c. -tins, a.: hin- 
zugekommen: Böna adventitia, hinzugefkommne 
Güler. — Idvérb, n., —#; (e), —#en: Adver= 
bium. lisch), a.. —ill, a. : in der Art eines 
Arverbs: A-e (od. Adverblial.) Bestimmungen, 
Säte ꝛc.; auch: Das steht adverbiäliter. -ium, n., 
—; zken [824, 2, n.]): „beim Verbum“, die Klasse 
der Redetheile, welche zur nähern Bestimmung von 
Zeitwörtern od. Eigenschaftswörtern dienen, „Um- 
stand's., Nebenwort“. — IUdver sair# (frz. —erfär), 
m., —§6; —#: Gegner, Wirersacher. -äria, -ärfen 
(lat.), pl.: Kladde, Brouillon, Konceptbuch. 
Tärius, m. [8 24, 21: Gegner, Widersacher. 
alio, a.: einen Gegensatz enthaltend, bezeichnend: 
Aber, doch u. äbnliche a-#e (od. A.-) Partikeln: A.= 
Sätze 2c. -alive, f.; —: Cntgegensetzung. - ieren, 
intr. (baben), m. Dat.: entgegen sein, streben; 
sich widersetzen 2c. ilät, f.; —en: Widerwärtigk., 
Mißgeschick, Unfall. Adverfus, a.: entgegenge- 
wendet, -gesetzt; widrig, z. B.: Adversa — fortüna, 
widriges Geschick, Unglück; — pärs. Gegenpartei 
(l. auch Avers); Ex adrrso, v. der Gegenseite 2c. 
— Advert-ante (frz.—tängß), f. 0: Aufmerksam- 
keit (frz. nicht üblich, s. Attention). Ziser (engl. 
„essötr), m., —s: —#: „Beobachter“, als Name v. 
Zeitungen. — Advis 2c.: s. Avis 2c. — Advital- 
ität (nlat.), f.; 0; -itium s824, 2, n.]; Gebrauch, 
Benutzung v. Elwas aus Lebenszeit. — Idvocièren
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        Advokat 
(lat.), intr. (haben): als Anwalt Rechtshaͤndel fuͤh- 
ren. Advokãt,m., ,-en, (-8); -en: (Rechts-) Anwalt, 
Sachwalter, schwzr.: Fuͤrsprech(er), s. auch Vogt: 
Doktorchen, Advokätchen! Zentdir 5, 210; A-in. 
Alexis Hos. 1, 1, 83; Wie der A. des bösen Geistes nur 
auf die Blößen u. Schwächen unserer Natur zu sehen. G. 
17, 151 (s. u.: Teufels-A.); Armen = Friedens- 
lder die Parteien zu vergleichen strebt), Gygstz: 
Kriegs-= (#öser Ph. 2, 213); General-A., Ge- 
hilfe des Generalprokurators; Hof-- lbeim Hof- 
gericht); KammerA. Ifür die Kammer advocie- 
rend]; Teufels-A., Advocätus diäboli, in der 
kathol. Kirche: bei dem der Heiligsprechung voran- 
gehnden Proceß (s. d.) der diese als Anwalt des 
Teufels Bekämpfende; danach übrtr., z. B. Meißner 
Schw. 2, 135 2c.; Winkel-A., der ohne eig. Be- 
rechtigung im Geheimen advociert (Ferkelstecher) 2c.; 
Ak-en-Kniffe, = Pfiffe,= Ränke 2c.;-Praxis 2c. 
ei, -. f.; -(e)n: (vralt.) Schutz-, Schirm- 
vogtei. -enhaft, -isch, a.: advokatenmäßig (G. 
38, 5), sachwalterisch. -iter, m., —s; uv.: 
(oralt.) ein unter der Advokatie des Landesherrn 
Stehender. örisch, a.: advokatisch: Ein a-es 
Plaidotzer. Gartenk. 16, 383b. örium, n.: st. 
(avocatorium (s. d.). -ũr, f.; -en: Anwaltschaft; 
Amt, Thätigk., Wirkungskreis 2c. eines Anwalts: 
A.-Rechnung 2c. Advocälus, m. [8 24, 21: Advo- 
fat: A. dẽi u. A. diaboli (s. Teufelsadvokat): die 
Anwalte der Parteien für u. gegen die Kanonisation; 
A. eccléesis, Anwalt od. Schirmvogt der Kirche; 
A. flsci, s. Fiskal; Die ebenso ehrenvolle als wichtige 
Stelle eines A. pãtriæ sdes Landes]. Kurz Gsch. Lit. 
2, 69 3a c. — Advol(it)ĩẽten (lat.), intr. (sein): 
herbeisliegen. — Advolvieèren (lat.), tr.: heran- 
wälzen. 
Adpn-amsse (gr.), f.; 0: Kraftlosigkeit, 
Schwäche (s. Atihenie). -ämisch, a.: kraftlos; v. 
Kraftlosigkeit zeugend. -atokras is, f.; —e)n: 
zu wenig zusammenhaltende Mischung der Be- 
standtheile des organischen Körpers. — Adyt- on 
(gr.), um, n., —6; za [8 23, 2, n.]): das Aller- 
heiligste (vgl. Abaton): Sobald ich dir das innre Adbten 
meines Ordens aufgeschlossen. W. 18, 170; Spielhagen 
Pr. 6, 174; 176; 189 cc. 
Ardon (gr.), f.; —#: Nachtigall: A-s-Lied. 
w. 25, 221. A--eipathĩẽ (gr.), f.; 0; beständiges 
Leiden, Siechthum. — Arn-rus; - um: s. Ahe- 
neus 2c. — Aer, m., —; uv.: s. Aner. — Atr 
(gr.-lat.), m. [8 24, 3, eris)]: Luft. äl 
(nlat.), n., —(eys; S-e: mit Kohlensäure ge- 
schwängertes Wasser. -atiön, f.; -en: Lufterzeu- 
gung. iförm, a.: luftförmig. -ĩn, a.: himmel- 
farb, blau. Aerrisch, a.: luftig (vgl. ätherisch). 
#I##robätl (gr.), m., —-en; -en: „Luftwandler“: 
1) Seiltänzer. — 2) spöttische Bez. für Ideolog 
(s. d. 2c.), „Wolkenwandler“. w. 21, 93; 208 cc. 
Sodröm, m., -e); —#e: Er nennt seln llentbares 
Luft--] Schiff A. w. 33, 414. -odpnämih, f.; -en: 
Dynamik (s. d.) der luftförmigen Körper, Pneu- 
matik. Dazu: gerorynämisch. -odöt, m., -Sen; 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Affabulation 17 
—en: Lufttaucher oder A-en: Wasserthiere nur mlt 
Kiemen, die aber doch lengre Zeit sich in der Luft auf- 
halten können. Ausld. 39, 1216b. ographie, f.; 
—en: Luftbeschreibung. Dazu: gerogrärhisch. 
-oĩd, a.: luftfarb, neblig. -oleptönter, m., ; 
uv.: „Luftverdünner", Luftpumpe. olith, m., 
en, (—s#); -en, (—-e): Man neigte sich der Meinung 
zu, daß sich die Meteorsteine in der Atmosrhäre bildeten 
u. nannte sie daher A-e. Uatur 16, 19 13; G. 27, 82; 
A-en od. Meteorsteine. Humboldi K. 1, 120; Bei dem 
großen A-en, der unter donnerartigem Krachen fiel. 122; 
A-en-Fall. 396; Sternschnuxpen= od. A-en-Strö- 
mungen. 404 r2c. -ologie, f.; -(e)n: Lehre, Lehr- 
buch von der Lust. -omantik, f.; —eyn: Wahr- 
sagung in der Luft rc., Wetterprophezeiung. 
Somechänik, f.; -en: Aerodynamik: Aerome- 
chänisch. omél, n., —#; 0 18 24, 3, n., meéllis!: 
„Lufthonig“", Manna. -omẽter, m., n., —; uv.: 
der Luftmesser (ogl. Barometer). - ometric, (.; 
—(eyn: „Luftmessung“, die mathematische Betrach- 
tung der Eigenschaften der Luft. SEcehler 1, 52; 
Aerométrische u. pneumatische Untersuchungen. 54. 
ondüt, m., —en, (—); —en: Luftschiffer: Akik, 
f., Luftschiffahrtlskunst) 2c.; A“-isch, a., darauf 
bezüglich. -opetomanse, f.; 0: die Manie (s. d.) 
des Luftflugs. w. 33, 105, vgl.: Die Aerostatomanie. 
128. ophäg, m., —en; Sen: Luftschluckende Wasser- 
thiere (A-en). Auslb. 39, 1216a. ophobie, f.; 0; 
Scheu vor der freien Luft; Stubenhockerei. 
ophönisch, a.: in der Luft tönend. ophörisch, 
a.: Luft enthaltend. -öphthora, f.; 0: Luft- 
Verderbung, -Verpesiung. ophöt, m., Sen; 
en: Lufterscheinung, Meteor. -õsis, 1#.; 0: Auf- 
blähung, nam. Luftentwicklung innerhalb der 
Blutgefäße. -oshopfé, f.; —(ehn: Luftbeobach= 
tung. -oslät, m., —s, —en; -e, —en: Luftballon. 
ostätih, s.; —en: Lehre, Lehrbuch vom Gleich- 
gewicht der Luft, als Theil der Aerometrie (s. d. 
u. Statik), nam. von den Aerostaten (s. d.): 
Aerostäteisch, auf die A. bezüglich; = omanie: 
s. Aeropetomanie 2c. Tostier (frz. —ostje), m., 
—#6; —s: zu Ende des vorigen Jahrhunderts, 
wo man die Luftballons zu militärischen Re- 
kognitionen verwandte, die dazu dienenden Per- 
sonen. -olanHler, m., —s; uv.: Aeroleptynter. 
Sôtonon, n., —#; otena: Wind-Gescheß,-Buchse. 
— Aet-it (gr.), m., —#; -e, —en; -ites, m., 
uv.; uv.: Adler-, Klapperstein, vgl.: Pseuro. 
A-en. G. 40, 115. -öm, n., —(ey)s; -e: Giebel 
an Tempeln. Noß Ins. 1, 71 2c., vgl. Fastigium u. 
Guhl GR. 1, 12. 
Af (amharisch), m., —#; —§: „Mund“, 
Sprecher des abessinischen Königs. Garienl. 15, 
6% b. — Afendis (ugr., vgl. Avthent 2c.), m., 
nv.; Uv. : Herr; danach (türk.) Efenri. 
Affäbel (lat.), a.: gesprächig, leutselig, um- 
gänglich 2c., vgl.: akfäbile (it.), nam. Mus.: 
freundlich, anmuthig; Die Unbrummigkeit n. sogar 
Affabilität, womit rc. Heine Verm. 1, 250. — 
Affabulatiön (frz.), f.; —-en: Nutzanwendung 
der Fabel: Die A., das nutzanwendende Epimythium 
2
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        18 Affadieren 
(s. d. u. Moral]. Rosenkrany PoesGsch. 82. — Affa- 
dieren, tr.: fade machen. Nahel 1, 458 ic. — 
Affaibl-ieren (frz. affäbl—-), tr.: schwächen, ent- 
kräften. issement (-is'’mäng), n., —# ; 0: 
Schwächung, Entkräftung. — Affair-e (gespr. 
u. auch geschrieben: Afsäre), k.; —n: Angelegen- 
heit; Sache; Geschäft; Vorfall; Gefecht (reiligrath 
SW. 1, 73 2c.): A. d'amour sdamũr], Liebes-A., 
Handel, „Geschlchte; A. de coeur (kör], Herzens-A., 
Angelegenhelt; A. d’état ldetäl, Staatsangelegenheit; 
A. Thonneur "donnör], Ehrensache, Zweikampf 2rc.; 
Kriegs= (Hebei 3, 265), Markt- (497) A. ic.; Homme 
(l. d.) d'a. 2c. rt, a.: vielbeschäftigt; v. Ge- 
schästen in Anspruchgenommen (vgl. volyvragmatisch). 
— Affamieren (frz.), tr.: aushungern. — Af- 
fänken (lat.), pl.: Possen (s. nugs). — Iffeht 
(lat.), m., —ey; -e, (-en): aufwallende Ge- 
müths-Bewegung, -Erregung; Wärme, Innigk. 
des Gefühls; Hitze 2c.: A-en sind v. Leidenschaften 
specisisch unterschieden; jene beziehn sich bloß auf das 
Gefühl, diese gehören dem Begehrungsvermögen an ..; 
jene sind stürmisch u. unvorsätzl., diese anhaltend u. über- 
legt. So isi der Unwille als Zorn ein A., aber als Haß 
(Rachgier) eine Leidenschaft. Kant Kr. d. Urth. 119 rc.; 
Die sog. A-en v. Le Brun zum Nachzeichnen. .Diese 
Zerrbilder. G. 20, 137 2c.; Wo die Bewundrung der 
Haupt A. sein soll. F. 13, 46 2c.; A.-los; A.= 
Stellen lin Schausplelen]l. Düringer 36; Der a. 
votle Ernst. Sch. 719a 2c. atiön, f.; -en; —-: 
Ziererei, Künstelei, Zimperlichk. c.: Eine Kopie der 
wirkl. Welt u. keine idealischen A-en. 10 2a 2c. Sikren, 
tr., auch o. Obi.: Etwas, einen Schein zur Schau 
tragen, erfünsteln 2c.; sich zieren: Er affektiert Be- 
scheirenbeit, dies Wesen 2c.; Seine Bescheidenheit, sein 
Wesen, er ist affektiert; Er affektiert 2c.; Ein so großes 
Air hat Herr Cramer gewiß nicht a. wollen. k. 6, 225 
ic.; Entwerer geniert (verlegen) od. affektiert (geschroben). 
fiant Anthr. 12 2c.; Affektiertheit. Mag. d. Ausl. 
34, 288b (s. Affektation). -iön, f.; —en; —-: Er- 
regung u. Verändrung des Körper= od. Geistes- 
zustandes, oft bei Arzten (s. afficieren), z. B.: Ge- 
hirn-, Magen-A. 4c., krankhafte Reizung des 
Gehirns 2c.; Gemüthsstimmung, Gesinnung rc.; 
bes.: Gewogenheit, Gunst 2c.: Elnen, Etwas in A. 
nehmen, lieb gewinnen, daran hangen; A-s-Preis 
(prötium aflectiönis), der Preis, Werth, den Etwas 
für Einen als Ggstd besondrer Vorliebe hat. 
Sionfert, a.: wohlwollend zugethan, gewogen rc. 
-io, a.: rührend, ergreifend 2c. - uös, a.: voll 
warmer Zuneigung 2c.: Diese affektu o se Anrede. W. 
HB. 2, 37. -uosität, f.; 0: warme Zuneigung, 
Gefühlswärme 2c. — A2ffermseren (frz.), tr.: s. 
affirmieren. — Affkterse (frz.), k.; 0: Affektation. 
— II tto (it.), m., —#; zktti: Affekt, bes. 
(Mus.): Cön a., mit warmem, erregtem Gefühl — 
affettuöso, gesteigert: affettuos-issima- 
ménte od. -lssimo. — Afsibul-aliõn (ulat.), 
f.; —en: Anschnallung. -teren, tr.: anschnallen. 
— Alsich-e (frz. —sche), (.; —n: Anschlagzettel. 
-rur (□ör), m., —6; —, e: Zettelankleber. 
Sieren, tr.: einen Zettel anschlagen 2c.; Etwas 
Affluieren 
wie ein Schild aushängen, zur Schau tragen, da- 
mit prunken 2c.: Die seinerseits so ohne Scheu affichier- 
ten Ausschweifungen setner alten Tage. HHerz 138; W. 
HB. 1, 95 ꝛe. — Afsie-ierbar, a.: reizbar, em- 
pfindlich: A-##t. iẽren (lat.), tr.: ein mit 
Empfindung begabtes Obj. ergreifen, rühren, Ein- 
druck darauf machen. Wacktrn. 4, 72513 r2c.; Eine 
helml. Pein, v. der selne Frau nur zu sehr mit afficiert 
schien. meißner Sans. 3, 99; Weil diese Verwunrung 
andre Organe mitaffictert. — äAffid-ät (mlat.), m., 
—en; —-en: Lehnsmann. aliön, f.; Sen: ge- 
schloßner Vertrag. - avit (engl. äffirewit), n., —#; 
—6: eidliche Aussage. Sealsfield Leg. 3, 241. — 
Assig-endum (lat.) [8 24, 2, n.): etwas zu Af- 
figierendes. fren, tr.: anheften, anschlagen 
Ggl. affichieren). — Ifsil: s. Sihl.— Issil-iation 
(lat.), f.; —#n; —#-: Affillierung: A-s-Brief, Ur- 
kunde ꝛc. — itkeren, tr.: „an Kindes Statt an- 
nehmen“ (s. adoptleren), bes.: Laien als solche 
einem Mönchsorden mit gewissen Rechten zugesellen 
(Gutzkow N. 6, 88; 138 2c.); in der Freimaurerei: 
eine konstitnierte Loge od. Mitglieder daraus einer 
andern Loge zugesellen; Einen Verein a., ihn den 
unter der Leitung einer Centralbehörde stehenden 
zugesellen. — Assin-age (frz. —äfbe), f.; —m: Af- 
finierung, s. auch Migla. -ersé, f.; —+eyn: Affinie= 
rung; Ort derselben: Daß 10 Arbeiter soviel verrichten, 
wie in andern A-nu ihrer 40 od. 50 u. daß Herr Poizat mit 
3 Gran Gold v. dem Pariser Pfunre sich die Kosten des 
Affinierens bezahlt macht 2c. Karmarsch T. 2, 197; (fei- 
ner Draht auf Rollen 21. — Afsingieren (lat.), 
tr.: Einem Etwas a., andichten. — Affinkeren, tr.: 
4) (frz.) „sein machen“" (vgl. raffinieren), bes.: das 
Silber aus Legierungen schelden. Kormarsch M. 1, 
62 rcc. (s. Affinerie): Affinier-Wasser, die dazu 
dienende Schwefel= od. Salpeter-Säure od. deren 
Mischung (Königswasser). — 2) (nlat.) Asfintert, 
verschwägert. — Iffin-is (lat.), a.; m. I§ 24, 
3, uv. 1: durch Heirath verwandt; ein Verschwäger- 
ter. ilas, f. [8 24, 3, tätis): Affinität. ität, 
f.; —en; —#-: Verwanttschaft durch Heirath (val. 
Kognation); bildl.: A. od. chemlsche Verwanttschaft. 
.. A-s-Kraft. Hirzel Chem. 4 te.; ferner: Ver- 
wandtschaft zweier Begriffe; Ahnlichk. 2c. — 
Affürm-ando (lat.), adv.: durch Eingeständnis 
(Ggstznegändo). aliön, f.;-en; —s-: Bejahung, 
Behauptung. -alko, a.: bejahend: A.-Satz rc. 
Salive, f.; —: Beistimmung: Antwortete in rer A. 
pühter Südöstl. 3, 509. „ieren, tr.: bejahen, be- 
haupten, bestätigen. — Afsir-io (lat.), f. [8 23, 
3, iönis): Affigierung: A. et ref fgio, Anheftung 
u. Wiederabnahme. -um [8 24, 2. n.] : etwas 
Affiglertes, nam. (Rechtsspr.): Niet= u. Nagel- 
festes; (Sprachl.) einem Wort angehängter Wort- 
theil (ugl. Präfir, Suffir). — Iäfflig-cant (frz. 
affltsbang), a.: affligierend. - eren (lat.), tr.: 
niederschlagen, betrüben ꝛe. Affliktiön, f.; -en; 
—#-: Niedergeschlagenheit, Betrübnis, Kummerrc., 
vgl. (it., Mus.): Con affliziöne — affstto, weh- 
muthsvoll 2c. — Afsl- u#nz (lat.), f.; 0: Zufluß; 
Uberstuß. „uiĩẽren, intr. (sein): hinzu-fließen,
        <pb n="35" />
        Afstux 
-stroͤmen. - ür, m., —es;-e; -uxiõn (nlat.), .; 
—en; -ürus (nlat.), m. [§ 24, 4]: Zufluß, Zu- 
drang. — Afsodilll), m.t, —#; -e: s. Asphoril. — 
Afformaliön (nlat.), f.; —en: „Anbildung“, in 
der hebr. Sprachl. die Bildung der Personenformen 
des Verbums durch Anhängung der abgekürzten 
rersönl. Fürwörter Cfformative). — Assfranchisse- 
ment (frz. affrangschissemäng), n., —#; —6: Be- 
freiung. — Affrétement (frz. —mäng), n., —8 ; 
0: Schiffefracht, s. Fret. — äffrett-ndo, -öfo 
(it.), adv.: (Mus.) con fretta (s. d.), ungestüm 
ꝛe. — Affrenx (srz. —5): s. affrös. — Siffrian- 
dferen (frz. affriangd), tr.: lecker machen; affrio- 
lieren. — Affriolkferen (frz.), tr.: anlocken, 
ködern, reizen. — Affront (frz. affröng), m., —#; 
—6 : Schimpf, Schande, Beleidigung (vgl. Affrunt. 
Hebel 3, 458 2c.; Affronte, f. Heine Verm. 1, 146; 
Stalsfitld Leg. 3, 41 2c.). — Asfsrös (frz.), a.: 
scheußlich. — Aff-uͤnde (lat.)! „gieß hinzu!“ 
(auf Recepten). -usiõn, f.; —en; —s-: Aufguß. 
— Affut (frz. affä), m., —#s; —#: f. Lafette. -age 
(ütäshe), f.,; —: das Affutieren. ĩeren, ein 
Geschütz aufprotzen; ein Werkzeug 2c. schärfen, zu- 
spitzen c. — Aflältschik (russ.), m., —#: —: 
Verfertiger u. Verkäufer baumwollner Bettdecken 
(ngr.: Paplumatta). Kohl Südr. 1, 88; 223. — 
Asicionãt -alspan.), f.; —s; -o, m., —; —6: 
„Liebhaber (in)“ des Stiergefechts. Ausld. 39, 11b; 
13b; Globus 4, 99a 2c. — Afilhäda, f.; —#: Ihre 
A. (Schwiegertochter). 440b. — Afiüme, m., —8; 0; 
Art Flachs aus der Levante. — Afrancefädo 
(span.), m., —6; —6: Anhänger der Franzosen, 
Franzosenfreund. Scherr 2, 366 — Josefinos. 368, 
Anhänger Joseph Bonaparte's. — Africus (lat.), 
m. I§ 24, 2): Südwestwind. pückler Semil. Afr. 1, 
227 (s. Libecelo 2c.). — Aft: (seem.) hinten, hin- 
ten hin 2c.: Waschen das Deck von vor bis a. Gerstäcker 
Bl W. 205; Wo der Steuermann ein paar Leute nach 
a. rief. 233; Ruf die Leute a.! WW. 3, 125 2c., s. 
after u. (niedrd.) achter, z. B.: Als Einer v. der Be- 
mannung achter kam. Ausld. 38,9 85 a; 39, 64 9a 2c. 
Ter (engl.), präp.: nach: Bei all den lustigen A.- 
dinners ([Nachmittagen]. 3Aohl Par. 2, 30 2c. 
Aga (türk.), m., —s;#-s, (—ar): Herr, z. B. 
hinter Eigennamen: Asan A. G. 1, 20 5 2c.; Oberst: 
Sechzig A-s, ich erschlug sie. 2, 336; Wh müler NgrV. 
1, 15; Freiligrahh SW. 1, 148; w. 20, 328 rc., f. 
Agalik; Basch-A., vgl.: Unter den Fahnen ihrer Pascha's, 
Behy's u. Ayans. Zinkeisen Reo. 1, 26; Kapetanis, 
deren Stellen nunmehr die Ajans einnehmen. CUobert 
2, 5; 66; 74; 112; 152; s. Ajan: Primaten; 
Gutsbesitzer. Lamm'er 10, 338 2c.; Heute schafft' ich 
dir dafür zum Lohne] bel dem Sultan eine A.= Stelle. 
Talrj 1, 222 2c.; Der A. der] Ennuchen. Freiligrath 
SW. 1, 104 — Kapu A. lder Pforte A., vgl.: 
Kislar A. sder Frauenzimmer A.], auch: A. Babi 
Saadet (des Thors der Glückseligk.]), s. Enderun, 
ferner z. B.: Jenitscheri A. [SJanitscharen A.]: Silik. 
dar A. [Waffenträger A.]; Sipahilar A. IA. der 
Spahis, s. d.]; Toptschilar A. IA. der Artillerie) c.; 
Agave 19 
Aghajani — birun u. — enderun, die äußern — u.: 
die innern A-s. Hammer 2, 232; 10, 337; Agassi- 
Baschi (s. Baschi), etwa — Oberhofmeister. — 
Agabäfi (türk.), m., —#; 0: Art indischen Stosffs. 
Hammer 8, 501; 10, 337. — Ag- acant (frz. 
aßäng), a.: agacierend: Einer sehr unschuldigen u. 
doch sehr „a-en“ jungen Dame. Spielhagen (Volksz. 14, 
283). arerti (aß-), f.; —n: Wesen u. Thun 
eines agaanten Frauenzimmers. ackeren, tr.: 
auf pikante Weise anregen u. herausfordern, nam. 
v. Damen, die so die Aufmerksamkeit v. Herren auf 
sich zu ziehn suchen. — Agagr-öpila (gr.-lat.), 
f. [8 24, 1!: „Gemsenkugel“, s. Bezoar. — Us, m. 
[8 24, 2): Gemse 2c. Slobus 4, 90 b 2c. — Agal- 
ahtie, = arxte (gr.), f.; 0: Mangel an Milch für 
den Säugling. — Igalikh (türk.), n., —6; —5: 
Würde u. Bezirk eines Agas, z. B.: IIn Algerien 
besteht! ein Aghalik unter einem Agha aus mehreren 
Stämmen lod. Tribusl. Globus 6, 314b, vgl.: Dies 
sind die Aghawät von Maredin. pelermann Or. 2, 35 
1. — Agälm-a I#gr., § 24, 3, n., atis)]: Vild, 
Statue. atolith) m., —(e)s; -e: „Bildslein“, 
Art Feldspath, der nam. in China zu Bildern, 
Pagoden 2c. verarbeitet wird (Pagorit). — Aga- 
memnon (gr.), m., —#;„ —#: Heerführer der 
Griechen im trojan. Krieg. — Agämi (indian.), 
m., —; —8: Trompetervogel, Psöphia erepitans, 
auch Dschakami. Ansld. 39, 1131a. — Agãm--iẽ 
(gr.), f.; —eyn: Chelosigk. (s. Cölibat), auch — 
Kroptogamie. isch, a.: ehelos; auch — krypto- 
gamlisch). ist, m., —en; -en: ein Eheloser, Hage- 
stolz. — Aganipp-e (gr.), f.; 0: eine der Sage 
nach auf dem Helikon (s. d.), dem Musenberg, wie 
die Hiprokrene (s. d.), durch den Fußschlag des 
Pegasus (s. d.) entsprungne u. dichterische Begeist- 
rung weckende Quelle. w. 12, 139; A-n s Quelle. 
HB. 2, 229. -ĩden, pl.: die Musen. — Agãon, 
m.: s. Briarcus. — Agap-e (gr.), f.; zd, Agäpen: 
„Liebe“, die unter den ersten Christen gemeinsam 
eingenommnen Liebesmahle. w. 16, 242. — 
Agar-icia (ulat.), f.; zkesen: Schwammkorall. 
Sickt, m., —en; -en: Korallversteinerungen. 
Sicus, m. [824, 21: eine Gatt. Pilze, Schwämme. 
Agasch (türk.), n., uv.; uv.: türkische Meile — 
3 Berri, s. Encykl. f. Kaufl. 26 äa. — Ihgäffi-Baschi, 
m., —;; —#: f. Aga. — Igat, m., (e)s; Se: (. 
Achat; genauer aber, davon geschieren, — Bern- 
stein, s. k. 11, 227 u. z. B.: Vern-, den man auch 
Agt stein nennet. Droches 9, 9 2 1c., s. auch Gagat. — 
Agath-a, —# (gr.), f.: weibl. Name, z. B. einer 
Heiligen: Lulas- Is. d. Iu. A-—a-Zettel. w. 31, 333, 
als magisch wirksam 2c. obiötik, f.; 0: die 
Kunst, das Leben wohl zu führen. Hackländer Heireh. 
181. Jodämon, m., —#; —: „guter Geist“, 
Genius, Schutzgeist. w. 18, 7 2c. (Ggstz Kakodämon). 
Sorgos, m., uv.; goi: (in Sparta) Allfährlich 
gingen aus den Rittern 5 sog. Agathoergol hervor, welche 
zu anßerordentl. Sendungen gebraucht wurden. Rüstom 
gK. 39. ölogie, f.; -ehn: Lehre vom höchsten 
Gut. — Agatsch, n.: s. Agasch. — Igave (gr.), 
2#
        <pb n="36" />
        20 Agawat 
f.; —n: Baum-Aloe: Eteiligraih SW. 1, 155; Ein 
Zaun v. neben einander gepflanzten A-n. G. 23, 375. 
— Agawat: s. Agalik. — Age (engl. edsch), n.: 
Alter: Er fühlt sich so früh wie möglich of a. lImün- 
digl. Kobl Par. 1, 20. — Agele (gr.), f.; -n: 
„Schar“ 2c.: Die in Sparta eingefuhrten Syssitien 
(Phiditien) od. Gemeindemahle .., zu welchen die Jüng- 
linge täglich in den A-n zusammenkamen. Weiß 1, 741. 
— Ageẽma sgr., § 24, 3, n., —tis): Heer, 
Schar (vgl. agmen), bes.: Die zur Phalanx ge- 
hörende Relterei, welche das A. der Hetären d. h. die 
Schar der Genossen u. Freunde des lmacedonischer! 
Königs genannt wurden. Kriegk 2, 112; 377; Büflom 
gL.K. 243 2c. — Ag##nda (lat.), pl.: das zu Thunde, 
Gastz: Akta, das Gethane: Wenn du Abenrs in der 
Schreiktafel die A. durchstreichst, weil sie Akta geworden. 
Immermann M. 1. 323. ende, f.; —n; n-: ein 
Verzeichnis der Agenda, z. B.: Merkbuch, Schreib- 
tafel; nam. aber: A., Kirchen. A., kirchliches 
Formelbuch; A-n-Streit 2c. — Ageneisch (gr.), 
a.: unbärtig, vgl.: Agenekos, m., unbärtiger 
Jüngling; pl.: Bel den Ubungen der Knaben.. 
bei denen der Agenei#oi 2c. Guhl GR. 1, 238, vgl. 
Evheben. — Agenesiẽ (gr.), f.; —eyn: weibliche 
Unfruchtbark. — Ag-ens (lat.), a.: wirkend, s. 
Intellectus 2c., nam.: n. 18 24, 3. ntis; pl.: 
-ntia): etwas Wirkendes, eine wirkende Kraft: Die 
Gironde ist nicht mehr das treibenre A. Kag. d. Ausld. 
36, 455a; Pouilet 1, 20 1 2c.; Nerven-A. 2c.; s. Agen- 
tien. -Ent, m., —en, (-6); -en: Geschäfts-Führer, 
Träger 2c#. — vgl. Faktor 2 — (nam. schwzr. auch 
— Sachwalt, Advokat, z. B. Gouhelf Sch. 188; U. 
2, 240; Hausbl. — 60 — 3, 2 2c.): A. elnes Handels- 
hauses; elner Versichrungs-, Auswandrungegssellschaft 
2c.; der Policel L. n Auswanderungs- (Crenzb. 24, 
1, 154); Handels-; Hof-; Konsulär= (Nats. 
20, 476); Platz-(Kronkl Jer. 1, 194); Polizei-; 
Speciäl. (Erenzb. 26, 3, 275); Strafen= sim 
Westen v. Nordamerika — Straßenräuber. Gamenl. 
15, 638a]; Sub= od. Unter-(729b); Theater- 
(Kosok Fed. 5, 65); Werbe- (TI alke Gsch. d. mod. 
Gschm. 294) A. 1c.; auch in frz. Form: A. lashäng! 
dechange [Schängshl, Wechselmäkler; A. provocatcur 
I—tör, ein Policei-A., der zu ungesetzlichem Thun 
aufzureizen sucht 2c. u. engl. A. (edshent), z. B. 
Sohl E. 2, 34, s. Viewer ie. (Ugw.: Daß neptunische 
A-en Antheil an manchen krystallinischen Schlefern ge- 
habt. Durmeister Gsch. 208, wohl Drckf. st. Agentien). 
Ténten, intr. (haben): (schwzr.) ein Geschaft 
als Agent treiben: Muß ich einmal aufhören, zu 
wirthen, fang“ ich an, zu a. Gotthelf II. 2, 250 1c. 
Tententhum, n., —(e)s; 0: das Thun, Trel- 
ben, die Wirksamkeit v. Agenten, z. B. v. Aus- 
wandrungsagenten: So welt verbreitet, wie gegen- 
wärtlg das A. LVonntagebl. (65) 397b. -enlĩen, 
pl.: Agentia (s. Agens), nam. chemtsche. Kohl Irl. 
2, 359; PDyiertelj. 48, 204 ff. 2c. entschaft (##% 
Ins. 2, 28), -entür, f.; Sen: Geschäft, Amt eines 
Agenten u. — bei ausgebreiteten Geschäften — 
das Amtspersonal der Agenten einer Gesellschaft 
u.: das Lokal, auch (it.) Agenzl#a, f.; e, 
Aghislik 
z. B.: Das Amtegebäure des östreichischen Llohd. .. 
Der Kanzlist der Agenzia. frankl Jer. 1, 40; Von der 
Lloydagenzla. 41; Das Gebäude der Lloyd-Agenzie. 
119: Auf dem Agenziegebaure. 124. — Ager (lat.), 
m. s8 24, 2, ägril: Acker, z. B.: A. censuälis, 
Zinsacker; decimänus, decumänus, Zehentacker; em- 
phytéüticus, Erbpachtacker; novälis, Brachacker; Rode- 
land; pParochiälis, Pfarracker; privätus, Privot-A.; 
püblicus, Gemeinde-, Staats-A.; restibilis. jährlich 
besaeter; vectigälis, verzinsbarer 2e. — Ageras ie 
(gr.), s.; 0: das Nicht-Altern (Insenescenz). — 
Igetor (gr.), m., —6; —6 [8 24, 3, étoris!]: 
Führer. — Ageusiĩẽ (gr.), f#.; 0: Stumpfbeit 
des Geschmacksorgans. Ageuftik, f.; —eyn: das 
Fasten. — Agg-er (lat.), m. [8 24, 3, -eris): 
Damm, Wall 2c. Jerätim, adv.: haufenweis. 
Satiön, f.; -en: Anhäufung. er##n, tr.: an-, 
aufhäufen 2c. —estion, f.; —en: Hinzutragung, 
Häufung. — Aggi ustatamente (it., arrsh-), adv.: 
(Mus.) genau. — Agglomer-t (lat.), n., -(e)s; 
e; -: Zusammengeballtes; äußerlich an einander 
Gehäuftes (vgl. Konglomerat): A.-Bildung 
Trümmergestein. Humboldt K. 1, 281 2c. Jation, (.; 
—en; —s-: Agglomerierung. ĩeren, tr.: zusam- 
menballen: intr. (sein): sich ballen, gerinnen rc. 
— AItglütin-ans Hlat., § 24, 3, n., ptis, 
pl.: Antial: A.; medicaméntum a., Heilmittel 
zum Zusammenkleben. ation, f.; —en: Aggluti- 
nierung: Die allmähllche Vergrößerung (A.) der ge- 
bobnen trocknen Erdstriche. Lumboldt K. 1, 302. -- ren, 
tr.: Etwas — u. intr. (sein): sich — zusammen- 
klebend verbinden. — Iggrand 2c.: s. Agrand 2c. 
— Ilggrat-iätio, f. [nlat., § 23, 3, iönis!); 
Siation, f.; -latiönen: Begnadigung: A. püblica, 
bei erfreul. öffentl. Ereignissen 2c. -iĩeren, tr.: 
begnadigen: Jüs aggratiändi, Begnadigungs= 
recht. — Iggrav-aliön (lat.), f.; -en: Erschwe- 
rung, z. B. der Schuld, der Strafe. -ĩeren, tr.: 
eine Schuld 2c. erschweren, sträflicher machen. — 
Aggrediẽren (lat.), tr.: angreifen, anfallen. — 
Aggreg-ät (lat.), n., —e)s; —e; -, —##: Inbe- 
griff zu einem Gunzen vereinigter Dinge: Al-s)= 
Ferm, „Zustand eines Körpers, seine Erscheinungs- 
form, wonach er fest, trepfbar-flüssig od. gasförmig 
ist ie. -alion, f.; -en; —-: Anhäufung, Hauf- 
werk, Aggregat. -ĩeren, tr.: einer Gesammtheit 
beigesellen; zu einem Ganzen vereinigen: Aggre- 
gierte Ossictere sind den Regimentsofficieren auf Anwart- 
schaft beigesellt 2c., vgl. (span.): Agregädo de Emba- 
Xada (Embachädas, Giesamtichaftsattach. — 
Aggr-ession, f.; —en; —-: Angriff 2c. eslio, a.: 
aggredlerend; angriffsweise 2c.: Gegenüber den im- 
mer bedrohllcher bervortretenden A.-Tendenzen. Scherr 
Stud. 2, 61. #elHor, m., —; essören: Angreifer. 
— Aggruppiẽren (it.), tr.: anhäufen (s. grup- 
rieren) t. — Sigh-a: s. Aga. — Aghir (türk.), 
a.: schwer, z. B.: A. Serbeft, ein schwerer gestick- 
ter Stoff. Uammer S, 16; 10, 337. lik (türk.), 
n., —6; —6#: Hofgeschenk eines sich mit einer 
Prinzessin vermählenden Paschas. — Aghislik
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        Agide 
(türk.), m., —6; —: Mundstück. gammer 8, 487; 
10, 337. 
Agide (gr.): 1) f.; 0: der Schild des Zeus, 
der Minerva (s. Agis), allgm.: Schutz, Schirm: 
Unter der Ä. der Gleichgültigg. w. 4, 137 ⁊c. — 2) 
m., —n; —n: Nachkomme des Ageus, z. B. — 
Theseus. v. Ov. 2, 6220. — Ag- ièren (lat.), imtr. 
(haben), tr.: wirken, handeln; als Schauspieler 
darstellen, spielen. G. 6. 67: 10. 130 2c.: Eine 
selbst-a-de Person. Galen GP. 3, 18. (Vralt.: Einen 
a., foppen, aufziehn. Simpliciltmus 1, 10915; Zink- 
gräf 2, 61 2c.); Mit-a-d im Staate zu stehn statt 
außerhalb desselben. Konalbl. 1, 265b; Was er dem 
Volk hier eben vo ragiert [vorgespielt] hat. 6 Smidt 
Devor. 131 2c. -il (lat.; auch frz., agile, ashil), a.: 
flink, gewandt 2c. -ilität, f.; 0: Flinkheit, Ge- 
wanttheit, Leichtigk. 2c., auch: Agilité (frz., 
Ash-), vgl. (Mus.): Con agilita. (it. arshilirä), mit 
Leichtigk., hurtig rc.— Agil-ops (gr.), f. [824, 
3, Söpis]: „Ziegenauge“: 1) Geschwür im innern 
Augenwinkel 2c. (Anchilops). — 2) Pflanzenn., 
z. B. (s. 1): ein früher in Augenkrankheiten an- 
gewandtes Gras (Walch) 2c. — Aginẽt (gr.), m., 
—en; —en: Bewohner Agina's, als schlaue Be- 
trüger verrufen, wie die Kreter; daher sprchw.: 
Der Kreter kam an einen A-en. W. 23, 307. — 
Agio (it.-frz., ãshjo), n., —s; —#: Aufgeld beim 
Wechseln (ogl. Kollybus; Disagio): A.-Berechnung; 
Konto 2c. — Agiosider-on (gr.), n., —; zai 
„heiliges Eisen“, eiserner Hammer, dessen die 
Christen in der Levante, wo sie keine Glocken haben, 
sich zum Läuten bedienen. — Agiosköp (gr.), n., 
—(eys; —e: Vorrichtung, wodurch man Heiligen- 
bilder 2c. sehen lässt, s. J#u#tr. Zeit. 47, 336a. — 
I#giot-age (frz. ashjotäshe), k.; —n: Differenz- 
geschäft an der Börse, dessen Grundlage die Sxeku- 
lation auf die Koursschwankungen ist, Wechsel- 
wucher, z. B. (personif.): Demoiselle A. Scherr Mir. 
215 ff. -eur (ashjotör), m., —#; -#e, —#: Wechsel- 
wuchrer. ĩeren, intr. (haben): Agiotage treiben. 
— AIcgipän (gr.), m., —; -e (# 24, 3, -is]: 
„Ziegen-Pan“, ein ziegenfüßiger Waldgott (s. 
Ramler Myth. 141; 149): Dem Alten, der einem A. 
an Bart u. Miene glich. w. 3, 152. — Agir, m., 
—6; 0: (nord. Mythol.) Gott des Meers. Mohnikt 
Fr. 17; 64; auch Ogir. Simtock Fr. 109 u. Eigir. — 
Agirigi, m., —#s; —: (in Westafr.) Bez. des fil- 
zigen Salzbaums, Avicennia tomentösa. Globus 9, 
202b. — Ag-is, f. [8 24, 3, idis): (s. Agire) 
Zeus .. u. Athene sind die Gottheiten, welchen die A. 
eig. zukommt, ein „Ziegenfell“ od. sonst eine Thierhaut, 
welche, mit Troddeln verziert, später v. Schlangen ein- 
gefasst, zottig od. geschuppt, die Brust bedeckt ., dann 
auch über den linken Arm geschlagen, als Schild vorge- 
streckt u. dem Feind entgegengehalten wird. An der A. 
befindet sich das Haupt der Medusa (Gorgoneioy), 
das durch seinen Anblick versteinert 2c. Grinzb. 26, 4, 
45 ff.; V. Jl. 15, 229; 308 ff.; 5, 738; Ihre schützende 
A. Salon 2, 456; Zeus, den Schreckensender, der die 
Ignoelen 21 
A. grausend schwingt. Sch. 5 3a 2c.; A.-Halter od. 
A.-Schutterer. Gtenzb. 26, 4, 45 2c. — JStit- 
abel (lat.), a.: erregbar. Autrdach Tag. 139. 
ädkel, n., —6; uv.; -culum (§ 24, 2, n.]: 
Nührscheit. - ation, f.; -en; —#H: Agitierung, 
Bewegung, Er-, Aufregung, An-, Aufreizung, 
Aufwieglung, Wühlerei 2c.: A-s-Manie (Zukunft 
1, 1); „Politik (Volksz. 13, 266); -Eifer (Strenzb. 26, 
3, 273) ½.;: Anschlus= /268); Massen= (298);: Wahl- 
. 2 0 2c. äto (it. arsh-), adv.: (Mus.) be- 
wegt — con agitaziöne ladsh—I, s. mosso. 
ator, m., —8; zatören (§ 24, 3, öris]: Einer, 
der — u. sofern er — agitiert: Haurt-; Mit-A. Sohi 
Irl. 2, 113; auch: Wagenlenker (aurige agitatöres). 
weih 1, 1135. -iĩeẽren, tr.; intr. (haben): für 
Etwas thätig u. wirksam sein u. die Menge dafür 
zu erregen suchen; wühlen, aufwiegeln, aufregen 
2c.: Der unruhigen, ewig agitierten Frau. Gutzkow 
Z. 3, 41. 
Agl-aĩa, -dja (gr.), f.; —#, djens; 0: 
eine der 3 Grazien (s. d. 2): Aglajens Schwestern. 
Scume, s. auch Asteroid. — Aglei (—), m., —e)s; 
e; f. ; —-#en: eine Blume, Aquils ja, auch: die 
Aklehlei: Schön erhebt sich der A. (—) u. senkt das 
Körschen herunter. G. 1, 305; Varietäten des A-s. 
36, 37; Am A. (—). Platen 2, 13; 1, 144 2c.; 
Agleie (k.). Sper Tr. 122; Die blaue Alpen- 
aklei. Cschudi Th. 2 68 2c. — Jgli (it. älji): s. Abb. 
— IStglossic (gr.), f.; O: Sprachlofigk. 
Agmen (lat.) [8 24, 3, n., ägminis): Heer, 
Heereszug (vgl. Agema). 
Agn-äat (lat.), m., —en, (—8); -en: Ver- 
wantte, die in männl. Linie von demselben Stamm- 
vater herstammen, vgl. Mommstn Röm. Ssch. (2) 1, 
58; weibl.: A-in (s. Kognat): Lebens-A-en, durch 
Agnation Lehensberechtigte. -ation, atschaft, 
f.; —en; —s-: das Verwanktschafts-Vh. der Agnaten 
u.: die Gesammtheit der Agnaten. atisch, a.: 
auf Agnation beruhnd: Ake Verwanrte, Anspruche 2c. 
— Icgnceau (frz. anjö), m. (u.), —8; —r (anjö): 
Lamm; Lammfell: Agneaux de Béarn; Perse 
[Perß], vgl.: Agnelins lanjelengl, Lämmerfelle; 
Lammwolle. — Ign-es, —, (auch in frz. Ausspr. 
anjes); -se, f#.; —m; —m-: 1) weibl. Name, z. B.: 
Sie hieß Agnes u. war ein Bild der Zucht.. Agrese, 
das getreue Weib. Hogedorn 2, 179 ff.; O, meine Agnes, 
mein geliebtes Leben: Sch. 15 4a 2c. — 2) (l. 1, vgl. 
agnus) Bez. eines einfältigen jungen Mädchens: 
Freilich war da eine Agnes Sorel lin Sch.'s Jungfrauj] 
.., so linkisch u. neu, daß ich sie zwar nicht fur eine 
Sorel, aber für eine Agnes nahm, bis ich erfuhr, daß fie 
eine Veteranin sei. Reinhard G. 47; Eine Agnese. 
Schröder Samml. 4, 1, 6; Nicht so verachtenswerth 
ist eine Agnes,] schön ohne Seele 2c. W. 26, 284; Trotz 
aller Furcht, die schuchternen Agnẽsen s Hans Jakob Rous- 
seau eingejagt. 12, 159; 11, 247 2c.; Agnesen- 
Rolle. Dücinger Th. 38. — Agni (skr.), m., uv.; 
0: ind. Myth.: Gott des Feuers, auch Ignis. 
weiß 1, 532; Agnis. — Atnition (lat.), 
f.; —en; —#-: Agnoscierung. — Ignokten (gr.),
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        22 Agnomen 
pl.: eine Sekte, die Christi Allwissenheit in 
Abrede nahm. — Agnöm—-en (lat.) [8 24, 3, n., 
#inis!): Bei-, Zuname. inatiön, f.; —-en; —s-: 
A., Annomination, gr.: Paronomasie, Wortspiel als 
Rerefigur. — Agnoscieren (lat.), tr.: anerkennen 
(als richtig 2c.). — Agnus (lat.), m. I24, 21: 
Lamm, — bes. in Zusammenstellungen (gw. u.), 
z. B.: A. dẽi, „Gottes Lamm“ (oh. 1, 36), bei 
den Katholiken: ein Gebet bei der Messe u.: ein 
Andachtsbildchen auf geweihtem Wachs 2c.; A. 
ccstus, eine Pfl., „Keusch-Lamm“, Mönchspfeffer 
(als Mittel zur Abstumpfung sinnlicher Begierden, 
s. Ohen 3, 1105): Blühende Büsche v. A. castus. 
Ualut 14, 271b; Selbst Priap (s. d.) mit einem 
großen Kranz v. A. castus um die Lendrn. W. 3, 178. 
Agogiat (ugr.), m., —en; -en: Fuhrmann, 
Maulthiertreiber. Augsb. 3. (d14) 2115a; Welcher 
Tag. 2, 154; oß Ins. 3, 111; 127 . — 
Sigomph-iasis, öfis (gr.), f.; 0: das Zahn- 
wackeln. — A#g-on (gr.), m., —# öne, nen: 
Kampf: 1) Wett-, Preiskampf bei den großen 
Nationalfesten der Hellenen (vgl.: Zum Kampf der 
Wagen u. Gesänge 2c. Sch. 57b): Bei den musikalischen 
u. orchestischen A-en. Guhl GR. 1, 237; Gymnische 
A-en. 240; DAMus. 17, 1, 642; Wo die gymnischen 
A-e stattfanden. 17, 2, 195; 201; Der A. dauerte so 
lange, als Doppelpaare vorhanden. 199 2c. — 2) In 
agöne sein, in Agonie. -äl: Die umfangreicheren A.- 
od. Fest--Tempel. Weiß 1, 817. onie, f.; 0: Todes- 
Kampf,-Angst eines Sterbenden 2c.: In Leidens-A. 
püchler Südöstl. 2, 7. onif####n, intr. (haben): 
in Agonie sein. onist, m., —en, —s: —en: Wett- 
kämpfer (ogl. Antagonist); anch: Schauspieler, 
vgl.: Später wyrde Hypokrit der Name für A-es 
(Schauspieler). Nosenkranz Poes. Gsch. 179; 180 u. 
Protagonist 2c. onistärch, m., —en, (-#); Sen: 
Aufseher bei den Agonen. onistik, f.; 0: die 
Kunst des Agons: Die höhere, ausschlicßl. auf den 
Wettkampf gerichtete Gymuastik, welche mit dem 
Namen A. bez. wird. Guhl 1, 236; So sehen wir die 
freie, edle A. in den handwerksmäßigen Betrieb derselben 
in die Athletik, nach der späteren Bed. des Wortes. 
ausarten. 2 37 2c. Lonistisch, a.: auf den Agon od. 
die Agonistik bezügl. -onizänk, m., —en; -en: 
ein Agonisierender: Der Anblick haͤlt die fliehende 
Seele des A-en noch auf. Sch. 692 b. Jono- 
graphis, f.; —(eyn: Beschreibung der Agonen: 
Agonogräphisch, zur A. gehörig. onothit, m., 
—en; —-en: Kampfrichter bei den Agonen. Guhl 1, 
222 (s. Hellanodiken). — Ig-ophonik (gr.), k.; 
0: „Ziegenstimme“, meckernder Ton. ophthal- 
mus, m. I§ 24, 21: Art Chalcedon („Ziegen- 
ange“). opodium, n., —6; zopödlen (/§ 24, 2, 
Mn.): eine Pflanzengattung, „Geisange“, Strenzel. 
— Ilgor-a (gr.), f.; ören: in den griech. Städ- 
ten das Forum (s. d.), der Markt: Daß du in den 
Säulenhallen der A. traumwandeltest. Gartenk. 15, 439a; 
Grenzb. 26, 4, 257; ISol versammelte sie ldie griech. 
Bürger] zu den ernsteren Handlungen des Staatelebens 
od. zu geschäftl. Verkehr die A. .. Würdige Ausstattung 
Agrimonie 
der Agoren. Guhl 1, 111 ff.; 2, 146 2e. -anöm, m.W, 
—en; -en: Markt-Aufseher, -Meister: Ein Ae. 
Roß Ins. 2, 65. - anömion, nu., —#; ken I§ 24, 
2, u.]): Gerichtshof des Agoranomen. 61. 
Agraͤffe (frz.), k.; —n: etwas durch Eingreifen 
Zusammenhaltendes, z. B. bei Metallarb. — 
Falz; (Bauk.) Klammer zum Zusammenhalten v. 
Steinen; Zierrath am Schluß eines Bogens, 
Feusterrahmens 2c.; als Putz; Hakenspange, nam. 
auch am Hut v. Militärpersonen. — Agräl: s. 
agrarisch. — IAgrand-iren (frz. —angd-), tr.: 
vergrößern; bereichern 2c. Cissement (ifsemäng), 
n., —#; —#: Vergrößrung 2c. — Agraphjiẽe (gr.), 
f.; 0: das Nichtschreiben: Du solltest die Polygrapbie 
nicht in Oligo= u. A. verwandeln. IP. Wahrh. 4, 157. 
— Icgrär-isch (lat.), a.: Acker u. bes. Ackerver- 
theilung betreffend: A— (od. Agrar-) Gesetze; 
Verhältnisse 2c.; Unfre Agrarverfassung. Grenzb. 26, 3, 
232; Dies Agrarsystem. Nodenberg Ins. Heil. 2, 221 2c., 
vgl.: Wegen der schlechten Agräl einrichtung. platen 
7, 40120. -ium, n., —; ken [824, 2, n.): Hufen- 
geld. — Agraviädo (span.), m., —#; —-S: A-6, „die 
Beschwerten“, Parteiname spanischer Malconteuts. 
— Sigr-eäbel, a.: angenehm; frz.: agréable, als 
Adv. -ment —mängl. Gage (frz. —äsh), f.; —n: 
Kourtage (in Bordeaur c.). — Agregädo (span.), 
m., —6; —: f. aggregieren. — Agr-eieren (frz.), 
tr.: genehmigen; als gut, richtig anerkennen 
(kälschl., z. B. bei Heyse st. aggregieren). -ment 
(ehmäng), n.t—#; —#: Genehmigung; Annehmlichf., 
Vergungen: Verzierung (s. Agriminist), nam. auch 
in der Musik. — Agrergographĩeẽ (gr.), k.; 
—(eyn: Beschreibung der Ackerwerkzeuge: Agrer- 
gogräphisch, auf A. bezüglich. — Agresctseren 
(lat.), intr.: kranken, kränkeln, verkümmern. — 
Eigreist: 1) (lat.) a.: ländlich, häurisch. — 2) 
(it.) m., —eys; Sen, —e: unreife Traube; Saft 
davon; Stachelbeere (A.-Beere); auch Agräß. — 
Agriren: s. algrieren. — Igr-iköl (frz.), a.: 
der Agrikultur gewidmet; darauf bezüglich 2c.: 
Wiese u. Wald wechseln mit a-en Distrikten. Berlepsch 
Alp. 7; A-e u. minerale Schäte. Kolonitz Mer. 205; 
Die Einseiligk. des merkantilen u. a-en Systems. Uat-3. 
19, 533; 20, 295 2c. -ĩtola (lat.), m. I§ 24, 11: 
Landmann. ikolisch, a.: agrikol. ihültor, 
m., —8; ören [§ 24, 3, öris): Ackerbauer: Daß 
er sie aus Hamaxobiten zu A-en umschuf. Kohl Sürr. 
1, 153. -ihultür (lat.), f.; —en: Ackerbau: A.= 
Chemie, Chemie in Bezug auf A.; Staat, 
dessen Hilfsmittel nam. auf dem Ackerbau beruhn; 
Syostem, nam. — physiokratisches (s. d.) 2c. 
ikulluriomus, m., uv.; 0: das Streben der 
Agrikulturisten. ikulturist, m.„—en: en: Einer, 
der in der vorzugsweisen Sorge für Agrikultur die 
Hauptaufgabe des Staats erblickt. imensor 
(lat.), m., —: Eren I[§ 24, 3, öris): Feldmesser; 
Schriftsteller über Feldmessung. — Agriminist 
(frz.), f.; —en; —en: Verfertiger v. Agrements 
(Verzierungen, kleinen Putzgegenständen). — 
Igrimonke, f.; —n: eine Pfl., Agrimönia (Acker-
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        Agrimonie 
2* 
mennig). — Agrimoniẽ (lat.), f.; 0: Gram, 
Kummer. — Agriönia (gr.), pl.: ein Bacchus- 
fest, wobei man sich Räthsel ausfgab (1. Hedttich 
Myth. 513). Daher: Agribn'en, Räthselsamm- 
lung.—igrio-phäg (gr.), m., —en; —en: Einer 
der sich v. Wild nährt; eine fabelhafte Völkerschaft. 
w. 13, 24. psochrôpoton, n., —; ta: eine 
kalte Quelle: Das Wasser. ist ein A., eine Akratokrene, 
die in 16 Unzen nur 2½—3 Gran feste Bestanrtheile 
enthält. Globus 9, 2Ja. Agriothpmie (gr.), k.; 
en: Wildheit des Gemüths; Mordgier. — 
I#grippinisch (lat.), a.: A-e Geburt, wobei das 
Kind mit den Füßen zuerst hervorkommt. — Agr- 
oman (gr.), m., -en, —s#; en: leidenschaftl. Land- 
wirth, dazu: A-#é 2c. -onöm, m., —en, —5; en: 
ein Ackerbaukundiger: A-# f.: Ackerbaukunde; 
Asch, sich darauf beziehnd; ackerwirkhschaftlich. 
— Itropil-a (sran.), f.; —s, zen: Agagro- 
pila. — Agrostémma (gr.) [8 24, 3, n., isl: 
eine Pfl., Korn-Rade. — Icgroslider, f.; —+eyn: 
die Zunft der Straußgräser, dazu: Agréstis, f. 
(s 24, 3, uv. ]J, nam. A. vulgäris 2c. u. verallge- 
meint: Agrosto-graphiée, ogé, t.: Gräser= 
Beschreibung, -Lehre 2c. — Agrot-nt (lat.), m., 
en, —s; —#n : ein Agrotierender. -ièren, intr. 
(haben): krank, kränklich sein; krankheitshalber 
fehlen (beim Unterricht 2c.). — Igrüm-e (it.), 
f.: —n, -i: A-en, A-l nennt man alle rie versch. Arten 
der golrnen Hesperidenfrüchte, die Citronen, Orangen, 
Citronate 2c. (Kohl Alp. 2, 223), auch die Fruchtbiume 
(168); Das Land ist reich an A-—n 2c. Hor#ter It. 1, 15; 
Der Kaktus sprosst, die Palme u. A. Schack Gd. rc.; 
Agrumi, eine Sammlung italiänischer Volkslierer, von 
Aopisch c. — Agrppn-ie (gr.), f.; 0: Schlaf- 
losigk. w. 3, 135; 198 2c., s. Insomnia. -oköma 
I&amp; 24, 3, n., -tis]: Schlassucht (l. Kema II 2) 
rerbunden mit Agrypnie. -öticum (5 24, 2, n.]: 
schlafvertreibendes Mittel. 
Igt, m., -es; -e: s. Agat, z. B.: Bernstein 
.. Den wirkl. A. LCappte Gd. 2, 125. — Igu-a 
(span.), f.; —§: Wasser, z. B.: Ruf der Aguaderes 
(l. d.). Kolonitz Mer. 125 2c.; A. va! Kopf weg 
(Ruf beim Ausschütten von Wasser); 4A. ardiénte, 
Aguardiénte, gebranntes Wasser, auch n.: Echtes 
u. gutes a. ardiente. Gerstäcker Pench. 2, 78 2c.; 
A. unél (Honigwasser), der Saft einer Agave, der 
gegoren den Pulque (s. d.) giebt. NMReis. 2, 110; 
A. bendita, Weihwasser; A. de cebäda (s. d.); 
A-s caliéntes, warme Quellen 2c. -acẽro, m., 
—#; —: Platzregen. Kollonit Mer. 200. adör, 
m., —6; —es: Waßser-Träger, -Händler. 117; Ein 
Trunk aus der Flasche des A. im duftigen Seoilla. 
Ausld. 38, 52 1a; Bastiano Süd. 12; 164: Globus 7, 
228b c. — Aguacate, f.; —n: eine Pfl., Läürus 
pérsea u. deren Frucht (Butterfrucht) in Sñd- 
amerika 2c. Auslb. 38, 746a ; Grenzb. 24, 1, 235 rc. 
— Siuardiente, m., —; 0: Branntwein ((. 
Agua). 271; Ausld. 39, 538a. — IStgnerrikren 
(srz. agerr-) tr., refl.; an Krieg und Kriegs- 
Aiĩdes 23 
strapazen gewöhnen. — Agüti, u., —; —: das 
brafilianische Kaninchen. 
Agbn-ie (gr.), f.; 0; Unbeweibtheit. os, 
us, m. I§ 24, 21: ein Unbeweibter. — Sl###tx 
isch, a.: aus Agypten stammend, dort vorkom- 
mend 2c.: A— Finsternis, sprchw. (s. 2. Kof. 10, 
22). iseren, intr. (haben): ägyptische Weise 
nachahmen, an sich tragen 2c.: Von rer d-den Bau- 
weise. weiß 1, 152. -olog (gr.), m., -en, —; 
en: Kenner der ägyptischen Alterthümer, Sprache 
1e.: A—ĩẽ, f., Kunde davon; A“sch, darauf be- 
züglich rc. — Aghrt (gr.), m., —#n: —en: Markt- 
schreier, Gaukler, Landstreicher, Storger, s. Metra- 
Shrt. 
Ah! GErz. 2c.) inteni.: ach! 2c. — Ahab 
(hebr.), m., —s; 0: Name eines sündigen Königs 
v. Isracel: A---Reu. Güniher 86 (s. 1. Kön. 21, 
2:0). — Ahasver (hebr.), m., —#; 0; #us, m., 
uv.; 0: Name (s. Sth. 1, 1), auch des ewigen 
Inden. Spielhagen Pr. 3, 195; 5, 219.— IAhdrek 
(nschirpew.), m., —; —: Rennthier. Freiligrath H. 
313. — Ahead (engl. äherr), adv.: vorwarts: 
Go (s. d.) a. — Hhent- us (lat.), a.: ehern: Mürus 
(s. d.) a. 2c. -um (§5 24, 2, n.): Kessel. weiß 1, 
1290. — Ihk, m., —#; —#s: s. Rabia. — 
Ahhkiam: s. Diran 1. — Ihkoskwin (tschirrew.), 
m., —; 0O: das Fieber. kreilgrath H. 266. — 
Ahmek (tschippew.), m., —#s; —: Biber. 29; 
228. — Ahmo (tschippew.), m., —; —: Biene. 
251; 256. — Ahriman, m., —; 0: Nach rer 
Lehre Zoroaster's giebt es ein böbchstes ungeschaffnes 
Urwesen, welchem Ormuzr, der Goit des Lichts 
u. des Guten, u. A., der Gott der Finsternis u. 
des Bösen, entsprossen sinr. Ktiegk 1, 122 c.; auch: 
Schuf Ahrman rie Dime (s. d.). Udlond Schr. 1, 
197; Ariman. W. 25, 223; Den Arimänius. 15, 
135 2c. — Ahsa: s. Hisr. — Ahto (fun.), m., 
—; 0: Gott des Wassers. Nosenkranz PoesGsch. 288. 
Aĩ: 1) n., —; —6: das 3zehige Faulthier, 
Brädypus tridd-tylus (nach seinem Geschrei be- 
nannt), wie Unau, das 2zehige, B. didäctylus. — 
2) (it.) s. A 6b. — Aiblik (türk.), n., —s; —: 
Schandzius. Hommer 7, 129; 10, 337. — JSide 
(frz. äd'), m., —, (—n); —, (—n): Gehilfe, Bei- 
stand; beim Whistspiel: der Partner 2c.: Der 
schlechte Whisispieler beschuldigt seinen A-u. Ad. 
Ewald N. f. 3. 2, 102 2c.; A. de camp lkäng]), Ad- 
jutant 2c., ferner als Imrerativ — bilf!, z. B. 
sprchw.: A.-toi (et) le ciel t'aidera läd ted (e) lẽ ßjel 
täderäl, bilf dir selbst u. der Himmel wird dir hel- 
sen; A.-Mémoire lmemrärI, n., —s; —: Erinn- 
rungsschrift. — Aĩdes (gr.), m., uv.; 0: (Myh.) 
der Gott der Unterwelt u. diese selbst (s. Hares 2c.): 
Anzubeten die Götter, A.' starke Gewalt 2c. V. Od. 10, 
534; In A.' dumrfe Behaufung. 512 re., vgl. : Noch 
kein Sterblicher fuhr ja im dunkelen Schiffe zum Als. 
502; 11, 635; In des Nis' dunkle Behausung. G. 5, 
101 1c., auch: Airöneus. Namler Myth. 36. —
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        24 Aido 
Aido (gr.), k.; 0: s. Ado. — Aigle, f.: s. 
Asterold. — Aigrge (frz. äg'r), a.: sauer, z. B.: 
A.-doux (di), sauer-süß rc., auch n., z. B.: A. de 
cèdre (Häd'rl, de limon llimöng] 2c., Citronensäure 
mit Zucker 2c. zur Bereitung v. Limonade; A. de 
Vitriol, Vitriolöl (s. d.), d. h. Schwefelsäure 2c. 
— Aigresin (äg'rfäng), m., -s; —s: Industrieritter. 
— Higrette, f.; —n: Silberreiher (Ardea egrétta, 
vgl. Garzetta); Reiherbusch; Kopsputz in Form v. 
Neiherbüschen, auch z. B.: Als schleppe mich ein. 
Gespann,] mit Krepp bebängt, mit traurigen A-n be- 
krönt, dem IGrab-lKügel zu. Thümmel 2, 222 ke.; 
auch: A. de Madagascar, eine Pfl., Combrstum 
purpürêum 2c. — Aigr-eur □Cör). s.; —# : Siure, 
Herbigk., Schärfe; Verdruß, Verstimmung; pl. 
— Sodbrennen; (Kupferstech.) Stellen, wo die 
Säure, das Atzwasser zu tief eingefressen hat. 
Ticren, tr.: erbittern. — Aigu (frz. ögü), a.: 
spitz, s. Accent. — Aiguade (frz. Sgäd), f.; —#: 
(seem.) der aufs Schiff einzunehmende Vorrath v. 
frischem Wasser u.: der Ort, wo es eingenommen 
wird. — Aignille (frz. ägnils), f.; —n, —#: 
Nadel, Nähnadel; Uhrweiser; auch: Im Hochgebirge 
sind die Gebirgsgipfel häufig Pyramiden od. Obelisken 
ähnlich. .. Man heißt sie alsdann Hörner, Piks, Nadeln 
(-s). Oken 1, 549 c. etle, f.; —n, —: Restel; 
auch: die beschlagnen Achselschn üre des Mililärs. 
Däcinger 39 cc. (fälschlich Eguillette). -keur Cörh, 
m., —8; —8,—e: Der A. (Welchensteller), der dazu 
berufen sel, den Bahnzug des Kaiserreichs vom Geleise 
der Willkür auf dasjenige der Freiheit überzuführen. 
Nal3 20, 104 ic. Sicren, tr.: Einen a., ihm den 
Staar stechen. — Aijar: türk. Monat, s. Ab 1 1. 
— Liläh (türk.): Gerechtigk.: A. Tschakiri. „Zelt 
der Gerechtigk.“, d. i. der Hinrichtungen im Lager; 
Nichtstatt. Lammer 10, 337. — Ail-e (frz. äl), k.; 
—6# : Flügel, z. B.: A-s de bigeon lpishöngl, 
Taubenslügel, auch: Art Koeffüre. Scherr Bl. 1, 
186 ꝛe. Teron (Cerönd), m., —6; —# : Flugelspitze; 
(Festgsb.) kleine Außenwerke. — Iimab-el, e# 
(frz. ämäb'I), a.: liebenswürdig (s. Folie), auch: 
Ein A., Stutzer, feiner Herr. — Aimant (frz. 
ämäng), m., —s; —: Magnet. ##en, tr.: zum 
Magneten machen, s. magnetisieren. — Aimer (srz. 
aͤmẽ), lieben: Daß ich sie damals „ mit Liebe zu lieben“ 
begann, a. d’amour [s. d.I. Harlmann Nat. 3, 94.— 
Ainali (türk.), m., —6; —6: türk. Dukaten. 
gammer 8, 514; 10, 338. — Alne (türk.), m., 
— ; —-: Spiegel. cb.; 5, 577. — Aiõr-a (gr.), 
f.; Zai: Schankel. weiß 1, 895. — Air (frz. ö#r), 
n., -6; —: 1) Miene, Haltung; Anstand; vor- 
nehmes Ansehn: Sich ein A., sich A-s geben; auch: 
Mit elnem a. capable lkapäbell, felbstgefällig. Pücler 
Semll. 1, ð 2c. — 2) Arie. — 3) Luft: En lang! 
Ta., luftschloßartig, ohne festes Fundament, ohne 
Realität .: Daß er durch einen idealen, allgemein u. fremd 
klingenden Namen daraus eine Personnage (—Honnäsh'I 
en langl l'a. machte. Hereig 43, 202, eine nicht in der 
Wlrklichk., sondern nur in des Dichters Phantasie 
eristierende Person 2e., auch engl. z. B.: Der bösen 
Gase wegen, hler lin den Kohlenbergwerken] the foul a. 
Iljigt 
ldhé fl är], dle faule Lust genannt. Kohl E. 2, 33. 
— Airan, m., —; 0: ein berauschendes Ge- 
tränk: Wie die Tataren aus Kuhmilch das A., aus 
Stutenmilch das Kumys (s. d.) sich bereiten. Cer- 
mania 7, 405. — Airãäwata (str.), m., —8; 
0: der Elephant, auf dem Indra (s. d.) reitet. 
Hôfer Urw. 68; 91. — Alĩre: 1) (frz. är), f.; —: 
Area (s. d.), ebner Platz, Tenne 2c., z. B. auch 
in den Salzgärten die kleinen Bassins, worin das 
Seesalz krystallisiert. Karmarsch 2, 462 (it. létti. 
Tchruchenstuel 200). — 2) (span.) m., uv.; —: 
Luft: Eine Orchidecnart, flor del a. od. Lustblumc. 
Globus 5, 6a . — Airi: s. Ayri. — Ais: 1) (gr.) 
m., uv.; 0: s. Aftes. — 2) (Mus.) s. A3. — 
TJis-ance (frz. äsängß), k.; —#: Leichtigk., Unge- 
zwungenheit; Behaglichk.; Wohlhabenheit rc.; 
pl.: A — Lieuxk stj] d'a-s (Aisement, Com- 
modité), Abtritt. e (6), f.; 0: Zustand des 
Wohlbehagens; Beguemlichkeit, Gemaächlichkeit; 
Wohlstand 2c.: A son lßönn]) a. sein — in seinem 
Esse (s. d.), Gasz: Mal (s. d. 1) à son a., unbe- 
haglich 2c. -ement (emäng), n.,—6: —#: s. Aisance. 
— 8isis (Mus.): f. A3. — Aissa (ar.), m., 
—#8#; 0: der arab. Name für Jesus: A. der Proyhek. 
w. 12, 87; 91. — Aissaugue (frz. äßög), f.: —8: 
Fischernachen an den Kusten des Mittelmeers. — 
Aissãwa (ar.), m.t, —5; —: Mitglied einer Sekte 
in Algier 2c., die durch ihren Glauben gegen Gift, 
Feuer 2c. geschützt zu sein, behauptet od. vorgiebt, 
s. Salon 2, 333 ff. — Kiliologte 2c.: s. At 2c. — 
Zivänna: Daß dle Fidschi--Insulaner sich in A. (Land= 
ratten) u. Aiwal (Seeleute) eintheilen. Glodus 5, 8 Sa. 
ni-a (it., span.), f.; —: Hofmeisterin, 
Pflegerin: Der Kronprinz erhält eine A. Aurtbach Höb. 
2, 150; Pfleg deinen Schmerz mit Thränen lind als 
eine weinende A. genau 2, 195; Nahm Anstands halber 
eine A. zur Ehrenhüterin an. Muläus M. 1, 59 2c.; 
daher im Kreis v. Goethe's Zugendfreunden (s. 
G. 22, 337): Frau A., als Bez. für des Dichters 
Mutter. — Aian: s. Aga. — iar, m.: bei den 
Mandäern — Ather: A. Siva rabba (der Ather des 
großen Glanzes). Pelermann Or. 2, 148. — Ajas 
(gr.), m., uv.; uv.: Name zweier Griechenhelden 
im trojanischen Krieg, der eine der Sohn des 
Oileus, der andre der des Telampen; nam. der 
letztre: Der gewaltige A.-Schild, der alle Lanzenstöße 
u. Pfeile der Gegner auffing. DMus. 17, 2, 213 2c. 
bes. oft in lat. Form, z. B.: Nicht der Feind hat dich 
entrafft, Ajax siel durch Ajar' Kraft,ach! der Zorn 
verderbt die Besten. Sch. 53b;: Deine Ajaxe. Schüching 
Künstgeid. 234 c.; auch Name einer Schrecke, 
Mürex lämpas. — Ajimẽz (span. ãch-). u., uv.; 
uv., -iméces: in der maur. Bank.: Fenster mit 
dopxpeltem Bogen (arab. Schamslija). acha 2, 324; 
338; 360.— Ajiu (türk.), pl.: Stgatsgebräuche. 
haumer 10, 338; 3, 483. — Ajils) (span. äch—), 
in., uv.; uv.: rother Pfeffer, Cápsicum ánnuum. 
Scherzer Nat. 267; Pöppig Ch. 1, 125 rc., vgl.: Achi, 
die Schoten des rothen span. Pfeffers. Gerstöcker Pench. 
2, 275. — #sitz Sch), m., uv.; —e: Der A. er.
        <pb n="41" />
        Aimak 
Sonnenrrlester. Scherzer Nat. 167; Solche A. od. Adi- 
vinos. ebb. — Ilimah, m., —#8; 0: A., der Genius 
der Gesunrheit lbei den süd amer. Inrianernl. 171.— 
Aio: 1) (it., span.) m., —; —s: Hofmeister (s. 
Aja). — 2) (lat.) ich sage; dazu z. B.: Ur äjun. 
5. 40 b 2c., wie sie sagen: wie man sagt; wie die 
Redensart lautet 2c. — Ajourĩert (as-, a.: so 
daß das Licht hindurchfällt (s. Zeur). — Hiourn- 
ement (frz. ashurnemäng), n., —; —6: Ajournie- 
rung. seren, tr.: vertagen; aufschieben. — 
Ajũga (lat.), f.; — 1/§ 24, 11: eine Pfl., Günsel. 
— Hjuntk: s. Alo 2. — Ajust-age (frz. ashürtäfbe), 
f.; — -ement (-emäng), n., — s: Ajustierung. 
rur Cör), m., — ; —&amp;, —: der Ajustierer. - ieren, 
tr.: adjustieren (s. d. u. justieren). G. Sch. 2, 257 
2c.; Die Kanonen kommen zuletzt in die Ajustier= u. 
Probestube. Kohl Pet. 1, 226 2c. — Ajutage (frz. 
ashntäshe), f.; —n: Aufsatzrohr bei Springbrunnen. 
Ak-, (e-häbra, f.; —: Reihen v. Theeburen 
u. sonstigen Acabras. WHeine Welir. 1, 266. — 
Akãrĩe (gr.-lat.), f.; —n; —n-: eine Pflanzen- 
gatt., Schotendorn, Acäcia, dann auch Robinia 
pseudacäecia (srz. Faux acacia, dazu z. B. R. um- 
braculifera, Kugel-A. 2c.); Nil-A., s. Santh rc.; 
bei den Freimaurern als Sinnbild der Unschuld 
(Akakie, s. d.). — Zkademie (gr.), f.; —eyn: 1) 
In Athen stiftete Plato eine philosoxhische Schule, welche 
v. seinem Lieblingsaufenthaltsorte, der A., ihren Namen 
erhielt. Dies war eine Anlage vor der Start 2c. [s. 
Akademos]. Kriegk 2, 248; Plato's Schuler bilderen 
eine philosophische Schule, die den Namen der A. fübrte. 
.. Daß man die platonische Schule in die ältere, mitt- 
lere u. neuere A. eintheilte. 267; In den Lauben der 
A. J die Wahrheit suchen. w. HB. 2, 130; 147; w. 
19, 65; 25, 55 r. — 2) (s. 1) ein Gelehrten-, 
ein Künstlerverein (u.: dessen Lokal): Man wollte 
jene erste A. der Rerekünste u. die neu einzurichtende der 
Wissenschaften mit einander vereinigen. G. 39, 303; 
Lonrener Sorietst s. d.) .. Der Lendoner A. 215; 
Das Wörterbuch der (französ.) A., Dictionnaire sdirxjon- 
när] de T’académie 2c.; Nach dem Muster der franzöf. 
A. schnitt er sich ein kleines holländisches A-chen zu. 
Bingelstedt 1612c.; Das A.-Gebäude (C. 25, 259) od. 
die A. 2c., s. auch Fauteuil; Institut; Accademia. — 
3) (s. 1) eine höhere Schule, Studien-, Bildungs- 
anstalt u.: das Lokal (vgl. Univerü#tät). G. 27, 178 
2c.; Bau-; Berg(bau)-; Forst-; Handels-; 
Militär-; Ritter-itterschule, für Junker, 
verbunden mit ritterl. Ubungen); Sing-A. 1.; 
auch das Lokal, z. B.: Platz an der Bau-A.; Koncert 
in der Sing-A. 2c.; Niemand der Helmstärter A.-Ver- 
wandten. G. 27, 197, Personen, die mit der A. 
in näherer od. fernerer Verbindung stehen. Nam. 
im Sinn v. Universität auch: Acadsmia (§ 24, 
1], 3. B. Acadẽmiæ Réctor 2c. — 4) (s. 3) verall- 
gemeinert, als tönendere Bez. für eine Anstalt, wie 
Institut r., engl. academ -yF lälätemi!, Mz. jies, 
z. B.: London ist angefüllt mit Institutiens, mit Aca- 
demies, mit Establisments aller Art 2c. Schücking FrR. 
1, 191 k., s. Female. — 5) zuw. für Koncert 2c.: 
Akariden 25 
Eine A. veranstalten. — 6) (s. 3) die Zeichnungen 
der Zöglinge auf Kunstschulen 2c.; dann: eine 
ganze nach einem nackten Modell gezeichnete od. 
gemalte einzelne, nicht für die Komposition eines 
Gemäldes bestimmte Figur: Die Figur ist eine gure 
A., ziemlich warm koloriert u. weiter Nichts. orster Anf. 
1, 220; 191 . Akadem-iher, m., —; uv.: 
ein der — od. einer — Akademie (s. d. 1—4) An- 
gehöriger: Französische A. .. Die Sprach--. schieden 
sich gar bald. G. 39, 30 3 2c.; auch Acadmicus, 
m. I/§ 24, 2); Akademist, m., -en; Ten. 
Tkmisch, a.: auf die — od. eine — Akademie 
(s. d.) bezüglich, dazu gehörig 2c., z. B. (I. Aka- 
demie 1): Die a-e Philosophbie 2c.; (s. ebd. 2): Frei- 
heiten, die V. Hugo zum Entsetzen der a-en Zepfe in 
Frankreich eingeführt. Mag. d. Ausld. 32, 760 a 2c.; 
(s. ebd. 3) A-# [vgl. Universiräcs-]) Bürger, Frei- 
heiten, Gerichrsbarkeit, Gesetze 2c.; (s. ebd. 6) Nahezu 
ein allgemeines, a-es Christusgesicht. G. 31, 79; 29, 
408 ff. 2c. -Emos, m., uv.; 0: ein Heros, nach 
dem die Akademie (s. d. 1) benamt war: Sanft 
hinwandelnd im grünenden Hain A.“ fAwolf Wolk. v. 
1004. -emn: s. Akaremie 4. — Aeãĩa, f.; —s: 
ein süramerik. Baum u. dessen eßbare Frucht: Die 
Sbametara or. A. (Spöndias myrobalänus). Surmeister 
JB. 2, 290. — Ahkaãĩl: Ibre Geistlichen nennen die 
Drusen Okelä er. A., d. i. Weise, uber welche 3 Scheiüch 
el akl (Greise des Verstandes er. des Wissens) steben. 
Petermann Or. 1, 117: A., die Allesten. 81; Akil der 
Drusen. 88. — käir-Is (gr.), f.; 0: „Unzeit“, 
unpassende Zeit. isch, a.: zur Unzeit, ungelegen 
2c. ologik, f.; —(eyn: ungehöriges Geschwaͤtz. 
— Abkajou (brasil.-frz. —asbül, m., —8; —: 
Mahagoni-Baum, Holz u. -Frucht (Elephanten= 
laus, s. Anakärtie), auch: Cajou, Carju 2e. — 
Ikaktir (gr.), f.; 0: Unschult (vgl. Akacie). — 
Ikalephe (gr.), f.; —m: Meernessel, Qualle. — 
Akalis) (ind.), pl.: „die Unsterblichen“, bei den 
Sikhs (s. d.) eine Klasse kriegrischer Geisilicher, 
die alle Angelegenheiten leitet. Monatbl. 2, 510a. 
— Ihampfie (gr.), f.; +eyn: „Unbiegsamf.“, 
kramrfhafte Gliederstarre. Tkämplisch, a.: das 
Licht nicht zurückwerfend. — Ahaͤnth (gr.), m., 
—(e)s; -e, —#n: A. (G. 28, 62; w. 12, 238), A-#s, 
Acanthus, eine Psl., Bärenklau; ähnliches Laub- 
werk zur Verzierung, z. B. nam. (Bauk.) korinthi- 
scher Karitelle: Kaxirell mit 3 über einanderstehenden 
Reihen A-us-Blättern. Sulzer 1, 558 Sa; Mit Pal- 
metten u. A-us-Windungen. alke Gsch. d. mod. 
Geschm. 353 2c. -iköne, f.; —n: ein Stein, Aren- 
dalit. -öbolus, m. I§ 24, 2): Zange der Wund- 
ärzte zum Herausziehn spitzer Ggstde. ologik, f.; 
—eyn: „Stachelsammlung“ (vergl. Antholegie), 
Sammlung satirischer Gerichte. -opterHögius, m. 
[8 24, 21: „Stachelflosser“, eine Klasse v. Fischen, 
Ggstz: Malakopterygi#, Weichstosser. Durmeister Gsch. 
410. -0s, us, m., uv.; uv. [824, 2): . Akanth. 
— Ihanlsies, Akanzis (türk.), pl.: Freiwillige 
bei den leichten Truppen. — A--eapilla: s. Ca- 
rella 2. — Akardĩẽ (gr.), f.; 0: „Unbeherztheit“, 
Feigheit. — Akariden (gr.), pl.: das Geschlecht
        <pb n="42" />
        26 Ihärie 
der Milben (Acarus). — Akärĩẽ 2c.: s. Akairie 2c. 
— Ahar-Ipo (malalisch), m., —8; —s: „Gist- 
wurzel“, Sirychnos tiküle, auf Java, (. Ausld. 
39, 725a. — AHharnar (ar., achir-el-nahr, „Ende 
des Stroms“), m., —8; 0: ein Stern erster Größe 
im Eridanus, s. Achernar. Humbold! K. 2, 466; mäödler 
418. —Akaroĩd: Anwenrung des A.-Harzes lzu Fackelnl. 
Nai. 20, 77. — Akharplẽe (gr.), f.; 0: Unfrucht- 
bark. — Ikalaleklisch (gr.), a.: unverkürzt, 
nam. v. Versen, — Ggstz: katalektisch, um eine od. 
einige Silben verkürzt, im letzten Versfuß, vgl.: 
hoperkatalektisch, mit einer überzähligen Silbe im 
letzten Versfuß, die gw. in den nächstfolgenden 
Vers hinüberzuziehn u. zu elidieren ist, auch in 
lat. Form: Vérsus ic. (a-, hyper-) catalécti- 
cus. — I#katal-epfis (gr.), k.; 0: 1) Unbegreif- 
licht. — 2) Hirnzerrüttung. eptiher, m., —8; 
uv.: Zweifler. ptisch, a.: zweifelhaft, unbe- 
greiflich. — Akatäposis (gr.), f.; 0: das Nicht- 
schluckenkönnen. — A#kalastatisch (gr.), a.: „un- 
stät“", nam. v. Fiebern (Ggitz periorisch). — 
Sikatharsic (ar.), f.; +eyn: „Unreinigk.“, nam. 
im Blut. — Akath-islisch (gr.), a.: wobei man 
sich nicht setzen darf. istos, m., uv.; 0; ein 
akathistischer Lobgesang auf die Jungfrau Marie 
in der Samstagsnacht vor Judika. — Akalh-olik 
(gr.), m., -en, —#; -en: ein nichtkatholischer Christ 
(bes.: Protestant). Jacobs Verm. 7, 101 rc., vgl.: 
Akathöliker als Lehrer angestellt. 95. -ölirus, 
a. u. m. [8 24, 2): Akatholik u. akatholisch. 
ölisch, a.: nichtkatholisch. — Akat-ion (gr.), 
Sium (lat.), n., —#; kenS 24, 2, n.): 1) Schiff- 
chen. — 2) Marssegel. w#iß 1, 1261. os, - Ss, 
m., uv.; oi, i (§8 24, 2): 1) Art Schiff. — 2) 
Segel der kleinern Masten. weiß 1, 1261. — 3) 
schiffsähnliches Trinkgefäß. 878. 
Akau ni Uämu, m. (auf den Fidschi-Inseln): 
„Baum der Stechmücken“. Globus 5, 91b. — 
Akäüstisch (gr.), a.: unverbrennlich. 
Ecc-edenz (ulat.), f.; -en: Bewilligung. 
Tdo (lat.): ich trete, stimme bei: A. nemini, ich 
stimme Keinem bei, gebe Keinem meine Stimme, 
nam. bei Papstwahlen. edieren, intr. (haben): 
bei-treten, stimmen. — Iccelerando (it. atsch-), 
adv.: (Mus.) mit zunehmender Geschwindigkeit, 
Ggstz ritardndo. -eleration (lat.), f.; —en; 
—#·5 Beschleunigung: Die A. der Firsterne. sintow 
20 3 c. eler ätor, m. s8 24, 3, öris): 1) Olu- 
sculus) a., Treibmuskel (nam. des männl. Glieds). 
— 2) Art Schnellwage. —elerĩẽren, tr.: beschleu- 
nigen. — Accend-ibel (ulat.), a.: A., accen. 
sibel, brennbar; dazu: Aecend-, Accenselbl- 
lität, f.; 0: Breunbarkeit. -ĩẽren (lat.), tr.: 
an-, entzünden; auf-regen, zreizen. — Accénsus 
(lat.), m. [§ 24, 2); ein „Hinzugefügter“ rc., 
nam. als Bez. rômischer Magistratsdiener: Ac- 
cénsi (Ordonanzen). Weiß 1, 1046; ferner (Kriegsw.): 
Vielleicht als Ersatzmannschaft die Centurie der Accensi 
veläti .., nur mit Schleudern bewaffnet. 1081, vgl. 
Adscriptitii. — Actént (lat.), m., —#e)6; -#; 
Accession 
Schen, lein; -: 1) Betonung:; Auszeichnung 
der Töne nach dem Grad ihrer Bedeutung: 
Wort--, Rede- A. cc. — 2) (s. 1) Betonung, 
Ton, zur nachdrücklichen Hervorhebung einzel- 
ner Klänge (Noten), Silben, Wörter: .esen 
Sie! aufs Beiwort den A.!“ An meine Dame. 
HKüller 6, 111 2c. — 3) Tonzeichen in vrsch. Spra- 
chen, Betonung, Aussprache 2c. bezeichnend: A.= 
Zeichen; A-e. G. 20, 151 2c.; A.-Buchstaben 
(mit A.-Zeichen). #ranke Kat. 37 u.; auch z. B. 
Accent (frz. alßäng) aigu (s. d., ); grave (s. 
d. 2, — ); circonflexe (s. d.. —) u. Accénius 
(s. d.) acütus (70; grävris (); eircumfléxus (), 
z. B. (scherzh.): Meine Haare laufen in einen Acceén- 
tus ac ũtus aus, den man hier zu Lande einen Zorf 
nennt. 9p. Wahrh. 3, 229. — 4) Klang, Ton 2c.: 
Das Cher v. Vögeln übertönt das Leben des Tages mit 
rielfachen A-en. G. 32, 115; FSchlegel Luc. 62 tec.; 
A.-volle Tenorstimme. Flor. 1, 30; Das sind wabre 
Graun-Ae, die in den Abgrund der Hölle dringen. 
GSVoß IP. 43 2c. — 5) die eigenthüml. Stimm- 
beugung in der Aussprache: Sein A. verräth den 
Ausländer 2c. - uatiön, f.; -en; —#-: Accentuie- 
rung. -uĩẽren (frz.), tr.: betonen; mit Accenten 
versehn 2c.: Un accentuierte Silben ic. -us (lat.), 
m. [8 24, 41: Accent (s. d., nam. 3), auch z. B. 
A. ecclesiästici, die Stimmbeugungen beim Reci- 
tieren der Evangelien 2c. 
Jec-ẽpi (lat., „ich habe empfangen"“); 
episse (ras „Empfangenhaben"), n., —, uv.; 
—, uv.: Empfangschein. #Acrpt, n. (m.), 
+(e)s; —+: A., Wechsel-A., () Acceptation, 
Acceptierung; Ehren-A. od. A. pér honör (s. d. 2). 
äbel, a.: annehmbar. -ánt, m., Tn, (Cs); 
—en: Jemand, der — u. sofern er — Etwas, nam. 
einen Wechsel acceptiert (vralt. Korrespensal). 
Satiön, f.; —-en; —§s-: Accept: A—-s--Buch, zur 
Auszeichnung der Accepte; Frist, -Zeit, binnen 
deren ein Wechsel vorzuzeigen u. zu acceptiren ist. 
Zibilität, fk.; 0; —-: Annehmbarkeit. ilatiön 
(lat.), f.; —-en; —-: „Empfangs-Eintragung“ 
als Quittung (s. Exrensilation). -####, ir.: em- 
pfangen, in Empfang nehmen, annehmen (Ggstz 
zurückweisen); Einen Vorschlag, ein Anerbieten a. 2c.; 
bes. (kaufm.): Einen (präsentierten) Wechsel a., an- 
nehmen; sich mit Namensunterschrift (verpflichten 
u.) bereit erklären, ihn zur Verfallzeit zu bezahlen. 
Sio, f. [8 24, 3, önis); -iön, f.; -#n; —-: 
An-, Auf-, Entgegennahme. A##c-is (frz. arä), 
m., uv.; Uv. (in Genit. u. Mz. mit lautendem 8): 
Krankheits-, Wuthan fall 2c.: Auf einmat trat der a. 
ein, er schnarpte nach den Leuten. Iffland 15, 1, 83 rc. 
eso (lat.), m., —-e#; —e: Zutritt, Zugang; An- 
wartschaft; Accessistenstelle (3. B. Kanzlei-A. Bronner 
Leb. 2, 132); Vorbereitungsgebet zur heil. Messe; 
s. auch aceds. -essibel, a.: zugänglich. essibi- 
lität, k.; 0: Zugänglichkeit. essio, f. (/§ 24, 3, 
ôönis!); -ession, f.; -en; —-: der Hinzu-, Bei- 
tritt: Zuwachs: Zubehör (s. Aceessortum); Regie- 
rungsantritt: A-s-Vertrag, wodurch ein Staat 
einem Bund beitritt, auch: Als Bez. fur Gebiers-
        <pb n="43" />
        Actcessist 
erweitrung in solcher Form [wie die Preußens durch den 
Hinzutritt Waldeck'é) ist der Ausrruck A. in das diplo- 
mattsche Wörterbuch eingetragen, da der Vertrag als 
A-s-Vertrag den Ständen in Waleeck vorgelegt wurde. 
Hai3. 20, 232; 128 ꝛc. eflist, m., —n; —n: 
Anwarter. eisit („er ist nahe gekommen“), n., 
—# ; —: bei Preisaufgaben, zweiter, Neben-Preis ; 
s. auch accessus. -ésso (it. atsch-), m., —; -éssi: 
— Accds. -essõrisch, a.: hinzu-tretend, -kom- 
mend; beiläufig. esförium, n., „s; zefförken 
[8 24, 2, n.): etwas Accessorisches, Zusatz; Bei- 
werk; Zubehör 2c.: A. sequitur süum principäle 
aAccéssio séquitur rém principälem, das A. folgt 
— richtet sich nach; gehört zu — der Hauptsache. 
-issus, m. [8 24, 41: Acceß: Pér aceéssum 
(acessit), durch Beitrit. — Acciactatũr (it. 
alschac-), f.; —en: (Mus.) Verschmelzung eines 
Vorschlags mit dem Hauptten; Hinzufügung eines 
Intervalls zu Accorden zur Verstärkung der Har- 
monie. Accid-ens (lat.), n., uv.: -entien 
[8 24, 3, n., -ntis; pl.: accidéntia: Zufall 
(per a., zufällig); Unfall; zufällige, unwesentl. 
Eigenschaft; bes. MzZ.: zufällige (od. Neben-) 
Einkünfte, Sporteln 2c., auch: Ein Gehalt von 
500 Thalern u. die Neben aceidentien. Schüching IrR. 
298 ic. ; s. d. Folg., vgl. Casual c. -ent (frz. 
axiräng), m., — : Accidens: Pär a., zufällig 2c.; 
auch engl.: Wo der A. lärident] stattfand. Zutunft 
1, 21, der Unfall; Der merkwürdigste Zug dieses 
Krankenhauses ist die ungeheure Anzahl v. Körrerver- 
stümmelungen (a-s), die in das Reich seiner Wirksamkeit 
kommt. Sohl E. 2, 192, s. Casuality 2c. -entãl (nlat.), 
a.: zufällig, unwesentl. Dazu: A-#a, A-#en, pl., Zu- 
fälligkeiten, nam. in Rechts-Bhen. - ente (it. atsch-), 
m., uv.; -nti: = Accidens, nam. — Unfall, Un- 
glück; so nam. in Flüchen: Aceiden#ti über Jeren, 
der 1c.: PHSeyst N. 210; 130; Rat 3. 21, 321 2c.; 
ferner: Accidénti mausicäli, zufällige Versetzungs- 
zeichen (im Ggit zu denen in der Verzeichnung 
des Tonstücks). -entli)ell, a.: accitental. -enz, 
f.; —en: Accikens; nam. auch (Buchtrr.) pl.: 
kleinre Arbeiten geringern Umfangs v. besondrer 
Druckeinrichtung, im Ggstz zu ganzen Druckbogen: 
Bei A“-en wird die Zurichtung schwieriger . Zum 
Druck der A-en ist ein eigner Drucker, der A.-Drucker 
angestellt. franke Kat. 113; 152; A.-Setzer. 150; 
Eine A.-Rahme .. . Ein großer A.-Winkelhaken. 
165 2c. it: es ereignet sich, z. B. der Vers: 
A. in punctö, qucd nén sperätur in änno, im 
Augenblick, was im Jahr nicht erhofft wird 
— unrerhofft kommt oft). — Accinctus (lat.), 
m. [8 24, 2): ein „Gegürteter“, ein Soldat in 
voller Rüsiung. weiß Kost. 1, 1065.— Acc- ipĩeren 
(lat.), tr.: acceptieren. -Ipiter, m.L§ 24, 3, Apitris.: 
Habicht. — Atc-isänt (mlat.), m.,—en, —#; Sen: 
ein Accisepflichtiger. -ksbar, a.; wovon Accise zu 
zahlen ist. -ise, f.; —n: indirekte Stener; Abgabe 
von Waaren u. Lebenemitteln (Ungelr; ziese; 
Licent sc.)) Ort, wo diese Stener erhoben wird; 
Bier-; Brannmwein-; Fleisch= d. Schlacht-; Land= sv. 
verkauften Waaren]; Mahl-; Partikulär= [nur von 
Accolat 27 
best. Ggstdn der Kensumtion], Ggstz: Universäl-, 
Generäl-; Tbör. lam Thor erheben]; Wein-A. 2c.; 
A.-Defraudkant (König 15, 19); -Einnehmer; frei, 
Gastz: flichtig; Sestem; -Wesen 2c. -„isen, 
-isieren, #r. : versteuern, auch: Veraccisen. Iflond 
15, 2, 97 ꝛc. -isor, m., —s; -isören: Accise= 
Einnehmer. — Accismus: s. Akkismes. 
Ahdschẽ: s. Akrscheb. 
Ikedia: s. Aceria. — Akelei: s. Aglei. — 
UAkeo 2c.: s. Akegnesie. — Akeph 2c.; Akesis, 
f.; 0; Aésma (§ 24, 3, n., matis)]: s. Ac 2c. — 
Ikeihor: s. Thor. — Ikhund: s. Akunr. 
Ahĩd, m., —; —: bei den Beruinen der 
Anführer des Stammcs im Kriege. Kager 2, 152s5. 
— Alil: s. Akail. — Akindschi (türk.), pl.: die 
Renner od. Streifer (Arr Truppen). Hammer 1, 43; 
91; 10, 338.— Akinesse (gr.), f.; eyn: „Un- 
beweglichk.“, Nerrenlähmung. — Akiurgsẽ (gr.), 
f.; —(ehn: Lehre, Lehrbuch von den chirurgischen 
Oreratienen. — Ikjana (ind.), f.; —: Erzäh- 
lung. Nolenkranz Poessch. 68. 
Accadẽmi-a (it.), f.; ze: Akademie (s. d., 
vgl. Crusca). — Akkiam (türk.), m., —: —3: 
Zeltaufschlager. Hammer 10, 338. A-baschi, Oberst 
der A-s. ibd. — Akkismos (gr.), m., uv.; O: 
Verstellung, verstellte Weigrung, Ziererei. 
Aeclam-, (IAkhlam-) ation (lat.), f.; n: 
Zuruf; Massenzuruf: Durch A. wählen 2c., auch 
frz.: pär acclamation lacclamaßjöngl. — IEren, intr. 
(baben): zurufen, zujauchzen. — Acclimatis- 
ation (nlat.), f.; —en; —-: Acclimatisierung: 
Der Kirchbef der in Meriko gesterbnen Franzesen 
Der frz. Witz hat ihm den Namen A-s--Garten (jardin 
harreng] d’acclimatation) gegeben. Mag. d. Ausld. 36, 
12a 2c. ätor, m., — ; zatören: Brehm Hab. 167. 
irbar, a.: sich acclimatisieren lassend. Uatur 15, 
332b. rren, tr., refl.: Erwas, sich an das 
Klima (s. d.) gewöhnen u. seinen Einwirkungen 
gemäß umwandeln; einheimisch machen, einheimen, 
einbürgern: R. hat sich sogar an das Zarentbum accli- 
matisiert. Sutzzom R. 5, 316 2c.; Die Merinoherden, 
die der Fleiß eines Jahrhunderts arclimatisiert hat. 
Waldau Nat. 2, 71 2c. — Accl-inĩtren (lat.), tr., 
refl.: anlehnen, hinneigen. - in, a.: lehn, all- 
mählich geneigt od. ansteigend. -ivität, f.; -en; 
—#-: Berg-, Hügellehne; das allmählige Ansteigen 
des Terrains. — Acrcel-udseren (lat.), tr.: an- 
schließen, einem Schreiben 2c. -Usum [824, 2, n.]: 
Anschluß, Beilage 2c. 
Jeroglienza (it. —oli—), f.; —: Wechsel- 
accept. — Actcola (lat.), m. [8 24, 17: An-, 
Einwohner, Beisaß. — Aec-olãde (frz.), f.; 
—n : Umarmung, z. B. beim Rirterschlag; Ritter= 
schlag; Zusammenfassung des Zusammengehörigen; 
Bindeklammer zur Bez. solcher Zusammenfassung 
(——), nam. Buchrr. (s. franke Kat. 164) u. 
Mus. (sobt Kat. 135). -olage Coläsbe), f.; -n: 
Anbindung, Anrfählung v.] Reben 2c. — Accolãt 
(nlat.), n., —(e)s; 0: Beisassenrecht. — Iccom--
        <pb n="44" />
        Accommodabilitäl 
28 
mod-abet (frz.), a.: sich accommodieren, nam.: 
sich beilegen lassend. Fabilikäw f.; 0: das Accom- 
modabelsein. -age (—äshe), k.; : Zubereitung, 
Zurichtung, Dressierung (von Speisen, Haar 2c.). 
alion, f.; —en; —s-: Accommodierung, Anbe- 
quemung c ., z. B.: Warum Ggstde, die sich in einer 
Entfernung befinden, für welche das Auge nicht gerade 
accomodiert ist, undeutlich erscheinen. Das A-s-Ver- 
mögen hat aber selne Grenzen. Pouillet 2, 178; Die A. 
des Anges .. Die A-s-Fähigkeit. 180; In welchem 
A- s.zustand sich das Auge .. befindet. 1 82 2c.; auch 
(wie Accommodement): bequeme Einrichtung, v. B.: 
Hötel mit erträglichen A-en. WhHeine Weltr. 1, 91; 
ferner (kaufm.): Austrag auf Borg, d. h. zur 
Zahlung auf Kredit (durch A—s--Bills) 2c. 
Sement (-emäng), n., —6; —s: Accommodierung, 
vgl. Accommodation; auch: Bewirthung, Bedienung 
2c.; Beilegung v. Differenzen, Ausgleich, gütlicher 
Vergleich z. B. eines insolventen Schuldners mit 
den Gläubigern r. -iẽren (lat., frz.), tr.: an- 
bequemen, anpassen; passend zusammenstellen, ein- 
richten; zurecht machen, zurichten, zubereiten 2c. 
refl.: sich anbequemen; sich fügen, schicken; si 4 
über Etwas gütl. vergleichen 2c., 3. B.: Das Auge 
muß die Fähigkeit haben, sich den versch. Entfernungen 
zu a. Pouillet 2, 17 82c.; Etwas, sich (nach) der Schwaͤche 
Jemandes, selnem Fassungsvermögen a. ꝛc.; Mit dem 
Sortieren od. sogen. A. der Wolle für den Handel. 
Karmarsch M. 1, 674 r2c.; Mit der Accommodation wird 
ein gar schmählich Spiel getrieben; Christus wird aus 
dem Christenthum heraus accomodiert. Gonthelf U. 2, 
218, s. Zinkgräf 2, 64; 72; 3, 165 kc., vgl. fapitu- 
lieren. — Trcompagn- (accompanj—) amento (it.), 
n., —6; -s, améenti: (Mus.) Begleitung, Begleit- 
stimme. ato, a. :'begleitet. -ement (frz.—emäng), 
n., —§; —#: Accompagnamento. eren, tr.: be- 
gleiten (nam. Mus.), auch m. Dat. st. Obji.: 
Meine Leib-Arie! ... Wir wollen Ihnen recht gut a. 
Hamb. Th. 2, 201; Ich möchte Ihrem Gelächter a. 
f#tschröder Samml. 4, 1, 96 2c. -ifl, m., Sen; 
—en: (Mus.) Begleiter. Jahn Moz. 1, 434 „2c. — 
Accompl- (frz. accongpl-) féren, tr., rell.: er- 
süllen (Wünsche rc. a.), vollziehn, vollenden. 
Zissement Cissemäng), n., —; —6: Erfüllung, 
Vollendung. — A#cörd (frz.), m., —(e)s; —#;:: 
1) (Mus.) eine zusammen ein harmonisches Ganze 
bildende Vereinigung gleichzeitig erklingender Töne: 
Es giebt 3 Grund= od. Stamm-A-e, d. h. deren 
Töne sich terzenweis über einander aufbanuen: den Drei- 
klang; den Vierklang od. Septimen= A.; den Fünf- 
klang od. Nonen= A., m. orsch. Unterarten, z. B.: den 
Haupt= od. Dominant-Septimen-A., auch bloß Domi- 
nant-A. genannt u. mehre Neben-Septimen-A-e 2c. 
Dazu kommen dann noch die Umkehrungen der Grund- 
A-e, z. B. vom Dreiklang, jenachdem die Terz od. die 
Quinte in den Baß kommt, der Sext-= u. der Quart- 
serxt-A. u. vom Septimen-A., jenachdem die Terz, 
Quinte od. Septime in den Baß kommt, Quintsext-, 
Terzquart--, Sekund-A. 2c.; Dur-, Moll-A. 4c.; 
A-Note:-Ton 2c. — 2) (s. 1) bildl. u. verallge- 
meint: Uberein-, Zusammenstimmung 2c. (vgl. 
Aecondoir 
Harmonte), auch zuw. — Ton: Wer etwa die gleich- 
gestimmte Saite gewesen, durch deren Vorklingen sein 
Geist seinen eigenthüml. Ton gefunden, möchte dieser 
auch später in A-e abgeklungen sein, die an jener nicht 
angeschlagen waren. Danzel Less. 71; Ich war glücklich, 
mit einer reinen Seele auf einen A. stimmen zu können. 
Gutzkow R. 5, 71 (vgl.: auf einen Ton zu erklingen. 
70); 3, 33 r2c.; A. in der Farbengebung eines Gemäl- 
des ic.; Verhältnisse, deren Haupt-A-e man beweisen, 
deren Geheimnisse man nur fühlen kann. G. 31, 11; 
Dieser Lebens- A. ist verstimmt. König Kl. 2, 110; 
Polter-A-e I.Tönel. Kohl A. 3, 207; sDer Nachli- 
gall! Silber-A-#e. Manhison 108; Philomelens 
Wehmuths-A-e. 184; Trost-A. Woldau Nat. 1, 
115; auch: Wir sind d'accord lbaccörl, einverstanden; 
„Ich schaffs Ihnen u. Sie geben mir 100 Thaler“. 
D'accord! „c. — 3) (s. 2) Vergleich, Vertrag, Ver- 
einbarung 2c.; Pär a. laccör], durch Vergleich 2c. 
u. z. B. bei Abmachung von Schuldfordrungen: 
Die Gläubiger haben in den A. gewilligt 2c.z ferner bei 
Verdingung v. Arbeiten, Leistungen 2c.: Eine Ar- 
beit, einen Bau „c. in A. geben, nehmen; Die A-e ab- 
geschlossen. G. 27, 361 2e.; A.-Arbeit, -„ Arbeiter 
c.; Der Fracht. N. Musãus M. 5, 26 ꝛc. bel, 
a.: worüber ein Accord (s. d. 3) zulässig is.. 
amento (it.), n.,-s; ti. —s: (Mus.) das Zusam- 
menstimmen. -ando, adv.: (Mus.) zusammen- 
stimmend. -änt, m., —en (s); —en: Jemand, 
der Etwas in Arcord (s. d. 3) übernimmt: Als 
Eisenbahn. A. Hausbl. (67) 1, 198. atöre (it.), 
m., —#8; —, atöri; -rur (sri. 2 m., —s; S, 
e: Instrumentenstimmer. -ieren, intr. (haben), 
tr., refl.: zusammenklingen; übereinstimmen; sich 
vergleichen, einig werden, ein Abkommen treffen, 
nam. im Fall der Zahlungsunfähigkeit mit den 
Gläubigern (vgl. atermoyieren) 2c.; Auf 500 Rubel 
hat die Frau mit mir accordiert (sind wir handelseins 
geworden . Hebel 3, 503 2c.; auch: Ich hab mich zum 
Essen hier beim Wirth ver accordiert. Kinkel E. 90 1. 
Sion, n., —6; —#: Zieh-Harmonika. -lich, a.: 
zu einem Accord (1) gehörig. sobe Kat. 84. oir 
(frz. —or), n., —s: —, —e: Werkzeug zum Stim- 
men musikalischer Justrumente, z. B. Stimm- 
Gabel, = Hammer 2c. — ecorpor-aliön (lat.), 
f.; —en: Einverleibung. #eren, tr.: einverlei- 
bend hinzufügen (s. incorporleren). — Accoört, m., 
—8; —# : provenzalisches Liebeslied in gleichmäßig 
entsprechenden Strophen (s. Accord, vgl. Descort). 
Rosenkranz Poes. Gsch. 469. — Iccot-ement (frz. 
—mäng), n., —s; —#: Sommerweg, Fußpfad 
längs der Landstraße. -oir (Joãr), n., —; 
—6# : Seitenlehne eines Armstuhls 2c. — S##- 
rouch- (franz. accusch-) ement (-emäng), n., 
—5#; —#: Cutbindung; Entbindungskunst; auch: 
A. der Linse, Herausbefoͤrdrung des Linsenstaars. 
-eur Chör), m., —6; —s, —e: Geburtsbelser. 
Seuse (Cüse), f.; 8* Hebamme. Tieren, tr.: 
entbinden, Geburtshilfe leisen: Accvuchier- 
Haus (G. 27, 84), .= Stuhl rc. — AIccondoir 
(frz. accudrär), n., —: —, e: Polster, Kissen als 
Stütze für die Ellbogen. — Arcoupl- (frz.
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        Accauplieren 
accubyl--) cment (-’mäng), n., —#: —8: Aecouvlie- 
rung. ieren, tr.: zusammenkoxreln, verbinden, 
paaren 2c. — S##croutr- (frz. accubtr-) -ement 
(I’mäng), m., —s; —#: Auf-, Anputz. ikren, tr.: 
herausputzen, aufsdonnern. — Accoutumanect 
(frz. aceutümängß), f.; —n, —#: Angewohnheit. 
A#credit-ren (frz.), tr.: beglaubigen, be- 
vollmächtigen 2c.; Gut, schlecht r2c. accreritiert lange- 
schrieben] seln bei Jemand 2c. —In, n., —e)8 ; e: 
Beglaubigungs-, Bevollmächtigungs-Schreiben; 
Empfehlungsbrief 2c., s. Kreritiv; Krerlibrief. — 
ccement (lat.), n., —e)s; —##: Zuwachs. 
Zescen;, f.; —-en; -: An-, Zuwachs: A.-Recht, 
jäs accrescéndi, das Recht, den Antheil eines 
in Ausfall kommenden Miterben für sich zu nehmen. 
efeferen, intr. (sein): anwachsen, sich vermehren, 
zunehmen. Sescitivo (it.—estschi-), a.; s. augmen- 
tativ. -etiön, f.; —#n; ##-: Aecrescenz. elii#, 
a.: wachsend, zunehmend. — Arcrimination 
(nlat.), f.; —en; —§-: Anschuldigung, Anklage. 
— Ac# (snz. acerb), m., 8; —: ein „Haken“, 
den Etwas hat, so daß es sich nicht glatt abwickelt, 
sondern hapert; Hindernis 2c. ochferen (osch), 
refl.: sich anhaken, anhäkeln; sich woran stoßen 2c. 
— Sccroissement (frz. —oafsemäng), n., —s; —6: 
Accrescenz. — Siccroup-ieren (frz. accrux-), refl.: 
sich niererhocken. -issement Cissemäng), n., —; 
—6: das Hocken. 
Accubaltiõn (lat.), -ubitiön, f.; —en; —-: 
das Sitzen in liegender Stellung, nam. der Alten 
bei Tisch. — Accueil (frz. ackslf), m., —; —#: 
Empfang, Aufnahme. -keren, tr.: aufnebmen, 
empfangen. — Acculĩeren (frz. ackül-), tr.: so 
weit zurückrrängen, daß man nicht weiter kann; 
in die Enge treiben; retl.: sich zurückziehn, um 
einen Rückhalt zu gewinnen; (Reitk.) v. Pferden, 
bei der Volte nicht weit genug vorgehn. — 
Accumb-enz (nlat.), f.; O: Accubitien. e## 
intr. (haben): sich zur Aecubition hinsetzen, legen. 
— S##eumul-atiön (lat.), f.; -#en: Aufhäufung. 
A-s--Bauten. Suhl 2,99, aus Erde aufgeschüttete 2c. 
-en, tr.: an-, aufhäufen. — Accurät (lat.), 
a.: genau, sorgfältig, pünktlich 2c.: A. lgenan!] 
so; so, wie 2c. -tsse (it.), f.; —: Genauigkeit, 
Sorgfalt, Pünktlichk. 2c.: A-n. Meister sder in 
Allem auf peinlichste Ordnung hält 2c.I. Eutzüc 
Bl. 1, 100. — Accus-ãbel (lat.), a.: anklagbar. 
Sät, m., -en, —#; -en: der Angeklagte. älio, f. 
1&amp; 24, 3, önis)]: Anklage (vgl. actio): A. contu- 
mäcig, wegen Ungehorsams gegen die Obrigkeit; 
A. suspéecti, gegen den Vormund, wegen Verdachts 
der Veruntreuung v. Mündelgeldern 2c. -atiön, 
f.; —#n: Anklage. -aliv, m., —e), —e; 
alfious, m. s8 24, 2): der Ate Cafus, der der 
Frage wen? was? entspricht; Die Fügung des A-“ 
mit dem Infinitiv od.: Die Kenstruktion des A-i cüm 
Infinitiro c. Dazu: Aisch, a., auch: Das a-e 
Verhälmis. Grimm (Wadem. 4, 142630). = ötor, m., 
—6; satören I§ 24, 3, öris): Ankläger; weibl.: 
Aceusätrix s8 24, 3, tricis), vgl. ((rz.) 
accusat-eur laccüsatör!, weibl. rice —ifl. 
Ahotgledonen 29 
Falörie, adr.: anklaͤgerisch. - icren, tr.: an- 
klagen, beschuldigen. 
Aklastisch (gr.), a.: die Strahlen „nicht 
brechend“, sie unverändert hindurchlaßend. 
EIkm-äisch (gr.), flisch (gr.), a.: auf der 
Akme siehnd (s. ep, rar.akmastisch). , f.; O: 
Sritze, Gipfel, Höhenvunkt der Entwicklung, 
nam. von Krankheiten 2c. — Acmäell-a (nlat.), 
f. [#§# 24, 1); -e, f.: —n: eine Pfl., Fleckblume. 
Oken 3, 747. — Akmfl, m., Xe)s; —e: ein dem 
Augit verwandtes Gestein. 1, 262. 
Akne (gr.), f.; —n: Finne, Hitzrickel, Blätter- 
chen in der Haut. — Ako, n., —; —: unga- 
risches Weinmaß, Eimer 2c. — Ahoemẽter (gr.), 
m., n., —; uv.: „Gehörmesser“, Werkzeug zur 
Best. des Grads der Harthörigkeit. — Akognosik 
(gr.), f.; —ehyn: A., richtiger Ake ognesie — All(e)o- 
logie, Kenntnis, Lehre von den wundärztl. Heil- 
mitteln. — Ikol-afte (gr.), f.; —eyn: Aus- 
schweifung; auch — Dyskrasie. ast, m., Sen; 
—en: Ausschweifling, Lüstling, Schlemmer. — 
UAkologis, f.; —ehn: s. Mognesie. — Ahkolũlh 
(gr.), m., —#n, —; —en: Mesgebilfe: In der 
katbol. Kirche beißen Die, welche dle 4 kleinen Weiben 
emr fangen baben, in aufüeigender Reibenfolge: Ostiä- 
rius; Lektor; Exerecift (s. d.); A.; Der A. in 
der christianischen Kirche war eine Art Küster, Diener des 
Diakenen, der ibn in allen Amtererrichtungen begleitete 2c. 
w. 17, 192; Suskow 3. 7, 37; 51 .; auch: A-us 
[&amp; 24, 2), auch: Ich wollte mich weiben lassen zum 
Acelbthus (tie böchste unter den 4 kleinern Weiben). 
Srenzb. 26, 1, 220 ꝛc., f. Armissus; verallgemeint: 
Nachtreter 2e.: Der Minister von Marschall, ein 
A. Metternich's. 25, 2, 263; Heine Verm. 1, 26 te. 
ät, n., —#e)s: —+: Weibe, Amt eines Ake- 
luthen. — Akõma, m.. +; —: ein Baum in 
Noerdamerika, der treffliches Baubolz liefert. — 
Ikömbwi, m., uv.; uv.: am Flus Zambesi 2c.: 
Flusrferrjäger (auch Marerzo). Ausld. 38, 12028. 
— Akönmrt (gr.), m., -en, —8; —en: ein „Schlaf- 
loser", Name von Mönchen in der griech. Kirche, 
die Tag u. Nacht ununterbrechen (schichtweise) 
Gottesdienst halten. — Akomĩe (gr.), f.; 0: 
„Haarlofigk.“, Kahlkörfigk. — Ak-onit (gr.-lat., 
s. Ooid. Met. 7, 419), n., —e)s; -e: eine Gatt. 
Giftrflanzen, Eisen-, Sturmhut. onitin, n., 
—(e)#; 0: eine im Akonit enthaltne basische Sub- 
stanz. — Akontist (gr.), m., -en, — ; -en: Sreer- 
schütz. Rütow gK. 242. — Ahop-on (gr.), um 
18 24, 2, n.): Salbe gegen Erschlaffung 2c. — 
Acor (lat.), m. [8 24, 3, öris): Säure des Ge- 
schmacks: Schärfe im Blut. — S##rus (gr.-lat.), 
m. I§ 24, 21: Pfl., nam. A. cälamus. Kalmus. 
— Ikosmis (gr.), f.; 0: „Schmucklofigkeit"“, 
Unordnung 2c.; krankhaftes Aussehn 2c. (fälichl. 
st. Akomie). — Skotpledönen (gr.), pl.: Pflanzen 
ohne Samenlapren, vgl.: Monckelvledenen, mit 
einem, Diketrleronen, mit 2, Pelrkotrlerenen, mit 
vielen Samenlaxpen. Dazu: A-, mono-, di-,
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        30 Acqua 
polh-kothledönisch, un-, ein-, zwei-, viel- 
lappig. 
Acqua: s. Aaua. — SIlcquarell: s. Aguarell. 
— Acqu-äst (nlat.), m., —eys; —e; -äftus, 
m. I§ 24, 4]: A. conjugälis, das gemeinsam in 
der Ehe Erworbne, eheliche Errungenschaft. — 
Ilcquêtta (it.), f.; 0: gewässerter Wein; A. di 
Näpoli, neapolitanisches Wasser — Aqua Toffäna. 
— I#quiesc-enz (nlat.), f.; 0: Acqukescierung. 
jĩẽren (lat.), intr. (haben): bei Etwas sich be- 
ruhigen, es bewenden lassen; sich damit zufrieden 
geben, bescheiden 2c. — Aquir-ndi (lat.): des 
Erwerbens, z. B.: Mödus a., Erwerbungsart; 
Titulus ét mödus a., Besitzanfang u. vollendete 
Eigenthumserwerbung. -enk,m.,—en, —en: der 
Acquirierende, acqufrens I/§ 24, 3, entis). iren, 
tr.: erwerben, zu Eigen bekommen 2c. — Acquis 
(frz. ackl), n., uv.; uv. (Genit. u. Mz. m. lauten- 
dem 8); erworbne Kenntnis, Geschicklichkeit ꝛe. — 
Acquisit (lat.), n., —(e)ys; -—e: erworbnes Eigen- 
tham. -iön, f.; -en; —#-: Erwerbung, Erwerb- 
nis, Acquisit: Die Schule hat an diesem Lehrer eine sehr 
gute A. gemacht 2c.; A-s--Dokument, = Urkunde te. 
Sor, m., —: -ören§ 24, 3, örisI: Acquirent. -um 
16 24, 2, n.]: Acquisit. — Aequ--it (frz. acki), 
m., —; —#: Tilgung einer Schuld; ausgestellter 
Schein darüber, Quittung; im Billardsp.: das 
Aussetzen des Balls: Pour lpür] a., unter Rech- 
nungen, Wechselu 2c. — quittiert; Etwas thun par 
manidre [jär! d'a., oberflächlich, zum Schein r2c. 
— (um v. seiner Verpflichtung dazu loszukommen); 
Ein Name par manidre d'a., nur zum Schein. Abecker 
Rabbi 1, 2, 346; A. à caution lkoßjöng], ein gegen 
Gewährleistung der nachzuzahlenden Stener aus- 
gestellter Schein, wonach eine Waare von einer 
Niederlage in eine andre übergehn darf; Weil er 
sich . zu einem zweiten a. de conscience lkong#jänß! 
verbunden fühlte. Grenzb. 26, 1, 204, Handlung, 
wodurch man sein Gewissen erleichtert; A.-patent 
lpatängl, ein offner königl. Brlef als Quittung für 
eine zu zahlende Gratifikation 2c. Zitlieren (ack-d, 
tr., refl.: Einen od. sich v. Etwas los, schuldfrei 
machen; den Empfang bescheinigen; Etwas be- 
zahlen; (Billardsp.) sich aussetzen. 
Ahr-, (er-) asik (gr.), f.; —(enn: Dys- 
krasie. atie (gr.), f.; 0: Unenthaltsamk., Zügel- 
losigk.; Ohnmacht, Krafstlosigk. atisma (gr.), 
n. [8 24, 3, n., ismatis]: Frühstück. -atokreuc, 
f.; —n: Quelle reinen Wassers ohne merkliche Bei- 
mischung fremder Bestandtheile, s. Agriopsychrovoton. 
Saton (gr.), n., —; 0: ungemischter Wein. 
Satôphorum —[8 24, 2, n.]: Weinfläschchen. 
Satoposie, f.; 0: das Zechen in ungemischtem 
Wein. — H##: 1) (lat.) n. I/§ 24, 3, Acris, 
bpl.: äcrial: ein scharfes Medicament. — 2) (frz. 
Ecker), —#; —#: Acker, als Feldmaß, Morgen; auch 
engl. (kker): Die Runs waren bisher, wo noch die Zabl 
der a—s normierte, zu stark mit Vieh besetzt. Na#3. 20, 
447; Mammon ((. d.) a. 2c. — 3) (äkfr): eine Stadt 
in Syrien; danach: f.; 0: eine Sorte Baum- 
Akromonogrammatisch 
wolle: Die A. ist grob 2c. Kormarsch M. 2, 503. „Sete 
(frz. akrte), f.; 0: Schärsfe, Herbe, Bitterk. ia: 
s. Acre 1. — Ikrib-ie (gr.), ologts, f.; 0: 
Genauigk., Sorgfalt, Accuratesse 2c. omter, 
m., n., —#; uv.: Werkzeug für genaue, feine Ab- 
messungen: Das v. Zinken angegebne A. ist eine Art 
von kleinem Stangenzirkel. Karmarsch M. 1, 231. 
omelric, f.; —(eyn: genaue Mefsung. — 
Ikrid-inm (gr., lat.), n. [8 24, 2, n.): Hen- 
schrecke. -ophäg, m., —en; —en: Heuschrecken- 
Esser. — Atrifölium (lat.), n., —; zen 
[8 24, 2, n.]: „Spitzblatt“, ein Stranch, llex a. 
od. aquikolium. — AUkrimonité (lat.), f.; 0: 
Schärfe, Säure, bes. der Säfte im Körper. — 
Ahrissẽ (gr.), f.; 0: Mangel an Urtheil; Un- 
entschiedenheit; Unbestimmtheit des Krankbeits- 
zustands. Arilik, f.; 0: Mangel an Kritik 
(K. d.): Was A.-falsch gelesen. H. 15, 347. 
Akritisch, a.: unkritisch, urtheillos; unentschieden. 
— Ihr-oma (gr.), n., —#;; —6 [8 21, 3, 
n., -tis]: Vortrag, Vorlesung 2c. (f. Akusma; 
Anagnosma). Joamälisch, a.: auf mündlichem 
fortlanfendem Vortrag beruhend: A-e Lebrform, 
Ggssßz katechetische; bei den Alten auch: nur für den 
mündl. Vortrag an die Eingeweihten bestimmt 
(s. esoterisch), in streng wissenschaftl. Form u. —i 
nicht allgemein verständlich. -osis, f. 18 24, 3, 
uv.]: Akroama. -oalẽrium, n., —#; ersen 1824, 
2, n.): Hörsaal (s. Auditorium). — Akrobät 
(gr.), m., —-en, (—6); —en: Seiltänzer. eisch, 
a.: feiltänzerisch. — Itkrobpst-ie (gr.), k.; 
—(eyn: Vorhaut. -##tis, f. 18 24, 3, uv.): Vor- 
hantentzündnug. — Ihkroch-olle (gr.), f.; 0: 
Jähzorn. ölisch, a.: jähzornig. — Ikrochörd- 
on (gr.), f.;-önen [824, 3, -is]: kurzstielige Warze 
am Angenlied, vgl. Myrmeeia 2c. — Ikrod-önt 
(gr.), m., -en; —en; -#s, m. [8 24, 3. Sntis]): 
„Spitzzahn“, eine Gatt. fossiler Fische (vgl. Hobo- 
dont 2c.). Burmeister Gsch. 180. — Uhkrodypnie# (gr.), 
f.; —-(ehn: Gliederschmerz. — Ikroides: Der 
sogen A.-Gummi, ein von der Tautörrhea hastilis 
stammendes, aus Anstralien importiertes Harz. Uat 3 
20, 580.— Ahkrokarpisch (gr.), a.: (v. Moosen) 
mit einer am Gipfel des Stengels (wie pleuro- 
karpisch, an Seitenzweigen) stehnden Frucht. — 
Ahroholken (gr.), pl.: Ertremitäten des Körpers. 
— IAkr-ôökomos (gr.), m., uv.; zökomoi: Je- 
mand mit einem Haarschopf auf dem Scheitel. — 
Ihrolein (gr.), n., —(e)s; 0: Bel größerer Hiße 
zersetzt sich das Glyeerin in einen widerlich riechenden, die 
Augen stark affieierenden Dampf, das A. Uo##ur 15, 
205a. — Ilhr -olenion (gr.), n., —; -olénsen: 
Ellbogenspitze. — Akrolith (gr.), m., Sen, — S; 
—en: hölzernes Standbild mit Kopf u. Ertremi- 
täten von Stein. winchelmonn Gsch. d. K. 1, 15; 
Overbe Pomp. 2, 146. — Ukrömion (gr.), n., 
—# „ Akrömken: Schulterhöhe; Widerrüst. — 
Akromono-gramm (gr.), n., —(c)#; —e, S#n; 
-gramma /&amp;# 24, 3, n., matis]: Gedicht, 
worin jeder Vers mit dem Endbuchstaben des vor- 
angehnden beginnt. -grammätisch, a.: in der
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        Ahromonospllabikon 
Form von Akromonogrammen. pllabikon (gr.), 
n., —s; äbika: Gedicht, worin jeder Vers 
mit der Endsilbe des vorangehnden beginnt; 
Akromonosylläbisch.— Akr-oͤmphalon (gr.), 
n., — ; Sömphala: Nabelbruch. — Akron-Achisch 
(gr.), -Bktisch, a.:: in den Beginn der Nacht 
fallend, — v. Auf= u. Untergang der Gestirne: 
Es sind die Tage des kosmischen (s. d.) u. akronyktischen 
Auf- l, Unter-] gangs ohngefibr um ½ Jahr aus 
einander. Gehler 1, 178; 4, 116; Der akronychische 
Aufgang der letzte sichtbare Aufgang während der Abend- 
dämmerung. Kädler 597. (Das frz. acronyque ver- 
anlasst die Mißschreibung achronique u. dies z. B. 
bei Heofe u. A. ein falsches achrenisch). — Akro- 
palhfe (gr.), f.; —-ehn: Krankheit des Mutter- 
munds. — Akröpolis (gr.), f.; uv.: in den 
altgr. Staͤdten der höher gelegne, befestigte Theil, 
die Burg (vgl. Polis; Grad 1 u. Ggstz: Katapolis): 
Kylon bemächrigte sich der A. od. Burg v. Athen. Kriegk 
1, 301; w. 22, 28 c4c., vgl. Akrokorinth. Sch. 
5 7b, A. von Korinth. — Ikroposthis (gr.), k.; 
eyn: Akrobystie. — IAkröpfilus (gr.), m. 
1§ 24, 2, m.]: „kahl an der Spite“, nam.: Einer 
ohne Vorhaut. — Akrofophté (gr.), f.; 0: 
„hohe Weishelt“. — Ikröst-ichisch, a.: in der 
Art von Akrostichen. Gutzkow 3. 5, 4 2c. Tichon 
(gr.), n., —S; östichen, östicha: Verse, deren 
Anfangs= (seltner End-) Buchstaben ein Wort od. 
mehrere bilden. — Akrostöli-on (gr.), n., —8; 
-en, -za: bei den Alten der (mit Bildwerken 
verzierte) massivpe Knauf am Vordertheil des 
Schiffs. Guhl 1, 287; Acrostolia, die Verzierungen 
am Verdertheile (#rodog) der Schiffe bel den Alten, 
bießen auch corönae u. corFmbi. Wenn ein Schif er- 
obert war, wurden die Acrostolig als Siegeszeichen an 
die Schiffe der Sieger gehängt u. hießen dann Acro- 
teria (s. d., vgl. Restra). Bobeih 8. — Akroter- 
ĩasis (gr.), f. [8 24, 3, uv.); -iäsmus, m. 
[8 24, 2): Amrutation. — Ahkrotkrie (gr.), f.; 
—ns: der äußerste, vorragende Theil von Etwas, 
z. B. Schiffsschnabel (s. Akrostolion); bes. (Bauk.) 
Postament für Giebelverzierungen u.: diese selbst: 
Giebel.A. Nat3. 20, 253; Dle Fläche des Giebels 
(Thmranon) wurde durch Bilrwerk bereichert; auch ftat- 
tete man dessen Ecken u. Spitze theils mit Figuren, tbeils 
mit aufgerichteten Flach-Ornamenten (A—-—n) aus. Weiß 
Kostümk. 1, 823 kc.; korrekter: Akrotéri-on, 
jum, u., —#6; -zen [8 24, 2, n.). — Alro- 
tismus, m., uv.; 0: das Streben nach dem 
Hôchsten; Erforschung der letzten Gründe der 
Dinge. 
Aksakãle (türk.), m., —; uv.: „Weißbart“, 
Greis 2c. als Vorsteher. Globus 9, 11b; 35a; 383; 
(Den „Akszakal“ der Tüurken od. den Scheich der Araber. 
7, 190 a); Die A. (städtischen Behörden). Ausld. 39, 
116 1, im rufs. Central-Asien. 
Akt, Act: 1) (lat.) m., —e)ys; —e: a) Hand- 
lung; Thätigk.: Durch seden A., zu welchem fie sich 
gegen die Mahnungen der althergebrachten Gesetze hin- 
reißen ließ. allmerayer Mor. 1, 6; Solche A-e der 
Acta 31 
Volksjustiz. DVierielj. 47, 359; Die versch. A“-e der 
Vorstellungskraft. Kant Anthr. 11; 24 2c.; Ein Ge- 
walt A. Gartenl. 15, 714a; Dieser königl. Gnaden- 
A. Gutzuom R. 5, 365; Rache-= A. Glrenzb. 26, 3, 
3830; Schöpfungs. A. Burdach 13; Einen Tauf= 
A. Friedrich des Ersten. G. 27, 362; Willens-A. 
Cuthow 11, 353 ꝛc. — b) (s. a) Gerichtsverhand- 
lung: Er bäte, davon A. zu nehmen. R. 9, 258, es 
gerichtl, zu vermerfen, — verallgemeint — Notiz 
(s. d.) nehmen 2c. — c) (s. b) Verhandlungs- 
schrift, Urkunde 2c. (s. Akte 2): Einen gesetzmäßigen 
A. [Vollmacht) schicken, damit ich für dich handeln n. 
empfangen kann. Thomisse 5, 37, frz. acte, m., engl. 
act (äft), auch — Gesetz, z. B.: Die s. g. enacting 
words, welche das Gesetz zum Gesetz machen, indem sie 
aussprechen, daß das Nachfolgende Gesetz (Act) sein soll. 
Diese sich in in jerer Parlamentsakte vorfindenrde 
Formel (wir würden sie die Promulgationsformel nennen). 
Grenzb. 26, 2, 16; Act of löw] — honour lönnbr, 
Ehrenaccept; — indemnity., Indemnitätsakte; 
— infirmity linferm—I, — conförmity, Gesetz, wo- 
durch früher in Cugland die nicht zur anglikanischen 
Kirche Gehörigen von Staatsämtern ausgeschlessen 
waren; — settlement lstt'lmentl, Thronfolge-Ge- 
setz rc. — d) (Bühnenw.) Aufzug: A. (od. Actus) I, 
Scene 1; Schausriel in 5 A-en 2c.; Ubrtr.: In der 
Vesrer gab's den 2ten nicht minder saubern A. der Farce. 
W. 36, 4 2c.; A.-Schluß 2c.; So ließ man sich nach 
dem glänzenden Finale dieses Sing-A-es den 2ten A. 
des prosasschen Stücks gar wohl gefallen. G. 33, 11, 
Zwischen-A., die Zeit zw. ken A-en; die Musik 
in dieser Zwischenzeit. — e) (Mal.) nachzubildende 
Stellung eines Morells — u.: dies selbst: Für die 
Aufnahme lebender A-e. Gutzkom R. 3, 287; Der A.= 
Saal 2c. — 2) f.; -en: (schwze.) A., Akten, 
Abzugsgraben (s. Aqguärukt). Dazu: äkten, tr. 
(auch o. Obj.), das, Wasser ableiten; Abzugs- 
gräben machen. — Act—-a, pl. v. áctum (s. d. u. 
Agenda): das (bereits) Gethane; das Verhandelte 
— Akten), nam.: Etwas äd ácta legen, es den Akten 
beifügen; auch: es für abgethan ansehn 2c.; Actis 
testäntibus, wie die Akten bezeugen; Vissis äctis, 
nach Einsicht der Aften; Qucsd Dôn sst in ctis, 
nön ẽst in mündo, was nicht in den Akten ist, ist 
nicht in der Welt (nicht vorhanden für den Richter, 
vgl. evidence) 2c.; A. adhibénda, Hilfsverhand- 
lungen; A. apostolörum, Arostelgeschichte; A. 
eivilia, Verhandlungen in einem Civilproceß; A. 
diürna, etwa — Zeitungen (vgl. Jeurnal), z. B.: 
In den üctis diürnis ehrsamer Berliner Doktorgilde. 
fallmeraher Gs W. 2, 424; A. doméstica, Familien- 
schriften; A. eruditörum, Gelehrtenverhandlungen 
(Titel einer Zeitschrift); A. generälia, Verhand- 
lungen, die das Allgemeine betreffen, Ggstz speciälia; 
A. inrotuläta, geheftete Aften; 4. jadiciälia, Ge- 
richtsverhandlungen; A. comitiälia, Land= (od. 
Reichs-)tags-Verhandlungen; A. criminslia, Ver- 
handlungen in Kriminalsachen; A. currntia, lau- 
fende; A. manuälia od. priväta, die der Anwalt 
für sich u. seinen Gebrauch aulegt; A. Märtyrum. 
Martyrergeschichte; A. priöra, Vorverhandlungen;
        <pb n="48" />
        32 Ahtäa 
A. püblica, Staatsverhandlungen; A. repösita, 
fertige, abgemachte; A. Sanctörum, Heiligen-Ge- 
schichte (s. w. 30, 438); A. speciälia, s. o.: gene- 
rälia; A. transmissa, an eine höhere Behörde ver- 
sendete Akten 2c. — Ahtlä-a (gr.), f.; -en 
(§ 24, 11: 1) eine Pfl., Wanzenkraut. — 2) S. g. 
Aktäen, die unter allen persischen Uberwürfen als die 
lostbarsten gelten, ein sehr dichtes Gewebe mlt golde- 
nen Fllitern besäet. Grenzb. 26, 4, 278. — Aniöon 
Gr. ), m., — 0: (Myth.) ein von der nackt im 
Bad gesehnen Diana in einen Hirsch verwandelter 
u. so von den eignen Hunden zerrißner Jäger (G. 
31, 411; w. 22, 8; 2, 146 2c.); scherzh. als Bez. 
eines mit Hirschgeweih Gekrönten“ od. "Hörner- 
trägers“ Hahnrei, z. B.: Ihre Stirne vor A-“ 
Hauptschmuck zu schützen. +4 chröder Samml. 4, 4. 41 rc. 
(vgl.: Einen aktäonisieren, zum A., Hahnrei 
machen) auch eine Art Hornkäfer, Oregtes actä#on; 
eine Art Schnecke 2c. — Ahte, f.; —n; -n-: 
1) (gr.-lat.) Pflanzenn.: Der Ktichhollunder .. 
Daher der Name A-nu bei den Weinhändlern, welche mit 
den Beeren den rothen Wein färben. Oken 3, 1854 cc. 
— 2) (s. Acta u. Akt 10; b) z. B.: Über Dies Alles 
wollen Sie gerichtliche A. nehmen lassen. Gutzkow R. 3, 
127; Als wäre die Adresse . die A. elner . anerkannken 
Korporation. Gent Fr. Rev. 1, 7; Eine A. des Parla- 
ments (W. 36, 103), Parlaments-A.; Die deutsche 
Bundes-A.; Die Wiener Schluß-A.; Meine Am- 
nestic-, wie neuerliche Konföderations A. IP. 
Wahrh. 4, 365; Die Reform -A. Srenzb. 24, 1, 245; 
Als Pitt für dle Kolonten gegen die Stempel-A. sprach. 
Wackern. 4, 74622; Eine Tauf-A. aufgenommen in 
einer Derskirche. Gutztom N. 8, 3 rc#., vgl. frz. Acte 
säkt, m.] sous seign privé Iß## ßeng prlvel, Privat- 
urkunde, Ggstz Acte authentique lotangtikl, v. einem 
öffentl. Notar vollzogne 2c.; bes. oft in Wz. ((. 
Acta u. A-n-Stück), auch bildl., z. B.: Nachdem ich 
zum Schluß mein Tagebuch durchgegangen, kleine Schreib- 
tafelbemerkungen elngeschaltet, so sollen die A-u inrotu- 
liert u. den Freunden zum Urtheilspruch zugeschickt werden. 
O. 23, 112 2c.; Zsstzan z. B.: Civil., Ggstz 
Kriminal-; Generöl., Ggstz Srectäl-; Ge- 
richts-; Hand- od. Mannäl-; PSrothiten.: 
Instiz-; Kanzleis-; Konsestortal.; Origi- 
näl-; Policel-; Proceß-; Vormunoschafts. 
A-n rc.; als Bstw. z. B.: A-n-Adj|unktion, Bei- 
fügung erläuternder A-n zu den zu versendenden; 
x-Avokation, Einfordrung; -Band; -Bund; 
Deckel; „Designatlon, Inhaltsverzeichnis 
eines A-n-Hefts; = Edition, Heransgabe der Ma- 
mnal-A-n; „Einsendung; „Exrotulation 
(s. d.); - Extrakt (s. d.); „Faseitel, Hest; 
.Inrotulation (s. d.); „Inspektion, -insicht; 
. Kram (Günther 789); -kundigermasien (W. 14, 
98, wie aus den A-n bekannt ist); mäßig, »ge- 
mäß; -Mensch (S§chücking Bronckh. 2, 22, s. u.: 
Wurm); = Redintegration (s. d.); „Reposi- 
torlum, -Schrank, -Spinde;-Nepositur (G. 27, 
362), Elnordnung der A-n ins Repositorium; 
Retention (s. d.); Rubrum (s. d.); -Schluß, 
Abschluß der A-n zum Urtheilspruch; = Schmie- 
Ahktinometer 
rer (Michatlis 210, verächtl. st. Advokat 2c.); 
Schnur (Aurrbach Leb. 3, 24); -Stock (G. 6, 70), 
Repositorium;Stoß, Haufe aufgeschichteter A-n; 
Stück, ein einzelnes Stück aus den A-n; Ver 
sendung, an ein höheres Gericht; = Wurm 
(Gutzkowm K. 1, 326, vgl. Bücherwurm, A-n-Mensch) c. 
— Ahkter, m., —; uv.; in Zssgn m. Zahlw.: 
Dle Neuigkelten bestanden aus 4 Ein-A-n leinaktigen 
— s. d. — Stücken]. Derl. Montags3. 6, 50. — 
Akteur (frz. —ör), m.t, —; —e, —: Schauspieler; 
weibl.: Aktrice (s. d.). Der Haupt. A. KAlag. d. Ausld. 
34, 470b 2c. — Ahti: s. Actus. — Aktlie (frz.= 
holl. ärfe), f.; —n; n-: Antheil u. Antheils- 
scheine auf eine unternehmung, zu deren Begrün- 
dung u. Betrieb eine Gesellschaft durch Zahlung 
der einzelnen Antheilscheine die nöthigen Kapitalien 
zusammengebracht hat, vgl. (bergm.) Kur, engl. 
Stocks u. z. B.: Die Theilnahme an ihrer Unterneh- 
mung vurch Schuttt-Theile von mäßigem Betrage 
auch den Minderbemittelten zu erleichtern. DViertelj. 24, 
233 2c.: Ein Unkernehmen auf A-n gründen; Eine 
Eisenbahn auf A- bauen; So u. so viel An zeichnen; 
Wie stehn die A-n? welchen Kurs haben sie? wieviel 
Dividende zahlen sie? 2c.; Bergbau= (s. Kux); 
Eisenbahn-A-nu 2c., Interims.- M-n, über Inte- 
rimszahlung ausgestellt; Prioritäts--n, deren 
Zinsen die Priorität vor der Zahlung der Dividende 
auf die Stamm-M-n haben 2c.; übrtr.: Wie laufen 
die Herzens-A-u?2 Homb. Ch. 2, 321 2c. — Als 
Bstw. z. B.: A-n--Bäckerel, auf A-n gegründete, 
dazu: A-n-Brot rsc., ähnl.: A-n BVrauerel, 
Bier; -Theater rc.; ferner z. B.: A-n-Börse; 
Fonds;= Gesellschaft, Kompagnie, -Ver- 
ein;-Handel; -Kapital;--Koupon; -Kurs; 
Schein; Schwindel; = Spekulation;-Sub- 
skription, „Zeichnung; Unternehmung; 
Wesen 2c. — Ihten: s. Akt 2. — Ahtig, a 
in Zsstzg m. Zahlw.: Akte habend: Ein-, fünf., 
mehr-, viel-a—es Drama; In seiner tausend-a-en Welt- 
tragödie. Heine Reis. 2, 117 r. — Shktin-ie (gr.), 
f.; —n: eine Gruppe Polypen, Actinia, Hricss 
Blumenthiere, Meer-, (Sec.) Anemone, „Nessel, dazu: 
Olig-, Okt., Dodek., Poly-aktinia, d. h. mit wenig, 
mit 8, mit 12, mit viel Tentakeln.isch, a 
durch Strahlung chemisch wirksam: Daß die leuch- 
tenden Strahlen am melsten, weniger die gefärbten u. 
am wenigsten die chemsschen (a-en) auf die Pflanzen ein- 
wirken. Ausld. 39, 1192b; In der geringen a-en Wir- 
lung der Farben fürs Photographieren]. Na# 3. 19, 519; 
Das gelbe Glas sei keineswegs so un-a. 21, 583. 
Tograph, m., —en; -en; ein Instrument, worin 
einfallende Strahlen auf Photographtschem Papier 
ihren Weg sichtbar darstellen. -olilh, m., —e)s; 
—e: Aktinot. -omeler, m., n., —: uv.: 
Strahlenmesser: Um rie Gesetze der nächtlichen 
Strahlung zu ermitteln, hat Ponillet ein Instrument 
konstrniert, welches er A. nennt. Pounillet 2, 497; 
SHerschel konstrulerte sich ein Thermometer, in dem er 
das Quecksilber durch eine blaue Flüssigk. ersetzte, welche 
die Wärmestrahlen besser absorbiert (A). Mag. d. Ausld.
        <pb n="49" />
        Aktinot 
35, 726b; Ausld. 38, 85 5a ꝛc. (vgl. Älhrioskop). 
-inöt, m., —(e)8; e: Strahlstein. Oen 1, 266. 
— Actio (lat.), f. [S 24, 3, iönis): s. Aktion; 
in ganz lat. Form z. B. A. im distaus, Wirkung 
in die Ferne 2c.; nam. aber (Rechtsspr.): Klage 
(im Civilproceß, vgl. accusätio, Anklage — im 
Kriminalproeeß), z. B.: A-nem däre, die Klage 
annehmen 2c.: A. 4d deprecatiönem é&amp;t declaratiö- 
nem honöris, Klage auf Abbitte u. Ehrenerklärung; 
A. 44 exhibéndum, s. Exhibitionsklage; A. 4d 
interésse, Entschädigungsklage; A. 4d palinödiam, 
Klage auf Widerrufung einer Beleidigung; A. dẽ 
döte, Klage wegen des Heirathsguts; A. ds evi- 
ctiöne, Gewährleistungsklage; A. dé fn rém vérso, 
Nutzverwendungsklage; A. depösiti, wegen anver- 
trauten Guts; A. desertiönis, wegen bösl. Ver- 
lassung des Chegatten; A. dẽ syndicätu, wegen 
Amtsverletzung; A. divörtii, Chescheidungsklage; 
A. döli, wegen Betrugs; A. Smti, des Käufers gegen 
den Verkäufer; A. Ex deilcto, wegen eines Ver- 
brechens; A. Ex päácto, auf Verkragserfüllung; A. 
expilätg hereditältis, wegen Diebstahls an der 
Erbschaft; A. Ex sponsälibus, auf Erfüllung des 
Eheversprechens; A. &amp;x stipulätn, auf Erfüllung 
des Versprochnen; A. &amp;x testaménto, auf Erfüllung 
der Testamentsbestimmungen; A. familiz lh)ercis- 
euündæ, auf Erbtheilung; A. famösa, ehrenrührige; 
A. ficejussöria, Bürgschaftsklage; A. finium regun- 
dörum, Grenzberichtigungsklage; A. fürti, wegen 
Diebstahls; A. hereditäria, Erbschaftsklage; A. 
hypothecäria, Pfandrechtsklage; A. in herédes 
transitöria, auf die Erben übergehende Klage; A. 
injuriärum, Injurienklage; A. inoffciositätis, Klage 
gegen Testamente od. Schenkungen als inofficiös 
(s. d.); A. in rém, um Vermögen; A. in sölillum, 
auf das Ganze; A. judicäti, Urtheilklage; A. 
cambialis, Wechselklage; A. commodäti, Leih- 
klage; A. commüni dividundo, auf Theilung des 
gemeinschaftl. Besitzes; A. conducti s. locäti, Pacht-, 
Miethsklage; A. confessöria, Dienstanerkennungs- 
klage; A. constitutöria, wegen nicht rechtzeitiger 
Zahlung; A. crêditi, Schuldklage; A. locäti, s. A. 
conducti; A. mandati, wegen nicht richtig erfällten 
Auftrags; A. matrimonialis, Eheklage; A. mütui, 
auf RNückgabe des Darlehns; A. negativa, negatöria, 
Klage zur Entkräftung der Ansprüche eines Andern 
auf das dingl. Recht des Klagenden; A. negotiörum 
gestörum, wegen Geschäftsführung; A. nôndum 
näta, noch nicht reife; A. nullitätis, Nichtigkeits- 
klage; A. permutatöria, Tauschklage; A. personlis, 
persönliche; A. pignoratitia, Pfandklage; A. prö 
söcio, Gesellschaftsvertragsklage; A. Publiciäna, 
wegen etwas Erkauflen, das aber noch nicht in den 
Besitz übergegangen; A. quänti minöris, auf Preis- 
vermindrung; A. realis, dingliche; A. redbibitöria, 
auf Rückzahlung des Preises gegen Räckgabe des 
Gekauften; A. réi uxöris, der Ehefrau; A. rörum 
amotärum, wegen unterschlagner Erbschaftsstücke; 
A. sepülcri violäti, wegen Verletzung eines Grab- 
mals; A. Serviäna, wegen schuldiger Miethe; A. 
spõlii, auf sofortige Rückgabe od. Ersatz des Ge- 
FSanders, Fremdwörterbuch. 
Actrir 33 
raubten; A. venditi, des Verkäufers gegen den 
Känfer 2c. — Iktion, f.; -#en; —-: (s. actio): 
1) Handlung; Thätigkeit; Wirkung: Die A—-s- 
Politik gegen Napoleon. D#mul. 17, 1, 450, die 
thätig-wirksame, handelnde; A-s-Partei. Ual3. 
20, 405. — 2) Gefecht, Treffen: Bei Gefechten u. 
kleinen militärischen A-en .., aber bei Schlachten. 
Crenzb. 26, 2, 125 1c. — 3) Gebärdenspiel, körper- 
licher Ausdruck. Düringer 28. — 4) Früher . allge- 
meine Benennung eincs Theaterstückks. So sagte man 
altmodisch pomphaft: große Haupt= u. Staats-A. 
nam. bei Stücken historischen Inhalts. 29; Deoriem 1, 
265; Gödekt Gr. 182 1c.; Das Meisterstück des feier- 
lich aufzunehmenden Lehrjungen lbei den Schauspielern! 
eine Zepter-A. u. Donnerrede. Eichendorff Gsch. Dr. 
117 2c.; auch bildl., in Bezug auf das „Theater 
der Welt“ 2c. G. 11, 27; Von den meisten Kriegs= 
u. Staats-A-en, die in der Welt gespielt worden. H. 
(wachern. 4, 46 121) 2c. — Ihtionär (frz.): 1) m., 
—; —s, e: Rklienbesitzer. — 2) a.: auf Aktien 
beruhnd, gegründet: Die a-e Genossenschaft. Mag. v. 
Auslv. 36, 358b.— Jhtion-äftor (nlat.), m., —8; 
ören ([§24, 3, öris]: 1) Kläger; 2) Mäller. eren, 
tr.: verklagen, gerichtl. belangen. Aktionist, m., 
—en; -en: Aktien-Besitzer; -Händler. — Akt-in 
(lat.), a.: thätig; wirksam; in Thätigkeit, im 
Dienst stehnd; Sprachl.: A-es Zeitwort, thätiges, 
transitives (s. d.); a—#e Form, die thätige, Ggstz 
passive (s. d.); für Beides auch: Akt-iv, n., —; 
-Ive. Als Bsiw. z. B.: Was für eine Gleichheit, die 
den demuthigenden Unterschied zw. A.= u. Passiv-Bür- 
gern zulässt? w. 31, 174; A.-Handel, Ausfuhr= 
handel; „Legitimation (s. d.); -Park, der 
wirklich sich in Gebrauch befindende Geschützpark 
(Ggitz Reservepark); „ Receß, Fordrungsrückstand; 
Schulden, ausstehende; = Stand, der wirkl. 
Bestand, z. B. einer Fordrung, eines Vermögens, 
Heers 2c.; = Truppen, Feld= (Gyastz: Garnisons-= 
u. Reserve-) Truppen; = Vermögen, das wirkl. 
Vermögen, die Habe (Ggstz Schulren). -iva, pl. 
von Activum (s. d.): Aktiv-Schulden, -Vermögen: 
Ob die A. die Passiva wenigstens balancieren. Engel 12, 
294; Er fühlte sich, daß er die Passiva in A. umwan- 
deln, die Fehler zu ebenso vielen Tugenden umstempeln 
fönne. Geroinus Sh. 1, 94. -ivität, f.; 0: Thä- 
tigk., Wirksamfk. -iĩvum (§ 24, 2, n.]): aktives 
(s. d.) Zeitwort; aktive Form desselben; s. auch 
Aktiva. — Ilktlich, a.: 1) aktenmäßig, auf Akten 
beruhend 2c.: A-e Nachweise. Garienl. 14, 679b 2c. 
— 2) jeden Akt (s. d. 14), bes.: Opern, in denen 
all= g. die Scene stehen bleibt. Hachlönder Skl. 1, 231. 
— Sct-or (lat.), m., —#; ören [§ 24, 3, Sris]: 
bei den Alten, der Rechnungsführer unter den 
Sklaven; Kläger (Actöri incumbit probätio, dem 
Kläger liegt die Beweisführung ob); bevollmäch- 
tigter Anwalt: A.ecclésia, Kirchenanwalt; A. com- 
münis (od. Contradictor, Curätor äd lites), Vertreter 
des Kridars 2c. -örium, n.,—-zörken (§24, 2, n.: 
Anwaltsvollmacht. rice (frz. aktriß), f.; —n: 
Schauspielerin (s. Akteur): Ein „Actrischen", mit 
der er vertrant ist. G. 16, 299. -rix, f. 1824, 3. 
3
        <pb n="50" />
        34 Aktscheh 
#ricis): Klägerin (s. Altor).— Aklscheh (türk.), 
m., —#8; —6: „Weißpfennig“" (s. Asper), vgl. Akrsche, 
¼ Dirhem Silbers. Hammer 10, 338; At-Akdsche, 
Pferdegeld. 3 39; Jasidschi Akdsche, Schreibergeld. 
351; Kosun Aldschesi, Hammelsteuer. 354. — 
Act-u: s. actus 2e. Jualität (ulat.), f.; en: 
Wirklichk., gegenwärtig Wirksamk. Heine Lut. 1, 
83 rc. nalité (frz. —üalite), f.; 0: Aktualität: 
Gelegenbeitsstücke, pisces d’a. od. pièces de circou- 
stance. Gartenl. 16, 159a. Ualiter (lat.), adv.: 
wirkl., gegenwärtig. - Bär (lat.), m.. —e)s; —-; 
„uãrius: 1) a.: Nävis (s. d.) actuaria 2c. — 
2) m., uv.; -zärlen 18 24, 21: Gerichts- 
schreiber: Amts-; Hilfs-: Zunft- (Meißner N. 1, 10; 
48) A. = nUariät, n., —e)s; —e: Amteines Aktuars. 
Tuation (nlat.), f.; —en: das In-Wirksamkeit- 
Treten: Die A. des Anfangs der Welt ist die Schöpfung. 
Kant ph. Rel. 179 2c.; bes. ärztl. v. der Wirksamk. 
eines Heilmittels. Ju#ll (frz.), a.: wirklich 
(s. potentfell u. Entelechie); dermalig; gegenwärtig 
wirksam; dienstthnend. - uellement (aktuellemäng), 
adv.: in der That; gegenwärtig, jetzt. -um, n. 
zu actus (s. d. 1): verhandelt, — bei Gerichts- 
verhandlungen 2c. m. Angabe von Ort u. Zeit 
(Datum), z. B.: A. in senätu, im Senat; A. ut 
süpra, wie oben lin Bezug auf Ort u. Zeit an- 
gegeben istl, abgefürzt: A. U. S. 2c., s. Akta. -us: 
1) a.: gethan, geschehn r2c., s. act-a, um u. z. B. 
Acti laböres jucändi, gethane Arbeiten sind ange- 
nehm; nach gethaner Arbeit ist gut ruhn 2c.; s. 
auch Laudator. — 2) m. I§S 24, 41: (s. Akt): 
a) Verhandlung. — b) Feierlichkeit, z. B.: 
Rede-, Schul-A. ic. — c) (Bühnenspr.) mit 
beigefügter Zahl-= Akt (s. d. 14); allein = Pause 
zw. 2 Akten: Es ist A. Püringer 29. — 4) (s. a) 
z. B. A. extrajudiciälis, außergerichtliche Hand- 
lung; A. fidei, religiöse (s. Auro); A. inter vivos, 
unter Lebenden vorgenommen; A. judiciälis, ge- 
richtliche; A. juridicus, Rechtsgeschäft; A. conti- 
nuus, ununterbrochne Handlung; A. legitimus, 
gesetzliche; A. mẽræ facultätis, v. der freien Will- 
kür abhingige u. also unverjährbare Rechtshand- 
lung; A. ministeriälis, geistl. Amtshandlung; A. 
oratörius, Rede-A. (s. b); A. privätus, nicht öffent- 
lich vollzogen, Ggstz püblicus; A. scholdsticus, 
Schul-A. (s. b); A. simulätus, Scheinhandlung; 
A. solémnis, feierliche; A. voluntäris jurisdictiönis, 
der freiwilligen Gerichtsbark. 2c. — e) Actu, in 
der That, wirkl.; Uno, éctu, in elner (ununter- 
brochnen) Handlung; Actu corporäli s. personäli, 
persönlich. 
Ac-, Ak- uie#ren (lat.), tr.: schärfen; scharf 
betonen (s. Akut). uität, f.; —en: Schärfe, nam. 
des Tons. ulrätus (lat.), a.: gestachelt, auch 
z. B. m.: Stichling. -uleisörm, a.: stachel- 
förmig. - Uleus, m. [8 21, 2): Stachel. ümen 
(lat.), n. [824, 3, n., üminis]: Schärfe, Scharf- 
sinn, Witz. - uminkeren, tr.: schärfen, spitzen. 
— Ahund (ind.), m., —#; —: Ein Priesterkönig, 
zin A. Globus 6, 118; Da er den Akhund v. Herat um 
Alabaster 
ein Asyl anging. Uai3. 21, 337. — Ac-upunktĩẽren 
(nlat.), tr.: mittels der Akupunftur behandeln. 
upunktür, f.; —en: das Stechen mit Nadeln zu 
Heilzwecken. —us, f. [8 24, 41: die Nadel, z. B.: 
Rém äcu tetigisti (tetigit), du hast (er hat) die 
Sache mit der Nadel — den Nagel auf den Kopf 
— getroffen 2c.; A. magnötica, Magnet-; proba 
töria, Probiernadel 2c. — Ilk- usiomsler (gr.) 
s. Akoemeter. -üsma [824, 3, n., -tis): Akroama, 
z. B.: musikalischer Vortrag: Ein zweites A...., 
eine Art v. Wettstreiten zw. 3 Inütumenten. W. 18, 
270. Uftik, f.; —en: Lehre, Lehrbuch vom Hören, 
vom Schall; auch die daraus entspringenden Vhe 
eines für Vorträge ꝛe. bestimmten Baues: Das 
Schauspielhaus, die Kirche, der Hörsaal hat eine gute, 
schlechte A. 2c. üflikon, n., —s; -üstika: Mittel, 
Werkzeug zum Hören, Hörrohr 2c. ftisch, a.: 
zur Akustik gehörend, ihr gemäß, darauf beruhnd c. 
— Ik-üt (lat.): 1) a.; scharf, spitzig; v. Krank- 
heiten: hitzig, heftig, sich schnell entscheidend 
(Ggstz chronisch). — 2) m., —e); —e: ein Ton- 
zeichen, nam. in der gr. Sprachl.: der spitze Accent 
(s. Orvtonon u. Acutus). — utangulär, a.: svitz- 
winklig. — Iküti: s. Aguti. — Ilülus (tat.), 
a.: akut, z. B.: Acütum ingsnium, scharfsinniger 
Geist; Accéntus (s. d.) a., auch subst., von dem 
Ton u. dem Tonzeichen: Der A. (od. Akut) geht in 
den Gravis über 2c. 
Ilkpanobl-epsir (gr.), f.; 0: eine Abnormi- 
tät des Sehns, wobei dem damit Behafteten das 
Blau u. die daraus entstehnden Farben fehlen. S. 
37, 48 (vgl. Daltonismus). pt, m., -en. □s); 
—en: ein mit der Akyanoblepsie Behafteter. — 
Akgsis (gr.), f. [824, 3, uv.): weibl. Unfrucht- 
barkeit, Sterilität. — Akpr-ir (gr.), ologt#e, 
f.; —eyn: uneigentliche Ausdrucksweise. 
Al: 1) arab. Artikel, z. B. in Alchemie; zali; 
kohol; koran 2c. — 2) it., s. a 6b u. z. B.: All.) 
Fresko; AlCpari 2c. 
Ala (lat.), k. [8 24, 11: Flügel, z. B. auch 
bei Gebäuden, Heeren 2c. — lääf! (nierrd.), 
interj.: hoch !, bei Trinksprüchen 2c., nam. am 
Rhein: A., Kolonia! reiligralh Garb. 63; 85 2c., s. 
irmenich Völk. 1, 462, vgl. 9. — Alabãma (nach 
engl. Ausspr. älläbemä): in Nordamerika ein Fluß 
(im untern Lauf Mobile) u. ein Staat; daher: 1) 
f.; 0: eine Baumwollsorte: A. od. Mobile. Kat- 
marsch M. 2. 499. — 2) m., —6; „s6: Art leichter 
sehr geschwinder Korvette mit geringer Geschüß- 
zahl. Ua### 20, 459 (fem.: volhsz. 15, 231; 
Grenzb. 26, 3, 255, vgl.: Nach dem A.-Prinzip ge- 
bant, s. Amazene). — äSllaband-in: s. Almandin. 
-iomus, m., uv.; 0: schlechter Kunstgeschmack 
(wie er in der kleinasiat. Stadt Alabanda herrschte, 
s. w. 15, 316).— Alabarch (gr.), m., —#, -en; 
en: eine Obrigk. der Zuden im ptolemäischen 
Agypten, Oberzollpächter (vgl. Elbnarch), s. Gtats 
Gsch. d. Jud. 3, 33; Berzbecg Gsch. Jisr. 3, 526; Jol 
Gsch. d. Indentb. 353 ic. — Jlabäst (gr.), m., 
—(e)s; 0: (oralt.) Alabaster. -er, m., —#; uv.:
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        Alabast(e)rer 
4) bei den Alten: Salbfläschchen, auch: Alabastr-on, 
Mz. -en. Guhl 1, 167; 2, 269 2c., vgl.: Näpfchen u. 
A.-Büchschen, womit ihr Putztisch beladen zu sein pflegt. 
w. 23. 252 ꝛc. — 2) (s. 1) A., Gips-A., körniger 
od. dichter Gips, — gw. aber nur, sofern er durch 
reines Weiß od. schöne Marmorierung sich zur 
Verarbeitung eignet. Karmarsch 1, 18, vgl.: Orien- 
talischer (od. Kalk.) A., eine Abart des Faserkalks. 
2, 334 2c.; A.-Arbeit; -Block; „Bruch (ogl. 
Steinbruch); = Waare tc.; ferner in Bezug auf die 
Weiße (vgl.: Seine Stirn wie A. Platen Pol. 36; 
Einen Leib v. weichem A. w. 11, 220), z. B.: A.= 
Busen; = Hand (lschlegel Al. 6) 2c.; auch .= Glas 
(fa#rmarsch 2, 161) 2c. -(e)rer, m., —#; uv.: Ar- 
beiter in Alabaster. -ern, a.: aus — od. wie aus 
— Alabaster: Die a-e (vgl. albasterne. JZachariä 
Murn. 14; 6) Hand 2c. —ron, D., —; -ren: f. 
Alabaster 1. — Al- (od. All-addin, m., — „ —8; 
adin, m., —s; —##: in der 1001 Nacht, Einer, 
dem seine Wunderlampe Macht über die Geister 
gab; danach auch bildl. Mag. d. Ausld. 39, 5933; 
Kügge Rom. 3, 9, 32; Spielhagen Pr. 3, 27; W. 12, 
199. — Alädscha, m., —s; —#s: Art Baumwoll= 
stoff (Ausld. 38, 108 2a), Taft 2c. — -läf: s. alaaf. 
— Alagöas, f.; uv.: Baumwolle aus A. (in 
Brasilien). — Alaĩ (türk.): Die Regimenter heißen 
A., jedes besteht aus 4 Bataillonen (Tabur) unter dem 
Befebl eines Iliri a. od. Obersten. Hammer 10, 702; 
A. Emini, Regimentsintendent. ebd.; Der Oberste, 
Mir A.-beg. 703; A.-baschi, Oberst. 338; A. 
tschauschi, Tschausche [s. d.] res Aufzugs. ebd. rc., 
vgl.: Der Großwojwode, A.-Beg. CUobert 2, 4; Alas- 
Beg, Adelsmarschall der Kapetanen in Bosnien Gerhard 
Wil. 2, 197. — Ilakdagha, m., —; —#: s. Aba- 
lafk. — lakrität (lat.), f.; 0: Munterkeit. — 
Alalĩẽ (gr.), f.; 0: „Sprachlosigk.“: A., Ayhasie, 
Aphemie. Gerrig 39, 262. — Alamãän, m., —8; —6, 
e: ein Raubzug (in Centralasien). Globus 9, 13b; 
36b ff.; 7, 196b. — Alambik (ar.# frz.), m., —S; 
—6# : Destillierkolben. Heine Lut. 1, 45; auch: 
Alembik. AKühlpfort Leich. 135 2c. — Alamkeda 
(span.), f.; -s: baum-(eig.: „pappel-“) bepflanzte 
Promenade. Zastiano Sud. 15; Kollonit Mex. 133; 
Schack 1, III 2c. — Alamod-e (frz.): nach der 
Mode (s. d., à la mode): A.-Kleider, A.-Sinnen. 
sogau (Wadckern. 2, 38 522) ꝛc.; auch = Mode: Ich 
leide solche neue A-n nicht. Prutz Holb. 308. Cisch, a.: 
modisch (s. d.). G. 6, 346; Weichmann 3, 303 2c. — 
Alang: s. Lalang. — Ilänt (lünd), m., (e)s; e: 
1) Name karpfenartiger Fische, Cyprinus jöses; C. 
döbula 2c. — 2) Pfl., Inula, nam. I. helsnium, 
m. würzhafter, als Arznei u. zur Bereitung von 
A.-Bier; -Meth; -Wein dienender Wurzel. — Ala- 
püche (—#Ssche]: s. Pehuenche. — Aläãr (lat.): als 
Bstw. — Flugel-, z. B.: A.-Ligamente, (Bänrer); 
Processe, (Fortsätze) 2c. -ius (lat.), m. s8 24, 21: 
Soldat vom Heeresflügel (wo bei den Römern gw. 
die Hilfstruppen standen, Ggstz Legionärius). — 
Alarm, m., -(eys; —e: Ruf „zu den Waffen!“ 
(it. all armil!); Aufruhr; Bestürzung; Lärm: A. 
blasen; A.-Bläser; Kanone; -Platz [Sammel- 
Albe 35 
platz für die Alarmierten); = Schuß; Signal; 
Stange; „Trommel 2c.; Kriegs= (Hhartmann 
Letzt Tag. 197); Sturm- (Grabbt Hann. 157) A. 1. 
seren, tr.: beunruhigen; aufschrecken; zu den 
Waffen zusammen-rufen, -blasen 2c. -ist, m., en; 
—en: Alarmierer. — lärt, a.: alert. Döbel 4, 
104b; Hamidt gre. 2, 88 2c. — Nlarum, m. : 
Alarm. Höfer V. 217. — Ilastor (gr.), m., —S; 
0: Rachedämon; Plagegeist c. — Al-Alt: s. At2. 
— Hlatern, m., —(eys; —e: Art Wegdorn, 
Rháämnus alatérnus: Der immergrüne A. Grtgoravius 
Kers. 1, 129. — Alal- iön (nlat.), f.; —en: Be- 
flüglung. -it, m., -en; -en: versteinerte Flügel- 
schnecke. — Ilaun (lat.), m., —(e)s; —e: ein 
technisch (nam. für Färber u. Gärber) wichtiges 
schwefelsaures Doppelsalz, eine Verbindung von 
schweselsaurer Thonerde mit schwefelsaurem Kali, 
Natron, Ammoniak, Chrom, Eisen 2c.: Kali-, 
Natron-#2c. A.; ohne Zusatz — Kali-A.; Berg-, 
Felsen-, Stein-A., lat. Alümen Röccze, nach 
dem Ort Rocca in Syrien; nach dem Aussehn: 
Eis-; Krystall-; Feder- od. HaarA. (auch — 
Federweiß) 2c.; Kunstlicher od. After-A., z. B.: 
Schüssel-; Hefen= od. Drusen-; Schiefer- 
A. (aus A.-Schiefer): Zucker-A. (od. A.-Zucker), 
in Form v. Zuckerhütchen 2c.; Der A. krystallisiert in 
Oktaedern od. Würfeln 2c. (Wurfel-A.) 2c. Als 
Bstw. z. B.: A.-Erde;-Erz;= Stein, Schie- 
fer 2c.; Grube, -Bruch 2c.; Bereitung, 
-Gewinnung, „Fabrikation, Fabrik, 
. Werk,= Siederei,= Sieder 2c.; „gar, mit A. 
gegärbt;-haltig; „Zucker, s. o.: Zucker-A. 2c. 
Sen, tr.: mit Alaun zubereiten, nam. in Alaun- 
wasser tauchen: Getrocknet u. nochmals alaunt. Kar- 
marsch 2, 494 ꝛc. [§ 25). Shaft, a.: alann- 
artig, nam. im Geschmack. -ig, a.: alaunhaft; 
alaunhaltig. 
Alba, f.; —#: 1) (lat.) [8 24, 1]) „weißes“ 
Gewand, vgl.: Dominica in älbis, der weiße Sonn- 
tag, der erste nach Ostern, — v. den weißen Klei- 
dern der Katechumenen 2c.; nam. Priestergewand, 
Chorhemd, auch: Albe. — 2) (prov. 2c.) A-s, 
„Morgenlieder“; serenas, Abendlieder. DMus. 15, 2, 
244; Rosenkranz PEsch. 169, vgl. Aubade. — 
Albanägium (mlat., v. älibi), n. I/§ 24, 2, n.]): 
vralt., das landesherrl. Recht auf die Hinterlaßsen- 
schaft nichtnaturalisierter Fremden, frz. Aubaine. — 
Albanktiko (ngr.), m., —#s; 0: Nationaltanz 
„der Albanesen“ (s. Arnaut), auch: Albanitik a, 
f. Drandis Gr. 3, 3. — AIlbäster 2c.: s. Alabaster 2c. 
— lb-atro (it.), m., -s; —#: Buschwälder v. Eichen- 
gestrüpp, v. A. 2c. Grtgoravius Kors. 1, 153. atrés 
(frz. 2c.), m., uv., —es; —se, —sen: großer Vogel 
der Sürmeere „mit weißem Gefieder“ (Oken 7, 390), 
Diomsdea: Die ersten A-se. #orster R. 1, 39; 177; 
Asen. 176; Ein A. Treiligrath SW. 4, 132 :c. — 
Alb-e, f.; —n: „die Weiße“, s. Alba 1; auch 
Name v. Weißfischen (s. Albule), bes. Cyprinus al- 
bürnus; ferner: Weißpappel (auch ülber, f. W., 
s. Abele); ferner die Zunft der „Silberbäume“. 
3
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        36 Albedo 
Oken 3, 1505 1c. ôdo (Iat.), f. [8 24, 3, ẽdinis]: 
„das Weißsein“ te., bef.: Reflerionsfähigk. (A.) der 
Planetenoberflüche. Mädler Pop. Astr. 230; Daß die A. 
bei Saturn, Jupiter, Venus u. Merkur nahezu gleich. 
ebd.; Die A. des Monds, das Maß des vom Mond 
zurückgestrahlten (nicht absorbierten) Sonnenlichts. 
Volhsz. 14, 28. — Alberg-o (it.), m., uv., (-8); 
—8, -hi: „Herberge“, Wirthshaus rc. (s. Auberge). 
Ual 19, 601; 20, 117 1c.; Ein Hospital. Man 
nennt es a. de' pöveri, der Armen Zufluchtsort. Torster 
It. 1, 69 2c.; Die sog. Alberghi der ehemaligen [Mal- 
teser! Ritter. ückter Südöstl. 1, 320. — Albérhe 
(arab.), f.; —n: ein Bassin im Hofe der Häuser 
zu Maroceo 2c. OBank 2, 347 2c. — Albérnus: 
s. Burnus. — Albertät (deutsch-lat.), f.; -en: 
Albernheit. — Albertfner, m., —s; uv.;: eine 
Münze, Albertusthaler (9¾ auf eine Mark 
fein), nam. noch in Kur= u. Livland, vgl. Alber- 
tus-Groschen — ½0; -Gulden = ½ A.— 
Allbeseseren (lat.), intr. (sein): weiß werden. — 
Albien (frz. albjeng), n., —s; 0: (Gengn.) eine 
nach der frz. Stadt Albi benannte Schicht der 
Kreidegruppe: Das obere Néocomien, das Aptien u. 
das A. Uatur 16, 255a 2c. — Albigenser, m., —; 
uv. : eine christl. Sekte, ausgehnd v. dem Ort 
Albi in Frankr. (vgl. Walvenser). — Illbikore, 
f.; In: Thunfisch. Chandler KlAs. 4 2c. — Ilbi-- 
nägium: s. Albanagium: Jus albinägü. — Albin- 
ismus, m., uv.; 0: der Zustand der Albinos. 
Globus 4, 48b (Leukäthiopie). —o (span.), m., —S, 
uv.; —§é, zen: „Weißling“, Menschen u. Thiere 
v. abnorm weißer Farbe u. mit rothen Augen: Die 
sog. weißen Neger od. Negros agos, die wirklichen A-s 
der Negerrassen. . . bie Neger-A-s. Globus 4, 48b; 
Weiße Mohren. Die A-s. Heine Reis. 1, 111 1c.; 
Weiße Mohren od. Albinen. Kant phys. Geogr. 2, 5; 
Sowie die schönste Haut Albinen nur verstellt. W. 25, 
181 sc. s. Leukäthiops; Blondin; Dondo; Kakerlak 2c. 
— Albion (eelt.), n., —## O: Bez. des gehobnen 
Stils für Eugland. — Albit (ulat.), m., -()s; 
e: s. Adular. — Albo (it.), n., —#; —: (. 
Album): Das kaptltolinische A., das Register des röm. 
Adels. Na3. 20, 283. — Albogalerus (lat.), m. 
(S 24, 21: der Hut des Flamen (s. d.) Dialis 
u. der Pontifices. weiß Kost. 1, 1108; 1119; 
Cuhl 2, 308. — Allborak (ar.), m., —; 0: 
„Blitz“, Muhammed's geslügeltes Roß, das ihn 
in den Himmel trug. — IAlbörnoz: s. Burnus. — 
Albufera (ar.-span.), f.; -6: Nach der A. v. Va- 
lencia. .. A. bed. im Arabischen Lagune. Glohus 6, 16 22. 
— Alb-ugo (lat.), f. I[&amp; 24, 3, üginis): weißer 
Fleck auf der Hornhaut des Augs, Leukomt)). 
Tule, f.; —: Art Weißfisch, Albula (s. Albe), 
Weißfelchen. S#umpf 176a ic. Tum, n., —; —, 
luv.; zen): (s. Albus) eig. eine weiße Tafel, Et- 
was darauf zu verzeichnen, dann ein Buch zu 
solchem Zweck, z. B.: Er hat im Schul--A. die Be- 
merkung über ihn gemacht. Upitav. 36, 26 2c.; Nam.: 
Stammbuch, Erinnrungsbuch; Sammlung von 
Zeichnungen rc.: Malt es in die A-s kunstliebender 
Aldea 
Salondamen. Gutzkom N. 2, 187; 1, 25 2c.; Dle auf 
dem Tlsche befindlichen A. Wachenhulen Zig. 1 2c.; A.= 
Tisch. Salon 2, 587; auch bei den Alten: A. des 
Gebäudes, der für Plakate u. Anzeigen dienende 
Ort. Overbech Pomp. 1, 56; 2, 99; Mz.: Alben. 
2, 128 u. [824, 2, n. auch: die Kreide zum Weißen 
der Töga (s. d.) cändida, s. Weiß Kost. 1, 1037. 
ümen 18 24, 3, n., üüminis): Eiweiß. 
-umin, n., e)s; 0: (Chem.) Eiweißstoff. 
—- uminat, n., —eys; —-e: Albuminverbindung. 
-uminurie, f.; O: das „Eiweißharnen“. -Urnum, 
n., —; 01/8 24, 2, n.]: Splint der Bänme. 
us: 1) a.: „weiß“ (s. Alb-a, um), z. B. (Apoth.): 
Album grscum, weißer Hundekoth; nigrum, 
Mänseköthel 2c.; A. öculi, das Weiße im Auge; 
övi, im Ei 2c.; Albæ gallinz (#lius, „Sohn der 
weißen Henne“, Glücksfind; Linea (s. d.) älba 2c. 
— 2) (s. 1) m., uv.; uv.: Weißpfennig (noch in 
Hessen, 9 Pfennig); Räder-A. G. 20, 25 (3 Kr.) 2c. 
Aleäisch, a.: v. dem griech. Dichter Alcäus 
(Alk###s) herrührend, nam.: Der a—-e Vers, ein elf- 
silbiger (C——., —.—); Die a-e Strophe, in der 
auf 2 a-e Verse ein hyperkatalektischer jambischer 
Dimeter (K———)u. dann ein logaödischer 
Vers (□——— —9 folgt; Ak-e Oden, (. z. B. 
Platen 2, 151; 155; 162 . — Ilchätib (ar.), 
m., —8; —6: „der Prediger“ in Moscheen. — 
Ilchem- (Alchim-, #Alchm-) -i (ar.-gr.), f.; 
—eyn: eig. „die Chemie"“ (s. d. u. Al 1), z. B.: 
Die allerbeste Lehre, die man in ganzer Alchimei finden 
mag. Büchsenmeist. 29 2c.; dann aber: die Lehre vom 
Stein der Weisen, Goldmacherkunst (vgl. Hermetit); 
auch bildl.: Es giebt eine Alchimie des Betragens, die 
Alles in Gold zu verwandeln im Stande ist. püchler 
Sñdöstl. 1, 24 2c. isch, a.: auf Alchimie bezügl.: 
Mystische, chemisch-alchimische Bücher. G. 21, 155, 
vgl.: Alchymistische Bücher. W. 36,22 2c. -ist, m., en, 
—6 „ —en: Einer, der Alchimie treibt (s. Alchemilla). 
Zisterei, f.; 0: Treiben der Alchimisten. König Kl. 
2, 130, vgl. Chymisterei. G. 12, 17. -islisch, a.: 
alchemisch. — AIlchemill-a (ulat.), f. [8 24, 11; 
(Te, #.; —n): Pflanzengatt., Sinan, bes. A. vul- 
gãris. .. Die Alchemisten sammelten den Thau v. den 
Blättern, daher .. auch Sonnenthau, A. .., Alchemisten- 
kraut. Oken 3, 2002. — AIlchim r., Alchem re., 
s. Alchem 2c. — Aleibfades (gr.), m., uv.; „se: 
Eigenn., auch antonomastisch „zur Bez. des Leicht- 
sinns“ (Guhhou Z. 6, 228) 2c. — Alerde, m., n; 
—n : „Cnkel des Alräus“, Herkules (lat. Alcides, 
gr. Alkeides). — Aleine, f.; —#: Name einer Zau- 
berin bei Ariost. w. 21, 340. — Alefnous (Al- 
krnoos), m., uv.; 0: König der Phäaken (s. d.), 
dessen Garten als ein Wunder gerühmt wird (s. v. 
Od. 7, 112 ff.) G. 6, 153; W. 19, 14 „2c. — 
Alepon #2c.: s. Halchon 2c., vgl. äme damncee. 
Aldabaran (ar.), m., —#; 0; ein Firstern 
erster Größe, das Auge des Stiers. Holegarten Po. 
2, 216, gw.: Aldsbaran. Hebel 3, 145; Kädler 
419 c. — Aldra (ar.-espan.), f.; —§s: Weiler, 
Dorf ic. Glodus?, 20 Ab; Sie wohnen in sog. A-“ 
od. Aldeamintos. Mag. d. Aueld. 36, 193b 2c.—
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        Aldehnd 
Ildehßd, m., —eys; —e: „entwasserstoffter Alko- 
bol“, alcohol dehy drogenüiälus (s. Aceivl) u. 
analoge Verbindungen. Kormarsch 1, 28. — Ilder- 
man (engl. äldermän), m., —s;-men; -mann (in 
deutscher Ausspr.), m., —s; -männer: —6-: „Alter- 
mann“, Altester, Vorsteher, Stadtrath 2c. — 
IAld-ina, f. 1824, 1); -ĩne, f. —: (Buchrr.): 
1) Druckwerk, nam. Ausgaben griechischer u. röm. 
Klassiker aus der v. Aldus Manutius zu Venedig 
1488 gegründeten Druckerei. — 2) Kursivschrift 
(Alrinische Lettern). — Ildschame (ar.), 1.; 
—n : Dschami (s. d. u. Al 1). 
Ale (engl. el), n., —s; —#: stärkstes Doppel- 
bier aus blassem Gerstenmalz. prech#l 2, 136; 138; 
Old mild, nämlich A., alt u. milde, ist Grany, die 
Großmutter; Old and bitter (A.), alt u. bitter ist 
mother-in-law, Schwiegermutter. Gartenl. 16, 170brc. 
(vgl. Allus). — Alea (lat.), k. [824, 11: Würfel, 
Würfelspiel: Jdcta a. sst (od.ECsto 1), der Würfel ist 
(od. sei) geworfen, s. Rubikon. — Ileätico, m.,S; 
0: Art toskanischen Süßweins. — Aleat-or (lat.), 
m., —s; -ören [8 24, 3, öris): Würfel-, Hasard- 
spieler. -orisch, a.: in der Art des Würfel-, 
Hasardspiels; darauf bezügl. c.: Die Prämien- 
anleihe. .. Durch ihren a-en Charakter. Ualß. 18, 
114. — ISlesanz ie.: s. Alfanz 2c. — Alẽga, m., 
—; —8: abesfinische Geistliche. Gartenl. 15, 697b. 
— Alrima (gr.) /§ 24, 3, n., ttis): Salbe. — 
Aleipt 2c.: s. Alipt 2c. — Alekaͤnt: s. Alik 2c. — 
IAlekto (gr.), f.; —: eine der 3 Furien (s. d.); 
eine Art ungestielter Krinoideen (auch Comätula 
od. Decacnsmos). Jurmeister Gsch. 172.— IAlcklor-, 
Aleklrp-omachie (gr.), f.; —(ehn: Hahnenkampf. 
omantié, f.; 0: Weissagung aus dem Krähen 
od. Fressen der Hähne 2c. — Allemann 2c.: s. 
Allem 2c. — Alémbik;: s. Alambik. — Alembroth, 
n., —#8; 0: A., A.-Salz, eine Verbindung v. salz- 
saurem Quecksilberoryd u. Salmiak, zum Ver- 
golden. Karmarsch M. 1, 453. — Alemdar (türk.), 
m., —s; —8: Träger der heil. Fahne am Hof des 
Sultans. — Alentours (frz. alangtur), pl.: Um- 
gebung (v. Gegenden u. Pers.). — Ileph (hebr.), 
n., —#: —#: der erste Buchst., vgl. Alpha; Elif. — 
IAlépine (frz.), f.; gn: Art Zeug aus Wolle u.e 
Seire. — Iäleppo-Ubel, n.: flechtenartige Ge- 
sichtsrose (s. Bouton), wie sie endemisch zu Aleppo 
od. Haleb (s. nam. Falmerayer GsW. 1, 87; hebr. 
Cheibon, z. B. Zunz, Hes. 27, 18. vgl. Chalpyben 2c.; 
Galbanum) in Syrien. — Alerre, f.; —n: Lärchen- 
baum: Aus A.-Brettern. Gerstäcker Pench. 1, 217. — 
Alert (it.-frz.), a.: „auf dem Posten“, aufgeweckt, 
munter 2c., s. alart. — Iles###ren (frz.), tr.: 
eine (Metall-) Röhre ausbohren; ein Loch in Me- 
tall aufreiben, aufräumen. i# Coär), n., —; 
—6 : Reib-Ahle. — Aleth-i (gr.), f.; 0: „die 
Wahrheit“, nam. personif., auch: Kat! A-n — 
(lat.) ad veritätem, v. einem Beweis (argumén- 
tum), der objektiv auf Ergründung der Wahrheit 
geht, Ggstz: Kat' Anthröpon, lat.: 44 höminem 
(l. d.). -ophil, m., —-en, —6; —en; -ôöphilos, m.: 
Ilfanzer 37 
Wahrheitsfreund. — Alleur -omantie (gr.), f.; 
eyn: Art Wahrsagung aus Mehl. Jométer, 
m., n., -—s; uv.: „der Mehlmesser", Werkzeug zu 
Mehlprüfungen. — Alexand-er (gr.), m., -6; 
uv.: männl. Name; in den franz. Karten: Treff- 
konig, s. PhORungt 1, 255 (ogl. Hektor 2); Der 
David [Pik-König] u. der A.,sie sind ja Forcen mit 
einander. G. 1, 33 2c.; A-s-Papagei, Psittacus 
Alexändri s. cubiculäris c. -ra, f.; 0: s. Aste= 
rotd. Srine, f.; —n: weibl. Name; ein Zeugstoff, 
Art Siamoise (s. d.) v. seidenartigem Aussehn. 
iner, m., —6; uv.: 1) Bewohner Alerändrlens; 
alerandrinische Gelehrte. — 2) eine Versart aus 
6 Jamben mit einem Einschnitt in der Mitte u. 
mit (der Regel nach abwechselnden) männl. u. 
weibl. Reimen, der Hauptvers der Franzosen; 
früher auch des deutschen Drama's (s. Kreiligrath 1, 
123), MzZ.: A-n. EPHahn Hohen. VII c2c., auch: 
Alexandrinen. Platen 1, 291 1c.; Seinen bezahlten 
Schmerz in Leichen A. auszutropfen. Sch. Göd. 1, 
202 1c. xrinisch, a.: 1) aus od. in Alerändria, 
z. B.: A-e Bibliothek; Gelehrte; Grammatiker; Phl- 
losorhen (s. Neuplatoniker), Philosophie; Übersetzer, 
Übersetzung (s. Sextuaginta); Der al#e Dialekt (vgl. 
hellenistisch); Das a-e Zeitalter 2c. — 2) in der Weise 
v. Alerandrinern (s. d. 2): Das ist ja recht a. ge- 
flennt. Sch. 106b, — nach andrer Erklärung: in der 
Weise Alerander des Großen, der weinte, weil er 
Nichts weiter zu erobern habe (st. alexandreischte.). 
-rinism, m., uv.; -en: A., A#us, Etwas, das 
v. alerandrinischem Wesen zeugt, ihm gemäß ist 2c.: 
Einen der vielen lächerlichen A“-en der Kritik. DMus. 15, 
2, 167 12c. -romanie, f.; —(ehn: Sucht, den 
Alexander zu spielen 2c. Gecvinus Hist. Schr. 7, 427 2c. 
— Aälereteri-on (gr.), Zum, n., —#; zen s8 24, 
2, n.): Rettungsmittel, Gegengift. Aleri- 
kah-on, n., —#s; -za: Gegengift. Alexipharm-- 
aciẽ, f.; —en: Lehre, Lehrbuch v. den Gegengiften. 
-ahon, acum (§ 24, 2, n.): Gegengift. — 
Alezan (frz. alesing), m., —#; —s: (v. Pferden) 
Fuchs. 
Alf, m., „s, —en; -en: Elf (s. d. 2, ogl. 
Alr): A-en, Zwerge kommen ihm zu Hilse. F. 8, 533; 
Kohaike Fr. 29; Gute, Licht-A-en; böse, Schwarz- 
A-en. 115 2c.; A.-Heim Frejs Burg. 15; A.= 
Ranken, Pfl., Lonicéöra periclymenum. — 
Alfäder (nord.), m., —6; 0: „Altvater“, der 
Götterkönig (s. Odin). Mohnikt Fr. 96; 102 1c. — 
SIlfalfa (span.), f.; 0: Lucerner Klee. pöppig Ch. 
1, 228; auch (:) Binsen (A.). Globus 6, 166b. — 
Alfäna (span.), s.; —s: Schlachtroß. — Al— 
(Ale-) - fan;, m., —es; -e: 1) persönl.: Gauk- 
ler 2c.: a) (vralt.) betrüglicher Gaukler, Betrüger. 
—h) Hans Narr; dummer, thörichter Kerl 2c. — 
2) sachl.: a) (vralt.) Betrug, Ubervortheilung 
(vgl. it. all avanzo, zum Vortheil). — b) Dumm- 
heit, Narrethei, thörichter Aufputz, Firlefanz 2c. 
anzen, -sänzen, imr. (haben); tr.: (vralt.) 
gauteln, betrügen: Es abmet u. alefanzt der Teufel 
Gottes Werke nach. Maihesius. -anzer ((—), m.,
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        38 Alfanzerei 
—#; uv.: Alfanz 1. -fanzerrĩ, k. en: Gauke- 
lei 2c., bes.: Narrethei, Dummheit 2c. —sanzig 
(fänzig) (—), a.: närrisch, thöricht, dumm re.; 
(oralt.) betrügerisch c. — Alfenide (frz. —#d), 
n., — ; 0: weißes Maillechort (s. d.), eine 16 
Procent Nickel haltende Komposition, gw. auf 
elektros-chem. Wege stark versilbert: A.-Eßbestecke 2c# 
— Alfrésko: s. Fresko; Al 2. 
Alg-a: 1) abessin. Bettstelle. Globus 4, 33, s. 
Ankareb. — 2) (lat.), f. /#§ 24, 11, -e, f.; -#: 
Seegras, Tang, — eine Ordnung kryptogamischer 
Wasserpflanzen (Wasser-Fäden, „Moose) m. vielen 
Arten. ac#t, m., -eys, —en; -e, —en: Algen- 
Versteinerung. — Ilgalie (frz.), f.; —edhn: 
Sonde; Harnräöhrchenspritze, s. Katheter. — Alga- 
räde (frz.), f.; —n: brüsker Insult, freche Belei- 
digung 2c. — Algarr-öba (ar.-span.), f.; —s: 
Johannisbrot (s. Karube); auch: Die Algar vbas (Pro- 
sopis). Pöppig Chil. 1. 15, vgl. Oken 3, 1690 ff.; Der 
Algarobe- Baum. Globus 5, 4b. Jobilla, -ovilla, 
f.; 0: die Hülsen einer Akacienart, zum Färben. 
- öbo, m., —; —6# : Johannisbrotbaum. Aueld. 39, 
Ja. — ällgarolh, n., —8; 0: A., A.-Pulver, ein 
nach dem veronesischen Arzt A. benanntes Antimon- 
orychlorid (Stibium oxydulätum submuriäticum) 
als Vomitiv. — Algarpala, f.; —#: Art Sandale, 
in Venezuela 2c. Ausld. 38, 747a. — Ulgaseen 
(bbess.), m., —#; uv., —: der mittelafrikan. Hirsch, 
auch Kudu (Strepsiceros Küdu). Erehm Hab. 167 rc. 
— Alge, f.;n: s. Alga 2. — Alg-rber (ar.), 
Tebra, f.; (—)): das Rechnen mit allgemeinen 
Größen, nam. zur Best. unbefannter aus bekann- 
ten durch Gleichungen; Buchstaben-, Zeichen-Rech- 
nung; Allrechenkunst; Lehrbuch darüber (vgl. II 
Cos). Tebraisch, a.: zur Algebra gehörig 2c. 
Tcbraissièren, tr.: algebraisch bestimmen. Uicolai 1, 
167. Tebratfl, m.,-en, —##; -en: Keuner der Al- 
gebra, auch: Der .. arithmetische Algebrist Dio- 
phantus. Humboldt Kosm. 2. 217. — Alg-edon 
(gr.), m., —#; (-s): hestiger Schmerz, be- 
sonders der Hoden. -ma 24 3, n., tis):: 
Schmerz. — Ilgenib (ar.), m., —; 0: ein 
Stern — « des Persens. Mädler 419; 416. — 
Alget: s. laudatur. — Algéthi (ar.), m., —; 0: 
der südlichste Stern im Herkules. — Algibe (ar.= 
span.), f.; -6: Cisterne. Schan 2, 341. — Algiĩẽ 
(gr.), f.; —ehn: Nervenschmerz (Neuralgie). — 
Algol (ar.), m., —#8; 0: ein veränderl. Stern im 
Medusenkopf des Persens (6 Pérsei). Mädier 416; 
Cititow 483. — Algologf#e (lat.-gr.), f.; —(e)n: 
Lehre, Lehrbuch v. den Algen. Dazu: Algolög, 
m., —en; —en; · isch 2c. — Algomötza (ar.), m., 
— 0: ein Stern im kleinen Hund (Pröchen). — 
Algorab (ar.), m., —#; 0; ein Stern im Raben. 
— Algorism-, Algorilhm-us (gr.-ar.), m., 
uv.; 0: Inbegriff der Rechnungsarten u. Lehrbuch 
darüber (vgl. Arithmetik): Die sog. Methode des 
pythagorischen Abakus (s. d.) oder Algorismus. Hum- 
boldl Kosm. 2, 199 2c.; Diese algorlthmisch- 
Alinlik 
algebraische Sprache. Uat 3. 21, 405 2c. — Alguaeil 
(ar.espan.), m., —s; e, —, —es: Gerichtediener, 
Häscher, Scherge: Zwei A-es. Globus 4, 135b.— 
Algümmim (hebr.): Sandelholz. Humboldt Koem. 
2, 167. 
Alhäj-och -oth (ar.), m., —#; 0; ein Stern 
im Fuhrmann (Capélla). — Ilhämbra (ar.), .; 
—# : „die rothe“ Burg (. Herrig 40, 157), der Pa- 
last der maurischen Könige in Granada. Schac 2, 
338 Alhämra. Rücken Col. 1, 144; 248); ein 
ähnl. Bau. — Alhänia (ar.= span.), f.; —5: 
Nische zum Schlafen (s. Hania). Scho 2, 324.— 
Alhenna (ar.), f.; 0: Alkanna (s. d. u. Henna). 
Umbreit Lied. 34 2c. — Alhidäde (ar.), f.; —n: 
bewegliches, sich um den Mittelpunkt eines zum 
Winkelmessen bestimmten Instruments drehndes 
ineal. 
Alias (lat.), adv.: sonst, ehedem. — Alibi, 
adv.: anderswo u. n.: das „Anderswo“ (Rechts- 
sprache), die Abwesenheit v. dem Ort einer That, 
nam, eines Verbrechens. Genit. u. Mz. m. od. 
ohne s, z. B.: Die Ausflucht des A. Börne 1, 275 ꝛc.; 
Lauter erwiesene A-s. Gutzkom Lenz 24 2c.; Die A.- 
Zeugen. Upitav. 36, 112 ꝛe. — Alien (engl. elien): 
als Bstw. — Fremden-, z. B.: A.-Bill;-Offtce 
löffisl, -Amte. Ali-enabel (nlat.), a.: veräußer- 
bar, verkaufbar, s. In-a. enatiön (lat.), k.; 
—en: Entfremdung; Veräußrung; Geisteszerrüt- 
tung (alienätio méntis). enseren, tr.: entfremeen, 
veräußern; entwenden; abwendig machen. -enist, 
m.,en;—en: Taschenspieler 2c.: Den berühmten A-en. 
+Aag. b. Auslb. 36, 594 a. -nus, a.: fremd: Alisni 
(Ggstz sũi) jüris, eines Andern (bes. der väterl.) 
Gewalt unterworfen 2c. — Align-ement (irz. 
alinj-emäng), n., —#; —: das Abmessen, Abstecken 
einer als Nichtschnur dienenden (graden) Linie u.: 
diese selbst: Das Haupt.N. versteinigen. KAugust 1, 
251 r. Jikren, tr.: nach einer Richtschnur, in 
grader Linie abstecken, ordnen 2c., vgl. jalonnieren. 
— Alikänt, m., —§, -#en;. 0: ein füßer span. 
Wein, „Wein aus A.“ (w. 12, 235), „A-en-Wein“ 
(1, 132), auch: Glebst du mir einen Kuß, so ist es 
Ale kant. Aühlpforth 2, 113 2c. — Ilicüri, f.; —: 
A., Licuri, Art Palme in Brasilien, Cöcos coronäta. 
Burmeister gB. 2, 223.— Alil (türk.), pl.: Dienst- 
untaugliche. Hammer 7, 136; 10, 338. — Alim 
(ar.), m.: s. Ulema. — Iliment (lat.), n., —e); 
—e: Ernährung, Verpflegung; bes. Mz.: Ver- 
pflegungsgelder. -ärius, m., uv.; -ärsen /I§#24, 21: 
ein (nach Testamentsbestimmung) zu Verpflegender. 
Saliön, f.; —##; —-: Ernährung, Verpflegung, 
Unterhalt: Die A. [Speisung] des Jsthmus mit Suß- 
wasser. Nat 3#. 21, 187; A-s. Gelder; Kosten 2c. 
jieren, ir.: Einen a., ver a., verköstigen, für sei- 
nen Unterhalt sergen. -um [8 24, 2, n.]: Ali- 
ment: Aliménta eirslia, standesgemäßer Unterhalt; 
naturälia, nothdürftiger 2c. — Ilinea (lat.-frz.), 
n., —6, uv.; —8, uv.: Anfaug einer neuen Zeile; 
Absatz: Die Adresse gelangt zur u.= welsen Berathung. 
Zukunst 1, 21. — Alinlik (türk.), pl.: Stirn=
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        Alioth 
bänder. Hammtr 10, 338. — Iliöth (ar.), m., 
—6; 0:; ein Stern im Schwanz des großen Biren 
(e Ursae msjoris). Mädler 416. — Alipt, Aleipt 
(gr.), m., —en; Sen: bei den Alten, Einer, der 
Leute einsalbt, im Bade od. zum Ringkampf 2c. 
zrium, n., —#;-erken [8 24, 2, n.): Salbzim- 
mer im Bade. ik, f.; 0: Salb-Kunde, -Kunst. 
rum 824, 2, u.): Salbbüchschen. — Ali-quant 
(lat.), a.: irgendwie-viel, groß, z. B.: Ein a-er 
Theil, irgend ein Theil. —quôt, a.: ein irgendwie 
vielter, d. h. in irgend eine (in eine best.) Anzahl 
v. Theilen getheilt, z. B.: Ein Bruch ist ein od. meh- 
rere a-e Theile eines Ganzen 2e.; A.-Töne einer schwin- 
genden Saite 2c., Beitöne, die sie außer dem Haupt- 
ton hören lässt, indem außer ihrer ganzen Länge 
auch noch a-e Theile derselben schwingen 2c. — 
Aliter (lat.), adv.: anders, z. B.: A. püeri lẽgunt 
Teréntium, a. Hügo Grötius, „Anders lesen Knaben 
den Terenz, anders Grotius.“ (G. 3, 83) 2c. — 
Ilitür (lat.), f.; 0: „Ernährung“, die Umwand- 
lung der Nahrungsstoffe in Nahrungssaft. — 
IAlizar-i (pers.-türk.), n.p, —#; 0: Krapp, s. fau# 
mtrayer Fr. 2, 221, vgl. Azala, Izari 2c. = in, n., 
—(e)s: 0: Farbstoff im Krapp. Aarmarsch 2, 486 ff.; 
Das A. (Lizarinsäure). 487; A.-Tinte. 3, 247. 
AIli-öfar, -üfar, m., —; 0; eine Sorte Thee 
(Schießpulverthee). Encyhl. f. K#ufl. 730b. 
Alk (isl.), m., —e)s; —e, —en: eine Ordnung 
kurzflügliger Schwimmvögel, Alca, z. B.: Brillen- 
A., A. impennis; Klubb= od. Tord-A., A. trda 2c. — 
Alkab- (Alkav--)ãla (ar.-span.), f.; —#: Ver- 
brauchsteuer (vgl. Gabella). — Alkäde (ar.-span.), 
m., -u; —n: Richter, Schuldheiß: Heut Abend will 
ich serenaden,] daß fluchen sollen die A-u. Freiligrath 
W. 4, 296 2r.., häufiger: Alkälde. — Al-Kad(e)r, 
.Kädir (ar.), f.; 0: die heilige Nacht, in welcher 
der Koran aus dem 7ten Himmel in den des Monds 
kam, v. wo der Engel Gabriel ihn dem Propheten 
mittheilte, auch o. Al (s. d. 1), auch El-kadr. Daumer 
2, 206; Hommer 10, 351; Schad 1, 116. — Ilka- 
hest, n., —e)s; —: bei Paractlsus u. A. ein (ver- 
meintes) Universal-Auflösungsmittel. — Alcai- 
cerĩa (ar.-span.), f.; 0: Marktplatz in Granada. 
Schac 2, 328, vgl. — o. Artik., s. Al 1 —: Auch 
in den afrikan. Städten gab es solche Kaißerias, 
was eig. nur ein andrer Name für Bazar [s. d.) ist u.: 
Dem Bazar, welchen die Mauren als Enkaischeria 
bezeichnen lin Maroccol. Globus 6, 85b. — Ilhaf- 
isch, os: s. aleäisch. — Ilkalde, m., In; 
—n : (s. Alkare). Gerstäckher WW. 183; Grenzboten 
24, 1, 229 2c. — alkäl-escenz (nlat.), f.; 0: 
Hinneigung zum Alkaleseskren, d. h. zur Ent- 
wicklung des „flüchtigen Akalis“ (s. d.), nam. zur 
faulen Gärung. -li (ar.), n., —#s; -#en: „das 
Kali“ (s. d.) u. die ihm verwandten chem. Stoffe 
(Laugensalze): Flüchtiges A. nennt man das Ammo- 
niak, weil es bel der gw. Temperatur gasförmig ist; 
fenerbeständig (fir) das Kali u. Natron 2c. Milchherlich 2, 
1, 7 ff.; A.-Metall, das einem A. zu Grunde 
liegende (s. Metallold; Kalium 2c.). -imster, m., 
Alkove 39 
n., —; uv.: Instrumente zur Bestimmung des 
Alkaligehalts der Pottasche u. Soda (dazu: Al- 
kalimetr-if, f.; tfch, a.). -inisch, a.: alka- 
lisch. -isation, f.; -en: Alkalisierung. -isch, a.: 
das Wesen eines Alkalis habend. -i'sern, tr.: 
zu Laugensalz brennen. -ität, f.; 0: das Alkalisch- 
Sein (vgl. Acidität). -oĩd, n., —(e)s; Se: ein 
organisches Alkali. -urktieum [8 24, 2, n.]: 
Heilmittel, das auf Absondrung eines alkalien- 
reichen Urins wirkt c. — Ilkäm-en (gr.), m., 
—s; +, -en; -enes, m., uv.; uv., „se: ein be- 
rühmter Bildhauer, auch antonomastisch: Was je 
die Phantasie' er Alkamenen u. Lysipren sich als das 
Schönste dacht'. w. 20, 287. — Alkanna (ar.), 
f.; —§s: Name zweier vrothfärbender Wurzeln .. Die 
echte A. .. Lawsönia inérmis. Die unechte A. od. 
Alkanet-Wurzel ist v. der Färber-Ochsenzunge (An- 
chüsa tinctöria od. Alcánna tinctöria). Farmarsch 1, 
29; A. od. Henne (s. d.). Ohen 3, 1881 ff., vgl. 
Alhenna; Chenna. — Alhargen, n., —; 0: eine 
krystallisierte Verbindung von Alkarfin (s. d.), 
Sauerstoff u. Wasser. Mitscherlich 2, 2, 488. — 
Alkarrhäza (ar.-span. —äsa), f.; —#: poröses 
Thongefäß zur Kühlhaltung des Trinkwassers 2c. 
(in Agypten 2c. Bardäken; Kulal): In Frankreich hat 
man diese Gefäße unter der Benennung Hydrocérames 
nachgeahmt. Karmarsch 1, 28. — Alkarfin, n., 
—e)s: 0: eine durch trockue Destillation eines Ge- 
menges v. essigsaurem Kali Is. Alkali] u. arseniger 
Säure (s. Arsen ikj dargestellte wasserhelle, giftige 
Flüssigk. mitscherlich 2, 2, 488 (Cadet's rauchende 
Flüssigk.; Kakodyloryd). — Alkatifa (ar.-span.), 
f.: —#: Prachtteppich mit Gold= u. Silberstickerei. 
— Allkaväla: s. Alkabala. — Illkazäba (ar.= 
span.), f.; —§: festes Schloß, Citarelle. Schack 2, 
248; 295; 341.— Alkãzar (ar.-span.), m., -6; 
—# : Schlos, Palast (s. Kasr). 200; 247; Dastiano 104; 
168; Monalbl. 1, 520brc. — Alkrides: s. Aleide. — 
Alkchengi (ar.-span.), m., —#; —#: Judenkirsche. 
— Alkino--os: s. Alcinous. — Alhrmes (ar.). 
m.: Kermes [s. d.) -Körner (A.). Karmarsch 2, 411; 
auch damit bereiteter Likör u. Konfekt (A.-Konfekt). 
— Alkisch: türk. Segenszuruf. Hammer 2, 225; 10, 
338.— Illkmene (gr.), f., — —ns; 0: Mukter des 
Herkules (l. d.): A-ns Sohn. w. 12, 169; 171. — 
AIlkoh-ol (ar.--span.), m., -s; 0: (vgl. Kohol) 
wasserfreier Weingeist (absoluter A., vgl. Spiritus): 
Amhl- (s. d.); Buthl= (s. d.) A. 2c. olisation, f.; 
-en; —-: Alkoholisierung. -ölisch, a.: weingeistig: 
A“e Gärung (Hirzel Chem. 154); Getränke (ebd.) 2c. 
-olisicren, tr.: Den Weingeist a., entwässern (de- 
pohlegmieren, rektificieren); ferner: durch (od. wie 
durch) Alkohol berauschen, erregen: Unsere alkoholi- 
sierte u. so oft nur affektierte Emrfinrsamk. w. 29, 332. 
olomkter, m., u., —§s; uv.: Instrument (Aräo- 
meter, s. d.) zur Bestimmung des Alkoholgehalts: 
Tralles' Procent-A. 2. Dazu: Alkoholo-metriék, 
f.; mstrisch, a. — Alkoran (ar.), m., —s; , 
— (uv.): s. Koran u. Minaret. — Ilk-ov (ar.), 
m., —8; -e; -ove (□—), m., —n; —; f.;-;
        <pb n="56" />
        40 Alkoven 
TJoren (0—), m., —; uv.: abgesonderter Theil 
eines Zimmers vd. Vertiefung in der Wand, worin 
meist ein Bett steht (s. Se. 1, 2 la, vgl. Kubba); 
scherzh.: Gehirn-A—-nl-Kammer]. 3F. Wahrb. 4, 278. 
All (engl. äl): all, Alles, z. B.: A. (is) right 
(rei#); A. Is well luelll, Alles ist in Ordnung, wohl, 
— das Letztre auch nam. auf Schiffen als Ankwort 
der Wachposten c. — All-, alla (it.): s. a 6b. — 
Allabakli, pl.: feine ostindische Baumwollzenge. 
— Illabüta, m., —6s; 0: Samen (v. Chenopö- 
dinm älbum) zur Bereitung des Chagrins (s. d.). 
Garmarsch 3, 413; Prechn 3, 432. — Alladin: s. 
Aladrin. — Allah (ar., —), m., —#; 0: Gott: 
A—s Namenhundert. G. 4, 112; 196 r2c.; A. il A.! 
! Gott ist Gott]. Keiligrath SW. 1, 86 „.; A. äälim 
Gott ist allwissend); A. äkbar [Gott ist groß!l. 
Schag 2, 302; A. kerim /Gott ist großmüthig!]er.; 
A. klter cheirak! [Gott mehre dein Wohl! = ich 
danke]. Eartenl. 17, 22à 2c.; Bit A., d. h. Gottes- 
baus. Ausld. 38, 81 Sa rc. (s. Bismallah, Maschallah, 
W'Allah); A., auch als muhamedanisches Kriegs- 
geschrei; dazu: Umher alläh'n im Dorf die Türken. 
Calv; 2, 251; 254 rc., A. rufen. — ällait-ement 
(frz. allätimäng), n., —#: —: Allaitierung. = en, 
tr.: ein Kind, ein Junges sängen. — Allame 
(türk.), m.)—s; —#: der Gelehrte. Hammer 10, 338. 
— Allang: s. Lalang.— llant-ois (gr.), f.; uv.: 
die „wurstförmige“ Harnhaut des Fötus: Inner- 
halb der A. der Wiederkäuer findet sich die allan- 
tössche Flussigk. (Liquor allantõidis) 2c. -oldrikon, 
u., —6; 0: „Wurstgist“. — Allargieren (irz. 
-shieren), tr.: verbreitern, erweikern. — Allärm 
»c.: s. Alarm 2c. — Allasch, m., uv.; 0: Art 
Aquavit, Dexpelkühnmel: Diener kredenzten. Mus- 
kateller u. A. Ual3. 20, 223. — Hllata (lat.), pl.: 
„das Hinzugebrachte“, vgl. Illata. — Allakr= 
ation (lat.), f.; —en: Anbellung. ieren, tr.: 
anbellen, anklüffen. — Allalũr (nlat.), f.; —en: 
Wirthschafts-Zuschuß (vgl. Allata). — Silläüs: 
s. Allus. — Illèchement (frz. —esch'mang), n., —; 
—s: Anlockung; (Kupferst.) sanbre, „geleckte" 
Führung des Grabstichels. — Hllée (frz. alle), f.; 
—e))n: „Gang“ v. 2gleichlaufenden Reihen, nam. 
Bäumen (Baum-Gang, Weg), doch z. B. auch: 
A-n v. Srhinrkolossen. Burmeister Gsch. 20; A. v. feuch- 
ten Kothhaufcn. G. 23, 334; — Reihe v. Galeeren= 
stlaven. hümme! 5, 40 2rc.; Eine unübersehbare 
Lichter-A. Nodenderg Par. B. 1971:c.; Baum - ack- 
länder Sold. Kr. 57 2c.); Obst= n. Nußbaum= (König 
Kl. 1, 315); Kastanien-, ZLinden-, Pappel- 
A. ie.; Hanpt-; Oner-; Neben-; Seiten A.; 
Schlangen-A [sich schlängelndel. w. 11, 86 v.; 
Kies-; Sand-A., mit kies-, sandbestreutem Wege; 
Eine Läster-A. belgoländischen Andenkens. Hackländer 
Heidch. 119, der in Reihen aufgepflanzten die An- 
kömmlinge musternden Badegiste; Seufz- (Plumauer 
2, 131), Seufzer= A., als Spaziergang Liebender 
„c. — AIlleg-äf (lat.), n., -(e)s; —e: eine ange- 
führte Stelle, Anführung, Nachweis; Berufung auf 
ein Gesetz c. ation, f.; —-en; —: Anführung 2c. 
Alleluiarium 
lum [8 24, 2, n.]): Allegat. — Allége (frz. 
allesp), f.; —m : „Leichterschiff", Lichter. -ment 
C□mäng), n., —8; —: Erleichtrung. — Alleggio 
(it. allersche), n., —##; —#: Allége. — Illegiance 
(engl. ellirshens), f.; 0: Unterthanentreue: Oath 
of löth öw) a., Unterthaneneid 2c. — Allegieren 
(lat.), ir.: eine Schriftstelle anführen, sich darauf 
bezlehn, berufen. — Alleg-oriẽ (gr.), f.; —eyn: 
sinnbildliche Darstellung (vgl. Metarber). ori- 
gätor, m., —s; ören: Allegorist. Scherr Mix. 233. 
-örik, f.; —en: ein Ganzes v. allegorischen Dar- 
stellungen 2c. Rosenktanz Gsch. Poes. 495. orisch, 
a.: sinnbildlich. orisieren, intr. (haben): sinn- 
bildern; Etwas sinnbildl. darstellen: Lasst mich ein 
wenig weiter a. u. Herder wird meine Allegorie am besten 
erklären. G. 24, 126; W. 23, 285 2c.; Vera., tr., 
versinnbildein: Man hat den Menschen so verallegori- 
siert, er kennt sich fast nur im übertragnen Sirn. Waldau 
Nat. 3, 354. orist, m., —en; —en: Sinnbildner; 
Einer, der gern u. vorzugsweise Allegorien anwendet. 
oriflerek, k.; —en: Sinnbilrnerei, Sinnbilder= 
sucht. k. 11, 140c. — Sllgr-amente (it.), adv.: 
(Mus.) hurtig, rasch, munter. -etlino, n.,—# —: 
ein kurzes Allegretto. -étto, a.: nicht ganz so 
schnell u. feurig wie allegro; auch n., —#: —8: ein 
Tonstück in solcher Bewegung. ezza, f.; : Mun- 
terk., Lebhaftigk.: Con Imitl a. 2c. —i: hurtig: 
Die A.-Lotterie. Nur hier lin Petersburg!] ist cs mög- 
lich, in Zeit v. 2 od. 3 Stunden 10,000 Billette (zu 
½ Rubel) zu einer Lotterie zu verkaufen, in welcher 
die Chance des Gewinnes eine unendlich kleine ist. Nat.3. 
20, 189 2c. Cissimo, a.; sehr schnell, sehr leb- 
hast 2c. Jo, adv.: (Mus.) lebhaft, schnell, mun- 
ter (s. gai); n., —#s; —#: ein Tenstück von solchem 
Charakter; gesteigert: A. assäl, a. di mõlto [sehr 2cr.); 
a. cõn brio, con fuöco, con spirito lmit Feuer 2c., 
cön möto lmit Bewegung 2c.]; vermindert: a., mã 
nön tröppo saber nicht zu sehr!]; a. nön tänto snicht 
sehr): a. moderäto mäßigs z2c., vgl. Allegretto. — 
AEAllekl-ation (lat.), f.; —en: Anlockung. iön: 
s. Adlektien. — Slel#egpon (gr.), n., —; 0: 
gegenseitige Haftung od. Bürgschaft. falmttantr 
Gs W. 2,56. Jodidaklisch, a.: auf den gegenseiti- 
gen Unterricht — nach der Lancaster'schen (s. d.) 
Methode — gegründet, ihn anwendend: Einen a-en 
Lehrer. Koss Ins. 3, 122; A“-e Schule 128. Jokle- 
ronomir, f.; —eyn: Vertrag über gegenseitige 
Beerbung. — Allelñ-jah (hebr., —): „lobet 
Gott!“; auch n., uv., —s; uv., —#: Loblied auf 
Gott; auch als Pflanzenn., Sauerklee (kischan B. 
268 a cc.). Ost — u. richtiger — mit anlauten- 
dem H., vgl.: Und donnernd ruft er nun A. ((—. 
stnau 1, 274; Und verzuckt Hallelusah Kyrse Elerson 
singen. Heine Rom. 272; Preis sei dir, Gott! Hallelu- 
jah! D. 3, 167; Und stimmt ins Halleliljah ein. 179; 
Hallelslahgesäng'. Luis. 1, 145; Bei ihren wohlgemcin- 
ten Hallelnjahs Chorus machen. W. 31, 127 1c.; auch: 
Daß er gelobt, gepriesen, gehallelujat sein will. 
Rahel 2, 410 [8 25) w. -iärium, n., —; sen 
18 24, 2, u.: eine Sammlung von Hallelu- 
jahs, nam. der mit Hallelujah überschriebnen
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        Allemande 
Pfalmen (psälmi alleluiãtici). — Allemande (frz. 
—mängr), f.; —n: ein Tanz, „deutscher“ Dreher. 
G. 22, 14 ꝛc. U.: die Musik dazu, vgl. Alle- 
mand (□mäng), dentsch; ein Deutscher (z. B. 
Querelle (keräl! d’Allemand, ein vom Zann 
gebrochner Streit), —magne (mani), Deutsch- 
land (nach dem Stamm der Allemannen be- 
nannt). — Allent-ando, äto (it.), adv.: 
(Mus.) verlangsamt, zögernd (häusiger rallen- 
tändo). — Alles-iẽren, -oir#: s. Ales c. — Allez! 
(frz. alle): geht! A. vite! lwit] geht schnell; 4. 
—ous-en! lwusäng] fort! schert euch! — Allfader, 
s. Alfader. — Alliacẽẽn (lat.), pl.: lauchartige 
Pflanzen, s. Allium. — Alli-age (frz. —ish), f.; 
—n: Alligation, Legierung. - ance (ängß), k.; 
—m; S-anz, f.; -en: Verbindung, Bündnis: Die 
s. g. beilige A.; Offensiv- u. Defensiv-., 
Schutz= u. Trutzbündnis; Triple-, Quarrürle- 
A., Drei-, Vier-Bund 2c.; A.-Waxpen, Hei- 
raths-Wappen, bestehnd aus dem Familienwappen 
der Frau neben dem des Manns 2c.; A., auch ein 
dem Solo ähnl. Kartenspiel zu Vieren. — Alli- 
tiẽren (lat.), tr.: anlocken. — Allĩen, pl.: (. 
Allium) die Lauche, Lauch-Arten. — Illiensis 
124, 3, uv.], a.: bei der Allia (einem Flüßchen, 
in Latium), z. B. Pügna ldie Schlacht] a., die 
Schlacht, wo die Gallier unter Brennus die Rö- 
mer schlugen; Dies a., der Tag dieser Schlacht; 
verallgemeint: ein Unglückstag 2c. — Alligation 
(lat.), f.; —en; —s-: Vermischung (vgl. Legierung). 
A—-s-Rechnung, „Regel, in Bezug auf das Vh. des zu 
Mischenden und den Werth der Mischung. — lli- 
gät-or, m., —s; zören: das amerikan. Krokodil 
(s. Lagarto; Kaiman), bes. Crocodilus lücjus. — 
Alligferen (lat.), tr.: vermischen, versetzen ((. 
legieren). — Illign 2c.: s. Align 2c. — Illikferen, 
tr.; refl.: verbünden. — Allit()er- ation (nlat.), 
f.; —en; —s-: Wiederkehr deeselben Buchstaben 
(nam. im Anlaut) in aufeinanderfolgenden Wor- 
ten, Stabreim, s. Nosenkranz Poes. Gsch. 296: An- 
fangs-A. od. Anreim (z. B. Kind u. Kegel; M ann u. 
Maus; Wind u. Weiter 2c.); Enr.A. (z. B. Hinz 
u. Kunz r.). -ĩẽren, intr. (haben), tr.: Allitera- 
tion haben od. machen. — Allium (lat.) (§ 24, 
2, n.]): Lauch (s. Alli-aceen, en). — Ill#! interj.: 
auf! munter! (vgl. halle; allons). — Illochrokt 
(gr.), m., —(e)s; —e: ein „farbenschillerndes“ Ge- 
stein (Art Granat). cO#en 1, 160. — Alllöd, n., 
—e)s; —e: Eigen= (Ggitz. Lehen-) Gut, — m. 
fremder Endung: A-#um /&amp;§#24, 2, n.], Mz. auch: 
A“l#en (vgl. Kleinod)). -ial, a.: allsrig, das Wesen 
eines Allods habend, solchem gemäß (Ggstz. feural): 
A--Erbe (m.; n.), -Erbschaft; Freiheit; „Gut 2c. 
ialitäl, f.; 0; —-: die Eigenschaft eines Allods, 
das Freisein v. den Lehnspflichten. -iät, m., -#n; 
—en: Besitzer eines Allods: Danach kaun alfo jeder 
A. Fiveikommisse errichten. Ua#3#. 20, 57. -iẽren, 
ilicteren, tr.: zum Allod machen. -isikaliön, 
f.; —en: Allodierung. -ium;: s. Allod. — Illodör 
(griech.), a.: der Allodorie ergeben. -ir, (.; 
Alloxan 41 
—(eyn: eine „andre Meinung, Lehre“ als die rechte, 
s. Heteredoxie. — Alloi: s. Aloi. — Allokation 
(ulat.), s.; —en: Genehmigung eines nachträglich 
in eine Rechnung eingeschalteten Postens. — Allo- 
kution (lat.), f.; -en: (s. Alloqguium) Ansprache, 
Anrere, z. B. des altröm. Felrherrn an die Armee 
(Guhl 2, 366); des Papstes an das Kardinalkol- 
legium 2c. — Allonge-r (frz. alongsh'), f.; -n: 
„Verlängrung“, z. B. Anschiebestück an Tische; 
Verlängrungsstange an Errbohrern; bei Wechseln, 
deren Rückseite zu Indossementen nicht auereicht, 
ein angefügtes Blatt 2c.; in Reitschulen — Longe 
(s. d.) 2c.; A.-Perücke, Staatsperücke, mit lang 
niederhangendem Haar. ĩcren, tr.: verlaͤngern. 
— Allons! (frz. allöng): „lasst uns gehn“; vor- 
wärts!; auf!; drauf u. dran!; wohlan! r. A., 
enfans Lallongsangfing] de la patrie! — Auf, Kinder 
res Vaterlanrs:, Anfang des berühmten franz. Re- 
volutionslieds, der Marseillaise. — Allö-opäth 
(gr.) 2c.: s. Allorath 2c. —ôfe, f.; —n ôsis, 1. 
[8 24, 3, uv.]): Umänrrung, Umwantlung, nam. 
der Speisen bei der Verdauung. -oticum (§ 24, 2, 
n.]: allöotisches Mittel (Alterativ). ötisch, a.: 
auf die Allöosis wirkend, die Säfte umstimmend, 
blutreinigend 2c. — #llopäth, m., -en, (8); 
en: Arzt, der gegen Krankheiten Mittel anwen- 
det, welche die den Krankheitserscheinungen ent- 
gegengesetzten Wirkungen hervorbringen u. sie da- 
durch aufbeben sollen (auch Heteropaih, Ggstz Ho- 
moopatb, seltner Isorath, — dessen in sehr kleinen 
Gaben gereichte Mittel ähnliche Wirkungen wie die 
Krankheitserscheinungen hervorbringen und den 
Krankheitslauf dadurch beschleunigen sollen), s. 
Curantur. -ĩt, ik, f.; 0: Lehre der Allopathen. 
Zisch, a.: darauf bezüglich. — Allõqu-ĩẽren (lat.), 
tr.: anreden. -ium, n., —; -ken [8 21, 2, n.]:: 
Anrede, Ansprache, ogl. Allokution. — Allot- 
ement (frz. —mäng), n., —##: —3 : Allotierung; der 
Einem durchs Los zufallende Antheil. — e##, tr.: 
durchs Los zutheilen: Die bei der Allotierung 
ibnen zufallenden Antheile. Uatz. 21, 392. — 
Allötri- a (gr.), n: s. Allotrion. -odontik, f.; 
—en: das Einsetzen fremder Zähne. ologie, f.; 
eyn: das Einmischen von Allotrien in die Rede. 
on, n., —5; -a, zen: etwas Fremdartiges, nicht 
zur Sache gehöriges. ophagké, f.; —(eyn: krank- 
hafte Gier, etwas gewöhnlich nicht als Spxeise Die- 
nendes zu verschlingen. ophaägisch, a.: auf sol- 
cher Gier beruhend, sich darauf beziehend 2c. — 
Allotröp (gr.), a.: allotropisch: Bei Verbrennung 
a-er Modifikationen derselben Substanz. J. müler Ph. 
2, 169. Jie, f.; -ismus, m.; 0: das Vh., wo- 
nach ein Körper in versch. Zuständen ganz versch. 
Eigenschaften zeigt. -isch, a.: der Allotropie ge- 
mäß 2c. — Allou- ãbel (frz. allu-), a.: zulässig. 
-anct Cingf), f.; —n: Zulassung, Erlaubnis. 
-iren, tr.: zulassen, gestatten, bewilligen 2c. — 
Alloxan (gr.), n., —#s; 0: (Chem.) Harnsäure ver- 
wandelt sich unter Einwirkung koncentrierter Salpeter- 
säure 2c. in A., das durch redneierende Stoffe in Dialür- 
säure umgewandelt wird, deren Krystalle unter Sauer-
        <pb n="58" />
        42 Alluc 
stoffaufnabme in Alloxantin übergehen, vgl. Kormarsch 
3, 14. — Alluc 2c., s. Halluc 2c. — Alludièren 
(lat.), intr. (haben): „ausrielen“ auf Etwas. — 
Alluseren (lat.), intr. (haben): anspülen. — 
Allümette (frz.), k.; —s, — Zünrhölzchen. — 
Allüre (frz.), f.; —n: Gangart; Fußgestell (nam. 
v. Pferden); Fährte; Art des Benehmens: In 
aristokratischen A-n. Monatbl. 2, 199b; Pö##lec Sudosil. 
1, 236 ꝛc. — Allüs, m., n., uv.; 0: (s. Ale): 
Das flawische Piwo, das litthauische A. u. das germa- 
nische Bier. Kohl Pet. 2, 66, auch: Wohlgebraut ist 
der Alläus,] Gäste nahm ich mir ins Haus. Uo###3. 
21, 227;:; Allaus, das litthauische Bier. ebd.; Der A. 
od. Allaus, wie er im Genitivus Partitivus beißt. Der 
Allaus hat eine blaßgelbe Farbe. u. einen füßlichen, leicht 
berauschenden Geschmack. 235 (vgl. Pywas); Das es 
früher Siite war, auch einen Sterbe-Allaus zu brauen. 
tebd. — llusiön (lat.), f.; —en; —-: Anspie- 
lung, Andeutung. - iv, örisch, a.: anspielend, 
anspielungsweise. — Allũv-iãl (nlat.), a.: an- 
geschwemmt: A.-Bildungen, „Gebilre, -Boden, Land, 
Digging (s. d.) 2c. -iön (lat.), f.; —en; —-: An- 
spülung, Anschwemmung: A-#s-Recht (jus allu- 
viönis). das Recht der Anwohner auf das an- 
gespülte Land. -ium, n., —#; -len (§ 24, 2, n. J: 
angeschwemmtes Land, nam.: Die postriluvianischen 
or. gegenwärtigen Bilrungen, das A. anderer Geognosten. 
Burmeister Gsch. 281; Büchner Mensch 9 r2c. 
Alm (türk.), n., —; uv.: ein Flüssigleitsmaß 
(= 264 Pariser Kubikzoll). — Alma: 1) = Alm. 
— 2) (lat.): s. almus. — Illmäcigo: s. Almasigo. 
— Almach (engl. älmäck), m., —s; —s6: feiner Ge- 
sellschaftsball (wie sie in A-s Haus in London all- 
mittwochlich statthaben). — Ilm-äde (ar.-frz.), 
s.; — Jadié, f.; —eyn: Floß, kleines Fahrzeug 
der Neger (gw. aus Baumrinde) c. — IAlmadin: 
s. Almanrin. — Almagest (gr.-ar.), m., —C(e)s; 
0: Jene Erscheinungen der Planeten .. . Eine Erklä- 
rung derselben mußte versucht werden ... Piolemäus 
. gab seine Auflösung in dem Werke ######r-#obes 
Imegale syntaxis, die große Sammlung)], das bei uns 
unter der arab. Benennung des A-é bekannter ist. finro 
139 lar. al-madschisti — usyfory, die größte m. 
vorgesetztem al, s. d. 11. — Almagr-a; ge (ar.= 
span.), f.; 0: rother Ocker, Röthel. — Ilman- 
ach (ar.), m., —e)s; —e, —: A., ein den Kalender 
eines Jahrs mit verschierenartigen Zugaben umfassendes 
Buch. Diese sind so zur Hauptsache geworden, daß der 
Kalender oft fortbleibt, also: ein jährl. erscheinendes 
Buchlein, meist in zierl. Ausstattung; Die A— ... 
Nach A-s gefragt. Sch. G. 2, 199 2c.; Histerischer rc., 
Bade-, Damen-, Musen-A. 2c. acher, m., —6: uv.: 
Almanachschreiber. v. Br. 2, 94. chisch, a.: 
für einen Almanach passend 2c. Meta's Vr. 1, 47 1e. 
— Almandin, m., -(e)s; —e: Name v. Edelstei- 
nen (rgl. bei Plinius: Carbünculi alabóndici, 
s. Alabandin): Von dem edeln s. g. orkentalischen Gra- 
nat (s. d.) ed. A. Karmarsch 2, 197; A.: der syrische 
Granat. prechl 4, 544; A.: ein Spinell, kochenille- 
rolh, violblau u. röthlichbraun. ibd. 2c. — Almäne, 
Almukantharat 
f.; —n: ein ostinrisches Gewicht. — Ilmäria 
(mlat.), f.; [24, 1): Urkunden-Schrank, -Saal in 
Klöstern ꝛe. (ogl. Armörium). — Illmäsigo (ar.= 
span.), m.p, —#; —#: Platz (Beet), worauf man zu 
versetzende Pflanzen zieht. Ausld. 38, 750d (rich- 
tiger: Almacigo, vgl. Cbasine, Magazin). — Alma- 
viva, m., —#; —#: Name, z. B. des Grafen in 
Beaumarchais' „Barbier v. Serilla, Hochzeit des 
Figaro“ 2c. (s. JLahn Moz. 4, 194); danach auch: 
Art Mantel: In einem zierlich drapierten A. Glaser 
Niedrl. N. 8. — Ilmecegam;: s. Iciea. — Almth 
(ar.), k.; —s: die in Künsien „Gelehrte“ (vgl. 
Ulema), — Name umherziehender, ihre Künste zur 
Unterhaltung prerucierender Sängerinnen und 
Tänzerinnen (ogl. Gaware): Der Tanz ter Almeks. 
Globus 4, 322b 2c.; 7, 52b; (Älmen. Garienl. 16, 
332a); A.-Tänze. Kag- d. Ausld. 34, 2889b. — 
lmei, u., —#; 0; weißes Nichts (s. Galmei). — 
EIlmeidan (ar.), m., —;: —#§: Marktrlatz. Srenzb. 
26, 1, 259 (s. Meiran). — Ilmemmor, m., —S; 
—6: in der Spnagoge ein erhöhter Platz zum Vor- 
lesen aus der Bibel. Heine Rom. 207; Der Almemer, 
der Tisch, auf dem die Thora gelesen wird. Kcankl Zer. 1, 
137, ogl. Membar. — Almẽne: s. Almanc. — Al- 
millo (span. -ilja), k.; —: ärmelloses Wamms, 
Weste (unter der Chupa). — A#lmirante (ii., 
span.), m., —; —6: Admiral. — Almohãden u. 
Almoraviden (ar.), pl. : 2 einander bekämpfende 
maurisch-span. Dynastien u. Sekten (auch o. den 
Artikel, s. Al 1). — Almoräham (ar.), m., —; 
0: der erste Monat, s. Meharrem. — Ilmosen 
(——), m., —#; uv.: einem Dürftigen gereichte 
Gabe; zuw. auch = A.-Amt, d. h. die das Armen- 
geld verwaltende Behörde u.: das Armenhaus (Ven 
gr. 3467odu0n), elesmosyns, Erbarmen; wie dies 
auch fem.; ferner masc., s. Ss., auch für die vralt. 
Bedd. — A.-Empfinger u. Geistlichkeit. (ehner, 
m., —; uv.: 1) (vralt.) Almosenempfänger. 
2) Almosen-Pfleger, = Verwalter: Vreneli war 
jetzt seine eigne A-in. Gondelf II. 2, 116. ensẽr, 
m., —(eys; —e: Almosener (2): Als ob der 
Staat die Frauen als seine gebornen A-e anerkannt. 
Pcut Engl. 2, 355 2c.; auch ein zugleich den Hof- 
gottesrienst besorgender Beamte fürstlicher Per- 
sonen od. Prälaten; als höhere Würde: Groß- 
A. Blumautr 2, 123: Grün Ritt. 24 „c.; Die Ober-A--e 
u. Spitalprieren. Gutztow 3. 8, 30.; frz.: (Grand) au- 
mönier Igrangd omohnjel, engl. Almoner; Lord 
High lheil Almoner. #r, m., —#; uv.: Almosen= 
empfänger, vgl. Klöster, wo A- ei mit Mupiggang Hand 
in Hand ging. Köhne Fr. 72.— Ilm- ud (ar.-span.), 
m., —; —: ein Getreidemaß (— ½ Fanega). -üda, 
f.: —: Das Maß fur alle Flussigkeiten lin Portugal] 
ist die A. zu 2 Alquerras od. Petas à 6 Canaras à 4 
Quartilhos. Cchhl. f. Kaufl. 5 2 15à r., auch Almure, 
f.; —. — Ilmüggim (hebr.): s. Algummim: In 
Besitz des von Inrien eingefubrien kostbarccen A.= oder 
rotben Sanrelbolzes. Weiß Kost. 1, 394. — Ilmu- 
häntharat (ar.), m., —; —6: (Sternk.) ein 
Kreis der Himmelskugel, parallel mit dem
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        Almus 
Horizont, Höhenkreis. dobrik 709a. — Almus 
(lat.), a.: verehrungswürdig 2c., nam. Alma 
mäter (s. d.), als Bez. „einer Hochschule für 
ibre Zöglinge; ferner z. B. Alma mäter rerum, als 
Bez. der Natur. w. 15, 8 2c. — UAlmuffar, n.: 
Für 4 engl. Sbillings lauf den Azoren] Sciari (Früb= 
stuck), A. (Mittagessen), Schentari (Abenrefsen). Ausld. 
35, 1089b. 
Aloe (skr.-gr.), f.; —. —m: Name verschiede- 
ner Pflanzen u. Pflanzenstoffe (als Stoff auch n., 
—8# ; —): 1) ein inrischer Baum und sein zum 
Räuchern dienendes Holz, A.-Helz, Alosxylon agäl- 
lochum: Eitel Myrrben, A—. pl. 45, 9; Mit Mrr- 
rben, A-s u. Cinnamen. Spr. 7, 17 (im Urtert als 
Mz. Abal-im. -oth, vgl. fkr. Haloha, neben Aghil, 
woraus gr. agällochum u. durch Mißdeutung der 
Portugiesen — vgl. ãquila — Adlerholz gewor- 
den): Das woblriechende A. Oltatius Res. 53a; 
Röchert Mak. 2, 76 1c.; Den der A.-Gedüft umweib- 
raucht. Platen 4, 285 2c. — 2) Alos, m. fritz zulau- 
fenden, dicken, saftigen Blättern, m. vielen Arten 
(Oken 3, 567) u.: der bittre Saft als Arzneimittel: 
Die erhitzenden Eigenschaften #Kter A. Gutzkow B. 179; 
Leber-A.; Die unreine Ros-A. 2c.; A.-Bitter; 
Gummi; Harz; -Tinkrur c. — 3) (vgl. 2) 
Aletris, auch Ferer--, Hyacinth--A. — 4) 
(ogl. 2) Die sogenannte bundertjährige A. ist die 
Agave (s. d.). Oken 3, 566; 638; auch Baum-, 
Pracht-A. 2c.: Die A-s. G. 23, 362; Mit A-n 
eingeziunt. 224; Mit Hecken von A-s (Agaven). 
Vogt Oc. 1, 245 2c.; Ihre A., die mit solchem Knalle 
rlötzl. aufgeblüht. Heine Reis. 1. 236; Eine Pracht- 
blüthe der Weltgeschichte, eine A. der Pelitik. König 
Kl. 2, 67; Es säumt die A. am Putztische,bis sie sich 
zeigt in ihrer Pracht enrlich. platen 2, 27; Riemer G. 
2, 3; W. 25, 124 2c.; A.-Hanf, ein . Faserstoff 
.. aus den Blättern einiger Agave-Arten .. . Die 
Tauev. A.-Hanf 2c. Karmarsch 1, 41; A.-Wein (Pulque), 
s. Oken 3, 638 2c — Aloen (gr.), pl.: ein Fest 
zu Ehren der Cercs, „Tennen“-, Erntefest. Hederich 
Metb. 681. — #loelin, -in, n.t, —s; 0: Aloe- 
bitter (s. Aloe 2).— Al- ogĩẽ (gr.), f.; 0: Unver- 
nunft. ögisch, a.: der Vernunft ermangelnd (s. 
logisch): Weil sie den Urgrund des Menschen, auch sei- 
nen a-en u. eiferartigen Theil, in Mitleidenschaft ziebt. 
Erenzb. 25, 2, 43; Diese a-e Seite des Islam. Nosen- 
Kranz Poes. Gsch. 357 2c. Jogon (ugr.), n., —; 
zoga: Pferd: A. .., das Pferd, den stummen Freunr. 
CKobert 2, 180. ogotrophfe, f.: 0: die unver- 
hältnismäßige Ernahrung einzelner Körpertheile. 
— Aloi (ifrz. aloã), m., — : der „gesetzmäßige“ 
Gehalt, Schrot u. Korn einer Münze c. — Aloĩn: 
s. Aloetin. — Alonge 2c. s. Allonge c. — Alope- 
cĩẽ, - klie, f.; 0: „Fuchskrankheit“, das Ansfallen 
der Haare. - kürus, m., [8 24, 2]: Mfl. „Fuchs- 
schwanz“. — Illöse (lat.), f.; —: Mai-, Gang- 
sisch, Clüpea a lã ũs a. 
Alp: 1) m., —8; -e, (-en. Cuther 6, 120b): 
(vgl. Alf, s. Ss.) nach dem Volksglauben, ein böser 
Kobold (nierrd. Mahr), nam. (Nacht-A., gr.: 
Alphabet 43 
Erhiältes, lat.: Inkubus), Schlafende quälend u. 
beänastigend durch die Traumvorstellung, als laüe 
ein Gericht auf der Brust, so daß man ersticken 
müsse, das s. g. A.-Drücken: Übertr.: etwas 
Drückendes, schwer auf dem Herzen Liegendes 2c 
(vgl. A.-artig: In einer alrhaft auf ihm haftenden 
Hallucination. Hausdl. — 67 — 1, 265); ferner v. 
Pers. — Quilgeist 2c. u. (wie Kobolr): eine häßl., 
widerl. Erscheinung 2c. — 2) f.; -en: A., A-e 
(Alb, Alm), Bergweide für Melkvieh: Vor-A., Früh- 
lingsbergweire; A.-Fabrt, das Ziehn des Viehs 
auf die A. u.: die Zeit dieses Ziehns; A.-Horn, ein 
Blasinstrument aus Baumrinde 2c., vgl.: Solche 
größere Viebbesitzer Sennbauern], in den ital. Bergen 
alpadöre genannt. Berlepsch 298 (s. Alre). — 
SAlpäk-a, -l (reruan.-pan.), n., —: —: 1) eine 
Abart des Lamas: Die kamelartigen Vicunnas, die 
A-as u. Lamas. Humboldt Ans. 1, 15; Das Pako ist 
eine Art v. Lama. . . . Die 2te Art ist das A-a. Oken 
7, 1257; Das Pakos-Hagr . v. dem Pako od. A-o, 
einer Abart des Lamg. Karmarsch M. 2, 654; A-#o-Tbi- 
bets, mit Kerte v. Pakosbaar u. Schus v. Kammwolle. 
752; Robe mit hober Schoßtaille aus weißer „Al- 
pacca“. Bazar 13, 167a. — 2) Eine vorzügl. schöne 
Sorte Neusilber, unter dem Namen Alpaka. Karimarsch 
2, 150. — älpargäta (sran.), f.; —: Art 
Schuhe v. Hanf od. Binsen. S##us 9, 120b. — 
Alpãri (ital.), Päri, adv.: (kaufm.)gleichgeltend, 
obne Aufgeld od. Abzug. Hebel 3, 129 2c.; auch 
n., —: — : das Vh. zweier Münzen nach ihrem 
innern Werth: Das 20 Guleen (nach dem 20 Gulden- 
fuß) = 14 rreuß. Thalern (deren 14, wie dort 20 Gulren 
auf eine Mark feines Silber gehn), ist ibr (Al- Pari ꝛc., s. 
Nominalwertb. — Alpe, f.z -n; —n-: (s. Alv 2) hohe 
ragende Berge, Gebirge, meist in Mz., bes. v. den 
Schweizergebirgen u. ihren Fortsetzungen, doch 
auch z. B. Himalaja-A-n.Humboldt Kosm. 2, 
256; Sürsee-A-n. Ans. 1, 67 ꝛc. und in Ez.: Die 
(rauhe) Alp, der schwäbische Jura; Von der A. 
Rucken flẽz lo Rbein] uns den Baum herab. freilig- 
rath Garb. 142 2c.; Der rauhsien A. Rücken. W. 
12, 135 rc.; Vor-, Mittel-, Hoch-A-n cc. 
(s. Ss., auch für deutsche Fortbilrungen, vgl. 
alpin 2c.). Als Bstw. namentl. in Namen 
von Pflanzen und Thieren 2c. — Alpha (gr.), 
n., —, uv.; —s: der erste gr. Buchst. (c, s. Alerb 
u. A 8): Omega ldas Letzte) muß zum A. [Ersten! 
werden. G. 3, 142 ic.; vgl. bei der Bez. v. Ster- 
nen in Sternbildern, geordnet nach ihrer Helligk. 
(scheinbaren Größe); z. B. c# der Leier, J res großen 
Bären. Gehler 4, 196; #urow 233: Mädler 418; 
Mebr glittern als der Orion v. A-s u. Betas. Kohl Per. 
2, 9; Die A.-Orsellsäure in der Roccélla tinctöria aus 
Südamerika; die Beta-Orsellsäure in der R. tinctöria 
vom Kap. . In der fertigen Orseille 2 violette Farb- 
siofse, das A.-Orcein u. das Beta-Oreeln. Karmarsch 2, 
530 2c.; auch (in Algier): Ein Faserstoff, A. Jenannt, 
der zur Papierbereitung benutzt wird. Uat 3. 21, 1356. 
bft, n., —(e)s, (uv.); —#e: Abece, doch ohne den 
diesem meist anhaftenden Nebenbegriff des Gering-
        <pb n="60" />
        44 Alphabeta 
sfügigen, u. in wissenschaftle Anwendung auch von 
andern Zeichen, sofern sie der Buchstabenschrift ent- 
sprechen: Ein solches Laut-A., seiner Natur u. Grund- 
form nach ein Silben-A. Zumb. K. 2, 161 ꝛc.; 
übrtr.: Ein Herz, das . das ganze A. [Reihel] der 
Leidenschaften entbalten kann. Dörne 2, 55; Nachdem 
Linné ein A. lübersichtl. geordnete Reihe] der Pflanzen- 
gestalten ausgebildet. G. 32, 106. Nam. auch 
(Buchdr.): eine Zahl v. 23 Bogen (s. Signatur). 
102 2c.; als Maß auch m. uv. MzZ.: Das gab 4 
„A.“ Fichte Nic. 124 I, A.“ 8, 90]; Dassjenige 
a.-weise zu verlieren, was ich bogenweise gewonnen. 
. 3, 267 2c.; auch übrtr. 3p. 2, 199 rc.; ferner bei 
Buchbindern, ihre Schriftstemrel; kaufm.: ein 
nach dem A. geordnetes Verzeichnis über die Ru- 
biiken der Hauptbücher 2c. beta, n., —#: —: 
Abece. w. 3, 234 2c. -belärins, m. I§ 24, 21: 
Abecedarins. betisch, a.: nach der Reihe des Al- 
rhabets geordnet; auch: aus Buchstaben bestehnd: 
llber den Einfluß der hieroglyphischen u. a-en Schrift. 
Wôumd. 3, 305.— Alp- hast, a.: s. Alr 1. — Al- 
phard m.,-s; O: ein Stern — erdder Wasserschlange. 
mädler 119; 416. — Ilphus (gr.), m. 18 24, 
21;: weißer Hautlfleck (Morpbäa). — Alpin (lat.), 
a.: zu den Alpen gehörig 2c. lalpenhaft; alpisch rc.): 
Schilrerung eines a-en Wasserfalls. Berlepsch A. 138; 
332 2c.; Hier zeigt die Kräuterdecke einen a-eren Cha- 
rakter. Uatur 16, 299b; Hoch-a-c Trpen klr. Pflan- 
zen!. 11, 355a 2c., auch: Alvfnisch. Sohl A. 2, 
7 2c. — Alpin (it., s. pin), adv.: „aufs höchste", 
bei Hasardspielen ein Kniff in eine Karte als Zei- 
chen eines Paroli (s. d.). — Alporamo (gr.), 
[&amp; 24, 3, n. —tis): Alpen= od. Hochgebirgsansicht 
(vgl. Panorama 1c.0. 
Alqueire (port., —el m., —6; —#: ein Hohl- 
maß, s. Almura; Brasilunsse 72543 A-. Glabus 6, 
318a. — Ilquif, m., -s; 0: Name eines Zaubrers 
im „Amadis v. Gallien“ u. dauach z. B. in w.“ 
Ober. 1, 22. — AIlquisuz, n., uv.; 0: Kohol (ls. 
Kohl, vgl. Alkohol). 
Ilräün (z—-), m., —(e)8; —e; Schen, Alräun- 
chen; -: -e, f.; —n: (s. Ss.): 1) nachdem Volks- 
glauben kleine, allwissende, oft dem Menschen dienst- 
bare, glückbringende Geister (wie f. bei den alten 
Deutschen die Wahrsagerinnen, weisen Frauen); 
s. auch: Ein solche 6 A. Simplicifssimus 4, 29113; All- 
räunlischen 26725; 26814; Alrunichen 26612 rc.; 
Alunen, auch Matjunen beißen mundartl. die A-en 
des germanischen Zauberglaubens. Scherr Mir. 542c. — 
2) Pflanzen, deren (menschenähnl.) Wurzeln als 
die unter 1 genannten Geister galten: Atropa 
mandragöra; Bryönia; Allium victoriälis 2c., A.= 
Wurzel rc. 
IAI— Sirät (ar.), m., —; 0:; bei den Muha- 
medanern die ins Paradies leitende Brücke, schmal 
u. scharf wie die Schneide eines Schwerts, über die 
nur die Frommen hinuber gelangen, — entsprechend 
bei den Parsen: Tschinavar, s. w. 7, 221. 
Alt (it.), m., —#; -e, —#: (Mus.) A., Alto, 
Iltazimuth 
die Stimme zw. Sopran (Diekant) u. Tener, in 
der Vokal= u. Instrumentalmnsik; auch die Sän- 
ger u. die Instrumente selbü: Der Knabe kräht 
A. wie ein Habn. Gutzkom N. 3, 242; Drei Soprane, 
3 A-c, 3 Tenöre u. 3 Bässe. Zelier 1, 136 2c.; A.= 
Sänger(in); A.-Stimme; Die Sängerin hat eine 
gute A.-Tiefe. John Moz. 1. 629; A.-Flöle; 
Geige od. Viöle (auch Viöla álta — Bratsche, 
s. d.); Posaune 2c.; A.-Schlussel, Zeichen, 
für die A.-Stimme (der C-Schlüssel auf der Zten 
Notenlinie, wie er auf der ersten Diskant., auf der 
Aten Tenorschlussel heißt) 2c., vgl. auch: Kontra- 
(od. Kontre.) A., tiefer als der eig. A. — Illa, 
a., weibl. zu lat. ältus, it. älto. hoch, z. B.: A. 
jurisdictio, höhere, obere Gerichtsbark.; A. od. alt' 
otlära, in der höhern Oktave zu spielen, wie bäasa 
ottäva, in der niedern; A. véndita, die obre Loge 
der Karbonari: A. viöla: s. Alt. Geige; A. vöce, 
mit lauter Stimme 2c.; s. ferner Suburscha. — 
Altan (it., —), m., —e); —e; Schen; S, k.; 
—!u1: freier, mit Geländer versehner, zum Hinaus- 
treten eingerichteter Platz auf dem Dach (Hoch.-A.) 
od. an der Front eines Gebäudes (vgl. Balkon; 
Plattkorm), s. #., z. B. auch Burg.A. c. Uzw.: 
Zu den Altänen des Musensitzes. Jachariä 1, 308. — 
Altar (lat., —), m. (n.), —#): -e, Altäre; 
chen, lein, Altärchen, lein (s. Ss.): urspr. ein 
Opferherd; dann in Kirchen u. verallgemeint: ein 
zur Vornahme gottesdienstlicher Handlungen die- 
neuder Tisch; auch ein Sternbild. #l. M. 19, 
954 „c. ; auch (Hüttenw.) in Pudrdelöfen an der 
Hinterseite des Herds eine Brücke, dazu bestimmt, 
das Herabfallen des halbäüssigen Eisens in den 
Schornstein zu verhindern. Karmarsch 1, 594; Zssögn. 
(s. Se.) z. B.: Bann-A. lan dem der Bann aus- 
gesprochen wird); Verg-; Bet.; Blumen-: Blut-; 
Brandopfer-; Braut= Is. u.: Trau-.]; Chor- [s. u.: 
Hoch-]; Dank-; Druiden-; Eis- [Eieberge im „Tem- 
pel der Natur“); Felr- [Trag-A., bei Feldzügen); 
Fels-; Flammen= Iz. B. Aurora's]; Frohn- Is. u.: 
Hoch. A.); Götter-:; Göten-; Haurt-; Haus- lbei den 
Alten den Penaten heilig); Hoch- kin der kathel. 
Kirche der Hauprt-A. im Cher, vor dem das Frohn- 
od. Hochamt gehalten wird): Kreuz-; Laub. [laub- 
bekränzter]: Liebes-; Marmor-; Muttergettes-; Na- 
tur- (Tiedge Ur. 6, 642); Opfer. (□——9;:—) Pas- 
sions-; Rasen- (vgl. Laub.); Rauch-, Räuchl(er).; 
Schand. (Ict. 11, 13); Schlacht= (s. o.: Orfer.); 
Suln-; Thren-; Trag- tragbarer]; Trau. I. o.: 
Braut.): Weib · A. 2c. Als Bsiw. z. B.: A.-Beklel- 
dung; -Bibel; „Bild od. „Blatt, Gemälde; Diener od. 
Mann (s. Altarist); „Estrate (Corient. 15, 318b); 
Kelch;-Kerze; Pult; Schmaus; Weibe 2c. -agium 
[§ 24, 2. u.]: etwas dem Altar Geweihtes, Altar- 
Jut. -ist, m., -en, —#: -#en: 1) ein zu einem best. 
Altar bestellter Kaplan. — 2) Altardiener, eine 
beim Abendmahl die Tücher unterbreitende Pers. 
in der protest. Kirche. — Illazimüth (lat.-ar.), 
n., —+e)8; —e: A., ein ortisches JInsirument, an wel- 
chem man die angulären Abstände cines Gestirns von der
        <pb n="61" />
        Eltekläre 
Minagslinie und zugleich seine Höbe (anguläre Erbebung) 
über dem Horizont ablesen kann. Ausld. 39, 10852 (l. 
Altituro; Azimutb). — Altekläre (reman.), k.; 
0: im Rolandslied als Eigenn. für das Schlacht- 
schwert Olivier s. Uhland 399. — Iltellus (nlat.), 
m. [8 24, 2): Gemeinderpflegling. — Alter, Ja, 
Tum (lat.), der, die, das andre (von Zweien), 
z. B.: A. Ego, Jemantes „andres Ich“; Stellver- 
treter, Statthalter: In der Umgebung des A. Ego 
kaiserlicher Größe. "allmeyer Gs W. 1, 293; Sein 
A. Ego, der König v. Dänemark. Sr#b. 24, 1, 244 rc. 
(ogl. ungr. Helitarto) 2c.; Aa pärs, der andre 
(od. Gegen-) Part, z. B.: Audiätur ét a-a pärsit, 
es werde auch der Gegenrart gebört; aber auch: 
A-a (od. secüunda) pärs, der 2te Theil eines Buchs, 
z. B. Petri, d. h. der Logik des Petrus Ramus, 
deren zweiter Theil v. den Urtbeilen handelt, daher 
scherzh.: Ihm febli rie a- a pars (ed. die secünda) 
Petri. Urtheilskraft: A-um täntum, nochmal soviel, 
das Doppelte, z. B. das durch Zinsanwachs ver- 
doppelte Kavital 2c. — älter-äbel (frz.), a.: 
alterierbar. -atiön, f.; -en: Andrung, gw. zum 
Schlimmern: Hier ersetzte ich die Lakunen u. verbesserte 
rie A-en. Heine Lut. 1, VIII 2c., vgl. (engl.) Daman 
mit den „Alterations“ lälterkschens) fast aller seiner 
lder Shakesveare'schen) Stũcke .. vorging. Uat-3. 22, 
21; Gemüthsaufregung, Arger 2c. ativ (ulat.), 
n., -(eys; —e; alivum (§ 24, 2, n.]): Allboti- 
kum. ät# (it.), = (frz.), a.: (Mufs.) alteriert. 
iren, tr., refl.: verändern, z. B.: (Mus.) Einen 
Aeeorr a., versetzen, einzelne Töne desselben in höhere 
Oktaven verlegen (Un alteriert. Lobe Kat. 75) 2c.; 
bes.: Etwas zum Schlechtern verändern; dann 
auch: aufbringen, erregen, ärgern 2c.: Ihre Exeel= 
lenz waren wohl sebr alteriert. S. 10, 179; Es al. 
terierte sie dach; sie muẽte etwas Melissengeist auf Zucker 
nebmen. Gutzkow R. 3, 73; Alteriere dich nicht! Immerm. 
M. 2, 61 ꝛc. — Alterkatiön (lat.), f.; Sen: 
Wortwechsel, Streit, Zank 2c. — Iltern-amente 
(it.), adv.: alternierend. -ät (nlat.), n., —e)°;: 
0: die Sitte der Diplematik, wenach auf Rang- 
gleichheil haltende Mächte in Verträgen 2c. in ab- 
wechselnder Reihenfolge genannt werden. -ãlim 
(lat.), adv.: alternierend. ation, f.; —en: Ab- 
wechslung; auch = Alternat. -alĩv (nlat.), a.: 
alternierend: A.-Feuer, ein Feuern der Infanterie, 
wobei immer abwechselnd Einzelne, aus dem Gliede 
hervorspringend, schießen (Heckenfeuer). ativa- 
mente (it.), adv.: alternierend. ative: 1) (frz.), 
f.; — : das Entweder-Oder, wovon das Eine ge- 
wählt werden muß, Zwiewahl 2c. — 2) (nlat.), 
adv. — alternativement (frz. emäng), alter- 
nierend. Ternieren (lat.), intr. (haben): ab- 
wechseln: A-d, abwechselnd, wechselweis, eins ums 
andre; (Bot.) wechselständig 2c.; A-res [Wechsel= 
Fieker; A-re Fürstenhäuser, die die Herrschaft od. ein 
Vorrecht abwechselnd ausüben; Mit a-den männl. 
u. weiblichen Reimen. 3. 521a ꝛc. us (lat.), a.: 
abwechselnd. — Altesse (srz.), f.; —n: Hoheit, 
Durchlaucht: Unsre A-n. Metta's Br. 2, 211; A 
impériale lengreriäll, kaiser liche —; royale sreajã.], 
Alumnaticum 
45 
königliche —; sérénissime (ßerenissim], fürstliche Ho- 
beit, s. Hautefse.— Alth-ä (gr.), f.; —s, -Sens; 0: 
s. Meleager u. Alihee. (frz.), f.; —: Eibisch, Al- 
thæa officinälis r2c. (im Zillerthal auch Dorönicum par- 
daliänches, s. Koll Nar Br. 2, 335): A.-Vaste, Leder- 
zucker (Reglisse);= Salbe; Sirur c. — Iltiloqgu- 
ent (nmlat.), a.: großfprechent. -enz, k.; 0; 
#um I/§ 24, 2, n.]: Großfrrecherei 2c. — 
Altim l-er (lat.-gr.), m., n.p, —#; ur.: Werk- 
zeug zur Höhenmessung. —#i# f.; +eyn: Höben- 
messung. risch, a.: dazu gehörig 2c. — Allin 
(tatar.), m.t, —e)ys; —e: Name kürkischer u. ruf. 
Münzen (rgl. türk. allün, Gold; Altaf, Gold— 
gebirge; Der seg. A.-Obo, Eeltberg. Weiß Koñ. 1, 
571 „.). — Ilt-ior (lat.), a.: höher (Kem- 
parat. zu altus,, s. d.), neutr.: ältius, Genit. al- 
tiöris; z. B.: Ad altiöra (zu Höherem) schreiten 2c. 
Sisonant, a.: hochtönend. -ist (it.), m., —en, 
— : en: Altsänger, weibl.: A-in. (itüdo, k. 
(§ 24, 3, üdinis): Höhe, z. B. (Astren.) A. meri- 
diäna, Mittagshöhe. — Altm-isch, ischlikk, m., 
—s; —: türk. Silbermünze = 60 Paras = 2 
Solotas. Encykl. f. Kaufl. 1, 264a; gammer 10, 
338. — Alt-o (it.), m., —; -i: f. Alt. os 
(span.), pl.: In den sogen. A. ed. dem Hochlanr v. 
Guatemala. Tcherzer Nat. 145 2c. — Alkün (türk.), 
f. ; —-en: türk. Goldmünze (s. Altin, vgl. Minaliun). 
Enchkl. f. Kaufl. 1, 264 a; Altunkakma, mit Gold 
eingelegt. gammer, 10, 338. — Altus (lat.), a.: 
hoch, tief, z. B. Altum silentium, tiefes Schwei- 
gen r2c., s. Alta, Fior. 
Aluäte, m., -n; —#: Art Affe am Orineko: 
Der wilde A. erfüllt ren Walr mit seinem schreienden 
Geheul. Glodus 1, 5 4a. — Ilucin 2c.: s. Halluc rc. 
— Alüdel (ar.), m., —; —; k.; -n: (Cbem.) 
zweihalsige bauchige Flasche, i. B. zu Subli- 
mationen flüchtiger Substanzen. precul 4, 122; 
A.-Schnur, eine Reibe in einander gefügter A-u. 
Karmarsch 1, 11; 3, 4; A.-Plan, die geneigte Ebne, 
worauf die A.-Schnüre zur Verdichtung der Queck- 
silberdämmrfe liegen. ebdd. — äklüm-en (lat.), 
[8 24, 3, n., -inis]: Alaun: A. crückum, ge- 
meiner; A. plumösum, Feder-; A. ustom. gebrann- 
ter Alaun 2c. Tia (nlat.), k. [8 24, 1]: Alaun- 
erde. inadon (frz. aluminarü), n., -s; 0;: eine 
mit Häckerling bestreute Schicht Pferdemist zur 
Bläuung der Bezetten (s. d.). Sormarsch 3, 538. 
-init, m., -(e)s; —e#: eine zuerst bei Halle, dann 
auch v. Webster in Sufeer gefundne schwefeliaure 
Thenerde thallesche Erre; Webfterit). Inium, n., 
—s: 0: das silberähnl. Metall der Thenere. 
Wenttmann Mon. 3, 537 ff. inös, a.: alaun- 
haltig. -ĩt, m., —(eys; —#e: Alaunstein. — 
Alumn-a (lat.), f. s8 24, 11: Pflegetochter. 
—at (nlat.), n., —e)s; —e: A., Alümnsum, Stefts- 
schule, Anstalt, in der die Schüler zugleich Wel- 
nung u. Beköstigung haben, auch: A., das Verhäl= 
nis der Internen in derartigen Anstalten, im Ggitz 
zu dem der Erternen — in beiken Anwend. auch: In- 
ternat, Ggĩtz Externat. -älicum, n.,—#; atica S 24,
        <pb n="62" />
        46 Alumne 
2, n. ]: Abgabe, Beisteuer der Pfarrer u. Pfründner 
für das Seminar des Kirchsprengels. -e, m., 
—n ; n: Alumnus. -um /§ 23, 2, n.]: Alum- 
nat. -us, m. I§ 24, 2): Zögling, Pflegling, 
nam. eines Alumnats (vgl. Erträneus). — Ilune: 
s. Alraun. — Alv-edrium (lat.), n. —8; zeärfen 
1§ 24, 2, n.): Bienenstock; der Gehörgang des 
Ohrs. olär, a.: die Alveolen betreffend rc.: 
Das a-c san den Zahnrändern gebildete] S. Herrig 
43, 203; 204 rcr.; A.= [Kiefer-] Nerren; A.-Rand, 
Rand der Alverle im Kiefer. -eôöle, f.; —n: 
Bienenzelle; Zahn-Zelle,= Höhle im Kiefer; Kam- 
mer in der Schale mancher Schalthiere. rolit, 
m., -en, —;; en: das in einer Alveole lebende Schal- 
thier. Durmeister Gsch. 475. -eus, m. [8 24, 21: 
Flußbett; Mulde; inurer Schiffsraum. Weiß Kost. 
1, 1260; muldenförmiges Würrfelbrett (vrkl. Al- 
Vöolus). 1315, vgl, Abacus. -us, f. 18 24, 21: 
Bauch 2c., z. B.: Alvi flüxus, Bauchsluß; Pér 
4lvum, durch den Stuhlgang; A. IAxa, offner —, 
obstrücta, verstopfter Leib 2c. 
Alwa (türk.), n., —8#; 0: Das bei den Tataren 
so beliebte Konfekt A. Kohl Sürdr. 1, 238, s. Halwa. 
Al-nke (gr.), fis, f.; 0: -Bsma I§ 24, 
3, n., tis); -Bomus, m. 8 24, 2): krankhafte 
Unruhe, Beängstigung. — Ihfu (gr.) 18 24, 
2, n.]: eine Pil., als Mittel „gegen Hundswuth“. 
— Algta (gr.), pl.: „Unauflösliches“, Unerklär- 
liches 2c. 
Alzament -o (it.), n., —#; —,—i: Auf-, Hoch- 
hebung, z. B.: A. di mäno, der Hand (beim Takt- 
schlagen), vgl. Arsis. 
Am (bäbr.). n.: Volk: Am-ha-arez, das 
Landvolk, Plebs 2c.: Das Am hoorez, das un- 
wissende Landvolk. franl Zer. 1, 373. — Ama 
(span.), k. ; —#: „Amme“, Pflegerin, Hausfrau 2c., 
bes.: A. de llaves (s. d.), Beschließerin, Haus- 
hälterin. Globus 4, 197a. — Imäb-ile, ilmente 
(it.), adv.: (Mus.)lieblich, zärtlich con ama- 
bilità eililät (lat.), f.; 0: Lieblichk., Liebens- 
würdigk., s. IAohl Par. 1, 16. — Zmadine, k.; 
—n : Prachtfinken od. A-—n. Gartenl. 16. 3923. — 
Amadeis, m., uv.; uv., —se,se: urspr. Eigenn. 
eines Helden in einem altfrz. Sagenkreis (s.: die 
A.-Romane. Ralenhranz Gsch Pocs. 197 1c.); dann 
Bez. eines ritterl. Liebhabers u. Helden. w. 11, 
247; 12, 157: 176; Der neue A. 15, I ff.: S. 1, 
10 2c.; auch Art eng anschließender Armel. — 
Imadou (frz. —iü), m., —#§; 0: Zunder. — 
InAmalg-äm (gr.-ar., vgl. Malagma), n., „(e)s; 
e: die Verbindung od. Legierung (s. d.) eintes 
Metalls mit QOuecksilber (Verquickung, Quickerz', 
z. B.: Blei-; Golr-; Silber- [s. Dianenbaums]: Wis- 
muth-; Zinn-A. 2c. Verallgemeint bildl.: die innige 
Verbinrdung u. Durchdringung zweier Stoffe. 
ama, n., s; ämata S#24, 3, n.,-ämatis)]: Amal- 
gam; Vergoldung mittels Amalgams. Winchelmann 
Gsch. d. K. 1, 260. - amalion, f.;-#en; —: Amalga- 
mierung (Merkurifikatien): A-#s-Proceß 2c. „amie- 
ren, ir., rell.: an-, verquicken; innig mengen, verbin- 
Amarasco 
den: Das Golr, Silber a., in den Umalgamier' (od. 
Quick.) Fissern, = Mühlen 1c.; bildl. Danzel Less. 
121;: Immermann M. 1, 124 „c.; Mit Nachbarvölkern 
ver amalgamiert. Kohl A. 2, 87 . — Smalthe-a# 
(gr.), f.p -,—ens; (zen) 24, 1): (Myth.) die Er- 
nährerin Jupiters, eine Ziege: Das Horn der A., Cornu 
Amalthön — C. Cöpiz od. Abunddntic# (s. d.): Poem, 
worin der Vf. die ganze Fulle seiner Pbantasie 29. 
wie aus Amaltheens unerschöpflichem Zauberhorn auf 
seine Leser herabschuttet. w. 23, 263 2c.; auch als 
Titel von Sammelwerken 2c. — Amän! (ar.): 
Ruf um Gnade (vgl. Pardon); auch m., —6; —#: 
sichres Geleit als Schutz für Fremde, in der 
Türkei 2c. Grenzb. 26, 4, 131. — Imand-a (lat.), 
f.; us, m.: die, der Liebenswürdige, — oft als 
Vorname. — Imandee (srz. amängd), f.; —: 
Mandel: A-s cassées, entschälte Mandeln; en 
coques, Krachmandel; de dames, süße Krach- 
mandeln; lissées, überzogne —; à la praline od. 
pralinées, gebraunte Mandeln 2c. —5, m. (n.), 
uv.; 0: Mandelmilch. -ine, f.; —n: Mandel- 
Emulfine (s. d.). — Imandus, m. I§ 24, 21: 
s. Amanda. — Amanetl (türk.), pl.: Pfan- 
der. Hamm'er 10. 338. — JImanik-a, f. 1824, 1|: 
Eierpilz, z. B. A. muscäria, Fliegenvilz. in, 
n., -(e)8; 0: das Gift des Fliegenpilzes. Oen 3, 
166. — -Amanro: s. Mancoe. — Am-ans (lat.), 
a. [8 24, 3, räntis): liebend, z. B.: Amäntes, 
amentes, Liebende sind Thoren; Amäntium ira 
amöris rediutegrätio, Zank unter Liebenden sotzt 
neue Liebe 2c. -aut (frz. amäng), m., —6; —: 
Liebhaber; auch in deutscher Ausspr. (-—en: —en): 
Fern v. deinem A-en. Thümmrt 7, 161; wortspielend: 
„Welchen Schmuck lieben die Damen zumeist?“ Dia- 
manten [= die A-en] 2c. (frz. amängt’), f.; —#, 
—n : Liebste, Buhlin. — Imanuenis (lat.), 
m., uv.; -en [8 24, 3, uv.): Einer, der Hand- 
reichungen leistet, Gehilse 2c.: Außer den Famulis u. 
Amanuensen. DAMus. 17. 2, 56; Hoffmann-F. Leb. 2, 
31. — Amara: s. Amarus. — IAmarant (gr., 
falsch m. th), m., —#: —e, -en, (—6): 1) eine 
Pflanzengattung, Amrapntus, deren Blumen meist 
von sammtartigem Purrurroth sind: A“-e u. 
Sammetblumen. muläus M. 5, 34 2c.; A-en-Laube. 
Matthisson 76; Strauch 67 2c.; Bastard-A., A. hFbrri- 
dus; Gemuse-, Kobl--A., A. oleräcsus; Kugel-A., 
Gomphrena; Meicr-A., A. blitum; Stachel-A., A. 
spinösus; Trauer-A., A. tristis ic.; bei Alteren 
auch A., wie Blume — Menstruation (s. d.): ferner 
zur Bez. für ein sammtartiges Purpurroth: In 
Schwarz u. A. ausgeführt. Musterz. (55) 249b; A.= 
farbener Sammt. Waldau N. 1, 110; Ven a. 
rothem Klee. G. 23, 339 2c., vgl. A. Holz — 
Purpur- od. Palisander-Helz. Karmarsch M. 2, 56; 
Kirsche. Oken 3, 2053; ZRinde, Rinde des 
Mahagenibaums. 1303 c. — 2) (s. Astrilr) eine 
Gatt. Vögel: Die Bruten der Gelrbrustchen u. As. 
Gartenl. 16, 139a; A.-Vögel. ebd. - en, a.: von 
Amarantfarbe 2#c#.: Auf a-e## An. H. 15, 254; 75; 
Der a-#e Weibrauchdust. Scheffel Tr. 11 . — 
Imar-asca (it.), f.; Sche l-le]: Weichselkirsche,
        <pb n="63" />
        Amarelle 
auch Marasea (s. d.). -elle, f.; —n: der „bittre“ 
Herbst-Enzian: s. ferner Morelle. -rseren (lat.), 
intr. (sein): bitter werden. za (it.), k.; 0: 
Bitterk.; Betrübnis. -#n (nlat.), n., —(e)s; e#: 
Bitterstoff. — Amarillo (span. —iljo), a.: gelb; 
auch: Nach dem von den A-s od. Regierungstrurren 
besetzten Bolivar. Gartenl. 1 6. 635a.— Amarinkeren 
(frz.), tr.: an den Seedienst gewöhnen (ogl. 
Marine). — Amar—-ulent (lat.), a.: birter. 
-ulenz (nlat.), f.; 0: Bitterkeit. -us (lat.), .: 
bitter, z. B.: Amära (medicäminal, bittre Heil- 
mittet c. — Amarÿllis (gr.), k. [8 24, 3, 
Fllidis): weibl. Name; Name einer Pflanzengatt. 
aus der Familie der Imarylliree#n. — Amasesis 
(gr.), f. I§ 24, 3, uv.]: das Nichtkauenkönnen. 
— Imali-a (lat.), k. [8 24, 11: eine Liebste. 
us, m. I§ 24, 2): ein Liebster. — mass-le 
(frz.), f.; —n, —: Farbenspatel. -#e#n, tr.: 
aufhäufen (auch armassieren). — Amat, n., —; 
—s: ein Gewicht auf Java — 2 Pekuls. Sneykl. f. 
Gaufl. 97a. — Smät-a (lat.), f. 1824, 11; -e, f.; 
—n : die Geliebte. eur (frz. —ör), m., —; —8 : 
Liebhaber, z. B. Johl Par. 1, 2 8 2c.; Dilekttant 
(T. d.): Viele Damen kopieren dort als A-s. 60.— 
Amäth-ia (gr.), -#F, f. ; 0: Unwissenheit. fal- 
merayer GsW. 2, 422. — GAmath-nt (gr.), n., 
—s; 0; -üs, n., uv.; 0: Start in Cypern, be- 
rühmt als Heiligthum der Liebesgöttin (ma- 
thüsia, Copria, s. Benus). w. 3, 69; 151; 255 2c. 
— I-mäti: Name einer berühmten Geigenmacher- 
familie zu Cremona; daher (vgl. Cremoneser): k.; 
—6: eine dorther stammende Geige: Dem märchen- 
haften Geigenkönig, aus dessen A. die ruhelose Seele 
eines gemordeten Weibes klagte. Gortent. 14, 153b; 
Der Ton seiner A. Polko Sch. Fr. 1, 80. — Imät-or 
(lat.), m., —, ören; -ren; -öre (it.), m., —; 
—s, —m : s. Amateur: Wurren A-n, Virtuosen. H. 
(Wachern. 2, 93320). örisch, a.: dilettantisch; 
verliebt. örius (lat.), a.: verliebt; Verliebtsein 
betreffend r2c.: Fsbris amatöria. Liebesfieber; Ama- 
törium, Liebes-Mittel, -Trank (s. Philtrum). -rice 
(frz. —riß), k.; —n: Dilettantin (s. Amateur). — 
IAmaur-öfe (gr.), Tsis, k.; 0: der schwarze 
Staar. ötisch, a.: staarblind. — Amax 2c. ĩ. 
Hamar ꝛe. — Amazirghen (ar.), pl.: Exliche 50 A., 
die Kabylen Marocco's. Globus 6, 85b. — Amazön-e 
(pralt. —, gr.), f.; —: -: 1) in der Sage der 
Alten ein kriegerisches Weibervolk (s. Köser Ph. 1, 
324, vgl. Pentbeülea); daher: ein muthiges, helden- 
haftes Weib; Männin; Mannweib (vgl. Virägy). 
G. 9, 191; 32, 174; Eine göttl. Figur, eine A. unter 
den andern Weibern. Heinse A. 2, 17; Sch. 3 5 3a 2c.; 
Schlacht-A. 2P. 1, 2 3 2c.; Leicht gegürteten Gangs nach 
A—-n-Gebrauch. Wachern. 2, 130211; Frau mit 
kokettem italiänischem A-n- Hütchen. Hausbl. (60) 3, 
306; A-n= [Reit-] Kleir; Kur. Gutkow R. 5, 
347; TLieder v. Eswe#iße; „Schild. Weiß Kost. 
1, 757; TTochter. G. 13, 234 r. — 2) (s. 1) 
Mn-Kleid, -Tracht, -Gewand: In der A. 
sab die erwas volle Gestalt noch am vortheilhaf- 
tesien aus. Hanmann N. 2, 84. — 3) (s. 1) von 
Amber 47 
Thieren: a) A-n, A-n= Ameisen, Formica 
rufescens, kriegführende. Oken 5, 937 ff. — d) 
A., An- Ammer, Emberiza amazöna. — A,) 
durch Verwechslung mit einem indianischen Wort 
(Amassönas heißt in der Sprache der Parä-Indianer, 
welche damals die ganze Munrungegegend bewobnten, 
„Zertrummerer der Boote’. HMag. d. Auslb. 36, 106b, 
vgl.: Im Amazonas--Delta. 107a; Des ebern Amgzo- 
nas. Pöppig Ch. 1, 4 5 2c.):; Der A—-n l Flus in Sue- 
amerika; dafür auch masc.: Der Orinoko u. der A. 
Chamisso 4, 69 2c. Dazu: A-n-Papagei, Pslttacus 
amazönicus, Lero (Oken 7, 364); = Stein, grüner 
Feldĩpath c. — 5) (s. 4) Art leichter Korvetten 
nach dem Alabamas= (s. d.) Prinzip, engl. Amazon- 
class lämmäsönkläs. -enhast, a.: nach Amagzonen- 
art. Eichendorff Lürm 60; G. 23, 47; Eutzkow 3. 6, 
8; 8. 122; AKeißner Sanf. 2, 130 ꝛc. in, k.: 
—nen : Amazone (1). Mõstt Ph. 3, 74 (vralt. ——. 
Kühlpforth Hochz. 174; Gl. 10 ꝛc.). Tisch, a.; 
amazonenhaft. 
IAmbabus (lar.): „mit beiden“ se. Händen 
lmänibusl, z. B.: zu., ergreifen ꝛe. — Imbag-es 
(lar.), pl. [8 24, 3): Umschweife, Weitläufig= 
keiten: Pér (urch] a. 2c. -iös, a.: weitschweifig 2c. 
— Imbäiba: s. Imbauba. — Imbaär (slaw.), 
m., —; —, —ren: Magazin: Diese Waarenmaga- 
zine od. A-ren. Kohl Surr. 1, 65; 66; Er vergräbt 
seinen Mais u. seine Gerste in seinen A-s (unterirdischen 
Getreidemagazinen). Cobert 2. 159 2c., auch Embarren 
(vgl. Anbar). — mbarvalien (lat.), pl.: ein 
Fest der Ceres, wobei man ihr ein „um die Feld- 
flur“ geführtes Thier epferte. — Ambassa (abif.), 
m., —s: —: Löwe, auch Ambabs; (ar.) Assed 
Brehm Hab. 58. — Ambasf-äde (frz. angb-), f.; 
—n: Gesanttschaft. -adeur C□arör), m., —; —: 
Gesantter, s. Introducteur, v#gl. (it.) ambascia- 
döre lambaschj —- u. z. B.: Die Herren Ambassa- 
dörs. Ties Acc. 1, 187 (s. Envoré); Im Saal der 
Ambassadören. Scherr Bl. 2, 106, auch: Gleichwohl 
war Perasto unter Venerig eine Stadt, deren Deputierte 
den bevorrechteren Titel ambassiatori, Gesandte, trugen. 
Globus 6. 235b. adirren, intr. (haben): als 
Ambassadeur auftreten, fungieren 2c.: Das ich der 
erste Ambassadeur bin, der zu Fuß ambassadiert. Prutz 
Holb. 561. — Imbäüba: s. Imbauba. — 
Ambe (it.), f.; —n: (Math.) Kombination od. 
Zusammenstellung von 2 Elementen (Binion). Ohm 
Syst. 2, 33; im Lotto ein Zweitreffer, vgl. Terne, 
Quaterne, Quinterne 2c. — Simb-er (pers.), m. 
(n.), —; ur.; f.; —n: 1) A., Ambra, eine graue, 
harzige, wohlriechende, zum Riuchern dienende 
Masse, deren wesentlicher Bestandtheil das A.-Fett 
od. Ambrein ist, eine krankhafte Sekretion der Leber 
des Potrfisches, s. Karmarsch 1, 11, vgl.: Die (der) 
graue A., Ambra. Krünitz 1, 617 ff.; Geruch von A. u. 
Bisam. Uückert Mak. 1, 102 2c.; Steckt Ambra nicht in 
Kachelotren? Hagedorn 1, 137 2c.; Die Pottfische, 
A.-Wale. Oken 7, 1047 2c.; A.-Kuchen (wackern. 
2, 16617),= Kugel;= Schnee. Kühlpforth Leich. 258; 
Fvoll. 267 2c., vgl.; Ambra-Dämpfe. Hauer 43
        <pb n="64" />
        Ambern 
48 
Duft. Sch. Göd. 1, 187; Daumer 1, 176; Haar. 
128;: Locke. 3;-Wolkec. 2, 196; -ugel. Hage- 
dorn 1, 137 2c. — 2) (vgl. 1) Gelber A., Bern- 
stein. Onen 7, 1048, vgl.: Des Golrs u. Ambras. 
v. Od. (1793) 4, 73, in spätern Ausgaben: Das 
Gold u. Elektron (s. d.), vgl.: Die brillantbesetzte 
Ambrapfeife. fallmerayer Gs W. 1, 292 2c.; Flüssiger A., 
Ambra l#quida, Storar, Balsam des A.-Baums 
(Liquichmbar); Weißer A., Walrath; Schwarzer od. 
Fuchs-A. ie. Tern, ir.: mit (od. wie mit) Amber 
würzen, vgl.: Dein lder Rose! ambrierte, süße 
Düste. Droches 9, 355; Be amberte Fruchte. Bodmer 
Noah; Ein geambert Wasser. Lohenstein A. 1, 644 2c. 
— #Ambidért-er (frz.), a.; m., —#; uv.: der 
beide Hinde gleichmäßig zu gebrauchen —, Ubrtr.: 
sich in Alles zu schicken u. zu finden weiß. -erikäl, 
f.; 0: ambidertres Wesen. — Imb-ient (lat.), 
m., —en; —en: Amtsbewerber. ieren, intr. 
(haben): Um Etwas a., sich bewerben, danach 
streben 2c. — Ambig -ieren, intr. (haben): un- 
entschlossen sein, schwanfen. —u (frz. angbigü): 
1) a.: unentschieden, zweidentig. — 2) n., —; 
—6: etwas aus Verschiedenartigem Zusammen- 
gesetztes, z. B. eine Mahlzeit aus warmer u. kalter 
Küche 2c.: A.-Spiel, aus verschiedenartigen Spielen 
(Touren) zusammengesetzt (vgl. Querlibet). -igui- 
tät, f.; 0: Zweidentigk. -uns, a.: zweideutig: 
Ambiguum, etwas Zweideutiges; ln ambiguo, in 
Zweifel, ungewiß. — Ambilogse (lat.-gr.), f.; 
—(ehn: Zweidentigkeit. — Ambil-ion (lat.), k.; 
0: das Streben nach Ehren od. Ehre; Ehr-Ge- 
fühl, -Begierde,-Liebe, -Geizc. - ionieren (frz.), 
ir.: aus Ehrgeiz nach Etwas streben; seinen Ehr- 
geiz darin suchen dc. iös, a.: ehrgeizig. iofus, 
a.: ehrgeizig; aus dem Streben nach Ehren od. 
Gunst hervorgegangen: Ambitiösum deerétum, 
parteiischer Bescheid. us, m. /§ 24, 4: das 
Umhergehn; der Umlauf; Umfang 2c.; Krenzgang 
einer Kirche 2c.; das Werben um Ehrenstellen, 
nam. das unrechtmäßige, durch Bestechung 2c. — 
IAmble (srz. äugbel), m., —6; 0: Zelt= od. Paß- 
gang eines Neitthiers. - U#####n, intr. (haben): im 
Paß gehn, zelten. — Ambl-õma (gr.) [8 24, 3, 
n., -tis!; -Ssis, s. [8 24, 3, uv.): Abortus. 
-olhridium [S 24, 2, n.]: Abortus; Abortiv. 
Joticum /&amp; 24, 2, n.I: Abortiv. — Jmblu-gön 
(zu), n., —e)s; —: stumpfwinkliges Dreieck. 
- önisch, a: stumpfwinklig (s. obeusangulär). 
— gonil, m., —(eys; e: Art Gestein. Onen 1, 187. 
Sopié, k.; 0: Stumpfsichtigkeit. -ops, m. [824,3, 
-öpis]: ein Stumpssichtiger. — Imboina-Holz: 
Holzeiner Palme v. der Insel Amboina. — Amboi- 
sienne (frz. angboaflenn), f.; —s: Art Seidenzeug, 
aus Amboise. — Amb-on (gr.), m., —; zonen: 
in den ältesten Kirchen eine kanzelartige Erhöhung, 
Pult: Die A“-en des Altars. Uail. 19, 6 :2c. Jono- 
bläst, m., —en; —en: Feind der Kirchenmnüf 
(ogl. Ikenoklast). — Ambout r2c.: s. Embent rc. 
— Ambr-a, m. (u.), —#: —6; f.; —#: s. Amber 
II.: Musk u. „Ama“. UNückert Col. 1, 144 1. 
Ame 
-radr, f.; —n: unechte Bernsteinperle. ein, n., 
—e)8; 0: s. Amber 1. ette, f.; —: 1) Abel- 
mosch. — 2) Bernsteinschnecke. -iE##e: ĩ. ambern. 
— Imbrös-ia (gr.), f. (n. —); 0: (Myth.) 
„Unsterblichk.“, die Speise (wie Nektar der Trank) 
der Götter; jeder vorzügliche Genuß; auch Name 
v. Pflanzen; in der Zusammenfassung m. Nektar, 
z. B.: Lustern bis zur Wuth nach ihre m A. u. Nektar. 
Heinse A. 1, 167; Uns mit dem A. u. Nektar ihrer 
Schönheit u. ihres Witzes zu sätligen. W. 22, 105 2c.; 
seltner allein: Das er sich am geistigen A. deines 
bloßen Anschauens genugen ließe. W. 22, 215; Seine 
Hand nach dem A. der Göttertafel auszustrecken. fior- 
mona 204; Das A. .. Zene A., die Apollo u. Venus 
spelste. Kohl Pet. 2, 19; A.-Athem. 149:; A.-Kost; 
Tisch (Maithison 153)2c. -iãlisch, a.: ambrosisch. 
Schubari 2, 7. Jiänisch, a.: von dem Bischof Am- 
brofius (im 4. Jahrh.) herrührend: A“e Liturgie; 
A-er Gesang, nam. der mit dem Anfang Tẽ Deum 
(s. d.). -in, v., —e)8; 0: Ambrosia: In deinem 
süßen Kuß hab' ich noch mehr als A. geschmecket. 
Kühipforih Verm. 9 2c. -ine, f.; —n: süße Mandel 
von der besten Sorte. -inisch, a.: ambrosisch. 
Sisch, a.: göttlich, himmlisch, heilig, köstlich, v. 
vorzügl. Wohlgeschmack, Duft 2c.: Die a-e Gestalt. 
Ahamisso 4, 120; Wein, den man als a. erhob. Chandler 
Kl. As. 75; Ihr a. Haar. Sch. 10b; A-e Nacht. 75; 
V. Od. 9, 104; Die Sehlen schön, a. u. golden. 1, 
97; JIl. 18, 25; W. 4, 90; 23, 357; 26, 37 2c. — 
Imbubaje (syr.-lat.), k.; — : im alten Rom 
syrische Sängerinnen u. zugleich Freudenmädchen. 
— Imbul-derum (lat.), n., —6; -äkren (§ 24, 
2, nu. ): 1) Ort zum Umherwandeln; Chorumgang 
in Kirchen 2c. — 2) Saug-Scheibe, -Röhre der 
Ser-Igel ic. Burmeister Gsch. 371; Vogt Oc. 2, 9. 
Sanre (sfrz. angbülängß), f.; —n: fliegendes (vd. 
Feld-) Lazareth: Caisson Ilkässangl d’a., Lazareth= 
wagen 2c. #änt (lat.): 1) a.: umherziehnd: Eine 
Menge a-er fliegender] Verkäufer. WhHeint Weltr. 1, 
7 2c., s. Boutique. — 2) (. 1) m., —en; Sen: 
Pfusch-Makler. -nz, f.; -en: Ambulance. 
alio, t. I§8 21, 3, önis]): Ambulation. Ooerrbe#. 
Pomp. 1, 331. Taliön, k.; -#en: das Umher- 
wandeln u.: Ort dazu (rgl. Ambulacrum u. Cuhl 
2, 129; 272). -alor, m., —s; zatören [8 24, 3, 
õris]: Umherwandler, Pflastertreter 2c. akörf#e, 
adv.; Salöorisch, a.: ambulant. -ĩcren, inir. 
(haben, sein): umherziehn; umher-, lustwandeln 
1c.: A-d sambulant]. Cienzb. 26, 2, 133. — 
Ambuͤrb-iälĩen (lat.), pl.: Opfer bei den Am- 
burbien. -inm, n., —#: -ĩen [§ 21, 2, n.]): im 
alten Rom feierlicher Uming rings um die zu ent- 
sündigende Stadt. — Imbnocade: s. Emb ic. — 
Imbusl-ion (lat.), f.; —-en: Verbrennung. -um 
[I§ 21, 2, u.]): Brandwunde. 
Ame (srz. äm), f.; —#: Seele: Man siebt täg= 
lich zablreiche Schwärme v. Vögeln, nicht ganz so groß 
als Tanben mit schwarzem Rucken u. weißem Bauche, 
ungemein schnell den Besporus auf u. ab fliegen. 
Die Franzesen nennen sie les A-s daméces lläsäm 
dane), die verdammten Scelen, u. tiegt es in diesem
        <pb n="65" />
        Amedschi 
Begriffe, daß nie Aufhören oder Rnhe gestattet ist, so 
passt der Name. .. Andreofsh nennt ihn den wandernden 
Alchon. Lindau Walsh. 1, 107 ff.; s. Zelkowan. — 
Imedschi (türk.), m., —s; —s: A., A. Efemdi, 
Kabinettssekretär des Reis-Efendi (s. d.). Hammer 
10, 338. — Ameen: s. Sudrer. — Amel- 
mande (türk.), pl.: Veteranen. Hammer 10, 338. 
— Iimelior-atiön (franz.), f.; —en: —-: 
Ameliorierung. -ieren, tr.: in bessern Stand 
setzen. — Amen (hebr.), adv. (s. as., vgl. Amin): 
wahrlich; gewiß; so soll es sein! 2c., bekräftigende 
Schlußformel; auch als sächl. Hw. (selten m., 
z. B. Off. 3, 14; Das spricht der A., der treue u. 
wahrhaftige Zeuge. H. R. 7, 222): 1) als Bestäti- 
gung, auch von Etwas, dessen Erfüllung man 
wünscht 2c.: So gewiß wie A. (in der Kirche); Sein 
A. zu Etwas geben, sagen 2c. — 2) = Schlusß, 
Ende, vorbei: Mit Einem aus u. a. machen; Ich 
werde verwundet u. denke, es sei a. 2c. — 3) seltne 
Fortbild.: Du amenst sagst A.). v. Sh. 2, 135. 
— #Imend--bel (frz. amängr-), a.: straffällig. 
e, f.; —s: Geldbuße 2c.; A. honorable sonorãb'll, 
Abbitte. -ement (mäng), ment (engl. ämend- 
ment), n., —; —#: Abändrung, —#-Vorschlag, 
nam. bei einem zur Berathung vorliegenden Be- 
schluß. Heine Tr. 32; Unter- A. od. SousN. 
löusamangd'mäng] 2c.; A-s-Steller. Volksz. 16, 
95 ꝛe. U#ren, tr.: verbessern; ein Amendement zu 
Etwas stellen ꝛe. — Amen-i (gr.), orrhöe, 
f.; 0: das Ausbleiben, Stocken der Katamenken 
(s. d.) od. monatl. Reinigung. — Amens (lat.), 
a. [8 24, 3, éntis): sinnberaubt 2c. (vgl. Amans; 
Amentia). — AImentacsen, pl.: KRältzchen- 
bäume“. Oken 3, 1532, s. Amentum. — SIméenthes 
(ägypt.), m., uv.; 0: Unterwelt, Todtenreich 
(ogl. Hades). Heeren 2, 671; 679; Die Unterwelt, 
Amenthi. Kriegk 1, 85. — mentia, f. 1824, 11: 
Sinnlosigk., Aberwitz, Wahnsinne. — Zmentum 
llat., § 24, 2, n.]: (Bet.) Bluthenkätzchen 
(s. Julus). — IAmerik-a, n., —; 0: Name eines 
Welttheils (nach Amerigo Vespucc)). -anisch, a.: 
aus Amerika stammend, darauf bezüglich rc. 
(s. Duell; Rasse 2c.). Janisfkren, tr.: amerika- 
nisch machen, nach amerikanischem Muster umwan- 
deln 2c. Grenzb. 26, 1, 286; Cerstäcker Pench. 1, 237, 
vgl.: Freilich hatten sich schon Einzelne süd amerikanl- 
sirt. 214. — Amerinädo (span.), m., —8; —: 
span. Schaf, hervorgegangen aus der Krenzung v. 
Churros u. Merinos. — Amethöd-isch (gr.), a.: 
unmethodisch. ist, m., -en, —8; -en: Pfuscher. 
— nAmethöft (gr.), m., Xeys, —-en; —e, —en: 
A., ein durch Mangan violett gefärbter Bergkrystall. 
Bei den Alten stand er im Ruf besondrer Wirksamkeit 
gegen den Rausch, daher sieihn chteé vc (trunkwirrig) 
nannten u. als Amulett trugen. Verschieden ist der bei 
den Zuwelleren s. g. orientaltsche A., eine violette Ab- 
ändrung des Saphirs [A.-Saphirl. Karmarsch 1, 42, 
vgl. Prechl 4, 544; Karneole, A-en. Hal3. 21, 459 r2c.; 
auch bloß in Bezug auf die Farbe, z. B.: Ein von 
A. gebildeter Vogel. Haller 44 dc., v#gl.: Der A.= 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Amicus 
19 
Kolibri .. ., Kehle a.-roth. Ohen 7, 184 2c. en, 
a.: aus Amethyst; amethystfarb: Der a-#e Himmel. 
plalen 4, 259. -on, u., —#; -a: Mittel gegen den 
Rausch. os, m., uv.; -ze: Amethyst. Scheffel Tr. 
178. — Ametr-ie (gr.), f.; 0: Mangel an 
Symmetrie (s. d.) ed. Ebenmaß. Lisch, a.: un- 
ebenmäßig, maßlos; In reimlos a-en Zeilen. Wackern. 
2, 82912. —op, m., —en; en: ein Nicht-Normal- 
sichtiger. Salon 1. 543. öpisch, a.: nicht normal-= 
sichtig: So hatten die Dorfschulen nur etwas über 
5% A-e. edd. — Amenbl-ement (frz. amöb'lmäng), 
n., —s; —#: die Gesammtheit der zu einer Ein- 
richtung gehörenden Möbel. -ren, tr.: s. möb- 
lieren. — Imf rc.: s. Amph#c. — Imhärisch, 
a.: Die heutige Volkssprache Habessiniens, das A-e. 
Gesenius Handwörtrb. XXXVI. 
Ami (frz.), m., —; —: Freund: Mon lmönn! 
a., mein Freund; Les a—s lläsamil de mes a-s 
Imäsamil sont Iböngl mes a-s, die Freunde meiner 
Freunde sind meine Freunde;: L'a. du peuple ldü 
pöp'I), der Freund des Volks; A. de cour, Hof--, 
falscher Freund 2c., s. Lamieiy. able (5b'1), a.: 
1) gütlich, anf gütl. Wege, bes. advr.: A ’.; 
a-ment [-mäng] 2c. — 2) (engl. emiäb'l), a.: 
liebenswürrig, — in Nordamer. — gutmuüthig- 
dumm. Herrig 30, 212. — #-imiant (gr.), m., 
—(eys; Se: eine zu unverbrennl. Ggstdn verarbeit- 
bare, der Hornblende ähnl. Steinart, Asbest (s. d.): 
Feder-; Schiefer-A. ꝛc. -n, a.: aus Amiant. — 
Amice: s. Amicus. — Amic-ia (mlat.), k. 
I&amp; 24, 11: Mönchskapuze. -ieren (lat.), tr.: 
bekleiden. — Amicitia (lat.), f. [8 24, 17: 
Freundschaft (auch personif.): Amicĩtiæ cäusa, 
Freundschafts halber. — Imstd, n., —#; Se: 
(Chem.) eine vorausgesetzte Verbindung aus 
1 Mischungsgewicht Stickstoff u. 2 Mischungs- 
gewichten Wasserstoff (während das Ammoniak vom 
Letztern 3 enthält u. das ebenfalls nur voraus- 
gesetzte Ammonium 4): Verbindungen, die A-e, welche 
einem Ammontaksalze entsprechen, aus welchen ein Maß 
Wasserstoff des Ammoniaks sich mit einem halben Maß 
Sauerstoff der Säure verbunden u. ausgeschieden hat. 
Milscherlich 2, 1, 85; Kalium-A. ic. — Emid-#m, 
Son (frz. —öng), n., —#; 0: Amylon (s. d.). — 
m-= ir (frz.), k.; —: Freundin. -igo (span.), 
m., —s6; —: Freund: Wahr, wahr, A.! Gerlläcker 
WW. 29; Pench. 1, 43 2c.; Capitäno de A-s, Ver- 
treter der chilenischen Regierung bei den Indianern. 
2, 35. — Amih (ar.), pl.: Das rohe Volk, die A., 
d. h. die Ungelehrten. Globus 6, 5 ba, vgl. Am. — 
Am--a (lat.), f. [824, 11: Freundin, s. Amicus. 
Sihäbel, -icäbilis, a.: freundschaftlich, gütl. (. 
amiable): A. Compositio, gütlicher Vergleich: Ami 
cäbilimödo, aufgütl. Weise = amicabiliter, adv. 
Zihabilität, f.; 0: Freundlichkeit, Wohlwollen. 
ihal, a.: amifabel. G. Sch. 1, 122. — Amiet- 
örium (lat.), n., —#6; -zörken [§ 24, 2, n.): Be- 
kleidung; Brusttuch 2c. -us, m. I§ 24, 4): Ge- 
wand, bes.: Achsel= u. Kopfgewand messelesender 
Priester. — Amfcus llat., § 24, 21, m. (u. a.): 
4
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        50 Amimelisch 
Freund: Amĩce! Freund (in der Anrede); A. 
Pläto, a. Aristöteles, mägis amica veritas, Freund 
ist Plato, Freund Aristoteles, mehr Freund die 
Wahrheit 2c. — Amimetisch (gr.), a.: unnach- 
ahml. — Amĩn: Amen (in ngr. Ausspr., im 
HOrient 2c.). Hartmann Leßt. Tag. 20. — Amir (ar.), 
m., —§#:„ —: Herrscher, s. Emir, vgl.: Muschiri 
(s. d.) Topchanei a (a) mire ie. änie, m., —6; 
—8: Almirante (s. d.), Oberbefehlshaber. — 
Amiss-ibel (lat.), a.: verlierbar. iön, f.; 
—en: Verlust. — Amitié (frz. —tje), f.; —s: 
Freundschaft: Pär laus) a.; Bonne bönn, gute! 
a. c. — Ilmmäde (ar.), f.; —n: Taufe bei den 
oriental. Christen, Melchiten 2c. Peicrmann Or. 1, 
116. — Ammas, m., uv.; 0: eine Weizensorte. 
— eimmazz-ament (it.), n., —e)s; S#e, —#: das 
Morden, Abschlachten 2c. G. 31, 107. -ieren, 
tr.: morden. — EAmme, m., —6; —§#: Man nennt 
in Damaskus den Turban der Muhamedaner, wenn das 
Tuch grade gebunden ist, A. u., wenn es klein, der Tur- 
ban nicht dick ist, Asbe. Peiermann Or. 1, 150. — 
Ammei (lat.), m., —#; 0: Pfl., Kümmelmerk, 
Ammi, aus dem Geschlecht der Ammineen. — 
Ammeräl, m., -(e)s; -e: (seem.) großer Eimer, 
mam. um Wasser v. außen Bords heraufzuziehn 
(holl. emmeral). — Ammoch-asie (gr.), f.; 
—(eyn; -ofis, f. (§S 24, 3, uv.I: Bad in warmem 
Sand. — Imm -on (ägypt.): 1) m., —; 0: 
ein libyscher Gott, nam. in Theben (ägypt. No) 
verehrt (s. Zunz, Itr. 46, 25, vgl. Uah. 3, 8), mit 
Widder-Kopf od. = Hörnern 2c., auch gr., röm.: 
Zeus A., Jupiter A., s. Arieg 1, 58; 2, 347 2c. 
Dazu: A-s-Horn, nach der Form auch Name von 
Schnecken: Tritonen, die aus krummen A-—s-Hörnern 
bliesen. W. 4, 44; 2, 146 1e., bes. aber von Ver- 
steinrungen: Ein A-z-Horn,] wie es der Wandrer 
findet auf den Bergen. Sch. 5 44b; Ohen 1, 673; 5, 
431 1c., s. Ammon-een, it. — 2) u., —8; 0: bei 
Oken st. Ammonlak (s. d. 1), z. B.: A. od. flüchtiges 
Laugensalz. 2, 107; 4, 204 2c. oneen, pl.: Am- 
moniten: Ammonshörner (N.). 1, 673; Uatur 16, 
266 . -oniah, n., —; 0: „aus Libyen stammen- 
des Produkt“ (s. Ammonium), nam.: 1) Chem.: 
(s. Amid) eine Verbindung aus 1 Maß Stickstoff 
u. 3 Maß Wasserstoff, die mit Chlorwasserstoff sich 
zu Salmiak (s. d. — säl ammonfacum) verbindet: 
A.-Flüssigk. (Ab-A., Salmiak. Geist) ist Wasser 
welches A.-Gas absorbiert hat; A.-Salz, eine Ver- 
binrung von A. mit Säuren 2c. — 2) (Bot.) A.= 
Gummi, Harz, der getrocknete Milchsaft einer 
Pflanze, Ferula ammonifera od. Dorẽma armenfa- 
eum. Karmarsch 1, 13; Oken 3, 1822 2c. Toniqaha- 
lisch, a.: ammoniafhaltig. umboldt K. 1, 361 ke., 
vgl.: Ammoniaköl-Dämpfe. 333 „c. onft, m., 
e)s; -e: Art versteinerter Schnecken (Ammons- 
hörner), zusammengefasst auch als Ammoncen od. 
Ammontteen u. eingetheilt nach der Stellung 
der Loben (s. d.), s. Durmeister Gsch. 476 ff.; Humbold! 
K. 1, 290 rc. (s. Arles 4). -onium, n., —: 0 
18 24, 2, n.]: 1) das Heiligthum des Jnpiter 
Amorcieren 
Ammon ((. d.) auf der Oase in der libyschen Wüste 
u. diese Oase. freiligrath SW. 1, 231; 6 2, 
4117. — 2) Chem.: die hypothetische Verbindung 
von 1 Maß Stickstoff u. 4 Maß Wasserstof. 
mitscherlich 2, 1, 79; 98 (s. Amid), z. B.: Cblor-A. 
st. chlorwasserstoffsaures Ammoniak. ebd. Joniurktum 
18 24, 2, u.]: A. äüri, Knallgold (Goldoryd= 
ammoniak). — Immunition, f.; —en: Munition 
(sl. d.). Grenzb. 26, 3, 494 2c. -ĩẽren, tr.: mit 
Ammnnition versehn: Er verprovtantierte, ammnni- 
tionterte .. sein Schiff. WhHtint Weltr. 2, 291 2c. 
Amn—-esĩẽ (gr.), f.;#0: die „Nichterinnrung“, 
Gedächtnisschwäche. estie, f.; —(e)n: das Nicht- 
gedenken, Nichtahnden des Geschehnen, nam. voli- 
tischer Begangenschaften: A.-Akte (IP. Wahrb. 1, 
365); Utas (Ctenzb. 26, 3, 33); Erlaß r2c. estieren, 
tr.: dem Obj. Amnestie gewähren. tik, f.; 0: 
die Kunst des Vergessens (Gastz Mnemönik). — 
Amnibolist (lat.), m.„—en; #en: Flußanwohner. 
— Amn—-ion (gr.), ium, n., —; -len [8 24, 
2, n. ]: Schaf-, Wasserhaut, die innre Eihaut um 
den Fötus: A.= sod. Frucht-] Wasser. -ĩtis, f. 
1§ 24, 3, uv.]: Entzündung des Amnions. — 
Amo: 1 (lat.): ich liebe. — 2) (Kan., vgl. Ama) 
m., uv.; —s: Hofmeister: Herr, Meister 2c.; auch 
z. B. bei den Stierkämpfen: Der A. ((hef der 
Quadrille). Globus 4, 138aà 2c. — SAmöbä--isch 
(gr.), a.: „abwechselnd“, namentl. von Wett- 
gesängen, wobei die Singenden absatzweise ab- 
wechseln: A—e Lieder. W. 3, 61. us, a.: amö- 
bäisch, bes. neutr.: [Cärmen] amoebsum, Wechsel- 
gesang. — imod-iateur (frz.), m.t, —#; —, —e: 
Pichter. -iation, f.; —en: Pachtung. Ji#eren, 
tr.: pachten. — Amõk!: Wuchruf der berausch- 
ten, mordgierigen Malalen. Aueld. 39, 906a. — 
moll-ieren (frz.), tr.: erweichen; verweichlichen. 
jissement (mäng), n., —6; —: Amolliernng. — 
Imom (gr.), n., m., —e)##; Se, —en: eine Gat- 
tung Gewürzrstanzen, Amömum (aus der Zunft 
der Amomkey), wozu z. B. der Kardamom gehört; 
auch A-len-Merk od. Amömlein, Amömum zer- 
wänicum s. Stum aromäticum 2c. — Amön (lat), 
a.: anmuthig. -ität, f.; 0: Anmurth. — 
IAmonkillado (span. —#ulli-), m., —s; 0: Art 
span. Wein. Jusld. 38, 1009b; 39, 12a 2c. — 
IAm-or, m., —#; —, -n, Sren [8 24, 3, risl: 
Liebe, Liebesgott (s. Eros): Seines Allerwelts-A-s. 
w. 23, 271; 276 (s. Pandemos); Dämon-A. 2 7 S 2c. 
Mz.: A-s. G. 32, 47; k. 11, 305; MKichaelie 261; 
A—-—u. 103; 112; Matthison 103; 147; w. 3, 130; 
10, 123; 15, 6; 23. 276 ff.; Amören. Stahr It. 2, 
416 2c.; Vrfl.: A-chen, selten: Amörchen (Ke#### 2 S. 
328) 2c.: Omnia vineit amör, über Alles siegt 
Liebe 2c. — Amorce (frz. amörß), f.; —n, —#: 
Köder; (Kriegsk.) Zündkraut; Perkussionszün= 
dung rc.: Die seuergefährlichen Präparale A-s. Uot3. 
20, 521, zu Salon-Pistolen, eine Mischung von 
Phospher u. chlorsaurem Kali: Volksz. 15, 291; 
Mundloch an Minen; (Bank.) Verzahnung. 
+frren, tr.: ködern; mit Zündkrant versehn 2c. —
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        Amore 
Am - õre (it.), m., uv.; 0: Liebe, Lust: Con 
Imit) a. w. HB. 2, 136; 163 ꝛc. Torstte, m., 
—n; —; f.; —n: Die Peeten erschaffen mehr 2gl. 
kleine Liebesgömer unter dem Tirel der A-n. Ramler 
Mrth. 78; W. 15, 126; 128 (bgl. Amors Brüder. 
ebd.; die Amern. 127) 2c.; Die A. freiligrath S W. 1, 
197;201 r., auch (it.) Amorétto (vgl. Amorine); 
serner: Amerétichen, Art Harfenschnecke. Oken 5, 
476. orkvole (it.), adr.: (Mus.) lieblich, zärt- 
lich. — Amörg-inisch, -ilch, a.: von der gr. 
Insel Amörgos stammend, bes.: A-# Gewebe, Ge- 
wänder, slorartig, durchsichtig, s. Cuhl 1, 180; 
Weiß Kest. 1, 115 ꝛe. — Imor-ill (span. ijo), 
m., — ; —: eine Sorte Cigarren. -in, m., en; 
en; -ine, f.; —;;-ind (it.), m., —#; —s: Amo- 
rette: Fin A-o. W. 3, 140; 23, 294 ½.; Amor ... Der 
kleinen A“-en, seiner jüngern Brürer. 284 ff.; 3, 137; Ech. 
26b 2c.; flatternde Schleife im Haar; auch Pfl. — 
Reseda. Oktn 3, 1373. ös (it.), a.: verliebt: 
Zu a-#er Natur zu sein. püchler Südöstl. 3, 25. 
öso: 1) m., —; —8, -dsi: Liebhaber; Liebes- 
beld. — 2) (adv.) Mus. — amorevole. — 
Imörph (gr.), a.: „gestaltles“ (Chem.), von 
Körpern, die — in Folge schneller Abküblung — 
nicht die ihnen sonst eigenthümliche krystallinische, 
sondern eine glasförmige Struktur zeigen. Zurmeister 
Gsch. 61; 70; 319; A-er Basalt. Ausld. 39, 94 83; 
A“er Phesrher. Uaur 14, 2719b2c. a, f. [824, 1]: 
Pfl., Sichelfrehme, bes. A. fruricösa 2c. -ir, f.; 
0; eismus, m., uv.; 0: amorpbe (s. c4 ) Struk- 
tur. Burmeiser Gsch. 318. -isch, a.: amordh. 
Son, Jum, n., —#; -a: amorrbe Kärper. — 
Amort-rren (frz.), tr.: amortifieren. isäbel, 
a.: amortifierbar. -isatiön, f.; —en; —-: Amor= 
tisierung: A-#. Erikt; Fenrs; „Gesetz;-Kasse; -Ter- 
min 2c. -isserbar, a.: der Amortisatien unter- 
worfen. -issieren, tr.: 1) Werkbrapiere für „ab 
u. todt“, ungültig erklären; nam auch, bei Staats- 
schuldscheinen 2c.: sie durch Zahlung aus dem Amor- 
tisatiens= (od. Schuldentilgungs-) Fonds einziehn 
&amp;. — 2) Güter in die „todte Hand“ übergehn 
machen. eissement (mäng), n., —#8; —#; —6-: 
Amortisation. — #Smöt-iön (lat.), f.; Sen: 
Amovierung. - us, a.: amoviert: Rés amöte, 
etwas Entwendetes, unrechtmäßig Genommnes 2c. 
— Amour (frz. —u), f.; -en, —6: Liebe, Lieb- 
schaft. Sch. 191b 2c., s. aimer: Postillon (-ilIjöngl 
d'a., Liebesbote; Billet (s. d.) d’a.; Flate (s. d.) 
d’a.; Cour (s. d.) d'a. 2c.; auch: Bankschleife am 
Haarbeutel (vralt.). Scherr Bl. 1, 187. Taché 
l-aschẽ], a.: verliebt, vernarrt: Er ist wirklich a. 
Sozer 14, 79a. —tte, f.; —, —s: Liebschaft; die 
leckersten Theile eines Bratens 2c. (Pfaffenschnit)): 
A-n-Helz, Amarantholz. isch, a.: auf Amouren 
bezügl.: Ven der letzten a-en Bekannrschaft. Heine 
Ens. 194. —58, a.; verliebt. schaft, f.; -en: 
Liebschaft. OMuͤler Ack. 106; 239. — Amov-ibel 
(frz.), a.: ent-, absetzbar. -ibilität, f.; O: Ab- 
setzbark. ren (lat.), tr.: entfernen; unrecht- 
mäßig wegnehmen, sich zueignen; vom Amt ent- 
fernen, absetzen 2c. 
Amphibrach 51 
Ampechõni-on (er.), n., —s; zen, -a: Ein 
leichtes Mäntelchen, welches auch über die Arme gehet, 
u. vermuthlich ist dieses dasjenige Stück der weibl. Klei- 
rung. welches Enchelien od. Crelas, auch Anabolarion 
u. A. genannt wurde. Winchelmann Gsch. d. K. 1, 204. 
— A##mpel-idren (gr.), pl.: Pflanzenfamilie, 
wozu der Weinstock (gr. ämpelos) gehört. -öplis, 
f. [§ 24, 3, uv.]: Pflanzengatt. (aunrebe). 
Sos, m., uv.; zoi: 1) Weinsiock. — 2) „Laube“ 
zur Deckung der zum Sturm ed. zur Leitererstei- 
gung vorgehenden Soltaten. Rüstow 9K. 313. 
„urgĩe, f. 0: Weinbankunde. 
Imphlb--ie (gr.), f.; — : A., Ampbibi-um, on, 
„keidlebiges“ d. h. im Wasser u. auf dem Lande 
lebendes Thier, wie Frösche u. andre Lurche; ver- 
allgemeint: die große Klasse der ungesiederten u. 
unbehaarten kaltblutigen Rückgratthiere ohne Flos- 
sen, wozu außer den Lurchen noch die Schilrkröten, 
Eidechsen u. Schlangen gehören; vgl.: Ven A-n 
sellte man .. Nichts in den Sterren vermurben, da man 
bier, wo fafi Alles trocknes Land ist, faßt nicht v. einem 
-Amphi' der Glemente frrechen kann, u. doch sind 
Schlangen, Eirechsen, Schildkröten u. Fische äußerst 
bäufg. Kohl Südr. 2, 119 2c.; ferner: ein Wesen 
v. Doxpel-, Zwitternatur 2c.: Ein bäslicheres A-ium 
als der euror #ffierte Handelsgrieche auf seinem brzan- 
tinischen Beden bestebt nicht. faumerayer Fr. 2, 220; 
Wir suchen uns zwar, wie A-ia mit eigen erfundener 
malerischer Tracht zu belfen. Heinfe A. 2, 84; So 
zwiingt die Natur dieselben Thiere, welche in der ersten 
Zabreshälfte auf dem wasserleeren, Kaubigen Boden lder 
Sterren] vor Durst verschmachteren, als A“ken zu leben. 
Humboldi Ans. 1, 31; Mit einem reizenden Mäirchen so 
zu reden, als eb sie ein geschlechtsloses A-ion wäre. 
(Schlegel Luc. 1, 116; Dies Aeion der Tugend u. des 
Lasters. Ciedge Ur. 5, 47 2c. Siolith, m., —s, Sen; 
en: Versteinrungen v. Amrhibien. iolög, m., 
—en, —s; -en: Kenner der Amphibien. Dazu: A-dis, 
f.; isch, a. -ion, n., —; zia: Amphibie. iöt, 
n., —en; Sen: A-en: Thiere, die in der erüen Periode 
reine Wasser-, in der srärtern reine Luftthiere sind. Ausld. 
39, 1216a. Siotisch, a.: beidlebig: Wasser-Glierer= 
lbiere, a-#e Gliedertbiere, Landgliedertbiere 2c. Burmeister 
Gsch. 385; 387. isch) a.: in der Weise v. Am- 
pbibien (s. d. u. amphibiotisch): Zu jenema-en Tbeile 
des Bundes, der inn= u. außerhalk der Kirche üebt. Eutz- 
kew R. 6, 17 2c. — Amphiblestr-oditis (gr.), k. 
[8 24, 3, uv.]): Netzhaut-Entzündung (Dilreiris). 
„oide, f.; —n: Netzhaut des Auges (Retina). — 
IAmphib-öl (gr.), m., -(e)s; —e; -öle, f.; -n: 
Die Hernklende (A.), an ihrer schwarzen Farbe leicht 
kenntlich, ist ein Dorvelsilikat, das aus 3fach kieselsaurer 
Kalterde mit derrelt kieselsaurer Talkerde entstanr und 
seine schwarze Farbe beträchtlichen Antheilen v. Eisen- 
cx#dul verdankt. Zurmeiker Gsch. 151, vgl. Augit. 
Solié, f.; +eyn: Zweideutigk. ölisch, a.: zwei-, 
dorpelreutig:; dorpelten, unentschierenen Charak- 
ters: A-e Gesteine (vgl. Amrhitel). olit, m., 
—(e)s; —-e: Amrhibol. Stegorooius Kerf. 1, 126. 
Sologié, f.; —eyn: Amrhibolie. — Amphibrach 
(gr.), m., —#n, —; -en: Versfuß, worin eine 
4
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        52 Amphibrachisch 
Länge v. 2 Kürzen (vgl. Amphimacer, worin eine 
Kürze v. 2 Längen) eingefafft ist (AUmphibrachys). 
Sisch, a.: aus Amphibrachen bestehnd c. — m- 
phibräünchi-a, -en: Mandeln im Hals (ogl. 
Branchten; s. Antiades; Paristhmia; Tonsillen). — 
Amphidrömi--a, -en (gr.), pl.: „Umlaufsfest“, 
wobei das noch nicht wochenalte Kind um den 
Hausaltar getragen ward. — #mphigen, m., 
—(e)ys; —e: Der Leucit (s. d.) od. A. Burmeister Gsch. 
65. — Amphigür-i (gr.-frz.), n., —##—##; -ié, 
f.; —(eyn: sinnloser Wortschwall. -isch, a.: pomp- 
haft unverständl.: Genau besehen, ist alle Philosoxhie 
nur der Menschenverstand in a-er Sprache. G. 3, 253; 
31, 358. Tist, m., -en; —en; Einer, der Amphi- 
guri spricht, schreibt. — Amphikärp-isch (gr.), 
a.: über u. unter der Erde Frucht tragend. um, 
n., —-en [8 24, 2, n.): Umschlag od. Pfiaster 
um die Handwurzel. — Amphihl-pon (gr.), m., 
--yönen; -yönen: Gesandter u. Mitglied des alt- 
griech. Bundestags; danach verallgemeint v. einem 
hohen Bundes= u. Schiedsgericht. Kriegk 1, 263; 
w. 19, 29; 29, 145; Das hbchste Ziel des deutschen 
A-en-Bundes in Frankfurt. 31, 547 2c. (Miti statt 
y, z. B. Oervinus Hist. Schr. 7, 86; auch Amphik= 
ttonie 478, vgl. gr. crtzr louex, Umwohner). 
„ꝑonĩẽ, f.t, —eyn: Staatenbund. -önisch, a.: 
dem Amphiktyonen-Bund, -Gericht gemäß, dazu 
gehörig rc. — Amphihppell-on (gr.), n., —: -a: 
Doppelbecher. Weiß Kost. 1, 447. — Imphilög-ie 
(gr.), f.; —en: Streit, Widerspruch. eisch, a.: 
streitig, zweifelhaft. — IAmphim-arer (gr.), 
m., —; —6; -acrus, m. [/§ 24, 21: s. Am- 
phibrach u. Creticus. — Amphimäskal -os (gr.), 
m., uv.; zoi: Art wollnes Hemde in Gestalt eines 
genähten, kurzärmeligen Uberzugs. Weiß Kest. 1, 736. 
— Amphimétores (gr.), pl.: Stiefgeschwister — 
v. 2 Müttern, wie Amphiväteres, v. 2 Bätern. — 
Imphiön (gr.), m., —s; —#, önen (w. 3, 121): 
ein berühmter Sänger, s. w. HB. 2, 237 2c. — 
IAmphiparastädisch (gr.), a.: (Bank.) v. Tem- 
peln: vorn u. hinten mit Parastaden (s. d.) od. 
Anten, also mit Vor= u. Hinterhalle (s. Opisthorom) 
versehn. Guhlnt, 17, vgl. Amphiprosihl. — Am- 
phipatores, pl.: s. Amphimetores. — Imphi-= 
puküma (gr.), n., —#;0: das Schwerathmen. — 
Amphipoden (gr.), pl. : eine Gattung der Ringel- 
krebse, Ggstz Lämoripören; Isopöden. Burmeister Gsch. 
391. — #A#mphipröéfl-äl (gr.), m., —(e)8; -e, 
—en; -alos, uv.; uv.; -xlus, m. [8 21, 21: 
(Bauk.) v. Tempeln 2c.: vorn u. hinten mit vor- 
stehnder Säulenhalle versehn. Cuhl 1, 17; 2. 13; 
148 (vgl. Prostylos; Amrhlparastarisch). — Im- 
phisbäue (gr.), f.; —n: eine fabelhafte Schlan- 
genart mit einem Kopf vorn u. einem hinten. w. 
1, 3; 12, 300; 15, 239 te.; auch eine Art Schlei- 
chen, Gürtel= (vgl. Blind-) Schleiche, s. Oken 
585 ff.; portug.: Cöbra de dñas cabeças. —. Am- 
phi-seius (gr.), m. 18 21, 2; -Thios, m., uv.; 
-skioi: Allen Bewohnern der heißen Zone sieht die 
Sonne des Jahrs 2mal u. denen auf den Wendekreisen 
ltmal des Mittags im Zenith. Sie wersen dann gar 
Imphoter 
keinen Schatten u. heißen Ascii ., Un- sod. Ohn-] 
schattige od. Schattenlose. Den Erstern steht die Sonne 
den ubrigen Thell des Zahres hindurch im Mittage zu 
einer Zeit im Norden, zur andern im Süren; in jenem 
Falle werfen sie lhren Schatten surwirts, in diesem nord- 
wärts, sie heißen Amphiscii [Beid-, Doppel- od.] Zwei- 
schattige. Hingegen die Bewohner der Wendekreise wer- 
sen, wenn die Sonne nicht gerade durch ihren Zenith 
geht, u. die Bewohner der gemäßigten Zonen werfen das 
ganze Jahr hindurch ihren Schatten am Mittage nur 
nach einer Himmelsgegend hin . Sie heißen Heteroscii 
od. Einschattige ku. nach der entgegengesetzten Richtung 
des Schattens auf der nörrl. u. südl. Halbkugel — in 
Bezug auf einander Antiscii od. Gegenschattigel 
Die Bewohner der kalten Zonen heißen Periscii d. i. 
(Kreis= od.] Umschattige, weil ihr Schatten in 21 Stun- 
den rings um sie herumläuft. Galpari 195. — Am- 
phismĩla (gr.), k. /§ 24, 11: zweischneidiges Messer, 
bes. zum Anatomieren. — Imphithälamus (gr.), 
m. [8 24, 2): (Bank.): Rechts u. links v. der 
Pröstas (s. d.] sind Schlafgemächer (cubicula) angeord- 
net, von denen das eine Thälamus, das andere A. ge- 
nannt wird. Guhl 1, 80. — Amphithea-ter (gr.), 
n., —; uv.: ein stufenweis aufsteigendes Oval od. 
Halboval, zunächst als Schaubühne. G. 14, 211; 
dann allgm. auch: Qualmte im Grunde des Amrbi- 
theaters (— —’, gr., st. , frz.) Keißner Gr. 
79, s. Amphitheatrum. ralisch, a.: in Art eines 
Amphitheaters. -trum (——) 18 24, 2. u.]: 
Amphitheater: A. heißt eig. ein Gebäude, welches auf 
2 Seiten ein sln“nneu-r einen Zwischenraum, eine cavea 
hatte. Guhl 2, 165; auch: im Amphitheater statt- 
habend: Die a-en Spiele. Weiß Kost. 1, 1144 2c. 
— Amphitömisch (gr.), a.: zweischneirig. — 
mphitrite (griech.), f.; —#, —ns; —: (M)yth.) 
Gemahlin Neptun's (s. d.), Meeresherrscherin; 
(Naturgeschichte) eine Gattung Seewürmer. — 
IAmphitrn-on (griech.), m., —8; —, -önen: 
(Mythol.) Gemahl der Alkmene, mit der Zu- 
piter den Herkules erzeugte, vgl.: Ariston rechucte 
sichs .. zur größten Ehre, als ein zweiter A., fur den 
Vater des Göttersohns zu gelten. W. 23, 211 2c.; 
dann nach der Hauptperson in einem Molidre'schen 
Lustspiel: ein gutmüthiger Gaugeber. Heine 17, 
203; Pückler Südöstl. 1, 385; Semil Afr. 1, 233 rc. 
(Ampbitrion. Wachenhusen Zig. 25; Ball. 2, 179). 
oniade, m., —n; —n: Nachkomme des Amphi- 
tryon, nam. Bez. des Herkules. — Imphodelilh 
(gr.), m., —(e)s: —+#: Art Feldspat. — Amphy- 
ora (gr.-lat.), f. [8 24, 11; öre, f.; —#u: ein 
zweihenkliges Gefäß mit kürzrem od. längrem Hals, 
s. Guhl 1, 159; 2, 107; Eine kostbare Amphora mit 
Rosenöl. polko Schr. 1X2; Eine A., in welcher sich der 
Pilger wäscht CKRobtti2, 19 3 2c.; Die Amrhore. Sar#- 
mann Leßt. Tag. d 1: Weiß Kost. 1, 279 2c.; auch als Fluͤs- 
sigkeitsmaß; Röm. Kubikmaße sind für flüssige Sachen 
die Amphora od. das quadrántal, ein röm. Fuß nach 
allen Dimensionen; er entbält 2 Urna, 8 cöngii, 48 
se Ktärii, 96 héming. 192 quartärii u. 576 cFatbi. 
Zumpt &amp; 56 ce.; ferner als Zeichen im Thierkreis 
Wassermann (s. Aries 2). — Imphoter (gr.),
        <pb n="69" />
        Ampholis 
a.: doppelten, zwitterhaften Wesens 2c., z. B. 
(Chem.): Ake (od. indifferente) Stoffe, die theils 
als Basen, theils als Säuren auftreten; (Geogn.) 
A-C Bilrungen, die nepxtunische u. vulkanische Ein- 
wirkungen erkennen lassen c. — Amphöl-is (gr.), 
f. [8 21, 3, -idis): Art zweihenkliges Gefiß. 
Weiß Koft. 1, 883. 
nimpl-ehtikren (lat.), tr.: umarmen, um- 
fassen. -ektiv, a.: umfassend. -éxrus, m. [824, 
4]: Umarmung 2c.; auch eine Gatt. versteinerter 
Polypen. Burmeiter Gsch. 445. — Ampl-iation 
(lat.), f.; —en: Erweitrung; im röm. Recht Ver- 
tagung des Verfahrens Behufs weitrer Infor- 
mierung des Richters; das Durlikat einer Quit- 
tung 2c. ificikren, tr.: erweitern; weiter aus- 
führen; vergrößern. ifikation, f.; —en; —-: 
Amplificierung: A-s- (Vergrößrungs) Kraft eines 
Fernrobrs. Ausld. 30, 1095b. -issimus: s. amplas. 
itüdo, f. [8 24, 3, dinis]: Weite, nam eines 
Kurvenbogens, auch frz. amplitude (angrluür), 
z. B.: Die Amrliture der Oscillation leines Pendelsl. 
Pouilet 1, 75; Die jährliche A. der Fluktuationen der 
Temreratur 2c.; (Sternk.) Entfernung des Orts, 
wo ein Stern auf= od. untergeht, bezüglich v. dem 
Ost= od. Westrunkt des Herizonts, — bezuügl.;: 
Morgen= u. Abenr-Weite, lat.: A. ortiva U. occidua; 
frz. Amplitude ortive od. orientale loriangtäll u. 
Amplitude occase ÖOd. occidemtale (exitangtäll 2c. 
us, àa.: weit; geräumig; ansehnlich, ruhmvoll c.; 
(Superl.) amplissimus, z. B.: als Aurede 
einer „hochansehnlichen“ Versammlung: Auditöres 
amplissimi; Die Viri plürimum rerveréndi, amplis- 
simi, doctissimi 2c. W. 36, 80, die hochzuver- 
ehrenden, hochansehnlichen, hochgelahrten Män- 
ner 2c. — Amp-onle (frz. angrül), f.; —s: Am- 
pulla (s. d.): La Ste eb. Sainte, frr. ßängt’) a., 
das Gefäß mit dem heiligen Salköl bei frz. Kö- 
nigskrönungen: Zwei Bischöfe mit der Ste A. Sch. 
472 ꝛc. Joulétte, f.; -n, —: auf Schiffen die 
kleine Sanduhr (Glas), vgl. (sran.): Die gebrauch- 
ten Sanduhren (ampollsétas) liefen in einer balben 
Stunde ab. Humboldi K. 2,171; an Bomben die Brand- 
röhre (Fusce). -ülla (lat.), f. [8 24, 11; -ulle, 
f.; —n: ein bauchiges Gefaß für Salböl 2c., z. B. 
Ampülla olesria. Guhl 2, 269 rc., nam. in der ka- 
thol. Kirche, für das geweihte Chrisma: Wie rie 
weiland vom heiligen Geist auf die Erde gebrachte am- 
pül la ihr Salböl träufelte. Creitschke Hist. 334; Re- 
liquienkästchen, in welches man die Amrulle setzen kennte. 
G. 28, 86 ꝛe.; ferner: eine Blase, etwas Blasenför= 
miges, z. B.: die blasenförmigen Erweiterungen der 
Begengänge des Ohrs. Burdoch 234 2c. — Zimput- 
ation (lat.), f.; —en; —-: Amrutierung (s. Mele- 
kopie); A-s-Arparat; „Besteck od. = Emi;-Messer:-Sige 
2e. eren, tr.: (Chir.) ein (krankhaftes) Glied ab- 
nehmen, abschneiden.. — Amra: s. Ambra u. 
Mange. — Amschaͤspand (pers.), m., —; —: 
Die Geister des Abriman führen den Namen Dew's, die 
des Oemuzd aber beißen in der böchsten der Abtbeilungen, 
in welche sie zerfallen, A-s, in der 2ten Izer's, in der 
Ana 53 
dritten Ferwers od. Feruers. Kriegk 1, 123; Dem 
ersten A. (Verweser) des Lichtreichs unter Ormuzr. Uhtand 
Sckr. 1, 195 1c. — -mulatiön (lat.), f.; -en, -6: 
Wetteifrung, Nacheifer. — #muléttt) (ar. at.), 
n., cyhs; —: chen, lein: etwas zum Schutzgegen 
Unheil Umgehängtes v. magischer Wirkung 2c. G. 
1, 3; Als Talisman (. X.) u. A. gegen die Torannei. 
falmttaytt Or. 2, 19; Zanber-A. Wirkomm Sag. 1, 
155; Eine golrene A.-Kapsel (bulla). Weiß Kest. 1, 
r“i (Ugw.: Amulétte, f. Kendelssohn 5.696). 
— Amuliẽcren, intr. (haben): wett-, nacheifern. 
— #müf--äbel (frz.), a.: amüsierbar. ant, 
a.: ergoͤtzl., kurzweilig, belustigend. -emeni 
Cemäng), n., —; —5 : Ergöplichk., Unterhaltung, 
Belustigung, Zeitrertreib 2c. -otte, f.; —u, —6: 
Zeitvertreib, Spielwerk 2c.; auch als Bez. kleiner 
Gebirgskanonen, Schießbüchsen 2c. — Amusit 
(gr.), f.; 0: amufisches Wesen. — Amüsieren, 
ir., refl.: ergößen, unterhalten, belustigen. — 
IAmüsisch (gr.), a.: musenlos, ohne Kunüsinn u. 
Bildung, ungebilret, reh 2c. — Amuͤssis (lat.), 
f. [8 24, 3, uv.): Richt-Scheit,-Schnur: 44 
amussim, schnurgrade, genau 2c. — Amodal-a 
(Fr.-lat.), f. [§ 24, 1): Mandel. acecn,##e##⅜ 
pl.: mandelartige Pflanzen. -Un, n., -(e)js; e: 
ein in bittern Mandeln 2c. enthaltuer Stoff. 
—(ol)ith, m., —e)s; —e: Mandelstein, mandel- 
förmige Einsprenglinge in andrem Gestein. — 
Am ·- l (gr.), n., —s; 0: (Chem.) ein hyvothe- 
tisches Rarikal (C1o Hn), dessen Oryr-Hyrrat, 
der A.-Alkobol od. -Geist, der Haurkbestanttheil des 
Fuselöls nam. im Kartoffelbranntwein ist, welches 
Fuselöl durch Behandlung mit Säuren s. g. A.= 
Atber giebt, v. denen einige sich durch angenehmen 
Fruchtgeruch auszeichnen, s. g. Frucht= Atter od. 
Essenzen, z. B.: rfelöl (valeriansaures A.-Orer) 2c., 
s. Karmorsch 1, 876; Hirzel Chem. 1 57 2c. -läcrum 
[8 24, 2, n.]: etwas Amylonhaltiges, nam. sol- 
ches Heilmittel. -len, n., —e)s; 0: ein durch 
Destillation des Kartoffelfuselols mit Schwefel- 
säure od. Cblorzink dargestelltes anästhesierendes 
Mittel. -glon, -plum, u., —: 0: Stärkemehl 
(irz. Amiron), vgl. Fäcula. — Ampnteri-on (gr.), 
Tum, n., —5; zen [8 24, 2, n.): Schutzmittel. — 
IAmpftl-is (gr.), f. [8 24, 3, idis): Art großer 
Becher, Humrven. Wtiß Kest. 1, 993. — Amprfe, 
f.; 0: der Mangel an Schleim im Körrer. 
An (lat.), conj.: eine Frage einleitend, z. B. 
eine direkte: An nescis longäs rgibus ésse manus? 
weißt du nicht, daß Känigsarm weit reicht? 2c. u. in 
indirekten = eb, z. B.: Bis rie Quästic, an (Frage, 
ob] einmürbig v. ihnen entschieren sei. Aufäus M. 5, 
90 2c.; auch substant.: Das an [Obs sewebl als das 
quomodo [Wiel der Wall sollte unter den 3 Kurfürsten 
ausgemacht werrden. Mag. d. Ausld. 36, 127b 2c. — 
IAna: 1) auf Recepten: v. jedem Ingrediens gleich- 
viel, s. A9. — 2) pl.: Sammlung v. Aussprüchen 
u. Anekdoten in Bezug auf einen Mann, nach der 
lat. Adjektiv-Endung ana, z. B.: Scaliger Ana, 
was sich auf Skaliger bezieht: Unsere A. sind keine
        <pb n="70" />
        Inabapttsmus 
54 
neue Erfinrung. k. 11, 231 i Jacobs Verm. 6, 40 3 rc. 
— 3) s. Anna. — 4) (gr.), Präpos. u. Vors. ((. 
d. Folg.). — Anabapt-ismus (gr.), m., uv.; 
0: Lehre der Wiedertäufer. -ist, m., —-en, —8; en: 
Wiedertäufer. lisch, a.: wiedertäuferisch, vgl.: 
Der anabäptischen u. millennarischen Schwärmerei. 
w. 31. 175. — Anãb-asis (gr.), f. [8 24, 3, 
uv.]: der Hinaufmarsch, Zug nach höher gelegnen 
Gegenden, bes.: Kenophon's Erzählung v. dem 
Feldzug des jüngern Cyrus gegen seinen Bruder. 
w. 23, 19 (ogl. Katabasis); auch Pflanzenn. — 
Kalistrauch. -ät, m., -en;-en; -ates, m. I§24, 
11, bei den gr. Wettkämpfen ein Wettfahrender, 
der, vom Wagen herabspringend, einen Theil der 
Bahn durchlief, um dann wieder auf den Wagen 
hinaufzuspringen, auch Apcballes). ätisch, a.: 
täglich wiederkehrend: A“es Fieber. aton, u., —8; 
zgta: in der gr. Kirche, erhöhter Sitz vorm Altar. 
— ISinabkrris (gr.), f.; 0: das Aufhusten. — 
Inabolädi-on (gr.), n., -s: zen, -a: „Umwurf“ 
(s. Amrechenion). — Inabrochesis (gr.), f.; 0: 
Eiteraufsaugung. — Inabröfis (gr.), f.; 0: das 
Zerfressen, die Zerstörung thierischer Theile durch 
Atendes. — I#narephaläôs-e (gr.), f.; In; 
ZSis, s. [8 24, 3, uv.): Rekapitulattion. — Ana- 
choret (gr.), m., -en, (—8); —en: Einsiedler, 
Eremit (s. d. u. Cönobit): Ihr Mecr-A“-en,ihr 
Klausner auf der See! Freiligraih SW. 1, 112; A-innen. 
Hartmann Nat. 3, 222. Teuthum, n., Xe)8: 0: 
—Mag. d. Ausld. 36, 152. -isch, a.: einsietlerisch 
(anachoretenhaft). — Inachrempfis (gr.), 
f.; 0: das Aufräuspern und Auespeien. — 
Inachron-ismus (gr.), m., uv.; zismen: Ver- 
stoß gegen die Zeitrechnung und gegen das der 
zu schildernden" Zeit Gemäße; Zeitwirrigkeit 
(auch Metachronismus, vgl. Anatepiemus). . istisch, 
a.: Anachronismen enthaltend, zeitwidrig, vgl.: 
Daß mederne Zustände in anachronismen= 
bafter Weise auf antiken Boden verpflanzt werden. 
Dmuf. 17, 2, 770. — Inachtär (fürk.), m., —#; 
—8# : Schlüssel: A. Agasi. Schlüsselbewahrer. Ham- 
mer 10, 338; A.-Oglan, Schlüsselknabe 2c. — 
-Inäd-ein (gr.), f.; 0: Unverschämtheit: Der 
Hybris [Uber-, Frevelmuth] u. der A. . .. Diese übel- 
thaͤtigen Dimonen .. Die entgegengesekten guten Di- 
menen, Elcos [Mitleir)] u. Aide [Scham]. w. 237, 
83. — Anadem (gr.), n., —e)8: —e: Stirn- 
binde, Diadem (s. d.). — Inadiplos-e, (gr.), 
f.; —: eEis, f. [8 24, 3, uv. ): A., (Er. a.) Ver- 
dopplung, z. B. der Anfälle bei Fiebern 2c.; eine 
Redesigur, wonach ein Wort Zmal binter einander 
steht, als Schluß eines Satzes u. als Beginn des 
nächsten. — #Anadölchi (russ.), m., —s; 0: Den 
Surwind nennen sie ld. Fischer am Pontus] Nolja od. 
auch A. (den angtelischen). Kohl Surr. 1, 178. — 
Inadolis (gr.), f.; O: Verdanung. — Ina- 
dnômene (gr.), f., —#, —us; 0: die aus dem Meer 
„aussteigende“ Schönheitsgöttin (s. Arhrerite). w. 
22, 11X.; auch nach frz. Betonung: So nur schwieg 
die Natur, als ans den FlutbenAnarvomene stieg. 
Aandison 67; Meine Leier .. die der Feier 1 A-pus# 
Anakleterien 
sanft nur klang. Sch. Göd. 1, 341. — Inagl-Bphe 
(gr.), f.; —: Basrelief (s. d. u. Ggstz Diaglerhe). 
-öphih, f.; 0: Kunst, Anaglyphen zu fertigen. 
-Sphisch, a.: basrelies-artig, -maͤßig. -Fpt, 1) 
m., -en; —-en: Künstler, der Anaglyrhen fertigt, 
vgl. Crustarius. — 2) n., —en; -en: Anaglyrbe. 
ptik, f.; 0: Anaglyphik. — Inagn-orilis 
(gr.), k. [8 21, 3. ur.]: „Wiedererkennung“. 
Rofenkranz Poes. Gsch. 222. — -65#ma (5824, 3. n., 
-tis]!: Vorlesung, Recitation, Deklamationsstück 
(vgl. Atroaina). öfl, m., -en, -en; östeo, m., 
uv.; öslä: Lektor, Vorleser, z. B. bei den Alten 
eigne Sklaven. Gu#t 2, 293; w. 23, 261 cc.; in 
der kathol. Kirche ein niedrer Geistlicher, s. Akoluth, 
vgl. Drandis Gr. 3, 21:; WhAMũter Ngr. V. 2, 93 
(Unterkarlan). osterion, -oflerium, n., —8; 
sterten s8 24, 2, n.): Leserult. -öfliker, m., 
—6; Uuv.: Dramatiker, der seine Werke nicht für die 
Aufführung, sondern nur fürs Vorlesen bestimmt. 
— I#nagog-e (gr.), f. : —n: 1) „Hinaufführung“, 
nam. des buchstabl. Wortsinns auf ein Höheres 
durch symbolische Deutung. — 2) Blutbusten. 
ie, f.: —(e)n: Erbebung zu Gott, Begeistrung, 
Entzückung. Cisch, a.: geisterbebend: auf Ana- 
goge (s. d. 1) beruhend. — Inagr-amm (gr.), 
n., —e)s; —e: Buchstabenversetzung u.: die da- 
durch aus einem Wortod. Satzentstandnen Wörter, 
z. B.: Sarg ist ein A. ven Gras 2c. -ammlisch, 
a.: auf Anagramme bezüglich; darauf berubne. 
ammatis'eren, intr. (haben): Anagramme ma- 
chen. -ammatist, m., —-en; -en: Einer, der Ana- 
gramme macht. -aph, m., —en; -en: Werkzeug 
zum Verkehrtschreiben (für den Abdruck). #phe, 
f.; —: Arzneiverschreibung, Recept. — Inägros 
((rau.), m., uv.; uvr.: ein Getreidemaß, Metze. 
— Inah: s. Cnak. — Inahalppleria (gr.), pl.: 
die „Entschleirung“, der Lendemain der Hechzeit, 
zugleich als Empfangstag für die Brautgeschenke 
cd. Anakalörtra (vgl. Araulia, Eraulia). — 
Inakampt-Erium (gr.), n., —5; zerlen (§ 24, 
2, n.: bei Kirchen 2c. ein Asyl für Verfolgte 2c. 
ih, k.; -en: Lehre, Lehrbuch v. der Zurückwer- 
fung (Resterien) der Schall= u. der Lichtwellen 
(vgl. Karakustik u. Katertrik). isch) a.: auf die 
Anakamptik bezügl., dazu gebörig. — Anakara 
(vers.), s.; —s: Resselpanke, auch Nälara (s. d.) — 
Inakärdi-e (gr.), f.:; —# : die nieren= od. „herz- 
förmige“ Frucht des A-n-Baums (Anacärdium) 
— Acajou (s. d., vgl. Mahagöeni). — IAnakala- 
stasis (gr.), f. [8 21, 3, ur.]): das Auf u. Nieer 
(l. engl. up and down. vgl Anästasis; Karästasis). G. 
27, 177. — Inakathaor-Tis (gr.), f. (##24, 3. uv. : 
Ausleerung nach oben, das Aushusten, Ausbrechen. 
lieum, u., —#; fa [T21, 2. u.]: anakathartisches 
Mittel. isch, u.: auf Anakatbarsis wirkend. — 
Anaheph.: j. Anacerbic. — Anakl-äfe (gr.), f.; 
—n: alio f. /§ 24, 3, ur.]): Verbiegung, z. B. 
eines Gelenks 2c.: nam.: Strahlenbrechung. 
aslik, f.: —en: Lebre, Lebrbuch v. der Strablen- 
brechung (Diertil). allisch, a.: auf Anaklastik 
bezüglich. — Anaktleterĩen (gr.), pl.: Krönungs-
        <pb n="71" />
        Anaktlisis 
feierlichkeiten. Slobus 6, 8 3a. — Anãktlisis (gr.), 
f. [8 24, 3, uv.): das Angelehntsitzen:e. — Ana-- 
koinöOf-e (gr.), f.; —m; eis, f. [8 24, 3, uv.]: 
gemeinsame Beratbung. — Anakollema (gr.), 
s8 24, 3, n., tis): ärztl. Klebmitrel. — Inako- 
lüth (gr.), m., —e)s; -e; -é, f.; —e)n; —on, 
n., —s; -à: Zusammenhanglosigk., Folgewidrigk. 
in der Satzfügung. kilch, a.: eine Anakoluthie 
enthaltend. — Inakönda, f.; —: eine riesige 
Wasserschlange, Böa aquãtiea. — JSinäkre-on 
(gr.), m., —; -öneln): ein gr. Dichter: Tändeinden 
ihn, blumen-glücklichen) A. G. 2. 57; Den Sarrbo's 
u. A-en. w. 3, 121 2c. önte, m., —n; -n: 
anakreontischer Dichter. 1. 3, 237 — Anakreön- 
titer, m., —s; uv. öntisch, a.; in der leichten, 
tänrelnden Weise Anakrerns; auch, in Bezug auf 
das gw. Versmaß seiner Oden: Der s. 9. a-e Vers 
besteht ursprünglich aus 2 Ilôönicis a minöri 2c. Zumpt 
Lat. Gr. 5 937. — Anäãdkrisis (gr.), f. [8 24, 3, 
uv.]: gerichtliche Vorfrage, Untersuchung. Sremi 
Aschin. 20. — Inakrüs-# (gr.), f. i -n; eis, k. 
[S#24, 3, uv. ): Vorschlagssilbe, Auftakt. — Anat- 
eim (gr.), m., —(e)s; -e: ein Mineralgeschlecht 
aus der Familie der Zeolithe (s. d.), Krystalle in 
Würfel= od. in Leucitceterform. Analcht-a (gr.); 
Sen, pl.: Lesefrüchte, als Titel v. Sammelwerken. 
vgl. Kollekraneen; Katalekten. — Anal-Emmoa (gr.), 
[5 24, 3. n., -tis]: bei den Alten Name allrene- 
mischer Werkzeuge, Añrolabium 2c. -tpse, eplis, 
f.; 0: Genefung (s. auch Er-a). pticum /§#21, 
2, n.): analeptisches Heilmittel. Cptisch, a.: zur 
erregenden Kräftigung, Erfrischung dienend. — 
Inalg-esir (gr.), ik, f.: Unemrfinllichk. gegen 
Schmerz. — Analõg (gr.), a.: in seinen Verhält- 
nissen ihnl. ia, f. [8 24, 11: Analogie: A. f#0— 
des, Glaubens-: jüris, Rechts-Analogie 2c. ##, 
f.: —eyn: Ahnlichkeit der Vbe (Kan ph. Rel. 49); 
Ahnlichkeitsregel 2c.: Glaubens-A., der Grundsatz, 
daß alle Glaubensartikel u. alle Aussorüche der 
beil. Schrift in vollster, einander erläuternder 
Ubereinstimmung stehn; Rechts-A., die Ausdebnung 
eines Rechtssatzes auf ähnl. Fälle; Srrach-A., 
Ahnlichk. 2c. -isch, a.: analog. -„isiẽren, tr.: 
Etwas als analog ansehn, so behandeln 2c. Zis 
mus, m., uv.; zismen: Schluß, Beweis aus 
Analogie. ifl, m., —-en; -en: st. Aneklogist (s. d.). 
— Inalögium (gr.) [8 24, 2. u.]: Lese-, Cher- 
rult. — Inälog-on (gr.), n., —# -a: etwas 
Analoges, Ahnliches. — Analphabst-e (gr.), m., 
—n;n: ein des Alrbabets Unkundiger: Ignorant: 
Noch erwas Literarisches mus ich dir melden, damit du 
nicht glaubest, ich sei ganz u. gar unter die A-n getreten. 
Seume Spaz. ꝛc., auch -os, - us, m. I§ 24, 21. 
— In-al##e (gr.), f.; —n: Auflösung v. etwas 
Zusammengesetztem in seine Bestanttheile, z. B. 
in der Chem. (s. Elementar-; Srektral. A. ie.); in. 
der Sprachl.: Bestimmung der einzelnen Wörter 
eines Satzes nach ihren grammarischen Vhen; Zer- 
glierrung; Begriffsentwicklung 2c., s. Ggstz Sen- 
chese ꝛc. u. Analrsis. alpfeur (Irz. —ör), m., ; 
—&amp;4, e: Analytiker; auch sachl.: Ein solches System 
Ananas 55 
v. Glasplatten kann .. statt des Zerlegungsfriegels als 
Zerleger od. A. des Polarisationsarraratkes gebrauch: 
weren. 3 öler Vbes. 1, s01. alp#ren, tr.. 
eine Analyse v. Etwas machen: Ebe ich diese inter- 
essante Komrosition in ihre ursfrrüngliche Elemente 
analesiere. kSchiegel GR. 166; 191 2c. älpfis, f. 
824 3, uv.; Acc.: Anäiysin): Apalyse (s. d.), 
bes. (Math.), auch: der Theil der Wissenschaft, der 
den Zusammenbang gesuchter Größen mit gegel nen 
od. veränderlichen untersucht: A. des Enklichen (A. 
finitörum); A. des Unenrlichen (A. intänitörum), In- 
finitesimalrechnung; Dierbän#sche (s. d.) A., A. 
Diophäntea (s. Analetit). -albfl, m.,—en, —s; -en: 
Analytiker. -alßtik, f.; —en: Lehre zur Aus- 
übung der Analyfis; bes. (Pbilos.) der Theil der 
Logik, worin die fermale Thätigk. des Denkens in 
ihre Elemente aufgelöst wird: (Marh.) Unbeßimmte 
A. — diorhanrische Analrfis, Lehre v. der Lösung un- 
bestimmter algebraischer Aufgaben, d. h. solcher, 
bei denen weniger Gleichungen als unbekanme 
Größen vorhanden sind, doch nam., wenn noch 
eine die unend.. Anzahl der Losungen beschränkende 
Bedingung hinz trirt, zumal die der Aurlösung in 
ganzen Zahlen. -alßtiker, m., —#s; uv.: Einer, 
der sich auf Analyse od. Analysis versiteht. -alß- 
tisch, a.: auf Analyse od. Analyüs bezügl., be- 
gründet 2c. (vgl. regressio, rresollogistisch u. als 
Ggisß sontberisch): Die 4 Rerakteure des sogen. a-en 
Sitzungsberichtes, welchen . alle Variser Zeitungen 
bringen. Salon 1, 227. — Inalzm: f. Analeim. — 
Anamartesie (gr.), f.; 0: Sündlosigkeit. — 
Inäm-alöse, atosic (gr.), f.; 0: Mangel in 
der Blutbereitung ed. Hämatöfis (s. d.). — aturgie, 
f.; —eyn: unblutige Operation. ĩẽ, f.; —(ehn: 
Blut-Mangel, -Leere. -isch, a.: blutleer: Aus 
unserm a-en Körrer. Ual3. 21, 119. — Anamn--eẽse 
(gr.), f.; —: -sis, f. (/§ 24, 3, uv.): Erinnrung 
an Vergangnes, nam. an frühere Krankheiten des 
Patienten zur Beurtbeilung des verliegenden Krank- 
heitsfalls. -estik, f.; —en: Mnemenik. ẽstisch, 
a.: zur Anamnese gehörig, dienend 2c. — Ana- 
mörph-isch (gr.), a.: anamorrbotisch. öfe, f.; 
—n : ölis, f. [8 24, 3, uv.): Umgeütaltung; ein 
Bild, das nur unter gewissen Bedingungen (Tes 
Standrunkts; der Abfvieglung in eigens geschliff- 
nen Sriegeln; der Betrachtung durch ein Glas- 
volyeder 2c.) unrerzerrt erscheint. ötisch, a.: auf 
Anamerrhose bezüglich e. — Ananas, f.; uv., 
—i.e —sen (s. Ss. u. Hettig 21, 100): eine südame- 
rikan. Pflanze, Bromelia u. ihre würzige Frucht in 
Gestalt eines großen Fichtenapfels: Wie die A., er- 
innert er Einen an alle gutschmeckenden Früchre, ebue an 
seiner Individualität zu verlieren. G.; Unfre Topf-A. 
Zurmeister, die bei uns in Tövfen wachsen 2c.; von 
Arten u. verwandten Pfl., z. B. (s. Ohen; Uemnich): 
Faser-; Haar-; Harz-; Kork-; Netz-; Paragel--; Pin- 
gukn-; Zier-A. 2c.; als Bstw. z. B.: A.-Bewle, ein 
in einer Bowle aus Wein, Zucker u. A. bereitetes 
Getränk; -Eis, Gefrornes v. A.-Saft; Hanf, aus 
den Fasern der A.-Pflanze; -Punsch; „Wein, aus 
dem Saft der A. .; ferner zur Bez. des g.-ähnl.
        <pb n="72" />
        Anandria 
56 
Geschmacks, z. B.: A.-Apfel; · Aprikose; -Birn; ·Erd- 
beere; „Pfirsich ꝛc. — Inändria (gr.), f. [8 24, 
11: eine Pfl., Filztremse 2c. —i. f.; O: Unmänn= 
lichkeit. -isch, a.: unmännl.; (Bot.) ohne Staub- 
fäden. — Ananeös-e (gr.), f. is § 24, 
3, uv.): Wiederverjüngung. — Inanga (skr.), 
m., —#; 0: der Liebesgott. Höser Urw. 23; 93. — 
Anaͤngk-e (gr.), f.; 0: Nothwendigk.: Die all- 
mächtige Göttin A. W. 24, 5; 186 ff., vgl.: Die un- 
vermeidliche, böse Ananke. Westermann Ill. Mon. 3, 
580a; Die eherne Maner der Nothwendigk., jener alten 
das Menschenherz zermalmenden „Lchdyz?“. 
Schüching FrN. 1, 174 r. Tophagte, f.; —(eyn: 
Zwangs-, d. h. streng inne zu haltende Diät. — 
Inantapödol-on (gr.), -um, n., —#; -à: eine 
Art der Aposiopese (s. d.), wo näml. ein Vordersatz 
mit einem Nachsatz, dann ein Ggstz des Vordersatzes 
ohne den zugehörigen Nachsatz steht. — Anänthisch 
(gr.), a.: blüthenlos, nicht blühend. — Inapäst 
(gr.), m., —+e)s, —en; —e, -en: Versfuß aus 2 
Kürzen u. drauf folgender Länge (J—); Vers, 
Gedicht aus solchen Versfüßen: Nun zurück, A., du 
mein sausender Aar! Ainkel 129; Belauscht des ermah- 
nenden Freunds A-e. Platen 4, 217; Viele A-le 
Seine A-en. Zumptl Lat. Gr. 611 „c. Cisch, a.: aus 
Anapästen bestehnd :c. -os, Jus, m. I/§ 21, 21: 
Anapäst. — Inapetié (gr.), f.; -(e)n: Gefäß- 
Ausdehnung, -Erweitrung, s. Angkektaste 2c. — 
Anaͤpher (gr.), f. i —n: Anaphora. — Anaphiẽ 
(gr.), f.; —eyn: verminderte Haut-Empfindlichk. 
— Innaphläcmus (gr.), m. [8 24, 21: Onanie. 
Inaphones### (gr.), f.; —n; is, f. [8 24, 3, 
uv.]): das Lautsprechen als Kur. — Ilnaphora 
(gr.), k. I§ 24, 1): die Wiederkehr eines Worts 
in aufeinanderfolgenden Sätzen, nam. als Anfang 
(auch: Anäpher, f.; —n, z. B. meyer Konv. Lex. 
2, 191a u. Ep-a.); (Sternk.) das Aufsteigen der 
Himmelszeichen; (Nechlespr.) das Zurückschieben 
einer Beschuldigung; (Arzn.) das Auswerfen v. 
Stoffen nach oben; in der gr. Kirche: Die A. (ge- 
weihtes Brot) wird lam Osterfestl unter Alle vertheilt. 
CRobtert Sl. 45. — Inaphrod-isé (gr.), t.; 
—(eyn: krankhafter Mangel des Geschlechtstriebs; 
Verkümmrung der Geschlechtstheile. - it, m., Sen; 
—en; S#-lisch) a.: an Anaphrodisie leidend. — 
IAnäpl-asis (gr.), f. I§ 24, 3, uv. ); -Astih, f.; 
—en: die Einrichtung zerbrochner Knochen ne. 
äflisch, a.: darauf bezüglich. — Anaplero-se 
(gr.), f.; —n; -#i#, f. 1824, 3, uv. ): das Wieder-= 
ausfüllen, nam. v. Wunden durch nachwachsendes 
Fleisch. -ticum (§ 21, 2, n.]: anaplerotisches 
Heilmiktel. - lisch, a.: auf Anaplerose wirkend. 
— UInapleüsis (gr.), f.; 0: das Losewerden der 
Zähne 2c. — Snapn-üfis (gr.); -o#r, f.; 0: 
das tiefe Aunfathmen. - olcum [824, 2, n.]: ana- 
Fnoksches Mittel. -ôöisch, a.: das Athmen, die 
Erpektoration befördernd. — Inaproselßl, m., 
—en, —##en: ein dem alten Glauben wieder Zurück- 
gewonnener, s. Proselht. — Inapshris (gr.), k. 
[&amp; 24, 3, uv.]; (Arzu.) Erfrischung; Lösung des 
Verbands. — Ilnapl#sis (gr.), f. [824, s, uv.): 
Inastrophe 
das Ausspelen, Auswerfen. — Iinapthris (gr.), 
f. [8 24, 3, uv.): Evolution der Phalanr. — 
Inärch-ie (gr.), f.; —(ehn: Gesetz-, Verfassungs= 
losigk., gesetzloser Zustand eines Staats. eesch, 
a.: sich in Anarchie befindend. ist, m., -en; -en: 
Einer, der nach Anarchie strebt 2c. — Inäresis 
(gr.), f. 18 24, 3, uv.]: Wegräumung; Wider= 
legung des vom Gegner Vorgebrachten. — 
Inarmon-#e (gr.), f.z-(epn: Disharmonie. Zisch. 
— Ilnarrh-öe (gr.), opie, f.; 0: Drang der 
Säfte nach oben. — Inarthrisch (gr.), a.: ohne 
(wahrnehmbare) Gelenke. — Inas (lat.), k. 
[824, 3, änatis): Ente, — als Gatt. der Schwimm- 
vögel. — Inafsärka (gr.), f.; —§: Wassersucht 
„am Fleisch“, Haut-Wassersucht (Katasarka). — 
Inäse, n., —s; —#s: die Benennung der afrifani- 
schen Araber für das (gesabelte) Einhorn. Räppel 
Rels. in Nubien (Frtf. 1829) p. 162; danach tem.: 
Aus Agyplen ein Nillekma od. eine A. nach Europa 
schicken. Gervinus Hist Schr. 7, 60. — ISlnafskene 
(griech.), f.; —n: Widerlegung (vgl. Anäresis 
und Ggstz Kataskeue, die Aufstellung, Begrün- 
dung von Sätzen); Fortschaffung eines Krank- 
heitsstofs. — Inasp-adia (gr.), k. [8 24, 11; 
adie, f.; —eyn: Harnröhrenspaltung nach oben, 
wie Hrposradis, nach unten u. Exispad's auf dem 
Nücken des Penis. -adiäus, m. I§ 24, 21: ein 
mit der Anaspadie Behafteter, entsprechend: Hypo- 
u. Epi-spadiäns. -asis, f. [8 24, 3, uv. , -asmĩẽ, 
f.; —eyn: Magenframpf. — ISiastält- ieum 
(gr.) [824, 2, n.]: anastaltisches Mittel. Sisch, 
a.: hemmend; blutstillend. — Inst-afe (gr.), 
f.; —; -asis, f. [8 24, 3, uv.): das Wiederauf- 
stehn, Genesung. atica, f. [821, 11: die Zericho- 
Nose, die, getrocknet, durch Hineinstellen in Wasser 
sich wieder verschließt, s. Freiligrach SW. 1, 397 f. 
tisch, a.: Wiedererweckung, Erneuerung bewir- 
kend, z. B.: A-er Druck, ein Verfahren zur Ver- 
vielfältigung alterer Drucksachen, Kupferstiche, 
Schriften 2c. durch einen elnfachen chem. Proceß. 
— Inästh-en (gr.), k.; —eyn: Unempfindlichk., 
Gefühllosigk. Na###. 21, 10; Haut-A. Garitnt. 14, 
688. es leren, tr.: Unempfindlich machen. öti- 
cum (5 24, 2, u.]:: anästhetisches Mittel. -étisch, 
a.: anästhesserend: Chloroform u. andre a-e Mittel. 
— Inafslöchif-e (gr.), f. —n -is (I§ 24, 3, uv. J: 
die Auflösung fester Körper in ihre Grunnstoffe. — 
Inästole (gr.), f.; —n: das Zurückschlagen: Die 
A. des Haars. Geroinus Hlsl Schr. 7, 454; (Chir.) 
das Entblößen der Wunde durch Zurückschlagen 
des Fleisches. — Inaslom-öfe (gr.), f.; —n: 
(Anat.; Botan.) das Zusommenmuünden zweier 
Gefiße (Inosculätio vasörnm). osieren, intr. 
(sein), retl.: zusammenmünden; durch Zusammen- 
mündung in Verbindung stehn. G. 36, 25; öbre 
beiden Stammbäume bestreiften u. anastomosierten sich 
weder in Wurzelfäserchen noch in Blättern. IP. 1, 21 2c. 
os Krung, f.: —en; -öllis, f. [8 24, 3, uv. J: 
Anastomose. -oticum [8 24, 2, n.): anastomoti- 
sches Mittel. -ölisch, a.: Gefäßverstepfung 
hebend. — Inäfstrophe (griech,, auch ——,
        <pb n="73" />
        Anatas 
vergl. Kataströphe 2c.), f.; —n: die Umkehrung 
z. B. in der Wortstellung (s. Ep-a.) 1c.; ferner 
z. B. der Gebärmutter, der Harnblase 2c. — 
Inatas, m., uv.; 0: Ob der A. (ein Mineral, 
welches sich durch seine schönen, durchsichtigen Krystalle 
auszeichnet, deren Form durch aus v. der des Rutils versch. 
ist) aus Titansäure od. Titanoryd besteht, ist noch nicht 
ermittelt. Milscherlich 2, 2, 410. — Anatasis (gr.), 
f. [8 24, 3, uvr.): Ertension. — Inathan, m., 
—6; 0: (bei den Mandäern) einer der Herrscher der 
Hölle (vgl. Krun), dessen Mutter u. Frau Kin heißt. 
Determann Or. 2, 151.— Inathem (gr.), n., -(e)s; 
e: 1) Weihgeschenk in Tempeln 2c. Guhl 1, 14.— 
2) daher (s. Ss.: verbannen 4; 5; vgl. G. 22, 7) 
der Bann zunächst, wodurch Etwas dem Profanen 
entzogen wird 2c.; dann: Bannstuch ie.: Das A. .., 
worin der Popst die Kön'gin mit dem Fluch belegt. 
Sch. 43 1à 2c. —a: 1) ((-—x), n., —#; # F 24, 
3, cis): Anathem 1; 2.— 2) (0— ) Ausruf des 
Bannstuchs u.: etwas davon Getroffnes = ver- 
stucht: Der sei A., Maharam Motha! 1. Kor. 16, 22; 
Dennoch sollen sie A. bei uns heißen. Luther 8, 5b; UÜber 
Den sei A. Maranatha gesprochen. Schessel Ekk. 200 
(vgl. 5Grãt Gsch. d. Zud. 8, 80, s. Marrano) #c.; 
A. ésto! sei verflucht 2c. -atisieren, tr.: mit dem 
Bannfluch belegen. — Iinathrepfis (gr.), k. 
[8 24, 3, uv.]): Nahrungs-, Wachsthums-Er- 
neuerung; Wiederherstellung. — Inath-pmiase 
(gr.), f.; —; ꝑmãĩasis, . [8 24, 3, uv.): Aus- 
dünstung; hysterisches Aufstoßen. -misch, a.: 
aufdampfend, aufstoßend. — Inätia (gr.), k.; 
0: Unschuld (personif.). — Innat-iden (lat.), 
pl.: entenartige Vögel (s. Anas). ife (frz. —#), 
m., —; —: Entenmuschel, Lspas anatifera. 
— Inatoc- (Anatok-) ismus (gr.), m., uv.; 
eismen: Zins-auf-Zins. -iflisch, a.: zinsverzin- 
send. — Inatöl-ien (gr.), n., —§8s; 0: Ortent 
(s. d. u. Natolien). -er, m., —; uv.: Semand 
aus Anatolien; auch z. B.: Der Konflikt zw. den A-n 
u. Okumensern. G. 27, 161, zw. Denen, die die Ent- 
stehung des Menschengeschlechts nur im Orkent — 
u. Denen, die sie auf versch. Punkten der bewohn- 
ten Erde annehmen. Cisch, a.: aus, in Anatolien: 
A. [griechisch, — Ggitz: römisch) katholisch. Falme- 
rayer GsW. 1, 283 rc. (s. auch Anadolski). — Ana- 
tom (gr.), m., —en, —s; -en, —e: Zergliederer, 
z. B. auch: Der kritische A. leines Kunsiwerksl. 
Schlegel G. 191. -ik, f.; —(e)n: Zergliedrung, 
— nam. des Baues organischer, bes. thierischer u. 
zumal menschlicher Körper (s. Anthropotomse; Zoo- 
tomie; Phytotomie) U. die darauf begründete Kennt- 
nis u. Lehre v. dem Bau des Körpers u. seiner 
Theile; Zergliedrungs-Kunst; -Saal. keren, 
tr.: zergliedern, z. B. auch: Mit unbarmherziger, 
kunstrichterl. Strenge wird jerer Reiz anatomiert. w. 
3, 183. iker, m., —6; uv.: Anatom. Sisch, a.: 
auf Anatomie bezüglich 2c. -isiẽren, tr.: anate- 
mieren. Rohl Alp. 2, 383 2c.; Das Anatomisiermesser. 
## Kohl Par. 1, 26 2c. Zift, m., —-en; —-en: Anatom. 
— Inatopism-us (gr.), m., uv.; —en: Ver- 
wechslung in Betreff des Orts (wie Anachronismus, 
Indanke 57 
der Zeit). — Analres-e (gr.), f.; —; -is [824, 
3, uv.]: Trepanation. — Ilnatr- (Entr) iplis 
(gr.), f. [S 24, 3, uv. ]: Einreibung 2c. Jipfo- 
logie, f.; —ehn: Lehre v. den Anatriptieis. -ipti- 
cum (§ 24, 2, u.]: anatriptisches Heilmirtel. 
iplisch, a.: zur Einreibung dienend. — ISnä-= 
trope (gr.), f.; —n: Umsturz; Leugnung einer 
Behauptung; starkes Erbrechen. — Anaudiẽ (gr.), 
f.; —+e)n: Zustand, worin man nicht lauten, sich 
nicht hörbar vernehmen lassen kann, höchster Grad 
v. Heiserkeit. — Inaxrgriden (gr.), pl.: weite 
Hosen, der Perser 2c. Grtoinus Hist. 7, 153. — 
Inage, f.; —#s: in Westafrika, eine Kletterpflanze, 
auch Jueeh, deren Saft den Pehnins ihr Pfeilgift 
liefert. Globus 9, 226b; 199b. 
Anbar (türk.), m., —; -lar: Arsenalmaga= 
zin (s. Ambar): A-lar Emini, Intendant derselben. 
Hammer 10, 338. 
Anceps (lat.), a. I/§ 24, 3, ancfpitis): zweifel- 
haft, schwankend, nam. (Metrik): was kurz od. 
lang sein kann. — Anchaluh, m., —; —#: Man- 
tel der ossetischen Frauen. Ausld. 39, 108b. — 
Anche (frz. ängsch), f.;—s: Mundstück mancher 
Blase-Instrumente. — Anchilops: s. Agilors. — 
Anchises (gr.), m., uv.; uv.: (Myth.) Vater 
des Ansas; s. ferner Achill 2. — Anchone (gr.), 
f.; —n: ein (nam. krampfhafter) Anfall, wobei 
Einem der Hals wie zugeschnürt ist. — Anch-ois; 
Soie; corg: s. Auschovi. — Anchũsa (gr.), k. 
(524, 11: eine Pfl., Ochsenzunge. — I#nchpI 2c.: 
s. Ankyl 2c. — Ineien (frz. angjeng), a.: alt, 
z. B.: A. régime (s. d.) 2c.; weibl. z. B.: Famille 
lfamiljl ancienne langbjnn], alte Familie rc.; 
Mz.: Les a—s lläsangßjengs, die Alten, die Altesten, 
Kirchenvorsteher 2c. - net# Ifrz. angssennetel, netät, 
„niiãt, s.; 0: Alter, nam. Dienstalter. — Aneilt 
(lat.), n., —#; -len [§ 24, 3, n., is; Mʒ. -jal: 
Art heiliger, v. den Saliern (s. d.) aufbewahrter 
Schilde im alten Rom. Guhl 2, 316; Weiß Kest. 1, 
1111. — Anenl-eeras (gr.), m., uv.; uv.: 
„Krummhern“, Art versteinerter Muscheln: A.= 
Kalk 2c. — -us, m. I§ 24, 21: eine Gattung 
Schnecken, Flußnapf; s. ferner Ankyl rc. 
IAndäb-t (lat.), m., -en; —en: Art Gladig= 
toren zu Roß. Cuhl 2, 339 ff. - alta, m. [824, 11: 
Andabat. weiß Kost. 1, 117. — Indeaja, f.; #: 
Art Palme in Brasilien (Attälea côémpta). Zutmtister 
gB. 2, 223. — Andalüũs-ier, m., —#; uv.: Se- 
mand aus der span. Provinz Andalusien (weibl.: 
A-in); Thier, nam. Pferd v. dort. platen 3, 299 2c. 
„il, m., —(e)s; -e: ein zuerst in Andalusien ge- 
fundnes feldspatartiges Gestein. Oktn 1, 196. — 
Ind-amento (it.), m., —; —8, zaménti: (Mus.) 
ein Theil einer Fuge, „Gang“. ante, a. u. u., 
—8; —# : „gehend“ (vgl. span.: Caballẽro a., irren- 
der Ritter. fallmeray#r GsW. 1, 78 2c.); langsam, 
doch minder als Adagio (s. d., vgl. Allegro u. nam.: 
Bei Mozart, wie bei älteren Komponisten, ist A., „in 
gehender Bewegung“ keineswegs schlechthin Bez. eines 
langsamen Tempos. Jahn Moz. 4, 630; 636 ꝛc.).
        <pb n="74" />
        Audankemente 
58 
Lantemente, adv.: fortgehnd, ununterbrochen. 
antino, a., n., —8; —6# ein wenig langsamer 
als Andante (s. robe Kat. 49). — Andarini (it.), 
vl.: erbsengroße, länglichrunde Nudeln. — An- 
daulétte (Andol—: s. Auvouillette. — And-en, es 
(pernan.), pl.: die „im Osten“ v. Südamerika 
befindl. Gebirgskelte (span. Cordillera de los Andes). 
Tein, m., —6; —e: ein dem Albit sehr ähnliches 
Gestein v. leichtrer Schmelzbark. —#esit, m., —#); 
e: ein trachytähnl. Gemenge v. Andesin u. Horn- 
blende, die Felsart der Andesvulkane.— Andonillee 
(frz. angduͤlj], f.; —n, —# : Fleischwurst. -étte, f.; 
—42, —6; wurstähnlicher Kloß aus gehacktem Kalb- 
fleisch. — Indragathis (gr.), f.; 0: Bieder- 
mannsart. — Indrapöd-ifis (gr.), k. [8 24, 3, 
u#v. ); ismus, m. I§. 24, 2): Menschenraub, 
Seelenverfäuferei. — Indros (walis.), k.; 0: 
des Teufels Großmutter, auch: Hlam y Drwg; y 
Fall (ie Falsche); 7 Wrach (die Vettel); Malen (ie 
Hexe), s. Bodenberg Wal. 102. — Indr-as (gr.), 
m.: Name v. Männern, bes. eines Apostels: A.- 
Kreuz, Schrägkrenz, in Form eines lat. X (nach 
dem, woran der Heilige den Tod erlitten); A.-Mun- 
zen, z. B.-Dukaten, „Groschen, -Gulden 2c.; A.-Nacht, 
vom 29sten auf den 30sten November, in der aber- 
gläubische Mädchen den Heiligen um einen Mann 
anrufen, fragen 2c., vgl.: Sie ließ mich zwar in St. 
A.-Nacht den künft'gen Liebsten leibl. sehen. G. 11, 
38 k.; A.-Orden, ein schottischer u. ein russischer; 
A.-Tag, der 30. Novbr. ½. slen, intr. (haben): 
(schwzr. 2c.) in der Andreasnacht abergläubische 
Dinge treiben. — Indrienne (srz. angdr-), k.; 
s, —n: Schlender, Art Schleppkleid, — Mode ge- 
worden im J. 170“ durch die Aufführung der A. 
lat. Andria (das Mädchen v. Andros), ein Lust- 
spiel des Terenz nach dem Menander, s. Prutz Holb. 
293; w. 21, 7; 329.— Indr--#ephalotkd (gr.), 
mm., -(e)s; -e: ein Stein in Form eines Manns- 
kopfes. ogn, m., —)8; —e, -en: ein Wesen 
mit männl. u. weibl. Geschlechtstheilen, Zwilter 
(vgl. Gynanthropos; Hermaphrodit). w. 23, 167; 
280. -ogunĩẽ, f.; 0: Zwitterschaft. -oghnisch, 
a.: zwitterhaft: w. 23, 286 2c.; A-e Pflanzen (vgl. 
Dichogamie), Thiere. -ord, n., -(e)s; e: ein Anto- 
mat (s. d.) in Menschengestalt. Gehter 1, 222; 
prechn 1, 103. -oĩdisch, a.: menschenähnlich. 
olepfis, f.; —eyn: eine Repressalie der alten 
Athener, wenn einer ihrer Bürger auswärts er- 
mordret u. der Thäter nicht ausgeliefert ward, aus 
seinem Staat 3 Geißeln zur Bestrasung wegzuneh- 
men. olith, m., —en, —(e); -e#n): (vorgebl.) fos- 
site Menschenknochen. omani, .;—(eyn: Numphe= 
manie. -omeda, f., —s; 0 [§24, 11: Name einer 
myth. Königstochter u. danach auch eines Sternbilds. 
Ramler Myth. 275 ff.; auch eine Pflanzengatt., da- 
neben: Myrtenblättrige Andromeden. Humboldl K. 
1. 13. Tontlis, k. [8 24, 3, uv.]: der für die 
Männer best. Theil des Hauses, Ggstz Gynskonitis 
(s. d.). Guhl 1, 19; Ooerbeck Pomp. 1, 243. ophag, 
m., -en, —; -en: Menschenfresser, s. Anthropophag. 
UAnemobat 
Tophöb, a.: männerscheu. -ophobis, f.: Männer- 
scheu. otomié, f.: s. Anthropotemie. 
Ancant-ieren (frz. aneangt—), ir.: vernichten. 
issement Gssmäng), n., —; —s#: Vernichtung. — 
Inkas (gr.), m.: ein trejan. Held, Sohn des 
Anchises u. der Venus, den Virgil in seiner Aneice 
besang (s. Dido); in MzZ. v. ähnl. Helren: Die 
zärtlichen Anken. W. 12, 157, s. auch Achilles 2; 
ferner: A.-Ratte, Didlphys dorsigera, ein ratten- 
ähnl. Beutelthier, in Gefahr die Jungen auf dem 
Rücken tragend, wie A. seinen Vater durch Troja's 
Flammen. — Ansẽ, k.; —s: „Eselslast“, ein 
Lyoner Weinmaß. — Incgert-ik (gr.), f.; -en: 
Wiedererweckung Scheintodter. isch, a.: darauf 
bezügl. — Aueilẽ-ma (gr.) (T 24, 3. n., atis!, 
„sis [#S24, 3, uv. !: Bauchgrimmen. — Inehd-ote 
(gr.), f.; —m; -ötchen, lein; —n-: (urspr.) etwas 
„nicht Herausgegebnes“, nicht bekannt Gewordnes 
(l. Anetdoron), z. B.: Da vieser Zufall jederzeit eine 
A. geblieben. w. 6, 71 2c., nam.: ein v. frühern 
Geschichtsschreibern nicht erwähnter besondrer Um- 
stand; dann allgm.: eine interessante Einzelnheit 
in Bezug auf Personen, ein Geschichtchen: Pikante 
A-n; Pointe einer A.: Weil ich nie eine A. behalten 
konnte, die Seele der heutigen Geschichte. forster Br. 2, 
599: G. 27, 165; Klavige, moderne A. dramatisiert. 
475; Angelika . versprach, eine kleine Landschaft ohne 
Blau zu malen. Wahrscheiulich findet sich dieses Bild 
in den Händen irgend eines Liebhabers, für den es durch 
diese A. noch mehr Werth erhält. 39, 444 2c.; orkl.: 
Reich an allerlei Histörchen u. Anekrötchen u. Pasquill= 
chen. k.; Pikante Anekrötchen. prutz Woch. 117 cc.; 
Fresko= (s. d.) A.; Dies Heiraths anekoötchen. 
Blumauer 2, 70; Diese Kirchen-A. W. 36, 5; 
Stadt-M-n#-Geschichten . 11, 163 2c.; Das A-u- 
Artige, das Gerücht. Siahr It. 2, 375; A-nu= Büch- 
lein (s. Vademekum) ; Erzäbler; = Freund; Das 
dieser A-n. Geist sich je auch nur zum dunkelsten Be- 
griffe v. Geschichte erboben habe. Lichte Nic. 69; A-n- 
Jäger. G. 1, 37; Der A-n- Sammler kkamn solche 
Züge nicht brauchen]; denn sie haben nichts Witßziges u. 
regen den Geist nicht auf. 19, 371; A-n- Samm- 
lung;-Werkc. ötenhaft, a.: anekdotenartig: 
A- Einzelzüge. Dank Bild 1, 317; Hsessing Par. Sp. 
144. -ölisch: anekdotenhaft: In der a-#en Auf- 
fassung. Auerbach Ab. 150; Chomiso 6, 10 2c. oton, 
n., —: zota: etwas noch nicht Herausgegebnes 
(Zusditum): Abschrift jenes kostbaren A. Geetbes's. 
Diertelj. 17, 369. — Anehlogist (gr.), m., Sen; 
—en: Einer, der Etwas verwattet, ohne Nechnung 
ablegen zu müssen, nam. ein so letztwillig eingesetz- 
ter Vormund. — Sinelsklrisch (gr.), a.: „un- 
elektrisch"“: Man zersällte alle Körper in 2 große Klas. 
sen, in solche, welche durch Reiben elektrisch werden, u. 
solche, welche diese Eigenschaft nicht haben. Erstere 
nannte man irioelektrische, letztere 9-e lod. symperi- 
clektrischel Körper. Diese Eintbeilung berubt jeroch auf 
einer trrigen Meinung. Pouilet 1, 384, vgl. Isolator. 
— Anem-obarometer (gr.), m., n., —#; uv.: 
Art Barometer als Windmesser. -obät: s. Aere-
        <pb n="75" />
        Anemochord 
bat. -ochoͤrd, n., -(e)s; -e: ein vralt. klavier- 
artiges Tonwerkzeug, dessen Saiten durch Blas- 
bälge zum Tönen gebracht wurden. -ogräph, m., 
en, —s; —en: Anemo-sfop, zmeter. ographi#e, 
ologis, f.; -(ehn: der die Winde behandelnde 
Theil der Meteorologie (s. d.). omster, m., n.,; 
—; nv.: Windmesser, Werkzeng, die Stärke u. 
Geschwindigk, des Windes zu bestimmen, wie — 
oft verwechselt — Anemostkop die Richtung, vgl.: 
Der A. (zugleich Anemoskop u. Ombrometer]. Corus 
Engl. 1, 21. ometris, f.; +ey)n: Windmessung. 
ometrogräph, m., -—en, —; —en: Anemometer, 
das selbst die Windverändrungen graphisch darstellt. 
ône, f.; —n; Unchen, lein; —-: 1) eine Pflan- 
zengatt., „Windröschen“, A., wozu auch zuw. die 
verwandten Pulsatilla u. Hepätica gerechnet wer- 
den: Thal-A. H. R. 7, 16 2c.; vrsch. Arten, z. B.: 
Alpen= (A. alpina); Busch= (A. nemorösa); Feld- 
(Adönis); Frühlings-- (A. vernälis); Garten= (A. coro- 
näria); Hain-, Holz-, (Busch-); Kronen-, (Garten-); 
Narcissen= (A. nareissiflöra); Pfauen= (A. pavonina); 
Ranünkel- (A. ranunculöldes); Stern= (A. hortensis); 
Wald- (A. silvréstris); Wiesen= (A. praténsis) A. rc.; 
A-n-Flur. Kalthifon 281 2c. — 2) A-n, Meer-, Sce- 
A-n, s. Aktinic. onin, n., —(e)s; 0: ein narkoti- 
scher Stoff im slüchtigen Ol der Anemöne pulsaillla 
2c. opathieé, f.; —(e)nn: Kur durch Einathmen 
gereinigter Luft. ofhöp, m., —(e)s; —e: s. Ane- 
mometer; Plagoskop. Totheca, f. [824, 11: Wind- 
kasten der Orgel. — Ilnenrg#-e (gr.), f.; —eyn: 
Energielosigk. -isch, a.: unwirksam, unkräftig. — 
Inepié (gr.), f.; 0: Sprachlosigk. — Anepigr- 
aph (gr.), n., —en, —#; —en: etwas Anepigra- 
pbisches. -äphisch, a.: aufschriftlos, — von 
Schriften, Bildwerken 2c. -aphon, u., —; zapha: 
Anepigraprh. — Inepon (gr.), a.; m., Sen; 
—en: ohne Zu-, Beinamen. — Aner, m., —S; 
uv. : v. der lat. Endung änus (s. Ana): einer 
Klicke, Sekte, Schule ꝛe. angehörige Pers., — zu- 
erst bei 3Acbert, s. Gd. 1, 31 u. Anm.; Die ganze 
Schar] der A., Iner, Isten. Zlumauer 2, 110; B. 
1490b; Sämmtliche Oner u. A. G. 3, 96; Philosoph 
u. doch kein A. 6, 73; All der Herren A. u. Iner. Uito- 
lai 1, 174 (vorher genannt sind: Karuciner, Bene- 
diktiner, Augustiner; Dominikaner, Franziskaner u. Luthe- 
raner); V. Br. 2, 251; Laß denn die bösen Namen 
auf A., Ist u. At. Ders. (Kurz 3, 744a); Mit allen 
andern A-n, Aern u. Isten. w. 30, 77 2c. — 
Anerethis iẽ (gr.), f.; +Xeyn: Wiederaufreizung, 
Erregung (fälschl.: Mangel an Neizbark.). — 
Inerié (srz.), f.; —eyn: Eselei. — Aneroĩd 
(gr.), u., -(e)s; —e: A. (Corlenl. 16, 582a; Ausld. 
38, 1220b), A.-Barometer (85 5a), ein „ohne Flüs- 
sigkeit" — durch die mit Ab= od. Zunahme des 
Luftdrucks ab= od. zunehmende Krümmung eines 
lustleeren Blechrohrs — die Größe des Luftdrucks 
auf einer Skala angebendes Werkzeug, s. IMüler 
Phys. 1, 215. — Anerviĩẽ, f.: schlecht st. Aneurie. 
— I#nkthum (gr.) (§# 21, 2, n.]: eine Pfl., Dill. 
— Inst-#icum (gr.) (§ 24, 2, n.]: schmerzstillen- 
des Mittel. -isch, a.: schmerzstillend. us, m. 
Angiostenofis 59 
[8 24, 21: intermittierendes Fieber. — Anc# 
(gr.), f.: —eyn: Mangel an Nerv, an Spannkraft; 
Sehnenlähmung. eisch, a.: schlaff c. — Aneu-- 
rsm-a (gr.), n., —5 -zen s8 24, 3, n., #is#: 
„Erweitrung“ einer Arterie, Pulsadergeschwulst. 
Innfrahtuös (lat.), a.: voller Krümmungen, 
Windungen. ität, f.; —#en: Windung, nam. 
Hirnwindung. 
Ingad (ind.), m., —; —#8: „Stellvertreter" 
des Prorheten, Lehrers, bei den Sikhs. Konatbt. 2, 
507b, vgl. Kalif. — Angär—-ialiön (lat.), f.; 
—en: Beschlagnahme eines schen befrachteien 
Schiffs für den Staatsdienst. -en, pl.: (val. 
Heeren 1, 575) Frohndienst; auch die Quatember 
mit den daran verordneten Steuern u. Fasten. — 
Angas (ind.), pl.: Die 6 A. od. Wissenschaften. 
Monaibl. 2, 511b, s. Schaftras. — Ingri 1.; s. 
Angi 2c. — Ing-elisiei#ren (gr.-lat.), tr.: ver- 
engeln, zum Engel machen. -elisikation, f.; -en: 
Verengelung. klira, f. [8 24, 11: weibl. Ew. 
zu angslicus, z. B.: A. salutätio, Engelsgruß (s. 
Angelus); A. vox, Engelsstimme, bes. als Name 
eines Orgelregisters; ferner: A., weibl. Name; 
Pflanzenn. — Engelwurz, zum Geschlecht der Ange- 
liceen; dazu: A.-Essenz, -Extrakt; -Geist; -Wasser; 
Wurzel 2c. -rlina, f.: s. Astercid. Elisch, u.: 
engelhaft (vgl. seraphisch). w. 30, 13. -elolalriss, 
f.; —eyn: Engel-Verehrung. -elologfé, f.; 
—(eyhn: Lehre v. den Engeln. elophanis, k.; 
(ehn: Engelserscheinung. -elus, m. IS 24, 21: 
Engel, z. B. A. tuteläris, Schutzengel c.; ferner: 
A., ein Gebet, der sog. englische (od. Engels-) 
Gruß u. das Zeichen mit der Glocke zu diesem Ge- 
bet. w. 11, 173; 221 K. (s. Ave). — Angereb, 
m., —§, uv.; —s, uv.: (in Ostafrika) bettstellarkiger 
Sitz. Ausld. 38, 10914a. — Angi-- (Angei--) 
ehtasse (gr.), f.; —eyn: Erweitrung der (Blut= 
Gefäße, vgl. Anaretie; Aneurysma; Varir. em- 
phráris, f. I§ 24, 3, uv.]: Gefäßverstopfung. 
lis, f. [8 24, 3, uv.): Gefäßentz#ndung. — 
EIngina (lat.), f. [8 24, 11: Halsentzündung, 
Bräune 2c. — Angi- (Angei-) ographie (gr.), 
f.; —(enn: Beschreibung der Gefäße, z. B. (als 
Theil der Archäologie) der antiken Vasen 2c.; nam. 
aber (als Theil der Anatomie): der Gefäße im 
thierischen Körper, Blutgefäße 2c. Dazu: Angio- 
gräph, m.; eisch, a. -ohpdrographik, -ohn- 
drologie, f.; —e)n: Beschreibung, Lehre v. den 
Lymphgefäßen od. Saugadern. ohndrotomir, 
f.: -(ehn: Anatomie der Saugadern. öltis, f. 
[824,3, u#. ): Angiitis. -ologic, f. —(e)n: Gefäs= 
lehre, s. Angeiographie. -omalakte, f.; —eyn: Ge- 
säßerweichung. -onüsos, f.;0; -opathĩeẽ, k.: -(ehn: 
Krankheit, Leiden im Gefäßfystem. opleröfe, 1.; 
—n ; -oplerosis, f. [8 24, 3, uv. ]: Gefäßüberfül- 
lung (vgl. Plethora). -orrhagis, f.; —eyn: Ge- 
fäß zerreißung. -ospérm, a.: (Bot.) mit Samen 
in einer Fruchthülle, Ggstz ghmnosperm, nacktsamig; 
auch: a-us, dazu: A-a, a-e Pflanzen. oslenofe, 
f.; — -ostenöfis, f. [8 24, 31: Gefäßvereng-
        <pb n="76" />
        60 Angioslenoticum 
rung. ollen ölieum (§24, 2, n. .: gefäßzusammen- 
ziehndes (blutstillendes) Mittel. -ostöst, f.; -n; 
oftösis, f. [8 24, 31: Gefäßverknöchrung. 
S-otenisch, a.: mit Spannung der Gefäße verbun- 
den. Totomké, s.; —eyn: Anatomie der Gefäße; 
dazu: Angiotöm, m.; eisch, a. 2c. — Inglais 
(frz. -à), a.; m.: englisch; Engländer, — weibl. 
mit e (spr. -äs), z. B.: A l'a-o, auf englische 
Weise; Chaine (s. d.) a-#e #c.; auch: A-e (Mz. 
A-u), ein engl. Tanz, „der Cuglische“ (s. G. 14, 
26 ff.; Sch. 196b c.); ferner (Buchrr.): die engl. 
Schreibschrift. prechn 3, 273. — Anglariĩt, m., 
—Ic)S; -e: ein Mineral, wasserhaltiges phosphor- 
saures Eisenorydul, — nach dem Fundort Anglier 
(spr. Anglie) in Frankreich. — Angle (frz. äng'h), 
m.: Winkel (s. angulus), bes. Festgsb., z. B.: 
A. diminuc [—nüe], Füllungswinkel; A. direcleur 
I—ör], Richtungswinkel; A. flanquc (flankel, Stirn- 
winkel; A. rentrant lrangträng], einspringender; 
A. saillant (Faljängl, ausspringender 2c. — Ingl- 
rterre (frz. ang'lltär), f.; —##: England; Art Taft. 
Sirism, m., —en; —en: A., A-us [8 24, 21, eng- 
lische Spracheigenheit, nam. wo sie ungehörig in 
einer andern Sprache auftritt, — entsprechend: 
Gallicismous), französische; Germanismons), deutsche 
Spracheigenheit 2c., s. Iim. ikaänisch, a.: A-e 
Kirche, die in England herrschende, auch: blschöfliche 
od. Episkopal-; hohe Kirche (IIigh-church). -ihoman 
2e.: s. Angloman. i eren, tr.: englisieren (s. d.); 
nach englischer Mode machen, formen r2c., z. B.: 
Lasse ich den hiesigen Garten verändern und a. KAugust 1, 
200: Die Grenze des anglisierten Irlands. KRodenberg 
Ins. Heil 2, 220 sc., auch: Ein englisiertes siamesisches 
Wort. Mag. d. Ausld. 36, 62 6b 2c.; bes.: Pferde a., 
englisteren, ihnen den Schweif abhaun u. sie zum 
Emporrichten des Stumpfs gewöhnen. oameri— 
häncr, m., —s; uv.: Amerikaner v. engl. Her- 
kunft. DVierietj. 48, 213 r2c., dazu: angloamerikänisch 
e. Joman, m., —en; -en: A#), ein für Eng- 
land u. engl. Wesen Schwärmender: A“le, solche 
Schwärmerei; entsprechend: Kaum hat das kalte Fie- 
ber der Gallomansfé uns verlassen,] bricht in der 
Gräkomanie gar noch ein hitziges aus. Sch. 9 b, 
dazu: Gallomänle); Gräkomänle) 2c., s. Manie U. 
z. B. Bibliomanlie) c. Jophil, a.; m., -en, -8; Sen: 
die Engländer liebend, ihnen zugethan r2c. (vgl. 
gallophil 2c.); A-ie, Freundschaft zu ihnen. 
Sophag, m., -en; —#n: „Engländer-Fresser“, 
= Hasser (vgl. Gallophag 2c.): A-it. ophob, m., 
—en, —#§; —en: Einer, der die Engländer fürchtet. 
-ophobĩe, .; -(e)n: Furcht ver den Engländern 2c. 
— Angola: südafrikan. Landschaft; daher: A.= 
Erbsen, Cryxptolöbns; A.-Holz, Art Rothholz. — 
IAngona: bei den Fidschi-Insulanern, ein berau- 
schendes Getränk: Dazu A., die Ava od. Kava (s. d. 
u. Kana) der Polynesier getrunken. Globus 5, 6la; 
6 2a ie. — Angöra: Stadt u. Provinz (Sand- 
schak) in Kleinasien, ausgezeichnet durch mehrere 
lang= u. seidenhagrige Arten v. Thieren (s. Oben 
1, 815), daher: Angörische (od. A.-) Kaninchen 
([Seidenhasen!; Katzen; Ziegen [Kämel., fälschl.: Ka- 
Inidrofis 
mel--Ziegen). Von diesen letztern nam. kommen: 
A.-- (od. Kämel-.) Haar; gesponnen: A.-Garn u. ge- 
webt 2c. : A.-Kamelott, Tuch, auch bloß: A., vgl.: 
Der gebräuchlichste Stoff zu den Winterpaletots ist a.« 
ähnlicher Double. dazar 13, 3276; A.-Quasten, A.= 
Franzen. 14, 19e c. — Ingoscios-amente (it. 
angoschös-), Jo, adv.: (Mus.) kummervoll, mit 
dem Ansdruck der Betrübnis. — IAngofstüra;: süd- 
amerikan. Stadt am Orinofo; dazu: A.-Baum 
(Gallpea), „Rinde, heilkräftig gegen Ruhr 2c.; 
auch A.; eine Sorte Baumwolle u. ein gewebtes 
Zeug. — Angu, m., —; 0: Den Mais genießt der 
Mensch lin Amerikaj fast nur als Grütze gekocht, unter 
den beiden Formen des A. u. der Caujika. Burmeister gB. 
2, 305. — Anguill-a (lat.), f. 18 24, 11: Aal. 
-ötto (it.), m., „s; -ötti, eötten: kleine mari- 
nierte Aale. — Angul-är (lat.), a.: winklig 
(auch: angul är): A.-Spstem, Befestigungssystem 
durch Zangenwerke. arität, osität, f.; 0: 
Winkligk. us, m. I§ 24, 2): Winkel: A. acö- 
tus; obtüsus; rectus, spitzer, stumpfer, rechter. — 
Angüllo, m., —§; —#: s. Gertah. — Ingürie 
(gr.-it.), f.; —m: Streifengurfe; Wassermelone 
(s. Arbuse). — Angurwädel (nord.), n., -6: 0; 
Frithjof's Schwert. Kohnike Fr. 14; 41; 57 2c. — 
Anguft-a (lat.): s. angustus. Jatio (ulat.), k. 
18 24, 3, önis); -atiön, f.; en: Verengung, 
nam. s. Angiostenose; Striktur. eia, f. 18 24, 1): 
Enge; Bedrängnis; Noth 2c.: lu angüstüs, in der 
Klemme 2c.; A. löci, Enge des Platzes; A. præcor- 
diörum, Engbriüstigk.; A. témporis s. törmini, 
Kürze der Zeit, Frist; Angüustig verbörum, Wrrt- 
klauberei, indem man die Worte zueng, ganz buch- 
stäbl. fasst ꝛe. -ielävius, a.: mit schmalem Pur- 
purstreif (elärus angüstus) verziert, wie die Tünika 
der Ritter, Ggisz laticlävius, mit breitem (clärus 
lätus), wie die der Senatoren. Weiß Kost. 1, 1005. 
— Ingustüra: s. Angostura. — Inguftus (lat.), 
a.: enge; knapp; bedrängt 2c., z. B.: Pér an- 
gusta ad augusta, durch Gedränge zum Gepränge 
(vgl.: DPér dspera dd astra, durch Nauhes zu den 
Sternen); A. torminus, kurze Frist (vgl. anguslin); 
A. clävus, s. angusticlavius 1c.; Angusta, auch ein 
Orgelregister. 
IAnhäm 2c.:: s. Anämatsse 2c. — Inhel-ation 
(lat.), f.; —en: das Keuchen. —ĩeren, intr. 
(haben): keuchen. — Anhima, m., —6; —s: ein 
südamerikan. Vogel, das gehörnte Straußhuhn, 
Palamdea cornita, Kamitlsschpv, Cameuche. Ohen 7, 
573. — Inhinga, m., —#; —: ein brasilischer 
Vegel, Schlangenvogel, Plötus. — Anch)odr-ãt 
(gr.): anhydrisch: A.-Kochtorf, worin Fleisch rc. 
ohne Zusatz v. Wasser gekocht wird. Na#z 21, 97. 
-ic, f.; 0: Wasserlosigk. isch, a.: wasserfrei. 
—1. m., —(ey)8; -e: (Chem.) wasserfreic Verbin- 
dung, bes.: ein Mineral, wasserfreier schwefelsaurer 
Kalk (vgl. Gips, mit Wasser). miuucherlich 2, 1, 116. 
Ini, m., —6; —: ein südamerifan. Vogel, 
Madenfresser, Crotöphaga Ani, auch Anno (nach dem 
Geschrei). Olen 7, 235. — Inidrös-# (gr.), is,
        <pb n="77" />
        Anigma 
f.; 0: Schweißlosigk., vgl. Adiapneustie. — 
Anigm-a (#gr.-lat., § 24, 3, u., -tis]: Räthsel. 
atisch, a.: räthselhaft. -atis fEren, intr. (haben): 
räthselhaft sprechen, räthseln. — Ankeula (lat.), 
f. [8 24, 11: alte Fran: Eine alte Hökerfran .., so 
Etwas scheint wohl die A. gewesen zu sein. W. 34, 388. 
— Anil: 1) (lat.) a.: altweibermäßig. — 2) 
(ar.-span. v. ind. nila, blau), m.p, -6; -e: Indigo 
(s. d.). prechnm 8, 19; A.-Pflanze. 18 2c. — Anilẽma 
2c.: s. Aneil 2c. — Inilin, n., —8; 0: (Chem.) 
eine zuerst unter den Destillationsprodukten des 
Anils aufgefundne, jetzt aber zumeist aus dem 
Steinkohlentheer dargestellte organische Baßis 
(CiellD, die nam. durch die prächtigen Farben, 
welche sie mit orydierenden Mitteln liefert, technisch 
wichtig ist. (Veraltende Bez. sind Benzamid; Kry- 
stallin; Kyanol; Phänamid; Phenylamin): Die herr- 
lichsten Farbstoffe lgewinnt man aus Theer], wie A., A.- 
Purpur, Pikrinsäure, Azulin u. Pariser Blau. Ualur 
11, 227; A.-Farben. Ual.3. 20, 277; Man bez. das 
in dem sog. A.-Ol enthaltene eig. A. u. das darin be- 
findliche Toluidin als die für die Fuchsinbildung wesent- 
lichen Bestandtheile. 19, 138 2c.; A.-Blau dd. 
blau;-Roth; = Violett 2c. — Anilität (lat.), 
f.; -en: aniles (s. d. 1) Wesen, Thun. — 
Inill-ero (span. anill-), m., —6; —#: Anhänger 
des Anillos. —o m., —6; —#: „Ring“, Name 
einer polit. Partei in Spanien (1820 ff.), Gegner 
der Comunsros. — Anim -a (lat.), f. [8 24, 11: 
Seele (vralt., Chem. — Geist, wesentlicher Be- 
standtheil eines Stoffs): Animärum dies, Aller- 
seelentag; A. mundi, Weltseele 2c. (orfl. Animula, 
Seelchen, z. B. w. 15, 236 2c.); auch it., z. B. 
(Mus.): Cön a., seelenvoll 2c.; ferner z. B. in 
Nom, eine Ortlichk. für feierl. Seelenmessen rc. 
dversiön, f.; —en: Bemerkung 2c.; Ahndung, 
Rüge 2c. -advert'eren, tr.: auf Etwas merken; 
es bemerken; ahnden, rügen. I. —al [8 24, 3, n., 
alis, Mz. Alial): beseeltes, belebtes Wesen; Thier: 
A. disputax, ein Streitsüchtiger (Streithammel 2.); 
A. scribax, ein Schreibsüchtiger 2c., vgl. (it.): Ein 
animäle insopportäbile sein unausstehliches Ge- 
schöpfl. püchler Südöstl. 1, 85 2c. II. —dl, a.: auf 
Thiere, belebte Wesen bezüglich, ihnen eignend rc. 
(vgl. animalisch): Dem a-en Leben dienend. Durdach 
Anthr. 181; Außer dlesen vegetatlven oder pflanzen- 
artigen Lebens= u. Reproduktionssystemen hat aber das 
Thier noch 3 andre ., die a-en Systeme. Ohen 4, 22; 
A-e Organe. 1632c. älfen, pl.: thierische Körper, 
Stoffe, nam. als Speise (Ggstz Vegetabillen). 
alisatiön, f.; —en; —s-: Verthierung; auch: A., 
A.-Proceß, die Umwandlung des Genoßnen in thie- 
rischen Stoff. -älisch, a.: animal (s. d. ID, thie- 
risch: A-e Kost; Wärme; Diese a-e Liebe. W. 4, 167 2c. 
Zisieren, tr.: verthieren; Genoßnes in thierischen 
Stoff umwandeln. Falität, f.; 0: das thierische 
Sein, nam. im Ggstz des höhern, geistigen. Schelling 
1, 1, 519; w. 25, 379. alculum I§ 24, 2, n. J: 
kleines (mikroskopisches) Thierchen, nam. Bez. der 
vermeintl. Samenthierchen (s. Spermatozöon). 
Anka 61 
Dazu: Antmaleul= ismus Lehre v. der Erzen- 
gung des Embryos aus Samenthierchen], zist [An- 
hänger dieser Lehre). -atiön, f.; Sen: Animie- 
rung. ato (it.), a.: (Muf.) animiert, lebhaft. 
. n., —s; 0: A. ein Harz .. aus dem Kourbaril= 
baum . ., schließt oft eine solche Menge v. Insekten noch 
lebender Species ein, daß man ihm nach dlesem Umstande 
den Namen animé (belebt) .. gegeben. Karmarsch T. 1, 
44; Das echte A.-Harz. ebd.; Firnis. M. 1, 473. 
„ĩeren, tr.: beleben; in lebhafte Aufregung brin- 
gen; anregen; ermuntern; aufbringen 2c. -ismus, 
m., uv.; 0: eine Lehre, wonach die Seele Lebens- 
prineip jeder Thätigk. des Körpers ist. ist, m., 
—en; -en: Anhänger des Animismus. Jo (it.) 
interj.: mit Muth!; auf!; vorwärts! ꝛe., s. ferner 
animus. —ôs, a.: leidenschaftlich erregt; aufge- 
bracht 2c. osität, f.; -#en: animose Stimmung: 
Partei-A. Uaiß. 20, 553. öso (it.), adv.: 
(Tonk.) lebhaft. -ula: s. Anima. -us, m. /§21, 
21: Geist; Muth; Gesinnung; Vorsyz, Absicht: 
Animi cäüsa, zur Gemüthsergötzung; Ad änimum, 
zu Gemüth (nehmen 2c.); Ex änimo, v. Herzen; 
Animo deliberäto, geflissentl.; Animo, in der Ab- 
sicht 2c.; Ko änimo, in der Absicht; Uno änimo, 
einmüthig 2c.; A. hostilis s. inféstus, feindl. Ab- 
sicht, Gefinnung 2c.; A. defendéndi, die Absicht, 
zu vertheidigen; furändi, zu stehlen; injuriändi, zu 
beleidigen; lücri faciéndi, einen Gewinn zu machen; 
nocéudi, zu schaden; oceidéndi, zu tödten; possi- 
déndi, in Besitz zu nehmen; sibi habendi, Etwas 
für sich zu behalten 2c. — Aninga, f.; -s: eine 
Pfl., Art Wasser-Arum. Ausld. 39, 1130a. — 
Iniön (gr.), n., —en; -en: Substanzen, die auf 
galvanischem Wege frei werden u. an den Elektroden 
( . d.) erscheinen, nennt Faradah Jonen (s. d.), u. 
zwar Katiönen, die an der Kathode erscheinen ..; 
A-en, die an der Anode (s. d.] sich entwickeln. Dove Nev. 
d. Phys. 1, 176; 3 müller Ph. 1, 289 2c. — Aniri- 
die (gr.), f.; —(ehn: das Fehlen der Iris (s. d.) im 
Auge. — Anis# (gr.-lat.), m., -es, uv.; -e: A. 
(obrd.: Inis, Anis), eine Pfl., Pimpinêslla anisum 
u. ihr würziger Same; auch mit A.-Samen od. 
mit A.-Ol bereiteter Likör (prechl 9, 388; 391; 
Ein Gläschen Doppel-A. Giaser Niederl. N. 208); 
A.-Apfel, m. a.-artigem Geruch; Branntwein; 
Brot; -Essenz. -Geist; -Konfekt; -Kuchen; Likör,-Was- 
ser; -Ol 2c.; ferner: Stern-A., IIIicium anisätum 
(Badian), m. sternförmiger, in Geschmack u. Geruch 
dem A. ähnl. Frucht 2c. -ädo (span.), m., — ; 
—6 : Anisbranntwein. Srenzb. 24, 1, 226. étte), 
f.; —#: Anisbranntwein. OMũler Erz. 3, 35, auch 
m.: Der A. ist sehr gut. Gerstäker WW. 3, 1 85 2c., 
vgl.: Huile Tütll d'a. Karmarsch 2, 602, A.-Ol, d. h. 
mit Zucker gesättigter u. mit Safran gefärbter 
Anisbranntwein. -um (§ 24, 2, n.]): Anis: A. 
stellätum, Sternanis. — Anita: s. Anyta. 
Anjinho (port. —inso), m., —6; —#: „Engel- 
chen“, Bez. jung gestorbner Kinder. Globus 7, 175b. 
— Anijovi: s. Anschovl. 
Anka (ar.), m., —; -s6: ein Riesenvogel (s.
        <pb n="78" />
        62 Anhareb 
Simnrg). Pelermann Or. 2, 105. — IAnkar-tb, n., 
—#8; -zerlb: Die Geräthe in eluem sennärischen Hause 
bestehen gw. nur in mehreren Ankerib, Sing. Ankareb, 
d. h. auf 4 gedrechselten Füßen ruhenden, mit Kamel- 
hant-Riemen übersponnenen lüberspannten] Holzrahmen. 
Diese Betistelle Alg ä. Globus 4, Zza. — Iinherit, 
m., -(e)s; —e: Art Kalkstein. — Inkistr-on (gr. ), 
n;‚ —6; za: „Haken“, ham. der Wundärzte. — 
Anelabris (lat.), f. 18 24,3, uv. ]: Opfertisch. weiß 
1. 1347. — Anhlong, n., —6; —#: auf Java, ein 
Tenwerkzeng, bestehnd aus einer Anzahl Rohre v. 
graduierter Länge, die in tönende Schwingung ver- 
setzt perden. Nai3. 19, 186. — Anhi-on (gr.), m 
18 24, 3, önis]: Ellbogen; Bug an Mauern 2c. 
onagra, n., —6; 0: Gicht im Elbogengelen 
(v#gl. Khiragra c.). onäus, m., uv. zonden 
1824, 21: Streckmuskel des Vorderarms: * mägnus 
lder großel; paärvns lder kleinel. — J. Ancora 
(it., vgl. encore), adv., interj.: noch einmal 
(nam. Tonk., vgl.: Da cäpo). — II. Eincor-a 
(lat.), f. [824, 1): Anker. ägium Imlat., 824, 
2, n.]): das Ankern: Jus ancorägii, Ankerrecht. 
äle llat., § 24, 3, n., Alis, Mʒ. -al: „Anf 
tau. — Al#er- Cage (frz. ankrash), f.; —s, -n: 
Ankergrund. —e (änker), m., —s; : anker, nam. 
auch in Uhren: A.-Uhr 2c. — Anktler (gr. 0, m. 
1&amp; 24, 3, ish: etwas „Zusammenziehndes, Heft- 
pflaster. ismus, m., uv.; -ziäsmen: das Zu- 
sammenheften mit Heftpflaster Kc.; auch — Infibu- 
lation. — Anbkel--e (gr.), f.; —n: Krümmung; 
Haken rc. -oblepharon, n., — ;; -ra: Verwochsung 
der Augenliedränder in einander. Joglösse, 1.; 
eu: Soglössum [8 24, 2, n.]: Fehler an der 
Zunge, wodurch i iß freie Bewegung gehindert ist. 
omoler, m., n., —; uv.: Krümmungshalbmesser. 
öse, f. n; ösis, f. 18 24, 3, uv.]: abnorme 
feste Verbindung zweier durch ein Gelenk verbund- 
ner Knochen. -osiẽrl, a.: durch Ankylose verbun- 
den: Das denselben „ anch hloft #erte Schulterblatt. 
Ausld. 39, 124 6a. 
Anna, m., —; —6:; ostind. Rechnungsmünze 
= 1½10 Rupie: 4 A-s od. 18 Krenzer. Ausld. 38, 
756a; Einen Ana, elwa 1 Sgr. 5 Pf. Westermann 
Mon. 3, 519b; Eine Ana (1/16 einer Rupie). Grube 
Ch. 2, 114; 2 Anas = 3 Groschen. 125 1c.; auch 
Name v. Genschen u. Maßen. — Annabösse, 
f.; —m: Art weiß u. blau gestreister Decken, nam. 
nach Westafrika gehnd. — Innäl-en (lat.), pl.: 
„Jahrbücher“, Geschichtswerk, nach den Jahren 
geordnet (vgl. Chrenik): Sein Geschlecht glänzte in 
den A. des Landes. Sch. 794a; A. od. Tag= u. Jahres- 
Heft. G. 27, 1 2c.; Welt-. Scherr Pr. 124. -es, 
l. 1§ 24, 3, äum']: Annalen: A. mäximi, vom 
Pontifer marimus geführt. weiß Kost. 1, 1119. -ist, 
m., Sen; Sen: Annalenschreiber. Namier F. 2, 151. 
—Jnala, .. z--#: in Japan, ein Frendenmädchen. 
Whöeine Weitr. 2, 8. — Annalen (mlat.), pl.: 
M die v. neuangestellten Geistlichen dem Papst von 
ihren Pfründen zu entrichtenden Einkünfte des 
Annuale 
ersten Zahrs. — 2) jährl. Messe in der kathol. 
Kirche. — Annehlĩẽren (lat.), tr.: „anknü#pfen“, 
etwas Fremdes als passende Zubehör zum eignen 
Besitzthum sich aneignen u. einverleiben (s. annerie- 
ren): Savoyen bot das erste Paradigma für das moderne 
Zeitwort „a.“ Gtenzb. 26, 3, 114; 229; 233; 24, 
1, 157; Ausld. 38, 8663a; Jedes Sternschnuppenkörrer= 
chen, das am 10. August, wo Erde u. Ring sich begegnen, 
nicht als Meteorstein v. der Mutter Erde annektlert wird 
ꝛe. Volksz. 15, 113; Der zusammen annektierte 
Staat. 11, 188 1c. — Annel-- ĩden (frz.), pl.: 
Ringelwürmer (s. Annulatus). Jieren, tr., refl.: 
ringeln. — IAnneme#ckee (schirren.), m., —S; 
—#6#: Donner. freiligrath H. 241, v#gl.: Baimwäwa. 
59, als Ton des Donners. — Alner (lat.): 10 
a.: als Zubehör angeknüpft, verbunden (annéxus). 
— 2) m., c)6; —e: etwas A-es (annéum), 
z. B.: Die Engländer haben lin der Ausstellungl ibren 
Kochapparaten einen eigenen A. in Gestalt eines 
Landhauses gewidmet. .. Die in dem A. ausgestellten 
Kochapparate. Ual 3. 20, 295; 191; Hackländer Heideh. 
151 2c. alion, s. ; —#en: s. Anncrion. -ationist, 
m., Sen; —en“. Annerionist. S##us 6, 2844 
—#eren, tr.: annektieren: Ein Gauner, der sich irgend 
etwas Prauchbares anneriert. 165 2c.; Annerierungs-. 
gelüste. OMuüller Erz. 3, 74. -iön, f.; -en; -: 
Annektierung: Napoleon III. hat sein berufenes Wort 
A. dem amerikanischen annexation sspr. ännereschen 
nachgebildet. Trei#schke Hist. 536; A-s-Politik. 586; 
Volksz. 13, 266; = Lust. Grenzb. 24, 1, 156;-Par- 
tei. 26, 3, 268; -Wunsch. 24, 2, 399; San- 
guiniker. HKladderadassch 18, 2140b 2c. Sionismus, 
m., uv.; ismen: Annerions-Wuth, Treiben 
Bukunstl, 11c. Sionist, m., —en, ;en: Anhänger 
der Annerionspolitik. Grenzb. 24, 1, 156. Dazu 
z. B.: Annexionistische Petition. Unt.3. 20, 179, 
Pal. Anti-annerionistisch. Zuhunst 1, 1; Volksz. 15, 
212 r. * 1§ 24, 2, n.]: s. Annex 2. xusza. 
s. annex 1. — IAnnihil-ation (lat.), f.; hen: 
Annihilierung. „ĩeren, tr.; zu Nichte machen; 
vernichten; für nichtig erklären 1ic. — Anni- 
vers-aire (i#. -ãr), m., —§; —: -ärium (lat.), 
n., —#: zärlen 18 24, 2, n.j: Zahrestag, 3. B. 
eines Todes, durch Seelenmessen gefeiert r. arisch, 
a.: jährlich wiederkehrend. — Inno: 1) m., —: 
—#: s. Ani. — 2) s. Annns. — Annomin - atio 
(lat.), s. [8 21, 3, önis); -ation, f.; -en: eine 
Redefigur durch Zusammenstellung gleich od. ähn- 
lich klingenrer Worte. — Innon-a: 1) s. Anona. 
— 2) (lat.) f. [8 24, 11: Jahresertrag an Ge- 
treide 2c.; Getreidevorrath: A-## pra##sctus, Markt- 
meister im alten Nom; Ciimen fraudätn a-æe, Ver- 
brechen des Kornwuchers, der Getreidevertheurung. 
Sägium Imlat., S21, 2, u.: Getreidezins. —ärisch, 
den Getreide= u. Lebensmittelvorrath betreffend. 
— Innoncee (frz. —öngß'), f.; —n: Ankuündi- 
gung; Anzeige. - kEren, tr.: ankündigen. — 
Innot 2c.: s. Adnot 2c. — Innu-äl (lat.), a.: 
jährig; jährlich. -älc [8 24, 3, u., äÄlis; Mz. 
-Alin): ein Jahr hindurch zu lesende Seelenmesse.
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        Annuarium 
-ärium (nlat.), n., -s; -ärlen: Kalender. Tell 
(frz. annüell), a.: annnal. — Annufken: f. 
adn ꝛe. — Innüit-ät (nlat.), f.; —en: Jahres- 
Rente (s. d.) für ein hingegebnes Kapital; Kenso- 
lidierte (s. d.) A-en 2c. — (engl. ännsi#ti), k.; 
-ies: Annnitit, bes. als eine Art Staatspapier. 
Long a. slange, — auf 99 Jahr]; short a. lschört, 
— kurze, auf kürzre, festgesetzte Zeit); Tontinen 
(s. d.) sind, was in England A-ies heißt. Sophiens R. 
1, 627 2c. — Annul-äria (lat.), f.; -ä#sen 
I!§ 24, 11: eine untergegangne Gatt. Pflanzen (zu 
den Vertieilläten gehörig) aus der Steinkohlen-= 
epoche. Zurmeister Gsch. 435 ff. äris, a.; m. : 
A.; Digitus a., Ringfinger’ Eclipsis a., ringför- 
mige Finsternis 2c. ätus, a.; m. (8 24, 211 
geringelt; Ringelwurm (vgl. Anneliren — Annn- 
laten). — Annull-atiön (nlat.), f.; —en: An- 
nullierung. -eren, tr.: für null u. nichtig er- 
klären. — Innnlus (lat.), m. [§ 24, 2): Ning, 
4. B.: A. piscatörius, Fischerring (des Panstes, 
s. Breve); Einen Verlobungsring, a. prönubus. Weiß 
Kost. 1, 101726.— Annumer-ation (lat.), f. -en: 
Hinzuzählung. -ieren, tr.: hinzu-zählen, -rech- 
nen. — Innnne-iate (lat.), f.; —:: Nonne vom 
Orden der Verkündigung Mariä. (Annunciade. 
Gutzkow Z. 8, 176). iatio, f [8 24, 3, -önisl: 
Verkündigung, bes. A. Bleätse] Mlarice] Vlirginis! 
der heil. Jungfrau Maria; sonst auch: -iation, 
f.; —-en. ieren, ir.: an-, verkündigen. — 
Innus (lat.), m. I§ 24, 21: Jahr, z. B.: A. 
commünis, gemeines, Ggstz biCsextilis, embolf- 
smicus, intercaläris, Schaltjahr; A. civilis, bürger- 
liches, Ggstz z. B. ecclesiästicus, Kirchenjahr 2c.; 
A. lunäris, Mond-, Ggstz soläris, Sonnenjahr 2c.; 
A. decretörius (s. d.); confusiönis (s. d.) 2c.;, im 
Genit. z. B.: Hüjns änni, dieses Jahrs; Anni 
curréntis, des laufenden; ejüsckem, dessellen; 
futüri, künftigen; pracedéntis s. pratériti, des 
vorigen; praséntis, des gegenwärtigen Jahrs 2c.; 
im Abl., z. B.: Anno, im Jahre, entweder mit 
beigefügter Zahl (wobei Hunderte u. Tausende oft 
fortbleiben, z. B.: Anno 83. Chamiso 4, 46; Anno 
fünf. Freiligroth 2, 68 ꝛe.) od. z. B.: Anno damals 
(Prutz Musik. 1, 26 c.), Töback (Gutzkow R. 3, 165 rc.); 
Eine alte Reliquse v. Anno Schwartenleder (301); Ein 
Kapitel v. Anno komm her u. thu mir nischt (wilhomm 
Sag. 1, 281) u. ä. volksthüml. Wendungen mehr 
zur Bez. längst vergangner Zeiten; ferner z. B.: 
Höc dnno od, ánno currénte, in diesem, im laufen- 
den Jahr; Anno eläpso, praterito, im verfloßnen, 
vergangnen Jahr; ineante, mit Jahresbeginn; 
Sine löco ét 4nno, bei Büchertiteln: ohne [Angabe 
v. Druck-] Ort u. Jahr 2c.; ferner (vgl. A 9): 
Anno 4b urbe cöndita, im Jahr nach Erbauung 
der Stadt [Rom]; Anno Ers vulgäris, im Jahr 
der gw. Zeitrechnung; änte Christum, vor Christus; 
Christi s. Dömini, des Herrn; mündi s. örbis con- 
diti, der Welt, der Schöpfung; örbis redemtpiti, 
der Welterlösung; pôést Römam (od. urbem) con- 
ditam, nach Rom's Erbauung; recuperätz salütis, 
Anonpm 63 
des Heils; rgni, der Regierung; salvatöris nostri, 
unsres Heilands; ürbis cönditæ, nach Erbauung 
der Stadt (Rom) 2c.; ferner: 4d ännum, übers 
Jahr; äd mültos ännos, auf viele Jahre 2c. — 
IAnnnus (lat.), a.: jährig; jährlich: Annuæ 
præstatiõnes, jährliche Leistungen; Annui rẽditus, 
Einkünfte; „Lüdi dnnui, jährlich wiederkehrende 
Festspiele; Annuum, etwas Jährliches, Jahrgeld 2c. 
Ino (gr.), adv.: nach oben: A. käi kito 
(d&amp;o zcch# zckreo), drüber u. drunter 2c.; auch 
(Arzu.) v. Ansleerungen nach oben u. unten. — 
Inöa (gr.), k.; 0: Sinnlosigkeit; Unverstand. 
— #Anobium (5 24, 2, nu.]: Klopfkäfer. — 
IAnobl-ikren (frz.), tr.: in den Adelstand ver- 
setzen, adeln: Holtei Treust. 2, 279 (vgl. ennoblieren). 
Zissement (#imäng), n., —6; —#: Adelung. — 
Anode (gr.), k.; —n: Die Fläche, zunächst der posi- 
tiven Elektrore (s. d.), wo der Sauerstoff frei wird, 
führt lbei Faraday) den Namen A. (#c, aufwärts), 
abgeleitet v. einer willkurlich angenommenen Richtung 
des Stroms; Kathöde ist die Fläche des zerseßt werden- 
den Körpers, die an die negative Elektrore grenzt 
Cecerd, abwärts). Dove Rep. d. Phys. 1, 175; farmarsch 
2, 16 2c. — JInodönt-a (gr.), f. [8 24, 11: 
Teichmuschel, „ohne Zähne“ am Schloß. -es, 
pl.: zahnlose Thiere (s. Erentäta). — Inod-En 
(gr.), à.: schmerzlos; schmerzstillend, vgl. (engl.) 
Anodyne necklace (ännodtein necklehß], Halsband, 
das schmerzloses Zahnen der Kinder bewirken soll; 
scherzh. : der Strick des Henkers. - n#e, f.; -eyn: 
Schmerzlosigk.; das Mangeln der Wehen. #nisch, 
pnus, a.: ancdhn; Anödvynum, anodynisches 
Mittel; Liquor a., Hofmannstropfen 2c. — 
Inohathärticum (gr., 824, 2, n.): Brechmittel. 
— #Anöm-äl (gr.), a.: unregelmäßig. alié, f.; 
—eyn: Unregelmäßigk.; (Sternk.): A. eines Pla- 
neten ist der Winkel, welchen sein Rädius Vektor (seine 
Entifernung von der Sonne) mit der großen Achse seiner 
elliptischen Bahn bildet. Fitixow 792; 174 c.; Koäquierte 
(s. d.) A. alisch, a.: anomal. w. 36, 13. 
Lalistisch, a.: (Sternk) von der Umlaufszeit — 
beziehentlich: der Erde um die Sonne u. des 
Mondes um die Erde — in Bezug auf die Apfiden 
— beziehentlich: der Erd= u. der Mondbahn: A-es 
Jahr; A-er Monat, s. Zobrik 54. Salologte, f.; 
—(eyn: Lehré v. den (nam. grammat.) Anomalien 
-alon, -alum, n., —#; zala (58 24, 2, n.]: un- 
regelmäßiges Verbum. Sia, f. [8 24, 1); Ie, 
f.; — : Muscheln mit ungleichen Schalen, Zwiebel- 
muschel 2c. ir, f.; (eyn: Gesetzlosigk. -isch, 
a.: gesetzlos. -it, m., —en; -en: Versteinrung 
v. Anomien. — Inomöomerié (gr.), f.; 0: das 
Bestehn aus ungleichen Theilen. — Anõn-a, f.; 
-en [824, 11: amerik. Bäume (Guanaläno, Corössol) 
u. deren Früchte, Flaschen-Baum, Apfel (s. Nanka), 
— als Gesammtheit auch: Aniu)onaceen. Jur- 
meister, z. B. 2, 299; 302 2c. — Anön-m (gr.), 
a.: ungenannt; dessen Name nicht bekannt ist. — 
nam. v. Schriftstellern; doch auch z. B.: Ihr sucht, 
die Menschen zu benennen su. glaubt, am Namen sie zu
        <pb n="80" />
        64 Anonumisch 
kennen. Wer tiefer sieht, gesteht sich srel, es ist was 
A-es dabel. G. 3, 32 ꝛc. (vgl. kröptonrm). -mmisch, 
a.: anonym. „nmilät, f.; 0: das Anonymsein; 
Namensverschweigung. -#mus, a.: anonym, 
z. B. als Bez. für früher unbenannt Gebliebnes, 
z. B.: Artsria anõnyma (od. innominäta), die erste 
große aus dem Bogen der Aorta abgehnde Arterie; 
Os anönymum, Hüftknochen 2c.; ferner m.: ein 
anonymer Schriftsteller 2c. (lauch: Anönymog). 
— Anophönisch (gr.), a.: emportönend. — 
Anophthalmĩẽ (gr.), f.; eyn: Augenlosigk. — 
Inoplothéri-um (gr.), n., —#; zen [I 24, 2, n.1: 
„waffenloses Thier“, Name eines fossilen Säuge- 
thiers, den Ubergang von den Pachydermen zu 
den Wiederkänern bildend. Zurmeister Gsch. 537. 
— Inopfsée (gr.), f.; 0: 1) das Nichtsehn- 
können (f, A 8). — 2) das Schielen aufwärts 
(s. Ano), Ubersichtigkeit. — Anörch-ic (gr.), k.; 
-(e)yn: Hodenmangel. -os, odes, us, m. 
[8 24, 2): Jemand ohne — od. ohne äußerlich 
fühlbare — Hoden. — Anorexiẽ (gr.), f.; —eyn: 
Eßunlust. — Anorgänisch (gr.), a.: unorga- 
nisch. -ismus, m., uv.; zlsmen: unorgauische 
Körper, Gesammtheit derselben: Warum die orga- 
nischen Naturkörper später als die Anorganismen ent- 
standen. Burmeister Gsch. 320. ogeniec, f.; —(eyn: 
Lehre von der Entstehung des Anorganischen. 
Sognosiè, f.; —-(ehn: Kunde der unorganischen 
Naturkörper (vgl. Orbktognosie 2c.). ographiké, 
Jologie, f.; —-(ehn: Beschreibung der unorgani- 
schen Naturkörper; Lehre davon (vgl. Mineralogie). 
Dazu: Anorgano-gräph, I5g, m., -en, —8; 
—en; zräphisch, Aögisch, a. — Anorg-#stisch 
(gr.), a.: uneillgeweiht in die Orgien (s. d.). 
Ti, f.; 0: Uneingeweihtheit. — Anormal (gr.= 
lat.), a.: abnorm. — Auorth-it (gr.), m., 
—(e)S; e: eine wenig kieselsänrehaltige Art Feld- 
spat. -oshöp, n., -(e)s; -e: Art Vorrichtung 
für optische Anamorphosen (s. d.). — UAnosis 
(gr.), f.; —eyn: Kranlheitslosigtk. — Anos-mie 
(gr.), -phrassc, f.; -(e)n: Mangel des Geruch- 
sinns. — Anôtto, m., —6; 0: Orlean (s. d.). 
LHamarsch 2, 781. 
Anqui-rieren (lat.), tr.: auf Strafe an- 
tragen. -sition, f.; —en: Strafantrag. 
Ansa (lat.), k. [8 24, 1): Henkel; Handhabe. 
— Insär-en, #r (ar.), pl.: „Helfer“, Ehren- 
name der Bewohner Medina's; einer Völkerschaft 
u. Selte am Libanon (Nosairen). — Anschovi, m., 
—6# —: kleiner heringsartiger Fisch, Engränlis s. 
Clüpea encrasicholns, gw. eingepökelt, — auch 
engl. anchovy; frz. anchois (angschod) 2c., z. B.: 
Anchovis à Phuile. Omüner Erz. 3, 151; Die unter 
der Küste Anchojen fischten. Chandler KlAs. 9 2c. — Anse: 
s., Ase. — Anf-er, m. [8S 24, 3, sI: Gans. 
-rrulus, m. [8 24, 21: Gänschen. Volkez. 
15, 234. 
Aut: s. Anti u. Sweiks. — IAnta: 1) (port.) 
m., —; —6: Tapir (vgl. Danta). — 2) (lat.), k. 
Ante 
(§ 24, 11: s. Ante 2. — Intäcidum lqgr. lat., 
8 24, 2, n.]: Mittel gegen Säure des Magens 2c. 
— Antaersphthor-on, -um, n., —#; as 24, 
2, n.]: „gegen Luftverderbnis“ wirkendes (od. 
Lustreinigungs-) Mittel. — Intagon-is ##en 
(gr.), intr. (haben): entgegen-kämpfen, wirken. 
-ism, m., -en, uv.; —#; -ismus, m. 18 24, 21: 
das Gegenfämpfen; Streben in entgegengesetztem 
Sinn, in entgegengesetzter Richtung 2c., nam. 
auch (Physiol.): das sich in entgegengesetzten Ver- 
richtungen bekundende Wechsel-Vh. einzelner Kör- 
pertheile r. (vgl. Consensus 4). -ist, m., -en, s; 
en: Gegenkaämpfer, Gegner; auch (Anat.): anta- 
gonistischer Muskel. -islisch, a.: auf Antagonis- 
mus beruhnd, bezüglich: A-# Muskeln wie Strecker 
u. Benger 2c. — Antal: f. Anthal. — Anlalg- 
icum sgr., § 24, 2, n. J: schmerzstillendes Mittel. 
Sisch, a.: schmerzstillend. — Intalkalisch, a.: 
den Alkalien entgegenwirkend. — Ilntallagma 
lgr., § 24, 3, n., -tis]: Tausch; Tausch-Ggüd. 
— AIntanagöge (gr.), f.; —# : Rekrimination. 
— Inlanaklasis (gr.), f. [8 24, 3, uv.]): Rede- 
figur durch Wiederholung desselben Worts in 
andrer Bed. — Antaphrod-isiacum, iticum 
(gr.), n., —; ca [8 24, 2, n.): antaphroditisches 
Mittel. - isisch,,-etisch, a.: gegen Geilheit; gegen die 
Lustseuche wirkend, s. antivenkrisch. — Antapoch-a 
(gr.), f. [8 24, 11; Se, f.; -n: Schuldschein, 
vgl. Avoche. — Antapödosis (gr.), f. (§ 24, 3, 
uv. ): Wiederzurückgabe; bei Gleichnissen der die 
Anwendung enthaltende Nachsatz (lat. redditio). — 
IAntapoplekt-icum (gr.), n.,-s6; ica 24, 2, n.]: 
Mittel „gegen Apoplerie“. isch, a.: gegen Schlag- 
flüsse dienend. — Antäres, m., ur.; 0: „Gegen- 
Ares“, ein Stern erster Größe im Skorpion (#as 
Skorpionherz), rothfunkelnd wie der Planet Mars: 
A. — a des Skorpions. Kädler 419. — Intäri: 
s. Anteri. — Antaͤrktisch (gr.), a.: dem Nordpol 
entgegengesetzt (s. arktisch; anstral). — Intarlhrit- 
icum (gr.), n., —#;;-ica [S 24, 2, nu.]: Gicht- 
mittel. isch, a.: gegen Gicht dienend. — 
Intasihen-icum (gr.), n., —##; -ica [824, 2, n.): 
antasthenisches Mittel. -isch, a.: gegen Asthenie 
(s. d.) dienend. — Antasthmat-icum (gr.), 
n., —#; -ica [§ 24, 2, n.): Mittel gegen Asthma. 
Sisch, a.: gegen Asihma dienend. — Intatr- 
ôöphicum (gr.), ophum, u., -6; al824,2, n.]: 
Mittel gegen Atrophie. -öphisch, a.: gegen 
Atrephie dienend. — Antäus (gr.), m. [824, 27: 
Myth., ein Riese, der durch die Berührung seiner 
Mutter Erde immer neue Kraft empfing u. daher 
vom Herkules frei in der Luft erdrückt werden 
mußte, — oft bildl., s. 3ch. 88b. — Ante (lat.): 
1) prüp. (m. Acc.); adv.: vor; vorber (s. Ggstz 
post): A. Christum (nätum), vor Christi Geburt; 
A. meridlem, Vormittags :2c.; 4 Pärte (s. d.) 
ante 2c. — 2) f.; —n — anta (Bank.): 2 A-n, 
d. b. Stirn= od. Wanrpfeiler. Guhl 1, 79; A-nu-Pfeiler. 
16; A-u.Tempel. 13 = témplum in Antis (gr. 
2 Fapddnadr, n# pardstasin), wo auf der zum
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        Anteactum 
Eingang dienenden Schmalseite die Mauer durch 
Gebälk u. Dach tragende Säulen ersetzt war. — 
Inte#ctum slat., § 24, 2, n.): vorher Gescheh- 
nes; Vorangegangnes. — Interkd-ens (lat.), 
a. [824, 3, -éntis]: vorangehend, Ggstz consequens, 
(nach)folgend, auch substant., n., MzZ.: —ntia 
(od. eentken), z. B.: Vordersatz (Prämisse) einer 
Schlußfolgerung 2c.; nam. auch (vgl. Prärerens) 
Mz.: A-intsen, frühere Vorkommenheiten; Se- 
mandes Vergangenheit, frühere Verhältnisse rc. 
„iẽren, intr. (sein): vorher-, vorgehn; den Vor- 
rang haben 2c. — Anterellièkren, tr.; intr. 
(baben): Elnem od. Einen a., Übertressen. — 
Antece-or (lat.), m., —8; zören (§ 24, z, 
-öris): Vorgänger; Amtsvorfahr; Vorweser. 
TSus, m. I§ 24, 41: Voraus-, Vorwegnahme 
(s. Anticlpation): In a-um, zum Voraus, auf Ab- 
schlag. — Antecip 2c.: s. Anticip 2c.— Inteeön- 
ium (lat.), n., —# -len [8 24, 2, u.]: ein Essen 
vor der coena (s. d.) od. Hauptmahlzeit. — 
Antedatièren, tr.: unter ein Schriftstück ein 
früheres Datum (s. d.) als das wirkliche der 
Ausstellung setzen, wie rostdatieren ein spätres 
(bei Einigen grade umgekehrt, s. datieren 1). — 
Antediluviän-er (nlat.), m., —s; uv.: ante- 
diluvianische Wesen, nam. Menschen. Tisch, a.: 
älter als das Diluvium (s. d.), vorsinfiuthlich: 
Einen vorsünrfluthigen (a-en) Menschen. 3p. (Wacher- 
nagel 4, 9009). (Ant #dlluvlanisch. Kohl Sürr. 2, 71). 
— Antefir-a (lat.), f. 824, 1); -um, u., ; -e 
[8 24, 2, n.: aufrechtstehnde verzierte Schlußziegel; 
Stirnziegel (vgl. Akreterien): A-e in Palmettenform. 
Overbeck Pomp. 1, 244; Eine Zierde der Säulen- 
höfe bestand .. in Umzinnung der Offnung mit thöner- 
nen Platten (Antefixe) in Form v. Palmetten, Rosetten u. 
andern Figuren. Weiß Kost. 1,1182.— Antehac (lat.), 
adv.: vordem: Utia. lwie vor Zeiten], auf rie alte Hack, 
v. Kronz Callenbach 2c. — Antejustinianeisch, a.: vor- 
justinianisch (s. d.), nam.: A-es Recht. — Inte- 
rämera (nlat.), f.; — I§8 24, 11: Vorzimmer 
(s. Antichambre): Wie sie v. einer A.| zur andern mich 
herumgeschleppt. Sch. 333a. — Intekomitialhon-- 
vent, m., —(e); —e: Dem Ake, d. h. der Vorver- 
fammlung der ständischen Deputierten lin Meklenburgl. 
Nat3. 20, 514. — Antecürf-or (lat.), m., —; 
ören [8 24, 3, öris]: Vorläufer, z. B. (Mz.) 
Vortruppen 2c.; Ez. nam. (wie gr. Prödromos): 
Johannes d. Täufer als Vorläufer Christi. — 
Antelögi-um (lat.-gr.), n., —## zenIJ## 24, 2, u.: 
Prolog. — Intelöpe: s. Antilope. — Intelöqui- 
um (lat.), n., —; -en (§ 24, 2, n.): Vorrede, 
Vorwort. — Ihntelucän (lat.), eisch, a.: vor 
Tagsanbruch geschehnd. — Intemeridiantisch) 
(lat.), a.: vormittägig. — Antemst-icum (gr.), 
n., —; -icals 24, 2, n.): Mittel gegens Erbrechen. 
Zisch, a.: Erbrechen stillend.—F#Antemundän (lat.), 
a.: vorweltlich. — Anten: s. Ante 2. — Anlen- 
ägium (mlat.), n., —#; -Sglen [8 21, 2, n.): 
Erstgeburt. -ät, m., —en; -en: Erstgeborner; 
Ahne, Vorfahr. — Antenantiofs-e (gr.), f.; —n; 
Zis, f. [8 24, 3, uv.]: Bez. eines Begriffs durch 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Anthämorrhagicum 65 
Verneinung des Gegentheils. — Antendekris 
(gr.), f. I§8 24, 31: Contraindieatio (s. d.). — 
Antenna (lat.), f. 18 24, 11: Antenne. aria, 
f. [8 24, 1!: Name von Pfl., eine Gatt. Pilze 
(Bersten-Volz) u. eine Art Ruhrkraut. -ärius, m. 
[8 24, 21: Krötenfisch. e, f.; —n: (Schif.) 
Nah (gr. Keraia); (Naturgesch.) Fühlborn. 
Tiförm, a.: fühlhornförmig. -iger, m. 18 21, 
2, J|: Fühlerwürmer (die vollkommensten der 
Ringelwürmer). — Antenuptial (lat.), a.: vor 
der Hochzeit geschehn 7c. — Anteorcupalion 
(lat.), f.; —en: Vorwegnahme u. Widerlegung 
der etwa vom Gegner zu machenden Einwürfe. — 
Antepagment (lat.), n., —eys; —.; Tum, n., 
-s; a s8 24, 2, n.]): s. Antefirum. Overdeck Pomp. 
1, 266. — Antepenültima (lat.), k. [8 24, 11: 
die Silbe vor der Penultima (s. d.);: die drittletzte 
Silbe eines Worts. — Iitephiält-icum (gr.), 
n., —;-ica [8 24, 2, n.]: Mittel gegen Alp- 
drücken. isch, a.: gegen Alpdrücken dienend. 
— Antepilépt-icum (gr.), n., —#; -ica (§ 24, 
2, n.): Mittel gegen Epilepsie. -isch, a.: gegen 
Epilepsie dienend. — Intepirrhema Igr., § 24, 
3, n., tis!: im altgriech. Drama die dem 
Epirrbema (s. d.) — wie der Strophe die 
Antistrophe — entsprechenden Verse, vgl. auch bei 
G. 2, 296 A. zu dem Epirrhema. 293. — ISintepo- 
nièren (lat.), tr.: voranstellen, vorziehn. sition, 
f.; -en: Anteponierung. — Inter-Eisis (gr.), f. 
[8 24, 3, uv.]): das Gegenstemmen. eidion, 
Tidium, n., -6; -idĩen 1824, 2, n.]: Strebepfeiler. 
— Anteri, n., —8: —8: Das Oberkleid lder Tür- 
kinnen] A. ist im Schnitt wie ein Dolman, aber v. Seide 
od. anderm seinen Zeuge. Gerhard W. 2, 249 (auch 
Antari), s. Jelek. — Intéri-or (lat.), a. [8 24, 
3, öris]: früher; auch subst.: Die A-es, Vorfahren. 
orität, f.; 0: Priorität. — Anterluwt (walis.), 
n.: Art Schauspiel, s. Interlure. — Anter-os 
(gr.), m. [8 24, 3, -ötis): Man hat dem Amor od. 
Eros noch einen Bruder, den A., zugesellt. Beide be- 
deuten Liebe u. Gegenliebe. Ramter Myth. 69; W. 23, 
285 (urspr.: der Rächer verschmähter Liebe). 
Söticum [8 24, 2, u.]): anterotisches Mittel. 
-ötisch, a.: gegen Liebesbrunst od. Geilheit die- 
nend. — Antestalure (frz., angt'statür), f.; —#, —n: 
eilig aufgeworfne Verschanzung. — Antest-ation 
(lat.), f.; —en: Antestierung. -ikren, tr.: Einen 
zum Zeugen anrufen. — Intevangklisch, a.: 
dem Evangelium zuwider seind, laufend 2c. — 
Intevenkkren, intr. (sein): zuvorkommen. — 
Anteversion (lat.), k.; -en: (Arzn.) Vorwärts- 
beugung der Gebärmutter. — Antevolnte, k.; 
—n : Gegenlinie der Evolute (s. d.): Wenn man 
sich für eine Kurve alle Krümmungshalbmesser gezogen 
denkt u. zugleich deren Verlängrungen um die eigne 
Größe nach der entgegengesetzten Seite der Kurve, so 
bilden die Endpunkte der Krümmungshalbmesser die Evo- 
lute, die der Verlängrungen die A. — Anthal 
(ungar.), m., —#; uv.: ein Weinmaß, Eimer. — 
IAnthämorrh-ägieum (gr.), n., —8; ca (§ 24, 
r-
        <pb n="82" />
        66 Anlhämorrhagisch 
2, n.]: anthämorrhagisches Mittel. -ãgisch, 8.: 
gegen Bluifluß dienend; blutstillend. - oddälisch, 
a.: gegen Hämorrhoiden (s. d.) dienend. — 
Inlhéhl-icum (gr.), n., —; -ica I§ 24, 2, 
Mn. ):; anthektisches Mittel. isch, a.: gegen 
Hektik (s. d.) dienend. — Intheli-on (griech.), 
—- Um, u., —; -zen [8 24, 2, n.I: Gegen- 
sonne (s. Parhelion). — IUnth-elir (gr.), f. 
1§J 24, 3, licis): Gegenleiste des äußern Ohrs, 
s. Helir. — Aulhelminth-icum (gr.), n., —S#; 
-iea [8 24, 2, u.]: anthelminthisches Mittel. 
Sisch, a.: gegen (Eingeweide-) Würmer die- 
nend. — Anthem (gr.), n., —(ey8; —e; (engl. 
ä#nthem), n., —s; —: Weihgesang (vgl. Anti- 
phona): Unter den Abschledsklängen des National- 
A-s. Rodenberg Sündfl. 1, 43; al-#lg. 21, 45. 
— Anlh-emide (gr.), f.; -In: ein Pstanzen- 
geschlecht (s. Anthemis). -mion, mium, n., 
—; zemlen [§ 24, 2, n.]: Schnörkel an Siulen 
(s. Volute). emis, f. I§ 24, 3, Smidis): Pflan- 
zenn., nam. A. nöbjlis, röm. Kamille 2c. re, 
f.; —In: (Bot.) Staubbeutel. ericum /§ 24, 
2. u.]: Zaunlilie. sis, f. [§ 24, 3, uv.): Blüthe, 
Blüthezeit (vgl. Flor). -eslẽria, ester##en, pl.: 
ein Ztägiges Barchusfest vom 11—13ten Antheste- 
rion. eerion, m., —s; 0: „Blumenmonat"“: 
Die 12 Monate des attischen Jahrs (abwechselnd, v. 30 
u. 29 Tagen) hießen: Hekatombäon lEnde Junis u. 
Anfang Julis umfassend]); Metagsttnion; Boedrômion; 
Maimakterion; Pyanepsion; Poseideon; Gamelion; A.; 
Elaphebölion; Munhchion; Thargslion; Skirophörion. 
Alle 3 JZahr war ein Schaltjahr mit einem doppelten 
lechsten Monat, dem ersten Poseideon (s. o.) v. 290 
Tagen u. einem zwesten v. 30 2c.; Zu Ende des ver- 
wichenen A-8. w. 23, 230. ias, m. I§ 24, 11: 
„Blumenfisch“ (s. Ohen 6, 256), heute Name ver- 
schiedner Fische, z. B.: A. formösus; A. japönicus 
2c. obolesis, f. [8 24, 3, uv.]; obolie, f.; 
—en: das Blumenstrenen, zu festl. Empfang re. 
Sodium, n., —#; -ödlen [8 24, 2, u.]): Blüthen- 
decke, der gemeinsame Kelch zusammen gesetzter 
Blumen. ographir, f.; —(eyn: Blumenschrift, 
Mitkheilung mittels der s. g. Blumensprache. 
okoplogräphih, f.; 0: die Kunst, Blumen aus 
Papier 2c. auszuschneiden. -olith) m., -e)s, 
—en; —-e, -en: „Blumenstein“, Versteinrung von 
Blüthen, s. Antholhpolith. — IAnlhölha (gr.), 
pl.: Gegengewichte. — Intholög (gr.), m., 
en, —6; —en: Verfasser einer Anthologic. Schad 1, 
301 „. E) f.; -(ehn: „Blumenlese“, eine 
Sammlung vorzüglicher Erzeugnisse der Literatur, 
nam. v. Gedichten: Die Epigramme der griech. A. 2c. 
(vgl. Florileginm). -ist, m., -en, —# -en: Vf., 
Herausgeber einer Anthologie. Sch. Göd. 2, 385. 
Tium, m., —8; -len [8 21, 2, n.): Mesbuch der 
griech. Kirche (vgl. Missale). — Ankhomolog-esis. 
(gr.), f. [824, 3. uv.]); . f.; —(ehn: gegenseiti- 
ges Versprechen, Ubereinkommen.—IntcihophKll- 
en (griech.), pl.: Mutternelfen, die Früchte 
der Gewürznäglein. —I, m., —en; -en: Art 
Anthropolatrie 
Hornblende. — Anthorism-os, -us (gr.), ma 
uv.; -en [8 24, 21: Gegenbestimmung; entgegen- 
gestellte Definition. — Anlh-os (gr.), n., uv.; 
-en: Blume, Blüthe; Blumen als Redeschmuck; 
Ausschlag im Gesicht 2c. Ssmias, m., uv.; 0: 
Wein mit feiner „Blume“ (vgl. Bouquct). otg- 
polith, m., —-(e)s, —en; —-#e, —n: Stein mit Ab- 
drücken v. Blüthen (vgl. Antholith). ozöon, n., 
—8; zozöa, zozöen: „Blumenthier“, eine Gruppe 
der Polypen (vgl. Aktinie). Durmeiller Gsch. 370. — 
IAnthr-a##t ahit (gr.-lat.), m., —(e)s; -e: 
Art natürlicher Kohle, äußerl. der Steinkoble 
ähnl., aber ohne Flamme brennend, Kohlenblende, 
Glanzkohle: A.-Asche; Gebirge; Lager 2c. ahö- 
hali, n., —s: 0: Mittel aus Atzkali u. Stein- 
kohlen gegen Flechten. akolilh (Oken 1, 233), 
ahonft (fKarmarsch 2, 335; 328), m., —e); -e: 
durch Kohle schwarz gefärbte Abaͤndrung des dichlen 
Kalksteins, Lukullan. -ahometer, m., n., —; 
uv. : Vorrichtung zur Bestimmung des Kehlen- 
säuregehalts der atmosphärischen Luft re. (vgl. 
Eudiomster). akose, f.; —; -akofis, f. 8324, 31: 
Verkohlung; das Brandigwerden von Körper- 
theilen c. -akotherium, n., — ; zafethersen 
1§ 24, 2, n.]: „Kohlenthier“, ein fossiles schweine- 
artiges Thier. -ar, m. I§ 24, 3, acis): Kohle; 
ein fressendes, brandiges Geschwür (s. Karbunkel); 
die Mohrenfliege (A. mörio) 2c. —azöthion, n., 
—8; 0: A., A.-Säure, eine Verbindung v. Blau- 
säure u. Schwefel. — Anthröp-areshie (gr.), 
f.; —eyn: Menschengefallsucht. —iätrik, f.; —en: 
Menschen= (Ggstz: Thier.) Heilkunde. #nisch, 
Zisch, a.: den Menschen betreffend. -ismus, m., 
uv.; O: Menschenthum. oborus, m. s824, 21: 
Anthropophag. ochemte, k.; —eyn: Chemie in 
Bezug auf den menschl. Körper (vgl. Zoochemie). 
Lodämon, m., -6; önen: ein Dämon (s. d.) in 
Menschengestalt od. ein Mensch als Dämon (vgl. 
Heros), auch: Das Menschengeschlecht als cine fort- 
dauernde Person betrachtet, der unsterbl. A. Mensch. W. 
22, 395. Jodidaktisch, a.: von Menschen gelebrt 
(im Ggstz göttlicher Offenbarung 2c.). ogen'e: s. 
Antbrepogonie. oglössa, f. [8 24, 1): „Menschen= 
zunge“ in Orgeln, s. Vox humana. oglöph, m., 
—en, —#; -eln): Gestein, das Ahnlichk. mit menschl. 
Körpern od. Körpertheilen bat. ognos'e, k.; 
—(eyn: Menschen-Kenntnis,-Kunde. -ognöst, m., 
—en, —#; -en: Menschen-Kenner, -Kundiger. 
Togonfs, f.; —+e)n: Entstehungsgeschichte des Men- 
schen. Simroc Myth. 16. -ogräph, m.,en, —#:en: 
ein der Ankhropographie Kundiger. -ographse, f.; 
eyn: Aschreibung des menschlichen Körpers. 
-ohistorĩẽ, f.; —eyn: Geschichte der Entwicklung 
des Menschengeschlechts. -od: 1) a.: Die ihm 
ldem Menschen] zunächst stehenden a-en (. menschenähn- 
lichen?) Vierbänder. Büchner Mensch. 305. — 2) m., 
—en, —#; Sen:; ein menschenähnt. Wesen, Geschöpf: 
Nachdem sie den ersten Affen gelörtet hatten, ule wieder 
ihr Rohr auf einen A“-en zu richten. Ausld. 38, 10 18b. 
Solalric, f.; +Xeyn: Menschenanbetung. olal=
        <pb n="83" />
        Anlhropolepsse 
risch, a.: auf Anthropolatrie beruhnd 2c. -olepfik, 
f.; —eyn: Parteilichk. nach Ansehn der Person. 
olith, m., -#en, —e)s;eln);: fossile Menscheureste: 
Sämmtliche bisberige A-en haben sich als Pseudo-A“-en 
erwiesen ꝛc. -olög, m., —en, —; —n : Kenner der 
Anthropologie. ologie, f.; —eyn: Lehre v. der 
Kenntnis des Menschen, systematisch abgefasst; 
Menschennaturlehre. olögisch, a.: zur Anthro= 
pologie gehörig 2c. -ologismus, m., uv.; 0: 
Lehre, die über die menschl. Vernunst nichts Höhe- 
res anerkennt. -omantie, f.; —e)n: Weissagung 
aus menschl. Eingeweiden. ometrié, f.; -eyn: 
Lehre von den Manverhältnissen der Glieder des 
menschl. Körpers. Jomörph, a.: menschliche Ge- 
stalt habend 2c. (s. a-#isch): Dle #ag-en Affen. Glodus 
9, 28b; substant.: A-on, n., —; A-a, A-en (ogl. 
Anthropo--id, gloypb), z. B. auch: Sklaven, die 
weil ihnen nicht erlaubt ist, Menschen zu sein, die ver- 
derbteste, schamloseste Klasse der A-en ausmachen 
Diese so tief herabgewürdigten Halbmenschen. W. 18, 
297; Die werthlosesten A-a, die auf ihre bürgerl. Un- 
bescholtenheit trotzen dürfen. 33, 5 3 2c. Jomörphisch, 
a.: anthropomorrh re., nam. auch v. der ver- 
menschlichenden Darstellung Gottes 2c. (vgl. therio- 
morphisch). omorphism, m., uv., -en; -en: 
anthropomorphische Darstellung: Der Sinn u. das 
Bestreben der Griechen ist, den Menschen zu vergöttern, 
nicht die Gottheit zu vermenschen. Hier ist ein Theomor= 
phism, kein A. G. 31, 275 1c.; häufiger: A-us. 
Somorphist, c-omorphit, m., —#n, —6; T#Pn: ein 
dem Anthropomorphismus Huldigender. omor- 
phistisch, a.: auf Anthropomorphism beruhnd r. 
Somorphologie, f.; —(ehn: die Lehre von der 
menschl. Gestalt (Theil der Anatomie 2c.). Jomor- 
phöse, f.; —m: Anthropomorphism. omorpho- 
sieren, tr.: anthropomorphisch darstellen; Gott 
„vermenschen“. onomieé, f.; —e)n: Lehre v. den 
Gesetzen, die dem menschl. Leben zu Grunde liegen. 
opathié, f.; —(eyn: die Dar= od. Vorstellung 
(Gottes) mit menschl. Leidenschaften u. Empfin= 
dungen (vgl. Antbrepomorphism). opäthisch, a.: 
der Anthropopathie (lod. dem Anthropopathis- 
mus) gemäß. Jophäg, m., —en; —en: Menschen- 
freffer (s. Kannibale). -ophagke, f.; 0: Kanniba- 
lismus: Mehr Menschen vertilgt als die A. aller Kan- 
nibalen. Globus 4, 222b; Koner Afr. 35. Jophägisch, 
a.: menschenfressend. ophobke, f.; 0: Menschen- 
Furcht, = Scheu. opithehologie, f.; —(yn: 
Affenmensch-Theorie; die Lehre, daß der Mensch 
vom Affen stamme. Dazu: Anthropopitheko= 
159, m., —en, —;; —en: Anhänger dieser Theorie; 
Tilch, a.: auf diese Theorie bezüglich, ihr gemäß re. 
oplastik, f.; 0: Plastik in Bezug auf menschliche 
Körper. os, m.: Mensch: Kat' A-on, s. Aletheia; 
Homo. Joskopié, f.; —(eyn: Physiognomik. 
osomatologie, f.; —(e)n: s. Somatologie. 
Sosophié, f.; —eyn: philosophische Anthropo- 
logie. otheism, m., —en; —en: A., A-us, Men- 
schenvergöttrung; die Lehre von der Identitit 
des Göttlichen und Menschlichen. DMes. 17, 
2, 464 (vgl. Pantheismus; Autotheismus). othek, 
Intiadiaphorist 67 
f.; —en: Ruhmeshalle für verdienstliche Men- 
schen. otheologie, f.; 0: die Erkennmis 
Gottes aus Betrachtung des Menschen (vgl. Physi- 
kotheologie). -olherapke, f.; —eyn: s. Therarie. 
SLotherik, f.; -(ehn: Jagd auf Menschen. -othp#is, 
f.; —(ehn: Menschenopfer. -otomik, k.; -ce)n: 
Anatomie (s. d.) des menschlichen Körpers. — 
Anthusa (gr.), f.; —; 0: „die Blühnde“, Bei- 
name Rom's: A-s Höhnn. ihre Göttermonumente. 
Aauhison 234. — Anthpydrophöb-ieum (gr.), 
n.s6; -ica [§ 24, 2, n.]): anthyrrophobisches 
Mittel. isch, a.: gegen Hydrophobie (s. d.) 
dienend. — Inlhpdröp-ieum (gr.), n., —S; 
eiea [8 24, 2, n. J: anthydropisches Mittel. 
Sisch, a.: gegen Hydropfie (s. d.) dienend. — 
IAnthppällage (griech.), f.; —n: gegenseitige 
Anstauschung; (Gramm.) Kasusvertauschung. — 
Inthbpatos (gr.), m. [8 24, 21: — (lat.) Pro- 
confsul. — IntLh)pphäresis (gr.), f. [8 24, 3, 
uv. : gegenseitige Entwendung. — Inthppnot- 
icum (gr.), n., —6; -iea [8 24, 2, n.]: anthy- 
pnotisches Mittel. -isch, a.: schlafvertreibend. 
— Anthppochondriacz#us (griech.), a.: gegen 
Hypochondrie dienend, auch m.: Lustigmacher 2c.; 
und n.: Arum, Mittel gegen Hypochondrie. — 
Inthppöphora (griech.), f. [8 24, 11: Wider- 
legung eines Einwands od. einer Hypophora. — 
Inthpster-icum (gr.), n., —#; -ica [8 24, 2, 
n.]: anthysterisches Mittel. isch, a.: gegen 
Hysterie (s. d.) dienend. — Anti (gr.), präp. u. 
Vors. (vgl. deutsch ant-, ent-) m. der Bed. gegen, 
wider, in unzähligen gr. Zsstgn (s. d. Folg.) — 
wobei vor einem Vokal mit od. ohne Hauch (d. i. H) 
das i der Vorsilbe meist fortfällt; nach Analogie 
auch z. B.: A. freischärlerisch gesinnt. Kohl Alp. 1, 
272; A.-erbländisch gesinnt. Monoisbl. 133b; A.-geist- 
liche Propaganda. 2, 232b; A.-englisch. Nodenberg Ins. 
Heil. 2, 228; Ein streng kalrinistisches ., a. römisches 
Aussehen. 226; Diese A.-Römer, die nur für Quin- 
quennien bauen. Kohl Pet. 1, 21 sdie Rufsen, im 
Ggstz der gleichsam für die Ewigkeit baunden 
Römer]; A.-Pärstlinge. Salon 1, 606; A.-Ovid. W. 
25, 215, Titel eines Gerichts als Ggstz zu Ovid's 
Liebeskunst; Der A.-Porcius, der weichliche Hedön. 
132, als Ggstz zu dem strengen Mareus Poreins 
Cato; Anti. Cato. 3, 239; A.-Strepsiades. 13, 39; 
Ein eifriger A.-Pompekaner. HB. 2, 228 2c., Gegner 
der pompejanischen Partei, s. nam. auch: Der 
Barbar, dessen A. zu seln 2e. 5. 11, 517 (vogl. 
Antibarbar) 2c. u. vgl. die Zsstzgn im Voran- 
gehnden u. Nachfolgenden. Vrsch. davon ist ein 
aus lat. ante hervorgegangnes A. in einigen lat. 
u. frz. Wörtern (s. Anti-eipieren; cchambre; Hiluvia- 
nisch 2). — Inti-a 2c.: s. Ant-a 2c., ferner z. B.: 
Intiabolitionist (gr.-lat.), m., -en, —S: -en: 
Gegner der Abolitionisten (s. d.). — Intfad-es 
(gr.), pl.: Halsdrüsen, die s. g. Mandeln (s. 
Amphibranchia). -itis, f. [8 24, 3, uv.]): Hals- 
drüsenentzündung. — Intiadiaphorist (gr.), m., 
—en, —#; -en: Gegner der Adiaphoristen (s. d.). — 
8*
        <pb n="84" />
        68 Intiadoncus 
Anliadöncus (gr.), m. I§ 24, 21: Anschwellung 
der Antiades (s. d.). — Ankiannexionistisch, a.: 
s. Annerionist. — Ankiankik (gr.-lat.), a.: dem 
Antiken (s. d.) entgegengesetzt: Die franz. Srrache, 
ihrem a-en Charakter nach. Gervinus Hist. 7, 222. — 
Antiar, m., -s6; —6: Giftbaum in Ostindien 
(s. Upas), Antfaris toxicãria. #Iin, n., (e)s; 
0: Das A. ist der Bilterstoff des Antiarbaums, mit dessen 
Safte die Indlaner ihre Pfeile vergiften. Hirzel Ch. 126. 
— Antiaristokräl, m., -en, —#;en: Aristokraten- 
gegner. isch, a.: die Aristokratle bekämpfend. 
— Inti--a 2c.: s. vorstehnd u. Ant-a ꝛe. — Anli- 
bacchtus (gr.), m., uv.; zen (§ 24, 2]: ein 
Versfuß —-, auch Palimbacchius, als Gagstz od. 
Umkehrung des Bacchius (——). — Antiballömena 
(gr.), pl.: Arzneimittel v. ähnl. Wirkung, die sich 
einander substituieren lassen. — Intibärbarus 
(gr.), m. [8 24, 21: das Anti (s. d.) v. Barbar 
(s. d.), nam. in Bezug auf Sprachreinheit, zumal 
als Titel v. Büchern zur Bekämpfung v. Barba- 
rismen (s. d.). — Anlibasis (gr.), f. [8 24, 3, 
uv.]: das Entgegenschreiten, Widerstand. — 
Anlibiäner (srz. Angt-), m., —6; uv.: Soldat 
aus der Legion v. Antibes lspr. Angtib, Stadt im 
Departement Varl. U#rz. 20, 504 r2. — Anli- 
bork-isch (gr.), a.: nach Norden gerichtet. -um 
[&amp; 24, 2, n.]: antiboreische Sonnenuhr. — 
Inlibread 2c.; s. Anticornlaw 2c. — Intibülla 
(griech. -iatein.), f. [S 24, 1): Gegenbulle, 
Bulle eines Gegenpapstes. — Inlicenkralislisch 
(gr.-lat.), a.: die Centralisation bekämpfend. 
Mag. d. Ausl. 34, 427b. — Intichambree (frz. 
angtischängbr), f.; —6, uv.: Vorzimmer eines 
Großen, wo die bei ihm Einzuführenden warten#c. 
(s. Ante-, it.: Antz-camera): Eine Musik, die nur bis 
ins Ohr, dieses Vorzimmer des Herzens gelangt u., wie 
Alles, was sich in A-n aufbält, zwar geschmeidig ist u. 
angenehm, aber auch flach. Börne 5, 217; G. 4, 5 1 rc.; 
Das „Antischambervolk“". Hamb. Th. 2, 12 1 2c. ren, 
intr. (haben): im Vorzimmer sein, warten; den 
Großen sorgfältig seine Aufwarkung machen. — 
Anlichlor, n.t, —#s; 0: (Chem.) unterschweflig- 
saures Natron, womit man aus gebleichten Waaren 
die letzten Spuren Chlor entfernt, s. Meyher Konv.= 
Ler. 5, 768b. — Inlicholer-icum (gr.), n., -6; 
ica [8 24, 2, n.]: anticholerisches Mittel. 
Tisch, a.: gegen Cholera dienend. — Anli- 
chörad-icum (gr.), n., —##; -zica [8 24, 2, n. 1: 
antichöradisches Mittel. -isch, a.:: gegen den 
Kropf dienend. — AInlichr-ese (griech.), f.; 
—n ; -esis, f. [8 24, 3, uv.]): Verpfändung des 
Nießbrauchs. elice, adv.; -ticus, -Elisch, a.: 
unter Hingabe eines Pfands. dessen Nießbrauch der 
Pfandinhaber hat. — Anlichrift (gr. —krist), m., 
—s, uv. ; —, -en: der Widerchrist (s. d.): Schalt 
der Lutherische: der Papst ist der A., schalt der Katho- 
lische: Luther ist der Wirerchrist. Hebel 3, 170; 5. N. 
7, 307; W. 20, 189 2c.; So bleibt des „Antchrists“. 
Denais Jesuiterl. 29 2c.; Der Antechrist. Herrig 10, 
377 2c.; Den Entechristen. 383 2c.; Der Endchrist. 
Anlidorum 
Uhland V. 929; Luther 5, 535a cc.; Der Endechrist 
muß endechristisch sich halten. 6, 91a; 121b; 8, 14a; 
2 Sa e. -enkthum, n., —e)s; 0: das Wesen u. 
Thun des Antichrists. Eichendorf Gsch Dr. 79 2e. 
-ianismus, m. [8 24, 21: Bekämpfung des 
Christenthums 2c. Tisch, a.: dem Wesen des Anti- 
christs gemäß. Lischart B. ba; Immermann M. 2, 289; 
Seine [Mahomed's] teuflische, a-keMenschenlehre. Luiher 
8, 263b rc. (vgl.: Endechristische Trügerei. 1, 420b; 
30 la; Ant echrlftisch. Herrig 10, 349 2c.). -ich, a.: 
dem Christlichen entgegengesetzt, feindlich. — 
Enlichron-ism (gr.), m., uv., —en; —en; 
-ismus, m., uv.; -ismen [8 24, 21: Gebrauch 
eines Tempus st. eines andern; auch = Anachro- 
nism. -istisch, a.: auf einem Antichronism be- 
ruhnd. — Antichth-on (gr.), m., —#, önen; 
önen [8 24, 3, önis]: Antipode. — UInlicip- 
ando (lat.), adv.: antieipierend: A.- (Voraus.] 
Zahlungen. Nai3. 21, 100 2c. aliön, f.; —#n : 
Antieipierung: A. eines zukünfeigen Stanres. W. 36, 5; 
Prolepsis, eine A. G. 36, 58; 40, 158 ff.; Da der Dich- 
ter durch A. die Welt vorwegnimmt. 27, 5 c.; Die vor- 
handenen Zettel [Papiergeld] hatten allen Werth ver- 
loren (im Z. 1811); man erwartete die neuen s. g. 
A—-s-Scheine. 286. ren, tr.: vorweg, vorgreifend 
nehmen, genießen 2c., auch: Das ante eipierte Er- 
kennen. fallmerayer GsSchr. 2, 392c. — Ankicsoisch 
(gr.--lat.), a.: gegen die Bürgerpslicht verstoßend. 
ismus, m., uv.; ismen: antieivisches Thun, Be- 
nehmen. — Intse-gra (gr.), f. (n., —8); —, 
-yren (-Fren): Name v. Ortschaften mit vieler (bei 
den Alten als Heilmittel gegen Wahnsinn ange- 
wandter) Nieswurz: Eln Korf.. den 3 Antichren 
nicht heilen könnten. W. HB. 2, 228 (u. Anm.), 
vgl.: Von 3 Annkyren wird, wer Dies glaubt, nicht 
heil. w. 25, 42; Das wahre tribus AntieFris insa- 
näbile cäput des Horaz. 17, 120; 181 (Tribus Anti- 
cyxris caput insanäbile, im Vers). — Antidaktplus 
(gr.), m. [8 24, 2): Anapäst (s. d.), als Gegen- 
fuß des Daktylus (s. d.). — Antidämon-ismus, 
m., uv.; 0: der dem Dimonismus entgegengesetzte 
Glaube. ist, m., -en; —en: Anhänger des Anti- 
dämonismus, naw. Teufelsleugner. — Inti- 
dartrisch (gr.-frz.): gegen Flechten dienend. — 
Iuli-dak'#eren: s. ante· d. ie. — IAntidemagogisch 
(gr.), a.: demagogenfeindl. DVier#tel). 39, 357. — 
Intidiäresis (gr.), k. [8 21, 3, uv.]: Gegen-, 
Unterabtheilung. — Inlidiälet-ih (gr.), k.; 
—en: eine der — od. einer gewissen — Diätetik 
entgegengesetzte Lebensordnung. IP. Wahrb. 4. 139. 
eisch, a.: der Antidiätetik gemäß. — Antidiegel-e 
(gr.), f.; —: eis, f. [I§ 21, 3, uv.): Gegen- 
Bericht, -Erzählung (wie der Gegner die Sache 
vorträgt). — Antidih--asfe (gr.), f.; —yn: 
Rechtsstreit. —os, us, m. [8 21, 2): Gegner vor 
Gericht. — AInlidiluvianisch: s. anter 2c. — 
Antidin-itum (gr.), n., —6; eica I§ 24, 2, n.1: 
antidinisches Miltel (auch: Dinieum). Iisch, 
a.: gegen Schwindel dienend. — Uulidör-on 
(griech.), -um, n., —; -à 18 21, 2, u.l: 
Gegengeschenk; in der griechischen Kirche das ge-
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        Antidot 
weihete Brot. — Intid-öt (gr.), n., —eys; *: 
„Gegengift“; Gegen-, Heilmittel. — otärisch, 
a.: als Antidot dienend. -otärium, n., —; 
otärken (§ 24, 2, n.): Buch von den Antidoten; 
Pharmakopöe. oto (it.), n., —#; zoti: Antidot: 
Als wahres A. d'amor. Jahn Mcz. 4, 491. oton, 
-otum, n., —; -a [8 24, 2, n.]: Antidot. — 
Intidramätisch (gr.), a.: s. undramatisch. — 
Antidpnastisch (gr.), a.: kynasten= od. dynastie- 
feindl. Aai3. 20, 176.— Antidpf#nter-icum (gr.), 
n., —;-iea s 24, 2, n. ]: antidysenterisches Mittel. 
Silsch, a.: gegen Dysenterie (s. d.) dienend. — 
Iinti-e 2c.: z. B.: Das ist der echte. Anti-esprit. 
Ii. E.] de corps. #Kohl Par. 1, 23; ferner s. Ant.e 2c., 
z. B.: emẽtitum; eenrkiris; -ephiält; zepileplicum; 
-epirrhema: ersts; evangklisch; „evolüte. — Inti- 
Cnne (frz.), f.; —: s. Antirhona. — Intifanätisch 
(gr.-lat.), a.: den Fanatismus bekämpfend. — 
TAnltifebril#e (gr.-lat.), n., —6; -ken [8 24, 3, 
n., Mz. -ia]: antifebrilisches Mittel. isch, a.: 
gegens Fieber diensam, s. antiryretisch. — Anti- 
federalist, m., —n; —en, —#: s. Fereralist. — 
Intigo (span.), a.: alt, s. Ggstz nuero. — 
Antigör-it, m., e)s; —+: Art Serven- 
tin (nach dem Val d'Antigeria, Thal in Wallis). 
ium, n., —#6; 0: Art Töpferglafur. — Intigr- 
äph (gr.), m., —en, —#; —en: Gegenschreiber, 
Kontroleur. -aphon, -aphum, n., „s; zapha 
1&amp; 24, 2, u.): Gegen-, Abschrift; Abrruck. — 
Intigräv (gr.-lat.), a.: der Schwerkraft entgegen- 
wirkend: Zurem haben diese Purven den Vortheil, daß 
sie a. sind. Von der Trägheit der Materie, dieser dem 
Tanz entgegenstrebendsten aller Eigenschaften, wissen sie 
Nichts. Häleit Bül. 2182c. — Antih 2c.: s. Anthee 2c., 
yc., auch z. B.: Anti--hierärchisch. Gutzkow 
3. 4. 79, feindlich gegen die Hierarchie u#. — 
Intiinokulist, m.,—-en, —#; -en: Gegner der In- 
okulation od. Blatternimpfung. — Antik (lat.), 
a.: alterthümlich; aus dem Alterthum stammend, 
ihm gemäß; alterhaft (s. Ant-ike, ico, ique 2c.); 
Diesen Pleonaemus alt- a. Kohl Irl. 1, 245; Ur-a. 
142 12c.; Vollkommen un- a. gedacht. Stahr Jahr. 1, 
311 1c.; Die A.-Bronze (grüne Patine), d. h. der 
aus kohlenfaurem Kupfereryre bestehende dichte, grüne 
Rost, welcher die a-en bronzenen Kunstwerke auszeichnet. 
Karmarsch M. 1, 466 ꝛc. — UIntlikachckt-icum 
(gr.), n., —6; -iea [8 24, 2, n.]: antikachekti- 
sches Mittel. -isch, a.: gegen Kacherie dienend. 
— Antiragli-a (it. antikilja), f.; —s, zen: 
kleine (werthlose) Antike; nam. in Mz.: alter 
Plunder, Gerümpel 2c. (frz. antiquaille). — 
Inticämera, f.; —8: s. Antichambre. — Inti- 
hankr- ös (gr.-lat.), a.: gegen den Krebstscharen) 
dienend. -ösum, n., —#: zösa [8 24, 2, n.]:: 
antikankröses Mittel. — Anlikärdi-on (gr.), 
um, n., —6; zen s8 24, 2, n.]: Herzgrube. — 
Intikari- ös (gr.-lat.), a.: gegen Knochenfraß 
dienend. -öfum, n., —: -öfa [8 24, 2, n.]: 
antikariöses Mittel. — Intihatarrhäl-e (gr.), 
n., -8; zken (§ 24, 3, n., -is, MzZ. iaf: anti- 
katarrhalisches Mittel. -isch, a.: gegen Katarrh 
IAnticornlaw-league 
69 
d.) diensam. — Anlikategorik (griech.), 
TAeyn: Gegenanklage. — Antikathötisch 
r.), a.: den Katholieismus bekämpfend. — 
Intikal-Höticum (griech.), n., —#; ka [8 24, 
2, n. ): antikaufotisches Mittel. otisch, a.: 
gegen hitzige Fieber dienend. -irum, n., —8; 
ka: [8 24, 2, n.): antikaustisches Mittel. -stisch, 
a.: gegen ätzende Schärfen diensam. — Intik-e, 
f.; —n: antikes Kunsiwerk; antike Kunst: Flecken, 
die sich an dieser vormefflichen A. [Homer's Ge- 
dicht) finden. d. 138a; Die Vollkommenbeit unsrer 
besten A—n. Htinst A. 2, 22; Als zu Ansang dieses 
Jahrhunderts die A. wieder modern wurre. Ual-. 
20, 433; Platen 2, 292; Darstellungen nach der A. 
fchlegel Luc. 145 2c.; A-n-Gemmen-Abrrücke. G. 24, 
103; A—-u-Gallerie, -Kabinett, = Saal, -Sammlung 2c.; 
Im Gemälde, das zwar der A-n-Narr nicht gewahr 
wird, aber der Freund der A. um so mebr fuhlt. HF. 11, 
285 2c. heit, k.; 0: das Wesen, die Art der An- 
tike 2c.: In einem Anzuge von solcher „ A. -Scherr Bl. 
1, 102 [Nacktheit!. -isch, a.: antik: G. 12, 99 
(vgl. Antiquisch. filchan Garg. 271a). -isĩcren, intr. 
(haben), tr.: die Weise des Alterthums nach- 
ahmen; so nachahmend bilden; alterthümeln (s. 
archatsieren): Alle antikisierten Geschmacksformen der 
Republik. IFalkt Gsch. d. med. Geschm. 361; 355; 
Bei den morernen a—-den Bekleidungen. G. 15, 193; 
Dies a-de Maskenwesen. 27, 150; Ual 3. 20, 133; 
435; Während die gebildete, geistreiche Gesellschaft sich 
ganz u. gar in ihrer Krrik antikisierte. Kostnktanz 
Psch. 636; 631; 633 2c. — Jinliklassiher (gr.= 
lat.), m., —§; —s: Gegner der Klassiker (i. d. 
u. Romantiker). S. 33, 126. — Anliklĩm-ax 
(griech.), m., -es, uv.; —e [§8 24, 3, acis):: 
Gastz zum Klimar (s. d.), das Herabsinken; 
auffallend neutr.: Danzel Less. 312 u. f. 10, 94. 
— Antiklinisch (gr.), a.:: (Geogn.) sattel- 
förmig. urmeiter Gsch. 173 u., vgl.: Die An- 
tiklinäl-Linie. Oken 1, 569, vgl. sonklinal. — 
Intico (it.), a.: antik, alt, z. B. anch v. Mar- 
morarten, die die Alten zu Kunstwerken verarbeite- 
ten, z. B.: Giallo (gelber), nero (schwarzer), rosso 
(rother), verde (grüner) a., antiker Marmor, s. Kar- 
marsch2, 622. —Tintikolicum (gr.), u.,s; ka I824, 
2, n.): Mittel gegen Kolik. — Antikonkordätlich 
(gr.-lat.), a.: konkordalfeindlich. DMus. 15, 2, 
511; Kladderadalsch 20, 210a. — Ilntikonstitution- 
alismus (gr.-lat.), m., uv.; 0: Gegensatz zum 
— u. Streben gegen den Konstitutionalismus. 
„éll, a.: verfaffungswidrig 2c. -ist, m., Sen; 
—en: Verfasfungsgegner. — Ilntikontagi-onist 
(gr.-lat.), m., —en, —#; —en: Gegner der Lehre vom 
Kontagium (s. d.). —-ös, a.: gegen Ansteckung 
schützend. -ôfum, u., —;: zösa [824, 2, n. ): anti- 
kontagiöses Mittel.—ntikonvut (issh (gr. -lat.), 
a.: gegen Konvulsionen (s. d.) diensam. — Inti- 
cornlaw-league (engl. äntikohrnlälig), f.; 0: 
„Verbindung gegen die Korngesetze“, d. h. gegen 
die die Getreideeinfuhr belastenden engl. Zollgesetze, 
im J. 1821 nam. Turch Cobden in Manchester 
(l. d.) gestiftet; seltner: Die Anti-Corn-League. 
# 
f. 
(a
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        70 Antikosmet 
Volksz. 13, 265, vgl.: Chartistische n. Antibreadtax 
läntibreddtaxl- u. Anticornlaw-Vorlesungen. Kohl Engl. 
1, 80, gegen die Brotsteuer u. Korngesetze. — 
Anlikosmet (gr.), m., —en, —#; —en: Viere- 
fosmet (s. Kosmet). isch, a.: entstellend. — 
Antikr-ilik (gr.), f.; -en: Widerlegung einer 
Kritik; Gegenkritik. „itiner, m., —; uv.: Vf. 
einer Antikritik; der Gegenkritiker, vgl.: Daß 
Kritikus mich u. Antikritikus preise. W. 15, 2. 
„ĩtisch, a.: 1) auf Antikritik beruhnd, bezugl. 2c.: 
Was Akritik für Sold im Buche falsch gelesen, wird 
a. dann für Zahlung aberkannt. H. 15, 347 c. — 
2) (Arzn.) der zu erwartenden Krisis (s. d.) ent- 
gegenwirkend od. zuwiderlaufend 2c. — Antteus 
(lat.), a.: nach vorn gerichtet, liegend ie., Ggstz 
posticus (s. d.), nach hinten, vgl. Avers. — 
Intihpra: s. Antichra. — Antilegômen-on 
(gr.), n., -6; za (-en): bestrittne Schrift, nam.: 
deren Aufnahme in den Kanon der heil. Schrift 
bestritten ist, Ggstz Homologümenon. — Antilépfee 
(gr.), f.; —; Sis, f. [824, 3, uv.): das Anfassen; 
die Auffassung; Tadel; Ein-, Vorwurf#e.; (Arzn.): 
Anwendung der Heilmittel auf einem dem leidenden 
entgegengesetzten Theil. — Antilelh-ärgicum 
(ar.), n., —#: ka /§ 24, 2, n.]: antilethargisches 
Mittel. -argisch, a.: gegen Lethargie (s. d.) dien- 
sam. -e, f.; 0: A., A.-Wasser, gedächtnisstärkendes 
(s. Lethe). — Antiliberäl (gr.-lat.), a.: unfrei- 
sinnig. Heine 8, 11. -ismus, m., uv.; 0: Unfrei- 
sinnigk. — Antilög, a.: in Sinn, Richtung rc. 
dem Analogen (s. d.) entgegengesetzt: Den analog 
elektrischen Pol; den andern Pol nennen sie den a. elek- 
trischen Pol. 3#müller Ph. 2, 181 2c. -i#e (gr.), f.; 
—(ehn: Widersprych. — Antilokm-; Antilöm- 
icum (gr.), n., —; -ica [8 24, 2, n.]): antilö- 
misches Mittel. -isch, a.: gegen die Pest dien- 
sam. — Anlilöpe, f.; —n; In-: eine viele 
Arten umfassende Familie gehörnter Wieder- 
käuer, auch Ante lope. RNücken Nal 122 1. (ogl. 
Gazelle): A—-- Jagd;-Zunges; „Kalb, 
Kuh. Forster Sak. 9 2 2c.; Addax- IA. äddaxl; Bezoar- 
löryxl; Büffel- lbübalis!]; Dam- (dämal; Elenn- 
loͤreas]; Gabel- (fürcifer!; Hirsch-, Kuh-, Buffel- 
(s. o.); Sassa= [s. Sassal; Schrift= lscriptal; Ziegen- 
löreas; Zwerg= Ilpyginchal A. 2c. — Inlilöqu-ist 
(gr.-lat.), m., —en, —#; -en: Geguer. ium, n., 
—8; zen 1824, 2, n. : Widerspruch.— Untilöss-um 
(gr.), n., —; -als 24, 2, u.): Mittel gegen Hunds- 
wuth. — Intimaraässar, m., —s; —8: eine über 
Sitze zu breitende Strickerei als Schutz gegen die Be- 
schmutzung durch die ins Haar geschmierten Fette, 
wie Macassar-Ol (s. d.) . — Antimacchiavoll 
macki-), m., —s; —, —e eine Widerlegung des 
Machhtavellismus (s. d.). -icmus, m., uv.; 0: 
das dem Maechiavellismus entgegengesetzte System. 
Intimalkerialistisch, a.: gegen den Materialismus 
gerichtet. Mag. d. Ausld. 36, 545b. — IUntimelan- 
chöl-icum (gr.—öl), n., -6; zlea [§ 24, 2, u.): anti- 
melancholisches Mittel. -isch, a.: gegen die Melan- 
cholie dienend. — Antiménsi- um, n.,—#; -en [824, 
2, n.): Stück eines geweihten Altartuchs als Decke 
Antinomie 
für einen als Altar zu benutzenden Tisch, in der 
gr. Kirche. — Antimephttisch (gr.), a.: luft- 
reinigend. — Antimerié (gr.), f.; —(ehn: Ver- 
tauschung von Redelheilen. — AIntimetä-bole 
(gr.), f.: —n; - leplis, —lhesis, f. [8 24, 3, uv.]: 
antithetische Wiederholung v. Worten, z. B.: Wir 
essen, um zu leben, aber leben nicht, um zu essen 2c. — 
Intimetaphösisch (gr.), a.: gegen die Meta- 
physik gerichtet: Z. Suhle's a-e# Untersuchungen. DMus. 
15, 2, 366 rc. — Antiministeri-äl, -#l (gr. -lat.), 
a.: ministerfeindlich. — Intimön (ar.), n. (m.), 
—(e)s; -e: ein nam. zur Legierung mit Zinn u. 
Blei vielgebrauchtes, silberweißes, starkglänzendes 
Metall, Spleßglanz, auch Stibium (daher die chem. 
Bez. Sb): Das A. bildet mit dem Sauerstoff 3 Ver- 
bindungen: A.-Oryd (Sbe Oz); antimonichte od. 
antimonige Saure (Sba O,); A.-Säure (Sb2 Os) 
rꝛc.; Antimonichtsaure Salze; A.-saure Salze; 
Das feste Chlor-A. od. A.-Butter besteht aus 
1 Atom A. u. 3 Atomen Chlor 2c.; Schmelzt man 
1 Theil kohlensaures Natron mit 3 Theilen Schwefel= 
A., so erhält man eine leberbraune Masse, A.-Leber 
(Hepar antimõnii) 2c.; A.-Chlorid; -Super- 
chlortd; - Bromid; Fluorid; -Jodid rc. — 
Intimonarchisch (gr.), a.: dem monarchischen 
System entgegen-seind, -wirkend 2c. — Anlimo- 
nastisch (gr.), a.: gegen die Monasterien (I. d.), 
das Klosterwesen gerichtet: Nicht antikirchl., noch 
weniger antichristlich, aber .. a. Nosenkranz Poes. Gsch. 
457. — Anlimön-iacum (gr.), n., -6; cals 24, 2, 
n.]; -iãle /S 24, 3, ., is, Mz. ia): antimonhaltiges 
Heilmittel. -it n., —(e): e: Antimon-Präparat. 
Aueld. 39, 942b 1c. -icht, -ig, a.: A-e Saͤure, 
s. Antimon. -inm I§ 24, 2, n.]: Antimon, z. B.: 
Antimõnii bütyrum, Antimonbutter; einis, Spieß- 
glanzasche; cröcus, eine Verbindung v. Schwefel- 
A. u. A.-Oryd 2c.; A. erũdum, Grauspießglanz- 
erz, krystallinisches Schwefelantimon als Arznei- 
mittel (vgl. Kermes): A. diaphorsticum, weißes 
Spießglanzoryd (als schweißtreibend) c. — Inti- 
moral-isch (gr.-lat.), a.: unsittlich. ismus, 
m., uv.; -ismen: ein der Moral widerstrebendes 
System. ifl, m., -en, —; -en: ein dem Antimora- 
lismus Huldigender 2c. — Intimuüse (gr.), k.; 
—n: Ggstz der Muse (l. d.). Wockern. 4, 89 625. — 
Intinarköt-icum (gr.), n., —; -zica 18 24, 2, 
u.: antinarkotisches Mittel. -isch, a.: gegen 
Narkose (s. d.) wirksam. — Intinalionäl (gr.= 
lat.), a.: gegen die Nationalität. das Natio- 
nalitätsprinzip ankämpsend 2c. — Inlinephrit- 
icum (griech.), n.t, —#; -ien [§ 24, 2, n.): anti- 
nephritisches Mittel. isch, a.: gegen Nieren- 
krankheiten diensam (nerxhritisch. — IAntinom- 
er, ianer (gr.), m., —6; uv.: Antinomist. 
ie, s.; —eyn: der Widerspruch, Widerstreit, der 
sich in einem Gesetz — od. in Gesetzen unter 
einander findet; nam. auch (Philos.): der Wider- 
spruch, worin die Vernunst mit sich selbst bei An- 
wendung ihrer unbedingten Fordrungen auf die 
bedingte Welt geräth: Diese A-en gegen die Gesetze 
der gesunden Vernunft. W. 24, 34; Die Natur müßte.
        <pb n="87" />
        Anlinomismus 
alle ihre Rechte verloren haben u. in eine gänzl. A. u. 
Anarchie verfallen gewesen seln. 30, 29 2c. -ismus, 
m., uv.; 0: Verwerfung des Gesetzes gegenüber 
dem evangelischen Glauben. Zist, m., —-en, —#; -en: 
ein dem Antinomlsmus Huldigender: Die mächtigen 
Gegner [Joh. Agricola's] brandmarkten ihn sammt seinen 
Schülern als A-en, Widersacher des Gesetzes. Mag. d. 
Ausld. 35, 459b. Tislisch, a.: auf Antinomismus 
beruhnd, bezügl. 2c.: Ake Sekten, Streitigkeiten 2c. 
— Antinous (gr.), m. [824, 2): männl. Name, 
bes.: der schöne durch viele Standbilder verherr- 
lichte Liebling Kaiser Hadrian's; danach auch Bez. 
eines schönen Jünglings übrh. u.: ein Sternbild 
in der Milchstraße. — Inti-o 2c.i s. Ant-o2c. — 
Antipädobaptist (gr.), m., -en, —; —en: Gegner 
der Kindertaufe. — Antipäp-a, m. (8 24, 111 
Gegenpapst. -äl, a.: papstfeindlich: A-e Doktrinen. 
Erenzb. 26, 3, 263. cismus, m., uv.; 0: papst- 
feindliche Lehre. -ist, m., -en, —##z —en: Anhänger 
des Antipapismus (vgl. Anti-Päpstlinge. Salon 1, 
606). Eistisch, a.: antipapal, auch: antipäpst- 
lich (z. B. Herrig 40, 350). — Anliparalle# 
(gr.), a.: Zwei grade Linien sind parallel (s. d.), 
wenn sie, v. elner dritten durchschnitten, damit je ein 
Paar gleiche korrespondierende Winkel — od. gleiche 
Wechselwinkel bilden od. je ein Paar äußre od. innre 
Wintel an derselben Seite der Schneidenden zusammen 
— 2 Rechten sind; sie sind a. (in Bezug auf eine Schnei- 
dende), wenn je ein Paar gußre od. innre Winkel an der- 
selben Seite der Schneidenden gleich od. je ein Paar 
korrespondierender od. Wechselwinkel zusammen = 2 
Rechten sind c. —ogrämm, n., —(e)s; —: ein 
Viereck mit einem Paar paralleler u. einem Paar 
antiparalleler Seiten. — Antiparalht-icum (gr.), 
n., —; -lea [8 24, 2, n.: antiparalytisches 
Mittel. -isch, a.: gegen Paralysis (s. d.) 
diensam. — Antiparas kticum (griech.), n., 
—#8; -ica (§ 24, 2, n.]: Mittel gegen Parasiten 
(s. d.), nam. auf Pflanzen od. Thieren. — 
IAntiparastafis (gr.), f. [8 21, 3, uv.]: Gegen- 
vorstellung des Beklagten. — Anliparlamentä- 
risch, a.: den parlamentarischen Satzungen zu- 
widerlaufend. renzb. 2 4, 2, 469 2c. — Jntipäscha 
(gr.-hebr.), n., —§#: 0: in der gr. Kirche der 
Sonntag nach dem Oster= (od. Passah-) Fest, vgl. 
Quasimodogenlti. — Antipassät (gr.-lat.), m., 
-(e)s; —e: In einer den Passaten (s. d.) entgegen- 
gesetzten Richtung, u. darum auch A. genannt, muß der 
obere [Luft.] Strom nach den Polen abfließen. Ergänz. 
Natut 6, 1 1a; Gartenl. 15, 731a. — IAntip-athis 
(gr.), f.; —(ehn: (s. Ggstz Sympathie): natür- 
licher Widerwille gegen Etwas; Abneigung (G. 1, 
153; w. 17, 118; 22, 21 1c.); auch der Ggstd 
einer solchen: Als .. ihre A., Fräulein Melanie, ein- 
trat. Gutzkow N. 4, 61 2c.; Gegen die Franzosen hatte 
er National-A. Uiebuhr Leb. 61 2c. äthisch, a.: 
Antipathie erregend 2c. Gutzktom N. 9, 271; DMus. 
17, 2,238 2c. — Antipatriot (gr.), m., —en, —; 
en: ein antipatriotisch Gesinnter. eisch, a.: dem 
Patriotismus entgegen-gesetzt, -strebend, -wirkend. 
ismus, m., uv.; O: antipatriotische Gesinnung. 
Intiplaflisch 71 
— Antipel-argse (gr.), k.; —(ehn: Pistäts-Er- 
wirrung, -Vergeltung (v. gr. pelargos, Storch, 
den Alten als Muster der Piétät gegen seine Jungen 
geltend). -ärgisch, a.: Antipelargle übend. — 
IAntiperistallisch (gr.), a.: der peristaltischen 
(s. d.) Bewegung der Gedärme entgegengesetzt 
(beim Erbrechen). — Antiperiftafis (gr.), (. 
[8 24, 3, uv.]: die Wirkung entgegengesetzter 
Kräfte. — Intiperni- um (gr.-lat.), n., —8; 
zen [8 24, 2, n.]: Mittel gegen Frostbenlen. — 
Anlipestilentiäl-e (gr.-lat.), n., —# -ken [824, 
3, n., is, Mz. : ja)]: Mittel gegen Pest. isch, a.: 
gegen die Pest diensam. — Antiphärmah-on, um 
(gr.), n., —#; -a [8 24, 2, n.]: Gegengift. — 
Intiphaf-i# (gr.), f.; (eyn; -is, f. /# 24, 3, uv. ]: 
Gegenrede, Widerspruch. — Anliphérna (gr.), 
pl.: Gegengabe des Bräutigams an die Ehefrau 
für ihr Mitgebrachtes (gr. phérne); Morgengabe. — 
Intiphlebotomist (gr.), m.,—en, —### -en: Gegner 
der Aderlasse. — Antiphlogist-ik (gr.), f.; 0: die 
antiphlogistische Lehre. -icum, n., —: -ica [824, 
2, n.]: antiphlogistisches Mittel. -iker, m., —; 
uv.: Anhänger der Antiphlogistik. -isch, a.: 1) die 
früher in der Chem. geltende Annahme eines eignen 
Phlogistons (s. d.) widerlegend. — 2) (Arzn.) 
gegen Entzündungen dienend. — Intiphön-a 
(gr.), pl.: Art Wechselgesang, nam. in der kathol. 
Kirche, auch als Ez.: Eine Antlphone v. Haßler. 
Uat 20, 524: G. 23,88 u.: Die Antiphon Sälve 
regina. Gutzkom 3. 6, 247 u. masc.: Den Anliphon. 
Scheffel Ekk. 164; (frz. antienne, f.; vgl. Anthem). 
Sdle, n., —#; zälken [8 21, 3, n., is; Mz. : - ia]; 
Srium, n., —; zarfen [8 24, 2, n.]:: ein gottes- 
dienstliche Gesänge der kathol. Kirche 2c. enthalten- 
des Buch: Bei den durchgestrichenen Noten des Anti- 
phonales. Gutzkow Z. 3, 151; Antiphonarien od. Hei- 
ligengeschichten. Mag. d. Ausld. 34, 329b 2c.; -e, (.; 
—n: s. Antiphona. #, f.; —(e)n: 1) logischer 
Widerspruch. — 2) Gegengesang: Die stroyhische 
Gliederung, wie sie zur A. u. zur Auflösung derselben in 
der Epode wird. Uosenkranz Poes. Gsch. 359; Wo der 
Ubung des Pfalmierens gemäß die A. ertönen sollte. 
Scheffel Ekk. 152. -n, pl.: Antiphona. eisch, 
a.: in der Weise v. Antiphonen: Worauf die Ka- 
pelle mit Slmeon's Lobgesang . a. einfiel. Gutzkom 
3. 8, 193 2c. — Antiphora (gr.), k. [8 24, 11: 
Gegensatz. — Unlipholismus (gr.), m., uv.; 
0: das Gegenstrahlen des Lichts, Rester. — 
Intiphr-afe (gr.), f.; —m; -asis, f. [8 24, 3, 
uv. ): ein Wort, im Gegensinn gebraucht. — 
Antiphraris (gr.), f. 824, 3, uv. 1: Versperrung. 
— Antiphthiriac-um (gr.), n., —#; -a [8 24, 
2, n.]: Mittel gegen Phthiriasts (s. d.). — 
Antiphthis-icum (griech.), n., —s; -zica [8 24, 
2, n.): antiphthisisches Mittel. -isch, a.: gegen 
Schwindsucht diensam. — Anlipirät (griech.), 
m., —en, —; -en: Gegner der Seeränuberei. 
Sisch, a.: gegen Seeräuberei ankämpfend 2c. — 
Inntipki (türf.-russ.), m., — — :langes Weichsel- 
rohr. Kohl Südr. 1, 86. — Anliplästisch (gr.), 
a.: die Bildung der Körperformen hemmend. —
        <pb n="88" />
        72 Antiplatonisch 
Antiplatõnisch (gr.), a.: gegen den Plato ge- 
richtet, z. B. (mit Ggstz: proplatönisch). w. 24, 
209; bes.: dem Platönischen (s. d.) entgegen- 
gesetzt: A-e Liebe. 4, 143 2c., siunliche, vgl. Antl- 
platonismus, m. 19, 131 c. — UAntipleurit-icum 
(gr.), n., —6; ziea [8 24, 2, n. : antipleuritisches 
Mittel. Sisch, a.: gegen Pleuritis (s. d.) dien- 
sam. — Intipneumön-icum (gr.), n., —; -ica 
18 24, 2, n.]: antipneumonisches Mittel. eisch, 
Zitisch, a.: gegen Pneumonie (s. d.) diensam. 
— Antipöd (griech.), a.: antipodisch: Wahr- 
helt u. Liebe sind völlig a. Prutz Tasch. 2, 91 2c. — 
Intipodägr-icum (griech.), n., —; -iea I§ 24, 
2, n. ]: antipodagrisches Mittel. isch, a.: gegens 
Podagra (s. d.) diensam. — Antipöd-e (gr.), 
m., —n; —n : Gegenfüßler, — eig.: ein Bewohner 
der Einem grade gegenüberstehnden Gegend der 
Erdoberfläche; übrtr.: Jemand, der einem diametral 
gegenübersteht; Gegner; Widerspiel 7.: Der Dog- 
matismus als A. des Skeptielsmus. Burdach Anthr. 417; 
Spinoza ist eln A. der Kabbala. H. Gott. 171; Der 
geborene A. jeder Illusion. KMonalbl. 1, 268b; 2, 
517b rc.; selten fem.: Dileser gedoppelten Art v. 
Llebe, wovon eine die A. der andern ist. W. 4, 16 8 rc. 
Zisch, a.: gegenfüßlerisch; entgegen-gesetzt,-stehnd; 
verschieden: Man könnte kelne a-ere Existenz haben. 
G. Aug. 1, 84 c. — Autipörticus (gr.-lat.), 
m., uv.; „se (f., § 24, 4]: offne Säulenhalle als 
Eingang v. Kirchen 2c. — Uulipropémptic-on 
(gr.), -um, n., —#; za [§ 24, 2, n.]): Gedicht 
eines Scheidenden an die Zurückblelbenden, Apo- 
pempticum, vgl.: Propempticum, Gedicht an den 
Scheidenden. — Anliprölasis (gr.), f. [8 24, 3, 
uv. : in einer Rede, die Anfündigung einer Wider= 
legung. — Intipför-icum (gr.), n., —; -iea 
[8 24, 2, n.]): antipsorisches Mittel. isch: 
gegen juckende Ausschläge, Krätze 2c. dienend. 
— Antiptösis (gr.), k. 18 24, 3, nv.): Rede- 
wendung, worin ein Kasus st. eines andern steht. 
— Antipütridum (gr.-lat.), a.: Mittel gegen 
Fänluis. — Ankipgrét-icum (gr.), n., —#; ica 
[8 24, 2, u. ], —issch: s. Antifebril-e, isch, Leripyreton. 
—HAnlippröl-icum (gr.), n., —#;;ical# 24, 2, n. :: 
antipyrotisches Mittel. -isch, a.: gegen Entzün- 
dung dienlich ꝛe. — Intiqu-a (lat.), f.; —6: 
s. antiquus; bes. (Buchdr.): Unsere gewöhnlichen 
deutschen Schriften belegt man in den Offielnen mit dem 
Kunstausdrucke Fraktur, wogegen die lateinische A. 
u. die liegende Art derselben Kursiv= A. genannt wird. 
Bel den Franzosen heißt rie letztere Italique, ebenso bei 
den Engländern ltalic, wogegen belde Nationen die A., 
um sie v. der Kursiv zu unterscheiden, Romain (engl. 
Roman) nennen. Prechit 3, 254 1c. Laille (frz. 
angtikäl), f.; In (s. Anticaglla), w. HB. 2, 78. 
Sr (lat.), m., -(c)s, (-en); -e, (en): Alter- 
thums-Kenner: A.-Eifer. Augsb.3. (44) 1705a; 
-Händler; Händler mit alten, meist bereits ge- 
bundnen Büchern; (im Mittelalter auch: Abschreiber 
alter Werke 2c.). ariät, n., Aeys ;e: (Buchhll.) 
Geschäft eines Antiqguars; Handel mit alten 
Büchern. risch, a.: zum Antiquar (s. d., nam. 
Antispasis 
buchhändlerisch) gehörlg 2c.: A-e Lager, Geschäfte, 
Kataloge 2c.; Ein Buch a. kaufen 2c. ärium, n., —; 
(en (/§ 24, 2, n.]: Antikensammlung: Aus dem A. des 
Museums. Nal3. 21, 177. ärius, m. I/§ 24, 21; 
Antiquar. Conegk 1, 11 c. —2(frz. angtik), a.: 
s. antik, z. B. auch: Grand lgrängl a. (vgl. antico), 
ein breceienartiger Marmor. fMarmarsch 2, 622. 
çKren, intr. (sein); tr.: veralten; für veraltet u. 
ungültig, werthlos erklären —isieren: s. anti- 
kisieren. ilät, f.; —en; —en-: ein Alterthum; 
etwas Alterthümliches (vgl. Antike): A“-en-Händ= 
ler; Handlung; Kabinett; Sucher (G. 28, 54) re. 
ilé (frz. angtiklts), f.; —s: Antiquität: Magasin 
(s. d.) d'a-s rc. -us (lat.), a.: alt; aus alter 
Zeit stammend rc. (s. an#t): Antiquo möre; anti- 
quis möribus, nach alter Sitte. — Anlirational- 
iemus (gr.-lat.), m., uv.; 0: dem Rationalis- 
mus (s. d.) entgegengesetztes System. eist, m., 
—en, —#; —-en: Anhänger des Antirationalismus. 
ristisch, a.: dem Antirationalismus gemäß 2e. — 
Antireförm-er, m., —8; uv., —: Reform-Geg- 
ner. islisch, a.: Cobe#n# 2, 66. — Anlire- 
publikän-er,) m., —#; uv.: Gegner des Rerubli- 
kanismus (s. d.). -isch, a. — Ankirevelalionis- 
mus (gr.-lat.), m., uv.; 0: das Leugnen der 
Offenbarung 2c. — Antkirevoluliön (gr.-lat.), 
f.; —en: Kontre= od. Gegenrevolultion. -är, a.; 
m., —8; —§, —e: Anhänger der Antirevolutton 2c. 
Eren, intr. (haben): eine Antirevolution machen 
od. anstreben. — Antirheumät-icum (gr.), 
n., —; -ica l8 24, 2, n.]): antirhenmatisches 
Mittel. isch, a.:: gegen Rheumatismus die- 
nend. — #ntiröm-er, Sisch: s. Antl. — 
Inliropäl (griech.-frz. Jäl), a.: feindlich 
gegen das Königthum und die Königspartei. 
ismus, m., uv.: 0: antiroyale Gesinnung. 
ist, m., -en, —#; -#en: ein Antiroyaler. eistisch, 
a.: antiroyal. — Antiscius: s. Amphiseins. — 
Intiseirrhös (gr.), a.: krebsheilend. — Anti- 
#Cpt-icon, icum (gr.), n., —# ica [8 24, 2, n. J: 
antiseptisches Mittel. Karmarsch 1, 757. Tisch, a.: 
fänlniswidrig. eb. —Antisialagög- on (gr.), um, 
n., —#: zass 24, 2, u.]): Mittel gegen Speichelfluß. 
— Antisigma sgr., § 24, 3, u., is): ein umge- 
kehrtes Sigma (s. d.), nam, als kritisches Zeichen 
dafür, daß Verse ihre Stelle vertauscht haben. — 
Intiscabiof-um (gr.-lat.), n., —: -a 18 24, 2, 
n. ]: Antipsoricum. — Ankistepticismus (gr.), 
m., uv.; O: dem Stkepticismus entgegenge- 
setzte Anschauung, Lehre 2c. — Antisk-ins, 
Sirrhös: s. Autise 2c. — Antifkorbüt-icum 
(griech.), n., —: -ica [8 24, 2, n.]): antifkor- 
butisches Mittel. isch, a.: gegen Skorbut dien- 
lich. — Antiskript-narkser (gr.-lat.), m., —; 
uv. : Gegner der heiligen Schrift. -urismus, m., 
uv.; 0: die Lehre der Antiskriptnarker. — Inti- 
shrophulosum (gr.), n., —: ösa s8 24, 2, n. ]: 
Mittel gegen Skropheln. — AUntisociäl (gr.= 
lat.), a.: der bürgerlichen Gesellschaft feind- 
lich ic. — Intisp-ase (gr.), f.; —n; Lasis, 
f. [§ 24, 3, uv.]): Ableilung von Sästen nach
        <pb n="89" />
        Intispasmodicum 
einem andern Theil hin. - asmödicum, n., —#: 
ca [8 24, 2, n.]: antispasmodisches Mittel. 
-asmõdisch, a.: krampfstillend. - ast, m., es; 
e: ein Versfuß ((—). (asticum, u., —s8: en 
[§ 24, 2, n.]): antispastisches Mittel. astisch, 
a.: 1) durch Antispasis wirkend, nam.: blasen- 
ziehnd 2c. — 2) aus Antispasten bestehnd. -aflus, 
m. s8 24, 21: Antispast. — AIntifpehtrologie 
(gr.), f.; -eyn: Bekämpfung des Gespenster- 
glaubens. — Antifspirit-istisch (gr.-lat.), a.: 
dem Spiritismus (s. d.) entgegenwirkend. Leb. Bild. 
a. Par. 2, 2, 127. -ualismus, m., uv.; 0: s. 
Materializmus. uakistisch, a.: s. materialtstisch. — 
Intispödium Igr., §&amp; 24, 2, n.): Pflanzenasche. 
— Antift-es (lat.), m. I§ 24, 3, zitis): Vor- 
stand, Vorsteher. G. 21, 23 2c.; nam. auch in der 
Schweiz: der oberste Geistliche bei den Refor- 
mierten. Uail3. 18. 407 2c. Zita, f. [8 24, 11: 
Vorsteherin; Stiftsoberin. — Antistrophe (gr.; 
selten, obgleich korrekter, —), f. ; —m: Gegen- 
Strophe (s. d.). — Inntispphilit-icum (gr.), u., 
—8 : ziea [8 24, 2, n.): antisyrhilitisches Mittel. 
ZSisch, a.: gegen Syphilis (s. d.) dienend. — Anti- 
theos: s. Antitbeus. — Anlith-ese (gr.), f.; -n; 
-esis, f. (824, 3, uv. 1: „Gegensatz“, nam.: die Rede- 
figur durch Zusammen= u. Gegenüberstellung von 
Gegensätzen. tik, f.; —en: Entgegenstellung, 
nam. (Philos.) der Antinomien (s. d.). -ketisch, 
a.: in Antithesen beruhnd; entgegengesetzt: Diese 
Kammern .. liegen a. von links u. rechts gegen ein- 
ander gelegt. Burmeister Gsch. 512 2c. -c ton, n., —; 
zeta: Gegensatz. — Intithö-us, (ros, gr.), m. 
(§I24,21: „Gegengott“, Dämon.— I#nlitom (gr.), 
a.: als Ggstz zu orthotem (s. d.). — Intitrini- 
tär-ier, m., —#; uv.: Gegner der Trinitätslehre. 
Zisch, a. — Intit-Sp (gr.), m., —(ey)s; —e: 
Gegen-, Abbild (Gyastz Protothp). -pik, k.; 
en: Gegenschlag, Anprall 2c., nam.: Hirte, 
Mißklang zweier auf einander folgender Worte. 
bpisch, a.: gegenbildlich. -ppon -ppum, n., 
—6; yra (§ 24, 2, n.]): Antityp. — Antiunion 
(gr.-lat.), f.; 0; —§-: A.; A-s-Partei (Kag. d. 
Ausld. 36, 482b) 2c., antinnionistische Partei 2c. 
#ifl, m., -en; -en: Unionsgegner. -istisch, a.: 
gegen die Union (s. d.) ankämpfend 2c. — Inti- 
venker-öum (gr.-lat.), n., —##; -zen [8 24, 2, u.]:: 
Antisyphiliticum. isch, a.: antisyphilitisch — 
Intl-ia (gr.), f. 8S24, 11: Pumpe: A. (w. 3, 187) 
od. A. pneumätica, Luftpumpe 2c. Jiät, m., -en; 
en: Insekt mit Saugrüfsel: Die Aken od. Dirteren 
(Zweiflügler). Burmeister Gsch. 396. — IAniöcuo 
(gr.), m. [8 24, 2): Gegenwohner, ein unter 
einerlei Meridian u. in gleicher, aber entgegen- 
gesetzter Breite Wohnender. — Intodontälg-icum 
(gr.), n., —#s; -ica s8 24, 2, n.]: antodontal- 
gisches Mittel. isch, a.: zahnschmerzstillend. — 
EIintön-in (lat.), m.p, —; —e, -en: Name, z. B. 
eines guten röm. Kaisers; auch antonomastisch. 
w. 5B. 1, 9. -ius, m. ss 24, 2): männ- 
licher Name, z. B. eines Heiligen, dazu: A.= 
Feuer (Iignis Antönii), Rothlauf (Rose) der 
Nolodikon 73 
Menschen; Milzbrand der Schweine ꝛc. swo- 
gegen Sankt A. als Helfer galt -Kreuz, T- 
förmiges lwie das, woran Sankt A. gekreuzigt 
worden); = Orden 2c. — Gntonom -aftke (gr.), 
f.; —eyhn: eine Redefigur durch Vertauschung von 
Gattungs= u. Eigennamen. stisch, a.: auf 
Antoncmasie beruhnd. — Intophthalm-icum 
(gr.), n., —#; -zica l8 24, 2, n.]: antophthal- 
misches Mittel. isch, a.: gegen Angen- 
krankheiten dienend. — Intorgäst-icum (gr.), 
n., —; -ica [8 24, 2, n.]): antorgastisches 
Mittel. -isch, a.: gegen Blutwallung dienend. 
— Antözon (gr.), m., —8; 0; s. Ozon. — 
Antrum (lat., §&amp; 24, 2, n.]: Höhle. — An- 
trustionen (altd.), pl. : fränkische Dienstmannen. 
Inübis, m., uv.; 0; ein hundsköpfiger Gott 
der alten Agypter: Beim A., dem Schutzgott aller 
Schoßbundchen! w. 19, 354. — Inür-ia (gr.), 
f. [8 24, 1); -IE, f.; eyn: Harn-Verhaltung. 
— Anus (lat.), m., uv.; uv. s8 24, 21: der 
After, Hintre: Pér änum, durch den After r2c. 
Invir, n., —#; 0; bei südamer. Indianern, 
der eingerickte Saft gegorner frischer Tabacks- 
blätter. Karmarsch 3, 322, s. Chimao. 
Anr-ietät (lat.), f.; —en: Angst. Zis (gr.), 
f. [(824, 2, uv.]: Einengung, Einklemmungeines 
Organs. 
Anndr 2c.: s. Anh#dr 2c. — Ilnßta (litth.), 
f.; —s: Schwiegermutter. Uat3# 21, 233, vgl. 
Oßwis. 
Slo.: -anno (s. AM. — öde (gr.), k.; 
—n: eine der ältern Musen (Göttin des Gesangs), 
s. Hederich Myih. 303; Die Musen, Thelrinoe, A., 
Polmnia u. Erato. w. 28, 379 rc., auch verallge- 
meint = Muse: Was der Götterbote für goldne 
Parierchen der Aristarchen u. A-n herumträgt. G. 7, 
214 od. m., —n; —n: Sänger, Dichter. — Aol 
(gr.), m., —#; 0; —-: s. Nolus. ekthhma 
[8 24, 3, u., -tis): „bunter Ausschlag“, Pocken. 
er, m., —s; uv.: Aolier. -idium (§824, 2, u. 1: 
Art Federschnecke. Oktn 5, 399. Hôl-(er, m., 
—8; uv.: ein altgriech. Volksstamm u. ein Einzel- 
ner daraus, s. Achäer. ine, f.; —: ein orgel- 
artiges Tonwerkzeug, in welchem ein durch Blas- 
bälge erzeugter Luftstrom Metallstäbe zum Tönen 
bringt. ipile, f.; —n: Aolsball; Wind-, Dampf- 
kugel, — eine hohle, Wasser enthaltende Metall- 
kugel mit langer Röhre, aus deren enger Offnung, 
wenn das Wasser bis zum Kochen erhitzt wird, 
Dampf ausströmt u. einen lebhaften Wind erzeugt. 
isch, a.: 1) den Aoliern eigen 2c.: A-e Munrart 
od. ä-er Dialekt; Das d—e Digamme (s. d.), Digamma 
ölicum; Die à—e Tonart; Logaödisch daktplische Verse 
mit der Basis nennt man im Allgm. äd-e Verse, v. den 
Lyrikern dieses Volksttamms. Zumpt Lat. Gr. §616 rc. 
— 2) auf den Aolus (s. d.) bezüglich 2c., z. B.: 
D. Or. 10, 2 .; Wie leise vom Zephyr erschüttert,!] 
schnell die ä-e Harfe erzittert. Sch. 8 #1a — Aolsharfe 2c. 
-odion, ödikon, n., —, als 24, 2, n.1:
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        74 Nolos 
Noline, s. Nehlen Htw. 442. Hdol-os, -us, m., 
uv.; 0: Name, bes. (Myth.) der des Gottes der 
Winde, s. v. Od. 10, 2; 21 ½.; G. 1, 54; Der, 
wie ein zwelter A-us der Fabelwelt Anarchie u. Ord- 
nung .. in Händen hat. falmetayetr GsW. 1, 274 2c.; 
auch: Umsonst erregt ein Aol Sturm u. Fluth. Hagedotn 
1, 87; Aus Aols wilrem Heer. W. 12, 176 rc. Dazu: 
X., vd. Aols-Ball, s. Nolopile; Harfe, Wind- 
harfe, ein Saiteninstrument, das, dem Winde aus- 
gesetzt, von selbst ertönt (s. äolisch 2): Es schwebet 
nun in unbestimmten Tönen] mein lisrelnd Lied der 
Aolsharfe gleich. G. 11, 4; Kauhison 190; 276; 
Aolsharfengetön. 184; Wie Aolsharfenlieder] harmo- 
nisch säuselnd. Kinkel 263 2c.; Klavier, s. Aoline; 
Leise anschwellend hoben sich die Töne wie auf Aols- 
schwingen. Gutzkon 3. 6, 46 2c. — Aõma, n., 
— -ta: das Ou. O#): Das A. de Nichts-Ungrunds. 
Ip. Freth. 27. — Aon (gr.), m., —5; Abnen: 
1) Zeit (z. B. personif. wegeemonn Mon. 3, 54 13); 
langer Zeitraum; Zeitalter 2c.: Virtuosen des gegen- 
wärtigen M—#... Der nächste A. Wackern. 4, 28328) 36; 
29040 2c.; Ewigk.: Eine Sultanschaft des A-s .., sie 
entet nie. Hebel 4, 290 lDan. 7, 141 2c.; bes. oft in 
Mz.: C. 3, 347; 4, 146 ꝛe.; A-en-lang. W. 10, 
115; 12, 137 1c.; seltner fem.: Am Schlusse der 
letzten Mönc. w. 26, 202. — 2) (s. 1) bei den 
Gnostikern: das göttl. Urwesen u.: die Ausflüsse 
(Emanationen) desselben. w. 16, 195; 254; 17, 
180 ff.; A-en-Lehre 2c. — Soniden (gr.), pl.: 
Beiname der Musen (s. d.). v. Ov. 1. 279, auch: 
Aönische Schwestern, nach dem Helikon (s. d.) in 
Böotien, das auch Abnia hieß. — ôn-ien (gr.), 
pPI. : donische Feste. isch, a.: säkularisch (s. d. 
u. AÄon 1). — Aorasiẽ (gr.), f.; —(ehn: Unsicht- 
bark.; Blindhelt. — Sorg-esfeé (gr.), f.; 0: 
Gelassenheit. élisch) a.: zornlos, gelassen. — 
Horist (gr.), m., —(e); -e, (—en, Lies N. 5, 252);: 
in der gr. Sprachl., ein Tempus der Vergangen- 
heit, vgl. Defini. -it, f.; —Xeyn: Unbegrenztheit; 
Unbestimmtheit; Unentschiedenheit. isch, a.: 
unbestimmt; die Bed. des Aorists habend. -os, 
-us, m. s8 24, 2): Aorist. — örn--os (gr., 
T-us, 8 24, 2), m.: Ort, „wohin kein Vogel 
kommt“ (s. Avernus); unerfliegbare Höhe, z. B. 
v. einem Thurm: Schwerlich lebte Seneka auf diesem 
A.; wenigsteus ist's unerfliegbar für Moralphllosophen. 
Gregotovius Kors. 1, 175. — #ört-a (gr.), k. 
15 24, 11; e, f.; —n: die in der linken Herz- 
kammer (A-en-Kammer) entspringende Hauptarterse: 
Die aufsteigende A. (A. ascéndens); Die abstelgende A. 
(A. descéndens) zerfällt in die Brust-A. (thoräcica) 
uf. Bauch-= A. (abdominälis) 2c.; A-en-Bogen; -Pforie, 
Schlitz, . Spalte;-System; Zwiebel, Wurzel der auf- 
steigenden A. 2c. -eurhoma, u.,—s; vomen I/§82, 
2, n., +is): krankhafte Erweitrung der Aorta. 
-ĩtis, f. 18 24, 8, uv. ]: Entzündung der Aorta. 
— Sbösmisch (gr.), a.: geruchlos. — Joul: 
s. Aul. 
Ipädkü-# (gr.), . f.; 0; tismus, 
m., uv.; 0: Mangel an Unterricht u. Bildung. 
Apalhte 
-t, m., —en; -en: ein der Bildung Ermangelnder. 
tisch, a.: der Bildung ermangelnd. — Ap-age! 
(gr.): fort!; pack dich! 2c.; A., Satonas!, f. 
Kauh. 4, 10. agma s8g 24, 3, n., 4is): 
Knochenverschiebung. - agöge, f.; -n: 1) A. 
(Ertappung bei der That). Dremi Asch. 21. — 2) in- 
direkter, apagogischer Beweis. agögisch, a.;: 
s. absurd, inrirekt, z. B.: Daß ihre Beweise nie- 
mals a., sondern jederzeit ostensiov sein mussen. Kant 
Kr. d. r. Vern. 317. — Ipaisseren (frz. aräs-), 
tr.: zufrieden stellen, besänftigen, beschwichtigen. 
— Ipällage (gr.), f.: —In: Erleichtrung, 
z. B. durch Stuhlgang; Genesung 2c. — Inpalt- 
atöre (it.), m., —s; —n: Paächter herrschaftlicher 
Gefälle (nam. im Kirchenstaat). o, m., —; —: 
Verpachtung derselben. — Apäna (skr.), f.; —: 
„Trinkhaus“, Herberge für Reisende (s. Chamär). 
weiß Kost. 1, 509. — Ipanag-e (frz. —ste), 
f.; —n: tie Abfindung der jüngern fürstl. Kinder 
mit Gütern u. Einkünften:; das Gehalt nicht re- 
gierender Fürsten; Abtheil, Abschichtung, Ablehen: 
A.-Güter. Gienzb. 26, 1, 122. -ieren, tr.: mit 
Apanage versehn. — Ipantesee (gr.), f.; -n; 
Zis, f. I§ 24, 3, uv.): Entgegnung. — AUpan- 
thropie (gr.), k.; —eyn: Unmenschlichk.; truͤb- 
sinnige Menschenschen. — AIparagement (srz. 
rashmäng), m., —; —: ebenbürtige Ehe. — 
Iparilhmes#e (gr.), f.; — ; Zis, f. [8 24, 3, 
uv. ): Aufzählung, namentl. von Einwürfen. — 
Apärktias (gr.), m., uv.; 0: Nordwind. — 
Ipärt (frz.): 1) a.: bei Seite (s. Part), seitab; 
für sich; abgesondert; besonder, besonders; sonder- 
lich; sonderbar, eigen 2c. — 2) m. (n.), e)s; 
e: a) (vralt. Bühnenw.) etwas bei Seite Ge- 
sprochnes 1e.: Sind in dieser Kemörie gar sehr viele 
u. lange s. 9. A-e, welche so ungereimt sind. K. 3, 98. 
— b) Abtritt, heimliches Gemach (vglI. Abort). 
ädo (span.), m. (n.), —; —#: der abgesonderte 
Verschlag für die daraus in die Arena zu lassenden 
Kampfstiere — u.: das Absperren darin. Elobus 
4, 102a; 103a, neutr. -ement (frz. —mäng), n., 
— ; —: Zimmerreihe — vgl. (it.) Aprarta- 
menteo; n., —; -i, z. B.: Aus den vankanischen 
Räumen der s. g. Arpartamenti Borgia. Ualß. 21, 
9 ie. —; elnzelnes Zimmer: In unserm Zimmer, in 
unserm kleinen Alchen. Körike N. 181; Versamm- 
lung in den Zimmern einer fürstl. Pers.: A.= (vgl. 
four-) kähig 2c.; = Apart (2). — Iparthrös-e 
(gr.), f. —:; -is, f. 1824, 3, uv.): Diarthrosfis. 
— Iparlig, a.: apart (s. d.), nam. schwzr.: Er 
wisse nichis A-s. das er ihr gesagt babe. Goithelf II.#1, 
32; 21; 107; 158; „Ob ihn Jemand bätte binaus- 
gehn heißen?" O, a. leigens, das eben] nicht, aber er 
hätte es sonst merken können. 73 2c.; „ Arrarti“ nicht. 
300; 318; Geld 46; 292 2c. — Ipallié (gr.), 
f.; +eyn: Nüchternheit, Fasten. — Ipaletisch 
(gr.), a.: trügerisch. — Ipalh-ie (gr.), k.; 
—eyn: Unempfindlichk.; Leidenschaftlosigk.; vgl.: 
Ich muste meinen ganzen .. Stelcismus aufbieten, um 
mir .. die cd#ta (Aratheia zu bewahren. Dur- 
meih#er gB. 2, 166; (s. w. 17, 184; 3, 283 1c.);
        <pb n="91" />
        Apathisch 
Ggstz Eupathie. -isch, a.: fuͤhllos, leidenschaft- 
los 2e. ist, m., -en, —;: -en: ein Apathischer. — 
Apat-it (gr.), m., —(eys; —e: „Trügling“, ein 
spat-artiges Mineral, phosphorsaurer Kalk. Ura, 
f. [8 24, 11: Schillerfalter. ür en, pl.: ein 
Fest in Athen 2c. im Monat Pyanepsion, zur feierl. 
Aufnahme der Kinder in die Phratrien, s. Ramltr 
Mytb. 135. — Apãũlia (gr.), pl.: s. Anakalyrteria. 
— Irechema (gr.), n., —#; —a 24, 3, u., -tis]: 
Widrerhall; Wirkung eines Falls, Bruchs an einer 
Stelle, die v. der getroffnen entfernt ist (s. Komtra- 
fissur). — Apeir okalĩẽ (gr.), s.;- leyn: Geschmack- 
losigk. — Apelaĩn: s. Elaln. — Ipeliötes (gr.), 
m., uv.; 0: Ostwind. Brandis Gr. 1, 162. — 
Apill 2c.: s. Aprell. — I#plla, m. [8 24, 11: 
bei Horaz der Name eines leichtgläubigen Juden, 
u. danach sprchw.: Creddt Judæus A., non ego, 
das glaube der Jude A., nicht ich rc., s. Gutzkow 3. 
3, 141. Apeill-es (gr.), m., uv.; uv., en: 
Name, bes. eines berühmten Malers (Ari#gk 2, 
309), auch: Apéll. w. 20, 314 2c. u. als Gat- 
tungsname: Schatten . . wodurch die Arellen den 
Reiz der schönsten Theile heben. W. 3, 106 2c.; sprchw.: 
A. pôst täbulam, hinter dem Gemälde [die Urtheile 
der Vorübergehnden zu belauschen) — der Horcher 
an der Wand 2c. — Ilpemphafis (gr.), k. [8 24, 
3, uv.): Absurdität. — Apene (gr.), f.; —#: 
Wagen. — Apep-siẽ (gr.), f.; —(eyn: Nicht- 
verdauung (s. Dysrersie). -tisch, a.: unrerdaulich; 
an Unverdaulichk. leidend. ton, n., — ; zta: 
unverdauliche Speise. — Iperantolög (gr.), m., 
-en, (—6); -en: endloser Schwätzer. -ĩt, f.; 0: 
Schwatzhaftigg. — Irper-Teptiön (nlat.), k.; 
—en: bewußte Wahrnehmung, Auffassung 2c. Eine 
A., d. i. eine lebendige, geistige Thäütigk. Herrig 27, 
120; Kam Anthr. 15; Weßtermonn Mon. 3, 50 1 a 2c. 
eipiren, ir.: mit Bewusstsein wahrnehmen 2c. 
Cazatus Ursrr. d. Sitt. 11. qu (frz. —zü), n., —-s, 
uv.; —; die Art, Ansicht, wie man Etwas mit 
raschem Uberblick auffasst 2c. Deorient Sch. 2, 176; 
Alles kommt in der Wissenschaft auf Das an, was man 
ein A. nennt, auf ein Gewahrwerden Dessen, was eig. 
den Erscheinungen zu Grunde liegt. S. 39, 133; 
235 1c.; Grund-A. Banzel Less. 151 2c. — Aperi— 
ens llat., § 24, 3, n., éntis; MzZ.: -éntial: 
aperientes Heilmittel. -ent, -tiv, a.: Leibesöff= 
nung wirkend. — Apert, us, a.:; offen; offen- 
bar; eröffnet rc., z. B.: A-a (pl.), offne Orgel- 
pfeifen (Ggstz gedackte); A-um teüdum, eröffnetes, 
erledigtes Lehn; A-i Mmites, offne Schranken; 
A-# termino, Nnach Eröffnung des Termins; 
Nävis (s. d.) apérta ic. -ũr, f.; -en; ra, 
f. [8 24, 11: Offnung, z. B. in der Blen- 
dung des Fernrohrs 2c.; eines Geschwürs 
(s. Kentra-A.); Eröffnung: A-a fsüdi, Lehns- 
eröffnung 2e. — Apet-älisch (griech.), alus, 
a.: ohne Blumenblätter, vgl.: Die Zweilappigen 
theilte Zussieu der Blume nach ab, eb sie nämlich ein- 
od. vielblätterig ist od. fehlt: Monecpetälen, Polype= 
tälen, Apetälen. Oken 3, 8, vgl.: Di., tri-, tetra- 
penta-, hexa-petalisch, zwei-, 3-, 4-, 5-, 6-blättrig 
*—— 
Iphrodile 73 
it. — Ap-ex (lat.), m. [8 24, 3; seisl;: 
Eritze, i. B.: Mit einem fenischen Errkloß be- 
krönt, dessen A. nach unten gekehrt ist. Wßeine 
Welir. 2, 124 2c., s. Guhl 2, 308 1c.; auch 
als Ton-, Längezeichen 2c.; Ihre lrder Sxekulation] 
außerst zugespitzte apices. Kani 2 W. 11, 1, 155. 
Apices jüris, Spitzfindigkeiten des Rechts. — 
Ipfelfin-e, f.; —n; -chen, lein: A., Sina-Arfel 
(frz. Pomme de Sine ed. Chine), Pommesine, 
Citrus auräntium sinénse, die aus China od. Sina 
gekommene Orangenart: Orangen, nach unster Be- 
nennung A-n. BSurmeister 9B. 2, 279 2c. — Ipha- 
alk (gr.), f.; 0: das Nicht-schlucken-Können. — 
Iphanit (gr.), m., —(e)s; —e: Grünstein. Dieses 
aus Albit u. Hornblende bestehenre Gestein hat .. die 
Namen Diorit, Diabase. A. erhalten. Seit langer Zeit 
nennt es der Schwere Trarp 2c. Oken 1, 833. — 
Aphãresis (gr.), f. [5 24, 3, uv.]): Wegnahme 
(vogl. Apotope), bes. — Amputatien u. (Gramm.): 
das Abschneiden der Anfangsbuchst. eines Worts. 
— Aph- ãsia (gr.), f. [§ 24, 11; -asiẽ, —(eyn: 
Sprachlosigk., Sprachlähmung (s. Alalie). ätisch, 
a.: Das Gedächtnis für dit Worie, welche das Kind 
noch nicht errungen, der A“-e rerloren hat. Uat 3. 19, 
564; Herrig 39, 263 2c. — Aphel, n., —#;en: 
Arhelium. Liurow 792 c. — UIphelkka (gr.), f.; 
0: Schlichtheit 2c., s. Simrlicität. — Ipheli-um 
(gr.), n., —#; -zen [8 24, 2, n.): Sonnenferne, 
s. Apside. — Iphelric (qr.), f.; —eyn: Zerstreut- 
heit der Gedanken. — Aphemit (gr.), f. —ehn: 
s. Alalie. — Aphesis (gr.), f. 824, 3, uv.]): Ablauf 
in der Rennbahn (l. Hirrarhesis); das Nachlassen, 
z. B. einer Krankheit, Ansrannung 2c. — Aphidr- 
ꝑma (gr.), n., — ; -Imata /§ 24, 3, n., Fmartis!; 
-ꝑsis, f. [824, 3, uv.): Filial eines Heiligthums. 
Uoss Ins. 2, 132; 3, 106. — Axhis (gr.), k. 1824, 
31: Blattlaus. — Iphlogistisch (gr.), a.: ohne 
Flamme brennend. — Aphobie (gr.), k.; 0: 
Unerschrockenheit. — Iphön-it (gr.), f.; —eyn: 
Stimm-, Lautlofigk. isch, a.: stimm-, lautlos. 
— Siphorke (gr.), f.; 0: Unfruchtbarkeit. — 
Aphor-i#Im (gr.), m., uv., —en; -en; eisme, 
f. Gornt 2, 399), —; -ismus, m. I§ 24, 21: 
Lehrsrruch. istisch, a.: in abgeribnen, kurzen 
Sätzen ohne verbindende Zwischenglieter: A-e 
Schreibweise, Kürze c. — Iphrod-isia (gr.), pl.: 
Fest der Aphredite, s. auch Arhrerision. -issacum 
18J 24, 2, n.1: Reizmittel des Begattungstriebs. 
isiäsmus, m., uv.; 0; -isie, f.; —(eyn: krank- 
hafte Geilbeit, Liebeswuth, vgl. Nemrbomanie. 
-ien pl.: Aphrodisia. ision, (-isium) n., -s; 
-isien [8 24, 2, n.): Venustempel: Venerkum od. 
A. Overbee Pomp. 1, 290. -isisch, a.: auf Arhre- 
dite bezüglich 2c.: Enihaltung v. den a-#en Mysierien 
(Liebesgenuß c.). w. 18, 53; A-e Anfecktungen. 
22,220;: 2p. Wabrh. 1, 163. Ohen 5.581. -isins, a : 
axhrodisisch, z. B.: Aphrodisia phrenitis, Arhrodi- 
siasmus. -ĩt, m., —en; Sen: fälschl. statt Anapbro- 
rit. -ite, f.b—, —ns; —n: 1) die „Schaumgeborne" 
(auch Arhrogeneia), wie lat. Venus (s. d.), die 
dem Meer entstiegne Göttin der Schönheit u. Liebe,
        <pb n="92" />
        76 Aphroditisch 
dann auch der Geschlechts= u. Wollust: Ihren Un- 
terhalt der A. Pandemos (s. d.) abzuverdienen. W. 
23, 74; Zweierlei A-n. 276; A-ns Eifersucht 357 2c.; 
A-nu [Statuen der A.J. G. 31, 303; A.= od. Venus- 
Wurf (s. d.), im Würfelspiel der glücklichste (3 
Sechsen). Guhl 1, 297, vgl. 298.— 2) ein Wurm- 
geschlecht, Seeraupe. -ilisch) a.: aphrodisisch. 
Sitographik, f.z—(enn: Beschreibung, Schildrung 
der Venus (s. d.), namentl. des Planeten, vgl.: 
Aphroditogräphische Fragmente v. Schröler (Helm- 
stärt 1746). — Aphronkfis (gr.), f. [8 24, 3, 
uv. ): Unvernunst. — Aphrö-nitrum sgr., § 24, 
2, n.]: Mauersalpeter. -phora, . s8 24, 11: 
Schaumcikade. siderit, m., —(eys; —e: Art 
Glimmer. — Aphröspne (gr.), f.; 0: Unver- 
nunst, auch personif.: Mit den Nymphen A., Asel- 
gela 2c. wW. 23, 285.— Inphth-ä (gr.), pl. [824, 
11; Sen, pl.: Mundschwämmchen. alöse, k.; 
—: ein Mineral, schwefelsaures Kali (Onplitatsalz). 
— Iphthoniänisch, a.: nach dem Muster des gr. 
Rhetors Aphthonius (zu Ende des 3. Jahrh. nach 
Chr.): A-# Chrie. Wachern. 4, 491 18; w. 2, 255 2c. 
— S#phthogräphisch: s. photograxhisch. — Aph 
lhös, a.: an Aphthen leidend. — S#php-a (gr.), 
f. /§ 24, 11; -e, #. —n: kleine sardellenartige 
Fischchen, „ungeborne“, Atherina: Da die so eben 
ausgeschlossenen Jungen in ungeheuern Massen hervor- 
kommen, so heißen sie Nonnat (non nati) nach dem 
Worte A-a. Oken 6, 368; Der, wie die Aphyen, nur 
Feuer zu sehen braucht, um zu kochen. W. 23, 89; 24, 
333. — IAphölleen (gr.), pl.: blattlose Pflanzen. 
Dutmeistter Gsch. 132. isch, a.: blattlos. — Ipiä- 
ri-um (lat.), —#; -en [8 24, 2, n.): Bienenhaus. 
— AIpices: s. Ark. — Ipicius, m. [8 24, 21: 
Name eines roͤm. Feinschmeckers; danach auch als 
Gattungsname. — Apina (nlat.), pl.: die bie- 
nenartigen Insekien. — Apir-ie (gr.), f.; 0:; 
Unerfahrenheit; Unbegrenztheit, Unbestimmtheit. 
ZSisch, a.: unerfahren. — Apis: 1) (lat.), k. 
&amp; 24, 3, uv.): Biene. — 2) m. s8 24, 3, idis]: 
ein heiliger Stier der alten Agypter. Herodol 3, 28; 
A.-Epoche, Zeitmaß des ägypt. Jahrs. — Apistie 
(gr.), f.; 0: Unglauben; Mißtrauen. — Api-um 
(lat.), n., —; zen [83 24, 2, n.): Pfl., Expich. 
— AInpijünseno: A. sagt man mit einem kindischen, 
aber doch nüßl. Gedächtnisworte nach den Wortanfängen 
lder 4 Monate zu 30 Tagen: April, Zuni, Septem- 
ber, No vember]. Zumpl Lat. Gr. 5 850. — Iiplan- 
atisch, (élisch, gr.), a.: nicht abirrend, nicht ab- 
weichend 2c.; bes.: A“e Feinröhre, Objektive, wobei 
man, um die Farbenabweichung zu vermeiden ((. 
achromatisch), statt der Gläser besondre Flüssigkeiten 
wählt. siurow 682 ff. — Iplanfkren (frz.), tr.: 
ebnen; ausgleichen; in Ordnung bringen 2c.; in 
Ordnung, Richtigk. kommen. — Aplestĩe (gr.), 
f.; 0: Unersättlichk. — Iplil, m., -es; 0: 
Granitello. — Ifplomädo (span.), a.: schwer- 
sällig (wie Blei), nam. als Kunstausdr. v. Kampf- 
stieren. Globus 1.98b; 99b; 1309.—IIplomb (krz. 
ahplöng, s. plomb), m., -6; —; das Lothrecht- 
IApographum 
Sein; die Sicherheit der Haltung, des Auftretens, 
Benehmens, Thuns 2e. — Iplüftlr-e (lat.), n., 
; zlen [8 24, 3, n., Mz.: -a): am Hintertheil 
des Schiffs ein Holzschnitzwerk mit herabwehnder 
Signalflagge. Guhl 1, 286; Wweiß Kost. 1, 1261.— 
Iplbfi-a (gr.), f. [8 24, 1); -e, f.; —m: Art 
Schnecken, Hasenschnecke, Seehase. Humboldi K. 
2, 441; Ohen 5, 102. — Ipmeines (litth.), 
pl.: Geister, Kobolde 2c.: Die A., die den nächtl. 
Wandrer necken u. irre führen. Nal3#. 21, 225. — 
Ipnrüfl-ie (gr.), f.; —eyn: Athemlosigk. -isch, 
a.: athemlos. — Ipnö-a, f. [8 24, 1): Apneu- 
stie. -asphuxiẽ, f.; —eyn: Asphyrie mit Apnöa, 
Scheintod. — Apo, m., —6; —: Ober-Häuptling 
(Nazike) der südamer. Indianer. Ostächer Pench. 
1, 7; 2, 257; 259; WW. 3, 4; 13, vgl.: Die 
Häuptlinge [der Araukaner], welche in der eignen Sprache 
A.-Ghelmenes u. v. den Chilenen Kaziken genannt wer- 
den. Globus 5, 379a.— UAp-obät, m., Zn, —#„en; 
öbates, m. I§ 24, 1): s. Anabat. — Apoche 
(gr.), f.; —m: Abstand; Entfernung; Qnittung 
(s. Antapoche). — Apochremplis (gr.), f. 22, 
3, uv.): Schleimauswurf. — Ipodakrölik-on 
(gr.), -um, n., —#; -a § 24, 2, u.): den Thrä- 
nenfluß förderndes Mittel. — Apodeiktisch, a.: 
s. apodiktisch. — Ipodripn-on (gr.), u., —#; za: 
Schlußgebet nach dem Vesper (vgl. Komplete). — 
Ipodeiris (gr.): s. Apodiris. — Ilpodemialg-ik 
(gr.), f.; —eyn: Sehnsucht nach der Ferne. -ik, 
1.; Sen: Anweisung, Anleitung zum Reisen. — 
Apod-es (gr.), pl.: zu Apus (s. d.) „fußlose“ 
Thiere, nam.: Fische ohne Bauchslossen (Kahl- 
bäuche). iK, f.; 0: Fußlosigk. — Ipodi- 
(Apodel-) htik (gr.), f.; 0: apodiktisches Wissen, 
Behaupten 2c. hlisch, a.: erwiesen, unwider- 
sprechl.; als unwidersprechl. auf-, hingestellt (asser- 
torisch). -ris, f. [8 24, 3, uv.): unwiderleglicher 
Beweis; Prunkrede. — Apödisch, a.: fußlos. — 
Ipödosis (gr.), f. [8 24, 3. uv. ]): Nachsatz einer 
Periode (s. Antapodosis). — IApodpteri-on (gr.), 
um, n., —#; zen [824, 2, u.]): Aus= u. Ankteide= 
zimmer in Bädern 2c. Guht 1, 107à 256: 2, 268 f.; 
Overbech Pomp. 1, 2115. — Ipogalaklismus (gr.), 
m. [§ 24, 2): Entwöhnung v. der Mutterbrust. 
— Ipogar: ein sibirisches Getränk aus Kognak 
mit Himbeer= u. Stachelbeersaft nebst Zucker. Slo- 
bus 4, 216a. — Ipogä-, IApogé- um (gr.), 
n., —: zen [8 24, 2, u.]): Erdserne (wie Peri- 
gium, Erdnähe) eines sich um die Erde (griech. 
Gäa) bewegenden Himmelskörpers d. h. des 
Monds lnach dem ptolemäischen System auch 
der Sonne und Planeten]), val. Arbelium, u. 
z. B. analog für die Monde des Jupiters (s. d.): 
Apo- u. Peri-jovium 2c., vgl.: Wegen der in der Astro- 
nomie berkömml. Zsstzan mit Ape-, Peri-, centrisch, 
-Frapbisch u. dgl., wozu der Name Geergsstern sich nicht 
fugl. anwenden lässt lwohl aber Uranus]. Kädler 285. 
— Ipogeustis (gr.), k.; 0: Unschmack im Munde. 
— Apo-Ghelmẽnes: s. Aro. — Ipogonisch 
(gr.), a.: bartles. — Apögraph-on (gr.), um,
        <pb n="93" />
        Apoint 
n., — ; -a [8 24, 2, n.]: Abschrift. — Apoint: 
s. Appoint. — Ipoiövi-um (gr.-lat.), n., -s; zen 
[824, 2, n.]): s. Apogäum. — Apokal-Hpfe (gr.), 
f.; —m; -Epfis, k. I§ 24, 3, uv.: „Enthüllung“, 
nam.: Titel einer Schrift des neuen Testam. (Offen- 
barung Johannis). -Hptiker, m., —s; uv.; ein sich 
mit der Apokalypse Beschäftigender. plisch, a.: 
nach der Weise der Apokalyvse (dunkel, geheimnis- 
vollr.) od. sich darauf beziehend. — Apohapnism- 
us (gr.), m., uv.; -en (§ 24, 2): Räuchrung 
als Schutz gegen Ansteckung. — Apokarteres-e 
(gr.), f. -n; Zis, f. [8 24, 3, uv. J: vorsätzlicher 
Hungertod. — Sipokatastafis (gr.), f. [8 24, 3, 
uv.): Rückkehr in den frühern Zustand, Ort rr., 
nam.: Wiederherstellung der Gesundheit; Rück- 
kehr eines Himmelskörpers an denselben Punkt 
(fälschl.: Apokatästeris); (kirchl.) die „Wieder- 
bringung aller Dinge“; dazn Apokatastäl, m., 
—en; Sen, Anhänger dieses Dogmas. — Ipoha- 
thärsis (gr.), f. [8 24, 3, uv.]): Darmreinigung. 
— Ipokenöf##r (gr.), k.; —#; Eis, f. [8 24, 3, 
uv.]: abnorme Kenosis (s. d.). — AIpobkerßris 
(gr.), f. 1824, 3, uv. ): Ausstoßung aus der Kirchen- 
gemeinschaft. — Apokläsma (gr.), n., —#: -a 
(§ 24, 3, n., tis)!: Knochenbruch. — Apohkleisis 
(gr.), f [8 24,3): Verschließung; Ekel vor Speisen. 
— Sipoklerös-e (gr.), f.; —n; eis, f. 1824, 37: 
Wahl durchs Los. — Ipokleten (gr.), pl.: bei 
den Atolkern der engre Ausschuß des Senats. — 
Apokolckhpntösee (gr.), f.; —m; eis, k. [83 21, 
3, uv.): Tiberius Claudius erhielt die Ebre der Avo- 
tbeose (s. d.), die dem Seneka Veranlassung zu seiner 
Spottschrift A-e gab, wo aus der feierl. Erklärung zum 
Gott eine feierl. Erklirung zum — Kuürbis wird, d. i. 
zum Dummkopf. w. 25, 394; Gregorovius Korf. 1, 
187 ½., vgl.: Epikolokyntösis an Seneka. 191, 
Begrüßung mit der Kürbisflasche (s. Zucca), u.: 
Apol-)theosiert u. (()koloquintisiert. Homann 
(Wockern. 4, 296 2). — Ipohop-e (gr.), f.; -n: 
„Abschneidung“ (f. Apberesis), z. B. Amputation; 
nam.: das Absehneiden der Endbuchstaben eines 
Worts. - eren, tr.: durch Apokope verkürzen. — 
Ipökr-ise (gr.), f.:; —n; -ifis, k.I§24, 3, uv. 1: 
Ausscheidung v. Feuchtigk. aus dem Körper; Ant- 
wort, Bescheid. Tifärius, m. [8 24, 21: Titel 
v. Würdeträgern, Gesandten am byzantin. Hof 
(lat. Responsälis). itisch, a.: absondernd. — 
Ipokrüst-ikon (gr.), -icum, n., —s; ika (&amp;24, 
2, n.): apokrustisches Mittel. -isch, a.: eine 
dußre Krankheit zurückrrängend, so daß sie sich auf 
innre Theile schlägt. — Apökr-öph (gr.), a.: 
untergeschoben, unecht, — nam. v. Büchern, die 
zur heiligen Schrift gerechnet werden wollen (Ggftz 
kanonisch). Daumer 2, 16. —phon, -phum, n., 
—ypha, zrhen: apokryphische Schrift. -Sphisch, 
a.: avekryph. — Ipokpesee (gr.), f.; —; Gis, 
f. [8 24, 3, uv.]: das Gebären, Entbindung, s. 
Mäeusis. — Ipoläüfis (gr.), f. [8 24, 3, ur.]): 
Genuß. — Apolep-isis (gr.), f. [8 24, 3, uv.]; 
isma, u., —; -ismen s8 24, 3, n.,tis): Abschilfe- 
rung. — Apolepsee (gr.), f.; — -#e, f.; —#eyn; 
77 
Aponeurosis 
is S24, 3, uv. I: Hemmung, Ausbleiben, z. B. des 
Pulses, der Sprache, des Harus 2c.; auch — Ape- 
plexie. — Apotis (gr.), m. I§ 24, 3, Apélidis]: ein 
der Bürgerrechte Beraubter. — Apolilhöf-e (gr.), 
f.; -n; eis, f. [8 24, 3, uv.]): Versteinrung. — 
Ipöll (gr.-lat.), m., —#s; 0: der Sonnen= u. 
Gesangsgott der Alten: Jeuer A. vom Belvedere, 
jener zum Golt gebilrete Marmor. Forster It. 2, 15., 
s. Apollo, Phöbus 2c. - in, m., —(eys; —#e: Avollino. 
Gutzkom 3. 7, 179; 191. einarisch, a.: Apollo 
betreffend, ihm heilig 2c.: Nach der a-en Leier greifen. 
w. HB. 2, 155 ꝛc., lat.: apollinäris, vgl.: Bei den 
delphischen Apollinär sprielen. DMus. 17, 1, 64 2 2c.; 
oft auch: Die Griechen, ein echt apollinisches Volk. 
17, 2, 206 2c., auch: Apölltsch, z. B. lin Bezug 
auf die Jünger Christi, Apollo (Ap. 18, 24), 
Petrus od. Kerhas (Joh. 1, 42) u. Paulus]: Einer 
spricht: ich bin paulisch; der Andre: ich bin apellisch; 
der Dritte: ich bin kerhisch; der Vierte: ich bin christisch. 
1. Kor. 1. 12. -ĩno, m., —8; —#: kleiner Apoll: 
Entzückend wie der A. [das Standbilr!] in der Gallerie 
v. Florenz. Ring Verl. Gschl. 2, 179 2c. Eisch, a.: 
s. apellinarisch. —o, m., —6; —6 (/8 24, 3, zinisl): 
Apoll: Schön wie ein A. w. 4, 141 2c.; Die Venusse 
u. A-s unfrer Künstler. Kohl Petr. 2, 34 2c.; Wer 
Dies begreifen kann, soll mir der große A. seln. W. 
Luc. 4, 296; (Erit mihi mägnus A. 15, 163: Der 
wäre mir ein Magnus A. gewesen. Holiei Ch. 1, 3; 
5. 6, 18; Böchmann 138 1c.); auch als männl. Name. 
Ip. 18, 24 ꝛe.; ferner: ein Schmetterling (der 
rothe Augenspiegel). Naur 16, 298b; Ton, 
m., —8; 0: Apoll. -önikon, n., -s; önika [824, 
2, u.]; -önion, n., —: -önsen [8 24, 2, n. 1.: 
Name wenig üblicher Tonwerkzeuge. — Ipöllpon 
(gr.), m., —#; 0: f. Abarren. — Apolog (gr.), 
m., —(e)8, Cen); —e, (—en): Lehrfabel: Reineke 
Fuchs u. andre einzelne 2—en. G. 31, 181; k. 8, 137 
ꝛe. ema, u., —; tals 24, 3, n., -tis]: einzelner 
Punkt einer Apologie. -ek, m.,—en, —; —en: Je- 
mand, der eine Avologie hält od. schreibt, nam. für 
Glaubenssatzungen. tikh, f.; —en: Anleitung 
zu Arologien, nam. für Glaubenssatzungen. -#ötisch, 
a.: der Apologetik gemäß. -ic, f.; -(ehn: Ver- 
theidigung, Schutzschrift 2c.: Neue A. des Sokrates 
v. J. A. Sberhard; Horaz .. macht meine A. W. 15, 
242; 36, 81: Eine Art von A. für die Untbätigk. fei- 
ner Muse. HB. 1, 19 2c.; in engrem Sinn: Ver- 
theidigung v. Glaubenssatzungen gegen Angriffe #c. 
Silch, a.: nach einem Apolog od. in Form eines 
solchen: Ake Srichwörter, z. B.: Die Trauben sind 
sauer! sagte der Fuchs, da konnte er sie nicht erreichen r2c. 
„isĩeren, tr.: eine Apologie fürs Obj. halten, ver- 
tbeitigen. -ist, m., —en; -en: Apologet. — 
Ipolplis (gr.), k. [8 24, 3, uv.): Entlaffung der 
Gemeinde, in der gr. Kirche. — Ipomehomftr-is 
(gr.), f.; —(ehn: Messung weit entfernter Ggstde. 
Zisch, a.: dazu gehörigc. — Iponeur-ographis 
(gr.); ologie, s.; —en: Beschreibung der —; 
Lehre v. den — Aponeurosen. -öle, f.; —n; öfis, 
f. [8 24, 3, uv.]: Sehnen-Ausbreitung,-Haut, 
— Membrauen zur Umhüllung od. Anheftung v.
        <pb n="94" />
        78 Aponeurotisch 
Muskeln. ötisch, a.: zu den Aponeurosen ge- 
hörig, darauf bezüglich ꝛe. otomik, f.; —en: 
Anatomie der Avoneurosen. — Apone (gr.), f.; O: 
Schmerzlosigk., Wohlbefinden. — Apopemptic-on 
(gr.), Jum, u., —; -a [§ 24, 2, n. J: s. Anti- 
propempticon. — Ipöphasis (gr.), f. 824, 3, uv.]): 
Inventar; Spruch, Urtheil; Verneinung, Abschlag. 
— Ipophlegmät-icum (gr.), u.,—#;zical § 24, 2, 
Mn.1: apophlegmattsches Mittel. -isch, a.: schleim- 
abführend. -ismus, m., uv.; zismen: Schleim- 
abführung. -izon (§ 24, 3, u., izöntis): Apo- 
phlegmaticum — Apophorkta (gr.), pl.: Tisch- 
geschenke für die Gäste, zum Mitnehmen, vgl. 
Teuken. — Ipophras (gr.), à.: unheilvoll; von 
unglücklicher Bedeutung; nam. f.: solcher Tag 
(A. Hemera). W. Luc. 6, 76, lat.: Dies nefástus. — 
Apophlhégm--a (gr.), n., —; zen (§ 24, 3, n., 
-tis): scharffinniger, kluger Spruch. ätisch, a.: 
als — od. in der Form v. einem — Apopthegmanc. 
— Ipöphthora (gr.), f. [8 24, 11: Abertus. — 
Ilpophpllit (gr.), m., —(e)s; —e: ein Mineral, 
aus der Familije der Zeolithe Ichthvopbtbalm). — 
Ilpöph-öse (gr.), f.; —m; Iplis, f. [8 24, 3, 
uv.]: Auswuchs; Knechenfortsatz (vgl. Erirbyse), 
z. B.: A-is zygomätica 2c.; der verjüngte Theil 
einer Säule. — Apoplanks- (gr.), f.; —n; -is, 
f. I§ 24, 3, uv.]): irreführendes Abweichen v. der 
Hauptsache; Verirrung der Säfte, nam, der mo- 
natl. Reinigung. — Ipopl-kticum (gr.), n., 
—# : -éktika [SJ 24, 2, n.]: Mittel gegen Schlag- 
fluß. Ehtisch, a.: zum Schlagstuß geneigt; 
davon getroffen, gelähmt; schlagrührig 2c.; gegen 
Schlagstus diensam. kria, f. 18 24, 11; exie, 
f.: —en: Schlagstuß. — Ipopneusis (gr.), . 
18 24, z, uv.J): das Ausathmen, Aushauchen. — 
Ipopniris (gr.), f. [8 24, 3, uv.): Erstlickung. 
— Ipopsychite (gr.), f.; —eyn: tiefe Ohnmacht, 
s. Apsychie. — Apor-em (gr.), n., -(e)s; -e; -es, 
n., —; -ta 24, 3, n., -tis]: Verlegenheit 2c.; 
schwierige Aufgabe, Streitfrage. -ematisch, a.: ein 
Aporen betreffend; zweifelhaft. -etiker, m., —; 
uv.: Skeptiker. -i, f.; —eyn: Verlegenheit, 
Rathlofigkeit, Zweifel 2c. isma, n., —8#; ta 
15 24, 3, n., ttis): Aporem. — Ilorrhaontkri- 
on, -um (gr.), n., —#; -a: Gefäß mit Weih- 
wasser, s. Perirrbanterion. — Iporrhaxis (gr.), 
f. [S 24, 3, uv.]: Art Ballspiel der Alten. 
Guhl 1, 254. — Iporrhelo (gr.), pl.: Ich empfing 
.. den zweiten Grad der Weibe In der That ver- 
diente Das, was . in mir vorging, den Namen „nn- 
aussprechliche Dinge" (A.) in einem ganz andern Sinne 
als jene Ausschlüsse, die den Epopten in den eleusinischen 
Mystersen zu Tbeil wurden. w. 16, 232.— Iporrh- 
õa (gr.), f. 18 24, 11; õe (6), f.; —n: Ausflus, 
Ausdünstung. — Iposalürni-um, n., — ; zen 
[8 24, 2, u.]: s. Arogäum u. Ggstz Perisaturnium. 
— AIlpos-epedin (griech.), m., —#; 0: Käse- 
fänlnisstoff. opsis, f.; —-(ehn: Vermedrung, 
Zersetzungsproces bei verhindertem Zutritt von 
Sauersteff u. Feuchtigkeit. — Aposiẽ (gr.), k.; 
0: Mangel an Durst. — Iposiopesee (gr.), f.; 
Inpostel 
—n ; eis, f. [8 24, 3, uv. ]: das Abbrechen mitten 
im Satz, als Redefigur. — Ipolilié (gr.), f.; 
0: Mangel an Eßlust. — Iposk-emmoa (gr.), 
n., — ; # 24, 3, n., tis), pfis, f. [8 24, 
3, uv.]: Metastase (s. d.). — Iposklhisis 
(gr.), f. [S# 24, 3, uv.]): Skalpierung (s. d.) 
„nach seythischer Sitte“. — Apospasm-a (gr.), 
n., —#; -# (S 24, 3, #is): Sus, m. s8 24, 21: 
das Zerreißen weicher Theile des Körpers. — 
Iposphakelismus, m., uv.; 0: das Brandig- 
werrden. — Iposphragisma (gr.), n., —; —ta 
(§ 24, 3, n., #tis): Siegelabdruck. — IApôst-asie 
(gr.), f.; —ehn: Abtrünnigkeit, nam. religiöse. 
a feren, intr. (haben, sein): ein Avostat sein, 
werden. alis, f. I&amp; 24, 3, uv.): s. Arostasie; auch — 
Avostem; Metastasis. -ät, m., —en, —#; Sen: ein 
Abtrünniger, Glaubens-Verleugner (vgl. Renegat): 
Der Dovvel-A. Gutzkow 3. 9, 191. Jata, m. 
[8 25, 11: Avostat: Juliänus A.; Einen ebrlesen 
Ketzer u. Mamelucken ed. A-m. Fischari B. 45. atisch, 
a.: abtrüunnig. — Ifpöst-el (gr.), m., —; 
uv., (-ölen. senau Alb. 4; Keißner Gd. 14 2c.; 
vralt.: —n. (ischart B. 27a; 29b 2c.; Wockernagel 
3, 189 30; 305 40; 475 20 2c.; Sen. 954 30): 
1) Sendbote, namentl. die 12 Zünger Christi 
(ogl.: Tag der heiligen 12 Boten. Berlichingen 280; 
Petrus, der Zwölfbete. Schwab 2, 45 2ec.); auch 
Christus selbst. Hebt. 3, 2; die ersien Verkünder 
einer Lehre, z. B. der christlichen; auch: Falsche A. 
2. Kor. 11, 13 = After-A. Eß, vgl. Lügen-M.; 
Teusels- A. 1ulher 6, 4b; 7a 2c.; weibl.: Dabel 
glaubt sie, den Beruf zu haben .., A-in jeder Wabrbeit 
zu sein. Leifewitz (Herrig 31, 394) 2c.; aber auch: Die 
alten Muhmen sind immer die Ehstanrs-A. Robner 1, 
173 r2c. Andre Zsstzgn z. B.: Freiheits-A. Siaht 
Rer. 2, 302; 50; Friedens-A. Hamidt Derr. 210; 
Humanitäts.A. fallmeray#er GsW. 2, 410; Meer- 
A. [v. einem Meerpferd, in der Thierfabel]. ichtorc 
85; Seinen Mit-A. DAMus. 1, 2, 6493; Reforma- 
tions-A. Klencke Parn. 2, 51; Senr.A. der Mäßig- 
keitsvereine. Gutzkom K. 4, 49; Paulus. Die Ur-N. 
ragegen. Grenzb. 26, 3, 217; 83 1c. Ferner als 
Bstw. z. B.: A.-Amt. Nöm. 1, 5; A.-Beruf. 
Aucrbach Leb. 3, 282; Gott frart sein treu A.-Blut 
seinen A. J. Echmeye 33; A.-Buch. Wagttn. 3, 
14316; Die Krüdener als A.-Dame. ploten 3, 13; Es 
schuf bier jener A.-Fürst lin Rom Petrus] zum 
Throne den Altar. 2, 158; A.-Sest, -Tag; A.= Ge- 
schichte, ein Buch im N. T.; Nun verlor dein 
Schlüssel, A. Gewaltberrschaft, die Gunst. ploten 
2, 235; A.-Maske. SIch. 6b; A--Orden; Auf dem 
A.-Pferr reiten, scherzb. wie: auf Schusters Rarren 
— zu Fuß gehn (. Mark. 6, 8) od. pér pẽdes spo- 
stolörum gebn vd. avestolieren; A.= Salbe, mit Be- 
zug auf die Zwölfzabl der dazu genommnen In- 
gredlenzfen; A.-Schlüssel; A.-Tag, Fest; A.= 
Tbeilung, kathol. Fest (am 15. Juli); A.- 
Wurde r2c. — 2) (s. 1) übrtr.: a) Papier, das 
Knaben ihrem Papierdrachen auf dem Binrfaden 
in die Luft nachsenden. — b) (seem.) = Bugbolz. 
— c) A. nennt man große Krüge,] darein geht Wein
        <pb n="95" />
        Apostelhaft 
u. Bier zur Genüge. ortüm Zobs. 1, 82; Die 12 A., 
die heiligen Stückfässer lim Bremer Rathskellerl. Heine 
Lied. 386. elhaft, a.: apostelartig. Gartenl. 16, 
6 30a; Tcherr Pilg. 2, 141. Telschaft, f.; 0; 
elthum (Lartmann Unst. 2, 231): Thätigk., Beruf 
eines Apostels. — Ipostem (gr.), n., —(e)s; -#e#: 
Eitergeschwür, s. Aksces, vgl. Arestafis, Bildung 
eines A-s; Pfl.: A.-Krant, Scabiösa; „Röhrlein, 
„Röslein, Leontodon 2c. atiön, f.; -en: das 
Schwären. Tatisch, -atös, a.: eiternd 2c. — 
Iposteriör-i (lat.), adv.: Ein dgl. v. der Erfah- 
rung u. selbst v. allen Eindrücken der Sinnllchk. unab- 
hängiges Erkenntnis.. Man nennt solche Erkenntnisse 
a priöri (s. d.) u. unterscheidet sie v. den empirischen, 
die ihre Quellen a posteriori (s. d.), näml. in der Er- 
fahrung haben. Kant Kr. d. r. Vern. 2. Cisch, a.: 
emririsch. Hegel Leg. 1, 33. Tität, k.; 0:; das Be- 
ruhn auf Erfahrung. — Iposthie (gr.), f.; 0: 
das Fehlen der Vorhaut. — Apostill (nlat.), n., 
—s; —-e; -e, f.; —n: 1) Entlaßbrief. — 2) (ral. 
Postille) Nachschrift; Ranrbemerkung. -äkor, m., 
—6; zatören (§24, 3, öris]: Schreiber v. Randbemer= 
kungen, Glossen. - Kren, intr. (haben): Randbemer= 
kungen machen. — Apost-olãt (nlat.), n., —C(e)s; 
e: Apostelschaft. w. 3 1, 318; Das rerlerene Seligkeits- 
A. Monctbl. 1, 3143. Tolicismus, m., uv.; 0:; 
das System der unbeschränkten kirchl. Herrschaft in 
geistl. u. weltl. Dingen. olieitäl, f.; 0: das 
apostelgemäße Sein einer Lehre, Kirche 2c. -olĩeren, 
intr. (haben, sein): zu Fuß gehn (s. Avostelrferr). 
fischatt B. 14 7a, vgl. 136b. -ölicum, n., —; 0 
1§8§ 24, 2, n.]: Das N. T. zerfällt in die 4 Evangelken 
(ed. das Evangslicum) u. in das A. (vgl. Katholikon 3). 
ölicus, a.: apostolisch: Mênses (s. d.) apostölici. 
-ölisch) a.: die Aveostel betreffend, von ihnen 
stammend, ihrer Lehre gemäß ꝛc.; auch (in 
Bezug auf die Pirste als Nachfolger Petri): 
rärstlich, z. B.: Der ak-e Sitz, Stubl rc.; A-e 
Kammer, Verwaliungsbehörde der pärstlichen Ein- 
künfte; Der a-e Protonotär. Keißner N. 2, 226 2c.; 
ferner: A“-er König, a-e Majestät, Titel der Könige 
v. Ungarn u. Kaiser v. Ostreich; Die Aen, die a-# 
Zünta, Anhänger des Apostolicismus in Spanien 
#. ; auch z. B.: Entwicklung des nach-a-en Christen- 
thums. Btenzb. 26, 3, 83; Keihner Schw. 5, 161; 
Die vor-a-#e Exoche. Volksz. 16, 263. olus, m. 
18 2 2: Apostel: Pér pedes (s. d.) apostolörum, 
s. Apostelpferd. — Ipoströph (gr.), m., —.e)8; 
e: Häkchen (7) zur Bez. des Ausfalls v. Buch- 
staben. -e, f.; —n: die mit unmittelbarer Hin- 
wendung sich an Jemand od. etwas Personif. rich- 
tende Anrede. Iẽren, tr.: 1) mit dem Apostrorh 
versehn. — 2) eine Apostrophe ans Obj. richten. 
Zisch, a.: apostrophiert (1; 2). — Ifpotelesm-a 
(gr.), n., —;: -ta [8 24, 3, n., tis): Vollendung; 
Wirkung; Einfluß, — nam. der Gestirne u. Konstel- 
lation. -ätik, f.; -en: Astrologie. -ätisch, a.: auf 
Apotelesmata bezügl. — Ipothanäse ia (gr.), f. 
1824, 11; ie, f.; —eyn: tas vollständige Er- 
sterben. — Ipolh-Kcium (zgr., § 24, 2, u. ]: der 
Fruchtstand der Flechten. #e, k.; —: „Nieder= 
Apparence 79 
lage“ (vgl.: Nach dem mecklenburgischen Idiotikon: 
denn in diesem heißt jeder Materialladen eine A. IP. 1. 
156, vgl. — daraus entstanden — Bottega 2c.), 
gw. speriell: Arzneiladen; Sammlung verschiet ner 
zu gewissem Gebrauch bestimmten Arzneien, z. B.: 
Die kräuterreichen Wälder sint Arotbeks genug. Logau 
(I. 5, 290) 2c.; Alloparbische; homöorathische A.; 
Augen- (Stiling 3, 105); Haus-; Noth= (Holtei Ch. 2, 
30); Reise= od. Feld- (rortative. Gutzkow 6, 430); 
Schiffs-A. 1c.; Zweibeinige (Hedel 3, 120), wandernde 
A., scherzh.: Zemand, der viel Arznei nimmt. 
z-’ker, m., —8; uv.: Arzneibereiter, Apotheken= 
besitzer. Sir. 38, 7 2c.; A-in. 1. Sam. 8, 13 2c.; Die 
99procentigen A. Auerbach Leb. 2, 161 („Neunundneun- 
ziger') 2c.; A.-Büchse; -Gehilfe (s. Provisor); -Ge- 
wicht;-Kunfst; KLatein (schlechtes, vgl. Küchenlatein); 
Lehrling; mäßig;-Narr;-Rechnung (mit übermäßigem 
Gewinn, vgl.: A.-mäßige Rechnungen. p##ler Suröstl. 
3, 468); „Schwamm (Badeschwamm); Srleen 
(s. d.); Tare; Zeichen (die auf Recerten üblichen, 
z. B. für das A.-Gewicht) 2c. -eref, f.; Sen: 
Trelben, Kunst eines Avothekers (ogl. Pbarmatie). 
Soltz 3, 147; Hollenhagen Froschm. Kap. 18 2c. 
-erhaft (Keller gH. 2, 210), erisch (fischart Garg. 
1 7a), Terlich (Couhelf Sch. 2, 20 5), a.: apotheker- 
mäßig. Fern, intr. (haben): Arzneien anwenden, 
merieinieren; auch: nach Arzneien schmecken. 
Rumohr Kochk. 101. „#erschaft, f.; —en: das Aro- 
thekersein (Beuine Enf. 389); Apcthekerzunft 2c. — 
Ipothem (gr.), n., —eys; -#e: Perpendikel aus 
dem Mittelpunkt auf die Seite eines regelmäßigen 
Vielecks. Menzel Maib. 9. — Ipotheös-e (gr.), 
f.; —; eis, f. I/§ 24, 3, uv.]: Versetzung, Er- 
hebung unter die Götter (val. Arokolekeonköse). 
-ieren, tr.: vergöttern. — Ipotherapfe (gr.), 
f.; —-(ehn: vollkommne Heilung; Nachkur. — 
Ipotropä-er (gr.), m., —#s; uv.: Noth-Abwen- 
der, -Helfer. -on, -um, n., —#;; a [824, 2, n. J: 
Schutzmittel, Amulett. — Apozẽma sgr., § 24, 
3, u., -tis): Dekokt (s. d.). 
IAppaissieren, Appalt 2c.: s. Apa 2c. — 
Apparät (lat.), m. (u. 7 pouillt 1, 396), —(eys; 
e: die Gesammtheit der zu einer Arbeit, Verrich- 
tung r. nöthigen Hilfsmittel u. Werkzeuge, z. B.: 
Chemischer A.; Kririscher A. rc.; [Auf Rertungsstationen! 
.. Raketen-A-e. . Ein Mörser-A. .. Der gesammrte 
Bei.A. Sartenl. 15, 268 ic.; Induktions- (Sale Tel. 
57); Schreib- (113); Ubertragungs-- (114) A. ic.; 
Trecken-A. franke Kat. 136 2c.; Polarisations-1A. 
pouillet 2, 265; Wo solche lichtsondernde A-e feblen, 
wie Dies bei vielen niedern Thierklassen der Fall ist, da 
kann .. nur eine Unterscheidung v. Licht u. Dunkel. 
statlfinden; doch sind selbst für eine solche Lichtemrfin- 
dung noch besondre Nerven-A-e nöthig. 175 2c. us, 
m. (§ 24, 4): Arvarat; auch z. B. A. mulkebris 
(Rechtsfrr.), die weibl. Gerade. — Ilppar-eil 
(frz. —rili), m., —#; -e; -rille (-i0h, f.; —: Ar- 
parat; Zurüstung, Pracht; mählich anfleigende 
Auffahrt; auch die Fässer zur Aufnahme des Kotbs 
bei geruchlosen Abtritten. Heim 15b 2c. -eufe (—52), 
f.; —: Kupplerin. — Ippar-ence (frz. —rängß), 
—.
        <pb n="96" />
        80 Apparent 
f.; —§, —n: Schein; Wahrscheinlichk.; das äußre 
An-, Aussehn. nt, a.: scheinbar, anscheinend; 
sichtlich, offenbar. — Apparentieren (nlat., frz.), 
tr., rett.: verschwägern; in Verwandtschaft — 
bringen, rell. —: kommen. — Appar-enz (lat.), 
f.; -en: Apparence. Titiön, f.; —en: das Sicht- 
barwerden (v. Gestirnen 2c.); Erscheinung; Ge- 
spenst. -ilor, m., —;-itören [824, 3, öris)]: Diener, 
nam. obrigkeitl.; Rathsdiencr. — Appartement: 
s. Apart 2c. — Appassionäto (it.), a.: (Muf.) 
leidenschaftl., gefühlvoll. — Ippell (frz.), m., 
—#; Se: Namensaufruf; Zusammenrufung der 
Soldaten u. das Slgnal dazu mit Trompete od. 
Trommel; das Achten auf den Ruf bel Hunden 
(Döbel 1, 113); Fechtk.: Angriff mit Aufstampfen 
des Fußes, wobei man auf dem Platz stehn bleibt; 
auch — Appellation. G. 3, 183 u. z. B.: Beim 
A.-Hofe zu Douay. Ualß. 20, 535; Volksz, 15, 
269 „#c.; ferner z. B.: A.-Ofen, am Schlot von 
Dampfschiffen eine Blechthüre, wodurch man er- 
forderlichen Falls angezündete Lappen hinabwirft, 
um die nöthige Luftströmung herzustellen. Bobrik 
209b. äbel, a.: so beschaffen, daß dagegen noch 
an ein höheres Gericht appelliert werden kann 
(GOgstz: in-a.): Eine a-e Rechtssache, Cansa appel- 
läbilis 2c. Dazu: Die Appellabtlität aller 
Beweisurtheile. Grenzb. 26, 1, 213; 218 2c. Zändi: 
Beneficium (s. d.) a. -aut (lat.), m., en, (—9); 
—en: ein v. einem Untergericht an ein höheres sich 
berusender Kläger. ät, m., —en, (—6); -en: der 
Gegner des Appellanten (Antworter). ätio, k. 
1§J 24, 3, atiönis): Berufung an ein Obergericht 
c. Interjeftion): A. (inhadmisstbilis, (un)zulässige; 
descrta, verstummte (vgl.: Ais desertio, Versäu- 
mung der Appellation); frivola, temeräria, frevent- 
lich-nichtige 2e. -olion, f.; -en; —#s: Appellatio, 
auch: A-s. Adhäsion (s. adhärieren 2); = Deduk= 
tion, Rechtsausführung des Appellanten; Li- 
bell, seine Rechtfertigungsschrift; „Gericht, 
Hof, Tribunat, -Konseil, Obergericht (für 
A-en), vgl. für eine noch höhere Instanz: Ober- 
A-s-Gericht 2c., dazu: (Ober-)A-s-Rath 2c.;-Privi- 
legium, das Recht, bei der A. neue Ausführungen 
u. Beweise vorzubringen unter dem A—-s- Eid, daß 
man als erheblich sie in der frühern Instanz vorzu- 
bringen nicht im Stande gewesen;-Verfahren 2c. 
aliv: 1) n., —(e)8; —e: Sprachl.: Gattungs- 
(Gyastz: Eigen-) Name, auch: Appellativum 
(&amp; 24, 2, n.). — 2) a.: den Charakter eines A-s 
habend, auch appellativisch. atörium, n.,; 
örsen /§ 24, 2, n.]): Appellationsverfahren: Dies 
Urtheil in appellatörio bestätigt. Mal3. 2 1, 139. -Ieren: 
) intr. (haben): a) ein höheres Gericht 2c. anrufen: 
Von dem trunkuen Philipp an den nüchternen; an Je- 
mandes Billigk. a. 2c.; wortspielend: Sich aus Appel- 
lattonsgericht nach Speler wenden; nach Speier a., 
dann auch bloß: a. — speien, kotzen, sich übergeben. 
— b) v. Hunden: anschlagen. — 2) tr.: die Sol- 
daten zusammenrufen. — Ippend-kesen (nlat.), 
pl.: Pertinenzlen. -ickeren, tr.: anhängen; als 
Anhang, nachträgl. beifügen. #cula (lat.), k. 
Applumbation 
[8 24, 1]: kleiner Appendir. -ikulär, a.: an- 
hangend, als Anhängsel vorhanden rc.: Lebens- 
thätigk. der a-#en Organe (Blätter). Humbold' K. 1, 344. 
-ix, m. (wie frz.), uv., Ses; Se; f. (§ 24, 3, 
icis): Anhang, Anhängsel 2c.: Selbst alte u. bäs- 
liche Damen ziehn sich oft mit einem sehr hübschen u. 
sungen A. [Liebhaber] herum. 3 Kohl Par. 1, 93; Der 
Gostinnol Dwor mit seinen Buden-A“-en. Kohl Pet. 
1, 111 2c. — Apperc#.: s. Aperc 2c. — Ippértin- 
ens (lat.), a. I§ 24, 3, ntis]: hinzugehbrig. 
nlien, pl.: Zubehör (lat.: appertinntia). 
Tnz, k.; —en: Zubehör: Daß rie Inseln A“-en des 
amerikanischen Kontinents sind. Ausld. 38, 867a; Kohl 
Pet. 1, 16. — Ippct-enz (lat.), f.; —en: Be- 
gierde, Trieb. -issant (frz. —ifäna), a.: anlockend, 
reizend. -iI, m., -(eys; -#e: Neigung, Begier, 
Lust zu Etwas; Eßlust (s. Eusitie): A. zu (G. 2, 
211), auf (Gutzkow R. 5, 110), nach (sichunberg 5, 
479) Etwas; Swatoslaw hat noch ganz dieselben A-e 
für Byzantinisches. falmerayer Or. 1, 25 2c.; Elexhan- 
ten-A. Nückert Mak. 1, 127 #c#.; A.--los. Seydelmann 
299; A.-losigkeit. Börne 4, 125 2c. -itiön, f.; en: 
Appetenz. -iliv, a.: lüstern, begehrl. -itlich, 
a.: Lust, nam. Eßlust erweckend; relzend 2c.: A-e 
Kuchen. G. 18, 330; A-e Leiber. 31, 173; 12. 120 
ic. ; A-feit ꝛc. — Applan rc.: s. Aplan 2c. — 
Ippl-andieren, intr. (haben): Beklfall klatschen, 
zuklatschen; auch tr.: Wurden die Schauspieler fast 
nie, einigemal aber das Stück applandiert. G. 26, 85; 
Ich applandierte mich selbst nicht wenig. Rohel 1, 406 1c. 
Sandissemenk (frz. —odissmäng), n., —6; —##: Av- 
plans. -aus, m., —es; —e: Beifalllsäußrung): 
Man hat mich vor dem sog. Familien-A-e gewarnt. 
Gutzkom Tart. 161 rc.; A.-Reiterei (Volksz. 16, 65), 
Sucht 2c. -düsor, m., —6; zanfören (§ 21, 3, 
õris]: Beifallsklatscher (vgl. Klagueur). aülus, 
m. 18 24, 41: Applaus. Cfhohrdt 2, 558. — 
Appli-etur (lat.): es werde appliciert (s. d.). 
Srieren, tr.: das Obj. auf Etwas heften, 
haften machen 2c.; Etwas anwenden: Einem 
Etwas a., z. B. ein Klystier 2c., beibringen 2c.; refl.: 
sich auf Etwas legen. -habel, a.: applicierbar, 
anwendbar: Applikabilität, Anwendbarkeit. 
„calio, f. [8 24, 3, uis): Anwendung: Flat a., 
Nutzanwendung folge! Gartenl. 16, 206a. „ Roliön, 
f.: —en; —-: 1) Applicierung; Anwendung; Ein- 
gabe, womit man sich an die Behörde wendet: Für 
dle Bearbeitung der Koblenlager . faͤngt man kürzlich 
an, A-en bei der Regierung einzureichen. Globus 1, 
9öb c.; Art Predlgt: Nach dem Hochamt bielt der 
Pfarrer .. noch eine A. Gurkow 3. 3, 312; 5, 195 2c.; 
chirurg. Verband 2c.; A. von Spitzen, Ubertregung 
derselben auf andres Zeng, vgl.: A-z-artig sticken. 
Musterz. (56) 3aà ꝛe.; A-s-Farbe, ohne chem. Verbin- 
dung aufgedruckte 2c. — 2) Fleiß. hatür, f.; 
en: (Mus.) Fingersatz (S. 31, 141 2c.), — bei 
Streichinstrumenlen nam., wenn zur Hervorbrin- 
Zung der hohen Töne die Finger nach dem Steg 
zu rückend aufgesetzt werden: Die stark angestrichne 
Saite, besonders in der A. überschreit sich. Lieck N. 1, 
35. — Ipplomb-, Ipplumb-aliön, f.; Sen:
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        Applombieren 
Plombierung. -ikren, tr.: plombieren. -ist, m., 
—en; —en: Beamter, dem das Plombieren obliegt. 
— Appoggiäl-o (it., appodshäto), a.: (Mus.) 
die Töne an einander geschmiegt, getragen. — Nra, 
f.; -üre: Vorschlagsnote; Schleifung der Töne. — 
Ippoin“t (frz. apoing), m., —#;—6: eine zu einer 
runden Summe noch hinzuzufügende Summe, wo- 
durch ein Betrag vollständig („auf den Punkt“, 
auf Heller u. Pfennig) ausgeglichen wird: (Par) a. 
— dd. it.: (per) appünto — remlttieren, trassieren 
2c., die einzelnen Wechsel, wodurch zusammen eine 
Summe gezahlt wird; bei Papiergeld rc. die 
Summe, zu deren Betrage es einzelne Scheine 
giebt, z. B.: Die zu emittierenden Aktien in „Apoints" 
v. 125 Rubel od. 20 Livre St. Nal-B3. 18, 558 rc.; 
eine einzelne Nummer v. Obligationen einer Kredit- 
gesellschaft: Die ausgelosten A-s 2e. tement 
C□temäng), n., —8; —6: Gehalt, Besoldung; Wei- 
sung des Richters zur Einreichung der Rechtseschrif- 
ten. „teur (—tör), m., —8; —6, —e: Gerichtsbei- 
sitzer; Streitschlichter. -h###n, tr.: ausgleichen 
(refl.: sich vergleichen); Rechnungen mit den 
Handelsbüchern vergleichen; besolden; (Rechtsspr.) 
ein Appointement erlassen. — Apponteren (lat.), 
tr.: beilegen, hinzufügen, vgl. in lat. Form 
(Rechtsspr.): Apponätur 2c., es werde beigefügt, 
z. B. ein Aktenstück u. in Mz.: Apponántur 
dcta. — Ippört (frz.), „bring her!“; auch n., 
—(e)#; Se: dieser Ruf, Befehl für Hunde. 3. ö 4a 2c. 
age Cösh), f. (n., -6); —n : Trägerlohn. -keren, 
tr.: herbeibringen, holen 2c., — nam. v. dressier- 
ten Hunden, auch: Ihn wie ein Hund laus dem Was- 
ser] her aus-a. Meißner Stein 36. — Apposit-iön 
(lat.), f.; -en; —s-: (Sprachl.) Beisatz, Bei- 
fügung, nam. eine als verkürzter Relativsatz bei- 
gefügte nähere Bestimmung: A-s-Verhältnis 2c. 
(l. Exeregese). - iv, a.: als Apposition stehnd 2c. 
— Ippreci--äbel (frz.), a.: durch Schätzung be- 
stimmbar. -ateur (-atör), m., —#8; —#, : 
Schätzer. -alion (-aßföng), f.; —#: Schätzung; 
Werthbestimmung. Naiß. 19, 601. „ren, tr.: 
durch Schätzung den Werth bestimmen; schätzen. 
— Apprehen-dieren (lat., frz.), tr.: ergreifen; 
begreifen, auffassen; fürchten, Besorgnis hegen. 
ibel, a.: ergreifbar; begreisl. sio, f. [8 24, 3, 
siönis]: Ergreifung: A. possessiönis, Besitzergrei- 
fung; Förum (s. d. 2) a-nis od. deprehensiönis, das 
Gericht am Ort der Verhaftung. sion, f.; -en: 
Ergreifung, Auffassung. Kant Anthr. 4; 15 2c.; 
Besorgnis. G. 39, 84; 87; 317 2c. sĩv, a.: Be- 
sorgnis hegend oder erregend. 27, 88 rcc. — 
Ipprekat-iön (lat.), f.; -en: das Flehn. -örisch, 
a.: flehentlich. — UApprent-i (frz. aprangt#), m., 
—6; —# : Lehrling. issage (issesh) f.; -en: Lehr- 
zeit, Lehre (Stellung eines Lehrlings). — IAp- 
pression (nlat.), f.; —en; —s-: Andrückung: 
A-s- [Druck-] Pumpe; -Werk 2c. — Appret (frz. 
aprä), m., —s; —s: Vorbereitung; Appretur. 
eur Cör), m., —; uv.: Appretierer. Eren, 
tr. zubereiten, zurichten, nam. Fabrikaten, in- 
sonderheit gewebten Stoffen durch gewisse Opera- 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Apres 81 
tionen die ihnen als Handelsartifeln nöthige äußre 
Beschaffenheit, in engrem Sinn: eine gewisse Staͤrke 
u. Steifigkeit geben. -ür, f.; -en: Appretierung; 
das dazu Dienende u.: die dadurch bewirkte Be- 
schaffenheit. — Appretiabel 2c.:; s. Apprcei 2c. — 
Ipprob-ätio (lat.), f. [8 24, 3, önis): Appro- 
bation: Cum Imit] a-öne 2c. ation, f.; -en; 
—8—-: Bewilligung, Genehmigung; Beifall. -ätur: 
„wird approbiert“, Formel der bischöfl. Approba- 
tion für Druckschriften. -ativ, atörisch, a.: 
billigend, beifällig. -ie#ren, tr.: nach erfolgter Prü- 
fung billigen, genehmigen, gutheißen.— Approch- 
ant (frz. aproschäng), a.: nahe kommend, ähnlich. 
E (aprösche), f.; —n: Laufgraben, sich der Festung 
zu nähern. Sch. 92Sb; auch: Approsch en. Blumauer 1, 
140; Fal# Mensch 150 2c. Tement (Temeng), n., 
—6# —# : Annäherung. e, intr. (sein): näher 
rücken, nam. in (od. mit) Lanfgräben. w. 10, 184 
2c. — Approfond-feren (frz. —songd-), tr.: er- 
gründen. Sissement (issemäng), n.,; : Ergrün- 
dung. — Appromiss-or (lat.), m.,;zören [824, 
3, öris): Mitbürge. — Appropinqu-ation (lat.), 
f.; —en: das Herannahen. -e#ren, intr. (sein): 
nahen. — Ippropri-älio (lat.), f. [8 24, 3, 
önis!): Aneignung: A. fsüdi, Lehnserwerbung. 
Sation, f.; -en; —-: Aneignung, Erwerbung 2c.: 
A-s--Bill. Ualß. 29, 578 2c.; Komité. 109 cc.; 
(Chem.) der Zustand zweier Stoffe, die sich nur 
mittels eines dritten verbinden können. —ieren, 
tr.: sich Etwas an-, zueignen. — Ippröschen: 
s. Approche. — Approviantikren, tr.: verprovian- 
tieren. — Approoisiön, f.; -en: Ammunition: 
Zumal bei Annahme dieses Gewehrs man auch alle A-en 
hätte ändern müssen. Nat #. 19, 320. eren (frz.), 
tr.: mit Lebensmitteln, mit Vorrath versorgen. 
21, 57; Im Interesse der Arpprovisionierung 
Wiens. ebd.; Garkenl. 17, 23b.— Ipproxim-ando 
(lat.), adv.: (an)näherungsweise. aliön, k.; 
—en; —s-: Annäherung: A-s- [Näherungs-] Werth; 
Verfahren, auch (sofern es ein möglichst erschöpfen- 
des ist): Erhaustion(s-Verfahren) 2c. -ãtiv, a.: an- 
nähernd; allmählich. - ative, f.; —n: Annähe- 
rungspunkt. -ren, intr. (sein): appropinquieren. 
— Appui (frz. apal), m., —6; —§ : Stätzpunkt; 
Stütze; Lehne: A. (de) Main lmengl, „Handstütze“, 
Ruhestab, Malstock, als Stütze der den Pinsel hal- 
tenden Hand des Malers. — Sippuls (lat.), m., 
—es; —e: Anstoß; Antrieb; (Sternk.) das schein- 
bare Anstoßen eines Himmelskörpers an einen (gw. 
durch ein Fadenkreuz) markierten Punkt des Fern- 
rohrs. — Ippink-amento (it.), m., —; —8, 
zamenti: Appointement; auch: das Stelldichein. 
Hartmann Nat. 1, 195. —o, m., —; —8, -i: Ap- 
point. — Ilppupieren (srz. —üjk#en), tr., refl.: 
stützen; lehnen; unterstützen 2c.; intr. (haben): 
auf Etwas dringen; den Nachdruck, Ton legen 2c. 
G. 39, 381 rc. 
Apres (frz. aprä): 1) adv.: nach: A. cela, 
danach, pückler Süröstl. 1, 242; A. nous snu] le dé- 
luge ldehlüsh!, nach uns komme die Sündfluth! 
Hüchmann 192, Wahlspruch Derer, die nur an das 
6
        <pb n="98" />
        82 Apriharium 
eigne Wohlleben denken, unbekümmert um das den 
Nachkommenden daraus erwachsende Unheil; A.O 
midi, Nachmittag; A.Csoupée lßupe, nach dem 
Abendbrot 2c. — 2) m., uv.; uv. (mit lautendem 
"): Nachspieler. — Iprik-ärium (nlat.), n., 
—# ; zärlen 18 24, 2, n.]: Sonnenhaus. alion 
(lat.), f.; —en: das Sich-Sonnen, s. Insolation. 
— Iprih-öse, f.; —n; öschen, lein; n-: die 
pflaumenähnl., süße Frucht des A-n-Baums, Prünus 
armeniaca, u. dieser selbst (Nach biez aus lat. 
precox, frühreif, ngr. Jocexzz###con, — vgl. ugr. 
Séobrockor 2c. —, dr. al-berkük, span. albari- 
coque; it. albercocco, albicocco; frz. abricot 2e.). 
— Apr-il (lat.), -ill, m., —, uv.; — -—s-, 
—en-: Name des Aten Monats, den bes. seine Ver- 
änderlichk. kennzeichnet. Ss., auch: Ein A.-Monat 
kann kaum so schnell mit der Wittrung wechseln als die 
Franzosen mit der Kleidung. Monaibl. 2, 51 8a; Ver- 
ändert, wie ein A.-Tag sich v. Stunde. w. HB. 2, 
214; A.-Wetter. Aleris Hos. 1, 1, 196; Gutzkow 
11, 142; Mars fährt auf Allen-Wetter. WhMüler 
1, 80; A.-Glück, -Liebe, sehr veränderl. 2c. — 
Jemand in (den) A. schicken, führen, senden, sprengen 2c.; 
zum A. schicken 2c. — ihn zum Narren haben 2c.; 
das A.-Schicken 2c. bezieht sich auf eine welt verbrei- 
tete Sitte (s. Hettig 23, 444), am ersten A. — nach 
dem Reimwort — „Narren zu schicken wohln man 
will—-, s. Zinkgräf 1, 156 2c., vgl.: A-§- Gaukelei 
(Merch' Br. 1, 17),Narr (G. 33, 110) w. Ferner 
als Bstw. z. B.: A.-Blume, Anemöne nemorösa; 
FEule, Phalsna aprillna;-Muschel, Art Kamm- 
Muschel, Ostrea väria c. (len)hafl, a.: launisch, 
wetterwendlsch. — Ipriör-i (lat.), adv.: s. 
apostertorl; guch n., —#;0: Ohne ihr A. für ihre 
ewige Welt. Lichte 7,/29 2c. Cisch, a.: unabhängig 
v. der Erfahrung aus Vernunftgründen geschlossen. 
Frauenstädt Schop. 210; A-e Philosophie. Gervinus 
Gsch. Dicht. 5, 11; Diese a-en Realitäten. Kant phRel. 
45. Eistisch, a.: apriorisch. -ität, f.; 0: das 
apriorische Sein 2c. Hegel Log. 1, 33; 249. — 
Apropos (frz. —pö, s. Propos): interjeftionsartig: 
„bel Gelegenheit" = was ich sagen wollte; da 
fällt mir eben ein; weil wir grade davon sprechen 2c. 
G. 7, 41 u. o. (vgl.: Ja, was ich sagen will, Lisett- 
chen, apperpoh. Külner 5, 239); m. Genit.: A. 
der Komödie! k. 12, 324 1e. od. mit Präpos.: A. bei 
Austern! Kohl Irl. 1, 322 2c.; auch (Volksspr.): Aber 
wleder auf unser A. zu kommen. W. 1, 109 rc.; ferner 
als männl. Hw. (Gen. u. Mz. uv., doch mit lau- 
tendem s): ein passend angebrachter Einfall: Mie 
einer Fülle so epigrammattsch zugespitzter A. vorgetragen. 
Gutyzkow 3, 294; R. 1, 91 rc. 
Apsäras (skr.), f.; uv.: . .. sind 
verführerische Schönheiten, welche mit ihren Relzen die 
Bewohner v. Indra's Himmel beseligen. DMus. 15, 2, 
632; Hõset Urw. 91; Die eine Glanzgestalt der griech. 
Aphrodite ist bei den Indiern in 1000 A. zersplittert; 
wir haben für den unbequemen. Namen überall Nymphen 
übersetzt. Mückert Nachl. ic. — Ipfkide (gr.), f.; In; 
ie, f.; uv., üden I§ 23, 3, dis]): 1) Nadfelge: 
Aqua 
Hölzerne Felgen (Absides). Weiss Kost. 1, 1324.— 
2) (Bauk.) Abseite (s. d. Se.; Schm. 3, 291, vgl. 
Wackern. Umd. 56 ic.): Die „Absis“ der Kirche. 
Augsb. 3. (54) 5321b; Eine halbkreisförmige Apsis. 
Gttnzb. 26, 3, 101 ff.; „Apside" u. Fries al fresco 
bemalen. Kortesp. für Deulschl. (17) 1081a; Zwei 
„Absiden“ lder Basilika!l waren zur Aufnahme der 
Richter bestimmt. Guhl 2, 142 c. — 3) (Sternk.) 
die Endpunkte der großen Achse (Apfidenllnie) 
einer Planeten= (od. Trabanten-) Bahn, der eine 
ist vom Hauptweltkörper (Sonne) am entferntesten 
(Aphelium, vgl. Apogäum), der andre ihm am nächsten 
(Perlhelium). — Iplbch-ic (gr.), f.; —eyn: Be- 
wusstlosigk., Ohnmacht. isch, a.: unbeseelt: 
Aristoteles thellte die ganze Natur in 2 Reiche, in ein 
unorgantsches od. a-es u. in ein organisches od. empfy- 
chisches. Matur 15, 171b 2c. — Apt: Ort in Frank- 
reich, dazu; Die A.-Petrefakten. Matur 16, 256b, s. 
Aptien. — I#pt-ère (gr.-frz.), m., —; —: -eron 
lgr., § 24, 2, n.): nach Linné, ungefstügeltes In- 
sekt (s. d.). -#erolog, m., -en, —#; —en: Kenner der 
Apteren, dazu: A-i##é. f.; a-isch, a. 2c. -erꝑs, 
f.; uv.: eln straußartiger Vogel in Australien. 
Humboldt K. 1, 303, auch: Apteryx. COhen 7, 634 
(vgl. Emn, Kiwi). — Iptien (frz. apijeng), n., 
—# ; 0:; eine durch die Apt--Petrefakten (s. d.) ge- 
kennzeichnete Schicht der Kreidegruppe. Uomr 16, 
255 a; 25 6b sc., vgl. Albien. — Sipt-iren (lat.), 
tr.: anpassen, anbequemen, passend geeignet machen 
2c. Zillüde (frz.), f.; —n: das Geeignetsein zu Et- 
was; Anlage, Geschick rc. — Iplöton (gr., 824, 
2, n.]: indeklinables (s. d.) Hauptwort. — 
Iplch-us (gr.), m., uv.; zen [8 24, 21 
„faltenlos“: Aptychenschiefer, wegen der räthselhaften 
Aptychen, welche man für die Deckel der Ammoniten hält. 
Ausld. 38, 586b 2c. — Apud (lat.), präp. mit 
Acc.: bel 2c.: Erinnerte er sich . des alten Wortes: 
A. novéercam quöri lbei der Stiefmutter klagen, — 
wo man sicher kein Mitleid findet]. Spielhager Pr. 6, 
44. — Apühwa (tschippew.), m., —##; —: Schilf- 
halm. Kreiligrath H. 56. — Apuräni-um (gr.), u., 
—8# ; en [824, 2, n. I: s. Aroginm. — Apur -ement 
(frz. apür'mang), n., —# —: Apurierung. ĩẽren, 
tr.: die Prüfung einer Rechnungsablage abschließen, 
so daß die Decharge (s. d.) erfolgen kann. — Ipus 
(gr.), m. [8 24, 3, äpodis): s. Apodes, z. B. auch 
Art Schildfrabbe, A. cancriférmis 1c.; Thurm- 
schwalbe, Hir#ndo äpus 2c. — AIpprenzisch, us 
(gr.), a.: (Bot.) ohne Kern. omele, f.; -n: 
chirurg. Sonde ohne Knopf. — Ipkr clisch (gr.). 
a.: fieberfrei. erik, t.; —ehn: apyretischer Zu- 
stand. -isch, a.: unbrennbar; feuerfest. —## m., 
-(e)s; e: der sibirische Turmalin (s. d.). prechn 
4, 541. 
Iqu-a (lat.), t. I§ 24, 11: Wasser, z. B.; 
A. et i#gui interdietus, ein Grächteter (dem man 
Wasser u. Feuer versagt); Mie ###, hier stockt 
das Wasser; hier hapert's 2c.; auch der einzelne 
Theil eines Aquädukts (s. d.): A. Cläldia; a. 
Märcia 2c. Guhl 2, 70; Weiss Kost. 1, 1244 ff. 2c.;
        <pb n="99" />
        Aquädukt 
ferner (ogl. Eau), z. B.: A. Binélli, ein blut- 
stillendes Wasser (nach dem Piemontesen Binelli); 
A. régis, Königswasser, eine Mischung von 
Salzsäure und Salpetersäure; A. regins hun- 
gärico, ungrisches Wasser (Rosmaringeist). Oken 
3, 1072; A. sappbirfna, Blauwasser, aus der 
Wurzel von Pimpinélla mägna gezogen. 1836; 
A. Toffäna, ein gefährliches Gift (nach der Nea- 
politanerin Toffana, vgl. Acquetta); A. vitz, 
Lebenswasser (s. Aguavit) 2c., auch (it.): Eine frische 
Quellev. A. Tkorrekter acqual d’Oro. W. 12, 311, 
Goldwasser c. -ädühl, m., —e)s; -e; ädüctus, 
m. [8 24, 41: Wasserleitung. Guhl 2, 68; 71 c. 
(vgl. Aft 2): Jisa-us, Wasserleitungsrecht. afört, 
n., —; 0: Atz-, Scheidewasser (äqua förtis): Das 
Durchgerißne mit bemeldtem A. aufgeätzet. Garzoni 366b 
ꝛe. -ãgium, n., -6; len [824, 2, u.]: Wassergra= 
ben; Recht der Entwaßrung. — Aquäl (lat.), a.: 
gleich (s. egal): Die Waffen sind ä. Magdb. Kommetsb. 
2411. -is, a.: aͤqual; auch subst.: Ae., Alters- 
genoß; Aequälia. gleiche Größen 2c. -ität, f.; 0; 
Gleichheit. — Aquamanile mlat., § 24, 3, n., 
ilis, MzZ.: Uia): Gefäß zum Händewaschen für 
den messelesenden Priester. — Aquamarin (lat.): 
1) a.: meergrün. — 2) (s. 1) Name grünlicher 
od. blauer Edelsteine. prechtl 4, 544 (s. Beryll): 
A.-Chrysolith, ein grünlichgelber Beryll. ebb. — 
Aquanimitäãt (lat.), f.;0: „Gleichmuth“, Seelen- 
ruhe 2c. — Agquarell (it.), n., —#; -e, (-en. 
Uat . 21, 167): Wasserfarbe; Malerei, Gemälde 
mit durchscheinenden, nicht deckenden Wasserfarben, 
vgl. Gouache, Detremve, s. G. 29, 199 (Acquarell)z 
23, 286 2c.; A.-Farbe. 24, 107; Dle rosige A.-Färbe- 
rei bildl. — Schönmalerei 2c.I. ###u# 17, 1, 425; 
A.-Gemälde; Kopie. G. 24, 92; „Maler; „Malereiz; 
„Zeichnung. G. 31, 188 2c. Kren, intr. (haben), 
tr.: in Wasserfarben malen: Aguarellierte Koplen. 
G. 27, 211. -ist, m., —en; —en: Aquarellmaler. 
— EIlquäri-um (lat.), n., —s; zen [824, 2, n.):: 
Viehlränke; Aufbewahrungsort für Flüssigkeiten in 
Apotheken 2c.; bes. aber: durchsichtiges Behältnis 
für Aguatilien: Das A. im zoologischen Garten in 
Hamburg 2c.; Zimmer-, u. zwar Kasten= u. Napf-= (od. 
Kelch-) Aquarlen; Süßwasser-; Seewasser-A. ic.; scherzh. 
BVrkl.: Aquärchen. Klodderodolsch 21, 25 a. Jus, 
m. [8 24, 2): Wasser-Träger,-Mann (nam. auch 
als Zeichen im Thierkreis); auch: Die Enkratiten 
[s. d.), welche auch Aquärüt genannt wurden. Hagedorn 
3, 142 :c. — Aquatillken (lat.), pl.: Wasser-Ge- 
schöpfe (Thiere, -Pflanzen). — Aquatinta (it.), 
f.; —s: Kupfer-, Stahlstich in Aquarell= od. ge- 
tuschter Manier: Gute Abdrücke v. Holdenwang's A. 2c 
G. 27, 365; A.-Blätter, „Manier 2c. — Aquatioön 
(lat.), f.; —en; —-: Gleichung, nam. (Sternk.): 
Gleichung der Bahn, d. h. der Unterschied zw. der 
Anomalie des wahren u. des mittlern Planeten 
(s. coäquleren): A-s-Tafel 2c.; „Uhr, (nach der Zeit- 
gleichung) wahre u. mittlere Sonnenzeit zeigend 2c. 
— Aguätisch (lat., aqusticus), a.: dem Wasser 
angehörend: Ist diese Gegend lam Amazonenstrom] 
83 
gquilibrieren 
wesentlich a. oder kerrestrisch? Ausland 39, 439b; 
A-eF Pflanzen 2c., vgl.: Andre hielten das Dino- 
therium für einen aqguativen Tapir. Nalur 15, 
180b. — Aquät-or (laf.), m., —s; -ören; -: 
„Gleicher“, auf einer Kugel die Mittellinie (der 
größte Kreis) zw. ihren beiden Polen, z. B.: 
Erd.-N. od. schlechtweg A. (vgl. Linie); Himmels- 
A.; A. eines Planeten ½c.; verallgemeint: Wie man 
magnetlsche Pole die Punkte der Erdoberfläche nennt, 
wo die horizontale Kraft lder Magnetnadelj verschwin- 
det .., so wird der magnetische [Inklinattons.] . 
diejenige Kurve genannt, auf welcher die Neigung der 
Nadel null ist. Humboldt K. 1, 190; Die Knoten der 
beiren A-en, die 2 Punkte, in denen die Linie ohne Nei- 
gung den terrestrischen A. schneidet, ebd.; Der Wärme- 
A., d. h. die Linie, welche man erhält, wenn man die 
heißesten Punkte der orsch. Meridiane mit einander vec- 
bindet, fällt nicht mit dem Erd-A. zusammen. Pouilltt 2, 
458 c.; auch: Man hat die Gebirge auch nach den 
Strichen, die sie halten, geordnet u. mit den mathema- 
tischen Kreisen der Erdkugel verglichen, woraus ein 
Berg-A., Bergmeririane u. Bergparallele entstanden. 
sind. Gaspari 212 2c. Als Bstw. z. B.: A.-Höbe, 
der Winkel des A-s mit dem Horizont (— dem 
Komplement der Polhöhe), s. d. Folg. orial: 
1) a.: zum Acquator gehörig 2c.: Die allgemeine 
Richtung lder Strömungen! ist nakürl. eine polare od. 
d-e. Ergänz. Ual. 6, 15a; 16a; A-e Seen. Honer Afr. 
25; 27; 34; 35 ic.; Das füd-a-e Afrlka. 53; 
Kenntnis des #-en Afrika. Mag. d. Austd. 36, 51 4a 
(ogl.: Des äquat örischen Afrika. ebd.), s. axial. 
Als Bstw. z. B.: Um wie viel Meilen die A.-Achse 
unseres Planeten größer als die Polar-Achse ist. Hum- 
boldt K. 1, 29; Die allgemeine Bewegung der Meere 
zw. den Wendekreisen v. Osten nach Westen (A.= od. 
Retations--Strem). 326 (s. Golfstrom) 2c.; A.= 
Gegend;-Meer;-Prosektion (s. d.); -Zone 
(s. d.) 2c. Aquatore al- Sonnenuhr. Mäödler 587; 
urchmesser. 287 2c. — 2) n., —(e)8; -e: ein 
astronom. Instrument, dessen Fernrohr dem Weg 
der Gestirne, auf die es gestellt ist, folgt, daher es 
zu den Beobachtungen derselben sehr bequem ist. 
Tittrom 791; 730; Jusld. 39, 1085b 2c. (Aquatore al. 
10a). risch, a.: f. äquatorial 1. — Aquavit 
(lat.), m., —(e); —e: „Lebenswasser“, Likör 
(s. d.) ron geringrem Gehalt an Zucker u. äthe- 
rischen Olen: Doprelte od. einfache A-#e. Prechl## 9, 
374; A.--Flasche. w. 1, 26 ½. — Iquêètta: s. Acque. 
Aquidist-ant (lat.), a.: überall gleichweit ab- 
stehnd: A-e lparallele]) Linien ꝛc. -änz, f.; 0: 
gleichweiter Abstand. — Aquieren (lat.), tr.: 
gleich machen. — Aquifölium: s. Akrifoltum. — 
Aquila (lat.), f. [8 24, 11: Adler, z. B. auch 
als Sternbild 2c.; auch als vralt. Bez. chemischer 
Produkte 2c. — Iquiläter-äl (lat.), a.: gleich- 
seitig. -um [8 24, 2, n.]): gleichseitige Figur, 
bes. solches Dreieck. — Aquil-ẽge (lat.), m., n; 
-n; er I§ 24, 3, Usgis): Quellengräber, Wasser- 
spürer. Humboldi K. 2, 170. — Aquilibr-ieren 
6 4
        <pb n="100" />
        84 Aquilibrismus 
(nlat.), tr.: ins Gleichgewicht setzen: Dasselbe, als 
wenn das Gewlcht des Gasbehälters durch das Gegen- 
gewicht gänzlich äqullibriert wäre. Prechtl 6, 399. 
ismus, m., uv.; 0: die Lehre, wonach Freiheit 
des Handelns nur bei völligem Gleichgewicht der 
Bestimmungsgründe statthaben soll. Cist, m., 
—en, —#; —en: Einer, der äquilibristische Kunsistücke 
prodneiert: Kunstproduktionen dleser C quilibristen. 
Guhl 2, 279; Egquilibristenbande. ebd. 2c. „istisch, 
a.: wobei es nam. auf Haltung des Gleichgewichts 
ankommt, wie in den Produktionen der Seiltänzer, 
Kunstreiter 2c. -ium (lat.), n., —; sen S 25, 2, n.): 
Gleichgewicht (frz. Cquilibre): In sequilibrio mit dem 
Höhlenwasser. Pückler Südöstl. 3, 495; Dasselbe Equi- 
librlum. 493, vgl.: Das Equtlibre der Weishelt wieder 
hergestellt. 1, 89. — Aqutl-ifer (lat.), m. s824, 
2, -ĩferi]: „Adlerträger“: Bel den Legionen, außer 
Dem, welcher die Hanptstandarte führte u. danach A. 
hleß. weiß Kost. 1, 1092.— JAgullisch, a.: von (dem 
Prätor) Aquilius herrührend: A-es Geset (lex 
aguflia), über böswillige Schadenzufügung; A-e 
(aqullia) Culpa, Vergehn, worauf jenes Gesetz An- 
wendung findet, sträfliche Fahrlässigfeit. — 
Aquil-o (lat.), m., —6; -zöne [8 24, 3, önis!: 
Nord-, Nordostwind: Flotten vor den A-uen zu 
schirmen. w. HB. 2, 204. -önisch, -onärisch, a.: 
nördlich. — Aquinékt-iat (lat.), a.: sich auf dle 
Nachtgleiche beziehnd (frz. Cquinoxial, spr. ek-): 
A.-Kompaß (s. d.); -Krels,-Linie, Aquator; 
Punkte, Durchschnittspunkte des Aquators u. 
der Ekliptif am Himmel, die Aquinoktien;-Regen, 
in der A.-Zone gw. zur Zeit der Aquinoktien, vgl. 
Stürme; „Uhr, Sonnennhr, deren Fläche durch 
die N.= Puakte Gehte 3 1 Aquaterialzone, zw. 
den Wendekreisen (wo Tag u. Nacht immer zieml. 
gleich lang sind) 2c. -inm, n., —;-sen 1824, 2, n. : 
(Tag= u.) Nachtgleiche; auch — Aquinoktkalpunkt 
(frz. uinoge, spr. ekinr): Frühlings-, Herbst-N. — 
Aquipar-atiön (lat.), f.;en: Aquiparierung. 
+ eren, tr.: gleichmachen, vergleichen. — Aqui- 
poll-#nt (lat.), a.: gleichgeltend, gleichberentend 
(frz. quipollent, —8 ekipolläng). -enz, f.; 0: 
das Äquipollentsein. — Aqunipoͤndi-um (lat.), 
n., —8; zen [§ 21, 2, u.1: Gleichgewicht. — 
Igquilät (lat.), f.; O: Billigkeit (Gastz: strenges 
Recht). — Agquival-ent (lat.): 1) a.: gleich 
an Werth, Geltung 2c. G. 27, 474 2c. — 2) n., 
—(es; —e: ein gleicher Werth, Werth- Ersatz, 
Entschädigung, Vergütigung 2c.; (Chem.) Atom-, 
Mischungsgewicht: .= Gewicht;-Volumen c. 
Kalorisches (s. d.) N. 2c. #nz, (.; 0: Werth= 
gleichheit, Aquipollenz: 1. Vorttät, das Al- 
pari (s. d.). -ieren, intr. (haben): äquivalent 
sein. — Aqulo-ocikrn (ulat.), intr. (haben): 
Agquivoken gebranchen: Ich äqulvoctere u. wortsplele 
mit „vorlänfig“ u. „Verlauf“' 2c. f. 10, 172. ökh 
(lat., frz. Canivoqne, spr. ekiwöl), a.: zweldeutig. 
oca, pu Zweideutigkeiten. -oialioon, f. —en; 
oke, (.; —m: Zweidentigkeit, oft mit dem Nönf. 
KArabeske 
des Obseönen: Equivoquen lekiwöken]) lleben ee. 
ocus, a.; zweidentig; auch: Die Möglichk. einer 
s. g. frelwilllgen vd. Ur-Zeugung (generätio — s. d. 
— ##qufvoca). Burdach 13. — Siguss (lat.), a.: 
wasserreich, wäßrig. -ilät, f.; O: Wäßrigkeit. — 
Jquus (lat.), a.: eben; grade; gleich; billig: 
Aéqua ldnzx, gleiche Wage, z. B.: Squa länce, mit 
gleicher Wage, streng unparteilsch; Abquo änimo, 
mit Gleichmuth; Acquum et bönom, recht u. 
billig: Rx (od. prö) æquo ét böno, der Billigkeit 
gemäß re. 
Ar: s. Are. — Ara: 1) m., —8; —8; eine 
Gattung amerikanischer Papageien (nach ihrem 
Geschrei), auch Arara, Arlr)as; A.-Papageien, — 
bes.: Der rothe A., Pssttacus macäo (Macäo, Guaca- 
mäyo). — 2) (lat.) f. [8 21, 1): Altar: Orfer- 
steine od. ãræ u. wirkliche, umfangresche Opferaltäre 
(altäria). Weiss Kost. 1, 1317; Prö äris ét föcis, für 
Altar u. Herd, z. B. kämpfen 2c. — Kra („tat. ): 
1) f.; zen [8 21, 11: Zeitrechnung von einem 
epochemachenden Ereignis an: Die christl. A.; Die 
muhamedänische A. (s. Hedschra); Welt.N. U„ v. Er- 
schaffung der Welt an 2c.; Konsulär= A., im alten 
Nomi Olympläden= A., im alten Griechenland 
2 Die neue A., dle der Kunst Thaliens auf dleser 
Bäine heut beginnt. Sch. 31 8b 2c. — 2) pl. v 
Aes (s. d.). — Arab, m., —#; —#: Die Sömmer= 
rings-Gazelle., rablisch Tedal, massauisch A. Brehm 
Hab. 65. — Arab-a (türk.), f.; —: Wagen. 
Globus 5, 33 Sa; 4, 181a; Welcher ge. Tagb. 2, 233; 
Die eig. A-s werden v. Ochsen gezogen u. sind lange 
buntbemalte Leiterwagen, in denen Sitze angebracht sind. 
Pttermann Or. 1, 25; Dle Wetlber der Paschas bedienen 
sich der Arrabas od. türkischen Kutschen. CUobert! Sl. 
30 2c.; auch Arba; Arbe, z. B. Jazer 14, 303; 
A. Sschtirasi, Wagenmichhe. hammec 10, 338. 
Sadschi, m., #; —#: Kutscher. ebr. — Aräb-c, m., 
—n ; —#: ein Mann aus Arabien (s. Beduin): Wie 
in den freien Wüsten der A. Harimann Pet. 72; Im 
Lande der A-n. Freiligrath SW. 1, 341; Schwab 145 rc. 
-er (—O, m., —; uv. : Arabe (weibl.: Aräbe- 
rin); auch: arabisches Roß, — vgl.: Es düntt 
dem Pedaunten ein Großes, wenn er ausfindig macht, 
man dürse nicht Aräber betonen, weil es ja auf Lateinisch 
Arabs, Arabis heißt ..., er betont Araber u. betont 
dennoch aräbisch u. neunt sich selbst auch nicht Philoͤloge. 
Wachern. Umb. 8 —: VNer. 3, 2; Jes. 2 1, 13 2c.; Daß 
Rraber an ihrem Thell] die Weite froh durchziehen. G. 
4, 5; Es sind Aräber. W. 20, 34 ꝛe.; Auf gulen 
Rossen,all’ auf Nrabern. Calo; 2, 245 2c. efh, 
a.: in den bildenden Künsten: nach Weise der 
Araber (denen der Koran die Abbildung lebender 
Wesen untersagt) mit Laubverschlingungen 2c. als 
Berzierung: Greteskes (s. d.), a-es Laubwerk. 1. 11, 
337 2c. —Ske, f.; —: arabeske, — verallgemeint: 
eine runde, aus verschiednen, in einander ver- 
schlungnen Ggston zusammengesetzte Verzierung. 
G. 31, 37 2c.; Münchhausen, eine Geschichte in A-n 
v. KImmermann 2c.; Pergament. A.2cc. Die orna- 
mentalen Miniaturen der Pergamentmanuskripte. Malkt
        <pb n="101" />
        Arabeskenhaft 
Gsch. d. mod. Gschmacks 35 2c.; Kranz v. Bergen, der 
den Teppich, wie eine A-n-Borde unschließt. 9 Kleit 
Bul. 172; A-n.Maler. G. 31, 239;-Zierrathen. 
260; . Stil. Arndt E. 16 ꝛc. éskenhaft, a.: 
arabeskenartig: Mit leichten a-#en Einfassungen. Slahr 
Par. 1, 257 . -itilät, f.; —en: Wesen u. 
Kenntnis der arabischen Sprache. -#en, n., —; 
uv.: eine Halbinsel des südwestl. Asiens u. Theile 
derselben, z. B.: Das peträische (od. Nord-) A.; das 
glückliche A. (Zemen) rc.; auch m. Bezug auf die von 
dort stammenden Wohlgerüche (s. z. B. Sch. 
577b 2c.): Ganz A. um sich herrüftend. W. 19, 13; 
4, 143c. -Her, m., -6; uv.: Arabe. Sch. 5 Oobec.; 
weibl.: A-in. -icus, a.: arabisch, z. B. Cümmi 
GSräbicum 2c. -ine, f.; 0: s. Gummi 1. -isch, a.: 
aus Arabien; auf die Araber sich bezichnd, nam. 
auch v. der Sprache u. dann (vgl. böhmisch, sra- 
nisch rc.) = fremd, unverständl. ꝛc.: Verfeinte Ge- 
sinnungen waren A. für ihn. w. 15, 57. eisieren, 
tr.: arabisch machen, ins Arabische übersetzen: Der 
arabisierte Aristoteles. Schach 2, 102 cc. Tismus, m., 
uv.; -ismen: Eigenheit des Arabischen (ogl. 
Anglicism). -isl, m., —-en, —#; —en: Kenner des 
Arabischen. Salon 1, 154. -Ösiton (ugr.), n., —8; 
0: „Araberkorn“, Sorghum (s. d.). Brandis Gr. 1, 
152 r. -rak: Art Kartenspiel, das 2 Paare gegen 
einander spielen, in Damaskus 2c. Peittmann Or. 1, 
162.— Arachis, f.; uv.: Erd-Eichel,-Nus, nam.: 
A. bypogsa. Dazu: Arachinsäure, Fettsäure 
im Erdnußöl. Karmarsch 2, 771. — Aruͤchn-e, f.; 
—n# : (Myth.) eine kunstfertige Weberin, die, mit 
der Göttin der Webekunst (Minerva) wettstreitend, 
v. dieser in eine Spinne verwandelt wurde. Ramler 
Myth. 42; w. 21, 15 2c.; Spinne. Jeisch, a.: 
von (od. wie von) Arachne herrührend: Im a-en 
Gewebe. Sch. 20. -ide, f.; —n: Spinnenartige Glie- 
derthiere (Arachnoidea). Man hat sie in 2 Ordnungen 
zerlegt . . .: Tausendfüße (Myriöpoda) ..; A-nu 
(Arachnida). Burmeister Gsch. 392, vgl.: Die 
wahren Spinnen (Araneina). 393. -t, m., -en, 
—s; -(e)n: Arachnolith. -i#tis, f. [8 24, 3, uv. J: 
Arachnoiditis. oidr, f.; —m: „Spinnwebhaut", 
die zarte, seröse Haut zw. der harten u. weichen 
das Rückenmark umhüllenden Haut (Tünica) 
arachnofdea, f. [8 24, 1). -oĩdtum (§ 2, 
2, n. ]: s. Arachnide. oi) dflis, f. [8 24, 3, uv. : 
Entzündung der Spinnwebhaut. -olith, m., Sen, 
—s6; AeIn: spinnenähnlicher Stein, nam. Verstein- 
rungen v. Seesternen ꝛc. -olõg, m., -en, —#; -en: 
Kenner der Naturgeschichte der Spinnen, nam. 
auch als wetterverkündender Thiere; dazu: A-it; 
a-isch ic. opödium, n., —#;; opödsen (§ 24, 
2, n.]): „Spinnenfuß“, ein Werkzeug der Augen- 
ärzte. — Arädsch (ar.), m.: „der Hinkende“ — 
Bube im Kartenspiel. Ptiermann Or. 1, 161. — 
Araf (ar.), n., —6; 0; bei den Muhamedanern 
ein Mittelort zw. Paradies u. Hölle. — Aragon- 
aise (frz. —se), f.; —n: aragonisches Lied: Die 
schalkhafte Arragonaise lin Auber's schwarzem Dominol. 
Ualb. 21, 11. -it, m., —(e)8; —e: kohlensaurer 
Trbalete 85 
Kalk in Krystallen v. der Form sechsseitiger Säulen, 
als Mineral in Aragonien 2c. — Araguät-a, f.; 
—8, zen; —o, m., —#; -i: Art Brüllaffe, Simia ur- 
sina. Globus 4, 54a; Grenzb. 2 4, 1, 399; 24, 2, 997; 
Ohen 7, 1736. — Araignée (frz. arense), f.; —#: 
Spinne, vgl. Arachne, s. Mygal. — Jrak (ar.), 
m., —8; —: 1) A., Arrak, (Rah), ein dem Rum 
ähnliches, aus Reis oder Palmensaft bereitetes Ge- 
tränk, vgl.: Eine Destillation v. Aragi od. Durrah-= 
Branntwein. Globus 4, 3b; Im Trinken von Arakie 
(Mastirbranntwein). 7, 52b. — 2) Schweiß: A. 
Chaue, Schweißhaus; Schwitzbad. Hammer 10, 338. 
— Aracacha: s. Arrakatscha. — Arambhẽ, f.; 
—# : Bajadere (nach dem Namen der Göttin des 
Tanzes, Rhambe), in Ceilon 2c. Keyer Konv. Lex. 
2, 700b. — Kräne-a (lat.), f. 1§ 24, 17: Spinne, 
s. Arachne. ide, ine, f.; —n: s. Arachnide. — 
Jolög 2c.: Arachnolog 2c. — FKranzäda (span.), 
s.; —#: ein Flächenmaß für Acker, Weinberge 2c. 
— 38 Are). — JFranzini (it.), pl.: eingemachte 
Pomeranzen 2c. (Neranzetti). — räomst-er (gr.), 
m., n., —#; uv.: Senkwage zur Best. der Dichtigk. 
— u. danach auch des Gehalts — v. Flüssigkeiten: 
Gewichts--A., wobei Gewichte zur Anwendung 
kommen; Skalen-A., mit einer A.-Skale, un- 
mittelbar das specifische Gewicht od. auch den Pro- 
cent-Gehalt der Flüssigk, angebend, im letztern 
Fall: Procent-. 1c., vgl. Alkoholo-, Galakto-, 
Gleuko-, Hydro-, Lakto-, Ono-., Saccharo-, Voluemster. 
##rie, f.; —(ehn: Lehre v. den Aräometern. Trisch, 
a.: darauf bezügl. — Kräöstpl-on (gr.), n., —S; 
az fernsäuliges Gebäude. — Aräotirum (gr.), n., 
—8; ca [§ 24, 2, n.]): mager machendes Mittel. — 
Irapônga, m., —#; —#: Der Ferradör, Chasma- 
rhyncebus Dnudicôllis, ist ein ... weißer Vogel ... Der 
Name „Hufschmied", den die Brasilianer ihm beilegen. 
A. ist seine ursprüngliche guaranische Benennung. Jur- 
meister 9B. 1, 269; Oken 7, 109. — Arär (ar.), 
Chrresse, arab. A.-Holz, pers. serw kohi. Humbotdt 
Kosm. 2, 132. — Arär (lat.), n., —e)8; 
—e: Schatzkammer; Staats-, öffentliche Kasse: 
Domaͤnen-; Kirchen-; Zoll- A. c.; A.= [Kam- 
mer-] Schatz 2c. -iäl, a.: das Arar betreffend: 
A-#e Ausgaben; Mit Hilfe d-en Goldes. Falmerayer 
Fragm. 2, 28; A.-Interesse; Obligationen. Eneyhl. f. 
Aaufl. 1, 782a #c. isch, a.; ärarial. ium, n., 
—8; -ken [8 24, 2, n.]: Arar: Aus dem A. G. 26, 
62; Aus unserm Kirchenärario. Bitier Bach. 1, 87 1.; 
A. ecclesidsticum, Kirchen-A.; A. principis, landes- 
herrl. Kasse; A. püblicum, öffentl. Kasse 2c. — 
Aras, m., uv., (ses); uv., □se): s. Ara 1, 
z. B.: Prächtige A-se, scharlachroth mit blau u. gelben 
Schwungfedern. Scherzer Nat. 5 5 :c. — Jlräticum;: 
s. Pinha. — Araucäri-a, f. I#§ 24, 11; re, f.; 
— : Schuppentanne, in Arauco (Südamer.) tc., 
vgl. Cabeza. — Araͤzz-o (it.), m., —#; -i: ge- 
wirkte Tapete (engl. arras, nach dem Fabrikort 
Arras), vgl. Gobelin. 
Arba; s. Araba. — Arbalste (frz. —3), (.;
        <pb n="102" />
        86 Arbe 
—# : Armbrust; Dachstuhlsäule. — Arbe: 1) 
(hebr.), m.: Heuschrecke. 3. Mos. 11, 22 (Den 
Arbeh. Zunz). — 2) f.; -n: A., Arve, Zirbelnuß- 
kiefer, s. Se. — 3) f.; —s: s. Araba. — Arbekaͤnfes 
(hebr.), u., uv.; uv.: „vierzipfliges“ Bekleidungs- 
stück mit Schaufäden (Zizith). Heine Rom. 261, vgl. 
4. Mof. 15, 38. — Arbel-os (gr.), -us, m., 
uv.; uv. [8 24, 2: Schustermesser, Kneif; auch 
Etwas v. ähnl. Form, z. B. eine v. den Bogen 
dreier Halbkreise begrenzte Figur, s. vswinden 213. 
— Slrbigässi (türk.), pl.: Aufseher über des 
Sultans Hofberiente. — Arbiler (lat.), m. 
[8 24, 2, itri!: Schiererichter, Entscheider nach 
Ermessen u. Gutdünken, z. B.: A. bibéndi, Trink- 
könig (s. d. Ss.), Symposiarch (s. d.); Der .. für 
einen gewaltigen Schöndenker u. A. elegantiärum (Ur- 
theiler in Sachen des Geschmacks] galt. w. 36, 4 82c. 
— Arbith (hebr.), n., —s; —# : Abendgebet der 
Juden, s. Maarab. — Arbitr-age (frz. —äshe), 
f.; —n: Schiedsspruch; (kaufm.) die Bestimmung 
u. Berechnung der für eine zu leistende Zahlung 
vortheilhaftesten Art: A.-Rechnung; „Tabelle 
od. .Tafel; Geschäft, auf A. gegründeres 
Wechselgeschäft re#.; Diskonto-; Geld-A. c. 
-är , ärisch, a.: von des Entscheidenden Er- 
messen und Willkür abhängig: A-e Gewalt rc.; 
lat. arbiträri-us (adv. e). Jatiön (lat.), 
f.; -en; —#: Cntscheidung nach Gutdünken und 
Ermessen; schiedsrichterliche Entscheidung, vgl. 
(engl.): Schiedsgerichte, courts of a. (körts öw arbit- 
reschen) .. Einen ähnl. board (börd!] of a. Grinzb. 26, 
2, 426 2rr.; auch (kaufm.) — Arbitrage. -ätor, m., 
—6 ; zatören (§ 24, 3, öris): Arbiter. , intr. 
(haben), tr.: nach Ermessen u. Gutdünken ent- 
scheiden; (kaufm.) eine Arbitragerechnung machen. 
Sio (it.), n., —s; —: das Belieben, Gutdünken, 
bes. (Mus.) bei Ausführung v. Kadenzen 2ce. Zium 
(lat.), n., -s; ken I§ 24, 2, u.): Entscheidung nach 
Ermessen u. Gutdünken; Willkür; Schiedsspruch 2c.: 
A. böni viri, eines Biedermanns (od. billiges) Er- 
messen: A. divinum, göttl. Rathschluß; 4 jüdicis, 
richterl. Ermessen; A. üAberum, Willensfreiheit :c. — 
rboläde, f.; —n: Törtchen aus Mehl, Milch, 
Zucker, Butter u. eingedicktem Birumest. — 
Arbor (lat.), f. [8 24, 3, ä#s#): Baum, z. B. 
auch: A. Diäns s. philosöphica, Dianen-, Silber- 
baum, ein baumförmig frystallinisches Silber- 
amalgam; A. Satürni, Bleibaum (s. d. Se.) 2c.; 
A. genealõgiea, Stammbaum 2c. -escént, a.: 
baumartig wachsend. -esrenz, f.; 0: baumartiger 
Wuchs. scieren, intr. (sein): zum Baum wer- 
den. rẽren (irz.) tr.: aufpflanzen, aufrichten: 
Fahnen, Flaggen, Stangen a. 2c. isôrm, a.: baum- 
förmig. -ihnlkür, f.; -en: Baumzucht. isatiön, 
f.; en: dendritische (s. d.) Zeichnung auf Steinen. 
is#r, a. : baumartiger (dendritischer) Zeichnung. 
„ist, m., —en, —; —en: Baumgirtner. — Arbũse, 
f.; —m: 1) (frz., auch in frz. Schreibw.: ar- 
bouse): die Frucht des Errdbeerbaums, Arbutus 
(. d., frz. arbousier, spr. arbuhssè). — 2) 
Arche 
(rufl.) Wassermelone. Aohl Sürr. 1, 121; Herbst-A. 
LCotri 1, 14 1c.; Melonen u. Arpusen. flemming 92. 
— Arbutus (lat.), f.; m., uv.; uv., (Ise), 
[8 24, 21: Erdbeerbaum (s. Arbuse 1): Der Baum 
heißt in der Sprache der Wissenschaft a. ünedo; arbjütus 
nennen ihn die Engländer, dle Iren nennen ihn die 
Myrte v. Killarney. Bodenberg Ins. Heil. 1, 209; Aus 
dem bier wachsenden Myrtenbaum, dem (. g. A.-tree 
larbjütus-tril. 183; Kohl Irl. 2, 95; V. Th. 9, 11; 
5, 129 rc. 
Arreau (frz. arßö), m., —; —, —x (arßö): 
Bogenkrümmung; in Form v. Kleeblättern ver- 
schlungne Verzierungen an Bilrhauerarbeiten rc. 
— Arch (engl. ärtsch), m., uv.; S-es: Bogen, 
z. B.: Den Spitzbogen, pointed (reünter! a. Kodt 
Engl. 2, 69 2c.; in der Mz. auch zunächst Bez. eines 
geistl. Gebäudes, dann — Ober-Konsistorium, 
vgl.: Dem Oberkonfistorialrath, Dean of the a-es 
lrin öww thẽ ärtschisl 3, 18; Court of -es, s. 
Arches Court. — Archa, f. [824, 11: s. Arche 13.— 
Archa-isicren (gr.), intr. (haben): tr.: antikisieren 
(s. d.). Overbre Pomp. 1, 302. -ismüus, m., uv.; 
ismen [8 24, 21: veralteter Ausdruck. istisch, 
a.: nachgeahmt alterthümlich. spielhogen Pr. 3, 36; 
Overdech Pomp. 171, val.: Archsisch (archäisch), 
echt alt. ebo. rchäo-S#nlhropolog (gr.), m., 
—en, —#; Sen: Einer, der sich mit der Anthropologie 
(s. d.) aus der Urzeit beschäftigt. Ausld. 38, 619a. 
Dazu: A-it; a-isch. -graph, m., -en, —; —#: 
Beschreiber v. antiken Werken der bildenden Kunst, 
dazu: A-##e: a-Jisch, s. d. Folg. lithisch, a.: 
der ältern Steinzeit angehörig, palaäoliibisch, s. 
Ggstz neolithisch, der spätern. Globus 9, 16a. 
--og)g, m., —en, —#; —en: Einer, der die 
Archäologie zu seinem Studium macht. logie, 
f.; -(ehn: Kenntnis des Alterthums, — ge- 
wöhnl. in engrem Sinn mit der Beschrän- 
kung auf die antiken Werke der bildenden Kunst; 
auch = archäologisches Lehrbuch. —Iögisch, a.: 
auf Archäologie bezügl., ihr angehörig 2e. — 
Archäus (gr.), m., uv.; 0; bei den alten Plysio= 
logen, das allwaltende Ur= u. Lebens-Prinzip: 
Auf dem Walplatz des A. boch zu bäumen deine ldes 
Teresl mitternächtliche Kreuzstand arte. Sch. Ger. 1, 200. 
— Arche (lat. 4rea), f.; —# : Kasten, Lade, nam.: 
1) Bundeslade. Off. 11, 19; S. 39. 265. — 2) 
kastenartige Vorrichtung zum Fischfang. — 3) 
Windkasten bei Orgeln. — 4) (Forstw.) ein in 
Form eines Kastens (Parallelevipedons) aufgesetzter 
Haufe Holz. — 5) (Schiff.) Brettereinfassung um 
den Pumpenstock. — 6) die das Außre des Glas- 
ofens bildenden Theile. — 7) kastenähnl., mit 
Schutzbretlern verwahrtes Gerinn zum Ablassen 
des Wassers: Frei-A., wenn es in gewisser Höhe 
ossen ist, so daß das bis dahin gestiegne Wasser 
frei abfließt. — 8) das Wehr selbst: Aal- A., so- 
fern es zum Aalfang dient 2c. — 9) ein mit Zim- 
merholz versehner Kanal beim Wehr zum Durch- 
lassen der Schiffe, auch: Fluth-, Wasser-A. — 
10) (Wasserb.) Befestigung des Ufers gegen das
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        Archegosaurus 
Reißen eines Stroms. — 11) die Leinen u. Stricke 
zum Ausspannen v. Fisch= od. Jagdzeug. — 12) 
kastenähnl. Fluß fahrzeug mit flachem Boden, vorn 
scharf, hinten platt. Hagedorn 3, 177; Flachböte ed. 
Breithörner od. A-n, wie fie auch genannt werden. 
Sealssield Tr. 1, 64; Leg. 3, 157 2c., s. Flat. — 
13) zumal das Schiff Noah's (1. Kof. 7, 1): Kirch' 
u. Archa schwimmen oben. Wackern. 2, 55821; Wo ich 
gebergen sitz in der A-n. Rückert Mak. 1, 102 2c.; U. 
m. Anspielung darauf: Der Wagen war eine mächtige 
A. Uuge Fr3. 1, 232; Kutschen-A. 3P. 3, 26; Die 
Schulstube od. vielmehr Schul-A. Wabrh. 1, 120 rc. 
— 14) Art zweimuskliger Muscheln, mehr lang 
als hech, Arca, A-n-Muschel (versteinert: Arcacit, 
Arcit); z. B.: Bart- (A. barbäta); Bastard- 
(antignäta)ä; Buchstaben- (scripta); Fluß- 
(rosträta); Gondel- (modlolus); Kern-, Perl- 
mutter- od. Silber- (nücleus); Milch-(läctea); 
Noahs-(Nör); Stern- (stelläta) A. 2c. — 
IArchegosäürus (gr.), m., uv.; „se (§ 24, 21: 
„Stammvater der Saurier“ (s. d.), die ältesten 
Lanrbewohner unter den Amphibien. — Archeisch, 
a.: s. archäfstisch. — Irchen, tr.: Einen Flus a., 
ver-. a., sein Ufer befestigen (s. Arche 10).— Archer 
(frz. arsch.), m., —; —s: (Begen-) Schütze, J. 
Arciere. — Arches-Court (engl. ärtschiskehrt), m., 
— ; 0: ein geistl. Obergericht unter d. Bischof v. 
Canterbuty fspr. känterbörril, auch: Court of arches. 
Ual 3 20, 238, s. Arch. — lrchl-Ep (gr.), n., 
—e)s; —e, #n: Urbild; Muster; Abdruck der erũen 
Auflage. Hpisch, a.: als Urbild dienend. -ppon, 
- gpum (§ 24, 2, n.; -ppus: 1) m. [8 24, 21: 
Archetyp. — 2) a.: eriginal, urthümlich, Ggitz 
ectypus, nachbildlich, z. B.: Die Möglichk. sewehl 
des intellectus archétypi, auf dessen Anschauung die 
Sachen selbst sich grunren, als des intelléctus Ectxpi, 
der die Data seiner logischen Behandlungen aus der 
sinnlichen Anschauung der Sachen schöpft. Kant 2 W. 
11, 1, 25. — Arch-i (gr.): Vors. in Zsstzgn, 
unserm Erz (d. i. der Ersie, Hauptsichlichsie) ent- 
sprechend: Kraft deines A.-Ureltervaters. W. 31, 
107 2c., — übergegangen ins Frz. m. der Aussor. 
ärschi, vgl. engl. arch (spr. ährisch, vor Vokalen 
ärt). iäter, m., —; —8 /824, 2, Jätri]: Ober-, 
Leibarzt. ibouffon (frz. arschibuffeng), m., —; 
—# : Erzpossenreißer. Cibuse: s. Arguebuse. 
Zichancelier (frz. arschischangfels), m., —; : 
Erzkanzler (Archikancellarius). Södehe Gr. 991. 
Sidäpifer = m. , —#; —8 § 42, 2, ileri: Erz- 
truchses. idiörese, f.; —: Sxrengel, Gebiet 
eines Erzbischofs. idiakön, m., —, —en; —e, 
—en; idiäkonus, m., uv.; -se [824, 21: erster 
Diakon. idiakonät, n., —(e)s; —.:: Amt, Würde 
eines Archidiakons. idux (ulat.), m. [8 24, 3, 
dücis!]: Erzherzog. - iepis kopal, a.; erzbischöfl. 
-iepiskopät, u., —e)s; -e: Erzbisthum. - iepis 
kopus, m. [824, 27: Erzbischof (ogl. Archièrei, 
russ. Erzbischof). -igpmnasium, n., —s; ken 
[824,2, u.): obres Gymnafium. Sihierarch, m., 
-en, —; -en: Erzpriester. ihisrarchie, —eyn: 
Irchipresbpter 87 
Würde, Amt eines Archihierarchen. -ilöchisch, 
a.: in der Weise des gr. Dichters Archiloches (s. w. 
HB. 1. 293 ff.), z. B. in Bezug auf die Form: 
A-er Vers (□—— D K, s. Exete — u. auf den 
beißenden Inhalt seiner Jamben. Cimagfé, k.; 
—(ehn: Erzzauberei, bes. — Alchimie. -imagus, 
m. [8 24, 21: Erz-Magier; Alchimist. = imandrit 
(ngr.), m., —en, —#; -en: Klostervorsteher. 
Brandis Gr. 3, 216; Whgeint Welfr. 2, 178 ꝛc., vgl.: 
Vem Erzmandrit des Kleüers. w. 11, 261. 
imed, m., —s; —#; imedes, m., uv.; uv., n 
berühmter Kenner der v. ihm vielfach erweiterten 
reinen u. angewandten Mathematik, in Syrakus 
(t 212 v. Chr. bei der Erstürmung seiner v. ihm 
vertheidigten Vaterstadt); auch als Gattungsname 
für ähnl. Männer. Sch. 87 2a 2c. Bekannte Worte 
des A., z. B. — nach der Entdeckung der Gesetze 
des Hebels —: Gieb mir, wo ich siebe, u. ich bewege 
die Welt (Jo #o# N za### ztp(om röôn zd#-. 
#or, Dõs moi pu sto kai kinéso löon kösmon), ogl. 
G. 3, 188 u. z. B.: Der Punkt des A-es, ron dem 
aus die Welt der Desroten aus der Angel geboben werden 
kann. Ueujahrsgr. 14 rc.; ferner: Eöorze („heüreka, 
5% ich hab's gefunden, ich bab's!, nach Auffindung 
des s. g. archimerischen Princivs, d. h. des hyrrosta- 
tischen Gesetzes, daß jeder Körrer im Wasser soviel 
an Gewicht verliert als die von ihm verdrängte 
Wassermasse wiegt, s. pouikel 1, 110; Büchmann 150: 
Da klang ein freher eö###,ls ressen kaum er- 
klungen, er aus dem Bad entsrrungen. Wockern. 2, 
59621; Adami Tag Kön. 2, 250; Soltei Ch. 1, 5 re.; 
ferner: Nöli turbäre ctrculos mos, zertritt mir meine 
Kreise nicht! seine letbten Worte, die der in feine 
Studien Vertiefte dem unbeachtet auf ihn einstür- 
menden Solraten zurief, welcher ihn darauf er- 
mordete. imedisch, a.: auf Archimedes (s. d.) 
bezügl., v. ihm herrührend 2c.: A— Aufgabe, die 
Archimedes (s. d.) durch das a-e Princip gelöst; 
A-T Schraube ohne Enre, Verbindung einer Schraube 
mit einem Stirnrad: A-e Srirale (j. d.)A.-e Wasser- 
Schraube od. C)Schnecke, Wasserhebemaschine, be- 
stehnd aus einer nach Art eines Schraubengangs 
um eine schiefliegende Svrindel gewundnen hohlen 
Röhre 2c.; Ein a—-er Welthebler, den die Natur, als sie 
ibn gebar, außerhalb der Welt hinstellte. DVieritij. 
39, 294 ꝛc. -imfme, m., —; —; -imimus, 
m. I/§ 24, 21: der Haurtakteur" in den Mimen 
(t. d.). Suhl 2, 319; weiss Kest. 1, 1029. 
-imonasterium, n., —; ken s8 24, 2, nu.]: 
Hauotkloster. -ioffteium (nlat.), n., —; ken 
[8 21, 2, u.]): Erzamt. iökonom, m., Sn, 
zen: Verwalter des Kirchenvermögens. -ipäpa, 
m. I§ 24, 11: in der gr. Kirche der erste Vorsteher 
(s. Archiper; Protepapas). „ipẽl, m., —8 ; e : das 
griech. Inselmeer; jedes inselreiche Meer; Insel- 
flur, auch übrtr.: In dem A. dicht gerrängter Nebel- 
flecke. Humboldi K. 1, 23 c., — vollständig: A-agus, 
s. KrirgK 1, 150. -ipöp, m., —en, (—8); —#: 
Oberpriester, Archirapa (s. d. u. Pretopep): Um- 
geben v. den Bischöfen, Archimandriten, A-en. CKobert 
1, 191. -iprésbgter, m., —; uv.: Ober-Pres-
        <pb n="104" />
        88 Architeht 
byler, dazu: A-ät, n., sein Amt, auch: Allum, n. 
Gutzkow 3. 3, 207 2c. Tilcht; m., —en, —8 (Cartenl. 
15, 734 a 2c.); -en, —e: Bau-Meister,-Künstler; 
auch in Bezug auf wissenschaftl. Gebäude, Systeme, 
z. B. Heinse A. 2, 12 8c.; Bahn-A. Gartenl. 15, 34 3a; 
A-en-Verein, „Versammlung 2c. Titektisch, 
a.: baumeisterl.: Durch a-e Gartenkunst. G. 40, 
278; Zelt. 3, 83 2c. -itehtönih, k.; —-en: Bau- 
kunst; Systemlehre. -itehtönisch, a.: der Archi- 
tektonif gemäß, sie betreffend 2c. Sch. 1 11ua ꝛc. 
Zitektonogräph, m., —en, —6; —en: Beschreiber 
v. Banwerken. -itehtür, f.; —en: Bau-Kunst, 
Art 2c.: In der A. seiner lder menschl.] Gestalt. Sch. 
1116a rc.; Kartenhaus-A. G. 31, 4413; Werke 
sowohl der Tempelbaukunst als auch der Profan-A. 
Guhl 2, 146 rc.; Die zur Erleichterung des Mauerwerks 
häufig verwendeten (einzumauernden) großen A.-Gefäße. 
Weise Kost. 1, 1297; A.-Gemäldc,-Malerei; Die 
Entdeckung bemalter A.-Glieder. Drandis Gr. 1, 368; 
Es ist diese Zeichnung die ungehenerste A.-JIdce, die ich 
gesehn. G. 24, 109; A.-Phantasie. Schückhing Verschl. 
Wege 1, 10; Versuche. S. 31, 252; -Werk. 
441; Zeichnung. 375 c. -itectüra, f. 1824, 11: 
Architektur: A. civilis, bürgerl.; hydräülica, 
Wasser-; militäris, Kriegs-; navälis, Schiffs-Bau- 
kunst. ithecorik, f.; —(ehn: Die A. war lin Athen! 
die Ausstattung u. Führung der heillgen Gesandtschaften 
zu den delischen od. andern auswärtigen Tempeln od. 
Festen. AKriegk 1, 414, s. Liturgie. iträb (gr.-Lat.), 
Ziträv (frz.), m.p, —+e)s, —en; -e, -en; Fitravc, 
f.; —: Unterbalken, nam. bei Säulenstellungen 
der über den Säulen fortlaufende Balken (Eplstölion). 
Architravbau. Limde# Asth. 30 4. itravikèrt, a.: nach 
Weise eines Architravs mit Streifen versehn. Heiff 
16b. Jilbp 2c.: s. Archetyp 2c. — Archiv (lat.), 
n., —e))s; —e: Aufbewahrungsort für öffentl. Ur- 
funden; Urkundensammlung; übrtr., z. B.: Sch. 
Göd. 1, 200; A. für das Studium der neuern Sprachen 
u. Literaturen, herausgegeben v. Lherrig 2c.; Geheimes 
A.; Amts-; Bundes-; Familien-; Haupt-; Haus-; Kam- 
mer-; Kanzlei-; Kirchen-; Kreis-; Kriegs-; Lebns--; 
Neben-; Pollcei-; Privat-; Prorvincial-; Reichs-; 
Staats-; Stadt-; Zunft-A. 2c. — entsprechend: 
-Archivar:; Ein solches Welt-A. allmerayer GsW. 1, 
148 2c.; als Bstw. z. B.: Al—-s)-Beamter; „Direktor; 
Kunde; -Ordnung; Rath; Recht (nam. das, wonach 
Urkfunden aus elnem öffentl. A. Beweiskraft haben, 
jus archis vi); „Sekretär; Verwandter (G. 27, 109); 
Wissenschaft; Wust (Schücing Vronkh. 1, 284) 2c. 
„ãl, a.: urkundlich; archivgemäß; einem Archiv 
angehörig 2c.: A.-Urfunde. alsen, pl.: Archival- 
urkunden: Die Ertradition der auf das Haus Hohen- 
zollern-Branenburg bezüglichen A. Nat 3. 21, 506 ce. 
lisch, a.: archival. Mag. d. Ausld. 36, 50 öa cc. 
är, m., —e)8; —e; Archiv= (s. d.) Beamter, 
Urkundenbewahrer. -ärisch, a.: archival; den 
Pflichten eines Archivars gemäß 2c. G. 27, 511. 
ärins, m., uv.; -rken [/§ 24, 21: Archivar. 
Tisch, a.: archivarisch. -ist, m., —en, —## -en: 
Archivar. — erchivöll-e (frz. arschiwölt), f.; —n; 
-o (it. arkiw—-), m., —; -I: (Bank.) ein Gesims 
Ardor 
od. architravlerter Streifen, der einen nach einer 
Bogenlinse geformten Ggstd umgiebt. geist 16b. 
— #rcho-ele, -hkle (gr.), f.; —: Mastrarm- 
bruch. — Archologit (gr.), f.; —(eyn: Funda- 
mental-Philosophie. — Irch-on (gr.), m., —S; 
önten; -önt, m., —en, —; —en: „Herrscher“", 
die erste Obrigk. in den gr. Republiken, bes. in 
Athen, s. Kriegk 1, 298 ff.; Sch. 1024b; danach 
verallgemeint, z. B. im neuern Griechenland: ein 
Vornehmer, Machthaber 2c.: Von dem Machthaber 
der Mani u. v. andern griech. A-ten. Brandis 2, 15; 
183 2c.z Ihr trefflichen A-ten! [Parlamentsmitglie- 
der]. Kreiligrath SW. 6. 258 2c.; A-ten-Wahl, -Würde. 
Sch. 1024b 2c. -ontat, n., -(e)s; -e: Archonten- 
würde: Einc lebenslängl. Dauer des A-s. ebd.; Zum 
A. zu gelangen. 102 ba c. öntisch, a.: mit der 
Archontenwürde bekleidet, dazu gehörigc. (archön- 
tenhaft): Sie halten Nachgericht u. setzen Meister- 
schaften] a. mit der Weisheit ab u. ein. Tiedge. — 
Archo-plöma (gr.), n., —s; — I8 24, 3, n., 
-tis]; -ptösis, f. [8 24, 3, uv.): Mastdarm-Vor- 
fall (Erania). —rrhagie, f.; —eyn: Blutfluß des 
Afters. stegnöse, f.; —; „stegnöõsis, f. [8 24, 
3, uv. ): Mastdarmverengung. shrink, f. 18 21, 
3, ingis!: Mastdarmfistel. — IArcier-e (it. art- 
schiere), m., —6; —§, -i: (Bogen-) Schütze; Leib- 
wächter: A-n.-Garde (s. Archer; Hartschier). — 
Arcit, m.)—en; —en: s. Arche 14. — Arciten-ens 
(lat.), m., uv.; 0[/§8 24, 3, -ntis!): Schütze im 
Thierkreis (s. Aries 2). 
Ardah (ar.), f.; —#: Die winzige u. dennoch so 
furchtbare Ardhah (Termite, Térmes destrüctor). Glo- 
bus 4, 3b. — Ardäni-on (gr.), n., —6; zen: 
s. Ardion. — Ardasscc, ine, f.; —n: 2 Sorten 
persischer Seide. — Ardea: 1) (lat.), f. 824, 11: 
Reiher. — 2) (in Ostreich) eine Sorte Eisendraht. 
Prechil 1, 210; 211; Schruchenstuel 13. — Ardeb, 
m., —6; —: in Agypten r2c. ein Getreidemaß. 
nuge Buckle 1, 76; auch: Ardebe, f. — Ardẽli-o 
(lat.), m., —; —6, -önen (§ 24, 3, önis]: ge- 
schästiger Müßigginger. — Ardell: 1) (rufs., 
richtiger: Artell) k.; —§#: Genossenschaft, Gemein= 
schaft: Daß Rußland in dem s. g. A.-Wesen u. in sei- 
nen Landgemeinden ein uraltes nationales Genossenschafts- 
wesen aufzuweisen hat. Mag. d. Ausld. 34, 107a. — 
2) Art Likör, Ean d’Ardelle (ö d'A.. — Irdent 
(lat. —; frz. arding), a.: brennend, glühnd, 
eifrig re. — Ardẽola (lat.), f. [8 24, 11: Art 
Reiher (s. Arrca): Der Kuh-Reiher, A. budüleus. 
Brehm Hab. 4, auch: Der niedliche Ardetta (Ilerödias 
bubülens). Auslbd. 38, 1204a. — Ardenr (irz. 
—üör), f.; —&amp;: Hitze, Eifer, s. Ardler. — Ardhah: 
s. Ardah. — Ardibehesch (pers.), m., uv.; 0: 
A., der Amschasram ((. d.) ldes Feuersl, der Feuergeist. 
Uhland Schr. 1, 195. — Ardion (gr.), n., —; —4: 
Art Faß. Weiss Kost. 1, 868, auch: Ardänion. ebd. 
— Ardilo (ital.), a.: kühn, beherzt (s. hardi), 
besonders Tonkunst. — Ard-or (lat.), m. 
(8 24, 3, öris): Hitze 2c. (s. Ardeur): A
        <pb n="105" />
        Arduus 
stömachi, das Sodbrennen. — Arduus (lat.), 
a.: hoch; steil; schwierig; mißlich: Ardua qusstio, 
schwierige Frage; Pér aspera (s. d.) dd ardua, auf 
rauhem Weg zu hohem Ziel 2c. 
Are (frz. är), m., n. —#; —6: ein Ackermaß 
— 100 Quadrat-Metres: Der A. wird eingetheilt in 
10 Deeiares, 100 Centiares, 1000 Mil- 
liares; höhere Einheiten sind der Dekare (S 10 A-s), 
Hektare (— 100 A-s), Kilare (= 1000 AM-o), 
Myriare (-— 10000 A-sé); auch: Hundert Quadrat- 
meter heißen: das Ar. parisius Volkf. 1, 195a 2c. — 
Art, f.; —: s. Ara. — Are--a llat.), f. 824, 1]: 
Ebne; freier Platz; Hof; Tenne (auch z. B. in der 
Moldau. ohl Südr. 2, 35; MzZ.: Die A—s. ibd.); 
Arena; Glatze 2c. -äl, n., —e)s; Se: Flächen- 
raum: A.-Größe. — Areb, m., —3; —: ostind. 
Rechnungsmünze — 28 Lack (s. d. u. Rupie). — 
Aredas, pl.: Art oftindischer Zeuge. — Arkka, 
f.; —##: eine Gatt. Palmen, A.-Palmen, bes. A. 
catechu, deren Fruchte A.-Nüsse heißen (s. Pinang; 
Betel; Katechu); ferner A. oleräcea, Kohlpalme 2c. 
— Arẽn-a (lat.), f.; zen 18 23, 1): Sand; 
Sandplan; Kampfplatz im altröm. Amphitheater 
(l. Guhl 2, 165), danach verallgemeint, z. B.: 
Die Frage ward v. der parlamentarischen A. auf das 
Feld der Volksleidenschaft hinübergetragen. Mag. d. 
Ausl. 36, 467b 2c.; Nur für mich ldas Schiff, Gla- 
diator"] fand ich geschärft!den Klippendelch der 
Schaum I. Kreiligrath 1, 227 1#c.; auch eine unbe- 
deckte amphitheatralische Sommerbühne 2c.: Alle 
Sommertheater, Arenen, Tivolis, Elvsiums u. wie das 
Elend heißt. Hollei Ch. 1, 208. = ädl, n., -(e)s; -e: 
bei Vulkanen, die aus losen Rapilli, Asche u. Sand 
bestehende vegetationslose Fläche. Ausld. 39, 654b; 
656a 2c. -äria, f.; -ärken [§ 24, 1): Sandkraut. 
Särius, m. [8 24, 2): Titel einer Schrift des 
Archimeds (gr. psammites), worin er zeigt, daß das 
50 ste Glied einer geometrischen Progression mit 
dem Anfangsglied 1 u. dem Erponenten 10 die 
Zahl aller Sandkörner der Erde übertreffe. atiön, 
f.; —en: (Chem.) Sandbad (arenösum bälmeum). 
— Arendalit, m., —e)s; —#e: norwegischer Epidot 
(s. d.), in den Eisengruben „v. Arendal“, auch 
Akanthiköne, Pistacit (s. d.). — #Ar#end-ätor, e: 
s. Arr 2c. — Aren-illa (span.—ilja), f.; 0: Streu- 
sand, nam.: gepulverter Atacamit. Oken 1, 390. 
-ös, -ôfus, - ulös, a.: sandig 2c., s. Arenation. 
— Arcoi, pl.: Schauspieler, auf den Gesellschafts- 
inseln. Kosenkranz Poes. Gsch. 33, vgl. Upaupa. — 
rkola (lat.), f.; —# [§24, 11: ringförmiger Hof 
— um den Mond, um die Schutzblattern, um die 
Brustwarze 2c. — Aréometer: s. Aräc 2c. — 
Areö- päg (gr.), m., —e)s; —e: A., A- us, pein- 
licher Gerichtshof im alten Athen (Kriegk 1, 310; 
Sch. 1027a; w. 24, 313, s. Minérve caleulus); 
auch für den Kassationshof im neuern Griechen- 
land Grandis Gr. 3, 266); ehrenvolle Bezeichn. 
eines streng rechtlichen, unparteiischen Gerichts 
überhaupt (w. 29, 145 1c.). -pagit, m., Sen, 
— ; -en: Mitglied des Areopags (22, 272), auch 
89 
Argenlure 
Bez. eines Grades im Illuminatenorden. Hschmid 
M. Ed. 136. pagus, m. I§ 24, 2): Areopag. 
tehtönih, f.; —en: Lehre v. Angriff u. Verthei- 
digung fester Platze. — Arkpa, k.; —s: Art Mais-= 
brot, in Venezuela 1c. Ausld. 38, 746a; Grenzb. 26, 
1, 316, vgl. Cachapa. — Ares (gr.), m., uv.; 
O: der Kriegsgott, s. Mars. — Arel-alõg (gr.), 
m., —-en — -en; -älogus, m. 1824, 2]: Tugend- 
schwätzer. e, f.; 0: die Tugend, versonif. w. 28, 
202; 210.— Krethüs-a (gr.), f. 824, 11; -r, f., 
—# ; Us; —n: Name einer Nymphe; eine Pflanzen= 
gattung; eine Gatt. Quallen; s. auch Asterofd. — 
Arelinisch, a.: Die a-en od. guidönischen Silben, 
die v. Guido Aretinus (d. h. v. Arezzo) herrühren- 
den Namen der Töne der C-Dur-Tonleiter Ut, Re, 
Mi, Fa, Sol, La, Si, vgl.: Anfangsülben der Zei- 
len eines Kirchengesangs an St. Sohannes, als 
Schutzpatron der Sänger: Ut qusant läxis) 
resonäre fibris!]mira gestörum] fämuli tuõrum 
Sölve pollütis Iä bü reätum, äncte lodnnesl, 
d. h. Auf daß mit erweiterter Brust singen können die 
Wunder deiner Thaten deine Diener, tilge der entweihten 
Lippe Schuld, heiliger Johannes!, s. Hofmann-F. Gsch. 
d. d. Kirchenl. 358; solfeggieren; Lami c. — Irreto 
logie (gr.), f.; —eyn: Tugendlehre. — #rblo, 
n., —; —: indianisches Lied. nüchert Col. 2, 209. 
— Irez (hebr.), f.: Erde, Land, s. Am, vgl. Erez. 
— Arsil: s. Fihl. „ 
Argala, m., —#8; —: s. Adfutant 2. — Ar- 
gali (pers.), m., —#; —#: das sibirische Schaf. — 
Iirgamäza (sran.), f. —: Der Fußboden, welcher aus 
A., Estrich, besteht. Globus 4, 198a. — Argandsch, 
a.: A-e# Dochte, hohle, in den sog. a-en Lamxen, 
erfunden v. Argand 1783, s. Karmarsch 2, 539. — 
Argent (frz. arshäng), n., —#s; 0: Silber; Geld 
(s. A 9): A. blanc sblang]. Silbermünze; battu 
[—tül, Blattsilber; d’usine [dũsin], bergfeines Silber; 
haché laschel, rauhe Versilbrung; comptant lkong- 
tängl, bares Geld; courant lkurängl, ging u. gebe 
Münze; natif, gediegen Silber; rouge krüshl, 
Rothgültigerz; sulfure noir (Hülfürè noärl, Schwarz- 
gültigerz; vik, Quecksilker; vitreux lwitröl, Silber- 
glanz, Glaserz 2c.; Doublé lruhblel od. plaqus 
s-fel T’a., Silberplattierung; Lingot llengöl d'a., 
Silberbarren 2c. Jal (ulat.), n., —e); -e: 
Argentan. -än, n., —e)8; —e: Neufilber, eine 
silberfarbige Legierung aus Kupfer, Zink u. Nickel, 
Pakfong, Moillechort, Tintenague, Toutenague te. (s. 
auch Alpaka 2): A.-Blech, Draht 2c. -ärius, m., 
uv.; zärlen [8 24, 21: Geldwechsler, s. auch 
Taberna. LTerié (frz. arshangtert), f.; —(eyn, 
—6: Silber-Geschirr, -Geräth, -Waare. sẽren 
(arsbangt-), tr.: über-, verüllbern. -in (auch 
in franz. Aussprache arshangteng), a.: filber- 
artig an Farbe od. Klang. -um llat., § 24, 
2, n.]: Silber (daher als chem. Bez. Ag.), auch 
z. B.: A. virum, Quecksilber 2c.; [Silbernes] Es- 
u. Trinkgeschirr, a. escarium ét potörium. Nat. 21, 
595. Jure (frz. arshangtür), f.; —m, —#: Uber- 
Versilbrung: A. au feu lo föl, im Feuer, Ggstz:
        <pb n="106" />
        90 Argile 
à froid (froäl od. au pouce lo Fußl, kalte 2c. — 
Argile: s. Nargile. — Argine, f.; —n: Treff- 
Dame im Kartenspiel (Anagramm v. regina). 
PhORungt 1, 255. — Argo (gr.), f.; 0: das 
große Schiff, das Jason zu seinem Zuge nach Kol- 
chis, um v. dort das goldne Flies zu holen, baute. 
Ariegk 1, 191 (s. Argonaut) 2c.; ein Sternbild des 
fürl. Himmels (s. Kanopus); Titel v. Zeitschrif- 
ten c. — Argologer (gr.), f.; —e)n: Geschwätz 
— Argols (mongol.): Suchen A. (trockenen Dun- 
ger, der als Brennsioff dient). Slobus 9, 260b.— 
Argonant (gr.), m., -—en. —s; —en: Jason u. 
seine Gefährten auf der Argo (s. d.); auch verall- 
gemeint: Die neuen A-en. Mauhison 243; A-en- 
Chor. Heinse 9, 240; -Fahrt. Humdoldt K. 2, 177 
(vgl. Argo-Fahrt. 1 75); Zug #c.; ferner: eine 
Gattung Mollusken in einer einkammrigen, als 
Boot dienenden Schale, bes. Argonäüta ärgo, 
Papiernautilus 2c. Zica, pl.: Titel epischer Ge- 
dichte über die Argonautenfahrt. iher, m., —; 
uv. : Dichter v. der Argonautenfahrt: Der orbhische 
A. Sumboldt K. 2, 153. — Argos: s. Argus. — 
Argos- (engl.), f.; -zies: eine veralt. Art großer 
Schiffe, Karacke. — Arg-ot (frz. —ö5), n., m. 
(Salon 2, 700), —; 0: Gaunersprache, Rothwälsch 
(ogl. Gergo; Languc verte). Jotseren, intr. (ha- 
ben): rothwälschen. otism, m., uv.; -en: A., 
A-us, rothwälsche Spracheigenheit (s. Anglicism); 
Luis Göngora Is. d.] de Argote ... Seine Anhänger, 
die Culturisten, überlrieben natürlich die Ubertreibungen 
seines A-us. Rosenkranz Poes Gsch. 581.— Argousin 
(frz. arguseng), m., —#; —#: Aufseher, Profoß der 
Galeerensträflinge. — IArgnuieren (lat.), tr.: an- 
zeigen; darthun; beweisen; überführen. — Ar—- 
gument, n., -(e)s; —e: Beweis, Beweismittel, 
Grund; der Inhalt, Stoff einer Schrift (vgl. 
Episemeiöse) 2c.; (Math.) ein Bogen, durch den 
man einen andern Bogen (od. den dadurch gemeß- 
nen Winkel) findet, z. B. (Sternk.): A. der Breite 
eines Planeten ist sein Abstand v. dem aufsteigenden 
Knoten der Bahn, diesen Abstand aus der Sonne gesehen. 
Ciutow 792; 155 tc.; ferner (in Würtemberg bei 
der Prüfung zur Aufnahme in ein Stift): Ent- 
setzliche A-e, anderswo lateinischer Stil genannt, werden 
ersonnen. Gartenl. 16, 70 S8b; Präceptor, der eine be- 
sondre Fähigk. besitzt, das „A-le“ einzubläuen. 70 9a rc. 
Salion, f. z-#en: Beweisführung, Schluß olgrung. 
alor, m., —s; zatören [8 24, 3, öris]: Be- 
weisführer. -ieren, tr.; intr. (haben): fol- 
gern, schließen. ist, m., —en, —#;; —en: Ar- 
gumentator. —5-S, a.: inhaltreich; reich an Be- 
weisgründen. -usm (&amp;§ 24, 2, u.]): Argument, 
z. B.: A. a conträrio (s. d.); ád hömiuem 
(s. d.); baculluum (s. d.) od.: aus Ferio (s. d.); 
externum (s. d.), Ggstz internum. — Argus (gr.), 
m., uv.; —se [8 23, 2): der vielängige Hüter der 
Jo (s. d.), danach auch verallgemeint: Ich habe 
einen scharfen A. an dem Grafen. fiotmono 199; Zetzt 
blind, jetzt A. Grice Tass. 2, 15; Diese Perle aller 
weiblichen A-se. Spieldagen Pr. 6, 116; w. 10, 101; 
NArianer 
16, 132 1c.; So a. artig war seine Hut. Ploalen 5, 
81; Das nimmerschlummernde A.-Arge . u.] res 
Volks. (Mäühlboch Erzh. Joh. 4, 2, 196; Thomiso 4, 
269; A-äugig. DAus. 17, 2, 59; CSGortenl. 16, 
35b; Vom A.--Blick der Eifersucht gehület. Sch. 422b; 
Hundert A.-Ohren. 9p. Wahrh. 1, 50 ie., vgl.: 
Hermes ., den .. Argok--Würger (v. Od. 1, 81), 
Törter (Wiedasch ebr.). Ferner naturgschichtl. Bez. 
v. Thieren m. vielen augenartigen Flecken (A. 
Augen, „Flecken), z. B. A.Falter, -Augen, 
Schmetterlinge, dazu: Der große A., Papilio äárgus; 
der kleine A., P. arglolus; der schöne A., s. Arenis 
3 2c.; ferner: A., A.-Fasan, DPhasiänus ärgus; 
ferner Porecellanschnecken, z. B. Cyprcka ärgus 2c., 
vgl. C. cribräria, A.-Weibchen 2c.; auch: A.-Fisch; 
Schlange; = Sonnenkäfer 2c. — IAlgüt-iä 
llat., § 24, 11; -#len, pl.: Spisfünrigkeiten. 
ren, intr. (haben): spitzfünkeln. -iös, a.: 
spitzjündig. — Irgple: s. Nargileh. — Argkrt- 
a#nche (griech.), f.; —n: durch Geld erkauftes 
Schweigen (scherzh. als Krankheit dargestellt, ogl. 
Cynanche). aspide, m., —n; —n: „Eilberschild= 
ner“, eine Abtheilung des macedon. Heers, Art 
Garde. friegk 2, 113. i, f. [8 24, 11: Pfl., 
Silberwinde. ide, f.; -n: silberhaltiges Erz. 
itis, f. [8 24, 3, uv.]): Silber-Erz, -Glätte; 
A., die bleireichen Schlacken bei der Darstellung des 
Bleies aus dem Bleistein. Glodus 9, 270. Cion, 
jium, n., —#; -len [8 24, 2, n.): Silbermünze, 
Silberling. -oĩde, k.;—n: silberähnl. Legierung 
(vgl. Argentan). Jokömisch, a.: silberhaarig. 
Johratie, f.; —(ehn: Herrschaft des Geldes, s. 
Plutoscatie. omant, f.; 0: bis zur Besessenheit 
gehnde Geldgier. -onẽta, s. 1824, 1]: Wasser- 
spinne (m. silberglänzendem Gespinnst). -ophän, 
n., -(e)s; 0: Art Argyroide 2c. 
Ari-a: 1) (it.), f.; -e: a) Luft, nam.: A. 
cattiva, böse, d. i. Fieber erzeugende Luft, vgl. 
Malaria. — b) Arie: A. di bravüra 2c. — 2) Das 
Warzenschwein.., arab.: Haluf-Abu-Khare; massauisch: 
Haroja u. Harnja;z amharisch: A. Prehm Hab. 68, 
vgl. Emgällo. — 3) s. Arium. — 4) als Länder= 
name — Fran (s. d.). Kriegk 1, 120, in engrem u. 
weitrem Sinn; dazu Arker, ärisch, im Ggstz zu 
Tür-an, ãnĩet, anisch, vgal. Ham 2. — Kriadne 
(griech.), f., —, -ns; (-In) (§ 24, 11: Techter 
des Minos, die dem Theseus den aus dem 
Labyrinth (s. d.) leitenden Faden Jab, mit 
dem Erleger des Minotaurus (s. d.) floh, aber, 
v. ihm auf Naros zurückgelassen, die Geliebte des 
Bacchus ward, der ihr Diadem an den Himmel 
versetzte, wo es als Sternbild glänzt (A-#s od. rie 
nördl. Krone, coröna Arfädn##e s. septentriondlis 2c.), 
s. S. 33, 112; Uamtet Morb. 323; 126 r2c.; ugw.: 
Zu Nachlarin Arianen [Neim: kahnen] w. 33. 393, 
vgl. 426 2c.; Wenigen Auserwählten reicht er den Fa- 
den der A. Heinse A. 2, 101; A.-Saden; Den ariard- 
nesschen Faden. G. 33, 116; Auch kamen mir Ub- 
land's Andeutungen .. wie em ariärnischer Faren 
zu Gute. Simtock Myth. 81.— Ariän-er, m., — ; 
uv.: kirchl. Anhänger des Arius (im Anfang des
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        Arianisch 
4. Jahrh.), als Leugner der Konsubstantialität 
(l. d.). -isch, a.: den Arianismus betreffend. 
iismeus), m., uv.; 0: Lehre, Glaube der Arianer. 
— Hricha (hebr.), k.: Wenn die Ausgaben (der jür. 
Gemeinee in Konstaminopel] die Einnahmen übersteigen, 
so werren sie durch eine außerordentl. Steuerumlage, 
A., gereckt. Krankl Zer. 1, 198. — Jricin, n., 
—(e)s; 0: (Chem.) ein in der Chinarinde enthalt- 
nes Alkali. Karmarsch 1, 415. — Irid-e) (frz.), 
a.:; dürr, trecken. ität, f.; -en: Trockenheit, 
Dürre, Magerk. - üUr, f.; -en; üra, f. 1824, 11: 
Abmagrung, das Schwinden, Intabescieren ((. 
Atrophie 2c.) 2c. — Arie (it.), f.; —; SIn: N. 
Gria, frz. air) im Gassz des Recitativs u. des mehr- 
stimmigen Gesangs ein kaktmäßiges, einstimmiges 
Gesangstück, größern Umfangs als die Kavatine rd. 
Aric#tte; auch: die Worte — od. die Weise srlches 
Gesangstücks: Die A. als der lyrische Ausrruck einer 
sestgehaltenen Stimmung. John Moz. 1, 251; Die A. 
bestand regelmäßig aus 2 Tbeilen, welche best. mit ein- 
ander kontrastierten. ebd.; Abschiers-A. Güniher 158; 
Bravour-A.; Koncert-A.; Meine Leib-A. Hamb. Th. 2, 
201; Serran-A-n. Jahn Moz. 1, 192 2c.; A-n- 
Form; Schluß. Bank Lit. Bild. 1, 209. — Kriel 
(hebr.), m., —s; —s: „Löwe Gottes“, als Bez. 
unbesiegbarer Helden, Stäête 2c. (auch Eigenn.) 
— u. „Brandaltar Gottes“. Hel. 13, 15 f. (s. 
Harel) u. — wortspielend m. beiden Bedd. — v. 
der unbesiegbaren Stadt Jernsalem, die in Brand 
aufgehn soll. Ies. 29, 1; 2; dann in der Kabbala 
Name eines Wassergeists; heute aber gw. — bes. 
nach Shakespeare's Sturm, wohl umgereutet mit 
Bezug anf Aria 1 —: ein Luftgeist (Sylrhe) von 
höchster Zartheit, auch Schuͤtzer der Unschuld 2c. 
Mandillon 56 2c. (vgl.: Diese ärlelhaften Gebilre. 
Nosenktanz G. 231, s. sölrhenhaft U. Ggstz Caliban); 
auch Name eines Uranustrabanten (s. Oberon 2). 
— Arken: s. Arie,-um. Chaft, a.: arienartig, 
ähnlich 2c. — Arĩer, m., —; uv.: s. Aria 4. — 
IAritro, m.: Arriero (s. d. ). Grube Ch. 1, 286. — 
Arĩes (lat.), m. [§ 24, 2, Ktis): 1) Wirder; 
daher —: 2) als erstes der Zeichen im Thierkreis, vgl. 
die Gerächtnisverse: Sunt ariés, taurüs, ge- 
mini, cancér, leo, virgo,libraque, 
scörpius, 4rcitenns, caper, ämphora, 
pisces, es sind: Wirder /, Stier B, Zwillinge II, 
Krebs O, Löwe 40, Jungfrau Q, Wage S, Skorpion ms, 
Schütze J, Steinbock J, Wassermann #, Fische X, s. 
Siuitow 80. — 3) als altröm. Belagrungswerkzeug, 
Sturmbock. Suylt 2, 364. — 4) als eine Familie 
der Ammoniten (s. d.): Wie die Ceratiten dem 
Muschelkalk, die Wirrer (Arletes) dem Lias, die Go- 
niatiten dem Transitionskalkstein u. der Grauwacke 
angehören. Humboldt K. 1, 290. — Jrictte (it.), 
f.; —n: kleine Arie. — Iriman: f. Ahriman. — 
Trimäsp, m., —en; -en: ein fabelhaftes einängi- 
ges skytisches Volk, das mit den golrhütenden 
Greifen in beüändigem Krieg lebte. G. 12, 106; 
Heeren 1.904; Humbold K. 2,176; 421; W. 3,9; 280 rc. 
— Ariolaliõn (lat.), f.; —en: Weissagung. — 
Aristoteles 91 
Ari-õs (it.), a.: arienartig, sangbar. Zelier 2, 
365. öso, n., —s; —; (Mus.) ein arioser Satz, 
bes. in Recitativen. — Arisch: 1) m., uv.; uv.: 
Fers. Elle. — 2) a.: s. Aria 4. — Fristärch (gr.), 
m., —s, —#en; —e, -en: A. (A-os, A-us), cin 
strenger Kunstrichter (ursrrüngl. Eigenname). 
w. B. 2, 241. isch, a.: in der Weise eines 
solchen. — Aristeĩ-a (griech.), f.; zai: preis- 
werthe That, Helren-That, -Kampf rc. u. Ver- 
herrlichung: Die Schilrerung der Heldenkämfe vor 
Troja .. die A. Kosenktanz Poes Gsch. 139; Der Hom- 
nus ging in eine A. des Gottes über. 144. — 
Aristid (gr.), m., —; —, en (w. 3, 19); Zes, 
m., uv.; se: ein durch strenge Rechtschaffenheit 
ausgezeichneter Athener; danach auch als Gattungs- 
name. — Aristodemokrakik, f.; —(eyn: eine aus 
Aristokratie und Demokratie gemischte Staatsform. 
— Hristokr-ät (gr.), m., —en, —;; -en: Anhän= 
ger der Aristolratie: Erz-, Stock= (Mag. d. Ausld. 36, 
49 a); Geld-A-en. Elbisen Pol. 1, 125; Ariftoträtchen. 
Ense Tag. 2, 185. „äteln, intr. (haben): ein klein- 
lich beschränkter Aristokrat sein, sich so behaben: 
Das a-d##e#klusive Nichtwissenwollen vom Volke. Scherr 
Mix. 1714 2c. atieé, f.; +eyn: die Staatsform, in 
welcher die Herrschaft in den Händen der Vorneh- 
men (des Adels) ist — u.: die Gesammtheit der so 
Bevorrechteten (ogl. Kakistekratie; Oligarchie u. 
Ggitz Demokratie): Kriegn 2, 259 2c.; Adels-; Be- 
amten-; Erb-; Geburts-; Gelr-; Geschlechts-; Grund- 
(Ctenzb. 26, 3, 203, auf Grundbesitz beruhnde); 
Standes-; Wabl-A. 2c., auch: Aristokrazis. Frons 
Jer. 1, 176; Waldau N. 3. 354 2c. Tatisch, a.: 
auf Aristokratie begründer (adelig), sie betreffend, 
ihr ergeben 2c.: Erz-a. Fothet Br. 2, 288 2c.; Alt-a. 
Bodensedt E. 1, 29; Hoch-a. 30 2c.; scherzh.: Ari- 
stokrätzig. HLeine 17, 201. -atismus, m., uv.; 
0: das aristokratische Regierungssystem. Monaibl. 
2, 590 a; w. 31, 544 2c0. azkée, f.; —en: s. Ariste- 
krane. — Frillolch-ia (gr.). f.; Zlen (§ 21, 11: 
eine Pfilanzengattung (s. plinius Hift. Nar. 25, s), 
umgedeutscht: Osterlucei. - icum, n., —: -ica (§24, 
2, U.): arifiolbSchisches, d. h. das Gebären u. die Kind- 
bettreinigung förderndes Mittel.— Ariflöph-anes 
(gr.), m., uv.; uv., „se: der berühmteste Dichter 
der ältern atlischen Komödie (Krieg 2, 193; G. 1, 
369; Aristorbän. W. 15. 42 :2.), auch antono- 
maniich. platen 4, 73 :c. änisch, a.: v. ihm ber- 
rührend, in seiner Weise: A--es Lustspiel, A— 
Laune 2c.; A-er Vers, ein anapästischer, wie der fol- 
gende: Wem Kraft des Gemüths, wem Tiefsinn fehle 
u. die Kunst, die Jegliches ordner 2c. plalen 4, 106. — 
Aristos (gr.), m.: der Besie, Vornehmste, ein 
Vornehmer (s. Aristokrat): Das Volk nennt rie lin 
Brüssel Anfangs 1869 unter den vornehmen Klassen 
berrschende! Seuche la maladie des A., also nicht: Eri- 
Demie, sondern Epi-Ariftie. Ua#3#g. 22, 67. — 
Ariftöt-eles, m., uv.; zie: A. (nach seiner Vater- 
stadt Stagĩra auch der Stagirit genannt), einer der 
größten Geister und umfaßendsten Gelehrten 
Griechenlands u. der Welt übrh. (so auch antene- 
mastisch), berühmt als Lehrer Alerander des Gr.,
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        92 Aristoteliker 
als Stifter der Peripatetiker (s. d. u. Dat) 2c. 
„cliker, m., —; uv.: Anhänger der aristotelischen 
Philosopxhie. Flisch, a.: v. Aristoteles herrüh- 
rend, auf ihn bezügl. 2c. -clismus, m., uv.; 0; 
die aristotelische Philosophie. — Iälrithm-elik, 
Seirk (gr.), s.; -en: Lehre, Lehrbuch v. den Zahl- 
operationen, Rechenkunst. -tiher, m., —#s; uv.: 
Kenner, Lehrer der Arithmetik; Rechenmeister 2c. 
rlicus, 1) m. IS 24, 2]: Arithmetiker. engel 1, 
88 ꝛc. — 2) a.: arithmetisch. tisch, a.: der 
Arithmetik angehörig 2c.: A-e Operationen; Zeichen 
G. B. +;: — 1c.), Lehrbucher 2c. Eigenthüml. 
untersch. man: a-e U. geometrische Verhältnisse, je- 
nachdem die Differenz od. der Quotient der beiden 
Verhältnisglieder in Betracht kommt, u. demgemäß 
auch: A-e u. geemetrische Proportionen, Reihen 2c. 
Sologié, f.; -eyn: Lehre v. den Zahlen, nam. v. 
ihren wunderbaren Eigenschaften. omantik, k.; 
—enn; -omantik, f.; -—en: Wahrsagung aus 
Zahlen. omäntisch, a.: zur Arithmomantie ge- 
hörig c. — Arium (lat.), n., —#; Arken [8 24, 
2, n.): als Endung v. Fremdwörtern: „Der Schat- 
ten ist ein accessõrium“ . .. Ich verstehe Nichts v. 
Enren Arien u. Orken. W. 14, 9, wofür es C Herkur 
(1779) 1, 28 heißt: A-s u. Oriums. 
I. Arc (frz.), m., —##; —#: Bougen: A.-boutant 
larbutäng), Strebe-Bogen, -Pfeiler; A.-en-¾iiel 
larkangbjell, Regenbogen 2c. — II. Ark, f.; -6: 
(in Centralasien): Die A. des Emirs, die Palastburg 
des Herrschers. Slobus 7, 281a. — Arc-a (lat.), f. 
[8 24, 11); -acit, m.t, -en; —en: s. Arche 14. — 
Artköäde (irz.), f.; —n; —n-: 1) (Bauk.) Bogen- 
Stellung, -Gang; Laubengänge od. A-n. Ilschohle 
8, 52 1c. (s. Kolongare); Säulen dienten als Stützen 
zu Rund-A-n. falsch. d. mod. Gschm. 77; 
Spitzbogen-A“-en. DAus. 15, 2, 46 2c.; A-nu- 
Pfeller 2c. — 2) (Tanzk.) eine Tour, wobei die 
Paare durch Reichen der Hände eine Art Bogen- 
gang bilden. — 3) an Webstühlen für gezogne 
Arbeit: die Aufheber der Litzen. Karmarsch M. 2, 
423. — Arkäd- ia (gr.), f. I§ 24, 17: Arkadien: 
Auch ich lebt in A.! w. 11, 51; 63. -ĩen, n., —S ; 
0: urspr. Name eines v. Hirten bewohnten Ge- 
birgslands im Peloponnes, der gw. Schauplatz der 
Idyllendichter; daher: Land idyllischer Einfalt, 
ländlichen Glücks 2c.: Auch ich war in A. geboren! 
Sch. 20b; G. 23, III, s. Bächmann 11. ###, m., 
—# ; uv.: Zemand aus Arkadien (weibl.: A-in), 
auch: Die Mameluken u. A. — so werden die Heiß- 
sporne der Reaction genannt lin Frankrcich, unter Lonis 
Napoleonl. volhs 3. 16, 32; Zerôme David, das Haupt 
der A. Nar. 21, 100 ic. isch, a.: zu Arkadien 
gehörig; idyllisch ze. G. 35, 416; w. 23, 252 1c. 
— Arkan (lat.-frz.), n., —e)s; —e: Geheimnis, 
Geheimmittel. Sch. 756b c. -ist, m.,-en, —;: -en: 
Einer, der Arkane kenntc. um, n., — zals 24, 
2]: Arkan. — Arcanson (kfrz. arkangßöng), n., 
—; 0: Bogenharz, Kolephonium. — Arcärins 
(lat.), m. [8 24, 2: Die Kassenheamten od. Arca- 
rü. Weise Kest. 1, 1144. — Arcälo (it.), a.: 
Krculus 
gebogen, gekrümmt 2c.; (Mus.) — coll’ arco. 
— Irkebuf-(Arquebus-) äde (fr. ark'büf-), f.; 
—n : Büchsenschuß; Erschießung; Schußwunde; 
Wundwasser, gegen Schußwunden (s. Eau) 2c. 
r, f.; —n: „Hakenbüchse", veraltetes Schieß- 
gewehr, auch (it.): Archibüsen sspr. ark—-I. Grt- 
gorovius Cors. 1, 57; Acchibusen-Männer, 56. Sier 
(-ic), m., —; —: Büchsenmacher; Soldat mit 
Hakenbüchse od. Feuergewehr; noch als Name vor- 
züglicher Leibkompanien, auch in ganz deutscher 
Ausspr. u. Abwandlung: Arkebusiere vom Regiment 
Tiefenbach. Sch. 319a; Zweihundert]) Ake hab'’ ich 
hingeschickt. 389b 2c. u. Arkebusserer. -1ieren, 
tr.: erschießen, nach kriegsrichterl. Spruch. — 
Arhkelks: s. Artillerie. — Arro: 1) (it.), m., —; 
—S (archi): Bogen, z. B.: (Mus.) Coll' a., mit dem 
Bogen (Ggst pizzicato, s. d.). — 2) s. Arcot. — 
Arkolet, f.: s. Artillerie. — Arcot (frz. arkö), 
m., —s; 0: Stück-, Roh-Messing (Arko). Katmatsch 
M. 1, 50. — Arkt-atiön (nlat.), f.; -en; --: 
1) Verengrung der Eingeweide u. dadurch hervor- 
gebrachte Verstopfung. — 2) Zusammerpressung 
eines Körpertheils durch einen Verband. atörisch, 
a.: (Rechtsspr.) A— Citation, auf die der Vor- 
geladne zur Vermeidung v. Nachtheilen sich stellen 
muß, Ggstz menitorische. — Arcticus (gr.-lat.), 
a.; arktisch. — #rrk-ior, a.: enger (Kompar. zu 
arctus, K. d.; neutr.: -ius, Genit. Jöris), z. B. 
A. eitätio, geschärfte Vorladung 2c.; Arctius jüs, 
Näherrecht; mandatum, geschärfter Befehl 2c. — 
Arkt-isch (gr.-lat.), a.: zum Arktos (s. d.) ge- 
hörig, nördlich (s. antärktisch; subärktisch u. boreäl): 
A-er [Nord-] Pol; A-e Länder, Regionen, Zone 2c.; 
A-er Polarkreis; A-es Meer 2c. iskon, m., —; — 
[8 24, 3, Sntis): Art Aufgußthierchen, Wasser- 
bärchen. tis, m., uv.; —se: Ohrenbär. omps, 
m., uvr.; uv. s8 24, 3, ömyis]: Murmelthier. 
öphnplar, m., uv.: 0 I§S 24, 3, -ophFlacislj: 
„Bärenhüter“", ein Sternbild (auch Beötes), in der 
Nähe des großen Bären (s. Arktur). opus, m. 
(§I 24, 3, Spockis): Pfl., „Bärenfuß“. Jos, -us, 
m., uvr.; -i [8 24, 2): der „Bär“, nam. als 
Sternbild am Nordpol: Der große; der kleine A., 
im letztern der Polarstern (s. d. u. Cynosura). 
oflaphplus, m. 1§ 24, 2): Pfl., „Böärentraube“. 
ohden, pl. : eine Pflanzengattung, „Biüren- 
ohren“; dazu: Arktötis, f. I/§24, s, idis). ür, 
m., —8; 0: „Bärenhüter“ (minder richtig erklärt: 
„Bärenschwanz“), der hellste Stern im Arktophylar 
(s. d.): Der funkelnde A. w. 20, 180 1c. -ũrus, 
m., uvr.; 0 (5 21, 2): Arktur: A.— a bes Bostes. 
mädler 419; Wachern. 2, 128919 16c. — Irc nälim 
(lat.), adr.: bogenförmig. -. natiön, f.; —Sen: 
begenförmige Krümmung. - nätus, a.: bogen- 
förmig, s. auch arquatus. -uballista, f.I§ 24, 1r: 
Armbrust. unccio (it. arkütscho), m., —; cci 
lutsch!: Bügel, Sxpriegel über Wiegen 2c. — 
Arcula (lat.), f. [8 24, 1): Käsichen, s. arca. — 
Areulus (lat.), m. (§ 21, 21: kleiner Brgen,
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        Arcuma 
Böglein: A. senĩlis, Greisenbogen (gr. Geronto— 
töron), ringförmige Verdunklung der Hornhaut des 
Auges 2c. — Ar cuma (lat.), f. I&amp; 24, 11: Art 
Wagen: Die vielleicht nur aus einem breiten, zwer- 
rädrigen Brette bestehende A. Weiss Kost. 1, 132 
— Areus, m. [8&amp; 24, 41: Bogen, z. B. 
(Math.) der zu einem (Eentei= -) Winkel gehörige 
Kreisbegen; (Ort.) A. visiönis, Sehbogen; 
(Sternk.) A. diürnns u. noctürnus, Tag= u. Nacht- 
bogen 2c.; A. triumphälis, Triumphbogen r2c. u. 
bes. häufig in d. Anat. für bogenförmige Krüm- 
mungen der Arterien, Knochen rc. 
Irl-elcschinêétte (it., —eck), f.; -n: f. 
Kolombine. erchino, m., ĩni; keuin (rz. 
—ekeng), m.t, —; —: Hulekin * d.). -equinäde 
Cek-): Harlekinade (s. d.). — Arl-Shilling 
(engl., —schilling), m., —#; —6: Handgeld, Mieths- 
schilling: Wenn rer Statesman or. Pächter mit einem 
Knecht einig ist, so empfängt derselbe ein Stück Geld, 
das sie den A. nennen ..., auch Alls- od. Arles- od. 
Earles- ed. Vearles-pennx. . . Vielleicht sind jene 
Worte Korrumpierungen v. dem lat. Worte arrha ls. d.l. 
Kohl Engl. 2, 3. 
Zirm-a (lat.), pl. [824, 21: Waffen: Ad a.! 
zu den Waffen (vgl. Alarm); in ármis, bewaffnet; 
inter a. silent lsges, im Kriege schweigen die Ge- 
setze; A. virümque canö, „die Waffen sing' — u. 
den Mann“ 2c., Anfang v. Virgil's Aneire 2c. 
Wappen (engl. arms, s. Coat). -äda (span.), f 
—# : Ausruͤstung; Heer (z. B. Simplieilsimus 3, ½½ 
5511; 6121; 13715 1c.; heute gw.: Armee); Kriegs- 
flotte, bes. die v. Philipp II. v. Spanien gegen 
England ausgerüstete. Sch. 20a; 27 6a ꝛc. Ladill, 
m., —e)8; Gürtelthier (Mo, T zur hdilla 
Cilsa), f.; adille (frz. -ilj), f.; -n, —s#: 
kleines Griizader v. Kriegsschiffen. Padillo Cico, 
m., —6; —s: Armadill. älis (nlat.), m. I§ 24, 
3, nv.]: 1) Wappen-, Adelsbrief. — 2) in Ungarn, 
Arliger ohne Grundbesitz, nur vom Waffendienst 
lebend, Armalist, m., -en, —; -en. amentärium 
(lat.), n., —S; ärken (S 27, 2, n.]): Waffen-, 
Zeughaus; auch z. B.: A. chirũtgieum, Samm- 
lung wundärztlicher Werkzenge 2c. arkolum, n., 
—S; ola (§24, 2, n. : kleines Armarium; Hostien- 
behältnis in der röm. Kirche. -ärium, n., —; 
zärken [8 24, 2, n.]): Schrank für Geräthschaften; 
Bücherschrank (s. Almäria). -ärius (mlat.), m 
[8 24, 21: Waffenschmied; Bücheraufseher; Be- 
wahrer der Kirchenbücher u. Vorsänger in Klöstern. 
Sateur (frz. —atör), m., —#s; —#, e: Schiffsaus- 
rüster ed. Reeder; Kaper, Kreuzer; Kaperschiff. 
atöle (ngr.), m., —; I-n; —n--: Es gab in 
Griechenland eine eigne Miliz, welche damit beauftragt 
war, die öffentl. Ordnung u. Ruhe zu erhalten. Die 
Glieder dieses Korps hießen A-n (To##, welches 
Wort in weitrem Sinne jeden Waffentragenden bezesch- 
nen würde... Zede dieser Scharen wurde v. einem 
Hauptmann (Kawerdros) befehligt, dessen Machtbezirk 
ein Armatolik (Coz#razzzh) hieß 2c. Wh üller 
Armijak 93 
Ngr. 1, XXVII ff.; Ein A-n-Hauvimann. XXXIII #c. 
(ogl. Klephte); Brandis Gr. 2, 186 „c.; Zinktisen Gr. 
Rev. 1, 31 ff. atöllen, pl.: Armatolike. ibd. 
atolik, n., —(e)s; —-e: der einem Armatolen- 
Kavpitan untergebne Bezirk u.: seine Miliz, z. B. 
Beides. wmhmäler Ngr. 1, XXXIII ac., auch: A-], 
Mz.: A-#ia. atür (at.), f.; -en: Armierung 
(Ausrüstung) u. das dazu Dienende (Geräth), 
z. B.: A. eines Soldaten; Schiffs; einer Flotte 2c.; 
im Besondern (Bauk.): der Gisenteschla an ver- 
zahnten Balken u. Hängwerken 2c.: (Gieß.) ein 
zur Befestigung dienendes Gerüst v. Eisenstäben re. 
fKormarsch M. 1, 116; 118; (Phys.) A-en v. Magneten, 
zur Verstärkung der magnetischen Kraft daran an- 
gebrachte Stücke Eisen 2c.; auch z. B.: A.- [Rust= 
Kammer; A.-= (Kreuzer-, Kaper-] Schiff; A.= 
[Rüstungs-] Stück. „Waffe 2c. (it.), f.; -i: 
Waffen, f. Alarm. r, f.; —eyn: Heer (s. Armada): 
Belagerungs- Ginkeiiten Ner. 1, 92); Feld-, Friedens- 
(olksz. 15, 1), Kriegs-A. 2c.; A. volante (wolängti, 
sliegender Heerestrupp 2c.; A.-Befehl; -Kommando; 
Korps; -ieferant 2c.; auch: Verheerung lder Baum- 
wollel durch den A.-Wurm. Uor3. 20, 401, Heerwurm, 
die in ungeheuren Zügen sich fortbewegenden Larven 
v. Schnaken (Sciara Thöme) 2c. ZTement (emängc), 
n. 8; —: Armierung, Bewaffnung, Ausrustung; 
Bemannung eines Schiffs; die Mannschaft; 
Kriegsgeschwader. — Armen-- fen, n., — : 0: 
Name eines Landes. eisch, a.: aus Armenien: 
A-er Stein = Lasurstein. — Arm-er#a (t.), f.; 
zerke: Waffensammlung, Zeughaus. Zaltiano 30 
(orsch. Armsria, f. [824, 11, Pfl. = Gras-; 
Pechnelke 2c.). -es (frz. arm), pl.: 1) Waffen: 
Aux a. losärm], zu den Waffen!; Um a. et bagages 
le bagäsb] in das gräfl. Lager überzulaufen. Wolfram 
Golrk. 1, 85, mit Sack u. Pack 2c.; Mastre lmätr 
d’a., Fechtmeister. — 2) Wappen: A. parlantes 
(varlängtl, redendes, — dessen Figuren den Namen 
bez. 2c. -ida, f.; —s; — ; zide, f., —ns; n: 
weibl. Name, bes. in Tasso's befreitem Jerusalem 
die Zauberin, die in ibren Gärten den tapfern Ri- 
naldo (s. d.) in Unthätigkeit u. Wollust versinken 
läfft (Sris 3, 28; w. 28, 423; 280); danach auch 
antonomastisch. Lien Tischl. 2, 196. -ren, tr.: 
bewaffnen; ausrüsten; mit der Armatur (s. d.) 
versehn: Balken a., ihre Tragkraft verstärken; 
Magnetstäbe zu a. pouillet 1, 380; Häuser a., mit 
Blitzableitern versehn; Ln armierte Hänfer. lichtenderg 
5, 213 r.; (Mus.) Vorzeichen vor ein Tonstück 
setzen 2c. Zifer, Tiger, m. I§ 24, 2, -i]: Waffen- 
träger; Annre — J#mill-a (lt. ), f. 1824, 11; 
e, .: : Arm-Ring,-Band. Guhl 2, 248; 363 
2c.Säar ich- mitlahe od. A-en nannte man 
verschierene Verbindungen v. Kreisen, durch welche man 
den Aquatoer, die Eklirtik u. die darauf senkrechten Kreise 
darstellte. kitrow 660; Erfindung v. Astrolabsen, von 
Solstitiar-A“-en. Humboldt Kosm. * 210 2c. 
— Armist-ice (frz. At), n., uv. #Ectium 
(lat.), n., —; -itien [8 24, 2, n] Waffen- 
stillstand. — Qrmijak (ruf.), m., —; —: 
Art Kamelott; Wams des gemeinen Rufeen.
        <pb n="110" />
        91 Armoisin 
— Armoisin (frz. armoaseng), m., —; —6 
Art leichtes Seidenzeug (it. Ermesino, vgl. 
Westchen v. blauem Ermesiun. G. 28, 181). — 
Armor-iäl (frz.), n., —eys; —e: Waxrenbuch. 
ill, m., -en, —; -—en: Wappenkenner c. — Arms 
(engl.), pl.: s. Arma. — Armslrong: Erfinder 
einer Art schmiedeeiserner gezogener Kanonen: A. 
Kanonen; Geschütze; Hinterlader. Uals. 20, 276; 
Grenzb. 26, 4, 301, auch bloß: A—#s. 250; Die bei- 
den 600-Pfünder-A-s. 251 2c. Ubrtr., wie grobes 
Geschütz 2c.: Wer mit der Partitur des Don Juan in 
der einen u. des Fidelio in der andern Hand gegen 
Gounod's Faust loszieht, Der hat fteilich leichtes Spiel: 
Faust bleibt ohne Frage maustort. Ob man aber mit 
solchen A—s-Krittken etwas Rühmllches u. Nüßliches 
vollbringe, scheint mir sehr zweifelhaft. Salon 2. 48. — 
Armur-e (frz. —ür), f.; —: Armatur. Lier 
(J## m., —§; —#: Wafenschmied. 
Arnänt, m., —8; 0: Art Sommerweizen aus 
Odessa. — Arnäut (türk.), m., -en, —é; —en: Alba- 
nese (vgl. Stypetar). Freiligrath SW. 1, 103; CRobert 
2, 105, vgl.: Die lange, 12 Pfund schwere albanesische 
Flinte, die sog. Arnaüla. 95. — Arnira (nlat.), 
f. [8 24, 1): Pfl., nam. A. montäna, Wohlverlei. 
Aroeira (port. —ra), f.; —#: das unzerstörbar 
harte Holz v. Schinus therebintbifölins. Durmeister 
gB. 2, 213. — NHrokden, pl.: Pflanzen mit 
Kolbenblüthen, wie das Aron (s. d.), vgl.: Die 
Aroiden. Burmeister gB. 2, 246 ff. 2c. — JArömM 
(gr.), n., m., —(eys; —e: würziger Geruch u. Ge- 
schmack v. Pflanzen: Die Morgenluft streifte die Blu- 
men u. trug ihren A. in das Kablnett. IHahn Per. 1, 
207; Gemischtes N. Prechn 9, 388 (als Name eines 
Likörs) 2e. a, n., —6; a /§8 24, 3, n., tisl: 
Arom. alith, m. , —(eys; -#e: wohlriechender 
Stein. -ätin, m., —6; —#: Art Trockenbeerwein 
(Sekt; lat. acinatsejum). äticum (§ 21, 2, n.1: 
Würzmittel, Würze. atisatiön, f.; —en: Aroma- 
tisierung. -lisch, a.: voll Aromas, würzig. 
prechtl 9, 384 2c. JatisEren, tr.: aromatisch 
machen. 375; 4, 120 ic. — Aron (gr.), n., -S; 
—# : Zehrwurz, s. Aaronswurz. — IJrondelle (frz. 
arongrell), f.# —n, —: „Schwalbe“, leichtsegelndes 
Fahrzeug v. mittlerer Größe. 
Arpa: 1) (it.), f.; ze: Harfe. — 2) (türk.) 
f.; 0: Gerste: A. Emini, Aufseher der Gerste. Ham- 
mer 10, 338. —lih, n., —#; —#: Tribut, Abgabe 
in Getreide 2c. netla (it.), t.; ze: Spitzharfe, 
Harfenett. — Arpeqg-iando (arpérsch-änro), adv.: 
arpeggierend. 1##Schröder Samml. 4, 4. 14 1e. iato, 
adv.: arpeggiert. -iatüra, f.; Ure: eine Folge 
arpeggierter Töne. ieren, tr.: Accorde gebrochen 
svielen. -io, n., —#; —#: Brechung eines musikal. 
Aecords. — Irpen-t (frz. arräng), m., —6; —: 
altgallisches (s. Arapennis. Columella 5, 1, 6) Feld- 
maß — 51 Ares (etwas über ½ Hektare). —lage 
C□täsh), f.; —n: Feldmessung. eur C##), m., 
—8; —6, —e: Feldmesser (s. Geometer). — Arpi- 
chord (frz. —körr), n., —; -e; -cördo (it.), n., 
—□—— 
KArrest 
—6; —6: Art veralteter Klaviere (Spinett); harfen- 
artig klingender Flügelzug. 
EArquätus llat.), a.: gelbsüchtig; Morbus a., 
Gelbsucht. — Arquebus rc.: s. Arkeb rc. 
Arra; Arraba; Arragonkt: s. Arac.; Arrha. 
— Krraign (engl. arrön), n.,—#;: Arrangement 
2c.: Der Clerk (s. d.) of a—s. Upitav. 36, 1890, 
Untersuchungsbeamter 2c. — Arrak: s. Arack. — 
Arrakätscha, f.; —#: Maniokwurzel (s. d.): 
„Aracacha“. Oen 2, 340. — SrtWrrang-ement (frz. 
arransbemäng), n., —6; —: Arrangierung. eur 
(32), m., —; —6, e: Arrangierer. Uan3. 20. 397; 
21, 471 2c. ren, tr.: die Ordnung u. Reihen- 
folge v. Etwas festsetzen u. es so in gehörigen 
Gang bringen; anordnen; einrichten 2c.: Ein 
Musikstück a., einrichten, nam. für weniger Instru- 
mente als es eig. gesetzt ist, z. B.: Overn, Ouver- 
türen für ein Quartett, fürs Klavier 2c.; refl., m. per- 
sönl. Subj.: seine Verhältnisse ordnen u. ins 
Gleiche bringen, nam.: sich mit seinen Gläubigern 
abfinden 2c.; ferner m. sachl. Subj.: in Ordnung, 
ins Gleiche kommen; sich machen: auch: Arran- 
giert, a.: in wohlgeordneten Verhältnissen, nam. 
Vermögens-Bhen, z. B.: Der vornehmste, geachtetste 
u, arrangierteste Mann. Gutzkow Z. 6, 28 2c. — 
Arras: s. Ara 1 und Rasch. — Arratel 
(prortug.), m., —: —s: — Libra, Pfund. Cncokt. 
f. Kaufl. 5 21a#. — Arrend-älio (mlat.), f. 18 24, 
3, önis]: Arrende. -ator, m., —8; zatören: 
Pächter, besonders in Polen u. Rußland. ee, 
f.; —m: Pachtung, Pachtvertrag; in Rußland 
Kronpachtgut. ĩeẽren, tr.: gegen einen zuerlegen- 
den Zins, Rente (s. d.) in Pacht nehmen od. geben 
(ver##a.). — Arrẽph-õria (gr.), f.; zörken: ein 
athenisches Fest der Minerra; oros, f.; -oroi, 
-Gren: A. bieß die Jungfrau, die am Fest der Minerva 
die Iunaussprechl.] Heiligthümer larrhstal trug. W. 21, 
331, s. Peplus. — Arrérag-e (frz. arreräsb), s.; 
—n: rückständige Zahlung, Zinsen 2c. eren, 
intr. (sein): sich an-, aufsummen, anwachsen. — 
Arrest: 1) (mlat.), m., —e)6; „e: Sachlccher, 
dinglicher (od. Real.) A., Beschlag: A. auf Etwas 
legen, schlagen; es mit A. belegen (w. Luc. 6, 75); Die 
Zulässigk. des A.= Schlages auf einen Theil des Lohns. 
Votksz. 13, 258; A-Anlegung 2c.;: Perfönlicher 
(od. Personal.) A., Haft, Verhaftung, z. B. 
nach dem Ort, auf den Jemand beschränkt wird: 
Haus-; Kasernen-; Quartier-; Start--; 
Stuten-: Wach-A., vgl. Latten-A., wobei der 
im A. Befindliche auf Latten liegen muß 2c.; fer- 
ner nach Dem, weßbalb der A. verhängt wird, 
B.: Diseiplinär-z; Straf-; Unter- 
suchungs-; Wechsel-A. 2c., auch: Sich in 
Schutz.A. begeben. Hamb. Uachr. (1§66) 2 u. o., sich 
zu seinem Schutz arretieren lassen; dichterisch auch 
z. B. v. etwas Personif.: Jetzt laufen wierer staik u. 
fest, so Winterzeils gestanren] all Fluss u. Wässer in 
A.bestrickt in Eises Banden. Spee (Wachern. 2, 2828) 
2c.: als Bstw. z. B.: A.-Geld; „Gesuch; 
Grund; --Lofal;-Mandat;--Proceß 2c. —
        <pb n="111" />
        Arrestant 
2) (engl., ärrest) — 1; aber auch z. B.: A. of 
judgement low dihörshmentl, Hindrung des Urtheils 
durch die Verklagten in Folge begangner Form- 
fehler. -nt, m., -en, (#s); -en: der Imxetrant 
(s. d.) im Arrestrraces, häufiger: ein in Arrest 
Befindlicher: A-en-Wache 2c.; Einem Haus-A-en. 
iehl NN. 29. -ät, m., -en, —#; -#en: der Impetrat 
im Arrestproces ; ein Arretierter. -ation, f.; en; 
— Arretierung. -atörium, n., —6; zatörken 
[S 24, 2, n.]: A. (mandätum a.), Haftbefehl; 
Gantverfügung, öffentliche Aufrufung der Gläu= 
biger bei einem Konkurs. -ĩeren, tr.: A., ver aa. 
(Simplicissimus 1, 20418), frz. arretieren (s. d.), mit 
Beschlag belegen; verhaften, festnehmen 2c. Arrêt 
(frz. arrä), m., —; —8: Arrest: Maison (s. d.) 
d'a. 2c.; Urtheilsspruch letzter Instanz, Entscheid: 
A-s d'amour T(amür], eines cour (s. d.) d’amour 
od. Minnehofs. -ête, m., n., —s; —: gefaster 
Beschluß, Entscheidung 2c. -ötikEren, tr.: arrestie- 
ren (s. d.); auch: Etwas im Lauf fest-, anhalten, 
hemmen 2c., z. B.: Die Welle setzt dann ihre Rota- 
tion fort, der Cylinder aber ist arretiert. Schellen 154 r2c. 
etür, f.; —en: Arretierung, Verhaftung. Daßiano 
215; Uh##av. 36, 57; Ner. 1, 275; 295 c. — 
Arrha (lat.), f. [8 24, 1): das Geld, das man 
beim Abschluß eines Kontrakts, Kaufs 2c. auf die 
Hand giebt, Hand-, Angeld, — auch (gr.) 
Arrhabo, m. I§ 24, 3, önisl, semitischen Ur- 
frrungs, s. Gesenius s. v. 1#—2, erabön, Unter- 
pfand 2c.; auch: Als Unterrfand (Arra) der Treue 
einen metallnen Verlobungsring. Wiils Kost. 1, 1017: 
Prö a., als Angeld 2c.; auch z. B. die zur Be- 
festigung und Bekräftigung der Verlobung da- 
bei gereichte Gabe, vgl.: A. nuptiälis s. sponsa- 
Utia, Mitgift, Morgengabe; A. poenitentiälis, Reu- 
geld 2c. — Arrhẽphor 2c.: s. Arrerh rc. — Ar- 
rhepsiẽ (gr.), f.; —(e)hn: Zustand des Gleichge- 
wichts, der ruhigen Festigk. 2c. — Arrh-Joa (gr.), 
f. [8 24, 1);—5#(SI, f.; -en: (Heilk.) Mangel 
an Ausfluß. — Arrhoast-ẽma sgr., § 24, 3, n., 
-tis]; -##, f.; —e)n: Schwäche; Verstandes- 
schwüche. — Arrhpthm-ie (gr.), f.; -eyn: 
Mangel an Rhythmus (s. d. u. Eurythmie). Herrig 
28, 301 2c., an Ebenmaß der Bewegung. -us, 
m I§ 24, 27: Arrhythmie, bes. des Pulsschlags. 
— Arrrieèee (frz. arrjär), adv.: hinter, nach 2c. 
(Ggstz avant): En länl a., zurück, rückwärts 2c. u. 
bes. als Bstw., z. B.: A.-Ban lbängl, m., Land- 
sturm, s. Ban 1; „Fief lfieffl, m., Afterlehn; 
Garant lgarängl, m., Rückbürge; -Gärde, f., 
Nachtrab, Nachhut;--Neveu lnewöl, m., Groß- 
neffe; „ Pensce lrangsel, f., Hinter(halts)-Ge- 
danke; = Point lreengl, m., Hinterstich in Nähten; 
Positiön, k., eine Stellung, in die man, ge- 
schlagen, sich zurückziehn kann; -Posten, Hinter-, 
Nachhut;-Saison lääsöng)], f., Nachherbst;-Va- 
säl!, Afterlehnsmann 2c. — Krriéèro (span.), 
m., -s; —s: Maulthiertreiber, Fuhrmann, auch: 
Harc(r)ĩẽro. — Arrim -age (frz. -äsh), f.; In: 
Stauung der Schiffsgüter. -eur Cör), m., —; 
—;: Stauer. irren, tr.: die Ladung eines Schiffs 
Ars 95 
stauen, d. h. gehörig vertheilen u. verpacken. — 
rripägium lulat., § 24, 2, n.): Hafenzoll. — 
Trripieren (lat.), tr.: an sich reißen, raffen. — 
Trrisieren (frz.), tr.: die Segel reffen. — 
Arriv-age (frz.äsh.), f.; —: Landung. -ien, 
intr. (sein): ankommen, anlangen; (m. unrerf. 
Subj.): sich zutragen, ereignen. — Arröb-a 
(ar.-fran.), f.; —#s: „ein viertel“ Centner, als 
Gewicht u. Flüssigkeitsmaß: 1 Fanega — 4 A-s 
1 Centner. Scherzer Nat. 159 2c. Se, f.; —n: 
Arroba. Slobus 6, 318a; 8, 191b; 9, 20 fa 2c. — 
Arrodikren (lat.), tr.: an-, benagen; anfrefsen 
(s. Arrosisn). — Arrog-ant (at.), a.: anmaßl. 
Sanz, k.; -en: Anmaßlichk., Dünkel. atiön, k.; 
—en: Arrogierung. #ieren, tr.: sich Etwos an- 
maßen; Rechtsspr.: eine nicht mehr unter väterl. 
Gewalt stehnde Pers. als Kind annehmen (ogl. 
adortieren), auch: Ar rog-ĩẽren, -atiͤn. — Krrond- 
ĩer en (frz. arrongd), tr.: abrunden, nam. Be- 
sitzungen, so daß sie durch nichts Zwischenliegendes 
unterbrochen werden: Arrondierung, —s-Poli- 
tif. C##illchhe Hist. 584 2c. Tisfement (issmäng), n., 
—6; —#: Arrondierung; Bezirk eines Departements 
(s. d.), einer Stadt ꝛc. — ##age Cäfb), k.; 
—n : Anfeuchtung; Bewäßrung, —s-Graben. 
Tement Cmäng), n., —#; —#: das Anfeuchten, Be- 
gießen, Bewissern 2c.; (übrtr.) die v. Aktionären. 
ꝛe. zu zahlende Zubuße (bergm., in Bezug auf die 
Kur-Inhaber od. Gewerken, auch: Sam-Kost): A-s 
zu (östreichischen) Staatsparieren 2c. -iren, tr.: an- 
feuchten, begießen, bewässern 2c.; v. Aktionären 2c.: 
Zubuße zahlen: Arrosierung, Arrosement. — 
Arrosiõn (lat.), f.; —en: Arrodierung; Knochen- 
fraß. — Arrosoir (frz. —oir), n., —s; -s: Gieß- 
kanne. — Arrow-root (engl. ärrorut), f.; —: 
„Pfeilwurzel“, die Wurzel v. Maränta arundinäcea 
ꝛc. (s. Ohen 2, 310; 3, 512; Karmarsch 1, 60): 
Arrow(root)-Mehl 2c. — Krrögo (span. -dje), m., 
—; —: Steinige A-s od. Betten der Walrbäche. 
Ausld. 39, 41b. — Arroz (Fan.), m.: Reis: In 
den Tiérras de a., Reisäckern. Globus 6, 162b. — 
Ars: 1) (arab.), m., uv.; uv.: in der Türkei: 
Bittschrift; die im Anstellungsdiplom festgestellten 
Rechte eines Beamten: A. Aga (Mz. Agalar), Hof- 
beamter der obersten Charge. — 2) (lat.), f. [824, 
3, ärtis!: Kunst (daber zur Vermeidung des 
schmutzigen deutschen Ausdr. für „der Hintre“: die 
lateinische Kunst. sehmann Blum. 139; sagau 2. Zug 
194; tuther SW. 60, 55; 73; Die Kunst. 314; 
Kunsi-Loch. 61, 397 :c.): A. (od. de ärte) amändi, 
die (od.: v. der) Kunst, zu lieben, Titel eines Ge- 
dichts v. Ovid, vgl.: Der Künste, die Oviruse 
arte lehrt. W. 10, 142 2c.; Nach Horaz de ürte uner- 
laubt. 11, 279 — de irte postica, „v. der Dicht- 
kunst“ 2c.; Ein großer Liebhaber u. Expértus in 
drte. 15, 316, Einer, dex Bescheid weiß, Kunsi-, 
Sachverständiger,,auch: Arte (od. ärtis) peritus 
c.; Die wahren Artes humanitätis (s. d.). HB. 2, 
107; A. Iönga, vita brévis (ést), die Kunst ist lang, 
das Leben kurz. BZüchmann 120; A. clericälis.
        <pb n="112" />
        96 Arschin 
Schreiberkunst; Artes liberãles, die sog. freien 
Künste; Artium (lberãlium) magister (s. d. u. 
Baccalaureus) 2c. — Arschin (türk., ruff.), l.; 
en, uv.: Elle. Hammer 10, 712; Der große Pik 
(A., Halebi u. Stambuli genannt) wird bei Seiden- 
u. Leinenwaaren angewanrt .., der kleine Pik (En- 
dese genannt) zum Messen der übrigen Ellenwaaren lin 
der Türkeil. Cncyhlop. f. Kaut. 1, 26 5a, vgl.: Hali- 
bin, die walachische Elle für Tuch u. Seidenwaaren 
v. 310⅞⅜ frz. Linien . .; Enrdese für Leinwand, 
2933 frz. Linien. 2, 56b; Die Grundlage des rusfs. 
Längenmaßes . der Kaden, Saschen, v. 7 Fuß 
in 3 A. eingetheilt, jede v. 16 Werschok. 681b; 
Ar t schin. Ausld. 38, 669a. — Arse (gr.), f.; —n: 
s. Arsis. — Arseẽn (gr.), n., —e)8; 0: das Metall 
des Arseniks (s. d.), als chem. Element, mit dem 
Zeichen As. — Arsen-l (it. 2c., aus ar. dar 
çLanah, „Haus der Betriebsamk.“, vgl. Darsena), n., 
—(e)s; Se, (zdle): Zeug-, Rüsthaus; Aufbewah= 
rungsort für das zur Ausrüstung einer Flotte 
Nöthige 2c. (best. See-A.): Einrichtung der Arsen le. 
Bobrik 59a; Mit den Wersten u. See-A-en. Ffaollme- 
rayer Mor. 1, 40 2c.; Wo sich ein ganzes A. von 
Waffen fand. Sch. 432a; Schauder vor dem Mord- 
A., womit uns die morerne Kriegswissenschaft beschert. 
Nat. 20, 544 „c. -ötte, m., -n; —n: venetiani- 
scher Matrose. platen 2, 310; 4, 197 2c. — Arsen- 
iãt, n., —e)8; —#e: arseniksaures Salz. -ichl, a.: 
Die a-e Säure ist eine Verbindung v. 1 Atom Arsenik 
mit 3, die Arseniksäure mit 5 Atomen Sauerstoff. -ĩd, 
n., -(e)s; —e: Verbindung v. Arsenik mit Schwefel 
od. Metallen. -ig, a.: arsenicht. -ik, n., m., 
—6; Ce): ein giftiges Metall (rein, als chem. Ele- 
ment, auch Arsen genannt): A.-Erze,-Kobalt, „Kupfer, 
Nickel, „Silber 2c. „Kies (od. Mispickel, eine Verbin- 
dung v. A.-Eisen u. Schwefeleisen) 2c.; A.-Blumen, 
Blüthe, „Glas, arsfenichte (s. d.) Säure od. weißer 
A.; A.-Rulin, rother A., s. Realgar; A.= (od. Arsen.) 
Säure; A.-saures Ammoniak 2c.; A.-(Arsen-) Wasser- 
stoff rc.; A.-Verglstung 2c. -ikäl, a.: arsenikhaltig: 
A.-Erz; A.-Kies .. vom Arsenikkies durch größern Ar- 
senikgehalt u. geringere Härte unterschieren. fiatmarsch 1, 
61. alisch, a.: arfenikal. 3p. 1, XIV/2c. -icum, n., 
24, 2, n. L Arsenik. - phpllit, m., -(e)s; e: 
ein rhombisch krystallisiertes Arsenikerz in biegsamen 
Blättchen. — #Arfeis (gr.), f.; zen [8 24, 3, 
uv.]: in Bezug auf Rhythmus: Hebung, Ggssz 
Senkung (Thesis), vgl. Ictus u. Ss. . V. Aufschlag 3. 
— Arslãn (türk.), m., —s; —#: Löwe. Hammer 
10, 338; A.-Grusch; A-l, Gurusch-A-i, „Löwen- 
Piaster", -Thaler; Münze, die früher nam. in 
Holland für den orientalischen Handel gerrägt 
wurde, — auch korrumpiert: Aslani; Aschani re., 
s. Esedi, vgl.: Löwen, aslantar. Grenzb. 26, 4, 269; 
Arslan (5), d. i. Löwe. Peletmann Or. 1, 113. 
Irklab-ad (pers.), m., —: —, uv.; e, (.; 
—ün: ein Getreitemaß in Persien, Agypten r., (. 
Hetodot 1, 192. — Arte (it.), f.: Kunst: Com- 
mẽdia (s. d.) dell’ a. 2c.; auch (span.): Vérsos de 
a. mayör [Verse v. größrer Kunst): daktylische Verse. 
Arlhrocele 
Nosenkranz Poes. Gsch. 596. — Jrlefakt (lat.), n., 
—(e)8: N+, —en; -um s8 21, 2, n.: Kunst-Er- 
zeugnis, s. Ars 2. — Ilrkél (rufs.): s. Arrell 1. 
-chlschik, m., —8; i: Gesellschaftsgenos, nam.: 
Die A-i, eine Art v. Kommissionären od. Komtoirdienern, 
zu Botendiensten besiimmt. Kohl Pet. 28; 131. — 
rlem-is (gr.), k.; 0: Diana (s. d.). Piaien 1, 
346; auch = Art-Muschel. isia, f. [8 24, 11; 
Tis#e, s.; (□-u); —n: weibl. Name, z. B. die 
Erbauerin des Mausoleums (s. d. )., S. 15, 175 fl.; 
auch Pfl.: Beifuß, Wermuth. — Arlemon (gr.), 
m., n., —6; —6: A. hieß bei den Griechen das Mars- 
segel, bel den Franzosen beißt Artimon das Besahn- 
segel, ebenso im Ital. artimöne. Bobrik 59a; Das A. 
.., ein Segel an der Prora des Schiffs .. u. bestimmt, 
ras Schiff herumzulenken. Guhl 1, 285. — Artẽr-ia 
(gr.-lat.), f. [S 24, 11: Arterie, z. B. A. aörta 
(. d.); A. pulmonälis, Lungenarterie 2c. äl 
(nlat.), a.: die Arterien betreffend, ihrer Wirk- 
samk. gemäß 2c. ialisEren, tr.: Blut arterial 
(d. h. durch Aufnahme v. Sauerstoff geröthet) 
machen: Daß bei den Abhembewegungen der Sauerstoff 
der atmosphärischen Luft in die Lungen eindringt u. das 
Blut in denselben dekarbonisiert u. arterialisiert. Kag. d. 
Ausld. 36, 2 9b 2c. -ialitäl, f.; O: die Wirksamk. 
der Arterien u. die dadurch bewirkte Beschaffenheit, 
z. B. des Bluts 2c., vgl. Arteriosität. e, f.; -n: 
Puls-, Schlagader, z. B.: Abdominal- (s. d.) A.; 
Basilär-A., Grund-N. des Gehirns; Centräl--A., durch 
die Mitte des Sehnerven; Kranz-A., ArtSria coro- 
Dnäria; Lungen-A. 2c.; als Bstw. z. B.: A-n-Ast; 
Blut;-Ende; -Entzündung; Erweitrung; Geschwulst; 
Haken, wundärztl. Werkzeug zum Herverziebn zu 
unterbindender A-—n; Haut; Kammer; ehre; 
Narel, zum Unterbinden v. A-n; „Netz, Geflecht; 
.Schlag, Pulsschlag; -Stamm; Stiel; System; 
Verwundung;-Wunde; -Zange, -Pincette (vgl. Haken); 
-Zweig 2c. icklasis, f. [8 24, 3, uv.): Arterien- 
geschwulst. -ill, a.: arterial. -keurhsma (§ 21, 
3, n., -tis]: Arterkektasis, s. Aneurvsma. -iĩlis, f. 
!§ 24, 3, uv.]): Arterienentzündung. Jochälalis, 
f. [824, 3, ur. ): Aneurysma. Siodiälpfis (§24, 
3, uv. I: das Bersten einer Arterie. iographié, 
f.: —(ehn: Beschreibung, Lehre v. den Arterien. 
ola, f. [8 24, 11: kleine Arterie. iolög, m., 
—en, —;; -en: Kenner der Arterienlehre, A-ie, val.: 
A-lsch. iopälmus, m. I§ 24, 2): Herzklopfen. 
ZSiorrheris, f. [83 24, 3, uv.]: Arteriedialysis. 
ZSiös, a.: arterienreich; auch st. arterial. -iositãt, f.: 
das Arteriössein, vgl. Arterialitt. -iolomĩt, f.; 
—eyn: Eröffnung einer Arterie. -itis, f. § 2, 
3, uv. ): Arteriitis. — Arfesisch (frz.), a.: aus 
der Grasschaft Artois lirtoa) stammend, nam.: A-e 
Brunnen, erbohrte Spriugquellen. Aatmaischl, 65 rc. 
— Irlhr-algse (gr.), f.; —#n: Glieder= 
Schmerz,-Reißen. -mbolc, (. —; r#mbolelis, 
f. 18 24, 3, uv. J: Gliedereinrenkung. -Embolon, 
n., —8; zembola: Werkzeng zur Arthrembole. 
-ilis, f. /§ 24, 3, uv.]): Gicht. -##tisch, a.: gich- 
tisch; auf Gicht bezügl. . -ocẽle, f.; —: Ge-
        <pb n="113" />
        Arthrodie 
lenkgeschwulst. -odis, f.; —(eyn: nach allen Sei- 
ten hin bewegl. Gelenkrerbindung, s. Diartbrose. 
odpnié, f.; —-(ehn: Gelenkschmerz. öharce, 
öhahe, okakte, f.; —n: Gelenkverschwärung. 
okahologie, f.; —eyn: A. od. über Verrenkungen 
aus innern Bedingungen v. IRRust. okarceinöm, n., 
—e)s; -e; -okarcinöma, n., —; -ia (§ 24, 
3, tis): Gelenkkrebs. -äncus, m. [8 24, 21: 
barte Gelenkgeschwulst. -opathieé, f.; —(eyn: 
Gelenkleiden. ophlogösis, f. [8 24, 3, uv. : 
Gelenkentzundung. -ophhma, n., —; ata 
1I# 24, 3. n., 4tis!]: Gelenkanschwellung. 
Toplästik, f.; —en: Bildung eines künstlichen 
Gelenks, zumal an den Ertremitäten. oppölis, 
f. [8 24, 3, uv.]): Gelenkeiterung. ose, f.; 
—n ;; -öfis, f. I/§ 24, 3, uv.]): Gelenkver- 
bindung. Lospongofsis, f. (§ 24, 3, uv.]: Bil- 
dung v. Gliedschwamm od. Arthrospöngus, m. 
[8 24, 2). —óSflracum, n., —#; 2ostraca [8 24, 
2, n. ): Ringelkrebs (s. Erriorbtbalma). ozöon, n., 
—#8 ; zozha: Gliederthier. — Artichaut (-ischöl, m., 
—#; —: Artischocke (s. d.): Deinen Artischockenkepf 
(sie war à I’a. frisiert). Mstt Pb. 2, 88. — Mrtif-er 
(lat.), m. [824, 3, artifieis!: Künstler, Werkmeister. 
Ziricll, a.: fünstl. iciös, a.: kunst-reich, voll; 
schlau. -ieium, u., —#; ken [8 24, 2, n.): Kunst- 
Stück,-Griff 2c. — Art-ihkel (lat.), m., -s; uv.; 
—chen; -: Articulus, Glied 2c.: 1) die einzelnen 
Theile u. Abschnitte einer Rede od. Schrift — u.: 
eine so eingetheilte Schrift, Urkunde 2c.: Die Würze 
zu den ([Journal-] A-cken. w. Merck 2, 144 te.; 
übrtr.: Im A. [Punktl der Liebe 2c.; ferner z. B.: 
Amts--(Handwerks-, Innungs-, Zunft.) A., 
Gildebrief, Zunftprivilegien (s. u. A.-Brief); Be- 
weis-A., -Schrift u.: ihre einzelnen Punkte; 
Elisiv- ls. d.] A.; Frag= A., -Punkt, -Stück; 
FriedensA., A., einzelner Punkt eines Friedens- 
Schlusses, -Traktats; Die mit stehenden Füll- A-n 
begonnene Zeitung. Heine 20, 173; Fundamental- 
od. Grund-, Haurt-A.; General-, Ggitz: 
Svecial-A.; Glaubens-A., Feststellung der 
Glaubenslehre u.: die einzelnen Stücke, Sätze der- 
selben: Das ist kein Glaubenes-A., muß nicht noth- 
wendig geglaubt werden 2c.: In 12 Haupt--A-u 
od. Kapiteln 70 Unter -A. Uaiß. 18, 598; Inqui- 
sitions.A., vgl. Klag-A.; Journal-, s. Zeitungs- 
A.; „Ihr hörtet! die Klag-A. an.“.. Ein Ohr zu 
leihen jenen Klagevunkten. Sch. 412; Kriegs. 
A., -Gesetze; Die LärmA. der offtciösen Pariser 
Presse. Volksz. 15, 245, Sournal-A., worin Lärm 
geschlagen wird; Leit= A. (engl. Leading article), 
an der Spitze einer Zeitung stehnd, die politische 
Lage od. eine Hauptfrage derselben besprechend 2c. 
(dazu als Fortbildung z. B.: Die Times leit- 
artikelt über ie. Volksz. 15, 1; In derselben Zei- 
tung, wo vorne für den deutschen Einbeitsstaat geleit- 
artikelt wird. 14, 245; Die „ Union"“ beleitartikelt den 
Prager Frieden. 202; Bis man nunmehr den Ernst der 
Gefabr nicht mehr fortleitartikeln kann. 112 2c.); 
Wörterbuchs-A. Waern4, 46219; Zeitungs- 
A.; Zusatz-A. 16., Als Bstw. z. B.: A.-Auf- 
Sandere, Fremdwörterbuch. 
Artischock 97 
schrift. falmerayer G/W. 1, 71; A.-Brief, Gilde- 
brief (s. v.: Amts-A.). Eichhorn Priv. 898; kaiserl. 
Wahlkapitulation; die Sammlung v. Verordnun- 
gen für den Seerienst. Bobrik 59 2c.; Die a.= weise 
Berathung des Gesetzentwurfes. Nal 20, 469; Tita 
Crmb. 1, 5 2c. — 2) (kaufm.) eine best. Waaren- 
gattung: Der A. ist mir ausgegangen; Export-; 
Import--(Uat.3. 20, 467), Lurus-= (Scherr Pr. 137) 
A. 2c.; A.-Skontro, in Fabrikgeschäften 2c. Buch, 
worin jeder A. sein Konto mit Debet u. Kredit 
hat. — 3) (Svrachl.) ein zur Individualisierung 
der Hauptwörter dienender Redetheil: Der best., der 
unbest. A., articulus definitus, indefinitus, frz. ar- 
tiche défini, indefini lengd 2c.); engl.: Definite (refi- 
mnitl, indefinite article lärtiII. -ikeln, intr. 2c.; in 
Zssttzg.: Leit-a. (s. Leitartikel in Artikel 1). Zikula- 
ment, n., —e)s: —e: Gelenk. ikulärtisch), a.: 
die Gelenke betreffend. -ikulätim, adv.: artikel-, 
satzweise. ikulatiön, f.; —en: Artikulierung; 
Gliedrung; Gelenk u. Gelenkverbindung, s. Ar- 
throsis; Deutlichkeit der Aussprache; (Mal.) rich- 
tiger Ausdruck aller Theile eines Gemäldes 2c. 
-ikulĩeren, tr.: gliedern; in einzelne Artikel son- 
dern (: Artikuliertes Verbör 2c.); Punkt für Punkt 
vortragen, behandeln (Auflösung einer v. ihm gestell- 
ten Frage, die ich gegenwärtig nicht mebr zu a. wüßte. 
G. 27, 161 1c.); jeden einzelnen Theil (z. B. die 
Silben der Wörter) deutl. hervortreten lassen 2c.: 
Artikulierte Töne, aus deutlich erkennbaren Sprach- 
lauten (Vokalen u. Konsonanten) gebildete, Gastz 
(In- od.) Unartikuliert. G. 24, 219; 14, 273 cc. 
Zikulös, a.: gelenkreich. -iculus, m. s824, 21: 
Glied; Gelenk; Artikel (s. d.). — Artill-erié 
(frz. 2c.), f.; —eyn: das grobe, schwere Geschütz; 
die dasselbe bedienende Heeresabtheilung, z. B.: 
Reitende A., frz. A. volante lartilserl wolangt! 2c.; 
die Geschu#tz-, Feuerwerkskunst. (Bei Alteren — 
s. nam. wurm Deutsch. W. 539b ff. —; Artlllerei. 
Stumpf 744b; Artelerei. Wache#n3, 12339; Artollerei. 
Simplicissimus 1, 2875; Arkelei. fronsperg Kr. 1, 21b 
(Arkelei-Meister. Westermann Mon. 3, 12 7a); Arkelerek. 
Hortleder 590; Arkelei. Creilschke Hist. 28 rc.). Zsszg. 
z. B.: Belagrungs-; Berg= od. Gebirgs-; Defensions., 
Vertbeirigungs-; Felr-; Festungs-; Fuß- (Ggstz rel- 
tende 2c.); Küsten- (Crenzd. 26, 4, 67); Land-; 
Schiffs-A. 2c. Als Bstw. z. B.: A.-Bedeckung; 
. Depot; = Etat;-Feuer; „Flottille (GC. 25, 
227); = General; „Inspection; -Kadett; 
-Kavitän; -Kompvanie; Korps; „Officier; 
Park;= Pferd;-Remonte; Schiff; -Schule; 
.Taktik:-Train;-Wagen; „Wissenschaft 2c. 
erift, m.t,—en, 3 -en; = eur (iljör), m.,—;, : 
Ariilleriesoldat. -eriflisch, a.: auf die Artillerie 
bezüglich: Die mit den Versuchen beauftragte a-e Kom- 
mission. Volksz. 16, 96; 228 2c. — Jrkilucro, m., 
—6 : —: in Dalmatien, vralt. Scheidemünze — 
3 Grosseti. Encykl. f. Kaufl. 1, 661b. — Irtlim-on 
(frz. —öng), m., —#: —; -öne (it.), m., —#; —: 
s. Artemon. — Artisan (frz. -äng), m., —; —: 
Handwerker. — Artischöche (ar.= it.: vralt.: 
Artschöcke. Opiy 1, 127; Wockern. 2, 44531), f.; 
7
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        98 Artist 
—: „Erddorn“, eine Pfl., Cinara, nam. C. seõly- 
mus, u. der eßbare, sleischige Kelch, der aus dem 
s. g. KRäse herausgebrochen wird; Wilde A., Cär- 
duus mariänus; Carlina acäülis; Erd-, Jerusa- 
lems-, Unter-A., Heliänthns tuberösus 2c.; s. Ar- 
tichaut. — Artist, m., —en, —6; —en: Künstler.— 
(frz. artist), m., uv.; —: Artist (s. epreuve); 
auch: A. vetérinaire wweterinär], Thierarzt. eisch, 
a.: künstlerisch; auf Kunst bezügl.: A-e Wanrrun- 
gen ins Gebirge. G. 24, 132 2cc. — Artö-gala 
(gr.), n., — ; —#: Umschlag v. „Brot u. Milch“. 
-kürpus, m., uv.; -karpen: „Brot- Frucht“ 
**“ brotbaumartige Pflanzen. latris, f. 
: „Brotrienst-, Anbetung des Brots der Hostie. 
anrne m., —en, —#; en: ein der Artolatrie Hul- 
digender. lth, m., -en, —s; -en: Stein, der 
wie Brot aussieht. hörium, n., —8; phörlen 
[8 24, 2, u.]: in der gr. Kirche, die Bächse zur 
Aufbewahrung des zum Behuf der Krankenkom- 
munionen geweihten Brots. phoron „n., —8; 
-phora: Art Schüssel. Weiss Kost. 1, 875. tprit, 
m., -en, ·s; —en: Christen des 2. Jahrh., die Käse 
zum Abendmahlbrot aßen. — Artschin: s. Arschin. 
—irtus, m., uv.; Ozmythischer König in England 
(Arthur), der Mittelpun kt der Tafelrunde: Es gehet zu 
wie in König A. Hofe 2c. Agricolo Spr. 668; W. 11, 111; 
15, 74 r2c. 
Arüb-a (türk.), f.; —. en: (s. Araba) Ein 
einzelnes Büffelgespann vor einer A. indau Walsh. 
1, 103; 67; In Aruben. 130. — Arüg-inkeren 
(lat.), intr. (sein): Arugo ansetzen. -o, k. 
[8 24, 3, Jnis): Kupferrost, Gruͤnspan: Aer. 
nöbilis, edle A.,, die grüne Rostdecke auf an- 
tiker Bronze, s. Patina. — Arum (lat.), n., 
—8; —: Zehrwurzel (s. Aarons-Wurz)).. Jorser R. 1, 
150) 205; A-s-Blätter. G. 28, 62 re. —ärundeel: 
s. Mormorchronit. — Arund inäcca (lat.), f 
zinaeken S 24, 11: rohr-, schilfartige Planzer 
Zinös, a.: schilfbewachsen. Jo, f. [S 24, 3, inis]: 
Rohr, Schilf, auch: Rohrstock. weiss Kost. 1, 
1021. — Arufäne (türk.), f.; 0: Braut- 
gebühr. Hammer 10, 338. — Arüspex: s. Haruspex. 
Arvälen (lat.), pl.: rõm. Priesterkollegium, 
dessen Dienst sich auf die Arvikultur bezog, vgl.: 
Eine neuentdeckte arvalische Inschrist .. . Urkunden 
des röm. Priesterkollegiums der frätres arväles. 
Gcenzb. 25, 4, 227. — Frvoe, f. ; In: s. Arbe: 
A-en-Kiefer. Goctenl. 15, 199b.— Arolcola (lat.), 
m. [8 24, 1|: eine Gatt. Mäuse Geist): Einzelne 
A.-Arten, nam. die Olbi-Maus. Globus 1, 186. 
„knllũr, f.; —en: Getreidebau. 
Arx (lat.), f. [8 24, 3, ärcis): Burg, s. Op- 
pidum, vgl. Afropolis. — Irpa#värta (skr., ar]-), 
n., —8; —#: Brahmavarta, ein . Bezirk des Brahma; 
. . A. (das Land der Würdigen, Arker). Humbolde Kom. 
2, 432; Ein A., ein helliges Reich, gründen. Weher- 
mann Mon. 3, 513a. — Arpbällos (griech.), 
m. [8 24, 2): Gefäß mit engem Hals zum 
Schöpfen 2c.: Als Gesäß zur Aufbewahrung von 
Afaminthus 
Salben wird gleichfalls der A., sowie die Ary- 
täina ed. Arösane unter den Badegeräthschaften 
mehrfach erwähnt. Guhl 1, 162, vgl.: Arytäno-= 
sdeisch, gießkannenförmig (bes. Anat.). — Argt, 
m., —6; —: (in Centralasien) Bewäßrungskanal. 
Ausld. z0 1162a. — Arustik-os (gr.), m., 
uv.; -oi: Füllkelle. weils Kost. 1, 874. — 
Irbthm ꝛe.: s. Arrh ic. — Arz: s. Eres. 
I. Zs: M n., uv.; uv.: (Mus.) das um 
½ô Ton erniedrigte A(s. d. 3). — 2) (lat.), m., 
n. uv.; se, uv. [§ 24, 3, 4esis): die Einheit des 
in 12 Zwölstel getheillen altröm. Pfunds (libra, 
pondo) als Gewicht u. Münzeinheit lurspr. — 
1 Pfund Kupfer). Dazu als Brüche: üncia (1/12); 
séxtans (2/12-); quädrans (3552= 5% triens 
( J,-— ½); qnincunx (/12); — (612= ½); 
septuns (72); béstsis) — 238, s. u.); dödrans 
(1%02 = 3); dextans od. decunz (i/#2 = 56); 
dẽunx (1½¼2); és (12/12 od. ein Ganzes) u. danach 
z. B.: Ein Erbe &amp;x ésse, der das Ganze erbt; Er 
dodränte, der einen dodrans od. ¾ des Ganzen 
erbt 2c. Als Vervielfältigung: Béssis (s. o.; gw. 
Dupöndius) 2 A.; tréssis 3 A.; octüssis 4 A.; de- 
cussis 10 A.; centüssis 100 A., s. Zumpt Lat. Gr. 
627, vgl. Weise Kost. 1, 1338 ff.; s. ferner As. 
— II. As, m., -en; -en: s. Ase. — As 
llat., § 24, *s, æris]: Erz: Du hast Ss triplex 
krreifaches Erz um den Bufen. w. 3, 182 te.; 
A. caldfrium, Glockenspeise; viride, Grünspan rc.; 
Geld: A. alisnum,. fremdes, d. h. Schulden; con- 
féssum, gerichtlich anerkannte Schuld; Das als 
&amp; gräve benannte lim alten Roml allein gültige 
Kourant. Weiss Kost. 1, 1338 2c., s. Ara 2; Arar 2c. 
Asa: 1) (türk.), m., —6; —: Gerichtstiener. 
w. 12, 91; 341. — 2) (nord.), m., —;: Asen: s. 
Ase, z. B.: Wie fühn ich A.-Balrer sden Gott Bal- 
der]2 Mohnike Fr. 103; Bei A.-Ther! 36 1c.; Du 
A.-Gast! 103 Seliger, Götter-Gast in Asgard 
" d.): Er hafst das A.- [Himmels-) Lich- 102; 
A.-Sohn. 11; 109; A.-Kind. 35. — 3) f. [8 24, 
1|: Name v. Pflanzen u. ihrem Harz: A. (od. 
Assa) düuleis, wohlriechender Asant Benzoe-Baum 
u. -Harz; töstida, stinkender Asant, eine Art Ferula 
u. deren Harz (Teufelsdreck), auch: Mit wurziger 
Tunke von A. v. 2, 14199 c. — As-ab (türk.), 
m., —6; —#. -ãben: Art Soldat, „die Ledigen“, 
Streifer zu Fuß. gammer 10, 338. — Afädo 
(wan.), m., —; —#: Braten. Globus 5, 4b.— 
Ilahiri türk.), pl. : die Truppen, das Heer: 
Die regelmäßigen Truppen heißen nicht mebr, wie unter 
Sultan Selim III. die des Nüsami dschedtd od. der 
neuen Einrichtung, sonrern werden unter dem allgemeinen 
Titel A. manssurei Jlohammedije, d. i. die siegreichen 
mohammedanlschen Heere begriffen; die Truppen der 
Garde beißen aber zum Unterschiede v. denen der Linie 
A. chassai schahane, d. i. die ganz eig. königlichen ed. 
Haustruppen. 702, s. Muschir; Assaliri Mohammnmditsch, 
Mobammed's Streitlräfte. Lindau Walsh. 1, 92. — 
Asam: s. Sadri. — SIfaminth-os (gr.), us, m.
        <pb n="115" />
        Asan 
[824, 21: Badewanne. — Asan (ar.), n., -s; -86: 
Gebet der Muhamedaner. Globus 9, 285b, s. Esan, 
Isan, Muessin. — Asaänt, m.,—(e)s; e: s. Asa 3. — 
Asaph-ĩẽ (gr.), f.; —eyn: Undeutlichk., nam. der 
Stimme. -us, m. [824, 21: Art Trilobit (. d.). 
— Asarĩn, n., —(e)8; 0: (Cbem.) ein aus der 
Haselwurz (Asarum europsum) 2c. gewonnener 
Stoff. — Afarötus (gr.), a.: s. Opus. — 
Asarkĩt (griech.), f.; —(eyn: Fleischlosigkeit, 
Magerk. — Asas: 1) s. A3. — 2) (türk.), f.; 
uv.: Scharwache: A.-Baschi, Vogt der Scharwache. 
— Asasẽl (hebr.), m., —;#0: der „Abwendende“, 
ein Dämon, dem nam. der s. g. Sündenbock zu- 
geschickt wurde, s. Zunz (3. Mos. 16, 8 ff.). — 
Asbe: s. Amme. — Asbest (gr.), m., —e)s; 
: Amiant (s. d.) als „.unverbrennlich“: Holz-A. 
od. Bergbolz; Herzen v. A. zum Weinen zu bewegen. 
W. 12, 218 2c.; Als mich in Flammen umdroht Ver- 
zweiflung,] deckte des Glaubens A.-Gewand mich. 
Platen 2, 46; A.-Leinwand c. Jen, a.: aus 
Asbest. — Asbolin (gr.), m., -e)8: 0: ein 
ölartiger, im Wasser löslicher Bestanttheil des 
Rußes. 
Asen-dant (frz. assangdäng), m., —; 0; eig., 
in der Astrologie: aufsteigendes Gestirn u. der 
Einfluß desselben; daher: der gebietrisch herrschende 
Einfluß, den Etwas od. Jemand auf Einen hat, 
übt 2c. „dens (lat., -déntis), a.: aufsteigend, 
z. B. in der Anat.: Artsria a. ꝛc. u. nam. von 
Sternen: Signa ascendémtia, Ggstz descendéentia, 
auf-(Gygstz ab-) steigende Zeichen des Thierkreises; 
Nödns a., der aufsteigende Knoten einer Planeien= 
bahn r. (bez. 2), Ggstz descéendens, der nieder- 
steigende (Z), in Bezug auf die Monrbahn auch 
Drachen-Korf u. -Schwanz; Cicero, der damals so recht 
in ascendénte dömo lim aufsteigenden Haus, (. d. 
Ss. 13] war. Gtenzb. 26, 3, 233, vgl. Ggstz: Der 
Saturn unschädlich, machtlos in cadénte dömo. Sch. 
36ob . dent: 1) a.: ascendens. — 2) m., en; 
—en: a) der ascendente Theil des Himmels (in der 
Astrologie). — b) Verwandter in auf= (wie Descen- 
rent in ab-) steigender Linie. dente, (it. asch-): 
Di grado (s. d.) a. denz (lat.), f.; —# : Ver- 
wanktschaft in aufsteigender Linie. -dieren, intr. 
(sein): auf-, emporsteigen; eine Beförderung er- 
halten. sio, f. [8 24, 3, önis]: Aufsteigung, 
z. B. (kirchl.): A. Christi, Himmelfahrt; (Sternk.): 
A. récta od. Rektascension, die grade Aufsteigung, 
Ggstz obliqua, die schiefe. -siõn, f.; —en; —-: s. 
Ascensio; z. B. auch v. Bergersteigungen. Derlepsch 
222; 233 2c.; Eine durch Wasserrruck in Bewegung 
gesetzte A-s-Maschine. Nai#3. 20, 250, wodurch Per- 
sonen bis in die obersten Räume eines Gebäudes 
gehoben werden. sionäl, a.: auf die Aseension 
bezügl., bes.: A.-Differenz, der Unterschied zw. der 
graden u. der schiefen Aufsteigung eines Gestirns. 
— Asc- ẽse (gr.), f.; —: „Ubung“, z. B.: So 
sehr hielt man die strenge Schule körperlicher A. [Gym- 
nastik] für unerlaßlich zur Erfüllung der Menschen= u. 
Bürgerpflichten. 3###17 2, 194 2c.; bes. aber 
Asega 99 
kirchl.: die auf strenge Enthaltsamkeit u. Ent- 
sagung beruhnde Buß= u. Tugendübung, auch: 
Asessis f. [824, 3, uv.) u. nach gr. Ansspr.: 
Astesse (lindner Schop. 21), is (ebd.) 2c. —, m., 
—n, —; en: ein sich der Ascese Wirmender, 
Büßer, streng frommer Mann. ctenhaft, a.: in 
der Weise eines Aseeten. -tik, f.; en: Lehre der 
Aseese. -tiker, m., —s; uv.: Vf. v. Andachts- 
u. Bußschriften. etisch, a.: der Ascese gemäß. 
etismus, m., uv.; 0: Wesen, System der Ascese 
u. diese selbst, z. B. Ueumon! Alb. 2, 148. — Asch 
(rers.), m., uv.; —s: ein pers. Nationalgericht, 
Reissurxpe. Ausld. 38, 1039a. — Aschãani: s. 
Arklani. — Aschdschi (türk.), m., — ;.— : Koch: 
A.-Baschi., Oberkoch, Hommer 10, 338.— Ascher-ach) 
(hebr.), f.; -oth: ein weibl. Götze: Der unzüchtige 
Dienüt der kanaanitischen A. Mag. d. Ausl. 35, 575b, 
s. bei Zunz: 1. Kön. 15, 13; 18, 19; 2, 21, 3; 
7; 23, 4; 7:; Die Kinder Israel . dienten den Baalim 
u. den Ascherot. Richt. 3, 7, vgl.: Dem Baal u. 
den Aschtarot. 2, 13 — Baal u. Astharoth. 
4ulher ebd.; 10, 6; s. Asthoreth. 1. Kön. 11, 5; 
33 u. o., bei Zunz Aschtoret, zumeist aber in der 
gräcisserten Form Astarte (Hederich Mrth. 4 38 ff. u. 
bes. Gesenius s. v. IIrKx2, vgl. Esther) — Ve- 
nus (s. d.) als Stern u. Göttin. — Aschken-as 
(bebr.), m., uv.; -äfsim: Name einer Pers. (1. Mol. 
10, 3) u. eines Volks, Reichs (Jer. 51, 217), — bei 
den heutigen Juden — Deutschland, die Deutschen, 
z. B. furrer Pal. 328; fronkl Jer. 1, 210; 289 
(aschkenäsisch. 209; 210); s. Gesenius s. v. 7I 
vgl. Aschkinnaz. pöckler Sürösil. 1, 302. — 
Aschkõko, m., —; —: Der abisüinische Klirrrachs 
od. „A.“ der Eingeborenen. Drehm Hab. 192; 67 (auch 
Kohke, ar.: Wabbr, massauisch: Ceéhé, vgl. Keeka). 
— Itschri: s. Aaschri. — Aschur: in Algerien, 
Art Erntesteuer. Globus 6, 338b.— Ascisesẽren 2c., 
s. Adseise 2c. — Afekt-es (gr.), m. [§ 24, 11: 
Bauchwassersucht. -isch, a.: wafsersüchtig. — 
Ascius (gr.), m. [8 24, 21: s. Amrhiseius. 
Ase, m., —n; —n: in der nord. Mythol.: 
Einer ans Odin's Göttergeschlecht: Ver den Görtern 
A—-#n od. Ansen bestund nach Annahme der Germanen 
bereits das Geschlecht der Tbursen, k. h. der Dürren, 
Durstigen, u. Jötune, d. h. Esser, bei den Hellenen 
das der Titanen od. Giganten. Ettmüller Herbst. 1, 72; 
Der schweigende A. Simrock Fr. 200 cec., auch: Der 
weiße As. ebd. (vgl. Asa 2), weibl.: Gesion, eine 
der Asinnen. 198 2c.; Vem A-—n-Geschlecht. 
197; Freyr .., ursprunglich ein Wanengote, aber frä- 
ter in die Gemeinschaft der A-n-Götter aufgenom- 
men. 196; A-n-Kind (53),- Söhne (13),-Ver- 
wantte (99); = Vater (AKohnike Fr. 108); = Pa- 
last (96); Zu den ew'gen Göttern im A-n- Sgale. 
Echtermener 144 (s. Asbgard); Kunden der A-n-Welt. 
Cappe Gr. 2, 96 k., s. Asenschaft. — Asẽb-rĩa (gr., 
Uolenkranz Poes Gsch. 187); #e, f.; 0: Unftöm- 
migkeit. isch, a.: gottlos. — Asega (frief.), 
m., —; —# : v. der Volksgemeinde bestellter Rich- 
7*
        <pb n="116" />
        100 Aseilät 
ter: A.-Buch, fries. Gesetzbuch. — Aseität (nlat.), 
f.; 0: die Eigenschaft, wonach Etwas nur von sich 
selbst (a se), v. nichts Andrem abhängt, darin den 
Grund seines Seins hat, Selbstwesenheit: Die A. 
Gottes; Mit der A. des Willens. Lindner Schop. 9; 
127 c. — Telénisch (gr.), a.: mondlos. — 
Afelg-i, (gr.), -it, f.; : Uppigk., Geilheit, 
auch personif., s. Aphrosyne. — Asellus (lat.), 
m. [8 24, 21: Eselchen (s. asinus), z. B.: Ut 
inĩquæ méntis aséllus lwie ein übellauniges Eselein], 
mit niederhängenden Ohren. W. 15, 247, nach Horot. 
Sat. 1, 920. — Asemisch (gr.), a.: ohne Zeichen; 
undentl. c. — Afenschaft, f.; 0: die Gesammt- 
heit der Asen (s. d.), Götterschaft. Scherr Mir. 229. 
— Asentista (span.), m., uv.; —: Jemand, der 
etwas zu Lieferndes, zu Besorgendes kontraktmäßig 
im Großen übernimmt: Man verpachtet das Amphi- 
theater zu Stiergefechten an einen A., Unternehmer, der 
sein Geschäft in ähnllcher Weise betreibt, wie der ita- 
liänische Impresario das seinige. Globus 4, 10 2a;b 2c. 
— Aseptisch (gr.), a.: nichtfaulend, unverweslich. 
— Asexual-isch (gr.-lat.), a: geschlechtlos. — 
Asfodel 2c.: s. Asph :c. 
Asgard, n., —; 0: (nord. Myth.) Göttersitz 
der Asen (s. d., vgl. Midgard). 
Asi-a, f. [8 24, 11: 1) Asien. — 2) s. Aste- 
rold. — Asiab (türk.): Mühlengeld. Hammer 10, 
339. — Asi-anismus, m., uv.; (ismen): 
A., Asiatismus (s. d.), orientalischer Rede- 
pomp. -aͤrch, m., —en, —;: —en: im röm. 
Kaiserreich der Oberpriester in der Provinz Asien. 
w. 30, 47. Tät, m., —en, (—6); -en: Be- 
wohner Asiens. Zalisch, a.: auf Aften bezügl.; 
dorther stammend 2c. atis fren, intr. (haben): 
asiatische Weise an sich haben 2c.; tr.: nach solcher 
Weise formen ꝛc.: Von jener ältern a-den Form. 
Weiss Kost. 1, 706; Elne in Kunstwerken asiatisierte 
Tracht. 724 2c. alismus, m., uv.; (ismen): 
asiatisierende Weise, s. Asianismus. -en, n., — 0: 
der Welltheil im Osten Europa's: Klein-A. (Asia. 
minor), heute: die asiätische Türfei. — Asienl--ist, 
m., en, —;-en: Mitglied einer Asientogesellschaft. 
So (span.), m., —6; —#: 1) Sitz, Platz: Jenachdem 
die Plätze lbeim Stiergefecht) Sonne od. Schatten ha- 
ben, heißen sie A-s de sol od. de sombra. Globus 4, 
10 3a; 135a c. — 2) „Festsetzung“, Feststellung, 
Vertrag 2c., bes.: Vertrag mit der span. Regie- 
rung über ein Monopol zum Sklaven= (od. A.) 
Handel: A.-Gesellschaft, Kompagnie; -Schiff 2c. — 
Asimech: s. Azlmech. — Asin, f.; -nen: s. Ase. 
— Alin-Arisch; -inisch (lat.), a.: eselhaft. 
Zitäl, f.; 0: Die A. od. Eselheit (wenn ich so sagen 
darf). TMertkur (1779) 2, 210 (vgl. w. 14, 99); 
s. Anerie. us, m. [§ 24, 21: Esel. A. 44 Fram, 
(wie) der Esel zum Lautenschlagen. 
Ask; ar: s. Askur. — A#kar-ide (gr.), 
f.; —; -is (§ 24, 3, Aridis!): Spulwurm. — 
Iskäules (gr.), m. [8 24, 11: Sackpfeifer. — 
Asker: s. Askur. — Ask-ese, —-1 2c., s. Ate 2c. 
Asopus 
Aski-Katáski (gr.): Zauberformel, wie Hokus- 
Pokus (s. d. u. Abrakadabra; ephesisch), auch n.: Was 
ist unserm dialektischen Thaumaturgen nicht mit diesem 
einzigen A. möglich: w. 24, 150. — Ashlep-iade 
(gr.), m., —; —n: Sohn, Nachkomme od. Prie- 
ster des Asklepios (s. d.). -iadken, pl.: eine 
Pflanzengattung. Gutztoo Z. 8, 44 r.; dazu As- 
clspias (Schwalbenwurz, Seidenpflanze), nam. syriaca, 
die syrische. iädisch, a.: von einem Ae#klepkades 
herrührend, nam. (Metr.) v. versch, choriambischen 
Versen mit einer Bafis u. einem Jambus als 
Schluß: Der kleine U. der große ale Vers, jenachdem 
er 2 od. 3 Choriamben enthält; Die a“ke Stropyhe, 
wo auf 2 kleine a-e Verse u. einen pherekratischen 
— od. auch zuw. auf 3 a-e## Verse — ein glyko- 
nischer folgt, s. in #.'" Oden z. B.: der Zürcher- 
see 2c. u. Friedrich V. 2. ias, f. [824, 3, Jadis); 
zie, f. —n: s. Asklepiadeen. ĩen, pl.: Asklepies= 
fest. -ium, n., —; ken [8 24, 2, n.]: Asklepios= 
tempel. -ios, -us, m. I§ 24, 21: Askulap 
(s. d.). isch, a.: äskulapisch: A-er Kur vor 
Andern werth. G. 12, 122. — Ask-os (gr.), m., 
uv.; -oi: Schlauch. weils Kost. 1, 872. — 
Ascot (engl. äskott), n., —#; 0: ein Ort in 
England u. danach: das dort statthabende Rennen: 
Am Tage nach dem Derby, A. od. Saint-Leger. Boller 
Renn. 64; Die A. Naces IK. d. ). 297. — Askulãp 
(lat.), m., —e)s; -e, (en): Gott der Heilkunst 
(auch A-tus, gr. Asklepios): Man zählt noch mehr 
A-en. Namler Moth. 214 2c.; danach auch: Arzt: 
DViertelj. 40, 251; Waldau N. 3, 192; W. 10, 2 8 2c., 
vgl.: A-s-Söhne. Spielhagen Tann. 8 2c.; A-s- 
Stab (schlangenumwundner); -Schlange, Cö- 
luber Aesculäpi#;-Tempel 2c. Cisch, a.: auf den 
Askulap bezüglich, ihm angehörig 2c.: Einverleibt 
dem äd—en Orden lärztl. Standel. Sch. Göd. 1, 200. 
Sius, m. [§ 24, 27: Askulap. — Iskur, m., 
—#: 0: (nord. Myth.) der erste Mensch (vgl. 
Adam wie Embla, entsprechend Eva): So ist es auch 
mit Asker's Sproß. Kohnike Fr. 108; Mit A-s Kin- 
dern. Simrock Fr. 163, vgl.: Der erste Mensch (wel- 
chen die Götter aus einem Baum erschufen) hieß Ask 
(Esche). 203; A. u. Embla, die Esche u. die Erle. 
Ergänz. z. Nat. 9, 1 Sb 2c. 
Aslaäni: s. Arslani. 
Asma (gr.), u., —#; -ta [8 24, 3, u., atisl: 
Gesang (s. Melos). Uosenkronz Poes. Gsch. 165. 
— Asmõd-ãus; us, m. [824,2]; -i hebr.), 
m., —#6; 0: ein böser Dämon, Teufel; nam. Che- 
teufel. Tob. 3, 8; G. 12, 33; 99; W. 11, 176; 
232; 15, 271; 323 cc. 
IAsöd-es (gr.), k. [8 24, 3, uv.]: asodisches 
Fieber. Jisch, a.: mit Ekel u. Beängstigung ver- 
bunden. — Aföm-atisch (gr.), a.: unkörperl. 
aton [8 24, 2, u. : ein unkörperl. Wesen. — 
Asoõp (gr.), m., —8; (-e); -us (§ 24, 21: bei 
den Griechen, der Erfinder der s. g. Thier= (od. 
äsöpischen) Fabel, als verwachsen u. sehr häß- 
lich geschildert, vgl.: (An den verwachenen Gurdus)-
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        Asophie 
Du glelchest dem X.; doch dein Verstand ist kleln. Hage- 
dorn 1. 128 ic. — Asophiẽ (gr.), f.; —eyn: Un- 
weisheit. — Asot (gr.), m., —, —en; Se, en; 
Wüstling, Schlemmer. i#. f. (ehn: Wüstlings= 
leben 2c. Zisch, a.: liederlich. 
Apäl-älh (gr.), m., —(e)s: —-; -us (5 24, 
2): Name v. Pfl.: A.-Helz. zu Tischlerarbeiten u. 
zum Näuchern 2c. — Aspärag--ken (nlat.), Dl.: 
srargelartige Gewichse. -in, n.t, —e)8; 0: eine 
im Spargel u. andern Gewichsen zur Zeit des 
Grunens sich findende pflanzl. Verbindung. olilh 
(gr.), m., —eys; —e: „Spargelstein“, grüner spä- 
tiger Apatit. -us, m. I§ 24, 21: Spargel. — 
Aspäsi-a (gr.), f., —#, zens; zen: A. aus Milet, .. 
eine jener Frauen, welche v. den Griechen Hetären, d. l. 
Freundinnen genannt wurden .., Frauen, welche gegen 
die bestehende Sitte mit Männern verkehrten u. nam. 
rurch Feinbeit des Benehmens, durch Geist u. Bildung 
sich auszelchneten. Kriegb 1, 4105; Frauenzimmern, die 
man bei den Griechen Gesellschafterinnen zu nen- 
nen pflegte ... Die Thargelien, die Aspasien, 
die Leontion. W. 4, 136 2c. — Aspekt (lat.), 
m., e); -en, (—e): Anblick, Aussicht 2c.: Der 
A. ward freier. Nodenderg Ins. Heil. 1, 29 2c.; die 
gegenseitige Stellung der Planeten im Thierkreis, 
nam. sofern die Astrologen daraus auf den Erfolg 
des zu einer best. Zeit Geschehnden schlossen, — 
danach verallgemeint: Vorzeichen 2c.: Das sind 
schlimme A-en: Uber ihnen waltete in freundlichen bald 
u. bald in feindlichen A-en das mächtigere Gestirn. 
DMus. 17. 2, 214; Wallenstein steht vor einer großen 
Tasel, auf welcher der Plancten-A. gezeichnet ist. 
Glückseliger A.! 2c. Sch. 360a. — Asper: 1) (ngr.), 
m., —s; uv.: „Weißpfennig“ (türk.: Aktscheh): 
3 A. sind ein Para, 120 ein Piaster c., vgl. Mina 3. 
— 2) (lat.), a.: A. (a-a: a-um), rauh te.; 
Spiritus (s. d.) a.; Néc a-a terrent, auch Wider= 
wärtigkeiten schrecken nicht; Pér a-a 4d dstra, 
s. angustus; arduus 2c. — Alperg-eren (lat.), 
tr.: besprengen. ill, n., -e)#s: —; --illum 
1!&amp; 24, 2, n.]): Weihwedel. Guht 2, 310. — 
Elsper-ifölken (lat.), pl. : rauhblättrige Pflan= 
zen. Zität, f.; —en: Rauheit. — Isperm-atisch, 
ZSisch (gr.), a.: samenlos. -atismus, m., uv.; 
0; -#i#, f.; 0: Samenlosigk. — IAspernieren 
(lat.), tr.: verachten, verschmähen. — Ifperf- 
iön (lat.), f.; —en: Besprengung. -örium, n., 
—#: -zörlen [8 24, 2, u.]: Weihbecken. — 
Alperüg-o (lat.), f. [8 24, 3, -änis): Klebkrant. 
— Aspẽrula (lat.), f.; —6 [8 24, 11: eine Pfl., 
Waldmeister, nam. A. odoräta, bes. zur Bereikung 
des s. g. Maitranks dienend. Noquene Waldm. 13 rc. 
— Isphält (gr.), m., —(eys; —e: Erdpech; auch 
ein bituminöser Kalk, bes. zur Pftastrung v. Stra- 
ßen u.: dies Pflaster: Flanierte auf dem A. der Bou- 
levards. Meißner Schw. 3, 54 re., s. Karmarsch 1, 72; 
74; A.-Erde; Fußboren; -Kitt; Lack (Auflösung v. 
A. in heißem Terpentinöl); Lager; „Mastir; -Ol; 
Pflasterlung); = See (z. B. auf Trinidad); -Stein: 
Trottoir 2c.; Der Retin-A. od. Retinit (s. d.). 
Ass 101 
DVierielj. 48, 323 ac. en, n., —; O: der schwarze 
Rückstand des mit Ather behandelten Asphalts. — 
Asphod-cTlos (gr. —), m., uv.; uv., elen; 
-; -il, (Affodill) m.t, —e)sz —e; -: eine lilien- 
artige Pfl.: Aephodelen. Ohen 3, 551; Die Affo- 
dille (Asphodslus). 552; Bei den Griechen wurde sie 
auf Gräbern gepflanzt u. Homer nennt in der Orrssee 
einen Ort, wo Minos über den Seelen der Abgestorbnen 
Gericht bielt, die Affodill-Wiese. 553; Durch Aephörelos-. 
wiesen quoll dir der lichtscheue Letbestrom. platen 2, 
262; Hinab die Asphoödeloswiese. V. Od. 11, 539; 
573 2c.; Wie Adam einst im Paradiese, die Sel'gen 
auf der Asphodeloswiese,so schwelgen wir 2c. DMus. 
15, 2, 185; Der unverletzt! auf Asphodilen schlief, 
dle sonst den Schlaf verglfsten. w. 12, 202 2c.; (Die 
As fodelen. Salon 1, 465.) Thee- u. Asphodelos-= 
blüthen, chinesische u. neugriechische Gedichte v. 
Ellisen 2c. — Asph-iktisch (gr.), a.: in Asphyrie. 
-hrié, f.; —-(ehn: Aufhören des Pulsschlages; 
Scheintod; Erstickung. -rterc, intr. (sein): in 
Asphyrie gerathen; tr.: darein versetzen: Mich 
selbst zu vergisten od. zu a. Heine 20, 76; Kohlen- 
orygasvergiftung . Die Asphyrierten. Dolksz. 14, 
63; püchler Sudöstl. 2, 63. — Aspik (frz.), m., 
—6; —: kalte Fleisch= od. Fisch-Speise mit Gallert- 
überzug. — Aspir-nt (lat.), m., -en, —#; en: 
Jemand, der sich um Etwas bewirbt, sich darauf 
Hoffnung macht 2c. (auch: Adspiranten. Falimtrayer 
Or. 1, IX 1c.), weibl.: A-e, nam.: eine ihre Ein- 
kleidung erwartende Nonne. ala, f.:-zten (I§24,11. 
gehauchter Buchstabe, s. Meria. = aliön, f.; -en; :6: 
gehauchte Aussprache; Hoffnung auf —, Streben 
nach Etwas: Die Erfüllung all seiner Hoffnungen u. 
A“-en. Schücking Fr. R. 1, 8; 174; Uat 3. 20, 492; 
(religiös; das Streben der Seele zu Gott ce. 
ator, m., —#§; ören: Luftsanger, eine Vorrich- 
tung, einen Gas-, Luftstrom über Etwas hinstrei- 
chen zu lassen. Ausld. 38, 8540; Karmarsch 2, 37 ff.; 
IMũler Ph. 2. 838. Sieren, tr.: hauchen; 
mit einem Hauch sprechen; intr. (haben): beim 
Recitieren, Singen 2c. an ungehöriger Stelle 
Athem holen; nach Etwas streben. — Asp-is 
(gr.), f.; uv. [8 24, 3, idis]: runder Schild. 
Guhl 1, 263 2c.; Art Schlange, Natter: Klecpatra, 
die A. um den Arm geschlungen. G. 23, 100. — 
Asprino (it.), m., —#s; 0: Art „herber“ Wein. 
Asr (pers.), n.: Nachmittagsgebet: Zur Zeit des 
A., etwa um 3 Uhr Nachmittags. Peiermann 2, 186 2c. 
Ass (As), n., -es, (uv.); —e (als Maß nach 
Zahlw. uv.); Acchen, lein (s. As I 2 u. S6.): 
1) die Eins im Kartenspiel (vgl. Daus): Die rotben 
A-e u. die Könige. Lewald W. 1, 313; Drei Damen, 
4 A. Ohombre 117½c.; Karo-, Koeur= od. Herz- 
(Hedel 3, 135) A. 2c.; Die Eicheln-Sau u. Sau-Esß, 
welche der Teufel lang auf den Stich bebalten. Fischart 
B. 2 1a 2c. — 2) die Eins im Würfelspiel: Also 
beißt im Toccateglispiel die Eins A. od. Esß; die 2 
Daus; die 3 zuw. Tres; die 4 Quatuor od. 
Quater; die 5 Cinque od. Zink u. die 6 Sis od. 
Sechs, wie man denn ein altes Sprichwort hat ...,
        <pb n="118" />
        102 Assa 
anzuzeigen, daß rer Mittelstand allezeit das Beste thun 
od. auch berhalten musse: Daus Eß Nichts hat; Seß 
Zink Nichts dt lgiebt!); aber Quater Drei, die 
sind stets dabei. Lhomdre 275, vgl. Luther SW. 64, 65 
(Nandgl. zu Uch. 3, 5); Agtitola 419; Rollenhagen 
Fr. 398; Spate 388; Weidner 56 2c.; Seß od. CH! 
(sprchw.), der höchste od. niedrigste Wurf (aut 
Cssar aut nibil) 2c.; Daus Es (oralt.), ein durch- 
triebner Mensch, Racker 2c. Simplicilsimus 3, 2616; 
4812. — 3) auch sonst Bez. der grundleglich ge- 
machten Einheit: Das Pfund hat 10 Zehnling, der 
Zehnling 10 Cent-A., das Cent-A. har 10 Psfennige, 
rer Pfennig hat 10 A. Hebel 3, 473, vgl.: A. — 
½wroooo Pfund; Centas — 1½100; Decas — #/20oo, 
s. Kate 1. 152 2c.; so nam. das kleinste Geld- 
gewicht (— 1/15 Grän, Dukaten-A.); auch übrtr., 
z. B. 1. 11, 591 1c.; ferner das 2 Slöthige Apothe- 
kerpfund 2c. — Assa: s. Asa 3 u. Affus. — Aflagai, 
m., —; —: Wurfspieß der Malaien 2c. — Issai: 
0 (it.) adv.: genug (frz. asse), sehr, — bes. 
(Mus.) bei Angabe des Tempos: Allegro (s. d.) 
a. 1c. — 2) Die leichte anmurbige A.-Palme (s. d.) 
Ausld. 39, 442a. — Afsa-#n-ieren (frz.), tr.: 
nach den Sanitätsvorschriften einrichten: Die Frage 
der Assainkerung, zumal der größern Städte. Wiener medit. 
Wochenschr. (1868) Nr. 3. Cisfement (mäng), n., 
—: —: Affainierung. — Afsaisonn-ement (asse- 
sounemäng), n., —; —6: bei Speisen, die Zuberei- 
tung. Würze 2c. ren, tr.: zubereiten, würzen. 
— Assak-i (türk.), f.; —: Chasseki (s. d.). Siri: 
s. Asakiri. — Assamar, n., —8; 0: ein v. Reichenbach 
im Theer entdeckter Stoff. Nour 14, 261b. — 
Assambly: s. Assembly. — Asas-in (frz. in), 
m., — ; —#: Muuchelmörder, s. Assassine; auch 
Schönpflästerchen.. in Gestalt v. Amoretten, welche 
A-S bießen. Scherr Bl. 1, 188 . -inät, n., —e) s; 
—e: Meuchelmord. inätor, m., —; ören: der 
Dinger eines Meuchelmörders. ine (ar.), m., 
—n; —# : eig., Haschischin", Name einer muhamedan. 
Sekte (vgl. Ismaelit), deren Mitglieder, durch 
Haschisch (s. d.) berauscht, jeden v. ihrem Oberhaupt, 
dem „Alten vom Berge“ (Scheich al Dschebil) gefor- 
derten Mord zu verüben gelobten (s. auch Fedawit), 
s. Diez 29; Pekermann Or. 1, 58; Geschichte der A-n 
v. Hammer (Stuttg. 1818) 2c.; danach auch: Menchel- 
mörder. einieren, tr.: meuchlings morden. 
#ininm, n., —; kulen [8 23, 2, u.]): Meuchel- 
mord. — Afsatiön (lat.), s.; -en: das Braten, 
Kochen in eigner Brühe. — Afsaut (fri. afsö), 
m., —8; —: heftiger Anfall, Angriff 2c. — 
Assaner (engl. ässeèr), m., —s; —: Erz-Probierer, 
Wardein: Ein sachkunriger A. u. Chemist. Glodus 1, 
62a. — Assegn--o (it. —jo), n., —6; —6, -i: 
Anweisung, s. Assignation. — Assehi (türk.), m., 
s; —6: Eine Elite der Bostandschis (s. d.) bilren die 
A-s, berittene u. nur mit Säbeln bewaffnete Mann- 
schaft, die dem Sultan auf seinen Spazierqängen voran- 
schreitet. Meyer Kenv. 3, 804a. — Assekur--adoͤr 
(mlat.), m., —: —, Se: Verüchrer, der die Ge- 
fahr des Versicherten übernimmt. Heine Sal. 1, 234 
Asferieren 
(auch geschr.: adeur), auch -ant, m., —-en, -## -en; 
ateur, atör u. (frz.): Assureur sspr. assurör]. 
anz, f.; —#n : Assekurierung, Versichrung, —- 
Anstalt 2c.: A.-Anstalt, „Gesellschaft, Kompagnie 2c.; 
.Brief, -Police 2c., der dem Assekuraten gegebne Ver- 
sichrungsschein; -Eiv; Faktur, Rechnung über das 
vom Assekuraten zu Zahlende; „Gericht, Kammer; 
Klage; -Konto; Kontrakt;-Mäkler;-Ordnung; -Prä- 
mie, die vom Afsekuraten für die A. zu zahlende 
Summe 2c.; Feuer-; Hagel-; Hppotheken-: 
Mobiliär--: Schiffs= od. See-A., Versichrung 
gegen Feuer 2c. -Schaden (s. auch Casco 1); 
Lebens. A., worans den Verüicherten zu einer fest- 
gesetzten Zeit, wenn sie diese erleben, der Empfang 
bestimmter Geldsummen zugesichert ist, dazu z. B.: 
Alters-M. 2c. -dt, m., Tn —##; en: der in einer 
Assekuranz Versicherte. - aleur (-atör): s. Asseku- 
ratör. -atiön, f.; —en: Assekuranz; auch: A-s- 
Eir, Huldigungseid ze. -alör, m., —s; —, —e: 
Afsekuradör. -ren, tr., refl.: „verfichern“, 
Bürgschaft für Etwas geben, z. B.: Assekurierte 
Wechsel 2c.; bes. aber: durch Zahlung an eine Ver- 
sichrungsanstalt sich beim Eintreten gewisser Even- 
tualitäten die Auszahlung einer best. Summe 
sichern; auch: Ver-a. — Afsehutiön (lat.), f.; 
en: Afsequierung, Erlangung 2c. — Assel (lat.): 
1) f.; —: m., —; uv.: Art Ringelkrebse, ähnl. 
den Taufendfüßern. Dazu (s. andre Zsstzgn. Oken 
Reg. 26) nam.: Der s. g. Keller-Esel, richtiger Keller- 
A., ontscus sgr. — asellus, s. d. I. Burmeitter Gsch. 
391#. — 2) f.; —n (ássula, § 24, 1): Brettchen: 
Der Körper der Krineideen .., Janz aus neben einander 
liegenden Tafeln, sog. A-n zusammengesetzt. 446. — 
Allsembl-age (frz. afsangbläsh'), f.; —n: Vereini- 
gung, Verbindung. ek, f.; —m: Versammlung, 
z. B.: A. constituante (□-üäng'’], konstituierende 
(l. d.); vornehme Gesellschaft, glänzender Gesell- 
schaftskreis 2c. Teur (ör), m., —s; —§: Zusammen- 
steller, Anordner, s. Pensée. -ĩeẽren, tr., refl.: ver- 
sammeln. # (engl. aͤssembli), s.; zies: Alsemblée, 
vgl.: Mit dem Wert assambly verbindet man in England 
immer die Irce einer auf Unterzeichnung gegründeten Zu- 
sammenkunft an einem öffentl. Ort. Grude Ch. 1. 121 #c.; 
auch: Abgeordnetenversammlung, z. B. Uat. 20, 
447 1#c., seltner: Linceln wurre zum Mitglied der 
„Assemblee“ gewählt. Volksz. 13, 289 2c. — 
A I U (lat.), m., —'#s: —-#; -enlsiön, f.; -en: 
Beifall, Bei-, Zustimmung. -ent, m., —#e): -#: 
Assentierung: A.-[Muster-] Liste, „Rolle: Der 
Zudrang der Freiwilligen zu den A.-Plätzen. Uat#. 
19, 241; A.-Schein, „Bescheinigung 22c. 
-enlicren: intr. (haben): beistimmen, beirflichten; 
tr.: in Psticht nehmen, zum Kriegsdienst für tüch- 
tig ertlaren u. ausheben (bes. in Ostreich). Meißner 
Schw. 5, 133; 7, 166 2c.; Assenticrung, s. Assent. 
Senliment (frz. —angtimäng), n., —; —: Assens. 
— Assequĩeren (lat.),, tr.: erlangen, erreichen. 
— Asser (lat.), m. [§J 24, 3, J#: Stange, 
Tragstange, Trage. weils Kest. 1, 1325. — 
Asserieren (lat.), ir.: mit Bestimmtheit aus-
        <pb n="119" />
        Assermentieren 
sagen, behaupten 2c. — Assermentĩẽren (frz. 
mangt-), tr.: mit einem Eid in Pflicht nehmen, 
vereiden. — Affrt-io (lat.), f. [8 24, 3, önisl]: 
-iön, f.; S-en: aufgestellte Behauptung; sreciell 
im röm. Recht, in Bezug darauf, eb Jemand ein 
Sklave od. ein freier Mann ist. örisch, a.: s. 
apodikiisch. -örius, a.: eine Assertion begründend: 
Juraméntum (s. d.) assertörium 2c. —um, n., —; 
-a [8 24, 2, n.]): ein bebaupteter Satz 2c. — 
Asserät (lat.), n., —eys; —#; Zätum, n., 
—6; zäta [8 24, 2, n.): Aufbewahrtes. Jatiön, 
f.; —-en; —-: Aufsbewahrung. -irren, tr.: auf- 
bewahren. — Asservissement (frz. -wiss mäng), n., 
—#8; —: Unterwerfung, Diensibark. — As##Es # 
(lat.), m., —#;ören [8 24, 3, -öris): Beisitzer eines 
Gerichts, einer Behörde: A.-Erämen 2c.; Fakultäts- 
(s. d.), Gerichts-A. 2c. -orät, n., -(e)s; -e: Assessor= 
stelle 2c. Gutztom 3. 3, 383, auch: - ⅝Ur, f.; en. 
— Assever--atiõn (lat.), f.; —en: Betheumrungc. 
-ren, tr.: betheuern, versichern. — Assibil-atiõn 
(lat.), f.; —#en: Assibilierung. #eren, tr.: zischend 
aussprechen. — Assid- ĩeren (lat.), intr. (haben): 
beisitzen. -ue, adv.: beständig, immerfort rc. 
„uität, f.; 0: Ausdauer, Fleiß, Beharrlichkeit: 
Die eruste Studien-A. Hofmann-F. Leb. 2, 103. - uus, 
a.: ausdauernd, emfig ꝛe.; auch: Alle Ansässigen 
(Adsidui) eder Begü#erten (Locüpletes) lin Rom)j. 
Weiss Kost. 1, 1081. — Issiènt 2c.: s. Asient 2c. 
— Assiétte (franz.), f.; —n: Lage, Stel- 
lung; Haltung zu Pferde; Gemüthsstimmung, 
Fassung: In seiner A. bleiben; seine A. wierer ge- 
winnen (Erenzb. 26, 2, 290) 2c.; Teller: A. blanche 
latjtt blängsch!, reiner Teller; volante lwolängts, 
Nebenteller zu Kompott 2c. — Assign-unt (lat.), 
m., -en, (—#); —en: Aussteller einer Anweisung. 
ät: 1) m., —en, (X—6); —en: Der, auf den eine 
Anweisung ausgestellt ist, der sie zu zahlen hat, 
der Bezogne. —2) n., —e)s; —e: Anweisung einer 
jährl. Einnahme auf unbewegl. Güter: Art fran- 
zösischer Staatspapiere in der ersten Revolution: 
Die A-e waren zu „Mandaten“ u. diese wieder zu 
Nichts geworden. G. 27, 40; 25, 115 2c., auch in 
frz. Ausspr. (lassinsä), m., n., —; —; ferner: 
Assignate, f.; —n. Scherr Bl. 1, 301 2c. atär, 
m., —; —e. zlen; -atärius [8 24, 21: der die 
Zahlung für die Anweisung zu empfangen hat. 
äte, f.; —n: s. Assignat 2. atiön, f.; —en: An- 
weisung: Bank-A.:; A-s--Bank 2c. -ätus, a.: 
angewiesen, durch eine Anweisung bezogen 2c. 
Tikren, tr.: Etwas anweisen, eine Anweisung 
darauf ausstellen 2c. — Alsimil-atiön (lat.), f.; 
en; —6-: Assimilierung: A-s-Kraft, „Preces des 
tbierischen Körrers 2c. erbar, a.: sich assimilieren 
lassend: Ausscheirung der für den Körper nicht a-en 
Steffe 2c. -iren, tr.; refl.: anähnlichen, anarten 
(s. d. Ss.): Der Körrer assimiliert sich die aufge- 
nommnen Nahrunesstoffe, wandelt fie in Theile von 
sich um; In dem Wort as similare st. a dsimilare bat 
sich das d dem s assimiliert, wie in „Emofang" st. 
Ent-Fang das „nt“ dem Lirrenbuchstaben 2c. — 
Assirẽta: Die Kurden theilen sich in 2 versch. Klassen, 
Affortieren 
103 
die A. od. Stpah, d. b. Krieger u. die Guran ed. Rajabs 
d. b. Bauern. Ausld. 39, 781b 2c. — Assise (srz.), 
f.; —n, —: „Sitzung“, nam. Gerichtssitzung, — 
in engerm, heute gw. Sinn: mit öffentlich münd- 
lichem Verfahren (nam. über Kriminalfälle) zu 
best. Fristen abgehalten: Bei den Halbsahrs-A-u. 
NViiaval 36, 37 2c.; A-n-Gericht, Hof 2c.; in ältrer 
Zeit auch die v. einer hahen Versammlung in einer 
Sitzung erlaßnen Satungen, z. B.: Die A-n#von 
Zerufalem (zur Zeit der Kreuzzüge) 2c. — Assist- 
anre (frz. —ingß), f.; —: Assistenz. -#nt (lat.), 
m., -en, —S; —en: Gehilfe, Amtshelfer, z. B.: Als 
eirilversergter Kreissteueramtskontrolschreiberei-A. Gutz 
kow S. 1, 12, engl. Assistant, s. Poor-law 2c. 
nzS, f.; —en: Hilfe, Beistand 2c.: Passire A., 
bei Misch-Ehen die bloß zeugenmäßige Gegen- 
wart des katholischen Geisilichen bei der durch 
einen akatholischen rellzognen Trauung 2c.; Unter 
Zeugen-A. zweier Herren. Gutzkow Z. 5, 136 rc.; 
A.-- [Hilfs-] Arzt; „Einnehmer; -Preriger; Rath 2c. 
—Tren, intr. (haben): als Assistent beistehn. — 
Asläni: s. Arslani. — Assma RKürek (türk.): 
Rudergeld. Hommer 10, 339. — Assnaf (tuͤrk.), 
pl.: die Innungen. ebd. — Assoe-iatiõn (lat.), 
f.; —en; —-: „Vergesellschaftung“, Verbindung, 
Vereinigung, Genossenschaft: Das Recht der freien 
A.; A-s-Recht;-Vertrag; -Wesen 2c.; Als An- 
haltepunkte ihrer politischen A-en. DVieritlj. 48, 212; 
Die röm. National-= A. Un3. 20, 168 1c.; Roh- 
stoff-, Magazin= u. Proruktiv-A-en. Mag. d. 
Ausld. 34, 491b ꝛe.; auch in frz. Ausspr.: Asso- 
Pßjaßjöng u. engl. z. B.: Die enslischen mining a-s 
lmeining ässoßieschensl. püchler Süröstl. 1, 284, Berg- 
werks-Genoffenschaften 2c.; auch v. Sachlichem, 
z. B.: Die A. der Ideen od. Jreen-A., wonach eine 
Idee, Vorstellung unwillkürlich eine andre, als 
damit vergesellschaftet erweckt; A-#sz-Bewegungen 
res thierischen Körrers, die einander auch unwillfür- 
lich erregen 2c. is I-iel, m., —s; —: Geschäfts- 
theilnehmer, Handelsgenoß (schwzr.: Gemeinder), 
vgl. Compagnon, s. Commandite u. gérant 2c. 
—(i) keren (auch frz. —Whjiren), tr., refl.: vergesell- 
schaften, vereinigen, zu einer (Handels-) Genossen= 
schaft verbinden: auch: Sich ver= a. Kohl Engl. 1, 
115 r. — Assol-ement (frz. —mäng), n., -6; 
3: Aßsolierung. -eren, tr.: die Felder in 
Schläge eintheilen, zelgen. — Assolũto: s. absolut. 
— Asson-aͤnz (lat.), f.; -#en: Anklang, Halb- 
reim, vom vollen Reim durch Verschiedenheit der 
Mitlanter bei Ubereinstimmung der Selbstlauter 
unterschieden (vgl. Wetzreim. Ss.): In A-en auf U. 
w. 19, 280; In U-A-en, worin der Gleichlaut der 
Vokal U ist 2c.; scherzh. verkl.: In Reimchen, 
Assonänzeln. Uhland 190 2c. e, intr. 
(haben): anklingen, eine Assonanz bilden. — 
Assort-ĩcren (frz.), tr.: Passendes zusammen- 
ordnen, verbinden: Wenn ich sie zusammen sehe, kann 
ich sie nicht für ein wohlassortiertes Paar halten. G. 18, 
115 ꝛc.; bes.: Waaren sortenweise ordnen (ogl. 
sortieren); danach: ein Lager (sich) mit Waaren
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        104 Assortiment 
aller zu dem Geschäft gehörigen Sorten versehn. 
Siment (auch frz. ausgspr.: —imäng), n., —8; —: 
Waarenlager zum Einzelverkauf; ferner s. Sorti- 
ment. Cissage (issäshe), f.; —n: Sondrung der 
Waaren nach Sorten — u.: die Gebühr dafür. — 
Ifsoup-#ieren (frz. —ap-), tr.: einschläfern; be- 
täuben, lindern. Zissement (-äng), n., —; —6; 
Assonpierung; Schläfrigkeit; Sorglosigkeit. — 
Assouplieren (frz. —up—), tr.: biegsam, geschmei- 
Vrig, lenksam machen. — Asourdieren (frz.—urd—), 
tr.: betäuben: dämpfen, bes. (Mal.) in den Mittel- 
farben. — Assue-saktiõn (lat.), k.; -en: Ge- 
wöhnung. seieren, tr., refl.: gewöhnen. — 
IAls-umtkeren (lat.), tr.: annehmen, gelten 
lassen 2c. -Um (p)sit: „er hat übernommen“, 
(Rechtsspr.) n., —#; —#: das Versprechen, wo- 
durch man etwas zu Leistendes für Semand 
übernimmt; Ggstz: Non (s. d.) a. - äm(phtio, 
t. 18 24, 3, önis): An-, Aufnahme; Auf- 
nahme in den Himmel: A. Chrfsti s. Salva- 
töris, Himmelfahrt Christi; A. beäte Virginis 
(Marise), Mariä Himmelfahrt, — auch als Gemälde 
(it. assunziöne, assunta) 21c.; (Log.): A., 
Assumt(p)tum (§ 24, 2, n.]: der Untersatz eines 
Syllogismus (s. Minor). — Affur-anre (frz. 
assürängß), f.; —n: Sicherheit; Zuversicht; Ver- 
sichrung, s. Assekuranz. —6, m., —: —s: der Ver- 
sicherte, s. Assekurat; (Buchdr.) — Rastrum (s. d.), 
als Sicherheit gegen das Radieren v. Zahlen auf 
Wechseln 2c., s. franke Kat. 13; A.-Linien. 164. 
Trur Cör), m., —6; —6: s. Assekuradör, vgl. Havarie, 
welche die Odessaer Assuradeurs bezahlen mussen. 
Kohl Südr. 1, 10. Jieren, tr.: versichern, s. asse- 
kurieren. — Assus (lat.), a.: gebraten; trocken, 
bloß: (Mus.) Assa vöce, mit bloßer Stimme 
(ohne Instrumentalbegleitung). — Assõnenholz, 
n.: hartes türk. Cichenholz. 
Astacinen (nlat.), pl.: A. ob. echte Krebse. 
Hurmrister Gsch. 479 ic. — Astah, n., — ; —#: auf 
dem Prinec-of-Wales-Island ein Längenmaß v. 
18 engl. Zoll. Enchkl. f. Kaufl. 655b. — Afta- 
kolith (griech.), m., e)s; X. —en: Krebs- 
Stein, -Versteinrung, vgl. Gammarolitb. — 
m. I[§&amp; 24, 21: Scherenkrebs. — Astant: s. 
Adstant. — (Astarõt), Astarte, t.; —n: s. 
Ascherah; auch: ein Geschlecht 2muskliger, 2schaliger 
Konchyllen, vielfach versteinert: A-n-Kalk. Ohen 1, 
692. — Ift-äsia (gr.), f. 1§8 24, 1); f f.; 
—e)n: Unstetheit, Unruhe; das Astatisch (s. d.) 
. Sein; auch Name eines Infusoriums. Ohen 5, 21. 
Sätisch, a.: unstet; leicht u. schnell beweglich, 
nam.: A— Magnetnadel, 2 parallel in entgegen- 
gesetzter Richtung der Polc mit einander verbundne, 
wodurch die richtende Kraft des Erdmagnetismus 
fast aufgehoben ist, dadurch geeignet zur Anzeige 
schwacher galvanischer Ströme durchs Galvano= 
meter (s. d.). Gale Tel. 3 5; Nal3. 18, 52; (vgl.: 
Will man die Asta sia bis zur äußersten Grenze treiben. 
rbd.); Imũuetr Ph. 2, 26; Den a-en Nadeln entsprechend 
hat man auch a#-e Leitungodrähte konstruicrt 2c. 387. 
Afleroid 
Ileism- us (gr.), m., uv.; —-en: „stärtische“ 
Feinheit, nam. der Rere; Witz; der rednerische 
Kunstgriff, Etwas zu erwähnen mit der Bem. daß 
man davon schweigen wolle (Paralipse). — Ast-er 
(gr.): 1) m., —s; uv.: „Stern“, Sternblume, 
zu der Zunft der Asterotren gehörig: Ein A., weiß 
wie Schnee, der sich so gut wie Rosen deuchtet. 
Göchingk 1, 143; Der herrl. Alpen- A. mit seinen 
großen Blumentellern. Unlur 16, 314b, f. 2a. — 2) 
f.; —n : a) gw. st. 1, m. vielen Arten, bes. A. 
chinénsis: Der ganze herbstl. Blumenreichthum. 
Diese A-n. G. 15, 168; A.-Blumen. 306; Als des 
Jahres Abenrsterne)gruß ich dich .. A-n. Beer. 
Dingelstedt 2c.; Meer-, Seestrands--A. A. tripö- 
lium (Sult); Rosen-A., Gortsria ic. — b) glasierte 
Fliesen zum Belegen des Estrichs, der Wände rr. 
HSmidt Meeresst. 5; Sollau Wörterb. Sac. -eriaciĩt, 
m., —en, —#; en: versteinerter Seestern. eriade, 
f.; —n: eine Familie der Strahlthiere (Radiaten) 
aus der Gatt. der Asterosfden (Asterolde#) od. See- 
sterne. Durmeister Gsch. 374, auch Aster-ias. f. 
18 24, 3. adis]. 471. erse, f.; —n: ein Edel- 
stein, Sternsaphir. prechm 4, 544, auch Saphir. A. 
550 u. Asterit. Opib 1, 290. erisch, a.: stern- 
ähnl.; v. den Sternen herrührend c. (vgl. astral, 
siderisch). -erish, m., —-en, —8; -en: „Sternchen“, 
nam. als Zeichen in Schrift u. Druck (*): Die 
Obelisken (s. d.) u. A-en am Reineke gehe ich fleißig 
durch u. korrigiere. G. (Dünzer KAug. 104); Wachern. 
4, 29 827 2c., s. Sanders Orth. 11936; ferner z. B. 
in der griech. Kirche ein auf die Patene übers ge- 
weihte Brot zu setzender Stern (hindentend auf 
den Stern Kang. 2, 2) 2c. Leriscus, m. 
(&amp; 24, 21: Asterist. -erisma, n., —#: zeriemen 
[8 24, 3, n., tis): -erismus, m. s8 21, 21: 
Sternbild, bes. im Thierkreis (s. Dodekatemorion). 
rrit, m.,—en, —; —en: „Sternstein“, s. Asteriacit, 
Asträa 2 u. Asterie. Zero#d, m., —e)s, -en; -en: 
etwas „Sternähnliches“, s. Aster 1; bes. v. Welt- 
körpern, z. B.: Zu den kleinsten aller A-en, die wir 
in ihrem fragmentarischen Zustande u. in unsrer Atmo- 
sphäre angelangt, mit dem Namen der Aerolithen (s. d.) 
od. Metrorsteine bezeichnen. Humboldi K. 1, 120; 95; 
Die Sternschnuppen-A-n. 131; August-A-en.. 
November-A-en. 138 (s. Laurenzius):; Mercor- 
Ak-en. 142; Die A-enl-Schwärme. ebd. (s. Mereorit); 
zumal aber: einer aus der Gruppe der zw. Mars u. 
Jupiter liegenden kleinen Planeten, v. denen bis jetzt 
an 100 entdeckt worden sind (Planetelden), s. mädler 
Pop. Astr. 223 ff.; 231; 234. Dazu gehören: 
Agläja; Aigle; Alerändra; Amphitrite; Angelma; Arc- 
tbüsa; Ariädne; Asia; Asträg; Atalänte; Ansönia; Bel- 
löna; Geres; Cirre; Cöbele; Dänac; Däphne; Diäna; 
Döris; Echo; Egeria; Elpis; Erato; Eugenia; Eunêmia; 
Eupbrosbne (I—.); Euröpa; Eurbdice; Gurönome: Eu- 
terpe; Ferönia; Fides; Flöra; Fortüna; Freia; Frigga; 
Galalsa; Harmdnia; Hele; Hesfpéria; Hestia. Hoglissa; 
Irne; Iris: Isis: Züno: Kalliope: Kalörsfo; Klötho; 
Klötia: Konkördia; Lätitia: Leda; Leio, Leukstbea; 
Lutelin: Mäsa;: Massälia; Melete; Melpömene: Mens; 
Munemoshne (—); Nemansaz Niobe; Nösa; Olbm-
        <pb n="121" />
        Asteroideen 
pia; Päles; Pällas; Pandöra; Panopäa; Parthe- 
nope; Phocäa; Polyhhmnia; Pomöna; Proserpina; 
Pfoöche; Säppho; Sylviaz Terpsichore; Thälia; Thẽ— 
mis; Thétis; Uränia; Vésta;z Viktöria; Virginia. 
croidf, pl.: s. Asteriade. erodissch, a.: stern- 
ähnl., zartig. -erolith, m., -(e)s, —en; -e, —en: 
Asterit. — Istharoth: s. Aschera. — Asth-enĩe 
(gr.), f.; —eyn: Kraftlosigk., s. Adynamie; Hy- 
Fosthenie; Ggstz: Sthenie. Enisch, a.: kraftlos, 
„abkräftig“. 9p. 37, 21; v. Schwäche herrührend rc. 
„enisĩẽren, tr.: schwächen, schwächend verfahren. 
Tenologi#, f.; —(ehn: Lehre v. Asthenie u. asthe- 
nischen Krankheiten. enomakrobiotih, f.; Sen: 
Lehre, Kunst, ein schwaches Leben lange zu erhalten. 
Tenopfe, f.; —+e))n: Schwachsichtigg. -enöpyra, 
f. [8 24, 11; -enopgarus, m. [824, 2): asthe- 
nisches Fieber. -enofe, f.; —n; -enosis, k. 
[&amp; 24, 3, uv.]): asthenische Entzündung. — 
Asth-ẽsis (gr.), f. [8 24, 3, uv.): Empfinrung, 
Gefühl, sinnliche Wahrnehmung. Teterium, n., 
—; ken (§ 24, 2, n.]: Empfindungsvermögen; 
Sinneswerkzeug. Etik, f.; —en: Lehre, Lehrbuch 
vom Schönen, Geschmackslehre (seltner Kalliästhelik): 
Kunst-; Natur- (Kohl Alp. 3, 5 2) A. vc. —tiker, m., 
—6; uv.: Kenner der Asthetik. -tisch, a.: zur 
Asthesis (s. d.) gehörig, darauf bezügl. 2c.: Die 
Seele, nachdem sie sich v. Allem, was d. ist, losgewunden 
hat. w. 24, 168; Das dichterische Talent liegt in einer 
vorzügl. Stärke der untern od., wenn Sie lieber wollen, 
der d-en Seelenkräfte. Wad####n. 4, 86237 2c.; bes. 
aber: der Asthestik (s. d.), den Gesetzen des Schönen 
gemäß, darauf bezügl. 2c.: A., welches die Beziehung 
eines Ogstdes auf das feinere Empfindungsvermögen bez. 
Sch. 2c.; Un-d., gegen die Asthetik verstoßend r2c. 
„etisiẽren, intr. (haben): Asthetik treiben, sich 
damit (oberflächl.) beschäftigen 2c.: Die ästhetische 
Strenge artet aus zum ä—-den Hochmuth. DMus. 1, 1, 
430; Gutzkow R. 2, 20 2c.; tr.: den Gesetzen des 
Schönen gemäß gestalten, verschönen, veredeln. 
Natur 4, 410a 2e. — Asthm-a (gr.), n., — ; —6: 
Engbrüstigkeit, Athem-Beschwerde, -Noth rc. 
atiker , m., —; uv.: ein an Asthma Leidender. 
ticus, a.: asthmatisch: Asthmäticum (remsdium), 
Heilmittel gegen Asthma. atisch, a.: engbrüstig, 
dämpfig:; v. Asthma zengend, darauf bezüglich rc. 
— Astigmatismus (gr.), m., uv.; 0: Störung 
im Seh-Organ, wodurch die Ggstde verzerrt u. 
mit verschwommenen Kontouren erscheinen. — 
Istim, m., n., —6; 0: Achtung (s. Estime): Vor 
der ich den allermeisten A. habe. Prutz Holb. 327; Ihr 
A. für die Damen zu zeigen. 328. öbel (lat.), 
a.: schätzbar (franz. estimahble). atiön, f.; en; 
—#: Abschätzung (s. Lis); Werthachtung 2c. 
Sätor, m., —#; zatören [8 24, 3, öris)]: Ab- 
schätzer: Ae. U#tis, des Streitgegenstands rc. 
atörisch, -atörius, a.: die Abschätzung betreffend. 
eren, tr.: schätzen; achten; beachten 2c., auch 
(frz.): estimieren, z. B. Holiei Treust. 2, 326. -inm 
[&amp; 24, 2, n. ]: Astimation; Flurbuch, die die 
Steuer bestimmende Abschätzung enthaltend. — 
Astrognosie 105 
Astipul 2c.: s. Adst 2e. — Iftiv-ale mlat., 
8 21, 3, n., Alis; Mz.: -lia): Schuhzeug, zu- 
nächst „für den Sommer“; daher (it.) stiräle — 
Stiefel. alio, f. [8 24, 3, önis); -alion, k.; 
—en: Knospenzeit; Lage der Blumenblätter in der 
Kuospe. — Asl-omĩẽ (gr.), f.; —eyn: Mund- 
losigk. -ömisch, omuo, a.: munrlos. — Asträ-a 
(gr.), f.; —s, zens; zen: 1) (o. MzZ.): a) Dike, 
die Göttin der Gerechtigk., wohnte im goldnen Welt- 
aller unter den fsrommen Menschen . .; als aber das 
eherne Geschlecht sich Waffen schmiedete, da flog sie zum 
Himmel, wo sie im Thierkreis als A. („Sternjungfrau?) 
leuchtet. w. 25, 397: Die scheue Tugend wich .. |u. 
bat Asträen sich im Steinenfelt gepaart. 178; 3, 156; 
Namler Myth. 116 2c. — b) (s. a) einer der Asteroiden 
(s. d.). — 2) eine Gatt. „sternförmiger“ Antho- 
zoen, Sternkoralle (s. d.). NJurmeister Gsch. 470; 
auch Astre#a. 513; Oken 5, 118, auch versteinert als 
Astroit, Sternstein, vgl.: Kometit. — Astrachan: 
Land u. Stadt im ruff. Asien; dazu z. B.: A.= 
Kaviar 2c.: Baranken (s. d.) od. A.,Felle. Prechil 11, 
37, auch bloß: A.; A.-Pelz ie., vgl. A., eine Imi- 
tation der bekannten Pelzart lals Wintermantelstoffl. 
Dazar 13, 375; Mit schwarzer A.-Garnierung. 
Salon 3, 251 ꝛe. — Isträg-al (gr.), m., —(#e)s; 
—e, —en: Knöchel, nam. das Fersenbein; längliche, 
aus Thierknöchel geformte Würfel. Guhl 1, 297 ff.; 
(Bauk.) ein nach einem Halkkreis profilartiger 
Ring, welcher oben die Säule umgiebt. Helft 17b; 
Pflanzengattung (Traganth). alismus, m. 
18 24, 2): Würfelspiel. -alomantik, f.; —eh)n: 
Wahrsagung aus Würfeln. Dazu: Astragalo- 
mänt, m., -en, —; —en; isch, a. alos, -alus, 
m. I§ 24, 2): Astragal. — Astral (lat.), a.: astra- 
lisch, bes. als Bstw.: A.-Geist, der Sternenwelt 
angehöriger (w. 30, 20); -Körper, der zarte der 
A.-Geister, der vom Leibe gelösten Seelen; 
-Lampe, Art Kranzlampe mit hohlem Docht 
(s(. Argand). Karmarsch 2, 545; -Licht, Schein, 
am Himmel, v. unzähligen kleinen Sternen her- 
rührend 2c. -isch, a.: v. den Sternen herrührend, 
abhängig; ihnen gemäß, ähnlich; darauf bezüg- 
lich 2c. (vgl. asterisch; sideral); Jene a-en Einflüsse. 
G. 28, 266 2c. -it, m., —+e)s; —e: Art Glasstuß 
mit sternähnlich schimmernden Krystallisationen 
auf dunklem Grund. Meyer Konv.-Ler. 2, 552b; 8, 
42 tb. — Astratĩẽ (gr.), f.; —ehyn: Freiheit vom 
Kriegsdienst. — Afstrea: s. Asträa 2. — Astriid, 
m., —; —, (Cen): der nord. Liebesgott. Kehniße 
Fr. 115; ein Vogel, Lögia astrild. Gartenl. 16, 
39 2a; Der Amaranth, wissenschaftlich Karmin-A. ebd.; 
Grau-A-z-. Diese A-en. 439azbi#.—tiktiön, 
-ingens 2c.: s. Adstr 2c. — Astro--blesit (gr.), 
f.; —ehn; -bolismus, m., uv.; ismen: Sidera- 
tion, jähe Krankheit, die dem Getroffensein von 
einem Gestirn 2c. zugeschrieben wurde, z. B.: 
Apoplerie ie. deiktikon, dihtirum, u., —8; 
fa [8 24, 2, n.]: „Sternzeiger “ Werkzeug, das 
einen auf dem Globus firierten Stern sofort am 
Himmelsgewolbe zeigt. -gnosic f.; eyn: Kennt-
        <pb n="122" />
        106 Aslrognost 
nis der am Himmel sichtbaren Sterne, bes. der 
Sternbilder; Buch darüber. -gnôst, m., —en; 
en: ein der Astrognosie Kundiger. -gnösticum 
[824, 2, u.): Astrodeiftikon. -gräph, m., -en, -s; 
—en: Apparat zum schnellen Entwerfen v. Stern- 
karten; Kenner der Astrographie. -graphie, k.; 
—en: Sternbeschreibung. -graphisch, a.: zur 
Sternbeschreibung gehörig 2c. — it, m., -en, —e)s; 
—en, —: s. Asträa 2. —äab, n., -e)6; Je; 
-äbium, n., —; läbken [8 24, 2, n. J: ein zur 
Höhenmessung, früher in der Astronomie, jetzt nur 
noch v. Feldmessern gebrauchtes Werkzeug. Linrow 
660; Humbold! K. 2, 210. - latric, f.; —eyn: Stern- 
dienst (s. Sabäismus). -#h m., e)s,-en; -e, en: 
Astroit. -Jog, m., -en, (—s); —en: Sterndenter (s. 
Horoskop). -logik, I.; —eyn: Sterndeutung, Pro- 
phezeiung aus den Sternen (Astromantie). - lögisch, 
a.: auf Astrologie bezügl. ꝛe. -mänt, m., -en, ; 
en: Astrolog, dazu: A-#e#; isch. -meteorolög, 
m., -en, —; en: Einer, der aus den Gestirnen 
das Wetter verkündet, dazu: A-###;isch. - nöm, 
m., —en, —8; —en: Stern-, Himmelskundiger: 
Der A-e. Sch. 89b 2c.; dazu: A-s##; isch. 
-photogräph, m. , —-en, (—6); —en: Einer, der 
photographische Aufnahmen zu astronom. Zwecken 
macht, z. B. von den Sonnenprotuberanzen rc. 
Salon 2, 486. Dazu: A-#e, f.; a-isch, a. ꝛe. 
photometrie, k.; —(ehn: die (v. JC FSöllner 
begründete) Wissenschaft, die sich mit der Messung 
des Lichts der Gestirne beschäftigt. D#muf. 17, 1, 
473; Volksz. 14, 15; 17 c. Dazu: Astrophoto- 
métrisch, vgl.: Zöllner, der scharfsinulge Lelpziger 
Astrophysiker. Salon 2, 483. ophüt n., —S, 
—en; —e(n): baumartiger Seestern. oshopie, 
f.; —eyn: die Kunst der Sternbeobachtung 2c. — 
Astruikren: s. adstr 2c. — Aslrum llat., # 24, 
2, n. ): Stern, Gestirn: Sie itur 4d éstra, so steigt 
man zu den Sternen (Ehren) empor. — Ast- 
närium (lat.), n., —#z;;-urlen: Mündungsbecken, 
in das sich Ebbe u. Fluth bewegen. Ausld. 39, 
457a; Globus 9, 162a; Humboldt Kosm. 2, 411; 
Aoner Afr. 55 (s. Delta); Schwitzkasten. - ation, 
f.; —en: Wallung — des Wassers, des Bluts, 
Gemüths 2c. - Ueren, intr. (haben): wallen, 
brausen, leidenschaftlich erregt sein. -uös, a.: 
in Wallung, Erregung 2c. - us, m. [8 24, 41: 
Hitze; das Wallen; Ebbe u. Fluth (s. Tide). — 
Aflutiös (ulat.), a.: listig, arglistig 2c. — Ang- 
LKraph (gr.), m., —#n, —#; —en: Stadtbeschreiber 
(vgl. Topograph). Dazu: A-feeisch. — Aflpl-on 
(gr.), u., — ; -a: säulenloses Gebäude. — 
Astunöm (gr.), m., —en, —; —en: Stattpolicei- 
Verwalter (vgl. Ädil). — i, f.; —ehyn: sein Amt re. 
— Iflpfie (gr.), k.: männliche Impotenz (s. d., 
vgl. Stymatösis). 
Asuũli (ar.), pl.: Schiĩten, die nicht zu den 
Keschsi (s. d.) gehören. — Ifür-a (sktr.), m., 
—# : —#, zen: Götterseinde, Démonen 2c., indisch A-és, 
Ungötter vd. nach ihrer Abstammung Dänawäs, Daitjäs, 
Alaman 
d. h. Söhne der Diti genanut. Höser Urw. 90; Die über- 
muthsgen Asuren. 5. 
Asÿhl (gr.), n., —(e)s; —e: Zufluchtsort, Frei- 
stätte: Freiheits-A. Rohl A. 2, 248; Pilger-A-e. 
Gutzkon 3. 8, 31 2c.; A.-Recht, Schutzrecht; das 
Recht, ein A. zu gewähren 2c. -um, n., —; za 
[8 24, 2, n.]): Asyl, auch (engl. asellömm), n., 
—6; —, z. B.: Night-A. lust-, Nachtasyl. Sohl 
Engl. 2, 213; Die englischen Irrenhäuser . Lunatic 
iünatick) -A-s. 111. — Asymm-etrĩẽ (griech.), 
f.; —en: Mangel an Symmetrie (s. d.). 
#e#trisch, a.: unsymmetrisch. — Asemnét (gr.), 
m., —en; —en: im ältern Griechenland ein v. der 
Bürgerschaft zur Beilegung der Parteikämpfe u. 
Ordnung des Staatswesens erwählter Gesetzgeber: 
Die berühmtesten A-en waren Solon in Athen u. Pitta- 
kus in Mithlene. — Isempathie (gr.), f.; —(eyn: 
Mangel an Sympathie (s. d.), an Mitgefühl. — 
IAsmph-onie (gr.), f.; —eyn: Miß-, Ubel- 
klang. -önisch, a.: mißtönend c. — Asumptöl-e 
(gr.), k.; —n: eine Linie, die in ihrer Verlängrung 
sich einer Kurve immer mehr nähert, ohne sie je 
zu treffen: Die beiden A-n einer Hyperbel (s. d.); 
auch bildl.: Der Mensch ist eine A. der Gotebeit 2c. 
Sisch) a.: auf die Asymvtote bezügl., daiu ge- 
hörig 2c. — APnarthétisch (gr.), a.: nicht zu- 
sammengefügt, unverbunden: A-er Vers (vérsus 
inconnéxus), der in 2 unverbundne Hälften zer- 
fällt. — Afbnd-estié, f.; —(eyn: asyndettscher 
Satzbau. -eton, n., —#; -zeta: asyndetisches Satz- 
gefüge (Ggstz Polysöndeton). -tisch, a.: ohne 
anknüpfende Bindewörter. — Aspnesiẽ (gr.), k.; 
—(ehn: EinsichtslosigFg. — Alpnodie (gr.), k.; 
—(eyn: Unvermögen zum Beischlaf. — A#Pst-alis 
(gr.), f.; —eyn: Inkompatibilität (s. d.). -aton, 
n., —;: -zata: etwas Inkompatibles. 
At: 1) s. Aner. — 2) (türk.) m., —: —6: 
Pferd, z. B.: A.-Akdsche, Pferdegeld; Aimeidan, 
Pferdemarkt. Hammer 10, 339; Der Pferdebazar, 
Ant-Bazar. Globus 4. 144b .; Al-A., Fuchs; Kir.#N., 
Schimmel 2c. — Itarismus: s. Etacismus. — 
Atag(h)an, m., —; —: türk. Säbel. freiligrath 
SW. 1, 264, s. Jatagan. — Itair: s. Athakr. — 
Itakamit, m., —eys: 0: ein grünes Fosil, 
Salzkupfererz, bes. in der Wüste Atalama (in Süd- 
amerika). — Aahtisch (gr.), a.: unregelmäßig 
(s. Ab#arie). A-er Puls; A-es Fieber; Wo der Jambos 
den Hcrameter in a—er Weise durchbrach. Nosenkranz 
PoesGsch. 163. — Atalant-a (gr.), e, f.; (s, 
zens); zen: Name zweier amazonenhaften Schönen. 
namler Myth. 511; Forster It. 1, 16; W. 20, 287 K., 
f. auch Asteroid. — Allalik, m., —s; —: sDie 
Tscherkessenknaben werden,] kaum 1 Jahr alt, einem 
Erzieher (A. genaunt) übergeben. Garienl. 15. 463a; 
A.: Wesir des Tatarchans. Hommer 10, 339. — 
Itaman (russ.), m., —§#; —: „Hauptmann"“ 
(roln.: Hetman, s. d.) einer Horde, nam. der 
Kosaken 2c.; Zum Aktaman, locum tenens, der doni- 
schen Kofalen ernannt. Not# 21, 126; Kohl Sudr. 1,
        <pb n="123" />
        Atambor 
214 2c.; anch: Der alte Oberhirt (der A.). 2, 209 2c., 
vgl. Atemandulet. — Atamboör (span.), m., —; 
—es: Trommel. Scherzer Nat. 153, s. Tambrur. — 
IAtara#t#e (gr.), f.; —eyn: Unerschütterlichkeit, 
Seelenruhe. — Atavism-us (nulat.), m., uv.; 
-en: die in Nachkommen hervortretende Ahnlichk. 
mit früheren Vorfahren 2c.: Ein Beispiel von Dem, 
was die Botaniker A. nennen od. v. dem Streben der 
Abarten, zu einem früheren Topus zurückzukehren. Büchner 
Mensch. 55; Gartenl. 16, 206a. — Itarfe (gr.), 
f.; —eyn: Unregelmäßigk., nam. im Krankheits- 
verlauf r2c. 
Ate (gr.), f.; 0: bei den Alten eine verderb- 
liche, Unheil stiftende Göltin, s. nam. (verdeutscht: 
„die Schuld") V. Jl. 19, 91 ff.; 9, 504 (vgl. Litä) rc.; 
w. 23, 11; 24, 328 2c.; danach — tückische Un- 
heilstifterin, z. B. von Maria Stuart: Die A. dieses 
ew'gen Kriegs, die mit der Liebesfackel dieses Reich ent- 
zünret. Sch. 4170 v. — Atechn-U# (gr.), f.; —eyn: 
Unerfahrenheit, Ungeschicklichkeit in einer Kunst. 
isch, a.: pfuscherhaft. — Atekn-iẽ (gr.), k.; 
en: Kinderlosigkeit; Unvermögen des Kinder- 
Zeugens od. -Gebärens (Atokie). isch, a.: kinder- 
los; unfruchtbar. — Itel-s (gr.), m., uv.; 
uv.: Klammeraffe. Ausld. 39, 1236b ꝛc. EE, f.; 
—(enn: Unvollkommenheit; Steuerfreiheit. — 
Itelier (frz. —ie), n., —;—##: Künstterwerk- 
statt; sämmtl. Arbeiter darin. — Atellän-a (lat.), 
f. 18 24, 11; Se, f.; # : eine Art Possen= 
spiel mit feststehnden Charaktermasken (s. Bucco), 
aus der oskischen Stadt Atella stammend (auch 
A-a fäbula). Weiss Kost. 1, 1140 ff.; Guhl 2, 348; 
A-en-Dichter. ebd. ꝛc. (s. Erodium). — Itltelo- 
kardfe; -mpelie (griech.), f.; —(ehn: unvoll- 
ständige Ausbildung — des Herzens; des Rücken- 
marks. — Iätemandulet (ar.), m., —6; —6: 
„Stütze des Reichs“ = Wesir (in Persien), vgl. 
Ataman; Daulet. — Ater (lat. a.; ätraz ätrum), 
a.: schwarz; unheilvoll ꝛe. — Ateramnifs (gr.), 
f.; —(eyn: schlechte Verdauung. — Atérgatis 
(s#yr.), f.; O: Venus bei den Syrern. w. 18, 356; 
120, vgl. Aschera. — Iterm-oiement (irz. 
—oamäng), n., —#; —: Befristung eines Schuld- 
ners. -ropi#eren □oaj, tr.: befristen; refl.: sich 
über Befristung mit den Gläubigern einigen (s. 
#ccordieren). — Atern-ieren (lat.), tr.: ver- 
ewigen. -ität, f.; O: Ewigkeit. — Atesch (pers., 
türk.): Feuer, auch: Verzweifelnd schrie Alles ..: 
Adesch! Adesch! (Feuer! Feuer!). Kurhard Konst. 2, 
182 ꝛc. (ogl.: Bangen war — Feuer in Konstan- 
tinopel. Salon 3, 493 ff.). —gah, m., —; —: 
Feuer-Altar,-Tempel der Parsen. Pelermann Or. 1, 
191; 206. — Ithäir (ar.), m., —; 0: ein 
Stern erster Größe: Atalr — ##r des Adlers. Kädler 
419; fiurow 233.— Athãl, n., —; 0;: s. Cetyl. — 
Athalãmĩen (gr.), pl.: eine Gattung der Cepha- 
lopoden (s. d.), deren Schale eine Platte „ohne 
Kammer’', athalämüsch), ist, vgl. Mono= u. Poly- 
tbalämken (s. d.) mit ein= u. mit vielkammriger 
Schale. Hurmeister Gsch. 381. — Athamb-i# (gr.), 
Ither 107 
f. ; +eyn: Unerschrockenheit. Zisch, a.: furchtlos. 
— AGthän-asick (gr.), k.; 0; Unsterblichkeit 
(Athanäsi a. w. 30, 418). asiänisch, asisch, a.: 
vom Kirchenvater Athanäsius herrührend (vgl. 
Hemusie): Das a-e Kredo#2c. atismus, m., uv.; 
ismen; atologir, f.; —eyhn: Unsterblichkeits- 
Lehre, -Glauben. —or, m., —#; —::chemischer 
Ofen, der lange ohne Nachschüren fortarbeitet 
(fauler Heinz). — Ithaum-asié (gr.), f.; —ey)n: 
das Unverwundertbleiben: Dem Xil (s. d.) admi- 
rãri ... Er ärgerte sich an dieser A. Gervinus Gsch. 
Dichtk. 5, 720 (ogl. w. HB. 1, 116). Aslisch, 
a.: sich über Nichts verwundernd. — Athe-#smus 
(gr.), m., uv.; 0: das Nichtglauben an das Da- 
sein Gottes, „Ohngötterei“ Gottesleugnung. 
Sist, m.,—en, —# -en: Anhänger des Atheismus, 
Gotteslengner. -istisch, a.: dem Atheismus ge- 
mäß, gotteslengnerisch u. — Sthel-assie (gr.), 
f.; +eyn; -asmus, m., uv.; 0: das Unver- 
mögen, zu säugen. — Athen (gr.), n., —s; 0: 
Stadt in Griechenland (in der Landschaft Autika); 
sprchw.: Eulen nach A. tragen (ähnlich, wie: Wasser 
ins Meer) 2c.; auch (lat.) Athene (pl., § 24, 1). 
Dazu: Athenert(in), Athenienser lin), Athender 
(vgl. Kechenäer), Bewohner A—s; athenisch, 
atheniensisch, zu A. gehörig, darauf bezügl. 2c. 
äum, n., —; -den [8 24, 2, n. J: ein der Athene 
geweihtes Heiligthum; Name von Unterrichts= u. 
Bildungsanstalten; v. Zeitschriften 2c. e, f.; 0: 
griech. Name der Minerva (s. d.), Schutzgöttin 
Athen's (s. d.), deren Vogel die Eule war cc., — 
mit vielen Beinamen (s. Polias), auch Athena, 
-däa, „ ain 2c.; im Genit. o. Artikel mit s od. us, 
vgl.: Der Tempel der A. od. Atheneln)s Tempel; Von 
A-ns Geist beseelt. Sch. 53b ꝛc., vgl.: Daß Sorxhie 
lange nicht so ernst u. athenenhaft drein schaute. 
Spirlhagen Pr. 8, 72; auch (Naturgsch.), z. B.: 
Der Steinkauz (A. nilötica). Brehm Hab. 265 2rc. — 
Itheor-esik (gr.), f.i —(eyn: Unkenntnis, Un- 
kunde. -ötisch, a.: unkundig. — IA#th-er (gr.), 
m., —5; uv.; -: 1) im Ggstz zur schwerern Erden- 
luft, die feine, dünne Himmelsluft (die „Heitre); 
der Himmel 2c.; auch bildl.: Von Berges Luft, dem 
A. gleich zu schätzen. G. 6, 88; Der A., Wolken tragend. 
2, 93; 95; 7, 366 2c.; Frei im A. herrscht der Gott. 
Sch. 56b; Staub will mir A. wetteifern. Göd. 1, 315 sc.; 
In einen geistigeren A. sich hinein versetzt finden. Lichte 
7, 15; Im A. solcher Ideen schwammen die Griechen. 
H. (Wackern. 4, 49 130) 2c.; Frühlings--A. C. Zelt. 
2, 106; Matthison 197; Himmels- A.; Aus dem 
klaren, blauen Tropen= A. Scherzer Nat. 335 2c.; Die 
Schanre kann kein A.-Bad verwaschen. Sch. Göd 1 
258; Schlegel Gd. 1, 42; Berge . in prächtig-reinem 
A.-Blau. G. 12, 125; Verschwindet es am fernen A.= 
Bogen. Sch. Mus. 66; A.-Flug. Daumer 1, 46; In 
A.-Fluth die Glieder eingetaucht. Sch. Göd. 1, 320; 
A.-Flur, = Gefilde; Ich hasche beim Saume des 
A.-Gewandes die Zaubergestalten. Kauhisson 62; 
Lerchen, hoch im A.-Glanze. Lalis; Zu den Genussen 
eines N.-Glückes. Daumer 1, 127; Eine leise, sanfte 
Wmd-= od. A.= Is. Aels-] Harfe. IP. Wahrh. 1, 152;
        <pb n="124" />
        108 Atherisalion 
Den Tändeltanzdes A.-Lebens. sappe 2, 11; Ich 
badete mich im A.-Licht. Daumer 2, 161; A.-Lüfte 
träum'ich einzusangen. Sch. Göd. 1, 224; Du hauchst im 
A.-Meer. Platen 1, 123; Wie aus des Munkds halb auf- 
gehauchter Blütheihr A.-Odem flieht. Salis 31; Ein 
plötzliches Gewittergrauen düstert oft der Freundschaft Ä. 
Schein. Kanhigon 51; Wo die Seele. schon im A.= 
Schleleran Lethes Ufer kniet. 131; Im A.-Schoße. 
Daumer 1, 304; Götter . in ihrem A.-Sttz. 194; 
Der lohe J.-Strahl Genie. Sch. Gör. 1, 298; 302; 
Wende dein Auge d.= wärts. G. 33, 46; A.-Wölk- 
chen wehn. platen 1, 154; Der .. hernlederschaut aus 
seinem A.-Zelt,] dem geisilgen. Daumer 2, 138 2c. 
— 2) (Phys.) ein unwägbarer, den Weltraum 
durchdringender Stoff, durch dessen Schwingungen 
sich das Licht fortpflanzt: G. 39, 307; finow 429 
(vgl. Humboldt K. 1, 113); pouilel 2. 217; Folge 
durch die Lufte dem Klang, folgt durch den A. dem Straht. 
Sch. 76b 2c.; Unaufhörlich wogen diese Wellen durch den 
A.-OeeanZ. Bazar 13, 326b 2c.; Licht-A. 2c.; vgl. 
auch: Annahme v. Nervengeistern, Nerven-A. Burdach 
271 „r. — 3) (Chem.) eine Klasse sehr leichter, 
flüchtiger, brennbarer, mehr od. minder wohl- 
riechender Flüssigkeiten, die durch Destillation von 
Alkohol mit fast allen starken Säuren, so nam. 
mit der Schwefelsäure (N. od. Schwefel. A.) entstehn. 
fKarmarsch 1, 75 2c#.; A.-Einathmung, Inha- 
lation; . Narkose, „Betäubung, (. ätheri- 
sieren de.; Fügt man zu der Schwefelsäure noch das Salz 
einer ankern Säure, so erhält man s. g. Säure-A., 
z. B. Essigsäure= A.; Buttersäure-A. 2c., wie 
sie die Blume der Weine bilden u. unter dem Namen 
Frucht.= A. benutzt werden, Zuckerwaren einen (bestimm- 
ten Früchten ähnllchen) Geschmack zu geben (vgl. Amyl); 
Man bereitet den Onanth. A. [(Weinblumen-A.; 
auch — als im Getreldebranntwein sich findend — 
Sitinsäure A. genanntl] durch Destillation v. Wein- 
hefe mit Wasser. Karmarsch 1, 876; EssigA., aus der 
Destillation v. essigsaurem Blei, Alkohol u. Schwefel 
gewonnen 2c.; Petroleum- (s. d.) A. od. „Benzin, 
Ligroin; Kleb. A., s. Kollodium 2c. „erisatiön, f.; 
—en; —8-: Atherisierung. Krisch, a.: himmlisch; 
v. höchster Feinheit u. Reinheit; geistig: (Diese 
erdgeborne Schar, rie jetzt so niedrig un -d. war. Salon 
2, 156); auch: Geschmack u. Geruch des Athers 
(s. d. 3) habend 2c. erisieren, tr.: Einen durch 
Einathmenlassen von Ather (s. d. 3), d. h. Schwe- 
feläther-Dimpfen betäuben, nam. um ihn eine 
Operation schmerzlos überstehn zu lassen, vyl. 
äthern, chloroformieren. -cricèmus, m., uv#.; 0: 
Atherisativon. meyer Konv.-Ler. 1, 700a c. — 
Itherman (gr.), a.: Körper, welche die Wärme nicht 
durchlassen ., a-c. Nalur 15, 214 ; Pouillet 2, 378. 
ität, f.; 0: das Atherman-Sein (ogl. diatherman). 
Ithern, tr.: ätherisieren (s. d.); allgm.: mit 
Ather (s. d. 1) erfüllen, umgeben r2c., z. B. auch: 
Mein Friedensdust wird euch um. ä. Bückert 2, 180 rc. 
— Itherom (gr.), n., -(e)s; —e; -a, n., —; 
--e 1824, 3, n., -tis!: Breigeschwulst: Entzündung 
der innern Arterienhaut. KK. -Ler. 2, 52a. 
alisch; -atös, u.: in der Art eines Atheroms. 
Atlas 
— Athefik (ar.), f.: —+eyn: Unbestand, Bund- 
brüchigk. — Alhesmiẽ (gr., ½.; -(e)n: Gesetz-, 
Zügellosigk. — Athetese (gr.), s.; —n: Nichtig- 
keiteerklärung. — Athiops (gr.), m. [8 24, 3, 
Aethiopis!: Bewohner Athiöpkens (auch Arbisvier; 
Alhiöpc, s. v. Od. 1, 22, vul.: Die äthiorische Rasse, 
s. d.), Mobr (s. d. s. II, nam. auch 24d) u., wie 
dies, (Chem.) für: Metallpräparate von schwarzer 
Farbe, z. B. Ae. antimoniälis, Spießglanzmohr; 
aurätus, Goldschwefelmohr: cüpri, Kupfermohr; 
graphite, Graphitmohr; martiälis, Eisenmohr; 
mercuriälis, Queckfilbermohr; plätins, Platina= 
mohr 2c. u., sich anschließend: Ae. vegeläbilis, 
Pflanzenmohr, an der Luft zerfließende Kohle des 
Blasentangsc. — Ithl-#t (gr.), m., -en, (—9); 
—en: Wettkämpfer, Ringer — nam. v. Profession 
(s. Agonistik): A-en-Gestalt: „Korporation 
(Guht 2, 273);-Krone (Chümmel 1,192); mäßig 
(w. 16, 77), arttg 2c. -enhaft, a.: athleten- 
mäßig: Den kräftigen a-en Körper. Nodenberg Par B. 
346. etik, f.; O: Ringkunst. -Etisch, a.: ath- 
letenhaft. -othet, m., —-en, (—6); -en: Kampf- 
richter. — Athriofkop, m., —(e)s; -e: Art Akti- 
nometer. — Athhl, n., -(e)s: —e: Grundstoff des 
Athers (s. d. 3): Man kann den Alkohol betrachten 
als das Hyrrat des Athers od. A.-Oxyds. Kamorsc 
1, 30; 724 2c.; Anilinviolett, das durch Erhitzen von 
Jod- A. ed. Jodmethyl mit Fuchsin . erhalten wird. 
Nat. 20, 187 rc. — Jthomir (gr.), f.; —(eyn: 
Mutbloesigkeit. — Alhur: s. Thot. 
Atimĩe (gr.), f.; —eyn: Entziehung der bür- 
gerl. Ehre als Strafe, „Ehrlosigkeit“. — Itiol- 
ogĩẽ (gr.), #.; —(eyn: Lehre v. den Krankbeits- 
ursachen. ögisch, a.: darauf bezüglich. — Atl- 
#nt (gr.), m., —en; en: s. Atlas 1. iäde, m., 
—n; In: Nachkomme des Atlas (s. d. 1a), z. B. 
Merkur. antide, f.; —n: Atlas (s. d. 13) zeugte 
mit der Plekone, einer Oceanide, 7 Töchter, welche nach 
ihrem Tode an den Himmel versetzt wurden u. nach ibrer 
Mutter Plejaden, sowie nach ihrem Valer A-n 
bießen. Namler Mytb. 229 tc., s. auch d. Folg. 
Santis, f.; uv., zuntlden: mytbische Insel im 
Westen der Sänlen des Herkules, geschildert als 
eine Idealwelt; dann auch für Land im Westen 
(im atlantischen Occan) 2c.: Die Mytbe der zer- 
trummerten A. Humboldi K. 2, 153; Der A. früh ver- 
lorne Kuste,) dieser Fuß ldes Kolumbus] betrat zuerst 
sic einst. Ptalen 1, 200; Mit Seelenfreuden freute sich 
Wasbington's A. Schmidi-Phis. Nar. 92; W. 14, 142; 
Diese lieblichen Träume v. Unschuldswelten, Aklan- 
tiden u. platonischen Republiken. 1 8. 15; Die neue A. 
Baco's v. Verulam 1c.; Ubitr.: So kann noch mauche 
versunken geglaubte A. unseres Gemuths wieder entdeckt 
werden. Tiec Tischl. 1, 57. antisch, a.: auf den 
Atlas (s. d. 1n) od. auf die Atlantis (s. d.) be- 
zügl., bes.: A-er Ocean, westl. v. den Säulen des 
Herkules. -#: 1) (gr.) m., uv., „ses; —se, 
zanten: a) (Myth.) ein Riese als Himmelsträger 
(s. Jaretus). Namter Moth. 229; 301 2c.; Gekrummt 
den Rucken,] wie ein A. an Gebärde, hebt er Bere
        <pb n="125" />
        Itlas 
Rasen, Erde. G. 12, 124 2c.; bildl.: Ich unglück- 
selger A.! eine Welt,|die ganze Welt der Schmerzen 
muß ich tragen. Heine Lied. 202; Uicolai 1, 50 2c. — 
b) das hohe Gebirge, in das A. (a) durch das 
Merusenhaupt umgewandelt worden, im nordwestl. 
Afrika. Ramler I. 1.; Sch. 40b 2c.; Fliehn die knirschen- 
den Kabylen,] der A. nimmt sie auf. Freiligrath SW. 1, 
146; 148 ꝛc.; A.-Gebirge rc.;j verallgemeint: So 
häufen sich im Fall zerberstende Atlanten zum neuen 
Errkreis auf. W. 25, 122.— c) ein Stern der Ple- 
jaden (s. Atlantide). — d) (Bauk.) männliche Figur 
als Träger (bes. Mz.: Atlanten, auch Telamöneln), #. B. 
Overbe Pomp. 2, 146; Weise Kost. 1, 827 2c.), wie 
weibliche: Karyatide (s. d., vgl. Troll). Helfft 1 8a; Nam- 
her Mytb. 1532c. — e) (Anat.) der erste — das Haupt 
tragende — Halswirbel. Burdoch Anthr. 189 2c. — 
l) Sammlung von Himmels-, Landkarten u. ver- 
allgemeint: Kartenwerk: Auszug des kopograrhischen 
A. von Deutschland. G. 25, 3; Vf. des vortreffl. physi- 
kalischen A-ses. Humbaldt K. 2, 436; Die A-se, At- 
lanten; Erd-; Himmels-; Land-; Marine-, 
See- A. ic. — 2) (ar.) m., —es, uv.; se: ein 
Seidenzeug, ausgezeichnet durch Glätte u. Glanz 
der rechten Seite, auf der durch eine eigenthüml. 
Art des Köpers fast nur die feinen, gedrängt liegen- 
den Fäden der Kette sichtbar sind; dann auch lei- 
neue U. wollene Stoffe v. ähnl. Glanz u. übrb. 
alles a.-artig Glänzende (: Die Bäume kleiden sich 
in weißen A. an. mühlpfarth Hochz. 7 #c.); der dunkle 
Grund auf der rechten Seite v. Damastgewebe 2c. 
(s. u.: A.-Schmetterling): A. Ketresis (türk.), 
leichter A.; A. sarli, blumiger A. Hammer 10, 339; 
Bällchen= od. Roll-A., chinesischer A. (v. ge- 
ringer Qualität); Der schwerste Möbel-A. wird 
1 oschäftig, der gewöhnl. A. Sschäftig, der s. g. Bastard- 
A. öschäftig gewebt. Karmarsch 1, 79; Halb-A., mit 
Einschlag v. Leinengarn; Hut- od. Pavier-A., 
sehr dünner A.; Leinen--A. (od. A.-Drell); 
Wollen= A. (vgl. Kalmank) 2c. Als Bstw. z. B. 
zur Bez. des Stoffs: A.-Kleid, -Gewand, „Mantel, 
Rock, „Jacke, = Weste 2c.; Fächer 2c.; Schuh, -Pan- 
toffel 2c.; ferner, nam. in Bezug auf den Glanz, 
z. B. bei Farben: Der zarten Blätter A.-Grau. 
Holler 2; A.-weiß 2c.; ferner (alphab.) z. B.: A.- 
Avfel;-artig;= Band, wie A. gewebtes — u.: 
Einband eines Buchs in A. (Souschal Gött. 118); 
Barchent, a.-artig geköperter;-Baum, Leuca- 
deudron argéentsum; -Beere, Cratsgus torminä- 
lis (Arles-, Els-Beere) 2c.; -Birne; „Blech, ver- 
zinntes Weißblech mit moirierter Oberfläche (Metall= 
mobr, moiré métallique); = Borde; -Brokat, 
geblümter Woll-A.:; Drell (s. o.: Leinen-A.); 
-Erz, Art Malachit; = Falter, s. u.: Schmetter- 
ling;-Gewebe; = Glanz;-glänzend;-Grund, 
bei gewebten Mustern; Holz, v. Ferölia guyanen- 
sis, Satintett)- Holz; Kartoffel, mit dünner, 
glänzender, fast durchsichtiger Schale (Na##3. 21, 
123); Kies, Erz;z = Kraut, Lunäria Aánnua; 
Mücke, Tipula serica; Papier, fein u. glatt, 
zu Kupferstichen rc.; = Schimmel, weißgebornes 
Pferd;-Schmetterling, Falter, auch bloß A., 
Itom 109 
Bömbygk dtlas, m. seidenartigem Gespinnst, vgl.: 
Der kleine A. (Tsücer) c.; „ Spinne, Clubiöna 
holoskrica;-Spat,-Stein, Faserkalk;-Strei- 
fen; -Tute, Art Kegelschuecke, Cönus timorénsis; 
Vitriol, faseriger, glänzender;-Vogel, Stahl= 
fink. Gartenl. 16, 392b; -Webertei) 2c. Lassen 
(□—), a.: von Atlas; atlasglänzend: Arläkne 
Kirschen glänzen] in purrurner u. schwarzer Tracht. 
Alringer D. 181; Dem runden, weichen, atläßnen 
Arme. W. 20, 16,1; Ein weiß atläßnes Prachtgewand. 
11, 14 2c. — Jtma (türk.), f.; —: Sperber. 
Hammer 10, 339. -ädschi, m., —s; —8: Srerber- 
jäger; A.-Baschi, Oberst'perberjäger. — 
Itmidiätr-- fe (gr.), -ik, f.; —en: Heilung durch 
Dämpfe, Dampfbäder. Atmeidhometer, m., n., 
—s; uv.: Verdunstungsmesser, Eratmoskor (ium). 
Atmologĩe, k.; —(e)n: Lehre v. der Verdunstung. 
Itmosphär-e, f.; —m; -n-: Dunstkreis um die 
Himmelskörper, z. B.: Mond-A. (s. fimmom 376), 
Erd-A. 2c.; der Druck, den die Erd-A. ausübt; eine 
ihm das Gleichgewicht haltende Quecksilbersäule 
als Maß (s. Karmarsch 1, 171 2c.) 2c. Ubrtr.: Die 
A. der Knechtschaft. kallmerayer Mor. 1, 3; Eine A. von 
eau de mille fleurs. Sch. 196a; W. 22, 222 2c.; 
Zur Erbeitrung der Haus= A. Hartmann Leßt. Tag 235; 
Doch fublt man den fatalen Druck der Hof-A. Cichen- 
dorff Gsch Dr. 88; 98; Die Lügen-A. des Salons. 
Gutzkom Otfr. 31; Nebel. A. Hohl E. 2, 15. -ilsen, 
pl.: in der Luft entbaltne Stoffe, Körper: Donner- 
geprassel, womit die A. zu uns berunterstürzen. G. 36, 
96; SGlobus 1, 318b 2c. isch, a.: zum Dunst- 
kreis gehörig, darin vorkommend 2c.: A— Eisen- 
babn, auf der der Luftrruck die bewegende Kraft ist. 
-ologke, f.; —eyn: Lehre von der Atmosphäre 
u. den Vorgängen darin 2c. — Atna (lat.), m., 
—; 0;: ein feuerspeiender Berg auf Sieilien (. 
Mongibello): Das Jupiter den Berg A. auf ibn sTy- 
phon, s. d.]) warf, unter welchem er noch bis jetzt Flam- 
men speien soll. Ramier Myth. 225. 
Itöcha, n.t, —8; 0: Das A. od., wie man es in 
Spanien nennt, das Esparto Dieses Gras (Stipa 
tenacissima). Auslb. 39, 119a. — Itoc-, Atõk- 
ia (gr.), f. [8 24, 1]; f.; +e)n: s. Ateknie. 
isch, a.: an Atekie leideno — od.;: sie bewirkend. 
-ium /&amp; 24, 2, n.]: atokisches Mittel. — Atoll 
(malalisch), n., —; -e: ringförmige, ein Binnen= 
wasser umschließende Koralleninsel: Ein ziemlich 
regelmäßiges A., eine geschlossene Ellivse v. Korallenkalk. 
Ausld. 38, 1191b., auch Atölle, f.; —. — Itolmit 
(gr.), f.; —eyn: Mangel an Wagemuth: Feigheit. 
— Atõm (gr.; ganz ugw. —. Kolegarten Po. 1, 
3; Zachariä 1, 212), n., (m.) —(e)s, (—en); —-e, 
(-en): (Chem.; Philos.) die kleinsten, untheil- 
baren Theile der Körper (Ur-Theil, vgl. Homöo-- 
merie); dann auch: etwas sehr Kleines: Versuche, 
eines rieser A-en [leuchtenden Körperchen] unters Glas 
zu bringen. Forster R. 1, 43; Durch einander die A-e 
[A-en. Sch. Göd. 1, 2861 schütteln. Sch. 8a; Ein 
schwimmender A. im unermeßlichen leeren Raum. 75 6a; 
Jeder einzelne A. der ewigen Zeit. JSchlegel Luc. 246;
        <pb n="126" />
        110 Atomarisch 
Diese Erdkugel, diesen kleinen A-en des ganzen Welt- 
gebäudes. W. 4, 66; 25, 55 2c.; Licht-A. Gutzkow 
R. 6, 23; Es ist ein individuelles Menschheits-., 
nicht der Bürger eines großen socialen u. politischen Ge- 
meinwesens, was aus seinen [Heine's] Dichtungen spricht. 
DMus. 15, 2, 571 2c.; A.-Gewicht, das aus dem 
Verhältnis, in welchem die chem. Elemente in den 
Verbindungen auftreten, berechnete Gewicht ihrer 
A.eN (Mischungsgewicht, s. Aqulvalent, Stöchiometrie); 
A.-Volum; Das Parassin .stimmt in der procenti- 
schen Zusammensetzung mit dem ölbildenden Gase 
übereln, enthält aber diese Bestandtheile in größeren A.= 
Zahlen. HKarmarsch 2, 831 2c. -ärisch, a.: atomen- 
haft, winzig klein: Jene a-en Geschöpfe. Pöppig Ch. 
1, 31. Ciamus, m., uv.; 0: das atomistische 
System. -ist, m., -en, —; en: Einer, der der Lehre 
v. der Zusammensetzung aus Atomen anhängt, 
Alles in Ur-Theile zu zerlegen sucht 2c. istik, f.; 
0: Lehre der Atomisten. -istiker, m., —; uv.: 
Atomist: Schlosser ist ein großer historischer A., scharf 
in der forschenden Analyse u. spröde in der Verbludung 
der Elemente. Hildebrand NatLit. 3, 243; W. 25, 
382 2c. Eistisch, a.: der Lehre der Anatomisten ge- 
mäß (korpuskular); zerspaltend, zersplitternd (vgl. 
Ggstz bynamisch). Atom-o (it.), m., —; —+, -i: 
kleinstes Lingenmaß in Parma 2c. — 1/1728 Per- 
rica (s. d.). — It-onis (gr.), f.; —(ehn: Ton-, 
Spannungslosigk.; Abspannung; Erschlaffung rc. 
önisch, a.: tonlos; schlaff, matt. -onon, n., 
— ; zona: tonloses Wort. — Itop-ie (gr.), f-; 
—eyn: Ungehörigk. isch, a.: ungehörig, un- 
passend. — Itour (frz. atür), m., —; —6: Putz, 
Schmuckeiner Dame: Damed'a, Kammerfran einer 
Fürstin (die ihr deh Schmuck anlegt). Heine Rom. 
32. -nement (aturu’mäng), n., —; —#: Atour- 
nierung. nkren, tr.: putzen, schmücken. — 
Itout (atm, m., —; —#: im Kartensp. Trumpf 
(s. d. u. tout). 
Itrabil-är (nlat.), -iös, a.: schwarzgallig. 
Silät, k.; 0: schwarze Galle (ätra bilis), 
Schwarzgalligk., Gallsucht. — Atrament (lat.), 
n., —(e)8; -e; um sg 24, 2, n.]: Schwärze, 
Tinte: Bräunliche, schwarze od. hochrothe Tinte, 
A-um librärium. Weises Kost. 1, 1337; A-um 
chindnse s. Indicum, Tusche; A.-Stein, Eisen- 
vitriol 2c. — Atrem-#K, f.; 0: das „Nichtzit- 
tern“, Unerschrockenheit. ogräph (gr.), m., 
-en, (—); —en: Federhalter zur Beseitigung des 
Schreibkrampss (so daß man „beim Schreiben nicht 
zittert“). — I##e-i (gr.), f.; —en: ., 
„lmperlorätio, das Undurchbohrtsein“, das abnorme 
Fehlen einer natürl. Offnung im Körper. elisch, 
a.: an Atresie leidend. — Atr-eus (gr.), m., 
uv.; 0: Sohn des Pelops. -#de, m., —m: Nach- 
komme des Atreus, bes. oft: Menelaus u. Aga- 
memnon. — AIltrich-ie (gr.), f.; eyn: Haar- 
losigk. -isch, a.: haarlos. — Ilri-ensis (lat.), 
m. I§ 24, 3, uv.]): bei den alten Römern = Haus- 
hofmeister. Guhl 2, 282; Overbe# Pomp. 1, 263. 
Tum, n., —; zen (§ 24, 2, u.]): im röm. Haus 
Attalisch 
der gleich hinter dem Eingang liegende „rauchge- 
schwärzte“ Hauptraum (s. Guhl 2, 74 ff.; Weils Kost. 
1, 1168 2c. vgl. Ostium); auch: — Haus; dann auch 
v. öffentl. Gebäuden; Atria cordis, Vorkammern des 
Herzens; A. mörtis, Vorhof, Vorbote des Tods r2c. 
— Atro m., —#§; —#: in Nordafrike für Antilopen- 
arten: Zwergböckchen, Cephalöphus u. Klipp- 
springer, Oreötragus saltätrix. Brehm Hab. 65; 66 
157. — Avtrocität (lat.), f.; —en: Grausamk., 
Scheußlichk. — Atropa (gr.), f. [8 24, 1): gif- 
tige Pflanzen, nam. A. belladénna, Tollkirsche. — 
Itroph-ie (gr.), f.; —eyn: Darrsucht, Schwund 
c. (Aridur, Innutrition), s. Ggstz Hopertrorhie. — 
Sisch) a.: in der Weise der Atrophie; daran lei- 
dend c.: Hier hypertrophische, dort a-#e Zustände. 
Spielhagen Hammer 3, 16.— Atrop-in, n., —e)s; 0: 
ein in der Atropa (s. d.) enthaltnes Akaloid, das als 
Pupillen erweiternd für die Augenheilkunde v. Wich- 
tigk. ist. —os, f.; (uv.): „die Unabwendbare“, 
die Parce (s. d.), die den Lebensfaden abschneidet: 
Art Viper (s. Lachesis); ein Schmetterling, Todten- 
kopf (Sphink ätropos). — Atrox (lat.), a. [8 24, 
3, õeis]: grausam, hart 2c.: Injüria a. 2c. 
Atschãrja (skr.), m.p, — ; —6: geistlicher Leh- 
rer. — Atschik (türk.), Plätten. hammer 10, 339. 
Itla, n., —s; 0: Ein aus A., einer bengalischen 
Getreideart, gebackner Kuchen. Westermann Mon. 3, 
529b. — Illach-ant (frz. attaschäng), a.: an- 
ziehnd: sich anschmiegend. —é, m., —#; —6; ein 
Attachierter; ein einem Vorgesetzten zu dessen Dien- 
sten Beigegebener: A. eines Offieiers, vgl. Adjutant; 
Gesandtschafts-A. 2c. ement (□mang), n., —; —: 
Anhänglichkeit; Ergebenheit; Zuneigung, Hin- 
gabe, Eifer 2c.: Wir Deutsche lesen entweder ohne 
alles A. dder wir attachieren uns sérieusement an 
Das, was wir lesen .. . Bel einem A., das nicht ernst- 
haft attachiert. W. 35, 19 2c. -ikren, tr.: anhängen, 
anziehn, fesseln 2c.; refl.: sich anschließen, an- 
schmiegen, hingeben, mit haftender Neigung ge- 
wöhnen an Etwas 2c.; (Kochf.) Attachsert: kurz 
eingekocht, so daß es sich braun ansetzt. — Atlaͤtta 
(it.)1: „schließ an!“, bei Tonstucken den unmittel- 
baren Anschluß, ohne Absatz, an das Folgende in 
bezeichnen. — Iittäch-e (frz.), f.; —m: Angrif, 
Anfall 2c.; auch geschr.: Attaquo lattdkl, f.; 
—8, z. B.: Die Hauvt attaque. G. 26, 83; A. 
carridre, Karridre-A., Sturmangriff; A. dans les 
formes Idang lä sorml, regelmäßiger Angriff (einer 
Festung); A. en debandade lang debangrädl, 
Schwärm= A., Angriff in zerstreuter Ordnung; 
A. en Cchelon lann ebsch'löngl, staffelförmige Ka- 
vallerie-A.;Kolonnen (s. d.) -A.; A.Kolonne cte. 
T+teren, tr.: ungreisen; dem Pferd die Sporen ge- 
ben. — IEltälisch (lat.), a.: vom König Nrtalus 
(der seine unermeßl. Reichtbmer den Rômern 
vermachte) herrührend od.: in seiner Weise, also: 
reich, prächtig, freigebig 2c.; auch: Goldene Stoffe. 
.. Diese, die man nach Annahme ihres Erfinders, des 
pergamenischen Königs Attalos, a-e Zeuge zu benennen
        <pb n="127" />
        Ittaman. 
beliebte. Weils Kost. 1, 947. — Altaman: s. Ata- 
man. — Ittaqu-e, -#éren: s. Attacke, ieren. — 
Attãr, n., —; 0: das ostind. Nosenöl. Kormorsch 
2, 161; Rosen-A. #Lindau Walsh. 1, 205. — 
Attasch 2c.: s. Attach ic. — Atteinte (franz. 
-##ng#), f.; n, —8: Krankheitsanfall. — 
Ittel-age (frz. -ãsh), f.; —n: Besrannung an 
Fuhrwerk, Geschütz 2c.; Pferdegeschirr; Gespann. 
Sier: s. Atelier. — Ilttemperätor (nlat.), m., 
—# :; ören: (Brauer.) eine Vorrichtung zum all- 
mählichen Erhitzen der Maische durch Dampf. — 
Ittemporferen (nlat.), intr. (haben): sich in die 
Zeit, Umstände schicken; seine Zeit abwarten. — 
Attend -ant (frz. attangräng), adv.: „erwartend“: 
En sann] a., inzwischen, unterdeß 2c. -kren (lat. 
—end-), intr. (haben): Acht geben, aufmerken. — 
Attendr-eren (frz. —angrr-), tr.: erweichen, 
weich stimmen, rühren. -issant (Tifsäng), a.: rüh- 
rend. issement (issmäng), n.p—S; -s: Rührung. 
— Attent (lat.), a.: attendierend, achtsam, auf- 
merksam 2c. — Ittent-ät (lat.), n., -(e)s: -#e: 
Eingriff in fremde Rechte; rersuchtes Verbrechen; 
namentl. Mordversuch gegen einen Regenten, mit 
scherzh. Fortbild.: Sie möchten ihn beattentäten. 
Glaßbrenner Rein. 80; Attentäter, m. 2c. ätum 
[8 24, 2, n. ]: Attentat, vgl.: A. crimen (s. d.). 
„seren, intr. (haben): ein Attentat begehn. — 
Iltent-e (frz. —ängt), f.; 0: Erwartung, das 
Warten 2c.: Aus der Salle Ißal] d'a. [Wartesaal! 
in den Salon des Kaisers. Salon 1, 383 2c. Sif, a.: 
aufmerksam. iön (lat.; zuw. in frz. Ausspr. 
—angßjöng), f.; —en: Aufmerksamk., Achtsamk. 2c.: 
A.i, aufgepasst!, gebt Acht! c. — Ittenu-ans 
llat., § 24, 3, n., äntis, MzZ.: -äntial: atte- 
nuierendes (blutverdünnendes) Mittel. atiön, 
f.; —en; —#-: Attenuierung: Bei jerer Girung 
tritt eine Vermindrung des srecifischen Gewichts ein, 
die A. Karmarsch 1, 230; Der Unterschied der schein- 
baren u. der wirkl. A. wird die A-s-Differenz ge- 
nannt. 231 ff. -ieren, tr.: verdünnen, z. B. auch 
(Arzu.): die zähen Körpersäfte 2c. — Itterr -age 
(frz. —sh), f.; —n: (seem.) in Sicht kommendes 
Land — u.: das Fahren danach hin. iren: 
intr. (sein, haben): (seem.) landen; tr.: zu Boden 
werfen 2c. Tisfäge Cissäst), f.; —n: Landung. 
Sissement (-mäng), n., —s; —: Landanschwem- 
mung. — Attest, -ãt (nlat.), n., —e)s: -e: ein 
als Zeugnis ausgestellter Schein, schriftl. Zeugnis: 
Fübrungs-A. ꝛc. Latiön (lat.), f.; S-en: At- 
testierung. keren, tr.: Etwas (mündl. od. 
schriftl.) bezeugen; bescheinigen; beglaubigen; 
auch: Ver-a. Gutztom Liesli 29. — Itt-iei: s. 
Atticus. — -icismtus) (gr.-lat.), m., uv.; ismen: 
attisches (s. d.) Wesen: Die Herren (die Gynäkono= 
men v. Atben] zogen sich nach Empfang dieser Auskunft 
mit allem möglichen A. wieder zurück. w. 22, 182 
(vgl. Urbanität); Ohne das seine [Alhen's] Burger den 
lebbaften Geist u. den unnachahml. A-us ihrer Vor- 
eltern verleren. HB. 2, 146 c.; attische Redeweise. 
— Ittihawmeg □ha-), m., —#; —: Der Weiß- 
sisch, Corregön#us älbus, A. der Arschibwä-Indianer. 
Attrap#phe 111 
Elobus 4, 93b. — Iltik (türk.), a.: alt, s. 
Nisam. — Itt-iea: s. Attife, attisch. -ike 
(frz., auch in der Schreibw.: Attique), f.; —n: 
(Bauk.) — attisches Werk, — ein Halbgeschoß 
zw. 2 Etagen, unter od. über dem Hauptgeschoß; 
eine um einige Fuß erhöhte Mauer über dem Haupt- 
geschos, die das Dach zum Theil verdecken soll. 
Heifft 19; SKulzer 1, 219; G. 25, 123; 26, 92; 
Schüching Vrschl. Wege 1, 236. Jicus, a.: attisch; 
auch m. [8 24, 2): Einer, der eine attische (s. d.) 
Nacht feiert: Immer jüh: kneipen wir als Attici. 
Magdb. Kommersb. 277. — Ittila, m., —; —# : 
(nach dem Hunnenkönig A.) kurzer mit Schnüren 
besetzter Husarenrock. Gartenl. 14, 492a; Globus 4, 
49b 2c. — Attine, f.; -n: (vralt.) poln. kleine 
Silbermünze. — Ilttinentien (lat.), pl.: Per- 
tinentien. — Attique: s. Attike. — Attirail 
(frz. —älj), m., —s: —#: Geräth, — nam. das zur 
Artillerie gehörige an Wagen, Geschirr 2c. — 
Ittis: s. Atys. — Ittisch, a.: A. (ätticus), auf 
Attika od. dessen Hauptstadt Athen (s. d.), den 
Hauptsitz griechischer Bildung, bezügl., dazu ge- 
hörig 2c.; daher: fein, geistreich, witzig 2c. (. 
Atticismus): A-er Wit. A-es Salz. (ichte 8, 12; W. 
22, 222 (s. piräisch); Ein Mann v. so feiner Nase u. 
von so a-#em Gaumen wie Horaz. HB. 2, 111; Das 
es kein a-eres Wort gebe. Luc. 6, 75 2c.; ferner: 
A-es Werk, s. Aktike 2c.; (bursch.) A-e# Nacht, Attiea 
"nérx), eine sidele, finnlichem Vergnügen geweihte. 
Vollmann 34; Klencke Parn. Br. 1, 47 2c. — Ittit-o 
(it.), m., —z;-i: Im Sardinischen heißt jene Cere- 
monie ldes pantomimischen Klagetanzes bei der Leiche] 
Titio ed. A. Gregorovius Kors. 2, 33, s. Ballade. — 
Ittitüde (frz.), f.; —n: Stellung, nam. eine 
ausdrucksvolle, s. Döringer 84 u. bes. G. 29, 108. 
— tt-o (it.), m., —#; -i: Akt (s. d., nam. 1d); 
auch (Mus.): A. di cadénza, Schluß eines mit 
einer Kadenz endenden Tonstücks. — Attoll(e): s. 
Atoll. — Ittornen (engl. ättörni), m., —8; —: 
Stellvertreter, nam. in Rechtssachen: A. at law 
sätt lä), Anwalt, als Vertreter einer Partei im 
Proceß; A. general ldfbenneräls, Kron= (vgl. 
Staats-) Anwalt. — Attouchement (frz. attusch- 
mang), n., —;: —s: Berührung, nam. des Magne- 
tiseurs. — Ittr-ähens llat., § 24, 3, n., Entis, 
Mz.: Ential, attrahierendes, die Säfte nach einer 
Stelle hin ziehendes Mittel, Zug-Mittel,-Pflasterc. 
ahfer##n, tr.: an sich (od. an-) ziehn. -ait (frz. 
—i), m., —; —: Anziehung, Lockung, Reiz. 
aktibel (nlat.), a.: anziehbar. aktibilität, 
f.; 0: Anziehbark. .aktiön, f.; -en; —-: An- 
ziehung: Einen physchen A-bs-Konnex vermuthen. 
Augsb. Z. (14) 20990: A-sz-Kraft; Kapillar- 
A. Pouillet 2, 2 2c. aktiv, a.: anziehend: Diese 
vermeintliche A.-Kraft der Hellenen. Fallmerayer Gs W. 
2, 39 te., auch in lat. Form: attract-ivus, 
örius u. z. B. u. (auf um) — Attrahens. 
Fattiva (it.), f.; O: Attraktiv-Kraft, Anziehungs- 
gabe, f. G. 24, 186. — Ittraptp)-e (frz.), .; 
—n: Falle, Schlinge; ein zum Anführen best.
        <pb n="128" />
        112 Iltrap(phieren 
Ding 2c. -iĩcren, tr.: fangen, erwischen, ertarpen. 
— AIltrib-uieren (lat.), tr.: einer Pers. od. 
Sache Etwas beilegen, beimessen, zuschreiben re. 
Füt: 1n., —(eys; —e: etwas einem Ggstd r2c. Attri- 
buiertes, Eignendes, sein Merkmal, Erkennungs- 
zeichen, bes. in den bildenden Künsten; ferner 
(Sprachl.): Der Redesatz enthält wesentl. die Bez. v. 
einem Ggstde, über welchen Etwas ansgesagt wird, u. 
die Bez. v. Dem, was dem Ggstde zukommt od. ihm 
beigelegt wird, dem A. BJurdach 430 = Prädikat; 
in engrem Sinn davon geschieden: Das mit einem 
Subj. in einem Satz erst durch die Kopula in Verbin- 
dung gebrachte Adjektiv heißt Prädikat (z. B. „boch“ in 
dem Satz: Der Berg ist hoch), dagegen A. das bereits 
mit dem Substantiv verbundne (z. B. „hohe“ in: Der 
hohe Berg) 2c. — 2) a.: durch A-e (1) bezeichnet, 
als solche dienend 2c.: Die äußere a-e Erscheinung des 
Herrscherthums. weiss Kost. 1, 46. Jutiön, k.; 
—en; —-: Attribnierung. - utiv: 1) a.: in 
der Weise eines Attributs (nam. grammatisch), 
auch: A-isch. — 2) u., —(e); —e: a-es (s. 1) 
Wort, a-er Satztheil 2c., auch: A-um, n., 
—&amp; ; za [8 24, 2, n.). Dazu: Die 2 Klassen der 
Hauptworte u. der A.-Worte. Burdach 430; A.-Satz, 
z. B.: Ein Berg, welcher hoch ist = ein hoher Berg 
2c. — Ittrit-iön (lat.), f.; —en; —-: Reibung; 
dadurch verursachtes Wund= (od. Fratt-) Werden 
der Haut (auch Attritus); theolog.: Reue aus 
Furcht vor Strafe, geschieden v. Kontritiön, Zer- 
knirschung im Schuldgefühl. -ionrius, m. IS 
24, 21: Anhänger der Lehre, daß nicht bloß Kon-, 
sondern auch Attrition (s. d.) zur Sündenvergebung 
befähige. -us, m. [8 24, 41: s. Attrition. — 
Ilttroup-ement (frz. attrun'mäng), n., — ; —: 
Zusammen-, Auflauf; Haufe. —iẽren, refl.: sich 
zusammenrotten; tr.: sich zusammenrotten machen. 
Ittun, m., -6; —: s. Chique. — Attus: s. 
Atys. 
Itpchie (gr.), f.; —ehn: Unglück, Miß- 
geschick. — S#thp ## (gr.), f.; —#en: atypisches 
Sein. eisch, a.: ohne Vorbild; unbildlich; regel- 
los, nam. vom Verlauf v. Krankheiten (erratisch) r2c. 
— Atas (gr.), m., uv.; uv.: (Myth.) ein schs- 
ner Liebling der Cybele, der sich selbst entmannte 
(auch Attes, Attys). w. 12, 174; 345 (vgl. Kombab). 
In (srz. ö): s. Aß6e. — Juadin, pl.: (in 
Afrifa) Thäler. Globus 6, 305b. — JZubade (frz. 
obäd), f.;—-s, —: Morgen= (wie Serenare: Abend-) 
Ständchen, ogl. Abe 2. — IJubaine (frz. obän), 
f.; —#„ s. Albanagium. — Juberg-e (frz. obersh), 
f.; —s, —n: — Albergo (s. d.). Zist, m., Sen; 
—en: Herbergs-, Gastwirth. 
Ind -are (it. —tsche), adv.: muthig (Muf.). 
Sacität (ulat.), f.; —en: Kühnheit, Verwegenheit. 
Sar (lat.), a. [8 24, 3, àeis): wagend, muthig, 
fühn: Küdacés lod. Adentés, s. Virgil An. 10, 
284] Fortüna juvät, den Muthigen hilft das Glück. 
-#ndum § 24, 2, n.]: das Wagen: Eine Ein- 
schräukung des borazischen Qufd libet üdendi. w. 36, 
164 l. Alles, was sie wollen, zu wagen.“ H. 2, 
Ingmentation 
1991. — Aud-iatur (lat.), es werde gehört: A. 
et dltern pärs, — auch die andre Partei 2c. Zibel, 
a.: hörbar. Libilität, f.; 0: Hörbarf. iéneta 
(span.), f.; —: höherer Gerichtshof, Tribunal, 
— nam. auch in Südamerika: Wurde Meriko 
bis 1535 von einer A., d. b. einem Regierungskollegium 
verwaltet. Globus 6, 76a; Kollonitz 208 2c. Tiencier 
(frz. oriangöje), m.p, —s: —#: Gerichtsdiener höherer 
Gerichtshöfe. iens (lat.), m. [8 24, 3, -iéntis!]: 
Die Katechumenen lbei den Christianern) waren einge- 
theilt in die 3 Grade der Hörenden (audiéntes), Knie- 
beugenden (substräti) u. der Erwählten (elécti, com- 
peténtes). W. 16, 261. Ciéntia f. [8 24, 11: Ge- 
richtsbark.: A. episcopälis, — bischöftiche. -ienz, 
f.; —#n; -: „Anhörung“, Zutritt, Gehör, das 
Hochgestellte Einem zum Vortragen eines Anlie- 
gens gewähren: A.-Zimmer; „Saal 2c.; Abschiers--, 
Empfangs-A.; seltner: Gerichts-Sitzung,-Verhand- 
lung, z. B. Upitoo. NSer. 1, 404 se.; In öffentlicher 
Kriminal-A. 423; 425. -iteur (frz. eritör; hybrid.: 
anditör), m., —§; —, e: Gerichtsbeisitzer (s. 
Auditor); bes. aber: ein dem Militär beigegebener 
Rechtsgelehrter, zur Leitung des Technischen des 
Rechtsgangs bei vorkommenden Untersuchungen: 
Regiments-; Divisiöns-; Generäl-A., jenachdem üch 
das Amt über ein Regiment, eine Division od. 
über ein ganzes Heer erstreckt; Garnisons-A.; Ober- 
A. ic. -itor, m., —; -itören [824, 3, öris): Zu- 
hörer, z. B. A-es amplissimi (s. d.) c.: Gerichts- 
beisitzer, auch = Auskultator (s. d.: Aurit-eur, 
„ore); auch Titel v. Lehrern an latein. Schulen. 
orät, n., —+e)s; —e: das Amt eines Auditeurs. 
Zitore (it.), m., —s: —8, -itöri: Auditor: A. di 
röta, Beisitzer der Rota (s. d.). itoriät, n., 
—eys; —e: päpstl. Gesandtschaftssekretartat. -ito- 
rium, nu., —; örken [8 24, 2, n.]: Hörsagl (In 
jerem Auditorio. W. 36, 79); Zuhörerschaft, die 
Gesammtheit der Hörer, bes. auf Unirersitäten. 
IJufugieren (lat.), intr. (sein): entftiehn. 
Iugenscheinlichement (emäng), adv.: scherzh. 
st. augenscheinlich. Heine Reis. 2, 209. — Augias, 
m., uv.; uv., —se: ein König in Elis, dessen vieh— 
reichen Stall auszumisten, eine Herkulesarbeit 
(s. d.) war, z. B. (in ugw. Betonung): Fur einen 
Herkules in Ruh, als er dem Nügias den Marmorstall 
gemistet. w. 20, 65; auch (gr.): Ehmals wollt ich 
in Hast ausmisten den Stall des Augeklas. Platen 2, 
276 r2c.; Ein A.-Stall c. — Iunugi#ren (lat.), 
tr.: vermehren, vergrößern. — Augit (gr.), m., 
—eys; —e: „Glanzstein“: Der A. bat dieselben Be- 
standtbeile wie rie Hornblende [s. Ampbibol]). aber stait 
3fach kicselsaurer nur doppeltkreselsaure Kalkerde u. bes. 
eine andere Krystallisation. Burmeister Gsch. 152; A.= 
Fels (Lberzolit); „Gestein; Konglomerat; Korn; Kry- 
stall; Lava; -Masse; Porpbyr (Melapbyr); A.-reiche 
vulkanische Prornukte. 66 2c. -er, m., —6 uv.: 
Augitkrystall. volger EE. 288. — Angment (lat.), 
n., —e)s; —e: Vermehrung, Zusatz, nam. auch 
als gramm. Kunstw. bei der Konjugation im 
Griech. 2c. (s. A-um). aliön (nlat.), f.; Sen; 
—&amp;—: Vermehrung, Vergrößrung 2c. (vgl. Auresis),
        <pb n="129" />
        Augmentativ 
z. B. auch (Mus.): die Nachahmung eines Mo- 
dells (s. d.) in Noten v. längrer Geltung. -ativ, 
n., —(e)s; —e; -atisoum, n., —; iva [§ 24, 2, 
Mn. ): Vergrößrungswort (. Ggstz De., Di-minutiv), 
bes. im Ital. Nöme aumentativo od. accrescitivo). 
—eren, tr.: augieren. um, n., —#; -a [8 24, 2, 
n.]: Augment, z. B. bei der gr. Konjugation: 
A. syhläbicum u. temporäle, jenachdem durch den 
Zusatz das Zeitw. um eine Silbe od. nur in seiner 
Silbenquantität verlängert wird. — Hüg-ur 
(lat.), m., —n, —S —n, -üren s8 24, 3, -is]: 1) 
bei den alten Römern Wahrsager aus der Beob- 
achtung der Vögel, Blitze 2c. Guhl 2, 313 f. (s. 
Auspex 2c.); Thümmel 2, 237: A. a-em (s. Ilaru- 
spex). — 2) eine Falkenart, Büteo äügur (ar.: 
Sukhr; amharisch: Gedakede). Drehm Hab. 48; 206 2c. 
— url, a.: auf die Augurn od. Augurken bezügl. 
(auch: A-#isch): A.-Buch; Nach der sehr verwickelten 
etruseischen A.-Theorie. Humboldt Kosm. 2, 418 2c. 
„urãle, n.,—; älfenI§ 24, 3, n., Mz. älia): Augur- 
stab, Lituus. -uräl, n., —e)s; —e: Amt, Würde der 
Augurn: Jener Lituus, die so berühmte Auszeichnung des 
A-s. Koser Cic. Weiss. 917; w. 30, 48; lat.: augu- 
rätus, m. I§ 24, 1]. -urĩeren, tr.: weissagen; 
aus Anzeichen schließen, vermuthen rc., f. auch 
in-a. Turiös, a.: vorbedentsam. „ürisch, a.: 
augural. -ũrium, n., —; sen 18 24, 2, n.]: 
Wahrsagung (der Angurn); Vorzeichen 2c.: Bö- 
num, mälum a., gutes, böses A. (daraus frz. bon- 
heur, malheur), s. auch impetratsrum. — I#ug- ü 
(lat.): 1) a.: heilig, erhaben, ehrwürdig 2c.: Der 
a-en Nationalversammlung. W. 31, 38; Des a-en 
alten Palasts. 83 2cc. — 2) m., —(eys, nv.; (-e): 
der Ste Monat des Jahrs (früher Sextilis, s. 
Märtius), Erntemonat; auch zuw. statt Ernte: 
Ihr braunen Schnitter, müde vom A. Schlegel Sh. 
3, 105; V. Sh. 1, 183 (niedrd. Aust, s. Ss.;: 
Augst rc., u. z. B.: Im Augstmond. w. HB. 
1, 173). Als Monaten. Gen. mit od. ohne 8; 
Dat. gw. ohne e, doch z. B.: Mitten im A—. Ip. 
1, XVII. Ungw., wie der männl. Taufname 
(z. B. auch in Augustd'or, s. Dor), betont: A#ngust. 
Arndt Gr. 51 2c. Als Bstw. z. B. auch zur Bez. 
der Reife schon im A. —: A.-Apfel; -Birne; -Hafer; 
Kirsche; -Linde rc. (vgl. schwzr. : Äugstler, frühreife 
Früchte 1c.); A.-- (od. Laurentius-, s. d.) Fliege, (. 
Erhemera 2 2c. älis, m. I§24, 3, uv. ]: s. Sodalis; 
Eine durch die Augustales repräsentierte Aristokratie sin den 
röm. Munieipken . Globus 7, 3b 1c. nus, a.: 
angsburgisch, bes.: A-äna conféssic (s. d.) eisch, 
a.: auf den röm. Kaiser August bezügl., augustisch. 
ĩner, m., —8; nv.: A., A.-Mönch; A-in, A.= 
Nonne, nach der Regel des heil. Augustinus. -isch, 
a.: augusteisch: Kein a. Alter blühte der reut- 
schen Kunst. Sch. 82a. -us 8 24, 2): s. August 
1; 2; bes. auch als Chrenname der röm. Kaiser 
(vgl. Cäsar u. Imverator), urspr. u. zunächst des 
Oktavian (nach dem der Angustmonat benannt 
wurde), dann auch im Titel der deutschen Kaiser: 
Sémper A., mit der umdentenden Verdeutschung ((. 
augieren): Allzeit Mehrer des Reichs. 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Aura 113 
Juhläri-um (lat.), n., —#; -en [824, 2, n. J: 
Zugabe, Beilage. — Aũclio, f. [8 21, 3, önis!]: 
Auktion: A-nis lẽge, durch öffentl. Versteigrung; 
Magfster (s. d.) a-nis ic. — UJuktiön, f.; Sen; 
—8—: Versteigrung, wo Etwas meistbietend ver- 
kauft wird, Anfstreich 2e. (s. Licltation, Subhastation): 
Bücher-A. 2c.; A-s-Erwerbnis (G. 27, 42), -Katalog 
od. . Verzeichnis; mäßig; Preis; -Proklamator; 
Spesen; -Zimmer 2c.; A—-s-weise zum Verkauf angebo- 
ten. G. 31, 107. Zäfor, m., —; ören (§ 24, 3, öris): 
Versteigrer; der eine Auftion abhält, Gantmeister. 
+fercn, tr.: A., ve#a., versteigern. — Aũklor 2e.: 
s. Autor 2c. 
Auͤl (türk.), m., —; —, —e: Nomadenzelt- 
dorf, im Kankasus 2c.: In dem A., dem Kirgisenzelt- 
dorf. Bortenl. 15, 19 8 2c.; Den ihm feinrlichen „ Aoul“ 
159b; Die A-s. 13, 790a; Die A-e. b; Von A. 
zu A. Kohl Südr. 2, 233 2c. — Hül-a (lat.), f.; —, 
-en [824, 11: 1) Hof (gr. Aule); zur Versamm- 
lung einer Menge dienende Räumlichk. bei u. in 
Gebäuden; nam. in Universitäten ein geräumiger 
Saal zur Versammlung für die gesammte Stu- 
dentenschaft — u. danach: diese selbst; In den Aulen 
n. Auditorien. Erenzb. 25, 2, 437; A-s. Uat3.20, 
471:; Die Beschlüsse der Wiener A. 2c. — 2) s. Olla 1. 
äum (§ 24, 2, n.];: gestickter Teppich, Vorhang. 
Guhl 2, 347. Te, f.; —n: (s. Aula 1). Oorrbech 
Pomp. 1, 243; Weiss Kost. 1, 813. — Aulet 
(griech.), m., —en, —s; —en: Flötensrieler. 
Sih, f.; 0: Flötenspiel. -ride, f.; —n: Flöten- 
srielerin. — Hülicus (lat.), m. [8 23, 21: Hös- 
ling. — Ilnl-od'#e (gr.), f.; —eyn: Gesang zur 
Flöte, auch: Der Kamrf der Kitharörik mit der Au- 
lödik. Guhl 1, 228. -ödion, n., —;; zödfen 
[§I 24, 2, n.): ein klavierartiges Tonwerkzeug mit 
flötenähnl. Klang. -ödisch, a.: Die lonische Lyrik 
.. Weil sie den Vortrag mit der Flöte begleitete, so 
fann sie auch die a-e heißen. Nosenkranz Poes Gsch. 15 8 
lim Gasstz zur dolischen od. kitharodischen. ebd. . — 
Juloniade (gr.), f.; —n: Thal-Nymphe (s. d.). 
— Jül-öpis (gr.), f.; uv.: Art Helm mit Vi- 
sier. Guhl 1, 260. os, m., uv.; uv., oi: jedes 
Blase-Instrument: in engrem Sinn: Flöte od. 
vielmehr Art Klarinett, s. Guhl 2, 227 ff.; Weiss 
Kost. 1, 903. —ozönum, n., —s; :ozöna (# 24, 
2, n.): in der Orgel die Krücke am Mundstück des 
Schnarrwerks. 
Jüm: Das Wort „A.“, das mhsteriöse Wort 
der indischen Dreieinigkeit. Gartenl. 17, 123b. — 
Iumentativ--o (it.), a.; n., —#; -i: s. Aug- 
mentativ. — Aumonier: s. Almosenier. 
Aune (frz. õn), f.; —6#: Elle. Karmarsch 3, 232. 
Aũra (lat.), f. [8 24, 11: sanft bewegte Luft, 
Hauch 2c.: Mäge Ihnen die A., die Ihnen daraus ent- 
gegenweht, angenchm u. erquickl. sein. G. 26, 11 2c.; 
A. sänguinis, Blutdunst; nérrea, Nervenäther; 
vitälis, Lebens-Hauch, -Kraft 2c.; A. populäris, 
Volksgunst 2c.; (Arzu.) Bez. v. Krankheitsvor- 
boten, z. B. A. epileptice, Vorboten der Fall- 
8
        <pb n="130" />
        IAurantiaree 
114 
sucht 2c. — ZAuränti-ares (lat.), k.; —n: po- 
meranzenähnl. Pflanzen: Die Orangen od. ê-n. 
durmeiser gB. 2, 284. -um (§5 24, 2, n.]; auch 
MzZ.: -en: Pomeranze (s. d.). — Iurale (srz. 
orätl, f.; —#„—S#: Goldbirne. — Hür-alür (lat.), 
f.; —en: Vergoldung. ätus, a.: vergoldet; gol- 
den; goldfarb.: Sülphur aurätum, Goldschwefel 
(Antimonsulphid); Auräta, Spärus auräta, Gold- 
brasse (s. Dorade). klia, f. [8 24, 11; elke, f.; 
— weibl. Eigenn.; auch, wie Chrysalide (s. d.): 
Tagschmetterlingspuppe mit „Lgoldglänzenden“ 
Flecken. Lappe Gd. 2, 9; Okten 5, 1387; daher auch 
v. Schmetterlingen (— Fuchs): Die große u. die 
kleine A. 1422. Ceöle, f.; —n: Heiligenschein (s. 
Glorie). Daumer 2, 196; Grenzb. 25, 4, 367 tc. od. 
Ahnliches, z. B. Imüller Ph. 2, 455; Eln Strahl 
der Abendsonne traf ihr Haupt u. webte um dasselbe 
eine A. Spitlhagen Hammer 2, 271. us, a.: 
golden, z. B. Aürea bülla (s. d.); Aurea mediõ- 
eritas, die goldne Mittelstraße; Nümus a., auch 
bloß A., Goldstück, s. weiss Kost. 1, 1340 und, 
nach dem Gepräge, z. B.: Philippus a. (= „Phi- 
lippd'or“. W. HB. 2, 120 ff.). iser, m. [824, 3, 
-iticis): Goldschmied. Chamiso 4, 143. — Auri- 
sorm (lat.), a.: ohrförmig. — Auriga (lat.), 
m. [8 24, 1): Wagenlenker, Fuhrmann (s. Guhl 
2, 326); bes. als Sternbild (s. Capella). — 
Aur - ĩliel (lat.), f.; —; (n., -6; uv.): s. auri- 
cula: 1) eine durch sammtartige Blumen sich aus- 
zeichnende Primelart (GSöwenöhrlein), mit vielen Ab- 
arten: Garten-A. (dazu z. B.: Bizarr-; Doublett-, 
Pikott-A. 2c.); Alpen-, Joch-A. (auf Bergjechen). 
Aueld. 39, 74 8a 2c.; gw. fem.; selten n., z. B. 
Wackernagel 2, 176418 2c., Mz. uv. Müllner 5, 319 2c.; 
A.-Beet; Flor; Gischlecht (Wackernagel 2, 703)); 
Stock (G. 15, 230) 2c. — 2) Herzohr: In dem rech- 
ten Herzohr . . . dann in dem linken A. Ausld. 38, 
ôotb. cula, f. [8 24, 1]: Ohrlein, Ohr: Diese 
den auriculis des Königs Midas selbst unerträgl. Verse- 
macherei. W. 36, 137 2c.; daher z. B.: A. cordis, 
Herzohr (s. d. S6.); ferner z. B. Pflanzen: A. 
lEporis, Hasen-; müris, Mänse-; ursi, Bärenöhr= 
lein ꝛc. -ihular, a.: die Ohren betreffend (auri- 
enläris): A.-Koufession, Ohrenbeichte 2c. — 
Iuripigment (lat.), n., —e)s; (-e): eine „gold- 
farbige“ Verbindung von Schwefel und Arsenik 
(Operment; Nauschgelb). — Iur-ishälpium (lat.), 
n., —; ken (§ 24, 2, n.]: Ohrlössel, s. Oto- 
glophon. ist, m., -en; —en: Ohrenarzt, s. 
Otlater. — IAuröra (lat.), f.: 1) Morgen- 
röthe, eigentl. u. bildl.; — auch als Göt- 
tin (gr. Eos): Von gestorbenen Kindern gebrauchte 
der Grleche den Ausdr.: A. habe sie entführt. W. 21, 
372 „rc. (s. Memnon; Tithon); Des neuen Jahrhun- 
derts A. B. Ausgw. 964; Sch. Göd. 1, 211 2c. 
Genit. m. Artik. uv.: Alle Tochter der A., alle Blu- 
men. H. 8, 227 r2c.; o. Artif.: A-s u. Aurorens 
Beti (der serne Ostl. Haler 9; Kaulisson 67; w. 10, 
55; Und machten sie Anrorens schwachen Alten] von 
Neuem jung. 12, 169 te., vgl. Dat. u. Acc.: A. 
u.: Wenn vor Auroren her die leichten Träume fliegen. 
Austroman 
180; Erkennt Auroren. 10, 86; Farsttr It. 2, 104; 
selten Nom.: Auror e. Motihison 4 4 2c.; vgl. w. 10, 
62; Sprchw.: A. Müsis amica, A. ist Musen- 
freundin (— Morgenstunde hat Gold im Munde). 
— 2) A. boreälis, Nord-, austrälis, Südlicht (w. 
29, 364) :c. — 3) ein Tagfalter, Papilio auröra 
(auch Mz.: A-s). — Hür-ös (lat.), a.: gold- 
haltig. -ügo, f. [8 24, 3, üginis): Gelbsucht. 
„um (§ 24, 2, n.): Gold: Küri säcra famés! Ver- 
sluchte Goldgier rc. 
Aushkult-nt (lat.), m., —en, —8; —en: 
„Hörer“ (vgl. Auditor), Beisitzer im Gericht ohne 
Stimme 2c. atiön, f.; -en; —-: Auskultierung: 
bes. (Arzn.) Erforschung des Innern durchs Ge- 
hör: Über Perkussion u. A. v. Skoda 2c., s. Stetbo- 
skorlie) 2c. -ätor, m., —8; ören: Auskultant. 
atorisch, a.: auf Auskultation bezüglich. atür, 
f.; —-en: Stelle eines Auskultators. Nais. 22, 
103, s. Referendartat. -, tr.; intr. (haben): 
hören, horchen, die Auskultation anwenden. — 
Eusfönia (lat.), f.; 0: 1) ein Theil v. Unter- 
italien; dann auch st. Italien überhaupt, auch: 
Ausönken; dazu: Ausönker (od. Nüsoner); 
ausönisch 2c. — 2) s. Asterofd. — Nüsp-er, m. 
[8 24, 3, -ieis): Vogelschauer 2c., s. Augur; Dur. 
ickeren, tr.; intr. (haben): als Ausper wahr- 
sagen. iciös, a.: glückweissagend 2c. eim, 
n., —; -keien [8 24, 2, n.]: (s. ãvis I) Vogel- 
schau; vorbedeutendes Wahrzeichen (s. impetrati- 
vum); Oberleitung u. Aussicht, worunter Etwas 
geschieht: Auf Rechnung Desjenigen, unter dessen 
„Auspizien“ sie wirkten. W. HB. 2, 13. — I. düfl-er 
(lat.), m., —8, uv.; 0 (§ 24, 2, cri!: Sürwind. 
— II. Auft-# (lat.), ère (frz. ohstär), a.: herbe, 
streng, düster, unfreundlich. erität, f.; 0: 
ansteres Wesen. w. 5, 196. — Austrägäl (deutsch- 
lat.), a.: „zum Austrag“ (s. d. Ss.) bei Streitig- 
keiten, nam. unter Fürsten, dienend, bestimmt: 
A.-Gericht;-Instanz;-Spruch 2ce. — Justräl 
(lat.), a.: südlich: A.-Licht, „Schein = Auröra 
(s. d. 2) austrälis; A.-Gegend 2c. -en, n., —: 0: 
Name eines Erdtheils (auch Ocesnsen, Volynẽs ken). 
Dazu: Austräl-ker, eisch, z. B.: Die Paruas 
od. anstralischen Neger. Burmeister Gsch. 589. eisch, 
a.: nach dem Ursprung des Austers hin; südlich 
(lat, austrälis, vgl. antarktisch; Ggstz borealisch): 
Der Winter auf seiner südl. Halbkugel ist länger als der 
a-#e Sommer des Planeten. Ausld. 39, 1195b 2c.; s. 
ferner Australien u. Térra austrälis. — Süstr-ia 
(lat.), f. [S 2 1]: Ostreich: Tu felix A., nübe, Du 
glückliches Ostreich, heiratbe! d. h. mehre deine Macht 
durch Heirathen, s. düchmann 154; ferner A. E. I. 
O. U. als Abkürzung für Austriae ést impẽrium 
oͤrbis universi. Ostreich's ist die Herrschaft des ge- 
sammten Erdkreises 2c. -aco (it.), m.. —6: , 
-laci liatschil: ein Ostreicher; östreichisch Gesinnter, 
so auch gesteigert: Die Austrtacissimi l#atscht—. 
Grenzb. 25, 4, 26; 26, 2, 466, die eingefleischtesten 
Parteiginger Ostreichs (Ez.: Ein Anstricgcis= 
stmo). -omän, m., -en, —6; —en: Giner, der
        <pb n="131" />
        Aut 
für Ostreich schwirmt 2c., dazu: A-##s#.. Ggstz 
Austrophobte, f., Scheu, Abscheu vor Ostreich. 
HAüt (lat.), Bindew.: oder: A., a., entweder, 
oder; A. Csar, a. nibil, entweder Kaiser [Alles] 
oder Nichts; A. vincere, a. möri, Sieg od. Tod! 
2c. — Autan (frz. otäng), m., -6; —: Südwind. 
— Aut-aͤrch (gr.), m., —en, —#; -en: Selbst- 
herrscher, Autokrat. -archĩt, f.; —eyn: Selbst- 
herrschaft. ar## f.; 0: das Selbstgenügen, 
Selbständigk. — Autel (frz. otell), m., —; —: 
Altar: Le grand (grangd] a. od. maitre Imät’r] a., 
Hochaltar; Le devant (s. d.) de Ta. 2c. — Aute- 
mes ĩẽ (gr.), f.; —(ehn: unwillkürliches krankhaftes 
Erbrechen. — Auteret-es (gr.), m., uv.; uv., 
(-ai): „Selbstrudrer"“, Seesoldat, der zugleich 
Rudrer war. Babrik 76a. — Auteur (frz. otör), 
m., —6; —: Autor: Billet (s. d.) d'a. 2c. — Aut-- 
hadi#s (gr.), k.; 0: Selbstgefälligk., Selbstzufrie- 
denheit, Stolz, Anmaßung. hemerisch, a.: noch 
am näml. Tage vorgehnd, wirkend 2c. -hemeron, 
n., —§8; -hemera: authemerisches Heilmittel. — 
Iuihnt-icität (gr.-mlat.), f.; 0: das Authen- 
tisch-Sein; auch: Avthenticität. W. HB. 1, 9 (vgl. 
Asendis). 4 (gr.), f.; -(ehn: Authenticität; 
Machtvollkommenheit. -isiekeren, tr.: eine Ur- 
kunde in aller (ihre Authenticität verbürgenden) 
Form vollziehn, (originalisieren): Das authentiftcierte 
Elaborat der Kommission des Unterhauses vorzulegen. 
Uai.3. 20, 67, auch: authentt-eferen, sikren. 
Dazu: Authentiflkatiön; Wird die Arresse von 
der Magnatentafel behuss der Authentikatiön zu- 
rückgesenret. Zukunft 1, 21 2e. icus, a.: authen- 
tisch, z. B.: A-ica chdrta, a-fcum (instruméntum), 
eine in aller Form vollzogne Urkunde; A-ieæ (auch: 
Authäntiken), Titel authentischer Zusätze zu 
einem ältern Rechtsbuch rc., z. B.: Mit den dazu 
gehörigen Urkunden u. Authentiken. Volksz. 16, 105; 
Alcum, das Buch der in der röm. Kirche geltenden 
Antiphonien u. Responsorien 2ce. -isch, a.: so be- 
schaffen, daß kein Zweifel dagegen sein kann, voll- 
kommen glaubwürdig, echt 2c.: A-e Interpretatien, 
die der Urheber (Vf., Gesetzgeber) selbst giebt. — 
Iuthépfa (gr.), f. [8 24, 11): „Selbsikocher" 
(vgl. Ssamovar), Kochmaschine. Weiss Kost. 1, 1292. 
— Jüt-illo (span. ilso), n., —s; —: kleines Auto 
(s. d.) od. Inquisitionsgericht: Ein A., ein Minia- 
tur-Auto da sé für meln Persönchen anzünden. WhRaabt 
Hungerp. 2, 158 2c. Jo, m., n., — —#: Akt 
(s. d.); öffentl. Handlung, Vorstellung; geistliches 
Schauspiel 2c.: Die Calderon'schen A-é sind die poe- 
tische Verklärung der alten Mysterien u. Moralitäten 2c. 
ichendarff Gsch. Dr. 57; 100; Das geistl. Drama zer- 
fiel in die vidas de Säntos LLeben der Heiligen] u. in 
rie A-s, d. h. Akte.. Man unterschied sie äußerlich in 
die a—s al naciménto, d. h. A-s zur Feier der Geburt 
Christi um Weihnachten u. in a-s sacramentäles, b. h. 
A-s zur Feier des Frohnleichnamfestes 2c. Nosenkranz 
Poes. Gsch. 596 ff.; bes. aber: A. de (port da) fé 
— aãctus (s. d. 24) fider, Glaubensgericht der 
span. Inquisition (s. d.), Strafvollstreckung wegen 
Autographie 
115 
Ketzerei. Sch. 247b; Autorafcs. Heint Rom. 237; Ein 
großes Haupt-Autodafé über meine Arbeiten zu rer- 
hängen ssie zu verbrennen]. G. 21, 165 k., mit 
scherzh. Fortbild.: Ein wenig ketzerriecherlich u. 
fast autodafelich. Kladderadatsch 20, 195a. — 
Auto-AIgathön (gr.), n., —s, uv.; 0: Fine rein 
geistige Sonne .., welche er (Platon] die Idee des 
Guten u. das selbständige Gute, A., nennt c. w. 24, 
155; Das Lichtreich des A. 156; 169 ff.; 202 2c. — 
Iutobiograph (gr.), m., —en, —s; -—en: Einer, 
der sein eignes Leben beschreibt (vgl. Heterobiograph). 
##, f.; —eyn: Selbstbiographie. Zisch, a.: zur 
Autobiographie gehörig. 9p. Wahrb. 1, 103. — 
Zutoceph 2c.: s. Autekerh 2c. — Inlochir (gr.), 
m.. —s; —e: Selbstmörder. is, f.; —eyn: 
Selbstmord. — Jutochthön (gr.): 1) m., en, 
—§8; -en: Ureinwohner, den das Land (od. die 
Erde) selbst hervorgebracht (s. Aboriginer), im 
Ggstz der Einwandrer, (Ursasse); Mensch v. urthüml. 
Schlage: Ein tüchtiger, derber, isolierter A. lwie 
ISHVolI. G. 27, 374; Als A-e. 3, 146; Jene A-en, 
jeue roben Kinder der Mutter Erde 2c. W. 3, 67; 22, 
11; 23, 131 2c. — 2) a.: im Lande selbst ent- 
sprungen, entstanden, nicht v. fremdher hingebracht 
od. hingekommen (a-isch): Ihr lder Cheleral a-er 
lirsrrung weist sie auf Indien hin. Ergönz. Uat. 9, 25a; 
Die a-e, insularische Abstummung. Nols Inf. 2, 67. 
enthum, n., -(e)s; 0: autochthonisches Sein mit 
Ausschluß alles Fremden 2c.: Das batrische A. 
Grenzb. 26, 1, 110; Ein erklusires A. Mag. v. Ausld. 
36, 15Satc. Tisch, a.: autochthon (s. d. 2), auto- 
chthonenhaft 2c. — Autodafé 2c.: s. Auto. — 
IAntodie-ia (gr.-lat.), f. [8 24, 11; -ie, f.; 
—(eyn: die Befugnis, selbst als Richter zu walten 
(ogl. Autonomie): Diese Innung hat das Recht der 
A-ie jus a-iæ) 2c. — Intodid -aht (gr.), m., en, 
—6; en: der sein Wissen sich selbst, keinem Lehrer 
dankt. -aktisch, a.: in der Weise v. Autodirakten. 
Saris, f.: —(e)n: das Lernen ohne Lehrer. — 
Iutodikte: s. Autorick. — Zutodiplomat (gr.), 
m., —en, —; -en: Erzdiplomat: Den Staatsklugen 
u. A-en. Manalbl. 1, 319b.— Jutodpnemisch (gr.), 
a.: durch sich selbst mächtig, wirkend 2ce. — 
Iutogn-osit (gr.), f.; —eyn: Selbst-Erkennt- 
nis, = Prüfung (Heautegnosie). öslisch, a.: darauf 
beruhnd. — Jutögr-äph (gr.): 1) a.: eigen- 
händig geschrieben: Ein altes Exemplar, das der Käu- 
ser für a. hielt. Ausld. 38, 777# c. — 2) m., —s, 
—en; -en: Maschine, die „selbst schreibt“, Kopier- 
maschine. — 3) n., —en, —; -en: eigenhändige 
Schrift: Die A-en der bevollmächtigten Gesandten unter 
den Ralifikationsurkunden. Grenzb. 26, 3, 118 cc.; 
A-en. Samm ler (kreiligrath SW. 1, 156); 
Sammlung 2c.; ein Werk in der eignen Hand- 
schrift des Vfs, dann auch — bestimmter: Auteo- 
typ — in der ersten, vom Vf. selbst besorgten 
Ausgabe des Drucks (nam. aus den frühern Zeiten 
der Buchdruckerei). aphik, f.; —eyn: lithogra- 
phischer Uberdruck (s. d. Ss.), wobei man etwas 
auf (autographisches) Papier mit (autographischer) 
Tinte Geschriebnes od. Gezeichnetes zuerst mittels 
8 n
        <pb n="132" />
        116 Autographieren 
Drucks auf den Stein überträgt (übertruckt) #e. 
Prechll 9, 425 ff. -aphieren, tr.: mittels der Auto- 
graphie vervielfältigen: Autegraphierte Korrespondenz. 
Nai. 21, 112. äphisch, a.: autograph (s. d. 1): 
Das a-’e Zeichen. Garient. 15, 61a 2c.; zu Auto- 
graphien (s. d.) dienend: A-e Tinte. Karmarsch 2, 
608; A-es Papier. Pprechtl 9, 427. aphoman, 
Saphophäg (rankl Jer. 1, 363), m., -en, —6; en: 
leidenschaftlicher Antographensammler. Dazu: 
A-#l##F#sch. -aphon (-aphum), n., —6; zarha 
[S 24, 2, n.): — Autograxh 3: Dle Originalhand-- 
schrift der Werke des großen Aristoteles. .. Das wabre 
A. rieser Werke. w. 30, 338. — Autokabdalen 
(gr.), pl.: Art improvisierter Fareen, Masken- 
spiele. Rosenktanz Poes. Gsch. 550. — Unutokeph- 
aler (gr.), m., —#; uv.: autokephalischer Bischof. 
Saliéc, f.; 0: das Antokepyhalisch-Sein. lisch, 
a.: selbständig, nur der Synode untergeordnet. — 
Iutokläv (gr.-lat.), m., —(eys; —#e: „Selbst- 
schließer" — papinianischer Digester (s. d.). — 
Nutohrät (gr.), m., —en, —6; —en; -en--: 
Selbstberrscher, unumschränkter Herrscher. -ic, 
f.; —-(enn: die Herrschaft eines Autokraten (s. 
Ggstz: Nomekratie): Zum ruhigen Besitz der vollen 
„Avtokratie" im rômischen Reich gelangt. w. H. 
1, 118; auch (Arzu.): A. der Natur, die in 
dem Organismus selbst liegende Kraft der Wieder- 
herstellung: ferner: Selbstbeherrschung. Zisch, a.: 
nach Autekratenart ꝛe. -ismus, m., uv.; 0: 
Wesen u. Thun eines Autokraten. or, m., #; 
zören; -: Autokfrat. w. 16, 188; Der furchibare A. 
Blick. 187 2c. — Jutokritih, f.; -—#en: Selbst- 
Kritik. — Autolög-ie (gr.), f.; —eyn: eigent- 
liche (Gastz: bildliche) Rede; auch = Autenemie. 
Sisch, a.: autonchnisch. — IUutomachfsé (gr.), 
f.; —eyn: Widerspruch mit sich selbst. — Zutomät 
(gr.), m., (n.), —en, —#;-en, (-e); -en-: eine die 
Bewegung u. Thätigk. lebender Wesen nachahmende 
Maschine (s. Anrreid); übrtr. auch: ein geistloses, 
ein willenlos maschinenmäßig wirkendes Geschöpf: 
Diesenigen Avtemate, welche. .. Ein Avtomat in 
menschl. Gestalt, welches den Anklopfenden seine Thüre 
geöffnet ꝛe. Gehler 1, 223: Die vankansonischen A“-en. 
C. 27, 180; Er, vor Alter seiner Sinne kaum mächtig, 
als ein bedauernswürdiges A. 25, 168; Altere A-e. 
Prechtl 1, 104 ff.; Die Alten hätten die Helden .. ihrer 
Fabeln als bloße A-en u. blinde Werkzeuge eines blinden 
Schicksals dargestellt. w. 36, 17 ½c. Senhaft, a.: 
automaten-artig, -mäßig 2c. — ic, f.; —ehn: auto- 
matische Bewegung. Sisch, a.: von selbst — u. 
unwillkürlich — erfolgend 2c.: A-#e Bewegungen im 
Pflanzen= u. Thierkörper 2c.; Unfre a-en Eisenbabn- 
signale. Ausld. 38, 52Sb ic. s. auch autematenbaft 
u. z. B.: Wahrhaft a-e Maschinen, welche alle einzel- 
nen Vewegungen, Veränderungen in der Stellung ihrer 
Tbeile ie. ohne Zutbun v. Menschenband verrichten re. 
HKarmarsch 1.97. —ismus, m., uv.; zismen: auto- 
matische Bewegung u.: die Lehre v. derselben in 
lebenden Körpern. -ürg, m., -en, —s; en: Ver- 
fertiger v. Automaten. Dazu: A-#ik; g-isch. — 
Intomedon (gr.), m., —#; —#: der Rosselenker 
Autor 
des Achill (s. v. Il. 16, 864; An. 2, 477); danach 
Kutscher: Bei der Furia, mit welcher unser sammt- 
jäckiger A. sein Gefährte dahinrasseln ließ. Nal#3. 20, 
117; Bazar 15, 6 Za;z Leb. Bildec aus Paris II 2, 297; 
Schücing FrR. 2, 117 2c. — Uutomolith, m., 
—(e)8; Se: ein Fossil, hauptsächl. eine Verbindung 
v. Zinkoxyd u. Thonerde, in Krystallen, die mit 
denen des Spinells isomorph sind, — nach einem 
schwed. Mineralogen auch Gahnit“. Ohen 1, 370. 
— Autonõm (gr.), a.: sich selbst die Gesetze 
gebend; nur nach selbstbestimmten Gesetzen lebend; 
selbstindig; unabhängig 2c. Hallmerayer GsW. 2. 92 
2c.: A.-Münzen, alte Münzen v. Staaten od. Städten, 
die, wenigstens in Bezug aufs Münzrecht, als a. 
galten. -ié, s.; —eyn: autonomes Sein, Han- 
deln 2e.: Decentralisation. .. In Frankreich ist 
bei den Meisten dle Freiheit ein negativer Begriff, darum 
spricht man v. Enteentralisatson, wo in Deutsch- 
land v. A., in England v. Selfgovernment die 
Rede ist. Ual.3. 18, 453; Da darf der Wille keine In- 
dulgenz, sondern mus durch den nachrrücklichsten Wider- 
stand seine Selbständigk. (A.) beweisen. Sch. 1122a; 
kSchlegel GR. 191; Die Europäer scheinen endlich die 
Zahre der A. erreicht zu haben. W. 31, 508 2c. Sisch, 
a.: autonom. Brandis Gr. 3, 223 2c. Cist, m., 
en, —; -en: Einer, der für politische Autonomie 
kämpft 2c. Nar3. 20, 239. -istisch, a.: zur Partei 
der Autonomisten gehörig. ebd. — Uulopathie 
(gr.), f. -(e)n: eigne Empfindung, Erfahrung. 
— Autophilké (gr.), f.; 0: Eigenliebe. — 
Iutophonie (gr.), f.; eyn: Selbstmord, vgl. 
Iriektenie. — IJutophglsiotherapfe (gr.), k.; 
-(e)n: Heilung durch die Naturkraft selbst. — 
Iutopißstié (gr.), f.; 0: die Glaubwürrigk., die 
Etwas (nam. die heil. Schrift) in sich selbst hat, 
so daß es keines weitern Zeugnisses dafür bedarf. 
— Intopläsl- (gr.), f.; —eyn: ik, f.; -en: 
wundärztl. Verfahren, wonach verlocne Theile aus 
dem Körper des Kranfen selbst gebilret werden. — 
Iutopolittke (gr.), f.z-(ehn:politische Autonomie: 
Eifersucht der Klein= u. Mittelstaaten auf ihre A. PMus. 
17, 1, 277. — Jnlopragke (gr.), f.; -e)n: das 
Handeln nach Selbstbestimmung. — Autoprosõ- 
pisch (gr.), a.: in eigner Persen. — Aut-opfis 
(gr.), f.; —eyn: eigne Anschaunyg (vgl. Epovsie); 
das Augenzeuge-Sein; Leichen-Offnung, -Schau 
(s. Settion). -öptisch, a.: auf Autepsie beruhnd e. 
— Hüt-(uct-) or (lat.), m., —#s:-Eren [§24, 3, 
—-öris): Urbeber: A. delieti, des Verbrechens 2c.; 
Schriftstellerin): Personen, deren geistreichster A. ihr 
Koch ist. Kank SchE. 2; Da Frau v. Staskl ein A. von 
Genie ist. Heine Verm. 1, 13; Das A-lein. Biumauer 
1, 54 c.; Original-A. w. 36, 14 2c.; A.-Feder 
(Dönger Byr. 1, 160); Gewissen (adner 2, 97); 
Handwerk (Gödingk 3, 162); Hand (Thämmel 
1, 114); Klugbeit (1617); zZKitzel (Kank SW. 
1 1, 2, 63); „Leben (G. 25, 1141);Magen (7, 
151);mäßig (Nabner 1, 204);-Miene (1, 232); 
-Ruhm (wackern. 1. 39132); Stolz (Namter F 2, 
495); Wesen (C. 21, 90) 2c.; A-s-Fleiß (Ctonegh
        <pb n="133" />
        Autorisation 
2, 106) 1c.; A-en-Eitelkeit (Auerbach Dicht. 1, 
194); = Freiheit (Wackern. 4, 80 06);-Wirksam- 
leit (Mag. d. Ausld. 34, 503b) 2c. orisatiön, k.; 
en; —#-: Autorisierung. iliren, tr.: Cinen 
bevollmächtigen; Etwas gutheißen. -ôritas, (. 
[8 24, 3, tätis): Autorität: Die Auctöritas con- 
suläris. Weiss Kost. 1, 1045 ꝛe. Torität, f.; -en: 
Ansehn, Einfluß, Macht, Gewalt; Machthaber 
(pöppig Ch. 1, 50; Die Hafen-A-en. 48 2c.; Konsti= 
tuierte — s. d. — A-en); Gewährsmann für eine 
Behauptung, Ansicht 2c. (vgl. in sinngemäßer 
Fügung: Eine A. der Wissenschaft, der einen langwei- 
ligen Vortrag hat. Ual3. 22, 91); das Sichstützen auf 
solchen Gewährsmann 2c.: A-bss-Glaube; gläu- 
big; „MMichelei (Scherr Bl. 2, 524) r.; A-en- 
Mann (Cervinus Sh. 1, 298); = Sucht (Zarnce Br. 
XXIII ½. oritativ, a.: als Autorität geltend 
(Ausld. 38, 87 Sa) od.: so sich behabend (pücller 
Süröstl. 1, 143 2c.). orschaft, k.; —en: Urheber= 
schaft, Verfasserschaft, Schriftstellerschaft, Schrift- 
stellerthum. fichte Nic. 54; G. 16, 235; 25, 76; 
27, 514; XK. 12, 241 2c.; Zu ew'ger Mädchen-. 
verrammt. B. 485a Inur Maädchen, nicht Knaben zu 
erzeugen] 2c. — Hütos (gr.): selbst; er selbst ꝛt. 
(nach andrer Ausspr. avtos): A. epha (lat.: Ipse 
dixit) — Er hat's gesagt, näml. Pythagoras, der 
Meister, — als Bez. der höchsten Autorität für die 
Schäler: Ihr lieben Leute bleibt dabei| u. sagt nur 
A. epha. G. 3, 42; Das cröx ko# des Meisters. 
DMus. 1 5, 2, 594. — Autoschedi-aͤsma (gr.), 
n., —: -äsmen /§ 24, 3, n., -tis]: Aristeteles nennt 
alle Versuche des noch rohen Genies A-ta. SFulzer 2, 
496 2c., auch: Versuch aus dem Stegreif (vgl. 
Impromrtu). ast, m.,—en, —; en: Giner, der nach 
augenblickl. Eingebung Etwas macht, thut. w. 23, 
11;: 24, 329 ꝛe. (vgl. Improvisater). aslisch, a.: 
in der Weise von Autoschediasmen: A“-e Peesien. 
w. HB. 2, 255; Sulzer 2, 196a 2c. — Autoskoprẽ 
(gr.), f.; —eyn: Autopse. — Jutosomnambul 
(gr.zulat.), a.: von selbst somnambul (s. d.): Die 
A-e. Daumer Geist. 1, 161 2c. -ismus, m., uv.; 
0: von selbst entstandner Somnambulismus. — 
Kutotelik (gr.), k.; 0: Selbständigkeit, Unab- 
hängigk., Absolutheit. — Autotheismus (gr.), 
m., uv.; 0: Selbstvergöttrung; auch = Anthrepo- 
theismus. — Jutotröph (gr.), m., -en, —8 en: 
im Ggstz zu Parasiten (s. d.), ein Thier, das „sich 
selbständig ernährt“. Burmeiter Gich. 386. — 
Autotpp (gr.), m., —en, —6; —en, Se: s. Auto- 
graph 3. — Autöxꝑl-on, -um (gr.), u., —; 
a [824, 2, n.]: Monorylon (s. d.). Bobrik 76 a.— 
Jutrefois (frz. ötr’foa), adv.: ehemals, sonst. — 
Tutruche (frz. ehtrüsch), m., uv.; —: s. Avestruz. 
— Julctümn-äl (lat.), a.: herbstlich. —us, m. 
I&amp;J 24, 21: Herbst, nam. personif. 
Auvent (frz. owäng), n., —; —: Schirm-, 
Wetterdach (s. Abatrent). — Auvernat (frz.), m., 
—#; —#: ein schwerer frz. Rothwein. 
Aux (srz. o, vor Vokalen of): s. A 6ec. — 
Auxk-is (gr.), f. I§ 24, 3, uv.]: Vermehrung, 
Avanlducr 117 
Vergrößrung (s. Augmentatien), z. B. Kraukheits- 
steigrung; rhetorische Ubertreibung. —tisch, a.: 
zunehmend; vergrößernd 2c. — Zm uxili-ar (lat.), 
a.: helfend, zur Aushilfe dienend: A.-Buch, -Konto, 
nam. kaufm. als Ergänzung zu Haupt-Buch, 
-Konto (das Detail, die Nebenrechnungen ent- 
haltend)); A.- (Hilfs-) Trupren (Anxiliäres. 
Weiss Kost. 1, 1082); Verbum, Hilfszeitwort, 
frz. verbe auxiliaire lwerb obxriliär] 2. -ãrisch, 
a.: auriliar. -ätor, m., -s; ören (/§ 24, 3, öris]: 
Helfer, Beistand. -um [8 24, 2, n.: Hilfe, nam. 
Mz.: Auxlia, Hilfstruppen: Durch die Aufnahme 
v. Bundestruppen (Söciül) u. von fremden Hilfsrölkern 
(Auxilia) (ins römische Heerl. Weiss Kost. 1, 1084. — 
Juxomster, m., n., —; uv.: ein Werkzeug, das 
Maß der Vergrößrung bei Feruröhren zu bestimmen 
(Auzometer. SEehler 1, 225). 
Ava: s. Angona: Wenn die A.-Schüssel gefüllt ist 
u. der Freundschaftsbecher umhergeht. Ausld. 38, 730a. 
— Ilvl (frz.), m., —5; —: (kaufm.) schriftl. 
Bürgschaft für Zahlung eines Wechsels, — eig. u. 
zunächst die „unter“ den Wechsel geschriebne —; 
vralt. auch st. Interimswechsel. Cneyhl. f. Kouß. 
762b ff. -irren (frz.): 1) intr. (haben, sein): 
stromabwärts, „zu Thal“ fahren. — 2) tr.: a) 
verschlucken. — b) einen Aval ausstellen. re, 
f.; —m : Hornnachwuchs an beschädigten Pferde- 
hufen. — Avance (frz. awäng5), f.; m., uv.; 
— : Vorsprung; Vortheil, Gewinn; Vorschuß; 
das Entgegenkommen, entgegenkommende Freund- 
lichk. 2c.; D’a., pär a., im Voraus, vorweg 2c., s. 
Cbronique; ferner (eig. Imver.: „rücke vor“), auf 
der Stellscheibe der Uhr die Richtung bezeichnend für 
das Stellen, wenn die Uhr rascher — wie Retard, 
wenn sie langsamer gehn soll. -ement C□’'mäng), 
n., —#; — : das Vorrücken, Befördrung: Auf A. 
dienen 2c.; A.-Sucht. Scherr Stud. 2, 219 rc. - Uren, 
intr. (sein): vorwärts-, vorrücken; befördert wer- 
den 2c.; v. Uhren: vorgehn, -laufen 2c.; tr.: vor- 
wärts treiben, vorrücken (z. B. auch eine Uhr), 
befördern; Geld vorstrecken, vorschießen 2c.: 
Avancier-Baum, Haken, -Ring tc., zum 
Vorwärtsschieben v. Geschütz; Das Erkennen einer 
zweckeienl. Avaneierlinie. Zerlepsch 227, auf der 
man vorrückt 2c. — Avaänder, m., —; uv.: 
damastartiger Zwilch. — Abaniẽt (ar.-fürk., 
frz. 2c.), k.; —ey)n: im Orient, übermüthige Miß- 
handlung eines Franken (s. d.): A-n, denen die 
fränkischen Frauenzimmer ausgesetzt sind. Murhard Konst. 
1, 191; 119; 239 2c.; bes.: willkürliche Geld- 
erpressung gegen Handeltreibende u. der diesen daraus 
erwachsende Nachtheil ꝛc. — Avaͤnt (frz. awäng), 
präp. ꝛe. vor (Ggstz aprds; arrière): A. la lettre 
(l. d.) 2c.; En länl a.!, vorwärts 2c. -age (-tälh.), 
f.; —m: Vorzug; Vortheil; Das, was Jemand vor 
einem Andern voraus bekommt, hat 2c. ageur 
Ctasbö), a.; vortheilhaft, einträgl. 2c., auch z. B.: 
Ein avantag-euses (od. . öses) Geschäft rc. 
chemin Cschmeng), m., —; —#: (Festgsb.) A. 
couvert lkuwärl, der bedeckte äußre Weg am Glgeis. 
duc l—ückl, 1n., —; —: in den Strom reichen-
        <pb n="134" />
        118 Avantfossẽ 
des Pfahlwerk zur Verkürzung der eig. Schiffs- 
brücke. -fossẽ, m., —s; -s6: der äußre Festungs- 
graben. -garde, f.; —n: Vortrab, Vorhut des 
Heers; (Festgsb.) ein kleines vors Glacis vorge- 
schobnes, mit dem bedeckten Weg verbundnes Werk. 
i (it. 2c.): fort, weg, — in Baiern, s. Schmeller 
1, 130. -Korps I- #ör], n., uv.; uv. (Gen., 
Mz. m. lautendem 6): vorspringende Theile eines 
Gebäudes; Avantgarde. -hour (□#url, f.; —6: 
Vorhof. houreur (furör!, m., —6; —8: Vor- 
läufer. -Vatrouille lpatrals], f.; —n: voraus- 
geschickte Patrouille. -propos lpropöl, m., uv.; 
uv. (Gen.; MzZ. m. lautendem 6): Vorrede. 
„scène ßän'], f.; —n, —§ : Anßer diesem eig. Pro- 
scenium giebt man in Deutschland auch noch dem Theil 
der Bühne diese Benennung, welcher zw. dem innern 
Rande des Proscenlumsrahmens bis zur ersten Konlisse 
liegt u. bei den Franzosen A. (Vorder-Scene) genannt 
wird. Düringer 903; Die Logen der A. Wachenhusen Ev. 
75; Die Baignoirs, die Logen u. die A-u. 76. seuil 
□HPolll, m.—S; —#: „Vorschwelle“, Treppenaustritt, 
bes. an Freitreppen. soiréc IPoarel, f.; —+eyn: die 
Zeit vor dem Eintritt des Abends, für Gesell- 
schaften 2c. Beumont Alb. 2, 95. Avantur 2e.: 
s. Aventur 2c. — Stvänz-o (it.), m., —:; -i — 
Avance. — Avar-I## (frz.), f.; —eyn: A., Havarie, 
Haverie, „Haferei“ (engl. average), die außer- 
ordentl. Unkosten od. Beschädigungen, welche 
Schiff od. Ladung während einer Reise (von der 
Einnahme der Ladung bis zum Löschen) erleidet, 
u.: die Vertheilung des Schadens auf die Betheil- 
ligten u.: der Antheil dieser: A.-Rechnung ꝛc.; 
Meine persönlichen Havarien bestanden darin, daß 
einige Bücher feucht wurden. mhheine Weltr. 1, 194. 
i, a.: durch Avarie beschädigt: Die hava- 
rierten Ausschnitiwaaren. Gerstäcker NReis. 2, 418. 
— Avaritia (lat.), k. [824, 11: Habsucht, Geiz. 
G. 12, 44. — Avatära (skr.), f.; —6: die Ver- 
körprung indischer Gottheiten (s. Inkarnation): 
Krischna ist bekanntlich die 8te A. od. Verwandlung 
Vischnn's. DMus. 15, 2, 6 37 2c., vgl.: Einen Awatär 
od. Gottmenschen. Monalbl. 2, 506b; 509a; 51llbtc.; 
Globus 7, 2 2a; Wischnn .. tritt in den s. g. Awa- 
taren „Herabsteigungen"" in die Welt hinein. 21b. 
Ave (lat.): „sei gegrüßt!“, z. B.: A., Cæsar, 
moritüri tẽ salütant (sei gegrüßt, Cäsar, wir Tod- 
bereite, grüßen dich), Zuruf der auftretenden Gla- 
diatoren an den Kaiser 2c.; A. (od. häve), pid 
änima!, lebwohl, fromme Seele (Inschrift auf 
Gräbern) 2c.; bes. aber: A. od. A. Maria (s. suk. 
1, 28 u. Angelus), ein Gebet der Kathollken; auch 
die Zeit seiner Dauer u.: das Zeichen mit der 
Glocke zu diesem Gebet: G. 9, 13; Betet noch ein 
A-che n. Werner Osts. 1, 220; Drei A. auf den Knicen) 
gebetet. w. 11, 236; 193; Um ein A. später war's zu 
spat. 220; Bel wieviel A.-Maria sie lrie Elerl gar 
werden. König Kl. 1, 146; Das A.-Marita--Glöck- 
lein. Harimann Letzte Tag. 61; Zwischen 1 Uhr u. A.= 
Marla. Schücking Künst eid. 82; 85; Nach dem Abend- 
A.-Maria. Raumer Tasch. 1I. 5, 263, vgl.: Das A. 
Maria ddlla söra zu beten. G. 23, 50. — J#te 
Avernus 
(frz.), präp.: mit, z. B.: A. permission (s. d.); 
A. la lettre (s. d.) 2c., vgl.: Ich komme schon durch 
manches Land avecque laweckel la marmötte [mit 
dem Murmelthier]. G. 7, 122 2c.; scherzh. substant.: 
Der A., die gehörige Art der Handhabung, der 
Schick 2c. — Avelläna (lat.), k. /§ 24, 11: Hasel- 
nuß (Nux a.), Mz. auch: Avell-änen, #nen. 
— Slvellièren (lat.), tr.: ab-, losreißen. — 
IAvc-Aaria: s. Ave. — S#ô#(lat.), k. 
[(§24, 1): Hafer; Haberrohr. acken, pl.: eine 
Familie der Gräser. age (frz. -äsh), f.; —n: 
eine in Hafer zu zahlende Abgabe. — Avenant 
(frz. —näng), a.: anmuthig, angenehm, gefillig 2c. 
(auch advenänt). A L’a.), verhältnismäßig, gleich- 
mäßig, gleichfalls 2e. — Avent-, (Ivant-) ure 
(frz. awangtür), f.; —n: Abentener (s. d. Ss.) : 
Nächtlich tritt an seinen Pfühl, fremd geschmückt die 
A. lpersonif.],] raß sie bunter Träume Spiel] feinem 
Geist vorüberführe. Freiligrahh SW. 1, 207; 209; 
Heine Nom. 73; Seltsame A-—u. w. 15, 246 (Reim: 
schnüren rc.); Liebes-A—n. Westermann Mon. 3, 6312. 
A Pav., auf's Gerathewohl 2c.; bes. auch: gewagtes 
Handelsunternehmen, nam.: Grosse a. od.: Groß- 
A., Geschäft, wobei Einem Waaren zum über- 
seeischen Verkauf gegen einen dem Wagnis u. mög- 
lichen Verlust des Ganzen entsprechenden hohen 
Zins anvertraut werden: Großaventür-Ge- 
schäft, Handel; -Kontrakt, -Vertrag ce., 
auch bildl., z. B.: Der Staat, der auf dich sein Ka- 
pital giebt u. mit dir einen glückl. Großavanturhandel 
zu treiben gedenfkt. Jp. Wahrh. 3, 412 rc.; ferner 
z. B.: Aventurschiff, bewaffnetes Schmuggler- 
schiff 2c. -urier (-tührje), m., —s; —: Abenteurer 
(s. d. Ss.), Glückeritter, Freibeuter 2c. (vgl. Nli- 
busticer): Keck bis zum Gipfel schlagen sich durch die 
A-“. Freitigrahh SW. 1, 147 1c.; auch = Aventur- 
schiff. - urieren, intr. (haben): abenteuern; tr.: 
Etwas aufs Spiel setzen 2c. — Avent-, Avant- 
urĩn, m., „(e)s; —e: A.: rhomboedrischer Quarz, 
braun od. roth, mit gold= od. messinggelb schimmernden 
Sprüngen 2c. Prechtl 4, 532; Burmeister Gsch. 203; 
Oken I., 110; Karmaisch 1, 98; Das A.-Glas.. 
ein Kunstrredukt .., ist halbdurchsichtig, v. hellbrauner 
Farbe u. enthält unzählige, metallisch glänzende Pünkt- 
chen v. goldgelber Farbe ꝛe. cbd. ; Glasperlen aus A.= 
od. Gold-Fluß. Prechil 11, 100; A.-Grund, a.- 
Ghnlicher bei lackierten Waaren 2c. — Iven-u 
(frz. awmü), a.: geschehn: Nön a., ungeschehn. 
### [—ül, f.; —#, —n: der Zugang wohin; nam. 
eine Allée als Zugang, Vorplaß, Anfahrt zu einem 
Gebände 2c.; engl. [spr. äwihnju], z. B. auch: In 
Newyork auf der öten A., einer Straße, von der 
der Shoddy den Glauben hat, daß sie direkt in den 
Himmel fübrt. Mag. d. Ausld. 35, 595b. — Aver: 
s. Aroir. — Aver-age (engl. äwörisch), n., uv.; 
—; -#e, f.; -eyn: s. Avaric. — Averiẽren 
(frz.), tr.: bewahrheiten, beweisen. — Avern- 
älisch, -isch, a.: zum Avernus (s. d.) gehörig, 
höllisch, qualvoll 2c. - us, m., uv.; 0 8 24, 21: 
Nornos (s. d.), nam. : Ein Eingang zur Unterwelt 
war .. in Kampanien bei dem Sec A., nach welchem die
        <pb n="135" />
        Averr(h)oa 
Hölle auch zuw. A. genannt wird. Ramler Mylh. 242 2c.; 
Facills descéhsus Avérno lleicht ist das Hinabsteigen 
zum A.I. Virgit An. 6, 126 2c. — Iverrh) -oa, f. 
I&amp; 24, 11: Bäumchen in Indien mit eßbaren 
Früchten (Blimbing, §. d.), bes. A. billmbi. -Ses, 
m.: berühmter arab. Arzt u. Philosoph (geb. 1149 
in Cordova): Averroismus ssein Systemj. 8. 
Ph. 13, 357 2c.; Ein Averroist [Anhänger dieses 
Systemsl, des algeschiedner Geist in dünne Luft zer- 
fließt. w. 25, 212 2e. — Avers (it.), m., Ses; 
e: Vorder-, Bildseite einer Münze (Kopf), lat. 
pärs antica, advérsa (s. d.), Gastz: Revers, Kehr-, 
Schriftseite, lat. pärs postica, revérsa, avérsa. 
A. u. Revers. Grenzb. 26, 3, 431 1.; Auf der A.= 
Seite einer Münze. Guhl 2, 368. — Slver f-äbel 
(lat.), a.: abscheulich: al (ulat.), a.: als Aver- 
sum (s. d.) dienend: A.- od. Aversionäl-Quan- 
tum; -Steuer; = Summe cc. Lio (lat.), k. 
I!&amp; 24, 3, önis!: das Sich-Ab= (od. Weg-) Wen- 
den v. Etwas 2c.; Abneigung, Abscheu (Aversion) 
2c.; auch: Abfindung in Bausch u. Bogen, z. B. 
Gmlio, vendftio pér a-em, Kauf, Verkauf in Bausch 
u. Bogen, Bausch= od. Aversions-Handel cc. 
Sion, f.; —en; —-: s. Aversio; auch frz.: Mit einer 
unleidl. Dormeuse — Sie wissen, daß die meine béte 
d'a. Ibät dawerssöngl ist. Soph. Neis. 1, 2 13, der Ggstd 
meiner besondern Abneigung 2e.hiondl, a.: s. 
Aversal, auch z. B.: Im aversionellen Betrage. 
Nal 21, 577 2c. ionkeren, tr.: durch ein Aver- 
sum absinden: Die im 8 9 zugelassene Aversionie- 
rung des Portos. Uat3# 22, 171. - um, u., —; za 
[824, 2, n.]: Bansch-, Absindungssumme: Durch 
Zahlung eines A-s. Uat3. 20, 155; Feststellung der Aversa 
für die Hansestädte. 44 5c.; Das hohe Zoll-A. DMus. 17, 
2, 412 2c. -us, à.: abgewendet (Ggstz adversus), 
z. B.: Pärs avérsa (S Revers), Ggstz advérsa 
(= Avers, s. d.). — Avert-ieren (frz.), tr.: v. 
Etwas vorher in Kenntnis setzen, benachrichtigen, 
einen Wink geben, warnen 2c. issement Cmäng), 
n., —8; —: Avertierung (vgl. Avis): A-s--Kom- 
mando l,Achtung!“]; . Vosten, detaschierter, 
behufs sofortiger Benachrichtigung über die Be- 
wegung des Feindes (Avisoposten); Signal 2c. 
Sisseur lissörl, m., —6; —#8, —e: Einer, der Etwas 
ansagt, anmeldet 2c. Zazar 14, Sob 2c. — Avesta, 
n., —S, uv.; 0: s. Zend-A.: Alle Sprüche des A. 
Konalbl. 1, 492b. — Apvestruz (span.), m., uv.; 
—es: „Vogel Strauß“ (frz. autruche), auch: 
Venädos (Hirsche) u. A. (Kasuare) gäbe es. Gerfläcker 
WW. 266. — IAlvgotaärichon (ugr.), n., „s6; 
0: s. Kaviar. Brandis Gr. 1, 150. 
Avia (lat.), f. [8 24, 11: Großmutter 2c.; 
Alle „großmütterlichen Skrupel“ — vöteres a—s, wie 
sie Juvenal [od. vielmehr Persius 5, 92] nennt —. 
auszureuten. W. 31, 377. — Iviäri-um (lat.), 
n., —6; zen [8 24, 2, n.]): Sol hielten sich die 
Roômer auf ihren ländl. Villen zur Mästung u. Zucht v. 
Vögeln viväria ävium od. aviäria Diese Aviüärken. 
Guhl 2, 257. Ilbvieeptologte (lat.= gr.), f.; 
—Cehn: Lehre vom Vogelfang. — Apiĩd (lat.), a.: 
gierig. ität, f.; —en: Gier. — Avignon (srz. 
Ivivieren 
119 
awinjöng), n.: Stadt in der Provence, daher: m., 
—s6; —#: Futtertaft, Zendeltaft od. A., v. Einigen auch 
Florence genannt. Karmarsch 2, 789; Halb-Doppel-A., 
mit einer Kette, worin ein einfacher u. ein doppelter 
Faden abwechseln. ebd. 2c.; Die Gelb= od. Kreuzbeeren, 
A.-Beeren (v. Rháämnus infectörius). Prechil 6, 484, 
auch: A.-Körner. Ok'n 2, 130 (s. graine); A. 
Krapp. Karmarsch 2, 494 „c. — Avicula (lat.), k. 
[824, 11: Vögelein; auch als Name v. Muscheln. 
Oken 5, 360; 1, 710. — Avil-ieren (frz.), tr.: 
schänden, herabwürdigen 2c. issement (-mäng), 
n., —é; —8: Avilierung. — Avio (span.), m., 
n., —#; 0: Proviant; Mundvorrath: Verxzehrt sein 
kärgliches A. Grenzb. 26, 1, 316. — I. Avis (lat.), 
f. [8 24, 3, uv.]: Vogel, z. B.: Bönis ävibus (. 
ausplciüs), unter günstigem Vogelflug, unter guter 
Vorbedeutung. — II. Avis (frz. awi; auch oft— 
wic regelmäßig in Gen. u. Mz.: awis), m., uv.; 
uv.; -: A., Advis, Adifo (s. d.), Bericht, Be- 
nachrichtigung, Meldung 2c. (vgl. Avertissement): 
Laut A. [Bericht] 2c. ; A. an lecteur lawisolektörl, 
zur Nachricht für den Leser! — Notabene (s. d.) 2c.; 
A.= (Advis= oder A-o-) Boot, „Dampfer, 
-Jacht, = Schiff 2c., schnellsegelndes, zur Be- 
fördrung von Nachrichten, Meldungen, Brie- 
fen, Packeten .; „Brief, kaufmännischer, in 
Betreff abgesendeter Waaren, Wechsel 2c.; -Pi- 
kett, = Posten (s. Avertissement). atio (mlat.), 
f. [8 24, 3, önis): Verwarnung: A. ds per- 
jürio vitändo, vor Meineid. atiön, f.; Sen: 
Avisierung. -en, pl.: ältrer Name für Zei- 
tungen. ieren, tr.: benachrichtigen, melden 2c. 
(vgl. avertieren). —o, m. (n.), —#; —: Avis 
(s. d.): Nach vorgängigem A. Schüching Bronckh. 2, 
315 r2rc.; auch = Kriegs-Avisschiff (s. Dispatch- 
vessel), z. B.: Zwei Dampf-A-s ... Die A-s. 
Gartenl. 14, 78 4a; Geenzb. 26, 2, 260; A.-Rad- 
dampfer. 412; Rad-A-s. 260; Der Rad-N. 
Loreley. 26, 3, 218; Das Dampf-A. Garttenl. 13, 
574b; Am Vord des frz. Dampf-A—s. Uat ##. 20, 
179: Auf dem A.-Dampfer. 533 Leichte A.-Schiffe. 
volhsz. 14, 216 c. — Avista: s. Vista. — Ivita: 
s. avitisch. — Ivitaill-ement (frz. —taljemäng), 
n. 6; —: Avitaillierung. -#keren, tr.: mit 
Leben zmitteln versorgen, verproviantieren. — 
Avit-ieitãt (mlat.), f.; 0: in Ungarn, die Un- 
veräußerlichk, des Ahnenbesitzthums an Gütern: 
Die A. ist abgeschafft (Artikel XV der ungrischen März- 
gesetze). Ausld. 39, 789a. Cisch (lat.), a.; von den 
Ahnen überkommen, herstammend (ahnlich): Die alte 
are Verfassung lin Ungarn]. Grenzb. 26, 2, 486; 26, 
4, 4; 8; Ist nicht abzusehn, warum einer dieser Artikel 
weniger heilig od. a. sein soll. Zukunft 1, 43 2c.; in 
lat. Formi avitus, z. B.: Böna avita, Ahnen= 
güter 2c.; it. avkto, z. B.: Ganz Jtalien zehrte 
v. der avĩta grandézza [Ahnengröße] rer weltherr- 
schenden Roma. Trritschhe Hist. 594. — Joivferen 
(frz.), tr.: lebhaft u. frisch machen, so erscheinen 
lassen, bes. in der Färberei (schönen): A. .. im ge- 
schlossenen Avivierkessel. Karmarsch 2, 493 ffl.; 
Prechil 8, 178; 12, 82 2c.
        <pb n="136" />
        Avocentur 
120 
Uvockéntur: s. Avokation. — Uvocétt-a, f. 
[§ 24, 11; Se, f. ; —n: ein Vogel, der blaufüßige 
Säbler, Recurviröstra avocctta. — Avociẽren 
(lat.), tr.: ab-, zurückrufen, -fordern 2c., vgl.: 
Jds (s. d.) avoccäcnd: — Avoir (srz. awoär), 
n., —6; —6: das Haben, Guthaben. dupois 
(engl. äwwerdjupöls), n., uv.; 0: das „Gewicht- 
Haben“ — richtiger v. mlat. avẽria, Handelswaare 
u. frz. poids, Gewicht —: das engl. Handelsgewicht, 
vgl.: 2¾ Plund „Aver dü Bois“ Gewicht. Thandler 
Kl. As. 75 2c. — KAvok-asserke (frz.), f.; —eyn: 
Zungendrescherei 2c., vgl. Rabulisterel. -at (#3), 
m., —6; —#: Advokat. -atiön, f.; -en: Avorie= 
rung, nam.: Akten-A., -Einfordrung durch das Appel- 
lationsgericht, gw. durch die Formel: Avocéutur 
Acta, die Akten sollen eingefordert werden. 
Tatörium, n., „s; örsen [8 21, 2, u.]: öffentl. 
Bekanntmachung, wodurch die Staatsgewalt ihre 
Angehörigen aus der Fremde ab= u. zurückruft: 
Der Kurfürst von Sachsen eröffnete die Feindseligkeiten 
damit, durch s. g. Avokatorien alle sichsischen Unter- 
thanen v. der baler'schen Armee abzurusen. Sch. 98 Sb, 
auch Mandatum (s. d.) a. — Avpous (frz. awus): 
1) a.: Sehr viel adorateurs (s. d.) a—s lerklärte 
Aubeter]l. Bazar 11, 77 2c. — 2) m., —; „6: 
Schirmvogt über Kirchengüter; Sachwalt: Die 
Anwälte (a-s) in den Rheinlanden 2c. Ual3. 22, 92; 76 
1.; Stellvertreter im Kriegsdienst, Einsteher. — 
Ivonteren (frz.), tr.: bekennen, eingestehn. — 
Ivoyger (srz. awoafe), m., —8; —s: Stadtschuld- 
heiß (in der Schweiz). 
Iot .: s. Aut 2c. — Ioüll-io (lat.), k. 
(§J2 3, -iõnis]; -iön, f.; —en: Ab-, Loßreißung. 
— Avum llat., §.24, 2, n.): Lebens-, Zeitalter, 
Zeit: Msdium æ., das Mittelalter ½. 
Awäbi (japan.), f.; —s: eine eßbare Art 
Seeraupe (Aphrodite). CSlobus 6, 837b. — 
Iwaris (türk.), n.: Auflage, Steuer: A- 
Diwanise, Diwans-Auflagen. Hammer 10, 339. — 
IJwatär re.: s. Av c. — Awrhl, m., „s6; —6 : 
eine Olpflanze (die Mitte zw. Raps u. Rübsen 
haltend). — Awret (ar.-kürk.), f.; —#: Frau, 
z. B.: Ewlü-A., verhelrathete Frau; Dul.A. od. 
Ewret, Wittwe 2c.; A.-Bazar, Frauenmarkt (in 
Konstantinopel). 
Axar, k.; 0: eine Sorte Smyrna= (s. d.) 
Baumwolle. — Axe (lat.), f.; —#: Achse (s. d. 
Se.). — Ax-enĩẽ (gr.), f.; -#ehn: Ungastlichk. 
nisch, a.: ungastlich. — Arial (nlat.), a.: in 
der Richtung der Achse: Ein Eisenstab stellt sich zw. 
den beiden Magnetpolen a., der Glasstab ägquatorial. 
Jo#müller 2, 511. — Axill-a (lat.), f. [§ 21, 11: 
Achsel, Achselhöhle, Uchse. -är, a.: die Auulla 
betreffend: A.-Drüse 2c., auch (Botan.): achfel-, 
winkelständig, — -ris 24, 31, risch. — 
Irine (gr.), f.; —m: Art, Streitart. -it, m., 
—(e)s; —e: ein Fossil, „Beilstein“ (nach der Schärfe 
einzelner Kiystallkanten), auch Afterschört u. (nach 
dem Fundort Thum in Sachsen) Thumerstein, Thumit. 
Oken 1, 1##6 ff. omanlie, f. -eyn: Art Weis- 
Azerole 
sagung mittels einer Art, (Erb-) Ark ꝛe. Dazu: 
Arinomänt, m., en, (—#); -—en; sch, a. — 
Triön (gr.), n., -(e)s; -e: Grundsatz, der keines 
Beweises bedarf: G. 3, 254 „c#.; Das Haupt.. Z. 
519b ½. —-a, u., —6; -ta S 21, 3, n., isl: 
Ariom. w. 10, 61 2c. Tätisch, a.: das Wesen 
eines Arioms habend, auf unbezweifelbarer An- 
schanung beruhnd 2c. — Axiometer (gr.), m., 
n., —# ; uv. : Vortrichtung, die (mittels eines Zei- 
gers) die Richtung der Ruderpinne des Steuers 
anzeigt. — HAriopistié (gr.), f.; 0: Glaub- 
würdigf. — Aris: 1) (lat.), m. [8 24, 3, uv. : 
Achse. Weils Kost. 1, 1324. — 2) m., uvr.; uv.; -: 
Art Hirsch, Rüsa dxis, A.,Firsch. Brehm Bilr. 12, 19 — 
Ganges-Reh. Olen 7, 1287.— Axolõtl (merik.), m., 
—6; -#S: Kolbenmolch. 6, 145; Die aus Merifo einge- 
führten Arolotis, geschwänzte Vatrachicr. Nal3. 21, 
4. — Ax-on (gr.), m., —;: -önen (/§ 24, 3, 
#is): Achse; MzZ. auch: Säulen, worauf die solo- 
nischen Civil-Gesetze geschrieben waren, wie die 
Religionssatzungen auf dle Kyrben (Korbeis). 
Sonometriic, f.; —(eyn: Messung der Achsen v. 
Kiuystallen 2c. -otom, a.: nach der Achse ge- 
schnitten: A-er Arsenillies. Ohen 1, 408.— Axuͤngia 
(lat.), f. [8 24, 11: Fett, zunächst zum Wagen-, 
„Achsen-Schmieren“, dann verallgemeint, bes. bei 
den Apothekern: A. änseris s. anserfna, Gänse-, 
A. porei, Schweine-Fett, = Schmalz rc. 
#a: s. Ala. — Apaeucho (span. ajakutscho), 
m., —§;; —#: zunächst Spottname für die span. 
Officiere, die in der Schlacht bei A. in Pern 
(9. Dec. 1824) geschlagen worden, dann ausgedehnt 
auf ihre Gesinnungsgenossen als Parteiname. — 
— 
Apan: s. Aga. — Apeane (ajeãjeh, n., —s; —6: 
Das A. od. Fingerthier. Brthm Bild. 126, Art Affe; 
Ohen 7, 1707. — Ano: s. Ajo 1. — Ahpn · ĩr 
(gr.), f.; —+eyn: Schlaflosigk. -isch, a.: schlaf- 
los. -öfpne, f.; -u: Aypnie. — Ihri, f.; -#: Art 
Palme in Brasilien, Astrocäryum A. Burmtistet 9B. 
2, 223; Die A.-Palme. 226. — Ihuntamiênto 
(Kpan. al-), m., —5: —# : das Kollegium des Ge- 
meinde= od. Stadt-Raths, die Munieipalität. 
Iad-Dirächt, w., —#; —: A. ist aus der 
pers. Botanik entlehnt u. bed.: Freibeitsbaum. Fallmetayer 
Gs W. 1, 39, s. Mẽlia azadirächta. Ohen 3, 1305 ff.; 
M. azedarach. 1306. — Jjaguän (span.), m., 
— ; -es: Hausslur. Gtube Ch. 1, 294 rc., auch 
Zagnan. — Azala, f.; 0: eine vorzügl. Sorte 
Krapp im Morgenland (vgl. Alizarl). — Ajzaäl-ea 
(gr.), f.; een; -ie, f.; —u: eine auf „dürrem“ 
Boden wachsende Pflanze (Felsenstrauch) u. deren 
Blume: Sendet der Flicker!seine Gerüche berauf u. 
die Azalie lockt. Kinkel 131; Eine purrurne Azalea war 
ihr ins Haar gefallen. Polko Sch Fr. 1, 12 ½. — Ajam- 
oglan (türk.), m., —#: —: „fremde Kinder“ (s. 
Ogbul), im Serail des Sultansaufgezogen zu niedern 
Dfensileistungen bei Hof, val.: Azütsch-oglän, 
für höhere Hofstellen. — Azan: s. Sarri. — 
Uia-, Ilze-röle (ar.-span. ic.), s. ʒ -n: wilsche
        <pb n="137" />
        Azelie 
Mispel, Cratægus azarõlus (auch Lazerole); Aza- 
röl-Birne, eine der kleinsten Birn-Arten. 
IAzel-is (gr.), f.; 0: das Freisein v. Neid, 
Eifersucht. isch, a.: neidlos. — Azerole: s. 
Dzarole. 
Elzi: in der (bair.) Volksspr. die abgekürzte 
lat. Endung ätius in den Namen der Heiligen 
Pankratius, Liberatlihns, Servatius, der s. g. „ge- 
strengen Herren“, da ihre Tage im Kalender 
(Lite— 13te Mai) als bes. kalt verrufen sind (s. 
Se. 2, 226a): Die 3 A. sind vorbei. H Schmid 4, 32, 
s. auch Mamertius st. Liberatlus. — Azimech (ar.), 
m., —; O: ein Stern erster Größe in der Jung- 
frau (Spica Virginis). — Azimüth (ac.), n., —e); 
We: A. eines Sternes ist der Winkel, welchen der Höhen- 
kreis des Sterns mit dem Meridlan bilret. fiurow 792; 
14 (s. Altazimuth); Magnettsches A. ist der Bogen des 
Horizonts zw. dem Vertikatkreise elnes Gestirns u. dem 
magnetischen Meridian. Bobrik 77; Der Winkel, welchen 
die Reflerionsebene des Zerlegungssplegels mit der Re- 
flerionsebene des Polarisationsspiegels macht, wird das 
A. des Zerlegungsspiegels genannt. IMüller Phys. 1, 
197 r. al, a.: aufs Azimuth bezüglich: A.- 
Differenz;-Instrument;-Kompaß;-Kreis; -Quadrant 2c. 
— Aziz (ar.), m., uv.; -en: Jemael Pascha ver- 
lange nicht den Titel eines Kalifen, sondern einfach den 
eines A., was genau soviel bed. als die Bez. Vicekönig. 
UNal. 20, 121. 
Ifzöisch (gr.), a.: (Geol.) „keine Spur von 
Lebendem“ od. Organischem enthaltend, verstein- 
rungslos. JAusld. 38, 644a; 39, 119b; Burmeister 
Esch. 224 2c. (s. eozoksch). — Azolitmĩn, n., -(e)s; 
0: Nach Kane sollen in dem Lackmus 4 Farbstoffe, eine 
rothe Flüssigk., das Erythroleln u. 3 feste Körper, das 
Erythrolitmin, das A. u. das Spaniolitmin enthalten sein. 
fiammarsch 2, 5 30.— Ajo-odpnamise (gr.), f. z-Ceyn: 
Abnahme der Lebenskraft. ogenik, f.; -eyn: 
Cntstehung des Leblosen (Unorganischen) u. Lehre, 
Lehrbuch darüber. — Azöres, pl.: A., eine Art 
sehr langhaariger Wollenzeuge (Biber), die in mehreren 
böhm. Fabriken verfertigt werden. Encykl. f. Kaufl. 47a. 
— Azõt, u., -(e)s; 0: 1) (gr.) Stickstoff, ein 
Gas, Bestandtheil der atmosphärischen Luft, in dem 
unvermischt „kein Leben“ möglich, A.. Gas, Azs- 
tum, Nitrogen (s. d.). — 2) (vralt., ar.-span. 
6 121 
agogue, Quecksilber) bei den Alchym. eine Art 
Lebenselirier, Mereũrius philosophörum, s. Jablonshy 
96b; Rollenhagen Fr. 157 2c., auch: Mein Azoth 
(—) reißt gewiß der Seuchen Band entzwei. Weichmann 
3, 99. — Azotẽa (span.), f.; —6: Art Altan. 
Grube Ch. 1, 2941 2c. — Isöt-isch, a.: stickstoff- 
haltig, -voll. -um I§ 24, 2, n.]: s. Azot 1. 
Azũd (span.), k.; -es: Damm, zur Reglung 
der Bewäßrung in der Huerta (s. d.) 2c. Globus 4, 
10b. -a, f.; —s: ein Rad, um Wasser zu schöpfen, 
zu heben. — - uljo (ar.-span.), m., —6; —6;: 
Die A-s, d. h. farbige Fayenceplatten od. glasierte 
Ziegelsteine. Schack 2, 220; Die aus musivischem Täfel- 
werk v. A-s bestehenden Lambris. 359; 27; Globus 
4, 14a; A-s.. Der Name dieser Fayencewürfel bed. 
im Arab. blau, weil wahrscheknl. die ersten dieser Ziegel 
in jener Farbe hergestellt wurden 2rc. 8, 74 a. ulin, 
n., -(e)s; 0: ein aus Theer gewonnener blauer 
Farbstoff. Natur 14, 227 (s. Anilin). — Azuͤmbre 
(span.), m., —; —6 ein Flüssigkeitsmaß: Die 
Arroba hat 8 A-s. Encyhl. f. Kaufl. 550a; Der 
Moyo (in Galizien] hat 4 Canadas, 16 Ollas, 68 A-s. 
371b c. — Jzür, n., —6; —en: Lazur (s. d.); 
das Himmelblau, vgl. das Räthsel: Es verändert 
die Farbe nicht, wenn man ihm vorn ein L. abbricht;! 
mit dem L. war es irdisch noch, ohne das 2. ist es 
himmlisch Licht. Nüchert Mak. 1, 191 2c.; A. war die 
Luft u. A. das Gewässer. Chamiso 1, 221; Die Sonne 
.. duldet .. tkein Zenseits an den himmlischen A-en. 
Schlegel 1, 146; Ihr wölbt der Himmel voller die A-en. 
313 2c. (eyhn, a.: himmelblau: Der Himmel öfsnet 
die azurnen Pforten. MBeer Arr. 49; Den azurenen 
Dom. 106; In tiefazurne Lüste. Chamisso 278. 
Zirt, a.: (Schriftgieß.): Mehrfache (streifige od. 
nach dem Kunstausdruck: a-e) Linien. Karmarsch 3, 188. 
— AIzütsch-oglan: s. Azam--oglan. 
Azõg/-ie (gr.), f.; —(ehn: Ungepaartheit (vgl. 
Cöllbat). Sisch, a.: jochlos, ungepgart, ehelos. — 
Azam--##| (gr.), m., —en, —8; -en: Spottname 
v. den griech. Christen den lateinischen gegeben, 
weil diese beim Abendmahl sich „ungesäuerten 
Brots“ bedienen (lat. Infermentärius), u. erwidert 
durch den Spottnamen Prozymit. on, um, n., 
6 ; -a [8 24, 2, n.,: ungesäuertes Brot (s. Matze): 
Féstum azymörum, das Fest der ungesäuerten 
Brote (s. Passah). 
B 
B: 1) der 2te Buchstabe (vgl. A1; 4, 5). — 
2) (Mus.) s. A 3: Kreuze u. Been. I###nl Ib. 1, 
364 r2c.; ferner: B= Quadrat od. Widerrufungs- 
zeichen (K.), eine vorangegangne Erhöhung od. Er- 
niedrigung um ½ Ton (wie Doppel-B Quadrat, 
Ky.e um 2 halbe Töne) widerrufeno. — 3) In Ab- 
kürzungen, s. A1; ferner z. B.: B, (b), auf röm. 
Inschriften 2c., Bälbus; böne; bixit (alt st. vixit); 
bönus; Brütus 2c.; anschristl. Inschriften; beät-us, 
—a c.; als chem. Zeichen B., Bör; bei Pharma= 
centen B., bälusum; bälsamum 2c.; B., äcidum 
benzöfcum; Mus. B., Basso 2c.; (auf Kourszet- 
teln: G., Brief, Ggstz: G., Geld); ferner Ba., 
Barium; B. A., (engl.) Bachelor of Arts; (lat.) 
bönis ãvibus (s. avis I) od. auspĩciis; Bartt), 
(engl.) Baronet; B. c., Basso continuo; Boco.,
        <pb n="138" />
        122 Baak 
Banko; B. D., Bachelor of Divinity; Be., Berhll; 
Bi., Bismüthum, Wismuth; B. L., Bensvole Léctor; 
B. m., beäte memöris; böne misceätur; B. M., 
bälneum Marĩæ; Br., Brom; Btto, brutto 2c. 
Baak ic.: s. Baf 2c. — Bääl (hebr.), m., 
—6 ; Zim: „Herr“, z. B. in Zsstgn: B. Bätith 
(s. Beth, in gemeiner Ausspr. B. Bös) Haus-Herr; 
B. Dower, s. Baldower 2c.; B. Teschüba, 
Büßer, z. B.: Ich bin ein B. Teschüba, bin ein Sün- 
der, der wallend durch das Elend Buße thut. Chamisso 
4, 121 1c.; auch in vielen Personen= u. geogr. Na- 
men 2c.; bes. aber (ugl. Beel, Bel) als Name eines 
Götzen, z. B.: Ist er Herr Gott, so wandelt ihm nach; 
ist es aber B., so wandelt ihm nicht nach. 1. Kön. 18, 
21 2c.; Die Kinder Israel . dieneten Baalim u. 
Astharoth (s. d.). Richt, 10, 6; 10; Hureten den B-im 
nach u. machten ihnen B. Berith lden „Bundes-B.“] 
zum Gott. 8, 33; Israel hängete sich an den B. Peör. 
4. Mof. 25, 3; Fraget B. Sebub lden „Fliegen-B. , 
den Gott zu Ekron, ob ich . genesen werde. 2. fKön. 
1, 2 (s. Beelzebub) c.; verallgemeint — Götze: 
Dem B. opfern. Iselin Verm. 1, 347 2c.; Die nicht in 
der Zeit des erweckenden Rufs absagten dem römischen 
B-s-Dienst. Platen 4, 218; B—-s-Pfaffen. Uh--- 
land 206; . Priester 2c. -it, m., —en, —##en: 
Baalspriester. — Gäaar, m., —en; —en: (seem.) 
ein noch unbefahrner Matrose, Handlanger (holl. 
orinbaar), auch Bambüse (vgl. Bamboche 1), Auf- 
läufer 2c., Ggstz: Ohrlamm (holl. oorlam): Die Ohr- 
lämmer .., die B-en Bobrik 79a. — Bads (niedrd., 
holld.), m., —es; —: Brotherr, Principal, Mei- 
ster, bes. der Meister jedes zum Seewesen gehörigen 
Handwerks: Nobrik 79; Hackländer Hdl. 1, 229; 
Immermann M. 1, 305; 4, 30; 68 1c.; Bei den B-en 
(Entrepreneurs der Schiffsbauten). Nat . 7, 16; Volksz. 
15, 119 ½..; Der Schlaf-B. ist aller Matrosen, die 
sich ihm anvertrauen, sorgender Vater. Wilkomm Gau 
267; Den f. g. Veen-Been, d. h. Torfmeistern. Kör- 
ner Sch. 3, 520; Zimmer--B. [Meisterl, vgl. Pu- 
hahn c. — Bäat (chin.), n.t, —6; uv.: ein Ge- 
wicht (Loth). 
Gab (ar.-Fers.), n.: Thür, Thor, z. B.: B-i 
Dewlet, die hohe Pforte des Reichs. Hammer 10, 
339; In den Jahren 1810—45. trat in der Nähe 
v. Schiräs ein Mann auf, welcher behauptete, daß man 
nur durch ihn zu Gott gelangen könne u. sich deßhalb B. 
.. nannte.. Zahlreiche Aubänger, die sich nach ihm Bäbi 
nannten. Picemann Or. 2, 182. — I. Babä (pers.= 
türk.), m., —s; —#: Vater (vgl. Papa), z. B.: 
B. Chan, Vater des Königs 2c.; bes. Chrenkitel an- 
gesebner Geistlicher, z. B.: B. Nasibt c#. — 
II. Baba (slaw.), k.; —#: 1) Jede B. (bulgarische 
Hausfrau). CUoben 1, 40; 2, 170 1.; alte Frau. 
-Kohl Südr. 1, 164; Salon 3, 160; Großmutter 2c., 
s. Beba. — 2) Art Backwerk, Kuchen (s. Se.) : 
Diese kbönernen B.-Formen. monatbl. 1, 135a. 
— Babänus, m., uv.: 0; afrikan. Eisenholz. 
Ausld. 39, 633b. — Babel: 1) (hebr.), n., 
—6; —#: geograph. Eigenname (Babrlon, s. d.), 
nach der Bibel (1. mof. 11, 9, vergl. B-s- 
Baute. Gouschall Gött. 103; -Thurmbau. 217; 
Gacchanal 
Einen B.-Gedanken. G. 31, 3, Gedanke eines 
Riesenbaues 2c.) = Verwirrung der Sprachen 2c.: 
Ein kleines B. schwirrt durch das Gemach. DMus. 15, 
2, 180 ic.; Das Sprachen= u. Völker-B. gfalmeroyer 
GsW. 1, 283; Bez. eines üppigen, sittenverderbten 
Orts: Von B. nach Jerusalem. Jhohn-Hahn 2c. Die 
B-s-Hur. Wackernogel 2, 50526, vgl. Off. 17, 5, s. 
Dan. 1, 27 2c. — 2) m., -6; uv.: Bafel (s. d.), 
Ausschuß: Den alten B. des Repertoirs an den Mann 
zu bringen. Dörne 5, 295. Ehaft, a.: sprachver- 
wirrt 2c.: B.en, fremdländischen Namenswirren. Lind. 
Schl. 79 . - man, m., —#; —en: (holl.) Unruh- 
stifter. -thum, n.t, —(e)s; ztbümer: ein Wesen, 
Treiben, wie in Babel, Sittenverderbnis: Wäl- 
sches B. Heine Reis. 3, 29. — Bäbi: s. Bab. — 
Babiche (frz. —sch-), f.; —n, —s: Schoßhündchen. 
— Babiega (span. —ßa), m.: das Pferd des be- 
rühmten Cid. H. Cid 67; 68 c. — Babill-age 
(frz. babilj-ãsh'), f.; — : Geschwätz. ard (-r), 
m., —6; —: Schwätzer, „Babbler“. arde (ärd), 
f.: —, —# : Schwätzerin. kren, intr. (haben): 
schwatzen. — Gabine (russ.), f.; —-n: braune 
Katzenfelle als Pelzwerk. — Babiöle (frz.), f.; 
—n, —# : Kinderspielzeug, Kleinigk., Tändelei. — 
Zabirussa (malaissch, m., n., —s: ——#: Hirsch- 
Eber: Das B. Olen 7, 1136. — Bäbhkha (ungr.), 
m., —s; —s: „Böhnchen“, kleine Scheidemunze. 
— Böäblah (pers.), m., n., -s; —6; f.; —-: mehrere 
Akacien (Acäcia cinsrea u. vera, s. Neb-Neb) u. 
deren Schotenfrüchte: Der B. dient zum Schwarz- 
fürben 2c. Encyhl. f. Koufl. 475; Man gebraucht das 
B. in der Kattundruckerei. AMeger's KonvLex. 2, 584a; 
Nach neuern Analysen enthält die B. Gärbsäure rc. 
Karmarsch 1, 99; Die sog. B.-Blätter zum Färben. 
Oken 3, 1696 2c. — Zäbu, m.: indischer Titel, 
Herr 2c. (vgl. Sirkar). — Babüra, f.; —#: in 
Bosnien, Kachelofen. CRoberm 2, 12. — Babüfsche, 
s.; —n : 1) (türk.): Haus-, Morgenschuh. Slodus 
6, 11 3a 2c., vgI.: Die Babug od. Pankoffeln. Weiss 
Kost. 2, 261.— 2) (poln.): vermummtes Weibsbild 
2c. — Bab-x (engl. bebi), n.,—# ; -ies, —#: kleines 
Kind (Säugling, vgl. Mammolino), Puppe: B.'sin 
allen mögl. Stellungen. polso NN. 8, 113; Ein Bätv. 
Rodenberg Ins. Heil. 1, 1401c. — Gabpl-on, n., -6; 0; 
Name einer Stadt (s. Babel) u. eines Reichs (auch 
Babvlönken), s. HSeeren 1, 771 ff., Kriegk 1, 18. 
onser, m., —8; uvr.: Bewohner Babylon's 
(weibl.: B-in), auch als Sternkundige, vgl. Chal- 
däer. -onisch, a.: zu Babylon gehörig, darauf 
bezügl. 2c.: B-er Thurm, auch Art Stachelschnecke 
(Aürex babylöniens): B.-e Verwirrung. G. 27, 
438; Dies b-e Idiom sollte sich .. noch mebr verwir- 
ren. 22, 38 (vgl.: Das Sxrachen-abel 2c.) 2c.; 
B-es Exil, b—e Gefangenschast der Juden; B-e (od. 
Trauer.) Weide (s. pl. 137, 1; 2). G. 7, 30 4 2c.; 
Die große b—e Hure (s. Of. 17, 5) ac.; Bee Decken, 
Gewänder, Terviche 2c., kostbar gewebt; B.e Felle 
(Herald.) = Hermelin; B-e Stunden, v. Sonnen- 
aufgang an gerechnet 2c. — Gaburussa: s. Ba- 
birussa. 
Gacch-anal (gr. Bich-), u., -(e)s; +, —en:
        <pb n="139" />
        Bacchanalisch 
ein dem Bacchus geweihtes Fest (s. Orgle); Zech- 
gelage; wildes Toben 2c.: Das geistige B. JSchlegel. 
Luc. 56 2c., auch: Der Griechen Fastnachtsfest, B-ia. 
Zinsgräf 1, 296 2c. andlisch, a.: in der Weise v. 
Bacchanalien, ihnen ergeben 2c. analiskeren, 
intr. (haben): Bacchanalien begehn 2c. -nt, m., 
—en, (—); —en: 1) Bacchuspriester, die wild toben, 
schwärmen u. des Gottes Fest begehn. Heine Sal. 
1, 84; Namler F. 1, 161 r.; — weibl.: B-in od. 
Bacchln. v. Ov. 2, 202; In Thracien hatte Bacchus 
sich Weiber erwählt, die ihn auf seinen Zügen begleiten 
mußten u. die (v. ihrem Lanre) Blistonspden u. B-en 
(lat. Bäcche) genannt werden ., auch Mänäden, 
Thyäden, Eviäden, Bassariden, Mimal- 
lönen u. . Lyäerinnen. Ramler Myth. 122 2#.; 
B-en- Hörner (Blasinstrumentel. Mtißner Saus. 
1, 279 2c. — 2) (s. 1, vralt.) fahrender Schüler, 
herumziehnder Student; roher, junger Mensch rc., 
s. Ss., dazu: B-erek, grobes, ungelehrtes Wesen, 
Roheit 2c. äntisch, a.: in der Weise der Bac- 
chanten (s. d., nam. 1). Eichendorf Lärm 60 2c. 
— en, pl.: rothe Flecken (Kupfer) im Gesicht, vom 
Trinken. -in: s. Bacchant 1. inon, u., —s; 
-ina: s. Bacino. Sisch, a.: auf den Bacchus 
bezüglich 2c. (vgl. bacchäntisch): Zu b-em Wahn- 
sinn. G. 33, 14 ., s. d. Folg. ius, m., 
uv. ;-ken [824, 2: ein Versfuß (J—);: Bachhische 
Verse (Zumpt Lat Gr. 63 7), richtiger: baccheische, 
aus Bacchien gebildet. us (os), m., uv.; se 
!&amp; 24, 2]: der Weingott (vgl. Ceres): B.-Feier; 
Fest;-Gabe (Garienl. 15, 695b); -Knecht (F. 1, 64); 
Priester(in); -Ritter (Galen GrP. 2. 32); In phry- 
gisch wilden B.-Tänzen. Wachernagel 2, 94611; B.= 
Tempel; -Zug (Geibel 234) 2c.; auch: Säufer; ferner: 
ein kurzer, dicker Kerl 2c. — Bäche, f.; In: 
s. Miriti. — Bachelier (franz. baschelje), m., 
—s; —s: Junggesell; Baccalsüréus (s. d.) 
(engl.) Bachelor lbätschilör!, z. B. of lowl 
arts, Baccalaurens der freien Künste; of 
Divinity, der Theologie 2c. — Sachmatt (slaw.), 
m., —, —-en; —e, -en: Art podolischer Pferde, 
langmähnig u. harthufig. — Bachot (frz. baschö), 
m., —#; —: kleine Fähre; Nachen. -leur (ör), 
m., —; -s: Fährmann, Kahnführer. — Zachschi, 
m., —8; —: mongolischer Sänger, Troubadrour. 
Auskd. 39, 173a; Globus 1, 190b. — Bachschisch 
(vers.), m., n., uv.; uv.: Trinkgeld, Geschenk: In 
der sußen Hoffnung auf einen fetten B. od. Pischkesch, 
wie man in Persien sagt. Ausld. 39, 174a; Ein gutes 
Bakschisch. 38, 896b; Chandler KlAs. 34; Backschiesch. 
Frankl Jer. 1, 150; 152; Fur ein Bakhschiseh kebir 
(großes Trinkgelr). Stobus 7, 52b; Das allgemeine 
Bakhschich-Geschrei. WhHeinet Weltr. 1, 12; 27 2c.— 
Gacht (türk.): Glück. Sammer 10, 339.— Bäch-ur 
(bebr.), m., —s; -Urim: junger Mann, Jung- 
gesell; in engrem Sinn: ein des Talmurstudiums 
Beflißner 2c. (gemein jüd.: Böch-ur, er. Gutzkom 
3. 4, 272). — Bachüt, n.: pfannenkuchenartigcs 
Gebäck, das die Melchiten in Damaskus am Epi- 
phaniasfest essen. Peietmann Or. 1, 124 ꝛc. — Ba- 
cile (it. batsc, m., —#; *, ekli: „Becken“, ein 
Gaftshelas 123 
Kornmaß auf den ionischen Inseln, ähnl.: Baclno 
auf Korsika. Encykl. f. Kausl. 47b; auch als Feld- 
maß: Die Misura od. der Baceile enthält 100 Qua- 
dratfuß. 154a. — Baeill-äria (lat.), f.; -ärsen 
(8 24, 11: „stabförmige“ Organismen: Die 
kleinsten vegetabilischen Gestalten, die nur aus ein- 
fachen Zellen beftehenden kieselschaligen Bakillarien 
oder Diatomeen. Zurmeister Gsch. 15; Zu den Infu- 
sorien gehören .. schwerlich die richtiger dem Pflan- 
zenreich einzureihenden B-ien. 365 :c. -um, n., 
—# zen [8 24, 2, n.]; Sus, m. I§ 24, 2]: Stäb-= 
chen, z. B. die Nepperschen Rechenstäbchen 2c. u. 
in Arpotheken: Etwas in Släbchenform, z. B. 
Bacilli — fumatörii, Räucherkerzen; — liguiritig, 
Süßholzbacillen 2c. — Bacinso (it.), m., —#; -6, 
wzi: s. Bacile, vgl.: Bacchinon or. Becken. Weiss 
Kost. 2, 727. 
Gadäm (vers.), m., -8; —: Mandel, — in Hin- 
terindien als Scheidemünze geltend, s. Paren. — 
Gadan-d (frz. bars), m., —s; —#: Ein B. ist ein 
Mensch, der nie binter seinem Backofen hervorgekommen 
ist .. u., wenn er doch einmal hervorkommt, Alles, was er 
erblickt, maulaufsperrend bewundert, .. Maulaffe. Lichte N. 
117. -dage (räsh);-derfe, f.; —: Wesen u. Thun 
eines Badauds. dleeren, intr. (haben): Maul-- 
affen feil haben 2c. — Baddschkri, m., —; 0: 
in Indien, die Mohrhirse (s. Durra). Martins 
Livingst. 1, 181. — Bäd-ewa (türk.), ie: Art 
Zeug. Hammer 10, 339. — Badewlet (ar.), m., 
—8; —8: „der Glückliche“, Titel des Emirs v. Bu- 
charg. Elobus 7, 278b; 9, 66a. — Zadgir (pers.), 
n., —s: —s: „Windfänger“. petermann Or. 2, 215. 
— Badiäga (russ.), fk.; —: Süßwasserschwamm 
(Spongllla). — Sadiän (pers.), m., -(e)s; -e; 
-um (§ 24, 2, n.]: Stern-Anis (s. d.). — 
Badige-on (frz. —isböng), m., —s; —s: Tünche. 
onnage lonnäsh'l, f.; —n: Tüncherei. Jonneur 
[—örI, m., —s; —s, —: Tüncher. onnkeren, tr.: 
tünchen. — Gad-in (frz. —ing), m., —s; —: 
Schäker. -inage (-isby), f.; —n: Schäkerei, Scherz. 
inant Cäng), adv.: scherzend: En langl b., scherz- 
weise. ine, f.; —n: Schäkerin; dünnes Rohr- 
stöckchen, (Flanier-) Gerte; feine Zange, Pincette. 
Sinerte, f.: —eyn: Badinage. inkeren, intr. 
(haben): schäkern, scherzen 2c. — Badinschan (ar.), 
m., —8; —: Eifrucht (Solänum melöngena). Auslb. 
38, Sölb. — Bados (frz. —5), m., uv.; uv.: 
ein rother Bordeaurwein. — Hädsch (türk.): Zoll. 
Hammer 10, 339. — Badschi: s. Beg. — Bad- 
winge, f.; —n: s. Botwinja. 
Bäsel, m., —s; uv.: (kaufm.) Ausschuß, 
schlechte Waare 2c. (s. Babel 2; Bavelle). Auerbach 
Dicht. 1, 20; Eine Albernheit, ein Blörsinn, ein B., 
wie es die Schwaben nennen. Stahr Par. 1, 238 1c.; 
auch: Schofel, Pafel. Rüchert W. 4, 304 2c. Dazu: 
Verpäfelte lverdorbne, verlegne! Waare. Ma- 
theftus Pr. 46; Hsachs G. 1, 223 . — Bafese: s. 
Pavese. — Bässer, m., —#; —: zu raffinierender 
Rohzucker. — Bäf(fe)tas (pers.), m., uv.; uv.: 
ostinrische Baumwollzeuge, glatt u. dicht, meist
        <pb n="140" />
        124 Bassomet 
weiß. — Baͤffomet: s. Bavhomet. — Bafreur 
(frz. bahfrör), m., —8; -6: Fresser. 
Zag (engl. bägg), m., —s; —8: Sack, auch 
(kaufm.) als Maß. Jage (frz. bagäshe), f.; —n, 
—6: Gepäck, nam. Kriegs-, Heeresgepäck (vgl. 
Package); Troß: Wenn die ganze B. vorbeikommt. 
Gutzkow Liesli 71, der Zug 2c.; dann auch, wie 
Pack, v. Personen — Gesindel 2c.: (Avec) armes 
(s. d.) et b—#8, mit Sack u. Pack; „Bagasche () 
Fuhren ". w. HB. 2, 61; B.-Pferde;-Wa- 
gen 2c. — Bagarre (frz. —ärr), f.; —##: lärmen= 
des Gewirr, Gedränge. — Bagasse (frz.äß), k.; 
—#: Bagazo. — Bag-aät, m., —#; -e: s. Bagatto. 
akelle (frz.), f.; —n, —#6: Kleinigk., etwas Un- 
bedeutendes rc. (ugw. u.: Sealssield Leg. 1, 10). 
Bagatell- Proceß], Sache, Rechtssache, deren 
Ggstd. ein unbedentendes (gesetzlich festgestelltes) 
Marximum nicht übersteigt; Die Bagatell-Kom- 
missionen des Stattgerlchts; Die Schulden baga- 
tellmäßig. Meißner N. 2, 127. -alcclhlino (it.), 
m., —8; —8, fui: veraltete venetianische Scheide- 
münze. atlo, m., —#6; —#6, -ätti: Bagattino; 
daher: der kleinste Tarock (s. d.), so genannt, weil 
das bezügl. Blatt einen Schuhflicker mit einem B., 
als Arbeitslohn, in der Hand darstellte, — auch 
Bagst, verderbt Pagat, s. Herrig 36, 228. — La- 
gäzo (span.), m., —8; -6: der Rückstand aus- 
gepreßter Pflanzen, nam. des Zuckerrohrs, der ge- 
trocknet zur Feurung 2c. dient. Ausld. 39, 592a; 
Bei einem stinkenden Talglicht od. B.-Feuer. 607brc. 
Grenzb. 24, 2, 945; B.-Fackel. 24, 1, 232 2c.; 
auch: Bagasse; Begasse (f.), z. B. Slodus 5, 71b; 
Notur 4, 20 2a; Prechl 10, 221; Begaß. Katmarsch 3, 
702. — Zägd-ad: Stadt am Tigris (s. Baldach); 
daher z. B.: B.-Shawl 2c. alfn, m., —(e)6; —e: 
Baumwollzeug buntgemustert ähnl. den Bagdad- 
Shawls. — Bag-Tor (engl. bägg-), m., uv.; 
—es: (weidm.) „Sacksuchs“, ein behufs des Hetzens 
im Sack wohin transportierter Fuchs. Zoler Renn. 
120 2c. — Baggea: s. Bangea. — SBagg-er 
(niedrl.), m., —s; uv.; -: Maschine zum Aus- 
tiefen verschlammter Häfen, auch Flüsse 2c.: Fluß-; 
Hafen-, See- (Spielhogen Dün. 17) B. 1c.; auch ein 
dabei beschäftigter Arbeiter; B.-Maschine;-Mei- 
ster, Aufseher beim Baggern;-Prahm, Schiff, 
Schuit lspr. scheut od. Schute;-Torf, aus aus- 
gebaggertem Torfschlamm. -ern, tr.: mit dem 
Bagger arbeiten, reinigen, austiefen, auch: Sichel, 
mit der er den Schling= u. Schilfpflanzen im Weiher 
einen unerbittl. Krieg machte u. sie ans Ufer baggerte. 
Schüching Akt. 3, 60 2c.; Aus- b. Spielhagen Dün. 
236 2c.; Die Barre an der Mündung weg-b. Ausld. 
39, 79 6a #c.; Hafenbaggerung. Gude Geogr. 3, 
47 1c. -ert, m., -6; e: Buggerschiff. — Gäghala 
(ar.), s.; -s: s. Maschua. — Bagno (it. bänfo), 
n., —6; —6: eigentl. „Bad“, dann: Ge- 
fängnis für Sklaven (in Konstantinopel), nam. 
für Galeerensklaven. ekle, f.; —n: Halbschleier 
(s. Bavolet). — Gagpip-e (engl. bäggpeip), k.; 
: Sackpfeise, Dudelsack. -er, m., —6; —6: 
Sackpfeifer. Uaid. 21, 45. — Gagnäri, m., —#; 
Zaikalit 
—: s. Jabtru. — Baguelte (frz. bagett), f.; -n, 
—6 : Gerte, Ruthe, Wünschelruthe (Scheling 1, 7, 
490; 494) 2c.; Stock, Trommel-, Lade-Stock 2c.; 
hochstielige Tulpe, die leicht ausartet. 
Baͤh (frz.), interi.: Bez. v. etwas Unwich- 
tigem, Unbedeutendem, Verächtlichem, was in weg- 
werfendem Ton behandelt zu werden verdient: 
Ah (s. d.) b. 1 2c. — Gäham, m., ; — oriental. 
Name, z. B.: Schach-B. w. 7, 1 2c., daher: 
400 B-sd’or .. Wie vlel er B-3 hätte. 11, 12 flf., 
Goldstücke mit dem Bild des Schach B. (s. Dor). 
— Bahäma: geogr. Name einer westind. Insel- 
gruppe: Die B.-Inseln. Dazu B., feine Sorte 
Indigo; B.-Holz, Art Rothholz (Brasiletto). 
Entykl. f. Koufl. 6z70b; B.-Schwamm, eine Sorte 
Waschschwämme 2c. — Bähar, m., —#; —: ein 
ostind. Gewicht v. mehrern Centnern. — Bäharat 
(ar.), pl.: Noch heute heißen die öffentlichen Wasser- 
behälter in Damaskus, sowle die Marmorbassins in den 
Häusern daselbst B., d. h. Meere. Scha 2, 260, s. 
Vahr. — Bahĩ (span.), f.: (bei den Zigeunern) 
Glück-, Schickfalsverkündigung, Wahrsagung 
Globus 7, 270b; 9, 79a 2c., vgl.: Das Wahrsagen, 
die baji, la buena ventura. 185. — Bahiĩa 
(span. 1c.): „Bai“, Bucht, daher: eine Stadt u. 
Provinz in Brasilien u.: Produfte v. dort, z. B.: 
Taback (Verproviantierte seine Nase mit B. Sodened! 
Erz. 1, 7); Baumwolle (Kormarsch M. 2, 500; 
Preise der langstareligen Nebensorten, wie B-s, Rios 
u. Domingos. Nal 3 20, 398 2c.); Rohzucker (401; 
Karmorsch 3, 706) 2c. — Gähr (ar.), m., —6; —8, 
uv.: Quelle, fließendes Wasser: Natürliche Brun- 
nen in mehrern dieser Oasen ... Die sog. B. Uakur 
15, 17 4a r2c., vgl.: [Das Thal, das! den Namen 
. Strom ohne Wasser“ (B. el bela ma) führt. Burmeister 
Gsch. 12; übrh. — Wasser, s. Nähke, vgl. Ba- 
harat; Feriki-Bahrieh. — Bähri (ar.), m.: ein 
Fisch, im Jordan höchstens ½ Elle lang, im Meer 
größer, — mandtisch Dilfüna. Petermann Or. 2, 126. 
Bäf: 1) (frz. 2c., vgl. Bahla, Bavönne), k.; 
—en: größre Bucht, gw. kleiner als ein Meerbusen. 
bebrik 85b. Zssbgu z. B. in geogr. Namen: Baf- 
fins. B. (engl., spr. bäffins-be) 2c., ferner: Felsen- 
V., wo dumpfig sich rie matte Woge bricht. Monhillon 
166 c. Als Bstw.: B.-Salz, Seesalz. Karmorsch 
2, 161 2c. — 2) (frz. bä), m., —; —#: kastanien- 
braunes Pferd, Brauner, it.: Baso. — Bäibak: 
s. Bebaf. — Baidak (russ.), m., —6; —, -i: 
Flusschiff mit großem Stener. Rohl Sürr. 1, 
12. — Gaidär-a (russ.), k.; —s, zen: kamschat- 
kisches Boot. -ha, f.; —#, —en: esbare Küfer- 
schnecken. — Baign-eur (frz. bänför), m., —; 
—s6: Einer, der sich badet: Das Kostum der Bs u. 
Baigneusen [der sich badenden Herren u. Damenl. 
Solon 1, 192. -euse IôÖ#, f.; —n, —: 1) s. 
Baigneur. — 2) Barchäuschen. oire (bär), f.; 
—s: Badewanne; vorspringende Theaterlege in 
Wannenform. Meißner Schw. 3, 93; Wochenhulen 
Ev. 76; Die B-s FVorchestre (orkest'r! od. Parkeltlogen. 
Bastiano 39. — Saikalit, m., -(e)s; —e: Art 
Augit, vom Baikalsce (wie der Fassalt vom Fassa-
        <pb n="141" />
        Baile 
Thal), auch Diepsid (Ohen 1, 259) u. Severgin. — 
Bäile (span.), m., —#; —3: Bayles, Balladen, Tanz- 
lieder. Bosenkranz Poes. Gsch. 534. — Bailiff (engl. 
bel-), m., —#6; —6: Gerichtsdiener (nam. früher 
auch = Bailll). — Baill-age (srz. baljäsh'), k.; 
-n, —# : Amt, Bezirk eines Baillt (Ballei): Die 
Ritter der B. Brandenburg [in Maltal. pückler Südöstl. 
1, 325 ꝛx., korrekter: Baill iage. -i(in ältrer 
Schreibw. -#. Sch. 6 86a rdc., spr. A), m.t, —6; —#: 
Titel hoher Würdenträger — Landpfleger, Vogt 2c.; 
Großwürdenträger im Malteserorden (Naumer Tasch. 
II 5, 276) 2c. — Bil-o (it., v. lat. bajulus, 
Träger 2c.), m., —s; —§, -i: Bailli, z. B. auch 
der ehemalige venetianische Gesandte in Konstan- 
tinopel. handler Kl. As. 23. — Baimwäwa: s. 
Annemeekee. — Bain (frz. beng), n., —s; —: Bad 
(s. balneum): B. -mariẽ, s. Marienbad. — Bairak 
(türk.), n., —s; : Fahne. -där (hammer 10, 339; 
Pelermann Or. 2, 465), -far, m., —#; —#: Fahnen- 
träger: CKobert 2, 208 2c.; B.-Aga rc. (Barjaktar. 
Gerhard Wil. 2, 217; 230).— Batram;: s. Beiram. 
— Bais--emain (srz. bäsmeng), m., -S#;#: Hand- 
kuß. -ement (—mäng), n., —##; —§é: Fußkuß beim 
Papst; (Math.) — Oeskulation. er Cô, m., 
—; —: Kuß; schaumgesülltes Zuckergebäck. 
Püchler Südöstl. 1, 78 (s. Bouche de Dames; Meringne). 
ottieren, tr.: oft küssen. — Zaiss-e (frz. bäz), 
f.; —##: das Sinken, Fallen — nam. v. Börsen- 
papieren (Ggstz Hausse): A la lauf die] B. speku- 
lieren 7 -ier (—e), m., —##; —#: Spekulant à la 
baisse (Ggstz Haussier), s. Bear, Firer, Contremineur. 
— ren, intr. (sein): sinken, fallen; tr.: senken, 
fallen machen, auch: Östrelchische Metalligues . zu 
haussen od. zu balssen. FZaudissen Burk. 1, 145 
(vgl. firen). 
Gajadere (port.), f.; —: „Tänzerin“, in in- 
dischen Temveln u. Pagoden (s. Dewadasi; Arambhe) 
u. bei Festmahlen 2c., auch zum Theil als Freuden- 
mädrchen. G. 1, 116 2c.; auch: eine Art Damen- 
tracht: In der V. von Spitzen. Glalser Niedrl. N. 55. 
— Bajärd, Jo, m., —#; 0: das edle Roß Ninal- 
do's. W. 15, 233; 318. — Bajazzo (it.), m., —S; 
—8: Possenreißer, Hanswurst (vgl. Paillasse): B.= 
Buden. Kohl Pet. 2, 150 2c. -thum, v., —e)s; 0;: 
Politisches B. Volksz. 13, 286; 293 2c. — Bäji: s. 
Babi. — Baio, m., —#8; —#: s. Bai 2. — 
Bajoire (frz. bashoär), f.; —s: „Kußmünze“, 
Münze mit 2 Köpfen auf der Bildseite. — 
Baiöcco (it.), m., —#; —s, occhi [—öcki): Kupfer- 
münze im Kirchenstaat 2c#.: 1 Scudo = 3½ Testoni 
-Papetti = 10 Paoli = 20 Grossi = 100 
Bajocchi = 500 CQuattrini. Encyhl. f. Kauft. 667a; 
Einige Centesimi, hier noch Bajocchi genannt. Gartenl. 
15, 360a; 16, 226b; Einen B. G. 24, 159 2. 
(Verlangen nach „Bajocch“. Gutzkom Z. 8, 340; Kel- 
nen „Bajocch“ mehr. Schücking KünstLeid. 225). — 
Bajonctt, n., —e)s; -e, (-er. Gentz Rev. 80 2c.); 
; eine auf den Gewehrlauf aufzusteckende u. davon 
abzunehmende spitze Stoß-Waffe (Stahlkliuge mit 
Kanten), Flintenspieß — nach der Stadt Bayonne, 
s. d.; Hau-B., zweischneidiges. Hauebl. (50) 1, 
Bach 125 
477 2c.; B.-Angriff. Mag. d. Auel. 34, 542b; Das 
B.-Fechten; Die B.-Fechtkunst, v. Selmnitz; B.-Feder, 
zur Befestigung des B-s#: B.-Ring; Der B.-Ver- 
schluß wird geöffnet. Uat 3. 18, 550 :c. eren: tr.: 
mit einem Bajonett versehn; intr. (haben): mit 
dem Bajonett fechten. — Bajüte, f.; -n: leichter 
Kragen an od. über einem Domino (s. d. 3), als 
Maskentracht. Jahn Moz. 1, 191; Redonten,! wo 
.leichter als das Netz der fliegenden „Bajouten“) die 
Tugend junger Schönen reißt. Sch. Dör. 523 (und 
Anm. dort). 
Bak (niedrd., frz.), m., —#s; —s: Fähre; 
Prahm, als Flott der Zimmerleute beim Kalfatern 
des Schiffs (s. Back 2); Parterre in holländ. 
Schauspielhäufern 2e. — Baka (pers.), f.; 0: 
bei den Sofis: Die Vernichtung (Sena) ist das Fort- 
schreiten zu Gott; die Fortdauer (B.) ist das Fortschrei- 
ten (Seir) in Gott. Rosenkranz Poes. Gsch. 386. — 
Zakabäi: Art schlanker Palmen in Südamerika. 
Globus 7, 141a. — Bakal (ar., türk. 2c.), m., 
—86#; —6: Specereihändler; Materialist 2c.: Bs, 
d. h. Leute, welche Reis, Gemüse, Zucker u. Specereien 
feil bieten. 4, 87b ic., vgl.: Eine griech. Delikatessen- 
handlung, Bakkal lin Agyptenl. 7, 52b; Dem Bac- 
cul od. Höker. lindau Walsh 1, 115; 169 1c.; B-enije 
Towäri (russ.), Materialwaaren. Kohl Südr. 1, 84. 
— BZacarat □#: s. Baccarat. — Zakassa, 
f.; —##: großes Ruderfahrzeug der Karaiben. 
Vobrik 588b. — Bähe (niedrd.), f.; —n: Merk- 
zeichen, z. B. bei den Feldmessern, für die Ein- 
theilung der Meßkette 2e., nam. aber seem., 
sowohl die das Fahrwasser bezeichnenden Wahr- 
tonnen (See-B-n, s. Bose), als auch Ufergebäude 
als Wahrzeichen für einsegelnde Schiffe (Land-B-n) 
u. die auf Thürmen brennenden Blüsen (Feuer- 
Leucht-B-n) u. andre, nam. vor Saunrbänken u. 
Untiefen, warnende Zeichen (s. Ss.): Tonnen= u. 
B—n--Geld, Abgaben für die See-B—n#2c. — Bah-el, 
m., —s; uv. : (s. baculus): Stock, zumal des 
Schulmeisters (Schul-B.); auch: Meister B., ver- 
ächtl. Bez. des Schulmeisters. -eln, tr., intr. 
(haben): mit dem Bakel prügeln: Ab., durch b. 2c. 
— Lak-en, tr., intr. (haben): Baken (s. d.) an- 
bringen: Das Fahrwasser ab-, be b.; Eine Linie mit 
Pfählen ab.b., abstecken 2c. -er, m., —8; uv.: 
Tonnenleger (seem.); Von den Landmessern, deren 
B-u#u. Ketienziehern. Erdrgl. 31 2c. — ZBahtic 
(türk.): eine Art Gebühren. Hammer 10, 339.— 
Bahirdschi (türf.), m., —#; —##: Metallarbeiter. 
rbd. — Zach (niedrd.): Ia.: rückwärts gewendet: 
Die Segel b. legen, b. brassen, b. holen, so stellen, daß 
der Wind sie von vorn trifft u. das Schiff aufhält 
od. rückwärts treibt; Daß ich hier beigedreht habe u. 
mit b-en Segeln liegen bleibe. 6 Smidt gL. 2, 107 rc., 
s. B.-woods 2c. — II f.; —en: 1) die Schüssel, 
woraus das Schiffsvolk sreist, daher: a) die zu- 
sammenschaffende, d. h. speisende Abtheilung der 
Seeleute, Backschaft. Spieß Exp. 118, B—-s-Ge- 
sellen, Maaten, z. B.: Kranken-B.; ferner: 
dle Kochs-, Bootsmanns-, Bootsmanns- 
maats-B., deren Haupt, der älteste, B-#s-Meister
        <pb n="142" />
        Garcifer 
126 
heißt, wie der jüngste, der das Essen holen muß, 
B-s-Zunge (od. Auflänfer). — b) der Platz zw. 
2 Kanonen 2c., wo sich folche Abtheilung aufhält 
u. ihre Hängematten hat. — 2) andre Behältnisse, 
Kasten, abgeschauerte Räume 2c. (s. S#.), z. B. in 
d. Kattundr., Papierm., Zuckersied. u. seem. (s. 
auch Bak). — 3) im Schiff — Vorderkastell. 
Dazu: B.-Bord (engl. larboard) die linke Seite 
des Schiffs, wenn man das Gesicht nach dem Vor- 
dersteven wendet, wie Steuer-Bord (engl. starboard) 
die rechte, u. danach z. B. Backbords= U. Stener- 
bords--Anker,-Kanonen,-Wache 2c. — Bdcc-iser (lat.), 
a.: beerentragend: (Plänta) baccifere, beeren- 
tragende Pflanzen. Tisôrm, a.; beerenförmig. 
a, f. 1§ 24, 1): Beere. — Barrile: s. Baeile. 
— Barraldür, m., —n, —8; —en: Baccalaureus: 
Die damaligen B-en. W. 36, 83. -räl, n., —Xe); 
—e: Würde eines Baccalaureus: B--Examen. Kohl 
Engl. 3, 26. —(E)iren, intr. (haben): das Bacca- 
laureat erwerben. -us, m., uv. (ses); —se 
[&amp; 24, 21): der geringste academische Titel (s. Ba- 
chelier u. — auf Umdeutung beruhnd — Laureation). 
— Bacraliau 2c.: s. Kabelsau. — Baccän--c (it.), 
f.; ze: Kneipe, Weinschenke (s. Bacco). — Balc)— 
carat (irz. —ä): Hasardsplele wie B., Landsknecht 2c. 
Unl 3 20, 10; volhsz. 16, 46; Wachenhusen Ev. 87. 
— Zching (engl.), k.; —6: Holzfüttrung bei 
Panzerschiffen. Erenzb. 26, 4, 250. — Bacco 
(tt.), m.: Bacchus (s. d.), bes. in Flüchen, Be- 
theurungen, z. B.: Cörpo di B.1; Cospétto di 
B. 2c. — Zackhschafl, f.; —en: s. Back II 1. — 
Gaecul: s. Bakal. — Bachwardalion (engl. bäckwör- 
desben), f.; —6: bei Staatspapieren, die noch vom 
Verkäufer zu tragenden Zinsen. — Bachwoods 
(engl. bäckwurds), pl.: „Hinterwälder“, unbebaute 
Ländereien im Westen der vereinigten Staaten v. 
Nordamerika. Gersäcker WW. 1, 136 2c.; B-s-Man 
(ein Hinterwäldler), Mz.:-Men, vgl.: B-s-Frauen. 
Bazar 13, 211a. — Bähla: s. Ferschin. — Saklä- 
jan (russ.), k.; —#: eine gurkenähnliche, dunkel- 
violetle Frucht, die in Südrußland gebacken u. mit 
Fleischfarce gefüllt, verspeist wird. Kohl Südr. 1, 
125. — Bählalnd, pl.: feine aschgraue Baranken 
(s. d.). Enchhl. f. Kaufl. 89a. — Saklaw;: s. 
Katmak. — Gakola: (auf den Fidschi-Jnseln) 
Menschenfleisch. Globus 5, 61b. — Zacon (engl. 
bekön), m., —#; —: Schinken. I Kohl Par. 2, 29. 
— Bakrag: f. Bekreg. — Bakschisch: s. Bachschisck. 
— ZBakteri-um, n., —; -zen [8 24, 2, n. : kleine 
Infusorien. Gumboldt K. 1, 488; Mag. b. Ausl. 36, 
636b. — Barul-alion (ulat.), f.; -en: Steck- 
prüglung. eren, tr.: bakeln. -inus, a.: s. 
Daculns. —I, m., -en; -en: eine Gatt. Ammons- 
hörner. omelris, f.; —(ehn: Meßkunst (mit 
Meßrutben 2c.). -us, m. [8 24, 21: Stock ((. 
Bakel), z. B. (Scherzverse): Mein Sohn, silius, 
geh in den Winkel, angulus, hol mir den Stock, b., 
für deinen Rücken, doͤrsum 2c., daher: Demonsträtio 
a bãenlo äd üngulum (auch arguméntum baculinum), 
der Beweis durch den Stock (statt durch Gründe, 
vgl. Ferio) 2c.; B. astronömicus, Sakobsstab, ein 
Galancieren 
veraltetes Werkzeug, die Höhe der Sonne zu messen; 
B. pastorälis od. episcopälis, Hirten-, Bischofs-, 
Krummstab rc. 
Bal: 1) (s. Baal). — 2) s. Bafl. — 3) n., 
-6; —6: in Schottland, ein umfriedigter Platz, ein 
Städtchen. Ausld. 38, 896b. — Zäla: Sie be- 
zeichnen Gott mit dem pers. Namen B. od. Balak, d. i. 
der Höchste. Petermann Or. 2, 331. — Balad-a, f.; 
—: B-s, Lieder zum od. mit Tanz. DMus. 15, 2, 
244; osenkranz Psch. 469 (auch Dansa, proven- 
Calisch), s. Ballade. in (frz., auch: -ins), m., 
—6 ; —# : Grotesktänzer; Possenreißer 2c.: Ein klei- 
ner B.s. einem Gnom. w. 15, 197 logl. 315; 
Reim: ziehn!); Der Sammelplatz aller .. Viriuosen, 
B-s 2c. HB. 1, 13; Griechische Tänzer u. B. 39 rc. 
Sinage (afh'), f.; —n: Possenreißerei 2c. -ĩne, 
f.; —: das Weibl. zu Baladin. — Balas# (frz.), 
m., —#; —: ein Balafrierter. ĩẽren, tr.: Einen 
b. ihm eine Schmarre ins Gesicht hauen. — Sa- 
lagan (rufs.), m., —# —s, —e: Bude, Schaubude 
1e.: Die Zahl der Baracken od. B-u. Gartenl. 17, 8 6a 
ff.; Der B-n-Platz. 86b; In den größern Theatern 
(B-). Sazar 14, 14 4a 2c., auch ein Volksfest in der 
Butterwoche (s. Maslänitza). Nat3. 20, 189 (Drckf. 
Balazan). — Bala#: f. Bala. — Balais (frz. —3), 
m., uv.; uv. (m. laulendem 6): ein Edelstein, 
Art Spinell (nach dem Fundort, der Landschaft 
Badasschan, Balaschan in der großen Tartarei, s. 
Biue# Errk. v. As. 5, 789, wonach Dviertelj. 40, 214 
zu berichtigen): Ballas-Rubin (Rubin B.) v. licht- 
rosenrotber Farbe. Karmarsch 3, 410; Prechil 4, 5 49 1e. 
(ar., türk. Laal). — BZalaläskha (russ.), f.; —: 
Art Cither mit 2 od. 3 Saiten (Hummel), s. 
Balab alka [Drckf. ). weiss Kost. 2, 326; 371.— 
Bälam, m., —6; — : Herbergsort, Halle für 
Reisende im Morgenland (s. Chan 1b). — Bala- 
müschen (slaw.), tr.: verwirren: Ver-b. Goltz 3, 
72. — Baläna (lat.), f. 18 24, 1): Wal, Wal- 
fisch, frz. baleine (in Mz. auch = Fischbein). — 
VGalanc##e (frz. —ängß), f.; —n: Wage, z. B.: 
Eine Verbesserung in dem galvanpplastischen Apparat .., 
B. meéetallo-metrique I—trif! Roseleur I—ör], eine 
Wage, durch die man das Gewicht des niedergeschlagenen 
detasls bestimmen kann. Ualß. 20, 419 1c.; Gleich- 
gewicht, Schwebe rc.: Die heute bestebende Macht-V. 
Na## 18, 477 1c.; (kaufm.) s. Bilance; (seem.) 
Angabe der Kauffahrteischiffe Uber ihre Ladung 2c. 
, n., —; —: (Tanzk.) Pas, wobei der Körper 
schwebend sich von einem Fuß auf den andern 
wiegt. -emenl (# mäng), n., —#: —: das Ba- 
lancieren; das Schweben; das Beben des Tons 2c. 
Scur (ör), m., —#; —6, —e: Balancierkünstler: 
Künste der B—s, Aquillbristen 1c. Gehler 3, 933. Lier 
□i), m., —; —6: ein durch seine Hin= u. Her- 
bewegung die allgm. Bewegung aller Theile einer 
Maschine regelnder Theil dersellen: B. 1Balaneser-, 
Wagbaum) einer Dampfmaschine 2c.; auch die lange 
Stange, womit Seiltänzer sich im Gleichgewicht 
halten (Balanes# Stange) 1e. ĩcẽren, tr.; intr. 
(haben): Elwas, sich schwebend erhalten: das 
Gleichgewicht halten, waghalten; schwanken;
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        Balander 
(kaufm.) eine Rechnung abschließen (s. bllancieren); 
(Mal.) die Ggstde ebenmäßig ordnen; (Tanzk.) 
mit einem Fuß schwebend, den Körvper auf der 
Fußspitze ruhn lassen 2c.: [Über den Fluß auf 
Stegen hinüber-b. 2c.; Balanefer--Bolken,-Baum, 
Stange rc. (s. Balancier); -Kunststück 2c.; Maschine, 
bestehnd aus der Verbindung eines kleinern, schwe- 
rern u. eines größern, leichtern Gefäßes, die, sich 
aus einem Gerinne füllend, Wasser aus der Tiefe 
fördern 2c. — Galänder, m., —#; uv.: B., Bi- 
lander = Binnenlander, ein holl. einmastiges, plat- 
tes Fahrzeug. — Galän-e (gr.), f.; —: B., Bä- 
lanus, Eichel; auch = Meereichel (eine Gatt. 
Muschelkrebse) 2c.; Stuhlzäpfchen 2c. (Balanis- 
mus, m.). ion, n., —8; ia: Bade-Anstalt (s. 
balneum). -it, m., —en, —##; —en: versteinerte 
Meereichel; auch eine Pflanze (Ol-Kinsche). klis, f. 
[8 24, 3, uv.): Entzündung der Eichel am männl. 
Glied. oblennorrhös, f.; —e)n: Eicheltripper. 
Balänodea (gr.), pl.: walfischartige Thiere. — 
Balan-oĩrdisch, a.: eichelförmig. -ophäg, m., 
—en, —# -en: Gichelesser 2e. — Balänöptera (gr.), 
f. 1824, 11„ Walkfisch mit einer Rückenflosse (Finnfisch). 
—Galankin, m.,—(e)s;—e: Beutel; Strickkörbchen. 
— Bälanus, f. I&amp; 24, 2): s. Balane. — Balaänz-a 
(it.), f.; —s, e: Art sieilischer Zweimaster. Dobrik 
688b. — ZBalaräna (ind.), m., —6; 0: s. Bal- 
badhra. — Balas: s. Balais. — Balasore, f.; 
—n : B., B.-Tücher, Tücher aus Baumbast (aus B. 
in Ostindien stammend). — Balatas, m.: ein 
Baum in Guyana (Achras), dessen Milchsaft der 
Gutta percha ähnlich ist. Slobus 9, 128b. — Ga- 
late (span.), m., —#6; —#: Trepang (s. d.). Ohken 
5, 584. — Bälalro (lat.), m., —#; önen [824, 
3, õpis]: Schmarotzer 2c. — Zaladür, - , m., 
—6; —e: ein drachenförmiges Ungethüm des rumä- 
nischen Volksglaubens. BDMus. 17, 2, 269. — 
Bälazan: s. Balagan. 
Balbädhra (ind.), m., —s; 0: Die 3 Bilder 
der Dschagganatha-Götzen ..: B. od. Balarana (Siwao) 
ist weiß bemalt und 6 hoch, Dschagganatha 5“ und 
Sabadhra ist weiß u. hat 4 Höhe. Globus 7, 22q. — 
BZalbälhyn, m., -es, -en; -e,en: 1) aus Filz#c. 
nachgemachtes Birkhuhn zum Anlocken der Birk- 
hähne. Dsbel 2, 175 2c. — 2) Been: regelmäßig ge- 
formte Stücke v. Steinsalz (in Wieliczka), wie sie in den 
Handel kommen. Sch'uchenstuel 21, vgl.: Die gewaltigen 
Balv anen zu lösen (Balvan, eig. der Name eines alt- 
slawischen Götzenbildes, werden cylindrische Formsteine 
des Salzes v. über 3 Centner Schwere genannt). Gartenl. 
17, 278b. — Balbfer 2c.: s. Barbier 2c. — 
Galb-is (gr.), k. [8 24, 3, dis]): erhöheter Platz 
für Diskus= u. Speer-Werfen. Weiss Kost. 1, 905. 
— ZBalbüt-ies (lat.), f. [8 24, 51: das Stam- 
meln. #ren, intr. (haben): stammeln, lallen. 
Zäldach: Bagdad (s. d.): Purpur u. B.= 
Seide. Simrock Gudr. 301, im Urtert: baldekin. 
„in, m. (u.), —eys; —e: Trag-, Thronhimmel, 
Himmelsdecke 2e., auch Baldak in. Brockes 9, 368 rc.; 
neutr.: Sie haben ihm gewebt ein Seiden-B. Räckert 
BE. 146 2c.; Unterm Sternen-B. platen 2, 8 ce.; 
Ballade 127 
— 
eigth.: Dag Don Agostino ein Graf ohne B. war, 
d. h. ohne Stellung zum hohen röm. Adel. Guskow 3. 
8, 114. — Bälder, m., —8; 0: (nord. Mylh.) 
der Gott des Lichts u. der Unschuld. Kinken 92 ce.; 
Baldur. Mohnike Fr. 5; Simrock Fr. 195 2c. — 
BGaldöwer (hebr.), m., —: —: (s. Baal) bei den 
Spitzbuben, — der die Gelegenheit zu Diebstählen 
Auskundschaftende; dazu: Der Galgenkönig hat bal- 
dowert. Gartenl. 16, 12 3b.— Bäldrian, m., —e)8; 
+e: Pflanzenn. — Valeriäna. Dazu z. B.: B.= 
Ertrakt; Ol; sauer, „Säure; „Tinktur; „Wasser; 
Wurzel rc., vgl.: Mit b.-saurem Kali. Hirzel Ch. 157 
u.: Valerian saures Amploxid 2c. Karmarsch 1, 
818 2c. — Baldschih (türk.): Beschläge: Hand- 
habe der Streitkolbe. Hammer 10, 339. — Bäldur, 
m., —#§# : 0: s. Balder. 
Baleine (frz. -län), f.; —#. —n: s. Balæna. 
— GBalest-ärius (mlat.), m. (§ 24, 2): Arm- 
brustschütz, auch: Balistarker. Weils Kost. 2, 655. 
-er) m., —# ; uv.: Armbrint, s. Balliste 2c. 
— Lalik (türk.): Fisch: B.-Chane, Fischhaus; 
B.-Emini, Intendant der Fischpachten. Hammer 10, 
339. — Baline (frz. —in), f.; —: wollnes Pack- 
zeug, für Waarenballen 2c. — Galistärfer, m., 
-s; uv.: s. Balestarins. 
Baljemes (türk.): große Kanone. Hammer 10. 
339. — Bülk-a, e (russ.), f.; -i, zen: schmales 
Flusthal der Steppe. Kohl Sürr. 1, 19; 29 2c.; 2, 
65; 71; 87 2c. 
Zalk-on (frz. —öng, vgl. Balken), m., —6; —6; 
„õn, m., —(e); —e: auf Säulen, Pfeilern, Krag- 
steinen rc. ruhnder, mit Geländer umgebner Aus- 
tritt an einem Gebäude (s. Altan). Die deutsche 
Ausspr. (s. Ss.) gw. bei den um eine Silbe ver- 
längerten Formen; außerdem zumeist bei Dichtern 
(Reim: Ton #2c.); ugw.: Bälkon (troch.). H. 8, 196; 
203; 221 (vgl. dagegen: Von Balkönen. 207). 
Zall: 1) m. , —(e)s; Bälle: Tanzfest (s. Ss. 
u. z. B. v. Od. 6, 100 2c., vgl. auch Ballismus), 
frz. bal, it. ballo: Einen B. geben, veranstalten, mit- 
machen 2c.; Auf dem B. sein; Den B. eröffnen; Die 
Königin des B—s 2c.; Aramiten= (s. d.) B.; Burger- 
B.; Ceremonien= od. Pracht-B., im größten Staat 
(bal paré); Auf ihrem Ehren-B-e. d. 109a, B. an 
ihrem Ehrentag, Hochzeits-B.; Frei-B., wo man 
kein Eintrittsgeld bezahlt; bildl. 3p. 21, 12; Früh- 
stücks= (Kewald Emp. 3, 169, s. Tag= 120) B.; Hof- 
B.; Kostüm= (Keißner Sans. 3, 205 = kostumierter. 
138) B., s. Festino; Masken-B. (balmasqus, wo man 
maskiert tanzt); Mittwechs- (Müllner 5, 32); Oster- 
(251) B.; Pracht-, Prunk-B., s. Ceremonien-B.; 
Studenten-B.; Subfkriptions-B.; Tag= (s. o.: Früh- 
stücks-); Volks-B. 2c. Als Bstw. z. B.: B.-Anzug, 
Kleid, Kostüm, -Staat, „Toilette 2c.; War sein Kostüm 
b. fähig. Monakbl. 1, 360b; B.-Mutter LBegleiterin 
der B.-Damel. Salon 3, 27 2c. — 2) (engl. bäl), 
m., —6; —#: ein runder Körper, Kugel, Ball, 
nam. auch: die aus dem weißglühnden Eisen beim 
Puddeln gebildeten Kugeln od. Luppen. precht# 5.22 
ff.; Scheuchtenstuel 21 (vgl. Milscherlich 2, 2, 109). -äde, 
f.; —n: urspr. Tanzlied: Zu singen .. ] B., Vire-
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        128 Balladine 
lay, Rondeau. W. 12, 70; 36, 26 rr., vgl.: Bala- 
das, Lleder mit od. zum Tanz. AMus. 16, 2, 244 2c., 
s. Ballata; dann eine Dichtungsart, worin ein 
epischer Inhalt in lyrisch-dramatischer Form er- 
scheint, nahverwandt der Romanze, worin jedoch 
mehr die Resterion, das bewußte Aussprechen einer 
Idee hervortritt, s. Echiermeyer XIX ff.; Die Romanze 
der Spanier erzählt das Erscheinende, die engl. B. stellt 
die Wirkung des Erscheinenden dar. Gervinus Lit. 3, 72; 
Die B. hat etwas Mysteriöses, ohne mystisch zu sein. 
G. 1, 319; Das Balladchen. Zeller 2, 375 tc.; 
Daß die .. mährischen Lieder etwas B-mhaftes haben. 
DMus. 1, 1, 135; Bllad-singers sengl. —hingers, 
Ben-Singer [.— Bänkelsänger!. Kohl Engl. 1, 45. 
adine, f.; —n: s. Baladine, auch = Baja- 
dere. — Bällas: s. Balals. — Ballast (engl. 1.), 
m., —(e); —e: (seemänn.) „Lasten“ unten im 
Naum, um den Schwerpunkt möglichst tief zu 
bringen, meist aus „Sand“ (eeltisch bal), Stei- 
nen, Eisen 2c. bestehnd: Den B. ein-, ausschteßen 
lladen) 2e. Ubrtr.: Meine Existenz hat einen B. be- 
kommen, der ihr die gehörige Schwere giebt. G. 23, 
205; 31, 251; Alle übrigen Journale tragen mehr B. 
als Waare. Sch. 1, 128; Sich den Leib mit solchem 
B. aufzudunsen. Zelter 2, 72 2c.; auch jamb. (—). 
Cogau 3, 177, 22 2c.; Ein Vh., das den Soldaten- 
B. vermehrte, die Schlagfertigkeit des Heers verminderte. 
Grenzb. 26, 3, 496; Wort--V. v. Ant. 1, 238 2c.; 
B.-Ewer, Schute; -Kiste, Bretterverschlag an der 
innern Seite des Schiffs zum Hineinwerfen des 
B—s;-Kleid, altes Segel an der B.-Pforte aus- 
gespannt, damit kein B. in den Hafen fällt; 
Pforte, unten im Raum zum Aus= u. Ein- 
schießen des B-s;-Schute, kleines Fahrzeug zum 
Transport des B-s nach od. von dem Schiff; 
steif, v. Schiffen, außer dem B. nur so viel 
Ladung habend, daß sie Segel führen können 2c. 
Sen (J—), tr.: mit Ballast beladen: 18000 be- 
ladene u. 2000 gebällastete Schiffe. Grenzb. 24, 1, 143; 
Ein Schiff be-, ver--b. — Ballät-a (it.), f.; —8, 
zen, -e: (s. Vallade) Tanz, Tanzlied: Die B. der 
Italiäner. Solche Vallaten. Schad 2, 161 rc., nam. 
auch: Jeuer pantomimische Klagetanz heißt im Korsischen 
die b., bällo funẽbre [Leichentanzl, die Ballade. Man 
sagt: ballaläre söpra un cadärere, über einer Leiche 
tanzen. Das Klagen heißt voceräre lwöhtsch—-, das 
Klagelled Vocêéro, Cömpito od. B. Gregorovius Kors. 2, 
33 (s. Attito, Lessus). -#eren, intr. (haben): tan- 
zen, springen: B—d, vor Schmerz springend. ebd. 
„õre, m., -6; —6, -Uri: Tänzer. rire krihtschel, 
f.; —§, rici lschi!: Tänzerin (s. Ballerlna); auch: 
In Sardinten heisien die Klageweiber Piagnöni od. 
Pröliche, in Korsika voceratrici od. ballatrici. ebb. — 
Ballei, f.; en: (s. Batllage) B-en u. Komtburcien 
der ehemaligen Tempelherren. Gartenl. 15, 331a; 
Creitschke Hist. 36 2c. — Zallerin-a (it.), f.; e, 
—6 : Tänzerin: Eine berühmte V. Garsenl, 15, 784b; 
Bei der B. assolüta (s. d.). meihner Sans. 2, 114; 
Die Prima B. 91 2c. Jo, m., —; -i, —#: Tänzer: 
B. di corde, Seiltänzer. — Ballest 2c.: s. Balest vc. 
— Ball-et (frz. —), n., —##; —6: s. Ballett: Corps 
Ballottt)e 
(s. d.), Maitre (s. d.) de B. 2c. Teteu#e (-etös), 
f.; —m: Tänzerin. Wochenhusen Ball. 2, 160. Tett, 
n., —(ey6; —e, —#; chen, lein;-: Bühnentanz 
(vgl. Pantomime): B.-Dichter; Manier (Geroinus 
Sh. 3. 362); Melster;-Musik; Schritt (6. 35, 432); 
Sprung (Auerboch Leb. 1, 192); Tänzerlin) 2c. — 
Gallette, f.; —: Verzierung der Knopflöcher, aus 
gold= od. silberbewickelten Pergamentstreifen be- 
stehnd. S. 20, b7. — Ball-Elthum, n., —e)8; 0: 
das Ballett-Wesen, -Treiben r2c. Hollei Charp. 2, 68. 
étto (it.), n., —# -tti: Ballett. — Bällhorn, 
m., —„e, —#: Eigenn., Bez. ungeschickter Ver- 
beßrer, die in der That verschlechtern. -en, is fren, 
tr.: verschlechtern, indem man zu verbessern meint, 
verschlimmbessern, auch: Ver-b.; Verballhor-= 
nungen. Mag. d. Auslb. 34, 494 a 2c. — Ballièren: 
s. emballieren. — Zallismos (gr.), us, m., 
uv.; 0 1§8 24, 2): das Hüpfen, nam. — Veltstanz. 
— ZBallljist-a (lat.), f. [&amp; 24, 1): Art Wurf- 
geschos, Belagrungsmaschine der Alten (im Mittel- 
alter dlide, Bleide). -ärius, m. I§ 24, 2): Einer, 
der Ballisten fertigt, losschießt 2e. Tc, f.; —: 
Ballista: Katapulten, Widder u. B-n. Gries Tass. 18, 
43. ih, k.; —en: Lehre v. der Wurfbewegung re. 
Sisch, a.: zur Ballistik gehörig: B.-es Problem, 
nam. die Wurfbewegung im lufterfüllten Raum 
bestimmend (vgl. parabolisch); B-es Pendel. IMüler 
Ph. 1, 2698. — Ball-o (it.), m., —#;-i: s. Ball 1; 
auch: Tonstück zum Tanz. — ZBall-on (frz. —öng), 
m., —8; —6, öne: 1) großer mit Luft gefüllter 
Ball zum Spielen, Windball. Fleming 117 2c.; 
Ben= u. Ballenmacher. Gorzoni 741b; B.-Schuh, Art 
Handschuh zum B.-Schlagen 2c. — 2) großer mit 
leichterm Gas gefüllter Ball zum Aufsteigen in die 
Luft, zur Luftschiffahrt (s. Charlidre, Montgolfidre): 
Fahrt im kaptiven (s. d.) B. c.; Die Luft-Bs; 
auch: Luft-Bl-e. Blumauer 2, 90; G. 3, 330; 6, 335; 
37, 20 „c.; B. d’essai ldessäl, lleiner Luft-B., den 
man versuchsweise, zur Erforschung der Windrich- 
tung vor dem eig. aufsteigen lässt; auch bildl.: 
Man nehme die Broschüre nicht etwa als einen rreußischen 
b. d’essai. DMus. 17, 1, 831, vgl.: Obgleich diese 
Nachrichten als bloße Luft.-Bs zur Erforschung der euro- 
päischen Stimmung gelten. Berl. Montagsz. 5, 36 cc. 
— 3) (Chem.) großes kugelförmiges Gefäß mit 
kurzem Hals: Einen Kolben oder B. Millcherlich 2, 1, 
83; Zur Versendung der Schwefelssure große Flaschen 
., Glas--B-s. Rarmarsch 3, 218 2c. — 4) (s. 3) 
Glaskugel zu Erleuchtungen: Farbige Lampions u. 
B—. Picisch Welt 1, 265 2c. — 5) runder Gebirgs- 
gipfel (Kopf, Koppe). Oken 1, 549. — 6) (Tanzk.) 
Schwung: Die Pas müssen viel B. haben, damit sie 
leicht u. fliegend erscheinen. Püringer 351. — 7) s. 
Balon. — BVall-ot: 1) (frz. —S5), m., —; —: 
ein Ballen (v. Waaren). — 2) (engl. bällott), u., 
—6 : 0: Dae allgemeine u. geheime Stimmrecht od., wie 
man es in England kurzweg nennt, das B. Gienzb. 26, 
1, 115; Mag. d. Ausld. 35, 536 a; Votksz. 15, 51 rc. 
otlthäde (irz.), k.; —m: Sprung eines Pferds mit 
gestreckten Füßen. -otthage Ctäsh), f.; —n: Bal- 
lottierung, Kugelung. G. 20, 84 ½. —Sttthc, f.;
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        Gallot(thement 
—n: 1) (lat.) Pflanzenn., Andorn, nam. Ballöta 
nigra. — 2) (frz.) kleine Kugel, nam. zum Ballot- 
tieren. ot(thement (mäng), n., —6; —#: Ballot- 
tage. -ot(I) tEren, intr. (haben); tr.: Etwas od. 
sich zur Kugel gestalten. S. 40, 195 cc.; bes. aber: 
durch Abgeben einer schwarzen od. weißen Kugel 
stimmen: Über Etwas, über Einen b.; Einen aus dem 
Salon heraus b. Gutzkow Bl. 1, 315 ½. — Balll)— 
steurig, a.: schwer zu steuern, zu lenken: Be-e 
Hengste. Mohnike Fr. 13 2c., vgl.: Balstörrisch. 
Uiendorf Skizz. 21 2c. — Zallüt (ar.): Zwergeiche. 
Vetermann Or. 1, 10, vgl. Mellun u. Balut. 
Balmung, m., —#; 0: Siegfrieds Schwert. 
Baln-eogräph, -volög (lat.-gr.), m., en, s; 
—en: Jemand, der Heilbäder beschreibt, ihre Wirk- 
samk. lehrt 2c. (vgl. Krenolog). Dazu: Beike, f.; 
—(eyn: Beschreibung, Lehre v. Heilbädern; blisch, 
a.: darauf bezügl. -rotchnik, f.; -en: die Kunst, 
Bäder zu bereiten, Bäder zu baun 2c.: Balneo- 
technisch, dazu gehörig. um [8 21, 2, n.]:: 
Bad (s. Balaneion): In bälme#s sälus, in Bädern 
(ist) Heil 2c.; auch chem., z. B. B. Marĩæ, s. 
Marienbad. — Balnot (frz. —nõ), m., -6; 0:; eine 
Sorte Burgunder. 
Zalömba, f.; —#: Art Vanillen-Eis (Bombe 
a la vanille). Scheible Kochb. 194. — SGalön, f.; 
—en: langes schmales siamesisches Ruderschiff in der 
Mitte mit einem Thurm. Bobrik 88; Grubt Ch. 2, 
137 ꝛc., s. Pagaie. — Balon: s. Ballon 5. — 
Bal-rdo (it.), m.t, —8; „s, ördi; -ourd (frz. 
Wür), m., —6; —6: Tölpel. ourdise (urd-), f.; 
—: Tölpelei. 
Galsa: s. Balse. — Bälf- am (ar.), m., —e)8; 
—e lin den um eine Silbe verlängerten Formen 
auch m. betonter 2ter Silbe, vgl. balsam#-en, eisch]: 
1) eig., der wohlriechende, heilkrästige Saft des 
arab. B.-Strauchs, der sog. Mecca-B. Zumboldt 
K. 2, 242. — 2) ehnliche Baumharze, z. B. Ko- 
paiva-; Peru- od. peruvianischer; Storax-: Tolu-B. re., 
s. Karmarsch 1, 106.— 3) ähnliche künstlich bereitete 
Säfte, theils benannt nach den Hauptbestandtheilen: 
Lavendel-, Muskaten -, Narden -, Nelken-, Rosen-, 
Schwefel-, Zimmt-, Zitronen-B. 2c., theils nach der 
Wirksamk.: Augen-, Brust-, Glieder-, Haupt= od. 
Kopf-, Herz-, Magen-, Milz-, Nerven-B. 2c.; Gift., 
Mutter., Schlag-, Wund-, Wurm-B., heilkräftig gegen 
Vergiftung, Mutter-, Schlaganfälle 2c., vgl. (ver- 
alt.) Waffen-B., Zaubermittel, das auf die Waffe 
gestrichen, womit Jemand verwundet worden, diesen 
heilen sollte 2c.; Leben-, Linrerlungs)-, Schlaf-, Wun- 
der-B. 2c. (s. 6); B.-Träger, Hausierer mit B-n 
— 4) in Zsstzgn auch Name v. Pflanzen, z. B.: 
Der gefranzte Alpen-B., Rhododéendrum hirsütum; 
Katen-B., Nepsta catäria 2c. Leber-B., Agerätum 
kc., früher in Leberkrankheiten angewandt; Ros-B., 
Méntha aquätica; M. silrätica 2c. — 5) (vgl. 4; 6) 
Berg-, Erd-B., mineralische Mumie (s. d.). — 6) 
übrtr.: etwas würzig Duftendes u. nam.: Heil- 
kräftiges, Linderndes, Labendes, Stärkendes (s. 
S#.). G. 2, 60; 13, 8; 14, 6; Wo guellen die Bal- 
läme jetzt? S. 14, 357 2c.; Habe Lebens-B. u. Kraft in 
FSanders, Fremdwörterbuch. 
Baluster 129 
mein Herz gesaugt. G. 14, 145; Elebes= (Thomiso 6, 
276); Linderungs= (V. Th. 11, 3); Schmelchel- (Scherr 
Bl. 3, 327); Weisheits= (Hagedorn 2, 128) B.; Arbelt 
ist ein Wunder-B. gegen jene Leiden. Lewald W. 1, 129 
2c. (s. 4); B.-Apfel, Momördica balsamina; 
.Athem (sch. Göd. 1, 276); -Beet (277); 
. Blüthe; -Büchschen (Michatlis 231); Duft 
(G. 21, 258);-Feuer (2, 74); Fluth (möhlpforth 
H. 150); Gebüsch (matthisson 171); = Geist (Sch. 
21a);-Glocken (der Aloe. Schlerm'eye#r 6381; -Hauch 
(G. 33, 98); -Kraft (Wackern. 2, 940 10); Krug 
(Couer 3, 334); -Luft; Ol (whmäler 1, 349); 
-reich (v. Od. 5, 60); „Rose (Oken 3, 2018); 
.Schlaf (w. 12, 254); Strom (Wiichmann 1, 
105); -Tropfen (V. 4, 139);-West (Sch. Göd. 1, 
312) 2c. ärium, n., —; ken [8 24, 2, n. J: 
Balsambüchse: Balsamarlen aus Achat-Ondr. Wiis- 
Kost. 1, 1267. -amen (C—), lr.: balsamieren: Liebe 
bälsamt Gras. Haller 29; Kräuterblüthen bälsamten die 
Luft. sange Hor. Od. 56 2c.; Menschenquälern die 
Wunde zu balsämen, es ist gegen die Menschheit Ver- 
rath. H. 9. 194 2c.; Partic. [s. § 25: Die balsämte 
Luft. Zachariä 1, 132; 120 rc.; Gebälsamt. v. 2, 142 
ie.; Be bälfamte Locken. W. 15, 10; 7, 58; Schlegel 
Sb. 6, 26; Ambraruft [durchbalsämt die Luft. Hölty; 
Wie Vater Frühlings Odem sie durchbälfamt. 8. 
15, 164; Durchbälsamt das Haar] mit der Narde. 
Ramler 211; 28; W. 12, 161 rc.; Wenn Jasmin u. 
Ros']uu. Llliendust es ldas Lagerleln gebälsamt hätten. 
20, 191; 25, 278 2c.; Von Lindengeduft um bälfamt. 
Plalen 1, 270 2c.; Sie verzuckerten, ver balsamten und 
benektarten Alles so sehr. Schütze Hamb. Th. 149. 
„ieren, tr.: mit Balsam füllen, dadurch vor Ver- 
wesung schützen, duftend, würzig machen 2c., auch: 
Be#b. plalen 3, 178; Gegen das Verderben ein-b. 
Claudius 5, 54; G. 31, 65 2c. Jamhaft, a.: Bal- 
sam enthaltend, würzig, erquickend. waldau N. 1, 
10 2c. -ämig, a.; balsamisch: Der b-e Quinaqulna- 
baum. Ausld. 39, 1234b; Weiche, b—e Luft. König Kl. 
2, 5; 332 rc. Tämicum (§ 24, 2, n.]: balsami- 
sches Mittel. -amsne, f.; —n: ostind. Pflanze, 
früher zu einem Wundbalsam benutzt 2c. (Lackkraut. 
Ohen 3, 1167). „Tämisch, a.: balsamhaft. In 
seltner Betonung: Fächelt bälsamische Kühle hier 
noch unverändert fort. Zum 17. Oht. (1866) S. 78. 
amodendron, n., —; kndren I§ 24, 2, n. J: 
Balsam-Baum, -Staude c. -amum (S24, 2, u.): 
Balsam. — Bals## (span.), f.; —; -e, f.; —n: 
Art Floß, nam. in Südamerika, s. Gerstäcker Meis. 
2, 229; 335; Pöppig Ch. 1, 304 2c., auch: Puero; 
Katamäran. Bobrin 8sb; 588b, vgl. Palo. — 
Baltädschi (türk.), m., —#6; uv., —#: „Holz- 
hauer“, als Truppengattung Pionier. Hammer 4, 
471; 10, 339; 702, val. Lindau Walsh 1, 45. — 
Gältleus (lat.), m. [8 24, 21: Leibgurt — u.: 
Riemen daran. Weiss Kost. 1, 1071; 1146; 2, 668. 
— Baltimore (bältimor): Stadt u. Grasschaft in 
Nordamerika. Dazu: B.-Vogel, Oriolus B. — 
Baltisch, a.: s. Belt: Über-b., jenseits des Belts 
gelegen. S. 40, 295. — Balust-er (frz.), m., 
—#; uv.: (Bauk.) Docke. Sulzer 1, 22, auch: 
9
        <pb n="146" />
        Valustrade 
4 
VBalüstre s[spr. —r]. m., —#; —. -räãde, f.; 
— : Docken-Geländer, Brustlehne: Steln-B. des 
Bassins. Schüching Künst. Leid. 44; Verschl. Wege 1, 
288 2c.; B-n-Werk. ebd. -ricren, tr.: mit Ge- 
länder versehn. — Balüt, m., —; —6: Stein- 
eichen, B. od. Sindlan v. den Arabern geheißen. Lurrer 
Pal. 93, s. Ballut. — Galvän: s. Valben. — 
Bälzar □sach, m., —; —8: Art bequemer Sessel 
(nach dem Schriftsteller B.). Salon 2, 587; Wolfram 
Goldk. 1, 90. 
Bambahi (ugr.), n., —s; 0: Baumwolle. 
Westermann Ill. Mon. 3, 396b, vgl. Bombyr. — 
Bambälio (lat.), m. I§ 24, 2, önis): Tölpel rc. 
— ZLambärra: s. Galam. — Bamb-ino (it.), 
m., —#; —, ini: kleines Kind (ogl. baby). Bazat 
14, 32ec; Jamm Sh. 62 2c.; bes.: Der B. ist ein 
kleines, hölzernes, relchgekleidetes Christkind 2c. Forster 
It. 1, 182; Gutzkow Z. 5, 307; Na#3. 21, 31 r2c. 
Socciäde (-otsch—, f.; —n: groteeke Darstellung 
v. Volksseeuen auf Gemälden, nach Peter van Laar 
mit dem Spitznamen Bambocelo. -orcio (—#ötschol, 
m., —8; —8, occi (-otscht!: Wickelkind; große 
Marionette, Hampelmann; ungestalte Person. 
SLochade (frz. bangbschäd), f. j-—n. —#: Bambocciade. 
Soche Cösch), m., uv., —6: 1) Bambocceio. — 2) 
Bambusstöckchen. — Bämbos, m., uv.; uv.: 
Bambus. — Bambuh: s. Galam. — BZamb-u# 
(malaiisch), m., —s; —s: Bambus. Oken 3, 420, 
auch: Haufen v. Seegras, welches See-B. genannt 
wird (fücus buccinälis, Linn.). Forster R. 1, 69. - us, 
m., uv., □ses); uv., —se: Baumschilf, Bambüsa, 
nam. B. arundinäcea, ein ind. hohes, dickes Rohr- 
gewächs (s. Achar), auch — (indischer) Rohrstock. 
Kohl E. 2, 109 rc.7 B.-Rohr; Stock; -Kampfer (s. d. 
u. Tabaschir); In den B.-Gebüschen. Humboldi K. 2, 
67, vgl.: Die Bambüsa, ein leichtgefiedertes, banm- 
artiges Gras, „dessen einzelne Knoten (internodia) als 
vielrudrige Kähne dienen". 190; 1, 155; Bambüsen. 
12 dc., vgl.: Ihr bambusenes Dach. Junghuhn 
Jav. 42 2c. üfe: 1) f.; —n: s. Bambus. — 2) 
m., — z: s. Baar. u#itm., —en, -6; -en: ver- 
steinerter Bambus. — Bamidbar (hebr.): „in 
der Wüste“, — nach dem Inhalt Bez. des Aten Buchs 
Mosis, wie lat. Numeri (in Bezug auf die Zihlung 
der Israeliten): Die übrigen 4 Bücher des Pentateuchs 
(s. d.) werden hebr. nach den Anfangswörtern bez.: 
B'reschith (— lat. Genesis); Sch'moth (= Ero- 
dus); Wasikra (= Levitleus) u. das bte: Had'ba- 
rim (— Deuteronsmium). — Gämie (türk.), k.; 
—n: Die unsern Bohnen ähnl. B. (nach Jorshal: hibfs 
cus syrlacus), welche sehr weichl. schmeckt. petermann 
Or. 1, 170; 24; 168 c. — Gamma lgr., § 24, 
8, n., is): Tunke. 
Ban: 1) (frz. bang) m., —#; —: Aufgebot, 
Heerbann (s. bannum; Arridre-B.; Bannatist). — 
2) (slaw.) m., —(e)8; —e, -en: Herrscher, Herzog 
2c. (latinisiert: Bänus): Es gab B-env. Vosnten rc. 
Verhard Wil. 2, 196; Bänin, Fürstin; Bäno- 
witsch, Fürstensohn; Banowfna, Fürstenthum. ebd. 
— 3) Von 1868 an wird in ganz Rumänien nicht mehr 
nach Piastern u. Para, sondern nach neuen Lei u. B. 
130 
Gandanna 
gerechnet. Der neue Lel ist in 100 B. (Geld) getheilt 
u. im Werthe dem frz. Franc gleich. Uai3. 21. 15; 
Osterreichische alte Gulden zu 2 Lel 52 B. ebd. ic., 
ogl.: Der Lei wird in 100 Theile getheilt, genannt 
Bani. 20, 227; Zwel u. 4 Sgr. — 25 u. 50 Bli. 
123 rc. — 4) (irisch) s. Caoine. — 3) (ar.) m., 
—6; —#: Art Weide, s. Turfe. — Sanadüra: s. 
Pomme d'’amour.— Zan-ägium (mlat.), n., —; 
zägken (§J§ 24, 2, n.]: Bannrecht, Mahlzwang 
ꝛe. al, a.: 1) unter einem Ban (s. d. 2) 
stehnd, bes. in Bezug auf Kroatien u. Dalmatien: 
B.-Grenze, Distrikt der Militärgrenze (s. d.), die 
Einwohner Banalisten; . Landtag; -Macht; 
-Regierung; -Tafel, hoher Gerichtshof unterm 
Vorsitz des Bans 2c. — 2) (frz.) der Banngerech-- 
tigkeit unterworfen; daher: für Alle dienend, be- 
reit 2c.; gewöhnlich, alltäglich-gemein 2c. alität, 
f.; —en: 1) Banngerechtigk. — 2) etwas Banales, 
solche Außrung, Rede 2c.: Sich über das Niveau der 
Ben zu erbeben u. eine sehr ernste Seite der Frage 
treffend zu beleuchten. UalZ. 21, 263. — Ganän-a, 
f.: —#; -e, f.; —n; —n-: 1) eine Gatt. Pflanzen: 
Die B-en Brasiliens .. Die eine stammt v. dem orlen- 
talischen Pisang (Müsa sapiéntum) .. . Die andere Art 
M. paradistaca ... Bei den Brasilianern heißt sie B-a 
da térra, d. i. einheimische B-e. Burmeister gB. 2, 
2872c.; B-en-Baum. Osch. 359 2c.;-Pflanzung. 
Globus 4, 307b 2c.; Dach-B., Helicönia carik &amp;1. 
Oken 3, 515; Obst-B., Müsa. 517; Tafel-B., Heli- 
cönia. 515; Wasser-B., Uränia. 516; Zier-B., 
Strelitzia. 5 14 2c. — 2) (s. 1) Eine klelne indianische 
Ansiedlung mit 3 od. 4 Häuschen (B-a). Jusld. 38, 
848b 2c. — Banãt, n., e)s: Se: B., ungr. 
Bansag, eig.: Grenzland unter der Herrschaft eines 
Baus, — jetzt nam. nur noch: Das Temeswarer B.; 
Banäter, Einwohner des B-s 2c. — Bandüs-e 
(gr.), m., —n; —: Man sab den Künstler über die 
Achsel an, als einen bezahlten Lobnarbeiter (B-n). DMuls. 
17, 1, 644. , f.; —e)n: banausisches Treiben, 
Wesen. isch, a.: in der Weise eines Banausen, 
gemein, unedel, v. niedrem Sinn zeugend 2c. — 
Ganuchikr-e (it. Bank-), m., —8; -i: Bankier 
(s. d.), Bankhalter; scherzh. auch st. Lazzaröne 
(s. d.), nach dem Aufenthalt auf Bänken. — 
Gänd-a: 1) eine Insel u. Inselgruppe der Mo- 
lucken. Dazu: B.-Muskatnüsse. Ual3. 20, 102 2c.— 
2) (it.) f.; -e: Bande, frz. bande lbängd'), z. B. 
von Schausrielern, Musikanten 2c.; daher noch — 
in unverichtl. Sinn — in Partituren als Bez. 
der Militärmusik. püringer 117; ferner (span.): 
Seite, z. B.: Otra (s. d.) B. 7. — Vändab 
(pers.), m.t, —#: —: s. Sedd. — Gandag-e# (fre. 
bangräsh'), f.; —n: das Bindezeug, nam. der 
Wundärzte; Wundenverband; Bruchband re.; 
B-u- [Verband-] Lehre 2c. eren, tr.: einen Ver- 
band anlegen. ist, m., -en, —#; en: Verfertiger 
v. Bandagen, nam. Bruchbändern. — Bändal 
(irisch), n., —#: —#: ein Längenmaß — 2 engl. 
Fuß. — Vandänn-a, f.; 0; -: Art Kattun- 
ruckerei, wobei helle Muster auf dunklem Grund 
durch Bleichung erzeugt werden: B.; B.-Druck;
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        Gandanno 
B.-Druckerei. Karmarsch 1, 107. Jo,) K., — ; —: 
ostindische Schnupftücher mit hellem Muster auf 
dunklem Grund. — Sande (frz. bängd'), f.; —#: 
Bande (s. d. Ss. 1; 2), vgl. Banda 2; Philosophen 
de la b. joyeuse lshoajösl. w. 26, 59, Gesellschaft, 
deren Zweck nur lustiges Leben ist 2c.; ferner z. B.: 
B. eines Billards, Einfaßrand 2c.; Postsendungen 
sous (Hül b., nicht in einem Konvert, sondern nur 
umschlossen v. einem Papierstreif od. 2 sich kreuzen- 
den (unter Kreuzband) 2c. -au Cws), n., —; —., — 
I—ö61: Binde, Stirnband 2c.; (Bauk.) glatte Ein- 
fassung eines Getäfels 2c. Telétte, f.; —, —: 
kleines Bandeau. -elker, m., —s: —§, —e: Wehr- 
gehänge, Patrontaschriemen 2c. (frz. bandoulidre, 
banderole). -elölte, f.; —, —: Ohrgehänge. — 
— Band-erilla (span. —ilja), f.; —#s: Fähnchen, 
bes. mit Fähnchen verzierter Wurfpfeil bei Stier- 
gefechten. Ausw. 39, 14; Bafiano 313; Globus 4, 
102b; Brennende B-s, d. h. solche, an welchen statt des 
gekräuselten Papiers allerlei Feuerwerksstücke hängen, die 
sich entzünden, sobald das Eisen in die Haut des Thieres 
eindringt. . . . Die Feuer-B. 14 2a 2c.; bildl. 
Nat3. 21, 19 2c. Zerillero C□ilf—), m., -s; —: 
der mit Banderillas versehne Stierkämpfer. Dastiano 
311; Globus 4, 98b 2c. Frium (mlat.), n., 
—#8; zkrlen: „Fähnlein“, ein Trupp Berittner, 
jetzt gewöhnl. nur noch bei Fest-, Krönungs- 
zügen 2c. in Ungarn. Nat3. 20, 120; 266; 267; 
268 2c. Teröle (frz. bang?-), f.; —#, —n: Fähn- 
chen, Wimpel; Wetterfahne; wetterwendischer 
Mensch; Bandelier; geringeres Benteltuch (auch 
zu Flaggen 2c.). Encyhl. f. Kaufl. 5 1b; 126a cc.; 
Preiskourant 2c. Jière (bangrjär), f.; —s: Fahne, 
Banner ꝛc. -ẽeren, tr.: bändern (s. d. Ss.): 
Bandierte Falter. Lenz Nat. 3, 360 2c. — Zandicoot 
(bändikutt), m., —#8; —6: ein eßbares Thier in 
Australien. Globus 4, 240b. — Zandit (it.), m., 
en, —#; -en; -en-: (urspr.) ein Verbannter. S#umpf 
42 Sa#c.; dann: Straßenräuber, Meuchelmörder rc. 
Tenhaft, a.: banditenmäßig. -enthum, u., -(e)s; 
0: Banditen-Wesen, -Treiben 2c. Na 20, 201 2c. 
— Bando (span.), m., —s; —#: Der Präsident hielt 
seinen B. od. militärischen Umzug in der Stadt. Gerstäcker 
Neis. 2, 176. — Gändola (span.), f.; —s: Art 
Laute, vgl. Bandurria. — Zandolin, n., —(e)s; 
—e: ein Mittel aus Traganth, die Haare zu be- 
festigen 2e. — Zandöska (böhm.), k.; —s: ein 
robes Tonwerkzeug, bestehnd aus einem wasser- 
gefüllten, mit Leder u. einigen Pferdehaaren über- 
zognen Glaskrug, auch Koboa. — Bandounliere 
(frz. bangduhljär), f.; —S: s. Banrelier. — Ban- 
dürria (span.), f.; —#: ein Saiteninstrument, 
s. Pandura. — Bandüsisch, a.: zu dem Ort Ban- 
dusia gehörig: Der b—e Quell, nam. v. Horaz ge- 
feiert, auch: Die blandusische Silberquelle. Malihison 
36. — Bäng (skr.), m., —6; 0: Hanf, der lin 
Südafrikal als B., Hadschisch (s. d.), also als Rauch- 
mittel benutzt wird. Ausld. 38, 1205b. — Bängab, 
m., —; —#: B.-Bäume (Diöspyros cordisfölia Rox. 
burgb) mit stachl. Stämmen aus der Familie der Eben- 
aceen. 726a. — Gangalo (bengal.), v. (m.), ; 
Bankert 131 
—s: B-s od. Sommerhäuser für die Europäer lin 
Indien). 751b; Westermann Mon. 3, 530a; b 2c., s. 
Bungalo. — Bängea, n., —s; 0: B. (Baggea) 
Mangea, stabförmiges Brot aus Kanariennüssen, 
in Ostindien. Okin 3, 1766 2c. — Gängo, f.; : 
Art weißgestreifte Antilope in Größe eines Dam- 
hirsches. Globus 9, 202b. — Bangpütp (litth.), 
m., —s; 0: der Wellengott. Na### 21, 313.— 
Bäni: s. Ban 3. — Zaniän, m., —s, —en; —s, 
en: indischer Handelstreibender aus einer Kaste 
(s. Waischa), der der Glaube an Seelenwand- 
rung den Genuß des Fleisches verbietet 2c.: 
Die Kaufleute u. Wechsler, B-en oder Vanianen 
genannt. Grube Ch. 2, 132; (Banias. 109); In- 
dische Kaufleute, Banjanen genannt. firiegk 1, 49 2c.; 
B-en-Tage, in England, Fasttage (an denen 
kein Fleisch genossen wird); B-en-Baum, 
die indische Feige; = Hain (kreiligrath SW. 1, 14), 
-Laub (361) 1c.; Bs, indische Schlafröcke von 
wattierter Seide. e, f.; —n: Banianenbaum 
(Banvane, z. B. Humboldt Kosm. 2, 99 2c.). — 
Bänin, f.; —nen: s. Ban 2. — Banisteri-a 
(nlat.), f. [8 24, 11; -e, f.; —n: eine Pfl., 
Kletterlenne. Oen 3, 1328; Gelbblühenre Been. 
Humboldi Kosm. 2, 91. — Zanjer (holländ.), 
m., —; uv.: auf kleinen Schiffen mit nur einem 
Deck der Platz vor der Kajüte, wo das Schiffsvolk 
logiert. Bodrik 90. — Banjos, pl.: obrigkeitliche 
Personen in Japan. 
Ganka: 1) Insel östl. von Sumatra, dazu: 
B.= (ähnl.: Malacca-) Zinn. — 2) s. Pankha. — 
Baͤnkart: s. Bankert. — Banker (engl. bänker), 
m., — ; —: 1) Bankier. — 2) schoonerartig ge- 
bautes Boot zum Kabeljau-Fang. Ausld. 38, 881b. 
GBankte)rött (Bankerütt) (it.): 1) a.: „bank- 
brüchig“, — hergenommen v. der Sitte in Italien, 
zahlungsunfähigen Wechslern die Bank zu zer- 
brechen; übrtr.: An Saft u. Kraft u. Geld u. Gewissen 
u. gutem Namen b. Sch. 118b; Das er wort-b. wurde 
lkein Wort finden konntel. ETaura Ring 2, 12 r. — 
2) m., —(e)s; —e: „Bankbruch“ (vgl. Falliment; 
Insolvenz; Konkurs; auch Name eines alten Karten- 
spiels. Garzoni 646b); daher: B. srielen (sischart B. 
5 Oa 2c.) = machen, mit der Nbubed. des Absichtl., 
Muthwilligen 2c.: Der Staatskbankerutt. G. 27, 
10; Aus dem Theil-B. wird sich der Toral-B. 
entwickeln. Ua#3#. 21, 229 ꝛc., auch (wie fri. 2c.) 
fem.: Mit eiserner Stirne proklamierteman die „ Staats- 
banquerotte’ v. 181 1. Nat. 18, 475 2c.; übrtr.: 
Daß sie bei dem Anfange soviel Kraft aufwandte, daß 
es schon um die Mitte zu einem förml. Kraft-Be 
kam. Leisewitz (Gerrig 31, 10 3) 2c.; scherzh. personif.: 
Kennt Ibr, leibhafter Herr Bankrott,| hier diese Unter- 
schrift? Langbein 2, 222 2c. Ur, m., —#; —e: ein 
Bankbrüchiger (s. Fallit): B.-Pranger. Möser Pb. 
2, 87, auch: Banqueroutier (frz. bank'utje), 
m., —; —. en, intr. (haben): Bankerott 
machen; tr.: Einen nieder b. Kürnderger Am. 312, 
bis zum Bankbruch zu Grunde richten. krer 
m., —; uv.: Bankerottier. Sch. 10 Ga; Die Banke, 
rutlierer. Guom K. 7, 3872c.— Zankert, m., 
9“
        <pb n="148" />
        132 Bankelt 
e: Uneheliches Kind (s. ##e.), auch: Banklh)art; 
Bank., Bänkel-Kind; Bankbein; Bänkling 2c. — 
Bankett (frz.), n., —e)s; —e, —: 1) Festschmaus. 
Sch. 324b; V. 4, 144 2c.; Jagdbanket. Gutzkow 3. 
5, 5, frz. banquet lbangfel. — 2) frz. banquette 
lbankétt!, f.; —#: (Kriegsk.) Wallbank, vgl.: B.= 
Geschütze sauf Schiffen). Ginzb. 26, 4, 305; 
niedrige Schutzhecke; Trottoir 2c.; auch: „Das 
Banquett" od. die Imperiale in der 2ten Etage lder 
Diltgencel. Hier sitzt der Kondukteur mit 2 Passagieren. 
Gacienl. 13, 582a. „#n, intr. (haben): ein 
Bankett halten, schmansen, prassen 2c.: Sein Geld 2c. 
ver ·b. MMeyt Ries 39; Simplicissmus 2, 15826 2c.; 
Gute Bankett'erer, gute Bankrottierer. Sprchw. 2c. 
— Zänkhard: s. Bankert. — Sankier (irz. 
banquier, spr. bankss), m., —s; —#: 1) Geldwechs- 
ler, Inhaber eines Bankgeschäfts (vralt.: Ban- 
kirer. Garzoni 627a). — 2) Bankhalter im Spiel. 
-thum, v., -(e)s; 0: Bankier-Wesen,-Getreibe 2c. 
Meißner Sans. 1, 299; Das Bangquier= u. Großhändler- 
thum. Uals. 20, 213 ie. — Lankiva: B.-Hahn, 
Huhn, Abart (wahrscheinl.: Stammart) unfres 
Haushuhns. Oen 7, 604. — Bänho (ital.), 
m., —6; 0: Bank (s. d. III. Se.), als Kreditan- 
stalt, — u. nam.: die bei solcher Bank grundleg- 
lich gemachte Rechnungsmünze, z. B.: Früher 
rechnete man in Genna nach Lire in mehrern Zahlwerthen, 
deren vorzüglichste die B. BValuta u. das Fuöri di B. 
(k. h. außer der Bank) od. die Hlousta buöna (gut 
Geld) war. Cneyhl. f. Kaufl. 37 7a 2c.; bes. in Hamburg: 
Mark B. (bez.: BPKco., Ggstz Kourant); Schilling 
B. ꝛc.; B.-Mark;= Geld; -Valuta 2c.; B.-(od. 
Bank.) Schein (Kohl Pet. 2, 141),- Zettel (51) 1#. 
Ein B.= (od. Bank.) Folio;-Konto haben, in dem 
B.= (od. Bank.) Büch 2c. -kräl (it.-gr.), m., 
—en, —#;en: Einer, der für Herrschaft der Bankiers, 
Geldmänner ist (ugl. Plutokrat): Büreaukraten u. 
B-en. Scherr Stud. 2, 332 2c. Dazu: Ble, f.: 
DMus. 15, 2, 524 ff.; bWsch, a. 2c. — Banlieue 
(frz. bangll5), f.; —: „Bannmeile, Weichbild einer 
Stadt. — Gann-alist (miat.), m.t, —en, —;; en: 
ein zum Heerbann Gehöriger. möser Ph. 3, 188; 
Heer-B. 1, 294 tc., s. auch Banal 1. Tärium 
[8 24, 2, u.]): Banngerechtigk., auch Jus b.: 
B. (od. bännum) cerevisio, Bier-, molendini, 
molendärium, Mahl-Zwang 2c. -erins, m. 1824, 
2): Panier= od. Banner-Herr. Weise Kost. 2, 628. 
— Bann## (frz. bän), étte, f.; —n: Trag- 
korb aus Weidenruthen mit 2 Handhaben. — 
Gann-issement (frz. -mäng), v., —#8; —#§ : Ver- 
bannung, Achtung. -ilus (mlat.), m. I§ 24, 
21: ein Verbannter (vgl. Bandit). —um § 24, 
2, n.): Bann (s. d. ##e.), f. auch banna- 
rium. — Banow--ina, Titsch: s. Ban 2. — 
Ganqu-e (frz. bänk), k. ; —n, —#: Bank, Wechsel-, 
Spielbank: Maison (s. d.) de b., Bankhaus te.; 
auch 2silbig. Halet 123. -eronte 2c., -, ette, 
Sier 2c.: s. Bank- . — Bansag, n., —; —: K. 
Banat. — BZantanjan (malaiisch), m., —; —: 
„Großnase“, Art Asse, nach seinem Geschrei auch 
Kahau. Oen 1, 1818. — Bänting (engl. tänt-): 
Garanke 
Eigenn.; dazu: Die B.'sche Entfettungskur (Gockenl. 
14, 15 1a) od. B.-Kur (nam. in zweckgemäßer Diät 
bestehnd). — BSañũco (span. banj—), m., —; —: 
Art schmaler Schurz (in Südamerika), auch Guayuco. 
Auslb. 38, 834b. — Banus, m., uv.; -se: 1) K. 
Ban 2. — 2) B.-Bäume (9H. Scha 2, 18. — 
Banpan 2c.: s. Banian 1c. 
Baobäb (äthiop.), m., —§s; —#: B., Boui, 
Affenbrot, die Frucht des B.-Baums (Adansõnia 
digitäta). 
Zäphomet, m., —#; 0: ein Götze (: Die Heiden 
schrieen laut zu ihrem , Baffome#“. W. 11, 295, s. 
Anm. 310), bes. eine Rolle spielend in der Anklage 
gegen die Tempelritter. — Bapt-is #ren (gr.-lat.), 
tr.: taufen. -isma, n., —; -ta (§. 24, 2, p., 
-tis): Taufe. -ismus, m., uv.; O: die Lehre der 
Baptisten. Gortenl. 15, 75 8a. -ill, m., —-en, -en: 
Täufer, z. B.: Sankt B. w. 11, 248; Johannes 
der Täufer; Anhänger der Immersionstaufe (s. d., 
Immerget; Ana-b.). Zisterium, n., —; erlen 
[8 24, 2, n.): Badewanne; Taufstein; Tauf- 
Halle, -Kirche als besondre Bauten; Taufe. 
Zistisch, a.: dem Baptismus angehörig, darauf 
bezüglich 2c. 
Baqucäno (port.), m., —; —#: „Ninderhirt", 
Führer durch die Pampas (s. d.). Slobus 5, 23. — 
Gaquet (frz. bale), m., n., —6; —: Kübel: 
Wanne ꝛx. — Baqufro, m., —; —#: Die wilren 
Eber, B—s lam Orinokol. Globus 4, 54. 
Gär: 1) s. Baar; Bahr; Bahar. — 2) n., e)s; 
e: Art Meistersängerlied. — 3) m., —s; —: 
„ein neufrz. Gewicht = 19 Cir. 46¾ Berliner 
Pfund“. Heyse (7). — 4) (engl.) n., —#; —; f.; 
—#6 : „Barre“ (s. d. 3), Schranke; v. Schtanken 
umschloßner Raum 2c.: Als ich in die B. (den Schenk- 
stand) kam. Gechächer WW. 3, 152; Ein B.-Keeper 
lkiper!, Ausschenker. 139; 149; Mit jedem drink an 
der B. [Schenkel. Westermonn Mon. 3, 696b; In der 
Wirthsstuke, b. ro om srum]. 573a; Wöeine Weltr. 
2, 239; Die B.-maids lmehds, Schenk-Mädchen!] 
am Schenkusch. Zoler Renn. 7 2c. — 5) (hebr. 2c.) 
Sohn: B. Mizwa (s. d.) 2c. — GBarachee, 
f.; —In: schlechtes, ärml. Hans, nam. Soldaten-, 
Fischerhürte 2c. (Ss.), vgl.: Die „Bärracks= der 
Soldaten in England. IKohl Par. 1, 30; In der aus 
Schilf gebauten Barracas Drckf. Barrancal eines (span.] 
Labrador, Lanrmanns. Globus 4, 7b 2c., auch z. B.: 
Noth--; Sklaven; Stein-; Strand-B. 2c.; B-n#-Lager 2c. 
-eren, intr. (haben): in Lagerhütten wohnen. 
— Gärakan (ar.), m., —s; —: Art weites Ge- 
wand: Zeugstoff, ähnl. dem Kamelott: Der Per- 
kan, Berkan od. Barrakan enthält Kette v. sebr fest 
2 fädig gezwirntem u. Schuß v. 3- bis 6 fädig gezwirntem 
Kammgarn 2c. Kotmarsch M. 2, 150 (vgl. Meir); 
Im Surtont von B. G. 29, 228 rc., vgl.: Rock von 
grünem Berkan. 20, 57; Aoht E. 1, 59 2c., f. 
Barchant. — Garam (ägyrt.), m., —; —8: ge- 
mengter Trpfstein. westumonn Mon. 3, 509b. — 
Barandilla (span. Jilja), k.; —: Geländer, (. 
Barrea. — Lar#n-(je), ke (staw., s. Beran), 
f.; —n: feines Pelzwerk v. neu= vd. noch ungeber-
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        Baranca 
nen Lämmern (s. Astrachan; Baklatud; Krimmer; 
Merluschki rc.): B-n--Pelz. Goltz 1, 33 ic. — 
Baränc-a, o: s. Barranco. — Baränta, f.; —: 
Raubzug bei den Kirgisen. Gartenl. 15, 199b. — 
Baraqu-e 1c.: s. Baracke 2c. Tille (kill), f.; —: 
mit feinem Ragout gefülltes Pastetchen. — 6a- 
rasinga, m., —8; —#: Art indischer Hirsch. Brehm 
Bild. 9; 11 ꝛe. — Barät: 1) (türk.) m., —6; —6: 
Frei-, Schutzbrief für Andersgläubige, vgl. Berat. 
— 2) s. Baratt. — Zaratäria (mlat., it.): 1) 
als erdichteter Name einer Insel in Märchen, etwa 
„Trugland“ (vgl. Schlaraffenland, Nirgendheim, (. 
Utopien): 3Fp. Fat. 2, 268; Das Schloß ist ein 
Luftschlog .., es ist nirgend zu finden, es liegt auf einer 
u. derselben Karte mit der Insel B. Schücking KünstLeid. 
41. (In Nordamer. eristiert wirklich ein B.-See 
mit einer B.-Bai). — 2) Betrug: Crimen bara- 
tãriæ 2c. — Bärathr-on (gr.), -um, n., —; za 
[8 24, 2, n.]: Abgrund, nam.: in den man Ver- 
brecher hineinstürzte. w. 23, 140. — Baräl-ro 
(span.), m., —; —#: Einer, der v. den Karten- 
spielern den Barato erhebt, empfängt. Globus 9, 
296b ff. -—, m., —6; „s: Kartengeld, das Jemand 
v. den Kartenspielern als seine Gebühr bezieht. ebd. 
— BHaratom (ungr.), interj.: Ausruf der Be- 
theurung. Kladderadatsch 22, 19b; Volksz. 15, 283; 
17, 57; Das ist noch gar Nichts, Uram bar o tom! 96. 
— ZLaratt (it.), m., —(e)s; -e: Tauschgeschäft; 
B.-Geschäft; -Handel; Konto; „Rechnung 2c., s. d. 
Folg. -erik, f.; —(enn: B. heißen in der Schiffer- 
sprache alle Betrügereien, welche v. den Schiffern zum 
Schaden der Reeder od. Befrachter ausgeübt werden. 
Bobrik 90, s. Barataria. -eur (-ör), m., —#; -6, 
e: Betrüger, Waarenfälscher 2c. -feren, intr. 
(haben): ein Barattgeschäft machen. Jo, m., —#; 
ei: Baratt. — Zärba# (lat.), f. I§ 24, 1): Bart: 
In bem, in den Bart, ins Gesichtc. — Barbadoes 
(engl. bärberos): eine westindische Insel; daher 
auch z. B.: Baumwolle v. dort. Karmarsch M. 1, 
502 -barbudensische Baumwolle. 495 2c.; B.= 
Theer. Aueld. 38, 903b ꝛc. — Barbacane (frz. 2c. 
Fkän), f.; — —#: Brustwehr mit Schießscharten 2c. 
— Bärb-är, m., -en, (—8); -#en: (s. S.): 1) 
(gw. jambisch; vralt. trochässch u. Gen.: B-s) 
m. dem weibl. B-in, urspr. bei den Griechen, ein 
jeder Ungrieche, Fremdredende, — dann: ungebil- 
deter, roher, grausamer Mensch 2c.: Diese Russen.. 
Diese Halb--Been. fallmerayer GsW. 2, 69 c. — 
2) (—; Gen.: —8) Pferd aus Nordafrika (der 
s. g. Barbarel od. Berberei), auch Barbe, Barber; 
Berber. aa: 1) f.; (—)); —# : a) weibl. Name 
(verkürzt Barbe, Bärbechen, zelchen): Sankt B. als 
Schutzheilige der Artillerie 2c. (s. b); Einen B.- 
Zweig ..., zarte Baumreiser, die auf B.-Tag 
I4. Dec.] ins Wasser gestellt u. tägl. damit aufgefrischt, 
zu Christtag ins Blühen kommen. fKänig Saalf. 1, 235, 
ogl. DMus. 15, 2, 539; Schm. 1, 193. — b) 
(s. a) seem.: Pulverkammer, frz. Sainte-Barbe 
(ßengt'bärbI. — 2) n., —5; —: Art Schlußfolge 
in der Logik (mit bejahndem Ober-, Unter= u. 
Schluß-Satz). falb. Mensch. 49; Mir zeigt der Logiker 
Garbecue 
133 
nach seinem B. ꝛc. Uicolai 1, 86 20½. arki, f.; —#en: 
1) (o. Mz.) der v. den Barbaresken od. Berbern 
bewohnte Theil Nordafrika's (Verberei). — 2) ein 
v. Barbaren bewohntes Land. v. Ov. 2, 957. — 
3) eine Gesammtheit barbarischer VBölker: Auf ein- 
mal wachet auf] die ganze B., ein Heer von Gothen, 
Wenden. Canitz. — 4) Unbildung, Roheit, Grau- 
samk. 2c. G. 30, 24; Kühne Fr. 314 2c.; Die Kul- 
tur-B. der frommen Väter ([Jesuitenl. Treitschke Hist. 
62; Ur= B. DMus. 1, 2, 130 ꝛe. aren, tr.: in 
der seltnen Zsstgg: Eut-B., v. Barbarismen 2c. 
freimachen: Entbarbarung. kl. Gramm. 231. 
jãrenhaft, a.: nach Weise der Barbaren. ären- 
thum, n., —e)s; 0: eine Gesammtheit v. Bar- 
baren u. ihre Art u. Weise. feller 9HH. 1, 238; Buge 
Rev. 1, 193 rc., vgl.: Bärbarthum. V. 3, 36; Luis. 
2, 498 2c. -arfske, m., —n; —n: Berber, Ein- 
wohner der Berberei od. nordafrikan. Seeräuber= 
staaten (auch: 2 junge Barbariner. Gartienl. 15, 
65 1b). ärisch, a.: 1) rauh, roh, ungebildet, 
grausam 2c.: Erz-; halb-b. 2c. — 2) (in der Volks- 
spr.) zur Bez. eines hohen Grads: Es friert b., 
kannibalisch (s. d.) 2c. — 3) in Bezug auf sprachl. 
Ausdruck: fremdartig, dem Geist der gedachten 
Sprache widerstrebend 2c.: In den b— sten Ausdrücken 
einer lateinisch scheinenren Sprache. k. 5, 61. — 4) st. 
berberisch. arisikren, tr.: 1) entmenschen. — 
2) barbarisch (s. d. 3) machen, nam. in Be- 
zug auf die Sprache, vgl.: Daß es Schade sei, die 
schönen Gestalten u. Situationen zu ver-b. Der hier 
gemeinte Barbarismus entspricht Dem, was die 
Griechen unter dem Begriff faßten: alles außerhalb des 
Hellenenthums Liegende. Gödeke Gr. 833 ff. arism, 
m., uv.; -en; -arismus, m., uv.; ismen: 
4) barbarische (s. d. 3) Wendung, Auäsdrucks- 
weise, auch Datismus, nach dem pers. Satrapen 
Dates (ogl. Atistaphants Fried. v. 291 U. Hagedorn 3, 
273). — 2) zuw.: Roheit, Unbildung. forker Br. 
1, 67. aroléxis, f. [8 24, 3, uv.]): barbarische 
(s. d. 3) Mischsprache. -arthum: s. Barbarenthum. 
— Barbaseo (span.), m., —; —6: eine Pflanze 
als Betäubungsmittel der Fische, eig.: Verbäá- 
scum; dann auch Jacquinia armilläris. Auslb. 39, 
1234b, vgl. Olen 3, 972; 1125 (vbgl. Cöcculus). 
— FLarbätus (lat.): 1) a.: bärtig. — 2) m. 
[§J 24, 2): Art Wassergefüß der Römer. Weiss Kost. 
1, 1291.— Garbe: 1) m., —n; —n: a) s. Barbar 2, 
z. B. Aöser Ph. 3, 16. — b) ein Fisch mit Bartfäden, 
Cyprinus bärbus, auch fem., s. Ss.: Ahnlich dem 
B.-n... Die B. Oktn 6, 294, best.: Fluß-, Stein- 
B., — Ggstz: Meer-, See. B., dlüllus barbätus. 
—eh) Geistlicher bei den Waldensern. Gutzkow 3. 
9, 118; 120; Die Brn, Evangelisten, Moderatoren. 
128; Die Diakonen u. B-n. 371. — 2) f.; -n; 
Bärbchen 2c.: a) s. Barbara fa. — b) f. 1b. — 
c) Streif von Spitzen 2c. in Frauen-Hauben, 
.Hüten 2c. („Bart“. G. 23, 45): Blonden-B. 
Waldau N. 2, 296. — d) Name kleiner Schiffe, 
ähnl.: Barse, Bojer, Buser 2c. — Barberu (engl. 
-tju), n., —s; —: in Arcansas 2c. ein großes Fest- 
mahl im Freien, von überm Feuer geröstetem
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        Barber 
134 
Fleisch, s. Hausbl. (66) 4, 390 ff. — Bärber, m., 
—6 ; uv.: s. Varbar 2, z. B. Zink Ok. 1, 244. — 
Barb-et (frz. —e), m., —##; —#: „Bart-, Zottel- 
hund“, Pudel, auch B.-Hund, weibl.: Be-ette; 
s. auch Barbidre. éEtte (-#tt), f.; —#, —-n: 1) 
s. Barbet. — 2) Erhöhung für Geschütz hin- 
ter der Brustwehr, um über diese weg ohne 
Schießscharten zu feuern (Bank. Pritsche). — 
VLarb-, (Volköspr.: Zalb--) i##r, m., —#; e, 
□s): Einer, der das Bartabnehmen gewerb- 
mäßig betreibt (rgl. türk.: Berber-Baschi, Ober= 
B. des Sultans): B.-Amt od. „nnung; ecken; 
Beutel od. -Sack; -Gehilfe, -Gesell;-Messer; -Riemen 
(Streich-R.); „Stein (Wetz-St.); Stube; Zeug 2c.; 
s. auch Barbidre. - Eren, tr.: den Bart ab- 
nehmen, rastieren; auch (vgl. einseifen, scheren) 
— anführen, betrügen, bes.: Einen über den 
Löffel b. ꝛc.; Daß die Ohren, wie mit einem schar- 
fen Rasiermesser, förmlich ab barbiert waren. püchler 
Sübstl. 2, 77. Tidre (srz. —är), f.; —m, —: Mit 
eherner Halsberge, die die Franzosen B. nennen. Salon 
3, 274, anch: Barbet [-ẽ]; Barbier jel. Weiss 
Kost. 2, 637. -rer, m., —#; uv.: Barbier. 
— FHaärbit-on (gr.), n., —##; za [5 24, 2, n.]): 
ein leierartiges Tonwerkzeug. Guhl 1, 222; w. 18, 
268; 21, 15; wWeiss Kost. 1, 9091; Barbitos. 
1319 rcc., pers. Barbud. — Zarb-on (frz. 
—öng), m., —#; —#: Graubart. -onnage 
sh), f.; —n: mürrisches Wesen. — Barböni, 
pl.: Art kleiner Fische (in Konstantinopel rc.). 
Ptiermann Or. 1, 41.— Barbouill-age (buljäsh'), 
f. z-n: Sudelei; verworrnes Geschwitz. kür (örh, 
m., —§; —#, —e: Sudler; verworrner Schwätzer. 
jieren, tr., auch v. Olj.: besudeln, sudeln; un- 
deutl. u. verworreh sprechen ꝛe. — Barbün (ruf..), 
m., -6; —: Goldfisch. Kohl Südr. 1, 182. 
Barrelöna, f.; 0: Art südamerikan. Baum- 
wolle (nach B., Provinz in Venezuela). — 
Garchäne (pers.), k.; —n: Reisezelt; Packsattel. 
— Bärch-aln)t, -en, -einyt, m., —#6#; -e: ein 
gewebter Stoff (vgl. Barakan), — früher halb 
Leinen, halb Wolle u.: ein Stück solchen Stoffs 
— 22 Ellen (s. feytag Bild. 2, 186), beliebter 
Preis für Wettlaufende 2c., — jetzt gw.: ein ge- 
köperter Baumwollstoff. Karmatsch M. 2, 557: 
Glatter, rauher B.; Atlas-; Bett-; Futter-; Schnur- 
B. 2c.; B.-Jacke; Weste 2c.;-Weber = Barchanter. 
Dazu: barchen (t), a.: aus B.; Auf feinbarchene 
Kissen. V. 1, 172 ic. — Baͤrches (hebr.), m., uv.; 
uv.: „Segensbrot“ zum Sabbath (s. Beeche 1); 
Die aus feinem Weizenmehl bestehenden geslochtenen u. mit 
Mohn bestreuten Weißbrote (Verches od. B. genannt). 
Garienl. 15, 316b. — Zarchctt-a (it., bark-), f.; 
—8, e: kleine Barke (s. d. u. Barkette). — Barchilla 
(span. bartschilja), f.; —s: ein Hohlmaß = 12 
Cahiz ((. d.). 
Gardahe (ar.), f. ;z —n: s. Alkarraza; Die ägyp- 
tischen Ben (Filtrierkruge). Augsb.z. (44) 1698b. — 
Zard-äle (eelt.), f.; (—n#); —n: Singerin: 
Karschin, Bornssiens B. Schubart 2, 287; Lerche. fl. 
Od. 1, 306; 2, 219 2c. -r: 1) m., -n; -n: 
Garibal 
(s. Ss.) Name der alteeltischen Sänger, mit Rück- 
sicht auf die v. Tacitus erwähnten Schlachtgesänge 
der Deutschen unterm Namen Bardie (od. Barit 2), 
den Kl. (5, 243) wieder einführte, auch auf die 
Deutschen (s. Skalre) u. dann allgm. angewendet: 
Die Lerchen .., Flügel-B—-n. Grün Sch. 136; Der 
Haus= u. Familien-B. Nodenberg Wal. 20 8 2c.; Hef= u. 
Schloß-B—-—n ... Wander-B-n. 209; Helden-; Minne-; 
Mit-; Ober-; Straßen-- (9p. 17, 156); Vaterlands- 
B. 2c.; B-n-Chor; -Dichtung; -Feuer; -Freund; -Ge- 
brüll; -Gesang; -Getöne; -Hain; Kraft;-Lied; mäßig; 
Poesie; Schauspiel; Taumel; „Treiben; Unfug; 
Wesen; -Zunft 2c. — 2) (Iurz.) f.; —-n: (Kochk.) 
dünne Srerkplatten zum Belegen (Bardieren) des 
zuzubereitenden Geslügels 2c. -ei, f.; —#en: Ver- 
sammlungsort der Barden. voigis Höliv 73. 
Tenhaft, a.: bardisch. -enthum, n., -(e,s; 0: 
Bardenwesen 2c.: Mit der Gabe des B-s sder Dich- 
tungs beschenkt. Rodenderg Wal. 151; 206 ff. - leren, 
tr.: s. Barde 2. -ĩẽt, m., n., —e)s; —e: Barden-, 
Schlachtgesang. isch, a.: auf die Barden bezüg- 
lich, dazu gebörig 2c. -isieren, intr. (haben), 
tr.: als Barde singen: Kretschmann bardisierte allerlei 
Plattheiten. Gödehe Gr. 604. — Saͤrdo, m., —; o: 
Der B., die Hauptresidenz des Bei's lin Tunisl. Grube 
Cb. 2, 499. — Zardot (frz. —5), m., —8; —: 
„Packesel“, JZemand, der Alles aufladen, ein- 
stecken muß re. 
Barége (frz. —esh'), f.; —-n (m., — ; uv.): 
ein leichtes gazeartiges Gewebe (nach dem urspr. 
Fabrikort in den Pyrenäen), urspr. ein Halbseiden= 
stoff, dann auch: Baumwoll-B. Karmarsch M. 2, 
553 12c.; Im schwarzen Dopvel-B. Schüching Alt. 2, 9 r2c. 
— Bareszeg (poln. Bärescheg), n., uv.; uv.: ein 
Getränk aus — in Wasser gegornem — Gersten- 
mehl, zusammengekocht mit Fleischbrühe und 
säuerlichen Gartengewächsen. — Zarktt (franz. 
barrette), n., —e)s; -e: Art Mütze, gewöhnl. 
ohne Schirm, s. wWeiss Kost. 2, 866: Feder-B. 
Uodenberg Ins. Heil. 1, 43 ꝛc.; auch: Baréktto. 
Hartmonn Leßt. Tag. 110; Barretto. Gregorodius Kers. 
1, 117; Berétto. 2, 90; Blrétt. Binhel 181, 
vgl.: Bareta, die rothe Haube der Bostandschi. 
Hamm'r 10, 339 u. (it.) Berrettäso, Mutzen-= 
macher. Sazar 11, 174. 
Gärg, f.; —##: s. Bark. — Cogäün, m., —; 
—8#, —e: im roman. Granbünden = Gaden, Heu- 
schober. Beclepich A. 311; Bergüne. Eschudi Tb. 358. 
— Barge, f.; —n, —#: Name v. Fahrzeugen (vgl. 
Varke; Barse): 1) (engl., spr. bärdsp) Art Boot. 
— 2) (frz., spr. bärs) plattes, langes Flußschiff 
mit Segel u. Ruder. — Gargell (it. —riben), m., 
—#4: —§, Se: der Hauptmann der Häscher od. 
Sbirren (s. d.): Der B. mit seiner ganzen Häscherei. 
G. 28, 230; 153; auch: Der Barigell mit seinen 
HKäschern. Kieck A. 2, 136. —o, m., —6; i: Bargell. 
Gutzhhon 3Z. 8, 891 rc. 
Gärhi (ind.), m., —#; —#: Handwerker, der 
aus Blättern Schüsseln u. Teller zusammensetzt. 
Grubt Ch. 2, 125. — Bäribal, m., —S#: —6: der 
schwarze, amerikanische Bär: Der B. od. Muskwa-
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        Saribus 
Sartenl. 15, 443. — Bäribus: scherzh. Ablativ- 
Bildung vom deutschen bar (bei Zablungen): In 
B. Hollei Mensch. 2, 131.— Barigello: s. Bargelllo). 
— Harigüde (sran.), f.; —: „die Dickbäuchige“, 
ein Baum in Sürbrafilien. Bank Bild. 3. 269. — 
Gar-il (frz. —), m., n., —#; —§#: Faß, Fäßchen, 
nam. Wein= u. Olmaß (vgl. Barrel; embarillieren). 
Sile (it.), m., n., —s; —# : Baril: Der B. da 
vino [Faß Wein] bat lin Florenz] 20 Fiaschi zu 4 Mez- 
zette à 2 Quartucei ... Der B. da ölio [Fas Oll bat 
16 Fiaschi 2c. Eneyhl. f. Kauf., 356à, — prkl.: 
Barilétto. PHe N. 1, 170. — Garilla (swan. 
ilja), f.; —: Soda (s. d.) aus der Pfl. Sälsola 
söda gewonnen. Karmarsch 3, 323; Milccherlich 2, 1, 
55. — Barille, f.; —m: 1) Barilla. — 2) (schwzr.) 
Aprikose (vgl. Marille). Gondeif Sch. 406. — 
Bariol-age (frz. —ãsh'), f.; —m: Buntscheckigkeit. 
Zirren, tr.: buntscheckig färben 2c. — Zäris, f.; 
uv.: altägyptische Schiffe. Heecen 2, 702. — Zär- 
iten ör: s. Barytenor. -iton (gr.-it.), m., -s: —: 
ein der Viola di Gamba ähnl. Saiteninstrument; 
Singstimme zw. Bas u. Tenor; Baritenist (vgl. 
Alt 2c.): Baryton-Klarinett, Bassett-Hern; 
. Partie;-Sänger; = Schlüssel. Zitonist, m., 
en, —#; -en: Bariton-Sänger. itono, m., —; 
eni: Bariton. S. 26, 27. — Gärium, n., —: 0: 
das Metall des Baryts (s. d.). Milscherlich 2, 1, 98 ff.: 
B.-Superoxyd 2c.; Schwefel-; Cblor-B. 2c. 
Güria, f.; —: Barke (in Turkmenien). Ausld. 
39, 312. — Bariaktär: s. Bairaktar. 
Gärk, f.; —s6: (s. Barke 2) Haben lbei einem 
Dreimasier] der vorderste u. der mittelste Mast Rahsegel 
u. der bintere bloß ein Gaffelsegel, wobei natürlich vorn 
auch dic Klüver vorhanden sind, so beißt das Schiff eine 
B. Gttnzb. 26, 2, 253; Die B-s. edd.; auch: 
Barg. Laude Kön. 1, 20; B.-Schiff. Willkomm 
Walr 64. — Bär-ca, f. llat., § 24, 11; (it.), 
f.; Zche L□kel: Barke. B. longa, Art 2= od. Zmasti- 
ges Fischerfahrzeng auf dem Mittelmeer. Bobrik 
5ssb;jauch Barcäne, Barköne, k. n. -raroöle, 
f.; —n: venetianisches Schifferlied (vgl. G. 21, 
303 fl.), auch = Barkeröle (s. d.). carnölo, m., 
— li: Schiffer, Gondoliere. — Bark-dls, m., 
—es; —e: Einen B., ein mit einer Kanone versehenes 
Kriegsboot. Bodenstedt 1, 308; 330; Kaukt. 17 2c. 
f, f.; —: das größte Boot eines Schiffs, hin- 
ten fast ebenso breit wie vorn. Bobrik 91a; Gorkenl. 
11, 334a; Preuß. SErped. 1, 223; 259 2c. -2, k.; 
-n; Bärkchen, lein: (s. #s.) 1) Schiff, Fahrzeug, 
allgm., z. B. selbst v. einem Luftschiff. Alringer D. 
215 2c.; Rinren-B. [Kanot, vgl. 3J. Scherr Pilg. 1, 
44 „c. — 2) seem.: orsch. Arten Dreimaster mit 
eigth. Takelage. Bobrik 91 (1. Bark): Bärklein. V. 
Sb. 3, 382. — 3) kleines Boot auf Flüssen: 
Fischer-; Fracht- (WhHtine Weltr. 1, 24); Lust= (ebd.); 
Ruder-; Schiffer-B.; In der gebrechl. Schnabel-B. des 
sicilianischen Schiffers. Hausbl. (56) 1, 72; Uber- 
fabrts-B. 2c. zmuff, f.; —: Schnau-Schif. 
Bebrik 92. Teröle, ette (it.), f.; —n: kleines, 
4rudriges, mastenloses Küstenfahrzeug (vgl. Bar- 
karole; Barchetta). — Barkhäne: s. Barch 2c. — 
Baron 135 
Garköne: s. Barca. — Garkhünc, f.; —n: (seem.) 
deckig bebauner Eichenast, stärkre Hand'wake. 
armaid: s. Bar 4.— Barmizwa;: s. Mizwa. 
— Barn (engl.), f.; —: Scheune. burner 
[börner), m., —#; —: „Scheunenbrenner“, als 
polit. Parteiname in Irland u. Nordamerika. 
Herrig 30, 215. — Barnum (engl. bkärnêm), m., 
—s6: —# : Eigenn. des Haurtausbeuters des amerik. 
Humbugs (s. d.), auch antenomastisch, z. B.: 
Hume, der B. der Geisterwelt. Westermann Men. 3, 
571b, vgl. Herrig 30, 215. 
Bar-öch (pert.), a.: v. Perlen: unregelmäßig, 
schiefrund 2c.: B-e od. B.., (auch: Brocken-, Ogitz: 
Zabl-) Perlen; dann allgm. : durch Abweichung 
vom Gewöhnl., Regelmäßigen auffallend, ver- 
schoben 2ce.: Geistreich b-er Mann. G. 27, 200 2c. 
Danach: Wir rflegen den Kunststil, welcher der Re- 
naissance folgte, als den B.-Stil zu bezeichnen 2c. 
J folke Gsch. d. mod. Geschm. 142 ff; In dem verzwick- 
ten, aber reichen B.-Stil des 17. u. 18. Jahrb. Uat-. 
20, 447; Olgemätde in breitem, bronziertem B.= 
Rahmen. Wachenhustn Zig. 71 2c. öche, f.: 0; 
der Barockstil. 3folke I.I. 16 ; 89 2c. -öchhrit, f.; 
—en: das Barock-Sein; etwas Barockes. §§ 2c. 
-öchisch, a.: barock. 1. 7, 311; w. 15, 101; 
Zachariä 1, 103. — Zar-crio (it. —önscho), m., 
—6; „ -ocei: s. Barutsche. — BGarörcco: in der mittel- 
alterl. Logik, Art Syllegismus: Schlüsse in Festino 
u. B. W. 1, 224; 260; JLa#lke Gsch. des Geschm. 
143 2c. — Gar-omakrometer (gr.), m., n., -6; 
uv.: Vorrichtung, Gewicht u. Länge neugeberner 
Kinder zu bestimmen, ähnl.: Päriemeter (, Kinder- 
messer"), vgl.: Mekometer, bloß zur Bestimmung 
der Linge. omkter, m., n., — uv., (—8): In- 
strument zur Bestimmung des Luftdrucks, (Baroskor), 
nam. durch eine ihm das Gleichgewicht haltende 
Quecksilbersäule, best.: Queckülber-B., — prsch.: 
Anereĩd- (s. d.), Holosterique= (s. d.) B. —, zu 
Höhenbestimmungen benutzt, als Wetterverkünder 
(danach auch übrtr.) 2c.: Von Oueckilber--B-n bat 
man z. B. Differential-; Derrel-; Gefäß; Heber-; 
Kapsel-; Phiolen-; Reise-B. 2c. Als Bstw. z. B.: 
B.-Becbachtung: -Messung: -Prebe (den Grad der 
Luft-Verrünnung od. -Verdichtung zu bestimmen, 
s. Manometer); -Schwankung;-Stand:-Verändrung 2c. 
ometris, f.: Lehre von den Barometern 2c. 
Sometrisch, a.: zur Barometrie gehörig: B-e 
Höbenbestimmung 2c., vgl.: Das vorzüglich die Baro- 
métrica Sie interessicren. Humbold! Bergh. 2, 63, 
das B-e. — Sar-ön: 1) m., —e), (en, 
uv.); —e, [-en, —8); zönchen, lein: Freiherr 
(die auf den Grafen dem Rang nach folgende Adels- 
klasse): Die B-e. Lorster It. 2, 192; Der Ben. 
191; Die jungen Bs. Tirck Tischl. 1, 319 2c.; 
scherzhaft, wie Freiherr: Einer, der ohne Stelle 
lebt, z. B.: ein Handlungskommis ohne Stelle 2c.; 
Eisen bahn = B-e. Scherr Mir. 134, Leute, die 
durch die Eisenbabnen so reich geworden, daß sie 
wie die B-eleben können, vgl.: Die sürl. Sklaven- 
B-e. BDAMus. 15, 2, 682; Den derben Land--B. S. 
16, 312; Reichs-B., reichsunmittelbarer 2c. —
        <pb n="152" />
        BGaronal 
136 
2) (s. 1) Das Lendenstuck vom Ochsen heißt lengl.] Sir 
(herr! Loin, gleich dem dentschen „Freiheren v. der 
Lende ... Beide Leistenstucke zusammen, der Rücken 
mit den beiden Sir Loins heißt dann ein B. lbärrenl of 
beef (öw bif] d. h. der Rinds-B. . Von dem letzten 
gestochsen kam der B. in ihre Kuche. Gartenl. 16, 
169b ic. — 3) s. Barron. Tonal, a.: zu Barenen 
gehörig, darauf bezügl. 2c.: Da rie kenigl. Stärte 
sich größrer Rechtssicherbeit erfreuten als jene b-#en.Na 
19, 539 2c.; B.-Fehden. Westetmann Mon. 3, 5 40b. 
Sonät, n., —(e)s; —e: Stand, Besitzung eines 
Barons. des Arm. 10. öne (it.), m., —#; —, 
-öni: Baron; Schelm. onek, f.; -en: Baronie. 
Goithelf Sch. 208; v. 4, 144. Jonesse, f.; —-: 
Baronin. Jonct (engl. bärrönett), m., —s; —: 
Erbritter (zw. Baron u. Ritter). Dazu: Der 
mittlere Adel (die Baronercy). Uais. 20, 213. 
oniäl, a.: barcnal. Bazat 11, 364b; Bodenberg 
Sündfl. 1, 115; Salon 2, 641; B.. (od. B.-) 
Jurisriktion. Hai3. 20, 283; B.-Adel. ebd. 2c. 
onfs, f.; —ey)n: Baronat. w. 31, 116 2c.; auch 
z. B.: Die Stunre die er der weibl. B. gewirmes. 
Hollei Treust. 2, 197, dem weibl. Theil der Barons- 
familie; Die Feudal-B. [Gesammtheit der Lehns- 
barone] war der Revolution feinrselig. Stahr Rep. 2, 
25. önin, k.; —nen: Frei-Herrin, -Frau, frz. 
Baronne, it. Baronesse (auch — Freifräulein). 
onisseren, tr.: in den Freiherrenstand erheben; 
intr. (haben): als Baron leben. -Snne, f.; -#; 
Baronin. önschaft, f.; -en: Baronat (ogl. 
Grafschaft): Gortrnl. 16, 194b; Ein anrüchiger Cha- 
rakter trotz Reichthum u. B. gollei Treust. 2, 207. — 
Garoodell, m., —#; uv., —: Netzfischer in Cey- 
lon. WHeine Weltr. 1, 85, auch Madell, s. Karawe. 
— Baroque: j. barock. — Barofkop, m., n., 
—e)s; —##: (s. Barcmeter). Ua## 20, 213, nam. 
ein Apparat, wodurch man anschaulich machen 
kann, daß ein in Luft gewogner Körper soviel an 
seinem Gewicht verliert, als die v. ihm verdrängte 
Masse Luft wiegt, s. # Köler Ph. 1, 218. eisch, 
a.: Die Anrrungen in der Krümmung der b-en Röhre. 
Auold. 38, 1221 1c. — Barotom;: s. Baratem. 
Garque (frz. barkl), f.; —6 2c.: s. Bark 2c. 
Barr 2c.: s. Bar 2c. — Garrage (frz. —ashh), 
f. (m.); —# : 1) Barridre (s. d. 3a), die einen 
Weg, einen Fluß sperrt: Kamen wir lmit dem Dampf- 
boo#t! an den B. Durch Ungeschicklichk. des Steuer- 
manns . . fuhren wir bei dem B. in eins der Thore. 
petermonn Or. 2, 371 rc.; auch: das an der Barridre 
zu erhebende Wegegeld 2c. — 2) Sichrung v. La- 
gerfässern vor Wegrollen, durch Qunerhölzer. — 
3) Art Tischleinen aus der Normandie. Encyl. f. 
Naufl. 91. — Gärrach: s. Baracke. — Zarränc-a## 
(span.), f.; —s: Steilschlucht: B-s, Quebraras or. 
Guaycos. Ausld. 39, 056b; Slobus 9, 12 la; Uatur 
16, 250; Scherzer Nat. 65; auch Bar ancas. Aolonis 
76, s. auch Baracke. , m., —8; — : Zene 
Vertlefung in der Mitte loulkanischer Kegelberge! 
nennt man auf den kanarlschen Inseln caldera (Kessel), 
die radienförmigen Einschnitte aber bar ancos und 
die Wissenschaft hat diese Bezeichnungen beibehalten 2c. 
Barrifter 
Jurmrister Gsch. 74 ff. — Barras (frz. —ra), m., 
uv.; uv. (Gen. u. M3z. m. lautendem 8): 1) Fich- 
tenharz, Galipot od. B. Karmorsch 1, 755. — 2) Pack- 
leinwand. — Barratta, n., —; 0: schwarzes, 
wohlriechendes Harz aus Guiana. — Zarraz: s. 
Campeare. — Baͤrr-e, f.; —m; Sen, m., —s8; 
uv.: (s. #,) Stange 2c.: 1) Metallstange, z. B. 
Narel-B., am Strumpfwirkerstuhl, — woran die 
Nadeln durch die Bleie befestigt find 2c.; nam.: 
Stange ungemünzten Erelmetalls, auch übrtr.: 
Gold-, Silber-B. — 2) (Turnk.) 2 wagerechte Holz- 
stangen auf Stänrern. — 3) hemmende, sperrende 
Stange, Schranke 2c.: a) Schlagbaum 2c.; en- 
ster-B. 2c.; der den Hafen absperrende Baum; bei 
Zeithafen eine (sie zu Zeiten versperrende) vorlie- 
gende Sandbank, Klippenreihe 2c.; in Pferdeställen, 
der Standbaum 2c. — b) bei Tonwerkzeugen, 
Querbrettchen, die das Ausspringen mancher Theile 
verhindern. — c) (Schiff.) die Luken verriegelnder 
Eisenstab; ein das Steuerruder bewegendes Holz; 
an den Spillen die die Marsen haltenden Hölzer 7. 
— 4) Schranken der Gerichtsstube; Gerichtsbef 
(frz. Barreau). — e) (Wappenk.) linke Schräg- 
straße. — s) (Mus.) Taktstrich 2c. eau (frz. —5), 
m., n., —s; —6, (r): s. Barre 34. — GBärre. 
(engl.), n., —s; —: ein Flüssigkeitsmaß v. eini- 
gen 30 Gallons, s. Sneyhl. f. Loufl. 92, vgl. Baril. 
— Farr-rra (span.), f.; —#: Barriere: Wegen 
dieser Seilschranke bez. man die Plätze des ersten Ran- 
ges lbeim Stiergefecht! als Delantéras de cucrda od. 
b., auch wohl als barandillas, d. h. kleine Geländer. 
Globus 4, 10 3a 2c. Tktto: s. Barett. — Barrido, 
m., —§; —: Große Fässer (B—s). Weiss Kost. 2, 816, 
vgl. Baril 2c. — Barr-ière (fri.), f.; —: 1) 
Schlagbaum (Auf den Bällen der Ben. Wahenhufe#n 
Ev. 46, in den Lokalen an den Ben v. Paris 2c.), 
Schranke, Grenzwehr: B.-([Grenz-) Festungen, 
Plätze, „Städte, besonders in den Niederlanden, 
dazu: B.-ILGrenzwehr-] Traktat 2c.; Eine b. in- 
expugnable (□pügnäb'l, unüberwindl.] für den Ehr- 
geiz Rußlands. Creilscht#e Hist. 235; Ghasel, in 
welchem der Geist des orientalischen Pocten sich durch 
alle Reim-B-n . hinwindet. Nodenderg Wal. 214 2c. 
— 2) B.: Beim Pistolenruell der Punkt, v. dem die 
Duellanten gleich weit entfernt sind u. bis auf welchen 
fie gegenseitig vorrücken dürfen . .., daher die RM.: Auf 
20 Schritte B. losgeben. Volmann 43; 136 2c.; Ge- 
nugthuung zu geben durch Abbitte od. auf B. gausbl. 
(66) 4, 113. ierren, ir.: versperren, verriegeln. 
Sihäde, f.; —n: Straßenversperrung durch — u. 
Verschanzung hinter Fässern, Steinhaufen rc. 
Treiligrald Pol. 1, 33; 47; 52 2c.; Baum.B-u. Sad- 
länder Solr Kr. 127; Auf den JZuli- B-u. Sarimann 
Nat. 3, 138; Geistes. B#n lgegen die Gewaltl. 
Guskow K. 8, 211 1c.; B n. Bau; „Bauer; Helr; 
Kämrfer, Kamrf, Schlacht;-Mann 2c. ikaderen, 
tr.: (durch — od. wie durch — Barrikaden) sper- 
ren, bes.: Ver. b. — Garrigquec (frz. —+9, f.; —: 
Stückfaß, — in Bordeaur 2c. als Maß. — Gar 
ris, m., uv.; uv.: ein aftikan. Asfe (Schimranfe). 
Ohen 1, 1845. — GBärrister (engl.), m., —#; —:
        <pb n="153" />
        Sarroom 
(. Barre 34) vor Gericht zu plaidieren befugter 
Sachwalt: Eine Revision der Wahllisten durch die 
Revising lrimeèising! B—s# Drekf. banisters]. Salon 
3, 613. — Bar-room: s. Bar 4. — Barrow 
(engl. bärro), m., S; —: 1) Handwagen. Gartenl. 
14, 109a. — 2) Mehrere kleine Tumuli (Grabhügel). 
.. Die Engländer nennen sie bekanntlich Bs er. Burrows 
lin Stonehengel. Aohl Engl. 3, 125; Die Engländer 
nennen diese Hügel B—s, wenn sie v. Erde, u. Cairns, 
wenn sie von Steinen aufgehäuft sind. Irl. 2. 189. 
Gars (rufs.), m., uv.; -i: 1) Windhund. 
Kohl Sürr. 1, 22. — 2) Der Tiger, felis tigris, B. 
(golrisch: Mareh) am sürl. Amur. Slobus 4, 191b. 
— BHärsah, m., —; —#: in Uganda (in Afrika): 
Halle vor dem Palast des Mkama od. Sultans. 
148b. — Barsac (säck), m.p, —s: 0: B., B.-Wein, 
Art Weißwein (aus B., an der Garoune) s. Haut- 
B. — Bärscht, m., —; 0: — Berschisch (s. d.), 
in Lithauen. Sozl Pet. 2, 71. — Gärfe, f.; -n: 
1) s. Barbe 24. — 2) (chin.) Zinnbüchse für Thee 
(vgl. Länsin). 
Gartavelle (srz. —well), f.; —, —; Stein- 
huhn. O##en 7, 583. — Bärtha, f.; —: Korf- 
schmuck ungarischer Märchen: Die riaremartige B. 
Sozor 13, 22 5 a. — Bartholomäus, m. [824, 27: 
Name eines Heiligen: B.-Nacht, die Pariser Blut- 
hochzeit. 
Zäruch (hebr.): gesegnet (auch als Eigenn., wie 
Benerikt), z. B.: B. habäl, gesegnet der Kemmende 
(als Willkommsgruß), vgl.: Marach haba rief er uns 
laut als Gruß entgegen. frankl Zer. 1, 335; Marba- 
bakum! /willkommen]. GCortenl. 17, 22a. — Ba- 
rutin, m.t, — ; 0: eine Sorte levantischer Seide. 
— Harutsche (it. baroccio, biroccio, aus lat. bi- 
rota, vgl. brouette), f.; -n: „zweirädriger“, leich- 
ter, offner Wagen, auch: Barütsch f. (Püchier Sudöfll. 
2, 249); Beroceino (s. d.); Berütsche (Aöser Ph. 3, 
16; Siurz 2, 182), Birütsche; Perütsche (Chümmel 
5, 15); Pirütsche (Korster Br. 1, 683; Jagrpirutsche. 
Westermann Ill. Mon. 3, 6 36 a); Pirutsch, n. (Slumauer 
1,98; 2, 7;91), vgl.: Eine Pirutschade.. Der 
Prunk bestand darin, daß man in zahlreichen offnen Wa- 
gen od. „Pirutschen“ durch die Stadt fuhr. Känig 
Kl. 1, 41 2c. 
Bär-grentrisch (gr.), a.: auf den Schwer- 
punkt bezügl. -pgentrum, n., —; yentren I/§24, 
2, n.]: Schwerrunkt. -peköe, f.; —n: Schwer- 
hörigk. oxglossik, -glalik, f.; —(e)n: Schwer- 
züngigk. -ꝑmetrĩẽ, f.: s. Barometrie. miton, 
n., —; ta: Barbiton. Suhl 1. 222. -nodpnie, 
f.; —#eyn: tiefer Schmerz. -pphonik, f.; Xeyn: 
Basstimme; auch = Baryglossie. — ZBarösch 
(russ.), m., uv.; 0: Vortheil, Profit. Slobus 6, 
299b. — Bar-pfomatte (gr.), k.; 0: Dickleibigk. 
öt, m., -(e)s; 0: Barium (s. d.)-Oryd, bes. im 
Schwerspath — schwefelsaure B.-Erre. pstenör, 
m., —(e)8; -e: tiefer Tenor (rgl. Basseraille): Von 
dem tiefen, auch Bari-Tenor genannt. Düringer 1038. 
othomseè, f.; 0: Schwermuth. ton, m.: f. 
Barikon. -ptonkeren, tr.: als Barytonon accen- 
tuieren. -tonon, n., —; na: im Ggsß zu 
Basch 
Orctonen (s. d.): ein Wort, dessen Endsilbe nicht 
ed. schwerbetont ist. 
Gas (frz. ba): 1) a.: tief; niedrig; nieder, 
unten; leise: Ab.! nieder damit! (vgl. abbasso); 
En lang] b., unten; De haut köl en bas, v. oben 
hernieder; geringschätzig, z. B. Jo Kller 7, 380; 
B. ressos [s. d. ressas — Mezzo (s. d.) Serrano; 
B. empire Ibasangrirl. u., das spätre ofröm. Reich rc., 
vgl. Byzaminismus, s. Meroc; auch (B.-) Fend; Bas- 
relief; basse 3b; Bafse-Lisse, „Taille 2c. — 2) m., 
uv.; uv.: Strumpf; auch: Der Name Blaustrumpf, 
B.-bleu lblös, blue (s. d.) stocking. Dezar 14, 
224b. — Bafal (nlat.), a.: zur Bafis (s. d.) ge- 
hörig, sie bildend': Die b—en Afseln . . . B.-Plaiten 
(basälis). Durmtißtt Gsch. 448; 472 2c. — Basalt 
(ãgypt.-lat.), m., +e)s; —: -: 1) eine durch die 
Pfeilergestalt, in der sie gw. vorkommt, sich aus- 
zeichnende eisenschüshüge Steinart (s. Delerit): 
B.-artiger Mandelstein. Humboldt! K. 1, 9; Die B.- 
Brüche v. Dransfelt. G. 27, 92; Uber B.-Genese 
l.Enrstehung)l. 359; B.-Gebilre; „Gestein; „Grus; 
Konglomerat; -Mandelstein; Pfeiler; reich;-Säule; 
Schicht;-Stein; -Tuff 2c.; Gelenk. B., dessen Säulen 
gegliedert sind, so daß das Ende der einen in die 
Höblung der andern rasst; Kugel-B., in kugligen 
Slücken; Pyramiden-; Säulen.; Tazel-B. 2c. — 2) 
(s. 1) eine künstliche (von Wergewocd erzeugte) 
schwarze, unglafierte, sehr harte u. peliturfähige 
Masse. Uatur 15, 341a. Ten, a.: aus Basalt ge- 
fertigt. Wagatrnagel 2, 129829 2c. ig, a.: aus Ba- 
salt bestehnd. Kohl Irl. 2, 402. isch, a.; basaltig, 
basaltartig. Burmeißer Gsch. 62; C. 40, 229; gum- 
boldi K. 1, 282 2c. -it, m., —e)s; Se: ein basalt- 
artiges Gestein. — Gasament (it.), n., —h; 
e: Bilder-, Säulenstuhl; Grund eines Gebändes 
l(auch: Basem##nt. S. 31, 384; Basiment). — Ba- 
sane (frz.), f.; —, -n: weiches, geschmeidiges 
Leder, nam. Schaffelle. — Bafanit, m., „Ce)s; 
: ein dem Bafalt verwandres Gestein, nam. zu 
Hau= u. Mühlsteinen dienend. Oen 1, ö06. — 
Gasar ½.: s. Bazar 2c. 
Gasch (türk.), m.: Kopf, Haurt, z. B. Aghas, 
Basch-agas u. Khalifas lin Algerken) werden von 
Frankreich aus besoldet. Globus 6, 338b 2c. u. ((. 
Hammer 10, 339 ff.): B.-Aga, erster Verschnittner; 
B.-Bakikuli, Kanzleidiener des öffentl. Schatzes; 
B.-Bogb, Befehlshaber (— Serdar); B.-Chaf- 
seki, erster Gefreiter; B.-Eski, Oberältester; B.- 
Kapuli-Aga, Haurt der Häscherwache; B.-Kara- 
Kullurschi, Obersiküchenjunge; B.-Muesin, 
Oberst-Gebetausrufer; B.-Muhasebesi, Hauvt- 
rechnungskanzlei; B.-Mukabelerschi, Haupt- 
gegenschreiber; B.-Mukataa, Haurtrachtungs- 
kanzlei; B.--Silachschor, Oberbereiter; B.= 
Tschausch (s. d.), Oberster der Staatsboten; 
B.Tschekarar, Oberstkammerdiener; ferner z. B.: 
B.-Kadun (s. K.), auch: Die Sultanin mit einer 
Baschekadüna or. Oralike vom ersiten Range des 
kaiserl. Harems. Kurhard Kenst. 1, 174 .; Der B.= 
Mameluck [Mamelucken-Chefl. pückler Sem. Afr. 1, 
73 1c.; Basch bezuks (unregelmäßige Truppen). Prtet- 
137
        <pb n="154" />
        138 Bascha 
mann Or. 1, 79; 80; 85 ꝛx.; „Baschbosuks. 2, 18; 
Ein Baschi-Bosuk [„Wirrkopf“!, ein Soldat aus 
der Landwehr z2c., z. B. furrer Pal. 112; bildl.: 
Als schriftüellernder Dilettant u. undiscirlinierter Baschi- 
Bozuk des Leixziger Meßkatalogs. fallmerayer GsW. 2, 
351; Baschi Bozuks. Frankl Jer. 1, 259 rc.; Baschi- 
Bosuks. Mag. d. Ausl. 36, 105; Gartenl. 13, 790a 
„c.; Der Lagerkommandant Bascha Negusie lin 
Abessinienl. 1 5, 698b.; ferner nachgestellt, bes. in 
der Form Bascha (s. Serhard Wil. 2, 197) od. 
Baschti, z. B. Agassi., Asas., Aschoschi- 
Baschi, s. Aga 2c.; Berber-Baschi, s. Barbicr; 
Bin= od. Bim-Baschi, Anführer über 1000 
Mann; Bostandschi-(s. d.); Bülük. (s. d.); 
Chacham· (s. d.); Charapdschi (s. d.) Bascht; 
Deli-Bascha, Anführer der Leibwache. SGerhard 
I. 1.; Dervendschi = Baschi od. Großprofoß der 
Landstraßen. WhMüller Ngr. I, XXXI; Dschebecha- 
nedschi (s. d.) Baschi; Dscheberschi (s. d.) 
Baschi; Hakim (s. d.) Bascha; Haram (s. d.) 
Baschi; Jüs baschi, Anführer über Hundert, Haupt- 
mann (vgl. Ssubaschi); Onbaschi, Anführer über 
Zehn (Korporal); Stambul-Efendi-Baschi, 
Oberrichter in Stambul (s. d.); Sliubaschi, Of- 
ficier über Hundert (vgl. Jüsbaschi), Policeivogt; 
Tschausch (s. d.) . Baschi c. — Zöscha, m., 
—6; —#: Pascha (s. d. u. Bassa). Chamisso 3, 349; 
ferner s. Basch. — Baͤsch(e)lik (türk.), m., —; 
—6: Kopfstück. gammer 10, 310; scythische Mütze 
der Osfseten 2c. Ausld. 39, 10 Sa 2c.; danach auch: 
Art Kapote für Damen. Bozar 13, 345 ff.; 15, 
46b. — Baschmalik (türk.), n., —; —: „San- 
dalengeld“, Art Nadelgeld der Sultaninnen. — 
Baschöm (ar.), m., —; —#: der schwarzrückige 
Schakal, auch Dohleb, Dib, Kelb el Wadi 2c. (l. 
Abu). HDrehm Hab. 60. — HBaschtan (russ.), m., 
—s; —§ : Melonen-, Arbusengarten (vgl. Bostan). 
Kohl Südr. 1, 121; 2, 232 ff. -ik, m., —; 
—s: Eigenthümer eines Baschtans. 1, 127. — 
Gaschtärd-a (türk.), f.; —s; e, f.; —: Ad- 
miralschiff, Bastarde, s. Dschunda. 
Baãs-e (gr.), f.; —: Baüs (s. d.), Grund-= 
lage, z. B. (Bank.): eines Gebäudes; Säulen- 
fuß 2c.; (Math.): Grund-Linie,-Fläche: (Metr.): 
ein den eig. Vers einleitender Theil; (Chem.): 
der elektropositive Grundbestandtbeil eines Salzes 
im Ggstz des andern dadurch neutralisierten (elek- 
tronegativen, der Säure); (Färb.) s. Mordant re. 
eilät, f.; 0: s. Gystz Acidität. — Baselemeng, 
m., —§: —: st. Baisemain (s. d.). prutz Holb. 262. 
— Gäs-ement, n. —(e)s; —e: Basament, — 
auch in franz. Aussprache (bassmäng), u., —S; 
—##. çologis, f.; —(ehn: Lehre von den 
Basen. eicilät: s. Baseität. ren, tr.: ein 
Obj. auf Etwas als die Basis gründen — u. intr. 
(haben, sein): sich darauf gründen. — Gäsik, m., 
—9; —#: Aspirant bei den Assassinen. meyer Konv. 
2, 182a. — Gäsilär: B.-Arterie (s. d.). ilei# 
(Zr.), f.; 0: die Herrschaft, das Königthum, z. B. 
(rersonif.) w. 22, 90; 21,297. Tileus, m., uv.; 
uv., ileis: Herrscher, König; auch im republikan. 
Bafs 
Athen der 2te Archon (s. d.). Sch. 1024b; ferner 
— Symrosiarch (s. d.). Suhl 1, 293 2c. -ilĩẽ, f.; 
—(eyn: Basileia. -ilie, f.; —: Name wohlruf- 
tender Pflanzen, bes. Gexmum basslicum, B-n- 
Kraut; ferner: B-n-Minze. Méntha gentilis; „Peter- 
lein, Stum aromäticum; -Themian, Thvmus äcinus rc. 
llica, f.; -lliken [8 24, 1): 1) zuerst in Atben, 
eine Halle, worin der Archon Bafsileus zu Gericht 
saß ze.; in Rom, Gebäude auf einem Forum, als 
Markthallen u. zugleich für Gerichtsverhandlungen 
dienend, in Form eines Vierecks, mit mehrfachen 
Säulengängen: Drei-, funfschiffige Basiliken. Guhl 2, 
141; 143 u.; dann Kirchen in ähnl. Form: Ba- 
siliken-Form; Eine romanische Pfeiler-B. Garlenl. 15, 
102b 2c.; dann auch — Hauptkirche, Katherrale. 
— 2) die Hauptblutader auf dem Handrücken 
(vöra b.). — 3) s. Bafßilieum 2. Filicum, n., — ; 
—s [8 24, 2, n.]: 1) — Basilie. — 2) (Mz., 
auch: Basiliken) Gesetzbuch fürs griech. Kaisertbum 
(begonnen vom Kaiser Basilius I, vollendet durch 
dessen Sohn, 887 u. Chr.). ilisk, m., S#en, 
(s, uv.): -en; -en-: (s. Ss.): 1) nach alter Fabel, 
„Königsschlange“, aus einem Hahnen= (od. B-en.) 
Ei entstehnd u. durch den Blick tödtend: Der dem 
gereizten B. den Mordblick gab. Sch. 428b; B-en- 
Blick. 66b; B.-en-Pseile] deine Blicke. Gör. 1, 222; 
Beu-Eier. Its. 59, 5. Scherzh. v. einem Mädchen: 
Du zanbernde B-in! V. 3, 74 c. — 2) (s. 1) Art 
Schuppeneidechse, Lacsrta b-us. — 3) (. 1, ogl. 
Feld-, Feuerschlange) Art großer Kanonen, s. Ausld. 
39, 752b; Arndi' 356 ic. Cilofäürus, m., uv.; 
uv., —se [8 24, 2): „Königseidechse“, unpassender 
Name für eine Art vorweltlichen Zahn-Wals, 
Zeuglodon (s. d. u. Hydrarchus). — Basiment: s. Ba- 
sament. — Basin (frz. —seng), m.p, —; —: Art ge- 
köpertes Baumwollzeug. Encyl. f. Kaufl. 94. vgl. Bom- 
basin. — Zasirgän (türk.): B. Gemi (s. d.), Kauf- 
fahrteischiff, vgl. Bazar. — Göäsis, f. 824, s, uv. J: 
Base: Die B.-Punkte der Dreiecke. Kag. d. Ausld. 34, 
54 3a 2c.; Die Flüsse gewähren sowohl eine Defensiv- 
als eine Offensiv-B. Dpiertelj. 48, 210 2c. Zität: s. 
Basektät. 
Baskisch, a.: v. den Basken (in Spanien) 
stammend, dazu gehörig 2c., z. B. auch: B-e 
Trommel (s. Tamburin)]. Grube Cb. 2, 202 tc. — 
Gascüle (frz.), f.; —s, —: Wipre, Schaukel, 
Schwengel 2c.: B.-[Schaukel-] Sysiem 2c.; B., B-n- 
Riegel, Schubriegel an Schrankschlössern. Karmarsch 
M. 1, 583. — Sacquine (sfrz. —#n) f#.; —-n, —: 
„baskischer“ Frauenmantel, Art Uberwurf. Jut#. 
Zeit. (16) 34 6a, auch Basquifia (span. —kinja), f. —s. 
Gasrelief (frz. bareljeff), n., —#: —##, (Te, 
—fer): halb erhaben auf einer Fläche hervortreten- 
des Bilrwerk, Ggstz Haut-Relief, ganz erhaben her- 
vortretendes: B-e: G. 30, 31 1c.; Deinc sMatthis- 
son's!] B-fer, die am Sarge sprießen in die Höh, ist 
Das eine Art von Mauerpfeffer? Schiegel (frz. auch 
Bassc.taille). 
Gass (it.), m., —es; Bässe: (vgl. Alt 2c.): die 
tiefste Stimme, nam. (Mus.): 1) eires mehrstim- 
migen Satzes, sowohl in der Instrumental= als
        <pb n="155" />
        Bassa 
Vokalmusik (B.-Stimme), vgl.: B.-Schlüssel 
od. „ZZeichen, auf der Aten Linie des Noten- 
syhüems; -- Nore 2c. — 2) (s. 1) die Inürumente, 
die diese Stimme spielen, B.-Instrumente, nam. 
— B.-Geige (Brumm-B)), u. zwar: die große (od. 
Kontre-B., -Vielon) u.: die kleine (auch Violoncell, 
Bassett); auch v. Blasinstrumenten, z. B.: Drei 
Pfeifer, deren einer einen B. bläst. G. 20, 23 — 
Fagott (Blase-B.), vgl. ferner: B.-Horn; Po- 
saune; . Tuba te., s. auch: B.-Lade, Windlade 
der Orgel für die B.-Stimme. — 3) (. 1) — 
Bassist B.-Sänger). — 4) Zsstzgn, z. B.: Einen 
Bier-B. ssingen; Blase-B. [21; Brumm-B. 
121), auch für: brummende Pers. v. Sb. 3. 356; 
Fistel-B., mit Fistelstimme gesungne Töne einer 
B.-Stimme. Heine Reis. 3, 9; Flaut-B. s. 
flauto; Füll-B. (bässo ripisno), zur Verstärkung 
dienend;t Funramental-B., die Grundstimme 
eines Tonstäcks, nam. nebst den (durch Ziffern be- 
zeichneten) Folgen aller Accorde, woraus die Har- 
monie kesselben besteht; General- B., Funda- 
mental-B. u.: die Lehre, daraus die Harmonien zu 
bestimmen; Grund., Fundamental-B.; Alle Register 
der Stimme rom böchsten Falsett bis zum tiefsten Gur- 
gel-B. preuß. Erp. 1, 207; Haupt.-, Grund-B.; 
Im ungeheuersten Kantor-B. Haug Er Sp. 20, vgl.: 
Konter---(Contra- od. Contre-) B. 121; 
Pommer= B., s. Bombard 1; Schlangen-B., 
das gewundne B.-Horn (s. Serrent); Schnarr- 
B., schnarrender; Sing-B.; Grunzte in einer Art 
v. Stroh--B. Immermann M. 1, 207; Trommel- 
B., wobei nur der Grundton u. seine Oktave ab- 
wechselnd angeschlagen werden; Ultra-B. aller- 
tiefste B.-Stimme; Ziffer-B., s. Fundamental- 
B. ic. — Bas-a: 1) m., —, en; —s, en: ((. 
Ss.) türk. Statthalter, Heerführer (s. Pascha), 
auch: Ein Basse. Kusäus Gärtn. 39. — 2) in ungr. 
Flüchen: B. Manelka! .. . B. Teremtetem! HAltist 
Bül. 262. — 3) (it.), fem. zu basso, z. B. B. 
ottära, s. alta. — Baffäner, m., —; uv.: Art 
Pelikan (v. der schott. Insel Bas), i* 
bassänus (B.-Gans). — Saffar-a (gr.), k. 
!&amp; 24, 1): Art Gewand alter Völkerschaften in 
Kleinaften. Weiss Kost. 2 410. Taus m., uv.; 
0: Bacchus. ide, f.; In: Bacchantin. — 
Sasse: 1) s. Bassa * — 2) (holl.), k.; —n: B., 
Dreh-B., kleine, wage= u. senkrecht rrehbare Ka- 
none auf Schiffen. — 3) (frz. baß): a) f.; — 
Baß. — b) fem. zu bas (s. d. Feig.) Danse 
(s. d.) b. K.; B. marce (l. d.). lisse, f — 
Gewebe mit eingewirkten Figuren, dessen Kette 
wagerecht auf den Stuhl gespannt ist, Gast Haute- 
lisse, wobei die Kette senkrecht gespannt ist; solcher 
Wanrtervich 2c.: B. (Hautelisse) . Stubl; -Terpich rc. 
— Bafsesse, f.; —n: Nierrigk.) Niedertrichtigk. 
— Balssetaille Gaßtäll), f.; —s, —n: s. Bassett 1; 
Basrelief. — Bassell, m., * —e, —e: 1) (it. ) 
Mittelstimme zw. Bas u. Tenor (auch Bo, frz. 
Basse-taille, vgl. Barytenor): B.-Flöte; -Horn 2c. — 
2) Dachshund. -e, f.; —n: Kartenspiel, Art 
Pharao. o, m., —; -i: s. Bassett 1. — Bassin 
Gaflarde 139 
(frz. —#ng), n., (m)) —: —: Wasserbecken: Fels- 
B. Weltermann Ill. Men. 3, 393a; Srrien-B. Sum- 
doldl K. 2, 152.— Bas#ist, m. en, —; -en: Ba- 
Sänger; -Spieler. 0 'it. ), 1) m., —; -i: 
Baß, z. B.: B. continno. fortgehnder Baß, nam. 
im Gits zu B. ripisno, Füllkaß, der die Tutti ver- 
stärkt, beim Solo aber pausiert; B. violoncello (s. 
d.) 2c.; Cl (s. d. ) B., mit dem Baß 2c. — 2) a.: 
— bas, z. B. B. rilisro, Basrelief, vgl.: Art res 
flachen Reliefs, welches die Italiäner als das bassis- 
simo (niedrigste, flachste) rélievo bezeichnen 2c. 
Afale Gsch. k. mod. Geschm. 49.— Bässhin (türk.): 
Uberfall, Raubzug (= pers. 2c.: Tschapu). Hammer 
10, 310. — Gasema-Oögme (ürk.), Schlagwerk 
einer Uhr. ebd. — Bafss-on (frz. —öng), m., —; 
r Fagott (it. bassöne), s. Bas 2. — Bassorin, 
, -(e)s; 0: (s. Cerasin u. Gummi 5) Pflanzen- 
shieim- * 1, 111; 412. — GBasstti (it.), 
pl.: eine Speise v. Nudeln, Reis, Kafe 2c. — 
Gafsus (nlat.), m. [824, 2): Baß: B. generälis, 
Generalbaß. 
Bsta (it., span.): 1) interi.: genug davon: 
Und damit b. 2c. — 2) (Kartensp.): a) Der Herr 
Geheimratb sind b.! (besiegt). f. 11, 409. — b) m., 
—; —; f.; —: der Zte Matador (s. d.) im 
Ohomöre= u. Solospiel, auch Baste, Basto (s. d.). 
— Bastäggo (türk. ) m., —8; —s: Quarantaine. 
— Caslant (it.), a.: aus-, binreichend, taugl. — 
BSast-ard, (art), m. —06, (□en); -e, (—en): 
bei Verlängrung um eine Silbe auch mit dem Ton 
auf der 2ten Silbes: 1) ein aus Vermischung 
zweier Ungleichen Hervorgegangnes (s. Ss.), nam.: 
a) das Kind (Sohn ed. Tochter) eines Erlern u. 
einer unebenbürtigen Mutter. — b) das Erzeugte 
zweier nicht einem Geschlecht od. einer Art angehöri- 
gen Menschen, Thiere, Pflanzen (Mischling, Blend- 
ling, s. Mestize, Mulatte 2c.). — c) uneheliches 
Kind (s. Bankert). — 2) eine Abart, schlechtre Art 
2c., z. B. der schlechte, undurchsichtige Bernstein 
(Karmarsch 1, 192); bei Gärtnern: untaugl. Spröß- 
linge; eine Art Wein, v. rheinischen, nach Spanien 
verrslanzten Reben (B.= od. Peter-Simons-Wein) rc., 
s. 3. — 3) Als Bftw., oft (s. 2), wie After, nur 
zur Bez. einer Abart, einer ähnlichen (meist ge- 
ringern, schlechtern) Art, z. B.: B.-Adler, Cypästos 
barbätus; Aru [1], Misch-A.; „Atlas, s. A. 2; Der 
Zufall, jener B.-Bruder [1] des Schicksals. Hartmann 
Letzt. Tag. 247; B.-Ceder, Bubröma; Ebenbolz, 
Diespyros ebendster; -Eisenholz, Ochna squarrösa; 
Feile, mit Mittelhieb (Ggstz Schlicht-F.); -Fenster, 
nicht höher als breit (Mezzanine); „Frosch, Raua pa- 
radexa; -Galeere, mitbreitrem Hintertheil; Gondel, 
Art Walzenschnecke, Volöta scäpha; Kind 111; 
„Klee, Trifölium hlbridum; Lorbeer, Vibürnum 
tinus; Machiavellismus, s. M.; Makrele, Trachürus; 
Mohn, Papäver hibricum; -Mors; Morchel, Vérpa; 
Nachtigall, Silvia hippolsis; -Pflanzen [1b]; -Schlos, 
Art Schieblade-Sch. (Schnippschnapxp); -Sobn (11; 
Die B.-Tochter der Gerechtigk. Sch. öb; B.-Wasserhubn, 
Phaläropus; -Wechsel, bloßer Darlehnschein; -Wein 
[21;-Wolle, die schlechteste 2c. —e, f.; —m: Bastard-
        <pb n="156" />
        140 Bastarden 
galeere, s. Baschtarde. arden, ardieren, tr.: 
zum Bastard machen, durch Vermischung verschlech- 
tern; reil.: sich als Blendlinge fortpflanzen 2c., 
auch: Ver= b. arderei (w. 35, 246); ardise 
(244); Lardschaft (5öuger Byr. 8, 324), k.; 
Sardihum, n., —e)s; 0: das Bastard-Sein. 
Fardũme (it.), n., —#; mi: Bastard-, Misch- 
geschlecht: Ein wahres B. von Bevölkerung. Uai3. 20, 
147 1c. — Bäste: s. Basta 2. — Bastel (it.), f.; 
—en: Bollwerk (vgl. Bastion), nam. Halbthurm: 
Haupt., Schutz-B. 2c. Ten, tr.: B., ver-b., verboll- 
werfen. — ZBaster (holl.), m., —#; -6: Bastard, 
z. B.: B—s, wie die Holländer die Mischlinge von 
Europäern u. Eingebornen [Afrika's]) nennen. Globus 1, 
1 6ob; B.-Zucker, s. Melis 1. — HZastern-a. 
(lat.), f. [8 24, 11: eine Art v. Maulthieren fort- 
bewegte, rings umschloßne Sänfte. Weise Kost. 1, 
1325. „e (franz.), f.; In: bedeckter Rüst- 
wagen. — Bast-ide (frz.), f. —hn: kleines Land- 
haus in Südfrankreich. ille (ille), f.z —m: Zwing- 
Hof,-Burg, bes. das 1789 vom Volk erstürmte u. 
zerstörte Pariser Staatsgefängnis (s. Embastille- 
ment). — Bastina (böhm.), f.: Der Grund und 
Boden, der der flawischen Gemeinde gehört, ist Gemein- 
gut, das untheilbare gemeinsame Vatererbe. Daher heißt 
er dedina, b. od. otéina, v. ded, batja, od, bie Vater, 
Ahnherr ausdrücken. Mag. d. Jusld. 35, 631a. — 
Bastiön (frz.), m., n.—(e); Je; f.; Zen: Boll— 
werk (vgl. Bastei). étte, .; —s, -n;: kleine 
Bastion: Auf allen Punkten der Vogesen B-s errichtet. 
Volkst 16, 103. ĩeren, tr.: verbollwerken. — 
Bäst- (span.-it.), m., (n.), -s6; -6: Bastone —u. 
bes.: das Aß davon (s. Basta 2b). -öne, m., —; 
—6, -öni: „Stock“, die dem Treff (s. d.) ent- 
sprechende Farbe der Spielkarten, vgl. Späde 
(Pik); danäre, denäri (Karo); coppe (Koenr) u. 
danach (ar.) Bastüni; Sbädi; Dinäri; Kübbe, (. 
Peiermann Or. 1, 161. Jonnäde, f.; —n: Stock- 
prügel, nam. auf die Fußsohlen, in der Türkei, 
vgl.: Das Zepter des absoluten B-nthums. Heine 
Sal. 1, 37, s. Falak. onntis eren, tr.: die 
Bastonnade ertheilen. — Zasüto: B.-Pfelfe, Art 
afrikanischer Wasserpfeife. Gartenl. 15, 520b. — 
Gaszama (ungr., basch-, interj.: Baratom 
ls. d.])! B. Kladderadalsch 22, 19b rc. 
Gät (ar.): Ente, z. B.: B. Sin, chinesische 
Ente. Ptiermann Or. 2, 125; Die Entenblume, Sahr 
el b. 144; Batet moje, s. Horr 2c. — Batagen#ze: 
s. Beteigeunze. — Zataill-e (franz. —tälje), (.; 
—n: Schlacht; Schlachtordnung (ordre de b.); 
B.-[Schlacht-) Marsch; Pferd 2c. -#ern, intr. 
(haben): kämpfen, sich herumschlagen. -ön, n., 
—e)s; —e; —-: eine aus mehrern Kompagnien 
bestehnde Truppenabtheilung, deren mehrere wieder 
ein Regiment bilden; auch (m. frz. ausgesprochner 
Endsilbe): B. I—öngl carré (s. d.) 2c.; B—s= (vgl. 
Regiments.) Adjutant; „Arzt; „Anditeur; Chef; Chi- 
rurg; „Fonrier; Kasse; Kommandeur 2c.; auch in 
Flüchen (wie sie zumal bei Soldaten übl.): Stern- 
Krenz. B. Sch. 117a; Himmel. Stern-B. Hedel 3, 2 7 3 2c. 
— Gatäni-on (gr.), n., —s; zen: eine Gattung 
Bathyll 
schüsselartiger Schalen. weils Kost. 1, 875. — 
Gatärd-e (franz., s. Bastard), f.; —n: etwas 
Halbschlechtiges, v. Mittelart, z. B.: eine Schrift 
zw. Antiqua u. Kurfiv; „Halbwagen“, ein bedeck- 
ter, leichter Wiener Wagen 2c. Jeau l.öl, m., —; 
—8, (—r): Art Damm gegen das Wasser 2c. -ise, 
f.; —n: s. Bastardise. — Zatät-e, f.; —n: Convol- 
vulus batätas, süße Kartoffel: Die Ben od. Ca- 
moten. Oken 2, 341 2c.; B-n-Sago, Amylon davon 
in Graupenform 2c. kro (span.), m., —#; —; 
B-s, die ihre süßen Kartoffeln rösten u. mit dem Ausruf 
falbieten: Batätas, ri#cas y gördas lschöne, große Ba- 
tatenl. Globus 9, 290b. — Batävia, n., —s: —: 
ein leinwandartig gewebtes Zeug (aus Seide od. 
Wolle 2c.), nach der Hauptstadt v. Java benannt. 
Zätca, f.; —#: Wanne bei der Diamanten- 
wäsche 2c. Ausld. 39, 1184b. — Bateau (frz. —i9), 
n., —; —, (—x): Flußschiff (B. à vapeur lwapörl, 
Dampfschiff); Kutschkasten. — Gäteba, f.; —: 
Samangka (auf Java) Wassermelone, malaiisch B. Na#ur 
15, 220a. — Batel-age (frz. -äsh), f.; -n: 
Taschenspielerei, Gankelei. -eur Cör), m., ; 
—6 : Taschenspieler, Gaukler. 
Bath: 1) (hebr.): a) m., uv.; uv.: ein 
Hohlmaß. 1. Kön. 7, 26; 38 (= 1 Epha) — 10 
Gomer — ½/10 Chomer. — b) fem.: Stimme, 
z. B.: B.-Kol, „Tochter der Stimme“, himm- 
lische Offenbarungsstimme; auch in Eigenn., f. 
Bathseba 2c. — 2) (engl.) n.: Bad, z. B. als Bez. 
v. Wolle nach der Pelzwäsche: B.-washed lwöshdl, 
im Ggstz zu der nach der Fabrikfwäsche: scoured 
(skaurdm] u. andrerseits der ungewaschnen, unent- 
schweißten, „fettigen“: greasy (grisi!, z. B. Uont3. 
19, 456 c.; ferner: B.-Orden, ein engl. Ritter- 
orden (bei dem ein Bad als Symbol der Reinigung 
eine Rolle spielt) 2c.; ferner B., als Ortsnamen 
(vgl. Baden, Karlsbad 2c.), nam. die Hauptstadt der 
engl. Grafschaft Somerset, dazu: B.-Coatings 
(kötingsl, ein engl. Wollenzeug. Sneyhl. f. A#ufl. 9 7a; 
Das in England gebräuchl. B.-Metall wird aus 32 
Theilen Messing u. 9 Thellen Zink zusammengeschmolzen. 
Karmorsch M. 1, 48 2c. — Bäth-omecter (gr.), m., 
n., —; uv.: Werkzeug zur Tiefenmessung (Batho- 
metrio, nam. im Meer, z. B. Art Thermometer 
zum Messen der Temperatur in Meerestiefen. 
Poggendorf Ann. 20, 73 2c. Dazu: bathoméetrisch, 
a.: darauf bezüglich. -os, n., uv.; 0: Martin 
Skrlblerns u. Dessen Geheimnis, die Kunst, in der Poesie 
zu sinken lv. Swift!, s. Krenzel Dicht. Fr. 3, 224. — 
ZGathr-ium, n., —8; -len [8 24, 2, n.]); -on, 
— usm (gr.), n., —6;; za s8 24, 2, n.]): Sitzbank 
(s. weise Kost. 1, 889); wundirztliches Lager 
behufs Einrichtung verrenkter Glieder 2e. — 
Gäthseba (bebr., s. Bath 1b), f.; —n: Name der 
Frau des Urias, die mit David die Che brach u., 
nachdem dieser hinterlistig ihrem Mann den Tod 
bereitet (s. Uriasbrief), des Ehebrechers Gattin 
wurde (s. 2. Som. 11 ff.), auch antomastisch: Die 
Delila'n, die Zaeln, Jesabellen u. B—n. W. 20. 163. 
— Bathüll (gr.), m., —, (-ens); —#; -os, us, 
m., uv.; -e: Name, bes.: der schöne Liebling des
        <pb n="157" />
        Sathymeter 
Anakreon, danach verallgemeint: Drei od. 4 unsrer 
jungen, mädchenhaften B-e. W. 23, 290; Der an Ge- 
Gestalt B-en u. Kombaben] den Vorzug nahm. 12, 
195; 3, 15 2c. — Bathn-mter 2c.: s. Bathometer. 
phön, u., —e)s; —e: Art „tieftönendes“ Blase- 
Instrument. 
Gatida (span.), f.; —: Jagd. Globus 6, 166a. 
— Batidinim (hebr.), pl.: in Konstantinopel die 
Untervorsteher der jüd. Gemeinde. frankl Zer. 1, 
197 (vgl. Beth-Din). — SBalill-um (lat.), n., 
; za l 24, 2, n.]; -s, m. I§ 24, 2]: Kohlen- 
schaufel. Weise Kost. 2, 1303. — Batiment (frz. 
—mäng), n., -6; : Gebände; Fahrzeng, Schiff. — 
Gatist (frz.), m., —e)s; Se: feines, lockres lein- 
wandartiges Gewebe (engl. Cambric), vgl.: B.= 
Leinwand, zw. B. u. Leinwand in Feinheit u. 
Lockerheit stehnd (s. Aarmarsch 2, 639 ff.); Baum- 
woll- od. schottischer B., B.-Musselin, ein b.- 
ähnl. Baumwollgewebe (552); Halb---B., mit lei- 
neuer Kette u. baumwollnem Schuß 2c. -en, a.: 
aus Batist. D. 1, 113c. — Satiüschka (ruf#s.), m., 
—s; —: Väterchen. Kohl Pet. 2, 334, s. Papinka. — 
Bätjia, m., —6; —6: Der Haus-Alteste, Il. Vaterl beißt 
(slawisch] Ot, B., Starosta, Hospoda, Vojevoda, Vläryka, 
Zupan, Lech, Kmet. Knerz. Kag. d. Ausld. 35, 631b. 
— ZLatman (pers.), m., —#; uv.: ein Gewicht in 
der Türkei (à 6 Rotl. Peiermann Or. 2, 27) u. in 
Rußland. 
Bat-öcken , -öggen (rufs.): 1) pl.: Stock- 
rrügel. Grubt Ch. 1, 66 2c., auch: Man ließ ihm die 
Bodoggen geben. Srllert 4. 351; Padoggen. 
Musaus M. 4, 41 2cc. — 2) tr.: die B. geben: 
Knuten, patocken. Ph. 2, 165 2c. — Bat-on (erz. 
—öng), m., —#; —§#: Stock, Stab: Ich will dein 
b. de vieillesse Fwjeljeß, Stab im Alter, Stützel 
sein, dich hegen u. pflegen. Wachenhusen Ev. 110; (Mus.) 
ein dicker, senkrechter Strich v. einer Linie des Noten- 
systems bis zur nächst= od. zweitfolgenden, als 
Zeichen einer Panse — Jenes für 2 —, Dies für 
4 Takte; (Wapp.) B. sinistre lbinist’r!), ein das 
Wappen quer durchschneidender Strich (die Bastar- 
dise des ersten Empfängers andentend); B—s royaux 
lroajo!, Art stangenförmiges Gebäck aus Blätter- 
teig 2c. onnier (onnse), m., —; —: „Stab- 
träger“ einer Genossenschaft, bes. der erwählte Vor- 
steher der franz. Advokaten. Nat3. 21, 128; 564 rc. 
Sonnieren, tr.: mit dem Stock fechten, prügeln 
(ogl. bastonnieren). 
Bätr-ach###er (gr.), m., —; uv.: Lurch, — 
die froschartigen Reptilien. - achftt, m., —e)8; 
—e: Frosch-, Krötenstein. achium 1824, 2, n. J: 
Froschgeschwulst unter der Zunge. chius, m. 
!&amp; 24, 21: Batrachier. achompomachi', f.; 
Ceyn: der Froschmäusekrieg, Titel einer altgriech. 
(hemerischen 2) komischen Epopöe: Die Batrachier, die 
schreien, als ob die B. noch jetzt keinen Augenblick cessierte. 
lohl Südr. 2, 149, vgl. Galeomyomachie. achophäg, 
m., -en, —s; -en: Froscheffer. achofebist, m., 
en, —s; —en: Frosch-Verehrer, -Anbeter: Lieber 
Ben als Batrachoxhagen. W. 14, 185; 180. achus, 
m. [8 24, 21: Frosch; = Batrachium. — 
Batterie 141 
Zatschhören (böhm.), pl.: Filzpantoffel. Globus 
1, 117b. 
Gatta, k.; 0: in Italien, Geldentschädigung, 
z. B. für die Soldaten st. der zu verabreichenden 
Lebensmittel 2c.; auch: das Aufgeld für Sicca- 
Rupien gegen Kourant-Rupien. Entykl. f. Kaufl. 
209b. — Zattam: s. Baram, Paden. — Batta- 
rismus (griech.), m., uv.; 0: das Stammeln. 
— Gatte: s. Patte. — Batt-ement (franz. 
—mäng), n., —; — : das Schlagen, An- 
schlagen 2c., z. B. das Anschlagen (Battieren) einer 
Geschützkugel im Innern des für sie zu weiten 
Rohrs an den Winden der Seele; der Schwingungs- 
schlag des Uhrpendels; die Schlagleiste der Flügel- 
thür; (Fechtk.) = Battute; (Tanzk.) Bewegung 
des einen in der Luft schwebenden Beins: Das 
Üben an den sog. B—s-Stangen. Püringer 1032; 
(Tonk.) Art Triller, der aber nicht mit der Hilfs-, 
sondern mit der Hauptnote beginnt 2c. erik, k.; 
(eyn: 1) (Kriegsk.) der Ort, wo das Geschütz 
aufgepflanzt wird, das Geschützbett, Kanonenbet= 
tung, Stück= od. Kanonenwall 2c.; das aufge- 
pflanzte Geschütz selbst; die es bedienenden Trup- 
pen; auch seem., s. Division 3b: Angriffs- vd. 
Belagrungs-B.; Block-B., bewegl. auf Rädern 
fortzuschieben; Bresche-B., zum Brescheschießen; 
Brigade-, Divisions-B.; Demontier-B., 
zum Demontieren der feindl. B.; Enfilier-B., 
zum Cnfilieren od. Bestreichen ganzer Fronten der 
Länge nach; Feld-B.; Festungs-B.; Flügel- 
B., auf den Flügeln der Laufgräben; Fuß-, Ggstz 
Kavallerie-B., Gegen= (od. Contre-.) B.; Hau- 
bitzen--B.; Kanonen-B.; Kavallerie-, s. Fuß- 
B.; Kernschuß-, Demontier--B.; Kessel- od. 
Mörser-B.j Kontre.B., zum Zerstören der Geschütze 
hinter den feindl. Flanken; Küsten-, Strand-B., 
zum Schutz der Küste; gaufgraben-B., im Lauf- 
graben selbst erbaut; Mörser--, Kessel-B.; Posi- 
tions.B., schwere Vertheidigungs-B., wobei man 
v. schneller Bewegung absieht; Reserve-B.; 
Rikochet= od. Schleuderschuß-B.; Sechs- 
pfünder-B.; Strand-, Küsien-B.; Wurf-B., 
aus Mörsern u. Haubitzen bestehnd 2c. Als Bstw. 
z. B.: B.-Geschütz;-Magazin rc.; B.-Deck; 
Kommandant, auf Schiffen 2c.; B.-Faschinen 
(s. d.), zu Böschungsverkleidungen der Belagrungs- 
arbeiten u. Feldschanzen. — 2) Pfannendeckel am 
Gewehrschloß: Deckel= or. B.-Federc.— 3) (Phys.) 
die Verbindung mehrerer sog. Leidener Flaschen zur 
Verstärkung der Elektricität, auch — galvanische 
Säule; Flaschen-B. (vrsch. 4); Die Sand= od. 
Sägemehl-B., ans Zink= u. Kupferplatten u. alo 
flüssiger Leiter Sand od. Sägemehl, mit verdünn- 
ter Schwefelsäure befeuchtet; An jeder ltelegraph.) 
Station befinden sich 2 B-n. Die Haupt--B. 
Eine zweite Säule, die Lokal-B. 2 üler Ph. 2, 373 2c. 
— 4) übrtr.: Einem mit einer schweren B. von Grün- 
den zu Leibe gehn. G. Stolb. 5 7; Eine B. von Flaschen 
stand vor den Zechern aufgepflanzt; Küchen-Been, Teller 
u. Besteck. Hachländer Sold Kr. 94. — 5) (Mus.) der 
Zitterschlag auf der Guitarre u. ähnl. Instrumen=
        <pb n="158" />
        142 Batteur 
ten, wenn die Töne durch Schlagen mit den Fingern 
statt durch Reißen hervorgebracht werden; eine 
Folge arpeggierter, aber nicht gebundner Aceorde 
auf mehrern Saiteninstrumenten. eur (-ör), m., 
—9 ;; —#: Schläger; Schlagmaschine zum Auflockern 
u. Reinigen der Baumwolle. Kormorsch M. 2, 508. 
#eren: 1) tr.: (Fechtk.) dem Gegner den Degen 
aus der Hand schlagen. — 2) intr. (haben): mit 
Battements (s. d.) tanzen. Düringer 351. — ZBat- 
tist 2c.: s. Barist 2c. — Battoir (frz. —eär), m., 
—; —: Schlägel beim Ballspiel. — Battolog-is 
(gr.), f.; —+Aehn: Battarismus; Geschwätz, Sal- 
baberei. -iEren, intr. (haben): salbadern. — 
Battüre (frz.), f.; —n: Leim= od. Wasservergol- 
dung. — Battfüt-a (it.), f.; e; e, f.; —n: 
(Fechik.) das Battieren; (Reitk.) ein Satz, wobei 
die Pferde nur wenig Erde fassen; (Tonk.) Takt- 
schlag: A b-a, taftgemäß. — Batucca (port.), 
f.; —§#: Die B. u. andre Negertänze. Globus 4, 48a; 
Der Ballstaat einer farbigen Schönen, wenn sie Abends 
zur Batuka geht. Burmeister gB. 2, 212. 
Gäthlien (gr.), pl.: Himmels= (Meteor-) 
Steine als Ggstde des Kultus. 
Zauab (ar.), m., —8; —8: Pförtner, Thür- 
hüter. OBank 2, 331; Bawöb. Jusld. 39, 564b. 
— Bäüris (gr.), f.; uv.: Philemon u. B., nach 
gr. Sage ein frommes, altes Cheraar, — danach 
auch ale Gattungsname: Ein greiser Bauer mit sei- 
ner alten Baukis. Noss Ins. 2, 46. — Laudrier 
(frz. bohdrie), m., —: —s: Wehrgehenk. — 
Gäücrian, m., —8; —: (s. Grobianus) bäurischer 
Kerl: Erz.B. Droysen Ar. 3, 86. — Gauhfni-a 
(mlat.), f. [8 24, 11; -e, f.; —m: Vfl., Schling- 
käfe: Rankende B-en. Humbold' Kosm. 2, 91. — 
Gäühides (gr.), pl.: Art eleganter Frauenschuhe. 
Weiss Kost. 1, 727. — Zäülia (ind.), f.; —8: 
tiefer Brunnen, zu dem man auf Stufen hinab- 
steigt. — Gaume (franz. böm), m., —8; —#: 
Balsam. — Zaut: s. Bbaut. — Baüta (schwed.): 
B.-Stein, Mal-, Erinnrungs-Stein, zum Andenken 
gefallner Helden. Mohnibe Fr. 12; 107 2c.; Baute- 
steine. Westermann Men. 3, öb rc. — Baurxit, m., 
(e)s; 0: ein Mineral, ein Konglomerat v. Thon- 
erdehydrat, Eisenoryd u. Kieselsäure, — nach dem 
Hauptfundort Baur (spr. bo] in Frankreich. Uo#3s. 
15, 527; 19, 112 1c. 
Bäo, m., -ns; —e; ius sg 24, 2: B-ius 
u. Mävins haben seit Virgil's Zeit (s. Virgil Ecl. 3, 90) 
alle elenden Versemacher repräsentiert. W. 25, 387; 
In Bens Lied. 131; Hagedor'n 3, 75. — Bavar-b 
(rz. bawär), m., —: —: Schwätzer. IKohl Par. 
1, 39; weibl.: B-#e, Mz.: Bees. ebd. dage ltãsb]. 
1.; —; Iderie, f.; —(e)n: Geschwätz. -dieren, 
imr. (haben): schwätzen, bakbeln, salbadern. 
cdeise, t.; —n: Geschwätz. — Gavär-ia (lat.), 
f. 15 24, 1): Baiern. ###e (it.), m., —; —68, 
-esi: alter bairischer Thaler: auch — Baier (z. B. 
im neuern Griechenland). Brondis Gr. 1, 339. oise 
(Iirz. ods), k.; —: Thee mit Kapillarsirup gesüßt; 
versch. Arten von Cremes (Scheible Kochb. 121 f.).— 
Bavéll- a (it.), -e, 1.; 0: (s. Bafel): Abfall-, 
Seaten 
Flock-, Florettseire. — Bavian: s. Pavian. — 
Bäpius: s. Bav. — Bavoche-e (frz. -wösch), 
-ür##, f.; —n: unsaubrer Abdruck bei Kupfer- 
stichen 2c. - eren, ir.: unsauber abrrucken. — 
Bavolct (frz. —), n., —s; —: Nackenschirm an 
Damenhüten. Bozor 11, 295a. 13, 16 7a. 
ZBawäb: s. Bauab. — Sawani: s. Durga. — 
Garen: s. boxen. 
Zanp: s. Bai (vgl. Baj 2c.). — Bäpo (span.), 
m., —6; —s: falbes Pferd, der Falbe: Die Falben 
(B—s) v. Strohfarbe, aber mit schwarzem Schweif u. 
Mähne. pöppig Ch. 1, 136, frz. bai. — Gap-onne 
(bajönn): „Bucht“ (ogl. Bahia), Name einer frz. 
Stadt. Dazu z. B.: B.r Schinken 2c., s. auch 
Bajennett. -ou (baju), m., —s; —S: in Südamer. 
ein nicht schiffbarer Nebenarm eines Flusses. Ausld. 
39, 796a; 457b; Gerkäcker WW. 239; Meis. 2, 
305; 1, 105; Sander Bürg. 524; Keatsfield Leg. 2, 
167: Tr. R. 1, 114; 128. 
Zazär (türk. —sär; auch —), m., - (e)s; e: 
Marktplatz, wo Waaren feil find, bes.: bedeckte 
Kaufhallen (s. Peiermann Or. 1, 42), Kaufhof (l. 
Besestan; Alcaiceria, Almeidan; Tscharschia), voal.: 
Das Wort „Basar“ ist in ganz Surrußland gebräuchlich 
für Markt. Seibst jedes kleinruss. Dorf bat seinen Basar. 
Von hier gehr dieses Wort bis Javo u. Sumatra; denn 
auch dort, wie in allen zwischenliegenren Ländern beirt 
Markt „Basar . Kohl Südr. 1, 89 2c.; Der Pferre-B., 
Aat-B. Globus 4, 1410; Auf dem JZeser-B., dem 
Sklavenmarkte. Lindan Walsh 1, 129 2c., — z. B. jam- 
bisch. freiligk1oth SW. 1, 26; 119; Unr Staunen fasle 
den B. [die Marktleutel. 144 u. o.; troch, z. B.: 
Kinkel 19; Sch. 196b (zweimal) 2c.; Des Gelr- 
schmiers B.-Lärchen (-—). S. 4, 90 ꝛc. Auch als 
Titel v. Zeitschriften 2c.; ferner — Fancr.-Fair. — 
Sazarne (frz. bas-), m., -s; 0: ein feiner Bur- 
gunderwein. — Gazarüh-a, f.; —+; Jo, m., —; 
—#: ostindische Rechnungsmünze von 2 Rees. — 
Gazzica (it.), f.; 0: Art Hasardspiel. 
Sdéllium (gr.), n., —#; 0: B., B.-Gummi, 
Art Gummiharz, s. Oben 3, 691. vgl.: Bernstein. 
geheimnisreichstes der Harze ... Brellion nennt dich 
die Schrift, dich nennt Elektron Homeros. Kosegorten D. 
2, 120. — Odellometer, m., n., —; uv.: ein 
künstl. Ersatz der Blutegel. 
Geas: s. Beef. — Gcaltaine (ir.), f.; 0: die 
erste Mainacht. Nodenberg Ins. Heil. 1, 102. — 
Gean-ität (mlat.), f.; 0: Wesen od. Behandlung 
eines Beanus: B. od. Pennalismus (s. d.). Gttnzb. 
25, 2, 298 rc., auch: Beanismus, m., uv.: O. 
-— U , m., uv.; —se [§ 24, 21: Fuchs auf Hrch- 
schulen; dummrreister Bursch. — Grar (engl. bär), 
m., —s; —: „Bär“, Spitzname für Baissier (s. d., 
vgl. Ggitz Bull 2, Or). — Geat-a (lat. rc.), k. 
18 21, 11); -e, f.; —n: (nam. in Spanien) ein 
Frauenzimmer, das, ohne im Kloster zu sein, wie 
eine Nonne sich kleidet, lebt (frz. Converse, it. 
Pinzochera): Sie ist eine B-e (Irômmlerin). Gu#y#komw 
Z. 8, 56: 58; 98 rc.; auch als Name (Genit.: 
B-s, Bealens); feiner s. Beatus. — Bealen 
(engl. birn), a.: geschlagen, besiegt: B.-Handi-
        <pb n="159" />
        Seaterio 
cap (s. d.). — Beat-Krio (sfran.), m., n., 
—6; —s: Haus für Beaten (s. d.) 2c.: Unweit 
des Klosters .. . liegt eine von demselben abbängige 
Beguinage, ein B. G'obus 4, 194b 2c. -isicitren 
(lat.), tr.; (vom Paxst): selig srrechen, vgl. 
kanonisieren. ifikation, f.; —en: Beatificierung; 
auch (Phys.): die Bilrung eines elektrischen Hei- 
ligenscheins. illen (frz. —iljen), pl.: Leckerbiß- 
chen, nam. in Pasteten, Rageuts 2c. -ismus, m., 
uv.; 0 8 24, 2]: Scheinheiligk. -itüdo, k. 
(824, 3, dinis): Seligk., Glückseligf.: B. véstra, 
Ew. Seligk. (als Anrede an den Papst). — ulus 
m. I§ 24, 21: ein Genußseliger. us, a-: selig, 
glückselig: B. flle, quf procul negötiis 2c. [Gluck- 
selig Der, der v. Geschäften fern 2c.. Horat. Epod. 2, 
1; Beäti possidéntes lselig der Besitzerl, vgl. Od. 4, 
9, 45; Beäta virgo, die heilige Zungfrau; Beäts me- 
möris, seligen Angedenkens (von Verstorbnen). — 
Geau (frz. bõ), a.: schön (Mz. b—), — vor Vo- 
kalen: bel; weibl.: belle (Mz.: belles) —: Ein 
B., ein Stutzer; Zuerst ein „B.“ von damals u. dann 
eine Belle. Scherr Bl. 1, 186; Die b. monde (s. d.), 
die „schöne Welt“, d. h. die vornehme Gesellischaft, 
auch: Das Haus ist dem b. monde v. Slorenz oft ge- 
öffnet. Monatbl. 1, 147a; Ein b. reste (s. d.); 
Das b. sexe lör], das schöne Geschlecht, die 
Frauen; Der so recht eigentlich la pluie lrlüil 
et (#] le b. temps ltäng] machte. Holtei Ch. 1, 
78 — Regen u. Sonnenschein, der allvermögend 
war 2c.; Giebt es nicht sogar eine Schönbeit, die die 
Franzosen le b. da laid sdũ lã, das Schöne des Häs- 
lichen) nennen? Salon 3, 6; Des florentinischen Künst- 
lers beständiges B.= [Schönheits-] Ireal. Hausbl. (67) 
2, 176; Bel Ami, lieber Freund; Bel Amour lamürt, 
Liebhaber; Bel Efrrit [-ri], Schöngeist; Die Bel- 
Etage (—äsbel, das Stockwerk, eine Trerre hoch; 
Belles Dimnanches lbell rimängschl, „schöne Sonntage“, 
Feste, die etwa unserm Kirmes entsrrechen. Nodenberg 
Par. Bilr. 171: Belles Lettres lbell lätt’r), pl.: die 
schönen Wissenschaften, s. Bellerrisi 2c.; Belle Vue 
lwal, Schönsicht (vgl. Belverẽre). -té, f.; —: 
Schönheit: Frisch genug, aber la b. du diable frü 
rjäb'l, des Teufels]. Schüching Alt-N3Zeit 2, 42, von 
einer Pers., die jugendlich frisch aussieht, aber nicht 
eig. schön ist; Sie war eine b. du diable, eine blen- 
denre Schönhbeit mit der ganzen aisance 2c. Sazar 
15, 78a; Er behaurtet, wenn mir auch die b. du 
diable fehle, so hätte ich dafür die b. de Dieu stjö, 
Gottes) u. die sei ihm lieber. Salon 3, 37. —tn# 
(engl. bjüti), f.; zties: Schönheit: Einem Dichter, 
dessen concealed [verborgne] beauties vielleicht die 
schöusten sint. Ual3. 21, 221.— pais (bewä): Eigenn., 
dazu: Die B.-Tapisserieen. IKohl Par. 2, 22 2c. — 
Geaver (engl. biwör), m., —s; —#: „Biber“, Art 
Baumwollzeug, nach Tuchart gewebt, bes. zu 
Winterhosen 2c. -teen (-#iihn), m., —8; —: ge- 
färbter, rauher baumwollner Barchent (Baumwoll= 
Molton): Der feinste B. heißt Moleskin [möhlstin, 
Maulwurfsfelll. 
Sébẽ, n., — ; —#: Baby (s. d.): Vom einfachen 
B. bis zum schon blasierten verzogenen Töchterchen. 
Beelzebub 143 
Salon 3, 380. — GBebida (span.), k.; —#: Ge- 
tränk; B. belada (s. d.) rc. 
Sechamel (frz. kesch-), f.; —: Art Zwiebel- 
sauce (Scheible Kochb. 52), nach dem Erfnder. — 
Geche (frz. bäsch), f.; —: Sacke: B. de mer, 
Trepang (s. d.). — Géchicum Igr.-lat., § 24, 
2, n.]): Mittel gegen Husten. — Gerzha (xoln. 
Betschka), f.; —s: Flüssigkeitsmaß — dem frz. 
Litre. 
Gedalöschka (türk.), f.; —: Art Kanone. 
Hommer 10, 340.— Bedär, n.t, —; —#: Art Zeug- 
stoff. ebd. — Bedeät (ar.), n.. — ;:; —: Hafenzoll 
in Konstantinorel. — Grdegär (ar.-frz.), m., 
— :; —: Schlafapfel. — Bedeli (türk.): Ablösung, 
so allgm.: B.-Beldar, Ablosfungsgelder; ferner 
z. B. B. Dschisise, Ablösung der Kopfsteuer; 
B. Furün, der Backefensteuer; B. Ordu, der 
Lagersteuer; B.-Timar, für Lehendienste 2c., s. 
Hammer 10, 340, vgl. Menssuchat —si, eine Art Ge- 
bühren. 358. — Zedinet: s. Din. — Gedlam 
(engl. —ämm), n.t, —s; —: Irrenhaus in London: 
danach vrerallgemeint. -it, m., —en; —en: Toli- 
häusler. — Bedmaker (engl. —meker), m., —; 
—6: Bettmacher, s. Scout. — Gedon, n., —; —: 
im Mittelalter, Art großer Trommel. Weils Kost. 
2, 850. — Gedoor Ci#), m., -s; „s: s. Kir. — 
Gedschis (rers.), n., uv.; 0: ein Spiel, das v. 
Zweien mit je 4 Steinen auf einem Tuch in Form 
eines Kreuzes, von dem jeder der 4 Flügel 24 Felder 
hat, gesrielt wird. Peiermann Or. 2, 308. — Seduin 
(ar.), m., —en; —en: B., B.e herumschweifender 
Wustenaraber (s. Aarib): Die Abu-Rof sind B-en, 
Hirten ... Sie führen, wie sämmtliche nubischen u. 
sennaarischen Hirten#öller den arab. Kollektionamen 
Urban, Sing.: Arab, was gleichbedeutend mir 
Beruän, Sing.: Bedawi, r. b. Hirt ist, also einen 
umberschweifenden Viebzüchter im Ggstze zum seshaften 
Ackerbauer, dem Fellah (od. auch Herberi) charakte- 
risiert. Globus 4, 203a; Die Been ord. wandernden 
Araber .. u. die Hadars dd. angesessenen Araber. 6, 
314a; Man unterscheidet hier genau die „Araber“ von 
den B-en u. versteht unter letzterm Namen nur solche, 
welche Kamelberden halten; alle anrern werden „Arab", 
Araber, genannt. Petermann Or. 2, 141 2c.; Üübrtr.: 
Ein Creek (Inrianer], ein B. der Stexre. (reiligrath 
W. 1, 278 2c.; B-en-Ros. 144 2c. -k, f.; —u: 
Art Damenmantel. Garienl. 14, 86a rc. 
Gref (engl. bif), m., —8; —: „Rindfleisch“, 
z. B.: B.= u. Mutron-Cbers (s. d.). Hamm Sh. 77 26. 
(s. Baron 2), — Spottname für Engländer: Zwet 
junge „Beafs “. Bohiano 233; 211 2c. -ater (Fiterl, 
m., —s; —5 : „Rindfleisch-Esser“, scherzh. Bez. der 
engl. Leibwache, s. (st. Buffetier) Garlenl. 16, 169b; 
Dolkoz. 11, 35. „steak l-steht], n., —; —: dünne 
Rindfleischscheibe mit Butter, geröstet od. gebraten 
(Ochsenschnitt): Dieser breirsrurigen B.-Kreatur, dieser 
Engländerin. Schücking FrR. 2, 115. — Brl (hebr.), 
m.: s. Bel; Baal. zebub, m., —§; —: 1) Baal- 
Sebub (s. d.), Teufel. Matth. 14, 24 tc.; theils 
3-, theils Afilbig (s. Ss.); rgl.: Du arger Belzen- 
bock. HSaqs G. 1, 212; scherzh.: Der Beel= u. Kotze- 
4
        <pb n="160" />
        144 Beest 
bue. Gattenl. 15, 488a 2c.; Das Beelzebübchen Amor. 
Heine Rels. 2, 87 2c. — 2) Art Brüllaffe 2c. — 
Gerst, n., -(e)s; —er: Bestie (s. d. u. Biest), ein 
Thier, als Staunen od. Unwillen erregend; auch 
Schimpfw. für Menschen (s. Ss.). erki, f.; —en: 
Viehhaftigk. 2c. Gols 1, 284; 3, 377 2c. ig, a.: 
ochsig r2c. 
Gefäna (it.), f.; 0: Epiphanlas (s. d.); ein 
mythisches weibl. Wesen, das an diesem Fest die 
artigen Kinder beschenkt, die unartigen bestraft u. 
eine Puppe als Verbildlichung dieses Wesens. — 
Gefäria, f.; —-s: Die Alpenrose der Kordilleren, die 
harzreiche B. Humboldt K. 1, 13. — Beffroi (frz. 
—froä), m., —#; —#: Wachthurm (in Burgen 2c.): 
Den Berchfrit (B.). Gartenl. 15, 239b re., auch: 
Belfried (s. d. Ss.). 
zeg (türk.), m., —s;-e, —§6: B. (Bei, Bei), 
Herr, Titel höherer Militärpersonen 2c. Gerhord 
W. 2, 197; Man gebraucht lin Perstienl selten bei 
der Anrede den bloßen Namen, sondern setzt das 
Wort mirza (Schriftkundiger) vor od. lässt dem 
Namen den Titel Chan od. B. folgen, bei Frauen 
Chanum od. wenigstens das türk. Wort Badschi. 
Ausld. 38, 1037b; Ein siegberauschter B. [Reim: 
frech]. Freiligrach SW. 1, 344; Unzufriedenheit der 
kurdischen Insurgenten-B-e. fallmerayer GsSchr. 2, 
26; Mamelucken-B-e. 1, 73; Die B-s. TUobent 
1, 101 1c.; Beglerbeg (ellerbel), Herr der 
Herren, — Oberstatthalter, Landpfleger. CKRobert 
2, 29; 195, s. Alaj-; Kapudan-; Kiaja-; Padrona-; 
Rehala-; Sandschak-B. u. Muschkiri 2c.; ferner B.= 
Zadeh, Fürstensohn; Beglik, n., Würde, Gebiet 
eines B—s. C# U#ben 2, 100, auch: Beglik Kalemi, 
Erpedit der Firmane u. Archiv der Staatsurkunden. 
Hammer 10, 310 2c.; Begllkoscht, Staatsreseren- 
dar. ebb. — Begaär, m., —#; —s6: Tribut der 
Osseten, in Ochsen bestehnd. Kohl Sürr. 1, 291 2c. 
— Zegässe, f.; —n: s. Bagazo.—Beg-härd, m., 
—en, —§6; —en, Se: Art Bettelmönche. Atitgk 2, 
275; Weiss Kost. 2, 715 2c. ine, f.; —n: 1) 
Art Nonne; Betschwester; Scheinheilige 2c. 
(vralt. Begeine, s. Se.). — 2) leinene Backen- 
haube, Kinderhaube (s. embegninieren). — 3) 
das Weibchen des Kampfhahns. — Zeg-lerbeg: 
eTlik: s. Beg. — BSegma sgr., §&amp; 24, 3, n., 
jtis ): Lungenauswurf Hustender, s. Beris. — 
Zegöni-a, f.; Sen I§ 24, 1): eine Pfl., Schief- 
blatt (als Gatt. Begon laceen), nach dem Inten- 
danten Begon auf St. Domingo. — Leguenl-e 
(frz. begöl), f.; —#: Eine, die sich ziert, die Spröde 
spielt 2c. w. 15, 266. erfé, f.; -eyn: Prüderie ꝛe. 
— Beguinage (frz. beginäsh'), f.; —n: Beginen- 
Haus, s. Beaterio. -e, f.; —n: Begine (oft auch 
so ausgesprochen, doch z. B. Asilbig. Heine Rom. 
13): Als B-u (auch Begutten ed. Seelenweiber ge- 
nannt). Carus Engl. 1, 26, vgl. Weiss Kost. 2, 714. 
— Begum (ind.), f.; —#: Fürstin (Titel). 
Schaviour (engl. bihewjör), n., —##; 0: das 
„Behaben“, Benehmen: Mit dem aristokratisch seinen 
b. Jallmerayer GsW. 2, 350. — Gehemötlh (hebr., 
), m., —; —6: giod 40, 10 ff., wahrscheinlich 
Bel 
— Hippopotamos; dann allgm.: riefiges Ungethüm: 
Vom Wurme bis zum B. (——. Golitt 1, 252; Stark 
wie der B. (——. W. 10, 297; Den ganzen Körper 
u. B. des Papstthums. suthet 8, 250b 2c. — Behen, 
n., —#; 0: Pflanzenname: 1) ein ausländischer 
Baum, Guilandina moringa. Dazu: B.-Nuß; Ol 2c. 
— 2) Cucübalus, nam. C. beben, Schachtkraut, 
Widerstoß. — Behistã (ind.), m., —#; —#: Diener, 
der fürs Bad zu sorgen hat. Ausld. 38, 990a. 
Beĩ, m., —(e)s; —§, —e, —en: s. Beg: Die 
Ben, Agas, Bassen. Hagevorn 2, 20; Paschas, B-s u. 
Ayans. Zinheisen 1, 26. -lerbei; -lik: s. Beg. — 
Geignet (frz. benje), m., n., —8; —: orsch. Arten 
Mehlspeisen, paniert u. in Butter gebacken. — 
Gefram (türk.), n. (m.), —#; —6#: 2 Feste: Das 
große B., am Ende der Fasten; ras kleine od. Kur- 
ban-B., 10 Wochen darauf (Den Kurban--B. Uat3. 
21, 265). — Zeirük (türk.), m., —; 0; frischer 
Baumhonig. Lfalmerayer GsW. 1, 217 . — Beĩsa 
(oabess.), f.; —#: Art Antilope (arab. Hammah). 
Brehm Hab. 66. — Gẽist, n., —(e)s; Ser: (vralt.) 
Beest. — Zeit (ar.), n., —; —6: „Haus“ ((. 
Beth; Bit): Das Arar (b. ulmal). Grenzb. 26, 1, 
126 2c.; Das B. Ullah (Haus Gottes) od. die große 
Moschee v. Mecca. Grube Ch. 2, 161; 176; Die 
Moschee wimmelt v. Scharen wilrer Tauben. B.= 
Ullah-Tauben. 167; Beitul-ls, das Haus der 
Ehre. hammer 10, 340 rc.; Strophe. Uolenkranz 
Poes. Gsch. 360; 398 r2c. (s. Misra). — Geit 
Ibrihi (abess.), n., —; —6: das roth= u. das 
isabellkehlige Frankolin. Irehm Hab. 223. 
Gsia-slor, m.: Kolibris, hler B. (Blumenküsser) 
genannt. Globus 5, 6a. — Bsjas (türk.): Fransen: 
B. Ssom, aus echtem Silber 2c. Hommer 10, 340. 
Zer (frz.), m., —6; —: Schnabel; schnabel- 
förmige Vorragung, Gaslichtröhre 2c. — Beka 
(hebr.), m., n., —#; —#: ein halber Sekel (s. d.). 
Junz (2. Mos. 38, 26; 1, 24, 22). — Grc 
(frz.), f.; —m: Schnepfe. assine, f.; —n: Heer- 
schnepfe, it. Beccacino atschinol, m., —#; —, 
-i, — auch als Bez. für ein ganz kleines flaches 
Boot für nur eine Pers., die am Boden liegen 
muß. Garient. 16, 87b (vgl. Chiatto), Seelen- 
tränker ꝛe., vgl.: Bécca, f.; Becche lbecke):; ein 
ganz ähnlich gebautes, nur etwas größres Brot. 
iguc (srz. —ig), m., —s# —6: cafsco (it.), m., 
— ; —6, scasichi (spr. —i## z. B. Lausbl. — 67 — 
1, 1711: ein Vogel, der Feigenfresser, auch Bigione. 
Trard (frz. —kär), m., —#: —#: Hakenlachs. — 
Gekésche: s. Pekesche. — Gcehijär (türk.), m., 
—en; -en: Art Soldtruppen. Ranke Serb. Rev. 
114; duobe#t 1, 160 2c. (vgl. Kurschalire). — 
Gechmess, m., uv.; 0: Der bei den Tataren so be- 
liebte Obstsirup, V. genannt, den sie aus den schlechteren 
Apfelsorten kochen. Kohl Sürr. 1, 207 ff.; 270. — 
Gekreg (ar.), n., —8; —#: B. (BVakrag), Kaffe- 
fanne. Pelermonn Or. 2, 284. — Gehtäschi (türk.), 
m., —; —#: tanzende Derwische. #lobus 5, 338b. 
Bel: 1) (hebr.) m., —#; 0;: der Hauptgott der 
Babylonier (s. Baal; Beel). vef. 46, 1; Itt. 50, 2; 
Den B. zu Babel. 51, 14 r., vgl.: Ein aufrecht
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        Beladi 
schreitender Zeus, d. i. B.-Merörach (s. d.). Jusld. 
39, 938b. — 2) (frz.) s. bean, z. B.: B. ami; 
B.-Esprit; B.-Etage 2c. — Gelädi, m., —8; —: 
Anführer bei den Kurden. — GBelchkte cbeltsch-): 
eine span. Stadt u. danach: eine Sorte Wolle. 
— Selelaes, pl.: Art estind. Seidenzeug. — 
Gelem (pers.), m., —#: —: kleiner, langer, 
schmaler Kahn. petermann Or. 2, 152. — Zelemnit 
(griech.), m., —en, —; —en: „Donnerkeil“, 
Versteinrungen nam. der Bruütbeine urweltlicher 
Seplen (Koracit). — Gelesprit; Geletage: s. 
Bel 2; Etage; Esprit. — Zéli (türk.): ja wobl! 
Hommer 10, 310. — GZélial (hebr.), m., —#; #: 
Teufel. 5. Mos. 13, 13; 2. Sam. 23, 6 2c.; Bäche 
Bs [der Unterweltl. pl. 18, 5 2c. — Gelikbaschi 
(pers.), m.: Der Leutnant, B. Peiermann Or. 2, 275 
(vgl. Wekil; Naib). — Gelleh, n., —;: 0;: ge- 
quelltes Sorghum (s. d.). Carienl. 15, 308a. — 
Géll (engl.), f. (n.); —s#: Glocke: Saint George's 
(bent dsborshis b., der frühere Preis des Chester 
Wettrennens. Solec Renn. 14 ꝛc. — Bolla (it.), 
f.; —: die Schöne (auch Taufname, Genit.: 
B—s, Bellens); eine Sorte Eisendraht. prechte 
4, 210 f. dönna, f.; —: („schöne Frau) 
eine Giftpflanze, s. Atrera. — GBellände, fk.; 
—nA : s. Bilanrer. — Gellätrir (lat.), f.; 0: 
„die Kriegerin“, als Name für den Stern? 
im Orson. — GBelle: 1) (lat.) adv.: schön: 
Püge! bene! b.! rufen. faumerayer Gs W. 2, 351. 
— 2) (irz.) s. beau. — Bellkrophon, m., —; 
—6: in der gr. Mythe Besieger der Chimära (s. d.) 
mittels des durch ihn gezähmten Pegasus (s. d.), 
der aber schließlich den im Ubermuth auf ihm zum 
Olymp aufsteigen Wollenden schmählich abwarf: 
B-8-Brief (wie ihn Prötus dem B. an den König 
Jobates gab, ihn um Tödtung des scheinbar Em- 
pfohlenen ersuchend) — Uriasbrief; B-s-Flug, Art 
Flugwerk im Bühnenwesen. Dücinger 144. — 
Gelletrist, m., —en, —#; en: Kenner u. ausübender 
Freund der schönen Literatur (belles lettres, s. beau); 
Schöngeist. -ere#, f.; 0: (verächtl.) das Treiben 
eines Belletristen. -ih, f.; —en: die Beschäftigung 
mit der schönen Literatur; ein Werk darüber. 
Sisch, a.: sich darauf beziehnd, schönwissenschaftl., 
schöngeistig. — Gelli-Kös (lat., auch in frz. 
Schreibw. quös), a.: kriegerisch, streitbar. — 
Géllis (lat.), f.; uv.: Tausendschönchen (B. perén- 
nis, s. Margarethe) 2c. — Bello (it.), a.; schön; 
m.: der Schöne (auch umgedentscht als Name von 
Hunden, vgl. Beller); weibl.: Bella (s. d.); 
Superl.: Bellfssimo, sehr schön; Schließen wir 
Frieren, Bellissima! [Anrere an eine Damel. 
Dazat 14, 30b. vgl. (lat.) im Ablat.: B. mödo, 
auf schöne, schickl. Weise. — Bell-öna (lat.), f. Cs, 
-önens); 0: die Kriegsgöttin (vgl. Envo), s. auch 
Asterotd. önisch, a.: kriegerisch. Scherr Bl. 3, 86. 
-öonion, n., —; -zönken: Art Spieluhr 2c., die 
vollstimmige Kriegsmusik ertönen lässt. -um 
[824, 2, n.]: Krieg: B. internecinum, Vernich- 
tungskrieg; B. ömnium contra omnes, der Krieg 
Aller gegen Alle 2c. — Bell- (engl.), m., uv.; 
Sandets, Fremdwörterbuch. 
Gendsch 145 
eies: Bauch: Red B., Rethbauch, z. B. roth- 
bäuchige Schildkröte. Slobus 1, 93b.— Belomankik 
(gr.), f.; —ey)n: Art Wahrsagung aus Pfeilen. — 
Geloved (engl. bilswir), a.: geliebt: Der Umgang 
mit den b. ones I(wöns, geliebten Personenl. G. 17, 
130, s. Ss. 2, 130a. — Below (engl. bilö), adr., 
präp.: unten, unter: High (s. d.) life anders als 
b. stairs sters, unter der Treppe, von niederm 
Standpunkt aus] zu beobachten. püchler Südöstl. 1, 
283. — Belt, m., e), (uv.); —e, (-en): 
(s. Ss.) zumeist als Eigenn. für 2, Nord= u. Ost- 
see (welche letztere davon auch baltisches Meer 
heißt) verbindende Straßen; zuw. st. baltisches Meer 
u. noch allgemeiner st. nörrliches Meer. i (skand.): 
Gürtel. weiss Kost. 2, 407; 112. — Gellrämo 
(it.), m., —#; 0: eine komische Maskenfigur der 
Commedia (s. d.) dell’ arte: Der B. von Mailand, 
ein bedientischer Einfaltspinsel. Rosenkranz PoesGich. 
551. — Gelüg-a (russ.), m., —s; —; f.; zen: 
„Weißfisch“, z. B. Delphinus lsücas (Weiswal). 
Oken 7, 1085; bes. aber: Der Hausen (Acipénser 
hüso) Bjeluga. 6, 69; Ders. g. Belugenstein. 
in den Nieren [tes Hausensl. 71.— Gelvedkre (it.), 
n., —s; —#: „Schönsicht“, Ort, der eine schöne 
Aussicht bietet. G. 19, 251 r. (frz.: Belle Vue, 
s. Beau), vgl.: Bis zur belver krischen Chuussse. 
27, 199 2c. 
Gema sgr., § 24, 3, n., +is]: in den gr. 
Kirchen umgitterter Raum für die Geistlichkeit 
(Hierätikum) U. bes. darin der Sitz für den Bischof. 
— Gemahygut (tschippew.), m., —s; 0: Tranben= 
wein. freiligrath H. 67. — Gematift (gr.), m., 
—en, —s; —en: Schrittmesser; Einer, der einen 
Weg schreitend abmisst. Humboldt Kosm. 2, 209. — 
Gem-di-oi, m., uv.; uv.: Art Vögel am Ama- 
zonenstrom: Die zutraulichen B. Ausld. 39, 1 130b. 
I. Gén, m.: 1) (hebr.) Sohn, vgl. (ar.) Ibn 
(MzZ.: Beni); Beni.I#srael, Name des Zwergbocks 
Cephälophus (s. Atro). BDrehm Hab. 157 ꝛe. — 2) 
Ein großer, durch seine Formen v. den übrigen abstehn- 
der Berg heißt lin Schottland stets B., so B. Nevis 2c. 
Ausld. 39, 944a. — II. Zen: s. Beben. — Géna 
(tschirvew.), m., —#; —#: Fasan. (reiligrath H. 66. 
— Benaͤrde (frz.), f.; —: Schloß, das sich von 
2 Seiten schließen lässt. — Benäres, m., uv.; 
uv.: ostind. Silberstoff (nach der Stadt B.).— 
VBenatnasch, m., uv.; 0: ein veränderlicher Stern 
U#rs). Aädler 416. — Gench (engl. bensch), .; 
—es: Bank: King's od. Queen's Iwins!] B., „des 
Königs od. der Königin Bank“, ein hober Ge- 
richtshof; Kings-B.-Gericht. W. 36, 100, auch Court 
(s. d. 1) of King's b.; ein Schuldgefängnis 2c. 
Gend (pers., türk.), n., —s; —6: Band ((. 
Dülbenr) 2c. Hammer 10, 340, auch z. B.: Thal- 
damm. edd. (vgl. Derbenr). — Genda, m., 
—; —#: (in Guinea): Ein B. v. 8 Pisos or. Usanes, 
Unzen wiegt 64. 114 frz. Gramm. Encykl. f. Kaufl. 
400a. — Gendak (pers.), m., —; —#: Mütze der 
Derwische. — Bendis (gr.), f.; 0: eine ursxr. 
thracische Göttin (Artemis). w. 24, 25; 356. — 
Zendo, m., —8; — : s. Gua. — Bendsch (ar.): 
10
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        146 BSendylh en mammam 
Bilsenkraut. Peirrmann Or. 2, 106. — Bendpth 
kümämmam: „die gesegneten Mütter“, die Feen 
(in Wales). Nodenberg Wal. 97. 
Gene (lat.), adr.: gut, wohl: (s. belle; quasi); 
B. quf latuft, b. vixit swer wohl verborgen war, 
hat wohl gelebt Izc.; Sich b. [gütl. ] thun; auch n.: 
Sich ein B. anthun. vHorn Schms. 161; Einem ein 
großes B. [Gefallen, Wohlthat] thun. w. Merck 2, 
105 ꝛe. deien [8 251, tr.: benedicieren, segnen, 
preisen, — auch m. Dat. st. des persönl. Obj., 
vgl.: Deinen Namen lwill ich! ewig b., tägl. benedei 
ich di r. mendelssohn Ps. 145, 1 ff.; Hoch-, über-ge- 
benedelt od. (Obenedeit. deétto (it.), a.: gesegnet: 
Von dieser Segnung lder Esel bei der Kirche des heil. 
Antonius] schreibt sich der feine Ansdruck B. dd Sän 
Antönio her, wenn man Jemand nicht geradezu einen 
Esel nennen will. Uuge IrZ. 3, 438. icrferen 
(lat.), tr.; intr. (haben): segnen; böse Geister 
bannen. Berlepsch Alp. 50. dfeite, n., —8; —6; 
(„segnet!“) Tischgebet vor — wie Gratias nach — 
der Mahlzeit. G. 14, 263; Segenspruch. Cuther 5, 
181b ꝛe. -dicamus!: lasst uns benedeien: B. dö- 
mino sdem Herrn], Schlußformel des kathol. 
Gottesdiensts in den Fasten 2c. Tdicat!: (Gott) 
gebe seinen Segen, z. B.: Ein heil'ger Mann, der 
bei geweihtem Licht] die treuen Hände fügt u. b. spricht. 
w 11, 267, das Paar einsegnend, trauend. -dikt, 
: der Gesegnete (als Name): B—e#-Pfennig, ge 
weihte Münze als Schutz gegen Zauberei cc. 
dihie, r yn: eine heilkräftige Pfl., Gẽum, Bn- 
Krant, B.: Verg-B., G. montänum; Sumf., 
Wald-, Watr. Wiesen-B., G. riräle; auch Karden- 
B. (od. Kardobenedikte), Centäürea benedieta rc. 
„dihtiner, m., #; uv.: Mönch vom Orden des 
heil. Benediktus (Od. B.= Orden): B-in, Nonne 
desselben Ordens (B.-Nonne) 2c. dielio, f. [5 24, 
3, önis!: Segen: B. apostölica, vom Panst ge- 
spendeter; B. sacerdotälis, priesterlicher 2c. diktion, 
f.z-en: Segen, —3-Spruch r. dictionalc, n. -6 
ällen (§21, 3, n., älis: MzZ.: äliaf; -dictionarium, 
n., —; drlen /624, 2, n. : frchl. Buch der Benedik- 
tionen. elio, 1. !&amp; 24, 3, önis]; -kahtion, 
1.: -en: das Wohlthun, die Wohlthätigkeit- 
ahlor, m., —8; ören [8 24, 3. õris]: Wohl— 
thaͤter. Are (frz. |t9), n., uv.: —;: Benesiz. 
HKiecnz, f.; —en: Wohlthätigk. steiäl, a.; auf 
Pfründen bönge" dazu gehörig: Das mittelalterl. 
Ministerial= u. B.-Wesen. Scherr Vl. 2, 208.-Keicnt, 
m., -en, (—6); en: Schauspieler, der ein Benefi 
(s. d.) hat (vgl. Beneficiat 1); Die Bin. Uiehl NN. 
115. ieiärius, n m. [8 24, 21: Pfründner 2c. 
sieiät: 1) m., —en, (Is); —en: Benefiz-Empfän- 
ger, Pfründner 2c., bes. — Stipendiat. — 2) nu., 
—(e)s; —e: Pfründe. König Kl. 2, 15. „sicieren, 
intr. (haben): Wohlthaten erweisen. seium 
[§ 24, 2, n.]: Wohlthat, Begüönstigung 2c.: Be- 
nelieia nön obtruchintur, Wohlthaten drängt man 
nicht auf 2c.; Hat Sie B. véntris? . d. h. hal Sie 
offuen Leib. Pru## Holb. 5 1 . znam.: Rechtswohlthat, 
eine durch das Necht gewährte Begünstigung, best.: 
B. jüris, z. B.: B. appelldndi, der Appellation; B.ces- 
Genoiton 
siönis bonörum, der Güterabtretung (an die Gläubi- 
ger); B. excussiönis (. d.) od. öOrdinis; B. flbile 
(l. d. B. inventärüf (s. d. B. competéntia (s. d.) 
c.; ferner (im Mittelalter) ein aus Gunst verliehnes 
Lehen; ein Gut als Besoldung u. so nam. noch 
— geistliche Pfründe: B. cüm (od. sine) cüra, mit 
(od. ohne) Seelsorge 2c. ## n., -es; —e (—#e n): 
Beneficium; nam. auch: eine Bühnenvorstellung, 
deren Ertrag nicht der Direktion, sondern einem 
Bühnenmitglied (tem Benefielanten) od. auch einem 
wohlthätigen Zweck gehört: B.-Abend; Vorstellung rc. 
„fiziänt 2c.: s. Benefieiant 2c. — Benek (türk.): 
Art reichen Zeugs. Hammer 10, 340. — Bene— 
plarito (it. —plähtsch-), n., —#; 0: Wohlgefallen, 
Belieben — bes. (Mufs.) A (nachl b. -ventièren, 
tr.: bewillkommnen. Schuppius 815 2c. -volent, 
a.: wohlwollend. -volentia, f. [8 24, 1 
volen; f.; 0: das Wohlwollen. volus □, 
: wohlwollend, z. B. (Vokat.) Bensvole (Su- 
perl., Benevolentissime) Iéctor! geneigter Leser. 
— Venfra#kll-o“ (it.), m., —; -i, zen: Art 
Mönche (s. Fratello): Das Ospizio der Benfratélli. 
Bei den Benftautle. Gutzkow Z. 5, 305; 8, 86 tc. 
Zéng-al, f.; —#: Die bengalische Baumwolle 
(B.). Normorsch . 2, 502; Fair (s. d.) B-s sind bis 
zu 6 ⅛/ Pence zu kanfen. Uol 3. 20, 398 2c. äälen, 
n., —# (uv.);: eine reiche Landschaft in Indien: 
Er hätte, was er hofft, in diesem Augenblick um 6 B. 
nicht vertauschet. w. 12, 279. -alé, m., —; —: 
Art Kleiderstoff. -äli: 1) n., —#; 0: a) die ben- 
galische Sprache. — b) Haschisch (s. d.). Housbl. 
(60) 3, 172. — 2) m., —;: —: Bengalist. 
alisch, a.: aus Bengalen stammend, dazu ge- 
hörig 2c.: B—e Bohnen, fãbæ bengalénses, engl.: 
Boengal-Beans sspr. —bins], in der Heimath: 
Cadacay, die Galläpfel v. Terminälia chsbula, zum 
Färben u. als Adstringens dienend, s. Oken 3,916 
(nach Heyse Jgnatiusbohnen 2); B-es Feuerlwerk, 
b—e Flamme, Beleuchlung, grelll blendend (eig. u. 
zunächst von weißer Flamme). alist,m., —-en.s; 
en: finkenartige Vögel, Frengilla bengälus; Der 
getigerte B., F. amandava 2c., val. : Der Schmetter- 
lingsfink, bei den Händlern Cordon-been od. Benguc- 
list. Garlenl. 16, 39 2a. 
Wenigu-ilas (lat.), f. [8 24, 3, Jität“sl; 
ilät, fk.; O: Güte, Milde, Gutartigk. —us, a.: 
gütig, r—iie 1e. — Beni-Ifrael, m., —S; 
—#: s. Ven 1. — Genisch (ar.), m., —es: —e: 
ein bis auf rie Erde reichendes Oberkleid, Staats= 
rock. Kurhard Konst. 2, 127; weils Kost. 2, 236. 
— Genjamin (hebr.), m.: Name von Jakob's 
jüngstem und liebstem Sohn; danach z. B.: 
Den V. der Welt. IKohl Par. 1, 71 —, das 
jüngste (d. i. unser) Zahrhundert. — Genjoln: 
s. Benzoe. 
Beinna (lat.), f. [8 24, 11: Art leichtrer Last- 
wagen mit geflochtnem Wagenkerb. Weils Kost. 1, 
1328.— VBennak (türk.), n.p—#: —: Einwohner= 
Geld, = Stener. Hammer 10. 310. 
Génoilon (-otöng): Das Bühnenstück, die Familie 
B. Weit enisernt, sich beschimt zu fühlen, ward das
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        Benl(l)schen 
Wort B. ein Begriff, die Bénoitonnerie eine ge- 
sellschaftliche Kaste. .. Die Frivolität des Kostüms, der 
Sitten, der Erziehung, des Familienlebens bezeichnete 
man v. da ab mit dem Namen B. und v. den Weibern 
suchte die eine, noch immer mehr B. zu sein, als die 
andre. Eine femme ckhic 1 d.] mußte B. sein. Wachen-- 
husen Ev. 36, vgl. Bicherie. 
Gént)schen (jüd.), tr. ½. [8 251: benedi- 
eieren, segnen: Lulef (s. d.) b. Heine 19. 71 rc.; o. 
Obj. nam.: das Gebet nach Tisch sprechen. 
Genvenüto: 1) a.: willkommen. — 2) m., 
—6; —# : Willkomm. 
Genz-amid, n., —: 0: s. Anilin. -#n, n., 
—(e)8; 0: eine von Mitscherlich aus der Benzve- 
säure, jetzt gw. aus Steinkoblentheer dargestellte 
Flüssigkeit, die mit sehr heller Farbe breunt: Petre- 
leum (s. d.) .B., -Aber, Ligrofn. -ot, f.; 0; -oĩn, 
n., —s; 0: das Harz v. StFrax Bénzoin (B.= 
Baum), zu Parfümerien u. Toilettenmitteln (der 
s. g. Jungfernmilch) 2c. dienend, s. Karmarsch 1, 
163; B.-Säure im B.-Harz enthalten 2c., vgl.: Das 
Gummi-Bensoln. Slobue 7, 136b. -öl, n., —(e)8; 
0: Benzin. 2, 27. 
Gepael-en, -ing: s. paalen. — Bepiret: s. 
Pir. — Beppo (it.), m.p, —: —s: männl. Name, 
auch (scherzh.) als Name des Manlthiers: Da hält 
der Maulthiertreiber u. gönnt seinem B. eine kurze Rast. 
Bazar 11, 256a (Gutzkoy). 
Zér-ächa (hebr.), -äha (Uofenkranz PoesGsch. 
351), f.; —#: Segensspruch. -ches: s. Barches. 
— Bkran (slaw., s. Baranke), m., —6; -5y, i: 
8— .., denn B. od. Schörs war im früheren Jahr- 
bundert die Bez. für einen Ketzer lin Böhmenl. Weller- 
mann Mon. 3. 18b; Globus 4, 80b.— Berät (türk.), 
m., —8; —: Bestallungsbrief der Paschas, Statt- 
halter 2c.: Hammer 10, 310; Der B., der ibn zum 
erblichen Fürsten v. Serbien ernannte. CUobert 1, 196; 
Ihnen B—s auszuwirken, durch welche sie. Zeder in seiner 
Nahia, zu selbständigen Oberbäuptern erboben würden. 
179; 225; 242 2c.; Zur Entgegennahme des Installa- 
tions-Bs. Nal S. 21, 335. 
Herber-B#schi: s. Barbier. — Gerber; -#, 
Zisch: s. Barbar 2 2c. — BGérber-idern, iden, 
upl.: eine Pflanzensamilie, wozu die Berberitzen 
gehören. in, n., —(e); 0: ein gelber Farbstoff 
in der Berberitzenwurzel, Oxyakanthin. Zis, f.; 
0; -: Berberitze. -itze, f.; —n: eine Pfl., Bér- 
beris (Sauerdern 2c.): B-n-Berre;-Strauch; -Holz 2c. 
— Berbire, f.; 0: eine Sorte Baumwolle aus 
B. (im britischen Guyana). — Berbin (ar.): Art 
Klee, s. Ferschin. 
Zerceau (frz. —hö), m., —#; —6, —+x: Bogen- 
gang, Lanbengang, Laube. — Berchäl (mandäisch): 
Art Wasservogel (als Hausthier). peiermann Or. 2, 
125. — Gerches: s. Barches. 
Zerdäje (ar.), f.; —n: Art Portiere in den 
Wohnungen v. Damaskus 2c. Ausld. 39, 565a. 
Zerechathia (gr.), f. [8 24, 1): Beiname 
der Cybele (s. d.): Priester der Mutter B. w. 19, 
130 [Entmannter, s. Gallus 31. — Berenĩce, f.; 
Bernhardiner 147 
0: weibl. Name: Das Haar der V., ein Sternbild. 
— Berétto: s. Berretto. 
ZBerg-amast, m., —en; -en: Jemand aus 
Bergamo (s. d.), — als bäurisch rc. verschrien. 
amashe, f.; —n: Art Bauerntanz. -amasque 
(frz. äsk), a.: bergamaskisch: Affinage l-ãsb] b. 
— Migla (s. d.) Frischerei. -ämr, f.; In: 
Art Wantterpich. -amo: Ort und Landschaft 
der Lombardei, z. B. höhnend (s. Bergamast): Der 
Herr ist wohl aus V.7 G. 6, 60; Der Harlekin aus B. 
23, 265 ic. — Bergamölt (türk.): Se, f.; —n: 
1) Art Pomeranze, die Frucht des B.-Baums, auch 
B.-Citrone. Dazu: B.-Essenz; -Ol ie. — 2) #eine Art 
Birnen, B.-Birne, dazu: Herbst-; Semmer-; Winter-; 
Schweizer-B. 2c. — Lergeräe (frz. bersh—, m., 
—; —#: Wein aus dem gleichnamigen frz. Devar- 
tement. — Zerg-ere (Irz.), f.; —. —: 1) 
„Schäferin“. — 2) Art breiter, tiefer Polsterstuhl: 
Soxbhas, Divans, B-n, Couchetten. Kohl Pet. 2, 53. 
— 3) Art weibl. Kopfrutz. -erélte, f.; —#n: eine 
Mischung von Wein u. Honig. erik, f.; (eyn: 
Schäferei; Schäfer-Lied, -Tanz. 
Ger-cra (it.), m.. —s; —s, -chi sspr. kil: 
(vralt.) Art Schiffskanone. — Gerkan: s. Bara- 
kan. — Berhow-# # (russ.), itz, m., uv.; uv.: 
ein Gewscht (10 Pud). 
Gerliche! interj.: Zanberformel, die blitz- 
schnelle Wirkung übt. pfesel Po. 3, 5; Geister im 
Puppenspiel, die auf das schnell wechselnre B.! Ber- 
locke des muthwilligen Hanswm sts nicht wissen, wie sie 
geben oder kommen sollen. G. 23, 86, auch (frz.): 
Brelique, breloqgue. — Berl-ina (it.), f.; 2e: 
Berline; auch: Pranger u. daher — Verwun- 
drungsstuhl (worauf — bei einem Gesellschafts- 
sriel — Jemand als Zielscheibe mokanter Außrun- 
gen sitzt). ine (frz.), f.; —n: „Berliner Wa- 
gen“, Art Reisewagen mit zurückschlagbarem Ver- 
deck (Halbe B., ohne Rücksitz); auch das Vorder- 
theil od. Koupé in der frz. Diligence. Gartenl. 13, 
582a. Tingol (-engö), m., —s; —: 1) balbe 
Berliue. — 2) Berlingozzo. — Berlingözz-a 
(it.), f.; —S#: e: Art Bauerntanz. o, m., —#; 
—3, -i: Art Eierkuchen. — Gerlöche (frz.): 1) K. 
Berlicke. — 2) f.; —n, —: Gehänge an Uhrketten 
c.; Tandc.: B-n. Prus Mus. 2, 253; „Berloques“. 
Lewald Ferd. 1, 232; „Berlocks“. Stahr Par. 2, 121; 
„Breloques“. Merch's Br. 2, 118; Der Sprache Spiel- 
B-nu. H. 15, 30. 
Bermee (frz.), f.; —n: (Festgsb.) schmaler 
Weg zw. dem Fuß des Walls u. dem Graben; 
(Deichb.) Weg zw. Damm u. Ufer. —en, tr.: 
Einen Deich an-b., befestigen, verstärken. 
Gernardon (frz. —öng), m., —8; —#: ein ko- 
mischer Charakter der ältern Wiener Bühne (Spitz- 
büberei mit Dummheit verbindend). Püringer 630; 
Alle Harlekins, Mezzetins u. B-#s. W. 29, 317; 120. 
— Gernoe (frz.), f.; —: 1) das Prellen auf einem 
Tuch u. — das Prelltuch. — 2) (seem.) Parillon 
en lrawilljöng angl b., Flagge im Schau (s. d. Ss.). 
— Bernestk (it), a.: nach der Weise des Dichters 
Berni (71536), burlesk. — Gernhardiner, m., 
10“
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        148 Gernjita 
—6; uv.: Mönch — wie B-in: Nonne — des 
Cistercienser Ordens, nach Bernhard v. Clairvaux 
lspr. klährwös; auch: B.= (od. Bernhards-) Krebs, 
Eremst, Cäncer bernhärdus. — Bérnjica (serb.): 
s. Modrina. — Bernoise (frz. —oäf'), f.; —n: ein 
lebhafter Tanz, worin Walzer u. Ronde wechselt. 
— Bérnus: s. Burnus. — Lernßtis (litth.), 
m., uv.; uv.: Knecht. Nat3. 21, 235. 
Berocefn-o (it. otsch-), m., —6#; —, -i: 
(s. Barutsche). Na#. 20, 548. — Beroofd: s. 
Garance. 
Berran (mandäisch): fort! p#ermonn Or. 2, 
114.— BLerrett-jo (it.), m., —#; -ãji: Mützchen- 
macher. —o, n., —; -i: Mütze, s. Barett. — 
Berri (türk.), m., —#; uv.: s. Agasch. — Berrus 
(mlat.), m. [/§ 24, 21: B., Birrus, Art Mantel 
(pœnnla), vorn der Länge nach offen. Wweise Kost. 
2, 136. 
Bersaglier-e (it. —salse-), m., —6; -i, (-is. 
Volksʒ. 14, 125): Scharfschütze, Jäger im ital. 
Heer. — Zerserk-er, m., —; uv.: (nord. Myth.) 
ein v. rasender Kampfwuth erfüllter Kriegsheld, 
der „ohne Panzer“ zum Kampf zog u. dreinschlug; 
wutherfüllter Kämpfer übrh., s. Uhland Schr. 1, 
265; Simrock Fr. 201; B.-Gang. 139; Wuth. 
Kohnihe Fr. 92; eichendorf Gsch. Dr. 130; -Zorn. 
Scherr Mix. 149 2c. „Terki, f.; —en: berserkermäßi- 
ges Thun, Toben 2c.: Die knabenhaften B-en. Stud. 
1, 196. Terhaft („Crenzb. 25, 1, 305; Uat.3. 20, 
468), -erisch (Schur Bl. 3, 555), a.: berserker- 
mäßig. —ern, intr. (haben): berserkermäßig toben. 
Heine Verm. 149. 
Berl(h)e, f. Un: Abfall, Art Damenkragen, 
nam. bei ausgeschnittnen Kleidern. Ilustr. Zeit. 46, 
346a; Wusterz. (55) 102; Ball-B. (54) 380; Svitzen- 
B. Polko N. N. 8, 110; Schüching Hog. 1, 31 1c. — 
Gertinisch, a.: B-e Knochen, die Hörner des Keil- 
beins (nach einem Arzt Bertin). — Bertram, m., 
—8# ; —S: Pfl., Anthemis pFrethrum, B.= (od. 
Spei-) Wurzel. — Zerütsche: s. Barutsche. 
Beröll (gr.), m., —(e)s; —e: ein dem Sma- 
ragd verwandter Edelstein, eine Verbindung v. 
Kieselsäure, Thonerde u. B.-Erde, meist hellmeer- 
grün („Aqguamarln"), seltner farblos (. Wasser- 
tropfen"). -ium, n., —; 0: das Metall der Beryll- 
(oder Glycin-) Erde (auch Glycium). Mitscherlich 
2, 1, 155. 
Verzelius: ein berühmter Chemiker ( 1818). 
Danach: Berzelia, f.: Pflanzengatt.;: IUit, 
n.: ein Mineral, arseniksaure Bittererde; i#n, 
Art Zeolith in oktaerrischen Krystallen 2c.; ferner: 
B.'sche od. B.-Lampe (Spielhagen Reih. 2, 3), zuchem. 
Gebrauch rc. 
BSẽs (hebr.): s. Veth. — Befälhyn, f.;en; 
-: B., B.-Segel, Segel am Hintermast eines Drei- 
masters, am sogen. B.-(Freiligrath SW. 1, 112) od. 
Besäm= (Droysen YD. 1, 31) Mast (auch B., m.), — 
holl. bezaan aus it. mezzana, vgl.: Siell auf 
Malsan u. Fock [Mastl. achel 4, 348; Den Mei- 
san. Ffleming 584; Oltarius Reis. 43b; Der große 
Ceka# 
Mast sammt der Maisan (fem.). 37b. Auch: Elnige 
lassen dle Pfosten beim Kroquetspiel mit Wimpeln ver- 
zieren. Deßhalb nennt man sie auch Fock u. B. Bazar 
14, 176a#, (vgl. pin). — Besche (mandeisch): eine 
Gatt. Enten (türk. Suna). Ptermann Or. 2, 124 
— Zeschli (türk.), pl.: berittne Leibwache des 
Großwesirs. gammer 10, 340 1e. — Zeschlik (türk.), 
m., —s; —6: „Fünfer“ (v. besch — 3), Name v. 
Münzen: 1) = 5 Asper (od. ½ Piaster). — 2) — 
5 Piaster, s. Cneyhl. f. Kaufl. 1, 264a; 2, 17b; Glo- 
bus 7, 5 3a; Hammer 10, 310.— Bl(es)schõres (jüd.), 
m., uv.; uv.: unerlaubter Gewinn, vgl. Schmu. 
— Zes-din (hebr.), n., —; uv., —: = Beth 
(s. d.) Din: Das rellgiöse Tribunal, B. Frankl Jer. 
1, 133; Die Gemeinde hat 2 B., Rabbinerkollegien rc. 
195; Oberrabbi des B-s. 196 c. CThamedresch, 
n., uv.; Uv.: Schule, Lehr= u. Bet-Haus (ogl. 
Mirrasch, Medrresse): Er baute . ein B. 202 re., 
vgl.: Ein Bessemedresch. 209; 210.— Bésed-a 
(böhm.), f.;-i: Gesangverein. Globus 4, 49b ff. — 
Besestan (pers.), m.p, —8; —: Basar (s. d.). Mo- 
nalbl. 1, 96a; Haommer 10, 340 r2e.; Den „Beze- 
stän“. Thandler KlAs. 79; 90; Peitermann Or. 1, 10 rc. 
Ges-ogne (frz. —ön#), f.; —: Geschäft, Be- 
sorgung. -oin (ng), n., —8; —: Bedürfnis, 
Bedarf, Noth (it. bisogno): Au (ol b. (it. al bi- 
sogno), im Nothfall; Adresse (s. d. 2) au b. 
Géssemer: Personenname, dazu: In ren neuen 
Werken v. B. u. Söhnen zu Eastgreenwich IIhstgrihnitsch! 
ein Block B.-Eisen od. B.-Stahl v. 100 Tonnen 
gegossen. Ausld. 38, 1176b; 6b, vgl.: Eine neuerlich 
von B. erfundene Mocthode der Stahlgewinnung besteht 
darin, durch das in einen großen mit Lehm ausgesuütter- 
ten eisernen Topf gegossene noch flüssige Reheisen einen 
Strom heißer Lust zu treiben. Karmarsch 3, 352. — 
Gessemedresch: s. Bes-hamedresch. — Beissis (lat.), 
m. s8 24, 3, uv. ): s. As 12. 
Bést-ia (lat.), f. [8 24, 11: Bestke (s. d.). 
Siälisch, a.: thierisch, roh, scheuß lich. ialistkeren, 
tr.: zur Bestie machen, verthieren, nam. auch: 
Dle ver bestialisierte Menschheit in gewisse nothdürftige 
Schranken der Bestialität zu balten. Stahr Par. 2, 150 re. 
riãrius, m. [§ 21, 2): Thierkämpfer (im alten 
Rom). Guhl 2, 343 ff., auch: Wurden .. reißende 
Thiere wohlbewaffneten u. eingeübten Bestlarken 
gegenübergestellt. ebd. - #e, f.; —n: ein wildes, rohes 
Thier, auch als Bez. v. Menschen, in denen die 
thierische Natur bes. hervortritt (Se., vgl. Beest; 
Véte): Eine V. von einer Frau tc.; auch kollektiv: 
Die wilde B. wär in Mitleir zerschmolzen. Sch. 110bie.; 
Gekläff der Satans--B. Sutkow R. 1, 432 ce. 
(Ugw.: Béstl“. G. 1, 181t). eilsiclren, tr.: 
bestialisseren. Dazu: Alse Das ist die Darstellung 
des britischen Lwen? Das die Bestlfikatisu des 
Volkes, welches unter Nelson focht? Zukunft 1. 5 5 1e. 
— Zeflülel (ungar.): Das Wert Ebre (B.) kebrt 
ost in seiner ldes Magyaren) Rede wieder; Alles, was 
er thut, ist beslületes, eines Mannes v. Ebre würdig. 
Gtubt Ch. 1, 71. — Gefün (ar.): Katze: Akn el V., 
„Katzenauge“, Art Heidekraut. Ptiermann Or. 2, 141. 
Gel: s. Beth. — Gela (gr.), n., W; —8: der 2te
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        Bete 
gr. Buchst., s. Alpha. — Bete (frz. bät): 1) f.; —: 
Bestle (s. d.), doch mehr mit dem Begriff der Dumm- 
heit als der Roheit (s. Bétise): B. d’aversion (s. d.) 
od.: B. noire InoärI, „schwarzes Thier“ (z. B. Bazar 14, 
dob; Schüching Vrschl. Wege 1, 262), Bez. für einen 
Ggstd des Abscheus 2e. — 2) (. 1) f.; —8; n., 
—s; —6, uv. (—en, z. B. L'Hombrt 18 ff.): im Kar- 
tenspiel: Einsatz, zumal für ein verlornes Spiel; 
auch: Jemand b. (la b.; labet, s. d.) machen, ihn 
das Spiel verlieren machen; Ich mach ihn b. mit 
seinen eignen Karten. Müllner 5, 277; B. (labet) wer- 
den 2rc. Zsstzgn z. B.: Schreibe-B., das vorläufig 
angeschrieben wird, um später, wenn die noch stehn- 
den B. abgespielt sind, gesetzt zu werden 2c. — 
Geteigenze (ar.), m., —s; 0: ein Stern erster 
Größe in der Schulter (wie Rigel im Fuße) des 
Orion (s. d. u. Elgenze). — Betel, m., —; uv.: 
B., B.= (od. Kau-) Pfeffer, ein ind. Rankengewächs, 
Piper bötle, u. das hauptsächl, aus ihren Blättern 
u. der Areka= (s. d.) od. B.-Nuß bereitete, im Orient 
allgm. angewendete Kaumittel: Das B.-Kauen 
Die B.-Dose. Oken 3, 604; 2, 318; Mit Cigarren 
. . u. Betil-Knaben zu seinen Füßen. Mag. d. Ausld. 
— BGẽt(h) (hebr.), n.: Haus, vgl. Beir; Baal (s. d.) 
Bajith ie., z. B.: Die Juden nennen die Begräbnisstätte 
den „guten Ort“ .., Bet-aulom, d. h. das Haus der 
Welt u. Bet-chajim, d. h. das Haus des Lebens. 
frankl Prim. 72; Das Bet-Din, d. i. das Haus des 
Gerichts. Drei Rabbinen bilden in jeder jüd. Gemeinde 
ein in religiösen u. rituellen Dingen entscheidendes Ge- 
richt; sie zusammen heißen Bet-Din. 72; 37, s. Besdin; 
B.-ha-Medresch, s. Bes 2c.; auch in vielen Orts- 
namen, z. B.: B.-El, Bethel, „Gotteshaus", s. 
1. Kos. 28, 11; 19; Bethlehem, „Brothaus“. 
mich. 5,1; Malih. 2, 5 ff. c.; auch in volksth. Wortspiel 
der Umdeutschung (vgl. Bettle = Bettlein u. hem 
— heim): Zetzund geh ich wirklich nach „Bettleheem“. 
Holiti Es. i, 160; Da haben wir unsern Wirth aber- 
mals gen „Bethlehem“ abgefertigt lins Bett]. Webtr 
Anna 234 rc. Dazu: Der bethlemstische Kinder- 
mord (s. Mauh. 2, 16), in England auch sckerzh. 
(wie Massacre of the Innocents, s. d.): am Ende 
der Parlamentssession das Uberbordwerfen aller 
unerledigten Bills, s. Na# 20, 342. — Grtise 
(frz. bät-), f.; —m: Dummheit (s. Beie 1). — 
Get-on (frz. —töng, vgl. Bitumen), m., —6; —#: 
1) unterm Wasser erhartender (od. hydraulischer) 
Mörtel, vgl.: Biton u. Bruchsieinmauerwerk. Gar#enl. 
14, 771a. — 2) Biestmilch. -onieren, tr: auf 
Beton (s. d. 1) gründen. — Belönse, f.; —n: 
eine Pfl., Betönica. — Bétting (engl.), n., 
—8; —#: das Wetten, die Wette, nam. bei Wett- 
rennen. Zoller Renn. 2 2c.: B.-Fever füwör], Wett- 
Fieber. 65; -Man, ein Wettender (s. Bettor). 16 
c., Mz.: -Men. 62; „Markt. 77; -Office läöffißl. 
73, Wettbüreau; Post, Pfosten als Standort für 
die Wettenden (Kurz 3, 704b); „Ring, umschloßner 
Platz für die Wettenden. Zoler 34; -Saloon lßallũn]. 
66, Saal für die Wettenden 2e. — Betto, m., —S; 
—: Pferdeknecht in Japan. WHeint Reis. 2, 17; 
18 c. — Béttor (engl. —Mör), m., —#; —#: Bet- 
Giancone 
149 
ting-Man. Zoler 63; 70 rc. — Getgär (ungr.), 
m., —en; Sen: berittner Räuber. Sartenl. 14, 
29b rc.; 16, 329a; 399a; B-en-Bande. ebd.; 3283; 
Das Betharenthum. 400b; 329b zc. Auch als 
Name eines Hundes. Salon 2, 61. — Behza-Betza, 
f.; O; ein mit bittern Pflanzensäften gemischter 
Zuckerbranntwein, ein Lieblingsgetränk der Bewoh-= 
ner Madagaskar's. Globus 7, 258b. 
Geurré (frz. böre), f.; —: „Butter-", 
Schmalzbirn: B. blanc lblängl, weiße; gris lar#l, 
graue. — Beurt (holl. bört), f.; 0: „Reibe“: 
B., Börde, eine Zunft zw. 2 Orten fahrender Fracht- 
schiffer (s. g. Reihen- od. Rangschiffer), die — nur 
eine festgesetzte Zeit auf Ladung wartend — nach 
der Reibenfolge ihrer Ankunft absahren müssen: 
B od. Börr-Mann, -Schiffer; Schiff. 
Gévue (frz. bewü), f.; —: Versehen, Miß- 
griff. — Gewind (holl.), m.: Verwaltung, Auf- 
sicht: B.-Haber (vgl. Befehlsbaber r2c.), Vorsteher 
einer Schiffsausrüstung od. sonstigen gemeinschaftl. 
Unternehmung im Seehandel, z. B.: Von einigen 
Bewindhabern der ostindischen Komranie. Simplicissi- 
mus 4, 9 8 11 2e.; Übrtr.: Einen Bewindhaber irgend 
eines Journals. Musäus Ph. 1, 139 2c.; in ganz holl. 
Form: Bewindhebber, vgl. Bewindheber. 
3p. 20, 109. 
Béxis (gr.), f. [8 24, 3, uv.): Husten (s. 
Begma). — GEß: s. Bei. 
Gczestän: s. Besestan. — Gezktte (frz. bes, 
f.; —, —: Tournesol= (s. d.) Läppchen zum Roth- 
färben v. Käse 2c. (vgl. Aluminadou). — GCeziers 
(frz. besse), m., uv.; uv.: Art Bordeaurwein, 
nach dem gleichnamigen Ort. — Bezo-ar (vers.), 
m., -(e)s; —e: „Gegengift“", nam. im Magen 
verschiedner Thiere sich findende, früher als bes. 
heilkräftig geschätzte Kugeln (B.-Steine, vgl. Aga- 
gropila): Affen-B.; Gemsen-B. rc.; B.-Antilope, 
.Gemse, Thier, Ziege 2c.; doch auch z. B.: B.-Wurz, 
eine Pfl., Dorstenia contrayérva, als Mittel gegen 
Schlangenbiß 2c. rdicus, a.: gegen Gift die- 
nend: Läpis b., Bezrarstein; Bezodrdicum (§ 24, 
2, n.], Mittel gegen Gift. 
Chära#ta: s. Maha--B. — Bhäüt (ind.), m., 
—5; —#: Dorfpret. Grubt Ch. 2, 125. — Ghawäni: 
s. Durga. — Ghürga (skr.), f.; —: Birke. 
Hôfer Urw. 91. 
Giaisement (frz. biä mäng), n., —s; —#: das 
Abweichen v. der graden Linie, Winkelzug. - ieren, 
intr. (haben): v. der graden Linie abweichen. 21. 
12, 45; Biaisierung. 11, 80. — Biaͤlsi (skand.), 
f.; —#s: ein der Olpe ähnliches, bes. den Hals 
deckendes Schutzkleid. weiss Kost. 2, 410. — 
Zialka: s. Morrina. — Biambönies, pl.: 
ostind. Gewebe aus Baumbast. — GBiändr-is 
(lat.-gr.), f.; —eyn: das Verheirathetsein einer 
Frau mit 2 Männern zugleich (vgl. Bigamie, Dian- 
rrie). isch, a.; in Biandrie lebend, ihr gemäß rc. 
— Gianc# (it.), a.: weiß, s. Blanko; z. B. 
Biancavilla („weiße Stadt“), Ort in Sieilien u. 
danach (f.; 0): Bez. der sieilischen Baumwolle. 
Karmarsch M. 2, 504. -öne, m., —; 0: Art Mar-
        <pb n="166" />
        150 Biarch 
mor, weiß, mit einem geringen Stich ins Graue, 
bei Magurega gebrochen. T. 2, 623. — Liarch 
(lat.-gr.), m., -en, —#; -en: ein Herrscher, der einen 
Mitregenten hat (Diarch). -it, f.—(ehn: das 
gleichzeitige Regieren zweier Herrscher (Diarchie). 
— Biärde, In: eine (v. Biard erfundne) Webe- 
maschine. — Ziartikullert (lat.), a.: doppel- 
gelenkfig. — Biässe (fez.), f.; 0: levantinische 
Nohseide. — GBiava, f.; 0: (in Tessin) Korn d. i. 
Nocken. Drrlepsch 96 (it. biäda, Getreide). 
Bib-geitäl (lat.), k.; 0: Trinksucht. - äculus, 
m. [8 24, 21: Zecher. -ale [8 24, 3, n., is, Mz.: 
Alia): Trinkgelage; Trinkgeld, Sporteln. -ämus!: 
lasst uns trinken: Ergo (s. d.) b. G. 1, 116, s. 38, 
156; 32, 124. Tar, m. I§ 24, 3, Aeis!]: Zecher. 
-e!: krink! — Bibel (gr.), f.; —n: die heilige 
Schrift (s. Biblion): Bilder-, Kupfer-, Stahlstich-B., 
mit Bildern r2c. verziert (übrtr.: Nalur-Bilder-B. 
3P. 27, 62 1e.); Altar, Gystz: Hund-, Taschen-B. (in 
Taschenformat) 2c.; Familien= (s. d.) B.; Diese un- 
heilige Welt-B. G. 27, 18, ein Buch voll weltl. 
Weisheit (wie die Bibel voll göttlicher) 2c. Als 
Bstw. z. B.: B.-Abschnitt;-Anstalt, für Druck und 
Verbreitung v. Ben sorgend; -Ausgabe; Ausleger, 
-Auslegung; -Buch (Freiligrahh SW. 6, 255); Sbuch- 
stäblich. G. 22, 376 (nach dem Buchstaben der B.); 
.„Erktärer, -Exeget; -Exegese; -fest (s. G. 4, 199; 22, 
56 tc., vgl. kapitelfest); Forscher, -Forschung; Ge- 
sellschaft, vgl. .„Anstalt;-Glaube. Jurrbach Leb. 1, 161, 
gläubig; -Held. 268, Husar (s. Reiter); -Kenntnis; 
Klauberei (Gutzkow Kn. 1, 61); Konkordanz; -Leser; 
mäßig,-gemäß; -Reirer,= Husar (vgl. Postillen-Reiter); 
-Sammlung: -Sprache; Spruch, „Stelle; -Stuck; 
Studium; -Tert; Ubersetzung; Verbreitung, -Ver- 
theilung; -Werk;-Wort 2c. —hhum, n., —e)s; 0: 
bibelmäßiges Sein, Wesen. Heine Verm. 1, 88 rc. 
— Gibelot (frz. —(ö), m., —; —#: Magazin, wel- 
ches so reich an Kunst-Ggstdn u. B-s aller Art ist. Salon 
1, 377. — Bibernclle, f.; —n: s. Pimpernelle. — 
Biberon (frz. öng), m., —8; —#: Saugflasche; 
Zecher. — Bĩbi, m., —s6; —: Art (Damen= od. 
Männer-) Hütchen. — Sibite!: trinkt! — Bibl- 
ia (gr.): s. Biblion. Ticilät, f.; 0: Bibel-, 
Schristmäßigk. iognos ic, f.; —eyn: Anleitung 
zur Bücherkenntnis. -iognöst, m., -en, —; Sen: 
Bücherkenner. iogräph, m., -en, (—#); Sen: 
Bibliognost, Einer, der sich mit der Kunde v. den 
schriftstellerischen Erzeugnissen der versch. Völker 
u. Zeiten beschäftigt, bes. in Bezug auf die Ge- 
schichte der einzelnen Bücher v. ihrem ersten Be- 
kanntwerden durch die versch. Ausgaben hindurch rc. 
Dazu: B-ie. f.: Wissenschaft des B-en 2c.; 
b-Cisch, a.: darauf bezügl. 2c. iohapelc, m., 
—n; —n: Buchhändler bei den alten Griechen. 
w. 23, 14; 24, 329, wie Bibliopöla bei den Nö- 
mern. Jiolalrié, f.; 0: übertriebne Verehrung 
des biblischen Worts st. des lebendig machenden 
Geistes. Dazu: Bibliolät-er, m.; erisch, a. 
Siolilh, m., —en, (—#); - n): 1) Pflanzenabdrücke 
in Steinen. — 2) durch vulkanische Ansbrüche 
verfohlte Handschriften c. -iolog, m., -en, (□o); 
Biche 
en: Bibliograph, in engrem Sinn in Bezug auf 
Bibel-Ausgaben 2c. Dazu: B-ik, f.; bTisch, a. 
Tioman, m., —en; —en: Jemand, der gleichsam 
eine Art Wuth, (bes. bibliographisch) werthvolle 
u. seltne Bücher zu besitzen. Dazu: Bie, f.; 
b-isch, a. -iomant, m., —en, —# —en: Einer, der 
aus der Bibel, nam. aus aufgeschlagnen Sprüchen 
derselben wahrsagt. Dazu: Bik, f.; b-isch, a. 
Sion /&amp;8 24, 2, n.]): Büchlein; bes. Mz.: Biblia 
(s slcra), die heilige Schrift, Bibel. iophäge, m., 
—n; —n: „Bücherfresser"“: Während der junge B. 
wenigstens 3 Werke tägl. verschlingen mußte. BSodenstrdt 
E. 2, 218. Ziophll, m., -en, —6; —en: Bücher- 
Freund,-Liebhaber: B-ie, f. iopöfe, f. Meyn: 
Buchmacherei; seltner (v. verächtl. Nbnsinn): 
Schriftstellerei. -iopola, m. I§ 24, 1): Buch- 
händler (s. Bibliokapele). iopölisch, a.: buch- 
händlerisch. -iotaph, m., —en; -en: „Bücher- 
vergraber", Jemand, der seine Bücherschäte An- 
dern möglichst vorenthüält. iolhek, f.; Sen: 
Bücherei, Büchersammlung, nam. eine v. bedeu- 
tenderem Umfang, — auch das Lokal derselben; 
auch als Titel v. Sammelwerken 2c.; ferner als 
Bez. für Personen v. vielumfassendem Wissen rc.: 
Etagere für die Damen-B. Garienl. 15, 539a; Etui-B. 
Ip. Wahrh. 1, 16, kleine (od. Miniatur-) B., die 
man mit sich führen kann 2c.; Frei-Ben fürs Volk. 
Bodenberg Wal. 9; Gemeinde--B.; die Sammlung er- 
scheint unter dem Tirel: Groschen-B.: Meine kleine 
Hand--B.; Jugend-B.; Lese-B.; Miniatur-B.; Privat- 
(Ggstz: öffentl.) B.; Reise-B.; Schul-B.; Stadi-B.; 
Stamm-B. (G. 27, 112); Volks-B. 2c. Als Vstw. 
z. B.: B.(—")-Diener; Gebäude; Katalog; Saal; 
Wissenschatt 2c.; B.-en-Kunde 2c. Siolheca, f. 
[§ 24, 11: Bibliothef. -iolhekar, m., —e)8; 
—e, (* ken): Bibliothek-Beamter, -Verwalter 
12c.: Ober-B. 2c.; B.-Stelle, „Posten 2c.; Es fehlt 
an Bibliothekären [R.: klären). piann 3, 11. 
Siotheharisch, a.: auf Bibliotheken u. Biblio- 
thekswesen bezügl., auch: Die bibliothekischen 
Angelegenheiten. Hofmann-f. Leb. 2, 291. Siolhe- 
cãrius, m. [8 24, 2): Bibliothekar. Siothrko- 
graphis, f.; —+e)n: Bibliothefenfunde. iotheko- 
nomte, f.; —(eyn: Lehre, Lehrbuch von der Ver- 
waltung, Ordnung u. Geschäftsfübrung der Bi- 
bliotheken. isch, a.: sich auf die Bibel beziehnd 
2c., bibelmäßig: Un-#b—e Lehre. Jacobo Verm. 7, 
XXI. ist, m., -en, —#; -en: Bibelkenner 2c. li, 
f.; —-en: Bibelkunde. olilh, m., -en, —8; en, 
e: Versteinrung v. Baumrinden. 
Bicephäl-isch (lat.= gr.), a.: zweiköpfig. 
ium I/§ 24, 2, n.]: große Kopfgeschwulst. — 
Gtir-eps (lat.), a., m. [8 24, 3, -ipitis): zwei- 
köpfig (s. dicephalisch); der doppelköpfige Janus 
(Bifrons); (Müsculus) b., zweiköpsiger Muskel, 
z. B. am Oberarm, Schenkel 2c. — Bicstre (srz. 
+äti’), n., —6; 0: eine Arbeits= u. Irrenanstalt 
nahe bei Paris: B.--Arbeiten, dort im Arbeitshaus 
gefertigte Schnitzwaaren 2c. — Biche (krz. bisch), 
f.; —s: Hindin: Ventre lwangt'r] de b.--sarbig. Sa- 
lon 2, 252, v. der Farbe des Hindinbauchs 2c.;
        <pb n="167" />
        Gicherte 
auch als Schmeichelanrede für Damen. Tchüsking 
Bronckh. 2, 184 = Cocotte (s. d.). Wachenhufen Ev. 
41; 39 8 2c. Zeric, l.; 0: das Wesen der Biches 
od. Cocottes — u.: ihre Gesammtheit: Die Pban- 
tasie der haute Höt, hohen] B., im Zusammenwirken 
mit der einiger Modistinnen, ließ nach u. nach das Sestem 
Bénoiten (s. d.] hinter sich. 36. — Bichet (frz.—che), 
m., —6: —6 Getreidema#, bes. in der frz. Schweiz. 
—Sichlor-at, -id 2c. : s. Chlor-at, id 2c. — Bicho 
(span., port., bunscho), m., —;: —: „beißende“ 
Schlange, Wum, nam. — Saneftol, Chique (s. d.), 
in Brasilien Tunga, s. Oken 5. 761: B. del cülo, 
dadurch erzeugte brandige Verderbnis des Afters 2c.; 
auch: B. de märe. Trepang (s. d., vgl. bsche). — 
Gich--on (frz. bischöng), m., —§#: —#: Löwenhünd- 
chen; auch eine Art Damenfriseur (deutcch „Pudel!"). 
Püringte 443. onnteren, tr.: das Haar kränfeln, 
krausen. — GSichschu: s. Saniass. — Gieini-um 
(lat.), n., —###: zen [8 214, 2, n.): Duett (s. d.), 
nam. ohne Begleitung (Sutzer 1, 150), bes. für 
Singstimmen, auch für Blasinstrumente. 
BGid (pers.): Eine Ant Weiren mit grünen Blü- 
thenbuscheln, B. genannt, welche auch Manna, Kes, 
geben. Ptietmann Or. 2, 196. — Sidaat (türk.), 
pl.: Neuerungen, bes. neue Auflagen, z. B. B-i 
Cbinsir, auf Schweine (s. Chansir). Hammet 10, 
341 :c. — Gidähtplus (lat.-gr.), m. [8 24, 21: 
die Klasse der „zweizehigen“ Vögel, Sirauße #c. 
— Bidamäg buden (pers.), n.: Perser nennen's 
1 Deursche sagen Katzensammer. G. 1, 119. — 
idtu s. Perell. — Gid-ens (lat.), m. I§ 24, 
3, ntis): „Zweizahn“, Hacke, Karst; Art ibe= 
rischer Wurfspeer. weiss Kost. 1, 653; auch ein 
Pflanzengeschlecht; Opferthier, Schaf. enkäl: 
1) a.: Als b-er Laut. Hereig 43, 203, zu dessen Her- 
vorbringung beide Zabnreiben gehören. — 2)7.—, 
8 24, 3, n., älis, Mz. äliaj: geweihte Stätte, 
wo ein Blitz eingeschlagen. Suhl 2, 311, s. Puteal. 
— GBidet (frz. —r), m., —s; —8: 1) Klepper. — 
2) Waschbock. — 3) Sisbad. — Gtdingan el Eil 
(ur.): ein afrikan. Baum mit sehr großen gurken- 
ähnl. Früchten (Kigelia africäna). Brehm Hab. 13. 
— Hidschakdschi (rürk.), m.p, —; —. -ler: Mes- 
serschmied. Hommer 10. 341. — Giduum llat., 
8 24, 2, n.]): ein Zeitraum v. 2 Tagen. 
Bien (frz. bien) adv.: lwohl, gut (s. dene; 
bon; Eh); n.: das Wohl: B. public (püblikl, 
ösfentliches (or. Gemein-) Wohl; Grand (l. d.) 
b. vous fasse. „faisance 0iesangs), f.; O0: Wohl- 
thätigg. -sfaitcur (färör), m., —: Te: Wobl- 
tböter. — Bienn-al (lat.), a.: 2 Jahr dauern rc. 
Salia, pl.: biennale Pflanzen. -ium, n., —; 
-zken [8 24, 2, n.): ein Zeitraum v. 2 Zahren, 
vgl. Tiĩennium; Dieteris. — Bien-eance (frz. 
bjeugßeängß), f.; 0: Wohlanständigk. veillance 
IX welsängßl, f.; O: Wohlwollen. -venu (-nü#j#, a 
willkommen. — Biest, n., —e)s; -er: Nbnf. zu 
Beest (s. d.), auch z. B. v. einem Schiff: Das un- 
geschickte B., der Monitor. vJena Erinn. 4 4 re.; vgl.: 
Gebisster, n., —; uv.: Gethier. — BGisle)ster 
(nierrd.-frz.), m. (n.), —; 0: -: eine braune 
Bigot(h 151 
Farbe zur Wassermalerei, aus Ruß bereitet: 
Mineral-B., Mangan (s. d.) = Braun 2c., vgl.: 
Der Rauchton ist dem .. Sieinkohlenrauch . zu- 
zuschreiben. . Alsrann dringt die B.= [(Nauch-] Luft 
in die Poren der Farben leichr ein. G. 30. 273. 
Giserisch (lat.), a.: 2#mal im Jahr Blütbe, 
Frucht tragend. — Gisilär (lat.), a.: „zweifädrig“: 
B.-Magnetemeter, eine Vorrichtung, die Anrrungen 
in der Intensität des Erdmagnelismus zu bevb- 
achten, durch einen „an 2 Fäden“ aufgehängten 
magnetischen Stab. IMũtte Pb. 2, 10: B.-Drna- 
mometer (s. d.). 101. — Gisol-isch (lat.), a 
2blättrig. -ium, n., —s; -len [8 24, 2, n.1:: 
„Zweiblatt“ (Pflanzenn.). — Gisörm (lat.), à.: 
doprelgestaltig. -ität, k.; —-en: Dorvelgestaltlig= 
keit). — Gisrons (lar. ), a.; m. 18 24, 3, Gmisl: 
s. Biceps. — Bifrofl, m., —s; 0: B., die ,bebente 
Rast (ed. Wegsteecke beißt der Regenbogen, der als 
Brücke v. der Erde zum Himmel geracht ist. Simtock Fr. 
198, auch: Hin über Bifro sts Beucke. Kohnikke Fr. 
35; 96 re. — Bifurhatiõn klat.), f.; —#en: gabel- 
förmige Theilung nach 2 Seiten, in der Anat., 
Bot., Geogr.: Die B. der Russe. DVictielj. 48, 2314; 
Humboldi K. 1, 53 ce. 
Gig (engl. bigg), a.: tick: B. bugs lböagsl, 
„große Wangen“ bes. in Nordamer.: vornehme 
Personen, Personen v. Bedentung u. Wichtigk. 2c.: 
Ihre launigen Bemerfungen uber die b. bugs Personen 
des Generalstabs]. Certäcter WW. 3, 141. Bei 
den Bigbugs in Wallstreet lin Newverkl. Haustbl. (67) 
1, 360 ie., s. Hettig 30, 215; Das Bergschaf, B.-horn 
[Großborn]. Slobus 6, 7b ½c. — Gig-a (lat.), f 
zen [8 24, 1): Zweigespann: Die Närer der Bigen. 
Stahr Tib. 227. — Gigam-ic (lat.-gr.), f.; —ehn: 
Dexrelebe (s. Di., Polv. zamie; Biankrie). Sämicch, 
a.: in Bigamie lebend, darauf bezügl. Samin, 
m., —en, —s: —en: B. (weibl.: Bin), eine in Bi 
gamie lebende Perion. — Gigarr-äbe. (urvh ), f.; 
: Art Pomeranze (vgl. Bizarrin). , a Vnnt- 
heiorenkant. buntscheckig. -cau 151, m., —: —8, 
(Ir): -elle, f.; —#: bunte Herzkirsche. -iẽren, 
tr.: bunrscheckig machen, bunt verzieren. üre, 
1. — Buntscheckigk.; grelle Zusammenstellunge 
— Gigatus (lat.), [§S 24, 21: Denarius 
Si d. u. Quarrigatus). — Sigbugs: s. Big. — 
Gigenerisch (lat.), a.: 2 versch. Geschlechtern 
angehorig, zwinertaft. — Zighorn: s. Big. — 
Gigi-o (it. biosbo), a.: gran, schwärzlich: Vom 
schwärzlichen, sehr barten Marmor, welchen man B. 
beißt. Winc inonmn Gsch. d. K. 2, 102. -öne, m., 
—#: —, Jn, öni: Garten-Grasmücke. oken 7, 
33; *7“ Becñgue. — Bigliard lit. biljard), 
m., —3: -o, m., —s; —s, -i: s. Billard. 
— Ciglict. o (aal. " m., —, -i: 
Billett (s. d.). — Biguöni-a, -e, f.; — 
[&amp; 24, 11: Tromvetenblume (nach Abbé Bignon): 
Die Bignoniacsen. Zurmiister 5 2, 210. — 
Gigôönei-a (it. —öntscha), f.; o, m., —8; 
—6 : Butte, Kübel, als Wcm. — Bigoötchh 
(frz.), a.: struvulös auf Ubung der Andachten 
u. religiösen Ceremonien haltend, frömmelnd;
        <pb n="168" />
        152 Gigotll)erie 
m., —8; —§: Frömmler. eris, f.; —(eyn: bi- 
gottes Thun, Wesen: Die B., welche das Symbol für 
das Wefentliche hält u. dafür eifert. Burdach Anthr. 419. 
Ike#ren, intr. (haben): frömmeln. -ismus, m., 
nv.; O: das Wesen Bigotter. — Biguärri, m., 
—86; —#: Art südamerik. Riesenbäume. Srhäcker 
WW. 3, 235. 
Bijon (frz. bishöng), m., —8; 0: gereinigter 
Galipot. Encykl. f. Kaufl. 371b. — GBijon (frz. 
blshüä), m., —s; —8, —x (spr. —#8): Kleinod, Juwel: 
Ein wahres B. v. einem kleinen Mädchen. Pückler 
Südöstl. 1, 235; Mon lmöng, mein] B., als Name 
v. Lustschlössern 2c. -ter fe f.; —e)n, —#: Schmuck- 
waare, Handel damit: Das erste Pariser Haus in B. 
donblee (duhble], es ist Dies der techn. Ausdruck für ge- 
stanzte B. Nal3. 20, 180; B. d'acier Idaßjél, Stahl- 
schmuck 2e.; bildl. G. 27, 476 2c. tirr stjẽl, m., 
—8# —#: Verfertiger v. —, Händler mit Schmuck- 
waaren. 
Gikamcrismus (nlat.), m., uv.; 0: Zwei- 
kammersystem. — Gicarbön--as (ulat.), m. [824, 
3, Atis]; -ät, n., -(e)s; -e: doppeltkohlensaures 
Sali, bes. des Natrons (B. nätricus od. sõdæ). — 
Bikhschu: s. Saniass. — Ssrol-or (lat.), a. 
[8 24, 3, öris): zweifarbig. — Bikonkãv (lat.), 
a.: auf beiden Seiten konkav (s. d.), nam. von 
Glaslinsen. Dazu: Blität. Ggstz: Bikon- 
vexlität). — Bicoöque (frz. —köl), f.; —s: unbe- 
deutende — Festung, Stadt, Hütte 2c. (Nest). — 
Bicorn (lat.), a.: zweihörnig (Die B-en, solche 
Thiere), auch: b-sch, vgl.: B-iger, m. I§ 24, 
2, Ageris, der Zweigehörnte (Beiname des Bacchus). 
— GBill-os (gr.), m., uv.; zoi: Art Faß. Weiss 
Kost. 1, 868; 1290. 
Bil- an (frz. äyg), m., —; —#: Rechnungs- 
abschluß. vogt Oc. 1, 182. — Lance (engß), k.; 
—n: Bilan (vgl. Saldo, s. Balance): General= (od. 
Haupt-) B.; Hamdels= od. Kommerz-B., v. einem 
Lande, Vh. seiner Ein= u. Ansfuhr; Unter-B. (wo 
beim Abschluß die Aktiva nicht die Passiva balan- 
cieren, sondern diese überwiegen). Bolksz. 14, 5f9 2c. 
anrferen, tr.: die Bilance ziehn, saldieren (s. d.): 
Bilancierbuch ic. — Biländer (schwed.), m., —#; 
uv.: „Binnenlander“, zweimastiges Schiff, dessen 
Großsegel an einer mit der Längenachse des Schiffs 
parallelen Besahnruthe befestigt ist. — Bilanz 2c.: 
s. Bilance 2c. — Zilateräl (lat.), a.: nach 2 Sei- 
ten gerichtet, zweiseitig: Das Gesetz der b-en Sym- 
metrie. Petihy 215; B.-Kontrakt, gegenseitig ver- 
pftichtender. 
Vilbil: s. Durrah. — Gilboquet (frz. —i), 
m., u., —#; —8: 1) orsch. Spielzeuge: a) Kugel- 
fang. — b) Hanselmännchen. — 2) Werkzeng der 
Vergolder zum Auftragen des Golds. — Gfleam 
(hebr.), m.: Eigenn.: Von den Been, die lieber 
fluchen möchten lals segnenl. w. HB. 1, 289, s. 4. Mos. 
23, 7 ff. -it, m., —en, —#; —en: Götzendiener 
(wie Bileam), s. F. N. 7, 213. — Gilfil (türk.), 
a.: wirklich im Amt. Hammer 10, 341. 
Bili-ãr, -är (frz.), a.: die Galle betreffend: 
B.-Gänge ꝛc. — Bilimbi, m., uv., —#;; uv., —#: 
Cillet 
Blimbing (s. d.). — Gilfn (nlat.), n., -(e)s; 0: 
Gallenstoff, eine in der Galle enthaltne süßlich- 
bittre, brennbare Substanz. Burdach Anthr. 65. — 
Bilinguisch (lat.), a.: zwei-, doppelsprachig; 
doppelzüngig; auch: Die lEntdeckung] des bilin- 
guen Denkmals v. Phylä. Aontt Afr. 17. — Bil-iõs 
(lat.), a.: gallig, gallsüchtig, frz. bilieux (ihl. 
Uol 3, 21, 277. -is, f. [8 24, 3, uv.): Galle, s. 
Atrabilität. 
Bill (engl.), f.; —§: Gesetz-Vorschlag,-Ent- 
wurf, wie er dem Parlament zur Berathung n. 
Annahme vorgelegt wird; allgemeiner: schriftliche 
Urkunde, Schein, Zettel, Nechnung 2c.: Geld- 
od. Money- lmöni-] B., die Bewilligung von 
Steuern od. Anleihen betreffenda; Mutiny 
s. d.)= B.; Privat. B., Ggstz: öffentliche rder 
public lpöbblick B.; Straf-B.; Nach Passierung 
der Tenure [s. d.] — of — Office-B. Uar 3.# 21, 
190 2c.; Die große Jury fand Grund zu einer 
true ltrül b. (Grund zur Verfolgung der Sache). 
NVitav. 36, 143 ꝛe.; B. of löwl — esxchange 
lertschendsh), Wechselbrief; — exchequer lextscheckerl, 
auch Exchequer. B., Schatzkammerschein; — in- 
dictment lindeitment!, Anklageschrift; — com- 
plaint (komplent!, Klageschrift; — crédit, offner 
Wechsel; — lading lledingl, Frachtbrief; mortälity, 
Todtenschein, Sterbeliste; — privilege (priwiliofhl, 
Haftbefehl gegen Anwalte u. Gerichtspersonen; 
— rights (s. d.) (reitsl r2c.; B.-broker, Wechsel- 
makler. Gartenl. 15, 459a 2c. — Billard (sfrz. 
biljär, biljard), n., —s; -e, —; -: Balltafel (B.= 
Tafel), eine mit Tuch überzogne länglich viereckige 
Tafel mit ausgestopften Randleisten (B.-Banden), 
worauf Elbenbeinkugeln (B.-Bälle, Kugeln) mit dazu 
eingerichteten Stäben (B.-Qucues, spr. —kös), nach 
den Gesetzen des Spiels in die an den Banden be- 
findl. Löcher — wornnter sich die zur Aufnahme 
der Kugeln bestimmten B.-Beutel sinden — hinein- 
getrieben werden; das Spiel auf dieser Tafel (B.= 
Spiel); auch ein Lokal mit solcher Tafel (B.= Stube, 
Zimmer), vgl.: In den, Blgliards-, in den Cafés 2c. 
Erensb. 26, 3, 378. Dazu: B.-Markör (s. d.); 
Reglement (s. d.); -Spieler 2c.; B.-Nadeln, mit ge- 
bogner Spitze zum Ausbessern des Tuchüberzugs an 
B.-Tafeln. Karmarsch M. 1, 527; „Tuch, von der 
nöthigen Breite (2½ Ellen) zum Uberziehn der 
Tafel. precht! 2, 179 2c. —UEren, intr. (haben): 
den Billardball beim Stoß mit dem Queue 2mal 
berühren; beide Bälle zugleich fortstoßen; (von 
Pferden) beim Gehn die Vorderfüße auswärts 
werfen. — GBille (frz. bilj), f.; —: Kugel zum 
Spiel, bes. Billardkugel. — GBill-ct (frz. bisje), 
n., —6; —#: Billett (l. d., vgl. Bill): B. à ordre 
lta ord'e], indossierbarer Wechsel; B. au porteur 
lto rortdr!, ein dem Vorzeiger zahlbarer Schein; 
B.d'amour sdamũr], Liebesbrief; B-—s d’auteur (rautör), 
Freibilletts für den Vf. eines Theaterstücks; B. de 
banque lbönksl, Bankbillett; B. de (faire) part 
Io' (kär) pärl, Billett, Karte zur Mittheilung, Mel- 
dung eines Familienereignisses (z. B. Verlobungs- 
karte 2c.); B. de faveur s-worl, Empfehlungsbrief;
        <pb n="169" />
        Billete ur 
B. doux (uj, Liebesbrief ꝛe. eteur (ör), m., —; 
—e, —#: Einer, der Billette austheilt (z. B. Quar- 
tiermeister) od. abnimmt (z. B. Logenschließer 2c. 
John Moz. 4, 180). „etĩeren, tr.: mit Billetten 
versehn, z. B.: Waaren mit Preiszetteln; Sol- 
daten mit Quartierzetteln 2c. -Ett n., -(e)s; —8, 
e, (-er. Sch . 31b, vgl.: Die „Billeters“. Spiel- 
hagen Pr. 8, 180);: kurzes Briefchen ohne Förmlich- 
keiten, Handbrieschen 2c.; Zettel, zumal das An- 
recht auf gewisse Genüsfse bescheinigend, z. B. auf 
den Besuch des Theaters, eines Koncerts 2c., so: 
Frei-B., das man umsonüt hat; Gallerie-; Koncert-; 
Logen-; Parkett-; Sperrsitz,; Theater-B. 2c.; ferner 
z. B.: Atzungs-B. Auerdach Dicht. 11, Anweisung 
auf eine Mahlzeit; Bank-B. od. „Zettel,-Note: Ein- 
quartierungs-B.; Eisenbahn-B.; Handels-B., Schul- 
schein über Waaren, die auf Zeit gekauft sind; 
Kanz= (s. d.) B.; Kompanie-B-s, die eine Hand- 
lungsgenossenschaft an Zahlungsstatt ansgiebt u. 
mit Geld einlöst; Lotterie-B. od. Los; Ich nahm 
ein Retour- sretũr] B., setzte mich in ein Koupé c#. 
Spielhagen Reih. 1, 88, B. für die Rückfahrt (s. 
auch Rerourmarke); Stunden-.B. od. „Marke, danach 
die Bezahlung der Lehrüunden zu regeln; 3wang- 
kours-B-s. Nal # 21, 108 2#.; B.-Hindler, -Käufer; 
Verkauf 2c., vgl. auch: Gab ihm eine Bollete an 
den Gemeinderaih auf eine Mehlsurre. Hedel 3, 267; 
Sialder 1, 201 ½.; ferner — Millbar (s. d.). 
Prechit 5, 233. Tetteur, etlieren: s. Billet-eur, 
#ieren. — Billiar de, f.; —n: 1000 Mllliarden 
(s. d.): In wievielen B-n# od. Trilliarden Jahren. 
Elobus 6, 120b. — Gilliön (ulat.), f.; -en: eine 
Zahl, Million mal Million (s. d.): Es verdient 
Beachtung, daß in der Bez. der höhern Zahlen durch die 
Namen B., Trillion, Quadrillion 2c. bei den versch. 
Völkern u. zuw. bei ein u. demselben Schwanken herrscht. 
Die surl. Völler Europa's schreiten mit diesen Benen- 
nungen nach Prorukten v. Tausenden, die nördl., wie die 
Deutschen, v. Millionen fort. Bei jenen, z. B. bei den 
Franzosen heißt also B. das Tausendfache einer Million 
(lobo, voo, Ooo), Trillion das Tausenrfache einer solchen 
B. (1000, 000, 000, 000) 2c., — bei uns dagegen, wie 
bei den Engländern c., bez. B. das Millionfache einer 
Million (also dieselbe Zahl, welche die Franzosen als 
Trillion bez., während ihre B. bei uns erst Tausend- 
million heißt), Trillion aber das Millionfache einer 
solchen B. (also eine millionfach größre Zahl als die 
franz. Trillion) 2c. Ss., s. Centillion. -är, m., -(e)s; 
—e: Besitzer einer Billion. Ausld. 39, 22 3a; platen 
4, 80. „st, -t, a. : die Ordnungszahl zu Billion; 
dazu: Ein B-el, der b-e Theil (Bruch) 2c. — 
Gillon (frz. biljang, vgl. span. vellon), m., n., 
—#8; —s: Münze, rein od. zum größern Theil aus 
Kupfer bestehnd (B.-Munze); Münze v. zu geringem 
Gehalt; erle Metalle (Gold, Silber), die über die 
Hälfte Zusatz enthalten, also unter Slöthig sind. 
-#nage (onnäshe), f.; —n: Handel mit schlechtem 
Geld, Kipperei u. Wipperei. -neur (ör), m., —8; 
—s, —e: Kipper u. Wirper. Inikren, intr. 
(haben): als Kipper u. Wipper Geschäfte machen. 
— Gillot (frz. biljb), m., n., —; —s: Klotz, 
Ginomisch 153 
Block; Bengel od. Knüttel, den man Hunden rc. 
anlegt; das hölzerne Munnstück bei Korpelvferden; 
ein Wälzer v. einem Buch. 
Gilobus (lat.), a.: (Bot.) zweilarpig. — 
Gilwekalet (türk.),, a.: stellvertretend, proviserisch. 
Hammer 10, 341. — Gilnchnis: s. Monolgchnis. 
Gimän (nlat.), islch, a.: zweihänrig, ogl. 
Quarruman. — Zim-Laschi: s. Bin. — BGimbel-ot 
(rz. bengbelö), m., —s; —#: Spielzeug. Joteris, 
f.; —+ey)n: Spielwagren; Spielwaarenhandel. — 
Zimembrisch (lat.), a.: zwei-, doppelgliedrig. — 
Gimésler (lat.), n., —5; uv.: ein Zeitraum v. 2 
(wie Trimester v. 3, Quadrimester v. 4, Quinquemester 
v. 5, Semester v. 6) Monaten. 
Gin (türk.): tausend: B.-Baschi, Befehlshaber 
über Tausend: Das Bataillon hat 8 Komragnien 
(Bulnk) .. einem Binbaschi (Masor) befebligt. Das 
Buluk, deren jerem ein Jüsbaschi (Ganptmann) vorsteht, 
hat 8 Züge, jeden zu 10 Mann, deren jedem ein On- 
baschi (Korporal) vorsteht. Die 3 Benennungen des 
Bmbaschi (Tausenders), Jüsbaschi (Sunderters) u. On- 
baschi (Zebnters) sind v. der alten mongolischen Heeres- 
einrichtung genommen. Hammer 10, 702, auch: Bim- 
baschi. Ptiermann Or. 1, 89; Chobert 2, 211, s. Buluk. 
Ginär Emini (türk.), m.: Baumaufseher: s. 
Emin. — Gin-är (är, ärisch, frz., lat.), a.: 
aus 2 Einheiten bestehnd, zusammengesetzt, z. B. 
(Chem.): B-e Verbinrungen, Ggstz: ternäre, quater- 
närc, aus 3 od. 4 Steffen, s. Zurdach Authr. 3; Die 
einfachen u. b-en Farben. Uodenberg Par B. 281; B-e 
Rechenkunst, nach dem dyadischen Zahlensystem (nur 
mit den Ziffern 0 u. 1) 2c.; B.-Kies, rhombischer 
Eisenkies (Oken 1, 102). — Ginaton--nääsch 
(türk.): Deichsel des Heerwagens. Hammer 10, 311. 
— GBinbaschi: s. Bin. — Zindtkie (türk.): 
Kugeln u. Flinten. Hammer 10,341.— Bin- ĩẽren, 
intr. (haben): 2mal an einem Tag Messe lesen. 
Tiôn, f.; -en: s. Ambe. — Zinion Ch, n., uv.; 
—# : Art Schalmei in der Bretagne. Globus 7, 3067b. 
— Ginisch (türk.): der Zweite in einem Amt, 
z. B.: B. Peschgiraga (s. d.), vgl. Ikinrschi. — 
Binnĩje (ar.), m.: Art Fisch im Euphrat, v. den 
Mandiern Singura genannt. Pettermann Or. 2, 126. 
— Bin-ocle (frz. —ö#), n., —s; —: Angenglas 
(Lorgnette) od. Fernrohr für beide Augen (s. 
Monocle): Ein „Binokel“ auf der Nase. Bazar 11, 
94b; Salan 1, 308 2c. -okulär, a.: mit od. für 
2 Augen zugleich 2c.: Dieser Haupkunterschier des b-en 
Sehens vom monokularen. Uakur 16, 324b; B.-Mikro- 
stop (IMũller Phos. 1, 714); -Teleslep (Humboldt 
Kosm. 2, 211) ꝛc. -örulum, n., —; la (§ 24, 
2, n.): Binocle. ebv. — Ginôm (lat.-gr.), n., 
—(e)s; —#e: (Math.) ein Ausdruck aus 2 durch 
Plus od. Minus verbundnen Gliedern, auch Bi- 
nomium, wie Trinomlium), Quadrinomtkum), Poly- 
nomcium) für einen Ausdruckuaus 3, 4, vielen solchen 
Gliedern, vgl. Mononom. iädl, a.: auf Binomebe- 
zügl. (s. binomisch): B.-Koeffirienten, die Kvefficienten 
der einzelnen Glieder der Potenzen eines Binoms, 
deren Gesetz entwickelt wird in dem B.-Theoren 
(od. binemischen Lehrsatz). isch, a.: binomial:
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        154 Binomium 
Der b-e — entsprechend: trinomische, quadrinoml- 
sche, polynomische — Lehrsatz, s. Ohm Syst. 2, 86; 
90 2c. -ium, u., —6; ken [824, 2, u.): Binom. 
Bio-arilhmetin (gr.), f.; —en: Wahrschein- 
lichkeitsrechnung in Betreff rer Lebensdauer zum 
Zweck v. Lebensversichrungen ꝛe. chemie, k.; 
—(eyn: Chemie der lebenden Wesen (vgl. Zoo- 
chemie). chemisch, a.; auf Biochemie bezugl. 2c. 
„désamus, m. [§ 24, 2): Lebensband. -dpnamih, 
f.; —en: Lehre, Lehrbuch v. der allgemeinen 
Lebensthätigkeit. -gräph, m., Sen, (—8); Fn- : 
Lebensbeschreiber, vgl. (engl.): Naral (. d.) 
Biographer lbeiöggrafförr] 2e. raphie, 1 
—(eyn: Lebensbeschreibung. -graphirren, ir. bie- 
graphisch schiltern: Um ras große Genie zub. Gernzb.26, 
2,442. gräphik, k.; 0: das Gebiet der Biographie 
u. das Schaffen darin: Varnhagen v. Ense, dieser 
rasilose Bergmann im Schacht der modernen B. Rosen- 
Kranz G. 306. rgraphisca, a.: lebensgeschichtlich. 
— Giöl-a, k.; „s, che lspr.: ke]: ein ital. 
Flächenmaß. — Lio- lög (gr.), m., * □e); 
—en: Keuner der Biologie. - logle, : lehn: 
Lehre, Lehrbuch v. der lebenden Natur, bein Leben, 
seiner Thätigk., seinen Bedingungen. —gicch, 
a.: zur Biologie gehörig 2c. lüchnion, n., —S ; 
ychulen: „Lebenslampe“, eine aus dem Blut 
eines Menschen bereitete brennbare Fluͤssigk., die 
durch den Helligkeitsgrad u. die Dauer ihres 
Brennens für sein Lebensschicksal vorbedentend sein 
soll. -magnetisch, a.: auf den Biomagnettemus 
bezügl. = magnetisomus, m., uv.; O: thierischer 
Magnetismus. -mant, m., -#en, (—); —-en: 
Wahrsager über bevorsichende Lebens-Schicksale u. 
Dauer. Dazu: Bl##e, f.: solche Wahrsagung 
(ogl. Bielychnion);, B-##k, f.: die Kunst Kerselben; 
b-isch, a.: darauf bezagl. metrié, f.; -(ehn: 
Bioarithmetik; auch: pl unmößige Benubung des 
Lebens rc. morphologte, t ; -(e)n: Morpho- 
logie lebender Wesen. omnie, f.; -(e)n: Lehre, 
Lehrbuch v. den Gesetzen des Lebens. -phänomeno- 
logte, f.; —(eyn: Lehre v. den Erscheinungen des 
Lebens. -shopte, f.; -eyn: Untersuchung, ob 
Leben u. Lebensfähigk. vorhanden gewesen u. wo- 
durch sie wberkürzt worden (bei Kindesmord). 
sophié, f.; —e)n: Lebens-Weisheit; -Lehre 
(Phrsiologie). oterion, n., -s; zerlen: B. od. 
Heilslehre für das leibl. Leben des Menschen .. von 
Dr. Grriner (Erlangen 1864). Kalik, f.; -en: 
Lehre v. der mittleren Lebensdauer, auch v. der 
mittlern, durchschnittl. Bevölfrung. Katisch, a.: 
die Biostatik betreffend. -tomie, f.; e)n: 1) 
Zootomie. — 2) Lehre v. den Lebensabschnitten. 
-lomisch, a.: anf Biotomie (1; 2) bezüglich 2. 
Bipart-ieren (lat.), tr.: zweitheilen, hälften. 
ilion, k.; —en: Zweitheilung. — Bip-erd (lat.), 
ni., en, C3): —en: Zweifüßler (vgl. Quadrured): 
Ich bin kein göttlicher B-e mehr. Hrinr (Mag. d. Ausld. 
36, 687b). -edil, a.: 2 Fuß haltend Cweifußial. 
-edisch, a.: zweifüßig. -es, m. [§ 24, 3, -Sdis]: 
Biped: Der Ausruck Bipedes für Menschen. Lindner 
Schep. 96. — Gipennis (lat.), f. 18 24, 3, uv.]: 
Bisam 
Doxelart. weise Kost. 2, 614. — Giphöre, (.; 
—n: s. Salpe. — Bipolär (nlat. ), a.: 2 Ple habend: 
Es giebt keine solchen Strukturen, wie unipolare Nerven- 
zellen; alle Ganglienzellen sind b., d. b. sie haben 2 von 
ihnen ausgehende Nerrenfädchen. Ausld. 38, 5#1. 
Giquadrat (ulat.), n., —e)s; —e: das Qua- 
drat (s. d.) des Quadrats: B.-Wurzel, die vierte 
Wurzel. Ohm Syst. 1, 343. Fisch, a.: vom äten 
Grad: B.e (od. Biquarrat-) Wurzel; Bee Gleichung 
ꝛe. — BSiqu-et (frz. bile), m.p, —s; —§: Golrwage 
Crebuchet). -elĩeren, tr.: Münzen auf der Gold- 
wage wägen 2c. 
Girb-int#e (it.), m., —6; —#, änti: Spitz- 
bube, Schuft. -one, m., —# -s; -õni: Birbante: 
Wo ist dieser B. v. einem betrunkenen Sänger? BSazar 
11. 32c. — Zirm- (lat.), f.; —: Eis, k. 
18 24, 3, uv.): Zweirudrer, d. h. Galere mit 2 
Reihen Nuderbänken, gr.: Diere, vgl.: Dreirudrer, 
Trirem-e, is: gr.: Trière 2c. — Giridi (frz.), m., 
—60: ein Hasardspiel, Art Zahlenlotterie. —GBirk 
Cin.), n., —(e)s; —e; f.; —-en: nam. in Schles- 
wig ein kleiner Distrikt (. Zarte): B.-Schreiber; 
Vogt 2c. — Birket (ar.), m., —8; —: Teich. 
sutttr Pal. 221. — GBiröta- ((#t.), —. [§S 24, 11: 
zweirierige- Wagen. Weiss Kost. 1.1326. — Giro 
tine, f. Art levantinischer Seire. — Girra 
(Cit.), „Bier“. Gutzo 3. 8, 253. — 
BGirretum mlat., § 24, 2, n.): Barett (s. d.). 
Weiss Kost. 3, 686. — Birrus: s. Berrus. — 
Girsha (russ.), —#8: „Börse“, — verallge- 
meint: Ort, wo Lause zu irgend einem Zweck 
regelmäßig zusammenkommen. Koht Per. 2, 1. — 
Girütsche: s. Barutsche. 
Gis n * zweimal: B. dat, qui eĩto dat, dop- 
pelt giebt, wer schnell giebt: B. püeri sẽnes, zum 
2ten Mal Kinder find die Greise; Ne b. in idem! 
(Rechtsgrundsatz), nicht zweimal gegen Dasselbe 
leinen Proces zu führen], z. B. Uor3. 22, 19, 
vgl.: Jon (s v.) b. ic. Als Bstw. auch bi. f. 
Bi- anrrie; -cephalisch; cers 2c.). — Gisam 
(hebr. ce.), m., —6; —e: B. (vralt.: Bisem; 
Bisen; niedrd.: Desem 1e., s. — Moschus, 
der stark riechende zum Parfümieren, wie als 
heilkräftige Arznei benutzte dicke Safl im Beu- 
tel des Moschus- od. B.-Tbiers, „Hirsches (Aöschus) 
u. einiger andrer Thiere (s. u.); dann auch zuw. 
diese Thiere n.: ihr Pelzwerk, J. B.: In amerkani- 
schen Pelzwaaren als Schupren, Bären, B., Biber rc. 
Ua# 3. 20, 247 (s. u.: B.-Ratte). Als Bstw., bel. 
den Geruch bezeichnend, z. B. in Namen v. Thie- 
ren: B.-Affe, Simia capucina; „Bock: a) männl. B.- 
Thier; b) B.-Käfer; „Buffel, Ochs; „Ente, Annas 
moschätus; Hirsch, Tbhier; Käfer, Cerämd)-X mo- 
schäta; Katze, Zibeth-K.:; „Nagel. mehrere Leisten- 
schnecken, Aürex, z. B. 3l. trapszjum; Nl. trünen- 
lus 2c. u. bes. ihr zum Näuchern dienender Deckel, 
OuyX moschäta; Ochse, Bös moschätus: Raue, 
Ondatra; „Schröter, Kiüfer; „Schwein, Täö#asu u. 
Decäri; „Sritzmaus, Désman; Srrutte od. -Imien- 
schnecke, Spiamoschäta; Tbier, „Ziege, Möschus 2c.; 
ferner v. Pflanzen, z. B.: B.-Apfel (s. u.); -Birne;
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        Gisamen 
Blume, Centäürea moschäta; „Distel, Cärduns nü- 
tans; Flitte, Hibfscus abelmEschus; Flockenblume, 
Blume; „Gohre, Antherospérma moschätum; Hiefe, 
Guarẽa; -Käspaxpel, „Malve; Körner, die Samen 
der B.-Flitte; Kraut, Adöxa moschatellina; Erö- 
dium moschätum 2c.; „Malve, Mälva moschäta; 
Rose, Rösa moschäta; 3 Acbillea mo- 
schäta 2c.; ferner z. B. B.-ähnlich, artig 2c.; 
Apfel, -Büchse, -Knopf, runes Behältnis für B.; 
Geruch; Hanrschuh (wacketn. 2, 95427); Puder c 
en, intr. (haben): nach Bisam riechen; übrtr.: 
Was nur v. fern nach Liberalismus bisamt, wird in die 
frische Luft v. Sibirien gehängt u. mit der Knute aus- 
geklopft. König Leb. 2, 230 2c.; tr.: mit Bisam ver- 
sehn, duftig machen: Gebisamte Hanrschuhe rc. 
Zsitzgn z. B.: Was aber nützt Zibeth, der nicht uns 
bisamt an? svgl. anruften]. Lohenkein Ros. 19; Be- 
bisamte Briefe. (f#(Schröder Samml. 4, 1, 107 2c.; 
Blüthe der Bäume durch bisamt die Luft. Kenantes 1, 
85; Der Westwind bisamt sich durch ihren Arbem ein. 
fohenstein Ros. 96, empfängt dadurch seinen Duft rc. 
hafft, a.: bisamarlig, auch: Scharfe Dünste nenne 
lschmeichelnr] b—-i g. Uicolai 8, 75; bisamig rc. 
Gise: 1) f.; —#: B., Bis= (od. Beiß-) Winr, 
Nord-, Nerrestwind (schwzr., frz.). — 2) 
(schwer.), m., —;-n: Der B., ein Hausgeist, der 
mit Blitz u. Donner zu thun uen Globus 4, 334b. — 
Giseau (frz. bisö), m ; —, (): Schräg- 
süche Lippe v. Scheiuirr. — Sisegment (lat. ), 
p —X0; e: die Hälfte als Abschnitt. -atiön; 
ifention f.; —en: Zweitheilung, Hälftung. — 
Giselli-um (lat.), n., —#s; zen I§ 24, 2, n.]: ein 
Doppelsitz für eine Pers., ein sehr breiter Sis als 
Ehrensitz. Guhl 2, 178; Ooerbe Pomp. 2, 31, 
vgl.: Biselli æ. Weiss Kost. 1, 1308. — Bifette 
(irz 5 f.; —-n, —: schmale, Zwirnspitze. — Gi- 
14 (lat); -is, a.: einen Schalttag ent- 
haltend: Annus b-is, Schaltsahr. — Giseruell 
(nlat.), a.: beide Geschlechter habend, hermaphre- 
ditisch. — nam. v. Pflanzen. 
Siscãcha (span. ätscha), f.; : kaninchen- 
artiges Nagethier in den Pampas“ (auch Vizcacha). 
Globus 5, 3b; Grube Ch. 2, 301.— Bisc-ocho (span. 
—ötscho), m., u., —S; #: Dieuttu-. Gtube Ch. 1, 303. 
otin (frz. —tengh), m., n., —s; -6: Zuckerplätchen. 
ötlo (it.), m., n.;, —: 5*½, ötti: Biscuit. — 
HBiscröma;: s. Brevis. Giscuit (srz. —kwi, —kwitz), 
m., n., —(e)8; -e, —#: 1) „Zwieback“, z. B. auch 
engl. (biekit!: Meat (s. d.) b.; Die echten hard (har- 
ten] bes .. u. die sweet IFwit, süßen] b—s. IS#ohl 
Par. 2, 28. — 2) (s. 1) verallgemeint: Zucker- 
Gebäck, -Brot: Butter-; Mandel-; Semmel-B. ꝛc. 
— unglasiertes Porcellan (s. Aarmorsch M. 2, 924). 
Gismalläh (türk.), interj.: bei Gott, für- 
wahr. Scherr Mir. 234; Bism illah. Hammer 10, 341. 
— Bismarch: Bez. einer gelbbraunen Modefarbe 
(nach dem preuß. Ministerprästdenten): Die Nuance 
B. Früber hieß die Farbe „Hanneton“" (Maikäfer). 
Gachtahun Ev. 38. — Bism-uth, n. (m.), —(e)8; : 
0; Sm (§S 24, 2, u.): Wismuth. 
Zisogn o (it. —önjo), m., —#; -i: s. Besoin. 
Bizarr 155 
— Sis-on, m., -; önten. Humdo#n K. 2, 78); 
Buckelochs (ahd. wisant): Schlammbereckte Riesen- 
Bs. DMus. 17, 2, 377 2c.; B.-Stier; Kalb; -Park; 
Pfad 2c. 
Gisque (frz. bist), f.; —s: 1) Art Kraftbrühe. 
— 2) im Ballfpiel: das Vorgeben (gw. v. 15 
Points). 
Bill-egment 2c.; Sertil 2c.: s. Bis 2c. — 
Bister: s. Biester. — Sisti (rers.), m., —8; —#: 
Zwmnziger" d. h. Kupfermünze v. 20 Dinar. — 
Gistonide, f.; —n: s. Bachhant 1. — Bistoquet 
(irz. tẽ), m . Stoßkolben beim Billard 
(s. Masse 2b). Gistouri (frz. —ri), n., —8; 
: wunrärztliches Messer mit einzuklaprender 
Klinge: Knopf-B., mit einem Knopf an der Spitze 
der Klinge 2c. 
Gisülcum llat., § 24, 2, n.): Thier mit ge- 
spaltnen Klauen, Zweihufer. — Zisulphurat 
(nlat.), n., —(e)s; —e; -um (5 24, 2, n.]: 
Dorpelschwefelmetall, z. B.: B-um férri, Doppel- 
schwefeleisen (Schwefelkies) rc. 
Bisullabisch (lat.-gr.), a.: zweisilbig. 
Bit, u., —#8; —6: 1) (engl.) a) „Gebiß": 
Ein vergifteres Gebis, das man paioted b. heißt, hat 
mehr als einmal das Feuer der besten Pferde paralhfiert. 
Zoller Renn. 50. — b) „ein Bischen“, bes. als 
Name kleiner Münzen: 12½ Cents oder 1 B., 
welches hier, wie an der Janzen lkalifornischen] Küste die 
kleinste gangbare Munze ist. Ausld. 38. 978b; Ein B., 
etwa 4 NNr. . Das Ein-B.-Stück. Gartinl. 16, 
761a; Das lumpige Zwei---B.-Blatt (.Zournall. 
ebd. — 2) (ar.) Haus (s. Beit): Die Kaaba, d. h. 
Würfel, auch B. Allab, d. b. Gotteshaus genannt. 
Ausb. 38, S1Sa ꝛc. — Sitheismus (lat.-gr.), m., 
uv.; 0: Zweigötterei, vgl. (auch für die Fort- 
bild.) Monotheizmus. — Gitj (russ.), n.: das 
Schlagen, z. B.: Das B. pranniti [s. d.. ras 
Honigkuchenschlagen. Zohl Pet. 2, 212. — Gitjüh 
(russ.), m., —s; -i: Pferd aus der Orlow'schen 
Stuterei im Gouvernement Woronesch. piedert 
Turgh. Jig. 33; 122. — Gitschh-a, f.; -i: Meer- 
gründel. sohl Sürr. 1, 96; 1892. — Sit-on: s. 
Beton. -ümen (lat.), n., —s; 0 8 21, 3, n., 
Tüminis]: Erd-Ol. Burmeier Gsch. 265. -umenit, 
n., —(e)s; 0: Errpxech (Aspbalt, B.). Ausld. 39, 
303b. ZSuminieren, ir.: mit Bitumen bestreichen. 
uminös, a.: bitumenhaltig. 
Givalve (ulat.), t. 4 F—n: zweiklappiges“ 
Schalthier; Muschel. — Givium llat., § 24, 2, 
n.1: Scheideweg (vgl. Trivium). — Givonäh (iaz. 
—wu—), u., m., —; —6: „Beiwacht“ (nierrd.: 
Biwacht, Biwak), das Liegen der Soldaten im Ge= 
wehr ohne Zelte, unter freiem Himmel: Der B. 
Ein Franken-B. Freiligrath SW. 1, 99; Im B. (—) 
ubernachten. G. 2, 271; Dieser B. pückler Süröstl. 
, 263 2c.; B.-Feuer. icren, intr. (haben): im 
Bivouak liegen, „beiwachten-, freilagern. 
Giz- ard (frz. bisär), m., —§s: —6: Sonder- 
ling; Abarten v. Blumen (nam. Nelken, Tulpen) 
mit versch. Farbenstreifen (Sieare f.). Farr 
(auch in deutscher Ausspr.), a.: seltsam, auffallend,
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        Bizarrerie 
156 
wunderl., launisch rc. arrerik, f.; —+eyn: Wun- 
derlichk. c. arria (it.), f.; —s, se: Bizarrerie; 
auch (Mus.): der jähe Ubergang von einer Tonart 
in die andre; (Gärtn.) Art Mittelsorte v. Pome- 
ranze u. Citrone (vgl. Bigarrade). 
Bieseda (slaw.), f. —#: Verein zur geselligen 
Unterhaltung. Globus 9, 224b. — Gißar (schwed.), 
m., —s; —: Hochzeitsbitter= 4, 30 1a. = 
Glafard (frz. —fär), a.: „bleichfarb“ (ahd. 
bleihfaro); m., —5; —#: 1) Albino (s. d.). — 
2) (vgl. Albus) eine kleine Silbermünze, auch 
Blaffert (m., —s; —, -e). W. 14, 10 rc. 
Blagu-e (frz. bläg), k.; —#: Blase, z. B. als 
Behältnis für Taback 2c.; ferner als Bez. des Lec- 
ren u. Aufgeblasenen 2c.: Klatscherei, Geklatsch 2c.: 
Eln vollständiges System der B. u. Klaque. Scherr Mir. 
1 5 2c. - Uren, tr.: Einen b., zum Ggstd des Klat- 
sches, Skandals machen. Wachenhusen Eva 39. 
Glach (engl. bläck), a.: schwarz, z. B.: B. 
drink, ein Getränk der Indianer aus llex vomi- 
töria (Ohen 3, 1739); B. dröps, „schwarze Tropfen“ 
(eitronsaures Morphium); B.-Fisch, Tintenfisch, 
vgl.: Blackfisch--Bein = Sepia (s. d.). Karmarsch M. 
1, 137; B.-Fox, s. Fischer; B.-Friar (freier], „schwar- 
zer Moͤnch“, Dominikaner; B.-Indies (s. I.); 
B.-Jack teschäckl, Zinkblende; B.-lead lledd), Reiß- 
blei, s. Graphit; B.-Leg lleggl, „Schwarzfuß“, 
Gauner, Betrüger, nam. beim Sport. Kurz Gsch. 
Lit. 3, 704b; Zoller Renn. 72 1c.; B.-ie (s. d.); 
B. man, ein Schwarzer, Neger, s. Turn; B.-Wood 
lwudd!, „Schwarzholz“, von Dalbörgia latifölia 
(Oken 3, 1673), auch subst.: B. — gothische 
(s. d.) Schrift. 
Blam-abel (frz.), a.: tadelnswerth. age 
Cäshe), f.;—m: Blame, Blamicrung. —e lbläml, 
f.; 0; (m. —§; 0): Tadel; üble Nachrede; 
Schande r.: Das Parlament verurtheilte sie zur B. 
Scherr Stud. 1, 296 lerklärte sie für tadelnswerth!]; 
Eine mildere Form der B.-Erklärung. ebd. eren, 
tr.; refl.: in üble Nachrede bringen, der Blame 
aussetzen 2c., vgl.: Nun war für unsere Blamierten 
die Zeit gekommen, sich ent= b. zu lassen. 298; Seine 
feierliche entblamierung u. Rchabilitation. 309 2c. 
Blanc (frz. bläng), a.: B., weibl. blanche 
lblangschl, blank (s. d. Ss.), bes.: weiß: Carte ((. 
d.) blanche; Livre (s. d. 1) b. u. en b.; Louis 
(l. d.) b.; B. seing lßéngl, f. Blankett u. Blanco; 
De but (s. d.) en b. c.; auch substant. m., —S; 
—65: das Weiß; „Weißpfennig“, Name kleiner 
Münze (z. B. früher in Frankr. — 5 Deniers r2c.); 
B.-bec, m., Weiß-, Gelbschnabel; Naseweiß; 
B. de perle lperll od. d'Espagne ldespänj'I, Perl-- 
od. spanisches Weiß, weiße Schminke. Wincheriich 
2, 2, 165; B. de fard (färl. 164 = Magislérium 
(. d.) bismüthi; B.lmanger lmangsbel, n., Art 
Gele, nam. v. Mandelmilch u. Hausenblase 2c.; 
B.-Scheit, s. Planchette. — Blanch-erie (blangsch-), 
f.; —#: Bleiche. et (6k), n., —#; -6: (Buchdr.) 
Drucktuch; (Pharm.) Seihetuch. Teile: s. Plan- 
cheite. —i, a.: gewaschen, rein, s. Linge. leren, 
tr.: weiß machen, bleichen, z. B.: Pflanzen ab- 
Glasphemist 
weißen (s. d. Ss., vgl. etlolieren); (Kochk.): 
aufwällen. issage [äfh'l, k.; —##: das Waschen. 
Tisser #5, f.; —#: Blancherie. Zisseuse (—ö/1, s.; 
—#8 : Bleicherin; Wäscherin. 
Bländ--iloquenz (lat.), k.; —en; ##tia, k. 
[§24, 1, Mz. auch -ktsen): Schmeichelrede, Lieb- 
kosung. -us, a.: schmeichlerisch. — Glanduüsisch: 
s. bandusisch. 
Blank (engl. blänk), a.: weiß (s. blanc), un- 
beschrieben 2c.; auch: reimlos: B. vérses od. B.= 
Verse (palleske Sch. 1, 121), reimlose, bes. öfüßige 
Jamben. —etl (-#, n., —s; —s: s. Mouzonne. 
Set (engl.), k. (n., —§); —s: wollne Decke. 
Globus 4, 240a ꝛc. -ett, n., (e)s; —: eine 
Vollmacht 2c. in blanco (s. d.): Wechsel-B. 2c., 
auch: Blanquet. — Glänco (span., vgl. branco): 
1) a.: weiß, unbeschrieben 2c. — frz. blanc (s. d.), 
it. bianco, — bef.: In b. (frz. en blanc, spr. ang 
bläng), z. B.: Etwas unterzeichnen, seinen Namen 
unter Etwas setzen, dessen Inhalt noch nicht (od. 
noch nicht vollständig) geschrieben ist, indem man 
die Ausfüllung dem Inhaber anvertraut: Vollmacht 
in b. (auch carte blanche od. blanc seing); Einen 
Wechsel in b. ausstellen, indossieren 2c.; vgl.: Eine 
(See.)] Karte, die freilich ziemlich in B. bleiben würde. 
wackern. 4, 72 83, unqusgefüllt, voller Lücken rc.; 
andrerseits auch: In B. stehn, ohne Deckung für 
die Zahlung sein; In B. trassieren, ohne daß man 
von dem Bezognen Etwas zu fordern hat; In B. 
verkaufen, s. fixen; B.-Accept; B.-Kredit, offner 
od. Wechsel-Kredit 2c. — 2) m., —#; —#: a) eine 
Scheidemünze in Malaga 2c. — b) B—8, „die 
Weißen“, in Spanien Anhänger des Absolutis- 
mus, Ggsß Nögros (die Schwarzen) od. Comunsros. 
— GBlanqu-etl (blangke), n., —; —#: Blankett. 
Scte (-#t1), f.; —, -n: 1) Ragout v. Kalbs= od. 
Lammfleisch mit weißer Sauee; auch n., —#; —8 
(Scheibte Kochb. 157). — 2) Art leichter Weißwein 
aus Languedoc. — 3) Die B., eine sehr gering- 
haltige Soda. Kaimarsch 3, 323. eillo (span. 
blankiktso), m., —s; —s: s. Mouzonne. 
Glas-é (sfrz.), m., —#; —: ein Blasierter. 
Auerbach Leb. 2, 172; SchV. 222 2c. — Blasiäst, 
m., —en, —#; —en: Bläser, Spieler v. Blase-Instru- 
menten: Unter Spiellenten u. B-en. Schuppius 191 2c. 
— Blasseren, tr.: durch Uberreizung abstumpfen. 
Salon 2, 222 2c.; bes.: Vlasiert. Dazu: Blasiert-= 
heit, f.; —cn. Auerbach Tag. 136; ZDodenstedi 1, 7 2c. 
— Slasius, m., uv.; -se: Eigenn.; scherzh. als 
Personif. des blasenden Winds (ähnl.: Sturmins), 
ferner — Windmüller. Gartenl. 14, 332b; = 
Rausch. Schmeller 2c. — Glas-on (frz. —öng), m., 
—6; —#: Wappen, Wappenschild; Heraldik (s. d.). 
onnrur Connör), m., —o; —8, —e: ein Wappen- 
lundiger. -onnseren, tr.: Warren b., ans-b., der 
Wappenkunst gemäß — ausmalen u. — ausdeuten. 
c onnisl, m., —en, —#; —en: Blasonneur. — Blas- 
phem (gr.); -atörisch, a.: blasphemierend. 
aliön, f.; —-en; -i#c, f.; -(e)n: Lästrung, Get- 
teslästrung. - Uren, tr.: auch o. Obj.: lästern, 
nam. Heiliges. Zisch, a.: blasKhem. ist, m.,
        <pb n="173" />
        Glasphemislisch 
—en, —; -en: Lästerer. islisch, a.: blasphem. — 
Glast-em (gr.), n., —(e); —e: -ema /§ 24, 3, 
n., -tis): Keim-, Bildungsstoff, — eine Flüssigk., 
woraus die festen Bestandtheile des Organismus 
entstehn. Burdoch Anthr. 25. -oĩde, m., —n; —n: 
eine Art armloser Haarsterne. Burmeiller Gsch. 448, 
die gesammte Gatt. auch: Blastoldeen. 446. 
Blätt-a, f. [8 21, 11: Schabe, Kakerlak 2c., 
zu den Orthopteren gehörige Inseften. -inen, pl.: 
die Gesammtheit der Blattæ. Burmeißter 9B. 1, 305. 
Bleach (engl. blitsch): bleichen: B-ing clay 
(klel, Bleich-Thon, d. i. Kaolin (s. d.) zur Arpretur 
baumwollner Stoffe. — Bleide, f.; -n: s. Bal- 
lista. — BSlénn-a (gr.), f.; 0: Schleim, Schleim- 
absondrung. melis, f. 1824, 3, uv.]): Schleim- 
erbrechen. enterik, ochezie, f.; —(ehn: schlei- 
miger Durchfall. -öphtisis, f.; uv.: Schleim- 
Schwindsucht -öptplis, f.; uv.: Schleimhnsten. 
ôoppra, f. [8 24, 11: Schleimfieber. -orrhagie, 
Lorrhöe, k.; —(ehn: Schleimflus, nam. durch die 
Harnröhre, s. Gonorrhöe. orrhöisch, a.: zur 
Blennorrhöe gehörig 2c. -öfis, f.; uv.: Schleim- 
krankheit. -olhörar, m. [§ 24, 3, äeis!: Brust- 
verschleimung. -urscẽ, f. z-(ehn: Schleimharnen 2c. 
— Blephar-is (gr.), k.; ziden: Augenwimrer. 
#itis, f.; uv.: Augenlied-Entzündung. -ödema 
I&amp;# 24, 3, n., tis): Augenliedgeschwulst. -ophi- 
mösis, f.; 0: angeborne Verengung, vgl. Ble- 
rharostenösis, später entstandne der Augenliedspalte. 
Tophthalmie,f.;-ehn; -ophthalmktis, f.; uv.: 
Entzündung der Augen u. Augenlieder. -ophöma 
I&amp; 24, 3, n., -tis]: Drüsengeschwulst des Augen- 
liers. -oplästik, f.; 0: die künstl. Bildung feh- 
lender Augenlieder (vgl. Rhinorlastik). -oplegĩe, 
f.; -(e)n: Augenlieder-Lähmung. optosis, k.; 
uv.: Augenlieder-Vorfall. olpäsmus, m. [824, 
21: Augenliederkrampf. „stenösis, f.; uv.: f. 
Blexbarophimosis. „ datis, f.; uv.: Bläschen- 
krankheit der Augenlieder 2c. — Sless-Uen (srz.), 
tr.: verwunden. ür, f.; -en: Verwundung, 
Wunde. — SBlestrismus, m. [824, 21: das Sich- 
Umherwerfen Schwerkranker. — Bleton-ismus 
(gr.), m., uv.; 0: Organisation der Bletonisten. 
Sist, m., —en; -en: Metall= u. Wasserfühler (. 
d. As.). — Bleu (frz. blö), a.: blau: B. foncé (s. 
d.), dunkelblau r2c.; auch substant.: B. de Prusse 
(lprüß], Berliner Blau 2c.; Der petit [p'ti] b., Art 
leichter Wein. (eb. Sild. Par. II, 2, 5 2c.; B. 
mourant imurängl, matt-, blaßblau, — um- 
gedentscht: blümerant; Ventre (s. d., — wangt'r) b. ! 
als Fluch, Schwur 2c. 
Glide, f.; —n: (s. Ballista). fack Rüg. 3, 261. 
— Blimbing, m., —#; —: auf Java, Pftanzen 
u. Früchte aus der Familie der Sanerkleegewächse, 
zur Gatt. Averrhoa (s. d.), s. Ualur 15, 220 ff. 
— Hlindage (deutsch-frz., blengräsh'), f.; -n: 
Blende, Deckwand aus Flechtwerk als Einfassung 
der Faschinen u. Schutz der Schanzgräber. — 
Ulinni (russ.), m., —s, uv.; uv., —: Die in 
Butter gebackenen B., eine Art von Eierkuchen, die man 
mit geschmolzener Butter übergießt u. mit Kaviar ver- 
Gloomer 157 
sreist. Kohl Pet. 2, 115; Von den Bs. 76; Die 
sogen. B. od. Pfannkuchen. Gartenl. 17, 86b; Uat3. 
20, 135 2c., vgl. Scheible Kochb. 106 U.: Ein anderer 
bei den Deutschen gewöhnlicher flawischer Kuchen sind 
die s. g. Blinsen, eine Art Pfannkuchen. In Rus- 
land werden sie B. genannt. Monalbl. 1, 435a; Plin= 
sen. V. Hor. 2, 74 c.; Plinzen. Droylen Ar. 2, 
78; Sogedorn 1, 113 ac. (vgl. Cracovier). 
Glöc (deutsch-frz.), m., —8; —: Block (s. d. 
Ss.): En langl b., in Block, in Bausch u. Bogen, 
s. auch täche. - kade, f.; —n: (Kriegsk.) Blockie- 
rung einer Stadt, auch geschr, bloquade (frz. 
blocus, spr. blocküs): Hafen-B. 2c.; Das Schiff 
dlente während des amerikan. Kriegs als schneller B.= 
Brecher. Ual 3. 2 0, 563 2c. -(kage (—äsh'l, f. ; -n: 
1) (Bauk.) Bruch-, Füllsteine, auch Blocchaille 
□kälil, f. — 2) (Buchdr.) Blockierung. -ki#### 
(Bloquferen), tr.: 1) alle Zugänge einer Stadt #rc. 
mit Truppen besetzen, sie ein-, umschließen, sper- 
ren. — 2) (Bucher.) statt eines Buchstaben, eines 
Worts umgekehrte Lettern setzen. — 3) (Billardsp.) 
des Gegners Ball in ein Loch treiben. — Zlônd 
(deutich-frz., s. Ss.), a.; (n., —s: 0): Bez. einer 
hellen Farbe zw. Goldgelb u. Kastanienbraun, — 
gw. (vgl. Ggstz brünett) v. der Farbe menschlicher 
Haare, dann auch v. Pers. mit solchem Haar, wo- 
bei man zugleich an die gw. damit verbundne helle 
Gesichtsfarbe denkt. Dazu: Mein schönes Blond- 
chen. Rüchert 2, 226; LTougut 8, 11 rc. = b—6 
Mädchen (s. Blondine); auch: Aschlen)-; flachs- 
gold-; hell.; boch-, imrertinent= röthl.); licht; sem- 
mel-b. 2c. Selten v. Thieren, z. B.: Des Leun 
b-#e Braut. ploten 2, 247, [richterisch = Löwin)] u. 
v. Leblesem, z. B. (wie v. Ceres) vem Getreide: 
Zwischen b—em Saatengolde. K Hayer 64; Brockes 9, 
366; Der Abren B. 7, 222 ac.; ferner (kaufm.) 
Sorten Nohzucker: Hellgelbe u. b—e Prokukte. Uat3. 
20, 334; 19, 487 ꝛc.; ferner: B-es Bier. Wachen- 
husen Tag. 67, bes. (in Berlin): Eine kühle Be 
[ Stange Weißbier]. Auerbach Go. 410 rc. Se, 
f: —n: (s. blond; Blondine), auch: Spitze aus 
unentschälter Seide (nach der gelbl. Farbe): B-u- 
Besatz; Kragen 2c. -heit, f.; 0: das Blondsein. 
w. 15, 6; 102; 103. in (in9), m., —#; —: 
#inH, f.; —n: blonde Pers.: Kern= od. Dauer-Bn. 
Gutzkow 3. 3, 47; aber auch = Albino (s. d.). G. 
14, 197. lich, a.: ein wenig blond: Sein b-es 
Haar. Scherr Stud. 1, 219; Nahel 1, 411.— Glood 
(engl. blörd), n.: Blut. -Hound lhaundl, m., 
s; 3: Blut-, Spürhund. Zoler Renn. 91.—Stone 
stenl, m.p,— — : „Blutstein“, Heliotro (s. d. 1). 
„tub ltöbbl, m., —s; —s: = Rowdy (s. d.), in 
Baltimore. — Sloom (engl. blüm), u., —; —: 
„Blume“, Blüthe 2e.; Millbar (s. d.). — 
Bloomer (engl. biümer): Personenname, beson- 
ders der einer Dame, Ilistress B. (im Staat 
Newyork), v. der 1850 die s. g. Peitycoat-IUnter- 
rocks-] Reform od. der Bloomerismus ausging, 
d. h. die Vertanschung des weibl. Unterrocks 2c. 
gegen Beinkleider u. übrh. gegen eine der männl. 
Kleidung entsprechende Tracht; vgl.: Frauen ver-
        <pb n="174" />
        158 Sloquade 
theidigen hier öffentl. gleich den amerikanischen Bloo- 
meristen die (Emancipation ihres Geschlechts. Salon 2, 
506; In der Turnhalle dle Damen in den sogen. B.= 
Dreß gekleidet. Gartenl, 14, 734a = B.-Anzug. 
15, 310; B.-Tracht 2c.; B.-Bälle, auf denen die 
Damen in B.-Tracht erscheinen; B.-Vereine; 
Meetings rc. — Lloqu-ade, Frürren (blof—: 
s. Block 2c. — Blouse (frz. biüse), f.; —n: Kittel, 
Oberhemd, wie es Fuhrleute 2c. tragen, z J.auch: 
Der Maler in seiner Arbeits-B. 2c.; auch ein faltiges, 
bequemes Damenkleid; ferner — B-n--Träger, 
Mann, die damit Bekleideten, wie Arbeiter. Gutz- 
kow R. 1, 243; Scherr Sind. 2, 289, s. B-n-Leute. 
374; Neben der derben B-n--Gestalt. Harimann 
Nat. 3, 73. ier (6c), m., —##; —: Blousenmann: 
Das Fluchen des französischen B—s. Garsenl. 17, 86b. 
Blubber (engl. blöbler), m., —#: —: Wal- 
fischspeck. Hausbl. (56) 1, 45 2c.; Sccnessel (Ne- 
düsa). Farstet R. 1, 38. — Zlndger (engl. blörr- 
schoͤrr), m., —6; —: s. Stickslinger. — Blue (engl. 
blũ), a.: Von den b. devils ldewwils, Teufeln), vom 
Spleen (s. d.)gerlagt. Gartenl. 15, 61 Sa;z B.gum (s. d.); 
B.-stocking, „Blaustrumpf“, schriftslellerndes, ge- 
lehrtes u. mit der Gelehrsamkeit selbstbewusst her- 
vortretendes Pranenzimmer. Meißner Nov. 2, 132; 
Scalsfield Tr. R. 1, 8 2c. (s. bas-bleu) 2c. — Slüktte 
(frz.), f.; —u, 44/ kleines, anspruchloses Bühnen- 
stück, dramatische Kleinigkeit. — GBtluff (engl. 
blof), m., —; —8: in Nerdamer. platte Hügel in 
der Prairie. Gerstäcker WW. 1, 209; 3, 
einer Art B. od. hobem Lande unmittelbar am Missi- 
sipri. NReis. 1, 261; 277 2c. — Llümeränt, a.: 
Dleu (s. d.) monrant; auch: Mir wird b. lvor den 
Augenl. — Blum-keren, tr.: beblmen. ĩne, 
f.: —#n: Blumensammlung: Herbst-B. od. gesam- 
melte Werkchen. 9p. 46, 1. Tifl, m., —en.—#; -en: 
Blumen-Freund, -Züchter. Dazu: Berkil, f. G. 
31, 188 rc., Blumen-Zucht, -Liebhaberei 2c.— 
Bik, s.; Weg, der ihn vom Botanischken ins Blumi- 
stische fübrte. G. Br. 281b 2c. — GBlunder (engl. 
blonder), m.# W; uv., —: grober Zrrthum, Miß- 
griff rc. — Blöre (nictrd. ), f.; —: weithin sicht- 
bares Feuerzeichen zur Orientierung, nam. für 
Schiffende, in der Nähe des Hafens, bei gesährl. 
Klippen u. Bänken 2c. — Olüde: s. Ballista. 
Vo, m., —§; —#: V., B.-Baum, beiliger Banm 
in Ceilon. Spieß Exp. 63. — 65 (niedrd.), f.; 
en: (seem.) plötzlicher kurzdauernder Winrstoß, 
schwere Flage (s. Ss., vgl. Bourrasque), auch Böe. 
Hanlen Schl. 85; Preuß. Erp. 1, 239 (Böne 6) 2c.; 
Bui. Oltcarius Reis. 2, 2 2c.; nach den begleitenden 
Naturerscheinungen: Buller= od. Donner--, Gewitter- 
(Höser Leb. 37); Hagel-; Regen-Bö rc.; Eine „Sturm- 
boe“. Westermann Mon. 3, 211b. — Göa: 1) f.; 
—s: a) Abgotts-, Königs= od. Riesenschlange: 
(in Braüllien Ziböja, spr. d# -. Oken 6, 528; 530); 
B.-Schlange. Pückter Südöstl. 1, 162 21c.; B. con- 
Strictor 2c., s. Abema. — b) (s. a) ein um den 
Hals zu schlingender dünner Pelz, z. B.: Im Zu- 
rechtrücken der B. Glaser Nicdrl. N. 146, vgl.: Die 
sich soriwährend mit ihrem B. zu schafsen gemacht. 145. 
158; Auf 
Goer 
— 2) m.: a) s. 1b. — b) bei den Tunguien: 
Name Gottes. — C) malaiisch = Puhn, Baum, 
z. B.: B. Upas (l. d.). — Boabüd, m., -s; —: 
1 Aransonie. — Soard (engl. kert). m., —86; —: 
Brett; Bord (des Schiffs); Tisch, Tafel (I. 
Boarting): ein (an einem Tisch hernmützendes) 
Kollegium, Behörde 2c.: Es bestehen Oberbehörden 
(bs) für Einkunfte, Kontrolle, Finanzen lin Ostindsenl. 
Westermann Mon. 3, 520b; B. of löwj contrél, Kon- 
trollbehörde 2c.; B. of arbitration (s. d.); Der neue 
B. of health Thelthl, Gesundheitsbebörde. GSarttul. 15, 
759b; B. of visitors, Universitätssenat (in Nord- 
amerifa); Freedmen (s. d.) B. 2c. Jen, intr. 
(haben): in einem Boarding-Haus wohnen, sich 
beköstigen lassen: Junge Elepaare obne Kindersegen 
gehen gw. b., d. h. in ein anständiges Kostbaus. 
Gartenl. 14, 120 ic. ing, f.; —#: Beköstigung, 
Pension: B.-Hänser. Gerstäcker N. Reis. 1, 30; 
Wyheine Weltr. 1, 87 od. ganz engl.: B.-house 
hauf'], n., uv.; —6; B.-school. s. School 2c. 
— Zoas (hebr. ), Rainettuw2,1-e.; 
ferner im salomenischen Tempel: die Säule 
links, wie die rechts Jachin. 1 fKön. 7, 21; 
2. Chr. 3, 17 U. danach übrtr., z. B. Scherr Mix. 
35. — Boat (engl. böt), n. , —s3« -6Boot 
-ftva1n(lsosn),m,—s—sVerwarnunng 
Gott-wenn. 
Hätt (engl),n,—s—s(beitenO1fokber 
Studenten) ein Schilling. Kohl Engl. 3, 48. — 
Goba (buigar.), f#.; —S#: s. Baba: Die B. er. rie 
Hausfrau. Lindau Walsh 1, 163; 170 ff.; 184. — 
Zobah, m., —6; —6: Das polnssche Murmelthier, 
Arctomys bébnc. Sie beißen in Polen Bobuk, 
nicht B., in der Ukraine Baibak, in Rußland Surok. 
Oken 7, 762: Der Baibak u. B. Globus 7, 3782. 
— Göblbhinnet (engl.), n., —#; —s: eng- 
lischer Tüll (s. d.). Karmorsch 1, 305 fl.: B. 
s" .Stubl 2c. — Hoberclle (böhm.), 
: Judenkirsche. — Gob-inage (frz. —#b’, f 
dascpulen-me,:—n Srule. einttte, 
"5% —n: kleine Spule. interen, tr.: spulen. — 
Böbo (span.), m., —8; —: Possenreißer im sran. 
Tleater, s. Gracioso. — Gobre, m., —: —: auf 
den maskarenischen Inseln * eine Art Cither, 
bestehnd aus einer über einen Flaschenkürbis ge- 
spannten Saite. Glebus 5. 390; 66b tc. 
Local: s. Negro. — SZoch-er, ur: s. Bachur. 
Godega (span.), f.; —s: Waaren-Magazin, 
Lager. Cerstäcker NReis. 2. 21; Pöppig Cb. 1. 123 
(vgl. Bottega). — KHüde (schwed.), n., * —6 
kurze Fahrzeuge v. 3 Masten. Erube Cb. 1, 21 (vgl. 
Boot). — Podmerig, m., —en: —en: Einer, der 
Geld auf Bormerei I. d. Ss.) giebt. — Bodo, 
ma —6; —#: Art Infusionslbierchen. Gumbeidi K. 
188. — BSodöggen: s. botocken. 
Soedrömi-on (gr.), n., —; zen (s. Antbe- 
sterion), m. 21, 226 1c. — Bocg (boll. bũg) 2c.: 
s. Bug . — Boer: 1) (boll. bür) m., —4, en; 
—&amp;94,—en: „Bauer“, bes. in der Karkolonie die 
Grundbesitzer holländischer Herkunft: Koner Afr. 19; 
Die holländischen B-#n.#usld. 39, 86 2a; Die Korn-,
        <pb n="175" />
        Boeuf 
die Vieh-B-z. — 2) (russ.), m., -6; -6: Art Eis- 
Schiff, das auf Schlittenkufen mit Segeln fort- 
getrieben wird. — Goeuf (frz. bös), m., —8; — 
ls]: Ochs, Rind: Rindfleisch: B. à la mode (gw. 
n.), geschmortes Rindfleisch; B. gras Ibögräl, Kar- 
nevals-Ochs; Oeil (s. d.) de b. 
Gossesen: s. Pavese. — Böfist, m., -(e)s; e: 
„Buben-Fiest“, Staubpilz, Lycopérdon (d. i. 
é. Wolfs-Fiest") borvfsta. 
656g: 1) (flaw.) m.: Gott: B. s'teba (Gett 
mit dir ), B. dastj (gebe Gott!), Släwa Bögu (Rubm 
sei Gott!). Kohl Pet. 1, 151; B. s'nim (Gott mit 
ihnen), spricht er zu seinen verlornen Geltrern u. fängt 
sein Kartenhaus s'’bogom (mit Gotl) v. Neuem an. 
2, 7 ꝛc.; auch: Vor ihren B. (Heiligen) zu treten. 
1, 113 ie.; Der Hausherr trinkt mit dem Sruche B. 
zivij prihodnike (Gott erhalte den Angekommenen) dem 
Gaste zu. . Das Bog.-zivü#-Trinken [Zutrinken]. 
GSlobus 7, 160b r2c.; Mir bojii (Friede Gottes). 
c Uobert 1, 44 .; vgl.: Begomilen, eine Sekte. 
ebd. 2, 2 (v. ihrem steten Gebet B. milui, Gott er- 
barm dich !): vgl.: begemilisch. falmerayer SW. 2, 
451; ferner im Vokativ: Boshe moil, mein 
Gott, z. B.: Unter zahlreichen Ausrufen u. Boshe- 
mois! 39zar 11, 47a. — 2) (engl.), n., —#; —6; 
Sumpf: Die irischen Sümpfe, the lrish leirisb! bes. 
Rodenberg Ins. Heil. 1, 54; Kohl Irl. 2, 155 cc.; 
B.-butter lbött'r 1641 od. B.-Butter, eine 
schmierige, meerschaumähnliche. Masse in den B—s. 
— B6gdo: s. Lama. — Bögus: in Amerika als 
Bstw. zur Bez. für etwas Unechtes, Falsches 2c.; 
v. Getränken, eine Mischung v. Rum u. Molasser 
bezeichnend. Herrig 30, 213. 
Gohe: s. Beu. — Boheèm -ie (frz. beem, k.; 
0: Quartier der Bohémiens (s. d.), vgl.: Uberall 
bleite ich . in der boheme, wie die Franzosen es nen- 
neu. Cewald Villa R. 1, 14 2c., s. nam. Salon 2, 
699 ff.; Wachenhufen Era 104, vgl. Langue verte. 
Sien C□eng), m., —s; —: Zigenner, eig. u. 
übrtr.: Sardon als ein Flüchtling der Bobémie 
Parisienne, jenes eigenthüml. Startiertels auf dem 
linken Seine-Ufer. Einer jener B-s de Paris 
einem solchen literarischen Zigeuner. Nal 3. 19, 559 2c.; 
weibl.: B- ne ljenn]. 
Göi: 1) m., —; —8: B. (frz. boie, engl. baize) 
ist ein grober dem Molton ähnl. Flanell. Karmarsch M. 
2, 735; Mentierungs-; Pres-; Schwanen-B. (v. be- 
sondrer Weiche) 2c.: Schwarzer B., früher oft als 
Tranerzeug: Weinte, büllte sich in B. u. Flor. Ku- 
säus M. 1, 76 2c. Dazu: Boviene, schwarzbeiene 
(Schweinichen 3, 252) Röcke 2c. — 2) f. Boje. — 3) 
B.-Salz, s. Bai-Salz. — 4) B. Beyi, kurdisch — 
Scheich, s. peiermann Or. 2, 19; 21 2c. — Göidak 
(litt.), m., —#; —#: Art littauisches Fahrzeug, 
worauf die Ladung mit Bastrecken beschnürt liegt 
(ähnlich: Karöpke). Uat# 3. 21, 105.— Sõil (engl.): 
kochen, z. B.: „To ltul b. them down“ ldaunj für 
den Export nach England. Natß. 20, 447, fie srie 
Schafe in Australien] auszusieden 2c.; Boiling, 
n.: das Kochen; Zum B.-down odb. Fettausfieden. 
22, 9; Einrichtungen (B. down-establishments), um 
GCoier 
159 
den Ubersluß an nicht verkäufl. Schafen auf Fett aus- 
zunutzen. 21, 187; Die Küche, boiling-house 
lbaus. Zoler Renn. 99 2c. — Goiläde (walach.), 
m.. —n; —n: Bejar. — Boĩna (sran.), f.; —s#: 
baskische Mütze. — Boi-s (frz. boä), n., uv.; 
uv.: Holz, z. B. B. de Bréell. Brasilienbolz 2c.; 
Gehölz: Das B. de Boulogne (bulönjl, bei Paris; 
Darauf fuhr man ins B. syazieren. Had#länder Eign. 
Welt 1, 271; wachenhusen Eva 36; 893 24c. sage 
(ash), f.; — ; „seriẽ, f.; -(e)n, —6: Taiel- 
werk, Getäsel, s. Paneel. „sieren, tr.: täfeln, 
die Wände mit Holz bekleiden. — Boisseau 
(Irz. beaßö), m., —#; —§, (—r): ein frz. Hoblmaß 
für Getreide 2c. (Scheffel), vgl. Busbel. — Goite 
(frz. beöt), f.; —, —n: Schachtel, Büchse: Silber- 
B-n mit Poudre de Riz. Schüching FrR. 2, 193. — 
Goitout (frz. bean), m., —s; —: „nink Alles; 
trink aus!“, Tummelbecher, ein fußloser, balb- 
kugelförmiger Becher, den man nicht hinstellen 
kann, also gleich austrinken mus. 
Gojalöa: in Südafrika gebrautes Bier. Slo#- 
bus 4, 95b. — GBojäma (türk.): goldgesticktes seid- 
nes Tuch, als Gastgeschenk 2c. Hammer 10, 3412c. — 
Gojar (slew.), m., —#, —en; -e, -en; hochadliger 
Gutsbesitzer. — weibl.: B-in: Diese Hosrorare#.#. 
rurch das Beifriel der walachischen B-en u. der unga- 
rischen Magnaten rerfübrt. TCnobec#t 1, 153; Die B-en 
sinr die großen Gutsbesitzer — u. bilden den boben Adel 
des Landes lder Moldau u. Walacheil, die Reichsbarone. 
Die Resesch (J7. d.) 2c. Kohl Sürr. 2, 14. Dazu: 
B-en-Würde 2c.; Mitglieder der B-enschaft. 
Scherr Mir. 91; Die Kraft seines fiurir-korrurten 
B-enthums. falmerayer Gĩ. W. 2, 50; Gartenk. 
17, 299a 2c.; B-ische Willkür 2c. — Gôj-e 
(nierrd.), f.; —n: (seem.) ein auf dem Wasser 
schwimmendes Zeichen für die Schiffer, theils 
wie Baken (s. d.) und Bujen, ein= u. aussegelnden 
Schiffen die Richtung oder gefährliche Stellen 
anzugeben, so namentl.: Klarr-B., mit einer 
Kette am Grund befestigte kegelförmige Tonne; 
theils am Anker, seine Stelle auf dem Grund an- 
gebend: Anker-B., FFlott, (Dobber), u. zwar: 
Block-, Klotz-B., ganz aus Helz; Kork-B., aus 
Kork; Tonnen--B., aus Dauben zusammen- 
gesetzt 2c.; ferner z. B.: Rettungs--Bn 
große, schwarze Hohlkugeln, dic, wenn ein Mann über 
Bord gefallen ist, . ins Waßer geworfen u. zur Nacht- 
zeit auch erleuchtet werden. Srenzb. 26, 3, 19; Pteuß. 
Erped. 1. 219 tc., vgl.: Sich in den Rettungsstubl — 
sog. Life- lleife, Lebens-] B. mit bosenartigem Einsatz 
— setzen u. röllig trocken das Ufer erreichen. Gartenl. 
15, 270a. — auch: Die „Boh“ [Reim: freil. 
reiligratd 1, 362; Die Kette eines der beitänrigen 
Boys ln.J. Jo#er R. 1, 6 [B. des Hafenankers#; 
Die Buoh, an welcher der Trinidad-Steamer bing. 
Gerlächer NReif. 2, 396 2c. „cn, tr.: B., aufb., 
zu Grund gehende schwere Körper durch dran be- 
feũigte leichte (z. B. leere Tonnen 2c.) auslichten 
u. auf dem Wasser treibend erbalten: Ab-b., mit 
Bojen abstecken (abbaken): Das abgebojte Jabrwasser. 
Höser Leb. 36. -er, m., —s; uv.: Jemand, der
        <pb n="176" />
        160 Bojudhi 
bojt, — u.: kleines Lastschiff, das u. A. dazu dient, 
die Bojen (Baken, Seetonnen) zu legen, auch 
Bujer. — Bojũdhi (pers.), m., —s; —s: Der dem 
Storche ähnliche, nur kleinere u. eßbare Vogel, wegen 
seiner weißen Farbe B. genannt. Peiermann Or. 2, 143. 
BZocag-e (frz.äsh'), f.; —u: Gebüsch, Lustwäld- 
chen (s. Boskett). Ter [-#l., m., —8; —8: Heide- 
schaf. — Bokal: s. Pokal. — Borassin: s. Bouc 2c. 
— Zöhdschi (türk.), m., —#; —6é: „Kothfresser“", 
Schimpfname der Armenier. Hommer 10, 341.— 
Bohetihe (serb.), pl.: Art Rosen. Globus 6, 234b. 
— Zöch (frz.), m., uv.; 0: Bockbier. Wachenhulen 
Eva 62. — Börca (it.), f.; —, Bocche lbckel, 
Bocchen: Mund; Mündung. 232a, auch: kleinere 
Offnung beim Krater: An der Spitze des innern 
Kegels befanden sich 2 durch eine hohe, v. Süd nach 
Nord gehende Scheidewand getrennte Bocchen. Wäh- 
rend die größern Steine unter Getöse wieder in die aus- 
werfende B. zurücksielen. Noth d. Vesuv 176; 208 rc. 
— Locrcäle (it.), m., —#; —: Becher, auch als 
Flüssigkeitsmaß. — Borc-i (it. bötscha), f.; —, 
-e lbötsche): Kugel, nam. zu einem Wurfspiel: Ein 
allgemeines B.-Spiel. Gartenl. 15, 763b, dafür auch 
B. Weise Kost. 2, 841 u. n.: Während zerlumpte 
Quiriten ihr B. spielten. Mar3. 20, 279. — Bökhmés 
(ar.): Ein Traubenhonig, B., welcher wohlschmeckender 
ist als der Dibs in Damaskus. Peiermann Or. 2, 4, 
s. Beckmeß. — Böktscha, m., —#; O: der leichteste 
türk. Taback. Kohl Südr. 1, 86. 
Boôl, m., —e)5; —e: Bolus (s. d.). Oen 1, 
214, auch: Bolär-Erde. — Bola (span.), f.; —: 
Kugel, — in MzZ.: Kugeln od. Steine an einem 
Riemen als Wurfschlinge, s. nam. Gerstäker WW. 
2; 292 (vgl. Lasso); Pench. 1, 11; 14 r. — BZo- 
landist, m., —en; —en: Belgien ist das Land der 
größten Ggstze . auf religiösem Gebicte, das Land. 
des modernsten Positivismus u. der B-en. Uat13. 21, 
516. — Böle, f.; —n: 1) in Dänemark u. Schles- 
wig ein Ackermaß; auch — Bauernhufe. Hansen 
Schl. 126. — 2) s. Bowle. — VZolero (span.), 
m., -6; —: span. Nationaltanz in 3/8 Taft, mit 
Begleitung v. Kastagnetten 2c. Zastians 203 (auch 
— nach der Provinz Mancha —: Manchetta). — 
Golet-it (nlat.), m., —(e)o; —e: Pilzstein. -us, 
m. [8 24, 21: Pilz. — Lolich-e, -i (span. 
tsch-), m., —; —#: Art Kegelspiel. Kollonitz Mex. 
141. — Bolide (gr.), f.; —n: Meteor. Nais. 21, 
77. — Böll, n., —#; —: schottisches Hohlmaß — 
4 Firlots (s. d.). — Bölla (stand.), f.; —#; e, 
f.; —n: — Bopvle (s. d.) u.: Trinkgefüß. Weiss 
Kost. 2, 444. — Volleétt 2c.: s. Billett 2c. — 
Vollilör- (it.), m., uv.; -i: Sprudel r2c., bes.: 
Salsen. Diesen Namen giebt mn kl inen Ausbruchs- 
kegeln, welche Schlamm, Luftarten, Wasser, Steinöl 
ausblasen. .. Die Italiäner hetlßen sie Gorgogli, 
Bollllitori. Oken 1, 799. — Sologn-#a# (it.—önja): 
Stadt in Italien (lat. Bonönia). „ẽser, m., ; 
uv. : Jemand aus Bologna (weibl.: B-in); fer- 
ner: B. (Oken 7, 1564) od. B.-Hund, Art zottiger 
Schoßhund (Malteser-H.; vgl. Bichon); Er trug einen 
B.-Bart, einen Backenbart nenester Mode. FJauébl. 
Gombar 
(67) 1, 126; B.Flasche, Springkolben (s. d. 3.,) 
B.-Kreide; B.-Spat, »Stein (bonönischer Stein, 
Iäpis bononiénsis od. Phoerhor — s. d. —, Leucht- 
stein), eingesognes Licht im Dunkeln ausstrahlend r. 
Sesisch, a.: aus Bologna stammend, darauf be- 
zügl. 2c. — BZolongäro, m., —6; 0: eine Soite 
Schnupftaback („nach dem Frankfurter Fabrikan= 
ten“. Cnchhl. f. Raufl. 725b). O müler Erz. 3, 140. 
— Sõius (gr.-lat.), m., uv., (es); uv., -se: 
fettige Thon-, Siegel-Erde, als Farbe, — früher 
auch als Arznei gebraucht. — BZölzas, pl.: Art 
ostind. Zwilch. 
Zomätsche, m., n; -n: Schiffszieher (um 
Meißen). Goartenl, 9, 822b. — Bömba: 1) m., 
—6; —#: Sklavenaufseher in Westindien. — 2) s. 
Bombe. — Zömb-ard (frz.), m., —(e)s; —Se: 
vralt. Blasinstrumente von dumpfbrummendem, 
tiefem Ton (auch Bomper, Bommer, Pommer, z. B.: 
[Der] einen Pommer od. Hoboe bläst. G. 20, 23, vgl. 
Bombardon); in alten Orgeln: ein den Baß zur 
Schalmei bildendes Register; Maultrommel 2e.; 
auch = Furz. fuihtt 5, 227a; 8, 254b 1c. ärde, 
1.; — : Bombard; ferner: früheres Kriegswerk- 
zeug, große Steine 2c. abzuschießen; jetzt Bom- 
bardiergaliote, d. h. Zweimaster mit Bombenmoörsern 
zur Beschießung eines Platzes, s. Bobrik 129b ff., 
vgl.: Bombärda, Art zweimastiger Kauffahrtei= 
schiffe an den Küsten des Mittelmeers. 589a. 
Zardement (mäng), n., —#; —s: Beschießung mit 
Bomben, Bombardierung. ardfer, m., —#; -e: 
Bombenschütz, — überm Kanonier stehnd: B.= 
Korps 2c.; B.-Galiote, s. Bombarde; B.-Käfer 
od. Bombardierler), Brächinus erepitans, der, ver- 
folgt, blauen Dunst mit schwachem Knall durch den 
Hintern von sich giebt 2c. - ar dseren, tr.: mit 
Bomben te. beschießen: Wir sollen uns die Häuser 
zusammen b. lassen? Schücking Bronckh. 1, 28 2c.; 
übrtr.: bestürmen. Mülner 5, 167; Merch's Br. 2, 
1 40 2c.; Bombardier-er, s. Bombardier; ung, 
s. Bombardement. Jardon (□eng), m., —6; —: 
Art Baßposaune (s. Bombard). Gartenl. 14, 3 36b#2c.; 
Ein B.-Ophekleld es. d.). Uehlen Handw. 413. — 
Zömb-asin (frz. —# g), m., —§s; —#: Name von 
Zeugstoffen (umgedentscht: Baumbast), — nam.: 
ein glatter Stoff mit Kette u. Schuß von Kamm- 
garn; ferner: ein geköperter, nach Art der Meri- 
nos aus Kette v. Seide u. Schuß v. Kammwolle 
(s. Karmarsch M. 2, 750 ff.); auch eine Art Barchent, 
dessen beide Seiten recht sind 2c. —aft (—), m., 
—(e)s; Se: (urspr.) Zeugstoff zum Auswattieren 
(. Shahefprare Ilenry IV. 2, 1), dann übrtr., wie 
fastian: Schwulst des Austrucks, hochtönender 
Wortschwall: Euren Gesang voll Kriegs-B. (2—). 
Prutz Woch. 53 2c.; belebt: Der fette Frosch B. (5. 
Platen 4, 96 2c. asten, tr.; intr. (haben): sich, 
Etwas pomphast u. schwülstig ausrrücken (vgl.: 
bombastisieren. Scherr Stud. 1. 127): Jamben. 
ans-b. Geroinus Sh. 1, 232 rc. aslig (Droysen A. 
3, 116), ästisch (v. Ant. 2, 262), à.; voller 
Bombast. Lar snlat., § 24, 3, n., cis]: Woll- 
baum (vgl. Bombyx) aus der Gatt. der Bomba=
        <pb n="177" />
        Sombay 
ceen, z. B.: B. malabäricum; B. orientäle 2c.; 
Wolle v. großen B.-Bäumen. Humbold! K. 2, 189. — 
Löômbax (engl. be): Stadt u. Provinz in Indien, 
danach f.: eine Sorte Baumwolle — Surate. Kor- 
marsch M. 2, 503. — Bömb-e, f.; -n: hohle 
pulvergefüllte Eisenkugel, die — gw. aus einem 
Mörser geschossen — mittels einer daran befestigten 
Brandröhre in od. nach dem Fall platzt; auch 
übrtr.: Die B. platzt, etwas Gefährliches, Wich- 
tiges kommt zum Ausbruch; Wie eine B. ins Haus 
fallen, überraschend 2c.; BVulkanische B-n, welche aus 
Lavamassen besteben, die . beim Fall eine rundl. Gestalt 
angenommen. Oen 1, 796; Potz B-n u. Granaten!, 
Fluch u. Verwundrung 2c.; it. Bamba, z. B.: 
Der König Bómba od. Il rẽ Bóémba, Spitzname des 
letzten Königs v. Neabel; frz. z. B.: B. lböngbl 
à la vanille [wanilj], s. Balomba; Von dem Knall- 
quecksilber ist nur bei den beruchtigten Orsini'schen B-# 
Gebrauch gemacht woiden. NUalur 14, 291b; Brand- 
B., mit Brandsatz gefüllt u. bestimmt, alles Er- 
reichbare in Brand zu stecken; Roll. B., die man 
nach Anzündung des Zünders auf die Stürmenden 
niederrollen lässt; Spring-B., die gw. B. (nur 
mit Pulver gefüllt) 2c.; B-n#fest, so fest, daß es 
v. keiner B. erschüttert wird; auch übrtr.;-Feuer; 
-frei, sest;-Gießer (ei);--Kanone, womit man 
Hohlgeschosse nicht im hohen Bogen wirft, sondern 
in ziemlich grader Linie mit voller Perkussionskraft 
schießen kann, auch Granatkanone u. nach dem Erfinder 
Pairhans, s. Grenzb. 26, 4, 216; = Mine (s. M.); 
Mörser;-Röhre; = Schütz,-Werfer c. -en, 
intr. (haben): dumrf tönen. Lulher 6, 137a#c. (bom- 
men, bummen); tr.: be-b. st. bombardieren. illa 
(sran. -ilja), f.; —; ille (-ilfe, f.; —m: Kugel mit 
einer Röhre, dadurch Getränk zu schlürfen (in 
Südamer.). Serstäkker WW. 23; Slobus 9, 312b; 
s. Mateh, Congunha. — BGömbo, m., —# : 0: in 
Nordamer., Würzbranntwein aus Rum, Muskat 
u. Zucker. — Lömbul-um (mlat.), n., —; za 
[8 24, 2, n.]: ein veralt. Tonwerkzeug, s. Weiss 
Kost. 2, 844 f. — Bôömbus (gr.), m. /§ 24, 21: 
Ohrensausen; Hummel. — Somb-pein (gr.= 
lat.): seiden, seidenartig, — unverkürzt: Bomb’y- 
cĩnus, z. B. Bombyeina (gr. Sor#izena)), seine 
Kleiter. Guhl 1, 180 2c. -Ehomfter, m., u., —; 
uv.: Garntafel, Tabelle, aus dem Gewicht eines 
Schnellers die Nummer des Baumwollgarns zu 
bestimmen. Karmarsch M. 2. 513. — BZombpßli-os 
(gr.), m., uv.; zen: Art Trinkfläschchen mit engem 
Hals. Guhl 1, 160. — Bömb-pr (gr.-laf.), m., 
f. [8 24, 3, Feis): Seiden-Raupe, -Spinner, — 
verallgemeint, eine Familie der Nachtschmetterlinge; 
Seide, dann auch ähnliche feine Stoffe, z. B. 
Baumwolle (vgl. Bombar ꝛc.). — Bömerke 
(schwed.), f.; —m: „Bau= (od. Haus-) Marke“: 
Zum Unterschiede hat jeder Bauer sein Hauszeichen (B.), 
welches ... auf allen Geräthen angebracht wird u. bei 
Unterschriften die Stelle des Siegels vertritt. Globus 1, 
299b, vgl. Zink. — Bommelage Cäsfhe), f.; n: 
bammelndes Schmuckwerk, Gehänge 2c.: Eine B., 
die er um den Hals trägt. Prutz Holb. 330 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Gonebed 161 
Son (frz. böng): 1) a.: gut, — weibl. bonne 
lbönnl, Mz.: bons, weibl. bonnes, vgl. als Adv. 
bien, doch z. B. bei Deutschen: B. leben (vgl.: sich 
bene thun) 2c.; ferner z. B.: B. gré, mal gré, gut- 
willig od. nicht (— nelens volens), s. gré u. so 
übrh. die verbundnen Wörter (z. B. Entendeur; 
Enfant; eœur 2c.), vgl. die Zusammenschiebungen 
od. Zsstzgn im Folgenden. — 2) (s. 1) m., —; 
—# : Schein über ein Guthaben als Anweisung, 
Etwas zu zahlen od. zu liefern. G. 25, 16; B-6 
auf 100 Franes [nach den im Schein stehnden 
Worten: b. pour cent francs, spr. pur Hang frang, 
gut für 100 Franks2c.; Bons à vue lbongsawül, 
auf Sicht, sofort zahlbare Scheine 2c.; Bei der Bank 
deponierte Schatz--B. Erenzb. 26, 3, 198 2c. — 
Gona:. bon-us, um (u. buono). — Conapart-e: 
s. Inerepable 2. iseen, tr.; dem Benapartis= 
mus gemäß (um)gestalten 2c.: In dem beutigen 
bonapartisierten Frankreich. Rai3. 21, 571. ismus, 
m., uv.; 0: Bonaparte's Herrschaft, die Vorliebe 
dafür ic. (vgl. Napoleonismus; Chauointzmus). eist, 
m., —en, —#: —en: ein dem Bonarartismus Huldi- 
gender: Blisch 2c.; Als lärmender Wider-B. Scherr 
Bl. 2, 263. — Sonäsus (lat.), m. [8 24, 21: 
Auerochs. — Bonb-on (srz. bongböng), n., m. 
(Gutzkow Ottfr. 28; Heine Lut. 2, 93 12c.), —8: —6: 
Näscherei aus gekochtem, geläutertem Zucker (schwzr. 
Guteli, vgl. Karamel 2c.): Man bat gefüllte Bs, 
Frucht-, z. B. Ananas. B-é (s. Ather 3), Cho- 
kolaren- Bs 2e., Knall-Bs (in einer beim Zer- 
reißen knallenden Papierhülle); Die Patti-B-s. Salon 
1, 378 2c.; übrtr., z. B.: Einen durch den Preßbengel 
schon an die ganze Welt herumgegebnen Bonmot-B 
von Neuem anzubieten. 9p. Wahrh. 1, 2; Spett- 
Knall-Bs vor seinen Ohren loslassend. Scherr Stud. 
1, 261 rc. TJonne Cönn), f.; —s: = Damejeanne 
(s. d.). onnieère (onnjär), f.; —n, —s: Schach- 
tel, Büchse für Bonbons rc.; auch Art Frauen- 
haube. — Zon-Chrétien (frz. bongkrehtjeng), m., 
— ; —S : „guter Christ“, die Christbirne. — Zond: 
1) (engl.) m.t, —s; —s: „Band“, wodurch Etwas 
ge-, verbunden ist, z. B.: im Zollwesen der öffentl. 
Verschluß für Transitogüter, Lagerhaus, s. Noden- 
berg Ins. Heil. 2, 192 2c.; bes.: Verbürgungsschein, 
Obligation: Die Koursnotierungen der Gold. B-. 
Uat 3. 20, 561; Amortisation von Kolonie-B-s. 
441; Kolonial--Bs. 518 2c.; B—s-Besitzer. 
515. — 2) Erz. böng), m., —#s; —: Sprung, 
Prallsprung (s. Faur 2), bes. von Pferden. — 
Zöônde (schwed., däun.), m., —n; —-n# : Bauer auf 
eignem Gut, Frei-Bauer,-Safse. Scherr Mir. 186; 
Limrock Fr. 193; Dem B-n-Sobne. Mohnikt Fr. 37; 
Dem Sohn des Odal-B-u. 112; Haus-B. — 
Bönder: B.-Boot, Art Boot in Indien. Slobus 
6, 135b.— Bondi#eren (frz. bong), intr. (haben, 
sein): einen Bonk (s. d. 2) machen, auffpringen. — 
Gondfks, m., uv.; uv.: der Gruß „guten Tag!“ 
(lat. bönus dies): Meinen B. machen. 5. 465b, 
vgl.: Bonsries, Herr Spatz! 20a 2c.; Die Gmal 
bonusdieste. Günlher 496 2c. — Bonebed (engl. 
bönberd), n., —#6; —#: „Knochenbett“: Uber der 
11
        <pb n="178" />
        162 Sonet 
Trias lagert .. das B., ein Gemenge von Fischschupven, 
Zähnen, Gräten u. verhärteten Exkrementen. Ausld. 38, 
585b. — Lonet: s. Bonit. — Loͤng, n., —6; -6: 
japanisches Lampenfest. — Böngan, n., —8; —: 
B.; bei den Ossen, ein Geschenk an Vieh, das die Fa- 
milie des Klägers außer der Entschädigungssumme für 
den Mord erhält. Ausld. 39, tash. — Böôngo, m.,; 
—s; —#: ein gezimmertes Fahrzeug zw. Kauve u. 
Piragua. Crenzb. 24, 2, 908; Globus 4, 306b 2c., 
nach Bobrik 13o0b: Bongas, wegen der Abnlichk. 
der Gestalt mit den Bongas de Filipinas, Art 
Eicheln der philippinischen Inseln. — Songrace 
(bonggräß), m., uv.; —s: Sonnenhütchen, s. Grace. 
— Lonheur (frz. bonör), n., m., —6; —# : Glück, 
Glückszufall (s. Angurium, vgl. heure): Ach, könnt' 
ich doch den b. genießen. Prutz Holb. 327. — BZon- 
homik (frz. bennomst), f.; —#: Gutmüthigkeit, 
Biererk., Einfalt: Die Bonhommie, die bona 
fides, die Aufrichtigk., die sich in dem ganzen Wesen aus- 
spricht. Kohl Pet. 1, 151. -homme (bonnömm), m., 
uv.; bons bommes lbongsömml: gutherziger Mensch, 
Biedermann: Als behäbigen B. Gartenl. 1 3, 823b; 
Zutrauliche bons bommes. Kohl Pet. 1, 151 rc.; bes. 
oft mit tadelurem Nbus.: guter Tropf rc. ((. 
Jacquerle). — VLöni: s. Ban 3. — Lonisäcius 
(lat.), m.: Personenname: Während einzelne ab- 
gelöste Glieder des Stiels lder gearmten Krinoĩdeenl, 
durch ihre regulären Artikulationsflächen geprägten Mun- 
zen nicht unähnl. erscheinend, die Trochiten od. B.= 
Pfennige liefern. Burmeister Gsch. 149. — HBonisi- 
eieren (nlat.), tr.: vergnuten, entschädigen. 
hatiön, f.;-en: Entschädigung; Ervort-B. Un. 
2t, 156 r. — VLoniment (frz. —mäng), n., —; 
—6: marktschreierische Nede, um Publikum anzu- 
locken. Gartenl. 16, 543b. — VBonit (frz.), m. 
—e), —-en; —e, —en; Se, f.; —; o, m., —; 
—8; ein Seefisch, Scôömber pslamys 2c., auch: 
B.-, Bonet-Fisch. — Bonit-ät (lat.), f.; 0: die 
Güte, gute Beschaffenheit, der innre Werth von 
Etwas. Jeur (frz. —ör), m., —#; —§, —e: Boni- 
tlerer. -Nren, tr.: Etwas, zumal ein Grundstück, 
nach seiner Bonität bestimmen, abschätzen 2c. — 
VLonjour (frz. bongshur), m., —#; —#: „guten 
Tag!“ (s. Jour), auch: Art Uberreck. — Zonmo-t 
(frz. bongmö), n., —6; —: ein gutes, d. h. treffen- 
des Wort, Witzwort: Ein B. von vorgestern. Sch. 
197, etwas Veraltetes; B.-Venbon (s. d.) 2c. 
tisiEren, intr. (haben): witzeln. - lill, m., -en; 
—en: Witzling. Auerbach Dicht. 2, 58; Er bieß kurz- 
weg der grosie B. (sprich: Bommotifst). Salon 3, 207.— 
Bönne (frz.), k. z-n, (—): (s. bon 1): Kinderwärte- 
rin, gw. eine französisch sprechende (s. Französin), vgl.: 
Die Sous- Un-, Unter-] Ban der kleinen Kinder. Kohl 
Pet. 2, 123. -ment (mäng). adv.: treuberzig, in 
gutem Glauben, im vollen Ernst. Naumer Br. aus 
Frkf. 1, 283. — Lonn-et (frz. —e), n., —6; —6;: 
Mütze, Kappe: B—8 rouxes lrüsbl, Nothkaxpen — 
Jakobiner . (s. moulin); auch engl. (spr. bönnit). 
Globus 7, 34 1 à 2#.; auch = Bonnette. ctade, f.; 
—n, —: Begrüßung mit Abnahme der Kopfbe- 
deckung. -eterie, f.; —(ehnn: Strumpfwirker- 
Conus 
Waaren, -Zunft 2c. -etier (ets), m., —6; —6: 
Mützenmacher, Händler mit Bonneterien. elikren, 
tr.: bemützen; oft u. viel die Mütze abnehmen, 
Kratzfüße machen. -ette, f.; —: Bonnet, — 
seem. : Streif Segeltuch, den untern Theil eines 
Segels zu verlängern (Sturm- B.); Festgsb.: Er- 
höhung der Brustwehrkrone (vgl. Fidche) 2c. — 
Zonon-ia, -iensis, isch: s. Belogna 2c. — 
Bansdiẽs: s. Bondies. — Bon-sens (frz. bong- 
fäng), m., uv.: 0: gesunder Menschenverstand, 
Mutterwitz. - soir, ton: s. Seir, Ton.— Zöntschuh 
(türk.), n., —s; —s: Eine Schnur blauer Glaskügel- 
chen, B. genannt, nicht bloß als Zierrath, sondern auch 
als Schutzmittel gegen die Wirkungen des bösen Auges. 
lindau Walsh 1, 152. — Zönum llat., 8 2, 
2, nu.): das Gute (s. bonus), das Gut, Wohl rc.: 
Cüi böno? zu welchem Zweck, wozu?; Lümmum 
b., das höchste Gut, vergl.: Wo Essen und Trin- 
fen ... der Ffnis bonörum ist. W. 15, 164 cc.; 
B. avsftum (s. d.), Stammgut; ecclesiästicum, 
Kirchengnt; naturäle, Naturgabe; püblicum, 
Staats-Wohl, -Gut 2c.; Prö böno püblico, fürs 
allgemeine Wohlc.; Mz. z. B.: Böna acquisita, 
erworbne Güter; adventitia, hinzugekommne; 
aliöna, fremde;: alliodialia, Allode; ærãrii s. cãmeræ. 
Kammergüter; cadüca, Heimfallsgüter; eastrénsia, 
im Feld erworbne; eensĩtiea, Zinsgüter; eivitãtis, 
Staatsgüter; commünia, gemeinschaftliche; com- 
munitätis, Gemeindegüter; conjugum, Güter der 
Cheleute; damnatörum, der Verurtheilten: devo- 
lüta, heimgefallne; domanlälia, Domanialgüter; 
dotälia, Mitgift; emphyteütica, Erbzinsgüter; 
ereptstia, die der Staat an sich gerissen; feudalia, 
Lehnsgüter; gentilitia, Stammgüter; hereditäria, 
Erbgüter; illäta, eingebrachte; immobilia, unbe- 
wegliche; indivisa;, ungetheilte; indivisibilia, un- 
theilbare; litigiösa, streitige; locäta, verpachtete; 
mariti, des Ehemanns; matérna, mutterliche; 
mensälia, Tafelgüter; minörum, Güter Minder= 
jähriger; mobflia, fahrende Habe; Paraphernälia, 
die die Frau außer dem Eingebrachten besitzt; 
parochfälia, Pfarrguter; patérna, väterliche; patri- 
moniälia, eigenthümliche Erbgüter; per testamen- 
tum alienäri prohfbita, deren Veräußrung durch ein 
Testament verboten ist; pignoralstia, Pfandgüter: 
publicäta, vom Staat eingezogne: räpta, geranbte; 
receptstia, die die Frau für sich behält; stemmätica, 
Stammgnuter; utensilia, in Geräthschaften be- 
stehnd; uxöris, Güter der Ebefrau: acántia, 
herrenlose; vi räpta, mit Gewalt geraubte 2c. Im 
Genit. d. Mz., z. B.: Ronörum cssio, Güter- 
abtretung; collktio, das Zusammenwerfen der Güter 
(bei Erbschaftstheilungen): commünio, Güter- 
gemeinschaft; posscssio, Güterbesitz 2c.: Curätor 
(l. d.) od. Magister (s. d.) bonörum te.; Süb hypo- 
thöca bonörum, unter Vervfänrung des Verms- 
gens 2c.; im Ablat. d. Mz., 1. B. Bönis eedĩẽren, 
den Gläubigern die Güter abtreten 2e. — Sonus: 
1) a.: gut, s. die verbunknen Wörter, z. B. 
aris (D; evontus; files c. — 2) (l. 1, enql. bõnds) 
m., uv.; uv.: der Geschäfts-Gewinn, Uberschusg,
        <pb n="179" />
        Sonusdies 
die Prämie: Ein Produftionsgewinn ... Zum Unter- 
schiere sei der auf die Arbeit entfallende Theil B., der 
auf das Kapital entfallende Theil bingegen Dividende 
genannt. Volkez. 16, 24; Die Banke# hat eine Divi- 
dende u. elnen V. von 17½ Procent erklärt. Uat3. 21, 
19 2c. Jdies: s. Bondies; dies. — Bonvivant 
(frz. bongwiwäng), m., -6; —6: Wohlleber, Einer, 
der das Leben genießt; auch (Bühnenspr.) Bez. 
eines Rollenfachs. Spielhagen Pr. 2, 165. — Zönz-e, 
m., -n; -n; —n-: Priester des Fo in China u. 
Japan; dann allgm.: Pfaffe, Priester (in verächtl. 
Sinn): Ulnterschied zw. echten christl. Pfarrherrn u. den 
Sacrifienlis, Pfasfen, B-n, Fakirn, Lamas (s. d. 2), 
Fufus u. Katafus unsrer u. aller Religionen. W. 31, 
à80; 9, 98; B-u-Fett, -Gift (40); -Thräne (Sch. 
Göd. 1, 186) ꝛc. -enhaft, a.: in der Weise von 
Bonzen. enschaft, f.; —en: Genossenschaft von 
Bonzen. w. 7, 170. -enthum, n., —e)8; 0: 
Thun u. Wesen der Bonzen. Scherr Mir. 20; Stud. 
2, 79 ꝛc. #r, m., —s; uv.: Bonze. Hallr 19. 
Sin, f.; —nen: weibl. zu Bonze (s. d.): Im südl. 
China giebt es auch B-nen. Globus 7, 32 7a 2c. 
Booh (engl. bat): 1) n., —#; —s: „Buch“, 
Verzeichnis 2c.: B.-maker meker, „Buchmacher“"!], 
bei Wettrennen, Einer, der auf versch. Pferde 
Wetten eingeht, worüber förml. Buch geführt 
wird. JZoller Renn. 70; 17 2c.; making lmekingl, 
das System der B.-maker; mus lin imöslin, 
Buch-Musselin), Organdy (s. d.), verkürzt auch: 
books; Seller lßéllerl, Buchbändler 2c. — 2) tr.: 
Ich „buchte"' (I booked) — ein sebhr gutes, kurzes, von 
den Engländern für die Eisenbahnen erfundenes Wort 
statt des langen deutschen „ich ließ mich einschreiben" — 
ich buchte nur bis Wakefield. fiohl E. 2, 147 2c. Dazu: 
Booking office löffis!], Ort der Billettausgabe. 
Rodenberg Ins. Heil. 2, 49. — Soomeruͤng (engl. 
bum rc.), m., —s; —#: Wurfgeschoß der Australier. 
Ausld. 38, 1123b; UNat.z. 18, 136; Ualur 15, 207b; 
Grube Ch. 2, 254 (Drekf. Bromerang); auch: 
Der Bumerang wird aus hartem Holz gefertigt, ist 
18 — 20“ lang, 2—2½ “ breit u. ½2 “ stark; er 
besteht aus einem Stück, bildet aber einen stumpfen 
Winkel. DMus. 16, 1, 770; Globus 4, 24 1à 2c., vgl. 
Womera. — Boöt-es (gr.), m., uv., (zens. Uamler 
Motb. 76); 0: „der Ochsentretber"“, ein Gestirn 
(s. Arktophylax). — ZBooth (engl. budh), n., uv.; 
—: „Bude“, Zelt 2c.: In den B-s (Zelten) od. 
Baracken ... Eine Erfrischungsbude ... Den Ruf dieses 
B. Joller Renn. 26; Polling (s. d.) B-s. — 
Zöötien, n., —s; uv.: eine Landschaft im 
alten Griechenland, deren namentl. der Bieh- 
zucht obliegende Einwohner als geistesträge rc. 
verrufen waren; auch antonomastisch. Dazu: 
Bööt-ser (er, ifer), m., —; uv.; eisch, a., 
z. B.: Mach Alles feist! laß Garten, Feld u. Herden, 
nur nicht den Witz des Herrn bbötisch werden. Hagc- 
dorn 1, 111. 
BGoquerön (span.), —#; -es: kleine Sardine 
(Anschovis). Globus 9, 290b. 
Bör, n., —; 0: (Chem.) Im Borax (s. d.) 
ist das Natron mit B.-Säure verbunden, die aus 
Vordeaur 103 
Sauerstoff u. einem einfachen Körper besteht, welchen 
man von dem Namen des Salzes B. genannt bat. 
Aillcherlich 1, 109; Fluor-B. 111; Schwefel- 
B. 2c. — BSöra (it.), f.; 0: Nordostwind (am 
adriat. Meer ꝛc. ): Eine leichte B. kräuselte die Wellen. 
Mag. d. Ausld. 36, 426b; Frankl Jer. 1, 22; Gutzkow 
3. 9, 274 2c. — Boracit, m., —e); e: ein 
Mineral, borfaure Bittererde (s. Staßfurtit). — 
Lorago 2c.: s. Borrago. — Bör-ät, n., —e)8; 
-e: borsaures Salz (s. auch Burat). Jar (ar.), 
m., uv., (-es); —e: borsaures Nalron, ein beim 
Gießen vieler Metalle, wie beim Löthen viel ge- 
brauchtes Salz: Natürlicher B. (s. Tinfal); Oktae- 
drischer od. Juwelier-, Rinden-B.; Streu= B., 
in Pulverform 2c.; B.-Büchse, beim Löthen: 
-Fabrikation; = Glas, wasserfreier B., als 
glasige Masse: „Raffinerte;Säure, Bor- 
Säure 2ce. — Börb-o, m., —: —6, -i: ügyptische 
Rechnungsmünze (= 1/8 Merino = ½220 Piaster). 
Encykl. f. Raufl. 14; 14b; 2, 5a 2c. — Bôörboros 
(gr.), m.: Schmutz 2c.: Mit barbarischem Schlamm 
(borborö barbarikö) überzogen. w. 24, 169 2c., v#gl.: 
Borbor-iäner, -lten, „Dreckkerle“, Schimpf= 
name für versch. Sekten. — SBorborögmus (gr.), 
m. [8 24, 2): das Knurren im Magen. — Börd 
(schwed.): Brett; Tisch 2c., s. Bränvinsbord, val.: 
B.-dukr, Tischtuch. Weils Kost. 2, 143; B.-kar, 
Art Trinkgeschtrr. ebd. 2c. — GBörda (arab.), 
m., — 0: Art grauer Wollenstoff; Muha- 
med's Mantel als Reliquie; auch: das Lob 
des Propheten u. des Derwisch-Scheiches (beim 
Tanz der heulenden Derwische). Slobus 4, 1 82b. 
— Börd-age (frz. —äsb'), f.; —, —#: Planken als 
Schiffsbekleidung od. Haut. -e, f.; —n: Rand, 
Einfassung, z. B.: Eine Arabesken-B. H Kleit Bül. 
112; bes.: Besatz eines Kleides 2c., nam. schwerere 
bandartige Gewebe zu diesem Zweck 2c. auch Bord, 
m. (s. d. 3, Ss.); Borte (vralt. m., —n: -n), 
f. Dazu: B-## (od. Borten-.) Macher, „Weber, 
Wirker, Posamentier; -Stuhl 2c.; Atlas-B., Kette 
u. Schuß ganz aus Gold= od. Silbergespinst. wie 
Atlas gewoben; Band-B., Kette Seide, Schuß 
abwechselnd Seide= u. Metallgespinst; Golr-B.; 
Halb-, Bank-B.; Labn-B., Kette Seide, Einschus 
theils Gespinst, theils Lahn, dessen freiliegende 
Theile das Muster bilden; Livrée-B., zu Livrée- 
besatz; Metall-B.; Militär-B., tressenartige 
Wollen= od. Seiden-B.; Nopven-B., auf der 
rechten Seite, wie ungeschnittner Sammt mit 
Ringelchen od. Schleifen besetzte Wollen= od. 
Seiden-B.; Plasch-, Lahn-B., Sammt-, Noppen- 
B.; Seiden-B.; Silber-B.; Tapezier-B., 
zum Besatz seidner Wandtapeten 2c.; Tressen-B., 
auf beiden Seiten mit demselben Muster; Wagen- 
B., Noxpen-B. zu Pferdegeschirr 2c.; Wollen- 
B. 2c. — Börde: s. Beurt. — Börddukr: s. 
Bord. — Bord-eaur (franz. —5ö): Stadt in 
Frankreich, Hauptstadt der Gironde: B.-Wein ((. 
Gartenl. 17, 71 2c.), aus der Gironde u. Guienne, 
— über B. versendet. Dazu: Aus b.-farbnem 
Sammet. Salon 2, 636; 3, 251 rc., dunkelroth. 
41“
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        164 Bordeleser 
eleser, m., —s; uv.: Zemand aus Bordeaux. 
Gorienl. 16, 323a. — Bordéll (frz.), n., —e)8; 
—e: Hurenhaus: H. Clauren in seinem jährl. Taschen- 
B-chen sobseönen Taschenbuchs. Heine Reis. 2, 2 14 2c.; 
B.-Gänger (plaien 7, 936),-Besucher;-Wirth; 
Wirthschaft c. — Bördcon, m., —; 0: Sorte 
dicken Eisendrahts. prechll 4, 211; Bordion. Schruchen- 
huel 44 = Fenestrina. — Bordereau (fri. —ö5), m., 
—8; —s, (Cr): Rechnungsauszug. — Börderter) 
(engl.), m., —#; uv.: Grenzbewohner, Grenzer, 
s. Warfare 2c. — Bordiẽren (fri.), tr.: ver- 
brämen, einfassen (borden). — Görding (nierrd.), 
m., —e)s; —e: in Ostseehäfen 2c. — Leichter- 
fahrzeug. #o# Rüg. 2, 162 c. — Bördhar: s. 
Bord. — Bordön-e (it.), m., —; —, -i: 1) 
— Bourdon, z. B.: Falso (s. d.) B. — 2) Pilger- 
stab. — Bordüre (frz.), f.; —: Bordierung. 
Deine Vorrede u. Noten-B. zu Shakesveare. IP. 
HV. 47.— Zöre: 10 schin.) f.; uv.: die in einen 
Fluß eindringende Meerfluth. Ausld. 38, 1051b fl., 
engl. Race-tide (reßteidl, „Rennsluth“, im Amazo- 
nenfluß Pororöcas. — 2) (engl. bör), m., —; 
—6: langweiliger Redner 2c. Salon 2, 155; 461; 
Für a pérfect b., einen lästig-langweiligen Menschen. 
Globus 5, 156b. — Bore-äl (franz.), a.: 
nördlich, nordisch: Zene P—e Faung. Zuslond 38, 
866b; In diesem b-en Klima. Natur 16, 363a 
c., auch: Blisch u. (latein.), z. B. Auröra 
(s. d. 2) b-is 2c. -as, m., uv.; —se: Nord- 
wind: Der Steppen--B. Kohl Südr. 2, 191 
.; auch personif. (als Gott. w. 23, 22). 
Dazu: Die Boreäden, seine u. der Orithvia 
Söhne (Kälails u. Zéthes). — Börech (opers.), 
m., —8; 0: Sorda, — Börek (türk.), m., —8; 
—8, uv. : Pastete 2c. folmerayer Gs W. 1, 327; Peler- 
mann Or. 1, 24; gammer 10, 341, eig. „Mütze“. 
ebd. — Lorellen, pl.: eine Sorte geschmeidigen 
Roheisens zum Drahtziehn. Scheuchenstul 11. — 
Lorgette, f.; —n: gußeiserne Zapfenlager bei 
Eisenhammergerüsten, ebd. — Börgiah (ar. —oscha), 
m., —8; —: Mameluck. — Börgis, f.; 0: 
(Buchdr.) B., B.-Schrift, Bourgeois (s. d.), eine 
Schrift v. 9 Punkten. — Sorgne (frz. börnj), a.: 
einäugig: Au royanme des aveungles les b—s sont 
rois lo roajõm däsawög'lläb. ßöng roä], im Reich 
der Blinden sind die Einängigen König 2c.; von 
Lokalitäten: dunkel, düster: Cabaret (s. d.) b. 2c. 
— Börium, n., —s; 0: Bor. — Borjootke, f.; 
—s: Als Scheidemunzen dienen lin Abessinien! Glas- 
korallen, die man B-s nennt. Encykl. f. Kaufl. 56 9a, 
s. Divino 2. — BCöôörm-os (gr.), uv.; zoi: f. 
Linodie. — Börn (engl.): geboren, s. bred. — 
VLornieren (frz.), tr.: beschränken: Borniert, 
geistig beschränkt; heit. — Göron, n., —8; 0: 
Bor. — Borõlo, m., —8; —s: Art Bohne, in 
Peru 2c., Dölichos glyeinöides. pöppig Ch. 1, 120. 
— Borongh (engl. borro), n., —#; —#: „Burg- 
flecken“, Ort mit städtischer Gerechtsamf.: Rotten 
(s. d.) B-s. — Bôrr-#a (it.), f.; —e: s. Bora; 
Borratore. — Borrägo (mlat.), f. IS 24, 3, 
ginis): eine Pfl., bes. B. oflicinälis, ein Küchen- 
Gofs 
gewächs (Borrätsch, Borrich, m.). — 
Vorratör-: (it.), m., —#; -i: Holzer, Holzfälle- 
(in den Alpen). Berlepsch 356; 358, vgl.: Das Zer- 
tbeilen des Stammes in Blöcke od. borre. 359. — 
Börschisch (russ.), m., uv.; uv.: Der klein-russ. 
B. ist nur eine Varictät des Schtschi (s. d.) Er 
besteht ebenfalls in Fleisch, das in Kräutern gekocht ist rc. 
Kohl Pet. 2, 71; Ihren Borscht. Südr. 2. 26; 4; 
207 (s. Barscht). — Börse, f.; —n: 1) Taschen- 
Geldbeutel — u.: der Inhalt: Geld-B. (s. 2); 
Gold-B. (auch Art Kamm-Muschel, Ostrea flävi- 
cans): Dazu reicht meine B. nicht 2c.; Gebäkelte Zich- 
Bu. Volksz. 14, 6 2c. — 2) (s.1, vgl. Bursch. Ss.; 
Birsha) das Versammlungslokal der Kaufmann-= 
schaft zum Abschluß v. Geschäften; die regelmäßigen 
Versammlungen dort u. das Geschäft: Die Gaststube 
ist die Bank u. B. des Dorfs, wo man die Schrannen- 
preise der nächsten Märkte erfährt. Kinkel Erz. 400 rc.; 
Berechneten Tausende an der Abend-B. ihre Viertel 
u. Achtel. Meißner Schw. 3, 54; Uberspekulation an 
der Aktien-B. Uaiß. 19, 263; Bäcker (vgl. Ge- 
treide-); Buchhändler-; Fonds= (s. F.); Geld- 
(ogl. 1); Getreide-; Handels-; Industrie- 
kfür das Geschäft von Imdustrie-Erzeugnissen!; 
Kaufmanns-; Kohlen-; -Korn: Kuxr (s. K.); 
Neben= (Rod'nberg Par. Bild. 97 od. Winkel-); 
Produkten -; Raps-; Schiffahrts-; Stock- 
[i. Stocks); Versichrungs-B. Is. Lloyd]; In 
Folge einer falschen Privatdevesche war an der Vor-B. 
sin der vor der eig. B-n-Zeit statthabenden Zu- 
sammenkunft] eine große Baisse eingetreten. Volksz. 
15, 270; Waaren-: -Wechsel-; Winkel- (od. 
Neben-) B. 2c.; ferner als Bstw. z. B.: V-n- 
Alteste;-Behörde; -Bericht;-Besuch; Fäbigkeit (durch 
Besitz der zur B-#n-Mitgliedschaften befähigenden 
Eigenschaften): Geschäft; -Kommissionär; König 
lgroßer, die B. beherrschender Bankier] Krisis; 
Makler; -Manöver; „Nachricht; -Ordnung; -Schwin- 
del (s. Agiotage); -Spiel; -Stunde; „Tag: Verkehr; 
Zeit; -Zeitung c. — Börte: s. Borde. — Corüss-ia 
(nlat.), f.; —, -lens; 0: Preußen. -omankeé, 
f.; —(ehn: vgl. Angloman 2c. -ophob'é, f.; 0: 
Preußen furcht: Von der B. ergriffen. Uals. 20, 111; 
Grenzb. 26, 2, 513 cc. « 
Zösa (pers.), f.; 0: Art Bier aus Gerste u. 
Hirse 2c., auch Boga, Busa (Hammer 10, 341), Bussa 
(Gohl Surr. 1, 223; 2, 27; 12); Buzah (s. Durrah). 
— Zöschli: Beschli. — VBöôöshe 2c.: s. Bog. — 
VCoshett (krz.), n., —e)s; +. —6: Lustgehölz, 
fünstlich angelegtes Gebuͤsch in einem Garten (vgl. 
Busch; VBokage), auch: Bosquct; it. Boschett 
I—-Fttol, n., —#; -i. G. 30, 176, vgl.: Die ältern 
italiän. Wald- u. Buschfabeln (s. d.), Färole bos- 
chereccie lboskerétschel. 27, 482. — Göoniak, 
m., -en: Sen: Bewohner Bosniens: danach im 
preuß. Heer des 7jährigen Kriegs: Art Uhlane. 
— Gösporus (gr.), m., uv.; —se [X 21, 21: 
„Rinder-Furt“, die Meerenge von Konstantinorel 
(best.: Der thräcische B.); danach verallgemeint, 
z. B.: Der eimmérische V., die Straße v. Kafa. — 
Zosquet (-k(), n., —#; —: s. Boskett. — Boͤss,
        <pb n="181" />
        BSossage 
m., uv.; uv.: Muschelmünze (s. Kauei; Gua). — 
VCols- age (srz. —äste), k.; —n: (Bauk.) Quader- 
werk 2c., vgl. Nustica. -e lböẽ]. f.; —n, —#: Buckel, 
Hervorragung; bes. in den bildenten Künsten: im 
Ggstz der bloßen Fläche u. des Flächenhaften: das 
körperl. Hervortreten u. Etwas in solcher Dar- 
stellung: Ouvrages — de ronde b. luhwräsh dẽ röngd 
F.]. Werke v. ganz körperl. Rundung, wie Stand- 
bilter 2c., — de demi-b., Basrelief (s. d.); 
Etwas en langl b. darstellen, bessieren; Nach dem 
Modell en b. od.: nach der B. zeichnen, sormen 2c. 
—lEren, tr.: en bosse arbeiten: Mit bossiertem sge- 
triebnem)] Silber bereckt. Na#3. 20, 325 (auch 
bosselieren) 2c. u. bes.: In Wachs, Girs, Thon 2c. 
b.; Ein Modell b. G. 28,90; Dem Wachs. B. ergeben. 
26, 257 2c.; Aus b.; Nachzurinseln ot. nach zu.b. 
39y. 21, 153 r2c.; Bossier-Griffel, „Holz, „Släbchen 
(G. 28. 281); .Siubl, drehbarer, worauf der zu 
b-de Gzüd stebt: „Wachs ꝛe.; Bossierer 2c. — 
Boslälle (schwed.), f.z —n: Soldatenwohnung der 
Lantregimenter in den Garnisonsorten; Offieiers= 
Bn 2c. — Böst-an (pers.), m., —s; —: Garten 
(vgl. Baschtan), z. B. auch als Titel eines Werks 
v. Sadi, s. Uosenskranz Poes. Gsch. 391. -andschi, 
m., —§; —: „Garten-“, Serail= u. Leibwächter, 
Ruderer r2c. des Sultans (vgl. Asseki): B.-Baschi 
od. -Oberst. Hammer 10, 341 c. — Böston: Name 
einer Statdt in England u. in Nordamerik?. 
Danach (ausgspr. Böstong): Das B. od. B.-Spviel, 
tin theils dem Whist, theils dem Lhombre ähnl. 
Kartenspiel (sürd.: brandeln; s. auch Misdre); u. 
darin (auch m.): das nierrigste Stichspiel 
(= 3 Siich): Einen B. anfagen 2c. — Göflirpch-it, 
m., —; —#: kraufer Amfant (s. d.). — us (gr.), 
m. [824, 2): Haarteupé (s. Euhl 1, 189); Borken- 
käfer. Ohen 5, 1671. — GBGösuk: s. Basch. — 
Zöswell: Name, z. B. James lesbems] B., Vf. v. 
SJohnson's Leben, worin er etwas übermäßig in die 
Lobtposanne stieß, daher: Boswellisieren, inir. 
(haben), z. B. Scherr Bi. 2, 128. 
Gõta (span.), f.; (m., —); —: Stiefel: 
Das Messer im rauhen B. od. Stiefel. Geräcke# WW. 
8; 3, 64; Pench. 1, 11 2c.; Schlauch: Sie reichten 
uns die B., einen mit Wein gefüllten Ziegenschlauch. 
Globus 4, 14a; 135a; 9, 120b 2c.; Faß, auch als 
Maß: Die B. od. das Both Perro-Timenes-Wein 
enthält 53½ Arrebas 2c. Encyhkl. f. Kaufl. 5 59a; auch: 
Die Borta (s. d.). 550a 2c. (vgl. Boot 3. Ss.). 
— Gotaälli: Leibarzt Heinrich's III. v. Frankreich: 
Der Theil der Lungenarterie, der bis zur Geburt das 
Blut in die untre Aorta führt, wird der B.'sche Gang 
lduc.us B.] genannt. Jurdach Anthr. 514.— Gotän-ik 
(gr.), f.; S-en: Pflanzen-, Kräuterkunde; Werk 
darüber: Forst- B. 2c. iher, m., —8; ur.; 
Sicus [824, 2): Pflanzenkenner, Kräuterkundiger. 
Sisch, a.: auf Botanik bezüglich; B.-e Exkursionen, 
Gärten. Schriftenc. -isĩeren, intr. (haben): bota- 
nische Erkursienen machen. chomisso 3, 4 2c. (s. her- 
barisieren 2c.), auch: Er botanisierte sich aus Italien 
nach Deutschland. IP. 1, 782c.; Habe ich manche Stunde 
ver botanisiert. Mol 2, 140 1c.; Botanisier-Kap- 
Boltelicren 
165 
sel,Trommel, zum Sammeln der Pflanzen rc. 
-ist, m., -en. —s; —e: Botaniker. 9. (wackern. 4, 
4183). —ogräph, m., —en, (—); —en: Pflanzen= 
beschreiber. Dazu: B-## f. b-isch, a. -olith, 
m., —en, —s; —en, —e: Pflanzenversteinrung. 
Tolög, m.,—en, —#; -en: Botaniker. Dazu: B-##e, 
f.; bisch, a. Jomant, m., —en, 8; -en: Wahr- 
sager aus Pflanzen. Dazu: B-ikè, f.; b-isch, a. 
Tophag, m., -en, —: -—en: Pflanzenesser; Bisch, 
pflanzenessend. - öphilus, m. [8 24, 2: Pflanzen= 
sreund. — Solarg-a (#ut.), f.; 0; Jo, m., —; 
0; eue (frz. —irg.), f.; 0: Art Kawviar (s. d.), 
eingesalzuer Fischrogen, nam. von der Mceräsche 
(ü#il céphalus), der Bart-Umber (Sciskna eirrösa) 
2c. s. Ohen 6, 202; 248; 277. — B5thri- 
ocephatus (gr.), m. I§ 24, 2): „Grubenkopf", 
Art Eingeweide, (Band-) Wurm. Jum /X 24, 
2, n.): vertieftes Hornhaut-Geschwür. — Botija 
('pan.), f.; —: Fäßchen, Krug: Ein raar B-s 
(große thönerne Gefäße) Schnapxs. Auslb. 39, 120 Ja##c. 
— Bot-ön (sran.), m., —; -önes: Knopf; 
Knospe (s. bonton): B. d’oro, „Goldknopf“ (Art 
Blume), aber auch: blauer mit gelben Knöpfen 
gesprenkelter Musselin. Grenzb. 24, 1, 231. — 
Goloquc, m., —; —s: Boteküden, von dem 
portug. B. (Stöpfel, Fas fpunr), Völker, die sich die 
Ohren u. die Unterlirpe durchbohren, um kreisförmige 
Holzscheiben hineinzuschieben. Ausld. 39, 1185b; Globus 
6, 131b ic. — Botr-Hchium lgr., § 24, 2, n.1: 
Art Pflanze. Mondraute. -pitisch, a.: trauben- 
förmig. -llus, m., uv.; -yllen [8 24, 21: 
Meertraube, Art Weichthier. -podendron, n., 
—; endra: Traubenbaum. - dogen, n., —e)s; 
e: Art Eisenvitriol, gw. traubenförmig. Obhen 1, 
303. gotith, m., —eys; —: Art Datolith, 
trauben= od. nierenförmig. 281. -S) m., uv.; 
uv. [824, 3, -xis]: Traube, z. B. auch — Cheno- 
pölium b., Traubenschmergel. -Htis, f.; uv.: 
Art Pilz, Traubenmeder. -gum, n., —; -yen 
[8 24, 2. n. ]: s. Starbriöma. — Bot-Hock, m., 
—e.) ; -stöcke: „Botenstab“": Zum Thing?: ] der B. 
geht sv. Berg zu Thal. Simtos Fr. 150, vgl.: Die 
einfachsie Art, das Gericht anzusagen, war die Umber- 
sendung des Heerpfeils od. Betenstabs. 202; Der Bur- 
stock. Mohnike Fr. 99. — Zott-a, f.; —: s. Beta, 
auch z. B. als röm. Weinmaß: Die B. hat 16 Ba- 
rili à 32 Boccali à 4 Foglielte. Encykl. f. Kaufl. 66 Sa rc. 
e (frz. bött), f.; —: = Bota: B.-bas de scoie 
lba re ßedl, Seidenstrumpf-Stiefel. — Soiteg-a 
(it.), f.; —, -zhe, (-hen): (s. Borega, Boutike, 
Avotbeke) Kramladen, Bude: Die bunten, lampen- 
behangenen Botteghen der Fiera. No#l##. 20, 129 2c.; 
Kaffehaus u. —: der Aufwirter darin; auch, auf 
offner Straße, der für Proruktionen v. Gauklern, 
Kunstspringern 2c. abgegrenzte Naum, z. B.: Gern 
überschreit ich die Grenze, mit breiter Kreide gezogen. 
Macht sie B., das Kind, drängt sie mich artig zurück. 
G. 1, 284. — Bottelfer (holl.), m., —s; —, e: 
(seem.) Der B., der mit der Aufsicht über die Mund- 
vorräthe betraute Unterefficier. Preuß. Erped. 1, 22 8 2c., 
s. Voutelier; Butler; Steward; Bottlerei. — Botte-
        <pb n="182" />
        166 Goltier 
l#eren (frz.), tr.: bündeln, in Bundel binden. — 
Bott-ier (frz. —e), m., —s; —#: Schuhmacher. 
-ine, f.; —n, —#: Halbstiefel (s. Stiefelelte). — 
Gôtt-iglia (it. —ilia), s.; —: Flasche: Wie vlele 
Bs guten Posilippoweines 2c. Gartenl. 16, 810b rc., 
auch — Trinkgeld: Ich sollte ihm nun noch eine B. 
v. 5 Franks geben. 8110. -„le (engl. —el), f.; —#: 
Flasche (s. Boutellle): B. Jack loshackl, „Flaschen- 
junge“, Bez. des Bratenwenders. Nat# 20, 295; 
B. screw lskrul, Pfropfenzieher 2c. erei, s.; 
—en: Schiffsraum, wo der Bottelier die Mundvor- 
räthe austheilt. — Bölto (it.), m., uv.; i ein 
Flüssigkeitsmaß, z. B. in Neapel, s. Caraffla. — 
Bôttom: 1) (engl.) m., —#; —s: „Boden“, z B.: 
Flußniedrung. Natur #5, 187; B.-Plätze,-Prai- 
rien. ebd.; Bewaldetes B.-Land od. Niederung. 
Gerstächer Meis. 1, 208; 295 1c.; ferner B.-oal, s. 
C. 2c. — 2) (pers.) Art Bäume: B., dessen kleine 
Früchte gleich den Sesamkörnern auf das Brot gebacken 
werden. peiermann Or. 2, 267, vgl.: Den Baum 
Votton, welcher viel Harz liesert. 162; 169. — 
Bötul-arius (latein.), m. I/§J 24, 2): Wurst- 
händler. Guhl 2, 258. -us, m. IS 24, 2s: 
Wurst. bd. — Lotwinja (russ.), f.; —+: Art 
kalter Schale aus Kwas mit darin schwimmenden 
Kräutern, Beeren, kleinen Würfeln von Gurken, 
Fischen, Brot 2c., s. Kohl Pet. 2, 77. 
Zou (on): eine Sorte schwarzen Thees: Thee 
B. (Boui, Bohe 2c.). Encykl. f. Kaufl. 730a = Buh- 
Thee. Ohen 3, 1182. — HLouche (frz. büsch), f.; 
—#: Mund, Mündung rc.: B. de dames ldaml, 
„Frauenmund“, Art Baiser (s. d.); B. close! od. 
B. consne! (kusäl, reinen Mund gehalten! (Empfeh- 
lung der Verschwiegenheit bei einer Miktheilung); 
B. due veux-tn? Akwötül, „Mund, was begehrst 
du?“ (s. G. 29, 224); Bonne lbonn] b., Wohl- 
geschmack; Etwas aufbew ahren, reservieren pour lpũr] 
la bonne b., zum Schluß als das Beste 2c. — 
Louch-er (frz. busche), m., -6; —5: Schlachter, 
Metzger. eric, f.; -(e)n, —s: Schlachthaus, 
Fleischscharren; Metzelei. — Vouchet lbusches, m., 
— ;: —#: Zuckerwasser mit Zimmt 2c. — Louche- 
tron (kfrz. buschtrü)h, m., —; —#: „Stopf-das= 
Loch“, Nagel zum Veischluß der Sporenlöcher im 
Stiefelabsatz (Semitasso 1, 257); Lürkenbüßer (von 
Pers.). Jouch-ieren (busch-, tr.: zustopfen. 
on [-öngs, m., —8; —s: Stöpsel, Psropfen. — 
Gouch -olier (frz. buscholje), m., —#; —#: Fischer, 
deren Gewerbe die Züchtung u. der Fang der Mies- 
muscheln ist. Ausld. 39, 99 lb. Jol (buschö), m., 8; 
— : eine Hürde aus Pfählen u. Korbgeflecht zur 
Züchtung der Miesmuscheln. 991—993; Oken 5, 
337. — Voud-erte (srz. bud-), f.; -eyn: das 
Schmollen. cur (Förl, m., N; —&amp;# : Schmoller, 
weibl.: Boudeuse [(ÖfI. icen, intr. (haben): 
schmollen: Mit Einem b. rc., auch tr.: Du bist übler 
Laune u. bondierst deine arme kleine Frau. Schücking 
Bronckh. 3, 55; Jul. Schmidi 2, 370. — BSoud-in 
(frz. budeng), m. , —#; —#: Blutwurst (vgl. bötu— 
lun; Pudring); Hand-Felleisen. -inade, f.; —n: 
Bratwürstchen. — Vondoir (frz. budeär), n., —#; 
Zoncanier 
—8: Schmell-, Grillanstübchen, kleines, elegantes 
Zimmer, nam. für Damen, sich zurückzuziehen, — 
in Wien: die Einsamkeit, s. elsried Taura Ring 2, 5; 
141:1 Jul. Schmidt 2, 370 (Fonnensels) 2c.; Eine B.= 
Plauderei. Uai3. 18, 527. — Bondot (frz. burö), 
in., —#; —: Art Burgunderwein. — Zondry 
(frz. budri), m., —s; —s: Wein aus der Stadt B. 
(in Neuschatel). — Gouff-ant (frz. buffäng), a.: 
aufgepusst, bauschig. -ante (-äängt), f.; —8: 
Bauschkleid. —e lbüff!), m., —#s; —#: Buffo (s. d.); 
Die Pariser B—s, das italiän. Theater dort (die 
kom. Oper). Als Bstw. auch — bouffierend, z. B.: 
B.= lod. Puff-] Armel; -Scheitel r. (vgl. Poußt). 
Fotte, f.; —, —S : Federbusch, Quast, Tredeel. 
iren, tr.: aufpuffen, aufbanschen 2c. on 
(Söng), m., —#: —6 : Possenreißer. w. Luc. 5, 116 
(ogl. Intermezzist, s. Buffo). onnerié, f.; —eyn: 
Possenreißerei, Posse, nam.: Opera buffa (s. d.). 
onnieren, intr. (haben): den Buffo machen, 
Possen reißen 2c.; auch tr.: zum Ggstd der Possen- 
reißerei, des Gespötts machen, vgl.: Die deutschen 
Kleinstagten zu bouffonisseren. Berl. Monlagsz. 8, 3. 
— Zougie (frz. bushl), f.; —s, Cn): Wachskerze 
(urspr. aus Bugia od. Bubdschia in Nordafrika 
stammend); dann — nach der Ahnlichk. der Form 
— ein undurchbohrtes (wie Katheter: ein durch- 
bohrtes) wundärztl. Werkzeug zur Untersuchung 
od. Erweitrung röhrenförmiger Kanäle, best.: 
B. médicamenteuse [-mangtösl. — Vongre (sz. 
bug'r), m., —#§; —#: (s. Bulgar) Schimpfwort: 
Ketzer, Schelm. — Boui (frz. bui), n., —6; —6: 
s. Baobab. — Zonill-änk (frz. bulliäng), a.: 
siedend, aufbrausend: B-er sod. Brause. Kerff 2c.; 
in., u., —6; —: heißes Fleischrastetchen. — 
Vonille (srz. bülj), f.; —n: Zollstemrel auf Woll- 
waaren (vgl. Bulle; Plombe). — Souill-i (srz. 
bulj-), n., —§#; —: Suxpenfleisch. - E, f. -s6: 
Brei. -iẽren: 1) intr. (haben): sieden, kochen. 
— 2) tr.: mit der Bouille (s. d.) versehn 
(ogl. plombieren). Joire (oär), f.; —: Theekessel. 
on Cöng): 1) f.; —: Fleisch-, Kraftbrühe; auch 
(wie frz.) m., Spirlhagen Pr. 8, 125 U. u.: So wird 
eben das B. dünner. Ual 3. 20, 295; Echtes Pariser 
Vourgeois--B. ebd. 2c.; B.-Tafeln (jus de tablettes) 
od. Tafel-, Taschen-B, kafelförmige feste Masse, aus 
der durch Aufguß heißen Wassers B. bereitet wird; 
das Letztere auch: die so bereitete B. — 2) m., 
—s6; —&amp; : Bausch an Damenkleidern ie. u. bei. — 
Kantille, feine schraubenartig gewundne Drabtröhr= 
chen zu Stickereien, Verfertigung v. Borten 2c.; 
Glanz= od. Lahn-; Kraus-B-—s (od. Kamillen), s. 
Karmarsch M. 1, 536; Prech 2, 638 2c. ölte, (.; 
—n: Theekessel; Art Brelan-Spiel unter Fünfen 2c. 
— Goue-an (buking), in., —#; -s: in Weslindien, 
Rost zum Fleischbraten 2c. -anier (an), m., —; 
—s: Büffeljäger, auch: Spitzname freibeutender 
Seeräuber der westind. Gewässer im 17. Jahrh. 
(s. Flibustier), auch (engl.) RBucanier (spr. 
böckanir), m., —##; —s, Se u. z. B.: So rehe Menschen, 
wic die ehemaligen „Buccaniere". Ausld. 39, 57 Sb 2c.; 
auch für die große lange Flinte der B—s, bei Heyle:
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        Gourassin 
Boucanidre sspr. —är'j, f.; —. — Boncafs-in 
(frz. bukasseng), m., —; —; eine, f.; —n: Art 
Steifleinwand 2c. — Soukhé (iap.): militärische 
Häuser od. Familien, Ggstz Koughé, die Häuser der 
Civilregierung. Uot. 21, 87. — Bouel-e (srz. 
bütl), f.; —#: die Buckel (s. d. II. Ss.), Ring; 
Schnalle; Lockenringel, Locke. —4, a.: lockig, ge- 
kräuselt; auch m., —s; —s: Zeugstoff, zu Winter- 
mänteln 2c., auf der rechten Seite fein gekräuselt. 
Bazar 13, 315. Sier ljẽl, m., — —8: schirmender 
Schild (s. Buckeler. Ss.). ieren, tr.: kräufeln, 
lockig machen. — Goulanger (frz. bulangsbe), 
m., —; -s: Bäcker. Tere# (shär), f.; —56: Bäckerin; 
auch Art Tanz: Die Kaiserin hat ihn für die einzige 
B., die sie tanzte, zu ihrem Karalier gewählt. Nals. 
21, 296. -erĩẽ, f.; —s, — : Bäckerei. 2 Kohl Par. 
2, 28. — Boulder: s. Drift. — Loule (krz. 
bül): 1) f.; —§: Kugel: A la b. srielen, Art Ge- 
sellschaftsspiel auf dem Billard (vgl. Ronde): Eine 
B. spielen. Hausbl. (66) 4, 204 2c. — 2) Name des 
Hoftischlers Ludwig's XVI., danach: B.; B.-Arbeit; 
Möbel, engl. Buhl- work (wörksl, Hfurniture 
(förnitschör] 2c., feine Holzarbeit ausgelegt mit Perl- 
mutter u. edeln Metallen, z. B.: Die prächtigen 
Schränke v. B., mit Silber u. Perlmutter ausgelegt. 
Uing Verl. Gschl. 1, 196; B.-Arbeit. Unt 3. 20, 357; 
„Buhl-Arbeit“. 329 2c. et □##. m., —; —#: Ka- 
nonenkugel. tte, f.; —n: kleine Kugel, nam. 
(Kochk.): breitgedrückte Klöße aus gehacktem Fleisch, 
Seinmel 2ce. — Goulevard (frz. bulwär), m., —; 
—6: „Bollwerk“, Festungswall, Wall, nam. zum 
Sxaziergang umgewandelter, in Marseille. Gtubt 
Ch. 1, 1894 2. u. bes. in Paris: Wo der Asphalt 
ihrer B—s auch dem eingefleischtesten Boulevardier 
[—ardse, Liebhaber der B-sl, unter den Sohlen zu 
brenuen beginnt. Salon 1, 489; Dem Boulerar- 
rier, dem Pariser, der auf den Bs lebt u. zu flanie- 
ren gewohnt. Wachenhusen Ev. 64; Das B.-Drama sdas 
Pa . iser]. BolenkranzPeesGsch. 745. — Bouleverf- 
ement (frz. bul'wers'mäng), n., —s; —§: Boulever- 
sierung. - ieren, tr.: zerstören, so daß Alles drun- 
ter u. drüber geht, zerrütten; aufs hoͤchste ver- 
stären: Dich den Anllick eines Fremden immer mehr 
od. weniger bouleversiert. püchler Süröstl. 1, 136 2c. 
— ZBouliac (buliätl),m., —: —: eine Sorte rothen 
Bordeaurweins. — BSoulimie: s. Bul 2c. — 
VGoulin (frz. buleng), n., —#; —s: Brütnest für 
Tauben 2c. — Boulfn## (deutsch-frz., bu-), t.; 
— : (seem.) Tau, das Luvleik des Rahsegels nach 
vorn zu srannen, engl. bowline lbaulin. „Bug- 
Leine“ — nach den versch. Segeln z. B.: Feock-; 
Kreuz-; Mars-B. 2c.; ferner Lee= u. Luv-B. ren, 
intr. (haben): mit Seitenwind segeln; übrtr.: 
unredlich handeln. — Boulingrin (frz. bulengreng), 
n., —;—# : s. Bowlinggreen. — Goundar-gx (engl. 
bännderi), f.; zies: Grenze, z. B. beim Kroquet- 
spiel. azer 14, 176c. — Gouqu-et (srz. buke), 
n., —s; —s; -étt, n., —e)s; —#e, (-er): Blumen- 
busch, Strauß: Ein paar „Buketter“". 5. 12, 528 2c.; 
Blumenbouguets. püchler Südöstl. 3, 215 Uu. zwar 
z. B.: Pyramiren= u. Teller-Bs. Zazor 14, 
Courre 
167 
179a; Bläuliche FJlammenbouqucts. Uodenberg Par. 
Bild. 200 2c.; B. de bois lbodl, Lustwaldchen, s. 
Bosfekt .; Aufmerksamkeit, die man Einem bei einer 
Gelegenheit erweist, Geschenk, das man ihm macht 
G. B. Garteal. 15, 183b; s. Jäohl Par. 1, IV); 
der sprrühende Schluß eines Feuerwerks (ebd.); Die- 
ser Akt ist .. für die Miutwirkenden sowohl als für das 
Publikum le b. des Tages [das Hauptvergnügen 2c.. 
Salon 3, 196 „2c.; die Blume (der Duft) des Weins; 
eine Art schmackhafter kleiner Krebse, Palæmon 
squflla (auch Garnat; Salicoque). Oken 5, 636 cc. 
clière (-eijär), f.; —s: Sträußermädchen. IAoht 
Par. 2.12; 15.— Bouqu-in (frz. bukeng), m.. -8; 
—: 1) alter Bock (Schimpfwort). — 2) altes Buch, 
Schmoker 2c. ineur (inör), m., —; —: Lieb- 
haber von — u. (wie Bouquinist): Trödler mit 
— alten Büchern. — BSourb-on (irrz. buröng): 
Name v. Ortschaften in Frankreich, auch eine 
Frankreich gehörige Insel im indischen Ocean; 
auch die von dieser Insel kommende Baumwolle 
(Katmatsch M. 2, 503); ferner: Name eines Herr- 
schergeschlechts, Mz.: B-s u. Bourbönen; dazu: 
Bourb-önisch; „onismus (Falkt Gsch. d. mod. 
Geschm. 366, vgl. Ggstz: Benapartist 2c.); enist; 
-onistisch 2c. — BZourdalon (frz. burdalü), m., 
—s6; —s: Art Zeugstoff, buntgewirkte Leinwand; 
das Band mit einer Schnalle an einem Herrenhut 
an der Verbindungsstelle von Kopf und Krämre; 
oraler Nachttopf. — Bourdine (frz. burd), k.; 
—nU : große Magdalenen-Pfirsich (dunkelreth). — 
VGourd-on (frz. burröng), m., —s; —s: Etwas v. 
brummendem, summendem Ten, z. B.: Hummel: 
Drohne; Schnarrwerk in der Orgel; eintönige 
Baßbegleitung (s. Faur-B.) 2c.; große Glocke, 
auch kem.: Die B. in der Paris.r Notreame. Zazar 
11, 82b; Uat.3. 20, 197 2c. -onnement Cming), 
n., —s; —: das Summen. -onnet (Jonnẽ), m., 
6; —: Charpie-Bausch, bes. zum Tampennieren. 
— Gourgeoi-s (frz. bursbrä): 1) m., uv.; uUv. 
(Gen. u. Mi. m. lautendem s): a) Stadt-, Ge- 
meindebürger (vrsch. Citepxen, Staatsbürger), da- 
nach = Pfahl-, Spießbürger: B.-Sorialiemus. 
(reiligrah SW. 6, 316. — b) Name für mitt- 
lere Weinsorten. Garient. 17, SSa, s. classé. —c) 
(Buchdr.) eine Schriftgattung zwischen Petit und 
Korpus, auch Bergis, Gaillarde. — 2) a. 
(s. 1a): bürgerlich, spießbürgerlich. Siahr Par. 
2, 152; 193. ssct, f.; —eyn: der Bürger- 
stond, die Pfablbürgerschaft, das Pfahlbürger- 
thum (bvgl.: Bourgeoistbum. 149 ꝛc.). Scherr 
Stud. 2, 300. — Sourgogne (fri. burgönz), 
f.; 0: Burgund — u.: etwas daher Stammendes, 
z. B. ein Tanz. Westermann Mon. 3, 547b. — 
GCournonit (burn-, m., -(e)s; Se: ein Fossil: 
Der V., eine Verbindung v. Blei= u. Kupferantimon- 
sulphur. Mitscherlich 2, 2, 470. — Sournous: s. 
Burnus. — Bourrade (frz. burräd), f.; —n: das 
Packen des gejagten Hasen durch den Hund; Stoß, 
Puff; beißender Vorwurf. — Gourrasque (frz. 
burräft), f.: —n, —s: beftiger Steß-, Sturmwind 
(vgl. Bö); plötzlicher Zornausbruch. — Bourre
        <pb n="184" />
        BSourroͤe 
168 
(frz. burr), f.; —s: Abfall v. Wolle 2c.: B. de soie 
löoãl, Seidenabfälle (vgl. Floretiseite). Karmarsch M. 
2, 185; auch ein leichtes florähnl. Seidenzeug. — 
Sourréèe (srz. burre), f.; —#: ein Tanz (des 17. 
Jahrh.) im /2-Taft u.: die Musik dazu; z. B. 
auch: B. d’Achille #aschill). Westermann Mon. 3, 
547b. — Sourriqu: (srz. burrik, vgl. Borro), k.; 
—64: Esel; Schindmähre. — Lours## (bürs), f.; 
—6 : Börse (. d.): La bourse ou lul la vie lwi]! 
die Börse od. das Leben! (Ausruf v. Straßen= 
räubern gegen die Uberfallnen) 2c. — Bourfeau 
(irz. burßö), n., —s; —#§, (—): Dachsims. — 
VGoursier (bursse), m., —s; -s: Stipendiat (s. d.); 
Säckelmeister, kem.: Boursidre [är]. — 
Boufsöle (frz. buss-, auch so geschr.), f.; —n: 
Kompaß (s. d.; uripr.: das ihn umschließende 
„Büchschen“): Die Anwendung der Ben als Winkel- 
mekinstrumente. Pouilel 1, 311; 3.der Apparat, wel- 
cher dazu dient, die lmagnetische! Deklination zu messen, 
heißt eine Deklinations- B. Jmüler Ph. 1, 19; 
Sinns- u. Tangenten-B. (s. 221 ff.; 321), Instru- 
mente, die Stärke bydroelektrischer Ströme zu 
messe 2c.; bilrl.: Liebe auch geben zur Parole u. B. 
Daumer 2, 195, zum Leiter 2c. — Bout (frz. bu), 
n., m., —6; —: Ende: B. du doigt (7. d.), de 
Tongle (s. d.) 2c.; Nous voild Inu wonldl à b. de 
notre latin snott' latengl, da ünd wir mit unserm 
Latein zu Ende. folmeroyer GsW. 1, 5; Au sel b. 
sein, zu Ende 2c.; Fast à b. portant lportäng] auf 
ihn abgesenert. Semilaso Afr. 1, 116, aus größter 
Nähe:, eig.: so daß man das Ende, die Mündung 
des Gewehrs auf seinem Körrer hält; übrtr.: Nach- 
dem Duvergier die kubanischen Negersklaven, wenn man 
so sagen darf. à b. portant sich betrachtet. Ausld. 39, 
105 lb. — Zoutade (frz. but-), f.; —n, —: jäher, 
wunderl. Einfall. Gartent. 13, 292a 24.; Par b-#8 
(enqgl. by fits), plotzl. u. ruckweise 2c.; Stegreif- 
Ballett; Art musikalischer Fantasie, vgl. Ghiribizzo, 
Capriceio 2c. — Boularguec (butirg'): s. Botargue. 
— Bouteill-age (frz. butelljäsh'): k.; —n: Steuer 
v. Flaschenweinen. e, f.: —: „Bultel“, Flasche: 
B-n-grün. Fallmtrayer GsW. 1, 195; Stein, 
Flaschen-St., (Lagenit). er e#l., m., -s; —: 
Munrschenk, bei Hef (auch Boutillier, vgl. 
Echanson, Bottelier). — Boukerolle (frz. but'röl), 
f.; —: Ortband. — BLoutoe-#felle (frz. burfßel), 
m., n., —s; —s: Signal zum Aufützen bei der 
Kavallerie. — Loutillier (irz. butilje), m., —8; 
—#: s. Bouteiller. — Soutiqu-e (frz. butik), k.; 
—4,, —6: (s. Bottega) Bude 2c.: B. ambulante (. 
d. 1), Hausierkram 2c., s. Fille 2c.; auch: Euer 
Haus ist abgebrannt, die ganze Butik liegt in Asche, die 
ganze Buee. Schüching FrR. 1, 171; Die „Burike“. 
2, 204 2c.; in Berlin: Burike. ier (—), m., —; 
—8 : Krämer. Gortenl. 15, 329a (in Berlin: Schenk- 
wirth, sogenannter Budiker. 16, 410a, z. B.: Der 
Aktienbudiker). — Gouton (frz. butöng), m., —; 
—6 : Knopf; Knospe; Blüthe (Ausschlag, Finne) 
im Gesicht (z. B.: Die B-s d’Alep. pricfmonn Or. 
2, 9; 90; s. Aleppo); Traube der Kanone. onnier 
(-onnje), m., —s; —#: Knopfmacher. onniere 
Brabancon 
(□lär), f.; —. —n: Kuopfloch; knopflochförmige 
Wunde, auch als wunrärztl. Operation bei rer- 
zweifelter Verengrung der Harnröhre. -onnsẽren, 
tr.: zuknöpfen: Boutonniert u. aufgezäumt wie auf 
der Parade. Kohl Pet. 1, 0 3 2c.; auch bildl.: Beu- 
tenniert, verschloßnen Gemüths 2c. — Bouls- 
rimés (frz. burimẽ), pl.: aufgegebne „Endreime“ 
u.: ein danach gefertigtes Gericht, auch als Ez.: 
Ein Boutrimé. — Bouvicre (frz. burjär), f.; —: 
Viebhmagd, plumpes Frauenzimmer. 
Göôven (holl.), interj.: „oben!“, hoch! (rgl. 
vioat). — Sövist: s. Boñũ. 
Zow (engl. bes), m., —s; —: „Bug“ des 
Schiffs: B.-sprit, Bugspriet 2c. — Gower-u 
(engl. bälütri), f.; -ies: Die sogen. B., eine große 
Halle, dient zu Versammlungen lder Mormonenl. 
WhGeine Weltr. 2, 265; bes. auch: ein Stakttheil 
New-Yoik's: Auf dem aristokratischen und kostbaren 
Broardway Is. d. ] ... Die plebesische, billigere B. 
Solon 3, 43 cc., dazu: B.-boy [.Zunge] — Renry 
(l. d.). — Gowie (engl. böt): Personenname, bes. 
ein berühmter JZäger in den Sürstaaten Nort- 
amerika's. Daher: Das bogenförmige Messer, B.= 
Messer, der Sachs. PDmus. 16, 1, 772; Geräcker 
WW. 292; Solon 2, 439 2c., ganz engl.: B.-Knife 
lneifl, n., —; -Knires. — Bowle (engl. böle), f.; 
—n: Kumme, Napf, bes. zur Bereitung süßer 
Mischgetränke aus Wein, Zucker 2c., wie Punsch, 
Kardinal 2e. — u.: das Getrink darin: B. zu 
machen u. naturlich von Maitrank. Gutzkow Unterh. 
häusl. Herd (1854) 3, 18; Das Rccept zu einer fa- 
mosen B. Spielhogen P. 3, 127; 128; Mai-B.; Ana- 
nas (s. d.) -B.; Punsch-B. 2c. (In mächtiger ,Bole?. 
v. Hor. 2, 205). — Bowlinggreen (engl. böling- 
grin), n., —; —: kurzgeschorner grüne: Nasen- 
platz zum Spielen, zunächst mit Kugeln. Koyl Bet. 
2. 277 2c. (frz. Boulingrin. pöchtler Züröstl. 3, 100). 
Zör (engl.): 1) f.; -es: „Büchse“, z. B. 
auch Kompaßbüchse (s. Beussol); ein durch Sei- 
tenwände abgeschlosner Naum in einem größern, 
z. B.: Theaterloge (schüing FrR. 1, 205 2ꝛc.); 
Pferdestand (Schlafstall) in einem Pferdesiall. 
Zoller Renn. 37; 39; 62 2c. — 2) m., uv.; Ses: 
Fanstichlag. -en, intr. (haben), refl.: faust- 
kämpfen: Zelur 3, 250 tc., seltner: Sich baxen. 
Ilumauer 2, 145; 3. 18a; Baren sich um ein Herzog- 
rhum. Sch. 17 5a 2c. Ziüstzg z. B.: Einen abeb. 
DMus. 1, 1, 131; Einem Eiwas ab-b. 2c.; Gieb Acht, 
dad man dich nicht hinausbaxt. 3. 31 8a; Sich 
herumeb. Htine Reis. 4, 153; Ich baxn nieder 
auf den Grund. Claudius 3, 110; Die Kreischer zu 
zerbaren. Herder 15, 322; Einen zusammen.b. 
Forsict R. 1, 163 2c. Dazu: Borcr. G. 30. 450; 
Prei èkborer. Epielhagen Pr. 6. 244 2c.; Barer. V. 
H. 2, 324 „c.; Boxerei c. — Sõõ (engl.), m., 
—6 : —#: Knabe, Junge, s Bewery . — Boh ꝛe.: 
s. Boi #.; Bej ꝛc. — Goza: s. Bosa. — Bozuk: 
1 Basch. 
Gra, m.: Name des höchsten Wesens bei den 
Stiengs in Siam. Slobus 6, 231b. 
Grab-angon (□ungFöng6h), m., —#; —: „Bra-
        <pb n="185" />
        Grabangonne 
banter“, im 12. Jahrh. in Frankr. Rotten pluͤn- 
dernd umher streifender Soltaten. -angçonne 
l-anaonnl, f.; 0: das belgische Revolutions- und 
Freibeitslied (ogl. Marseillaise). -ante (ingry, 
antille □gtil), f.; O: Art niederländischer Lein- 
wand. — Grab-Enum (gr.), n., —#: -éen 18 24, 
2, u.]): Kampf-, Ehrenrreis. -küt, m., Sen, —8; 
—en: Kampf-, Preisrichter. Geroinus Hist. 7, 5. 
Zrä-a (rort. — #a), f.; —#: ein Längenmaß, 
Klafter, vgl. (ir.): Bracc= io lbrätschel, m., —S; 
—, zia (s. auch Bratsche); frz.: Brasse; span.: 
Braza 2c. relet (hels), n., —#: —8, scelétten: 
Armband. — CLrachkri-um (nlat.), n., —s; en 
18 24, 2, u.]: Bruchband, frz. brayer (vgl. braie, 
Windel v. bracca). — Srachi-l (lat.), a.: auf 
den Arm bezugl. -äle, n., —#; ken (/§ 24, 3, 
älis: MzZ.: älia!: Armband. Weiss Kest. 1, 996. 
ometer, m., n. —; uv.: Armmesser. -önhus, 
m. 1§ 24, 2): Ammgeschwulst. -opoden, pl.: 
„Armfüßer", eine Ordnung kerfloser Weich- 
lhiere. Zurmeiber Gsch. 378 ff. vgl.: Cerbalo-, 
Gastre-, Kormo. peen dc. — Brachistochrön-e (gr.), 
f.; —n: Wenn man sich vorstellt, ein bewegter Punkt, 
v. gegebnen Kräften getrieben, könne durch verschierene 
krumme Linien v. gleicher Länge gebn, so heißt die, durch 
welche er „in der kürzesten Zeit“ geht, die brachisto- 
chronische lor. B.I. Gehler 1, 107, vgl. Cytloide. 
— GBrachium llat., § 24, 2, n.]: der Arm: B. 
ecclesiästicum, der geistl. Arm, die geistl. Macht, 
Ggstz sacuzäre, ie weltliche. — Brächm-an (—, 
m., —; zänen: 1) (o. Mz.) = Brabma (s. d.): 
B., Siwa u. Wischnu. Höstr Urw. 91. — 2) = Brah= 
mane (s. d.): Im Ost der reinliche B. Haler 81; B-n 
u. Gomnosorhisten. Humboldt Kosm. 2, 198; B-n- 
Gans, s. Kakrawaka. — Brachß#-biotik (gr.), k.; 
0: eine das Leben verkürzende Weise (s. Ggisz Ma- 
frobiotit). biotisch, a.: kurzlebig. -cephãl, a.: 
kurzschädelig: Hirnkästen b-er Aboriginer. Ausld. 39, 
61 4, auch: -ephälisch. 38, 619a; 1043b te. 
- rephalus, m. (a) (§ 24, 2): ein kurzschädliges 
Geschöpf, nam. v. Menschen: Sinr alle merikani- 
schen Indianer Brachycephali (Kurzschädrel). 5 27b, vgl.: 
Retzius, wenn er die Nationen in Langschädel (gentes 
dolichocẽphalæ) u. Runrschädrel (brachycphale) ein- 
tbeilt. Burmeister Gsch. 575 (auch: Brachy kevbãl 2c.; 
dazu: Brachy-cephalte, kephalie, Kurzschäd- 
ligkeit); auch als Name einer Kröte: B. ephippium. 
Olen 6, 490 d#c. chroônisch, a.: kurzdauernd. 
dahtplisch, a.: kurz-fingrig,-zehig diagonäle, 
f.; —: in einem Rhombus (s. d.) die kleinere (wie 
Makroriagonäle die größre) Diagonale. gräph, 
m., -en. — S: -en: Stenograph (s. k. u. Fortbild.). 
xTkatalcktisch, a.: (v. Versen) um ein Versglied 
verkürzt. -Kkolon, n., -s; la: Schleuder der Ba- 
learen zum nahen (wie Makrokelon zum weiten) 
Wurf. Weiss Kost. 1, 667. -lõg, m., -en, (—5):en: 
„Kurzredner“, Einer, der sich der Kürze im Reden be- 
fleißt, auch: Brachblogus [§ 24, 21: Dazu: 
Beie, f.; b-#isch, a. -pnkuma 9824, 3, u., -tis]: 
Kurzathmigk., auch: Brachppn-öa, f. [8 24, 
11; -oit, f. pnenmätisch, a.: kurzathmig. 
BGrahman 
169 
pödisch, a.: kurzfüßig. -pteron, -pterum, n., 
—s; -pteren (§21, 2, n. ]: Kurzängler. pterisch, 
a.: kurzslüglig. eius, m. s5 24, 21: ein Kurz- 
schattger, d. h. Bewohner der beißen Zone (vgl. 
Amphiscius). ftechrone 2c.: f. Brachistechrenc. 
—-llabus 18 24, 2, m.]: Versfuß aus kurzen 
Silken. -üre, m., —n; —n: Kurzschwanz (eine 
Gaitung Krebse) 2c., Ggitz: Makruren. Burmeicter 
Gsch. 391: 179; Ein B. Derl. g9B. 2, 91 . — 
Gracier-a (it. bratsch-), f.; ze; -t, m., —; 
-i: Rrhlenbecken, Wärmvpfanne, auch: Die 
neben seinem Sessel stchenre „Bracièr#e“ (Koehlen- 
rjanne). Un#3#. 20, 283 (lrr. braßjär, s. Brasier; 
Brasere, vgi. Braise). — Gräco (vrort.), m., —S; 
—s: Arm: Die Nachfrage nach schwarzen bes (c. h. 
Armen, Arbeitern). Glebus 6, 98b. 
Brad (türk.), n., —s —s: Die beruhmten B-s 
od. Wasserkastelle lbei Konsiantinerel). Welcher gr. Tag. 
2, 235. — Grädg-ehöta (gr.), f.; 0: Schwer- 
hörigk. (vgl. Dysekela). — massésis, f. [5 21, 3, 
uv. : beschwerliches Kauen. pepfik, f.; —(eyn: 
langsame, schwere Verdauung, vgl. Doerepsie. 
- Pus, m., uv.; zröden (S 24, 3, BradFpodis!: 
Faulthier, s. Al. Surik, f.; +eyn: Harnzwang 
(s. Dos-, Strang, urie). 
Bräg-a: 1) (rufs.) f.; 0: Art Bier. — 2) 
(nord. Myth.) m., —; 0: der Gott der Dichtkunst, 
auch: Der Skalr nur dachte an Brage 2c. Mohnike 
Fr. 13 — Bragi's dachte der Skalde. Simrock Fr. 
17. ar full, m., —; —: Braga's Becher, das 
Trinkhorn der nordischen Helden. —#, m., uv.; 
uv.: bei den Skalden, ein großes Gedicht, ein 
gunzes Cpos. Rofenkranz Psch. 304. -ur, f.; 0: 
Dichtkunst. -urmene, m., —n; —n: Skalde (s. 
d.). — GBragget (engl.), n., —s; 0: Art Henig- 
wein, Meth. 
Grähm-a (str.), m., —; 0: das höchste We- 
sen, bei den Indiern, auch Brama, z. B. Beeren 
1, 437; HKriegKk 1, 32 (s. Trimurti): Brama-Religion. 
edd. 2c., vgl. jeroch: Brama, den man genau von 
Brahm, dem Weletschörfer, unterscheiden muß, v. dem 
er selbst das Dasein erhielt, ließ .. aus seinem Munde 
die Braminen herrorgehen, aus seinen Schultern die 
Ksatrida od. Tscherri, aus seinem Leibe die Vai- 
siga od Waischis u. endlich aus seinen Fußen die 
Sourracr. Schurer. Grube Cb. 2, 128, s. Para-B.; 
Brachman. aismus, m., uv.; 0: die brahma- 
nische Religion, s. Bramanismus. -amän, m., -", 
—en; —en: Einer, der für das Brahmanenthum 
schwirmt. Dazu: Troß seiner B-##. Garienl. 17, 
121b 2c#.; Bl-isch, a. - äen, m., -en, (—#); en: 
Brama-Priester. DMus. 15, 2, 615 ꝛe.; auch: 
Die vornehmste der indischen Kaften (s. d.) od. 
die Priesterkaße, deren Glierer den Namen Bramä- 
nen ed. Braminen führen. Kriegk 1, 28 (vgl. w. 
7, 217); Brähmanäs (Priester).. . Bei den B-en. 
Vetiss Kost. 1, 1656; Brahminen. Westermonn Mon. 3, 
517a; Die Bramen. w. 7, 98; 302 z., s. auch Brach- 
man (2). Dazu: Das Brahmänenthum. Monaibl. 
2, 505a; Die bramnische Religion. Kriegk 1, 31; 
Der Bramanismus. kbd. (s. Brama##emus), ähnl.:
        <pb n="186" />
        170 
Brahmana 
braminisch 21c., s. auch Hindustanl. -ana, n., —#; 
—#: s. Veda. -atschari, m., —#; —#: Brahmanen= 
Schüler. Weise Kest. 1, 498. -avärta, n., — ; 0: 
B., ein v. den Göttern selbst priesterlich eingerichteter 
Bezirk des Brahma. Humboldi Kosm. 2, 432, s. Arya- 
varta. 
Brai (frz. brä), m., —#8; 0: Pech, namentl. 
Schiffspech (vgl. Harpeus). — Braillard (frz. 
braljär), m., —6; —s: Schreihals. — Braise 
(frz. bräf)), k.; —n: (vgl. Braclere): Kohlengluth; 
(Kochk.): Zubereitung des Fleisches in einer von 
Kohlengluth umgebnen dichtverschloßnen Kasserolle, 
worin es in einer übergegoßnen würzhaften Brühe 
langsam gar kocht; diese Brühe. -iren, tr.: Das 
in der Braise gekochte (braisierte) Fleisch. Scheible Kochb. 
5, — eingruden. 
Grac: s. Bric. — Brahadäbra;: s. Abrakadabra. 
— Brake, k.; —n: Art hochrädriger Wagen. Galen 
GrP. 1, 131. — Bracca (gall.-lat.), f. [8 24, 
11: Hüftenbekleidung, Hose; gw. Mz.: bräccee 
Ispr. bräräl, vgl.: Vor welcher Gorgone (sagt, ihr 
Sachsen!) fällt euch das Herz zurück in die Braxen? 
Aschmidt u. s. Bruch I Ss. ätus, a. :hosenbekleidet, 
bes.: Gällia braccäta, Ggstz togäta, das Gallien, 
wo die Einwohner nach röm. Weise die Toga ((. 
d.) trugen. — Braconn-age (frz. —äsh’'), f.; —n: 
Wilddieberei. -ier ##o0, m., —s; —# : Wilddieb, 
Wilderer. -eren, intr. (haben): wilddieben, 
wildern (vgl. deutsch Bracke, Jagdhund). — Braco 
(port.), m., —§; —#: „Hund“, in Brasilien Bez. 
für Sklave. — Bracteat (lat.), m., Sen, —8; 
—en; -us, m. [8 24, 21: alte deutsche Hohlmunze 
aus Gold= od. Silberblech, deren Gepräge auf der 
einen Seite erhaben, auf der andern vertieft er- 
scheint, vgl.: Nümmus incüsus der Römer. 
Brema 2c.: s. Brahma 2c. — Bramah (engl. 
bremä), m.: Name, z. B. des Erfinders eines be- 
deutende Sicherheit gewährenden Kombinations= 
schlosses: Das Schloß v. B. u. jenes v. Chubb. 
Ein Chubb-Schloß. Karmarsch 3, 118; Ein Beispiel 
des B.-Schlosses. 123; Hausbl. (67) 2, 175. — 
Bramärb-as, m., uv., —ses; uv., se, (zen. 
Pfeffel 1, 136): Großprahler, Scharrhaus: Kartell 
des V. an Don Onixote in Ph. v. der Linde Verm. Ge- 
dichten u. dauach als Titel eines holberg'schen Lust- 
spiels in der Ubersetzung v. Detharding, s. pru# 
Taschenb. 2. 335; Gödeke Gr. 542, U. Büchmann im 
Zahresbericht über die Friedrichs-Werdersche Gewerbe- 
schule (1868) p. 34 ff.; Die prahlerische Bse. Cichen- 
dorff GschDr. 106; Sch. 323b r2c., vgl. Bravache; 
Horribilikribrifar. af ieren, intr. (haben): groß- 
sprechen, prahlen. 105a. asisch, a.: prahlerisch. 
5. 13, 299. — Bram-e, -ine, m., —n; —n 2c.i s. 
Brahman. 
Bränche (frz. brängsch), f.; —n: „Zweig“, eig. 
u. nam. Ubrtr. — Abtheilung, Fach .: Die ver- 
schiednen B—u — der Alterthumswissenschaft 2c.; eines 
Manusakturgeschäfts :z#e.; Eine Kontrolle der einzelnen 
Administrattlons-B-u. Gienzb. 26, 3, 197; Die Haupi- 
B-n des Unterrichts 2c.; auch (Web.) an dem Kegel- 
stuhl, die Verbindungsschnüre zw. den Kegelschnü- 
Grasilie 
ren u. Korden: Außerhalb des Siuhles ist an jerer 
Nahmkorde eine senkrecht herabhängende Schnur (Kolle- 
Schnur, Kolle-Korde, Halsschnur, Haupt-Bransche, 
collet, angeknüpft. Karmarsch M. 2, 129; Man ver- 
sieht das untre Ende einer jeden Hauptbransche mit 
mehrern kürzern Schnüren-Branschen (b—s) u. befestigt 
eine v. diesen, statt der Hauptbransche selbst, an die 
Kegelschnur. 130 2c. — Bränch-en (gr.), pl.: 
Fisch-Riemen. -ipus, m., uv.; zipöden (824, 3, 
podis): „Kiemenfuß“, eine Gattung Asseln. 
otomité, f.; —eyn: Bronchotomie. —Us, m. 
[8 24, 21: Halsbraune, Heiserkeit (s. Breuchus). 
— Brandebourg (frz. brangd'bür), m., —s; —6: 
„Brandenburg", als Mode-Bez.: Bortenknopf- 
loch; Art Kleiderbesatz, — vereinzelt auch: Uberrock 
mit zerschlissenen Branden bourgs. Schüching FrR. 1, 
88; In einem grünen, mit schwarzen Schnuren (Bran- 
denburgs genannt) besetzten Rock. Garienl. 16, 
682a 2e. — Brändg (engl. brändi), m., —8; 0: 
Branntwein. Jachländer Heideh. 176; B.-Sbep 
tschöppl, Branntweinladen. 177.— Braͤnha (russ.), 
f.; —6: gewaltsame Rekruten-Aushebung, -Prek- 
sung. — Branco (port., vgl. blanco), a.; weiß; 
m., —s; —6: Von den B—s (Weißen) aus Manaos. 
Ausld. 9, 442b 2c.; auch: B—s, Puderzucker aus 
Lissabon in Kisten. — Branl-e (frz. brängl), m., 
—#§# — : „Schwung“, nam. ein Tanz aus der Zeit 
Ludwig's XIV.: Der B., der die Bewegungen der 
Polonaise u. den graciösen Schritt der Menuctt in sich 
vereinigt. Westermann Mon. 3, 547b. ren, tr.: 
schaukeln, schütteln; intr. (haben): wackeln. -oire 
(oär), f.; —: Wippe (s. d. S#. 23), Schaukelbrett. 
— Gräno, m., —8; —#: faltiger rothseidner Fest- 
tagsrock der Frauen in Süddalmatien. Globus 6, 
238b. — Bränvin (schwed.), m.: Branntwein. 
—Sbord: Nach schwed. Landessitte geht jeder warmen 
Mahlzeit eine kalte voraus, die letztere wird B. (Brannt- 
weintisch) od. Smörgasbord (Butterbrottisch) ge- 
nannt. Ual 3. 2 1, 381. 
Gras: 1) (javan.) m., uv.; 0: Der Reis (Padi 
od. Parc der Javanen) heißt enthülst B., gekocht Nasi. 
Uotur 14, 286a. — 2) (frz. brä), m., uv.; uv.;: 
Arm: B. dessus sdessũl, b. dessous leess#l, Arm in 
Arm (mit Zemand); A b. ouverts la brafuwer], mit 
offnen Armen (empfangen 2c.). — Grasch: s. Ma- 
ronc. — Bras-## (span.), m., —; —: = Bra- 
eierc (s. d.), auch: -ier (frz. —is), m., —s: —: 
In ihrem väterl. Hause gab es nur B-6é, (keine Ofenl. 
Schücking Bronckb. 3, 53; Kohl Sürr. 1, 268. Slic, 
f.; —: —n-: (vralt.) Feuerkohle: Das euch nicht 
die „Presilien“ unter die Augen spritzet. suthet 5, 301 
u. danach zur Bez. gluthrother Farbe: Zinnober od. 
„ Bresilien“. 3, 356b tec., Lefzen „preülgenreib“. 
fischart Garg. 7öb 2c. U. bes.: Ben- (od. Fernamb#k.) 
Holz v. Cesalpinia erista, wonach das Land Bra- 
silien den Namen empfing (nicht umgekehrt, s. 
Herrig 26, 127; Durmeister #B. 2, 211), vgl. Brasi- 
letto-, Brasilett-= vd. Bahama- (s. d.) Holz, v. 
C. vesicäria; ferner: Brasilin, n.: der Farbstoff 
im B-u-Holz (Oken 2, 129) c.; andrerseits im 
Bezug auf das Land Brasilien: Brasiliän-er;
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        Grass 
Ilsch, auch z. B.: Der Brasilianer Topas (s. d.) od.: 
Brasiliän, m., i.; ferner z. B.: Die s. g. Liu- 
gun brasilic . die . Indianersprache ., von den 
Spaniern Gnarani, v. den Porlugiesen Tupy genannt 
knach Indianerstimmen]. Globus 6, 131a. — 
Brass (engl.), n., uv.; —es: Messing; auch: Die 
gemeinen Arbeiter nennen solche v. Schwefelkies durch- 
zogene u. unbranchbare Kohlenstücke wegen ihres metalli- 
schen Glanzes b—-es, Kupferstücke. Kohl Engl. 2, 37. — 
HPräss-e (vgl. dras), f.; —n: 1) s. braca. — 2) 
gw. in Mz.: die Tane zur wagerechten Bewegung 
der Rahen, z. B.: Lee- u. Luv-Bn, je an der Seite 
wohin od. woher der Wind weht; ferner nach den 
versch. Segeln, z. B.: Bram-; Fock-; Krenz-; Mars- 
B. 2c. Sen, tr.: die Brassen anholen, die Nahen 
dadurch wenden, auch: Ab-b., die Leebrassen an- 
helen; an-, bei-b., die Luvbrassen anholen; auf. b., 
beidrehn, auf den Wind b., einige Segel back-, die 
andern bei-b., so daß das Schif fast auf derselben 
Stelle bleibt; back-, gegen. b., auf den Mast b., so 
das der Wind die Segel back (d. h. rückwirts) 
legt; voll-b., ab-b., so daß die angebraßten Segel 
wieder voll stehn 2c. — Brafssour (frz. —u), n., 
—s; —: in den Salzgärten kurze Gräben, wodurch 
das Meerwasser in die aires (s. d.) fließt. — 
Brätsch-e, f.; —n: B., viõla di braccio (s. d.), 
Arm= od. Alt-(s. d.) Geige. ift, m., -en, —#; en: 
Bratschenspieler. — Gralftvo (slaw.), n., —; 
—s: Brüderschaft; Genossenschaft 2c. cnoben 1, 
8:; auch: Bratstwa, f.; —s. 152. — Draun- 
ellc, k.; —n: Brunelle: 1) ein kleiner, branner, 
dem Rothkehlchen ähnl. Vogel. Motacilla mo- 
duldris; vgl.: Hecken-B. N. ficSdula 2c. — 2) v. 
Pfl.: a) Prunélla vulgäris, früheres Heilmittel 
gegen die „Bräune“. — b) SatFrium nigrum, s. 
mol 2, 338. — e) NigrilélIa, das Bräunlein, s. 
Ualar 16, 315a. — d) st. Prünelle (s. d.). -#eren, 
tr.: (s. brünieren) nam. bei der Fabrikation der 
Nähnadeln, den durchs Polieren abgestumpften 
Spitzen durch Schleisen die Schärfe wiedergeben. 
—#t, m., -(e)s; —+ : ein Mineral, Art Braunstein 
(Manganoxyd). 
Grav (frz.), a.: tüchtig; gehörig; so, wie es 
sein soll; wacker; bieder; mannhaft; tapfer; s. 
Ss., auch über die mundartl. (sürd.) Steigrung 
m. Uml.: Bräver, der br ävste. Das v lautet, nam. 
auch ver den deutschen Endsilben mit e, meist wief 
(Der brave Mann rc.), während in den nachfolgen- 
den Ableitungen (Bravaceio 2c.) natürl. der W-Laut 
gilt. Zsstzg z. B.: Erz-b.; Ein grund-b-er Mann. 
Auerbach Höh. 1, 75; Kern-b.; Kreuz-b., sehr b. 
(urspr. wohl vom Militir stammend: so b., tapfer, 
daß es mit einem Kreuz, Orden belohnt werden 
muß): Löwen-b. u. unermüdlich. Winkell 2, 305 tc. 
— Grav-a: 1) n., —; 0: Art berauschendes Ge- 
tränk der Kamtschadalen. — 2) (it.) f.; Se: s. 
Bravo. — Brav-ache (frz. —äsch), m., uv.; —s6: 
Prahlheld, Bramarbas (s. d.). -ade, f.; -n: 
Prahlerei, Großsprecherei; das Trotzbieten, höh- 
nisches Drohn. -accio (it. -ätscho), m., —#; zarci; 
Sazjo, m., —§6; zäzzi: Raufheld, Renommist 2c. 
Grreches 171 
erik (srz.), f.; —ehn: Prunk, Kleiderstaat. 
heit, t#.: —en: das Bravsein; braves Wes n, 
Thun. H. Cid 2; 30; Die B. u. den Muth ihrer Na- 
tion. Kurbel 3, 107; Spielhagen Reib. 1, 259 2c. i: 
s. Bravo. -Iĩeren (frz.), tr.: Einem Tiotz bieten, 
trotzen 2c.; vralt. intr.: prunken, stolzieren 2c. 
Wacktten. 2, 29131. Lo (it.): 1) a.: brav (s. d.), 
nam. als Beifalls-Zuruf, — für Mehrere brävi; 
für ein weibl. Wesen bräva, für mehrere bräve; 
gesteigert im Superl.: bravfssim-o, Mz. #iz; 
fem.: -a, Mz.##, 3. B.: Ha, b. .Geselle! —. 67b; 
Das B.! Bravil, das die IJlaliäner im Munde führen. 
G. 23, 91; 90; Durch alle Bravis u. Dacaros. 
Gutzkow 3. 4, 219; Bravissima! 233; Die 
Bravis erschallen. 8, 55; 63 2c. B., Marscholl, 
bravissimo! Sch. 196b; 10 a 2c.; B.-Rufer. 
Spielhagen Pr. 8, 12. — 2) m., —; :i: „ein 
Tapfrer“, Bez. gedungner Meuchelmörder: B.= 
Bande 2c., vgl.: Gefahr des Zusammentreffens mit den 
Indios B—s (span.: indianischen Wilden). Errazb. 
24, 1, 309. our (frz. —#r), k.; —en; -: Tapfer- 
keit ꝛc.; Das, worin man seine Stärke, Meister- 
schaft zeigen kann: B.-Arie; -Partie; Passage; 
. Stück re. 
Brap: s. Brai. — Braper (frz. bräje), m., 
8; —: . Bracherium. — Braäza (span.), f.; —: 
s. Braga. 
Bread (engl. brerd), n., —s; —: Brot: B.- 
nut Inön, Brot-Nuß, die Frucht der Nußfeige, 
Brösimum alicästrum. — Breaksast (engl. breck-), 
n., —; —6: Frühstück, ogl. Lunch. — Grrathe 
(engl. bridh), intr.: athmen: Eine Frist od. wie 
man sich ausdrückt, eine Dreathing-hime (bridhing teim], 
Athemzeit. Zoler Renn. 67. — Bräche (deutsch-frz. 
Bresche, auch oft so geschrieben: s. Breche II 3. Ss.; 
vgl. Brecceie), f.; —m: Wall-, Mauer-Bruch; 
Sturm-Lücke, Lücke c.: Eine „Bresche“ ist jeder 
Tag, ] die viele Menschen eistürmen.] Wer auch in die 
Lücke fallen mag rc. G. 3, 19; Ich soll in den Riß 
treten, wenn in eurer Unterhaltung eine B. entstände. 
Hackländer Stillfr. 1, 280; Der eine kleine „Bresche"“, 
die der Feind geschossen, nicht anders zu stopfen weiß, als 
durch einen weit größern Wallbruch. k. 10, 161; 
Eine Sturmlücke in den Befestigungswerken zu öffnen. 
.. Als die B. gelegt war. Slahr Rep. 3, 171 2c.; 
Bresch-Mine, s. M. — Bräed (engl., (. 
breed), a.: „ausgebrütet“, erzeugt, gezüchtet, 
erzogen 2c.: Gentlemen (s. d.) börn änd b. [von 
Geburt u. Erziehung]. Uat3. 20, 213 rc. Dazu: 
Thorough (thöro! -b. und half lhäf] b., 
Voll= u. Halb-Blut-Pferd. JZoller Renn. 44; 39; 
41 r., auch Mz., z. B.: Race (s. d.) der 
Thorongh-b—s. 42; 55 2c. — Bredonille (irz. 
—dülje), f.; —n: (Brettsp.) ein deppeltes Spiel, 
das man gewonnen od. zu gewinnen hat, u.: das 
Zeichen, womit man solches Spiel anlegt, für den 
Gegenspieler ein schmählicher Verlust, vgl. Matsch. 
Ss., engl. Lurch, übrtr. : In der B. [Patsche] sein; 
Da stecken Sie nun, wie er sich als guter Mainzer aus- 
druckte, — in der „Breduljse". König Kl. 1, 7 c. — 
Breeches (engl. britschis), pl.; Hosen: Ein B.-
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        172 Breed 
maker Imek'r,-Macher, Schneider. IAohl Par. 2, 
33. — Breed (engl. brio), tr.: „brüten“, erzeu- 
gen, zuchten, ziehn 2c. (vgl. bred): B-ing esta- 
blishments lestäblishments, Züchtungs= Etallisse- 
ments], deren Spekulation darin besteht, die besten 
Rennpferre zu kreuzen. Zoller Renn. 42; Die breeders 
(Zuchter). 43. — Brrf (frz.), a.: kurz; um mich 
turz zu fassen 2c. Spielhagen Pr. 3, 169. — Zregma 
Iar., § 24, 3, n., -tis]: der mitrlere Theil d. Schadels 
(vgl. Sentanell.). — Brrhon, m., —s; —: Die 
Bs od. Richter v. Irland hielten ihre Gerichtetage auf 
grunen Hüugeln. Uodenberg Ins. Heil. 1, 324. — 
Breidablih, m., —#s; 0: (nord. Myth.) Balder's 
Burg in Walhalla. Kohnike Fr. 151; Wie ein Ton 
aus B., des Gottes Saal. 106; 104 2c. — Grecc-ia 
(reutsch-it. breischa, vgl. Broche), s.; —##; -ic, f.; 
—n : Breceic neunt man ein Gestein, das aus ungleich- 
förmigen „Brocken"“ vd. Geröllen besteht, die durch einen 
sanksteinartigen Teig (Cement) zusammengehalten wer- 
den ac. Büchner Mensch. 37 (vgl. Konglomerat; Pud- 
dingstein); Ganze Felsmassen in sog. „Breschen 
(Brekzien)“ verwandeln. Volger EE. 358 ½.; Va- 
salt-; Kalkstein-; Kiesel-; Porphyr-; Samtsiein-; 
Trachyt --Breceie; Die Ur breccien. G. 26, 242 2c.; 
B—nMarmor. Karmarsch 2, 621. irrt, a.: 
breccie nartig. Ben u. einfarbigen Marmor. G. 23.359 
2c. — BSrtlan (frz. —ing), m., —##: —: ein Karten- 
spiel, Dreikart (s. Treschal). — Grel-ie, joque: 
s. Berl-icke, ocke. — BGrént-a (inl.), f.; 2c: 
cin Flüssigkeitsmaß (s. Vrente 1. Ss.). — 
Grephotrophi-um (ar.), n., -8; -ens824, 2, n. J: 
Findelhaus. — Bresche: s. Breche; Brectia. — 
G'reschith: s. Bamidbar. — Bresciän: B.= 
Stahl, eine eigene Sorte Schmelzstahl, hauptsächl. in 
Kärnthen u. meist für den uberseeischen Handel erzeugt. 
Scheuchenstuel 46 (nach der Stadt Breseia, in Ober- 
italien). — Bretagne Cänj), f.; —#: eine Land- 
schaft in Nordfrankreich; danach: Art Zwei- Lansz 
Art Leinwand. — Cretellen (srz.), pl.: Trag- 
bänder, Hosenträger. — Gret-on Cöng), m., —S; 
—&amp;#, -bnen: Einwohner der Bretagne. onnc, *7“ 
—s, —m: Einwohnerin der Bretagne; Art Regen- 
mantel für Frauen. — Breüghel: Name einer 
Maler-Familie, darunter bes. als Stammvater 
Picter B., der Alic, der sog. Bauern-B. (in der ersten 
Hälfte des 16. Jahrh.) u. seine beiden Söhne Jan 
B., der sog. Sammet-B. u. Picter B., der Junge od. 
der sog. Höllen-B., welche Bez. auch für seine Dar- 
stellungen gilt, u. danach übrtr., z. B.: Ein Ab- 
grund v. Intrigen, ein wahrer Höllen-B. von Verbrechen 
thut sich jetzt vor uns auf. Stahr Tib. 210. 
Breve (it., s. brevis): I)n., —6; —8, —n, -i: 
ein offichelles päpstl. Schreiben, mit „kurzem“ 
Eingang, d. h. ohne besondre Cingangsformel u. 
ohne weitre Kurialien: Die B-s werden nicht vom 
Papst unterzeichnet, sondern bloß vom Segretärio de' 
Breri svgl. Abbreviatör] kontrasigniert u. mit dem 
ännulus (#. d.) piscatöris gesiegelt 2c.; Römische Ben. 
Gutzkow 3. 1, 265; Ein letztes Droh-B. des Paystes. 
Nais. 21, 433. — 2) f.; —: in der alten, Musik 
(t. brevis) eine Note von 2 Takt Geltung: Alaa b., 
Grigade 
der Zwei-Eintel u. der Zwei-Zweitel-Takt, nam. 
der letztre, der noch einmal so geschwind, als seine 
Notengatlungen anzeigen, vorgetragen wird, s. 
Sulzer 1, 495a; 1, 12 . Fel (frz. —), nu., : 
—6 : Patent (s. d.), offne Urkunde seer die Erthei= 
lung eines Titels, Vorrechts 2c.: Niemant hat ein 
B. der Unsierblichk. IHahn Per. 1, 234; Die Ernennung 
durch B., die man als Belehnung glänzender Thaten. 
eingeführt. Westermann Mon. 3, 522a 2c., nam. = 
. d’invention ldengwangßjöng], worin einem Er- 
finder das alleinige Eigenthums= u . Ausbeutungs- 
recht auf eine Neihe v. Zahren zugesichert wird 2c. 
etieren, tr.: ein Brevet ertheilen. ih·rium 
(lat.), n., —; ken 18 3* 2, n.]: ein kurzgefaßtes 
Schriftwerk, z. B.: Alariciãnum, Titel eines 
unter Alarich II. bafdten Rechtsbuchs 1.; bes. 
aber — B. ltürgicum (od. Romänum), das An- 
dachtsbuch mit den tägl. Gebeten der röm.-katho- 
lischen Geistlichk., s. Brevier. #, n., -(e)s; -e: 
1) Breriärium (s. d.) liturgicum; auch übrtr.: 
Den Kommentar Machhiavell's zu Livius Dekaden nannte 
er das B. aller Staatemänner. Monotbl. 2, 589a; G. 
23, 349 2c.; Zagd. B. von Hsaube; Laien-B. von 
(Schefer 2c. — 2) (s. 1) Buchrr.: eine Schriftgat- 
tung v. 10 Punkten, auch: Rheinländer, Descendiain, 
entsprechend (frz.) Philosophie, engl.: Small Piea, 
s. prechn 3, 264. iloquenz, s bent Kürze des 
Ausrrucks; Wortkargheit. — is, a.: kurz (neutr. 
brére): Bröri mänu; kurzer Hand, kurzweg, ohne 
weitre Förmlichk. 2c.; In brẽvi, binnen Kurzem 2c.; 
auch: In der alten Musik bezeichnere Mäxima eine Note 
v. 8 Taften Geliung, Lönga v. 1, B. v. 2, Semibrevis 
v. 1. Minima v. 1½. Semiminima v. /, Füsa von 
½, Semifüsa v. 1/16, Subsemifüsa (od. biseroma) v. 
1/32 Takt Gellung. itas, f. /§ 24, 3, üätisf; 
Kürze- Brevitätis Ciüsa, der Kürze halber. Zität, 
f.; 0: Kürze. iter, adv.: kurz, in kurzen Wor- 
ten, in kurzer Zeit rc. — Geeweer (engl. brüer), 
m., —8; —6: Brauer. , t.; -ies: Brauerei. 
IGohl Par. 2, 37. 
Griangon (frz. brianghöng): Stadt in Frank- 
reich: Briangenlyer Kreire (Speckstein), Manna 
(vom Lärchenbaum, s. Oktn 3, 319) ꝛc. — 
Criareüs (gr.), m., uv.; 0: (Myth.) ein Genti- 
mane (s. d.). Nomler Mrih. 25; auch: Den bundert- 
armigen Riesen,] den Briäreos nennen die Himmlischen, 
aber Agäon jeglicher Mensch. V. Jl. 1, 104 rc.; 
Säulen des Agäon od. B., s. Herkules 1; Wenn du .. 
den Baum, der sich v. fern mir hundert Armen zeigt, 
für den Brikreus bältst, der aus den Wolken steigt. W. 
25, 109 c. — Zride (engl. breid'), f.; —#: Braut: 
B.-groom I-grum], Bräntigam; B.-cCake ltet], 
Hrchzeitskuchen (sehr groß u. schwer, z. B. im 
Preis v. 3—10 Livre Sterling) 2c. — Sridle 
(engl. breid'l), m., —: —6: Zügel: B.-hand, f., 
die Hand des Reiters als pferdelenkend. Zouer 105. 
— Gridog (ir.), 1.; —: Die B., das Bur meiner 
Schutzvatronin, der beiligen Brighit. Uodenbirg Zus. 
Heil. 1, 235. — Grig (engl.), f.; —6: s. Vrigg. 
— BGrig-a (it.), f.; he: Streit, Händel, Un- 
gelegenheit ꝛc. -ãde (sfrz.), Schar: 1) 
f.; —# :
        <pb n="189" />
        BGrigadier 
eine, gw. eine groͤßre, mehrere Regimenter um- 
fassende Heeresabtheilung: Artillerie-- (od. Geschütz-); 
Dragoner--; Fusilier-; Grenadier-; Infanterie-; Kavalle- 
rie-; Kürassier-; Muskerier-; Pionier-; Sarreur-; 
Ublanen-B. 2c.; B.-Auditeur; -Eeneral 2c. — 2) eine 
kleine Unterabtheilung: Gensrarmerie-B. 2c.; B.= 
Officiere. .. Die Brigariers. Uaz 3. 21, 35. adier 
*l m., —; —: Führer einer Brigade (I. d 
; 2), ogl. für 1: General-Major; für 2 (z. B 
Rln Merd 232): Korroral. -adièEre (it.), m., 
—s; adièri: Brigadier: Sämmtliche Karabinieri, 
Brigadiéèri u. Officiere. Uaiß. 20, 548 ꝛc. eren, 
tr.: Ein-b., in eine Brigade (l. d. 1) einreiben: 
vereinigen: Das diese Trurren auch weiter einbriga- 
diert u. unter denselben Okerofficieren bleiben sollen. 
404. and (rz. —äng), m., —; —: Straßen= 
räuber. andaccio (andätsche), m., —; geej 
lätschi): Brigandage. Clodus 9, 381a. -andage 
(angtäsb), f.; —n: das Räuberwesen, Näuberei. 
-andieren, intr. (haben): Straßenranb treiben. 
andine (#ngdin'), f.: -s, —n: Schurrenranzer. 
Weiss Kest. 2, 625. -antaggio (it. —tä##sche), m., ; 
antaggi: Brigandage. Ual3. 20, 159; Shücing 
Kunstl. Leid. 22; 1962c. nte (it.), m., —; —S, In, 
zänti: Brigand. 239; Uat.J. 20, 515; Wie im Kirchen- 
staat das Volt die pöveri brigan di sdie armen B- yn] ke- 
mitleidet. CRobert 2, 98 (Die Brigants. püchler Süröl. 
3, 248) 2c. antine, f.; —#n: ursrr. „Raubschiff“, 
— kleine Brigg (s. d.). Sobrik 144: Kaum ist reine 
Liebes-B. vom Starel gelaufen u. schon unterstebt sich's 
ein Korsar, Jagd darauf zu machen. chtöder Samml. 
4, 4, 10 2c. äntisch, a.: brigantenhaft. Schüning 
Künstl. Leid. 234. — Grigg, f.; -s, -—en: Zwei- 
master mit Fregattentakelagel (ogl. Galeas 2; Kor- 
vette). Bobrik 144; Grenzb. 26, 2, 253; Kurter-B., 
deren Fockmast nur (wie beim Kutter) eine Singe 
führt. 416 2c.; B.-Segel. das der Besahn der Drei- 
master entsrrechende Gaffelsegel des großen Masts 
2c.; auch (engl.) Brig; seltner: Brick. Freiligrend 
SW. 1, 409; Sklavenbrick. 43 2c.; Bricks u. Goeletten. 
Ross Ins. 2, 23; 28; Kriegsbrick. 127 20.— ZBriggs: 
der erste Berechner ber gw. (od. B.'schen, sruarr 
Logarithmen (s. d.). — Brighella (it.), m., 
—s: B., der in der ital. Volkskomörie die Henen ’e- 
findet, welche Arlequin ausführt, dem Scarino äbnlich, 
aber nach Art des Mittelalters gekleiret u. mit vielen 
grünen Bändern geschmückt. Düringer 171, s. Sch. 582e 
(auch: Finechetto). — Grighit (ir.), k.; 0: weibl. 
Name (vgl. Brigitte, z. B. w. 12 159) 344 2c.); 
auch: die Gönin der Peesie. Nob’nbrg Ins. Heil. 1, 
235. — Lright (engl. kreit): Name, z. B. eines 
Arztes, danach: Die B.'che (Nieren-Krankbeit od. 
Mördus Brightii, bes. gekennzeichnet durch Eiweiß- 
gehalt u. geringes svecifisches Gewicht des Harns 
u. verbunden mit — ed. übergebend in Wasser- 
sucht. — Brigu-e (frz. brig), f. —: Briguierung. 
Seur (ör), m., —s; —s: Briguierer. n, tr.: 
eifrig um Etwas werben, nam. auf Umwegen, 
durch Vermittlung v. Persenen, die man für sich 
zu gewinnen sucht: Mich zu seinem Stuhl s zu drängen 
oder seinen Beifall zu b. W. HB. 1, 285. — Bric 
Grimborium 173 
rꝛ. ): in den Verbindungen: B.-a-brac Ikricbräckl, 
: altes Gerümrel (altes Eisen), Trödelfram rc., 
v B.: Unter dem Schriftenwust u. dem B.-à-Brac eines 
Altläuflers. Schüing Gie. 4, 159; Ein b.-à-brac- 
Laden. Nai3. 20, 129 1c., ferner: De b. et (el de 
bece. auf jede Weise ꝛe. — GBrick (engl. 2c.) 1) 
" —#8 ; —s, -e: Backstein (frz. brique, it. bricco): 
Vn außen schlechter B. u. Marmorstein v. innen. Wer- 
nike 275; Mit B.-sione lstön] (Ziez zeitein gerflastert, 
Sartenl. 15, 8S0a :c. — 2) l.; en: s. Brigg. — 
Griccön--e (it.), m.p, —s; -i: Schelm. HSamm Sb. 
29 c. — Gricol-e Crz. —köl), f.: —: Rückrrall 
v. Bällen, Kugeln 2c.: Die B. eines Balls; Die 
Kugel trifft de (ed. par) b., ricochetierend (s. 'd. ); 
Beim Billarrfriel de b. srielen, so daß der von der 
Bande zurückrrallente Ball den zu bewegenden 
trifft 2c.; übrtr.: De ed. par b., nicht grarezu; 
mit Winkeliügen ꝛc. itren, intr. (baben): de 
bricole (i. d.) frielen, rerfahren. — Brill-ant 
(frz. brilf-), a., -est: glänzend, sirablend, schim- 
mernd, vrächtig, herrlich 2c. (it. brillánte, nam. 
Mus.: feurig): m., —§, —en: en: ein oben und 
unten mit Faretten geschliffoer Erelstein, nam. 
Diamant. prechm 4, 521; Der den roben Diamanten 
zum B-in schleift. Sch. 751b; 184 a 2c.; Üübrtr. 
Kleined, Juwel: Dieser B. von einer leine so vor- 
irefflichej Frau 2obr 2c.; auch (Drahtzieh.): B. od. 
Diamant, ein vierkuntiges Stahlstäbchen mit einer 
stumpfen v. 4 Faeetten gebilreten Srigxe, der Of= 
nung der Ziehlecher die Schärfe zu benehmen, s. 
Prtchil 4, 164 2c. Zñtzg (s. Faur 2) z. B.: Halb- 
B., B. obne Untertheil. 522; Stabl-Been, den 
Stahlschmuckwaaren zur Verzierung dienende facet- 
tierte Drahtsüistchen, s. Karmarsch M. 1, 555 2c. Als 
Bstw. z. B.: B.-Feuer, Art Feuerwerk, das 
strahlende Funken srrübt: Glas. Poerträtstein, 
Erelstein-Blärtchen, dessen Rand meist mit kleinen 
Faretten versehen ist; Käfer, Entimus imperiälis 
(Zuwelenkäfer); „= Schnite, Schnitt, Schnittferm 
eines Edelsteins zum B-en; .Stoffe gemusterte 
Zeugsteffe mit Taft= od. Gros-te-Leur-Grund u. 
beliebigen durch den Zug herrorgebrachten, in ein- 
od. zweifiigen Theilen der Kette ausbebenden Fi- 
guren, s. Karmersch M. 2, 793 2c. anten, a.: aus 
Brillanten bestehnd: B-e Obrgebänge. G. 2 227. 
antier (-angei, m., —; —6: Steinschneider. 
ankieren, intr. (baben): in funkelndem Glanz 
u. Farbensriel strahlen: Der Stein brillantiert. 
Prechl 4, 521 2c.; tr., faktitiv; Mit brillantiertem 
Stahl geschmückt. Grubt Gh. 1, 10 3 2c., bes.: zu Brillan= 
ten schleifen 2c. -änz, f. ; 0: Glanz, Schimmer, 
Pracht. Verlepcch Alr. 1c. keren, intr. (haben): 
glänzen, schimmern, sich in Glanz zeigen rc. 
ronctte, f z -In: Halbbrillant. prrchn 4, 522. — 
HFrimböri-um (frz.), n., —#; —#, zen: unwesent- 
liches, werthloses An= u. Umbängsel einer Sache, 
Lapralie, Krimsframs: übertr.: Umschweife, 
Redensarten 2c., s. Ss.; Sartenl. 16, 37 b; Alle 
Brimborien der Autokrarie herbeigezogen. Scherr Bl. 2, 
99 rc.; Mit Weglassung alles unendlich langen u. lang- 
weiligen Gesandten-B. Raumer Br. Srkf. 2, 87,
        <pb n="190" />
        Orindis 
174 
auch in ganz frz. Form u. Ausspr.: Mit Gold und 
Brimborions lbrengboriöng] aller Art behangen. 
Scmilasso Afr. 1, 127 2c. — GBrindis (span.), m., 
nv.; uv.: Zutrunk: Es ist herkömmlich lbei den 
Stierkämpfen], daß der Espada den Bürgermeister um 
Erlaubnis bittet, den Stier tödten zu dürfen. Man 
nennt Das echar ledschär] el b.. wörtlich: einen Ge- 
sunrbeitstrunk, Toast ausbringen. Globus 4, 139a. — 
Brincol-o (it.), m., —s: -i: Rechenpfennig, 
Spielmarke. — Brinse (russ.), f.; —; m., —S; 
uv.: Schafkäse. Kohl Sudr. 1, 5½ 2 2, 207 
ff., -- Brinr za. Dazar 15, 78b; Den beliebten 
Schaffäse, Brvondza genannt. vrietmann Or. 1, 5. — 
Brio (it.), m., uv.; 0: Lebhaftigk., Feuer 2c. 
bes. Gꝛsh: Con dI. d.) b. — Brioche (#un 
—ösch), f.; —s: Art Kuchen (Prophetenkuchen). 
Scheidte, Kochb. 451 ff.; 3 Kohl Par. 2, 2; 3 2c. — 
Briolklt, n., ; ; e, f.; —n: Zu ren Rosetten 
(Nantensteinen zaͤhlt man auch die Bs od. Pendeloques 
(Ohrengehänge) 2c. Prechtll 4, 522. — Briöso Gt.)e 
a.: con brio (s. d.). — Briqu-#e (frz. brik), s 
—6 : s. Brick 1. Zct ——..—..-.-i-„ ett, 
n., -ey8; —, -e; -tle, s. : Ziegel; Etwas 
in Ziegelform: Die Stanktehe in r Farm v. Briquets. 
Nat3. 19, 87; Die Kohlenziegel- od. Briquetts. Nalur 
14, 239a; Briquette,Fabrikatlon. tbd. -etage (etäsbe), 
f.; —m: Mauerwerk aus Bachstein; Anstrich, der 
solches nachahmt. Seteris, f.; —(eyn: Ziegelei. 
Setièren, tr.: mit Briquetage aufführen. — 
Bris#e ifrz ), f.; —n : (seem.) eine frische das 
Wasser kKheinde Kühlte, s. Ss. -en, intr. 
(haben), gw. unpersönl.: Es briset, es weht eine 
Brise. HSmidt Meeresst. 280; wehermann Mon. 3, 
238b. — Prisecla (it.), f.: 0: Art Kartenspiel. 
— Crisolctte, f.; —6, FSn“ ein paniertes u. in 
Butter gebratnes scheibenförmiges Gericht aus ge- 
hacktem Fleisch mit Semmel rc. Scheible Kochb. 154. 
— Criflol (engl. bristl): Name einer Statt. 
Dazu: B. od. Ivory seiwori, Elfenbein-) paper 
(reper! od. V.-, Isabetz-Papier, Art geleimter 
Pappe zu Wassermalereien u. Kreidezeichnungen. 
Karmarsch M. 2, 878; Prechtl 5, 261 2c.; Bristoler 
Diamant, Art rother Spat zu unechtem Schmuck; 
Bristoler Wasser, B. Water lwäterl, v. den dertigen 
Mineralquellen 2e. — Grifüre (frz.), f.; —n: bei 
Bollwerken mit zurückgezogner Flanke die Verläne g- 
rung der Streichlinie 2c. — Gritaͤnn-ia, f. (n., 
—8); 0 § 24, 1): England: B.-Metall. filberfür= 
bige Legierung v. Zinn, nam. mit Antimon. Kat- 
marsch 1, 364. „ien, n., —; 0: (Groß.) B., engl.: 
Great Britain lagrét Gitten, Britannia. — Brito- 
marktis, f.; 0: s. Dilipnna. — Lrilschk-a (poln.), 
f.: —s; cr, f.; —#: Arrt leichter Wagen, offne 
Kutsche. #. auch Britka, f.; —6: löcn#Sch. 3, 
518; Joller Renn. 6 c. — vriit-e, m., n y— 
Bewohner Britanmniens (s. Sanders Orth. 4017). 
Echiermeyre 483; B-u-Eiland. ebd.; „Mund. Doͤltger 
Byr. 1, 70 2c., weibl.: Brittin. cenzen intr. 
(haben): nach Brilten- Weise handeln, verfahren 2c. 
Se., auch: Wer franzet od. briktet. G. 4, 59. Zisch, 
a.: englisch. — Brilva, k.; —#: goldnes Messer 
Brokhat 
an silberner Kekte als Schmuck der Dalmatinerin= 
nen. Elobus 6. 235b. — Brißhka: s. Britschta. — 
OUriz-o (gr.), f.; 0: eine auf Delos verehrte 
Traumgötkin. Jomantik, f.; —eyn: Traum- 
deutung. 
Broad (engl. bräd), a.: breit, z. B.: B.-side 
(feir), (seem.) Breitseite (f. d. 5 Grenzb. 26, 1, 
123; B.-way lwẽl, der „breite Weg“, als Straßen- 
name, 3. B. in Newyork. westermonn Mon. 3, 347b, 
vgl. Bowery. — Gröbdingnag (engl.), n., —S; 
0: in Gulliver's (s. d.) Reisen das Land der Rie- 
sen, wie Lilipnt (s. d.) das der Zwerge. frenzel Dicht. 
3, 188; 237, auch: Brorignac (insäck] u. z. B.: 
Brodignatische kriesige) Stachelbeeren. Grube 1, 
286. — Groch-e: 1) (hebr.) f. ; —#s: Segen (vgl. 
Barches): Das alte jüd. Errichwort: Je mebr mlaches 
(Beschäftigungen), desto weniger B—s. Ring Verl. Eschl. 
3, 63. — 2) (frz. brösch, auch geschrieben: Bresche), 
f.; —n, —8 (iuw: : Bresch, m., es; w eig. 
Braispieß“ Spichaͤhnliches, nam.: Haken- 
spange als Büsennavel der Damen, z. B.: Eine 
Mosaikbresche. Schüching IrR. 1, 279 1c. —, a.: 
brochiert (s. d., nam. 2). ren, tr.: 1) (Buch- 
bind.) heften, in Papier binden (vgl. kartonnteren), 
im Ggstz zum eig. Einbinden. — 2) (Web.) Stoffe 
mit einem eignen nur in der (dadurch bes. hervor- 
tretenden) Figur zum Vorschein kommenden Ein- 
schuß — außer dem Grundschuß — weben (vgl. 
laucieren 2; Brokat). Karmarsch M. 2, 455 ff.; Bro- 
schierte Stoffe (Ctoffes brochées). 456 re.; Bro- 
schier-Lade. 458; Wchnl. 455 (Sigur-Sch.); 
Schütze. 457 ½c. üre, f.; —n: Heft, Druck- 
schrift v. c geringer Bogenzahl, Flugschrift. S. 39, 
216 2c.: B-u-Liter#tur; Schreiber; Verlag 2c. 
ürist, m.p, -en; en: Broschnrenschreiber. Kutz 3, 
%1b. — Gröddir. (skand.), m., —#; —s: Eis- 
stachel. Wriss Kost. 2, 408. — Brod-eri#s (frz.), f.; 
eyn: Brodierung, Einfassung (z. B von 
Gartenbeeten mit Buchs 2c.); Verzierung (z. B 
beim Gesang) 2c. eren, tr.: slicken; ver- 
brämen; einfassen; verzieren; ausschmücken 2c. 
— Lrodignar: s. Brekringnag. — Groglio 
(it. bröliec), m., —#; —: 1) Verwirrung; Auf- 
stand, Menterei (ogl. bronillieren r2c.). — 2) ein 
leichter ital. Wein. — Grogue (engl. brög), m., 
—6; —; f.; —: irischer Riemenschuh. Uoden- 
berg Ins. Heil. 2, 20 2c.; irischer Accent beim Eng- 
lischsprechen. Kohl Irl. 2, 116 1e. — Lroôth)k 
(niedrd., seem.), m., —6; —: kurzes Tau mit einge- 
stropptem Block an beiren Enden: Besabn-BV., zum 
Aufgeien der Besahn; Kanonen-V., das Rücklaufen 
der Kanone hindernd 2e. — Grocank-eur (irz. 
—kangtör), m., —s; —6: Merc’s Vr. 2, 221 2c. 
Brocantierer. W. 12, 17. Uren, intr. (haben): 
trödeln, zumal mit Kunstsachen. — Grocar dic-on 
(Tum, nlat.), n., —6; —8, -a S 24, 2, n.]: nach 
einer vom Wormser Bischef Burkard (t 1025) 
hinterlaßnen Sammlung v. Kirchengesetzen: eine 
kurze Regel. 9p. 1, 191 1c.; Schul-B. B. 144a c. 
— Crok-al (it. v m. *iee ": mit Gold= od. 
Silberblumen rechierter (s. d. 2) Seidensioff:
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        Grokatell 
Gold-, Silber-B.; B.-Pavier, farbiges mit aufge- 
druckten Goldfiguren. atell, m., —eys: -e: dem 
Brokat ähnl. Halbseidenzeug; Art bunten Mar- 
mors. KRarmarsch 2, 623. Jäten, a.:; aus Brekat 
bestehnd. Auerbach Höb. 1, 133. — Grocc i (it. 
brötscho), m., —é: -i: Käsekuchen. Eregorovius Kors. 
1. 137. — Bröher (engl.), m., —#: —#: Makler: 
Bill= (s. d.) B. 2c. — Groccoli (it.), pl.: Spros- 
sen-, Spargelfohl. — Zrokovalas, m.: albane- 
sischer Kiiegermarsch. Cnobert 2, 92. — Bröm 
(gr.), n., —eys:; 0; -: (Chem.) ein dem Chlor 
ähnl. Element (nach dem „Gestank“ benannt). 
Mitschetlich 1, 70 2c. (lat. Bromium); B. -Verbin- 
dungen; Kalium; -Säure;-Wasserstoff 2c. — Groma 
(spau.), f.; —s: Zank: Bs de töro, Gezänke, wie 
sie beim Stiergefecht vorkommen, — ohne weitre 
Felge. Elobus 1, 135a. — Gromalo-graphir 
(gr.), -logse, f.; —-(ehn: Beschreibung der Nah- 
rungsmittel; Lehre davon: -gräphisch, -lögisch, 
a.: darauf bezügl. -meter, m., n., —8; uv.: 
Werkzeug zum Abmessen der Lebensmittel. — 
Bromeli-a (nlat.), f. [8 24, 11; -e, f. —n s. 
Ananas. — Bromid, n., —#e)s; —e: ein einem 
Oryd, — wie Vromür dem Orydul — ent- 
sprechendes Brom-Metall od. -Halolsalz (s. d. u. 
farmarsch 3, 78): Queckülber-B. Witchherlich 2, 2, 392; 
.Bromür. 391. — Grömium § 24, 2, n. J: s. 
Brom. — Brömius (gr.), m., uv.; 0 8 24, 21: 
Beiname des Bacchus. — Gromür, n., —(e)8; -e: 
s. Bromid. — Brona (slaw.), f.; —s: Egge. Weiss 
Kost. 2, 326. — VBronce re.: s. Bronze 2c. — 
Grönchi-äl (nlat.), a.: die Luftröhre betreffend, 
auch: b-is (§ 24, 31: Gländulee b-es, die B.= 
Drusen 2c.; B.-Affektion; Katarrh 2c. ktasir, f.; 
—(eyn: Bronchien-Erweitrung. en, pl. : die Luft- 
röhrenäste. — Bronch-feren (frz. krongsch-), intr. 
(haben, sein): straucheln; stolpern. — Gronch- 
itis (gr.), f.; uv. [8 25, 3, uv.]: Entzündung 
der Brouchien-Schleimhaut. ophonfé, f.; —eyn: 
pfeifender Ton bei Heiserk. -otomfté, f.; —eyn: 
die wundärztl. Operation des Luftröhrenschnitts 
(vgl. Larengo= u. Trachee-temie). us, m. [824, 21: 
Luftröhre, Kehle, vgl. Branchus. — Brönt-es 
(gr.), m., uv.; 0: einer der blitzschmiedenden Cy- 
kloven. Grice Tasso 20, 119. -um, n., — : -TFen 
1J 24, 2, n.): (Bühnenw.) Donnermaschine. 
Sia, pl.: Keraunia, Belemniten (s. d.). ologis, 
f.; —(e)n: Gewitter-Lehre. ophobte, f.; 0: 
Gewitterfurcht. -otheologfée, f.; —eyn: Erkennt- 
nis Gottes aus dem Gewitter (G. 3, 212), wie 
Nirhotheelogie (ebd.), aus dem Schnee 2e.; Helietbeo- 
logie, aus der Sonne; Zoo-, Phyto-, Litho-theologie, 
aus dem Thier-, Pstanzen-, Sleinreich ꝛe. Dazu: 
Bronto-- #rc. tbeol ögisch 2c., vgl. teleologisch. — 
Bronze (frz. bröngß'): 1) f.; —n; —n-: a) eine 
Legierung v. Kupfer mit Zinn — od. mit Zinn u. 
Zink u.: daraus gefertigte Ggstde; auch B. (it.) — 
Kupfergeld (s. Ottone). Uai3. 21, 105, ferner z. B.: 
Antik= (s. d.) B.; Bildsäulen- od. Statuen- 
B.; Meraillen-B. 2c.; B.-Gießerei. Karmarsch M. 
1, 111; Schmuck. 546; Vergoldung;-Waaren od. 
Crownist 
17. 
Arbeiten. 546 2c.; Herd. Guhl 2, 128; -Verzierung. 
34 r2c.; ferner: Insofern die B. in mannigsacher 
Verarbeitung das vorberrschende Merkmal des keltischen 
Stammes bildet . ., so kbeilt sich biernach der gesammte 
vorhistorische Zeitraum gleichsam in die 3 großen 
Erochen des finnisch-tschuischen od. „Stein-Zeitalters“, 
des keltischen od. , B.-Zeitalters“ u. des (nachkeltisch) 
gallischen ed. germanischen od. „ Eisen-Zeitalters“. Weiss 
Kost. 1, 607; B.-Altertbümer. 614 2c. — b) Mattes 
(unroliertes) Gold, Silber u. Platin, als Verzie= 
rung auf Porcellan aufgetragen, wird B. genannt 
(Gold-, Silber-, Platin-B.). piechtl 3, 156. 
e) B. Anstriche ed. Uberzüge, durch welche 
man allerlei Gegenständen aus Holz, Girs 2c. das An- 
sehn v. Metall giebt (s. bronzieren). 157; Nachabmung 
der Antik-B. auf Holz (Holz-B.). Karmarsch M. 2, 221, 
vgl.: Eine metallisch aussebenre Bronziernng . durch 
fein zerriebnes Tomback u. Kupser (gelbe, rothe B.). 
Das Pulver zur rotben B. (seg. Kupfer-B.). 1614 2c. 
— 2) a.: bronzefarben 2c.: auch n.: Die Farbe des 
Angsterns ist ein tiefes B. find Schl. 70 ꝛc. -en, a.: 
aus od. wie aus Bronze; auch übrtr.: Zu der [—en 
Festigk. u. Sicherbeit. Gutzkom Börne 109; Stark ins 
B-e koloriert smit dunklen Farben geschildert). 
Valleskt Sch. 1, 311 2c. — eren, tr.: übererzen. 2er 
Oberfläche eines Ggüds ein bronzeartiges Ansehn 
geben: Bronzier-Salz, Chlor-Antimon, zum 
Brünieren (s. d.) des Eisens 2c.; Bronzier-er, 
= ung. Tift, m., -en, —; —en: Erzarbeiter, Roth- 
gießer. -it, m., —#e)s; —e: B. (Diallagon), der 
bemipriematische Schillersrath. prechtl 4, 533. — 
Groom (brinn), m., —6; —#: s. Brougham. — 
Brösch 2c.: s. Broch 2c. — Gröfe (engl.), k.; 
—6: Brübe, Surpe. Hohl Irl. 2, 118; Engl. 2, 
161. — Bross-age (franz. —äsbe), f.; —n: das 
Bürsten, z. B. bei der Tuchfabrikation. eriĩẽ 
(franz.), f.; —ey)n: Bürstenbinderwaare. -irren, 
tr.: bürsten. -re, s.; —n: Firben der Saf- 
fiane 2c. mit der Bürste. — Brouclte (franz. 
brn-), f.; —n: (vgl. Barutsche) kleiner Hand- 
wagen; Karre. — GBrougham (engl. bkrüm), 
m., —; — : nach dem berühmten Staats- 
mann (geb. 1778), Art zweisitzigen Wagens. 
Gartenl, 11, 109a; Zoller Renn. 6 2c. — Gronill- 
amini (rz. brulj-), n., —#; —s: Verwirrung, 
Wirrwarr (s. Embroglio). ard (Fär), m., n., -; 
—s: Nebel; Bronillon (s. d.); auch adjekt.: Papier 
lrarje] b., Löschpapier. -c, k.; —: Zwist, Ent- 
zweiung: In dieser B. u. Versöhnung. Zastiano 118. 
ement (#mang), n., —3; —: Verwirrung 2c. 
Seris, f.; —(ehn: Brouille. ieren, tr., refl.: 
verwirren, in Unordnung bringen, veruneinigen: 
Mit Zemand sich b. lüberwerfen], bronilliert sein; 
Brouillierte [sich in Unordnung befindende, mißliche! 
Finanzen 2c. -on Ceng), m., n., —: —S: der erste, 
rohe Entwurf einer schriftl. Arbeit, Sudel, Kladde, 
Strazze (s. d. u. Arversarien). — Browun (engl. 
bränn): Name v. Pers.; danach z. B.: ianer, 
m., —s; uv.: Anhänger des Brewnianismus 
oder der Erregungstheorie des John B. ( 1788) in 
der Arzuei. -ist, m., —en; —en: Puritaner v. der
        <pb n="192" />
        Srowuie 
176 
um 1580 gestifteten Sekte Robert Brewn's. — 
Brownie (engl. bräuni), m.t, —s; 0: „Braunchen“, 
Art Kobold, Hausgeist. — Grog-iè#en (frz. 
broaj-), tr.: zerreiben, bes. Farben. on Cöng), 
m., —§8#: —§: Nührkolben rc. 
Zrüan, m., —6; —: Ein B. od. malajischer 
Bär. Gartenl. 15, 443b. — BGrucin, n., —e)s; 0: 
ein Pflanzengift: Nüx (s. d.) vöomica, welche die 
Elemente v. Struchnin u. B. enthält. U. Pitav. 36, 
117 c. — Bruicren, tr.: (Kattundr.) Zeuge 
dämpfen, um mittels der heißen Wasserdämpfe die 
Farben darauf zu entwickeln u. zu befestigen. — 
Bruit (frz. brüf), m., —6; —#: Geräusch; Lärm 
(s. tant); Gerücht #c. — Brum-aire (frz. brümär), 
m., —6; —#: Nebelmonat: In dem mit der Herbst- 
nachtgleiche des Jahres 1792 in Frankreich eingeführten 
(1805 wieder aufgchobnen) republikanischen Kalender 
hießen die 3 Herbstmonate: Vendémiaire; B.; Frimaire; 
die 3 Wintermonate: Nivöse; Ventöse; Pluviöse; 
die 3 Frühlingsmonate: Germinal; Florcal; Prairial 
n. die 3 Sommermonate: Messidor; Thermidor; 
Fructidor 2c.; Am 1 Ssten B. 1799 stürzte Napoleon 
das Direktorium 2c. — BGrumätl (lat.); -is, a.: 
winterlich. — Brün -elle: s. Brannelle. ett (frz.), 
a.: bräunlich, dunkelhaarig (s. Ggstz blond): Eine 
B-e 2c.; B.= (od. Adonis--) Röschen. #icren, tr.: 
Brunieren od. b. heißt die Operation, durch welche der 
Oberfläche mancher aus Eisen gearbeiteter Ggstde eine 
glänzend braune Farbe gegeben wird. Prechtl 3, 176; 
Das gewöhnlichste Brünier-Mittel ist Chlorantimon.., 
Vrünier-Salz. l#armarsch 1, 369 (s. Bronziersalz). 
Zissage Cäsbe), f.; —: das Brünieren. — Brush 
(engl. brösch), m., uv.; —es: Bürste; (weidm.) 
Fuchsschwanz. Zouer Renn. 131. — Brüsche, k.; 
—: bei den türk. Juden ein gespenstisches Wesen, 
das sich als Unholdin nam. gegen Wöchnerinnen 
zeigt, s. #rankl Zer. 1, 212 ff. — Brüsk (frz., auch 
in frz. Schreibweise brusgue), a.: rauh, schroff, 
barsch, auffahrend, kurz angebunden u. ungestüm 
2c., vgl. (it.) Mus.: bruscaménte. Terik, f.; 
—eyn: brüskes Wesen, Thun 2c. #n, tr.: 
Einen brüsk behandeln. Zrusgnu--e, -eric, ieren: 
s. brüsk 2c. embille (braskangbils), f.; —-s: Art 
Kartenspiel mit Pikettkarten unter 2 bis 5 Personen 
— u.: die Hauptkarten darin (Aß u. Zehn). — 
Bruss (russ.), m., uv.; —sen: Balkenholz. — 
Brußnik-a (russ.), f.; -i: Art eßbarer Beeren 
(vgl. Preußelbeere). Kohl Pet. 2, 80. — Brut (frz. 
brüt), a.: roh 2c., vgl. brutto; s. ferner Patente. —al 
(lat.), a.: viehisch, rohrc. ; auch: B.-Impfung, mit 
Vieh-Pocken. alis irren, tr.: brutal behandeln. 
Scherr Bl. 2, 113. Calilät, k.; —en: brutales Wesen, 
Benehmen: Roheit. ## , intr. (sein): zum 
Vieh herabsinken. Cisicirren, tr.: zum Vieh 
machen (vgl. abrütieren). isilatiön, f.; Sen: 
Brulificierung. — Grütto (it.), adv.; n., —6; 
0: in Bezug auf Gewicht u. Geld rc., ohne — 
wie der Ggstz Netto: nach — Abzug des Abzu- 
ziehenden: Die Waare wiegt b. (vgl. sporco) 
420 Pfd., netto od. nach Abzug der Thara 390 Pfd. 2c.; 
B. od. Roh- (Ggstz: Netto= od. Rein.) Betrag; 
Cuddha 
Einnabme; -Ertrag;-Gewicht;-Gewinn;-Vermögen 2c. 
— FHrüt-um slat., § 24, 2, n.]: Vieh: viehisch 
dummer Mensch. us: 1) a.: dumm, unver- 
ständig 2e.: Brüta fortüna, das blinde (urtheillose) 
Glück 2c. — 2) m., uv. (—es); —se: Name, bes. 
zweier Freiheitshelren (der Vertreiber der roͤm. 
Könige — u.: der Mörder Cäfar's), danach z. B.: 
Die echt republikanische Tugend der B—se 2c. Durmeister 
4B. 2, 180; Du wirst, ein freier B., wallen] mit 
B sen. Herwegh 1, 99; Entweder ein B. od. ein Cati- 
lina (s. d.). SN. 102. 
Brügme-a I#gr., 8 24, 3, n., -tis]); os, m., 
uv.; 0: das Zähne-Knirschen. — Gröndza; f. 
Brinse.— Gryog (gr.), m., —en, —##; Sen: Kenner 
der Laubmoose. Dazu: B-##k. k.; bisch, a. — 
GBrnoôni-a (gr.), f.; -zen [8 35, 11: Zaunrübe. 
— Grnozö--on (gr.), n.. —#8; zen [§ 24, 2, u.]:: 
„Moosthier“, Art Polyven. durmeister Gsch. 370; 
Humboldt K. 1, 17. — Zrplingmon, m., —8; 0: 
(nord. Myth.) ein kostbares Kleinod der Freia. 
Ausld. 38, 669. — Öschöres: s. Beschores. 
Zuacrde: s. Ferschin. — Bübalus (gr.), m. 
[§ 25, 2): Buffel (Bés b., s. Buffalo), vgl. Anti- 
lope bübalis 2c. — Güb-on (gr.), m., —; önen 
18 24, 3, önis]: Geschwulst der Leisten-, dann 
auch der Achsel-Drüsen: Syrhilitische B-en; Pest- 
B-en ꝛe. onccele, f.; —n: Leistenbruch 2c 
Cucenläautr (gr.), m., —#, —en; -en: ein Un- 
thier, halb Stier, halb Mensch (vgl. Centaur); 
Prachtschiff des Dogen v. Venedig, bei seiner Ver- 
mählung mit dem Meer. G. 23, 89; w. 12, 46 
(vgl. 45); platen 4, 221; auch: Bucentaur o. 2, 
310 r.; Buc-entöro, eintöro (srr. bubtsch-), 
s. Vodrik 147; Der letzte Bucintoro wurde 1728 gebaut. 
ebd.; danach jetzt: Am 24. Februar hielt Re Carneval 
seinen feierlichen Einzug lin Venedig]; er hielt am 
untern Ende der Riva seinen Triumphwagen, einen golde- 
nen Bucintoro, mit 6 Ochsen bespannt. Uat3##20, 
129. — Buréphalus (gr.), m., uv., —ses; —se 
[8 24, 2): „Ochsenkopf“, das Leibpferd Alerander 
des Großen, auch verkürzt: Der Rapre Butepbäl 
[Reim: Stalll. Mamter Fab. 2, 339; danach ver- 
allgemeint. — Gücer-os (gr.), m., uv.; se, 
-öten: Hornschnabel, eine Gattung Vögel. — 
Cuchslablkren, intr. (haben), tr.: Wörter in die 
zu schreibenden Elemente (Buchstaben) zerlegen 
(od. zerspellen) — od.: die Buchstaben zu Silben 
re. zusammenfassend lesen (s. buchstaben, Ss., vgl. 
lautieren): Etwas dürch-; heraus-; binein; nach-; 
ver-; zusammen--b. 2c.; Buchstabierer c. — 
Züchtel, f.; —n: Art böhm. Mehlspeise. Slebus 
4, Slb. vgl. Wuchtel. Scheible Kechb. 372; Buchten. 
Gtubt Cb. 1, 93. — Guchurdändschi (türk.), m., 
—6; —6: Rauchfaßhalter. Hammer 10, 341 2c. — 
Bueina 2c. s. Vuccina 2c. 
Gud (engl. börd), n., —s: —: Knospe: Rose- 
B. [Nosenknofre!] = Nowty (I. d.) in Baltimere. 
— Büddh-a (sfr.), m., —s; —#: Von Zeit zu Zeit 
erhebt sich lnach indischer Religlonslehre) ein Mensch 
noch während seines irdischen Lebens zur böchsten Voll- 
kommenheit; ein solcher heißt ein B. (d. i. ein Weiser)
        <pb n="193" />
        Zuddhlahismus 
u. giebt die Gesetze, welche für die Menichen so lange 
die Richtschnur ihres Hanrelns sein sollen, bis wieder 
ein anrrer Mensch sich zur Vollkemmenheit eines B. er- 
hebt. Einer dieser B-s, welche v. den Bekennern der 
buddhalstischen Religien zusammt als Heilige ver- 
ehrt werren, war Gautama, der Slifter dieses Glau- 
bens 2c. Kriegk 1, 33; Monalbl. 2, 50 5a 2c. (s. Fo). 
-(ahicomus, m., uv.; 0: der Glaube an die 
Buddhas, s. Lamaismus. —(a)ift, m.,en, —# en: 
Anhänger des Burrhaismus. (ayi#tisch, a.: 
zum Budrhaksmus gebörig, darauf bezüglich rc. 
— BLudget (engl. börshet; oft nach frz. Aussrr. 
büdste; seltner budshert), n., —#: —: „Beutel“, 
— der festzuftellende od. festgestellte Anschlag des 
Etats (s. d.), der jährlichen Einnahmen u. Aus- 
gaben in einer (eig. u. zunächst öffentl.) Verwal- 
tung: Das Staats-B. beratben; Das Marine- 
B..., das Militär- B. Grenzb. 21, 1, 159; Das 
Bundes-B. Uat 3. 20, 453; Es ist diee vererst 
nur ein Rob-B. . Mit der Aufsiellung des Sre- 
cial-B-s. 21, 341; Ausgabe--, Einnabme- 
B. 2c.; B.-Berathung; -Kommission (Na.3. 20, 549), 
Ausschuß (21, 97) 2c. — Gudihe 2c.: s. Boutique. 
— Büdmasche (ind.), m., —: —: Srnitz- 
bube. — Büdschu, m., —#: —: eine Silber= 
münze in Algier, auch Rial--B. (S ½ Thlr.). 
Encykl. f. Kaufl. 2, 8b. — Güdlloch, m.: s. 
Boisteck. 
Bu-en (sran.), a.: gut, z. B.: B.-Carlo, 
Name eines Süßweins; B.-Retiro (s. d.), Rame 
v. Lustschlössern 2c.: Auf ibren Rubesitz u. B. Retiro. 
Gortenl. 15, 602b 2c. -eno, a.: gut, z. B. als 
Ausruf. Serstäcker WW. 74; Pench. 1, 119 te.; 
Bnẽna noche! lnötschel, gute Nacht: Mit dem rer- 
relten Maße der busnas noches [Zurufs]. Gtenzb. 24, 
1, 308: Das Wahrsagen, die bäji. la busna ventüra. 
Elobus 9, 18b 2c. 
GSüff-a (it.), f.; ze: Posse 2c.: Opera b., die 
komische Orer (s. Beuffe), auch: Eine B.-Orer. 
Garienl. 16. 17a; Jenes Musterstück der B.-Gattung. 
etd. — Guffalo (lengl. böffalo), m., —; —8: 
Beffel (#. Bubalus). — Güfs-et (frz. —), n., 
— (-te. G. 20, 245); —ét, n., -(e)s; e: 
Schrank mit Tischgeräth 2c.; Schenktisch: Schenk- 
zimmer (vgl. Buveite); Estaminets, Büffers u. rgl. 
Räumlichkeiten mehr sind in allen Theatern komfortabel 
eingerichtet. U### 3. 20, 187; auch eine Gesellschaft, 
wobei die Gäste sich selbst mit den auf den Schenk- 
tischen aufgestellten Sreisen u. Getränken versehen: 
Nach dem Theater war in den Gesellschaftsräumen 
„Cercle u. Büffet“. Dolhst 15, 277. -ctier letjel, 
m., —; —# : s. Beefeater. etieèen, intr. (haben): 
zechen. — Guffetschik (ruf.), m., —;: —s: Der 
B. hat das Silberzeug u. die Tisch= u. Theeservice unter 
seiner Aufsicht. Kohl Pet. 2, 126. — Büff-o (it.), 
m., —8; —. -i: der Komiker in der Opera buffa 
(s. d.): Man hat Tenor= u. Baß.-B-s. Hüringer 186; 
B.-Partie. ebd. 2c., auch Bufföne (frz. Bouffon, 
s. d.) — Büf- (lat.), m. /&amp; 24, 3,-önis): Kröte. 
onit, m., -en; —# : „Krötenstein“, Versteinrung 
v. Fischzähnen (S Lykeront, „Wolfszahn"). 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Gujurdi 177 
Gng (engl. boga), f.; —: Wanze: B. hunter 
lbönter!), „Wanzenjäger“: Die, welche Denen, die 
ausgeraubt werden sollen, zuerst starkes Gerränk bei- 
bringen u. dann die Berauschten ausrauken, drummers 
lerömmers, Trommler]j u. b. hunters. Garienl. 17, 
202b. — Gugalet (frz. kügale), n.,— W: ein bef. 
als Lichter dienenres Fabrzeug an der Kuste der 
Bretagne, mit 2 Masten, wovon der vordere sehr 
kurz ist. Bobrik 5K9a. — Zuggerow (Cre), n. —; 
— : ein Handelsfabrzeug an Vorderindiens Weñ- 
küste, mit lateinischem Segel am Vorsteven u. 
hinten in die Höhe gehndem Deck. ebb. — Gugg-# 
(engl. böggt), m.t, —s: -ies: Art Fuhrwerk, leichter 
Einsränner. Zukunfi 1, 43. — Bughunter: s. 
Bug. — Bugle (engl. bjüg'l), n., —: —5: B., 
B.-Horn, Jagd-, Hiftborn. — Bugsieren 
(bolländ.), ir.: ein Schiff durch Ruder= oder 
Damrfläte 2c. fortziebn; auch übrtr.: fort- 
schaffen: Boogsieren. Forstt R. 1, 199 2c.; Bug- 
sier-Tau, wodurch das Boct ans Bugfsrriet des 
Schiffs befestigt ist 2c.; auch (lI. Ss.): Uns in den 
Hafen ein -; aus dent Hafen sort-, weg-b.; Fräunlein 
Ulrike soll dich her-b., heran .; binüber (b.; Et- 
was vorbei b.; auch: es vorübergehn machen. 
Gonhelf U. 2, 35 2c. — Bügfpriet (boll.), n., 
—(e)s; e: der schräg uͤbers Vorschiff hinausragende 
Mast, auch Bog-Srrier, seltner (z. B. Kinkel E. 
464): Srriet. 
Güh: s. Beu. — Buhl: s. Beule 2. — 
ZGühme (ar.): Uhn (abeffin.: Gabn u. Hali-Basta. 
Bcehm Hab. 208). — Buhürd (—), m., e)s; 
—e: ein Ritterkamp#sffriel, wobei man in Scharen 
aufeinander eindrang. Ben#e#e 1, 735b; Von Siegen. 
v. Bubür ten. Rtithard 274. -èren, intr. (haben): 
solch Kamrfsriel fsrielen. Limros Gurr. 31; 193 ce. 
Guätrik (gr.), f.; —en: Heilkunde für Krank- 
heiten der Rinder: B. von Uychner. — Buĩber 
(tatar.), m., —s; 0: Pfeffer (vgl. Par#ika). Kohl 
Sũtr. 1, 270. — Build (engl. bilr'), tr.: bauen: 
Diese Bling-Societies lIßoßetitis) od. Baugesell- 
schaften. Mag. d. Ausld. 36, 156b; Commercial 
(l(. d.) Blings ie. — Buis (bolländ. beus), 
F f.; —n: Schiff zum Heringsfang von 
schmack-ähnl. Takelage: Herings-B., auch Buse, 
Büse, vgl. Eyrer. — Gniten (boll. beuten), n., —; 
— : eig.: das „Außen, Draußen“: Holländer, die 
cinen Landsitz, ein B. baben. Mag. d. Ausld. 36, 131b rc. 
jorg, n.: „Ohne-Sorge“, wie Sans-Souc (s. d.), 
Name v. Luüschlössern, Ortschaften 2c., vgl. (dän.): 
Buytenfrörrig, von Reitthieren, dem Srorn 
nicht geherchend, ungebärdig: Inrem das mähnen- 
schümelnr wilte Roß ].. die Frau ergötzte sehr mit 
genialen Burlenirorrigkeiten. Baggelen 4, 75. 
Züja: j. El Buja. — Sũj-e, er: s. Boj-e, 
zer. — Zujuk (türk.), a.: groß (Ggstz Kutschut), 
z. B. vor Titeln: B. Imracher (s. d.) c.; auch B.- 
ODda (s. d.): die große Kammer 2c., s. Hammer 10, 
341. — Gujurdf (türk.), n., — : —: Frei-, 
Schutz-Brief: Die Genebmigung des Diwan .. Zur 
Erlangung eines solchen Freibriefes (B.). CUober! 2, 
205 2c., auch: Bujurdik. (freiheitskampf der Er- 
12
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        Gucanier 
178 
2, 270 2c. und: Bujur (f. Welcker Gr. Tag. 2, 
139, vgl.: Bujuruldi, Verordnung. Hammer 
10, 341; Worauf er sogleich ein Bujuruldn 
(einen Besehl an alle Behörden und Unterthanen 
seines Paschaliks, mir auf meinen Reisen jeden mögl. 
Vorschub zu leisten) ausfertigen ließ. Petermann Or. 1, 
46: 261„: 2. 181: 4 
Zucanter: s. Boncanier. — Buhiadãwin 
(tschippew.) m., —§; O: der Hunger, Hungers- 
noth. freiligrath H. 266: 313. — Luhardit (gr.), 
in., en, —s; -en: „Ochsenherz“, eine Muschelver- 
steinrung. — Bürein-a (lat.), f. [8 24, 11: Art 
Blas-Instrument der Alten, Trompete. Guhl 2, 
362. ätor, m., —8 : ören§ 24, 3, öris!]: Trom- 
peter; Trompeter-Muskel (in den Backen). —it, m., 
en, —; —en: Versteinrung v. Bnccinnm. —um, 
n., —; za 18 24, 2, n.]: eine Gattung Schnecken 
(Krullhorn), z. B.: B. härpa c. — Buceanier: 
s. Boncanler. — Buchel-inchen, n., —s; uv.; 
Sin##ki (Willhomm Banko 1, 48; 171); -örum (G. 
35, 96), m., —§6; -6: Ausdrücke der Volksspr. für 
einen Buckligen. -örium, m., —6 ; örsen: 
Buckel: Mit einem starken Baculo. den Takt auf 
seines Sobns B. zu führen. Simplicissimus 4, 33032. 
— Luͤcco (lat.), m., —6; — s8 24, 3, önis!: 
1) Zu diesen Masken der Atellanen (s. d.), die wir in 
den itallän. Harletinaden noch heutzutage wiedererkennen, 
gehörte der Maceus od. Harlefin, der Pappus od. 
Casnar, der gute Vapa; der B. od. der Vielfraß u. der 
Dossenus od. der weise Berather. Guhl 2, 34 8 tc.; 
danach = Tölpel 2e. — 2) eine Gatt. Bögel (Dick- 
schnäbler, Bartkuckuck). Ohen 7, 237. — 3) Die B.= 
Sträucher (Barsma). 3, 1271; B.-Blätter (als Arz- 
neimtttel) ie. — Huchstin (engl. borkin), m., —; 
—s: „Bockshaut““, ein tuchartiges Wollenzeug zu 
Beinkleidern 2c., nicht gerauht, aber auf der rechten 
Seite glatt geschoren. Kormarsch 2, 735, vgl. Doestin. 
Buhöl-idemos (gr.), -demus, m., uv.; ismen 
1824, 2|: Hirten-Gesang,-Lied. -iäst, m., Sen, 
—S en; iker, m., —; uv.: Sänger von Hirten- 
liedern. Tisch, a.: aufs Hirtenleben bezüglich 
(vgl. idyllisch): Bae Gedichte, Dichter 2c.; B-e Cäfur 
(casürabucölica), die im Herameter der griech. 
Bukoliker gewöhnliche, wonach am Ende des Aten 
Versfußes auch Wort u. Sinn abschließt. — 
Guhrani-on(gr.), um, u., —s; -en 1824, 2, n.1:: 
„Ochsenschädel“, die dem Schädel der Opferthiere 
nachgebildeten Verzierungen in den Metopen (s. d.). 
— SGühla (russ.), k.; —s: „Bucht“, Meeresbucht. 
Kohl Südr. 1, 255. — Züla (türk.), f.; —#: Frau: 
Die treulose B. Co##t 1, 74; 2, 16 2c., vgl. 
Bulitza. — Bulaso, n., —#; —#6: ein Tonwerkzeug 
der Neger (ähnl. dem Holz= u. Stroh-Instrument). 
— Lularch (gr.), m., -en, —#; -en; Sos, m., uv.; 
zen: Vorsteher der Bule (s. d.). — Bülb-iceps 
(nlat.), a. I§ 24, 3, Jieipitis!: zwiebellöpfig. 
ilörm, a.: zwiebelförmig. -ös, a.: zwiebel- 
artig, lnollig. — Gülbul, Gülbül (pers., —), s. 
(m., —): —#, —en: Art orientalischer Nachtigall: 
Bülbül, der Vogel mit brannblauem Gefieder u. schar- 
lachrothem Schnabel. Hallmerayer Gs W. 1, 168; Wie. 4 
Bulle 
des Persers Bülbul Rosenbusch umbangt. G. 2, 271; 
Bülbuls Nachtlied. 4, 127; Pelermonn Or. 2, 141; 
Es trillert Bülbül fern u. Thau vergleßt die Rose. 
Vlaten 2, 38;z Bülbülen-Gesang. Doumer 1, 88 2rc., 
vgl. Bülbüldschi, m., —; —: Nachtigall- 
bewahrer. Hammer 5, 464; 10, 341. — Bul- 
bus (latein.), m. [8 24, 21: Zwiebel, z. B. 
auch B. aortæ (s. d.), Nortenzwiebel; B. öeuli, 
Augapfel r2. — Bül-e (gr.), f.; —§#: Ratb, 
Senat. üma, n., — ; —#a: Rathsbeschlaß. 
Teüte, m., —n; —n: Rathsmitglied. euterion, 
n., —, erfen /§ 24, 2, n.]; -üticon, n., —; 
ca [8 24, 2, n. !: Lokal für die Versammlungen 
der Bule, Rathhaus 2c. — Bulim-kasis (gr.), 
f.; 0: -k, f.; O; Sos, m., uv.; 0: „Ochsen- 
hunger“ — Aderhagie. — Bulim## 2c. s. Boulin 2c. 
— HBũlihza (türk.), f.; —#: in der Türkei, Bez 
jüdischer Damen, s. Hanum, vgl. Bula. — Bulk 
(engl. bölt), f.: die Masse: The great lbbe areil b. 
of löwl members. Salon 1, 329, die große Masse, 
Majorität der Mitglieder 2e. — BGülkh-a (russ.), 
f.; -i, (-is): Art Schwarzbrot. Kohl Pet. 2, 77; 
Sudr. 1, 92. — Zulkhrad (engl. kölkberd), m., 
—# ; —#: Schott, Scheidewand im Schiff. Erenzb. 
26, 4, 297.— Buͤll (engl.), m., —##; —s: „Stier“ 
(s. Bullock u. I. Bolle. Ss.): 1) Ber. der Engländer, 
bes.: John [dshönn, Hans] B., z. B.: Alte u. junge 
Zohn B—s. Grube Eh. 1, 135 2c.; doch auch z. B.: 
Diesen B. von Engländer. Immermann M. 2, 182, wie 
andrerseits: John, Sawney and Paddy (s. Herng 
22, 160) für: Engländer, Schotten u. Irländer rc. 
Fortbild.: Ein Engländer .. steht immer steif. in 
den breiten, fetten Falten des Jobnbulltbums. 
Deuische Blätter 4, 1. — 2) Börsenspr. — Haussier 
(s. d., vgl. Or u. Ggstz Bear, Firer): Das zu jerem 
„ Bären“, der auf die Baisse spekuliert, ein B. gebört, 
der auf eine Hausse rechnet. Ual3. 7, 359. — 3) eine 
lächerl. Verkehrtheit, Dummheit, wie sie nam. den 
Irländern nachgesagt wird: Irische B-s; Parr# 
wird vielleicht einen B. machen, worüber den Engländern 
das Lachen vergeht. Heine Born. 139; Ein vom Dichter 
beabsichtigter irish leirisch! b. Prus Holb. 300 cc. 
—Oog, m., —#: —: -Dogge, m., —n; n: (.; 
—n : Art großer Doggen (s. d.), Bullenbeißer 
(schwäbisch auch „Bulle“, z. B. Sch. 156a; Sch. 
Goͤd. 1, 208; Vischer Asth. 2, 154 „c.). — Buͤll-a 
(lat.), f. I8 24, 11: Blase; Blasenschnecke (. 
Bullit); Kapsel, z. B. bei den Römern eine von 
den Klndern Freigeborner als Amulett an Hals- 
letten getragne, s. Guhl 2, 218 2c.; bes. aber: eine 
Kapsel, welche das einer Urkunde angebängle 
Siegel enthält; dann: das Siegel der Urkunde u. 
— diese selbst, s. Bulle: Aürca b., goldne Bulle r2c. 
rium, n., —; -ärfen [8 24, 2, u.I eine 
Sammlung päpstlicher Bullen: B. mägnum romä- 
num 2c.; Die Auslegung des B—é. Gutzkow Z. 3, 351. 
Satuc, a.: durch eine Bulle ernannt, bes. (vralt.): 
B. (od. Bullen.) Dector. Nagister, der seine 
Würde nicht einer Universität, sondern einer pfalz- 
gräflichen Bulle dankt. e, f.; —n: Bulla (s. d.): 
In einer goldgesiegelten Urkunde ... Einc zwelte Gold-
        <pb n="195" />
        Bulletin 
B. fallmerayer Or. 2, 23; Rofs Ins. 2, V; Beim 
Vorzeigen der golrnen B. [Kaiser Karl's VI. vom 3. 
13561. G. 20, 19; Meine Selber-Wahlkavitulation u. 
golrne B. Jp. (Waockern. 4, 96015); Dem Schulmeister 
die Ben u. Dekrekalen seines Dorfrapstes zu überbringen. 
Wahrh. 1, 36; Pärstliche Bann-B.; Dispen- 
sattons-B.; Ihre lder Bischöfe! Ernennungs- 
B. c.; B-u (od. Brief-) Adel 2c., s. bullatus. -etin 
(frz. bülleteng), n., —; —: Tagesbericht, z. B. 
über das Befinden boher Kranken 2:c.: In der That 
möchten wohl die B-s, welche die englischen Jeurnale 
über das auf den Straud gelaufene Domrfschiff Great 
Western, wie über eine kranke Person mittheilen, etwas 
Praktischeres baben als alle unsere B-é über die Häke- 
leien unserer Theologen u. Philosophen. Monatbl. 2, 
5 7 7b ie.; bes. aber: offieieller Heeresbericht: Die 
Prospektus im Bonararte'schen B.-Stil. DViertelj. 21, 
3151c. Setinier (bülletinjss), m., —s; —§8: Bulletin- 
Schreiber, Einer, der sich im (hochtrabenden) 
Bulletin-Stil bewegt. Salon 2, 382. -etinisch 
(buͤll-), a.: in der Weise v Bulletins: Der nare- 
leonische Bülletinismus wirst dem General Blücher 
vor, daß er 2c... Diese Behauptung ist aber eben nur 
eine b-e. Scherr Bl. 2, 255; 3, 222. -etinis iẽren 
(büll-). tr., auch o. Obj.: Bulletins erlassen: Zur 
Stunde, wo .. Napoleon prahlerisch bulletinisierte: La 
France ne songe qu'à la gloire. 191 2c. -etinismus 
(büll rc.), m., uv.; ismen: bulletinische (s. d. 
Weise, Bulletin-Stil 2c. 277. Tetinist (büfl-, m., 
—en, —§; —en: Bulletin-Schreiber, -Verfasser. 3, 
590 2c. - feren, tr.: eine Urkunde be-, untersiegeln. — 
Güllion (engl.—ôn), n., —#;s: ungemünztes Me- 
tall; nicht fkourante Münze. — Bull-ist (nlat.), m., 
—en, —; —en: Schreiber für räpstliche Bullen. 
##/, m., -en; —en: versteinerte Blasenschnecke 
(s. Bulla). -itiön, f.; -en: das Blasenwerfen, 
Aufwallen, Sieden. — Güllock (engl.), m., —S; 
—# : junger Stier, Bull, Ochs: Bs Dray (s. d.). 
— Bullös (lat.), a.; blasenbedeckt, blasig. — 
(John-) VBullihum: s. Bull 1. — Büln, m., —S; 
—&amp;§ : (in Westafrika) Walrbewohner, Affe. Globus 
9, 165b. — Bülnukh (türk.), n., —; —#: Kom- 
pagnie, Rotte. Hammer 10, 341: 702; B.-Baschi 
(i. d.); Ein Kompagnieschreiber (B.-Eminz). 702; 
Jede Bande hatte ihren Buluk-Baschi (Haurtmann), 
welcher wieder unter einem Bimbaschi (Oberst) stand. 
Cuobert 2, 211; 88; 1, 182 2c. — Bumbaische, 
f.: —#: Art Backwerk in Bremen. — Zumerang: 
s. Boomerang. — Zumper (engl. kömper), m., —; 
—, uv.: großes Trinkgefäß, Humpen. Lichunderg 5, 
260; 3P. 48, 248 ꝛe. 
Bunar bäschi (türk.), m., —8; —#: — Kepha- 
larl (s. d.). Augsb.3, (44) 1937a; Weicket Gr. Tag. 
2, 219; 2482c. — Bünda, f.; —+: 1) in Ungarn. 
ein Mantel aus Wolle od. zottigen Schaffellen, 
mit Armeln. Cartenl. 15, 343b; Globus 4, 82a; 
Grube Ch. 1, 73; Hartmann Nov. 2, 392; Schiemer 
AAHL. 1, 122; Sonntagsbl. (65) 367b 1c. (vgl.: 
Gefüttert im Winter mit Bund [Pelzwerks. fimburg. 
Chron. 18; Buntfütterer 2c. — Kürschner 2c.). — 
2) (ngr.) B. (Seitenstechen u. Magendrücken v. schlech- 
Buran 179 
ter Kost, dem Bergsteigen u. den Stravazen). Westermann 
Mon. 3, 39 4a. — Gündpe (—), f. ; #: in Nor- 
wegen: Sennin: Nach Pontkorvidan befintet sich auf 
den Alphütten Norwegens beständig eine Magd, B. ge- 
genannt, um Butter u. Käse zu machen. Perty 30. — 
Bungalo (engl. böngälo), n., m., —; —: ((. 
Bangalo). Hausbl. (67) 1, 271; 273; Lpiet Erp. 61; 
Wachenhulen Ball. 2, 236 r2c., auch: Verließen auch 
wir unsern Bungalo w 2c. Ausld. 38, 101 3a; 988b#c.; 
Das Pungaloo des Gouverneurs, d. b. ein Haus nach 
indischer Bauart, bloß aus Holz u. Nobrgeflecht. Untd3. 
21, 441. — Güngo, m., —#: —#: Ein großer iuri- 
anischer B. (ein großes Kanoe). Gartenl. 16, 636b. — 
Bungpp (engl. böngiv), m.t, —s; —: Art Rebbe, 
in Australien. Namr 15, 251b. — Bunk (engl. 
bönk), f.; —s: Schlafplatz (Bett) im Eisenbahn- 
fonpé. Gerstäcker NReis. 1, 39; Garlenl. 16, 519b te. 
— Zünrall, m., —#: —#: (auf Malacea) ein 
Gold= u. Silbergewicht, ½/20 Catty (s. d. u. Miam). 
Encykl. f. Kaufl. 559a. — Bünker (engl.), m., ; 
nv.: B., Kohlen-B., auf Dampfschiffen 2c., Auf- 
bewahrungsort für die Kohlen. Uat3. 22, 167. 
— GLuncombe (engl. bönkömm), m., —8; —#: in 
Amerika: Wir werden im Kongresse noch verschiedene 
sogen. „B.-Reren" über das Lieblingethema der Monroe- 
Doktrin zu bören bekommen. DMus. 16, 1, 188 2c., 
vgl.: B. od. Buncum: v. einer politischen Versamm- 
lung an die Leirenschaften des Volks appellieren. Die Ver- 
anlassung zu diesem Ausdrucke gab ein Mitglied des 
Kongresses, der, v. einem Freunde besragt, weßbalb er 
eine so ganz nichtssagende u. im Hause selbst nicht be- 
achtete Rere gehalten habe erwiderte: „ich srrach auch 
nicht zum Hause, sondern zu B.“ —, einem Bezirke, 
dessen Stimmen er seinen Sitz hauptsächlich zu verdanken 
batte. Herrig 30, 215. — Gunolera (span. bunj-), 
f.; —: Pfannkuchenverkäuferin. Baßtiano 173. — 
Zünting (engl. bönting), n., —8; —#: Flaggen- 
tuch. 
Buön-apärte: s. Vonaparto (it.), a.: 
gut, — vor männl. Hw., die mit einem Konso= 
nanten (außer s) beginnen, verkürzt, z. B.: Der 
buön camerädo sgute Kamerad]. Spielhagen Pr. 4, 
147; Das beim Abschiek übliche Buõn viaggio lwiärsbohl. 
Nat3. 20, 117 (gute Reise)! 2c.; weibl. buõna, 
s. Mancia; Nota 2c., vgl. auch: Sie grußte mit einem 
Oöna söra sguten Abend]. Schücing KunstLeir. 83 1c.; 
Mz. (m.): buöni; (f.) bnöne. — Buog: s. Boje. 
Zuphthälm-iE (gr.), f.; —(ehn: „Ochsen- 
adugigkeit“, das Behaftetsein mit großen, stieren 
Augen. -um /8 24, 2, n. eine Pstanzengattung. 
Sus, m. /§ 24, 21: ein Stierauge. — Buprest-is 
(gr.), f. [8 24, 3, ur.]; -ide, m., n: eine 
Gattung Käfer, Prachtkäfer. 
Bür (türk.): Art vistaeienfarbiges Seidenzeng. 
Hammer 10, 341. — Burail (frz. büräß), m., —; 
—6: B., ein gekövertes Zeug, dessen Kette Seide u. der 
Einschlag feine Wolle od. Kämelgarn od. auch Leinen 
ist. Das ungeköperte beißt Ferrandine. Encykl. f. Kaufl. 
20 1b. — Büram, m., uv.; uv.: Wasserkrug, in 
Sennär 2c. Elobus 4, 3a. — Burän (russ.), m., 
—; —, —e: Der B., der furchtbare Schneesturm. 
127
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        Burani 
180 
Gartenl. 15, 199a; BSazar 16, 82a; Nat 3. 20, 197; 
Nach den B-en, den Schneestürmen. Globus 7, 134a c. 
— Buräni (türk.), n., —#; —a: in türk. Bädern 
das erste Zimmer, worauf das Wustani, das eig. 
Badezimmer, u. dann als dritter Raum das 
Dschuint, das Schwitzzimmer, folgt, s. Murhard 
Konst. 2, 37 ff.— Bur-at (frz. bürä), m., -s; -6: Art 
Zeugstoff, halb v. Florettseide, halb v. Wolle (vgl. 
Vure). atine, f.; —z: Art Papeline (s. d.) v. feiner 
Seide u. Wolle. — Buratltin-o (it.), m., —8; 
-i: Marionette (s. d.). — Bürb-as, m., uv.; 
uv.; -r, m., -n; —n; -er, m., —; uv. : ½/6 Asper, 
in Agypten 2c. — I. Büre, m., —n; —In: albane- 
sische Krieger, — unter einem Bulukbaschi. CRoberi 
2, 89; 145. — II. Zur-e (frz. bür), f.; —#: Art 
groben Wollenzeugs, vgl.: Rock v. graunem Burell. 
Glagan Spaz. 170 2c. — Bureau (büro), n., —; 
—§, (Tr): = Büre; dann ein mit Tuch überzogner 
Schreiblisch: Schrelbe)= Bs. Ciech Tischl. 1, 92; 
Gutzkowm R. 6, 32; Am Fenster stand ein großes Cy- 
(inder-B. Galen GrP. 1, 174, eylinderförmiges 
Schreibpult 2c.: dann das geschäftliche od. nam. 
für die Schreiber bestimmte Zimmer einer (Ver- 
waltungs= 2c.) Behörde u. übrh.: der Ort solcher 
Thitigk. (vgl.: der „grüne Tisch"), die ganze An- 
stalt u. die dabei beschäftigten Beamten 2c. (s. Erre- 
dition; Office 2): Die B—r der Adjutantur. Gartenl. 16, 
33b; Ual#B. 21, 34; Sich auf dem B. der postrestanten 
Briefe zu erkundigen. Meißner Nov. 2, 145 1c.; Adres- 
(s. d.) B.; Central- (s. d.) B.; Druck= u. Gra- 
vier-B. Gartenl. 16, 58b; Das Fabrikations- 
B. 59b; Ihre Schwester hatte eine Art Heiraths- 
B. etabliert. DMus. 17, 2, 109; Intelligenz- 
(. d.) B., frz. b. des petites affiches ldä Ftitsaffischl; 
Veim Kriegs= B. angestellt. G. 21, 204; Ministe- 
rial-B.; Post-B.; Betting-Offices. . Diese Wett- 
B. Joller Renn. 73; Zeitungs= B. Heine Lut. 2, 
8 4 2c.; B. de commerce lfommerßl, Handelskammer; 
des comptes ldd köngt, Rechnungskammer; d'’esprit 
ldespril, scherzh.: eine Versammlung geistreicher 
Personen 2c.; B.-Beamte; -Diätarien (s. d.); -Dienst; 
Stunden; -System; „Vorsteher 2c. -krat (frz.-gr.), 
m., —en, (—8); -en: ein dem Bureaukratismus 
Huldigender, Anhängender. Eichendorf Gsch Dr. 80 rc. 
-kralié, k.; —ehn: Beamtenzunftherrschaft, Regi- 
ment vom grünen Tisch aus 2c.; die Gesammtheit 
der Bureankraten. -krätisch, a.: in der Weise 
der Burcaukratie 2c.: Daß ihre Amtserziehung u. 
Amtsgewöhnung einen amtszünftigen (b-en) Ge- 
sichtstreis erzengt. Ual3. 20, 415. hratisiieren, 
tr.: nach bureaukratischer Weise einrichten, ver- 
walten 2c.: Alles in der Welt durch Bureau- 
kratisierung zu zwingen. Kosak Fed. 5, 66. 
--##ratismus, m., uv.; 0: das bureankratische 
System Scherr Mir. 134. -män (franz.-gr.), 
m., -en, (—)); S-en: wüthender, eingefleischter 
Bureaukrat. Dazu: Beik, f. c. — Bürkkll, m., 
—6# -e: s. Bure. — Vurctie (fri. bür-), f.; —n: 
Glasröhre zuchem. Arbeiten. — Burga; s. Bburga. 
— Vurgess (engl. bördsheß), m., uv.; —es: Bür- 
ger: Die B-es or Freemen lfruuenn] (die Bürger od. 
Gurnus 
Freimänner) v. York. Kohl Engl. 2, 107; dann auch: 
B-es, ein altes Wort, das eig. Bürger bed., zuw. aber 
für die Parliamentsmitglieder gewisser Korporationen 
gebraucht wird. 3, 13. — Burgh (engl. börg), n., 
—6; —6: „Burg“, Burgflecken 2c.: B.-Stakes 
(s. d.). — Burghül (türk.): Art Weizen= od. 
Maisgraupen, s. p####rmann Or. 1, 88; 124. — 
Burglar--# (engl. börglari), n., —#; -ies: Dieb- 
stahl mit Einbruch, Kohl Engl. 2, 212.— Burgünd- 
er, m., —§; uv.: Einer aus Burgund, — nam. 
solcher Wein: Erdbeer'in B. Blumauer 2, 16; G. 27,198; 
Sch. 19 5ac.; B.-Wein, -Blut (wy möäner 2, 80, in Be- 
zug auf die rothe Farbe). ern, intr. (haben): Bur- 
gunder trinken: Bis um Mitternacht chamvagnerten u. 
burgunderten wir. V. Br. 1, 95. — BLurian (tart.= 
russ.), m., —6; 0: Steppengestrüpp: Durch den 
hohen B. (Unkraut, Riet) der Berghalden. Gortenl. 13, 
790b; Kohl Südr. 2, 112 ff.; Ein B.-Feld. 116. — 
Buridan, m., —; 0: ein Scholastiker des 14. 
Jahrh.; sprchw.: Er glich dem Esel B—s, zwischen 
2 Henbündeln. Uing Verl. Gsch. 2, 105; Rathlos wie 
der Esel B—s. Schüching FrR. 2, 91 t2., s. w. 3, 
297 ff. — Bur-ille (span. —ilje, Garzoni 562b), 
f.; —: Zin (frz. bureng), m., —#: —: Grakstichel. 
Zinièren, tr.: mit dem Grabstichel arbeiten; Wap- 
pen stechen. — Güris (lat.), k. [8 24, 3, uv. J: 
Krummholz des röm. Pflugs. Weiss Kost. 1, 1330. 
— Zürl## (russ), f.; —6: zen: Filz r2c. u.: 
daraus Gefertigtes: Der Osse hängt einen langen 
Filzmantel (B.) um die Schultern. Ausld. 39, 108a; 
785a; Die dicke, haarige B. aus brauner Wolle. 
tiohl Südr. 2, 233; Ihre Burken. 1, 213; 215; Ein 
weiter Uberrock lder Romänen] v. Wotlenzeug (labanitza, 
b.). Meyer Konv. Ler. 2, 76 a c.; ferner: B-sé, 
Filzzelte lder Tscherkessen). Gartenl. 13, 788b. — 
Burkee (engl. börk), m.: Eigenn., nam. der eines 
berüchtigten „Auferstehungsmannes“, der Personen 
mordete, um ihre Leichen an Arzte zu anatomischen 
Studien zu verkaufen (s. S. 31, 324 ff.). -en, 
tr.: (durch Erstickung menchlings) tödten, dann 
verallgemeint, s. Herrig 30, 215; Heine 8. 107; 
Dieses allgemeine B. der Menschengeschlechter. Immer- 
mann M. 3, 368. — Burl-esk (it.), a.: niedrig- 
komisch, possenhaft. -ishe, f.; —n: Posse, 
Schnurre 2c., vgl.: Burlésca hießs lbei den Span.] 
eine Komödie, die einen pathetischen Gastd mit eynischem 
Humor parodierte. RNosenkranz Poes. Gsch. 596. 
cetla, f.; -étte; -Ette, fk.; —#: kleines Lustsviel, 
Posse. Zeller 1, 37 ½. — Buͤrmeister (deutsch-— 
russ.), m., —s; uv.: „Bauer-Meister"“: Der B., 
zweiter Verwalter (Vermittler zw. dem Verwaster u. der 
Bauerschaft). JZazar 14, 46b; „Burmistr“. Vidert 
Turg. Jäg. 77. — Gürnus (ar.), m., uv., „ses; 
uv., —se: wollner Mantel mit Kapnze, wie ihn die 
Beduinen (s. d.) tragen. Sadländer Sold Kr. 139; 
Uing Verl. Gschi. 1, 198 1c.; Reise-B. Scherr Gr. 
1, 30 re., auch: Der weite, faltenreich drappierte Ber- 
unus püchler Südöstl. 1, 269 2c., auch weibl.: Mir 
meine Bernus umhängend. 133; Eine B. mit Capu- 
chon. Semil. Afr. 1, 250; 27 c.; m. dem arab. 
Artikel Albornoz 2c. Dazu: Die beburnusten
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        Lurr 
Sänger. Derl. Montagsz. 7, 17. — Burr (engl. 
börr), f.; O: im Engl. eine fehlerhafte Aussprache 
des Buchstaben „R“. Hohl Engl. 2, 54. — Zürra 
(span.), f.; —#: Eselin: Ein Ggstk besonderer Ver- 
ehrung ist die B. dél Senor ISenjör] „Eselin des Herrn“, 
nämlich die Eselin, auf der am Palmsonntag die Christus- 
figur getragen wird. Ausld. 39,120 9atc.— Burrás-Tca 
(it.), f.; che □—keI: Bourrasque (s. d.). Sausbl. 
(61) 1, 290. — Gürr-ichus (lat.), m. (/§ 24, 21: 
s. Mannus. Jo (fran.), m., —; —6: Esel. — 
Burrow (engl. börro), n., —s; —é: = Burgh 
(s. d.) u. Barrow (s. d.). — Bürs-a (gr.- 
mlat.), f. [8 24, 11: Beutel (s. Beurse, Börse); 
Burschen-, Studentenschaft, vgl.: Jede Burse 
hatte ihren Aufseher, der in Leipzig Conventor, 
in Ingolstatt auch Rector hieß. Gtenzb. 25, 2, 
212 te.; ferner z. B. (Anat.): Bürsa muscöse, 
Schleimbälge 2c#.; (Botan.): B. od. Cödium s. 
Alcyönium b., Art Schwamm; B. pastöris od. 
Thldspi bursæ pastöris, „Hirtentasche“, Tischel- 
fraut 2c. - Aria, f.; zärken [8 24, 1): „Beutel- 
thierchen“ (Art Infusionsthiere). -rius, m. 
[§J 24, 2): Die Studierenden hießen davon (s. bursal 
schlechtweg Bursäri# od. deutsch Bursenknechte. 
Orenzb. 2 5, 2, 212 (ogl. Bursen= Leben, Knechte. 
Uhland Volksl. 684 „rc.); auch Berwalter des Kloster- 
vermögens. — Burschihös, a.: studentisch-bur- 
schenhaft: Auerdach Tag. 95; Trieb er's .. ein we- 
nig locker u. b. Sch. 324a. Tität, f.; -en: burschi- 
koses Wesen, Treiben 2c. (vgl. vralt., mundartl.: 
burschieren; sich burschen, bursen tc., sich ge- 
sellig versammeln, ein burschikoses, lustiges Leben 
führen 2c.). — Bürs-e, f.; —n; -n-: s. Burs-a; 
arius. Ten: s. Burschikosität. — Zürsim, m., —s; 
0: B. od. ägyptischer Klee. Ausld. 39, 838b. — 
Bursinha, f.; —: der priesterl. Turban bei den 
Mandäern. Petermann Or. 2, 462. — Gurddsch 
(türk.), pl.: Burgen. Hammer 10, 341. — bü- 
ründschih (iürk.): Dünntuch, edd. — Lurün 
(türk): Nase. Kis: „ohne Nase“, der Tschausch- 
baschi (l. d.). ebd. 
Gus (engl. böß), m., uv.; -es: Abkürzung 
für Omnibus (s. d.): Der „Cad od. Konrukteur des 
„B.“ vd. Omnibus. Gartenl. 14, 110a; Der Omnibus 
ist der B. u. sein Kutscher der B.-Treiber. 16, 1 70 b 2c. 
— Busa: s. Bosa. — Bus-aut, m.,en, —#;en: 
eine unedle Falkenart, Fälco büteo, z. B. Stumpf 
61 23 ie., auch (frz.) Busart lbüsärl, m., —6; — 
u. Buse lbusl, f.; —s; ferner: Bus-Aar. Oken 7, 
137 ½.; Geschrei des Bußhard. Höser V. 307; 
302 tc. u. Bussard (s. d.). — Guschirren, intr. 
(haben, sein): durch die Büsche schleichen, streifen, 
birschen (s. d. Ss.): Ich durchstreifte b—d die Flur. 
Gartenl. 17, 22 8a, s. buskieren. — Güschmansie; 
Büschmine Oalwa (s. d.). — Büsdowan (serb.), 
m., —; —: Kolben. Gerhard W. 2, 251. — Büse, 
Züse, f.; —n: s. Buis u. Busant. — Zulh (engl. 
büsch), m., uv.; —es: „Busch“: Den australischen b. 
kennen zu lernen u. nam. auch der Jagd auf Känguruhs 
nachzugehen. Nat 21, 45 :2c.; B.-ranger frendsherl, 
Buschklepper, Strauchdieb, bes. in Australien: 
Bul 181 
Neu-Sudwales, das gelobte Land der Bushrangers. 20, 
247; 295; 507 2c.; Die Bushrangere f floriert. 
21, 209, vgl. (in Amerifa): Ranbbanden unter 
dem Namen v. Juhhawkers u. B.-hamkers lhäkers). 
Gerstöcker NReis. 2, 185; 1, 288 (vgl. 302 ff.). — 
Lushel (engl. büschel), m., —6; —6;: engl. Hohl- 
maß für Getreide rc. (vgl. Boisseau): Der B. ent- 
hält 1 Pecks (Viertel) od. 8 Gallons od. ⅛8 Quarter. 
Enckl. f. Kanfl. 202b. — Gus ir-is, m., uv.; uv., 
—se: (gr. Myth.) Name eines ägypt. Tyrannen, 
den Herkules erschlug. Namler Myth. 298; Zu einem 
Nero u. B. wirft ser Ihren Namen. Sch. 27 9a te.; 
auch antonomastisch. isieren, tr.: iyrannisieren, 
grausam behandeln: Von den aristokratischen Un- 
gehenern, die das unglückl. Schweizervolk bisher so bar- 
barisch busirisiert u. neronisiert Drckf.: nero vistert! 
haben sollen. w. 32, 179. — Busc (frz. bast), m., 
ur.; —: Planchette (s. d.) im Schnurleib. — 
Guskifren, tr.: 1) (it.) Etwas erhaschen, schlau 
erwerben 2c. (eig.: „aus dem Busch“, Hinterhalt, 
vgl. embustieren; buschieren). Stahe Rep. 2, 44; 1035c. 
— 2) s. busquieren. — Busné, m., -s, uv.; —6, uv.: 
bei den Zigeunern, ein Nichtzigeuner. Globus 7, 
27 la; 9, 78a. — Indquleren (frz. büsk-), tr., 
refl.: mit einem „Busc“ versehn: Ein Schnürkeib 
b.; Sich b., steif schnüren ꝛc. — Güssa: s. Bosa. 
— Gussard, m., —e)s; -e: (s. Busant). Oken 7, 
137; Spirlhagen Reih. 1, 5; Cschudi Th. 118 ff.; 
Wespen. B., Fdlco apirorus 2c. — GBufsole: s. 
Bouss c. — Büflee (it.-frz.), f.; —##: plastische 
Nachbildung des menschl. Oberleibs, Brustbild: 
Die Büstchen u. Stamettchen. Garienl. 15, 539a; 
Bist du geboren, eine kalte B.? Platen 2, 26; Seine 
Miene blieb unwandelbar dieselbe, wie eine B. unter 
lebenden Figuren. Sch. 7290; W. 12, 85; 20, 120 
2c.; Gips-; Marmor-B. c.; Hautrelief= (s. 
d.) B. Siaht Zahr. 1, 58; Porträt.B. 108, Gagst: 
Ideal-B. 2c.; dann aber auch: der menschl. Ober- 
leib, die Brust, s. nam.: Jesephine besaß für eine 
Luise Miller zu wenig schlanken Wuchs u. zu viel — B. 
Man verzeihe beiläufig das Wort, das in jene Zeit nicht 
passt, womit aber unsre prüde Gesellschaft den warmen 
Ggstd, den es bezeichnet, durch die Erinnerung an Mar- 
mor u. Gips für die Phantasie abzukuhlen strebt. König 
15, 41 u. so: Noch im Boden bis zur B. G. 12, 125; 
Wäbrend eine Spitzenberte die B. umschloß. Schücking 
Hrg. 1, 31 „2e. ren, tr.: um Brustbild dar- 
stellen. Zelter 5, 186 2c. — Bustrophedon (gr.), 
adv.: Die Zeilen in beiden Inschriften gehen eins ums 
andre v. der Linken zur Rechten u. v. der Rechten wieder 
zur Linken. Diese Schreibart ward B. genannt, da die 
Zeilen auf dem Marmor „sich wenden, wie die Ochsen“ 
beim Pflügen. Thandler KlAs. 53; Monatbl. 2, 386a. 
— Sust-uarius (lat.), m. [§ 24, 2): Gladiator 
bei Leichenfeierlichkeit. -#um, n., —s; za (§ 24, 
2, n.): Todtenverbrennung; Scheiterhaufen dazu; 
Grabstätte. 
Güt: 1) (ar.) n., —; —s: ein großes Boot. 
Petermann Or. 2, 141. — 2) (frz. bü), m., —#; —8: 
Ziel; Zweck: De b. en blanc ldbütangblängl, grade 
los aufs Ziel (schießen 2c.); Ubrtr.: gradezu,
        <pb n="198" />
        182 Bulac# 
brüsk, rücksichtslos 1c. — Butäca: 1) (span.), 
k.; —§: Von den Bs od. Orchesterplätzen. Dastiano 
18; 19; 39; 81 . — 2) eine Goldmünze in 
Marvero, s. Paincca. — Lulcher (engl. biuscher, 
m., — —: Fleischer, Schlächter. Kohl Engl. 3, 4 
— Bulenhaͤnsisch s. Hansisch. — Butia, m., 6; 
—#: bei den Indianern der Antillen: Priester 
Ein B. od. Priester mit mehrern Bs. Rücheit Col. 1, 
7; 237 2c.; auch: Die Priester od. Buios. Scherzer 
Nat. 269. — Butienlärius (witt.), m. 8 * 
? Erzschenk. — Büt-ha (russ.), f.; —#; -ke, f. 
: „kleine Bude“, Schilderhaus: Butschnuts, 
26 Tag u. Nacht auf der Straße in den klelnen Butken 
(Buden) kampieren. Kohl Pet. 1, — Buller 
(engl. börtler), m., —s; uv., —#: Kellermeister. 
Gatienl. 16, 295a (vgl. Bottelier); Der Hanshof- 
meister, in England b. genannt. Geube Ch. 1. 102. — 
Gülschnikh, m., —s: —S#: Den B., einen der in den 
Straßen postierten Policeidiener. Kohl Pet. 1, 17; 
29 2c. — Lukler (engl. börter), f.; 0: Butter. 
— ## (sleiz,m., —s; -slies (fleis): „Butterfliege“ od. 
Milchdieb, Schmetterling. coler (kuler), m., 
–8 —: Butterkühler, s. Cooler. -pot C□pon), 
m., —#; —: Buttertopf. Koht Engl. 1, 72. — 
Buitress (engl. böttrts), m., n., uv.; —es: Stütze, 
Pfeiler: Die schlanken Stutz= rd. Strebepfeiler od., wie 
die Engländer sie sehr charakleristisch nennen, die flying 
fleting) b-es (die fliegenden Pfeiler). 3, 104. — 
BGutts (engl. böns), pl.: Sohlleder in Häuken. 
— Guttsell: s. Bonte-seltke. — Gulur: Art 
Beinkleider (in Damaskus), auch Scherwal. Petti- 
mann Or. 1, 150. — Zut-öl, n., —s; 0: 
(Chem.) ein Radikal in der Buttersäure c.: Als 
Hauptbestanrtheil des #. Fuseloöls. .. Amyl- (. d.) u. 
B.-Alkohol. . B.-Orhd--Hyrrat ed B.--Alkohol . be- 
llehend aus einem bypothetischen Radikal, dem B. (C. 
IIo) nebst Sauerstoff u. Wasser- Katmarsch 1, “ 
2, 26. „ Drum llat., § 24, 2, n. J: Butter (l. 
Ss.), nam. auch hesmm.) v. diekflüssigen 9 
buttrigen Präparaten, z. B.: B. antimönii, Spieß- 
glanzbutter; mercuriäle, Queckslberbutter; slänni, 
Zinnbutter; süulphuris, Schwefelbutter rc. 
Luv-etier (fri. buwetje), m., —s; —s: Wirth 
einer Büvette. le (-it0, f.; —s: „Trinkstub- 
chen“ (vgl. Buffett), auch die sich dort versammelude 
Gesellschaft 2c. 
Lür (lat.), m., -es; —e: eine Pfl., Buxus. 
auch Buchs (s. d. Ss.), B.-Baum: Der „Buchs'“, bei 
uns ein verzwergter Zierbusch, schmückt als immergruner 
Baum den Wald. Falmerayer Or. 1, 143; Baumhober 
b„B.“ 1514; G. 2, 210; Den hellen Klangsal] durch- 
könet Erz u. Dern u. , Buchs'. v. 1. 115 die mit 
Darmsaiten bezognen, aus Burbaumholz gefertig- 
ten Geigen]; Ov. 2, 101 u., auch: Wie Bürus 
blasse ihr gelbes Gesicht. 1, 210. Jus, m. 1824, 21. 
Buns rc.: Lugten 2c.: s. Buis c. — Unzah: 
s. Bosa. — Quzz (engl. 00½% summen, sumsen #c. 
Gpzantinismus 
er, -napper, m., „s; —#: Einer, der Einen in 
Schlaf lullt v.; übrtr. auf eine Art Taschendiebe, 
s. Mobsman. — Bwid: f. Ellvlon. 
g# (engl. bei), präp.: „bei“; durch 2c., z. B.: 
By fits (änd stärts) — par boutade, ruckweise #c. 
— Öbblis, f.; 0: f. Kaunus. — Spip, in., -8; 
—: der sndische Ichneumon (s. d.), Vivérra män- 
gos. — Byre (beir), n., —#; —#: auf den Hebriden, 
die Düngerstätte. * 4, 173. — Sgron (engl. 
beir'n), m., —§; —#: Name eines berühmten Dich- 
ters (1 1824). Dam z. B.: Einstimmen in das 
Lied von B.'scher „Zerrissenheit“, das mir schon seit 
10 Jahren in allen Weisen vorgepfiffen wird. Htint 
Reis. 3, 249; Die literarische Stimmung, welche By- 
ronismus zu nennen man übereingekommen ist. 
Das der Byronismus, während er bei uns nur die arm- 
selige Posse des jungen Deutschlands zu Wege gebracht, 
in Rußland wenigstens 2 wirkliche Dichter erzog. Scheir 
Mir. 99: Die russischen Byronisten .. Die deutschen 
Weleschmerzler. ebd. Byroussch. 102 2c. — BGö#l 
acanthus (gr.), m. 6 24. 21: Art fossiler Fische. 
olith, m., —(eys; -e: Muschelseidenstein. —us, 
m., uv.; se [8 2% 7/n 1) bei den Alten ein fei- 
ner (baumwollner?) Zeugstoff (s. weise Kost. 1, 
342). w. 26, 155; 333 2c., auch: Byssos, 
z. B.: Kleid. Kinhel 15; —Schlercr. 106 ꝛe. — 
2) (s. 1) Aste, an welche sich die Muscheln mit- 
tels ihres B. (Muschelseide) . festhängen. Ausld. 
39, 9920b; Zuemeister Gsch. 377; [Man findet in den 
Steckmuscheln! eine 6“ lange Quaste aus sehr dunnen 
u. braunen. seidenartigen Faͤden. .. Die Alien nannien 
diesen Stoff B., wegen der Ähnlichkeit .. mit dem B., 
womit sich die Reichen kleidelen 2c. Oken 5, 351 c. — 
3) (s. 1) eine Zunft Pilze (Faserschimmet). 3. 
67 ff. — Zathometrié (gr.), I.; eyn: Ziefen- 
messung. — Pn-wan (engl. bei- 1 m., —:„ —6 
Nebenweg, s. den Ggstz: High-way. — Sjani. 
ein (nien n., —(e)s#: 0: Das „B.“ (wenn 
Sie den chemischen Terminus ertragen). Follmerayer 
Gs. W. 2, 53, zur Bez. gleichsam des Grunt- 
stoffs im Byzantiniemus (s. d. u. z. B. dibrin, 
Nikotin 2c.). —n u., —; uv.: Einer aus 
Byzanz, d. h. aus Konstantinopel, nam. als Haupt- 
stadt des oströmischen (od. griech.) Kaiserthums. 
G. 35, 219; auch die griech. Geschichtsschreiber 
jener Zeit u.: byzantinische (Gold-) Munze. -#nih, 
f.; 0: der byzantinische Baustil (vgl. Gothft 2c.); 
In der llbergangszeit v. der B. zum deutschen Siile. 
Schüching Bronckb. 1, 1 6 2c. inisch, a —F auf By- 
zanz (s. v.) bezuglich, dazu gehörig 2c.: Das b 
(vd. oftrömische) Reich; Der kaiserl. Hofstaar ganz auf 
b-em Fuße eingerichtet. Scheit Bl. 2, 118; Ber 
Banstil, s. normannisch 2c. Siniomus, In., uv.; 
0: byzantinisches Wesen r.: Zene lfranz.] Sitten- 
verderbnis, die man in Deutschland . . mit dem 
Namen B. gebrandmarkt. Mag. d. Auel. 36, 35 6n; 
l 22, 15; Ob das Kaiserthum wieder bas-empire 
u. B. ist. W 16, 190.
        <pb n="199" />
        Cäsar ewilsch 183 
C 
C: 1) der Zte Buchst. ls. § 3 über sein Vh. 
zu Kl; auch, nach der Zeichnung auf den Flügeln, 
Name einiger Schmetterlinge, C-Falter: Das weiße 
C (Vanéssa C älbum); das schwarze C (Nöctua C 
nigrum) 2c. — 2) (Mus.) Bez. eines Tons (s. A 
3), so: C. Dur; -Moll; -Dur-Tonleiter 2c.; auch als 
Bez. des ¼-Takts; als Baßschlüssel rc. — 3) als 
röm. Zahlzeichen C— 100, wie N = 1000; D 
500; L — 50; XK — 10; V-— 3; 1 = 1. 
Bei den durch Wiederholung u. Zusammenstellung 
dieser Ziffern bezeichneten Zablen gelten kleinre 
Ziffern links von den größern stehend als abzuzäh- 
lende, rechts dagegen als zuzuzählende, z. B.: IV 
— 1; VI = 6; IXK XlI= 11; IIXK = 8; 
XII = 12: IL = 19: LI = 51; IIL — 48 
LII = 52; VL = 45; V= 55 C = 99; CI 
ltot:; IIC = 9; Cll -9102; V = 95; CV 
105; XC = 9 CX = 110; XXD — 480 ; 
D CC = 520; MDCCGCLNIN — 1869 u. — 4) 
Als Zeichen (s. 2; 3 u. A 1; 4; 5) u. in Ab- 
kürzungen, s. nam. Absolvo, ferner z. B.: C., 
Cajus; Calendæ; capunt; Carboneum; Cesar; Cel- 
sius (bei Angabe der Thermometergrade); Censor; 
Cent; nach der Centesimal-Eintheilung; Centime; 
Centuria; Civis; Ciritas; Cohors; Collegium; Co- 
lonia; Comitialis dies; Condemno: Coudidit; Cou- 
jux;: Conscriptus; Constans (Math.: konstanke 
Größe); Consul; Corona; Curarvit 2c.; ferner: Ca., 
Calcinm; ca., circa; c. a., coll’ arco; c. à d., 
c'est à dire; Cal., Calendse: c. B., col Basso; 
C. B., Contra-Basso; (Knighit of the) Cross of the 
Bath; C. C., Kubil-Centimeter; c. c., concide, con- 
tunde; cornu cervi: C. C. C., constitutio crimi- 
nalis Carolina; Cd., Cadmium; Ce., Cerium; 
cet., celera; cf., conferl(atur); Chr., Chrisius; 
Cie., Compagnie; Cl., Clandius; Chlor; c. 1., ci- 
tato loco; C. M., Candidatus Alinisteri##; C. M. B., 
s. Kaspar; Cn., Cnæus (röm. Vorname); Cyan; 
Co., Kobalt; Compagnie; Cod., codex; Codd., co- 
dices; Comp., Compagnie: Comparativrus; Com- 
hositum; Cos., Consul; Coss., Cousules, Con- 
sulibus; Cp., Cpie., Compagnie: C. P. S., Custos 
Privati Sigilli; Cr., Chrom; Crt., Ct., Courant; 
c. S., con sordino; come sopra; Cto. Ct., Conto 
corrente; Ctr., Ceniner; Cu., Cuprum; curr., cur- 
remtis (anni) 2c. 
Cäeili-a (lat.), f., —#, ens; (zen) 1824, 11; 
-e, s., (ICn): weibl. Name, bes.: Schutzheilige 
der Orgel u. Kirchenmusik. 
Cälalür (lat.), f.; —en; -a, f. (§ 24, 11: 
das Ciselieren. — Cäl-rbs (lat.), m. I§ 24, 3, 
Abis]: ein Eheloser, Hagestolz. — Cälibat, i. 
(n.), —e)s: -e: der ehelose Stand, nam. der ka- 
thol. Geistlichk.: Verwunschet er den C. pfefel Po. 
3, 2 2c.; oft: Schrift gegen den Cö libat. Aueld. 38, 
5lob; fönig Kl. 1, 291; Raumer Tasch. 1, 9, 3302c. 
u. ncutr.: Das Cölibat. Cutzkow Z. 2, 151; DMus. 
15, 2, 216; 7p. Wahrh. 4, 333; Pp#mann Or. 1, 
110; Westermann Mon. 3, 145 2c.; Das Zwangs. 
cölibat der Mittellosen. Uat3. 21, 177, s. auch Cslibat. 
Scherzh. Fortbild.: Der selbst gesehen hälte gern, 
wenu Zener Die — beirathete,] mit der er eöli- 
batete. Glaßbrenner RF. 26 2c. är, u., —eys: 
e: ein im Cälibat Lebender: Cölibarär. Gutzkow 
3. 9, 151. -us, m. I§ 24, 4]: Cälibat. — Cä- 
lest rc.: s. Cölest 2c. 
Cäment 2c.: s. Cement 2c. — Cärimonie 2c.: 
s. Cerem 2c. — Cärül-enus (lat.), a.: blau, 
blaugrün (vgl. G. 39, 19). in, n., —/e)8; 0: 
Das in diesen I[Indigblau-Schwefel-] Säuren enkthaltene 
auflösliche Indigblau (auch C. genannt). Prechtl 8, 1 7 1c 
Cafalpini-a, f. 18 24, 11: -e, f.; —n: eine 
Gattung dorniger Bäume u. Striuche (benannt 
nach dem Botaniker Cäsalpinus des 16. Jahrh.). — 
Cäsar (lat.), m., —# (ären); -iren [§ 24, 3, 
is!: urspr. männl. Name (der „aus dem Mutter- 
teibe Geschnitine“, vgl. Kaiserschnitt); dann nach 
dem im Z. 44 vor Chr. ermordeten Cajus Jülins C., 
Titel der röm. Alleinherrscher, wie Augüstus (s. d.) 
od., davon geschieden, der Thronfolger = unum- 
schränkter Herischer, Kaiser: C. nön sübra gram- 
mäticos, der Kaiser geht nicht über die Gram- 
matiker; die Sprache fügt sich nicht seinen Macht- 
befehlen (s. Schisma); Aut (s. d.) C., ant nihil, 
vgl.: Ein C. ed. Nichts. w. 12, 292 ꝛe.; Die ge- 
krôönte Vetterschaft der C-en. Heine Sal. 1, 88; Der 
neue C., den die Welt erwartet. Mügge Rom. 3, 1, 
243;: Karl, der Sobn Pirin's, der mächtige C. Platen 
4, 279 ꝛc. (Ugw. Mz.: Die Schwäche der Ce. Slahr 
Cleop. 290); Wie das röm. Wesen zur CS#en-Toll- 
heit ausschlug, so das napoleonische zum Kaiserwahn- 
sinn. Scherr Bl. 3, 557 2c. In den frz. Karten der 
Kareau-König (vgl. Aleranrer): Den C., Hektor, 
Karl u. David., Uachel 6, 300 2c. -ärenlhum, n., 
—(e)s; 0: Cäsaren-Herrschaft,= Gewalt 2c.: Dog- 
men, welche das französ. Volk viel trrannischer als das 
C. beberrschen. Ual3. 21, 37; Monalbt. 1, 313b. 
arloopapia, t. I/§ 24, 11; -art#copapik, f.; 
—ehn: Cäsaropapismus (s. d. u. Papocäsarie). 
Necht, — auch scherzh. nach dem Wort: Wo Nichts 
ist, hat der Kaiser sein Recht verloren 2c., vgl.: Ven 
den neuen Stenern gilt die excéptio (s. d. 2) csaärea 
noch weit mebr. Nat3. 21, 561 rc. (s. auch Coma); 
auch n., substant.: ein dem Cäsar geweihetes Hei- 
ligthum: Ihren Tempel der Dẽa Dia, ihr Ceasä- 
reum 2c. Ctenzb. 25, 4, 22 7). arewilsch (russ.), 
m., uv., —es; —e: Thronnachsolger in Rußland, 
vgl. Zarewitsch, ferner: Cäsar-#wa, Kaiserin;
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        184 Cäsarisch 
„ewna, kaiserliche Prinzessin. ärisch, a.: kai- 
serlich; in der Casaren-Würde,-Macht begründet, 
darauf bezüglich rc.; auch: In vor-c-er Zeit. Weiss 
Kost. 1, 1244, in der Zeit vor Cäsar, — Ggst: 
nach-e. ariseren, intr. (haben): sich als Cäsar 
behaben; cäsarisch schalten 2c. Cäsarisiere nicht! 
Volksz. 15, 163. -arismus, m., uv.; O: räsa- 
rische Herrschaft. ebd.; Der napoleonische C. DMns. 
17, 2, 830; Uo#t 3. 19, 66; Verstummen soll davor 
der Parlamentarismus; denn es gebührt das Wort 
allein dem C. Schere Mir. 216 2c. Lariftisch, u.: 
dem Cäsarismus gemäß: Die c—en Aftergebilde jener 
Partei. Dolksz. 16, 228 2c. aropapismus, m., 
uv.; 0: die Herrschaft des Cäsars zugleich als 
Papst, als geistliches Oberhaupt: Konstantinopel 
dem moskowitischen 6. zu unterwerfen. fallmerayer 
GsW. 1. 27; Das Ringen der Kaiser mit den Päpsten 
bewahrte den Welttheil ver einem C. Creitschke Hist. 
546 1., s. Cäsareopap-ie, Cismus). — Cäsium, u., 
—8; 0: (Chem.): Die neuen Metalle, C. u. Rubidium. 
Elobus 7, 55b. — Cäflus: s. Cestus. — Cäfür 
(lat.), k.; —en: Vers-Einschnitt, als Ruhepunkt 
innerhalb des Verses: Männliche (s. d. Ss. 1c), weib- 
liche C.; Bukolische (s. d.) C.; Haupt-; Neben-; 
Vers-C. 2c. -a, f. [8 24, 1): Cäsur: Von den Cä- 
suren des Hexameters sind die bänfigsten die C. penthe- 
mimeres u. hephthemimeres, jene nach der Arsis des 
Zten, diese des 4ten Versfußes (vod. bezüglich „des 5ten 
u. 7ten Halbverses"). — Cäsus (lat.), a.: s. rutus. 
— Cäler--a 2c. s. Ceter-a 2c. 
Cded (slaw.), m., —s; —#: Mannigfaltig ist 
die srrachl. Bez. des in der Geschlechtergenossenschaft 
lebenden Hausvolfes . .: Zupa. vojska, éded, pluk, 
plemé, slechta, zod, déte. Mag. d. Ausl. 35, 631b. 
Ce: 1) s. C. — 2) (frz. ße) pron.: dieser 2c. 
(vor männl. Hw., die mit einem Vokal od. f. g. 
stummen h beginnen, cet; weibl. cette; Mz. ces): 
Ce livre-ei lliw'’rßil, dies Buch; Ce livre-#à, jenes 
Buch; Cet enfant Iß'tangfäng), dies Kind:; cet 
homme lH'löm], dieser Mann; cette femme tHett 
sämml, diese Frau; Ces Ißäl livres, femmes, diese 
Bücher, Frauen 2c.; Ces enfants lPäsangsängl, ces 
dommes lßäsömm], diese Kinder, Männer 2c.; 
(Mz.) in prägnantem Sinn. zur Bez. v. Libertins 
u. Libertinen: „Ces dames“ ist die Bez. der Kate- 
gorie. Wachenhulen Eva 98; „Ces Dames“ beider ge- 
sellschaftlichen Kategorlen haben sich hinsichtlich ihrer 
Erucation Wenig vorzuwerfen. 70; Denn ces mes- 
sieurs haben immer ein Herz u. ein Portemonnaie für 
ihre graciösen Freundinnen. 86 2c. Alleinstehnd o. 
Hw. (dem Neutr. entsprechend): Ce, auch vor est 
apostrophiert — Das z. B.: Ce qui lö'fiIl, Das, 
was; was, — als Obj. Ce quc (58/40); Ciest lßãl, 
Das ist 2c., z. B. C'est partont comme chez nous 
ih parm kömm schä nül, es ist Uüberall wie bei uns 
(anderswo auch nicht besser: es wird überall mit 
Wasser gekocht 2c.); Cest pis qu'un crime, ciest 
uno faute sõã pi löng krim, siätün fötl, Das ist schlim- 
mer als ein Verbrechen, es ist ein (politischer) Feh- 
ler 2c.; Gest bien lbjsengl, es ist gut; Egal legäll, 
gleich 2c.; Cest à dire lßätarirl, Das heißt, bedeu- 
Tedro 
tet, will sagen 2c. — 3) (it.) C7 lischsl, hier ist; 
es giebt rc. 
Teära, f.; 0: C., Süra, Art brasilischer Baum- 
wolle. Karmarsch M. 2, 500. 
Cebäda (span.), f.; 0: Gerste: Anrre ver- 
kanften agua de c. [Gerstenwasser). Globus 6, 165b. 
Ced-#e (lat.): Imper. zuredo (s. d.): weiche!, 
z. B. C. majöri! weiche dem Mächtigeren; Tü ne 
c. malis, sed cöntraaudentior ĩto, weiche dem Un- 
glück nicht, geh muthiger nur ihm entgegen 2c. 
Tnl, m., —en, —s; -en: Einer, der — u. sofern er 
— Etwas cediert (s. d. u. cessus). — Ced--er (gr.= 
lat.), k.; —; -, —m-: Name mehrerer Nadelhölzer, 
urspr. u. eig. des hohen, nam. auf dem Libanon 
wachsenden Baums, Pinus esdrus (s. d. u. Eres): 
Hochgewachsen wie eine C. auf dem Libanon. Sit. 24, 
17; Sch. 23b 1c#.; C(n).- Baum; Holz; -Ol # 
(Bralt., mundartl. masc.: Vom C. an bis an den 
Isop. 1. Kön. 1, 33; 2, 14, 9 1c.; Ein schön u. 
hoher C. Wechenlin 359 2c.; Heynatz Br. 5, 48 rc.); 
auch bes. in orientalischer Weise zur bildl. Bez. für 
Pers. v. hohem, schlankem Wuchs (vgl. Cypresse): 
Nur so lange sind die Reize gültig mir v. diesen 
Schlanken, als lch meine „Zeder“ sehe zierlich mir 
entgegenschwanken. Platen 2, 335; Hammer Haf. 1, 
5 2c. Aber auch z. B.— Lebensbaum, Thũja ocei- 
dentälis, s. Uatur 1, 218; mehrere Wachholder= 
arten, z. B. Juniperus virginiäna, dessen Holz viel- 
fach zum Fassen v. Bleistiften dient (Karmasch 1, 
281; M. 2, 53; dazu: C.-Apvfel, Galläpfel des 
Stamms. Oken 3, 361); serner die dem Maha- 
gonibaum verwandte Cedröla (s. d.) odoräta, als 
Material der Cigarrenkisten bekannt (Jurmeister gB. 
2, 216) u. ä. m., s. z. B. Deodvara-.GC. Tern, 
a.: aus Ceder(n)holz: 1. Kön. 7, 2; Hohel. 1, 17; 
8, 9 rc.; Am e-en Nagel. v. Th. 24, 13 2c. Vralt.: 
Ce [st. Ceder-) Bäume. 1. Kön. 9, 11 ff.; Schatten. 
w. 26, 332 r. Terthum, n., —#c)#; 0: eine Ge- 
sammtheit v. Cedern, Cedernwald: O Königin des 
C-es.Mag. d. Ausld. 33, 420a c. — Cedseren 
(lat.), intr. (sein): weichen; tr.: Einem etwas c., 
abtreten, nam. ein Fordrungsrecht: Bönis c., s. 
Bonum, Schluß ic.; Cerierung einer Fordrung, 
vgl. Cessien; Cedserbar, cçessibel 2e. — Cedille 
(frz. ßeditj'), f.; —m; —§s: im Französischen, ein 
Häkchen unterm C(C), wennes in Fällen, wo es sonst 
wie k lauten würde, wie ß auszusprechen ist. — 
Cedo (lat.): ich weiche (s. ced-e, icren), z. B.: 
C. mazöri, ich weiche dem Mächtigeren 2c.: C. nulli, 
ich weiche Keinem. Name einer Pracht-Kegel- 
schnecke . — Cedol-a (it. isch-), f.; —8, e: 
„Zettel“, z. B. Bank-Zettel, -Note (vgl. cedula). 
— Crdrat (it.), m., —(e)o; —e: Art großer, dick- 
schaliger — häufig eingemachter — Citronen. 
Gatmaesch 1, 412 r.; ein damit bereiteter Likör. 
Peechtl 9, 388 2c.; C.= Ol 2c. — Cedrel-a (nlat.), 
f. [824, 1; Se, f.: —# : eine Galt. Pflanzen 
(als Zunft: die Cedrelaeken), 1. B. C. odoräta, 
Ceder (s. d.), Cedro-Banm. — Crdreia (lat.), k. 
[8 24, 1): Cedernharz; Theer; Theergalle, auch 
Cedrium, u. (s. Karmarsch 1, 157). -0: 1) m.,
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        Cedrus 
—; —: s. Cedrela. — 2) (it. tsch-), m., —##; , -i: 
Citrone, Citronenkaum -us (lat.), f. [§ 24, 21: 
Ceder: Cedern-Holz;-Ol: Auch bewahrt man tost- 
bare Dinge, bes. Bucher in Kisschen v. Cederbelz or. 
schmiert sie mit dem aus dem Holz gewonnenen Ceder- 
Ol, raher die RA.: Cödro digna öpera sder Ceder 
würdige Werkel. Oken 3, 350 r. — Codula (span.), 
f.; —#: „Zettel“ (s. schedula; cedola); Urkunde 
ꝛc., z. B. (vralt.) die Erlaubnis enthaltend, nach 
den fran. Besitzungen in Amerika zu handeln. 
Ceinture (frz. ßengtür), k.; —n, —#: Gürtel; 
Leibbinde; Einfassung; Siäulenring 2c. 
Ceja (span. r##cha), .; —#: Die Ränder der 
Plateaur, welche v. den Spaniern sehr richtig als Cs, 
d. h. Brauen, Vorstöße bezeichnet werden. Globus 6, a. 
Cecr-opia (gr.), f. [8 21, 11: I) die v. 
Cecroxs gegründete Stadt u. Burg Athen. — 2) 
Trompetenbaum, auch: In den luftigen Kronen eini- 
ger Cekropien. Jusld. 39, 557; Humboldt K. 2, 
96. opider, m., —n; —u: Athener. ops, m. 
[§ 24, 3. -opis]: 1) Name des Gründers v. Athen. 
— 2) eine Gatt. Schilrkrebse auf den Thunfischen, 
Thunlaus. 
Celadon: s. Selaren. — Celäno (gr. -lat.), 
f.; —#: Name, z. B. einer Harpyie, einer Plejade 
c. ; auch eine Art fossiler Sepien. Jurmeister Gsch. 
476. — Celaft-er (gr.), m., —#; uv.; -#rus, 
m. [8 24, 2): eine Gatt. Schlinggewächse, bes. 
C. scändens, Baumwürger (vgl. Cipos), — zu der 
Zunft der Celastrinen. — Celatiön (lat.), f.; 
—en: Verhehlung. — Celalon-e (it., tsch-), m., 
—s; —, -i: großer Helm, Sturmhaube; auch: 
Galilei machte Versuche mit seinem Binoculo (s. d.] 
(auch v. ihm C. u. testiera genannt). Humboldl Kosm. 
2, 511. — Cel-ebrant (lat.), m., —en, —; 
—en: ein Feiernder; Messeleser. ebration, k.; 
—en: Celebrierung. -ebre (franz. Hßeläb'r), a.: 
berühmt. Jebrieren, tr.: feiern, festl. begehn, 
preisen 2c. -ebrität, f.; -en: Feierlichk.; Berühmt- 
heit. w. 22, 78 i.; berühmte Pers.: Es ging ihm, 
wie so vielen Lokal= u. Landes-Cen. DPbiertelj. 17, 
344 „c. — Cékleri: s. Selleri. — Celer (lat.), a. 
[8 21, 3, is)]: schnell; auch substant.: C-es, Art 
berittner Leibwache der röm. Könige. - keren, ir.: 
beschleunigen. ifdre, f.; —: s. Vslocifère. ität, 
f.; —en: Geschwindigk. — Clib-at (frz. —), 
m., —§; —: Cälibat. ataire (atär), m., —#:—8; 
ein im Cälibat Lebender, Hagestolz. — Celileren 
(lat.), tr: verbergen, verheimlichen ꝛe. — Tcli-a 
(lat.), f.; —§ [8 24, 1]: Zelle: C. ostiäria (s. d.); 
Céllæ familiäricse (s. d.) 2c.; Temrel-C. Gahl 1, 
16, od. bloß: C. Weiss Kest. 1, 817 2c.; C.-Lang-= 
wände. Grenzb. 26, 3, 102 2c. Tärfe, f.; —n: 
Zellenkoralle (s. Cellularia 3). -ärius, m. [8 24, 
2): Der c. od. prömus endlich lunter den röm. Skla- 
ven] fuhrte die Schlüssel zu den Verräthen der Küche u. 
des Weinkellers. Guhl 2, 283. kEpora, f. 18 24, 
1!; -epõre, f.; —n: eine Gatt. Polypen mit 
papierartigen Zellen, auch: Celleporinen. ur- 
meister Gsch. 170 r2e. u. als Versteinrung: Celle- 
porit (m., -en, — -en). — Cellist (it. Tsch-, m., 
Cement 
185 
en, — ; -en: Cello-Spieler. — Cellik (ulat.), m., 
—en; -en; -a, m. I§ 24, 1): Zellenbewohner, 
bes. als Bez. der Begharden. Weiss Kost. 2, 715. 
— Cell-o (it. Tsch), n., —#;: —3, -i: abgekürzt 
st. Vieloncello (s. d.). — Cellul-a (lat.), f. 1824, 
11: kleine Zelle. -ar, 58, —58, a.: mit Zellen 
versehn, zellig. aria, f.; -arlen [8 24, 11: 1) 
Zellenpflanze, Pilz. Oken 3, 23. — 2) eine Gatt. 
Zellenforallinen. 5, 82 (s. Cellaric). -ösa, f. 18 
24, 11: Die meisten Pflanzen, die zähe Holzfaser (Lig- 
nin) u. die vegetabilische Zellmembran (C.) zur Geund- 
lage besitzend. Burdach Anthr. 14, auch: Cellulese od. 
Pflanzenfaser. girzel Chem. 131 2c., s. Medullin. — 
Celo, m., —s; —: Ein C. (bulgarisches Dorf) ... 
Jeder C. besteht aus 4 bis 5 Gehöften od. Geupren v. 
Häusern 2c. TCUobert 2, 169 f.: 1, 39 2c. — Celo- 
töm 2c.: s. Kel 2c. — Célsüs: Personenname, 
z. B. Andres C. (1701—1744), v. dem die Cen- 
tesimal-Eintheilung der Thermometerfkale herrührt: 
Nicht bei allen Thermometern ist der Fundamentalabstand 
lzw. Siere= u. Gefrierpunkt des Wassers!] in 100 Grade 
eingerheilt. . Das Réaumur'sche Thermometer ..„ bei 
welchem dieser Abstand in 80 Grade getbeilt ist. 
C.iche Grade auf Raumur'sche zu rerucieren u. um- 
gekehrt 2c. Pouilet 1, 210 (vgl. Fahrenheit). — Celt, 
m., —; —s, —e: in den Plahlbauten sich findende 
polierte Stein-Arte (s. Paal-Stab): C—s. Büchner 
Mensch. 16; 21; 61 2c.; Cee in großer Quantität u. 
bronzene Schlachlbeile. Sohl Irl. 2, 162; Weils Kost. 
1, 614 rsc., vgl.: Kelts. Globus 9, 7b. -e, m., n; 
—u1; ein uralter Volksstamm: Die Urbewohner Eu- 
ropa's, die C—#, Pelasger, Germanen u. Slawen. BSur- 
merister Gsch. 583, auch: Unter dem Namen Kelten 
begriffen Griechen u. Römer alle Völker Europa's wesil. 
vom Rbein u. fürl. v. der Donau bis an rie Grenzen 
Illoriens im Oßfen u. Mittelitaliens im Süren. Soll 
aber nur die Verwandtschaft an Ursprung u. Srrache die 
gemeinschaftl. Benennung rechtfertigen, so ist der Begriff 
Kelten enger zu fassen 2c. Ellisen Polygl. 1, 10 ce. 
Dazu: celrisch, keltisch (vgl. Kil). 
Cembal-ift (it. tsc—, m., —en, —s; en: der 
eine Mufikaufführung auf dem Clavicembalo — 
wie Organist: der sie auf der Orgel — begleitende 
Musiker (s. d. Folg.): Die Ausführung der Har- 
monie, welche Hänkel dem Organisten od. C.en über- 
lassen. OJohn Moz. 4, 159 ff.; -o, m., n., — —S, -i: 
Cymbel (s. d.); Handtrommel (s. Tamburin); auch 
Clavicembalo (s. d.), z. B.: In den Opernvor- 
stellungen begleitete Rossini als maestro al c. die Reei- 
tatire. Nat3. 21, 95. — Cemint (Cäment, lat.), 
n., m., —e)s; —e; -: 1) Bruchstein. — 2) Mör- 
tel, eig. u. Ubrtr., z. B.: Breceie... Gestein .. aus 
ungleichförmigen Brocken, die durch einen sangstein- 
artigen Teig (C.) zusammengehalten werden. Züchner 
Mensch. 37; [Die Bedienten sind] ein Cäment in der 
Verbindung v. Begebenbeiten, das Alles zusammenhält, 
was sonst nicht halten will. sichtenderg (Wackern. 4, 
8072) u., nam. aber: hydraulischer Mörtel u. 
bei.: eine durch Brennen von Kalk= und Thon- 
mischungen gewonnene, pulverisiert anzuwendenre, 
durch chem. Bindung v. Wasser harl werdende
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        Cementalion 
186 
Masse: Im 3J. 1796 nahm Parker in London ein Pa- 
tent auf die Bereitung v. Wassermörtel aus Mergel, der 
den Namen Parkers-C., Patent-C., römischer lod. 
Roöman] C., englischer C. führt. Karmarsch 2, 666; 
Durch Mischung v. gebranntem Kalk u. Thon u. aber- 
maliges Brennen der Mischung einen zwar nicht schnell 
bindenden, aber sehr hart werdenden C. zu erzengen.. 
Portland-C. 669 cc. (s. auch Chamette); ferner 
z. B.: Borussia-C.: Eisen-C., zum Dichtmachen 
v. Dampfkesseln, Eisenröhren 2c., ähnl.: Gra- 
phit-C.; Marmor-; Mastix-; Medina-; Ol-; 
Traß-C. .; C.-Brei;= Steine 2c. — 3) C., C.= 
Pulver, Fulverförmige Substanz, womit umgeben 
ein fester Körper, um gewisse Verändrungen zu er- 
leiden, geglüht, „cementiert“ (s. d.) wird. Dazu 
z. B.: C.= (od. Brenn-) Stahl, aus Stabeisen, 
das in Kohlenpulver gegluht wird 2c. — 4) C.= 
Wasser, kupfervilriolhaltiges, worin hinein- 
gelegtes Eisen sich cementiert (s. d.), d. h. sich mit 
einer Schichte Kupfer (sogen. C. Kupfer) üÜber- 
zieht 2c. -ation, f.; —en; —§-: Cementierung: 
C#-Proceß. Karmarsch 3, 344 2c. Jièren, tr.: 
4) mit Cemenk (s. d. 2), Mörtel befestigen, ver- 
binden, mauern. — 2) (s. Cement 3; 4) ein Me- 
tall ohne Schmelzproces durch äußre Einwirkung 
andrer Substanzen zweckgemäß umwandeln, z. B.: 
Stabeisen c., zu Cementstahl umwandeln; dazu: 
Cementier-Büchse, -Kasten; Ofen; -- Pul- 
ver (Cement-P.) 2c., s. Karmarsch M. 1, 26 ce.; 
Kupferdraht c., den glühnden durch Einwirkung v. 
Zinkcämpfen äußerlich in Messing umwandeln od. 
mit einem Messingüberzug versehn. 209; Pttchil 
4, 230 1c.; Die Reinigung des Goldes durch C. Zazar 
11, 95b 2c.; Eisen c., durch Einlegen in Cement- 
wasser das Cemenkkupfer fällen re. 
Cen-a (span.), f.; —s: Abendbrot (SCrenzb. 
24, 2, 909); Abendmahl, — auch it. (spr. tsch—-). 
arcolo (isch ic.), n., —#; li: s. Cönakel. — Cenacho 
(span. benätsche), m., —#: —5: Tragkorb, z. B. 
die binsengeslochtnen der Charranes (. d.). Globus 
d, 290b. — Cenangie (gr.), f.; -(ehn: Gefäß- 
leerheit (vgl. Ggstz Angeeplerese). — Cenchr-it 
(gr.), -okl, m., —en, (—6); —en: „Hirse-Stein“, 
s. Oolith. — Cendr-&amp; (sc. ßangdré), a.: aschfarb. 
„illon (□iIjöng), f.; —s: Aschenbrödel, it. Cene- 
rontola (spr. tsch-). — Cenob ie.: s. Cönob 2c. 
— Cen-öse (hr.), f.; — osis, s. 1824, 3, 
uv. : Aus-, Entleerung, s. (Apohkenose 2c. Jota- 
phium, n., —; —8, aphien ([§ 24, 2, n.]): Keno- 
taphion, „leeres Grab“, Grabdenkmal ohne darin 
enthaltne Leiche: Auf einem Kenotaph. IKehl Par. 
2. 218; Kenotapxhinm. Guhl 1. 317 c. — Cenf-al 
(frz. ßangsal), m., —#; —: Sensol (s. d. u. Ceur- 
tier). erte, f.; — : Sensarie (s. d. u. Courtage). 
— Ceus--ierbar, a.: so, daß es sich rensieren 
lässt, die Cenfur passieren kann 2c.: Der Ton wäre 
nicht c. K. 13, 611 . -ieren (lat.), tr.: beur- 
theilen, abschitzen, prüfen r., nam.: amtlich (als 
Censor) über die Zulässigkeit einer Schtist zum 
Druck, eines Schanspiels zur Aufführung 2c. ur- 
theilen; übrtr.: Wir werden censiert Lohne Freiheit 
CTenfura 
der Gedankenäußrung] geboren, unfre Ammenmilch 
ist censiert. Börne 1, XXIII 2c. -m., —en, —; en: 
ein Grundzins-Pflichtiger; Zins-, Gültmann. 
jiticus, a.: den Grundzins betreffend, z. B.: C. 
conträctus, solcher Vertrag. üns, a.: grund- 
zinspflichtig: Censita böna, solche Güter 2c. or, 
m., —, (-ören); -ören: ein Censierender, im alten 
Nom 2 auf 5 Sahr (s. Lustrum) gewählte Beamte, 
die die Bürger nach den Steuerklassen ordneten (. 
Census) u. gleichzeitig das Sittenrichteramt übten, 
daher Magister mörum (s. Censur u. Weiss Kost. 1, 
1013): C.-Amt (s. u.); Titel; „Würde 2c.; in 
neuerer Zeit nam.: Einer, dessen Amt es ist, über 
die Zulässigk. v. Schriften 2c. zur Veröffentlichung 
zu urtheilen: Der mörderische C. lümmelt)] mit mei- 
nem Vuch auf seinen Knien. Plalen 6, 5 2c.; Bücher-“; 
Theater-C. c.; C.-Amt (s. o.) 2c. Jorieèren, tr.: 
st. censurleren (s. d.): Nicht alle, alle Quellen konnte 
ich lesen, da wird Jeder c., was er v. seinem Winkel 
besser weiß. Iv Mũller 7, 228 2c. ôrisch, a.: zur 
Würde, zum Amt eines Censors (s. d. — nam. bei 
den Alten) gehörig ꝛe. (lat. Cens örius): Die c-e 
Thätigk., Wirksamk.: Der c—e Beruf 2c. — nal: 1) a.: 
zur Schatzung, Stener gehörig, steuerbar, zins- 
pflichtig, lat. e-is, z. B. bẽũdum ce, Zinslehen. 
— 2) m., -en; -en llat.: C-is, § 21, 3, nv. J: 
a) der Zins-, Steuererheber. — b) ein Zinspflich- 
tiger ꝛe. -ũr, f.; —en: das Amt, die Thätigk., 
das Urtheil eines Censors (s. d.): 1) im alten 
Rom: 28 Konsulate, 5 Diktaturen, 7 C-en standen in 
seinen Ahnentafeln. Siahr Tib. 1 2c.; Die Sitten-C. 
ldas Sittenrichteramtl, auch übrtr. (s. 3; 4).— 
2) bei den Neuern: Die Bucher-; die Thearer- 
C.; In den Provinzen besteht die Präventiv-G. 
Grenzb. 2 6, 3, 31 2c.; übrtr.: Seine Art, zu schanen 
u. zu denken sagt dem Zeitgeist nicht zu; daher sekretiert 
dieser das Buch durch ein unverbrüchliches Schweigen, in 
welcher Art v. Inquisitions--C. es die Deutschen 
weit gebracht haben. G. 27, 389 2c.; Wo die C. ihr 
Scharfrichteramt ausubt. Vörne 2, 383; Die östreichische 
C. will meine Bucher pér solidum verbieten. Jo. Müllt 
7, 161 1c.; C.-Bebörde; -Beschlusß; -Be- 
schränkungen; = Einrichtung; = Erkenntinisse. 
-reiligrath SW. 6, 169; Bücher über 20 Bogen wa- 
ren c.- frei; C.-Freiheit; Erkenntnisse des Ober- 
C.-Gerichts. Kreiligrath SW. 6, 169; C.-Gese ß; 
Instruktien. ebd.; C.-Lakune. „Lucke, durch 
C.-Striche bewirkt; C.-Maßregel; Die Schriftstelier, 
die .. über das C.-Nestelknupfen d §s Geistes klagen. IP.; 
C.-pflichtige Brochuren; C.-Strich; C.-Ver- 
ordnung;: 6.-Vorschrift; C.-widrige Ertem- 
rores. Düringer 204; C., ZJwang 2c. — 3) (s. 1: 4) 
das Urtheil, das über Zemand und über seine 
Leistungen gefällt wird u. das ihm ausgestellte 
Zeugnis, nam. und zunächst im Schulwesen: 
Die Schüler mussen die ihnen vierteljährlich ertheil- 
ten C—en von ihren Eltern unterschrieben zurückbrin- 
gen; Der Eraminator eilbeilte ihm die C. mittel- 
mästig“ 2c. — 4) der vom Censor (s. 1) über 
Einen verhängte Tadel 2c. -üra, f. [8 24,, 11s: 
Cenfur (s. d., namentl. 1; 3; 4), z. B.: Infra
        <pb n="203" />
        Censurabel 
c-m, unter der Kritik; C. eeclesidstica, Kirchen- 
buße 2c. urabel, a.: tadelnswerth, Tadel ver- 
dienend. - urat, n., —e)s; —#e: Cenfsur-Gericht. 
„uriẽren, tr.: tadeln 2c.: Rerner censuriert die W#l 
u. Werse, wie uber einzelne Ggüde des Erats diskutiert 
wird. Ua# 3. 20. 42 kr. (s. eensorieren); auch: unter 
Cenfur stellen. Guskow Z. 4, 197; 9, 145. Lürlich, 
a.: in Betreff der Cenfur, s. d. (z. B. 2): Das 
polirisch u. c. Harmloseste. Htint 20, 201, Weder poli- 
ceilich chikaniert, noch e. molestiert. Nao# 21, 327. 
-us, m., uv. (-ses); —se [8 24, 41: 1) die Ver- 
mögensabschätzung u. die darauf beruhnde Klassen- 
eintbeilung im alten Rom #c.: Guht 2, 145; Die 
Tabellen des röm. C. Fallmerayer GsW. 1, 116; Die 
.Hin den Provinzialarchiven niedergelegten C.-Re- 
gister. 147; C.-Tabellen. 148 2c.; Nach jedem 
frischen Deeennal-C. tbd. 2c. (s. auch Capite censi); 
ferner z. B.: Die auf ken Vermögens-C. gegrün- 
rete Dreiklassenwahl durch das allgemeine Stimmrecht 
zu ersetzen 11. — 2) Zins, Abgabe 2c.: C. ännuus, 
jährlicher Zius; C. areärum, Grundzins; C. emi- 
zgratiönis, Auswandrungssteuer; C. perpstuus, Erb- 
zins; C. promöbilis, der sog. Rutscherzins 2c. — 
Cint: 1) Zarlw.: hundert: a) (lat.) verkürzt aus 
centum (s. C 3), bef. in der Verbindung pro C., s. 
Procent. — b) (frz., bäng) z. B.: Les llã ed.: diej 
e. jours (shür!, rie hundert Tage — der Herrschaft 
Navoleoy's nach seiner Rückkehr aus Elba; Tie C. 
gardes lgard]), die 100 Wichter, Leibwache der 
Hundert (vgl. — in früherer Zeit —: Cent- 
Suisses), auch z. B.: Die Centgarden, die bei 
allen Gelegenheiten dem Kaiser wie Cherubime mit ge- 
zückten Schwertern voranfliegen. Rodenderg Par. Bild. 
188, vgl.: Spalier der Hundertgarden. Salon 3, 90 2c. 
— 2) (s. 1) m., —s; —s# (uv.): Name bestimmter 
kleiner Münzen u. Gewichte, v. denen 100 auf ein 
Ganzes gehn, z. B.: In den Niererlanden theilt man 
den Gulren in 100 Cs, in den nordamerikanischen Frei- 
staaren den Dollar, auf der Insel Zante den spanischen 
Piaster 2e. Cneyhl. f. Kaufl. 22 4b; 253b; 422a; Füns- 
undzwanzig-C.-Noten. Garienl. 16, 5 ha 2c.; Nach dem 
rreuß. Gesetz vom 17. Mai 1856 gehen 100 C. (= 10 
Quenichen) auf 1 Loth, wovon 30 1 Zollr fund aus- 
machen 2c. — 3) C., Zent, f.; —e, —en (Zenden, 
m., —; uv.): (mlat. cénta, centena. vgl. nam. 
Schmeler 4, 275 U. das dort Angeführte, — im 
Allgm. vralt.) ein Ort (od. Inbegriff v. Ortschaf- 
ten) der ein zum Theil v. ihm durch Schöpren be- 
setztes Gericht sowohl in Policei= als Kriminal- 
sachen hat; solche (nam. peinliche) Gerichtsbark. 
u.: das Gericht selbst: Alles in Buchheimer C. ge- 
legen. Verlichingen 275; Soust lief aus allen Zenten 
die Menge der Hauptstadt zu. Jo. Aüller 21, 117 2c.; 
Die „Centene od. Zendten u. Landgericht. Stum# 
59a; Mörel ist nicht ein besonderer „Zenden= des 
Lands Wallis u. rech eine besondre Herrlichkeit mit Hoch- 
u. niedern Gerichten, gehört hinab in den „Zenden“ 
Raron, wird geachtet für ein Drittheil resselben Zendens. 
657b; 658a; 66 la te.; Manche Zent, d. h. die Zent- 
Verwandten od. Zent-Unterthanen hatten nach 
dem Herkommen die Kosten reialicher Rechtfertigung 
Cenkesimo 187 
(Zent-Exvensen) nach dem Zent-Aufschlag (Ne- 
partition) selbst zu tragen. Geringere Verhöre sollie der 
Zent-Graf obne die Zen-Schöpfen abthun. Schm. 
1, 275; Zent-Amt; „Diener: -Herr;-Knecht; 
.-Ordnung; -Physikus; = Schreiber 2c. tbd.; 
ferner z. B.: C.-Dienste, wozu die eentbaren 
Unterthanen dem C.-Gericht verpslichtet sind: G.- 
led. Kriminal-) Fall. Chümmel 1. 126; C.-Folge, 
die Verbindlichk., einem best. C.-Gericht Folge zu 
leisten; frei, v. einem best. C.-Gericht erimiert; 
-Gericht; -Gerichtsbarkest; .= Gerreide, 
-Hafer, Abgabe der C.-Unkerthanen an den C.= 
Herrn; = Graf. Nichter. S#umpf 312a; „Herr, 
Besitzer eines Guls, an dem die Kriminalgerichts- 
barkeit haftet: Kosten;: = Pilicht, -Folge, auch: 
die dem C.-Herrn zu leistenre Hultigung: Rich 
ter;-Schöppe; = Schuldheiß 2c. — Centabo 
(Kpan.), m., —s; —: kleine Münze in Chile 2c. 
Gerhächer Pench. 2, 14, vgl. Cenr 2. — Centas, n., 
uv.; uv.: s. Aß 3 (vgl. Cent 1a). — Ceniäür 
(gr., auch Kentaur), m., —s, —en; Sen, Se: in der 
gr. Myth., ein Wesen, halb Mensch, halb Pferd 
(l. Kipranthrop; Hippo-C.; Irion): Der Kamrf der 
Ceen u. Lapithen (s. d.); Der C. Cbiron (s. d.); Die 
beiden C-e. Winatlmann Gsch. d. Kunst 2, 102 ce.; 
üÜbrtr.: Eurepxa, das halb karbolisch u. halb lurberisch 
ist, ist ein Religions-C. Jp. Wahrb. 1, 268 re.; 
auch zuw. st. Reiter: ferner ein Sternbild: Ein 
kieines Stück Himmel mit dem Sürkreuz u. dem leuch- 
tenten Sternenpaar des C-en. OCBank 3, 261 :e. -a, 
f.; zken [§ 24, 1): eine Pflanzengatt., Flocken- 
blume (s. Namler Mytb. 211), z. B.: C. Eyanus, 
Cyane, Tremse 2c. -enhaft, a.: centauren-mäßig, 
zartig: Kentaurenhaft. Droysen A. 3, 414. ein, k.; 
—nen: weiblicher Centaur: Zene Centaurenfamilie. 
Die C. 2c. G. 31, 271; auch für Reiterin (— Amg- 
zone). 20, 69 2c. Tisch, a.: Centauren eignend; 
centaurenhaft: Der Mensch ist dann ein unnatür- 
licher. c—er Zwirter v. Thier u. v. Geist. W. 29, 159 rc. 
— Centbar, a.: zur Cent (. d. 3) gehörig, einem 
Centgericht unterworfen c. — Centen, m., —; 
uv.: 1) s. Cent 3. — 2) s. Centner 2. — 
Centenäri-um (lat.), n., —: zen [§ 24, 2, n.]: 
Fest des hundertjährigen Bestehns 2c. (ogl. Säku- 
larfest, JZubiläum): Das C. Petri. Grenzb. 26, 3, 91; 
Die Feier des C. 259; Uai3. 20, 323; 337 2c. 
us, m., uv.; en s824, 2): 1) Hundertjähriger. 
— 2) C., Centner, Cent-Richter od. -Gerichtsbei- 
sitzer. — Centelsim-a (lat.), f. ([S 24, 1): C.,c. 
pars, der 100ste Theil, nam. bei Zinsberechnungen: 
1 Procent monatlid (rd. 12 pro anno): Das find 
nicht Menatzinse od. C#, d. i. jährlich 12 aufs Hun- 
dert. Cuihtr SW. 23, 302 2c. -äl, a.: nach Hun- 
dert (als Grundzahl) eingerheilt (rgl. Deeimal 2c.): 
C.-Rechnung 2c.; bes. bei Thermometern (s. Celsius); 
C.-Eintheilung; -Grad; -Skale; -Thermometer (pouiltt 
1, 209) 2c. -ation, f.; -en: Centesimierung. 
—ren, tr.: je den Hundertsien (wie rerimieren, den 
Zehnten) herausgreifen, bes. zur Bestrafung, Hin- 
richtung 2c. o (it. tschent-), m., -s; —8, i: eine 
Scheidemünze, ½/00 Lira (s. d. u. Bajocto). Encykl.
        <pb n="204" />
        188 Cenlgarde 
f. S 554; Ual. 21, 108 c. — Centgard-e, 
f.; —: -ill, m., —en, —#; en: s. Cent 1b; Gardee, 
in. — Cenk (frz. ßhängtiy: vorgesetzt vor die Maß- 
einheiten, um je den 100sten (wie Deci, den 10ten 
u. Milli, den 1000sten) Theil derselben zu bezeich- 
nen, auch in deutscher Ausspr. — u. Schreib- 
weise — Zenti, Dezi —: so: Centi-- od. Zenti-; 
Decl= od. Dezi-; Milli-are (-r]; -gramme; 
„litre; mdtre; stere, m., —#6; —6: je ½1½2100 (Vao, 
½/7000) Are (s. d.), Gramme, ges- Metre, Stere. 
— Centisol-Te# (lat. ) fd1c»hundertblatt- 
uge«Rose-1fch,a hundcttblattug —Etnlt- 
gräd(frz.s;angt :k.), a.: in hundert Grade ge- 
theilt (s. Centesimal), auch subst.: Einen Wärmegrad, 
welcher zw. 40 u. 55 Cen abänderte. Pöppig 1, 112, 
Grade des Centesimalthermometers; Fast ule erhob 
sich um Mittag der Wärmemesser uber 2 Ce. 23 2c. 
— Cenuli-grammr (frz.— ßangtigraͤmm), Ili#re 
[□ir’rl, m., —#; —: s. Centi. — Tentillion, f.; 
—en: eine sehr große Zahl. Heinse A. 2, 155, s. Bil- 
lion, — nach deutscher Weise durch eine Eins mit 
600, nach frz. mit 303 nachfolgenden Nullen bez. 
„st, t: die zugehörige Ordnungszahl: Ein Cael 
(als Bruch). — Centimäne (lat.), m., —n; S#n: 
ein „Hunderthändiger“: C-n (Hekatonchiren) od. 
bundertarmige Riesen. Vamier Myth. 221; 25 2c.; Die 
Claqueurs zu unterdrücken. Alleln diese Cn blieben 
nicht lange im Schoß des Tartarus. Garlenl. 15, 784a. 
— Cenki-me (frz. ßangiim), m., —; —, n: 
/10°0 Franc (s. d.). —metre -mhät'r), m. (n. IKohl 
Par. 2, 25), —8; -s6, uv.: ½200 Mcètre (s. d. u. 
Centi): Quadrat-; Kubik-C.; auch in deutscher Ausspr. 
(u. Schreibweise): Der hundertste Theil des Meters 
heißt Zentimeter od. Neuzoll. Parisius Volksfr. 1, 
195a. — Centinj-o (it. tsch-), m., —#; —, uv., 
-a: C., der mailändische Centner v. 100 Rubbi od. 100 
Libbre (Pfunr) — 1 Ctr. 9 3 Pfd. 26 Llh. preußtsch. 
Cncykl. f. Kaufl. 225. — Centiped (lat.), m., en; 
—en: Hundertsüßer, z. B.: Die Häuser mussen v. 
Ungcziefer, bes. v. C. u. Skorpionen wimmeln. Goerstächer 
Meis. 2, 373; Ein C. 1, 294 ꝛc. (vgl. Milliper). 
Sisch, a.: hundertfüßig. — Centistöre (frz. ßang- 
tistir), m., -6; -6: s. Centi u. Stdre. — Venkner, 
m., —; uv.: 1) s. Centenarius 2; dazu: Cei, f.; 
—en: Centgerichtobezirk (Centschaf. —2) ein Ge- 
wicht, ursprüngl. u. so auch jetzt meist wieder von 
100; doch auch hin u. wider v. hundert u. einigen 
Pfund lugl. engl. Hundrerweight od. Centweight; 
wie aus lat. centenarius arab. kintar (s. Cantaro 2c.) 
u. daraus, mit vrsch. Ausspr., span., frz. quintal]; 
auch z. B.: Ein raar Zenten auf m Vuckel tragen. 
Garitem. 15, 1820 ie. ; Der östreich. Handels C. hat 
112 Zoll. (od. Zollvereins-) Pfund; Der Hutten- 
C. bat 115 Pfund; Der Zoll-C. hat 100 Pfund, 
vgl.: 50 Kilogramm od. 100 Pfund heißen ein C. lim 
nordd. Bund!] 2c., s. auch: Probier .C. 2c.; Ubrtr., 
verallgemeint G. — bekeutendes Gewicht, 1# 
auch: Dieser C. muß v. meiner Seele. Ich. Meher 2, 
90; Daß ich nicht unter dem C. vergehe. 276 (-— C.= 
Gewicht, C.-Laßt) 2c. Als Bstw. z. B.: C.-Geld, 
im Buchhandel der c.-weise berechnete Lohn für 
Centralisieren 
Auf= u. Ablaben der Bücher u. Papierballen; C.= 
Gewicht; C.-Last. Plaien 7, 146; C.-Massen. 
G. 12, 98 C. schwer. W. 11, 181 I C.-weise. 
Luc. 1, 66 2e. Zig, a.: rentnerschwer: Fiel ihm ein 
c-er Stein vom Herzen. Gonhelf Sch. 301; Zwei fast 
ach t—e Schweine. 133; Nach Ausstellung des 
tausende-en Hammers. Freya 6, 226b. — Cenl-o 
(lat.), m., —6; —, önen [/§ 24, 3, önis, vgl. 
Centünculus]: Flickwerk; Flickgedicht; einzelne, 
zu neuem Zusammenhang verbundne Verse od. 
Stellen ans einem Schriftsleller. Ten. d. Segenw. 
170 2c., s. Musivstil. — Tenlr-äl Cat.), a.: den 
Mittelpunkt bildend, darauf bezügl. 2c.: Das Pistill 
als c—e weibliche Blume. G. 36, 178; Daß die Be- 
deckung vollkommen c. gewesen. Humboldi K. 1, 110 2.; 
zuw. gesteigert: Korsika ist rie e—ste Provinz des greßen 
Pflanzenreichs der mittelländischen Zone. Eregorovius 
Kors. 1, 128 2c. Als Bstw. z. B.: C.- lod. Mit.- 
tel.)] Amerifa;-Asien c.; C.= Bahnho f# (Schücking 
Künstveid. 2 35), v. dem als Mittel= u. Knotenvunkt 
aus die versch. Eisenbahnzüge nach versch. Rich- 
tungen abgehn; C.-Bau, Art Kirchenbaustil, we- 
bei ein niedrigerer Bogengang einen kuppelüber- 
wölbten Mittelbau umgiebt; C.-Behörde; C.= 
Bewegung, die Bewegung eines Körpers um 
einen ihn stetig anziehnden C.-Körper. pouil# 1, 
51;: Literarisches C.-Blatt; C.-Bureau. Enchkt. f. 
Kaufl. 225; Den C.-Draht des Kupferkabels. DMus. 
15. 2, 803; Die C.-Enden der Nerren. Jurdach 
Anthr. 293; Das C.-Feuer der Erre. Linrow 626; 
624; C.-Finsternis der Senne, wobei die Mittel- 
punkte des Monds u. der Sonne zusammenfallen; 
Diese Berge bilden einen C.-Gebirgsstock. Junghuhn 
9; Die deutsche C.= Gewalt. Crenzb. 24, 1. 158; 
C., Halle (s. d.); C.-Institut. Schüching Vronckh. 
2, 164; C.-Komitê. Volbsz. 16, 26; Die Hauri- 
planeten sind wiederum C.-Körper für untergcordnete 
Systeme. Humbokdi K. 1, 99; 389; An der äußersten 
Grenze des Planetensystems, wo die C.-Kraft der 
Sonne in 19 Errweiten schen beträchtlich gemindert ist. 
1, 103; Das C.-Organ des Nervensystems entlält die 
c—en Enden aller der Empfindung u. der Bewegung die- 
nenden Nerven. Burdach Anthr. 146; 293; C.-Ort; 
C.-Position od. . Stellung, v. Truppen; 6.= 
Projektion (s. d.); Untergeordnete C.-unkte. 
Burdach Anthr. 292; C.= (vd. Kreis-) Schule; Das 
Gesest der Abstände der Planeten v. ihrer C.= Sonne. 
Humboldt K. 2, 525; Mädler 408; 449, s. Halevone 2; 
C.-Theile des Nervenshstems. Burdach Anthr. 292 
369; C.-Verein; C.-Verwaltung. Grenzb. 26, 
4, 335, — wobei das Centralisationssystem das 
herrschende ist; C.-Vulkan (s. d.); Zene C.= 
Wärme der Erde. Li#ro# 626 (vgl. C.-Feuer) 2c. 
alisation, f.; —en; —-: Centralisierung (s. d.): 
C—s System 2c.; Ausbeblung der Provinzial-C. 
Crenzb. 24, 2, 476; Ent. C., s. Decentralisation 2c. 
-älisch, a. : central: C. gluhend. .ein ewig Fener. 
G. 12, 228. alis ikren, tr.: Elwas so einrichten, 
ordnen, das alles Einzelne v. einem Centralpunft 
athängt, v. dort aus geleitet, bestimmt wird, nam. 
oft in der Staatsverwaltung: Den Staat, die Ver-
        <pb n="205" />
        Cenkralismus 
waltung e.; Centralisierung des Staats; Die Verwal- 
tung ent-t. (s. decentralisieren); Desto näher liegt die- 
sem Staate die Gefahr des Uber-Cs. Gtenzb. 26, 3, 
192 c. alismus, m., uv.; 0: Centralisations= 
system: Derselbe röm. Geist des C., der im Staat in 
der Idee des Kaiserthums givfelt. 22 6. alist, m., en, 
—8 ;en: Anhänger des Centralismus. alistisch, 
a.: dem Centralismus anhängend, darin begrün- 
det 2c., vgl. anti-c. alität, f.; 0: das Central- 
od. Centrisch-Sein. e (frz. ßängt'r), m., u., —6; 
—#: Centrum; auch als Bez. des Mittlern, in der 
Qualität 2c., z. B. v. Wein: Aus der ersten Auslese 
wird die cröme (Sabne) gewonnen; eine 2te Auslese 
liefert die täte (Kopf), eine dritte das c. (Mitte) u. end- 
lich die 4te die queue (Ende). Garienl. 17, 88b. 
cTke#en, tr.: den Mittelpunkt v. Etwas bestimmen ; 
Etwas genau centrisch machen, nam.: ein Glas so 
schleifen ꝛe. ifugal, a.: vom Centrum fort — 
wie Ggstz centripetal, zum Centrum hin — strebend: 
Die Centralbewegung ist die Resultierende aus der Centri- 
petal- u. der C.-Kraft (lat. vis centripeta u. centri- 
füga), s. auch C.= Pendel; ferner (vgl. fugal) von 
Vorrichtungen, deren Wirksamkeit auf der C.= (od. 
Schwung-) Kraft beruht, z. B.: Flügel= od. C.= 
Gebläse (od. „ Ventilator). Karmarsch 2, 61 ff.; 
C.-Maschine, z. B. zur Ausscheidung der Zucker- 
krystalle aus dem Sirup. 3, 128 ff.; ferner zum 
Trocknen v. Geweben od. C.-Trockenmaschine 
(od. Hodroextrakteur). 660 ff. 2c. ifugalität, k.; 
0: das Fortstreben v. einem Centrum, Gygssz: 
Centripetalität, das Hinstreben danach. Gutzto# 3. 5, 
80. fiüge (Hangtrifüsh), f.; —n: Centrifugalma- 
schine: Bei den Fesca'schen C-#n zum Garntrocknen. 
Nat3. 21, 145. -ifũgen, tr.: Zucker mittels der 
Centrifugalmaschine aus dem Sirup ausscheiden 
u. darstellen: Fur centrifugte erste Prorukte 10/6— 
11 Thlr. nach Qualität. Centrifügte weiße Krystallzucker 
bedangen 11¾—12 Thlr. Uat 3#. 19, 487; 21, 
69 rc. fugus, a.: s. centrifugal. Zipetal, 
-Tpetus, a.; Fipetalität, f.: s. Centrifugal, itãt: 
Die vis centripeta , woraus .. sich jedes Phi- 
nomen der Liebe erkläre. W. 15, 210. Eisch, a.: 
den Mittelpunkt bildend, sich darin befindend (val. 
central, ferner: ex., kon-c. U. Apogäum): Wenn die 
Kupferader auf der ganzen Länge genau c. liegt. Schellen 
15; ferner auch: Ein Vieleck, um welches sich ein Kreis 
beschreiben lässt, hat man in neuerer Zeit ein nach den 
Ecken ces Vieleck zu nennen angefangen; ein Vieleck 
dagegen, welches um einen Kreis beschrieben ist, heißt c. 
nach den Seiten. vswinden 250. obärik, k.: -en: 
Lehre, Lehrbuch vom Schwerpunkt. obörisch, a.: 
auf den Schwerpunkt bezüglich. olbaro)skopie, 
f.: 0: Beobachtung des Schwerrunkts. -##m, n., 
—6; -a, zen [§ 24, 2, n.]): der Mittelpunkt, die 
Mitte (s. Kentron): C. des Kreises; Ein Centri- 
(od. Mittelpunkt.) Winkel ist doxrelt so groß als ein 
Peripheriewinkel, mit welchem er auf demselben Bogen 
steht. vSwinden 159; Herstellung achromatischer Objek- 
tive. .. Das Schleifen aus dem C. od. mit dem Radius. 
farmarsch 2, 175 2c.; C. Bohrer .., im Mittelrunkt 
mit einer Spitze versehn. .. Sie besitzen neben dieser 
Centurio 
189 
C.-Spitze einen schneidigen Zahn. M. 2, 155 2c.; 
Nervren u. Adern, in deren Centro die menschl. Seele sitzt 
wie eine Srinne im Centro ihres Gewebes. Wackern. 4, 
7212; C. graritätis, Mittelrunkt der Schwere, 
Schwervunkt 2c.: übrtr., z. B.: Ein gemeinsames 
Lebens--C. Dierteli. 18, 235; Civilisierte Staaten 
setzen sich an den Flüssen fest, gewinnen an ihnen Lebens- 
centren. 213 2c.; ferner (Kriegsk.): Das C. einer 
Schlachterdnung, eines Heers, im Ggstz der Flügel u. 
— als polit. Bez., im Ogstz der Rechten u. der 
Linken: die Mittelrartei u. ihr Platz im Parla- 
ment: Ein Abgeordneter sitzt im — gebört zum — 
(rechten, linken) C.:; Das C. stimmte diesmal mit der 
Linken 2c. — Centschaft, f.: -#en: s. Centner 1. — 
Cent-Snisse (irz. ßangömis), m., uv.; —3: s. 
Cent tb. — Centum (lat.): hundert, s. Cent fa 
(Schwzr.: C., zentume, ringsum). — Centümnvir, 
m., In, (—);—n ss 21, 2, viri): im alten Rom, 
Einer aus dem — über Civilsachen urtheilenden 
Kollegium der „Hundertmänner“, dazu (vgl. 
Decem-, Triumvir 2c.), z. B.: Die Baskli#a Jülia am 
Forum zu Rom für die C—ál-Gerichte. Guhl 2, 
143; Das C-ät, C-al-Gericht, = Amt 2c. — 
Centünculus (lat., vgl. eknto), m. s8 24, 21: 
ein aus (bunten) Lappen zusammengeslicktes Kleid, 
z. B. das des Archimimen (s. d.). Guhl 2, 349; 
weiss Kost. 1, 1142, auch: Der Arlechino in einer 
bunt zusammengeflickten Tracht, wie das Centuncnlum 
(Hundertfleck) des Sannio. Rolenkranz Psch. 550. — 
Centupl-ieren (nlat.), tr.: verhundertfachen. 
um (§F 24, 2, n. : das Hundertfache. — 
Centüri-a (lat.), f. 186 24, 11: eine Gesammtbeit 
v. 100 rd v. etwa 100, nam. altröm. als Heeres- 
abtheilung (Komvranie): Außer den Reitern ward jeder 
Legion ein Theil der 4 centũriæ fabrörum, ærariõrum, 
tignariörum sder Bauleute, Schmiede u. Zimmer- 
leute), tubscinum u. cornicinum 'der Tuben= u. 
Hornbläser]) beigegeben. Weiss Kost. 1, 1062; als 
Abtheilung der Bürger bei Volksabstimmungen; 
s. Centurie. -ät: 1) a.: hach Centurien — ein- 
getheilt od. stimmend (lat., als Ew. : c-us, als 
Adv.: cim), bes.: C.-Komstien (Comĩtia c-a), 
Volksversammlungen, in denen centurienweise ab- 
gestimmt wurde. — 2) n., —(e)s; -e: die Stelle, 
Würde eines Centuric, lat.: us, m. [5 24, 41. 
e, f.; —m; —n-: Centuria, z. B.: Das remische 
Voll war in 6 Klassen getbeilt, deren erste aus 80 
Bürger= u. 18 Ritter-Ceen bestand 2c.; auch als 
Büchertitel 2c., z. B.: Vier C- # bojardischer Gesänge. 
W. 11, 266; Sechs Cn evangelischer Wahrheiten von 
Joh. Ualus (l. Gödeke Gr. 1, 385), bei Lischart in be- 
liebter Wortverdrehung: In sein' Büchern M enturiis 
lgleichsam: Lügen]. DBibt. 8, 1 21575; Mit Schen- 
turtis. 12 7151 2c.; Die magdeburgischen C-, die erste 
pretestantische Kirchengeschichte (begonnen v. Flac= 
eins 1552) ic.; C-n-weis 2c. Jo, m., —s, -õnen; 
önen [8 24, 3, -önis): der Hauptmann einer Cen- 
turie (s. d.) od. Kompanie Soldaten (s. Helaten- 
tarch): Nächst dem C. war jerer Centurke noch ein 
Optio zugesellt, den der C. selbst erwählte, zuw. auch 
Subcentürio IUnter-C.] bezeichnet. Weiss Kost. 1, 1081.
        <pb n="206" />
        190 Cenlussis 
— Cenlüffis (lat.), m. [8 21, 3, uv.]: 100 As 
(s. d. I 2). — Centweight (engl. ßentwet), n., 
—; —: Centner (s. d. 2). 
Ccôski-nszovi (serb. —fnes-), pl.: Die 
Kneesen (s. d.) der Ortschaften (C.), welche unfre Schul- 
zen u. Dorfrichter vorstellen. CRobert 1, 24 7., 
Cepa: 1) (lat.) f. I8 24, 11: C., Allium c., 
Zwiebel. — 2) (span.) f.; —#: eine Pflanze: Die 
gute Verpackung kdes Zuckers! in trockner C., durch deren 
glatte, wasserdichte Epidermis das Wasser nicht einzu- 
rringen vermag. Grenzb. 24, 1, 313. — Cepage (krz. 
ßepãsh), f.; —n, —#: Weinrebe, als bestimmte Sorte, 
s. Gartenl. 17, 86b. — Cepec: s. Tschiepez. — Ceph- 
(Keph-alän (gr.-lat.), f. I§ 24, 11: heftiges 
Kopfweh. -alagra, f. [8 24, 11: Kopfgicht. 
Lolalgia, (. I&amp;S 24, 11: Kopfweb, z. B, 9 hyste- 
rica, bosterisches 1., auch -alalgi#é, f.; —eyn: 
alälgisch, a. : zu Kopfweh geneigt, dazu gehörig 
2c. -alämatom, n., —e); —e: Hämatom (s. d.) 
am Kopf, auch: C-a [824, 3, n., atis, z. B.: C. 
neonatörum, Blutgeschwulst am Kopf Neugebor= 
pet. Taläon, n., —6; ka: s. Kapitäl. -alaͤspis, 
alaspiden „Schilekopf-, Gatt. fofsiler Fische. 
n- Gsch. 460 ff.; gB. 307; Ohen 1, 748. 
Salienm, n., —#: sliea [824, 2, ». ]: kopfstärken= 
des Miteel. Calulis) f. 18 21, 3, uv.]: Kopf-, 
Gehirn-Entzünrung- Calodésmion, n., S; 
désmien: Kopfbinde. alogenesis, f. 18 24, 3, 
uv.): Kopfbildung. G. 27, 327. alographie, 
Salologie, f.; e)n: Beschreidung des Kopfs u. 
seiner Theile, alogröphisch, a. : darauf bezügl. 
Falolorien f.; #ehn: Schiesföpfigk. alometer, 
, n., -6; uv.: Werkzeung (nam. geburtsärzt- 
(iche) zur Messung des Kopfes. -alophora, pl. 
18 24, 2, n.]:: s. Acephala. -alophöma, n. 1824, 
3, n., -tis]: dußre Kopfgeschwulst. -alopode, m., 
—n ; —n: „Kopffüßer“, eine Ordnung der Mollus- 
len“ bei denen der große, rundliche, mit 2 großen 
Augen versehene, von Fangarmen umgebne Kopf 
aus dem Mantel hervorragt, f. Burmeister Gsch. 380, 
vgl. Brachioporen. aloponis, f.; —(eyn: Kopf- 
weh. alopposis, [824, 3, uv. j: Kopsgeschwür. 
aloslopfe, f nn: Untersuchung des Kopfs. 
Salothorar, m. ., uv.; x I§ 24, 3, thöracis!): 
„Kopf-Brustpanzer“: (Hier ist] noch kein Unterschied 
v. Kopf u. Brustkasten. Deßhalb nenunt man einen so 
gebildeten Körperabschnitt, der zugleich Sinnenwerkzeuge, 
Kieser n. Bewegungsorgane trägt, lwie bei den Panzer- 
frebsen 2c.), einen C. Burmeister Gsch. 388; 391 2c. 
alotomseé, f.; —ehn: Anatemie G. d.) des Kopss. 
Salolribe (sti. —trib'), m., —#; —s6: Art Zange, 
bei schweren Geburten den Kopf * terten Leibes- 
frucht zusammenzudrucken. -alolrpesis, f. 1824, 
3, uv.): Trepanation. — CEeph-ens (gr. lat.), 
m., uv., es: 0: der Vater der Andromeda (s. d.) 
u. danach ein Sternbild: Der Stern y.# Ceyhel, dann 
#Cephe#i. Cittrow 233. 
Cer, n., —#: O: = (Chem.) ein nach der 
Ceres benanntes M etall, das nam. als C.-Oxryrul 
in dem Mineral Cerit vorkommt. Miischerlich 2, 2, 1 
ff.; C.-Oryd; C.-Chlorür 2c.; Chlor-, Schwefel-C. 2c. 
Ceremonial 
ebd., auch: Cerium (philologisch genauer, doch sel- 
ten: Gerkrium, Cerer 2c., wie auch Cererit st. Cerit). 
— Cera (lat.), . (/§S 24, 11: Wachs: C. arböres, 
Baumwachs 2c.; MzZ. Cẽræ, z. B. auch: Wachs- 
bilder; wachsüberzogne Tafeln, darauf zu schrei- 
ben. Guhl 2, 299 rc. — Ceram r2e.; Ceraph 2c.: 
s. Ker 2c.; Ceraphanie: s. Cerorhante. — Cerasin 
(ulat.), n., -(e)s; 0: der in Wasser unlösl. Theil 
des Kirsch-, des Bassoragummi's 2c. farmarsch 1, 
412, auch Bassorin (s. d.). — Cerast (qr.), m., 
—en; -en: „Hornschlange“: Wie goldbeschurrte C-en. 
w. 26, 113. -es, m. 18 24, 11: 1) Cerast. Oken 
6, 543. — 2) Herzmuschel. 5, 314. -ium, n., 
—6 ken [8 24, 2, n.]: „Hornkraut“. 3, 1358. — 
Cerat: 1) (lat.), u., —+e)s: —; um # 24, 2, 
n.: Wachspflaster; -iön, f.; —en: Wachsüber= 
zug; Umwandlung in eine wachsartige Masse 2c. 
— 2) (gr.) s. Kerat 2c. — Ceraun 21c.: s. Kerann 
2c. — Cerbellera (it. tsch 2c.), f.; —s: Art Korf- 
bedeckung, spitzer Helm. Srcgoroofus Kors. 1, 299. 
— Cerberus (lat.; gr. Kérberos), m., uv., —se; 
4 18 24, 21: der 3körfige Höllenhun, als Wäch- 
ter der Unterwelt: Eine wahre C.-Bissigkett. 
Outkow 3. 1, 50 2c.; danach ein unfreundlicher 
Thürhüter, Wächter; ein Sternbild; eine Art 
Schlange. — Cerrta (span.), f.; —#: Art schwarz- 
gefieterter wilder Enten. Clobus 6, 166a. — 
Cerch-io (it. tscherlio), m., —##; —#, tschérli# 
Kreis (vgl. Cerele, Zirkel), z. B.: Die Klageweiber 
machen um die Tola einen Kreis, den c. od. earacéllo 
n. schwingen sich heulend um Fikrn Todten. Gregorovins 
Kors. 2, 30. — Cerdah: s. Tschardak. — Certa 
(nlat.), f. 1824, 17: Art Kaniein. Wachsgrind. 
— Cereal (lat.), —is, a. auf Ceres (s. d.), die 
Göttin des Getreides bez zägl. Sia, pl. /&amp;§ 24, 3, 
MEn. I: Ceres-Fest; auch: Die der Ceres geweihten 
Spiele, Lüdi cereäles od. Cer i ãlia. Weiss Kost. 1, 
1131. Sien, pl.: Cerealia; die Getreidepflanzen, 
selten als weibl. Ez.: Mit Felrern v. Reis bereckt, 
dieser unersättlichen Cereälse. Gtobus 7, 50a. Eis, 
a.: eeregl: Kedilis (s. d.) c. Sisch, u.: cercal. — 
Cere- bellum, n. „—#: 08 24, 2, n.:: (Anat. o) das 
kleine Gehirn (Parencephalis); auch WW st. 
Gehirn — wie it. cervllo (spr. isch-), frz. cerrean 
lherwöl, s. Cerrelat —: Ven jeber, um ein Herz zu über- 
schleichen, nahmen die Alkahesten [Leute wie Alkabesi#l erst 
das C. ein. W. 3, 272 c. -bral, a.; anfs Gebirn be- 
zugl., v. dort ausgehend 2e.: Das C.= Spstem (der 
Nerven); C.-Affektion, Gehirnleiden 2c.; Seine C.= 
Theorie. DMus. 17, 2. 807. -Prin, u., —(e)o: 0: -: 
C., C.-Säure, eine in der Gebirusubstanz enthaltne 
Säure, s. Zock An. 500. brit, m., —-en, —; -en: 
dem Gehirn ähnlich aussebnde Versteinrung rc. 
brose, s.; —: brofis, f. IA2, 3, uv. ]: Hirn- 
wuth. brospinal, n.: sich auf Gebirn u. Rücken- 
mark beziebnd, beide umsassend: E.-Srstem 2c. 
brum, n., —„ 01/§ 24, 2, n.]: Gehirn. — 
Cerefol“--um (lat.), n., —#; -zen /# 24, 2, n.]: 
Kerbel. — Ceremön--ial (att., fri.): 1) n., +): 
—e: Vorschrift der hergebrachten Ceremonieen 
(s. d.), Inbegriff derselben: Das Hef-C. c.; Das
        <pb n="207" />
        Ceremoniale 
C.-Gesetz der Juren 2c. — 2) a.: ceremoniös. iäle, 
n., — ; -ziällen [§ 24, 3, alist; Mz. alia]: Cere- 
monial; Ceremonialbuch. -iärins, m., uv.; 
ziärsen [8 24, 21: der die Ceremonien bei Feier- 
lichkeiten Leitende, z. B. in der röm. Kirche ein 
Priester; bei Nitterorden ein Beamter 2c. -r, f.; 
—e)n, -len: äußre, festgestellte Form beim Gottes- 
dienst; Förmlichk. bei feierlichen Handlungen, — 
im Umgang aus Höflichkeitsruccksschten, oft mit dem 
Nbnbegriff des nur Außerlichen u. Ubertriebnen 
(vgl. Fagon): Ob ich gleich kein Freund v. Umständen 
bin, so bin ich doch C-n nicht feind. G. 34, 250; Ich 
sollte noch viel C-n □machen?] Wenig Lust be- 
hielt ich dazu. 5, 222 2c.j Griechische Mytbologie und 
römische Staats-C. war dem Jahrhunderte zu sei- 
nen (Julian's) Zwecken nicht zureichend. Wockern. 4, 
47540 2c.; C.-Besuche machen. Gödeke Gr. 1, 934 
2c.; Der Ceremönlen. Meister, an Höfen das Cere- 
moniell bei feierl. Gelegenheiten anordnend, auch: 
Groß-, Ober-(Arnim 294) Ceremönkenmeister, frz.: 
(Grand) mastre des cérémonies Igrang mäl' dã ßere- 
monĩe] 2c. QZielll): Ceremonial (s. d.): 1) n., 
—(e)s ; —e: Das C. bei dem Katafalk. Woltmann Mem. 
2, 188 2c.; Hof-C. p. Wahrb. 1, 85; Scheer Bl. 2, 
118 ꝛe. — 2) a.: förmlich; Ceremonien machend 
1c.: Sie machte eine unsce Verbeugung. Garlenl. 14, 
148; Il#hl Par. 1, 25 2c.; (vralt.) Ceremönisch. 
Tischort Ehz. 70 2c. iös, a.: ceremonial: Diese 
un-c-e Anrede. Schüching Fr. 2, 231 1c. — Cereö- 
stata (mlat.), f. I§ 24, 11: Hand-, Tragelenchter, 
beim Gottesdienst 2c. gebraucht. Weiss Kost. 2, 781. 
— Creril, m., —eyS; —e; -krium, n., —; 0: 
s. Cer u. Ochroft. -es,) f.: 08 24, 3, eris): 1) 
die Göttin des Getreides (gr. Demeter): Klage der 
C. Sch. 54a; 55a; Die Marschen u. Delten, in denen 
C. ihre schönsten Feste feiert. Die###lj. 18, 209 2c.; 
Sine Cérere ét Bäccho (od. Lĩbero) Venus friget, 
ohne C. u. Baechus friert Venus (rhne Speif' u. 
Trank ist Liebe krank) 2c. — 2) s. Asteroid. — 
Cerêus (lat.): 1) a.: wächsern. — 2) m.: Fackel- 
distel, Kaktus. Oken 3, 1913; Globus 5, 6b. — 
Cerevĩs (lat.), n., —es; —e: Bier; danach (bur- 
schikos): Ehrenwort: Auf dein C. Auerboch D. 1, 
293; Vollmann 107; auch = C-ins (s. d.): Du, C., 
dn großer Held! Magdeb. Kommersb. 231; ferner — 
C.-Sriel (s. u.). 236. Als Bstw. (s. Volmann 
108), z. B.: C.-Bursche;Komment; = Mütze, 
Kneip-Mütze, gw. ohne Schirm, mit den Verbin- 
dungsfarben; Name, Sxitz-, Kneipname (den 
der Bursch auf der Kneipe führt); = Spiel, Karten- 
spiel, wobei Fehler 2e. mit Trinken u. Ponieren v. 
Bier bestraft werden;-Tempel, Kneip-, Bier- 
keller 2ce. ia, f. /§ 24, 1]: Bier. iell, a.: in 
feierlicher Kneiprersammlung; solcher gemäß rc.: 
Gambrinus, der .. c. kanonisiert .. wurde. Vollmann 
193, auch: cerevfisisch. -ius, m. I[§ 24, 21: 
(bursch.) der Bier-Heilige, = Gott: O heilger 
6C. .. Du großer Cerevisse! Magdeb. Kommersb. 23 1 
e.; C.-Priester, Blierhahn, Kneirgenie 2c. — 
Terf (frz. ferf), m., —s; —: Hirsch: Näl (K. d. 2) 
de c., „Hirschkrankheit“, Maulsperre 2c. volant 
Certation 
191 
(Herwoläng), m., —6#; —#: 1) Hirschkäfer, fliegender 
Schröter. — 2) Pavierdrache: Die steigende Kugel 
der Herren Gebrüder Montgolfier. .Dieser nenmedische 
G. .. des fliegenden Drachen (v. den Franzosen „der 
fliegenre Hirsch“ genannt). W. 33, 108. — Ceriälia: 
s. Cerealia. — Cerin (nulat.), n., e)s; 0: 1) 
Das Bienenwachs kann durch Behandlung mit kochendem 
Alkohol in 2 nähere Bestandtbeile zerlegt werden, von 
welchen der ungelöst verbleibende früher mit dem Namen 
Mvricir belegt wurde, sich aber als eine eigentbümliche 
Säure, Cerotinsäure, heransgestellt bat, während 
der auflösliche, früher C. genannt, jeßt als palmitin- 
saures Melisshloxvd betrachtet wird. Karmarsch 3, 571; 
1, 412 2c. — 2) C.-Stein — Cerit (s. d.). Oken 1, 
366. — Crrise (frz. ßeris): 1) f.: —#: Kirsche. 
— 2) a.: kirsch-roth, -farb; bes. prädik. u. adv.; 
auch n.: Ein schönes C. ic.; Ein c.-farbnes, c.-retbes 
Band cc. — Cer-#it , m., —eys; —e: -ium, n., 
—#: 0: s. Cer. — Cerrarfe (gr.), f.: In: 
„Schwänzler"“, Art Insfusorien. — Cerkiem 
(russ.), f.; —S#: Kirche. Scherr Mir. 94 „c. — 
Terele (frz. ßerkl), m., —##; —#: „Zirkel“, Kreis, 
z. B.: Das Thal .. ist mit Felsblöcken bereckt, welche 
ten C—s druidiqnes (drüfbi.f) . gleichen. Ausld. 3 8, 
832b, Druidenkreisen 2c. (vgl. Cromlech); besf.: 
Gesellschaftskreis, zumal vornehmer: Der ganze C. 
hatte die Augen auf dich. /(Schröder Samml. 1, I, 63 
ꝛe.; speeiell: Gesellschaft aus dem Kreis der Näch- 
sten bei Hof: Nach dem Theater war in den Gesell- 
schaftsräumen C. u. Büffet. Dolksz. 15, 277 rc. — 
Cerr- (Kerk-) opithseus (gr.), m. I§ 24, 21;: 
Sops, m., uv., öpen [824, 3, -öpis): geschwänzter 
Affe, Meerkatze.— Cernieren (frz.), tr.: (Kriegsk.) 
eine Festung 2c. einschließen, „einkreisen“: Erst 
soldatisch die Festung zu c. Meihner Nov. 2, 116; Trotz 
Posienchainen u. dorpelt cernierten Wällen. Salon 3, 
322 2c. — Cero-Tensnal (mlat.), n., —-en; -en: 
ein Wichszinsiger -serärius, m. I§ 24, 21: 
s. Admissus. - graphie (gr.), f.; —eyn: Wachs- 
malerei. -lilh, m.—en, —s; -e# n): Art Speckstein. 
-manlic, f.; —eyn: Art Wahrsagung aus Wachs. 
mél, n., —: —6 (§ 24, 3, n., Jis): Salbe aus 
geschmolzuem Wachs u. Honig. phanke, k.; 
—(ehn: durchscheinendes Bild aus Wachs (val. 
Literhanie). -plastik, f.; S-en: Wachsbildnerei. 
in, u., -(e)s; 0: ein wachsartiger Stoff. — 
Cerotan, m., -(e)s; —e: Der fahrende Schüler, 
Scholdsticus vägans, auch C. Grenzb. 25, 2, 336. 
— Ter-otin, n., —s; 0: s. Cerin 1 U.: Zwei Ver- 
bindungen, v. denen die erste aus der C.-Säure, die 
letztere aus der Melissinsaure entsteben soll. Karmarsch 
2. 331. orplin, n., —e); 0: ein Stoff im 
Palmwachs, dem aus der Wachspalme (Cerxk y- 
lon) gewonnenen Wachs. — Cerl-ain (frz. 
ßerteng), a.: gewiß, z. B.: Um nur jusqu'n un 
(sbüsfa öngl] c. point (roing] . interessiert zu werden. 
w. 35, 19, bis zu einem gewissen Punlt ꝛe. 
ainement län'mängl, adv.: gewiß, sicherlich. — 
Cert-amen llat., § 24, 3, n., Aminis): Wett- 
kampf, Streit; in Schulen, eine Arbeit, wonach 
versetzt wird. -atio, f. [8 25, 3, önis); -atiön,
        <pb n="208" />
        192 Certeparlie 
f.; -en: Certierung ((. d.). — Certepartss: 
s. Charte-partie. — Cerk'eren (lat.), intr.: wett- 
eifern, wettstreiten, kämpfen, bes. in Schulen —: 
um einen höhern Platz; ein Certamen (s. d.) 
liefern: Die Kinrer c. zu lassen. Nosz 18, 455; 
Gupkow 3. 1, 162; 164 2. — Ceri-isicĩẽren 
(lat.), tr.: bescheinigen, beglaubigen. eisicäl, 
n., —(e)s; —e: Bescheinigung, ausgestellter 
Schein 2c., z. B. (im Steuerwesen): Ausgangs-; 
Ursprungs-C. 2c.; auch nach frz. Ausspr. (hertifika), 
n.. —6; —#: z. B. C. Torigine krorishin] ꝛe. 
Zisicateur (frz. fertifikatör), m., —s; —; Zisicator 
(lat.), m., —6#; ören 1/§ 24, 3, öris): Certificats- 
Aussteller; Gewährsmann; Rückbürge. ioratiön, 
f.; —en: Vergewisserung, nam. (Nechtsspr.) die 
bei Aufnahme gerichtlicher Akte erforderl. Belehrung 
der Betheiligten. -iorkeren) tr.: vergewissern. 
— Cerüchus (gr.), m. s8 24, 21: (seem.) bei 
den Alten, Taue, womit die Nocken der Rahe wage- 
recht gehalten wurden, also = Toppenant, s. Weiss 
Kost. 1, 1262, vgl. Bobrik 160b. — Terüm-en 
(ulat.), n., —; 0|I§ 24, 3, -inis): Ohrenschmalz. 
Tinös, a.: voll Ohrenschmalz; ihm ähnlich. — 
Cerüss- a (lat.), f. s5 23, 1]: Bleiweiß; C. na- 
tiva, Weißbleierz; C. Jövis, Zinnasche. il, m., 
-(e)s; -e: Cenissa nativa. — Tervelat, C.-Wurst 
(frz. cervelas, spr. ferwela; it. cervelläta, 
spr. tsch rc.), eig.: Hirn-, Bregen-Wurst (s. cere- 
bellum), dann verallgemeint: leisch-, Mettwurst 
(s. d. as.); in schlechter Schreibw.: „Servelat- 
wurst“. Uogt Tafelgen. 246 2c.: Cervelas-Mar- 
mor, v. tiefrother Farbe, mit vielen grauen u. weißen 
Adern. armarsch 2, 622. — CTervicaäl (lat.), Sis, 
a.: den Nacken betreffend, vgl. Cérvie- al, n. 
[&amp; 24, 3, n., alin; Mz.: -alia: Nacken-, Kopf- 
lissen, in der Sänfte ꝛe. Bäniger Sab. 455. — 
Cerv-s#apra (lat.), f. [8 24, 11: Hirschgeiß, 
Art Antilope. -inus, a.: auf Hirsche bezüglich; 
hirschartig 2e. — Cerv--ix (lat.), f. [8 24, 3, 
ĩeis): Nacken. — Cervus (lat.), m. I§ 23, 21: 
Hirsch: Cörnu cérri, Hirschhorn 2c. — Cern##: 
s. Kertr. 
Ces; Ceses: f. A3. — Ciss-ans (lat.), 
a.: aushörend 2c.: Lücrum (s. d.) c. 2c. Jat: 
es hört auf, fällt weg 2c. (s. cessiren): Cessänte 
Gastz dur#nte) cäusa, c. [Ggstz dürat) elléctus, 
beim Aufhören (od. Fortfall) der Ursache hört auch 
die Wirkung auf —, Gygstz: bei der Fortdaner der 
Ursache dauert auch die Wirkung fort. -älio, f. 
(&amp; 24, 3, önis); -atiön, f.; -en: das Zaudern, 
Verzögern, Aufhören, der Fortfall. Abel, a.: 
eedierbar (s. d.), abtretbar. eibililäl, f.; 0: 
Cedierbarkeit. - ren, intr. (haben): aufhören, 
wegfallen 2c. - io, f. [8 21, 3, iönis): Cedierung, 
Abtretung, z. B.: C. bonörum (s. bonum); nöminis, 
Namensabtretung 2e. iön, f.; -en; —— .: Cessio; 
Eine C., Cê-Akte ausstellen 2c.; Sle verlangte dle Rück- 
C. der Hyrothel. Gartenl. 16, 117a; Die Bedingungen 
der Rückabtretung..Die Rück.C. AUafl3. 22, 194. Sionar, 
Zionär, m., —; -e; -ionarinus, m. 18 21, 21s: 
Der, dem Etwas rediert wird. us, a.: das Ob- 
Thabifa 
jekt einer Cession bildend: Wenn Müller eine Ford- 
rung, die er an Schulz hat, au Schmid abtritt, so ist 
Müller der Cedent, Schmid der Cessionar u. 
Schulz der Dẽbitor (s. d.) c. c. — Gast: s. ce 2. 
— Cefslräci-on (gr.), m., —; -önten s8 21, 3, 
-Sntis!: eine Gatt. Fische. Burmeister gB. 1, 307; 
Gsch. 450.— Ceflus, m., uv.; uv., —se /§ 24, 21: 
1) (gr.) ein gesticktes, verziertes, sich um Etwas 
schlingendes Band, solcher Riemen 2c.; nam. der 
Gürtel der Venus (s. d.). Böuiger Sab. 163. — 
2) (lat., s. 1 od. estus v. ek lere schlagen): C. 
hieß bel den Römern eine Art v. Fechthandschub aus 
dicken rindsledernen Riemen um den Arm u. die Faust 
gewunden rc. W. 21, 288; 289; 22, 20; Faustban- 
dagen, röm. C. genannt. Weiss Kost. 1, 906; Dem 
ledernen Schlagriemen od. Cæœ stus. 1137; 1322 2c., 
s. Hlmas. — Cet-a## (nlat., frz.), n., eyn; 
ehn: Wal, walfischartiges (od. Fisch-) Säuge- 
thier. -äcécum (§ 24, 2, n.]: 1) Cetacee. — 2) 
Walrath (Sperma Ocsti), vgl.: Das reine Wal- 
rathfett wurde früher mit dem Namen Ceiin belegt, 
besteht aber aus Palmitinsäure u. Cetölcyyd 2c. 
Karmarsch 3, 579 2c. — Ceéler-a (it. tsch 2c.), f.; 
#e: Cither (s. d.): Die Cither schlagen.. Die C. 
Gregorovius Kors. 1, 169; Auf der 16faitigen C. 197; 
C. tedesca, eln lautenmäßlges mit 10 Saiten bezogenes 
Instrument. Jablonoky 215b.— Tet-(Cakt-) erum, 
adv.: übrigens: C. cénseo LCarthäginem ésse 
deléndam], übrigens stimme ich dafür, daß Kar- 
thago vertilgt werden muß, — stehnder Schlußsatz 
der Senatsreden des ältern Kato; daher sprchw. 
Bez. für Etwas, worauf man als nothwendig 
unablässig wieder zmückkemmt. erus, a.: der, 
die, das Ubrige 2c.: Wie eckteri confrätres ([die 
übrigen Mitbrüder] auch. C. 2, 138; Csteris Päri- 
bus, das Ubrige gleichgesetzt; unter übrigens glei- 
chen Umständen r2ec. Dviertelj. 39, 230 1c.; Et cstera 
(abgek. eic., Ec.) — u. s. w.; auch substantiviert 
als Bez. für etwas nicht Ausgenanntes, z. B. 
(nam. früher) st. eines schmutzigen Worts: Sauf 
mir aus dem etc. st. Ars). Fischari Garg. 9 la 2c., 
auch st. eines Schimpfworts: Du, du Eteetera! 
Weise Jak. 73; Hunds-Eteetera. 46 (st. Hundssott) 2c.; 
aber auch außerdem, z. B.: Diese Etecktera, welche 
den eig. Werth des Gutes in sich faßten. Hausbl. (66) 
4, 15; Bassin mit den Goldfischen .. , Felsen u. sonstigen 
Eteetera's. Mhü#eine Weltr. 27 c. — Cetin (ulat.), 
n., -(e)s; 0: s. Cetacenm 2. — Cetra (lat.), s. 
(&amp; 24, 11: Lederschild. weits Kost. 1, 10833. — 
Cel5l) n., —#; 0: (s. edd.) Eine fettige Substanz. 
fruber Athal, jetzt C. Orvdbyrrat od. C.-Alfobel. Har- 
marsch 3, 579.— Cojma, m., —: —: in Algerien, 
Stener der unterworfnen Nebellen. Globus 6, 338b. 
Chã (vort., span., dschä), m., —#: 0: Thee 
(s. d.). Austb. 39, 1182b, vgl. it. ein (spr. tscha). 
— Chabãr (ar.), f.; 0: Das Sembel der Kbabar 
od. Venus. Ausld. 38, s18a. — Chabasil, m., 
—(e)ss; —e: ein Geschlecht des Zeoliths (s. d.). 
Ohen 1, 171. — Chabir (ar.), m., —#: —: Ka- 
rawanenführer durch die Wüste, s. Kiraggi. — 
Ehabisa: (in Damaskus 2c.): ein Gericht aus
        <pb n="209" />
        Chabissat 
Traubenfirup u. Kraftmehl. Ptieimann Or. 1, 124. 
— Chabissät (pers.): Ch., „die Niedrigen“, Ge- 
schichten satirischen u. selbst faunischen Inhalts. Nosen-- 
Kranz Gsch. Poes. 391. — Chablis (frz. schabli): 
ein Ort in Frankreich (eig. „Windbruch"), danach 
m.: Wein aus der dortigen Gegend: Ein Glas 
schäumenden Ch. Hausbl. (66) 4, 11; Schüching R. 
1, 97. — Chablone: s. Schablone. — Thabod 
(hebr.): eine Sekte der Chafidim. piermonn Or. 
1, 231. — Chab-ot (frz. schabs), m., —6; —8;: 
Art Fisch, „Kaulkopf“ (vgl. lat. capito). -ötte, 
f.; —n: das eiserne Gehäuse, worin der Amboß 
des Aufwurfhammers eingekeilt ist. Aulcherlich 22, 
102; Scheuchensurl 50; Chen-Stock, Holzklotz, worin 
die Ch. festgekeilt ist. ebd. 2c. — Thabraque: s. 
Schabracke. — Chacham (hebr.), m., —; -im 
(eime): „der Weise“ (vgl. Chochem, Hakim), Titel 
v. Rabinen, z. B. gammer 1, 342; Salon 2, 138; 
Sieben jüdische Ch-im (Weise). frankl Jer. 1, 13; 
Der Ch. Baschi [Oberrabiner]) des türk. Reichs. ibd.; 
132; 195 2c.; Die Ch-ime. 202 r. — Chachän: 
s. Chanfa. — Thachöll (ruff.), m., -s; —s: Spitz= 
name für die Steppenbewohner. HKohl Sürr. 2, 97. 
— Chadimül (türk.), m., —§; —#: Diener: Ch. 
Haremeln (s. Harem). — Thadschi: s. Harschi. — 
Thadün: s. Kadin, z. B. Kolrschi Ch.; die Frau 
Profosin für die liederl. Weibsrerfonen. Hammer 10, 
704. — Chafariz (port. dschäfaris), m., uv.; uv.: 
Brunnen. AIAueld. 39, 334b. — Chäftan: s. Kaftan. 
— Thägra, f.; —s: (in Südam.) Fruchtbare Acker 
u. kleine Ch— s. Gerstäcker Pench. 1, 212. — Thagr-in 
(frz. schagreng), m., —s; —: 1) (v. pers.-türk. 
sagri, Rücken) auch: Chagra in, ein aus dem hin- 
tern Theil des Rückens v. Pferde-, Esel= u. Ka- 
melhäuten bereitetes Leder od. Pergament mit 
körnigen Hervorragungen. Kormarsch 1, 412; Prechl 
3, 431 ꝛc. (s. Allabuta); Fischbaut-Ch., die getrock- 
nete Haut mancher Fische, nam. der Haifische, die 
v. Natur ein ähnliches rauhes Korn haben. 434; 
6. 166; Knapp 2, 589 ꝛc. — 2) (vgl. 1, als ras 
Rauhe, Reibende) nagender Kummer, Gram. 
Zinant, a.: kränkend, Kummer erregend. -inf#eren, 
tr.: 1) Lederchagrinartig (körnig, narbig) machen, 
auch: chagra #nièren (schagrän 2c.). — 2) kränken, 
betrüben 2c.; refl.: sich härmen. — Thai (frz. 
schä), m., —; —: Ch., allgemelne Bez. in Vorreaur 
für Lagerräume, v. Weinen namentlich. Garienl. 17, 
70b. — Thaine (frz. schän), f.; —n, —s: „Kette“, 
z. B. eine fortlaufende Reihe ausgestellter Posten 
(Vosten- Chen. Salen 3, 322), angestellter Ar- 
beiter 2c.; serner (Tanzk.): Ch... eine Tour, wo 
die Tänzer den Tänzerinnen u. diese umgekehrt im Fort- 
schreiten sich wechselseitig die Hand geben 2c. Däringer 
204, auch: Herren, die sogleich Ch. machten, um die 
überraschende Erscheinung hindurchzulassen. Gutzkow 3. 
4, 217; 8, 46 2c., vgl. Spalier. — Thair (engl. 
tscher), m., —s; —#: Stuhl: Wiegen sich auf den 
röcking ch— s [Schaukelstühlen J. Scherzer Nat. 351 2c.; 
auch prägn. Ch., als Sitz des Lordmayors. H# 
Engl. 3, 86 2c. -man, m., —#; -men: Vorsizen= 
der. — Thäfrije (türk.), m., —s; —#: Der Dukate 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Thalasis 193 
(s. d.) Ch. gilt 20, der halbe Ch. 10 Piaster. Hammer 
10, 712, vgl.: Der Dukate Kirklik Ch. zu 40 Piaster. 
ebd. — Thälr ölla (türk.): „Gott sei mit dir!“ 
(als Gruß). murhord Konst. 2, 107. — Chaise 
(franz. schäf), f.; —n: 1) Sitz, Stuhl: Ch. 
longue llönfl, Art Kanaré zum Sitzen für 2 und 
zum Ausgestreckt-Liegen für eine Person, M)3.: 
Die Ch—s longues; ugw.: Vor den Kauseusen, 
Chaiselonguen u. Sesseln. HFausbl. (66) 4, 195 2c.; 
Ch. percée lperße], Nachtstuhl; Ch. à3 porteurs 
lvortörl. Sänfte, Portechaise (s. d.) 2c. — 2) ((. 1) 
leichter Wagen für wenige Personen; auch orkl.: 
Kam gefahren ein Mann in einem Chaischen. Gondelf 
Sch. 3: G. Reinh. 245; Schüching FrR. 2, 122 te., 
vgl.: In seinem „Schäsel“. Spindlee Stadt 1, 52 2c.; 
Aus einem Ch—n - Kasten. In der alten Kalesche. 
Iffland 15, 1, 44 2..; Bei-Ch. (vgl.: Beiwagen, bei 
der Post). Gartenl. 1 6, 5 2a 2c.; Halb. Ch. (mit 
Halbverdeck). S. 19, 211; Zagr. Cb. mufäus M. 
5, 163; Post-Ch. Thümmel 1, 5; Reise--Cb. Spiel- 
hagen Pr. 5, 242; Retour. (s. d.) Ch.; Besah die 
Kaiserin in einer halbgedeckten niedern Roll-Ch. 
sitzend den festlich geschmückten Ort. fallmerayer Gs W. 2, 
483 ꝛc. — Thäftga (ind.), f.; —s: burdhistische 
Höhlenkirche. Globus 6, 134b; Cb.-Höhle. 135a 2c., 
vgl. Vihara. — Thajal (ar.), m., —#8; —: be- 
waffneter Reiter als Geleitsmann. furrer Pal. 246. 
— Chajim (hebr.): Leben, s. Ez, Beth-Ch.; vgl. 
Hasse. — Chakaän: s. Cban 143. — Charär-a 
(sran. dsch re.), f. —: kleines Landgut (in Chili cc.). 
Põppig 1, 228. fra, f.; —#: weibl. zu Chacarero. 
Globus 4, 226b. -ero, m., —s; —# : Bauern, kleine 
Gutsbesitzer od. Gäriner, Cb—s, wie sie dort zu Lande 
heißen. ebb. — Thähkilp (ind.), m., —8; —6;: 
Schuhslicker. DAus. 15, 2, 616. — Chaco: f. 
Tschafo. — Charöna (sran. tsch ꝛc.), f.; —s: Art 
Tanz u. die Musik dazu im 3/4 Takt, frz.: In einer 
zlerlichen Chacönne sschak-]. w. 12, 43; Uet3. 22, 
53; Bonk 1, 211 2c.; it. Ciaconne. Sulzer 1, 475, s. 
Passacaille. — Chãcra (span. tsch re.), f. ; —##: india- 
nische Hütte; Landhaus. — Chacun (srz. schaköng): 
Seder, z. B.: Ch. à (a)son goũt löong gül, Zeder hat 
seinen — od. nach seinem — Geschmack; Ch. le sien 
lse ẽseng]!, Jedem das Seine (s. Sünm cutque); 
Ch. pour soi, Dieu pour tous spur soä, djö pur tuj, 
Jeder für sich, Gott für Alle 2c.; weibl. Chacune 
(schakün'). — Thaläät (türk.), pl.: Ehrenkleider. 
Hammer 10, 342, auch Chilaat, s.: Das Ehrenkleid od. 
Kbelad. Weiss Kost. 2, 237, vgl. Chalat. — TChalän 
(fran.), m., —#s; —es: Roßkamm, Roßtäuscher. 
Dazu: Anrre treiben die Chalaneria, d. h. das Gewerbe 
des Roßlammes. Globus 9, 48a. — TChal-anre (frz. 
schalings), k.; —s: Prahm-, Fährgeld. -and 
(Jing), m., —; —: 1) Ch.; ein plattes frz. Fahr- 
zeug zum Gütertransport auf Flüssen u. Kanälen. Bobtik 
589a 2c. — 2) (s. 1) der die Waaren fortholende 
Kunde eines Kanfmanns, Abnehmer. Jandise 
Cangdis), f.; —#: Kundschaft eines Kaufmanns. 
— Chalaneria: s. Chalan. — Thalass (ar.): 
Ihm das Ch. („es ist fertlg!") zuzurufen. Gartenl. 15, 
65 b. — TChal-asis (gr.), f. (§ 24, 3, uv.] 
12
        <pb n="210" />
        194 Chalastieum 
Abspannung, Erschlaffung, Erweichung. ästicum 
[&amp; 24, 2, n.]:chalastisches Mittel. -aftisch, s.: 
erweichend, die Spannung lösend 2e. — Thalät 
(ruff.), m.p, —#: -s, -i: Schlafrock. Kohl Pet. 2.342, 
s. Chalaat.— Chaläz-a (gr.), f. s8 24, 1);-inm 
[8 24, 2, u.): Hagel; Gerstenkorn am Augenlied. 
bösis, f. [8 24, 3, uv.): Gerstenkorn-Bildung. 
— Chaleed-on (gr.), m., —#: —#:; zöne: Ch., 
eine Abänderung des Quarzes. . Den Farben u. Farben- 
zeichnungen nach unterscheidet man von dem gemeinen, 
ziemllch elnfarbig grau gefärbten Ch. den Heliotrop von 
dunkelgrüner [Drekf.: dunkelgrauer, vgl. 2, 2 651, den 
Chrysopras v. hellgrüner, den Karneol v. rother, das 
Plasma v. mlitelgrüner, den Achat v. bunten Farben- 
zeichnungen, den Onyx mit milchweißen u. dunkelbraunen 
Streifen, den Chalcedonyx mit weißen u. granen 
Strelfen, den Sarder v. braunrother ins Gelbe ziehen- 
der Farbe, den Sardonyr v. abwechselnd brannrothen u. 
weißen Streifen, Karneolonyr v. abwechselnd blutrothen 
u. weißen Streifen. Karmarsch 1, 414; Die rothgefärbten 
Ch-e nennt man Karnsol c. Mierlelj. 40, 207 2#c.; 
lDas Quarzgestein! hat außen durch die Witterung den 
bekannten Ch.-Uberzug erlangt. G. 26, 242 2c. Bei 
Einigen in der Ausspr. Kalcedon; ferner in ugw. 
Betonung: Aus Jaspis u. Chaleedön auch. Freiligrath 
H. 62; 63 2c. — Chaleldi-eum (lat.), n., —; 
-ken 18 24, 2, n.]: ein Saal als Anbau an den 
schmalen Seiten einer Basilika. Guhl 2, 139; 11½ 
Overbeck Pomp. 1, 8 c. — Thaldä-a, f.; —; 0 
IS 24, 1): Name eines Lands (s. 5erren E, 711n). 
er, m., —##; nv.: Bewohner Chaldäas (weibl. 
Ch-in); auch — IAstrolog 2c. (vgl. Magier). Dan. 
2, 2 fl. -isch, a. — Chaldron (engl. tschädrön), 
m., —6; —: ein Maß für Kohlen 2c.: Der Ch. zu 
63 Hundredweights od. Centner. Kohl Engl. 2, 38; 
Gin Ch. hat 36 Bushels 2c. (vgl. Firlot; Keel). — 
Thälebi, n., —#: —8: Ch. ist die althergebrachte 
Kopfbedeckung der jüdischen Frauen lin der Türkeil. Krankl 
Jer. 1, 217; 229 c. — Chäl-e (hebr.), m., —S#; 
—8, -züfim: Schlachtmesser der Inden. 337. — 
ECalger Cban. tsch-), m., —s: —: Weste. Globus 
, 136a. — Thalet (frz. schale), n., —6; —: 
Sennhätte: Schweizerhaus: Das im Schweizer Stil 
aufgeführte Wohnhaus ..., ein Ch., bel dessen Aublick 
man sich des kaiserlichen Ch. erinnert. Mag. d. Ausld. 
34, 374b; Lewald Villa R. 1, 68; 70 te.; fälschl. 
m. Circtouflere: Ch ület. Wachenhusen Kön. Ball. 220; 
230 2c. — Chaälfa (ar.), m., —6; —: Gesell, 
Gehilfe. Sammer 10, 711; Zöglinge (Mürid) u. Ge- 
sellen (Khalfa) haben blinde Gehorsamkeit für das Ober- 
haupt ldes Derwischordensl. Auold. 38, 1033b; auch: 
Vorsteher eines Tekkie (s. d.). — Chälfan (bebr.), 
m., —6; —: Wechsler (ogl. Chiluf; Chalif). — 
Thälia, s.; 0: in Ceylon die Kaste der Hand= 
werker. wyceeine Weltr. 1, 85. — Chyhalif (ar.), 
m., -en (—#); —en: „Stellvertreter", Nachfolger 
Muhammed's, — Ehrenlitel für die Beherrscher 
der Moslemin (s. d.). Hammer 10, 342: Got,! 
dem es in seiner ewigen Allmacht aus unermeßlicher 
Gnade gefallen hat, Uns als erlauchten Ch-en zum 
edelsten Beherrscher aller Gläubigen .. einzusetzen. 
Thalpben 
CUober! 1, 186; Den obersten Herrscher der Gläublgen, 
heiße er nun, wie ebemals, Ch-e od., wie jetzt, Sultan. 
Schad 2, 178; Khalif v. Bagdad. W. 20, 127; 11sff. 
(abwechselnd mit Sultan u. Schach); Kalif. freiligrath 
SW. 1, 209 u. o.; vgl.: Der Khalifa lin Algerient, 
ein Beamter Frankreichs. Globus 6, 338b; Die 
Chalifas, Art Priester bei den Kerindern. petermann 
Or. 2, 264, s. Katholikos 2. -ät, n., —e)s; -e: die 
Challsenwürde: die Herrschaft, das Neich der Cha- 
lifen: Nach Vernichtung des islamitischen Ch—s in Bag- 
dad. Konalbl. 1, 31 3b.— Thalinet (frz. schaline), m., 
—s6; —#: s. Chaly. — Chalinpue, m., —#6: —6: 
Art Indianer-Kahn. Nobrik 58#a. — Chalta 
(bebr.), f.: s. Halitza. — Thälkh (ar.), m. —S; 
—6: „Leute, Volk“, bei den Turkomanen, als Bez. 
eines zusammengehörigen Stamms. Olobus 9, 37b, 
s. Tatfe. —a, f.; —s: „Kreis", Versammlung An- 
dächtiger, die sich schweigend der Beschaulichkeit 
(dem Tevedschüh od. Murakebe) hingeben. 7, 281b. 
— Thalh-elephantin (gr.), a.: aus Erz u. 
Elfenbein bestehend: Eine ch—-e Arbeit, indem die 
Zunge, die Augen des Gorgoneions, welches eine Haupt- 
zierde der alten Waffen ist, v. Elfenbein aufgesetzt ward. 
Weiss Kost. 1, 1059, vgl. Chryselerhantin. -ismos, 
m., uv.; zismoi: ein Spiel: Ch.. Dasselbe lief 
darauf hinaus, ein auf der Kante im Wirbel sich dreben- 
des Geldstück durch momentane Berührung der Finger 
sofort zu firieren. 897. -ochiton, m., —; öne: 
Panzerhemde. ogräph, m., Sen, CGo: —en: 
Kupferstecher. G. 31, 415 2c. Dazu: Ch—#é, (.; 
+eyn: Kunst u. Erzeugnis der Kupferstecher; 
Ch-ssh, a.: darauf bezüglich. Grenzb. 25, 1, 259. 
olith, m., —en, (—#); -en, —e: Kupfer-Uran- 
glimmer. Oken 1, 397. ophacit, m., -en: -en: 
Linsenerz. -otppfe, f #hn: Kupfer-Druck. 
oxplographir, f.; e)n: Nachahmung der 
Aquatintamanier im Stahlstich durch eine Art 
Verbindung der Chalko= u. Mllegrarhi. — 
Challenge (engl. tschällensh), s.; —s: Auf-, Heraus- 
fordrung. Zoler Renn. 127 GChln m., -en. # 
eln): Krötenstein. — Thalon (sz. shalöny), m., 
—#6# : —#: Art geköperter Wollstoff: Feiner Rasch kam 
sonst unter der Benennung Ch. (engl. shalloon) u. Soy 
(engl. say) vor. Karmarsch M. 2, 751; Euchkl. s aufl 
720a ie. (wohl nach der Start Cbalons). 
Thalötle: s. Schal 2. — Thaloupe: s. Schalupre. 
— Thalsa (ind.), f.: In rie Ch. od. Kirche der 
Singh (s. d.) aufgenommen. Manalbl. 2, 509b:; Globus 
6, 147aà: Cb.-Sikhs, d. h. Jünger des Gemeinwesens. 
ebd. — Chalüpe (böhm.), f.; —n: Die Bauern- 
hänser, Cb-— n genannt. Globus 1, 80a, s. Pawlatsche. 
— Chalumeau (srz. schalmo), m., —: IEr: 
Schalmei (s. d.). — Chälva 2c.: s. Halwo, Alwa. 
— Chälwe: (bei den Drusen) *. atz zum Gottes- 
dienst. petermann Or. 1, 116. — Thalp (frz. schali), 
n., —s; —: Cb. (chälr), im Gewebe dem Woll- 
musselin gleich, aber ans seirner Kette u. baumwollenem 
Einschusse bestehend. Karmarsch M. 2, 750, auch: 
Chalynettes Ischalinétt!. Chalinets. Cucokl. f. 
Kaun. 227a. — Thöäl-pben (gr.), pl.: Kureten, 
Cyklopen, Ch. u. Telchinen sind versch. Arten v. Schmiede-
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        Thalpbographie 
künstlern der alten Welt. w. 21, 316, vielmehr eine 
durch frühe Bearbeitung des Eisens berühmte 
Völkerschaft in Kleinasien (vgl. Aleppo), wonach 
der Stahl (gr., lat. chalybs) den Namen er- 
hielt, vgl. weiss Kost. 1, 426; 460. -bographlé, 
f.; —ernn: Kunst des Stahlstichs; Stahlstich. 
Ubf'onans [8 24, 3, n., 4ánutis): ein Tonwerkzeug 
aus Stahl u. Glasstäben. — Cham (hebr.), m.: 
s. Ham 2. — Chamäde (frz. sch ꝛc.), f.; 0: Zei- 
chen, das Belagerte durch Rufen (vgl. Chiamata), 
bes. aber mit Trommeln u. Trompeten geben, wenn 
sie parlamentieren wollen: Die Trommel schlägt 
Ch., ergeben muß die Festung sich auf Gnade. West 
Diana 3, 5 rc., allch: Schamade schlagen. /ISchröder 
Samml. 4, 1, 3 2c. — Cham-aizelos (gr.), m., 
uv.; Eloi: Art niedriger Sitzbank 2c., vgl. (wohl 
nur Drckf.): Chamauhälos. Weiss Kost. 1, 889. 
lanke, vgl. Trogloryt). — Chamäle-on (gr. 
Kam 2c.), m., n.; —s; —, öne: „Erdlöwe“, eine 
Schuppeneidechse, bes. merkwürdig durch ihren 
Farbenwechsel u. danach auch übrtr.: Der Cb. 
Brockes 9, 294; 1, 542; lSie wandelt] Cb-e, wie sie 
will. B. 57b; Zwel lebendige Ch-e. . Das Ch. hondler 
KltAs. 1, 80; Bald dunkel u. bald helle, wie der Ch. 
G. 2, 207; Welch ein wandelbarer Ch. bist du! 6, 
341; 9, 53; Aus der Quassia das weiße, flussige Ch. 
darzustellen. 40, 28, die den Farbenwechsel dar- 
stellende Substanz; Das mineralische Ch., welches eig. 
ein Braunstetnoryd enthält. .. Streut man es in Wasser, 
so zelgt sich . dje grüne Farbe; aber sie verwandelt sich 
sogleich in . Purpurfarbe. 37, 181 (vgl. Mitscherlich 
2, 213); Ein luftiger Ch. lebt er von der Luft. H. 8, 
380; Man nennt daher einen Menschen, welcher seine 
Meinung beliebig nach seinem Vortheil ändert, ein Ch. 
Oken 6, 645; Daß der Ch. die Farbe des Ggstdes an- 
nehme, der ihm der nächste ist. w. 3, 89; 25, 175 2c.; 
Seine wechselvolle Ch.-Natur. Ring Verl. Sschl. 2, 
91 2c. önisch, a.: chamäleonartig. Wolimann 
Mem. 2, 30 ꝛe., häufiger: Die chamäleöntische 
Stadt (Parisl. Schwegler (17) 555 c. — Chamär 
(ar.), m., —#; —: Wein. — Chamärt)-e (fri. 
scham 2e.), f.; —n: verbrämter poln. Rock (vgl. 
Samarie, Simarre). -keren, tr.: verbrämen: Von 
„ schamarirten“ Kleidern. Prutz Holb. 138 rc.; In gru- 
ner, mit Gold u. Silber verchamarierter Kleidung. 
CRutz Nat. 163 2c. -Ure, f.; —n: Verbrämung. 
— Chambellan (frz. schangbelläng), m., —8; —: 
Kämmerling. — Chamber (engl. tschember), f.; 
—6 : Kammer, z. B.: Ein Theefervice, das seinen 
Platz in der berühmten Schreckenskammer, der Ch. of 
lowl hörrors, verdient hätte, welche bei der ersten Grün- 
rung des Londoner Industriemussums zum Schrecken der 
Fabrikanten elngerichtet wurde. Nat 3. 20, 435 2c. 
lain (□—lin), m., —s; —s: Kämmerling, z. B. 
als hohe Würde in England (vor den Dukes): 
Der Lord Ch. of her Majesty's lmädshestis) household 
lhönsehold] rc. — Thambertin (frz. schangberteng), 
m., —6; —#: Art rother Burgunder (nach dem 
gleichnamigen Ort). Sousbl. (66) 4, 180; Temme 
Thampagner 195 
KrN. 8, 82 2c. — Chambira, f.; —#: Art Palme: 
Die dortige Ch., aus deren Blättern harte Fäden ge- 
zogen werden, um sehr dauerhafte Hängematten daraus 
zu bereiten. Ausld. 30, 1235a. — Chambree (iz. 
schängbr), f.; —#: Kammer (3. B. auch der Volks- 
vertreter); Zimmer: Ch. ardente lardängt'], ein 
Gerichtshof, der zum Feuertod verurtheilte 2c.; 
Ch. garnis, möbliertes Zimmer, zum Vermiethen 
(l. u.); Sie wohnt Ch. garnie. Spielhagen Pr. 8, 10; 
Da ich Ch—s garnies genommen. 66 re.; Ch. introu- 
vable ss. d., engtruwäb'l!, Spottname der 1815—16 
in Frankreich tagenden Kammer. Uat 3#. 21, 60 2c.; 
Femme (s. d.) de ch.; Pot (s. d.) de ch. ꝛt. 
hgarnist, m., -en, —; -—en: Bewohner einer 
Chambre garnie (s. o.), Zimmerherr (in Ostreich). 
-iee □□är), f.—n; —s: Kammermädchen: Abricht- 
Peilsche der Bereiter ꝛe. -####### intr. (haben): 
Stubenkameraden sein. — Chamdest (türk.), m., 
—6 : —#, —e: Pfuscher. Hommer 10, 312. — TCha- 
mille: s. Kamille. — Thamiss (türk.), f.; uv.: 
Heeresabtheilung aus „funf“ Theilen (s. Cbemsin), 
aus Centrum, beiden Flügeln, Vor= u. Nachtrab 
— Harar. — Thamit: 1) (gr.)m., -en, —; -eln): 
versteinerte Gienmuschel. — 2) s. Ham 2, auch: 
ch-isch. — Chamois (fsrz. schameä), a.: „gems- 
farben“, hellgelb (s. sämisch). — Chamoliöiĩt (gr.), 
n., —en; —en: Herodot nennt sie Kekryrber od. Ch-en 
(Verborgne u. in der Erde Wohnende). Kohl Südr. 1, 
159 (s. Semlanka). — Chamör (hebr.), m., uv.; 
—im: Esel, vgl. Hammar; Himar. — Chamos: 
s. Kamos. — Thamötte, Charmötte (frz. Sch-), 
f.; —: -: ein Pulver, das durch äußerst scharfes 
Brennen u. nachheriges Stampfen von Thon er- 
halten wird, zu feuerfesten Ggsten 2c.: Cement von 
gebranntem Lenner Thon (. Scharmotte"). Karmarsch 3, 
130; Der Zufatz von hartgebranntem u. nachher ge- 
stampftem Thon (. Schamotte"). 508; Mit Zufatz von 
„Charmotte"“. M. 2, 912; Fenerfesten Thon („Char- 
motte"). Milscherlich 22, 59; Winrofen aus Eisenblech, 
welchen man inwendig stark mit „Charmotte" ausfüttert. 
323; Mit gerulverten Porcellankapselscherben (. Cha- 
motte"). Prechil 10, 113; Das Ausfüllen der Funda- 
mente mit „Chamotten“. Uat#3#. 19, 138, vgl. 
(Drckf.): Die Pfeiler aus Kalksteinen aufgeführt, in- 
wendig mit „Clamotten"“ (kleinen Steinen) ausgefüllt. 
136 (auch Volksz. 14, 69); „Chamotte“, eine zu- 
sammengesetzte Masse ., aus welcher Ziegel für solche 
Ofen angefertigt werden, die elnen fehr hohen Hitzegrad 
anshalten müssen, ohne zu schmelzen („„Chamotte- 
Ziegel'). Scheuchensturl 50; Feuerfeste Manersteine, 
„Charmottesteine". Karmarsch M. 2, 912. — Champ 
(frz. sching), n., —s; —s: Feld: Ch. de bateille 
(batäljI, Schlachtfeld; Ch. de fédération (federaßjöng!, 
Bundesfeld; Ch. de mai lmäl, Mai-Feld; Ch. de 
Märs, Mars= (s. d.) Feld u. Ch. de mars lmärl, 
März= (s. d.) Feld 2c.; Ch—s élysées lschang selisek, 
elysäische (s. d.) Gefilde, auch: eine Gegend in 
Paris; Ch. levé (s. d.) 2c. — Champagner 
(schampänjer), m., —6; uv.: (urspr.) Wein aus der 
Champagne in Frankreich, nam. der moussierende, 
u. so verallgemeint für Schaumwein (vgl. Sekt). 
13“
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        196 Champagnern 
Harmarsch 3, 617; Knapp Techn. 2, 292; Orangi- 
nen (s. d.) Ch. 2c.; Ich will Ch.-Wein,/u recht 
mousslerend soll er sein. G. 11.91; Allech.-mäßigen, 
luftigen Auf= u. Ausbrausungen. Dörne 2, 391 2c.; Ch.= 
Bier, ch.-zartig brausendes Ingwer= od. Zucker- 
Bier 2c.; Ch.-Birne, eine Sorte sehr saftiger 
großer Birnen 2c. Tern, intr. (haben): Cham- 
pagner trinken: Ein paar ch-de russ. Lakaien. Kohl 
Pet. 2, 56 rc. (s. burgundern), vgl.: Champag- 
m#en. Drf. Südr. 1, 202; Champagner'sieren 
(als wienerisch). Holtei Es. 3, 118 c. — Tham- 
philen: s. schampfielen. — Champignon (frz. 
schangpinjöng), m., —§; —#: ein auf den Feldern, 
nam. Brachfeldern, Weideplätzen od. Dreeschen, 
Drüschen, Angern, in Heiden rc. wachsender wohl- 
schmeckender Schwamm, Agäricus campéstre, 
„Feldschwamm“ (auch: Brachling, Weirling, Dreesch- 
ling, Drüschling, Angerling, Heiderling dc.), Herren- 
schwamm .: Ch.-Sance c. — Champi-on (srz. 
schangpiöng), m., —#; —§s, zönen: Kämpe, ritter- 
licher Verfechter einer Sache: Die Ch-en der Nalio- 
nalität. Heine Börn. 279. — Chams (ar.): fünf, 
z. B.: El-Ch., s. Nedschdi. -Un, m., —s; —# : Den 
Samum od. Ch. Pelermann Or. 2, 395; Der Ch. od. 
Wüstenwind. WhHeint Weltr. 1, 39; Globus 4, 330a; 
Grude Ch. 2, 215 „c.; bes. (vgl. Chemsin) in den 
„funfzig“ Tagen vor dem Anfang der Nilüber- 
schwemmung im Juni wehend, auch Hamsin; Kamsin. 
Siit), m.: „Fünftelgebühr“. Hammer 10, 342. 
„se, m., —; —: ein „Fünfer“, nam.: Nisami 
hinterließ 5 größre Gedichte, die .. unter dem Titel 
Ch. (die Fünfer), auch Pendsch Kendsch (dle 5 Schätze) 
gesammelt wurden. Nosenkranz Poes Gsch. 384; Bei den 
Persern bildete sich die Sitte, daß ein Dichter in einem 
Ch. einen didaktischer u. 4 herkömmlich epische Stoffe 
behandelte. 746. — Chamüleus (lat.), m. 1824, 21: 
Art altitalischer Wagen: Den wohl einer auf Rädern 
ruhenden Schleife ähnlichen Ch. Weiss Kost. 1, 1328. 
— Thamüuüt (russ.), m., —6; —# : das „Kummet"“, 
auch: der die Glocke tragende Bügel einer Troika 
(s. d.). Kohl Südr. 2, 269.— Than: 1) (fürk. 1e.) 
m., —6; —, —e: a) Fürst (s. Beg, vgl. Peittmann 
Or. 1, 92): Kronen u. Gesteinv. Kalifen u. von 
Khanen. FKreiligrath SW. 1, 209; Der Perserkhan. 
212; Der Chanen-Palast ... Der Palast der Chee. 
Kohl Südr. 1, 242; Residenz der Ch—e von Iran. 
Monalbl. 1, 315b; Des Groschans Chubilai. ebd.; 
Am Hofe des Mongolenchans. 314b 2c.; Die Länder 
des großen Ch—s. W. 36, 36; Ein alter Khan. 20, 
126 2c. Dazu: Ilchan, Anführer im Krieg 2c.; 
Chachän, Khaklh)an, Ch. der Ch-e, z. B.: Der 
Chakan der Türken. Humboldt K. 1, 192 1c.; ferner: 
Nach Baktschisaral, der alten chauischen Residenz. 
Aohl Südr. 1, 317. — b) Haus, nam. Einkehrhaus 
im Orient (s. Balam; Karawanserat; Manzille): 
Ruinen v. Ch-en. Petermann Or. 1, 19 3 2c.; Die Khane 
od. Herbergen 2c. Chandler KlAs. 93; Der Vlstrchan. 
91; Wo kein Gasthef u. nur der leer siehende Ch. zu 
finden. Frankl Jer. 1, 317; 319; Einige Ch—s od. 
Karavansarais. Kohl Südr. 1, 241; Nach einem 
Chan .., wo die Pferde sie erwarleten. Westermann Mon. 
Chanka 
3, 39 1a #c.; auch: Aus dem Hane (Gasthaus), wel- 
ches man gern verlässt. CUobert 1, 41;42; 76; Schlechte 
Hane. 2, 110; Mechandschls, d. h. eine Art Gastwirthe, 
welche die Hanes v. den Spahis gepachtet. 182; 183; 
187; Der Han. Glodus 6, 209a; Weiset uns den Weg 
zu einem „Han“. W. 3. 95; 353 dc.; auch: Cha- 
cham (s. d.) Chani ist der Name des Palastes, den 
er [d. Oberrabbi in Konstantinopel] bewohnt. Frankl 
Jer. 1, 195 ie.; vgl. Topchana; Tscharpar-Ch. 2c., 
ferner: Chawiar (s. d.) Hen. — c) Die Teiche, 
Ch—s, sind mit Weiden u. Blumenpflanzen umgeben lbei 
Samarkands. Glotus 7, 5 1a.— 2) f. -6: eine Klasse 
der ind. Bajaderen: Die Khaans. Meer Konv.--Ler. 
2, 700b. at, n., -(e)s; —e: Herrschaft u. Gebiet 
eines Chans (s. d. 1a): In den Ch-en Khokand, 
China 2c. Na### 21, 321 c. — TChance (frz. 
schängß), I.; —m: Würfelspiel; der entscheirende 
Wurf; das aufs Spiel Gesetzte c., verallgemeint: 
Glücksfall; Möglichk. des Gelingens od. Miß- 
lingens 2c. (s. I. Schanze. Ss. U. Kanz): Er berechnet 
alle Ch—n. Zoller Renn. 69; Die Glücks.Ch-u. Meißner 
Sans. 2, 139 2e.; Paris ist die ch- ##reichste Stadt. 
Gartenl. 16, 14 Za c. — Chane-elier (frz. schang- 
ßelje), m., —s; —# : Kanzler 2c.: Der frz. Konsulats- 
Ch. I.Registrator 2c.. püchler Süröstl. 2, 71 21c. 
Sellor (engl. tschänßellörr), m., —6; —#: Kanzler: 
Der Lord Iligb lheil Ch., der Oberkanzler, im Haus 
der Lords. er (brsl, f.; -eries: Ch., court 
(s. d. 1) of ch. = of equity (s. d.), Handelsge- 
richt; ferner: It is in Ch., man streitet sich darum 
lum das Haus] im Kanzlei-Gerichtshof. Gartenl. 17, 
238a. — Thandales (ind.), pl. 2. Die verachteten 
Ch., die keiner Kaste angehören, Mischlinge aus der Ebe 
der Sudras mit einer Brahmanin. DMus. 15, 2, 616; 
Die Parias (s. d.), Chandälas ic. Weise Kost. 1, 487; 
Tschandala's. Kriegh 1, 41 2c. — Thandelier (sz. 
schandelse), m., —: —6: Leuchter. Uodenberg 
Sündfl. 1, 71. — Chandschar: s. Hanrschar. — 
Chändschi (türk.), m., —s; —6#: Vuorsteher 
eines Chans (s. d. 1b), Herbergswirth. peer- 
mann Or. 1, 185; 2, 239; Chantschi. 162. — 
Changa-Törc: Art Perlhuhn, Numidea cristäta. 
Markins Livingst. 1, 196. — Thanghal (mongol.): 
„eine Gegend reich an fließendem Wasser u. Wald- 
bekleidung“. bumbold! Vergh. 2, 27, s. Ggstz: Gbobi. 
— Thang-e (frz. schingsbe), f. (m.) ; —#: Wechsel; 
Tausch; Wechselbank; (weidm.) Fährtenwechsel 2c. 
Ch.-Konto, nam. bei Buchhändlern, Konto über 
den Tausch von Verlagsartifeln 2c. ont (ing), 
a.: farbeschillernd, nam. v. leinwandartig gewebten 
Seidenstoffen, bei denen Kette u. Eintrag orsch. 
Farbe haben; subst., als n.: die Schiller-, Wech- 
felfarbe: Der Taft, der Taubenhals hat ein schönes 
Ch. 2c. u. m.: Der Ch. — Schiller-- od. Ch.-Taft; 
ferner — Schiller-Falter (Papflio lris) ic., emen! 
(-emäng), n., —#; —6: Vertauschung, Andrung, 
Wechsel. ####, tr.; intr. (haben): wechseln, 
verändern; sich verändern: lEr] „sch angirte“ seinen 
Glauben. Hedel 3, 418.— Chãnisch, a.: s. Chan la. 
— Thänka (ar.), I.; uv.; —#: muhamedanisches 
Kloster. Aueld. 38, 1083a; b; tlosöb rc., vgl.
        <pb n="213" />
        Chancaca 
Chanuka. — Chancãca (csch-, f.; —s: Rohzucker 
(in Pern). 39, 1207a.— Chanere (frz. schänkr), 
m., —6; uv.: krebsartig um sich frefsendes vene- 
risches Geschwür (s. Cancer), auch Schanker: Ch.= 
Seuche r. —ös, a.: mit dem Chanere behaftet, 
venerisch. — Chanoin-e (frz. schancän), m., -6; 
—6: Kanonikus (s. d.). -lse, f.; —m: Kanonissin. 
— Chansir (ar.), m., —#s; —§# : Schwein: Mit 
den Schimpfwörtern: Ch. (Schwein) u. Kelb (Hund). 
furrer Pal. 230, vgl. hebr. Chasir; s. Bidaat. — 
Chanf-on (frz. schangßöng), f.; —#; m. (3. B. 
Stahr Par. 1, 191; 2, 219), —#; —#: Lied, u. zwar 
französisches od. im Genre eines solchen: Hagedorn's 
Lied ist nicht das echte deutsche Lied (s. d. Ss.) es 
ist nur ch., es spielt nur mit den Ggstdn, es ergeht sich 
in Gegensätzen u. Witzspielen u. vor Allem ist es voll v. 
Refrains, welche darurch, daß sie immer wieder passend 
sind, den Verstand angenehm beschäftigen, — Alles 
Reize, welche das deutsche Lied, in welchem nur das Ge- 
müth seinen Auerruck sucht, verschmähen kann. Danzel 
225 2c. Jonncétte, f#.; —m, —#: kleine Chanson. 
onnier Connje), m., —; —#: Chanson-Dichter, 
Sänger, — weibl.: Chausonnidre lschanßonn- 
järl. onnieren, tr.: in einer Chanson verspotten, 
vgl. koupletieren. — Chan-t (frz. schäng), m., —S#; 
—8#: Gesang. tant (—#ng), a.: singend; mit 
Gesang verbunden: Ein sogen. Cafs (s. d.) eh. Nal3. 
20, 468 2c. terélle, f.; —m: Lockvogel; Quinte 
(s. d.) v. Geigen rc. (it. Cantino). -cur (—ör), 
m., —6; —#: Sänger. use (-ö#b), f.; —, n: 
Sängerin: Die Gunst einer beliebten Soubrette, 
einer Ch. Wachenhusen Ev. 95. — Chantschi: 
s. Chaurschi. — Chännka (hebr.), f.; 0: Fest der 
Temrelweihe (vgl. Chanka), bei den Juden. — 
Thanüm, f.; —, uv.: das weibl. zu Chan (s. d. 
bta u. Beg), auch: Hanum (s. d.). — Chão, m.: 
(in Siam) der Oberste 2ce., z. B.: Der oberste der 
bösen Geister (Ch.). Mag. d. Ausld. 36, 62 8a; Der 
Gonverneur od. Ch.-Myang. 625b d. — Chao- 
mantik (gr.), f.; Aeyn: Wahrsagung aus Luft- 
u. Wettererscheinungen (s. Meteoromantie). — 
Chao-Mpang, m., —s; —#: (in Siam): s. 
Chao; Mingpi. — TChä-os, n. (m., Broches 
8, 462), uv.; „se, s Sten: (Myth.) der rohe, 
ungeordnete Wust, woraus der Kosmos (d. i. 
die geordnete Welt) hervorging (vgl. Ginnunga- 
gap; Imir; Tohuwabohn); allgm.: Wust, Wirr- 
warr, Gewirre: Die kunkeln Schiefer wechseln 
mit Chaoten v. ungeheuren Blöcken. Ausld. 39, 73 5a; 
Burmeister Gsch. 143; Von Ordnung keine Spur!] Es 
ist der Schöpfung wildes Ch. bier. G. 10, 252; Wo 
Alles aus einem Ch. der deutschen Natur erst aufstieg, 
um eine Schöpfung zu werden. Monolbl. 2, 3 54 a; Beet, 
welches mit einem Ch. der herrlichsten Blumen prangt. 
+tSchligel Lue. 40; GR. 1632c.; Unserm Winke sprangen 
Ch.-Riegel. Sch. Göd. 1, 281 2c.; Dies undurch- 
dringliche Dunst-Ch. Galen GP. 4, 32; Flossen Bei- 
fallsstürme in ein Jubel-Ch. zusammen. Uat3. 20, 
139; Ein wüstes Trümmer-Ch. Scherzer Nat. 19 6 2c. 
tisch, a.: nach Weise des Chaos, ungeordnet. 
86 2c. — Thaparro (span. dsch-), m., —8; —62 
Char 197 
Stein-Ciche 2c. Gartenl. 16, 767a. — Chapeau 
(frz. schapö), m., —s; —#, —: 1) Hut, z. B.: Ch. 
bas lbäl, Hut ab!; mit abgenommnem Hut: Ch. 
bas gehn ie., vgl. Ch. claque (kläckl, niedriger (od. 
zusammenklappbarer) Hut, unterm Arm zu tragen; 
Ch.-bonnet lbonnel, Wulst-, Fall-Hut; Ch. mous- 
duetaire (s. d.); Ch. ronge (rüßfhl, rother (od. Kar- 
dinals-) Hut 2c. — 2) (s. 1 u. w. 15, 261) Herr, 
im Ggstz zur Dame (s. Kavalier): Mein Ch. tanzt 
schlecht. G. 11, 26; Der Ch., wenn er sich seiner Char- 
manten emfichlt. Hambh. 2, 32 1 ic.; Ch. d'’honneur 
ldonnör], Jemand als Ehrenbegleiter 2c. — 3) Et- 
was von Hutform, z. B. (Mus.): Bindebogen 
(aison) ꝛe. — Thapel (engl. tschärpel), 1.; —: 
In ganz Irland heißt das protestantische Gotteshaus 
the church, die Kirche, das katholische the ch., die 
Kapelle. Rodenberg InsHeil. 1, 107 2c. — Chapelet 
(irz. schap'le), m., —s; —#: Rosenkranz als Gebet- 
schnur 2c. — Chapelgôrri (span. esch 2c.), m., 
—6; —#: „Rothhut“, Name baskischer Truppen. — 
Chapelle (frz. scharell), f.; —S#: Kapelle (s. d.): 
Ch. ardente lardängt], mit brennenden Lichtern be- 
setzter Katafalk (s. d.), Cästrum dolöris. — 
Chaper-on (frz. schap'röng), m., —6; —: Kappe: 
Ch. ronge lrüshl, Rotbkäppchen 2c.; Helmdecke (vgl. 
Lambrequin); eine ältre Pers. als Schutz u. Geleit 
einer jungen Dame, auch z. B.: Das Werk, das die 
große Ehre hat, durch den Vf. v. Lochiel eingeführt zu 
werden, ist eines so ausgezeichneten Ch—s nicht würdig. 
Westermonn Mon. 3, 608a ꝛe.; s. ferner Main 2b. 
onnteren, tr.: eine junge Damc als Chaperon 
begleiten (bemuttern). püchter Süröftl. 1, 206 rc. 
— Chapetoön (span. tsch-), m., —; —, -es;: 
europäische Einwandrer im spanischen Amerika 
(Gachupine): Einwandrer und Einwohner standen sich 
hier bald ebenso feindlich gegenüber, wie im spanischen 
Amerika die Ch—s und Kreolen (s. d.). Creilschke 
Hist. 11. — Chapitr-e (frz. scharit'r), n., —; 
uv. (—8): Kapitel (s. d.): Du bringst mich eben 
recht auf das Ch. Sch. 107a. -ieren, tr.: Einen 
abkapiteln, abkanzeln 2c. — Chaplin (engl. tsch-), 
n., —S; —§: Zwischen den riesigen Kohlenwagen, den 
massiven Pickrords u. Ch—s. Garienl. 14, 11 1a #. 
— Thappieren (sch-—: s. echappieren.— Chapräri, 
m., —s; —: Ein Ch. od. (ind.) Diener. Ausld. 38, 
726a. — Chaptalisikren (srz. sch rc.), tr.: den 
Wein durch Zusatz v. Zucker zum Most alkohol- 
reicher machen, — nach dem frz. Chemiker Chaptal 
(1756—1832): Gall in Trier (j 1863) morifieerte 
das Ch. durch Zusatz von Wasser, das s. 9. Galli- 
sieren (s. d. 2).— Chapter (engl. tschäpter): Ka- 
pitel: Das Ch.-house lhauf'] (Kapitelhaus) der 
Kirche, in welchem die Mitglieder des Domkapitels ihre 
Versammlungen zu halten pflegen. Kohl Engl. 2, 93; 
3, 106 2c. — Thar: 1) (ahd. chara, goth. kara, 
— spr. kär): Klage, — nur als Bstw.: Ch.-Frei= 
tag, Todestag Christi; Ch.-Woche, Woche, worin 
dieser s. g. stille Freitag ist; Ch.-Donnerstag 
(Schwab 417), Samstag (ofmann Weihn. 6, 55) 
1c. — 2) (frz. schär), m., —#; —§#: Wagen: Ch. 3 
bancs lbäng], offner, leichter Wagen mit mehreren
        <pb n="214" />
        198 Chara 
Bänken in der Längsrichtung, auch: Fahren Chara- 
banes kurch die Massen. Zoller Renn. 7; Charaban. 
Gotihetf U. 2, 299. — Chär-a, f.; zen 1§ 24, 1]: 
eine Gatt. kleiner Wassermoose (Armleuchter): Gy- 
rogoniten .., Früchte der Charen, nicht größer als 
Stecknadelknöpfe, aber so häufig, daß die ganzen Schich- 
ten des Pariser Gipses od. oberen Grobkalks mit ihnen 
durchwebt erscheinen. Durmeister Gsch. 508; Die ch.= 
artig kreisende Bewegung der Saftkugelchen in fast 
allen vegetabilischen Zellen. Humboldl K. 1, 20 2ce. — 
Tharab (pers.), m., —#s; —: Ch., ein strauchartiger 
Banm mit Blättern gleich denen unsers Flleders u. klei- 
nen, weißen, schief über einander u. daher traubenartig 
stehenden Blüthen 2c. Petetmann Or. 2, 144; Wurzeln 
des Ch.-Baums, die einzig u. allein zur Bereitung des 
Schießpulvers angewendet werren. 115. — Chara- 
banles): s. Char 2. — Charäd-# (frz. sch 2c.), 
f.; —n: Silbenräthsel. -is##een, tr.: ein 
Silbenräthsel aus Etwas machen. Kiaddrradalsch 
22, 51b. — Tharädrius (gr.), m. I§ 24, 21: 
Regenpfeifer. — Tharädsch (türk.), m., uv.; -e#: 
Kopfsteuer der Rajas (s. d.). Petermann Or. 1, 58 2c., 
auch: Haradsch. Murhard Konst. 1, 257 2c.; Haratsch. 
Gerhard W. 2, 227; CBobert 1, 53; 95 21c.; Ch-i 
Mukaseme, Erträgnissteuer. Hammer 10, 342; 
Ch—i Muwasaf, Grundsteuer 2c. -i, m., —S; 
—6: Einnehmer des Charadsch Garatschlla. Gerhard 
W. 2, 227): Ch.-Baschl, Obereinnehmer 2c. — 
Charafa (ar.): Tausend u. eine Nacht, Elf (s. d. 1) 
Leila od. El Ch. Uosenkranz Poes Gsch. 373. — 
Tharckt-er (gr. kar-), m., —6; -re, uv.; 
: 1) urspr. ein eingegrabnes, eingeprägtes Zei- 
chen; ein best. Zeichen für einen Ggstd od. Be- 
griff: Astronomische, algebralsche, mathematische, che- 
mische, magische Ch—e; Baumblätter mit Ch-en der 
Blattminlerer. 9P. Wahrh. 4, 108 c. Selten Mz. 
uv., z. B.: Von Händen mäch!t'ger Feien bezeichnet 
mit Chen, die 2c. Uicoloi 4, 117. — 2) das Kenn- 
zeichen, Merkmal, das Unterscheidende u. Auszeich-= 
nende eines Wesens, das es in seiner Eigenheit u. 
Eigenthümlichk. Keunzeichnende; seine Wesenheit, 
Eigenthümlichk.; ferner auch eine Pers. von be- 
stimmt hervortretender, scharf ausgeprägter Eigen- 
thümlichk.: Jedes Wesen, das sich als eine Einheit 
suhlt, will sich in selnem eigenen Zustand ungetrennt u. 
unverrückt erhalten; Dies ist eine ewige, nothwendige 
Gabe der Natur u. so kann man sagen, jedes Einzelne 
habe Ch. bis zum Wurm hinnnter, der sich krümmt, wenn 
er getreten wird. .. Doch bedient man sich des Wortes 
Ch. gw. in einem höhern Sinne: wenn nämlich eine 
Persönlichk. v. bedentenden Eigenschaften auf ibrer Weise 
verharret u. sich durch Nichts davon abwendig machen 
lässt. .. So gab es starke, seste, dichte, elastische, bieg- 
same, geschmeidige, dehnbare, starre, flüssige u. wer wesst 
was sonst noch für Ch-e 2c. G. 39, 292 ff.; Es bildct ein 
Talent sich in der Stille, sich ein Ch. in dem Strom 
der Welt. 13, 104; Der Ch., die Eigenthümllchk. des 
Menschen. 15, 196; Im Drama lsollen]) Ch-e u. Tha- 
ten lvorgestellt werden!. 17, 33 2c.; Du trifsst einen 
neuen Ch. [Zugs. (eisewiy Jul. 12; Darurch erdbielt 
sie jenen charücter indelbilis Is. d.]. Rodenberg Par B. 
Tharakter 
286; Recht hat jeder eigene Ch., s der übereinstimmt 
mit sich selbst. Sch. 366b; Göt. 1, 171; fSchlegel 
GR. 141 2c. — a) Hier findet sich neben der gw. 
Mz.: CheN auch nicht selten uv.: Jenachvem die Ch. 
sind. G. 20, 78; 85; 191; Die versch. Ch. der versch. 
Bicher. 22, 76; w. 15, 239 2c.; dagegen ugw.: 
Wenn man Ch—en ausmalt. Geßner 1, VI 2c., s. auch 
Leading characters. — b) Als Bstw. z. B.: Ch.= 
Anzüge auf Maskenbällen, der Darslellung eines 
best. Ch—s, einer bestimmten, charakteristisch aus- 
geprägten Persönlichk. entsprechend (s. Ch.-Maske 
2c.; Ggstz Demiao); Von der Parteien Haß u. Gunst 
verwirrt,] schwankt sein Ch.-Bild in der Geschichte. 
Sch. 319a; Kosius 2; Cb.-Gebild. 106; Ch.-Ge- 
mälde, „Schilderung; Goldeni schuf die Ch.= 
Komödie, indem er an die Stelle der typischen Ch.- 
Masken der Stegreifkomödie wirkliche, psychologisch 
entwickelte .. Lustspiel-Ch-e setzte. Ual3. 21, 519; 
Den Tagen ch.-loser Minderjährigk. Sch. 99b; Ch.= 
losigkeit. Spielhagen Pr. 5, 67; Ch.-Mann: Mann 
v. stark ausgepragtem Ch.; auch — Charakteristiker 
(s. d.); Ch.-Maske. G. 6, 289, die eine besondre 
Personificierung des ganzen Kostüms bedingt, s. 
Caracten u. Ch.-Komödie; Die poetisch erlaubten Ch.= 
Mischlinge. Jp. 42, 67; Ch.-Rolle. Düdinger 
207, in der der dramatische Künstler eine Peri. v. 
bestimmt ausgeprägtem Gattungs-Ch. (3. B. einen 
Geirigen, Verschwender 2c.) individualisierend dar- 
zustellen hat; Ch.-Schilderer, . Schildrung; 
Ch.= Schönheit. F(schliiget GR. 209; Ch.-Schwä- 
chen u. -Stärken. Eckermann G. 2, 68; Daher teuben 
sich die himmlischen Ch.= Sonnen zu einem Klümrchen 
Erde ein, wenn 2c. IP. 41, 53. Jenachdem die eine rd. 
die andre Ch.= Seite bei ihm hervortritt; Cb.-Spie- 
ler. Uaiß. 19, 519 (s. Rolle); Gb.- Stärke; Ch., 
Stick. Däüringer 1000, Drama, worin eine Ch.= 
Nolle die Hauptsache ist; Die Personen zu schilrern.. 
obgleich er kein sonderlicher Ch-Zcichner war. G. 21, 
268; Viccher Asth. 3, 1135; Ch.-Zeichnung; Der 
wichtigste Ch.-Zug des chinesischen Wesens .. . Der 
zweite Haurxl-Ch.-Zug. Krirgk 1, 15 2c.; auch: charak- 
teristische Züge eines Gesichts (Sch. 1115b 2r.), Bil- 
des (G. 30, 383 rc.). — c) In Zistzan z. B.: 
Das Walrland, das die ganze Hobeit des Tiroler 
Alpen= Ch—s har. Meißner Sans. 3, 10; Zemehr 
eine Presie sich dem absoluten Dichtungsbegriff annäbert 
u. den Art. Ch. mehr ablegt. Sch. Humb. 376; Dich- 
ter.Eh. Gervinus Sh. 1, 1581; Die Gemüths-Cb-e 
der Völkerschaften. Kant Sch E. 85; Groß. Ch. lande 
Frzeusischl. 3, 61; Da jedesmal der Kunst.-GCh. mit 
dem Zeit-Ch. zusammenfällt. G. 30, 27; In dem 
Lieblings.Cb. des Londener Wuslliings. Eichendorf 
OschDr. 71: Lustspict--Cl-e. Uant# 21, 519. 
Schwächtinge, Misch Ebh—. 319: So mus er ein ganz 
anderes Vh. zu den Mit-Ch-en haben, als der Held in 
andern Romanen har. Sch. G. 2, 273; Der sperifische 
National.Ch. Eichendorff Gsch Dr. 95; In dem Nu- 
tionalcharastere. Kant Sch. 82; Was der Kunlller 
mit den Ausdrucken: Schweizernatur, italiänischer Him- 
mel bezeichnet, Jrundet sich anf das dunlle Gefuhl eines 
lolalen Natur.Ch—s. Humboldt K. 2, 92; Ihren lder
        <pb n="215" />
        Tharakterisieren 
Berner! Ur-Ch. Jomüller 7, 187; Eine Darstellung 
res ganzen Vegetations-Ch—s. Zurmrister Gsch. 
508; Die Volks-Ch—e. Wenzig Slaw. V. XXII; 
Zeit-, s. Kunst-Ch. 2c. — 3) zuw. (wie oft im 
Engl.): Zeugnis; das Urtheil, die Schildrung v. 
Jemandes Wesen; Ruf: B. hat nirgenrs einen guten 
Ch. Forster Br. 1, 438; Machen Sie mir doch einen 
kleinen Ch. v. ihr. Gellert 3, 1 38 2ce. — 4) Stand, 
Rang, Titel 2c. (nach Adtlung — doch jetzt ugw. — 
m. betonter Endsilbe): Den neuen Ch., den ich in der 
Welt bekleiden sollte. Chamiso 4, 310; Seinen Namen, 
Heimath, Ch., hiesige Geschäfte. k. 1, 529; Der heilige 
Ch. [des Gesandten] beschützt Euch. Sch. 132a; W. 
36, 96 ꝛc.; auch: Ein öffentl. Ch. [Pers. v. öffentl. 
Stellung]. Immermann M. 1, 379 2c. -rrisiceren, 
tr.: 1) die Merkmale des Obj. angeben, es schil- 
dern, bezeichnen, kennzeichnen. — 2) gw. pass. 
Partic.: mit einem Ehrentitel, einer Würde be- 
kleiren: Ein wohl charakterisierter, charakterloser Wasch- 
lappen. Chamiso 5, 78; G. 21, 64 c. erismus, 
m., uv.; ismen: Charakterisierung; rednerische 
Schildrung: Die Bilrer, die er entwarf, die Charak- 
terismen, die er aufstellte. Jocobs Verm. 7, 30 c. 
eristih, f.; -en, (lken): 1) kennzeichnende Schild-= 
rung: In Ch#en u. Kritiken geruhmt. Geroinus Hist. 
Schr. 7, 126; Detail-Ch. Grenzb. 26, 3, 36 3 2c. — 
2) (Math.) Ch. eines Logarithmen, seine Kennziffer, 
d. h. die ganze Zahl desselben im Ggstz des dabei- 
siehnden Decimalbruchs (der s. g. Mantisse). 
eristiker, m., —s; uv.: Charakterschilderer; 
Einer, dem die Hervorhebung der Eigentbümlich- 
keiten jedes Ggstds höchstes Ziel der Kunst ist. G. 
30, 372; 383, auch „Charaktermann ". 391. „eristi- 
kon (naur 15, 168b), -eristirum, n., —s; ta 
1 24, 2, n.]: ein charakteristisches Merkmal. 
eristisch) a.: bezeichnend; das Eigenthümliche 
u. Unterscheidende eines Ggstds hervorhebend 2c. — 
Chäraphrösone (gr.), f.; 0: lustiger Wahnsinn 
(s. Aphrosyne), Ggstz: Melancholie 2c. — Charär 
(türk.), m., —s; —S: Art Säcke. Hammer 10, 342. 
— Chyaraschö (rufs.), interj. 2c.: gut! Kohl Pet. 
2, 155; 1, 151, vgl.: Ette k araschoi (es ist schon 
gutl. Ausld. 38, 1097a. — Charaväri (Sch): f. 
Charivari 2. — Charbendschi (türk.), m., —; 
—s: Maulthiertreiber: Ch.-Baschi, ihr Oberst. 
Hammer 10, 342. — TChardas: s. Tscharda. — 
Chardon (frz. schardöng), m., —#; —s: Distel; 
Eisen-Stachel, -Spitze auf Gattern, Mauern rc., 
das Uberklettern zu verhindern. — Chardün 
(rers.), m., —s; —#: Art großer Eidechse. Ptiermann 
Or. 2, 305. — Chäretismos (gr.), -#s, m., 
uv.; zen: Begrüßung, bes. kirchl.: die Begrüßung 
der heiligen Jungfrau durch den Engel (vgl. Ave). 
— Charfester (pers.), m., ; —s: (in Zoroaster's 
Lehre) etwas Unreines, Vernnreinigendes. Hteren 
1, 511.— Charg-e (frzschärsh'), f.; —m: 1) Last: 
Einem à ch. lzur Last] sein; T#moin licmoengl! à ch., 
Belastungszenge c.; in Marseille auch als Ge- 
treidemaß, s. Panal. — 2) Amt, dienstliche Stel- 
lung 2c.: Hofgärtner..] Die Ch. ist hier neu. C. 
7, 301; Bei den Östreichern nannten sich sämmtliche 
Tharitp 199 
Officiere einer Ch. Du. Hausbl. (60) 3, 394 2c.; 
Maitrelmätrl-Ch-n, Hofämter v. höherm Rangals 
das des Kammerherrn 2c.; Ch.-Pferd: Dienstpferd 
eines Offieiers 2c. Spielhogen Reih. 5, 25 c.; Femme 
(s. d.) de ch. — 3) Der Vorsitzende ließ in seiner 
Schlußdarstellung, der sogen. Ch., seine Uberzeugung v. 
der Schuld des Angeklagten klar durchblicken. Salon 3, 
191; 192. — 4) Ladung eines Gewehrs, Ge- 
schützes 2c. — 5) Angriff, bes. der Reiterei in Kar- 
ridre; des Fußvolks mit dem Bajonett; Signal zu 
solchem Angriff. — 6) in den Künsten: eine der 
Karikatur (s. d.) sich nähernde Darstellung: Derbe 
Karikaturen u. ausgelassene Chen sdes Malersl. Gartenl. 
15, 203b ꝛe. —4, m., —6; —: ein Chargierter, 
bes.: Ch. d’affaires (raffärl, Geschäftsträger. -ren, 
tr.: belasten, beladen; Einen mit Etwas beauf- 
tragen rc.; mit einer Charge, einem Amt bekleiden: 
Der Senior u. die übrigen Cbargierten einer Studenten= 
verbindung 2c.; laden, z. B.: ein Gewehr: Char- 
giergriffe 2c.; feuern; mit Ungestüm angreifen: 
Nun chargierte ich mit meinem Diener die überraschten 
Soldaten. Semiloso Afr. 1, 112; 162 2e.; Char- 
gierschritt 2c.; Überladen, übertreiben, bes. in 
den Künsten v. einer der Karikatur sich nähernden 
Darstellung (s. Düringer 210); Eine chargierte Ko- 
mödie od. eine Posse. KAugust 1, 264; Karikieren 
kann man v. Gavarni kaum sagen, er chargiert kaum 
merklich. Schwegler (46) 541 (Vischer). — Chari-age 
(frz. schariäsh'), f.; —n: Fracht-Fuhre; = Lohn. 
Sot (—6), m., —#; —#: Wagen. — Tharkentism- 
us (gr.), m., uv.; zen: Ansdruck, Rede, worin 
Grazie, Feinheit, Milde waltet; solcher Scherz; 
euphemistische Ausdrucksweise c. — Chär-is (gr.), 
f.; ziten, (-itinnen): Anmuth, Grazie (s. d.), 
nam, auch: Göttin der Anmuth, Huldgöttin, Hul- 
din (s. Thye). — Charisteri-on, -um, n., —; 
-en [8 24, 21: milde Beisteuer, z. B. wie Bischöfe 
sie v. den Kirchen erheben 2c. — Tharisti-hon, 
„cum, n., —; ca [824, 2, n.]): Gegengeschenk 2c. 
— Tharitable (irz. scharitäb'l), a.: mild-, wohl- 
thätig, liebreich: Ch—r-weise. püchler Sürsstl. 2, 
100. — Chärikl-as (lat.), f. [8 24, 3, tisl: 
Ch., Caritas, Liebe zu Gott u. den Nächsten, bes. 
als Mildthätigkeit, — auch personif., als Ggstd 
v. Gemälden 2c. G. 27, 130 (it. caritàa). -aliv, 
a.: mildthätig; n., —(eys; —e: milde Gabe: Die 
Ch.-Subsidien .. u. milren Srenden, womit die Ein- 
gerfarrten dem Rellgions= u. Tilgungsfonds des Gottes- 
kastens beispringen wollen. 3p. . Jativus, a.: 
charitativ, s. auch Colloquium. — Tharite (frz. 
sch 2c.): Charitas (s. d.): Sceiurs Ißör] de la ch., 
„barmherzige Schwestern“, die sich der Kranken- 
pflege wirmen 2c.; daher: Mlaison (s. d.)de ch. od. 
bloß Ch., öffentl. Krankenhaus: Er liegt in der Ch. 
2c.; auch v. einer Pers.: Eine lebendige Ch. Gutzkom 
3.2, 161. — Chärik-en, -innen, pl.: s. Charis. 
w. 24, 293; 3, 62; 86; 15, 232 2c. — Charit- 
(engl. tschär-), n., —# (f.); -ies: (s. Charitas) Mild- 
thätigk.; milde Gabe (Almosen 2c.); milre Stif- 
tung (Armenstift 2c.): Die zahlreichen Armenhäuser 
(charities). Kohl Irl. 2, 152; Dasß ihre Kinder in
        <pb n="216" />
        200 Charivari 
elne Ch.-school (si#ulj), Mildthãätigkeits- lod. Armen.) 
Schule gehen. Engl. 2, 232. — TCharivari ssch 2c.), 
n., — ; —6 : 1) (frz.): a) Katzenmusik, wildes Lär- 
men: Tumultuieren, Pfeisen 2c. bildete ein Ch. Garlenl. 
16, 47a; Heine Lut. 2, 61; Rom. 106; Ich ward 
empfangen mit dem wunderllchsten Ch. v. Entgegnungen. 
G. 22, 311 2c.; auch: Diese Poesie ist Nichts als ein 
Scharivari v. allerlei konfusen Klängen. 29, 264; 
Sind die Klappern bel der Hand u. die Rasseln? wir 
wollen ihm ein Scharivari machen. 7, 299 ff.; HLose- 
garten Nh. 1, 15; Ergriff seine Vieline, machte ein 
wunderbares Schartvarl dazu. Brenlano Wehm. 96 rcr. 
— b) (s. a) bei Kartenspielen: alle 4 Damen in 
einer Hand. — c) (s. a) Tilel satirischer Zeitschrif- 
ten. — d) (s. a) Eine solche Scharivari-Mahlzeit 
[Mischmasch]. dhohl Südr. 1, 270. — 2) ungrische 
weite (Reit-) Hosen: Die Pantalens werden 
Kontschak od. Schalwar (Schariwari) genannt. Kohl 
Südr. 1, 262; auch: Charavarl. Htyse; So- 
genannte Scharwary' s zum Uberziehen. Aug. Krwald 
1, 25 ., vgl. in Gestnius hebr. Wörterb. 359z## 
(ßarbalin), welte, pers. Hosen. Dan. 3, 21; 27 2c.“ . 
im Ungarlschen u. Slawonischen: Shalwäry, im 
Polnischen Scharmwärl 2c. — Charken, m., —; 
—6: ein russ. Hohlmaß, s. Osmin. — Thareul- 
erĩẽ (frz. scharküt-), f.; —eyn: Metzgerei. Zier 
[l, m., —§#; —#§: Fleischhauer: Bei Metzgern u. 
Ch-—s. Schüching Akl. 3, 101; I#hl Par. 2, 16 2c.; 
Charq un utiers. Kohl Südr. 1, 108. — Tharlal-an 
(frz. scharlatäng), m.p, —#; -#, -ãne: Quacksalber, 
Marktschreier, Storger; Ausschneider; Jemand, 
der sich für Etwas ausgiebt, ohne es zu sein. 
Spielhagen Pr. 5, 132; W. 5, 252 it.; auch: Ch., 
als Reim zu: Viergespann kalso ohne Nasallautil. 
G. 12, 43 r2c., vgI.: Dgl. „Scharlatane"“. W. Luc. 5, 
147 c.; So ist Paplergeld die Untversalmedicin der 
Finanz--Ch-e. Volksz. 16, 2 2c. anerik, f.; 
—Cehn: OQuacksalberei, Marktschreierei, Groß- 
sprecherei 2c.: Die neueste Finanz-Ch. Valksz. 16, 
2 2c. Cankeren, intr. (haben): ein Charlatan sein, 
so wirken 2c. raniemus, m .uv.; ismen: Char- 
latanerie. — Charl-es (srz. schärl), m., uv.; uv.: 
Eigenn. — Karl; Bez. für Koeurkönig im Kar- 
tenspiel 2c.; Ch.a- or, s. Dor. Tidre (Här), f 
—6: Luftballon mit Wasserstoffgasfüllung us 
dem Physiker Charles, 1746—1825). ölte, (.; 
—1; : weibl. Eigenname (verkürzt Lotte); z auch Name 
v. Mehlspeisen r. — TCharmände (türk.), m., 
—6; —# : Mauleseltreiber. Ch.-Baschi, ihr Oberst. 
Hommer 10, 312. — Tharm-ant (frz. scharmäng), 
a.: reizend; allerliebst: Diese „ scharmante Person. 
G. 1, 100; Wiech.! 4, 100; „Scharmant“! aller- 
liebst! 7, 291; Einch-er Kerl. Spielhagen Pr. 3, 34; 
90; Ein „scharmantes’ Leben. 88; w. 35, 17; 1 8 2c.; 
auch subst.: Wer ist denn deine Ch-e? (Liebstel. Käör- 
net 248b; Hamb. Ch. 2, 324 2c. Tc, m., —; —: 
1) Zauber (s. carmen), Reiz, Anmuth 2c. — 2) 
Hagebuche (Carpinus betulus). Jieren, tr.: be- 
zanbern, reizen; intr. (haben): Mit Jemand ch., 
kosen, schön thun, liebeln; im Volksmund auch: 
schamerleren u. Zsstzg: Dle Zwei sind in einander 
Tharte 
vernarrt u. verschamerfert (vperliebtl. h D. 
2, 29; Goltz 2, 360; Holtei Es. 1, 180; 2, 90 rc. 
Sille (-iI#), f.; —s: Hagebuchhecke. — Charmötte 
(sch-): s. Chamotte. — Tharniere (frz. scharnjär), 
f.; —: Scharnier (s. d.). — Charnüb (ar.), 
m., —;: —# : Den wilden Johannisbrotbaum, Charrub 
el berri od. Ch. Petermann Or. 2, 144; 145. — 
Tharnuk (ar.): Art Neiher. 125. — Chäron 
(gr.), m., —s; O: (Myth.) der die Seelen der Ver- 
storbnen über den Hollenfluß führende Fährmann 
der Unterwelt, — ogl. im heutigen Griechenland: 
Ch., Chärondas, Chäros, als Personifikation des To- 
des 2c., s. Daumtt 1, 317; C. 31, 233 ff.; wh möler 
Ngr. 1, LI; Sandits Volksl. 89 2c. — Tharpie 
(frz. sch r2rc.), f.; -eyn: zerzupfte Leinwand 2c. als 
Verbandmittel (Linament): Patent-Ch. farmarsch 
1, 411; Zierlich gepflückkte Sieb-Ch. Holtei Ch. 1, 
VI 2. — Charqu- (span. rschärke), m., n., —#; 
0: Sonnegetrocknetes Rindfleisch od. Ch. Ausld. 39, 
1127a; Getrockuctes Fleisch, sogenanntes Ch. Gerstäcker 
WW. 3, 13; Ch. ed. Charqui. Slobus 8, 61a; 
„Chartre". Uat3. 21, 501 (wohl Drekf.); Luftgetrock- 
netes Fleisch (Charquiy). Böppig Chile 1, 132 tc., 
vgl.: Das Carne secca ll. secal, ein an der Luft ge- 
trocknetes Ochsenfleisch, das auf den s. g. Chasqueadas 
zubereltet wird. Ilustt. 3. 46, 3 396 lst. Char queadasj. 
„nlier 2c.: s. Charcutier. — Tharrän (span. tsch—, 
m., uv.; —es: Fischverkäufer. Globus 9, 290b ic., 
s. Cenacho. — Charr-éle (frz. sch 2c.), f.; -n, 
—#: Karren. Joi (□d), m., —;; —6: das Karren; ; 
Train des Heers; große Schaluppe der franz. Stock- 
fischfänger. Pobrih 589b.— Charrüb, m., —; —6: 
s. Charnub u. Karube. — Chärt-a lat. ) f. ( 24, 
1): Papier; das aufs Papier Geschriebne, die ur- 
kunde 2c. (vgl. Karte S%#.): Cb. non erubéscit, z. B. 
Schüching Bronkh. 1. 4, „das Papier erröthet nicht“ 
lüber eine Lüge]; Etwas per ch-m besiten, durch 
ein schriftl. Vermächtnis 2c.; Mägna ch., die große 
Freiheitsurfunde, nam. tie die Grundgesetze der 
engl. Verfassung enthaltende v. 1224 (s. Charter), 
auch: [(Napoleon, welcher] als letzter Kaiser eine kleine 
eh. mägna dem Volke austheilte. IP. (Wodern. 4, 
96I W 2c.; Ch. partfta od. indentäta, Spalt-Zettel 
(s. d. #.), gleichlautende Dokumente in den Hän- 
den der Vertragschließenden, — urspr. u. eig. auf 
einen Bogen geschrieben u. dann im Zickjack od. 
geschweift ans einander geschnitten, so daß das 
genaue Ineinanderpassen der Theile zur Kontrolle 
dient, — frz. (s. u.) Charte portie; engl. Charter- 
party; holl. Certe-partie, vgl. im altern Deutsch: 
Jerte (s. d. Ss.), Zerter, Zärter, Zarter r. (z. B. 
Chezarter 2c.), — sämmtlich bes. Ublich nur noch im 
Schiffswesen, v. dem Kontrakt z. B. zw. Schifser 
u. Befrachter. — Charlawi (lürk.), m., —#; —2: 
Art Kopfbund. gammer 10, 342. — Thark-e (iz. 
schart), f.; —#: = Charta (s. d.), z. B. Ch. partie 
Charta partita; La grande (grangd’] ch. = 
Alagna charta; La ch. constitutionnelle Iongstituß- 
onéll!) od. bloß: La ch., die (frz.) Verfassungs- 
urkunde, die „Karte“ (s. d. Se. 6), wofür häufig 
noch die Schreibw. mit Ch stalt K gilt (z. B.: Der
        <pb n="217" />
        Charteke 
Syllabus, diese Ch. des Obskurantismus. Ualsl. 20, 
569 rc.), wie noch zuw. auch in der Bed. von 
geogr. od. astron. Karten (z. B.: Als er die Ch., 
seinen Wegweiser, vornahm. G. 19, 3; Das ganze 
Pays de Vaud . lag wie eine Flurcharte unter uns. 
14, 186 krc., s. chartieren). eke, -rque: s. Schar- 
teke. „er (engl. tschärter), f.; (m., —) ; —6, uv.: 
Ccarta (s. d.), z. B.: Cb. od. Ch.-party 
[—ärti] — Charta partita. nam.: der Miethever= 
trag in Betreff eines Schiffs; auch: die darin be- 
dungne Zahlung, z. B.: Ein Damxfschiff zu chartern 
(s. u.) ... Wurde enrlich am 2 1ten in London die 
Ch. definitiv abgeschlossen . . . Die ersie Monats.Ch. 
zuvor bar ausgezahlt. Ual3. 18, 407 :c.; The great 
dhe gret!] ch. — Magna charta; The people's 
ldhe pipl's] Ch., die Volkskarte, als Ziel des Char- 
tismus (s. d.); Die Verleibung eines Ch—s Bestä- 
tigungs-, Anerkennungsurkunde!] an rie katholische 
Universität in Dublin. Uo#3. 21, 240; So hat diese 
Schule noch ganz dieselbe alte Verfassung (ch.). Kohl 
Engl. 1, 33 1e. Tern (tschärtern), tr.: Ein Schiff ch., 
miethen, z. B. Nordamerikan. Schiffe, welche v. Aus- 
wanderungserperenten gechartert werden. Nalur 16, 
16 5a; 15, 91b; Spieß Exp. 286 2c.; auch: Der 
Eigner eines Fahrzeuges verchartert dasselbe an 10 od. 
12 Mann. Aueld. 38, 884b (Il. fretieren) 2c.; Der 
engl. 
hier bestimmt u. ab hier zurückgechartert. Ual #. 17, 
140 2c. iäticum (nlat.), n., —; ca l8 24, 2, 
n.]: Papiergeld; Stempelpapier. e##en ( auch 
so geschrieben), tr.: eine Karte, einen Riß von 
Etwas zeichnen: Die nöthigen Vermessungs= u. „Char- 
tirungsarbeiten“. Nal3. 20, 568 c. Tismus (engl. 
tsch ic.), m., uv.; 0: das System u. die Bestre- 
bung der Ehortlain. Erenzb. 26, 1, 203 2c. Ul, 
m., -en, —; —en: Anhänger einer in England bes. 
nach der frz. Zutitevolution auf eine „Volkskarte“ 
(l. Charter), d. h. nam. auf eine volksthümlichere 
Wahl u. Einrichtung des Varlaments hinarbeiten- 
den Partei (s. Hrrrig 34, 120). i stisch, a.: dem 
Chartismus hulrigend, anhängend. dtt (naat.): 
als Bstw.: Ch.-Gemme, Gemmenabdruck auf Pa- 
pier 2c. -ogräph 2c.; omant .: s. Karlo 2c. 
öphplar, m., uv.; -e I§ 24, 3, Flacis): Ur- 
kundenbewahrer. —nlärien (mlat.), pl.: Ab- 
schriften von Urkunden, als Sammiung 1c. — 
Chartschewn-a (russ.), f.; —§, -i: Garküche. 
Kohl Pet. 2, 86, vgl.: Die Gortüchen, Ch-i lawki 
(I. d.). Südr. 1, 91. — Tharüb: s. Karub 2c. — 
Thärve (ar.): Kleine, stachelige Früchte, Ch. genannt, 
aus deren Körnern Ol bereitet wird. Peitrmann Or. 1, 312. 
— Charbbdee (gr.), k.: —n: Charybdis: Die 
Seyllen u. Ch—n. Kreiligrath SW.ö, 22 8; Der Ch. Gebeul. 
Sch. 63a ie. -is, f. [8 24, 3, uv.]): ein Mcer- 
strudel bei Messina, wie der gegenüberliegende, die 
Seolla, in der gr. Myth. als weibl. Ungethüme 
dargestellt, s. v. Od. 12, 73 ff.; üÜbrtr.: Spirlhagen 
Pr. 3, 165 2c.; Zwischen Seylla u. Ch. durchgesteuert. 
Iv müler 7. 259; Aus Schlla in Ch. gestürzt. 1. 8, 
324 rc., aus dem Regen in die Traufe #.; häufiger 
(obgleich weniger dem Homer gemäß) umgekehrt: 
Schraubendampfer, v. Newkastle mit Kohlen auf 
Chassepot 201 
Aus der Ch. in die Schlla fallen, vgl.: ineidit in 
Scylläm, qui vült vitäre Charybdim (es fällt in die 
Schlla, wer der Ch. enrfliehn will, vgl. Waldis 2, 5125), 
s. düchmann 121; pfeisser Germ. 7, 505. — Chãs- 
(Thaff-) en (hebr. ), m., —s; -§8, nim: Syna- 
gegenvorbeter: Chafan. frankl Zer. 1, 377; bei 
Heyst auch Hasan, Kasan, Kazan. — Chasid c.: s. 
Cbaßid 2c. — Thasine (ar.), n : — (ogl. 
desselben Stamms Machsen, buns Magazin Al- 
machsen, s. Almasigo 2c.): Schatz. Homm# 10, 342, 
korrumpiert: Hasne. Dazu (s. ebv.): Ch-d är, 
SSkuhmter (Haenadar), z. B. Ch-dar-Baschi, des 
Serai 2c.; Cb. Zamaghi, Schatzgehbülfe; Ch. 
Kiojasi,' Stellvertreter des Schatzmeisters „.; 
Ch. mande, dem Schatz anheimgefallen 2c. — 
Chasir: s. Chansir. — Thasma (gr.), n., —8; 
#zen 18 24, 3, n., tis): Kluft; das Gihnen 
-odiẽ, f.; o: Gähnsucht. -ödisch, a.: gähnsüch- 
tig ꝛe. us, m. [§ 24, 2): das Gihnerg Gähn- 
sucht. — Thasque 2c.: s. Charque. — Chaäfs 
(türk.): (s. Asakiri) Familien= u. Kammergüter. 
Hammer 10, 342 ꝛc. ; Cb.-Oda (s. d.), die innerste 
Kammer. ebd.; Chassora- Baschi, Vorsteher derselben. 
— I. Chaͤsse (frz. schäß), f.; —s: Lade 2c., nam. 
Reliquienkästchen, Heiligenschrein 2c. * Par. 
2, 2; 238; 250 ff. — II. Chass-e (irz. schass'), 
f.; —. —: Jagd (s. Couteau); kurzer Satz einer 
Sagrmust (vgl. Fanfare): Cor (s. d. II) de ch.; 
Billard à la ch. spielen, als Art Gesellschaftsfpiet 
unter Mehrern (rgl. Beule, Guerre) 2c.; Ch.= 
Cousin —kuseng), m.: „Jage die Stechfliegen 
fort!“, Schmarotervertreibungemittel, — Scherz- 
bez. für sauren Wein 2c.; Cb.-Marée, m., 
schnelles Fischerboct, gw. mit 2 Masten u. Lugger- 
segeln; Wagen u. Fuhrmann zur schnellen Be- 
fördrung der Marén (s. d.), d. h. der frisch zu 
verzehrenden u. leicht dem Verderben ausgesetzten 
Secefische, Austern 2c.; Ch.-Mouche (muschl, m. 
Fliegen-Wedel, -Netz 2c.; Ch.-Partie, k.: unter 
Seeränbern ein Vertrag wegen Theilung der 
Beute 2c. —6, m., —8; —: Tanzras, womit man 
rechls od. links hin chassiert (s. d.): Ch. croisé 
lkroasel, gleichzeitiges Ch. der Tanzvartner nach 
entgegengesetzter Richtung; übrtr., z. B. in schlech- 
ter Schreibw.: Es ist ein solcher „Chasser-Ccroisé 
zwischen einem Arsenal u. dem andern, daß selbst er- 
fahrne Militärs über Das, was vorgebt, im Dunkeln 
sind. Ual3#. 20, 198. — Thafstki (türk.), f.; —: 
Ch. od. Ch. Sultana, im Harem die Mutter des 
Thronfolgers (s. Valide); ferner (s. Hammer 10, 
342): Cb., Gefreiter rer Janitscharen und der 
Bostandschis; ihr erster Officier ꝛec. — Chassen: 
1) s. Chasen. — 2) (irz sch rc.), tr.: jagen, fort- 
jagen, — auch in deutscher Schreibw.: Sein Herr 
hat ihn Leschafft, fort-, we ggeschafft ic. — Thal- 
sepot (frz. schaffrö): Eigenn., u. danach: Ch.= 
Gewehr, das in der frz. Armee eingeführte; Die 
Anfertigung v. Ch.= Flinten. Ual3. 19, 466 rc., auch 
n.: Das Ch. hat sich bewährt. Klodderodalsch 20, 208, 
vgl.: Die Kanonen v. Mentana sollen chassepoti- 
siert, die Ch-—s aber, welche so viel Wunder gethan,
        <pb n="218" />
        202 Chasseur 
fanonisiert werden. 210b ꝛe. — Chass-eur (frz. 
schafför), m., —#; -s, -e: Jäger (s. Cazador), — 
bes. auch als Truppengatt. ., z. B.: Ch—s à cheval 
tschwäll!, reitende Jäger; Der Gh. Kapitän, der 
sich das Krenz der Ehrenlegion in Afrika geholt. Uat3. 
21, 65; Ch.-Regiment 2c. —# l-eh: jaget Cchasst, 
chassiert) !, z. B.: Ch. le naturel, il revient au 
galop fl’ natürell, ill rewjengto gals], jagt aus das 
Naturell, doch kommt es schleunigst wieder = Nä- 
turam expellds furcã, tamen üsque recürret 2c. 
eren, intr. (haben, sein): beim Tanz, mit kurzen 
Schritten gleitend, sich in grader Linie fortbewegen. 
— TChässis (frz. schaßt), m., uv.; uv. (m. lauten- 
dem s): Giufassung, Rahmen, Blendrahmen eines 
Feusters; Streichkasten beim Druck der Kattune, 
Tapeten 2. rie— 2, 355; 828c. — Chäßn-a, 
(hebr.), k.; -6: Hochzeit, vgl. Chaßan. — 
Thassöda: Chaß. — Chäs-an (hebr.), m., 
—6; —6, änim: Bräutigam (in vulgärer Ausspr. 
Chößen). — Chaßid (hebr.), m., —#;-im: Name 
einer jüd. Sekte: Die Chasirim, „die Frommen“. 
Vetermann Or. 1, 230, auch Chafes)iväer, wie 
ihre Lehre: Ch-ismus. 
Thäta (ar.), f.; —: Flughuhn. Brehm Hab. 
224;394.— Thalöbet (türk.), n., —#; —#: Ge- 
büor für den Chatib (s. d.). Hammer 10, 342. 
Thalaji (türk., pl.: Seikenzeuge, ebd., ogl. 
Jaspis. — Chate (russ.), f.; —n: Bauernhaus. 
Kohl Südr. 2, 5; 174; Bei jeder Steppen-Ch. 139. 
— Chät-ean (irz. schm.), n., —; (—9): 
Schloß (vgl. Kastell): Ch— en Espagne lschoto- 
sannespäujI, „spanische Schloͤsser“ Luftschlösser i. 
(s. Ss. 2, 90 3a); ferner (gw. m.) vielfach in Na- 
men v. frz. Weinsorten, die nach gleichnamigen 
Schlössern benant sind: Wie mancher schwäbische 
Wein wird als dieser oder jener Ch. etikettiert u. getrun- 
ken. Gartenl. 15, 667b r2c., z. B.: Ch. G’eau Idöl; Ch. 
Lafitte; Ch. la Lose 2c., l. classé. -elain (schat lengl, 
m., -6; —s: Burgvoygt, Kastellan. -elaine (□—änl, 
f.; —# : Kastellanin: Schloßherrin, z. B. Spielhagen 
Pr. 2, 3; auch: Gürtelkette mit dran hängenden 
Schlüsseln, Flacons, Medaillon 2c. Immermann M. 
4, 26 1. Telct [—el, n., —6; —#: Brkl. v. chätcau 
(s. d.), nam. als Name v. Gerichtshöfen u. Ge- 
fängnissen, z. B. früher in Paris c. — Thalib 
(ar. r.), m., —#; —#: muhamedau. Kanzelredner. 
Hammer 10, 342; Besteigt der Ch. od. Kanzelredner den 
Mimbar (s. Membar). Schack 2, 196; auch: Der 
Chetib (Prediger). Ausld., — 820b; Eine große An- 
zahl Katibs. Grube Ch. 2, 167; ogl. Chatabet, 
Chotba. — C(Chhatign-a# (#i. falinja), Fb, -e: 
Ch., ein mit Salzwasser aus dem Mehl der. Marrone 
bereitetes Vrei- Derlepsch A. 103.— Shatisch (tatar.), 
m., uv.; 0: saure Milch. Kohl Südr. 1, 270. — 
Chälosee, -is (gr.), k.; 0: Borstenkrankheit der 
Haare. — CThatonillee n*m s. Schatulle. — 
Chatoulleux (schatulsh), a kitzlich, häklig, bedenk- 
lich ze. — Chatt, z. V.: Cb. Scherif: s. Hat. — 
Chalterlon (engl. tschälterten): Personenname, 
dazu z. B.: Ch. Compound lkömpaundl od. Ch.-Kom- 
position, ciue dickfluͤssige Mischung aus Guttapercha, 
—; + : 
Thauvinismus 
Theer u. Harz. DMus. 15, 2, 803; Schellen 16 2c. 
— Cghallneg (engl. (tschätni): Mit Ch.-Sauce 
auf inrische Art. püchler Süröstl. 1, 356, auch Cheiney. 
— Chatväri(skr.), n., —#; —s: Diese Herbergen.. 
deren Bez. Apäng (Trinkhaus) Kr. Ch. (Viereck) auf einen 
mit Onellwasser wohl versehenen vierseitigen Bau hin- 
deutet, mögen somit im Wesentlichen den gegenwärtig 
über Indien weitverbreiteten Chaultri (s. d.] entsprochen 
haben. Weiss Kost. 1, 509. 
Chand (frz. schs), a., weibl. ch-e lschödl: 
heiß, warm: Die Serre lßärl ch-e. 3 cohl Par. 2, 
17; 19 u., Warm-, Treibhaus. -eau (schodö), m., 
ein wärmendes Getränk (wie Warm- 
bier; Glühwein 2c.); dann auch: Weinschaumsauce 
od. Ch. Scheible Kochb. 58. Je#pisse (schod'piß), 
f.; —S: Tripper. — TChauffeur (frz. schoför), 
m., —; —6: „Heizer"“, auch: Leute, die sich 
in der bloßen Absicht einstellen, die Preise in die Höbe zu 
schraunben. Diese Scheinfäufer nennt man Ch-s (Heizer). 
Garlenl. 17, 111b ꝛe.; auch (in der ersten frz. Ne- 
volution) Bez. für Räuber, Plündrer ꝛe. — 
Chäulkri (ind.), n., uv.; uv.: Die .. über Indien 
weitverbreiteten Ch. .bestehen aus mehreren an ein- 
ander gereihten. unberechten Höfen v. quadratischer An- 
lage mit Gallerien u. Hallen zu den Seiten, in denen die 
Reisenden unentgeltlich Aufnahme u. in den meisten 
Fällen ein Dargebot v. durstlöschenkem Reiswasser fin- 
den. Weiss Kost. 1, 509 (s. Chatväri 2c., vgl. Musafir= 
Odasi 2c.); Obrachhäuser (Ch.) 5111c. — Chaumiere 
(frz. schomjär'), f.; —s: (Stroh-) Hütte; auch 
Name eines Pariser Vergnügungslokals: Die Ha- 
bitués v. Mabille, der Ch., der Closerie des I.ilas 2c. 
Hackländer Eign. Welt 1, 288 ½c.— Chauss-er (srz. 
schosse), f.; —(e)n: gepflasterter, dammartig auf- 
geworfner Hochweg (vgl. Calzada), s. Ss. u. nam. 
Unge FrS. 1, 388; Staats-Chen. Nau3. 21, 67 2c.; 
Ch.-Arbeiter; »Bau; Geld, Wegegeld auf 
Ch—n; = Graben, längs der Ch.; -Haus, wo 
das Ch.-Geld (vom Ch.-Einnehmer) erhoben wire; 
. Steine: zum Ch.-Bau dienende — od.;: die, 
längs der Ch. gleichmistg ottlansend, die Ent- 
fernung bez. 2c. tte, . (nterstrunde (Chb-6). 
Garienl. 17, 9 5a. —i#en 2 1) einen Weg zur 
Chaussée machen. — 2) mit Chaussure versehn: 
Gepudert, chanssiert. G. 29, 208 c. Jon [(-öngl, m., 
—6 ; —#: leichte Schuhe, beim Fechten, Tanzen zr., 
s. Düringer 210; Art Apfeltörtchen. -ure Cür. 1.; 
y— #: Schuhzeug, Fußbekletgung rc. — TChauve- 
Souris (schew-ßuri), f.; uv.: „Fledermaus“, Art 
Maskenanzug: Eine graue Ch., die den ganzen Anzug 
v. oben bis unten verdeckte. Höser Nsch. 1, 2413. — 
Chauv-in (frz. schoweng), m., —#; —: urspr. u. 
so z. B. bei Scribe in seinem Drama: Le soldat 
laboureur (der Soldat als Bauer): Als 1815 rie 
Loire-Armce verabschiedet wurde u. eine Anzahl alter 
Soldaten ins bürgerliche Leben Ubertwat, machten sich 
dieselben durch eine grenzenlose Bewunderung für alles 
Napoleonische, durch einen blinden u. fanatischen Eiser 
für Alles, was auf den großen Kaiser Bezug haite, be- 
merklich. . Man hieß sie Ch—s rc. Doiksz. 8, 190; 
auch verallgemeint, s. d. Folg. -iniomus, m.,
        <pb n="219" />
        Chauvinist 
uv.; O: Jede blinde Hingebung für eine Pers. od. Sache, 
jede politische od. sociale Theilnahme, die nicht auf wohl- 
erwogenen Gründen, sondern nur auf Gefühl u. Leiden- 
schaft beruht, nannte u. nennt man Ch. ebd.; 14, 203; 
Sie nennen nur dort lin Frankreich) Ch., was sie da- 
heim Patriotismus betiteln. 16, 28 2c. Zinist, m., 
—en; -en: Anhänger des Chauvinismus, Chauvin: 
Dazu: Dench-ischen, nach Gloire dürstenren Siecle. 
Ral 18, 132 2c. 
Chäwo (hebr.): s. Eva. — Chawädsche (ar.), 
m., —#8; —6: Herr (als Titel). Pelermann Or. 1, 
404. — Chawän (türk.), m., —#; —s: türkische 
Tabacksschneidemaschine. Kohl Sürr. 1, 87. — 
Chawaß (türk.): 1) Krongüter. Hammer 10, 
343. — 2) Die Policeiwache des Seraskerpascha 
besteht aus den Ch—-en. 703; Die Ch-e. 701, 
s. Kawaß. — Chawiar-HZen (türk.), m., —; —#: 
Börse: Der Kourszettel der hiesigen lkonstantinopoli- 
tanischen) Börse, des Khaviar Hens. Ual 3. 21, 257. 
— Chäpa, f.; —6: Scharfe Messer von Ch. (einem 
v. den Merikanern Itzli genannten Steine). Kunstblalt 
16, 336a. — Thazine: s. Chasine. 
Che (it. ke): welcher 2c.; was; daß 2c., z. B.: 
Che cosa c°': iwas giebt's ?] Schüching Kunstl. Leid. 
213 c. — Cheberc (frz. schebsckh), m., —6; —;: s. 
Schebecke. — Cheder (bebr.), n., —#; —8: jüd. 
Elementarschule. — Cheemäün (lschippew.), n., 
—8#; —#: ein Boot aus Birkenrinde: Baun will ich 
ein leichtes Boot mir, baun mir ein Ch. zum Segeln. 
freiligrah H. 91; 313 c. — Cheer (engl. tschir), 
m., —8; —: lauter Freuden-, Jubel-, Hochruf: 
Die Arbeitsmannschaften brachen unaufbaltsam in un- 
ermeßliche Ch—s aus. Garienl. 16, 155b. „en, tr.: 
Besch., mit Cheers begrüßen, beehren 2c. Kohl Irl. 
2, 118. — Cheese (engl. tschif), m., uv.; J6: 
Käse. IKohl Par. 2, 30. — Chef (rz. scheff), m., 
—s; —#: Haupt, Oberhaupt, Anführer 2c. (vgl. 
Chief): Der Ch. der Klaque. Garienl. 15, 7 83 2c.; 
Departements--Ch.; Eseadron-Chb., Ritt- 
meister; Der Geschwader-Ch. Preuß. Erp. 1, 259 
— Ch. d’escadre deskäd'rl, s. Commodore, Kontre-= 
Armiral; Der Korps-Ch. Hausbl. (60) 3, 20; Sek- 
tions-Ch. BMus. 17, 1, 160; Ch.-[Ober-] Prä- 
sident 2c.; En längl ch., als Oberanführer rc., 
z. B.: General en ch., Oberbefehlshaber 2c. Ugw. 
neutr.: Das Kompagnie-Ch. Thamisso 5, 89; 102; 
dagegen gw.: Chef d’euvyre lschä döw't], n., 
—„ —S# (chefs- d’eurre): Meisterstück, Meister-, 
Hauptwerk 2c. — CThegue (tschege), m., —s; —: 
Es giebt eigene Leute, Ch—s, welche den Saft lder Kokos- 
palme] sammeln. Oken 3, 664. — TCheil- (Thil-) 
algit (gr.), f.; —eyn: Lippenschmerz. -änthes, 
f.; uv.: eine Gatt. Farrenkräuter. -inus, m. 
[&amp; 24, 21: Lippensisch. -itis, f. [8 24, 3, uv.]: 
Lippenentzündung. öhare, f.: Lippenübel. 
-öncus, m. /§ 24, 2): Lippengeschwulst. -öphpma 
[8 24, 3, n., Fmatis): Lippengewächs. -oplaslik, 
f.; 0: Lippenbildung (vgl. Rhinorlastik). -orrha- 
gĩt, f.; 0: Lippenblutung 2c. — Theimerke (gr.), 
f.; —m: Winter-Hore (s. d.). — Cheirak: s. 
Allah. — TCheir-(Chir-) aänlhus (gr.), m. (n.): 
Chemiater 
203 
„Handblume“, Levkoje. ialer, m., —; uv. 
[8 24, 2, Jtri!: Chirurg. -omäclrum [8 24, 
2, n.]): Handtuch. -onom 2c.: s. Chironom 2c. 
otonik, k.; —Xeyn: 1) Abstimmung durch Hand- 
aufheben 2c. — 2) Priesterweihe in der gr. Kirche. 
Ross Jns. 2, 131 rc., s. Chir 2c. — Check (engl. 
tschsick), m.p, —s; —#8: 1) (vgl. Schach) ein blau u. 
weiß gewürfeltes leinwandartiges Gewebe: Linnen 
eh.; cotton ch.; mixed ch. laus Leinen; Baum- 
wolle; gemischt] 2e. — 2) auf Sicht zahlbare An- 
weisung, die Jemand auf einen Bankier oder eine 
Bank, die für die Zahlung Derkung haben, als 
Zahlung ausgiebt: Lie Bank fährt fort, ihre Ch—s in 
Cirkulation zu setzen. Mag. d. Ausld. 34, 33 1a; DMus. 
15, 2, 491 2c. — Thekn (Tlchehp, türk.), m., 
—8; —8: Das Golr= u. Silbergewicht. ist der Ch. ov. 
Tsch. (das Pfund). .. Der Ch. wird in 100 Derhem 
od. Drammen zu 16 Karas, Killols, Kilahs 
(Karat) à 1 Grän eingetheilt. Sneykl. f. Kaufl. 
265b 2c. — Chelad: s. Chalaat. — Thelid- 
onin (griech.), n., —eys; 0: (Chem.) In rem 
Saft des Schöllkrauts (Chelidönium mäjus) findet 
sich das im Wher unlösliche Ch.; ferner ras darin 
lösliche, mit Sziuren sich rorh fäürbende Chele- 
rythrin u. ein gelber Farbsteff, das Chelidoran- 
thin. -onisma, n., —-6; kemen, -ten (§ 24, 3, 
n., tis): „Schwalbenlied“, Lied umziehender Kin- 
der beim Frühlingsbeginn. Rosenkianz Psch. 157; 
Sanders Voltsl. 130. Jonit, m., —(e); —e: 
Schwalbenstein. onius, m. [/§24, 2): der Wind, 
mit dem die Schwalben kommen, Favonius (s. d.). 
— Chelimbikären (ind.), m., —s; uv.: Cymbel- 
schliger bei den Tänzen der Bajaderen. Mtyet Konv. 
2, 10 2a. — Thelingue (frz. schelenk), f. —n: Art 
inrisches Boot. — Thel-is: s. Chelrs. - öcrinus 
(gr.), m. [8 24, 2: eine Gatt. fossiler Nadiaten. 
Burmeister Gsch. 191. -õne, .; —n zonai (§24, 11: 
1) Schildkröte; als Gatt. Chelönlker (503), 
Chelönii. — 2) eine Pflanzengatt., Schilrblume. 
— 3) (s. 1 u. Testudo) ein Schilddach zur Be- 
deckung der Belagerer: Die Brechschilrkröte Ch. dio- 
ryfktis. Weiss Kost. 1, 845; Wirderschilrkröten (Chelonai 
kriophoroi), Schuttschildkröten (Chelonai chosirides). 
846. — verbessert nach nüstow gK. 310; 207. 
önisch, a.: schildkrötenartig: Die mehr als ch—e 
Härte ihrer grauenhaften Verse. Ellisen Polhgl. 1, 113, 
auch:chelonktisch. onst, m., —es, —en; Se, 
—en: Art Versteinrung (s. g. Schildkrötenstein). 
onophag, m., —#in -en: „Schildfrötenesser“ 
(Name eines äthiop. Volksstamms). onofäurus, 
m. [/§ 24, 2): „schilekrötenartige Eidechse“: Cb. 
würde ein mehr bezeichnender Name für den Plesio faurus 
(s. d.) gewesen sein. Burmeister Gsch. 197. — Thel- 
os (gr.), f.; zoi: Lade, Truhe, Kasten, RKisie. 
Weiss Kost. 1, 893; 894. — Thelps, k.; uv.: (s. 
Testuro) Schildkröte; der Schallkasten der Leier u. 
diese selbst (vgl. Guhl 1, 221): Chelis er. Testudo. 
Weils Kost. 1, 1319. — Chem-ia#ter (gr.), m., 
—; uv. I§ 24, 2, Jjätri]: Arzt, der die Heilkunst 
nach chemischen Grundsätzen ausübt, dazu: Che- 
miätreis, die Heilkunst nach solchen Grundsätzen
        <pb n="220" />
        204 Chemie 
(rsch Jatrochemie); isch, darauf bezäglich, 
dazu gehörig it. Gartenl. 15, 36 6a #c. iẽ, f.; 
(eyn: (s. Alchemte; Chomie) Scheidekunst; die Lehre 
v. den Elementen der Natur u. den daraus zufolge 
einer Anziehungskraft (Verwandtschast) entstehen- 
den Verbindungen; Lehrbuch über diese Wissen- 
schaft: Der Name Ch. für Scheidekunst bez. wörtlich 
„ägyptische Kunst“, Kunst des schwarzen Landes; denn 
schon Plutarch wußte (de lside et Osir. cap. 33), 
„daß die Agypter ihr Land wegen der schwarzen Erde 
Xu##( nannten“. Humboldt Kosm. 2, 451 2c.j Un- 
organische; organische, Pflanzen-, Thier-Ch., 
jenachdem die in der Wissenschaft nach ihren Ele- 
menten betrachteten Körper unorganische od. orga- 
nische rc. sind; Ackerbau- od. Agrikultur-Ch., 
Ch. in Bezug auf den Ackerbauz Experimen 
tat- (s. d.) Ch. ie. -igraph't, f.; —eyn: Zeich- 
nung auf chem. Wege, durch gasartige Nieder- 
schläge c. erzeugt. Dazu: Chemigräph-##eren, 
tr.; esch, a. -ikalsfen, pl.: chemische Präpa- 
rate, deren man sich zur Hervorbringung bestimm- 
ter Wirkungen in gewissen Gewerben u. Künsten 
bedient, z. B.: Er beschäftigte sich mit Photographie. 
Es fehlte ihm an einigen Ch. WhHctint Weltr. 2, 98 rc. 
Tihalisch, a.: chemisch. iher, m., —8; uv.: 
Chemie-Verständiger; Scheidekünstler: Der moderne 
Ch.-Zweisel, der Ausklärungszweifel, der nur an Das 
glaubt, was er betasten kann. DMus. 17, 2, 233. 
Sicus, m. [8 24, 21: Chemiker. — Them-in 
(frz. schmeng), m., —§s; —#: Weg: Ch. lisant 
lfsäng]), unterwegs. püchter Südöstl. 2, 119; auch 
(Web.): Die Gesammtheit der Kettenfäden in der 
Breitenausdehnung des Musters neunt man . Ch. 
(daher 1., 2. Ch. Faden); die Gesammtheit der Schuß- 
fäden in der Längerod. Höhe des Musters Tour. Kat- 
marsch M. 2, 398 (vgl. Rapport); (Festgsb.) Ch. 
couvert lkuwärs, bedeckter Gang; Ch. de paradis 
(s. d.) r. -inement (sch'min'mäng), n., —# ; —: 
der Gang der sich einer belagerten Festung im Zick- 
zack nähernden Laufgräben. Zinseren, intr. (ha- 
ben): wandern, gehn 2c.; (Kriegsk. ). im Zickzack 
vorrücken. — Chemis, pl.: Die Zemds od. Ch. 
scheinen elne Art Hausgötter gewesen zu sein. Scherzer 
Nat. 270 (in Merifo 2c.). — Chemisch, a.: zur 
Chemie gehörig, darauf bezügl., scheide-künstig, 
„künstlerisch: Ch.- alchimische (s. d.) Bücher. G. 21, 
155; Che Apparate; Bleiche; Experimente; Feuer- 
zeuge; Ofen; Präparate; Processe; Technologie; Ver- 
wandtschaft; Zeichen 2c. — Chemise (frz. schmis), 
k.; —m: Hemde; weibliches Vorhemde, Kragen; 
(Kriegsf.): NRasenbekleidung einer Brustwehr; 
Mauermantel eines Festungswalls 2c.; (Hüttenw.) 
Nauhschacht eines Hohofens 2c.; (Gieß.) beim 
Lehmguß das den Kern umgebende Modell (Hemde);: 
bei Prägwerken 2c.: der massive Körper ans Guß-= 
eisen, worin die Schraubenmutter angebracht ist #. 
eric, f.; —(e)n: Ansertigung u. Verkauf von 
Chemitt . —1 n., e)s; e: Chemisette. 
ctle), I.; —-#, —S#: Hennrchen, Vorhemde, Kragen: 
Ch.— (Bufen= )Na#l ic. — Chem-ismuos, m., uv.; 
O: chem. Vhe, Erscheinungen, Vorgänge 2c., als 
Cherub 
Wirkungen einer das All durchdringenden Kraft; 
die Lehre v. dieser Kraft 2c. Burdach 13; Dmuf. 17, 
2, §07; Daß ein tiefgreifender Ch. in ven abgestorbe-= 
nen organifchen Körpern der Torsmoore in fortwähren- 
der Thänigkeit ist. DDittielj. 48, 320 . ifl, m., 
—en; -en: Chemiker (z. B. engl. — spr. lemmist 
uv.; —6: COlobus 4, 62a; Jl#ohl Par. 2, 31). 
iflerer, f.; —en: s. Alchemisterei. itppic, (.; 
eyn: Ch. wurde v. ihrem Erfinder, dem Dänen Piil 
(1813) die Kunst genannt, Nelièferuckplatten zum Ab- 
druck v. Zeichnungen aller Art in der Buchdruckerrresse 
durch ein chemisches Verfahren herzustellen. Karmarsch 1, 
414; Glirrhograrhie u. Ch. Ua3#. 20. 195 4c.; 
auch: ein durch Ch. gefertigter Aberuck. Dazu: 
Etbee re. tr.: durch Ch. fertigen; eisch, 
durch Ch. gefertigt — Chemos#e (gr.), k.; 
5n: Zis, f. &amp; 21, 3, uv. J: heftige Augenent- 
zündung. — Chemsin (ar. ) pl.: „die fünf“ (vgl. 
Chummisch; Chamsin), nam.: die 5 tägl. Gebete der 
Mahomedaner. — Chen-al (frz. schnal), m., ; 
aux Iö|: Kanal: Dachrinne (auch CQheneau, frr. 
sch'n). — Thenille (frz. sch'nilse), f.; —n, —: 
„Naupe“; seidne, haarig aussehende Schnur. 
Prechil 3, 435; Karmarsch M. 2, 796; Sie öffneie die 
Ch.= Schleusen ihres Haarwellensturzes. Bazar 14; 
88a 2c.; Art Negligérock für Männer, Armel- 
mantel 2c. — Chenna (ar.), f.; 0: Alkanna 
(s. d.): Die Nägel u. Fingerspitzen blan zu färben mit 
Ch. Westermann Mon. 3, 600ac. — Chenopödi- um 
(gr.), n., —#; zen (§ 24, 2, u.]: „Gänsesuß 
eine Pflanzengatt. — Cheops, m.: ein ägypt. 
König; auch st.: Ppramide des Ch. B. Sutzkom 
4, 102. — Chepcéeria (serb.), m., —s; —#: VBer- 
fertiger v. Kotzen od. zottigen ilseen. Globus 
1, 166a. — Cher (frz. schär), a.: lieb, thener te., 
— weibl.: chdre: Mon ch., mein Theurer; ma 
chdre, meine Theure, als Anrede 2c., auch z. B.: 
Ich habe den mon ch. nie leiden mögen. J1Schröder 
Sammi. 2, 4, 4 2rc. — Therche (frz. schersch)!: 
such! — als Ruf an Hunde ½c. — Chere (irz. 
schär'): 1) s. cher. — 2) f.; 0: Kost: Mlaigre 
lmäg' ch., magre, schmale Kost; Die bonne (s. d.) 
eh. u. gute Weine geschätt. püchter Sudösil. 1. 322; 
Die excellente Längt'] ch. 2, 381 „c. — Cherem 
(hebr.), m., —6; —#: Bann, Bannstuch (vgl. 
Anathem, s. Harem). — CTherimolo (fran. 
dsch rc.), m., —#; —: eine südamerikanische Frucht, 
Anöna cherimölia. Ohen 3, 1258, auch Chwimova. 
Globus 4, Sb; Gerstäckee WW. 3, 170 2c. — Thrripa 
(span. dsch 2rc.), k.; —#: Die Ch. ist ein großes Tuch, 
das der Argentiner statt Hosen trägt. * WW. 
9 c. — CTgherifsabel uin sch rc.). liebens-= 
würdig. — Cyerra (ar.), k.; —: ürt abalrhute, 
Francolinus Rüppcllil. Brehm Hab. 223. — Ther- 
sonkse (gr.), m., -es; —e: —-# us, m. § 24, 
21: Halbinsel, val. Veninsula. — Cherub (hebr.; 
bei Einigen Kerub), m., —#; —. -im: Cb., ein 
fabelhafstes Thier der bebr. Spmtotkt, dessen Gestalt 
man sich zusammengesetzt rachte aus Mensch, Stier, 
Löwe, Adler, den Sembelen der Macht u. Stärke (böoel. 
1; 10). Sie erscheinen zuerst als Huter des Pararieses
        <pb n="221" />
        Cherubim 
(1. Mos. 3, 24; wie die goldbewachenden Gryphen); 
dann gw. als Thronhalter des Zehovah .. (pl. 18, 11; 
2. Sam. 22, 11) 2c. Gesenius, vgl. Sch. 1016b rc.; 
heute zumeist — Engel (auch bildl., vgl. Seraph): 
Die Ch—s. Alerie Wold. 3, 280 ff.; Wie Ch-im mit 
flammenden Schwertern. G. 9, 93 (s. 1. Mos. 3, 34); 
Ich, mehr als Ch. 11, 28; Ein Engel u. ein kleiner 
Ch. [Frau u. Kind]. A##Schröder Samml. 2, 1, 30 rc.; 
Als Licht-Ch. OChBank 3, 337 2c.; In seinen Ch-s- 
Locken. w. 11, 258; Ch—s-Wächter. Gutzkow 3. 
2, 93 ½c. -im, m., —8, uv.; uv., —#, -ime: Die 
hebr. MzZ. Ch. verwendet Lulder (1. Mos. 3, 34 ctc., 
vgl. dagegen 2, 25, 19)) als Ez., u. danach z. B.: 
Die Gestalt des Chs. k. 11, 138; Des Ch. 3, 10 ꝛc.; 
Wie Ch-e mit gezückten Schwertern. Nodenberg ParB. 
188 r2c., s. nam. mölner 2, XIV; Sboß 3B. 58. 
in, m., —#; —§8, inen: Cherub: Nächst dem Ch. 
mühlpfortch 27 2c.; Die Ch-ö. meißner Sans. 3, 
18 2c.; Mz.: Ch-en. Mhlpforth 2, 29; Uicoloi 1, 
168; Opitz 1, 11; Schwab 218 1c.; Eln Zeloth, 
der Kirchen-Ch. Saler 113 ꝛc. -inisch, a.: in 
der Weise von Cherubs, engelhaft: Deminikaner 
sind ch., Franciskaner serapxhinisch. Kurz DBibl. 8, 
135; 7. A. Kilesii ch-er Wandersmann 2c.; auch: 
Ich sah ihn erhaben ] auf dem cherübischen 
Thron. w. 26, 117; 201 r#c. — Theschchasch: 
s. Orium. — Chöster (engl. isch 2c.): Stadt in 
England: Ch.-Käse. — Chestunt (engl. tschesnöt.), 
f.; —#: Kastanie, auch: Ches nut- od. Kastanien- 
tahmss DCirfächer NReis. 1, 45. — Chetib: 1) 
m.: s. Chatib. — 2) (bhebr.) n., —# ; —: 
die „geschriebne“ Lesart „im Tert“ der hebr. Bibel 
im Ggstz zum Keri, der dafür zu lesenden, bes. am 
Rande, z. B. Cesenius Wörtrb. (1828) 396b cc. 
(vgl. Ketubb-ah, im). — Chetif (frz. schetif), a.: 
armselig, schlecht e. — Thetomene (hebr.): nach 
Weiss Kost. 1, 342, eine Art Hemde der Hebräer, — 
entstellt aus 8 (s. d. Gtsenius), Ketöneth, vgl. 
das daraus entstandne gr. Chiton, wie auch Kattun. 
— TChetowäik aschippew.), m., —: —6: Ch., der 
Kibitz, sang. Ffreiligroth H. 5 2c. — Chetri (ind.), 
pl.: Eine der gw. Benennungen der (Krieger-] Kaste ist, 
neben der der Rasbuten, die der Ketri, Ch. od. Chittery. 
Heeren 1, 430. — Thelnep (tsche#nt): s. Chattney. 
— Chetuͤb(b)im (hebr.), pl. — Hagiographa 
(s. d., vgl. Chetib 2): Aus den Chetubim. Nat3. 21, 
381. — Chev-al (frz. schwil), n., —; zaur 
lsch'wo: Pferd; Chevaux--légers lleshel, 
leichtbewaffnete Reiter, z. B.: Bei den Chevaux- 
16gers-Officieren. Hausbl. (66) 4, 111 . Davon 
als neue Ez. (vgl. Ulema): Ein Chevau-leger (neue 
Mz.: —8); A ch., zu Pferde; rittlings, d. h. so 
daß man — wie der Reiter das Pferd — Etwas 
zw. sich hat, zu beiden Seiten desselben, z. B.: 
Daß die ital. Armée bereits à ch. der Eisenbahn. steht. 
Grenzb. 25, 3, 160; Der thüringische Stamm hat nie ach. 
des Waldes gesessen. 26, 3, 508; Die A-Ch.-Stellung 
des Heers (in Bezug aufeinen Fluß, eine Straße 2c.). 
-aleresh, a.: ritterlich. - aler## f. z-(eyn: Ritter- 
schaft, ethum, --lichkeit. alet (0), m., —6; — : 
(s. Cavaletto) Folterbank; Geigensteg; Stafelei) 
Chiaslolikh 205 
Arbeitsgestell ꝛc. -alier Calje), m., +—: —8: 
Ritter; Springer im Schach: Les ch—s du lustre 
ldü lüstr!, die Ritter des Kronleuchters. Gorienl. 15, 
784 = Klaquenrs; Ch. d'’bonneur Idonnör], Ehren- 
ritter, ritterlicher Begleiter einer fürstl. Person; 
Ch. d’industrie ldengdüstri!, Industrie-, Glücks- 
ritter; Ch. d'’or, Goldmünze (s. Dor) mit dem 
Kreuz der Malteser Ritter 2c. auleger (sch'woleshe), 
m., —; s. Cbeval. — Chevelure sfrz. 
schew'lür), f.; —6: Kopfhaar, Haarwuchs. — 
Chevet (frz. sch'wẽ), n., —#; —6: Kopfkissen; Ge- 
schützunterlage, Nichtkeil 2c. — Cheviot (engl. 
tsch-), n., —#; —6: Die schottische Bergschaf-Nasse der 
sog. Ch—s. ohl Engl. 2, 78; 3. 92 2c. — Chdore 
(frz. schäw'r), f.; —s: Ziege: Poil (s. d.) de ch.; 
dazu: Ein braunes Ch—sKleid. Bazar 15, 7 8 a 2c.; 
Ch. feuille (—HölfI, n., —8 ; —#: Caprifolium, 
„Geisblatt“. Cheor-eile (schwrett), f.; —: 1) 
Rehgeis, Ricke. — 2) Art Schalmei mit Lustbe- 
hälter v. Ziegenfell. Weiss Kost. 2, 816. on Cöng), 
m., —; —: 1) Dachsparren; Baumstämme zu 
Sparren; Etwas von Srarrenform, z. B. im 
Wappen; ferner auf dem Armel der Uniform (als 
Auszeichnung): Stickereien am Kragen, auch Ch-s 
auf den Armeln in Roth u. Gold. Mag. d. Ausld. 36, 
75a 2c. — 2) Ch., Laine Ilän] de ch.; poil (s. d.) 
de cherre ., das pers. Ziegen= od. Kamel,. krichtiger: 
Kämmel-] Haar. Eneyhl. f. fauf. 230a. Sotieren, 
intr. (haben): Bockssprünge machen; beim Singen 
meckern. otin Coteng), n., —8; #: Reh-Fell, 
-Leder. Totine (otin'), f.; 0: Reb- Schrot. — 
Chewra (hebr.), f.; —#: Gesellschaft, Verein zu 
frommen Werken: Vorsteber der Ch. Kadischa, der 
Beerdigungsbruderschaft. Frankl Jer. 1, 241 rc. 
Chi: 1) (it. fl): wer 2c.: Chi sa (Hal7, wer 
weiß?; Eh, chi lo sa? (Nun, wer weiß es?). 
Schücking Künstlgeid. 39 r2c. — 2) n., —6; —6: ein 
griech. Buchst. (1), s. Chiasma; auch als Name 
eines Schmetterlings: Das griech. Ch., Nertua Ch., 
s. Merkur 9. — Thiamat-a (it. kc.), (. „-2e: 
das Rufen; Hervorruf im Theater; auf GEinai 
hinweisendes Schrift= od. Druckzeichen 2c. (vgl. 
Custos); (Fechtk.) verstellte Blöße, den Gegner zu 
einem unvorsichtigen Hieb zu verlocken 2c. — 
Chiär -o (it. fl 2c.), a. (weibl. -a): klar, hell 2c.: 
Die Konspiratlon al ch. sole soffne; bei hellem Son- 
nenschein J. Grenzb. 26, 3, 380; 387 2c. -oscũro, 
n., —6; —6: (Mal. 2c.) das „Helldunkel“. Sulzer 
2, 253b, s. Camateu 3 (frz. clairobscur, s. d.). 
Kestner Röm. 8 u. = Ch.-Gemälde. 10 rc.; Ch.= 
Darstellung (9); Figur (10); Gemälre (9); -Oblon- 
gum (10, s. d.) 2c. — Thiä-Sma (gr.), n., -s6; 
—6, zen ig 24, 3, n., -tis]; -smus, m. [824, 21: 
die Form des gr. Buchst. chi (2) vV. Kreuzform 
— u.: die Bez. damit; die Faserdurchkreuzung der 
Nerven; in der Sprachl. eine dem Parallelismus 
entgegengesette Anordnung v. 4 Wörtern, Säten 
„so nämlich, daß die beiden äußern einander 
entfprechen u. ebenso die beiden innern. olkfth, 
m., —(e)s; —e: Hohlspath, mit chi= od. kreuz- 
förmigem Querschnitt. Oktn 1, 184, auch: Stauro-
        <pb n="222" />
        206 Thiatto 
gramm. — Chiätt -o (it. fi 2c.), m., —; —, -i: 
kleines flaches Boot, Beccacino (s. d.). Uat.B. 20, 
548. — Chibata (port. tsch-), f.; —s: Peitsche. 
Elobus 4, 18a. — Chibi-guazu: s. Ocelot u. 
Guazu. — Chibouque: s. Tschibuk. — Thicha 
(span. tschitscha), f.; —s: in Südamer., Bez. für 
die aus Pflanzen durch Gärung gewonnenen be- 
rauschenden Getränke: Ch., aus gequetschtem, durch- 
geseihtem u. zu gleichen Tbeilen mit Zucker versetztem 
Mais, auch aus dem Stärkemehl der Dncea, aus Reis, 
versch. Palmenfrüchten bereitet. Grenzb. 24, 1, 232; 
Ch. de palma. 24, 2, 992 1c.; JAusld. 38, 80 13; 
39, 593b; 1208b („Maisbier“); Ch. mascäda (ge- 
kaute Ch.). ebd. lwobei der gemalzte Mais gekaut 
u. in ein Gefäß gespuckt wird)] 2c.; Scherzer Nat. 
147; Die Kunst, gegorne Getränke aus sehr versch. 
Pflanzensubstanzen zuzubereiten. .. Ein etwas weiniges 
Getränk, Ch. de Quinoa (s. d.). pöppig Cbil. 1, 126; 
Genuß des Apfelweins (eh. de manzanas). 190 2c.; 
auch geschrieben: Tschitscha, den ausgepreßten u. 
gegorenen Saft der Apfel. Gerstäcker Pench. 2, 40; 52; 
Apfeltschitscha. 18; Das Tschitscha-Lager geräumt. 
87; Ein Tschitscha gelage. 258 2c.; WW. 3, 25.— 
Thicharrön (span. tschitsc)), m., uv.; -es: 
Ch—es verkaufen, d. h. allerlei Schweinefleisch, das 
in Fett gedämrft ist. Slobus 7, 290a cc. — Ch'da 
(hebr.), f.; —s: Räthsel (s. Maschal). Nosenkranz 
PoesGsch. 352. — Chidher (ar.), m., —; 0;: 
nach arab. Sage, der durch den Trunk aus der 
Lebensquelle ewig junge Hüter derselben: Ch., der 
ewig junge. Rüchert 1, 74 se., auch Chisr. Daumer 1, 
316 r. — Thief (engl. tschif), m., —8; —#: Chef 
(s. d.): Der Cb. Justice (d#böstis), d. h. der Vorsitzende 
des obersten Gerichtshofes. Volksz. 16, 73; pückler 
Süröstl. 1, 377, Oberrichter 2c. — Thien (srz. 
schjeng), m., —6; —: Hund: Ch. couchant stu- 
schängl, Vorstehhund; Ch. courant (kurängs, Wind- 
hund 2c.; Hier heißt es ch. entwickeln. Ch. od. gar 
Ch.-ch. ist nämlich die höchste Potenz weiblicher karri- 
ciöser Tollheit, mit ch.—ch. erreicht man den Meisterstuhl 
im genre canaille. Wachenhusen Ev. 60 2c.; Conp 
(s. d.) de ch. c.; Entre längt’r) eh. et lonp sẽ I, 
„zw. Hundu. Wolf“, (lat. fnter cänem et lüpum), 
d. h. in der Dämmrung, auch zur Bez. für Etwas, 
wovon nicht recht zu erkennen, ob es das Eine od. 
das Andre (vgl.: nicht Fisch, nicht Fleisch rc.), z. B.: 
Hierauf kommt eine Antwort entre ch. et loup. Schubert 
Kant. 9 4 2c.; In einer humenr lümör] de ch. (Wolstam 
Gelrk. 1, 4, in einer hundsschlechten Laune. — 
Chies-a (it. ki#esa), f.; ze: Kirche: Dem stato 
della ch. LRKirchenstaat!. w. 31, 375. — Chisser 
(frz. Chiffre, spr.: sch 2c.), t.; —n: Ziffer (s. d.); 
Künstlerzeichen 2c.; Geheimschrift: G. 4, 107; 2, 
102; Der Sekretär der Ch. Tiec A. 2, 108; Eine De- 
pesche in Ch—n. Wolimann Mem. 2, 113; Aktenstücke, 
welche der Dechiffreur (s. d.] aus den Ch-## für den 
Minister übertragen. 132 1c.; Ch.-Kabinett. Dierkelj. 
23, 3, wo Depeschen chiffriert u. dechiffriert werden; 
Cb.Kanzlei; -Schrift cc.; Ch—-n-Telegramm. 
Garienl. 15, 62 (s. Fob). — Thiss-on (frz. schif- 
föng), m., —#; —: Lumpen; Lappen; verächtl. 
Chihanieren 
Bez. für Putz-Ggstde: Wollen wir Damen noch elnen 
Augenblick v. Ch—s rlaurdern. Salon 2, 375; Solche in 
Ch—s u. Tant aufgebende Frauenexistenz. Schüching Ir. 
1, 272; Brenckh. 3, 54 2c. Tonnier (-onnje), m., 
—s; —: Lumprensammler. Ausid. 38, 1144; 
Rodenbetg ParB. 86; 272 tc.; Einen Ch. u. eine 
Chiffonnidere, die mit ihren Haken .. eine Exami- 
nation des zusammengefegten Kebrichts halten. 9 Kohl 
Par. 1, 200. onnieèere (□Här), f.; —§#, In: auch: 
Lade, Kommode zu weibl. Putz. Sausbl. (66) 4, 
278. onnferen, tr.: zerkuittern, zerzausen 2c.: 
Mit un chiffonnierter Robe. Salon 3, 743. — 
Thisfr-e (frz. schiffr), f.; —s: Chiffer (s. d.): 
En langs ch—s, in Chiffern. eur Cör), m., —; 
—s: Sekretär der Chiffer (rgl. Krhrtegraxh). 
ren, tr. (auch o. Obj.): in Chissern schreiben; 
auch st. echiffrieren (s. d.), z. B. Gutzkow 3Z. 9, 
471 2c. — Chignon (srz. schinjöng), m., —#: —#: 
Nacken: Tracht, wobei das Haar in einem Wulst 
auf dem Nacken liegt. Düringer 413; Ein zusammen- 
gerollter Wulst, der Ch. Icalke Gsch. des mod. Gschm. 
302; Polko NN. 8. 154 tc.; Hober Locken-Ch. 
Salon 1, 252. — Thiguire (sran. dschigire), n., 
—; —6: Art südamerik. Meerschweine: Herden 
träger Ch—s. Gumboldl (Wadern. 4, 116521), s. Capi- 
vara. — Thic (fez. schick), m. (n.), —8; 0: der 
„Schick“, Geschick, Fertigkeit; die rechte Art des 
Seins, Benehmens; bes. auch (Mal.): effektvolle 
Darstellung mit sichrer Hand: Eine Pers. od. Sache 
bat Ch. Schick, s. d. Ss.]: Er verstebt den Ch. [Rum- 
mel]: Die Haurtfiguren haben Geist, Liebenswurrigkeit u. 
vor Allem (würde das Journal pour rire sagen) „Ch.“ 
Nat-#. 21, 3; Die Kavaliere, die ibren „Chique“ 
v. Paris geholt. 19, 603 rc.; Mit leichtem Pinsel. 
ist Alles .. dekorativ hingeschrieben, ein Meisterstück des 
„Ch.“ Pielsch Welt 1, 159; hagen Racz. 1, 227 ff.; 
[Diese Cocottes] sind nicht einmal mebr schön, aber sie 
haben ein „Ch.“, das auf den Pariser Viveur einen un- 
widerstehlichen Zauber übt. Wachenhusen Ev. 51 cc., 
auch: Unter femme (sam) ch. verstebt der Pariser ein 
Weib, das äußerlich ohne Tadel, d. b. den Ansrrüchen 
der verrücktesten Tagesmere möglichst noch um einige 
Pferdelängen voraus ist. 36, s. Béneiton. — Chica 
(span. dsch 2c.), f.; —#: 1) Chicha (s. d.). — 2) 
eine Pfl., Biügnönia chica u. ein aus den Blättern 
gewonnener Farbstoff (Cb.-Roetbh). Ohen 3, 1009. 
— Chikän-e (frz. sch 2c.), f.; —n: ein Jemand 
zum Arger u. Possen bereitetes Hindernis: spitz- 
findige Rechtsverdrehung, Kniff; böswillige Hude- 
lei 2c., s. nam. Garde Pfl. 1, 22 1c.; Policei= 
(Gtenzb. 25, 4, 92); Rechts (Ifland 15, 2, 97) 
Cb— u 2c.; auch: Hindernis, z. B.: Chs des ter- 
rains lrä terrängl, Terrainhindernisse (im Krieg)#e.; 
A la eh. srielen, Art zu spielen, beim Ball-, Maille-, 
Billardspiel 2c. —eriéc, f.; —e)n: Hudelei, Ränke- 
macherei 2c. -eur (-örl, m., —#: —8, e: der Leute 
chikaniert. -ĩeren, intr. (baben): Lust an Chika- 
nen finden; Alles aufs genauste u. peinlichste 
nehmen u. aufmutzen w.; tr.: Einem Chikanen 
bereiten, durch Strenge im Kleinsten zu nahe treten. 
K. 6, 227 ., auch: Wie sich ein bescheirener Mann
        <pb n="223" />
        Chikanos 
doch oft selbst chikaniert. 11, 146 2c.; auch: Einem 
Etwas ab-ch., durch Chikanen abnehmen, abpro- 
cessieren 2c.; Sitzt Gift gegen Herrn F. darin, so bat 
Dieser es ihm nach u. nach einchikaniert [durch Chika- 
nen eingestößt]. Hollei Mensch. 2, 91 2c. os; —62, 
a.: Chikanen, Hindernisse bereitend:; voller Chika- 
nen u. Freude daran findend 2c.: Daß wir uns nicht 
auf den Standpunkt eines chikanösen Processes stellen, 
sondern lohal der Provinz geben, was der Provinz ist. 
Nal# 21, 61: Spansens fur einen Feldberrn so „chiea- 
noser", den Guerillas so günstiger Grund u. Boden. 
G. 27, 328; Da es ld. Wasser] ein „schikanöses“, ge- 
birgisches Terrain durchstreift. 2 5, 140. — Chikära: 
s. Jikara. — Thicard (frz. schikär), m., —#; —: 
Eigenname, s. Hackländer Eign. Welt 1, 191 re.; 
Art Maskenkostüm. 3 Kohl Par. 1, 194 r2c., aucch 
adjekt.: Der Walzer Ch. 263:; La valse ch-—e. ebd. 
— Chihe: s. Chique. — Chilalg 2c.: s. Cbeil 2c. 
— Chilät (ar.), m., n., —#8; —: Ehrengeschenk 
des Sultans, bes. Kleider (s. Chalaat): Die Khilats 
an Diejenigen zu vertheilen, welche 2c. Ausld. 39, 29 4a; 
Ch. Faschire, für Paschas v. 3 Roßschweifen; Ch. 
Ula, für niedre Paschas 2c.; Ch. Erna ed. Ewsat, 
für niedre Beamte 2c.; Ch. Behasi, Ehrenkleider= 
gebühr. Hammer 10, 343 rc. — Thildrenit, m., 
+e)s: —e: ein Mineral, Art Pyremachit. — 
Chile (span. isch-), m., —#; 0: indianischer 
Pfeffer: Ragout von Truthühnern mit Ch. (eine Art 
Pfeffer). Kalonitz 133. — Thiler-B#schi (türk.), 
m., —6; —6#: Oberschenk des Sultans. — Thlli: 
Land in Südamer., dazu z. B.: Ch.-Salpeter 
(s. d.). — Chili-ade (gr.), f.; —u: das Tausend, 
z. B. Jahrtausend. -ärch, m., —, —en; en: 
Befehlshaber über Tausend, Oberst. archik, f.; 
—oeyn: Regiment (v. 1000 Mann). Brandis Gr. 
3, 298, s. Merarchie. äsmus, m., uv.; 0: die 
Lehre v. einem tausendjährigen Christus-, Gottes- 
reich auf Erden 2c. Garlenl. 15, 329a. -dfft, m., en, 
—#; —en: Anbänger des Chiliasmus, s. Milenna- 
rier. aflisch, a.: dem Chiliasmus anhäugend, 
darauf bezüglich :2c. ogon, n., —(e)s; —e: 
Tausendeck (s. Polygon). — Thiliza, f.; —#: Der 
Orientale mit seiner rothen Ch. (eine Art Schürze, die 
um die Lenden geschlagen ist). Jluhr. Zeit. 46, 339a. 
— Chilled (engl. tschil2), a.: abgekühlt: Ch. shot 
Ischöttl, abgekühltes Gußeisen= od. Hartgußgeschosß. 
Grenzb. 26, 4, 252. — Chilo 2c.; s. Cheil 2c.; Kilo. 
— Thiluf (hebr.), m.t, —;: —: Wechselbrief (vgl. 
Chalfan). — Chim: (s. Salangane): Tunkin liefert 
für die Tafeln der Leckern die kleinen Nester des Vogels 
Ch. w. 25, 399. — Chimco (osch rcr#.): ein Kau- 
mittel der Indiauer aus Anvir (s. d.) u. Urao 
(s. d.), — bei einem geringern Zusatz vom Letztern 
Moo-dulce (s. d.) genannt, s. Karmarsch 3, 322, vgl. 
Betel 2cc. — Thimär-a (gr.), f.; —+ (§ 24, 1|: 
Myth.: Ch. war ein feuersreiendes Ungehener, mit dem 
Kopse eines Löwen, einer Ziege u. eines Drachen rc. 
Ramler Myth. 267; verallgemeint: ein Monstrum 2c.: 
Eine Ch. in Erz(t) .., welche aus einem Bären in na- 
türlicher Größe u. aus einer Ziege zusammengesetzet ist. 
winchelmann Gsch. d. Kunst. 1, 92 2c.; auch (Natur- 
Thinchora 207 
gesch.), z. B. Ch. monströsa = Affenfisch od. 
Spöke 2c. Se, f.; —: Chimära; danach Hirn- 
gespinst, Grille 2c. (oft gespr.: Schim rc., vgl. frz. 
chimère). W. 1, 56; 3, 51; 255 2c. Eisch, a.: 
auf bloßen Chimären beruhnd rc. 5, 179 cc.; 
„Schimärisch“, Genz Rev. 17 2c. (frz. chimériqne). 
— Chimarräo (port. tschimarrong): s. Maté. — 
Chimbador (vort.-span. esch re.), m., —; —Ses;: 
in Peru, wie Vaqueäno (s. d.) in Chile: Leute, 
welche Reisende auf großen zum Schwimmen wohl- 
abgerichteten Pferden über tiefe Wasser binüber 
geleiten. psppig Ch. 1, 268. — Chimborazo 
(eschimborässo), m., -6; 0: ein Gipfel der Cordil- 
leren, der lange für den höchsten Berg der Erde 
galt; auch antonomastisch. — Thime (engl. 
tscheim), u., —6; —: Ein altes Glockenspiel, Ch—s, 
wie die Engländer sagen. Kohl Engl. 2, 118. — 
Chimney (engl. tschimni), n., m., —#; —W: Schorn- 
stein, z. B.: Die Ch—s with pérfect combnustion 
lkomböstshönn], die Schornsteine mit vollkommner Ver- 
brennung. 138 2c.; Kamin: Aufs Ch.-piece spiß, 
Kaminsimsl, wo all die kleinen Schmucksachen standen. 
171 2c. — Chimpäufe (sch rc.), m., —n; — u2 eine 
Art menschenähnlicher Affen. Ualur 14, 334; Pert## 
330 2c., auch: Schimpanse. Oben 7, 1945 r#e. — 
Chin: s. Chinese. —a: 1) (pernan., v. Cnina, 
Rinde; Cninquina). f.; —#: die Fieberrinde (6h.= 
Rinde) u. die dies Mittel gegen das kalte Fieber 2c. 
liefernden Bäume (Ch.-Bäume, (. Cinchona): 
Seine Ch. batte er noch eing men. Engel 1, 362; 
Die göttliche Rinde der Ch. Sch. 69 2à 2c.; auch n.: 
Da wusst ich Nichts von Ch., als es sei ein trefflichs 
Pulver gegens kalte Fieber. 588a. Dazu als Arten, 
z. B. (s. Ohen 3, 864 ff.): Königs-Ch.; Kron- 
Cb.; Walr-Ch. 2c. Als Bstw. z. B.: Ch.-Baum 
(s. o.); »Bier, mit Ch.-Extrakt;-Gärksäure: 
Pulver; „Rinde; -Roth, ein dunkelrothes 
Pulver in der Ch.-Gärbsäure:; „Säure; -Sur- 
rogate; -Tinttur; -Wein, vgl. Bier 2c. — 
2) n., —#; 0: ein großes Kaiserreich in Asien, 
auch ausgespr. Tschina; Sina (s. d. u. Apfelsine). 
Dazu z. B.: Ch.-Silber, galvanisch versilbertes 
Neusilber, s. Karmarsch 1, 415;-Wurzel, die heil- 
kräftige Wurzel v. Smilax china, s. Olen 3, 6182c. 
— 3) (engl. tscheind, tschenih n., —s; —#: Por- 
cellan: Die Porcellan-Erde, Ch.-lay (kiel. Kohl 
Engl. 1, 83; Ch.-ware lwers, Porcellanwaare. 70 2c., 
s. chinesisch Schluß. — Chinampa (span. tsch-), 
f.; —#: schwimmende Gärten der Indianer. Holonit 
Mex. 152. — Thinch-e (span. oschinesche), f.; —#: 
1) Wanze (lat. eimeKx): Chinch a. Globus 5, 5b. — 
2) (s. 1) das südamer. Stinkthier. Oen 7, 1509 2c. 
Zilla (illa), f.; —§: ein kleines weichhagriges Thier 
in Südamerika u. dessen Pelzwerk. 801; Prechtl 11, 
30: Jacke mit Cb. besetzt. Salon 1, 252. — Chinchon 
(spau. oschinrschen), m., —; —6: in Chile, ein 
kleiner Nachtoogel aus der Gatt. der Ziegenmelker, 
als Teufelsbote geltend 2c. pöppig 1, 361. — 
Thinchöra (span. oschindsch rc.), m., —#; —#: Die 
Ch—s, netzartige aus Pflanzenfasern geflochtene kleine 
Hängematten lin Südamerikal. Austd. 38, 801;
        <pb n="224" />
        208 Thindkiar 
83Sa; b; Grenzb. 24, 2, 254; 995 te., vgl. Hamak. 
— Chindhiar (ar.): eine der Aster ähnl. Blume. 
Peiermann Or. 2, 35. — Chiné (frz. schine), n., 
—6; —##chinierte (s. d.) Zenge u.: deren Färbung. 
— ChinesTe, m., —:: —n: Jemand aus China 
(weibl.: Chinesin); (vralt.: Der sinnreiche Chin. 
Opitv 1, 157); auch übrtr. auf Personen, deren 
Wesen, Geschmacksrichtung 2c. ähnlich ist, s.: Der 
Ch. in Rom. G. 1, 217; Jeder enropäische Ch. Schüching 
Künstl. Leid. 32 2c. isch, a.: aus China stammend, 
auf China od. die Chinesen bezügl., dazu ge- 
hörig 2c.: Ch—es Dach, auch Art Kreiselschnecke; 
Ch. Grün od. : ch-er Indlgo, ein grüner Farbstoff; 
Ch-e Mauer, riesiger Schutzwall im Norden Chinas, 
s. Sch. 74a (No. 7); Ch-es Schattenspiel; Mit sanftem 
ch-en Tranke sThee]. Zachariä 1, 281; Ch. Weiß, das 
röthl. Weiß der Seire, die man durch erhitztes 
Seifenwasser mit einer kleinen Beimischung von 
Orleans gezogen. Kormarsch M. 2, 784 rc.; auch 
zuw. (nach d. Engl., s. China 3): Kaffee in einer 
ch-#en Schale. Chandlet Klas. 16 = Poreellantasse. 
Zisieren, tr., refl.: nach chinesischer Weise gestal- 
ten 2c. Scherr Mer. 169 2c. — Chingana (span. 
dsch 2c.), f.; —é: in Chile: Die gemeinen Schenken 
nach Landesart (Ch—#é). pöppig Ch. 1, 73. — Thi-= 
niẽren (frz. sch rr.), tr.: (Web.): flammieren, mit 
verschiedenfarbigen zusammengezwirnten Ketten- 
säden weben, so daß das Gewebe ein gestammtes 
Ansehn erhält: „Schinierte“ Sammete. Gutzhow 3. 
4, 175; Katmarsch M. 2, 476 2c.: Die eig. Chinie- 
rung od. Flammierung, das Chiné (chiné, chinure) 
besteht in größern isolierten Flammen rc. ebd. — 
Thinin, n., —e)s; 0: ein aus der China (s. d. 1) 
gewonnenes Alkalold: Ch.-Salze, bes. das in der 
Heilkunde wichtige schwefelsaure Ch. 2c. — Chinnör 
(bebr.), m., —#; —#, —im:: Die Harfe, Ch. Uosenkronz 
Gsch. Poes. 311, auch: Kinnor (gr. Kinyra). — 
Chino (span. osch ꝛc.), m., —# —: Chinese; in 
Südamerika, auch: ein Mischling v. Indianer u. 
Neger, der dem Enropäer näher steht als die Cholos 
(s. d.). Grube Ch. 1, 300; Psppig Ch. 1, 201; 
Globus 6, 129a, s. Cabotles. — Chinoidin, n., 
—(eys; 0: der harzige Rückstand der Chinarinde 
nach Ausfällung des Chinins u. des Cinchonins, 
vgl. als Namen von (minder wichtigen) chem. 
Stoffen: Chinolin; Chinön; Chlnöva tc. — 
Chinois (frz. schineáä), a.: chinesisch, — weibl.: 
ch- e laf'l, z. B.: Coisture (s. d.) à lafchee schine- 
sische Haartracht, mit zurückgefämmtem Haarl. 
Solon 1, 232 r2c. = ertc, f.; —n, —#: Schnörkeleien, 
Nippsachen 2c. aus China od. in chinesischem Ge- 
schmack. Mag. d. Ausid. 36, 357b; Uat 3. 21, 17; 
Spieß Exp. 308 2c. — Chintz: s. Zitz. — Chinure 
(frz. schinär), f.; —#: s. chinteren. — Chiösh: 
s. Klosk. — TChiöstro (it. ll. 2c.), n., —6; --i: 
Kloster; Kreuzgang. — Thip (engl. tschirv), n., 
—6 ; —: ein abgesplittertes Stuͤck, — nam. Feuer- 
stein (unter den Geräthschaften aus dem Stein- 
alter). Globus 9, 20b.— Chipolin (frz. schlpoleng), 
m., —6; —#: ein den Cipolin (s. d.) nachahmender 
Anstrich.— Chique (frz. schit): 1)f.; —#: a) Sand- 
Chironium 
floh, in Südamerika 2c. Globus 4, 5 1a; Ohen 5, 760 
(auch Attun, Bicho, spr. bitscho, Zigger sspr. dsh-1, 
Nigna, Ton, Tunga). — b) Schusser, Schnellkügelchen. 
Cachhl. f. Koufl. 231. — c) Sterblings-Kokons 
(Kormarsch M. 1, 771) u. die daraus gewonnene 
Florettseide, ebb. — d) Prümchen Kantaback, vgl. 
Quid. — 2) m., —#; 0: s. Chie. — Thiqucnaude 
(frz. schit'nõd'), f.; —s: Nasenstüber: „Nasenstüber 
auf den Hals“, ch. sur le cou Ißür l'tfũ], Fallbeilschlag 
der Guillotine. Gatital. 15, 426b.— Chiquito (span. 
"schik-), a.: klein; m., —§6; —#: dünne Damen- 
ceigarre. — Chir-agon (gr.), m., —; —6: 
„Handführer", Vorrichtung für Blinde beim 
Schreiben. -agra, n., —#; 0: Handgicht (vgl. 
Poragra, auch Fortbild.); fem.: Eine Ch. Platen 
7, 328. -amarium, n., —8; ken [8 23, 2, n.]: 
„Handwagen“: Die mit Rädern versehenen Kranken- 
sessel, die s. g. Chiramaria. Weiss Kost. 1, 1327. 
apsie, f.; —eyn: (magnetische) Manipulation 
((. d.). -arkhröhacc, f.; —§#: Athrokace (s. d.) 
der Handgelenke. — Chirbet (ar.), n., —: 6: 
Dorf. furrer Pal. 204; 208; 288 2c. — Third 
(ar.), m., —8; —#: der Silberpavian ((. d.). 
Brehm Hab. 58. — Chiriät-er (gr.), m., —6: uv. 
18 24, 2, ri): Chirurg; Magnetisenr. #i, f.; 
—(ehn: Chirurgie; magnetische Kur rc. — Thiri- 
mogo (span. Tschirimöja), f.; —#: s. Cherimolo. — 
Chiripa (tsch-), f.; —#: ein dem Poncho (s. d.) 
ähnl. Oberkleid der Arankanter. Globus 5, 377b; 
37sb r2c. — Chir-isis (gr.), f.; uv.; -ismus, 
m., uv.; -ismen: (magnetische) Manipulation. 
#t, m., -en, —s; —en: handförmiger Stein. 
ogrammakist, m., -en, —##; -en: „Handschrift- 
deuter“. Gutzkow 3. 2, 153. s. d. Folg. -ogram- 
matomant, m., -en; -—en: Einer, der aus der 
Hantschrift den Charakter des Menschen deutet od. 
deuten will, dazu: Ch-##e f. ch-isch. ogräph, 
m., n., -(e)s, —en; —e, —en: Handschrift, d. h. 
Schuldverschreibung 2c. -ographärfer, m., 6; 
uv. ichirographarischer Gläubiger. -ographäricch, 
a.: auf ein Chirograph gegründet, sich beziehend 2c.: 
Diech-en Darleben. Uat3. 20, 47 5 2c. ographärius, 
a.: chirographarisch, z. B.: Ch. ereditor; debitor rc., 
chirographarischer Glänbiger: Schuldner 2c.; Chiro- 
graphäria üctio; cäütio, chirographarische Klage; 
Versichrung (Schulrschein); Chirographäria pecü- 
nia, auf Handschrisft geliehnes Geldrc. -ographum 
[8 24, 2, n.): Chirograph. olög, m., S#en, —8; 
—en: Einer, der sich auf Chirologie versteht. 
Jologie, f.; -(enn: Fingersprache. olögisch, 
a.: auf Chirologie bezüglich. -omank, m., en, 
—; —en: Einer, der aus der Hand wahrsagt, 
dazu: Ch-ié, f.; vgl. Palmestrie; ch—isch (w. 36, 
22 ꝛe.). -ometer, m., n., —#; uv.: das Maß nach 
Händen 2c. — Chir-on (gr.), m., —; —: ein 
Centaur (s. d.), berühmt als Arzt u. Erzieher 2c. 
G. 12, 115; Ch—## Brüderschaft! Centauren]. w. 12, 
217 1c.; antonomastisch: Deines (Aristirr's] alten 
Ch-s. 22, 273 — Lehrers (Sokrates). onia, f.; 
„önsen 18 24, 11: eine Pfl. -önium, u., —S; 
„önsen [8 24, 2, n.): bösartiges Geschwür (s.
        <pb n="225" />
        Chironom 
Bamler Mrth. 211). — Chir-onôöm (gr.), m., 
—en, —s; -en: Kenner, Ausüber der Chironomie. 
onomie, f.; —(eyn: Lehre ven den Bewegungen 
(Gesten) der Hände (Händesprache). k. 11, 18 (vgl. 
Guhl 1, 300 u.: Mit schickl. Gebärden u. Bewegung 
der Hände u. Finger, welche selbst in Regeln der Kunst 
gebracht u. als solche für einen Haurttheil der alten 
Tanzkunst odb. Cheironomie angeseben waren. Bönliger 
Sab. 257). -onömisch, a.: zur Chironomie ge- 
hörig 2c. -oplast: 1) m., —#e)s; -e: Vorrichtung, 
beim Klavierspiel die Finger regelrecht zu halten. 
— 2) m., -en; -en: Ausüber der Chiroplastik. 
oplastik, f.; 0: die Kunst, aus knetbaren, plaũti- 
schen Stoffen Bilrwerke zu formen. öpteris, k. 
18 24, 3, uv. ): Art Farnkraut. Burmeister Gsch. 469. 
öopteron, -öÖpterum, n., —; -örteren I§ 24, 
2, n.): „Flügelbänder", Fledermaus. orrheuma 
[8 24, 3, n., tis!: rheumatische Handgeschwulst. 
otheca, f. [8 24, 1): -otheke, f.; —n: ein die 
Hand umhüllender Verband 2c., vgl. (im Mittel- 
alter) Chirothecæ, Handschuhe, zum Ornat der 
Kaiserkrönung u. der Bischöfe in der abendländi- 
schen Kirche gehörig. Weiss Kest. 2, 593; 675. 
otherium, n., —6; ken [8 24, 2, n.: ein ur- 
weltl. Thier, dessen Fußpuren im Sandsiein hand- 
artige Pfoten zeigen, s. Burmeillir Gsch. 505. 
Sothesik, f.; —(ehn: Heilung durch Handauf- 
legen ꝛe. rhe#uma: s. Chirerrheuma. -rg, m., 
-en, (—#; —en: Wundarzt; bildl.: Die Politiker 
waren Staats-Ch—en, aber keine Staatsärzte. 
Börne 2, 165 rc.; Amts-; Stadt-Ch.; Felr-Ch., 
Feldscherer; Als Fels-Ch—en wehlbekannt,] die bohen 
Berge schrörxfen wir. G. 12, 51; Militär-Cb. 2c. 
—lurgäl, n., -(e)s; —: Chirurgen-Amt. urgik, 
1.: —ehn: Wundarzneikunde; Buch darüber. 
Tüxrgisch, a.: wundärztl.: Cb—e Instrumente; Be- 
stecke; Praris 2c. -ürgus, m., uv.; -se (8 24, 21: 
Cbirurg: Seines geschickten Chirurgi. G. 10, 163; 
Einen Felr. Ch. 15, 35 r2c.; oft verdreht in Gregö- 
rius, s. Hebel 3, 346; oHornrhD. 2, 258 c. — 
Chise: s. Chize. — Chifr: s. Chirber. — Chita 
(ind.), m., —s; —: Panther. Oken 7, 1607. — 
Chitarr#a (it. ti-), f.; ze: Guitarre (s. d.): 
Begleitet v. der Ch. francese s-tschese, französischen 
Gitarrel], selten v. der Mandoline. Kestner Röm. 64. 
— Chitin, n., —e)s; 0: Das Insektengewebe, auch 
Cb. genannt, iül der Grundrbestanribeil, das Skelett der 
Insekten u. Gliederthiere übrh. Hirzet Ch. 164, — nam. 
aus den Flügeldecken der Maikäfer dargestellt (. 
Cbiton). — Chitmagär (ind.), m., —; —s: Auf- 
wärter: Mein Khitmagar. Austd. 38, 990a 2c. — 
Thit-on (gr.), m., —; —s, -nen: 1) (vgl. 
Chetomene) Der Ch. bildete für Männer u. Frauen. 
das unmittelkar auf dem Körrer liegende Unterkleid. 
Guhl 1, 111; Armel-Cb. 172; Mit kurzen Cb—en 
befleiret. . Aus dieser Form des langen Frauen-Ch-s 
hat sich der Doppel-Ch. entwickelt. 174; Weils Kost. 
1, 709; 711; 717f.; 736:c.; frankl Jer. 1, 15 2c.; 
auch: ledernes, erzbeschlagnes Koller. Rüt##9K. 
13 ff. 2c. — 2) (s. 1) die Gatt. der Käferschnecken. 
Oken 5, 408 2c.; Ch-en mit glattem oder borsiigem 
#Sanders, Fremrwörterbuch. 
Thlorit 209 
Mantel. pöppig Ch. 1, 303; 306 ꝛc. -önion, n., 
— ; ken, ia: kleinerer Cliton für Frauen. Weis- 
Keßt. 1, 719. — Thits: s. Zitz. — Thittah (ar. 
tsc-), m., —s; —: Jagdleorard (s. Gerare). Oken 
7. 1594, auch geschr.: Tschittah. — Thitterp: s. 
Cbetri. — Chivas, m., uv.; uv.: ein esünd. 
Gewicht von ca. 7 Centner. — Chivéero (span. 
tsch 2c.), m., —3; —: Ziegenzüchter in Süramer. 
Errnzb. 24, 1, 275 2c. — Chizäm (ar.), m., —; 
—: Nasenring. Weiss Kost. 2, 2698. — Chtze 
(türk.), m., —; uv., —: Beutel Goldes. Scherr 
Stud. 1, 226 2c. (Kizeb, Kiseb), auch Cbise, Kitze, 
Getze. Cneykl. f. Koufl. 263b, vgl. Keser. 
Chladn-i: Name eines berühmten Natur- 
forschers (1756—1827). Dazu: Die Cb.'schen 
Klangsiguren, die sich auf einer mit feinem Sand 2c. 
bestreuten, beim Tönen schwingenden Platte, 
Tafel 2c. erzeugen. -#it, m., —ey)s; —e: Cb., d. h. 
einfach kiefelsaure Bittererre. Uatur 16, 182b :c. — 
Thlak (hebr.), m., uv.; —im: Den Tag theilen rie 
Juren .. . in 24 Stunren, die Stunde in 1080 Cb-im 
u. den Ch. in 70 Regafm. Hädler 602. — Chläm-2s 
(gr.), f.; uv. I§ 24, 3. —dis): Art Oberkleid, 
Mantel. GSuht 1, 179 (vgl. Kere; Paluramentum) 2c., 
ähnl.: Thläna, f.; —5 I§ 24, 11: Art Winter-, 
wie Chlan-is, f. [8 24, 3, didis!: Sommer- 
mantel, s. Weiss Kost. 1, 717 2c. — Chleb (flaw.), 
n.: „Laib“ Brot, Bret, auch Hleb, z. B.: Der 
eine golrne Schale mit Hleb-Sol (Brot u. Salz), — 
bei den Slawen ein Sinnbild der Unterwürfigk. u. zu- 
gleich der Gastfreibeit trug. CKRoberi 1, 211. — 
Thliäsma (gr.), n., —: zen ([&amp; 24, 3, n., 
ctis): (Arzn.) warmer erweichender Umschlag. — 
Thlockem-a (gr.), n., —; -en I[&amp; 24, 3, n., 
-tis]: Laub-, Leberfleck 2c. — Chlöôr (gr.; Einige 
srrechen: klär), n.. —s; 0; ein chem. Element, 
das gw. als „grüngelbes“, unangenehm riechendes 
Gas (Cb.-Gas) vorkommt, durch Druck aber auch 
zu einer Flüssigkeit verdichtet werden kann, nam. 
bekannt als Bleich= u. Desinfektionsmittel u. in 
der Verbindung mit Natrium als Kochsalz: Ch.= 
Antimon; -Barhum: -Blei; -Bleiche; -Eisen; -Gas; 
Gold; -Jod; -Kaleium; -Kalium; -Kalk; -Kobalt; 
Kupfer; Metalle;-Natrium''Kochsalz); -Or##d#-Pla- 
tin; -Quecksilber;-NRäuchrung;-Säure (s. u.:chlorig); 
Schwefel; -Silber; -Strontium; Verbindrungen; 
Wasser [Wasser, das Ch.-Gas absorbiert hatl; 
Wasserstoff [Salzsäure); -Zink;-Zinn 2c. ät, -t, 
n., -(e)s; —e: ein Chlormetall. -id , n., -(e)s; 
—e: ein einem Oryd — wie Cblorür dem Oryrul 
— entsrechendes Cbler-Metall od. -Haloĩdsalz 
((. d. ): So werden z. B. die beim Zusammentreten v. 
Cblorwasserstoffsäure mit Kurferoxed u. Kurferor#ul. 
entstehenden Chlerverbindungen mit dem Namen Kup- 
fer-Ch. u. Kurferchlorür bez. Karmarsch 3, 7 8 2c. 
Tig (-icht), a.: Ch—e Säure, aus 1 Atem Chlor 
u. 3 At. Sauerstoff: Unterch-e Säure, aus 1 At. 
Chloer u. 1 At. Sauerstoff, vgl.: Chlorsäure, aus 
1 At. Chlor u. 5 At. Sauerstoff, wie: Unter= u. 
Über-Cblorsäure, aus 1 At. Chlor auf je 4 od. 7 At. 
Sauerstoff c. ine, f.; 0: Chlor. -it, m., —e) ; 
14
        <pb n="226" />
        210 Chloritisch 
e: „grünliches“ Gestein, eine wasserhaltige Ver- 
bindung von kieselsaurer Talkerde mit kieselsaurer 
Thonerde u. Eisenorydul, s. Durmeistet Gsch. 186; 
Ch.-Blättchen; -Gestein;-Masse; -Schiefer 2c. -Iktisch, 
a.: Ch-er Granit, Chlorit (st. des Glimmers) ent- 
haltend rc. -oförm, n., —(e)s; 0: Das Ch. ist eine 
Verbindung v. 1 Atom Formyl ls. d. ] mit 3 Doppel-= 
atomen Chlor. Karmarsch 1, 426, bes. wichtig als 
Anästheticum (s. d.); bildl.: Giebt es denn nicht 
auch ein Ch. für die Seele .., ein Tropfen Lethe? 
Auerbach Höh. 3, 157. oformferen, tr.: Einen, 
nam. zur Ausführung schmerzhafter Operationen, 
mit Chloroform betäuben. Gutzkow Diak. 170 (vgl. 
ätherisieren). Jomet#, m., n., —; uv.: Instru- 
ment zur Chlorometriée, d. h. zur Bestimmung 
der entfärbenden Kraft von Chlorverbindungen, 
nam. Chlorkalk, vgl.: Ein chlorométrisches 
Verfahren. Karmarsch I, 426 2c. -ophän, m., -(e)s; 
+e: Eine mit schön grünem Licht pbosphorescierende 
Varietät v. Flus sprath . Ch. 2müller Phys. 1, 648 re. 
Tophöll, n., —#; 0: das „Blattgrün“: Die Sauer- 
stoffentwicklung der Blätter, die Ch.-Bildung. Ausld. 
39, 1192b. -öse, -ösis, f.; 0: Bleichsucht. -ür, 
n., —e); —e; uretum [8 24, 2, u. ]: s. Chlorid. 
Chnüs (gr.), k.; uv.: Die runde ägyptische Ch., 
elne beim Orfer gebrauchte Trompete. Guhl 1, 231 #. 
Chöah, m., —; 0: ein alt-ägypt. Monat, 
s. Thet. — Choän-en (gr.), pl.: die innern Nasen- 
löcher: Ch.-Verschluß. Herrig 13, 205. orrhagss, 
f.; 0: das Nasenbluten. — Choasäin (russ.), 
m., —#; —#: der Herr des Hauswesens 2c. (richtiger: 
Chosain, z. B. Kohl Südr. 1, 176): Die Pferde, die 
ja ohnehin nicht ihnen, sondern dem Ch. (Herrn) gehören. 
Nai. 20, 179 2c. — Chöch-em (hebr.), m., —; 
—, ömim: iw gemein-jüd. Ausspr. st. Chacham 
(s. d.), ein Weiser, Philosoph 2c.: Der Ober-Ch. 
Cutzkow Z. 3, 358; auch (in der Gaunerspr.): ein 
durchtriebener, kluger Spitzbube: Die alte Ch.= 
Familie, die ihre Vertern am Galgen hat paradieren 
sehen. 4, 337. — TChochöca (span. tschetsch rc.), .; 
—s: in den Punas (s. d.) eine Speise aus gekochten, 
wie Chuno aus gefrornen rohen Kartoffeln, s. Ausld. 
39, 1206b. — Thodabende, f.; —s: eine pers. 
Münze (ea. 2 Groschen). — Chödihar, m., —; 
—#: Art Policeidiener in Indien. Grube 2, 121. 
— Chödsch-a (türk.), m., —s; —#: Lehrer. Hammer 
10, 313; 711 (Khodscha. murhard Konst. 1, 255; 
Hodscha. Gerhard Wil. 2, 232; „Kogia“. Heyfe, „als 
Titel“). agian: Vorsteher der Kanzleien; Herren 
der Kammer, des Divans. Hammer 10, 343. — 
Thöe (gr.), f.; —: Trank-, nam. Todtenopfer 
(s. Inferken): Wenn der Hellene den chthonischen Gott- 
heiten keine blutigen Ch—n mehr opfert, sondern nur 
Trankopfer v. Wasser u. Wein. Germania 7, 426; s. 
auch Chons. — TChoin-Jöllman: s. Abalak. — 
Thoir 2c.: s. Chör 2c. — Choisi (srz. schoasi), n.: 
Ort in Frankreich; danach Art Halbporecellan. — 
Thoisieren (frz. schoas-), tr.: „erküren“, wählen. 
— Choh (srz. schöc), m., —#; —#: Ch., Choc, er- 
schütternder Stoß od. Zusammenstoß, Anprall, 
nam, der Reiterei 2c. -ant, a.: Ch., choguaut, 
Tholin 
chokierend. fSchlegel G. 67 2c. — Chöker (englk. 
tsch rc.), m., —s; —s: Halstuch, Kravale: Zwischen 
den weißen ch—s der Kellner. Rodenberg InsHeil. 2, 1 52c. 
— Chokolä-de, „te (merik.-span. 2c.), f.; n; 
at (frz. —ä, z. B. muläus M. 1, 35 „c.; aber w. 
15, 169, im Reim zu hat), m., —;:; —: innige 
Mengung zerquetschter Kakaobohnen mit Zucker 
(s. g. Gesundheits-Ch.), gw. auch noch mit 
Vanille u. andern Gewürzen (Gewürz-Ch.), vgl. 
— nach den Zusätzen v. isländ. Moos, Oema- 
zom 2c. —: Moos-= (od. Lichen-); Osmazom- 
Ch. 2rc.; ferner Dampf-Ch., sofern bei der Fabri- 
kation Dampfmaschinen verwandt werden 2c.; auch 
das aus der Ch. bereitete Getränk: Milch-Ch.; 
Wasser-Ch. ic. Als Bstw. z. B.: Ch.= od. Ch-n- 
Baum, Kakaobaum; -Biskuit;-Blancman-= 
ger; -Brenner, Vorrichtung zum Rösten od. 
Brennen der Kakaobohnen: - Brot, feines Gebäck 
aus Ch. od. gw.: zur Ch. zu genießen; Eis; 
Fabrik; -Fabrikant; farben; Glasur; 
Kréêéme; -Kuchen, vgl. -Brot;= Makronen; 
Paste,-Plätzchen; Pudding;-Sauce;-Supxre; 
-Tafel ie. — Chöl (gr.): Galle, — als Bstw. 
(chem.): Ch.-Säure 2c.; Bestandtheile der Galle: 
ch.-saures Natron; choleinsaures Natron 2c. Hirzel Ch. 
169. -agögon, n., —; öga: galleabführendes 
(od. cholagögisches) Mittel. as, k. [8 21, 3, 
-adis]: die Gegend der Galle u. Leber; Därme. 
— Cholasm-a (gr.), n., -s; zen 18 24, 3, n., 
-tis]: Lähmung, Verrenkung. — Thol-e (gr.), 
f.; 0: Galle. -eehllis (gr.), f. [824, 3. uv.]: 
Gallenblase. ecpslitis, k.; 0: Gallenblasenent= 
zündung. -—Tdochus, m. I[§ 24, 2): Gallengang. 
Tein, u., —s; 0: Ch., Ch.= Säure (Cholin szure. 
Durdach 65), ein Bestandtheil der Gaile, s. Chol, 
vgl. Fellin. euchpsis, k.; 0: Gallenergseßung. 
Selith, m., —e); —+: Gallenstein. elithiaffs, 
f.; 0: Gallensteinkrankheit. -elogie, f.; 0: Lehre 
v. der Galle. -emesie, k.; 0: das Galle-Er- 
brechen. poesis, f.; 0: Galle-Erzeugung. 
ppra, f. [8 24, 11: Gallenfieber. era (Einige 
sprechen: kol rcr#.), f.; 0: Ch., Ch. Morbus, Gallen-, 
Brechruhr: Ihr franisch Ch. gestillt. filchart (DBibl. 
10, 3742890) 2c., — nam. die in diesem Jahrh. aus 
Indien über Europa verbreitete Seuche: Ch.--Exi- 
demie (vgl. Morderin); Ch.--Fälle; Ch.-Kranke; Das 
Ch.-Gist in den Ch.-Stuhlen sod. Ansleerungenj. 
Grenzb. 26, 1, 189; Ch.-Tücher, Art warmer Um- 
schlagetücher für Damen c. riher, m., —8; 
uv.; -rieus, m. [8 24, 2): ein Mensch v. chole- 
rischem Temperament. -erine, f.; —n: Brech- 
durchfall. -erisch, a.: gall-, heißblütig, jähzornig. 
Ch-es Temrerament (s. d.). esterin, u., —e)8; 
0: Gallenfett. Burdach 65, richtiger: Chole., 
Cbolo-stearin (s. Stearin). — Choliämb (gr.), 
e, m., -—m; —n: „Hinkjambe“, ein Vers aus 5 
Jamben mit nachfolgendem Trochäus (6——. s, 
9 Der Che scheint ein Vers für Kunstrichter 
die immerfort voll Naseweisheit mitsprechen 2c. Schlegel, 
auch: Choliämbus, m. I§ 21, 2), Skäzon, hir- 
Fanakleischer Vers K. — Tholin: f. Chelein. —
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        Cholix 
Chõlix (gr.), f.: Cholas. — Chol-ito (sran., 
tsch rc.), m., —s; —: in Chile, ein junger Cholo, 
den seine Eltern als Diener verkauft, s. pöppig Cb. 
1, 202. —o, m., —s; —: Cb—s er. Cbinos I#. d. J. 
Der erstere Name ist gleichbereutend mit dem Wort 
Mestizo (s. d.) der Peruaner, Mamaluco der 
Brasilier u. bez. das Predukt der direkten Vermischung 
der Weißen mit den Inrilanlsern 2c. 200: Jusld. 39, 
62 6b; Elobus 7, 294a; 29 5a 2c. — Cholochstis 
K. (gr.): s. Cbelec##s 2c. — Chol-öma (gr.), 
n., —#;s+a: -öfis, f. [8 24, 3, uv.): — Cte- 
lasma. — Cholöp (russ.), m., —+, —pen; —s, 
—#e#n: Knecht, Leikeigner, vgl.: Wie alle Unter- 
thanen .. des Zars Golopren, eklaven u. Leibeigne 
sich nennen .. müssen. Olrarius Reis. 100b = Wackern. 
4, 6834, vgl. 64% — Chol-orrhagke (gr.), f.; 
—(ehn; -orrhöe, f.; e)n: Gallen-Ergus,-Fluß. 
oste(a)rin, roste(a)tin, n.t, —e)s; 0: s. Cbele- 
sterin. oslealöma I§ 24, 3, n., tis]: Gallen- 
fettgeschwulst. — Choma sgr., § 24, 3, u., iisl: 
Erd-Aufschüttung,-Wall; Grabhügel. — TChomer 
(hebr.), m., —; uv.: ein Hohlmaß (s. Batd). 
Zunz (Hef. 45, 11 f.; 3. Mof. 27, 16 ꝛc.), bei Lutder 
Hömer ꝛc. — Chomũt: s. Chamut. — Chön-e 
(gr. ), f.; ai, -ä: Trichter. Weils Kost. 1, 874.— 
Chondr-akanthus (gr.), m. [824, 2): Knochen- 
sisch Ichthye#r#e#re), — Ggstz: Osteakänrbus, Knerrel- 
sisch. -in, m., —(e)5; 0: Knerpelleim. orele, 
f.; —: Knorpelbruch. -odit, m., -(e)s; : ein 
dem Chrysolith nah stehndes Mineral. Oken 1,219. 
Togen, n., —; 0: Knorpelgewebe. -ogenesis, f. 
[S 24, 3, uv.]: Knorvelbildung. graphik, 
Sologié, f.; —(eyn: Beschreibung, Lebre v. den 
Knorreln des Körpers. -fèm, n., -); —#; 
-öma (/S 24, 3, n., 4is]: Knorrelgewähs: 
Osteoid- (s. d.) Ch. -öfe, f.; —; öfis, f. 
[&amp;J 24, 3, uv.]): Verknorrlung. -osndéamus, 
m. [8 24, 2): Knorrelband. -otomie, f.; —(ehn: 
Anatomie der Knorpel. — Chön-ir (gr.), m., 
uv.; e, uv. I/§ 24, 3, -ieis]: Einen Cb., d. i. ein 
Maß v. 60 Unzen. w. 30, 335 ꝛc. — Chönta, f.; 
—: Wachspalme. Auslv. 39, 1235a (vgl. Cbente, 
Guiléelma speciösa. Ohen 3, 659), s. Ch.-Valme. — 
Choͤp (engl. isch ꝛc.), m., — ; —§: — Kettelette 
(s. d.). Mag. v. Auslv. 34, 63 6b 2c., z. B.: Mutten 
lmörten-, Hammel-] Ch—. fol Irl. 2, 65 rc. — 
Thöpoa (span. rsch-), f.; —s: Hütte od. Oberhütte 
res Schiffs (ogl. Kamragne 3). Globus 4, 306b. — 
Chopine (srz. schorin), f.; —: ein Flüssigkeits= 
maß (s. Feuillerte), — vgl. („in der neuesten Um- 
gangssprache“ in Frkr.): Choppe sschér'! — 
Schoppen Bier rc., s. Nodenberg Par. Bilr. 249 od. 
Chöpe, z. B.: Alles wanrte sich der Patti de la 
Chöpe [Wirthshaussängerin] Tberesa zu. Wachenhusen 
Era 89. — Choqu-ant, ieren: s. chek 2c. — 
I. Chör, m., —e)8; —e, —# : (in Afrifa) Unter 
Ch-s or. Gohrs versteht man diesenigen Flukbetten, die 
in der Regenzeit oft tiefe Ströme bilden, deren Wasser 
in der trocknen Zeit aber auf unbestimmte Tiefen versinkt. 
Na# 20, 596; Kein Wasser in den rersch. Ch. = Bet- 
ten. . Alle 3 Ch-e führen in der Regenzeit ihr Wasser 
Chor 211 
nach dem Atbara. Ausid. 33, 881; 1090a; 39, 631b; 
Koner Afr 6 2c. — II. Chor (gr., kör), m., n., 
e; Chöre; Chörchen, lein (s. Ss.): 1) Kreis, 
Reihe, zusammengehörige Schar: Das Ch. v. Sternen- 
slammen. G. 6. 212; Den fröbl. Ch., s der auf den 
Afen sich wiegt. Sch. 75a 2c.; Ein seliges Geister- 
Cb. G. 26, 317; Ven Lebechören (Scharen der 
Lebenden]J. 12, 309: Hatte sich das frische Menschen- 
Cber, Cb. der Neulinge rersammelt. 10, 274; 
In den Vögelchören. Lichiwer 131 2c. — 2) (. 1) 
nam. die reihbenbaft geordnete Schar, wie sie z. B. 
bei Festzugen sich bewegt u. aufüellt; eine solche 
Schar Tanzender, Singender ꝛc., zumal auf der 
Bübne 2c.: Das tanzente Cb. formiert ein Vallett. 
G. 8, 19 5 2c.; Die alte Tragêérie brauchte den Cb. als 
eine notbwendige Begleitung. Sch. 18 Sa cc.; Siänger- 
(I. 3; 5), Knaben-, Märchen-, Frauen-, 
Männer-, Dom-Cb. 2c.; Zween große Dankchöre. 
Ueh. 12, 31; 38; 6 Musickchöre. Hackländer Solt Kr. 
35; Der Sing-Cb. (s. 3), der nicht über 9 Personen 
stark sein darf. Zeluur 1, 386 2c. — 3) ein Mufksüück, 
worin dieselbe Stimme v. Mehrern gemeinsam ge- 
sungen wird, u.: die Sänger desselben (s. 2): Vier- 
stimmiger Ch.; Das Cb. verklingt. G. 2, 128; Als der 
Cb. noch foriklang. Sch. 50 2a 2c.; Devpel-Sb., aus 
2 im Vortrag alternierenden Tbheilen besiehnd rc. 
Zuw. auch nur: geordneter, vielstimmiger, harme- 
nischer Klang, Gesang. Freiligrath Vel. 2, 74 2c.; 
Klag' ist ein Miston im Ch-e der Spbären. Salis 10 
(val. Srbärenmunk); Wir bören die Zudelchöre der 
neugeborenen Sonnen. Eichendorf GschDr. 60; Ver- 
wirrte Lierer, v. Insektenckören gesungen. Junghutn 
66 2c. — 4) die Gesammtbeit der Instrumente 
gleicher Gattung in einem Orchester: Ch. der Steeich-, 
Blas-, Blech-Insrumente 2c. Auch die zu einer Taste 
gehörige Besaitung auf Klavierinfrmnenten, die 
eben, jenachdem eine Taste 1, 2 d. 3 gleichgestimmte 
Saiten anschlägt, ein-, 2-, 3-chörig beißt; ähnlich 
auf der Laute: Das dritte Ch. #Lenz Hefm. 114; ferner 
bei Orgeln lämmtliche zu einer Taste gehörenden 
Pfeifen der Orgelregister (Vfeifen-Cb.). — 5) ab- 
gesonderter erhöhter Ort für den Ch. (der Sänger, 
Muñker — od. der Priester), zumal in Kirchen im 
Egit des Schiffs; dann allgm. — Emporkirche, 
Emrore. 1. Kön. 6, 16; 5 u.; Im Empor.5b. 
Gutzkaw Z. 5, 10; Der Kirchen-Ch. bräche ein. Bl. 
1, 291 c. Vralt.: Zu Ch. treiben, zu Erfüllung 
seiner Pflicht zwingen, bewältigen 2c. — 6) (s. 5 
Cböre nennt man hier lan der Mosell die rerschiedenen 
mit Reben besetzten Siufen od. Terrassen eines Wein- 
bergs. Grude Geogr. 3, 249; Ein Steinhaus, dem ein 
Cbör'] rd. Eckiburm fast ein klöfterliches Ansehen giebt. 
Ausld. 38, 967a c. — 7) Als Bstw., nam. in Be- 
zug auf Sänger= u. Kirchen-Ch., z. B.: Cb.-Al- 
tar, Hochaltar:-Amt, Dienst, bei den Katboliken, 
ein Theil des Gesang= u. Gebetdiensts der Geist- 
lichen; -Bischof, s. Cboereriskorus; = Buch; 
.Dienst, „Amt; -Direktor od. . Dirigen:t, 
nam. v. Sängerchören; = Engel (abgebildet auf 
dem Kirchen-Ch., vgl. Posaunenengel 2c.); „ Fest, 
ausschließlich kirchliches Eestum chori); Frau, 
14“
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        212 Chorag 
Kanonissin); -Führer, z. B. nam. auf der gr. 
Bühnec. ;= Gehilfe, Diakon (Sch. 68b); -Geld, 
z. B. das die Ch.-Schüler ersingen od.: das die 
Ch.-Herren zur Seelenmesse geben 2c.;-Gemeine 
(w. 20, 45 = die Klosterlente rc.); - Geplärr 
(3. 708); -Gericht, nam. (schwir.), ein Ehr= u. 
Sittengericht, bestehnd aus dem Pfarrer u. einigen 
Ortsvorgesetzten;-Gesang, z. B. in den griech. 
Dramen; ferner in der Kirche 2e.;-Hemd, weißes 
Ubergewand der Geistlichen; -Herr, Kanonikus, 
Domherr c., „herrisch; Kappe, der Geistlichen; 
Kind (3. 106b), -Knabe, -Schüler 2c.; = Lied, 
vgl. -Gesang;-Mantel, z. B. der Ch.-Schüler; 
-mäßig (z. B. schreien. Lischart B. 8a); -Perso- 
nal; -Pult, der Sänger 2c.; „Rock, der Geist- 
lichen;-Sänger; „Schüler;= Stuhl; = Ton, 
woraus die Orgel gestimmt (Ggstz Kammerton) 2c. 
— Thorag (gr.): -t, m., —en, (—#); —en; Sus, 
m. [824, 21: s. Choreg 2c.: Urspr. bei den Griechen, 
der die Krsten des Chors Bestreitende; der Chor- 
führer; auch bildl. 3. 79a. Tisch, a.: auf den 
Choragen bezügl. 2c.: Einch—-es Denkmal. Nofs Ins. 
2, 99 c. — Choral (gr. —), m., (e)s; zäle: 
ein v. der gesammten Gemeinde zur Orgel gesung- 
nes Kirchenlied u.: die einfache Weise eines solchen: 
Fest-Ch. 3. 5a; Der hohe Welt-Ch. 79a (vgl. 
Sphärenmusik) 2c.; Ch.-Buch;-Gesang;-Melo- 
die; = Musik; Die gewöhnlichsten Ch.-Griffe lauf 
der Orgell. 3p. Wahrh. 1, 124. -ist, m., -en, —; 
—en: Leiter des Kirchenchors u. bes.: dazu gehöri- 
ger Schüler, vgl.: Als Choralis (Das, was 
anderswo Portant vd. Chorsänger heißt). Lophiens Reile 
1, 100. iter, adv.: choralmäßig. — Chöras, 
m., uv.; uv., -se: Art Pavian (Mandrill, Maimon, 
Mormon). — Chör-as (gr.), f. [8 24, 3, adis]: 
Skrophelkrankheit. — Chorasani (türk.), m., 
—6; —#: runder Wulstturban der Gesetzgelehrten. 
Hammer 10, 343.— Choraüle (gr., auch: K-2c.), 
m., —n z—n : Flötenbläser zum Chor; Singknabe 
in Stistskirchen 2c. — Chördad Sal, m.: bei den 
Parsen, das höchste Fest, Zoroaster's Geburtstag. 
— Chörd-a (gr.-lat.), f. 1824, 11: Chorde 
(s. d.). ale, f.; —m: Ch.: die zweien sich schneiden- 
den Kreisen gemeinsame Sehne; allgemeiner: jede Linie 
der gleichen Potenzen. I#menzel Math. Wört. 20 (vgl. 
vSwinden 246): Chordalpunkt, der Durch- 
schnittspunkt der Ch—n Zer Kreise. ebb. -apfus, 
m. I/§ 24, 21: Darmgicht. e (auch gespr. — u. 
geschrieben — Körde, s. d.), f.; —n: (eig.) Darm; 
danach: Darmsaite u. so (auch verallgemeint): 
Sehne des Bogens, auch zumal in der Math. 
(Kreis-Ch. ic.); Saite musikalischer Instrumente 
(auch verallgemeint für die orsch. Stimmregister); 
Schnur am Webstuhl; ausgespanntes Seil rc. 
omelödion, n., —#; —6: ein (wenig übliches) 
Saiteninstrument. -ometer, m., n., —; uv.: 
Chordenmesser, nam. Instrument, die Dicke von 
Darmsaiten, in Bezug auf Gleichmäßigk. u., zu 
messen u. zu prüfen. — Thor-a (gr.), f. [8 24, 
1|: Reigen, Tanz; auch (Arzu.): Ch. Sancti — 
Joannis od. Valentini od. Viti, Veitstanz. —, 
Thorizont 
eget: s. Chorag. egie, f.; —(eyn: Amt des 
Choragen: Die Ch. war die Besorgung des für eine 
theatralische Vorstellung od. für einen festl. Aufzug nöthi- 
gen Chors. Der zu dieser Liturgle [s. d.] Verpflichtete 
rc. KeiegK 1, 114; Ch-u für koklische Chöre. Weiss Kost. 
1, 795. kEgisch, a.: choragisch: Mehrere sog. ch-e 
Denkmäler. . . . Das des musischen Siegers. 829. 
jegrãph 2c.; s. Choreogr 2c. eisch, a.: trochäisch: 
Demch-en Tetramcter. D. 521b2c. -ende: s. Kurrende. 
-eogrãph, m., en, (—6); -en: ein der Choreo- 
graphie Kundiger, Ballettmeister ꝛe. -ographrk#, 
f.; —e)n: die Kunst, Tänze durch Zeichen zu be- 
schreiben, Ballette zu komponieren 2c. Westermann 
Mon. 3, 54 a; Sulzer 1, 473a, auch Cbore grapbie. 
472; Pücinger 21 1. -ckogräphisch, a.: auf Choreo- 
graphie, aufs Ballett bezügl.: Eine große ch-e Zu- 
kunft. Meißner N. 2, 160 sals Tänzerin); Ua##3#18, 
513 2c. -omanke, f.; 0: Tanzwuth (vgl. Taran- 
tismus). — Cyhorrpiskopus (gr.), m., uv.; se 
[8 24, 21: „Land-, ländlicher Bischof“ (bis zum 
9. Jahrh.), umgedeutet: Chor= Ispr.: kör-] Bischef 
#od. . Eriskopus.— Chor-Et, m., —en, (-6); -en: ein 
zum dramatischen Chor Gehöriger; Choreut. 
Rüstow gK. 96 2c.; weibl.: Choretide, f.; -n. 
G. 12, 174 ff. Dazu: Choretisch, s. choreutisch. 
us, m., uv.; -ken /§ 21, 21: ein Versfuß - 
Trochäus (s. d.), —. kütik, f.; 0: Tanzkunst. 
riülisch, a.: auf Choreutik bezüglich, vgl.: 
Größen chor e tischer Kunst. Uat3. 20, 187. -iamb, 
m., —en; —en: ein Asilbiger Versfuß, bestehend 
aus Chorens u. Jambus (—.——); auch: choriam-= 
bische Verse, Strorhen, Gedichte. -iämbisch, a.: 
aus Choriamben bestehnd od. sie als Grundlage 
enthaltend. -iämbur, m. [8 24, 21: Choriamb. 
— Chörig (k-), a.: Clöre habend, nam. in Zsst, 
s. Chor 4. — Chorik ((, k.; 0: das Auftreten 
u. Agieren des Bühnenchors: Daß das Theater ihnen 
lden gr. Dichtern] viel Konventionelles in der Cb. auf- 
drang. Rosenkranz Poes. Gsch. 186. — Chörilus 
(gr.), m., uv., —ses; uv., —se [8 21, 2): Name 
eines Poetasters, auch antonomastisch: Unfre Ch-se. 
w. HB. 2, 120; 211. — Chor-c(i)oĩdea (gr.), k. 
[8 24, 11: Cb. od. Tunicach., Aderhaut des Anges. 
(hoideitis, f. [8 24, 3, uv. ): Entzündung der 
Aderhaut. ion, n., —#: -len [8 24, 2, n.]: die 
Schalenhaut des Embryos. — Chöreisch (k rc.), 
a.: zum (Sing-)Chor gehörig, darauf bezüglich: 
Diech-e Virtuosität des Stern'schen [Gesang-] Vereins. 
Becl. Montagszeit. 6, 6; Diech-e Tragörie sworin ein 
Chor auftrittl. Uosenkranz Poes. Gsch. 191; 158 (s. 
Choros). ist, m., -en, (#): —en: (Bühnenspr.) 
zum Chor, nam. zum Singchor gehörige Person, 
weibl.: Cb-in. Dazu: Chb—-enhaft. Auerbach Tag. 
133. -ister (engl. kwirrister), m., —6; —#: Chor- 
sänger, Chorschüler. Koht Engl. 3, 44. — Thorizönt 
(gr.), m., -en, (—#); —en: (kritischer) „Senderer", 
z. B.: Daß kein sebr scharfsichtiger Ch-e dazu gebört 
l. Goethe's u. Schiller's Kenien zu sondernl. Cervinus 
Gsch. d. Dicht. 5, 152; Ch—en, welche die kfur die 
alcrandrin. Bibliothek]! angekauften Schriften prufen u. 
die untergeschobenen u. verfälschten v. den echten abson-
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        Choro 
dern mußten. DMus. 17, 1, 357 rc.; nam. auch in 
Bezug auf die Werke Homer's, s. Wiedosch Od. 1, 10. 
— Chöro (span., tsch rc.), m.p, —5; —#: Art Mies- 
muschel. pöppig Ch. 1, 306 ff. — Thoroäna, k.; 
—8: s. karavanenhaft. — Chyhoröbatus (gr.), m., 
uv.; uv.: Wasser-, Nivellierwage. — Choro-die 
(gr.), f.; —eyn: Chorgesang. did skalos, m., 
uv.; -didaskaloi: Der Dichter, der anfingl. auch als 
Ch. den Cbor einzuüben hatte. Rosenkranz Poes. Gsch. 
184, anch: Ddid scalus, m. [8 24, 21. — 
Chorogräph (gr.), m., —-en; -en: Einer, der sich 
mit der Ortsbeschreibung einer größern Gegend, 
Landschaft rc. beschäftigt (vgl. Torograph). Dazu: 
Ch—ie, f. Ross Ins. 2, 52; Die ch-ischen Verhält- 
nisse festzustellen. Mag. d. Ausld. 36, 47 1b 2c. — 
Choroĩd 2c.: s. Choriold c. — Chor-ollth 
(gr.), m., —en, —s; en, —e: „Landschaftsstein“, 
vgl. Achat. — ometer, m., —; uv.: Landschafts- 
Vermesser. Dazu: Choromstre iè, f.; eisch, a. 
Son, u., -8; : s. Chorus 2. Jophnlaktié (ngr.), 
f.; — (emn: Ortswache. westermann Mon. 3, 306b. 
— Chöros (gr.), m.: s. Chorus: Die dorische Lyrik 
ging v. der Volksgemeinde aus, welche ihren öffentlichen 
Tanz (Ch.) mit Gesang begleitete. Sie kann daher auch 
die chorische od. orchestische genannt werden. Uosen- 
Kranz Pocs. Gsch. 158 2c. — Thoörus (gr., k 2c.), 
m., uv.; uv. [8 24, 2): 1) Cher (s. d. I1), 
z. B.: Jener Ch. dort (jene Schar]. . . Die Lamien 
sind's. G. 12, 112; Hörten wir geübte Stimmen Ch. 
singen. 11, 90; 92; Litaneien, wobei . sie Ch. machen 
leinstimmen] müssen. w. 11, 170; Er hat also Ch. 
gemacht mit der Sitte des Landes. Monaibl. 2, 584b rc. 
— 2) Ch., Choron, n.: ein mittelalterl. Tonwerk- 
zeug, s. Weiss Kost. 2, 818 ꝛc. — Chosäin: s. 
Choasain. — Chose (frz. schöf), f.; —s, —#: Sache, 
Ding 2c.: In solchen „Schosen“. 5. 230 2c.; Ch-n- 
[Spaß-] Macher 2c.; Und was der Geckchosen mehr 
sind. Simplicissimus 4, 46 321, Geckereien, Narrheiten. 
— Thölba (ar.), f.; —s: Die Ch., das Gebet für 
den obersten Herischer der Gläubigen. Schad 2, 178 rc.; 
auch: Chutbe. Hammer 10, 343 rc. (s. Chatib), vgl.: 
Chotbe = Verlobung (bei den Melchiten, in Da- 
maskus rc.). Ptietmann Or. 1, 117. — Chöti bar- 
sat, k.: Die Ch. b. od. die kleine Regenzeit (in Indienl. 
Ausld. 38, 757a. — Chou, m., —#; —: eine kleine 
chin. Münze. — Chou-an: 1) s. Chruan. — 2) 
(frz. schuüäng) m., —; —s: Anhänger der Bourbons 
im westl. Frankreich (in der ersten frz. Revolution). 
annerik, f.; —(e)n: eine Gesammtheit Chouans. 
— Chouette (frz., schu-), f.; —3, —n: Kängchen, 
Nachtvogel, auch als Bez. für liederliche Weibs- 
bilder. # Kohl Par. 1, 7. — Thous (gr. chus), m., 
uv.; Choen: Schörfgefäß, Kanne 2c. Guhl 1, 162. 
— Chöw: 1) (hebr.) m., —#; —s: Schuld, s. 
Staar Ch. — 2) (engl. tschan) m., —s; —s: Ch. 
(Chouw, Cowl), Name v. Gewichten für Perlen 
u. edle Metalle im engl. Ostindien, s. Enchkl. f. 
Kaufl. 2360. 
Chräschisch (russ.), m., uv.; 0; beffre Pack- 
leinwand (wie Derzuga, schlechtre). Eneyhl. f. Koufl. 
618b. — Chremato-logfe (gr.), f.; —(eyn: Lehre 
Chrift 213 
vom Geld. -nomsc, f.; —eyn: Lehre v. Anwen- 
dung des Gelds. pöleé, f.; —(ehn: Gelderwerb. 
— Thresem, m., —s; 0: Chrisam: Von dem 
Cbrisma od. Ch. rc. Cuithet 7, 95; 8, la, vgl.: Kresam. 
DBiblioih. 8, 17 11523. — TChresmolog (gr.), m., 
—en, (—#); —en: Wahrsager. -i, f.; eyn: Wahr- 
sagung. — Threstomälh-ice (gr.-lat., — bei 
Einigen: kr. 2r.), adv.; nach Art einer Chresto- 
mathie. —. 10b ic. = „ f.; —-eyn: Buch, nam. 
Schulbuch, das eine Auswahl, Mustersammlung 
enthält. — Thriée (gr.), f.; —Xeyn: Sentenz — 
u.: ein Schulaufsatz über eine Sentenz nach einem 
best. Schema: Arhthonianische (s. d.) Ch.; Ch-n- 
Formel. Herrig 43, 429 2c.; Schul-Ch. 2c. — 
Chr--iĩsam (gr., auch: kr. 2c.), m., n., —8; 0;: 
Salb-, Weihöl der kathol. Kirche, vgl.: Chri- 
samen, tr.: mit Ch. weihen. Fischart Bien. 17az; 
Gekrisamet. Garg. 113a; Sich ver krisamen. 
146a; Chrisamseren. Derf. (Diblioth. 9, 248); 
Chrisemtieren. Slelkönig 349 2c. -isis, f.; 0: 
Salbung mit Chrisam. -isma, n., —; 0: Chri- 
sam. ismale, n., —s; —8 s8 24, 3. u., Alis; 
Mz. ãlia]: ein Tuch, das bei der Chrismation 
dient 2c. -ismaärium, ismatärium, nu., —S; 
ärlen [824, 2, n.): Amvulle (s. d.) fürs Chrisma. 
ismatiön, f.; -en: Chrifis. -ismatörium, n., 
—s; ken [8 24, 2. n.): Chrismarium. Weiss Kost. 
2, 771. — Christ (gr., ke 2c.): 1) m., —e)8; 
(—e): im Allgm. durch die Form mit lat. Endung 
Christus (s. d.) verdrängt, im Gr. dem bebr. Mes- 
sias (s. d.) entsprechend, d. h. der Gesalbte, der 
Heiland, vgl. (s. 2): In deutscher Sprache begreift 
das Wort Ch. Beires, den HERRN selbst .. . u. auch 
Den, so an den HErren Ch. gläubet. Lu#her 8, 22 6a 2c.; 
Ap. 9, 22; Gebiete, Vetter, du bist] mein einziger 
Gott, mein Heiland, mein Ch. Thom. 3, 236; Um Zesus 
Ch. 264; 1, 118; Cb. ist erstanren. G. 11, 32; In 
der Liebe zum Ch. (Helene brauchte diese frz. Wendung). 
Gutzkow N. 1, 25; Müner 2, 129; Sich fromm be- 
kreuzend vor dem Ch-e. Sch. 68b 2c. Allgm. Ubl.: 
Der heilige Ch. — Weihnachten, das Fest der Ge- 
burt Christi, u. nam. Weihnachtsbescherung, wie 
das Ch.-Kind (s. 4a) als der Bescherende, s. S##. 
— 2) m., -en; en: Bekenner der christl. Religion 
(weibl.: Ch-in): Wie man v. Ch. [1|nicht Christianer 
[s. d.) gemacht hat, sendern Ch—-en, wegen der innigen. 
Vereinigung, welche die Glieder mit ihrem Haupt haben 
oder haben sollen. k. (Guhrouer Less. 1, 249); Ein katho- 
lischer, protestantischer, reformierter Ch. 2c.; Ein wun- 
derlicher Ch. lHeiliger, Kauz) 2c. Vralt., auch im 
Nom.: Christen u. als Ew., z. B.: Unter christenem 
schristlichem od. Ch—en-] Volk. Zwingli 2, 28 2c. — 
3) Zsstzg., nam. zu 2, z. B.: After-Ch., falscher 
(od. Pseude-) Ch. [1; 21; Alt-Ch-en. Heine Rem. 
105 rsc. [Ggstz: Neu-, Juden-Ch-en); w. 36, 92 rc. 
lCh-—en, wie sie in der alten apostolischen Zeit 
waren]; Ende-Cb. I11, s. Antichrist; Gallen-Ch. 
f. 1, 17 ldessen Frömmigk. in einem weltfeindl., 
galligen Wesen besteht); Gegen-Ch., s. Wider-Ch.; 
Heiden-Ch., ein zum Christenthum bekehrter 
Heide, nam. in der Apostelzeit im Ggstz zu den
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        214 Christ 
Juden-Ch-—en (s. Ebionit); Heuchel-Ch-en, die das 
Evangelium nur im Maule haben (Luther 6, 52b) — 
Maul-= (Schuppius 641 ic.), Namen-Ch—en; Mit- 
(G. 26, 227), Neben-(215) Ch-en, vgl.-Menschen; 
Neu-Ch-en, s. Maranen; Diese dumpfen Pfaffen- 
Ch-en (C. 8, 370); Reglerungs= od. Reis-Chen, 
Spottname der in Indien zum Christenthum Bekehrten. 
Westermann Mon. 3, 528b; Uber-Ch-en, mit äußer- 
licher, übertriebener Frömmigk., Frömmler. 3p. 
Wahrh. 1, 11; Fvoß 3P. 71 (Hper-Ch-en. 70); 
Un-Ch., Nicht-Ch. Cuihtt 6, 231b rdc., gw. mit 
tadelndem Nbausinn, z. B. (vgl. Unmensch): Einer, 
der den Namen Ch. nicht verdient — od.: ein 
Feind, Gegner des Christenthums, z. B.: Da ich 
kein Wider-Ch., kein Un-Ch., aber doch ein decidierter 
Nicht-Ch. bin. G. Lav. 144; Ur-Chlen, aus (od. 
wie aus) der Urzeit; Wider-Ch., Gegner Christi 
111 u. des Christenthums I2), — vgl. Anti= und 
Un-Ch. —: I. Joh. 2, 18; 4, 3: G. 11, 257 2c., 
vgl.: Widerchrister u. Widerkircher. Luther 6, 323a 
ff. Feinde, Gegner des Christenthums u. der Kirche 
2c. — 4) als Bstw.: a) uv., nam. zu 1, z. B. 
(s. bes. Burschky Kanzl. — vralt.): Ch.= [Weih- 
nachts-] Abend; Ch.-adeligem Gebrauch nach 
ldem der Christen von Adell. Jurschky Kanzl. 
907; Ch.= [Weibnachts-) Apfel; Ch.-Auge, 
eine Pflanze, Inula öculus Christi; Cb.= 
[Weihnachts-) Baum. kreiligrahh SW. 6, 311; 
Ch.= [Weihnachts-; Bescherung; Ch.-Birne; 
Ch.-Dorn, Rhämnus spina Christi; Diech-ehe 
liche Liebe (vralt.). Juischhy Kanzl. 911; Ch.= 
[Weihnachts-] Fest; Ch.-förmig (voralt.), christ- 
lich, dem Christenthum gemäß. kLuther 1, 4 4 2c.; 
Ch.-fürstlich (Buischty Kanzl. 796), „gebräuchlich 
(595), -gebührllch (592), „gefällig (597) tc.; 
Ch.-Gemeinden (s. b). S. 6, 106; Ch.-[Weih- 
nachts-] Geschenk. 14, 130; Ch.= lauf Christus 
getauft. Fischart Garg. 108b; Ch.-Fläubin. Lulher 
3, 92 ff.; Händchen, Pfl., z. B. Satpfrium ni- 
grum 2c.; Ch.-Kind, Christus als Kind, — bes. 
zu Weihnachten, als das bescherende u.: die Weih- 
nachtsbescherung; Ch.-löblich. Butschhy Kanzl. 526; 
Ch.= [Weihnachts-] Markt; -Messe, „Mette; 
Ch.-milde. k. 10, 19 (mit christl. Milde); Ch.= 
[Weihnachts-] Monat, December; Ch.-müthig. 
Limplicissmus 1, 483; Ch.-[Weihnachts-] Nacht; 
Ch. = rühmlich. Bulschkty Kanzl. 591; Ch. selig. 
843; Ch.= [Weihnachts-] Stolle; Ch.= [Weih- 
nachts-, Tag; Ch.-kreulich. Zulchky Kanzl. 799; 
Ch. = Vogel, Kreuzschnabel; Ch.-Wurz, Hells- 
borus niger 2c. — b) nam. zu 2 (vgl. als Bstw.: 
Menschen.), z. B.: Ch—-en-Blut;z-Bund;= Dame 
(I. 2, 315); = Dirne (333); FFeind; -Fran; 
Gemeine (Schlegel Gd. 1, 197), -Gemecinde 
(s. a);= Glaube; „Glied (fu#### 6, 201, Glied 
der Christenheit); „Herz; Hund ((reiligralh 1, 
77 2c., als Schimpfw., im Namen der Muhame- 
dauer, s. Kelbr);-Kind, = Knabe; -Laud (B. 4 Ja); 
Lauf (G. 17, 140, Lebenslauf eines Ch-en 2c.); 
Lehre;-Lehrer: -Leute; Liebe;-Märchen; 
Mann; „Mensch (z. B. auch: Kein Ch-en-Mensch 
Chrisllich 
— Niemand, aͤhnlich: keine Ch-en-Seele); = Name; 
.Noth; -Pflicht; -Pilger; -Schwerr; 
Seeles. o.:-Mensch); Sinn;-Sklave;-Tod; 
--Tugend; -Verfolgung; -Volk (auch — 
Ch-en-Lente);-Weib; -Werkic. o s. Chrins. 
elel, f.; —en: christelnde Außrung. Kundgebung. 
Gutzkow R. 3, 281 rdc., vgl.: Ihre Schrift mit 
Christerelen zu staffieren. Geroinus Lit. 5, 599 2c. 
eln, intr. (haben): in tadelndem Sinn, an un- 
gehöriger Stelle einen s. g. christlichen Standpunkt 
einnehmen u. danach hinarbeiten; christliches We- 
sen zur Schau tragen, christenthümeln (s. Ss.). G. 
32, 215; Gutkow R. 2, 322; Plalen 4, 247 r2c.; in 
Zsstzg. auch tr., z. B.: Einen herabcch., vomchrisil. 
Standpunkt aus herabzerren. Zelter 5, 417 1c.; 
Wie man mit Krenzen in Rom Obelisken sinnig ver- 
christelt. Mauwerk Diz. Art. 43:c. „en: 1) s. Christ 2. 
— 2) tr.: in Zsstzgn, z. B. (s. Ss.): Encch., 
dem Christenthum entfremden, davon entfernen 
(vgl. entmenschen). Dogt Köhl. 103; 120; Umcch., 
ins Christliche umgestalten 2c. Herrig 24. 142 2c. 
Senheit, f.; O: die Gesammtheit der Christen; 
auch zuw.: der Wohnsitz derselben im Ggstz der 
heidnischen Länder 2c. Schwab V. 1, 187 rc.; ferner 
— Christenthum. Uooalis 1, 207. -enlich, a.: s. 
christlich. -enthum, n., —e)s; 0: ter christl. 
Glaube, christl. Religson, s. nam. Guhrauer Lef. 2, 
207; Jahn Merk. 16 re., auch: Ein wenig Ch. IUn- 
terricht in der christl. Religien] u. Lesen. v. 1, 
110 (spöttelud, verkl.): Ein evangelisches Christen- 
thümchen unter jürischer Firma. Hetine 19, 12 2c. 
Isstzg. z. B. (vgl. Ehrist 3): Ein After-Ch.; Das 
Maul-Chb. Sulling 1, 6; Das angebl. Ur-Ch. 
Eichendorff Gsch Dr. 80; Mag. d. Ausld. 36, 463b rc.; 
Alle Völker des Vor-Ch—s. IHahn Per. 1, 161 kder 
vor-christl. Zeit). (engthümelsl, f.; —en: Chri- 
stelei. -(en)thümeln, intr. (haben): christeln. 
Tenlhümlich, a.: dem Christenthum gemäß: 
Muster der Ch-keit. Heint Lut. 2, 5 2c. -er: s. 
Wirerchrist. -ere#, s.; —en: s. Christelei. iäner, 
m., —é; uv.: Anhänger Christi, — Name für die 
Christen (s. Christ 2) bes. der ersten Jahrh. im 
Munde der Heiden. w. 16, 215; 30, 36 2c. 
Zianisaliön, f.; —en: Christianisierung. -iani- 
[ieren, tr.: zum Christenthum bekehren, christlich 
machen: Die Christianisierung der Wendenländer. Mag. d. 
Ausld. 34, 449b; Verwildert u. en tchristianisiert. Mat. 
21, 405 2c. -fianiomus, m., uv.: 01824, 2): Chri- 
stenthum. ianus, a.; m. I§8 21, 21: Christ 
(s. d. 2) christlich, im Superl.: Christianifs- 
simus, der Allerchristlichste, als Titel der Könige 
von Frankreich. ino (span.), m., —: —: An- 
hänger Christinens, als Parteiname, Gigstz: Karlist. 
isch, n.: (vralt.) Christo anhängend. 1. Kor. 1, 
12 ꝛe. (s. Ss.), heute gw. nur in ladelnden Zsstzg. 
z. B.: Aftercch. v. 1, 120; Widversch. Cuiher 
6, 83b dc. (vralt.: endec-ch. 1, 120b, s. auti · ch. ). 
lich (vralt.: christenlich), a.: (s. S#.) v. Christus 
überliefert u. gelehrt; seinen Lebren gemäß; ihn 
bekennend 2c.; dem Wesen eines Christen gemäß, 
was u. wie es einem Christen zukommt .; 20 Pre-
        <pb n="231" />
        Christlichen 
cent nimmt der aller-ch-ste [billigst denkende] Zude. 
5. 1, 48 ie.; Der Aller-Chste (s. Christianus). G. 
29, 9; w. 36, 7 rc. u. z. B.: Jener Karl der Neunte, 
auch er, ein Aller-Ch—ster! freiligrath SW. 6, 205 re. 
Isstzg. z. B.: Die HSistoriker des Sten nach-ch-en 
Sahrhunderts lnach Christi Geburtl. Stahr Kleop. 
2714; Den Mann, den noch jetzt viele unsch-e u. über- 
ch—e Christen svgl. Uberchrist! als Heiligen zu verehren 
vorgeben. HVoß P. 90; Diesech-en ssich zum Chri- 
stenthum bekennenden] Juren fordern so un-ch. lun- 
billigl. Sorster Br. 1, 495 ac.; In den vorcch-en 
Zeiten 2c. lichen, tr.: christlich machen: Zenes 
heirnische Mysterion gechristlicht. V. Ant. 1, 151 re.; 
Entcch., s. entchristen; Zauberlieder, ursprünglich heir- 
nisch, später v. der Kirche verchristlicht. Cumäller 
Herbst 1, 106; König 15, 107; DAus. 1, 2, 589 2c. 
lichheit, f.; 0: das Christlichsein; christliches 
Wesen. ms (engl. krismas), n., uv.; 0: Weih- 
nachtsfest: Ch.-day lrel, -Tag. Grube Ch. 1, 143; 
Ein Weibnachtsbesuch, ein Ch.-sport. Nat 3. 21, 279. 
Sokratik, f.; Oichristl. Kirchenherrschaft. -olatrisc, 
f.; 0: Christusverehrung. ologie, f.; —eyn: 
Christus-, Messiaslehre. -ophanie, f.; —(e)n: 
Erscheinung Christi. -ophlet, m., —##; —5: Art 
Likör. -öphorus, m.: „Christlusöträger", Name 
eines Heiligen (s. Cuiher 6, 44 8b), verkürzt: Chri= 
stoph, dazu: Stoffel 2c. —8 (gr., mit Ch — nicht 
K — als Anlant), m.: Christus, in der gr. Kirche, 
z. B. Ch. anesti (Christ ist erstanden). CRobert 1, 45. 
—us, m., uv., —ses; uv., —seS 24, 21: s. Christ 1: 
Ch-i Blut; Ch= nachfolgen; Ch-um verleugnen; Ch-e 
eleison! (s. d.), danach auch: Chec, als zweiter 
Theil einer Messe; Falsche Ch-i (Ch., Eß]. Matth. 
24, 24 2c.; Läcrrmee (s. d.) Ch-i; Ante od. pöst. 
Ch—um (nätum), vor od. nach Ch-i Geburt 2c.; Vor- 
Eb. [Vorläufer Ch-il. 5. 16, 157 2c.; Ch.-Bild; 
Kopf; Hinkniet ich vor dem Ch.-Kinde. Sch. 66b; Ch.= 
(od. Hiobs-, s. d.) Thräne, Thränengras. 
Throagenesi# f. eyn: G. 27, 217; 37, 323, 
s. Cbroogenesie. — Chröm (gr.), n., -(e)s; 0: 
(Chem.) Ch.-, Ch.-Metall, ein gw. nur in seinen 
zumal „für die Färberei“ wichtigen Sauerstoff- 
verbindungen vorkommendes Metall, s. Karmorsch 
1, 439 ff.; WMitscherlich 2, 2, 431 ff. 2c. Dazu z. B. 
(als Farben): Ch.-Gelb (u. Orange), ch.= saures 
Bleioryd; Ch.-Grün, als Wasserfarbe: ein Ge- 
menge v. Ch.-Gelb u. Berlinerblau (s. g. grüner 
Zinnober): in der Porcellanmalerei: Ch.-Oryd; 
Ch.Roth, basisch ch.-saures Bleioryd 2c.; ferner 
z. B.: Ch.-Chlorid; -Eisenstein; Ocker; 
Oxyd; = Präparate; = Säure; aure Salze 
2c.; ferner z. B.: Eisen-; Phosphor-; Schwe- 
fel-Ch. 2c. -agenesic: s. Chroogenesie. -at, n., 
—(eys; -#e: chremsaures Salz. ätik, f.; —en: 
Farbenlehre. G. 27, 58; 367; 38, 7 2c.; (Mal.) 
Farbenmischung 2c. ätisch, a.: 1) farbig; auf 
Chromatik bezüglich: Ch—e Polarisation. 3 üler 
Ph. 1, 841; Der Erfinder der 10ch-en Zirkel. Koden- 
berg Par B. 281 2c. (vgl. achromatisch). — 2) (Mus.) 
nach halben Tönen fortschreitend, z. B.: Che Ton- 
leiter. #müler Ph. 1, 405, s. Sulzer 1, 473 ff. (val. 
Chronicon 
215 
KRousstau Diel. d. Mus. 117 u. Koloratur c.). Jatis- 
mus, m., uv.; ismen: die Färbung, das Gefärbt- 
sein. -aloa#ccôördeon, n., —; ea (§ 24, 2, n. J: 
Lehre, Lehrbuch v. dem Zusammenstimmen der 
Farben, z. B.: Ch. v. B. Abams 2c. Bozar 14, 99c. 
atogenes ik, f.: s. Chroegenesie. alologle, f.; 
—(eyn: Farbenlehre. alophör, m., -en; -en: 
bei den Menschenrassen die den Farbstoff entbal- 
tenden Zellen: Bei den weißen Nationen fehlen die 
Farbenzellen od. Ch-en zwar nicht ganz. Zurmeister Gsch. 
571. alopseudoblepfis, f.; —eyn: das Falsch- 
sehen in Betreff der Farben, als Gesichtsmangel 
(ogl. Akganoblexsie). atotéchnik, f.; Sen: tech- 
nische Färberei. -atotröp, m., —en; -en: „Far- 
benwandler“, eine Vorrichtung aus 2 überein- 
anderliegenden, mit Figuren bemalten, rotierenden 
Glasplatten, die beleuchtet auf einer weißen Fläche 
farbenwandelnde Bilder zeigen. Uat 3.# 19, 449 2c. 
atolppik, f.; Aeyn: Farbendruck. -ren, tr.: 
mit Chrom präparieren 2c. (val. jodieren): Anwen- 
dung eines lichtempfindlichen chromierten Papiers. Net3. 
21, 47 2c. -ium, n..—s: 0: Chrom. ofaksimile, 
n., —#; —: farbiges Faksimile. Verl. Mont3. 9, 9. 
Lolithographke, f.; —(eyn: farbige Lithographie, 
s. d., auch für die Fortbild.; Chromelitbo- 
gräph, m.; »ĩẽren, tr.; isch, a. 2c. Jopho- 
tographte, f. —(ehn: farbige Photographie (s. d.). 
opsie, f.; —eyn: Cbrupsie (s. d.). -oskõp, n., 
—#e)s; S-e: f. Kolorimeter. -urgiẽ, f.; eyn: 
Chromatotechnif 2c. — Chrön-icität (ulat. kr 2c.), 
f.; 0: das Chronische einer Krankheit 2c. Kag. d. 
Ausld. 34, 330b 2c. de: s. Kronide. ik (gr., 
auch —, s. Chronique, vgl. Musik 2c.), f.; -en: 
Geschichtsbuch, das die Begebenheiten der Zeitfolge 
nach her erzählt (s. d. Folg., vgl. Annalen): 
Schweizer Cb. .. durch Zoh. Stumpf 2c. (vralt., orkl.: 
Das Krönicklin. Luther 6, 332b); Eine Ch. ist es, 
Tag vor Tag, nicht ein Erzähl am Frühstück. V. 
Sb. 1, 96 2c.; Übrtr. auf Pers.: [Die Schauspieler] 
sind der Spiegel u. die abgekürzte Ch. des Zeitalters. 
Schlegel Haml. 2, 2; Bei einem alten Schäfer, der Ch. 
der Gegend. Heinse A. 1, 139 2c. Als Bstw.: Voll 
Chb.-Wahrheit. 25 re.; Die Benutzung treuherziger 
Ch—-en= Ansdrücke. G. 21, 44; Mit historischen Bon- 
mots u. Ch—-en-Märchen. 32, 84; Mit ch.-mä- 
ßiger Genanigkeit. Bosenkranz Psch. 60; Cb-en- 
Schreiber 2e.; Die Ch. der Truchsesse v. Walrburg 
..., eine lebrreiche, freimüthige Haus-Ch. IvMuũller 
7, 354; Die Lokal-Ch-en. DAus. 17, 2, 37; 
Marmor= (s. d.) Cb.; Schand-, Skandal--Ch., 
Schanngeschichten enthaltend ꝛe. -iha, f.; -ilen: 
Chronik (s. d. u. Chronieon): Die Bibel enthält 
2 Bücher der Ch.; In der Ch. von Salomo. 1. Kön. 
11, 11; Esth. 6, 1; In den Cbroniken deiner Väter. 
Esr. 4, 15 2c.; Die Schand-Ch. des menschl. Ge- 
schlechtes. f. 3, 194. -ihaont, m., -en, —; en: 
Chroniquenr. Wochenhusen Ev. 39. Likenhaft 
□———), a.: in der Art von Chroniken: Dieses 
ch-e Buch. Wachenhusen Zig. 78 2c. Siker, m., —S; 
uv.: Chronik-, Geschichtsschreiber. Sch. Göd. 1, 
222. -icon, n., —; -zica [§ 24, 2, n.]: Chro-
        <pb n="232" />
        216 Chronicon 
nik: Ch. IIelvẽticum von TCschudi 2c. -ĩon: s. 
Kronion. Cicue (franz. kronik), f.; —s: Chro- 
nuik: Die Ch. scandaleuse stangdalss 1, Schand- 
chronik 2c.; Etwas, das die Ch. Tavance ldawängß' 
die vorans berechnende od. ahnende] Ch. nicht schon 
längst in ihren Spalten verzeichnet. Schüching N. N. 96; 
Ch. des ceil (s. d.) de beeuf. iqueur s-itörl, m., 
—8; —s, (—e): Chronist. wolhsz. 15, 263; Mit den 
r* der Journale. Wochenhusen Ev. 75 2c. Tisch, 
: zunächst von Krankheiten im Ggstz zu akut 
d. 1): sich lange hinschleppend, auch: Die trost- 
los unfruchtbare Nra der ch-en Revolutionen u. Pro- 
nunciamentos. Mag. d. Ausld. 36, 10 Sb 2c.; selten in 
untadelndem Sinn — stetig, dauernd: Erst mit der 
Entstehung des Buches tritt die Geschichte des menschl. 
Wissens in das Stadium einer ch-en Entwicklung. 
Nal. 22, 15. Tisl, m., —en, —;: —en: Chronik- 
schreiber. -odistichon, n.t, —; ichen [§ 24, 2, u.1: 
chronogrammatisches Distichon. -Sogrämm, n., 
* e: Inschiift. Vers, dessen Zahlbuchstaben 
(z. B. im Lat., Arab., Hebr. ½#8.) das Jahr des 
Ereignisses angeben, auch: Eteogramm, v. gr. Clos, 
Jahr (ar. Tarich). ogrammäkisch, a.: in Art 
eines Chronogramms, solches enthaltend. ogröph, 
m., —en; -en: Verfasser einer Chronographie. 
Cographts, f.; -eyn:ichronographisches Geschichts- 
werk. -ographisch, a.: nach der Zeitfolge geord- 
net (vgl. synchrenistisch). -olög, m., en, PWh% ; -en: 
Kenner der Chronologie. -ologĩe, f.; —(eyn: 
Wissenschaft v. der Zeitbestimmung geschichtlicher 
Ereignisse; solche Zeitbestimmung; Werk darüber. 
ologisch, a.: zur Chronologie gehoͤrig, der Zeit- 
folge nach geordnet 2c. ologist, m., —en, (—8); 
—en: Chronolog auch (engl., fronnöllorshit)), m., 
—6 : -6, s. Naval. F2omter, m., n.,8; Uv.: „Zeit- 
messer“, z. B.: Daß die Torfablagrungen nicht zu 
elnem Ch. benutzt werden könnten, um das Alter des 
jetigen Zustandes der Erdoberfläche zu bestimmen. 
DVicrictj. 48, 304 ic.; bes.: sehr genau gehende 
Uhren, z. B. auf Schiffen zur Best. der geogr. 
Länge (See-, bingenuhr); Ch. u. Time keepers. 
DVietitij. 2 3, 34 „c.; Man hat 2 Hauptarten: Taschen- 
Ch. u. Dosen-Ch. Bobeik volb .; ferner (Mus.): 
Instrument zur genauen Best. des Tempos (Metro- 
nom). omelrie, f.; -(e)n: Lehre, Lehrbuch von 
der (genauen) Zeitmessung, vgl.: Die Anwendung 
der botanischen u. zoologischen Kennzeichen auf die Be- 
stimmung des Alters der Felsmassen, die Chrono- 
métrik der Erdmassen. Humbotdl K. 1, 284. omé- 
trisch, a.: zur Chronometrie gehörig; durch Chro- 
nometer bestimmt. -ophor, m., —e)s; —e: Vor- 
richtung zur momentanen Telegraphierung der Zeit 
einer Normaluhr nach den versch. Nichtungen hin, 
s. Garitnt. 15, 351a. os: s. Kronos. ostoy, 
m., n., —(e)8; —e: Chronometer (. d.), z 
eine Vorrichtung zur Bestimmung sehr kon JWP“ 
räume: Das elektrische Ch. Pouilltt 2, 382 ff. Dazu: 
Ch-—ie, f.; ch-isch, a. -oͤstichon, n., —8; ichen 
(§ 24, 2, n.J: chronogrammatischer Vers, öteästi- 
chon. — Thro-ogenes'c (gr.), f.; —eyn: Farben- 
entstehung und Lehre, Lehrbuch davon, — auch 
Chthonisolherme 
bromalo)-#G Chroa-genesie rc. rognos e vologis, 
zä-(eyn: Farbenlehre. — Chrötta, f.; —: ein 
2 Tonwerkzeug. Weiss Koft. 2, 364 ff. 
Chruan (ar.), m., ; —: Khruans nennt man 
die religiösen Brüderschaften, welche neben der strengen 
Befolgung der Gesetze des Korans die Lehre eines be- 
rühmten Marabuts als die ihrige angenommen. Stobus 
6, 3 40b .; minder richtig: Khouan sspr. Chuanj]. 
341b. — Chrupfis (gr.), f.; —eyn: Die Arzie 
nennen Ch., wenn in thphischen Krankheiten, bes. der 
Angen, die Patienten an den Rändern der Bilder, wo 
Hell u. Dunkel an einander grenzen, farbige Umgebungen 
zu sehen versichern. G. 37, 53, auch: Chrupsia 
[§S 24, 11, Chromexsic. 
Chrps-alide (gr.), f.; —n: Schmetterlings- 
puppe (s. Aurelie); auch bildl. S. 12, 89; 26, 
22 2c. -änthemum, n., —: ma I§ 24, 2, n.1:: 
„Golrblume“, Pfl. elephantin, -elephäntisch, 
a.: aus Gold u. Elfenbein (s. chalkelexhantin, vgl. 
achrolitisch), auch: Die hölzernen Körper mit Elfenbein 
zu verzieren u. mit getriebnem Goldblech zu ũberdecken. .. 
Auf Grund dieser Wanrlung, deren Ergebnisse man 
Chryselephantinen benannte, ward es allmaählich 
Gebrauch, die Arme u. Fuße u. insbesondere auch den 
Kopf v. Stein herzustellen. Weiss Kost. 1, 918. Zippus, 
m. [8 24, 2): Eigenn.; ein zu den Buntlingen 
gehörender Schmetterling. Oken 5, 1402. Titis, 
f. [8 24, 3, uv.): Bleistein. Slobus 9, 27b. 
Soberöll, m., +e)6; —e: Art Edelstein, prisma- 
tischer Korund 2c. Prtchi 4, 531; 545. obulle, 
f.; —: goldne Bulle. Rofs Ins. 2, 135. Sochalh, 
m., —+; 0; guldgelbe Legierung aus (19 Theilen) 
Kupfer' u. (1 Th.) Zinn. Aarmarsch M. 1, 52. 
ograph, m., -en, (—#); Sen: Giner, der mit Gold 
schreibt, malt; az Ch—ie, f.; ch-isch, a. 
„oĩdĩn, u., -(e)s; 0: Schr ähnliche, wenn nicht die- 
selben beiden Farbstoffe lwie Orellim u. Birin] finden 
sich in den rothen Spargelbeeren, werden aber hier (der 
gelbe) Ch. u. (der rothe) Eoidin genannt. Karmarsch 2, 
782. Joköll, n., —; 0; -ohölla, f. [8 24, 11: 
(vralt.) Kupfersinter; Borar. oholléäton, n., 
—8; Eta: Die aus (in Gold gefaßten) Kamcen zusum- 
mengesetzten kostbaren Gefäßchen, die man „Cbrvso- 
kolläta" nannte. Weiss Kost. 1, 1287. Jokral 2c.: 
s. Plutokrat ꝛe. olllh, m., —(e)s, (—en); -e, 
(-en): Name v. Edrelsteinen, s. p#cn 4, 545; 
Die Allen haben Toxas den beutigen Ch. genannt u. 
umgekebhrt. DVi###ell. 10, 210; 208; Eisen-; Talk Ch. 
Oken 1, 217 ff. - omanié, f.; 0: GethnGir, 
-Wuth. -omele, f.; —m: Goldkäfer. -opöiẽ, f. 
0: Genmochtnn (s. Alchimie). -opras, m., 
—es; —e: apfelgriiner Chalcedon (s. d.). DVicritlj. 
10, 2077° 2c. -orhamnin, n., -(e)5; 0: eingelbes 
Pigment in den pers. Gelbbeeren. Karmorsch 2, 73. 
orin, - ol, u., #)8; 0; goldfarbne Metall-Le- 
gierungen. -ol##l, n., —;e: Serpentin-Asbest. 
Thlhön-isch (rr.), a.: der Crde angehörig, 
irdisch, unterirdisch: Diech—-en Gonheiten. Ccmonia 
7, 426 ic., auch: Chithöni= us; os. W. Luc. 5, 
172. Tifolherme, k. —n : Linie gleicher innerer
        <pb n="233" />
        Chubahra 
Erdwärme (Isogeotherme). Humboldt K. 1, 445 ff., 
vgl. 228. 
Chubähra (ar.), f.; —S: die arab. Trappe. 
Drehm Hab. 224. — Thubb (engl. Tschöbb);: s. 
Bramah. — Tyucchu (tschutschn), m.: (in Peru) 
Tertianfieber. Globus 7, 290b. — Thucho (span. 
tschütscha), f.; —#: (in Süramer.): Ch. die aus- 
gehöhlte Frucht der Crescéntia Cnjele, mit dem Samen 
der Cãnna indica gefullt u. mit einem Holzgriff ver- 
sehen. Mit ihrem lauten, helltönenden Gerassel bildet 
sie die beständige Begleitung des einco (s. d.). Grenzb. 
24, 1, 231 ꝛc. — Thuchoteric (srz. schüsch 2c.), k.; 
(n): Gestüster: In dieser traulichen Ch.-Minute. Bozar 
14, 79b. — Chudamiije (türk.), f.; —#: Diener- 
gebühr. Hammer 10, 343. — Thüdschre (türk.), 
n., —6; —#: Kabinett. — Chüfa (span. isch rc.), 
f.; —#s: Erdmandel. Slobus 4, Sb; 135a; 165b; 
s. Orgeade. — Chuff (ar.), n., —#; —s: kurzes 
Frauenstiefelchen. Weils Kost. 2, 262. — Thülan 
(tatar.), m., —s; —#: Frauengürtel. Kohl Sürr. 
1, 212; 271. — Chülchat (arab.), n., —; 
—6 : Beinspange. Weiss Kost. 2, 269. — Chülo 
(span. isch ꝛc.), m.p, —#; —s: bei Stiergefechten, 
die den Stier umschwärmenden Burschen (s. Ca- 
peador): Die Picadores voran, die Ch—s hinten nach 2c. 
Ausld. 39, 13b; Bastiano 311; Globus 4, 9 S8b; 102b; 
135b; 138a; Kager 2, 173 ff. ꝛc. — Chumbaͤra 
(türk.), f.; —s: (Kriegsk.) Granate. Schän, n., 
—8; —#: Zeughaus: Ch-a-Nasiri, Aufseher des 
Bombardierwesens. Hammer 10, 343. dschi, m., 
uv.; uv.: Bombardier. 702. — Chümmisch 
(hebr.), n., uv.; 0: die „fünf“ Bücher Mosis — 
Pentateuch (s. d., vgl. Chemsin). — Thuncho 
(tschüntscho), m., —s; —S: (in Peru) wilder In- 
dianer. Slobus 7, 290b. — Chunhari-Destar 
(türk.), m.p, —#; —: feinster Musselin. Hammer 10, 
313. — Chüno (span. tsch re.), m., — S; —: s. Cho- 
choca. — Chupa (span. rsch 2c.), f.; —: Kamisol, 
Suppe (s. d., vgl. Armilla). — Chüppe (hebr.), f.; 
—#: Traghimmel bei jüd. Trauungen. — Chur: s. 
Kur II 3. — Church (engl. tschörtsch), f.; Ses: 
Kirche (s. Chapel; High-Ch. rc.): Die streitende Kirche 
Ch. militant. Kohl Engl. 3, 64; Er sprach v. den 
Temrelgütern als Ch. Funds (fönds, Kirchen- 
gütern! . ., vom Brahmanismus als der Establisbed 
listäblisch'e, bestehnden 2c.) Ch.; von den Hütern u. 
Priestern der IJrole als Ch.-Warders l(uwärdörz, 
Kirchen-Wärtern, = Aufsehernl. Elobus 7, 23. — 
Chürka, f.; —#: Die rohe Shawlwolle (pushun) 
mit dem nationalen Spinnrade (Ch.) gesponnen. Jusld. 
38, 970a c. — Chürr-a (span. tsch 2c.), f.; 0: 
grobe span. Wolle. —o, m., —#; —6: grobwolliges 
Schaf, Ggitz Merino (l. d.). — Thürse (türk.), 
f.; —: Moschuskügelchen. Lammer 10, 343. — 
Churupäco (esch-), m., —s; —s: (in Peru) ein 
Nicht-Soldat. Globus 7, 363a. — TChüs (gr.), 
m., uv.; uv.: ein Gieß -, Trinkgeschirr. Wriss 
Kest. 1, 872. — Chuüt (ar.): die kleinpfötige Haus- 
katze (abess. Miur). Brehm Hab. 59. — Thütbe: s. 
Chotba. — Chütor (russ.), m., —s; —: Vorwerk, 
Meierei, — nam. Landhäuser mit Gartenanlage 
Cicisbee 217 
bei Odessa. Sohl Südr. 2, 236; 1, 116 (auch Hu- 
tor); Chuter. 273. 
Chbl-ifihatiön (gr.-lat.), f.; —en: die Er- 
zeugung des Chylus im Magen. ohlpsfis (gr.), 
f. /§ 24, 3, uv.]: der langsame Verlust des Chylus. 
ologiée, f.;—-(e)n: Lehre vom Chylus. ophörisch, 
a.: milchsaftführend. ophthärsis, k. 1824, 3, 
uv.): Verderbnis des Chylus. -opoẽsis, f. 1824, 
3, uv. ): Chylifikation. opobktisch, a.: Chylus 
erzengend, bildend. -orrhöa, f. [8 24, 11, 
orrhör, f.; —n: krankhafter Chylus-Erguß. 
öse, -õsis, f.; 0: Chylifikation. -othörar, m., 
uv.; 0: Crguß des Chylus in die Brusthöhle. 
urè, f.; 0: Abgang des Chylus mit dem Harn. 
Tus, m., uv.; 0/§8 24, 2): Milch-, Speisesaft 
im Magen. — Chöm-e (gr.), f.; —eyn: Che- 
mie (s. d. u. Alchymte ff.). w. 36, 10; 12. Dazu: 
Chymeisch (ebd.); eiker, #i#cus; eisterei 2c. 
isihat, n., —e)s: —e: Produkt der Chymifikation. 
Boch An. 814. ifihatiön, k.: —en: Chymuserzeu= 
gung im Magen. Torrhöe, k.; —: Ausfluß des 
Chymusaus Wunden des Dünndarms. -öse, öfis, 
t.; 0: Chymifikation. -us, m., uv.; 0I824, 21: 
Sxeisebrei um Magen. — Chßtr-a (gr.), k.; 
zen (§S 24, 1): Kochtopf. Suhl 1, 165. 
Ci (frz. ßi): hier (s. R 3). — Cia: s. Cha. 
— Ciarönne (it. tsch rc#.), k.; —n: s. Chacona. 
— Ciänea (it. tsch 2c.), k.; ze: Frauenzimmer 
aus der niedrigsten Volksklasse, aus dem Pöbel: 
Beinamen, an denen das Lerikon der liebenswürrigen 
Ciane der bélla Firénze nicht minder reichhaltig 
ist als das der poissardes oder der dames de 
la halle in der Stadt am Seinestrande. Bank Lit. Bild. 
1, 319 2c. — Ciäute, f.; — : Schönblübende C-n 
lin Spanienl. Globus 7, 26b. — Cibärsen (lat.), 
pl.: Eßwaaren, Nahrungsmittel. — Cibebe (ar.= 
it.), f.; —n: C., Zibebe, Art großer Rosinen. — 
Tiböri-um (gr.), n., —#; zen [8 24, 2, n.]: 
1) Art Trinkgefäß. weils Kost. 1, 1296. — 2) Ge- 
häuse für die geweihten Hostien: Das C. aus dem 
Tabernakel (s. d.) gehoben. König 15, 28; Gutzkow 
S. 3, 125 2c. — 3) (s. Se. 2, 17100) erkerartiger 
Ausbau, dazu niedrd.: Das (der) Zibürken. — 
Cicer-o (lat.): 1) m., S; -, öne, nen [824, 
3, önis]: ein berühmter Nedner u. Staatsmann 
im alten Rem (743 v. Chr.), auch antonomastisch: 
Die C-#nen. w. 36, 17; HB. 1. 61 2c. Dazu: 
Cicer-oniänisch, „önisch, von C. herrührend, 
in seiner Weise 2c. — 2) f.; —##: (Buchrr.) eine 
Schriftgattung (weil 1467 damit zuerst C.'s Briefe 
gerruckt wurden) v. 12 Punkten; Doppel-C., 
. 24 Punften. öne (it. tschihrsch 2c.), m., —s; 
—8, öni: nam. in Italien, Einer, der Fremde 
umherführt, ihnen Merkwürdigkeiten zu zeigen u. 
zu erklären: Im eschen Tone. Heine 2, 157. — 
Cichörke (lat., Einige spr. Cik-), f.; -—n; eine 
Pfl., Cichörium intybus, u. bes. ihre als Kaffe- 
furrogat benutzte Wurzel: C—-n-Kaffe; Trank 2c. 
— Cicisb-Tül (it. tschihtsch 2c., oft auch Cic rc.), 
n., -(e)s; -e: die Sitte der Cicisbeen, ihr Amt . 
Forster St. 1, 65. -f, m., —, —n; —n: Cicisbeo:
        <pb n="234" />
        Cicisbeo 
218 
Daß die Ehemänner Cin leiden. ebd.; Nimm dir einen 
C., um dich zu desennuyieren! Gollet 1, 34; Mit 
ihrem C. w. 11, 250; Zu ihrem Cen. 12, 32 tkc. 
Tko, m., —#; —8, e#i: nach ital. Sitte begünstigter 
Hausfreund und Liebhaber einer verheiratheten 
Frau ꝛc. (vgl. Cortefo; Congnieh). Lorster It. 1, 65; 
53p. Wahrh. 3, 389. — Cicvara (serb., ßiß-), l.; 
—8: Frischer Käse in Buiter gebraten, C. Glohus 5, 
102a. — Cid (arab.-span.), m., —#; —#, —e: 
„Fürst, Herr“ (vgl. Seire), besonders als Bei- 
name des span. Nationalhelren im 11. Sahrh.: 
Den Ruhm der Amadis u. Ce. w. 12, 157. — 
Eidaric, f.; uv.: s. Mitra. — Cider (frz.), m., 
—8; uv.: Obst-, nam. Apfelwein. Hamarsch 2, 
751; C. Essig. — Ci-devant (frz. bid’wäng), adr.: 
vor Diesem; gewesen, weiland (vgl. quondam; ex): 
Der elderly gentleman, den man in Frankreich den c. 
jeune homme lshön ömml] nennen würde. Zoller Renn. 
65, einen gewesenen jungen Mann; Dem C.-Kol- 
legen. Schtrt Bl. 3, 217; Jeden c. Duc (s. d.) u. 
Pair (s. d.). W. 31, 174 rc. u. (scherzh.) m., —S; 
—s: die durch die frz. Revolution ihrer Vorrechte 
Cntkleideten, die „Gewesenen“: Diese C-s# u. Emi- 
granten. Ha#mann Letzt. Tag. 6; W. 31, 161 2c. — 
Ciego (span.), m., —#; —#: ein Blinder, bes.: 
blinder Sänger. Giobus 4, 11b (vgl. Cöcität 2c.). 
— Cigana, f.; —s#: C— (die Fasanen des Amazenen- 
stroms). Ausld. 39, 139a; 1131à c. — Cigarr-e 
(span.), f.; —n: Rolle aus Tabacksblältern zum 
Rauchen, Glimmstengel: Meine Abend-C. Spielhagen 
Hammer 5, 180; Damen-C., klein, leicht u. zier- 
lich; Havanua-C.; Sod-C., aus jodhaltigem 
Taback, s. Ualur 11, 295a;z Kuba-C.; Papier- 
C., mit Reisstrohpapier als Deckblatt; Die nächtl. 
Promenade-C. ängezündet. Kosak Fed. 1, 16; 
Regie- (s. d.) C.; Stroh-C., s. Papier-C. u. 
Cigarette; Sultan-C., oben mit einem Loch rc.; 
ferner z. B.: C—-n-Arbeiter; -Asche;-Dreher (in), 
Macherlin); -Fabrik; -Fabrikant; JFabrika- 
tion; -asten, in dem man seinen Nauchverrath 
aufbewahrt, oft zierl. u. kostbar; = Kiste, worin 
die C-u zur Versendung kommen, gw. aus dem 
Holz von Cedrela; -Macher; = Spitze, das spitze 
Ende der C. — u.: ein der Pfeifenfpitze ähnl. 
Mundstück, in das man die zu rauchende C. steckt; 
Stumpf; „Tasche, in der man Cn mit sich 
trägt;-Wickler 2c. era, f.; —s: C-—8, Cigarren- 
dreherinnen. Bastiano 159. —Oo, m., —; —: Ci- 
garrenmacher. -elle, f.; -n: kleine Cigarre. 
Wachenhusen Zig. 2; Papier-C-. DMus. 15, 2, 173 
c., vgl.: C-en, Cigarritos er. Papelitos od. wie 
man sonst die mit klar geschnittenem Taback gefüllten 
kleinen Rollen v. chines. Papier od. Rcisstroh nennen 
will. Gartenl. 14, 6794; Eine Cigarita. 16, 87b; 
Die Cigarillen. Gersäcker WW. 51; Sie dampfen 
ihr „Cigareto“. Kohl Südr. 1, 81.— Cihäde (lat.), 
s.; -n: heuschreckenartige Insekten (Zirpen), bef.: 
Die Sing-C. (Cicäda), z. B. G. 2, 345; 11, 15; 
12, 173; W. 23, 278 dc.; Die Cicad a. H. (Cchter- 
meyer 257) 2c.; vgl. (s. Oken 5, 1584 ff.): Aster-; 
Blut-; Horn-; Rosen-; Ruster-; Schaum-; Sing-; 
Einesaktion 
Stirn-C. 2c.; auch v. Nachbildungen: Das geflechtene 
Scheitelhaar vermittels goldener Nadeln (C-) in einen 
Schopf zu vereinigen. Weiss Kost. 1, 127.— Eikätri- 
cans (lat.; fälschl. -sans) (§ 24, 3, u., äntis, 
Mz.: äntia): ein die Vernarbung beförderndes 
Mittel. tio (-satio), f. [8 24, 3, önisl; 
ration, (-salion) f.; —en: Vernarbung. — 
Cicũt-a (lat.), f. [8 24, 11: Schierling (ver- 
wandt: Cöninm). In, n., -(e)s; 0: der Gifst- 
stoff im Schierling, auch Konlhm. — Cilastambha: 
s. Stambha. — Cilgero (span.), m., —§; —: ein 
melodienreicher Singvogel in Centralamerika (in 
Pern: Organista). Scherzer Nat. 58. — Cili-ar 
(ulat.), a.: die Cilien (u. die Regenbogenhaut) 
betreffend 2c.: C.-Arterien; „Drüsen; -Gefäße; -Kör- 
per; -Kranz;-Nerven;-Rand 2c. ätus, a.: gewim- 
pert. — Cilici-um (lat.), n., —#; zen (§ 24, 2, 
n.]: härenes Bußgewand, -Gürtel 2c. Gutkow 3. 
3, 228; Büßet eure Schuld in Cilicien. Jarobs Venn. 
7, 394 2c.; bildl.: Meinen Hals presst jetzt das C. u. 
der Ringkragen einer Binde. IP. Wahrh. 3, 229 2c. — 
Cili-um (lat.), n., —; zen [8 24, 2, n.): Wim- 
per, nam. am Auge; aber auch z. B. botan. bei 
Moosen 2c. — Cimarrön (span.), a.: wild: Fs- 
gros c es, in die Wildnis entflohne Neger, s. 
Maron. — Cimbal 2c.: s. Cymbal. — Cimber, 
m.: s. Cimier. — Ciméeli-ärch (gr.), m., -en, ; 
en: Kirchenschatzmeister. -en, pl.: Kostbarkeiten 
(s. Keimelion), nam.: Kirchenschatz. — Ciment, 
n., —#e); —e: 1) (Salm.) Vorrschtung zum 
Messen der ausfließenden Svole, best.: Soolen-C., 
dazu als Art: Röhren-C. ic. Scheuchenkuck 228. — 
2) s. Cement u. Fortbild. — Cimärre: s. Samarie. 
— Cimr-ter (pers.-engl. ßimmeter); -terre (fri. 
ßim'tar), m., —s; —s: Krummsäbel. — Eime- 
tière (gr.-frz. ßimetjär), m., —; —6: Kirchhef. 
Gutzkow 3. 4, 337. — Cimier (srz. ßimje), m., 
—#; —: Helmschmuck, im Wappen 2c.: Dem auf 
dem Helm zu befestigenden Schmuck (Cimber, Ci- 
mierde od. C.). Weiss Kost. 2, 635, s. Zimier. — 
Cimmer-Ler (gr., auch: Kimm r2c.), m., —s; uv.: 
bei Homer ein nordwärts in ewiger Finsternis 
wohnendes Volk, vgl. Hyperborcer. -isch, a.: fin- 
ster, lichtlos. G. 12, 184 2c#.; In kimmerischem 
Lande. Ten. d. Gegenw. 53: V. Od. 11, 14 2c. — 
Cimölisch (gr., auch: kim rc.), a.: v. der Insel 
Cimslus: 6Je Erde, Thon-, Walkerde, auch: Ci- 
molit, m., -(e)s; —e. — Cinäd-e (gr., auch: 
Kin 2c.), m.p, —n; —m: männl. Pers., die mit an- 
dern ihres Geschlechts Unzucht treibt: Parfümierte 
C—u0. W. 30, 292 r.; Ken. 18, 353; 22, 207; 
Scherr 3, 294 2c. -iẽ, f.; +ehyn; -iomus, m., 
uv. ; ismen: Knabenschänderei; Unzucht 2c. eisch, 
ologisch, a.: unzüchtig. — Cinara (gr. -lat.), 
f. [824, 1): Artischocke. — Cinchon-a (nlat.), 
f.; --en [8 24, 11: Die Ciuchenen, welche die 
Fieberrinre geben. Humboldt K. 1, 13 (s. China); 
C-en-Walrer. pöppig 1, 80 2c. -In, n., —e); 0: 
ein Alkali in der Fieberrinde. — Cinder (engl. 
ß ic.), m., —6; —: gelöschte Steinkohlen. — 
Cinefahtiön (lat.), f.; -en: Verwandlung in
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        Cinellen 
Asche. — Cinellen (it. tsch 2c.), pl.: Becken der 
Janitscharenmusifk. — Einer-äria (lat.), f.; 
-rien [8 24, 11: Aschenpflanze. -ärium, n., -8; 
ärien [8 24, 2, n.]: Aschenkrug: Eigentliche Bein- 
Urnen (ossuäria) u. Aschenurnen (cineräria). Weiss 
Kest. 1, 667. -atiön, f.: -en: Cinefaktion. 
- esckren, intr. (sein): zu Asche werden, s. Cinis. 
— Cingul-um, u., —#; za [8 24, 2, n.]): Gür- 
tel, z. B. weiss 1, 1055 2c. u. bes. als Theil des 
Ornats. 2, 121; 593; 668 (zur Befestigung der 
Albe): Die Stola u. das C. Sch. 68b ie.; auch: 
Gürtelrose (Cireinus). — Cini (türk.), n., —6; —#: 
Auf einem C., einer großen silbernen Platte, erscheint 
nun eine Art Plumpudding. Globus 5, 34 ra. — Cin- 
islo (lat.), m., f. [8 24, 3, önis!]: „Aschen- 
bläser (1in)“, Lockenkräuflerin). Döuiger Sab. 121. 
is, m. [g 24, 3, eris!): Asche: C. antimönü, 
plümbi 2c., Svießglanz-, Blei-Asche 2c.; Civeres cla- 
velläti, Pottasche. — Cinco (span.), m., —#: —8: 
in Südam.: C., ein kleines guitarrenähnliches In- 
strument mit „ 5“ schnarrenden Saiten, die unter sich im 
Abstand v. Oktaven gestimmt sind. Grenzb. 24, 1, 231; 
Glabus 5, 244b (s. Chucha). — Cinet-ra (lat.), f. 
[8 24, 11; Jus, m. [8 24, 41: Gürtung, Gürtel. 
Guhl 2, 228; 224; Weifs Kost. 1, 967; 1074 2c. — 
Cinnäbaris (lat.), f. 18 24, 3, uv.]): Zinnober 
(s. d.); auch: [Zum Färben bediente man sich] des 
s. g. Drachenblutes (C.). 478. — Cinnam-él, -om 
(gr.), m., —5; 0: Zimmt. — Eing (frz. ßéug): 
fünf: C. minutes lminär], 5 Minuten, auch Bez. 
für stark gewürzte Fleischwürfel, die nur etwa die 
genannte Zeit einem raschen Feuer ausgesetzt blei- 
ben; C. premiers, die 5 ersten Stiche im L'hombre-= 
spiel. -ue (it. tsch 2c.):; fünf, s. z. B. Aß 2; Da 2. 
— necentist ((schinquetsch 2c.), m., —en, —; Sen: 
Schriftsteller, Künstler des Cinquerento. — Uecento, 
n., -6; 0: das 16. Jahrh.: War die große Kunstepoche 
der Historienmalerei des C. Humbaldt Kosm. 2, 8 3 2c. 
Tuille (frz. Wßenqkillsj), f.; —: Art hombre unter 
Funfen (Quintille). uina (it. tsch rc.), f.; —: 
QOuinterne im Lottospiel 2c. -uino, m., —#: — : 
ein Pasch v. 2 Fünfen 2c. — CTiocc-#a (it. tschöcka), 
f.; -he itschoͤckel; -o, m., — ; Shi leschöckil: als 
Bez. für je weibl. od. männl. Pers.: Klotz, 
Dummkopf: Du bist eine Ciocca! rief ihr die Mutter 
zu. Hatimann N. 1, 192. — Ciocrciäre (it. tschot- 
schäre), m., —n; —: röm. Bauern in ihrer ländt. 
Tracht, als Soldaten. nan 3. 20, 517, vgl. Pie- 
ciotto. — Ciömp-o (it. tsch-), m., —#; -i: Die 
unter dem Namen des Tumülto dei Ciompi (Ciompi: 
die Wollkämmer u. Wollwäscher) bekannte schmachvolle 
Pöbelherrschaft lin Florenz) 1378 — 1382. MHonatbl. 
1. 112b. — Cion (Afon, gr.), m., f. 18 24, 3, 
-is]: Zäpfchen im Hals. -is; #tis, f. /§ 24, 3, 
uv.]: Zärschenbräune. optosis, t. [8 24, 3, 
uv.]: Zapfchen-Vorfall. — Ciotomus, m. [824, 
21): wundärztl. Werkzeug zu Operationen am 
Zapschen. — Cipipa, f.; 0: Kassawa (s. d.) 
.Stärke, — im frz. Guyana. Karmarsch 2, 347. — 
Cipo (port. -), m., —8; —: Liane (s. d.). Bur- 
meister gB. 2, 204; C. matadör (der Baummörder). 
Circular 219 
2391e. — Cipo#-in (it. Tschic.); -lĩno; aceio 
(ätscho), m., —s; 0: „Zwiebel-Marmor“, mit 
grünl. Adern. Overbech Pomp. 1, 10 ꝛe.; Säulen v. 
Granat, Cippolin 2c. G. 30, 144 2c.; Zipolin, Zi- 
bolin. Karmorsch 2, 621; Cipolino statuärio ss. d. . 
cbdv. — Cipp-us (lat.), m., uv.; zen [8 24, 21: 
Säule; etwas Säulenförmiges; Grenzsäule 2c.: 
[Diese Grabdenkmäler] bestehen aus kleinern, altar- 
ähnlichen Bauten v. runder od. viereckiger Form (eippi). 
Guhl 2, 108; 110; Weiss Kost. 1, 1193; Ouerbech 
Pemr. 1, 22; Hermenei#pen. 23 c. — Cira, 
f.; 0: eine schlechte, unreine Sorte macedonischer 
Baumwolle. Karmarsch M. 2, 503. — Eirage 
(frz. ßiräsh'), f.; —n: Wichse; das Wichsen od. 
Wächsen: Wachsfarbe; Kamaien-Malerei in Gelb 
(wie Grifaille in Gran). — Circ- än (lat.), k.; 
„äken [824, 11: Herenkraut. —, f. (—,—U #); -n, 
—s: bei Homer (. b. Od. 10, 210 ff.: Kirke) eine 
mächtige Zauberin, die mit ihrem Stab des Odys- 
seus Gefährten in Schweine verwandelt 2c., oft 
bildl. (ogl. Moly): G. 16, 210; Das muß ja eine 
C. von Mädchen sein, die solche Metamorphosen zu Wege 
bringen kann. Spielhagen Pr. 1, 83; 238; Hammer 4, 
265; Thümmet 1, 113; W. 10, 91; Nennt mich rund 
heraus ein Thier aus C-ns Stall. 12, 186; Die C., 
in deren Schlingen du gefallen. 16, 129; 18, 145; 
25, 148 vc., s. auch Asteroid. — Circens-is, a.: 
eircensisch; m. [8 24, 3, uv. ]: Lüdi circénses od.;: 
Circensische Spiele. Guhl 2, 152; bänem (s. d.) ét 
Circénses!; bildl.: Scherr Bl. 2, 112. eisch, 
a.: auf den Cirkus im alten Rom bezügl., dort 
statthabend 2c. — Cirein-äl (ulat.), a.; -atim, 
adv.: kreisbogig. -ator, m., —s; ören 18 24, 3, 
öris!: Kreis-Visitator, Klosteraufseher 2c. -inus 
(gr.-lat.), m. [8 24, 21: Kreis; Zirkel; Gürtel- 
rose (Cingulmm; Zoster). — Cir-citer; ca (lat.), 
adv.: bei Zahlangaben 2c.: ungefähr, etwa 2c. 
(abgek.: Ca.), auch zuw.: In circa. — Cirkaf- 
sicune (frz. —ienn ), f.; —s: Name v. Zeugstoffen, 
aus Wolle 2c.; auch Art Seidenstoff. Sncykl. f. Kaufl. 
241½. — Circät-or, m., —; zören (§ 21, 3, 
-öris]: Circinator. — Cirkel, m., —; uv. (5): 
Zirkel (s. d. Ss., auch: zirkeln), vgl. Cercle u. 
z. B.: Die mich in ihre Philister-C—s führen wird. 
Alinger Sriel 77. — Eirconstance (fez. Hirkong= 
staͤngß'), f.; —s: Umstand (s. Circumstantia), Ge- 
legenheit ꝛe.: Wenn wir im Deutschen Gelegenheits- 
gedicht sagen, pflegen sich die Franzosen mit Poésies de 
c. auszurrücken 2c. G. 33, 126 (vgl. 341); Gelegen- 
heitsstücke, pihsces T’actualité od. pièces de c. Garienl. 
16, 159a 2c. — Cirrcuit-ion (lat.), t.; —en: 
Redeumschweif, Umschreibung 2c. or, m., -S6; 
ören [8 24, 3, öris!): Einer, der umherziehr; 
Hausierer; Circinater 2c. — Circul, Cirkul 
(lat.), m., —#; uv.: vralt. st. Zirkel (s. d. Ss., 
val. Cus). Tär, (—är) a.: kreisförmig, sich im 
Kreis bewegend 2c.; n., —(e)s; —e: Umlauf-, 
NRundschreiben (vgl. Kurrende 2). Als Bstw. z. B.: 
C.= (od. Kreis-) Binde, Art wundärztlicher Ver- 
band: C.= (od. Cirkel-, w. 17, 153) Brief, s. 
Lettre 3; Feuer, im Cirkulierherd (s. d.); C.
        <pb n="236" />
        220 Circulare 
(od. Ring-) Fortifikation; C.-Kreditbrief, der auf meh- 
rere Personen je an den versch. Orten, wohin der 
Empfohlne kommt, ausgestellt ist; C.= (od. Kreis-) 
Polarisation (s. d.). pouillet 2, 343; C.= (od. kreis- 
förmig) polarisiertes (s. d.) Licht. 351; C.-(od. 
Wechsel-) Predigt, wobei die Prediger in best. 
Reihenfoige abwechseln; C.= (od. Kreis-) Schnitt, 
bei Amputationen; C.= (od. Umlauf.) Schreiben; 
C.-Strumpfwaaren, kreisförmig gewirkte Waa- 
ren 2c. ärc (§ 24, 3, n., aris; MzZ.: -Krial: 
Cirkular. äris, a.: Jüdex (s. d. e. 2c. arität, 
Kk.; O: Kreisförmigk. ation, f.; -#en; —s: das 
Cirkulieren (s. d.), Um-, Rund-, Kreislauf: Die 
C. des Geldes, des Bluts, der Säfte 2c.; Ihre Checks in 
C. zu seben. Mag. d. Ausld. 3 4, 331a 2c.; Saft-C. 
Jurmeister gB. 2, 239; Wasser-C. Ergänz. Uol. 6, 
1ob 2c.; C-. Bank, die Banknoten in C. setzt 
(Zetlel-Bank); C—8-# (od. Cirkulier-) Herd; Pa- 
piere, die statt Geldes in C. sind; Säfte (im 
Körper). Burdach 23 2c. Tätor, m., —#; ören: Cir- 
cinator; Landstreicher 2t. -ieren, intr. (haben): 
in Umlauf, in sorkwährender Bewegung sein, die 
Runde machen: Cee Gelrer, Gerüchte, Personen, 
z. B. Garienl. 13, 759a; Im nächsten Augenblick 
faßte uns ein Sergeant de Ville am Arme: Circulez, 
Messieurs, s'il vous plast! circulez lHuküls: 
Nicht stehen bleiben, meine Herren! gefälligst immer vor- 
wärts!]) Und wir mußten e., ob wir nun wollten oder 
nicht . u. . konnten aus der Cirkulation gar nicht 
heraus. Rodenberg Par. B. 98 2c.; Der Cirkulier- 
herd , bei welchem ein einziger Kanal in mehreren 
Winrungen unter der [Siede-] Pfanne fortläuft und die 
Flamme längere Zeit mit dem Pfannenboden in Berüh- 
rung erhält. Kormarsch 2, 465 c. —us, m. [824, 2): 
der Zirkel. Kreis: Die Drei-, Vierecke u. Circul a falsch 
st. Circuli). Tiec# Tischl. 1, 59 2c.; ferner z. B.: 
Stirnreif der bischöfl. Mitra (vgl. titulus); außer- 
dem z. B.: C. aquinoctialis, Aquator; C. horä- 
rius, Stundenkreis; C. in demonsträndo, in pro- 
bändo, Trugschluß, wobei man sich durch eine pe- 
titio (s. d.) princĩpii im Kreis bewegt (Kreisschlus, 
c. vitiösus, s. d.); C. mãjor u. minor, der große 
— u. der kleine Kreislauf des Bluts: C. meridio- 
nälis, Mittagskreis; C. parallelus, Parallelkreis; 
C. tröpicus, Wendekreis cancri, des Krebses und 
capricérmi, des Steinbocks; C. vitiösus, Kreis- 
schluß (s. o.) 2c. — Circum-, Cirkum-orllio 
(lat.), m. I§ 24, 3, önis): Landstreicher (zunächst 
v. Mönchen). —rentrisch, a.: rings ums Centrum. 
Srision, f.; -en: (religiöse) Beschneidung: Cs- 
Fest. -duktiön, f.; —en: Hintergehung. -düuckus, 
a.: rückgängig gemacht: C. terminus, solcher (Ge- 
richts-) Termin. serenz, f.; —en: Umfang, Um- 
freis. ex, m., —es; -e; -Hérus, m. I§ 21, 21: 
ein gebegnes Accentzeichen (od. ) zur Bez. der 
Dehnung, im Gr., Frz. .; (übrtr.) ähnlich ge- 
sormter Säbelhieb, Schmiß, Narbe, vgl. Para- 
graph. -sluenz, f.; —en: Umstießung, Umfstuthung. 
# gratiön, s.; —en: Umkreisung; Drehkrankheit, 
Schwindel. -Herumschweif, m.: Umschweif, 
z. B.: Ich machte mit meinen Geranken 1000 Cee. 
Cirrostratus 
Stumt, vgl. (scherzh.): So will ich jetzt ohne weitere 
Prästrirtion od. C-ung sagen, daß 2c. W. 1, 191. 
Zincessiön, f.; 0: (Theol.) das Bestehn der 3 göttl. 
Personen in einander. jarent, a.: umliegend. 
ligatür, f.; -en: C., C-a (§&amp; 24, 1]: Umwick- 
lung; Paraphimosis (s. d.). — lokution, f.; -en: 
Umschreibung, Paraphrase; auch: Das Cs-Genie 
dieser Schriftgelehrten. WHeint Weltr. 2, 30, die Geist- 
reichheit in Umgehung v. Vorschriften durch Aus- 
legen. -luviön, f.; —en: Uberschwemmung, Um- 
wässerung. -meridiän, a.: in der Umgebung des 
Mittagskreises: C.-Höhen sind solche Höhen der Sterne, 
die man in d. Nähe des Meridians gemessen hat. fiurow 793. 
navigäbel, a.: umschiffbar. - navigatiön, (.; 
en: Umschiffung. -polar, a.: in der Umgebung des 
Pols: C.-Sterne. positiön, f.; -en: kreisförmige 
Aufstellung. -potation, f.; —en: Rund-, Reihen- 
trunk. -skribfrren, tr.: umschreiben, z. B. para- 
phrafierend; ferner: um-, begrenzend. hript, 
a.: umschrieben, umgrenzt 2ce. -skription, f.; 
en: Umschreibung (z. B. Paraphrase; Perioden= 
ründung 2c.); Umgrenzung: Eine pästl. Cs-= 
Bulle, welche den Umfang der Landesbisthümer be- 
stimmen sollte. Treilschke Hist. 262 (vgl. Konkorrat). 
pekt, a.: um-, vorsichtig, bedächtig; m., —e)s; 
0; -pektion, f.; -en: Um-, Vorsicht, Behut- 
samkeit; Umschau. -spieskeren, tr.: allseitig be- 
schauen, betrachten, erwägen. -stäntia, f. 824, 11; 
Umstand, Bewandtnis (s. Cirkumtanz): C. fécti, 
die Umstände, Art der Thatsache; Circumstäntikce 
vãriant rem, Umstände verändern die Sache. 
stanticll, a.: von den Umständen abhängig. 
stantikéren, tr.: mit allen Umständen darstellen, 
beschreiben 2c.; detaillieren. -stänz, f.; -(ihen: 
Circumstantia. -vallation, f.; -en: Umschan- 
zung: C-Linie, äußre Befestigungslinie eines 
Lagers 2c. -vallieren, tr.: umschanzen. -venikren, 
tr.: umgeben, umringen; umgehn, hintergehn, 
überlisten 2e. -ventiön, f.; —n: Umgehung, 
Hintergehung 2c. -vénlör, m., —s; ören: Masor 
Barber .. hat einen Ersatz für den magnetischen Kom- 
paß, den C., erfunden. Na####. 21, 342 c. versiön, 
f.; —-en: Umdrehung. volution, f.; S-en: Um- 
wicklung; Umwälzung; Windung, z. B.: C-en 
des Gehirns 2c. — Circus (lat.), m., uv., „ses; 
se [8 21, 21: Kreis, z. B.: Von einem prachtvollen 
C. vulkanischer Felsen eingefasst. Ergänz. Uot. 9, 3 4 2c., 
bes.: Schankreis; rundes Gebäude für Kampf- 
spiele (s. Döniger Sab. 118 ff.; Guhl 2, 152 ff.; 
3214; Weise Kost. 1, 1133 ff., vgl. circensisch; bildl.: 
Scherr Bl. 2, 112), für Reiterkünste 2c., frz.: Cirque 
(hirk!,m., —; —, auch v. ringförmigen künstl. 
überschwemmten Plätzen zu Eisläusen (— Eis-Ning 
od. -Rink): Der erste Eis-C. angelegt. .. Zwei „Eis- 
cireuse. Gortenl. 16, S06b. — Cirragra (nlat.), 
n.,-8; O: Weichselzopf. -ilörm, -ös, a.: locken-, 
rankenförmig, rankig. -ipedinm, n., —#; ken 
!&amp; 24, 2, n.]): „Rankenfüßer“, Art Krebse. Hur- 
mtister Gsch. 390; 179. -oeũmulus, m. s824, 21: 
fedrige Haufenwolke. G. 10, 315; Pouillet 2, 551. 
osträlus, m. I§ 24, 2]: ferrige Schichtwolke.
        <pb n="237" />
        Cirrus 
ebd. -us (lat.), m., uv.; zen (§ 24, 21: Locke, 
Flocke; Wickelranke an Pflanzen 2c. u. bes.: hach 
Howard eine der 4 Hauptgestaltungen der Wolken, 
Schäfchen, Federwolke, s. G. 40, 315; 310 u. 
nam. das treffende Wort über die versuchte Ver- 
deutschung solcher wissenschaftlichen Kunfiwörter. 
336 ff. — Cirs-ocẽle (gr.), f.; —n: Krampf- 
aderbruch. -ömphalus, m. /§ 23, 27: Aderge- 
schwulst am Nabel. ophthalmis, f.; —e)n: 
Augenentzündung mit Blutadererweitrung. oto- 
mie, f.; —(eyhn: Abschneidung, Abbindung eines 
Aderkopfs. -us, m. I§ 24, 2): Blutadererweit- 
rung; Kramrfader (od. innre Samenvene). — 
Ciruẽl-a (span.), f.; —#: -e, f.; —n: Pflaume, 
auch eine südamer. Frucht. Ausld. 36, 65 Sa cc., 
auch C#e (span. C-o, m., —6, —): der Baum 
(Pflaumenbaum; Spöndias purpüreus). ebd.; Ohen 
3, 1778. — Eis: 1) (Mus.) s. A 3. — 2) (lat.) 
Vors. in geogr. Best. — diesseits (Gastz: trans), 
z. B.: C.-(u. trans-) alpinisch, zontön (Ausld. 
38, 526b); padänisch; erhenänisch; Alei- 
tbänisch rc., diesseits (u. jenseits) der Alven, des 
Gebirgs, des Po, des Rheins, der Leitha r#c. 
u. z. B. in Bezug auf das c.= u. transleithanische 
Ostreich (scherzend): Bei allem Trans)u. allem C. 
bleibt Dies nur ganz' u. gar gewis: ob in den 
Schwanz #er Aar sich bis,er eint das Trans nicht 
mit dem C. Ein Trans= u. C.-Lestragender. Kladdera- 
daisch 21, 22a, vgl. Volhsz. 15, 231a. — Cisalĩen 
(frz.), pl.: Abschnittlinge v. Münzen, Münzab- 
sälle. — Cifel-eur (frz. —ör), m., —5; —-e, —6;: 
Ciselierer: Grareure, Cs. Nehlen Handw. 227, vgl. 
Crustarins. kren, tr.: mit dem Meißel, Grab- 
stichel arbeiten; getriebne Arbeit liefern; übrtr.: 
Die Verse feiner zu e. u. zu feilen. DMus. 15, 2, 167: 
Ciselier-er, ung (s. Cälatur); Ciselierkunst, s. Glypiik. 
— Cisis: (Mus.) f. A 3. — Cilsio-Jänus, m.: 
eine Sammlung v. Gedächtnisversen für die Feste 
des christl. Jahrs — nach den Anfangsworten, die 
sich auf das Fest der eireum cisio Christi am 
1. Zanuar beziehn. — CTisi-um (lat.), n., -S; 
zen [8 24, 2, n.): Art zweirädriger Wagen, Ka- 
briolett (v. den Britannkern entlehnt). Weiss Kost. 
1, 1326; Böniger Sab. 315. — Cissa (gr.), k. 
[8 24, 11: krankhafte Eßlust Schwangrer (Citta, 
Heterorexie). — Cift-it (gr.), m., —#en; Sen: 
epheublattähnl. Versteinrung (Katapäst). -oĩde, 
f.; —n: eine nach der Ahnlichk. mit einem Ephen- 
blatt benannte Kurve. Zus, m. I§ 24, 27: Pil., 
Ephen, Klimme. — Eist-a (lat.), f. [8 24, 11; 
e, f.; —; -ella, f. [8 24, 1); #lle, f.z —n: 
Kiste, Kästchen, Schmuckkasten 2c.: Die Cista mit 
den Kroninsignien. Ual3. 20, 266 ꝛc.; Aschen -C., 
Graburne 2c. — Tistereiénser, m., —: uv.: Art 
Mönche (s. Weiss Kost. 2, 706), C-in, Art Nonnen 
(s. Bernhardiner; Feuillant). — Cisterne (lat.), f.; 
—n Grube zum Auffangen u. Sammeln v. Regen- 
wasser (s. Tanke). Jud. 7, 12 2c. — Cist-is, -o 2c.: 
s. Kost 2c. — Cistophören (gr.), pl.: Cisten- 
träger, vgl.: Eine heilige Lade .., den Sarg des Se- 
rapis. .Diese Lade herumzutragen, war ein Vorrecht 
Tither 221 
der Priester od. einer eigenen Klasse v. Dienern des Hei- 
ligthums, die man deßyalb auch Kistophoren nannte. 
Sch. 101 Garc., daher (vgl. Kanepbore) als Katyatide 
(s. d.); ferner Name alter (pergamenischer) Mün- 
zen, deren Gepräge eine halbgeöffnete Lade (Cista) 
zeigt 2c. — Cistus (gr.), m. I§6 24, 21: ein 
Planzengeschlecht, auch: Cist(en)· Röschen. — 
CTita (span.), f.; —: die Citierung (s. d.) — bes. 
zu einem Stelldichein, u.: dies selbst. Dastiono 184; 
185. — Ciladelle (frz.), f.; —n#: eine bei einer 
Stadt gelegne, sie beberrschende Festung: Die 
Insel-= C. Crenzb. 26, 4, 256 2c. — Citadine (frz. 
ßitarin), f.; —, —# : Art einspänniger Fiaker in 
Paris 2c. — Cit-at (lat.), un., —(e)s:; —e#: C., 
Cum, Anführung aus einem Schriftsteller 2c.: 
Gestügelte Worte, der C-en-Schatz des deutschen Volks 
v. Böchmann; C-en-Jagd, Zäger 2c. Dazu: Einige 
Bücher zusammeneiratet laus Ceen zusammen- 
geflickt]. Goy#e#e-Georgens Max. Cas. 12. ätio, f. 
[8 24, 3, önis!): Citierung, nam. (Nechtsspr.): 
Vorlatdung: C. actuälis, verhaftende; dilatöria, 
Aufschub duldende; ediclälis, öffentliche; extra- 
ordinäria, außerordentliche; (im)mediäta, (un)mik- 
telbare; orälis, mündliche; ordinãria, ordentliche; 
peremtöria, peremtorische, — deren Vernachlässi- 
gung Rechtsverlust nach sich zieht; personälis, reälis 
od. actuälis (s. o.); Püblica od. edictälis (s. o.); 
simplex, einfache; seripta, geschriebne; verbölis, 
im Ggstz zu realis 2c. ation, f.; -en: Citatio, 
z. B.: Eriktäl-; Reäl-; Verbäl-C.; Miß-C., Miß= 
eitierung :ce. -ädtor, m., —#; ören [§S 24, 3, 
öris!: Vorlader. -atum (§ 24, 2, n.]: Citat. 
Fätus, a.: eitiert; der Vorgeladne: Citäto löco, 
am angeführten Orte 2c. — Cite (frz. ki#), (.; 
-s: wie engl. city (s. d.), eig.: Stadt, — dann 
bes.: Altstadt, — auch als Bez. der Bewohner. — 
Cith-ar (gr.-lat.), f.; —m: Cither (s. d.): Beim 
Klang der C—-n. W. HB. 1, 63 2c. ara, f. [8324, 11: 
Cither, auch: Kithara. Rosenkranz Poes Gsch. 139; 
Cuhl 1, 222; Mz.: Kirhoren. 223; span.: Citara. 
Globus 4, 11b. -ar##plon, n., —#8; la: Geigen- 
holzbaum (auf Jamaica 2c.). arist, m., -en, —s; 
—en; aröde, m., —n; —n: Cither-Sxieler, 
.Sänger, auch: Citbarödus, m. I§ 24, 21 u.: 
Kitharöde. Suhl 1, 224 „c.; Er wurde nicht Kitha- 
röde od. Kitharasänger, sondern nur Kitharist 
or. Kitbaraspieler. DMus. 17, 1, 645. arödik, 
f.; 0: die Kunst der Citharöden, auch Kitha- 
rördik u. dazu kitharödisch, s. Ggstz: Aulod-ie, 
eisch. -aröphilus, m. I§ 24, 21: Freund der 
Cither 2c. Ter, f.; —m: Name v. Saiteninstru- 
menten, die theils mit dem Plektrum (s. d.), theils 
mit der bloßen Hand gespielt werden, Art Laute 
(vgl. Guitarre; Cetera; Citrinchen). Guhl 1, 223; 
G. 11, 161; „Zither“. 32, 28; Des Bergmanns 
„Zitter“ [Reim: Schnitter). Mouhisson 94; Die C. 
ruht in seiner Linken,] die Rechte hält das Elfenbein 
[Plektrum)]. Schlegel Gd. 1, 175; Die Zither (Citre 
od. Cistre), die „Citola“, die Guiterna u. dgl. m. 
Weiss Kost. 2, 854 2c.; C.-Schläger. W. 1, 119; 
Spxielerin. 22, 193 2c.; Der kleine Savoyarre mit
        <pb n="238" />
        222 Citieren 
selner schnarrenden Dreh zither. Hackländer Held. 17 81c. 
— Cilferen (lat.), tr.: vorladen, vor Gericht 2c.; 
Er ward ediktaliter eitiert. G. 2 3, 316 c.; Geister c., 
sie erscheinen lassen, herbannen 2c.; Einen Schrift- 
steller, ein Stelle darans c., anführen 2c.; Citier- 
Wuth; Zeichen (Gänsefüße, „—") .; Einen 
her-, hin, vor-c.; Die vor- (vorstehend) eitlerten 
Verse. W. 36, 141 c.; Eine Stelle, einen Schriftsteller 
miß-e., falsch c. — Cit--issime (lat.), adv.: aufs 
eiligste. o, adv.: eilig. — Citola, f.; —## : s. 
Clther. — Titopen (frz. fütoajing), m., —#: —: 
Staatsbürger (vgl. Bourgeois 1a), eine in der Zeit 
der ersten frz. Revolution alle andern Titel (nam. 
auch Monsicur) verdrängende Bez., — weibl.: 
C-n ßitoafénn’1l. — Citra (lat.), präp.: dies- 
feits; ohne, z. B.: C. cousequcntiam (s. d.) — 
ohne Präjuriz 2c. — Ctitr-ät (ulat.), n., —e)s; 
e: eitronensaures Salz. -äus, a.: aus dem Holz 
des Citrus, z. B.: Orbis c., runde Tischplatte r2e. 
aus solchem Holz (ugl. Monopodium). Böuiger Sab. 
305. icus, a.: zu Citronen gehörig 2c.: Citri= 
cum Acidum, Citronensäure. -in, m., -(e)s; e; 
—chen, lein: 1) gelber Bergkrystall. — 2) gw. 
vrkl.: a) ein gelbes Singvöglein, Fringlilla 
citrinclla, auch: Citrinken (BZaggesen 4, 53); 
Citrön-chen, -i,. (itronlen)-Fink, -Zeisig 2e. — 
b) kleine Cither. Günther 1108 2c. onät, m., 
(e)s; —e: Art Citrone, auch der Baum: Ein junger 
C, den .. ein getreues Glashaus schützte. JEschltgel 
4, 165 ie. u. bes.: die eingezuckerte Schale ((. 
Succade). ôone, f.; —n; önchen, -zönlein; —n-: 
die Frucht des C-n-Baums (Citrus msdica), läng- 
lichrund u. zugespitzt, v. saurem Geschmack, mit 
gelber, würziger Schale; auch der Baum selbst: 
Wo die C-n blühh. G. 1, 137; Zu rauh für den Ol- 
baum u. die noch zartere „Zitrone“. Heinse Hild. 1, 6 2c.; 
ferner orkl., s. Citrin 2a u. elliptisch: C-n 
(= Can · Likör). Precht! 9, 390 ic. Als Bstw. z. B.: 
Citron (en)-Apfel, gelber;z -Baum; Eis, 
.Gefrornes; = Falter, -Vogel, ein gelber Schmetter- 
ling;-Fink, Zeisig, -Vogel. s. Citrin 24;-Geist; 
-gelb, farb;-Holz, amerif. Holz v. gelber Farbe 
u. e—n#zartigem Geruch (Karmarsch M. 2, 53); 
Krant, Name v. Pflanzen, nach ihrem Geruch, 
bes. „Melisse 2e.;-Kröme; -Likör;-Ol;-Säure 
(vgl. e-n-saure Salze);-Schale; Scheibchen; 
Spelse; „Tartelette; = Vogel (.Zeisig), s. 
Fink u. JFalter; „Wasser, m. Cn-Saft 2c. 
onteren, tr.: mit Citronen anmachen. Jouille 
(frz. ßitruͤij'); -uͤlle, f.; —n: Wassermelone, Cu- 
cumis citrüllus (s. Arbuse). us, m. (f.), uv.; 
uv., —se [8 24, 2): die Gattung der Citronen- 
Bäume re. (vgl. Agrumen, Orangen rc.); auch: Das 
Holz der Thyia cypressiöckes. . Dieser Banm, v. den 
Römern C. genannt, wurde früher fälschl. mit dem 
Citronenbaum kdentificiert; letzterer erreicht jedoch nie 
die angegebene Stirke u. zeigt in seinem Schnitte keines- 
wegs die schöne Zeichnung des C. 2c. Guht 2, 183; 
Weise Kost. 1, 1274, vgl. Böniger Sab. 305. — 
I. Cilta: s. Cissa. — II. Citt-à (it. tschlta), f.; 
ädi: Stadt. adelle: s. Citad 2c. adina, .; ine 
Eivilisation 
(innen); -adfno, w., —; ini: Bürgerin; Bürger. 
— Cit-x (engl. Hitti), f.; zies: Cité (s. d.), 
z. B.: In der C. lv. London]. Upitaval 36, 34 rc.; 
C.-Hall lhäll, Stadt-, Nathhaus; C.-Träger 
(vralt.), Stadt-Briefträger. Salon 3, 72; C.-Mis- 
sion lmischönn], s. M. 22c. — Ciudäd (span. 5c.), 
f.; Tes: Stadt mit eigner Gerichtsbark. (Ggitz 
Vllla). — Civadier (frz. ßiwadje), m., —6; 6: 
Getreidemaß in Marseille, s. Panal. — Civet (frz. 
ßiwẽ), m., n., -6; —#: Ragout v. Hasen: Hase 
en lang] c. Scheibtle Kochb. 195. — Tivétl-a (iIt. 
tsch rc.), f.; —#e: Kauz (zum Vogelfang 2c.); Ko- 
fette. -erik, f.; — (ehn: Koketterie. — Civette 
(frz. ßiwett'), f.; —#, —: Zibethkatze. — Civ-icus 
(lat.), a.: Bürger betreffend 2c.: Coröna (s. d. 2) 
elvica, Bürgerkrone, vgl. (it.): Die Guardia (s. d.) 
eivica ktsch—!. Gutzkom 3. 9, 306, Bürgerwehr; Statt 
luchhesischer Civica [Bürgerangelegenheiten. faum# 
rayer GsW. 1, 327. -il, a.: bürgerlich; höfl., 
gesittet (Ggstz un-c.); mäßig, billig: Um sehr cen 
Preis. W. 11, 232 c.; n., —#; 0: Ggstz des Mili- 
tärs, der Bürgerstand: In C., in bürgerl. Tracht, 
nicht im Solratenrock. Als Bstw. (vgl. als Ggstz 
nam. Militär) z. B.: C.-Adlatus (s. d.);-Akt; 
Akte;-Amt; -Anwärter (Volksz. 16, 78); 
Baukunst, für die Zwecke des bürgerl. Lebens; 
Beamter, „Bediensste)ter;= Diktatur 
(l. d.);-Ehe, zu deren Gültigk. nur ein C.-Alt 
(nicht die geistl. Einsegnung) erforderl. ist;-Etat 
((. d.);= Gefängn's, Ggstz: Kriminal-G.;Ge- 
richt,= Gerichtsbarkeit, in Bezug auf die bür- 
gerl. Rechtspflege; Gesetzbuch, -Koder;= Gewalt 
(TUobert 1, 156);= Gouverneur (s. d.);-Inge- 
nieur (s. d.); -Klage (s.-Proceß); „Kommis- 
sär (Dviertelj. 47, 347); -Leben (w. 36, 16); 
Liste, die für die Hofhaltung des konstitutionellen 
Fürsten festgesetzte Eumme; = Mann (Scherr Stud. 
2, 201), Person;-Partei, Kläger wegen Privat= 
entschädigung in Kriminalsachen; = Prätoria- 
ner, s. P.; . Proce-ß, böürgerl. Rechtsklage 
(Ogstz Kriminalproceß); Auf c processualischem 
Wege. Waleerode Sternk. 52; Recht, das bürgerl., 
bes. das Privatrecht, rechtlich 2c.; Sache, bür- 
gerl. Rechtssache; Kombination des militärischen u. 
des C.-Schnitts (o. Kleirungsstücken]. Spielhagen Pr. 4, 
6; -Senat, Gerichtsabtheilung zur Entscheidung 
v. C.-Sachen; = Stand: a) der Stand der C.= 
Personen (Ggstz Militär-Stanr); b) C.-Stam ciner 
Pers., ihre Vhe in Bezug auf Geburt, Ehe, bür- 
gerliche Stellung 2c. (vgl. National), dazu: Civil- 
stauds-Akte; Beamte; „Register 2c.; C.-Uniform, 
Uniform für C.-Beamte; -Versorgung (Upitaval 
36, 395); Als c. versorgter Kreissteueramtskontroll- 
schrelbereiassistent. Guskow 3. 1, 12 cc. -ile, n., —; 
0: das Civil. -ileẽgium, n., —#; ẽglen [8 24, 
2. n. ]: Bürgerbrief. -ĩlis, a.: bürgerl., z. B.: 
Annus ((. d.) c.; Cäüsn (s. d.) c.; dlörs (s. d.) 
e. 2c.; Jus (s. d.) civile 2c. ilisalion, f.; -en; 
: Civilisierung: Mit eintretender krankbafter 
Uber. C. püchter Südöstl. 3, 379; Nodenberg Insheil. 
2, 48 rc. (vgl. Uberbildung) 2c.; Die c—#mörde=
        <pb n="239" />
        Civilisator 
rischen Bemühungen des Chauvinismus. Uat3. 20, 
275; C—#-Träger. Globus 1, 10a 2c. eilisätor, 
m., —; ören: Einer, der — u. sofern er — eivi- 
lisierend wirkt. Mag. d. Ausld. 36, 625a. eilisals- 
risch, a.: auf Civilisation gerichtet rc. Gartenl. 16, 
366b; Koner Barth 12; DAus. 15, 2, 432; Uat#3. 
18, 565 2c. Tisierbar, a.: der Civilisation zu- 
gänglich, fähig. psppig Ch. 1, 43 vc. isiren, tr.: 
bilden, sittigen, dem Zustand der Wildheir ent- 
ziehn: 300 Jahre hat man an ihm ldem Indianer! 
herum civilisiert 2c. Globus 4, 380a 2c.; Uber-; un- 
civilisiert; Die Uncivilisiertheit. Uat.3. 20, 187 2c. 
#ilist, m., -en, —#; -en: Civil-Person,-Beamter; 
Lehrer, Kenner des Civilrechts, z. B.: Im röm. 
Recht stark, jeroch auch ein Erz-C. Tiaden Oftfriesl. 
1, 198 2c. -ilistisch, a.: bürgerrechtl., staats- 
wissenschaftl. ilität, f.; 0: feiner Bürgerton, 
Anstand, Höflichkeit (Ggstz Rusticität). Iliter, 
adv. (zu eivilis), z. B.: C. mortuns, bürgerl. 
todt; C. geschieden. Volksz. 16, 284; Das er neue Che 
c. einging. ebd. 2c. Eilögnium, n., —; öqulen 
[8 24, 2, n.]: Bürger-, Bauersprache (l. 
Srracke 7a, Ss.). is, m. [8 24, 3, uv.): Bür- 
ger: C. académicus (s. d.); Ggstz der Nobilität u. 
des Proletariats, der eires öptimi jüris lim besten 
Recht] u. non öptimi jüris. Kag. d. Ausld. 36, 
190 2c. Sisch, a.: civicus: Diese Eroche ., die 
sociale od. c-e. G. 32, 428. ismus, m., uv.; O: 
Bürger-Sinn,-Tugend. -ität, f.; -en: Bürger- 
schaft; Bürgerrecht (jus civitätis); Civismus. 
— Cizozemei (böhm.), pl.: die Fremden (Nicht- 
Tschechen). Globus 4, 50b. 
Cöc-ität (lat.), f.; —en: Blindheit. -äl, a.: 
zum Cöcum gehörig. - um, n., 0 s24, , n. 1: 
Blinddarm. — Cölakanthinen (gr.), pl.: eine 
Gatt. fossiler Fische „mit hohlen Knochen“. Jut- 
meister Gsch. 161 2c. — Cölebs: s. Cil 2c. — 
Cölest (lat.), a.: himmlisch. -in, m., —(e)s; 0: 
ein Mineral, schwefelsaurer Strentian. Karmorsch 
1, 412; 3, 79 2c. -ine, f.; —: „die Himm-= 
lische“, als Eigenn., z. B.: Muse C., Uraniens 
(s. d.) Kammermagd. w. 11, 255 2c.; auch ein 1773 
erfundnes, wenig in Gebrauch gekommnes Ton- 
werkzeug (Klavierharmonika). -iner, m., —; uv.: 
Art Mönche, vgl.: Cölestiner-Eremiten. Wtiss Kost. 
2, 713c. — Cöli-aca (gr.), f. [824, 17: Bauch- 
flus, Milchruhr. -acus, m. l8 24, 21: am 
Durchfall Leidender. algie, f.; —ehn: Bauch- 
weh, Kolik 2c. — Cölibät 2c.: s. Cälibat. — 
Cölistis (gr.), f. /§ 24, 3, uv. ]: Unterleibsent- 
zündung. — Cöl-cola (lat.), m. I§ 24, 11; 
Tihöle, m., —n; —n: Himmelsbewohner. — 
Cöli-orele (gr.), f.; —m: Bauchbruch. -önrus, 
m. [/§ 24, 21: harte Bauchgeschwulst. -ophhma 
[8 24, 3, u., -tis]: weiche Bauchgeschwulst. 
oplegie, f.; —+eyn: Nervenschlag des Unterleibs; 
Cholera. oppösis, f. I§ 24, 3, uv.]): Unter- 
leibseitrung. -orrhöe, f.; —n: Diarrhöe. — 
Cölison, n., —e)s; —e: „Himmelsklang“, ein 
wenig in Gebrauch gekommnes Tonwerkzeug. — 
Cölöm 2c.: s. Koilom 2c. — Cömeleri-um (gr.), 
Cpanid 223 
n., —; zen [§ 24, 2, n.): Friedhof. — Cön-a 
(lat.), f. [8 24, 1]: die Mahlzeit: Guhl 2, 259 fl.; 
Weils Kost. 1, 1025; Bei der Tafel wünschte er keine 
Eile u. rühmte stets das cm dücere der Remer. 
Schubetlt (Kant SW. 11, 2, 185); Poste-m stäbis, 
aut mille pässus meäbis, nach der Mahlzeit sollst 
du stebhn oder 1000 Schritte gehn 2c.; C. Fnica, 
eynisches, ärmlich-einfaches Mahl; C. Dömini, das 
(kirchl.) Abendmahl; C. nuptiälis, Hochzeitsmahl. 
Weiss Kest. 1, 1020 2c. -ähel, n., —; uv.; -culum 
[§ 24, 2, n.]): Oberstock altrömischer Häuser. 1176; 
Speisesaal (it. cenacolo; s. Refektorium); auch ein 
Wandgemälde dort (nam. Leonardo da Vinei's 
Abendmahl zu Mailand, s. S. 31, 54). atörius, 
a.: auf die Mahlzeit, Tafel bezüglich: Eigentliche 
Tafel- od. Gesellschaftskleirer, vestes eœnatõriæ; 
Ceenatöria. Weise Kost. 1, 964. — Cönism-us 
(gr.), m., uv.; -zen: Dialektvermischung. — 
Cönob-iäl (nlat.), a.: auf Klöster bezüglich: 
Das C.-Gericht. Grenzb. 26, 2, 428. Tiärch (gr.), 
m., -en, —); en: Klostervorsteher. -##t,m., 
—en, (—#); S—en: Kloster-Genoß,-Bruder; Mönch, 
s. w. 31, 339; 564. ##tisch, a.: mönchisch. 
ium, n., —; -len (§S 24, 2, n.): Kloster. — 
Cönologie (gr.), f.; -ehn: gemeinsame Be- 
sprechung, Berathung, bes.: ärztliche Konsultation. 
— Cörul rc.: s. Cärul 2c. — Cötus (lat.), m., 
uv.; —se, uv. [8 24, 4): eine Versammlung; eine 
Schar Zusammengehöriger, nam. in Schulen, wo 
zur Vermeidung von Uberfüllung eine Klasse in 
mehrere (gesonderten Unterricht empfangende) Ab- 
theilungen (C.) getrennt ist: Klein Tertia, wöchentl. 
36 Stunden in 2 Parallel-C. 2c. 
EI2c.:: s. Tschic. — Cwierci (poln.): Viertel, 
s. Loksec. 
Cn 2c. (gr., u. daher größtentheils auch 
in der Schreibw. u. Ausspr. Ky), z. B.: 
Chamus, m. [8 24, 2): Walfisch-Assel. — 
Cpän, n., -(e)s; 0: (Chem.) eine (in ihrem 
Verhalten einem chem. Element ähnliche) Verbin- 
dung von Stickstoff u. Kohlenstoff, „Blaustoff= 
(prechll 2, 25), so benannt als Grundlage vom 
Berliner Blau (C.-Eisen). Milscherlich 1, 98; 100 rc. 
Zsstzg z. B.: Brom-C.; Jod-C. 2c.; ferner als Bstw. 
z. B.: C.-Chlerid; Chlorür;-Gas; -Metalle (z. B.: 
Eisen, s. o.; -Gold; -Kalcium; -Kalium #m. Fort- 
bildung: c. kalisieren, mit C.-Kalium ver- 
giften; C.-kalisation. Kladdrradalsch 21, 43al; 
Kupfer; -Nickel; = Platina; -Quecksilber; „Salze; 
Säure (s. chanichl); Wassersioff (Blansäure); 
Zink 2c. „e, f.; —n: die blaue Kornblume, 
Tremse. Sch. 55a 2c.; C—n-Kränze. Mallhison 93 rc. 
-ea, f. [8 24, 1]: 1) Haarqualle. — 2) Mz., 
auch: Die Chansen — Symplegaden (s. d.). Slo- 
bus 4, 144 a. -élla, f. /§ 24, 11; -elle, f.; —n: 
eine blaue Blume, Kap-Lilie. Cicht, a.: Mit dem 
Sanerstoff bildet das Chan 3 Verbindungen, die Cyan- 
sänre u. 2 c.# Säuren. Mitscherlich 1, 100. -id, n., 
—(ey)s; —-e: ein einem Oryd — wie Cyanür dem 
Orydrul — entsprechendes Cyanmetall (vgl. Chlo- 
rid 2c.), z. B.: Kupferchanür . erhält man .. aus
        <pb n="240" />
        224 Cnanig 
dem Kupfer-C. 2c. 2, 2, 204 ff.; Elsen-Chanür.., 
Eisen-C. 41 c. —ig, a.: cyanicht. -is fren: s. 
kvanisieren. -it, m., —(e)s; -e: ein Mineral, s. 
Disthen. ogen, n., —e)s; 0; ogenium, n., 
—s; 0 (§8 24, 2, n.): Cyan. -ôöl: s. Anilin. 
ométer, m., n., —#; uv.: „Bläuemesser“ zur 
Bestimmung der größern od. geringern Reinheit 
der Luft (Khanometer. G. 40, 74). Dazu: Cpano- 
metr.e, f.; isch, a. 2c. Jopathic, f.; 0: 
Blausucht. opäthisch, a.: blausüchtig. ophra, 
f. [8 24, 17: blaues Fieber. -os: f. Molybvos. 
„õse, -öfis, f.; 0: Blausucht. -ötisch, a.: blau- 
süchtig. -olppic, f.; —(ehn: Art Lichtbild auf 
Papier, das mit Blutlaugensalz behandelt ist. — 
Cß-äthea (gr.), f. [8 24, 1): (Bot.) Becher-, 
Baumfarn, — als Gatt.: Die Chatheen. Jur- 
meister Gsch. 439 2c. -atheit, m., —en; —en: Ver- 
steinrung von Cyatheen 2c. —alhisörm, a.: becher- 
förmig. äthina, f. [8 24, 1): eine Gatt. Po- 
lypen. -athödisch, a.: becherförmig. -athokrinus, 
m. (§ 24, 21: Art Krinoideen. alhus, m. 
[8 24, 2): Becher. weiss Kost. 1, 1296 rrc., eig.: 
Schöpfgefäß, vgl.: Als Mundschenk mit 2 Kya- 
thois. Guhl 1, 293; als Maß, s. Amphora; Becher- 
trüffel; Becherkoralle; Schröpfkopf. -alophhllum, 
n., —; llen 18 24, 2, n.): Art Polyp. — 
Chbele (gr.): 1)f.; 0: (Myth.) die Mutkter der 
Götter (s. Mater, auch Cobebe, Bereeynthia); 
(Sternk.): Auch der Name C. ward v. Einigen (für 
den v. Herrschel 1781 entdeckten Planeten Uranusl be- 
liebt; in Goethe's bekanntem Lieder-Coklus „Plancten- 
tanz“" (I. G. 6, 197, zum 30. Zan. 17841 wird er mit 
diesem Namen bez. Mmädler 285; ferner s. Asterold. — 
2) m., —Jn; —n:, C.-Priester: Die im Dienst der 
sprischen Göttin die westlichen Länder durchziehenden 
Scharen der Gallen (s. d.) ed. Cen. Weils Kost. 1, 
78°, vgl. Metraghrt. — Cxb-omänt (gr.), m., 
—84,—en; —en: Einer, der aus Würfeln wahrsagt, 
dazu: CAt, f.; -isch, a. - us, m. I§ 24, 21: 
Würfel, vgl.: Bei den Kybois. Suhl 1, 298. — 
Cpdönia (gr.), f. [8 24, 11: Quittenbamm — 
u.: Quitte, — auch Cyrönium [8 24, 2, n.] —, 
nach der gleichnamigen Stadt auf Kreta, auch: 
Cydönischer Arfel, vgl. (als Umdentung): Si- 
dön'scher Apfel Gold. w. 25, 92; In Mäandern 
siven'scher Bäum'. 323 (u. Anm. 385). — Cyé- 
ma Igr., § 24, 3, n., tis): Embryo, Fötus. 
liognosis, f. [8 24, 3, uv.): Erkennung der 
Schwangerschaft. -sis, f. 1824, 3, uv.): Schwan- 
gerschaft. — Chgnus (lat.), m. [§ 24, 21: 
Schwan, z. B. als Sternbild: Später c Crgi or. 
Deneb im Schwan. sitirow 233 2c. — Cpxhirraety 
(walis.), m.: weissagender Wehlaut. Uodenbecg 
Wal. 203. — Chk-adren (gr.), pl.: die Gatt. 
der Palmenfarren. Humboldi K. 1, 13; Bergb. 3 
59 c. Jas, f.; zäden [§ 24, 3, ädis): die Sago= 
palme: Eine C.= Gruppe. Garienl. 15, 555b. — 
Cßk-el (gr.), m., —#; uv., —n, len: „Kreis“ 
(Cytlus), nam.: eine Reihe v. Jahren, nach deren 
Ablauf das alte Vh. in einer best. Beziehung 
wiederkehrt. Gehler 1, 548 ff.; Der Induktions- 
Cxhklop 
C. v. 15 Jahren, nach deren Ablauf v. den rôöm. 
Kaisern die Steuern wieder ausgeschrieben wurden; 
Der Mond-C. v. 19 Jahren (od. Ennealaidekaetẽris), 
nach deren Ablauf die Neumonde 2c. wieder auf die 
vorigen Tage des Jahres fallen, — eingeführt v. 
dem athenischen Astronomen Meton, daher auch: 
Binnen etlichen hundert metonischen Cpklen. w. 24, 
222 1c.; Oster-C., eine Reihe v. Jahren, nach 
deren Ablauf das Osterfest wieder auf dieselben 
Monatstage fällt; Der Sonnen-C. v. 28 Jabren, 
nach deren Ablauf alle Tage der Woche wieder auf 
dieselben Menatetage fallen 2c. —äden, pl.: die 
chklärdischen Inseln (. Kplladen“. Nofs Ins. 2, 29; 
CFclades), eine um Delos gleichsam „im Kreis"“ 
liegende Inselgruppe des gr. Archirels, im Ggitz 
der „verstreuten“ od. Speraden. -lämen, n., —S; 
—s § 24, 3, n., Jäminis]: eine Pfl. (Erdscheibe, 
Saubrot): (Mi.) C—## U# 2 1, 147 1c. — lamin, 
n., —#8; 0: (Chem.) ein im Cyklamen enthaltner 
Stoff. -las, f. [8 24, 3, adis): s. Ampechonion 
u. Crkladen. -liher, m., —6; uv.: chklischer Dich- 
ter, vgl.: Die Kykliker des treischen Sagenkreises. 
Mofenkeanz GschPoes. 145. lisch, a.: kreisförmig: 
Eine mehr er. weniger ee Grurpe sv. Vulkanenl. Dur- 
meister Gsch. 107 (s. Centralvulkanc); sich auf einen 
gewissen Cyklus beziehnd, nam. auf einen epischen 
Sagenkreis. f#iegk 1, 332; w. HB. 2, 211; Ovid's 
Metamorrhosen sind der &amp;c.e# Abschluß der ganzen autilen 
mythischen Erik. Uosenkranz VoesGsch. 244; ferner in 
Bezug auf Zeitberechnung (s. Ceiel): Alle Osterfeste 
nach der unvollkommenen ##en Rechnung bestimmt. 
Gehler 2, 718; 723 2c. odde, f.; —m : Rarlinie, 
beschrieben v. einem Punkt im Umfang eines sich 
auf grader Linie fortbewegenden Kreises (vgl. Eri- 
u. Hopolcyklosde, wenn der Kreis statt auf grader 
Linie sich je auf der äußern od. innern Seite der 
Peripherie eines zweiten Kreises bewegt): In der 
C. fällt der schwere Körper durch jeden Bogen in 
gleicher Zeit. . Zugleich ist diese Zeit die kürzest mög- 
liche 2c. Gehler 2, 131, s. Brachistechrone; Isochrene. 
Dazu: Chkloirö,„lisch, eisch 2c. -loimber, 
m., —#6; uv.: Name einer Kurve. -lometrĩẽ, f.; 
ehn: Kreismessung, dazu: Cklométrisch, 
darauf bezügl. -lon, m.p, —#: , löne; - lönc, 
m., —, (uv.) ; —n: stürmender Wirbelwind, bes. 
in den östl. Meeren (Taifun, vgl. Ternado, Orkan). 
Garienl. 14, 783; Hausbl. (66) 1. 72 ff.; Wßeine 
Weltr. 1, 194; preuß. Erp. i, 252 tc., auch: In der 
sürchinesischen See waren die Schiffe v. einem gefäbrl. 
Koeklon sDrckf.: Kyblon]) überfallen worden. Gtenzb. 
26, 3, 211 u. fem.: Im bengalischen Meerbusen 
richtete eine C#e große Verbcerungen an. Uatl3. 2 1, 
555. -lop, m., -en, (—#); —en: (Myth.) Niesen 
mit einem „Kreisange“ mitten auf der Stirn, 
Schmiedregesellen des Vulkans (s. Brentes, vyl. 
Cbalvben; Daktyl 2c.); wild, gesetzlos u. grausam, 
s. Polorhem u. z. B. G. 23. 363, vgl.: Das Land 
der Kykloven, der ungeseklichen Frepler 2c.-P. Od. 
9, 106 ff.; ferner: Alles was ungebener groß war, 
naunte man eln Werk der C-u Namler Möth. 216 ke., 
vgl.: Bauwerke .., welche der Volksglauben den
        <pb n="241" />
        Cxklopenhaft 
Ceen, einer Art v. halbgöttlichen Wesen, zuschrieb u. die 
man deshalb cyklopische Mauern nannte. Die 
chklopischen Bauten zeichnen sich nam. dadurch aus, das 
sie aus großen Felsstücken v. mitunter erstaunlichem Um- 
fang bestehen, daß diese meist unregelmäßig behauen u. 
obne irgend eine Mörtelverbindung zusammengefügt 
sind rc. firiegk 1, 165 (325); Guhl 1, 59 ff., vgl.: 
Felsengräber; deren Namen Kokloprĩa deutet auf das 
bohe Alter. 81 2c. -löpenhaft, a.: cyklopenmäßig: 
Der Obermeister [der Fabrik] Roland war ein e#-e## 
Mann. Spielhagen Hammer 4, 168; Hr. Windfang hatte 
gar nichts C-es, im Gegentbeil, er war ein feiner junger 
Herr. 170. -lopié, f.; O0: Einäugigk. löpisch, 
a.: v. den Cyklopen (s. d.) herrührend; in ibrer 
Art 2c.: Solch c. grob Geschörf. Fischatt (Kurz Dibl. 
10, 17332); Aus dem Zustande c-er Abgeschiedenheit. 
Konatbl. 1, 311a :c.; Die Mauern sind v. koklovi- 
scher Gewalt. frankl Zer. 1, 398, s. relasgssch 2c. 
loräma, n., —#; men (§ 21, 3, u., tis): Runrge- 
mälde, Panorama. - lostom, n.,-en;-en; -löstoma 
[8 24, 3, n., Jostömatis): Art Schnecken 2c. Auslb. 
39, 1217a; Ohen 5, 130. -Ius, m., uor., —ses; 
uv., „se, -len [§ 24, 2): Kreis, Cykel (s. d.); 
eine zu einem Ganzen sich abschließende Reihe, 
z. B.: Sagen-, Dichtungskreis (vgl.: Dem ge- 
sammten epischen Kyklos. Nolenktanz PoesGsch. 147; 
145 1c.): Romanzen-C.; Den Schubert'schen Lieder- 
C. U##3. 21, 101; ferner (Bühn.): Ein C. v. Gast- 
rollen; Zum Beschlusse ihres Gast-C. Riehl NM. 
133 1c.; Die verschiednen Cyklen unserer Abonne- 
mentskoncerte. Ual3. 21, 93. — Cylin-der (gr.), 
m., -s; uv.: „Walze"“, walzenformiger Körper, 
z. B. (Math.) ein Körper, begrenzt v. 2 parallelen, 
kongruenten Kurvenebnen u. einer krummen Fläche 
(C.-Mantel), die erzeugt ist durch eine in paralleler 
Lage sich längs der Grunrkurre fortbewegende 
Grade, — in engrem Sinn — Kreis-C. (wo die 
Grundfläche ein Kreis ist) u. zwar nam.: ein 
grader Kreis-C. (mit senkrechter C.-Achse); ferner 
z. B.: Fels-C. w#umboldi 3, 185, cylindrischer 
Fels 2c.; ein walzenförmiges Lampen-, Zug-Glas 
(Lampen.) C.; ein walzen= od. röhrenförmiger 
Herrenhut (C.-Hut), z. B.: Unser heutige schwarze C. 
IFalke Gsch. d. med. Gschm. 333; 368; Hackländer 
Künstl. 1, 28; Hoffmann-f. Leb. 1, 109; Uat-3. 17, 
453 r2c. u. z. B. nach dem Stoff: Einen grauen 
Filz-C. auf dem Kerfe. Galen GP. 3, 67; DMus. 
15, 2, 410 2c. (s. Gibus); ferner: (Kaliber-) C., 
zur Prüfung der kalibermäß igen Weite eines Flin- 
tenlaufs. Karmarsch M. 1, 596 2c.; ferner: C. — 
Walzenschnecke (s. Volute); — Prisma (s. d.) als 
Theil der JSacquardmaschine 2c., auch: In den 
Kattunrruckereien führen die Kalander mit Papierwalzen 
gw. den Namen C. . Die Kalander mit 2 bölzernen 
Walzen statt der Papserwalzen heißen dann im Beson- 
dern Kalander s. d. . prechn 8, 28. — Als Bstw. 
z. B.: C.-Achse (s. o.);--Bohrmaschine (for- 
marsch M. 1, 261);-Büreau (s. d.); -Echappe- 
ment, -Hemmung;-Elektrisiermaschine; för- 
mig; = Gebläse, wobei ein Kolben sich in einer 
kreisförmigen Röhre, einem C. luftdicht auf u. ab 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Combel 
bewegt (Karmarsch 2, 54 f.);= Hemmung (in Ubren, 
M. 1, 611); Hut (s. o.); -Mange (2, 578, 
n. Kalander);-Mantel (s. o., die krumme Grenz- 
fläche eines mathem. C-); „Maschine, „Mange; 
Rad, zur C.-Hemmung (SKormorsch M. 1, 614); 
Schermaschine (2, 726, zum Tuchscheren); 
Uhr, mit C.-Hemmung 2e. drikren, tr.: ka- 
landern (s. d.), auf der Cylindermaschine mangeln. 
Kormarsch M. 2, 577; 787; Prechu 8, 28 (ogl. 
kalandern) 2c. drisch, a.: walzenförmig. drit, 
m., —en, — ; —en: versteinerte Walzenschnecke. 
Tdrokönisch, a.: von der Form eines in einen 
Kegel auslaufenden Cylinders: C.e Geschosse (fälschl. 
Sritzkugeln genannt). Gartenl. 14, 534, vgl. ogival rc. 
Drus, m. [824, 21: Cylinder: C. horodicticus, cyO 
lindrische Sonnenuhr 2c. — Cplistik (gr.), f.; 0: 
das Korfstehn, Radschlagen 2c. — Chl-ix (gr.), 
f. [8 24, 3, jeis): Art Becher (vgl. Calix): Die 
Kylix, eine mit 2 Henkeln versehene Trinkschale auf einem 
zierlich gestalteten Fuße ruhend. .. Die Kolikes. Guhl 
1, 163; Sche#rr Stud. 1, 43. — Cyxllöf-e (gr.), k.; 
— ; eis, f. 1824, 3, uv.): Glieder-Krümmung u. 
-Lähmung. — Cpmati-on (gr. S 15a), n.,—s; za: 
Kehl-, Hohlleiste: Das Architran .. mit Einschlus des 
Kemation 2c. Ross Ins. 2, 96. — Chmb-al (gr.), 
n., m., — -e, (—8); -ale, f.; —n; -alo, n., 
—; —; alum, n., —;: zala [8 24, 2, n.); el, 
f.; —m: Name v. Tonwerkzeugen, z. B.: 1) hohle 
Metallhalbkugeln, die gegen einander geschlagen 
wurden, bei den alten Hebräern, Griechen 2c.: Mit 
Pauken, mit Cymbeln u. mit Posaunen. 1. Thr. 14, 
8; Ps. 150, 5 2c.; Thamisso 4, 119; Sie ldie Baja- 
dere] ruhrt sich, die Cembeln zum Tanze zu schlagen. 
G. 1, 196 rc.; Tanz lpersonif.] mit der Cymbale. 
Sch. 555a 2c., vgl.: Die Kymbalen (z#l scoe), 
.. Becken, wie die .. Tänzerin zeigt. Guhl 1, 233; Das 
aus 2 metallenen Becken gebildete (bacchische) Chmba- 
lum. Weils Kost. 1, 1320; Die bei den Orientalen seit 
jeber beliebten kleinen (tellerförmigen) ehernen Becken 
(Kombaloy). 904 2c.; Chmbel, ein jüd. musifal. 
Instrument. .. Die Paukencombalen waren größer, 
die Schellenchmbalen waren kleiner. Düringer 
298 ic. — 2) kleine Glocke mit Silberton: So will 
ich ihm eine Glocke gießen, daß er's hören sell, es sei 
keine schlechte Cymbel noch Schelle. tulher 6, 7 a 2c. 
(ogl.: Ein Gürtel v. klingenden Zimmeln. HSachs 
G. 2, 73 2c.); Ein andres [Glockenfriell, Cpmbalum 
genannt, besiimmt, mit der Hand geschüttelt zu werden, 
umfaẽte 18—20 Glockchen. Weils Kost. 2, 844, später- 
hin Flagellum genannt. 850. — 3) Hakkbrett, ein 
nam. noch in Ungarn gebräuchl. Tonwerkzeug, 
etwa in Form eines Rechtecks, mit Boden u. 
Resonanzeecke, werüber meist dreichörig auf Stege 
Drahtsaiten gesrannt sind, die gw. mit Klörreln 
geschlagen werden (vgl. Kohl Sürr. 2, 56): Sein 
lres Zigeuners! Cimbal am Baum hing; über die 
Saiten der Winrhauch lief. fenau NGd. 77; Der 
Combal tönt. Salon 2, 473; 471; Spielhagen Pr. 4, 
99; Des schwirrenren Combals, das die Tanzlustigen 
gelockt. Waldau Nat. 3, 140 2c.; Du heißes Ungar- 
blut! ihr wilden Zimbalschläger. kreiligrach S W. 
15
        <pb n="242" />
        226 Cpmbeln 
6, 281 2c. — 4) Als Bstw. s. 3 u. z. B.: Chm- 
bel--Klang; „Schall 2c.; -Flange, eine Pfl., 
Cymbsdium;-Kraut, Antürhinum Cymbealäria; 
Qualle, Art Qualle, Strahlthier, Thaumän- 
tias 2c. -eln, intr. (haben): die Cymbel schlagen rc.; 
auch übrtr.: Suard, der in Perieden cimbelt. Siurz 1, 
104, der hochtönende Perioren macht 2c. üdium, 
n., -s; ĩen [8 24, 2, n. j: Pfl., Cymbel-Flange. 
Sium, n., —; -ĩen [824, 2, n.]: Art Trinkgefäß. 
We#'s 1, 1351, auch: Das Köymbion. 878; Guhl 1, 
163. — Chn-anche (gr.), f.; —n: Halsbränne 
(vgl. Argpranche). änchum [8 24, 2, n.]: eine 
Pslanze. anthropie, k.; 0: die Wuth eines von 
einem tollen Hund gebisnen Menschen. -ara: s. 
Cinara. egetih, f.; 0: Zagdkunst. -ialris, f.; 
0: Heilkunst in Bezug auf Hunde. -iker, m., 
—8# ; uv.: ein eynischer Philosoph (s. Karuciner). 
Sicus, a.: ehnisch: Cchna (s. d.) Enica 2c. -isch, 
a.: hündisch, schamlos; nam, auch sröttisch v. der 
Philosorhie u. den Schülern des Antisthenes, zu- 
gleich mit Anspielung auf ihren Versammlungsort, 
die Cyno sarges in Athen; dieser Philosophie ge- 
mäß rc.: Seitrem die stoische Pbilosophie genannt, 
weil Zeno, der Reformator der c-en Philosophie, in der 
Stoa od. Säulenhalle Pöeile in Athen zu lehren pflegte. 
Krirgk 2, 272; W. 24, 334 2c.; Mit k onischer Offen- 
beit. Scherr Bl. 2, 137; 102 2c. -ismomanfé, 1.; 
0: die Sucht nach Cynismen. Jp. Wahrh. 4, 127. 
-ismus, m., uv.: -zismen [§ 24, 21: cynisches 
Benehmen, cynische Außrung, Zote rc. Gutzkow 3. 
6, 62; W. 30, 303 :c.; Dennech gehört zur Charakte- 
ristik des Marschalls Vorwärts ein markierter Zug von 
Kynismus. Scherr Bl. 3, 553; 520 ꝛc. -ocephalus, 
m. 18 21, 21: „Hundskopf“, als Name v. Affen= 
arten, Pavian 2c. oglössum, n., —; öffa [8 24, 
2, n.): eine Pfl., Hundszunge. ographic, f.; 
—(eyn: Hundebeschreibung. -olpfsa, f. [8 24, 11: 
Hundswuth. omachik, f.; —ehn: Hundekampf. 
-omörium, n., —8S; örken [8 21, 2, n.]: eine 
Pflanze. -ophorik, f.; 0: das Hundetragen als 
Strafe. orerte, f.; 0: Heißhunger, auch (Luek.) 
Orcrie. ofärge, f. (w. 23. 104); -ofärges, n. 
(21, 125): ein Ort im alten Athen, ähnlich wie 
die Akademie 2c. (s. cynisch). ofüra, f.; 0: Polar- 
stern, auch bildl. -ofürus, m. [8 24, 2: das 
Kammgras 2e. — Chnth-ia (gr.), f.; —, lens; 
0: die eynthische Göttin, Diana: Die keusche C. 
Maithisson 68; W. 10, 20; Contbiens Gesrielen. 12, 
234. -iĩer, m., —: 0; eiuns, m. [8 24, 2): der 
eynthische Gott, Apoll. -isch, a.: vom Berg 
Conthus auf Delos (vgl. delisch). — Cpo-phorse 
(gr.), f. —(ehn: Schwangerschaftsdauer. -trophic, 
f.; 0: Ernährung des Fötus im Mutterleib. — 
Cyxpellomachie (gr.), f.; —(eyn: Becherkampf; 
Wett-Trinken. — CßHp-er (gr.): 1) m., —; 
uv.: a) die beste Art Baumseide. — b) — C.-Kater 
(l. 3). Jochoriä 1, 280. — 2) f.; -u: Art kleiner 
Pflaumen. — 3) Als Bstw. (vgl. Crrern), z. B.: 
C.= Baum, Cxppresse. Simrok Gurr. 249 ke.; 
Blume, s. „Tranle; Gras, CFperus, bes. escu- 
lentus, Erdmandel;-Kater (chiwer 58), Katze, 
Cpstalgie 
mit hellem schwarzgestreistem Balg; -Ol, von der 
C.-Blume; = Pulver, Puder aus morschem Holz; 
Das unter Koxhar= od. C.-Traube die ktraubenförmigen 
.. Blumen der arab. Albenna (Lawsönia inérmis Linn.) 
zu verstehen sei. Kanders Hoh. Lied. 23, s. ferner C.= 
Wein; C.-Vogel, Ortolan. Ohen 7, 298;-Wein, 
v. der Insel Cypern;-Waurz, -Gras 2c. racken, 
pl.: eine Familie v. Gräsern, dazu: die Cyper- 
gräfer. -ern: eine Insel im Mittelmeer, s. Crrer 3, 
vgl. Paxhos r2c.; z. B. auch C.-Gras; -Wein (w. 3, 
30; Kodl Sürr. 1, 258), vgl.: Man trinkt noch die- 
selben Weine .., lauter Inselgewächs, C., Santeriner, 
auch Malvasier. ebb. crus, m.; f. [8 24, 21: 
Cyrergras. — Cpph-öm (gr.), n., —e)8; e; 
ôma (§ 21, 3, n., -tis]: Rückgratskrümmung, 
Buckel. ôse, f.; —n; -ois I§ 21, 3, uv. I: Cy- 
phom: Bildung desselben. — Cppr-äa (nlat.), 
f.; -den [8 24, 1): Venus-, Porrellanschnecke. 
e, f.; —: ein bochragender Bamn (Cupréssus, 
s. Chrerbaum), oft als Sinnbild der Trauer, auch 
der Treue u. Beständigk. 2c.; (orientalisch): Die 
wandelnde C., Bez. schöngewachsner Frauen. G. 4, 
25; Näckert Rost. sa 2c. Vralt.: Der Cypresß. 
FSlumpf 60 6b 2c.; Getäfelt mit Kanpressen. Salomo's 
Hoh. Lied (Erlang. 1784) 16 2c. Als Bstw. z. B.: 
C-n-Baum; -Gewölbe (Masius 13); -Hain; Holz; 
Kranz; -Kraut, Santolfna; „Sumrf (Masius 14); 
Thal; Wald; -Zweig 2c. In Zsstzg auch als Bez. 
v. Pflanzen nach einer gewissen Ahnlichk. mit 
Cn, z. B.: Feld-C., Ajüga Tsücrium; Garten- 
C., Santolina chamoeFparissus (s. o. C—#n-Krant); 
SommerC., Chenopödium scopäria ie. -ẽssen, 
a.: aus Cypressenholz. v. Th. 5, 101; Od. 17, 
310 2c.; Ugw.: Derc—e Schatte. Rückri 1, 250 = 
Crrressenschatten. -ia, f.; zkens: 0 §8 24, 11: die 
cyprische Göttin, Venus (s. Parhia): In Copriens 
Figur,ie Wollust. .. Diese Venus. W. 3, 31 rc. 
Siäner, m., —6; uv.: in volksthüml. Wortspiel, 
Bez. eines am „Zipperlein“ Leidenden. Simplicissimus 
3, 36527. Zidinen, pl: die Gattung der Pinsel- 
flöhe. Ausld. 39, 822b (s. Crrris 2). In, n.,: 
—(e)8; -#e: blauer (kupferhaltiger) Vesuvian. Oken 
1, 162 (vgl. Cerrium). InnUs, m. (/§ 21, 2: 
Karpfen. -ion, n., —§; 0: (in Graubünden) 
Rennthiermoos. vonbun 136. ipödium, n., ; 
edlen: eine Pfl., Venus-, Frauenschuh. ipör, 
m., —8; 0: Cypriens Knabe (lat. pner), Amor: 
Der lose C. w. 10, 11 2c. is, k.; 0 824, 3, 
vdis!): Cypria: 1) Aus C.' Myrtenbaine. Sch. Gör. 
1, 294. — 2) Pinselsteh, Art kleiner Krebse. 
Sisch, a.: v. der Insel Cypern stammend, ihr an- 
gebörend. w. 12, 306; Cribei 224 2c. ium [8 21, 
2, nu. ): Kupfer, s. Coprom. — Cxren--iker, m., 
—4 : uv.: cyrenaͤischer Philosoph. -äisch, a.: aus 
Cyrene stammend, nam. v. der Schule des Aristipp 
aus Cyrene (s. Hedoniker). — Cprill- a, f. [S21, 11; 
ec, f.; — : eine Pfl. (nach D. Citilo, 1 1799). 
Tilch, a.: v. Cyrillus herrührend, nam. von dem 
Slawenapostel des 9. Jahrb.: Ces Alpbabet 
(Ggstz glagolitisches). — Cpriolog 2c., Cxrt 2c.;: 
s. Kyr 2c. — Chft-algie (gr.), f.; —Meyn: Harn-
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        Cystanastrophe 
blasenschmerz. anästrophe, f.; —n: Harnblasen- 
umstülpung. auchenotomte, f.; —e)n: Blasen- 
hals-Schnitt. e, f.; —n: 1) Harnblase. — 2) 
Balg-, Sackgeschwulst (s. Lupia). hitis: s. 
Cystitis. -icum [8 24, 2, n.]): Mittel in Harn- 
blasenkrankheiten; Blasenwurm. Eis, k. [8 24, 
3, uv. ): Cyste. isch, a.: die Harnblase betreffend, 
blasenförmig. -klis, k. [824, 3, uv.): Harn- 
blafen-ECntzündung, orsch.: Costhttis, Entzündung 
der Mutterscheide (gr. z####, weibl. Scham). 
„ocẽle, f.; —n: Blasenbruch. Jolithlasis, f. 
[8 24, 3, uv.): Steinkrankbeit. -oncus, m. 
!8 21, 21: Harnblasengeschwulst. oparalplsis, 
f. [S 24, 3, uv.]; opleale, f.; —(ehn: Harn- 
blasenlähmung. -öphlhisis, f. /§ 24, 3, ur.]; 
ôöphthoc, f.; 0: Harnblasen-Schwindsucht. 
Toptösis, f. [8 24, 3, uv.): Harnblasenvorfall. 
Sorrhagise, f.; —(e)yn: Harnblasenblutung. 
Sorrhexis, f.; 0: das Bersten der Harnblase. 
Daduchus 227 
Sorrhöe, f.; 0: Harnruhr. -ospäsmus, m. 
[§J 24, 21: Blasenkrampf. otöm, m., —)8; 
—e: Messer zum Blasenschnitt. -otomik, f.; —eyn: 
Blasen-, Steinschnitt (Lichotomie) 2c. — Cpther-e 
(gr.), f., —s, —n 0: eine gr. Insel u. Stadt, 
wo ganz bes. die Liebesgöttin (Venus) verehrt 
wurde: Sie war kein Märchen aus C. w. 12, 327; 
Die Cöttin von C. 306 r2c., dann auch: Venus 
(s. d.): Von C—-n# u. ibrem Söhnchen. 3, 156; C- u 
Sohn. 157; Kch. 99b 2c. -h, f., —, kens; 0: 
Venus: Den Nektar Cythereens. W. 21, 19; 20, 300; 
Uamler Mytb. 75 ff.; auch: Venus C., im Ggstz zu 
Venus Urania (s. d.). Sch. 1155b c. — Cßtinus 
(gr.), m. [8 24. 21: Pfl. — Cötifus (gr.), m. 
[8 24, 2): Pfl. — Cgkoblastem (gr.), n., —; 
e -a, n., —: -e 24, 3, n., -tis): Keimstoff 
des thierischen Körpers, woraus sich der sog. Zellen- 
kern entwickelt. Burdach 26. 
C; 2c.: s. Zar 2c. u. Tsch ꝛt. 
# D 
D: der Ate Buchst. (vgl. A); als Bez. eines 
Tons (f. A3), so D-Dur; -Moll; -Saite 2c.; als 
Zahlzeichen = 300 (s. C 3); ferner in Abkür- 
zungen, z. B.: D. (lat.) = Deeimus (Vorname); 
Decurio; Deus; Die; Digesta; Divrus; Doector 
(I. u.: Dr., vgI.: Vromeviert .. u. kommt mit einem 
großen D. zurucke. Lichtlwer 151); Dominus (s. u.: 
Dn.); Duk rc.z ferner (engl.) D. — Dean; (span.) 
Don rc.; alschem. Element — Dirdm; d. — da; 
detur (auf Recepten), ferner — denarins u. daber 
auch st. Pfennig (&amp;) u. engl. — Penny, Mz. 
pence 2c., s. auch del.; ferner: D. A., divns Augu- 
stus; d. a., dicti anni; dat., datum; Dat., Dati- 
vus; D. C., da capo; D. C. L., Doctor of Civil 
Law; Det., decretum; dd., dedi; d. d., de dato; 
D. D., dono dedit; Doctor of Divinity (s. d. u. 
Donkey); D. D. D., do, dico, dedico od. dat, dicat, 
dedicat od. dono dedit, dicavit 2c.; ddt., dedit; 
def., defect(us), defounctus; Decl., declinatio; Decr., 
decretum; del., dele od. deleatur (anch 45); de- 
lineavit; den., denatus; des., designatus; D. J. V., 
Doctor soris utriusque; d. 1., dicto loco; D. L. S., 
dies laribus sacrum; d. m., destra mano; D. NM., 
Doctor medicine; Düs Manibus; Dn., dominus; 
das ewige Da capo mit Abdera u. Demokrit. Sch. 10 2a, 
die sich ewig wiederholende Geschichte 2c.; Da 
einque (s. d.), ein Geldstück v. 5 (Soldi), ein 
Fünfer; Da vẽro od. davrro (s. d.); Da se, von 
selbst, selbst, ohne fremde Hilfe od. Mahnung rc., 
z. B.: Cäsar Balbo's erler Wablspruch L'ltälia fard 
da se [Italien wird sich selbst, allein gestalten 2c. J. 
Creilschke Hist. 59 6 2c.; verschmelzend mit dem Artikel 
dal — da il, 3z. B.: Dal segno (i. d.); dai — da 
i; dallo — da lo; dagli = da gli; dalla = da la;z 
dalle = da le. — 3) s. ramenisieren. — Oaarbüka: 
s. Darabakkeb. — Daawet: s. Ferman. 
Hachi: (in Sibirien) Pelz aus Ziegen= und 
Pferdefellen, das Haar nach außen. Grubt Cb. 1, 21. 
— Dachil (ar.), m., —# —#: Schutzgenoß. Ham- 
mer 10, 3413; Kager 2, 15210, ogl.: „Dachlak“ (ich 
flebe dich an) zu sagen. Wenn man Dies thut, so ist der 
Andre zum Beistand verrflichtet. petermann Or. 1, 103. 
— Dacinque (it. datschinkwe), m., —s; —8: s. da2. 
Däd-alisch (gr.): künstlich, kunstvoll; bunt 
verziert, bunt; labyrinthisch, verschlungen: Aus 
rieses Labyrinths d—en Gewinden. W. -alon, n., —; 
-ala: Pausanias glaubet, das schon vor dem Dädalus 
Statuen v. Holz Därala genennet worden. Winchelmann 
D. N., dominns noster; do., ditlt)o; Dom., domi- #„Gsch. der Kunst 1, 13. -alus, m., uv., ses; Sse 
cilium; dominus; D. O. M., deo optimo maximo; 
D. Ph., doctor philosophia; dr., drachma; Dr., 
doctor, z. B. Dr. phil(osophise); d. s., detur, signe- 
tur od. da, signa (auf Recepten); D. S., dalsegno; 
d. t. d., da tales doses; D. Th., doctor theologiæ; 
Dwt., s. Pennyweight 2c. 
Da: 1) (lat.) gieb! (auf Recepten). — 2) 
(it.) präp.: von (vgl. frz. de), z. B.: Da cãpo, 
(Mus.) v. Anfang, noch einmal, auch substant.: 
Ein Dacapo verlangen, eine Wiederholung; Es ist 
[S 21, 2): ein berühmter Künstler der gr. Urzeit 
(s. Labhrinth; Ikarus), auch antonomastisch: ein 
kunstreiches, erfinderisches Genie. — Dädap, m., 
—8#; —s: ein Baum auf Java, Erxthrina indica 
(indische Korallbehne), nam. auch als Schatten- 
baum in den Kaffepstanzungen, u. danach das dar- 
unter gewonnene Produft: D.-Kaffe, s. Untur 11, 
286a. — Dadschial: s. Derschial. — Dad-uchse 
(gr.), f.; —Aeyn: Amt, Würde des Daruchos. 
-ũchos, m., uv.; -zuchoi; -üchus, m., uv.; 
13“
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        228 Oadyl 
-lichen [&amp; 24, 21: Fackelträger, bes. in den eleusi- 
nischen Mysterien; ferner als männl. u. weibliche 
Brautführer, s. Böniger Sab. 86 (auch f.: Beiname 
der Artemis). -öl. u., —8; 0: Sättigt man Terpen- 
thinöl mit trocknem Chlorwasserstoffgas, so verwandelt 
es sich in elne krystallinische Masse, welche beim Aus- 
pressen den sog. künstlichen Kampher (salzsaures D.) 
hinterlässt, während die abgepreßte Flüssigk. in salzsaurem 
Peuchl besteht. Karmarsch 2, 764. — Daeva: 
s. Dew. 
Däg (holl.), n., —#: —: s. Dagge. — 
Dagesch, n., uv.; uv.: im Hebr., ein die Ans- 
sprache modificierender Punkt in einem Konsonan= 
ten. 3p. Wahrh. 1, 123; Das D. löne, in Aspira- 
ten, ihre Nichtaspiration anzeigend; Das D. förte, 
zugleich die Verdopplung bezeichnend. — Dägg 
(holl.), n., —#; -s6; -e, f.; —n: (seem.) ein Tau- 
Ende als Züchtigungsmittel: Durch die D-en laufen 
(iähnlich wie Spießruthen zu Lande). — Dägger 2c.: 
s. Dogger 2c. — Dagg-elr)t, ot (russ.), m., —; 
0: Birkentheer, zur Suchtenbereitung 2c. (richtiger 
Degot). — Hagli (it., däljl): s. da 2.— Dägoba, 
f.; —#: eine heilige Säule der Buddhaisten: Eine 
große, weiße buddhistische D., alle umliegende Gebäude 
überragend. Wheine Weltr. 2, 185; auch: Die pracht- 
vollen Dagops. DMus. 17, 2, 155 ꝛc. — Dagon 
(hebr.), m., —#s; 0: ein Götze der Philister. 
1. Sam. 5, 1. — Dagnerrotpp (frz.-gr., dogerr 2c.), 
n., —(e); —e: ein auf einer Metallplatte fixiertes 
Lichtbild (s. Photographie), nach dem Erfinder Da- 
guerre (1838), wie Talbotyr, ein auf Papier firier- 
ter (nach dem Engländer Talbot), s. Karmarsch 2, 
580 ff. (auch mase., z. B. Schopenhauer Von ihm rc. 
108; 523; — an beiden Stellen daneben — bei 
findner U. fraurnstädf — neutr.): D.-Bild 2c. — 
f.; —(enn: Daguerrotyp — u.: die Kunst, solche 
zu fertigen. -iren, tr.: Daguerrotype machen; 
auch bildl. (vgl. photographieren): Wie daguerro- 
tyrierte [schilderte] sich der Schwätzer! Gutzkom R. 8, 
9; Ein Bild ab-, nach-d.; lScenenl, die sich bis auf 
die kleinsten Züge .. in mein Gedächtnis so hinein- 
daguerrotypiert haben. Gregorovius Kors. 1, 143; Kohl 
A. 3, 227 2c. Cist, m., —en, —#; -en: Verfertiger 
von Daguerrotypen. Karmarsch 2, 586; 589 cc. 
Dahab, m., —; —6: abessinische Münze (s. 
Divino 2).— Dahäb'ser (ar.), f. (n., —#6), —6, n: 
Elne D. (bequemes Nilschiff mit Verdeck u. Kajütte). 
Aag. d. Ausld. 36, 473a; „Dahabyen“ (Nilbarken). 
Ausld. 38, 1061a; Das Dahabieh. Globus 4, 290a, 
vgl. Kangheh. — Dahara: s. Sahara. — Dähl#i, 
m., —8; —6; -ka, m., —#; —8, zièn: s. Dal 3. 
— Dahindoa (tschippew.), m., —6; —#: Ochsen- 
frosch. preiligrath H. 313. — Dähleb (arab.), 
m., —6; —: der schwarzrückige Schafal. Beehm 
Hab. 60 (s. Baschom). — Oähl-ia (nlat.), (. 
!|&amp; 24, 11; #, f.; —n: eine Zierblume, 
Georgine (nach dem schwed. Botaniker Dahl, 1 1789). 
Sin, n., —#; 0: Stärkemehl in den Wurzelknollen 
der Dahlien. — Dähna (ar.), k.: die (rothe) 
Wüste. Globus 9, 31 4,. 
Däi: 1) (it.) s. da 2. — 2) (russ.) gieb! 
Dakrposlagon 
(ogl. da 1), z. B. Kohl Sürr. 1, 102. 3) m., 
—8; —s: in Serbien, — v. der Pforte abtrünnige 
Türkenhäuptlinge, die sich zu Herrschern aufwarfen: 
Wirasisch . u. seine 4 Kollegen, an der Denau, welche 
im Orient unter dem Namen der Ds od. Dahis (d. i 
das slawisierte Wort Dey) berüchtigt sind. CRober 2, 
37 ff.; 211; auch: Der Dahka. Eerhard W. 2, 28; 
Mz.: Die Dahien. ebd.; 194; 210 te.; ferner: An 
der Spitze der Assassinen stand der Alte vom Verge 
Auf ihn folgten die D—s el Kebir (Fürsien), dann die 
einfachen D—s. Meyec Konv. Ler. 2, 182 a 2c.; ferner: 
D. eldejat (s. d.). — HDailp (engl. deli), a.: täg- 
lich: D. news (s. d.). — Däalma (türk.): immer, 
s. Mufaffir. — Däimio (jap.), m., —6; —: Einer 
aus der Adelskaste: Was man in Japan D. u. in 
Deutschland Fürst nennt. Gartenl. 14, 336a; Wheine 
Weltr. 1, 203; Dmus. 16, 1, 403; Die feuralen Fur- 
sten Japan's, die Ds. Uat. 3. 21, 106; 45; Volksz. 
14, 22 2c. — Däin-a (litth.), f.; zos: Volkslied. 
5. 6, 59; Ua#.3. 21, 227; 313 (vgl. Giesme). — 
Daint-g (engl. denti), m., —#; zies: Leckerbissen. 
— Dälre (ar.), f.; —#: Handtrommel. — Därri, 
m., —§6; —#: Priesterkönig in Japan: Wenn ich der 
D. v. Japan wäre. W. 4, 9, auch: Dairo. 293 
(vgl. Kubo; Mikaro; Taikun). — Oair-l(engl. 
dẽri), f.; zies: — (frz.) Laiterie (. d.). 3Aohl 
Par. 2, 29. — Daitja: s. Asura. — Däja, f.; —#: 
ältre Bajadere, jüngre im Tanz unterweisend. — 
Däj-an (hebr.), m., —s: —s, -Anim: Richter, 
Mitglied des Bes= (s. d.) Din (s. d.). Frankl Jer. 
1, 241 2c. — Dajol düat (türk.), m.: Werber der 
Werbenden. Hammer 10, 343. — Däh: (in Agyr- 
ten) Art grüner Schminfe. Slobus 7, 28b. — 
Dahai: (bei den Fidschi-Insulanern) Flinte. — 
Dacapo (it.), n., —6: —5: s. da 2: D.-Ruf 2c. — 
Dahatipa, m., —6; —#: In Hinrustan gehören Die- 
jenigen, welche die Stunden nach der Klevseorra an- 
schlagen, zu den D—s ed. Ghariwalas (Räuber od. 
Glöckner) genannten Brabmanen. Ausld. 38, 1131b. 
— Dähia: (bei den Mandäern) „das reine“, Bei- 
name des Hajje (s. d.) tinjane. Petermann Or. 2, 449. 
— Döcha: (in Afrika): Eine Thonpfeife mit Taback 
od. D. (Hanf) gefullt. Gan##enl. 15, 221a. — Oahoil, 
m., —s: —#: (in Ostindien) Die D—s od. Räuber. 
Welslermann 3, 519a; 53äb; Dakoits. Olobus 5, 95b, 
s. Dakatiya 2c. — Däkr-padenalgik (gr.), k.; 
(eyn: ein Leiden der Thränendrüse. nadenktis, 
f. [§J 21, 3, uv. : Thränendrüsenentzündung. 
-Dämorrhüfis, f. [8 24, 3, uv.): Thränen= 
blutfius. ödium, n., —#;ken (/§ 21, 2, 
n.]: Thränchen; Harzkorn. -oblennorrhör, 
f.; —m: Thränen-Schleimfluß. - Nocullala#e, .; 
—(eyn: Leiden des Thränensacks. - nochlis, f. 
18 21, 3, uv.]: Thränensack. pocpflitis, f. 
(S 24, 3, uv.)]: Thränensackentzündung. „goli#h, 
m., —, en; -e, -en: Thränensiein. -nolithĩasis, 
f. [8 24, 3, uv.]): Thränenstein-Bildung -gors, 
m. I[§ 24, 3, Fopis]: Geschwulst der Thränen= 
wege. -Nopgporrhör, f.; —n: Thränen-Eiterfluß. 
Norrhös, k.: —n: -porrhö#s, f. [824, 3, uv. 1: 
krankhaftes Thränenstießen. - nöflagon, n., —;
        <pb n="245" />
        Dalrynosprinx 
0: das Thraͤnentraͤufeln. polprinr, f. [8 24, z, 
Jrüngis): Thränenfistel 2c. — ODakt-bl (gr.), m., 
—(e)s, —en; -#e, —en: in Kreta am Berg Ida (der 
Wiege des Zeus) wirkende sagenhafte Wesen, denen 
die Griechen die erste Bearbeitung des Erzes zu- 
schrieben, theils als Zwerge gedacht ( Fingerling“, 
vgl. Däumling), theils als Priester der Cybele, die 
um des Zeus Wiege einen lärmenden Waffentanz 
aufführten 2c., s. Hederich Myth. 850; Uamler Myth. 
4 ꝛc.; Waffen s dem Heer zu schaffen. Ihr D-e, 
kleinste, so viele! G. 12,128; 138; Fremde Scharen, durch 
welche sie zuerst v. den Metallen u. ihrer Bearbeitung 
Kunde erhielten. Diese Fremdlinge werden Kureten, 
Telchinen, Korybanten, irische (s. d.) 
Den u. Cyklopen genanntk. firiegk 1, 164 2e., s. 
auch Dakthlus. -lioglöph, m., -en, —; -en: 
Steinschneider (s. Lüheglerh). Dazu: Diik, k., 
Steinschneidekunst; risch, a.: darauf bezüglich. 
rliogräph, m., —en, —#; —en: Daktylioglyph 
U.: Beschreiber einer Daktyliothek. Dazu: D-ie, 
f.: Gemmenbeschreibung; Dik, Steinschneide- 
kunst; d-isch, darauf bezüglich. -gliomant, m., 
—en, —6; —en: Einer, der durch Zauberringe wahr- 
sagt. Dazu: D-ie, f. -Hlion, n., —#; -lien (5 24, 
2, n.]: eine Vorrichtung zur richtigen Haltung der 
Hände u. Finger beim Klavierspiel. -pliothek, 
f.; —#n: Ringkästchen. Isuiger Sab. 392; Weiss 
Kost. 1, 287 2c.; eine Sammlung v. Siegelringen, 
geschnittnen Ringsteinen (Gemmen) od. v. Ab- 
drücken derselben. „ölisch, a.: aus Daktylen als 
Versfüßen bestehend (s. arte). -plit, m., -en, —; 
—en: Versteinrung v. Echinitenstacheln (urspr. 
für versteinerte Datteln gehalten). -politis, f. 
[824, 3, uv.]: Finger-, Nagelgeschwür. = plologie, 
f.; —(eyn: Fingersprache. -plomänt, m. c. s. 
Cbiromant. -plon, n., —; zyla (§ 24, 2, n.): 
ein Längenmaß, Zoll. -plonoms#e, f.; —eyn: das 
Rechnen an den Fingern u.: die Lehre davon. 
plopören, pl.: Art Versteinrung v. Bryozoen. 
plos: s. Daktylus. -glosomphöfis, f. [8 24, 3, 
uv.]: das Zusammenwachsen v. Fingern od. Zehen. 
glotheke, f.; —# : Fingerverband, zum Grade- 
halten verletzter Finger. -lus, m., uv.; -ylen 
[8 24, 21: Finger, Zeh; ein Längenmaß, Zoll; 
ferner — Dattel u. bes.: ein Versfuß aus einer 
Länge mit 2 nachfolgenden Kürzen (—.); s. auch 
Dakiol 
Dal: s. da 2. — aläda, f.; 0: Die D. ed. 
der heilige Zabn [Burrha'sl. Whheine Weltr. 1, 144. 
— Dalai-Lama, m., —6; —6: der große Lama. 
(s. d.); auch: Sie verehren nach Fartcatchersmanie die 
Erkremente ihres „Tale Lama“. Scherr Mir. 182; 209. 
— Däler (schwed.), m., —#; uv.: Art Münze 
(ogl. Thaler): 1 Reichsthaler Srecies = 6 D. Silber- 
münze = 18 D. Kupfermünze. Eneykl. f. Kaufl. 712a3. 
— Daͤlk (ar.), m., —(e)s; -e, —6: 1) Kittel eines 
Derwisches (richtiger: Delt). k. 12, 528; Nath. 2, 9. 
— 2) Reisewagen. — Dalhäük (türf.), m., ; 
—: Schmarotzer. Lommer 10, 343. — Dalkilidsch 
(türk.), m., uv.; uv.: Wagehals. eb. — Dall-a, 
ae: s. da 2. — Dälles (hebr.), m., uv.; 0: 
Dame 229 
Armuth. Aladderodalsch 20, 145b. — Hallo: s. da2. 
— Dalmätica (lat.), s.; —# § 24, 1): „dalma- 
tisches Gewand“, langes über die Alba (s. d.) ge- 
tragnes Amtskleid der Diakonen, Bischöfe 2c. 
Deorientk 1, 38; Weiss Kost. 2, 121 ff.; 671; auch: 
Tracht der deutschen Kaiser bei der Krönung. 592 
ff.; G. 20, 244; Unter der goldbrokatnen Kaiser-D. 
Schüching GK. 1, 10 2c. (vgl. Ganrura). — Oalto- 
nismus, m., uv.; 0: die Unempfintlichk. für ge- 
wisse Farben (nach dem engl. Pbysiker Dalton, der 
daran litt, vgl. A- u. Para-chromatorsie; Akranoblersie). 
— Dam-ascener, m., —; uv.: Einer, Etwas aus 
Damaskus; in der v. dort stammenden Weise, 
z. B.: D. Pflaume, Rose ie. U. bes.: D. Stahl, 
Klinge, auch bloß: D., ausgezeichnet durch ihre 
Güte, wie durch die buntgewässerte Oberfläche, s. 
Sarmarsch 1, 144 2c., vgl. Olinre. - asc'eren, tr.: 
Stahl nach Weise der Damascener verzieren; matte 
Verzierungen einätzen; mit Gold, Silber 2c. aus- 
legen. 446; (Mosaik.) Damascierung. 444 re. 
Daneben: Damascenern (henisch) u.: Die Kunst 
der eingelegten Arbeit, des Damascinkerens. Uat3. 
20, 433c. asquette (frz. —k4## ), f.; —: damast- 
artiges Zeug mit Gold= od. Silberblumen auf 
Atlasgrund. assikren, tr.: damastartig weben. 
Cassin (asseng), m., —s; —: Halbdamast. Last 
(—, Dammast, s. Sanders Orth. 40%, m., -(e)s; 
e: 1) die buntgewässerte Oberfläche des Damas- 
ceuerstahls. Kormarsch M. 1, 30; Den sog. kunstl. D. 
Mitlcherlich 2, 2, 129. — 2) ein Gewebe mit großen 
Mustern, dessen vielschäftiger Köper in den Figuren- 
theilen v. andrer Art ist als in dem Grunde, s. G. 
37, 359 ff.; 24, 337; Karmarsch 1, 444; 561 2c.; 
Auf dem D. des Lagers. Zunz (Am. 3, 12) 2c. Jam- 
bisch z. B. Alringer D. 324; Coner 1, 13 2c., dagegen 
troch.: v. 1, 57 ic. Baumwollen-; Halb-D. lmit 
einfädigen Ketten= u. Schußlheilen); Leinen-; 
Möbel-; Seiden; Spiel- (s. Mascaret 2); Wollen- 
D. 2c. (s. cafurd). Als Bsiw. z. B.: D.-Art (C. 
27, 342); zartig;-Flor; -Gedeck; Gewebe; „Muster; 
Serriette;-Tischtuch;-Weber; -Weberei;Webstuhl rc. 
asten (—, dammaslen), a.: aus Damast: Grün- 
(G. 21, 64), roth- (Kügge Rom. 3, 10, 253) d. .—. 
Däme (frz.), f.; Sn (s. 1): 1) Franenzimmer v. 
Stande, früher nam. im Vh. zu den Rittern, jetzt 
zu den Herren 2c., s. Ss.; vrkl.: Dämchen (s. u.); 
Mz. (vereinzelt): Die D—-n#s.# KAuguk 1, 243; forke#r 
R. 1, 301 2c.; ferner in frz. Ausspr. u. Weise: 
Ds (spr., wie Ez.: dam vgl. Madame; Jotre- 
dame, s. Ce 2), nam. in Verbindungen wie: D. 
d’atour (s. d.); D— de la halle (s. d.); D. d’hon- 
neur (s. d.); D. de compagnie (s. d.), de cour 
(l. d.); du lac (s. d.); du palais (s. d.); La 
petite (s. d.) d. 2c.; auch (engl.) D. [tẽm], s. school, 
vgl. deutsche Zsstzgg wie: Anstands-D., nam. als 
Nollenfach. Hüringer 67; Eine Eleganz, die zw. dem 
Benehmen einer Edel--D. u. einer würdigen bürgerl. 
Frau gar anmuthig schwebte. G. 22, 138; EChren- 
D., im Geleit der Fürstin 2c.; Gesellschafts-D., 
eine D. als Gesellschafterin; auch — Salon-D.; 
Haus-D., in einem Haushalt, wo die eig. D. des
        <pb n="246" />
        Damejeanne 
230 
Hauses fehlt, eine deren Stelle vertretende D.; 
Herzens.-D., die Geliebte (vgl. 2a); Die Palast- 
D. Konstanze u. andre Hof-Dn. Auerbach Höh. 3, 414 
(vgl. Schloß-D.); Kammer.D., zur unmittelbaren 
Bedienung hoher Frauen, zumal der Fürstin; 
Kloster-D., vgl. Stifts-D. Chamiso 4, 130; Ge- 
steifte Putzdämchen. Goller Sch. 210; Salon-D., 
die sich in den Salons (s. d.), in den höhern Krei- 
sen der Gesellschaft bewegt u. zu bewegen versteht. 
Bodenstedl E. 1, 29 ꝛe.; auch als Rollenfach. Nals. 
21, 21 2c.; Schloß-D., Palast-D., als Hoscharge; 
Staats--D., zum Hofstaat gehörende; auch — 
Putz-D. G. 22, 391; Zier rämchen. Heine Sal. 1, 
369 cc. Ferner als Bstw. z. B.: D-n-Almanach, 
Kalender (G. 27, 317) ic.; „Cigarren (s. d.); -Fest; 
(Freiheit, nam. beim Tanz, wo ausnahmsweise die 
Dn die Herren auffordern; -Gesellschaft, Kasse, 
Thee 2c.; -Gunst; mäßig; „Papier, feines, zierliches 
Briefpapier; -Pferd, -Zelter; -Sattel; -Welt 2c. — 
2) (s. 1): a) in den frz. Karten ein Bild zw. 
Bube u. König: Karo-; Koeur= od. Herzen-; Pik-; 
Treff-D. — b) im Schachspiel der wichtigste Stein, 
die Königin. — c) (s. b) im Brettspiel, ein Stein, 
der bis in die letzte Reihe des Gegners gerückt ist, 
wo dann zur Unterscheidung noch ein Stein auf ihn 
gesetzt, „aufgedamt“ wird, u. der nun nach allen 
Richtungen u. über eine beliebige Anzahl v. Feldern 
schlagen darf; dann auch: die letzte Reihe des Geg- 
ners: In die D. ziehn ꝛe. u. endl.: das ganze Spiel, 
m. versch. Arten, z. B.: Deutsche D., polnische D., 
Schlag= D. ziehn 2c. Dazu: D-n- od. Dam- 
Brett (auch Damenbrett, Papilio cingia; -Muster. 
G. 37,360; Dambrett-Spiel, -Stein 2c.);-Spiel ꝛe. 
— 3) v. Thieren, z. B.: a) bei den Engländern 
— Mutterstute. Joler Renn. 44. — b) D. od. Ma- 
trone, ein Schmetterling, Bémbyx watrönula ꝛe. — 
4) v. Pfl., z. B.: D. in Trauer, eine Schwertlilie, 
Iris susiäna; Lange D., eine Birnenart; D. Aubert 
lober!, die größte Eierpflaume 2e. — 5) = Hand- 
NRamme (auch Demoiselle). — 6) zuw. verwechselt 
mit Damm, z. B. — Wall stein im Hobofen. — 
7) s. Gua. jeanne [sänn'], f.; —: „Fräulein 
Hänschen“, als Umdeutung eines ind. Ausdtrucks 
(wie engl. Demijohn, s. d.): Zur Absorption des salz- 
sauren Gases dienen große gläserne od. irdene dreihalsige 
Flaschen (Bonbonnes, D—s). Diese Gefäße fassen 
etwa 120 Pfund Wasser. Karmarsch 3, 2.— Damen, 
intr. (haben): Dame (s. d. 2c) ziehn: „Dammen“. 
Aleming 425; 587 tc.; tr.: D., aufd., (eim Dam- 
brettspiel), einen Stein zur Dame machen. haft, 
a.: damenmäßig: Ihre Chaussure war dazu zu d. 
Schüching Verschl. Wege 2, 39; Viedert Turg. Jäg. 1, 
254.— Damenis-atiön, f.; -en: Damenisierung. 
icren, intr. (haben): mit den v. Graun einge- 
führten Silben da, me, ni, po, tu, la, be solmisieren 
(s. d.). — Damir (ar.), m., —; —S : Art Jacke 
mit langen aufgeschlitzten Armeln, auch Tamir. 
Petetmann Or. 1, 110. — Dämis: s. Etamin. — 
Dämmah (ar.), m., —##; —s: s. Beisa. — Däm- 
mar, n., —8; 0: D.od. Dammarpütl, Steinharz. 
Katzenangenharz wird v. dem D.-Baume (Pinus Däm-- 
Dämon 
mara) gewonnen. Karmorsch 1, 446; D.-Firnis. 
Das D.-Harz 2c. 795; D., welches als Schiffspech. 
gebrancht wird. Onen 3, 1423; Das Dammara= 
Harz. 353 (vgl. Kauri 2) 2c. — Oamn (engl., 
dämm): als Fluch, Schwur 2c.: D.! (meist ge- 
schrieben d-n), auch: God (s. d.) d., Gott ver- 
damme, strafe — mich, es ꝛe. -äbel (lat.), a.: 
verdammenswerth, abscheulich. —älio, f. [8 24, 3, 
önis): Verdammung, Verurtbeilung: D. memöris, 
Urtheilsspruch auf schimpfl. Tilgung des Namens 
ꝛe. alion, f.; -en: Damnatio. Jatörius, a.: 
verurtheilend. -atur: „wird verdammt“ zur 
Nichtveroffentlichung, — als Urtheil des Censors 
(s. d.) über etwas zum Druck Bestimmtes, Ggitz 
imprimatur. -atus, a.: verurtheilt: D. repetun- 
darum, wegen Unterschlagung; D. vöti, auf Er- 
süllung des Gelöbnisses 2c. ed (engl. dämmd), 
a.: verdammt, verflucht 2e. (s. damn): Neben der 
wüsten Masse hilf= u. hallloser deutscher Arbeiter, d. 
dutch stötsch] niggers sverstuchter deutscher Negerl. 
Solon 2, 436. Cisicieren (nlat.), tr.: Einem 
Schaden zufügen, ihn beeinträchtigen. -isikant, 
m., -en, —##; —en: der Damnistcierende. isikat, 
m., —en, (—#); —en: der Damnificierte. isihatiön, 
f. z-#en: Damnificierung. -iscus, m. [824, 21: 
Damnißskant. J—o, m., —8; —#: (kaufm.) Abzug, 
den man bei Vermittlung einer Geldzahlung dulden 
mus gleichsam als Vrrausentschädigung für künf- 
tig möglichen Verlust: Noch immer mußte für erste 
Hppothek neben 5 Procent Zinsen ein bohes D. zugestan- 
den werden. N#o#3# 20, 209 ꝛe. (s. Danno). um 
[§T 24, 2, n.]: Schaden, Verlust, Einbuße; auch 
— Damno (s. d.), z. B.: Man gab das Geld ihm, 
roch man nahm ein Halsabschneider- D. Klodde- 
radalsch 18, 213b ꝛe., ferner z. B.: Dümni præstĩtio 
od. restitütio, Schadenersatz rc.; D. dätum, ein zu- 
gefügter Schade (z. B. dölo, böslich; injüria, 
widerrechtlich; cäsu fortüito, zufällig 2c.); D. 
emergens, der Einem erwachsende — positive — 
Schade (Ggstz lucrum cessans); D. fatäle (s. d.); 
D. fortũitum, zufälliger; D. illätum, zugefügter; 
inféctum. ein noch nicht geschehner, aber zu befürch- 
tender; D. in möra, im Verzug; D. irreparäbile, 
unersetzlicher; D. commüne. gemeinschaftlicher; D. 
necessärium, unvermeidlicher; D. pecuniärium, 
Vermögensverlust; D. priratirum, Verlust, sofern 
Cinem ein Vortheil entgeht (s. Lucrum cessaus) rc. 
— Dämogörgon (gr.), m., —#8: 0: D.), nach der 
gr. Mrihe, der im Mittelpunkt der Erde hausende Erd- 
geist. Gerhard W. 2, 209: Namier Myth. 240 rc. — 
Damoiseau (frz. damrafö), m., —; —6, (—);: 
Zungfernknecht, Stutzer (s. Marjolet).— Damokles 
(gr. —) m.: Eigenn.; sprchw.: Das Schwert des 
D., dieses stets drobende Schwerl, wer kennt es nicht? Ueu- 
jodregr. 211; Obhne das D.-Schwert bestänriger Krieges- 
furcht zu Hänpten bängen zu baben. Uatß3. 21, 454; 
Gubkow 3. ö, 7s (s. Eiccro Tuskul. 5, 12). — Damon 
(ar.), m.: Eigenn., bes.: D. u. Phyntias (vd. 
Pytbias), ein berühmtes Freundespaar. W. 19, 
294, s. Sch. M. 1, 250 (Cictto Off. 3, 10). — 
Däm-on (gr.), m., —; -Eönen, zöne; bei den
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        Dämonarch 
Alten, ein überirdisches Wesen, z. B. auch v. den 
Göltern, nam. aber . Mittelwesen zw. Göttern 
u. Menschen (Geistern), s. · z. B. S. 1, 225; 3, 
342 ff.; Genien, bei den Griechen D-en. Namlic Mth. 
198; Kleine, schadenfrohe D-en. 122; Das Lachen 
schadenfroher D-e. Spirlhagen Pr. 6, 125; Oute und 
böse Den... Den Glauben an D—e. W. 30, 20; 
Einem D., d. i. .. einem Mittelwesen zw. der sterbl. u. 
unsterbl. Natur. 17, 45; Eros sei weder schhn .., noch 
ein Gott, sondern ein bloßer D., der 2c. 23, 273; 269; 
83; 18, 123 rc. (vgl. Agathodämon, Kakedämon; 
Dew); bei den Spätern nam. — böser Geist, 
Plagegeist, Teufel ꝛe. Zsstzg z. B.: Bettel-D. 
W. 18, 126 lein Dämon in Bettlergestalt); Strit- 
ten] selige mit Fluch-D-en. G. 3, 114; Liebes- 
Den. Konalbl. 2, 1990; Plage-D. Sch. 45b; 
Rache-D. plalen 2, 158; Revolutions-D. Jacobs 
Verm. 7, 486; Den Volks--D. fesseln. Falmetaytr 
Gs W. 2, 93; Wider-D. C. 12, 187; Guykom R. 
6, 27; 8, 184, ein feindlicher ꝛe. Als Bstw. z. B.: 
D—en-Lehre; = Schen (d Gocchce#o###). w. 30, 
23; Selten ist ein Wahnsinniger so ganz mit seiner 
innern DBen-Wellt beschäftigt. Kohl Pet. 1, 30 4 re. 
Sonarch, m., —en, —8; -en: Geisterfürst. 
onfacus, m. I§ 24, 2): ein vom Teufel Beseß- 
ner. onié, f.; 0: das dämonische Wesen, Sein: 
Die D. der Seele grollt in allen Hebbel'schen Schörfungen. 
DMus. 17, 1, 268. -önion, n., —; önken 8 24, 
2, u. I: (kleiner) Dimon. önisch, a.: von einem 
Dämon (s. d.) herrührend od. beherrscht, in der 
Weise eines solchen 2c.: Mit seinen menschlichen, 
un-d—en Mitteln. Gödehr Gr. 852 . Tonis keren, 
intr. (haben): als Dimon walten: Die r—ee Noth. 
Uiendorf Skizz. 172 2c.; Enter., tr.: den Dämon aus- 
treiben, aus Beses nen (s. exorcisieren). onism, 
m., uv.; 0: der Glanbe an Dämonen. w. 18, 
333; 149; 23, 131; 30, 226 ꝛc. (vgl. Deisirämo- 
nie), auch: D—u s. 36; 58 ꝛe. onist, m., en, —; 
—en: ein an Dämonen Glaubender. onisterei, 
f.; —en: Dämonen-, Aberglaube: So wurde aus 
Religion D., aus Priesterthum Magie. w. 30, 57 ꝛe. 
onistisch, a.: dem Dämonismus huldigend, an- 
hängend. 24; 35; 18, 145. onolatrik, k.; 
—(eyn: Dämonenverehrung. onologies, f.; —+eyn: 
Lehre v. den Dimonen. -onomachia, f. [824, 11; 
onomachi, f. +ey)n: Kampf mit den Dimonen. 
Scheffel Ekk. 15. -onomagie, f.; —(eyn: Geistes- 
zauberei. Gartenl. 17, 3290. -onomanie, (.; 
—(ehn: Besessenheit. -onomantik, f.; —(eyn: 
Wahrsagung mit Hilfe eines Dämons. ono- 
melancholfe, k.; 0: v. Dämonen herrührende 
Melancholie 2c. 
Däna-e (gr.), f., —# —ns; 0: (Myth.) eine v. 
ihrem Vater Akrisius in einen ehernen Thurm einge- 
schleßne Schöne, die Jupiter in Gestalt eines gold- 
nen Regens aufsuchte, mit ihr den Perseus zeu- 
gend. w. 3, 4 2c.; Übrtr. Freiligrath SW. 6, 2 89 2c.; 
s. auch Asteroid. -er, m., —s; uv.: Homer nennt die 
Griechen bald Achäer, bald Hellenen, bald D. Kriegk 1, 
170; so auch bei Virgil, — im Munde der Tro- 
janer — Feind u. danach sprchw.: Ein D.-Ge- 
Danno 231 
schenk, welches elne Aufforderung enthält, sich nun um 
so mehr vor den Gebern zu hüten. Uat 3. 19, 323; 
Schweder Scharnb. 99, vgl.: Timec Danas et döna 
feréntes, was Sch. 29a Übersetzt: Die Griechen fürchte 
ich, u. doppelt, wenn sie schenken. Sde, f.; —m : D-n, 
die 30 Töchter des Danaus, die in der Unterwelt 
— für den Mord ihrer Bräutigame in der Braut- 
nacht — durch rastloses Wasserschöpfen mit durch- 
löcherten Gefäßen büßen mußten. Sch. 95b: D-n- 
Arbeit. Uaiß. 21, 521 rc., vergebliche. Daß ich. 
nicht mit den D—n Eimern aus des Lebens Brunnen 
schöpfte. platen 1, 334; Das D—-n-Fas des Prole- 
tariats zu füllen. Spielhagen Pr. 7, 3. Tdisch, a.: 
in der Weise der Danaiden: D-es Werk. Ten. d. 
Ggnw. 66, vergebliches Mühn 2c. — Dänahe (gr.), 
f.: s. Obolus. — Danäro: s. Denaro. — Däna- 
us, m., nv.; 0§ 21, 2): ein mythischer König 
v. Argos: Des D. Töchter schörfen ewig den Strom 
in bodenlose Gefäße. Ramler Myth. 246 2c.; dann 
anch — Grieche (s. Danaer). — Oänawas: j. 
Asuras. — Oand in (frz. dangdeng), m., —#s; —: 
ein haltloser Einfaltspinsel ꝛe.; auch als Eigenn., 
bes. als Titelrolle eines Molière'schen Lustipiels, 
u. danach sprchw. als Ausruf bei selbstverschul- 
detem Leiden: Tu l’'as (od. eig.: vous I’avez) 
voulu, Georges D. stü la — od. wu lawẽ — wulü 
sborsh' —. -inĩeren, intr. (haben): sich nach- 
lässig hin u. her wiegen. — Dändschur, m., —; 
0: der Kommentar zum Gonrschur (s. d.). Kohl 
Pet. 1, 212. — Dand-p (engl. dändi), m., —; 
—8, zies: ein tonangebender Modeherr, Elegant: 
Die jungen D—s. HBohl Pet. 2, 277 c. haft: a.: 
in der Weise eines Dandys. Hausbl. (67) 2, 107. 
-ismus, m., uv.; O; -pthum, n., —)8; 0: 
Wesen eines Dandys. — Dane (engl. den), m., 
—#8#; —: Däne: D. Forts (s. d.); D.-Pipes (s. d.) 
1e. — Danebrog, m., —s; 0: „Dänenfahne“: 
Die Fesiung mit dem hochragenden D. Gutzkow 3. 1, 
293; Ein Kriegsfahrzeug mit flatterndem D. Kügge 
Rom. 3, 4, 4 2c.; bes.: D(-s). Orden, s. Weiss 
Kost. 2, 723. — Dangeer (frz. dangsh-e), f.; —: 
Gefahr, — vralt.: Sein Trommeln u. Tromreten 
bringen euch kein Dangier., (reiligrach SW. 1, 117. 
Seren C(erby, Serös, a.: gefährlich; weibl. 
Dereuse Ispr. erös!, z. B.: In allerlei liaisons 
d-ereuses u. innocentes I—häng, gefährl. u. un- 
schuldigen Verbindungen]. Spielhagen Pr. 3, 28; 
7. 178 ꝛe. — Däniel (hebr.), m.: Eigenn. eines 
jüd. Proxheten, auch — mit Bezug auf die „Hi- 
storie v. der Susanng“", als Bez. eines weisen 
Richters. Schlegel Kaufm. 4, 1. — Danima (pers.), 
f.; —§; -e, f.; — : Rechnungsmünze = 1/1000 To- 
man: Man rechnet hier lin Bassora) nach Mamudis 
zu 10 Danimes à 10 Flouches. Ein Toman hat 100 
Mamudis 2c. Encykl. f. Kaust. 94b. — Oänischmend 
(pers.), m., —s; —#6: „ein Gelehrter“, als Titel 
der niedern muhamedanischen Geistlichen. — 
Danis frren, tr.: zu Dänen, dänisch machen. — 
DOank (pers.), m., —s; —-§, uv.: Nhapsodie: Die 
einzelnen Gesänge (D.) seines Exos. Rosenkranz Gsch. 
Pees. 332. — Oanno (it.), m., —; —, -i:
        <pb n="248" />
        232 Dansai 
Damnum. — Hansäk, u., —; 0: in Japan, die 
Strafe der Enthauptung. Mag. b. Auslb. 36, 33a. 
— Daͤns-a, f.; —s: s. Balada. ant (frz. dang- 
fäng), a.: tanzend; mit Tanz verbunden: The 
(s. d.), Dcheuner (s. d.) d. ꝛc. —nte (span.), m., 
6; —; f.; —#: Tänzer (in). Globus 7, 290b. -e 
(frz. dängf'), f.; —s: Tanz: Die s. g. niedrigen Tänze, 
d-s basses, bei welchen man weder sprang noch 
hüpfte. Westermann 3, 546b; D. macabre (s. d.) od. 
D. des morts sdã mör], Todtentanz. -ceur ör, 
m., —8; —# : Tänzer: Die d—s de corde [Seil- 
tänzer). H#leit Bül. 195. -ruse [öÖf1, f.; —: 
Tänzerin rc. — Dänske (rän.), m., —#; —s: 
Däne: So ein verdammter D. Hausbl. (66) 1, 342 2c. 
— Dänta, m., —§; —: der amerik. Tapir (s. d. 
u. Anta 1). Srenzb. 24, 2, 911.— Oante, f.;: —8, 
—n: Spielmarke, Zahlpfennig, s. Tantos. — Dan- 
lin (skr.), m.: Elephant. Globus 6, 115a. 
Daphn-e,. s, —s); —s, —: Name v. Nym- 
phen (s. Asteroir), bes. eine vom Apoll geliebte, die in 
einen Lorbeer verwandelt wurde; der Lorbeer (auch 
n.: ein durch seinen heiligen Lorbeerhain berühmter 
Ort bei Antiochin. w. 16, 127; 25, 245); auch 
eine Pfl., Zeidelbast (als Gattung Darhneen, 
Daphnosden); ferner eine Art Muschel (Auche) r2c. 
ephöre, m., n; In: Lorbeerträger bei den 
Daphnexhörken, einem Apollofestin Theben. -ĩn, 
n., —s; O: ein Bitterstoff im Zeidelbast. -it, m., 
—en, —#; en: versteinerte Lorbeerblätter. -oden: 
s. Daphne. -omantte, f.; —(ehn: Art Wahrsagung 
aus Lorbeeren. — Dopifer (lat.), m., —; —6 
[§S 24, 2, iferi!: Truchseß, z. B. in den Kloster- 
schulen Gahrdt 1, 86) u. bes. als Hof-Amt. ät, 
n., —(e)s; —e: Truchseß-Amt. 
Där (ar.): Haus, s. Dari u. Us ud D. — 
Darabahheh (ar.), k.; —s: Handpauke, in Sen- 
när 2c. Globus 4, 6a, vgl.: Der Klang arabischer 
Trommeln (Darakucka). 7, 52b; Trommel u. Tara- 
buk. 7, 52b; Lieder, die sie mit ihrer klagenden 
Daarbuka begleiteten. Grube Ch. 2, 202, m. 
Anm.: Ein Krug aus Steingut von sehr gefälliger 
Form . Der Beden dieses Krugs ist v. Pergament, 
worauf man mit den Fingern streicht u. schlägt 2c.; Die 
Darabukkeh. Weiss Kost. 1, 111; 2, 299 2c. — 
Darafuil, m.: Das zweite Gesicht heißt auf gälisch 
D. Giobus 7, 340a (Il. Deuteroskopie). — Darbar 
(pers.), m. (n.), —#s; —#: Morgenaufwartung bei 
ind. Fürsten 2c., Stgatsrath 2c. Ausld. 39, 2944a 
r2c., auch: Zweimal hielt Sir Robert Napier einen 
großen Empfang ab, den ersten in Mukhun. Der 2te 
Durbar wurde im Lager v. Aschangi gehalten. Uot. 
21, 189; Seinen letzten großen Durbar (Nalbsver- 
sammlung der hohen Würdenträger u. Räthe). Globus 
6, 146b. — Daͤrd (frz.), m., —eys; —en: Wurf- 
spieß: D—en-schwingende Völker. V. Georg. 2, 168. Ten: 
den Wurfspieß werfen. Fischart. — Dardanäri-at 
(lat.), n., —e)8; —e: Kipperei, wucherlicher Auf- 
kauf v. Lebensmitteln 2c. -us, m. [S 24, 21: Kip- 
perer. — Dardan-illen, pl.: die Felsenschlösser, 
welche die Meerenge des Hellesponts beherrschen, 
u.: die Meerenge selbst, s. Sch. 89a; auch ver- 
Dat 
allgemeint: Hier sind die D. des todten Meers. fal- 
merayer GsW. 1, 225; Die D.-Enge. ebd. us, 
m. I§ 24, 2): ein Sohn des Jupiter, Stamm- 
vater der trojanischen Könige, daher: Där- 
daner, Dardänker (Sch. 29a) — Trojaner; 
dardänisch, trojanisch 2c. — Dardär (hebr., 
ar.): Art Distel. p##mann Or. 1, 74. — Där- 
den: s. Dard. — Dare (lat.): geben (i. Dat; 
datum, detur 2c.); auch n. — Debet. — Dareike 
(griech.), m., —n; In: altpersische Gold- 
münze (nach dem König Darius): Golrene Dn. 
Kohl Per. 1, 279; Dariken. Heine Rom. 233; W. 
5, 7; 22, 12; 23, 2; Zunz (Est. 2, 69; 9, 27 2c.); 
Einen Gol ddareik os od. Kyzikener. Müstow gK. 102 2c. 
— Daresch-Schifa (türk.), n.: Spital. Hammtr 
10, 343 ꝛc. — Därham, m., —8; —: törk. 
Münze, s. Derhem. — Dari Seadet (türk.), n.: 
„Haus, Pforte der Glückseligk.", Harem. Hammer 
10, 343; 2, 216, auch: Deri S. ebd.; s. Dar. — 
Därii: Schluß in D. Rabner 1, 143, bei den Scho- 
lastikern, ein bejahnder Schluß aus einem all- 
gemeinen Ober= u. einem bejahnden Unter-Satz. 
— DOar-ihe, m., —; In; icus, m. [8 24, 21: 
s. Dareike. — Dark (engl.), a.: dunkel: D. horse, 
dunkles Pferd. Zoler Renn. 49, bei Wettrennen, ein 
bis dahin unbekanntes. -ep i##. m., —6; —#: ein 
kleiner Schwarzer, Negerkind. Uaiß. 20, 337.— 
Därn (engl.), tr.: Strümpfe 2c. stopfen: Baum- 
wolle zum .. Strümpfestorfen, D-ing-cotton. 
Koht Engl. 2, 180. — Därogath) (vers., ind.), 
m., —§s; —#: Stadtvogt; erster Policeibeamter. 
Westermann 3, 521b; Hammer 10, 343. — Daron 
nedwet (türk.), n., —s; —#: Rathhaus. ebd. — 
Dars#e (frz.), f.; —sn (it.), f.; zöne: Bin- 
nenhafen (vgl. Arsenal). Uai3. 22, 5 1 2c. — Därsis 
(gr.), f. [8 24, 3, uv.]: das Abhäuten, Wund- 
werden. — Dart-os, -us, m. (§ 24, 2): Fleisch= 
haut des Hodensacks. — Oartrös (frz.), a.: mit 
Flechten behaftet. — Darul (türk.): D. Hadiz, 
Uberliefrungsschule; D. Kirajet, Koranlehrsaal. 
Hammer 10, 313. — Därwand (pers.), m., —S; 
—8: Der finstre König der Ds, der Lügendrache. Seine 
Urwohnung ist die tiefe Finsternis, der Duzakh. Uhlond 
Schr. 1, 194, vgl. Dew. — Darwinismus, m., 
uv.; 0: die Lehre des engl. Naturforschers Ch. 
Datwin (geb. 1809) v. der Erzeugung der Arten 
durch natürliche Züchtung 2c. Globus 9, 45b; Kag. 
d. Ausl. 36, 270a; Uat.3. 21, 291 rc. 
Dasät (pers.): D. Arjan, eine Pfl., Schafgarbe. 
Pciermann Or. 2, 163. — Daseni: s. Jesiri. — 
DOastur: s. Destur. — Däs-pma lgr., § 24, 3, 
n., Fmatis): Rauheit, Struppigk., bes. der Augen- 
lieder. -omster, m., n., —#; uv.: Luftdichtig- 
keitsmesser, Manometer. -pus, m., uv.; uv.: 
Gürtelthier (s. QOuirignincho). -tes: 1) f.; 0: 
Dasyma. — 2) m., uv.; uv.: Himbeerkifer. 
Ohen 5, 1746. -ürus, m. I§ 24, 2): Beutel- 
marder. 
Dat (lat.): er 2c. giebt, z. B.: D. Galsnus 
opés, d. Justiniänus honöres, päüper Aristotelés 
cõgitur ire pedés, Galen ldie Arzneikunstl giebt
        <pb n="249" />
        Data 
Schaͤtze, Zustinian [die Rechtsgelehrsamk.] Ehren- 
stellen, der arme Aristoteles [die Philosophie] muß 
zu Fuß gehn; D. veniäm corvis, vexdt censüra 
columbas, Raben gewährt Nachsicht die Kritik, doch 
schilt sie die Tauben 2e. — ODät-a (lat.), pl. v. 
Datum (s. d.), z. B.: Die bestimmten D. der Firmane 
anzugeben. WMũller Ngr. 1, XXIX 2c.; bes. aber: 
das Gegebne als Stoff der weitern Entwicklung, 
des daraus zu Felgernden; Thatsächliches rc. 
Iv müler 7, 392 2.; Zede Wissenschaft geht immer 
v. 2 Haupt-Datis aus. Schopenhautr Welt 34; zuw. 
noch mit unnöthigem s als Zeichen der Mz.: Mehr 
Ds (od. Daten), weniger Räsonnement 2c.; auch: 
D. ét accépta, Ausgabe u. Einnahme. aria (it.), 
f.; 0: D., eine Abtheilung der päpstl. Kanzlet, die 
ihren Namen davon hat, weil sie alle Ausfertigungen 
datiert. Sie verfügt über alle eingehenden Bittschriften 
u. vergiebt alle Pfrunren. W. 30, 440; In Rom bei 
der Behörde der Gnadenertheilung der Säcra D. Gutz- 
kow 3. 7, 350; 101 2c. -ãrio, m., —#: -ãrii: der 
Vorsteber der Dataria: Von dem D. [Drckf. Do- 
tario) der räpstl. Kanzlei. polko SchFr. 1, 18, auch 
(lat.) Datärius [8 24, 2): Dem Panst u. seinem 
Datario. Kutder 1, 296b. -ikren: 1) tr.: das Da- 
tum eines Briefs, einer Urkunde ꝛe. angeben, so 
auch: Vor., Ggss: (zu)rück- d. (s. anteratieren): 
Kraft der am 17. Juli 1806 vollzegenen, auf den 
12. Juli zurück atierten Rheinbundsakte. Scherr Bl. 
2. 210. — 2) tr., refl., intr. (haben): die Zeit- 
rechnung für etwas Bestehndes v. einer Zeit, einem 
Ereignis beginnen, z. B. tr.: Jahrzebnt, mit [gw.: 
von] welchem Tieck die Wiedergeburt des deutschen 
Theaters datiert. Guhrauer Less. 1, 156; Immermann 
M. 4, 199 2c.; refl.: Die meisten jetzt noch blühenden 
Ortschaften d. sich aus diesem Zeitalter. Hebtl 3, 119; 
G. 27, 181 2c.; intr.: Sein Vh. mit Lottchen, das 
v. Kindheit an datierle. pückler Südestl. 1, 147; 
Grtenzb. 26, 3, 151 rc., auch Zsstzg, z. B.: Die 
sreunrschaftlichen Beziehungen .. d. um einige Jahre 
zuruck (sind so viel älter]. ebd.; Sartenl. 16, 289a; 
püchler Südöstl. 1, 18; Priovilegien, welche aus der 
Zeit her- d. Ring Kurf. 1, 132 2c. Tio, f. [8 24, 
3, iönis): das Geben, nam. (Rechtsspr.): D. de 
mänu, Entlassung aus der Knechtschaft; D. in so- 
lütum, Abtretung an Zahlungsstatt; D. curatöris, 
s. tutöris, Bestellung eines Vormunds 2c. — Da- 
tisca, f. [§ 24, 11: eine Pfl., aus der Familie der 
Datiscern. Dazu: D.-Gelb ꝛc. — Datismus, 
m.: s. Barbarismus. — Oäat-iv (lat.), m., -; 
—e; -inns, m. I§ 24, 2: der 3te Kasus (s. d.), 
der „Gebefall“ (s. erhisch 2); wortspielend: Per 
d—um srurch Gaben, Bestechungs ins Amt gelangen 2c. 
Dazu: Disch, auch: Abweichung gewisser Fermen 
von den rein den. Grimm (Wochern. 4, 112713). — 
Dätka (russ.), m., —: -s: s. Diätka. — Oät-o, 
adv.: heute, jetzt. Gotihelf Sch. 33; Aöriche N. 
104 2c.; Bis d. Heinse A. 1, 288 c.; Zud. Berlichingen 
146 rc.; A dato an. w. 11, 230 rc. (s. Damum); 
auch: D.-Wechsel, dessen Verfallzeit vom Tag der 
Ausstellung an gerechnet wird, wo es z. B. heißt: 
Zwei Menat a d. zahlen Sie 2c. — Datolith (gr.), 
David 233 
m., —e)8; —e: ein zu den Titaniten gehöriges 
Fessil. O#n 1, 280. — Oälsch-a (russ.), , 
f.: zen: russiische Villa: Katharing, unter der er 
Name D—a (Gabe) für Villa entstand; denn sie ver- 
schenkte .. Grunrstüucke .. an ihre Günstlinge .. zum 
Bauen u. Anlegen v. Villen u. Gärten. .. Privar= 
D-en... Insel- D-en. Kohl Pet. 2, 270; Eine 
Dalsche. 274 „c.: Sürr. 1, 116 c. — Dätshija: 
s. Diäika. — DOattüreas, m., uv.; uv.: Gift- 
mischer in Ostintien. weß###emann 3, 519a. — 
Dat-um (lat.), n. (m.), —s; —, zen (§ 2i, 2, 
n., s. Dat-a, ro: Angabe v. Zeit u. Ort für die 
Aussertigung einer Urkunde, eines Briefs 2c.; die 
genau best. Zeit eines Ereignisses 2c.: D. sod. ge- 
geben] im 169sten Jahre. 2. Matt. 1, 10; 11, 21 21c.; 
Gregeben, Brussel am — (D. u. Jahrzahl werden un- 
deutlich gelesen). G. 9, 231; D. ut süpra; ut rétro 
— das D. wie oben; wie umstehend 2c.; Was für 
ein D. [den wievielten Tag des Monatss schreiben 
wir beute?; Er starb pôst Christum nãtum, ich weiß 
nicht mehr das D. B. 20b; Berühmtheiten vom jüng- 
sten D. Nodenberg ParB. 209 2c.; Die Ursachen des 
alten Dati [Dseines verspätet abgegangnen Briefsl. 
fiont SW. 11, 1, 23 2c.; auch m., z. B. 68Schmid 
Kanzl. 1, 248; Chümmel 5, 99 rc. (Vralt.: Sein D. 
[Zuversicht, Hoffnung] setzen auf Etwas 2c.). Als 
Bstw.: D—s-Uhr, außer der Stunde 2c. auch den 
Monatstag angebend durch einen D.-Weiser, 
Zeiger. — Datür-a (ulat.), f.; —# [8 24, 11: 
Stechapsel. = in, n., —e)s; 0: Alkaloid im Stech- 
apfelsamen 2c. — Oatüs, m., uv.; uv.: Malalische 
D., d. h. Edelleute. Ausld. 35, 1018b. 
Daũ, m., —6; —6: Art Schiff mit einem gro- 
ßen 3= od. 4-eckigen Segel: D.-Arab, an der arab. 
Küste; D.-Cesrlon, in Ceylon. dobrik 589b 2c. — 
Daua (türk.), n., —s;0: ein Mittel aus Kalk, 
Operment 2c. zum Wegätzen v. Haaren. Kurhord 
Konst. 2, 45 ff. — Dändus, m., uv.; uv.: (in 
Ceylon) Angelfischer. WhHeine Weltr. 1, 86. — 
Danileh, m., —s; —s: s. Dujeng. — Oanulet 
(türk.), n., —#; —: Reich, Regierung. Ausld. 39, 
123b, s. Zemin: auch: Dewlet, z. B.: Die Statuten 
des neuen Staatsrath Schurai Dewlet. Ua# 2 1, 227; 
257, s. Babi u.: Erkiani Dewlet (Stützen des Reichs). 
Hommer 2, 223; Dewleiln (Titel der Wesire). #5, 
110; Motamered Dewlet, Staatsminister. 10, 359, 
vgl.: Atemandulet. — Oaumont (frz. domöng), 
m., —; —: Art Kutsche: In einem offnen D. Ugt3. 
20, 504. — Oauphe in (frz. dofeng), m., —s; —: 
Delvhin (s. d.), — bes. als Titel der frz. Kren- 
prinzen bis zur Julirevolution (nach der Daurbiné, 
Provinz v. Frankreich). ine □in), f.; —s: Ge- 
mahlin des Dauphins: Art Winterbirne; Art 
Zeugstoff 2c. — Dau wosa, m., —; —: bei den 
Firschi-Insulanern ein Redner, Priester. Glodus 
9, 81b. 
Oavid (hebr., oft fälschl. gespr.: däfir), m., 
—8; s, —e: Eigenn.; im Kartensp.: Pif-Konig 
(s. Aleranrer) seem.: eiserne Stützen, woran die 
Boote des Schiffs hängen. Bobrik 2 33; Preuß. Exped. 
1, 224; Die kolossalen Davits. Gttnzb. 26, 3, 52;
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        Davier 
234 
26, 1, 124 (Drckf.: Darids) 2c.; auch — taube 
Jütte zum Heben des Ankers, best.: Boot-D. ꝛt. 
Als Bstw. z. B.: D—s-Gerste, -Korn, Ilôr- 
déum cœlẽste; Harfe, Art großer Harfe; Art 
Schnecke: = Vogel, der Sprosser (nach dem Lock- 
ruf D., s. Ohen 7, 39, vgl.: D.-Schlag. sõwensttin 
Kinderg. 52b) 2c. — Davier (frz. dawjẽ), m., —s; 
—#: Füge-Zwinge, -Bank der Tischler; Zange der 
Zahnärzte (Pelikan); seem. — David. — Da- 
vörsen: s. Tawor 2c. — Oaons (lat.), m. /§ 24, 
2): ein gw. Name der Sklaven im röm. Lustipiel; 
sprchw. nach Terenz: D. süm, non Oẽdipus (s. d.), 
z. B. w. 32, 146 rc. — Davvrro (it.): fürwahr 
(s. da 2). Hausbl. (67) 2, 176. — Dawamöesk, 
m.: in Agypten — Haschisch (s. d.). Hausbl. (60) 
3, 472. — Dawäsen: s. Jesiri. — Dag: 1) s. 
Dei. — 2) (engl. rẽ), m., —s; —: Tag: Die Tage 
der Heiligen, die s. g. patrons’ spẽtrns] d—s zu feiern. 
Salon 1, 386; Nomination (s. d.) d.; D.-school, s. 
school 2c. — Dapa: 1) s. Daja. — 2) D. bed. lin 
der Sabaro] eine Vertiefung, welche dem Wasser keinen 
Abzug lässt; aber die meisten D—s haben niemals Wasser. 
Globus 5, 137b. 
I. De, präp. [§ 111: 1) (lat.), z. B.: De 
güstibus nön sst disputändum, über Geschmacks- 
sachen ist nicht zu streiten: Dô mörtuis nĩl nisi 
böne, v. Todten soll man Nichts als Gutes sagen; 
Dẽ läna (s. d.) caprina; Dẽ fäcto (s. d.) u. dé 
jüre (s. d.); Rögala (s. d.) dẽ tribus (terminis), 
gw. verkürzt: Regel () detri, Ansatz, wonach 
man zu 3 Größen die zur Proportion fehlende 4i# 
findet, vgl.: Rögula dẽ quinque, Fünser= (od. 
doppelter Verhältnis-) Satz 2c. — 2) (frz. rẽ): 
von, aus 2c.; zur, Bez. des Genit.-Bhes 2c.; D; 
bon ceeur (s. d.); De bonne gräce (s. d.) 2c.; ver- 
schmelzend m. dem Artikel: du (st. de le); des (st. 
de les); ferner vor Vokalen apostrophiert: d'. — 
3) (it.) De’ = dei, j. di. — II. De (frz. re), m., 
—8; —#: Würfel; Fingerhut; D. à emboutir (s. d.). 
DOa (lat.), f. [8 24, 11: Göttin: Der Kultus 
der .. Flurgöttin D. Dia (s. d. 3). Grenzb. 25, 1, 
227 c. — Dcad (engl. derd), a.: todt, s. Calm — 
auch: matsch (im Spiel). Bazar 14, I76e, D. räb- 
bit ltodtes Kaninchen)— Rowdy (s. d.) in Phila- 
delphia. — Oealbakiön (lat.), f.; Sen: das 
Weißen, Tünchen, Weißsieden. — Oean (engl. 
din), m., —§; —s: Dekan (s. d.): JSahreseinnahme 
des sog. D. od. lfrz.]) Doyen of Zersey. Natz 19, 609. 
Serg, k.; zeries: Die D. (Dechanei). Kohl Engl. 2, 
13. — Dear (engl.), a.: theuer: My d., mein 
Theurer! 2c.; im Superl.: Was hast Du, dearest? 
O Liebste, Theuerste! Spielhagen Pr. 7, 64 rdc.; auch 
als Betheurungswort: O d. 2c. — Ocartihula- 
tion (nlat.), k.; -en: 1) Verrenkung. — 2) 
Diartbrose (s. d.). — Ocauration (ulat.), k.; 
—en: Vergoldung. 
Dẽb, m., —; 0: (in Centralasien) Sitte, 
überkommner Brauch, Herkommen. Giobus 9, 38a; 
7, 190a. — Debaͤel-age (frz. —äsh), f.; -n: 
(seem.) Fortschaffung der Belemmerung (s. d. Ss.) 
in einem Hafen, Schiff 2c. -tur Cör), m., —S; 
Debilitas 
—6 : Aufseher bei der Debäclage. -UEren, tr.: die Be- 
lemmrung fortschaffen. — Oeball-age (frz. äsh.), 
f.; —m: Auspackung. ieren, tr.: Emballiertes 
(s. d.) auspacken. — Qeband-ade (frz. debangräd.), 
f.; —n, —#s; -ement (mang). n., —#6; —#: Deban- 
dierung. - ieren, tr.: die Bande der Zusammen- 
gehörigk., den Zusammenhalt auflösen; refl., bes. 
v. Truppen: „sich entscharen“ (Sch. 45 Sa), sich 
haltloes auflösen 2c.: Die Debanrierung der päpstl. 
Armee. Ua# 3 20, 474. — Drban-Rifren, quik 
ren (frz. —bank-), tr.: beim Hazardspiel die Bank 
srrengen. — Oebard-age (frz. —äshe), f.; —n: 
Ausladung, nam. v. Brennholz, aus dem Schif. 
eur Cör), m., —; —s, —e: Schiffsauslader; 
auch: Die Minverzahl der Damen waren Deminos, die 
Mebrzahl tung die reizende Tracht der D—s: ein weites 
Pantalon v. Atlas u. ein Männerhemd v. Battist. 
Meißner Sans. 1, 281; Sie tanzt in den strammen seir- 
nen Höschen als D. Wochenhusen Eva 63; Damen im 
Badekostüm. .. Das D.-Kostüm der Damen. Bastiono 
273 2c. „ Kren, tr.: ausladen, aus dem Schiff. — 
Debarqu-ement (frz. —arkmäng), n., —8; —62 
Ausschiffung (v. Truppen, Gütern). -eren, tr.; 
intr. (sein): ausschiffen: Als ich in Abu-Haras de- 
bar kierte. Augsb.3. (1844) 1697a; Nach u. nach de- 
barkierte man auch meine Effekten. pückhler Südöstl. 1, 
447; Die eben erst debar kierten Osficiere. 179 2c. — 
Debarrass-ement (frz. mäng), n., —+—; —6: 
Debarrassierung. - Wren, tr., refl.: das Obi. von 
Embarrassierendem (s. d.) befreien, losmachen 2c. 
— Oebätt-e (frz.), f.; —n: Wortkampf, die Be- 
sprechung, Verhandlung eines Ggstds v. versch. 
Gesichts= u. Standpunkten aus (vgl. Diskussion): 
Im Parlament, in der Kammer wird die D. eröffnet, 
geschlossen; Sich an der D. betheiligen 2c.; Kammer-; 
Parlaments-D. 2c.; General-(Nat3 21, 279). Spe- 
cial-D. 2c.; Die lebhaftere Seiten-D. Gutzkow Z. 5, 
172. Zer, m., —#; uv.: Einer, der debattiert, es 
versteht. Scherr Gr. 1, 168; engl.: Debater ldi- 
beterl. Er#, intr. (haben); retl.; tr.: Uber 
Eiwas d.; es d., eine Debatte führen; Sich d. püiler 
Suröstl. 3, 359; mit Einem herumer., streiten. 
Kohl A. 2, 60; Dein deutsches Gemuth. Hat es üch 
endlich aus debattiert u. auspolinsiert? Gutzkow 3. 
2. 312 c. — Debanch-ant (frz. debohsch.ing, 
zänt), a.: ausschweifend, verführerisch. e, (.; 
—n: Ausschweifung, Urpiges Leben. —é6, m., —S; 
—# : ausschweifender Mensch, Lüstling: Parfümierte 
Cinäden, aimables D—s. W. 30, 292 2c. -ieren, 
intr. (haben): ausschweifen, ein wistes Leben 
führen; tr. (fakt.): verführen. — Oebrll-ation 
(lat.), f.; —en: Uberwältigung. ator, m., —#; 
ren: Uberwältiger. -irrn, tr.: vollständig be- 
siegen, überwältigen. — QOeb-ent (lat.), m., Sen, 
—5 ; Sen: Schuldner. -entür, I.: —en: zurück zu 
empfangender Zollvorschuß; Empfangschein. -et 
er soll; ist schuldig; n., —s; „s6: (kaufm.) das 
Soll, — Ggstz: das Haben (Hätet, Krerit; vgl. 
Debitum). G. 15, 5; HKohl Pet. 2, 10; Pbiertelj. 18, 
47 2c.: Die D.= (u. Kredit.) Seite im Hauptbuch 2c. — 
Debil (lat.-frz.), a.: schwach. -ilas, k. [8 24,
        <pb n="251" />
        Debitität 
8, itätis): Schwäche: D. ãnimi, Geistesschwaͤche 2c. 
„itãät, f.; -en: Schwäche. -itation, f.; —en, —: 
Schwächung, Entkräftung. itieren, tr.: schwi- 
chen. — Oeb-it (frz.): 1) m., —; —#: Waaren- 
vertrieb, Absatz. — 2) als Bsiw.: Schuld (s. De- 
bitum), z. B.: Viele Häuser waren verschuldet und 
kaiserliche D. Kommissionen ernannt. G. 20, 91; 
D.= (od. Konkurs-) Masse; = Wesen 2c. ikänt, 
m., -en, (—); -en: Einer, der — u. sofern er — 
Waaren vertreibt. -itièren, ir.: 1) Waaren ver- 
treiben, verichleißen 2c.; übrtr.: Etwas verbreiten, 
unters Publikum bringen 2c., z. B.: Eine Nachricht 
d. — 2) Einen d., ins Konto des Debets schreiben, 
lelasten (Cigstz kreritieren). ito (ir.), n., —; 
—#8: Debitum. eitor, m., —; ören (§ 21, 3. 
öris): Schuldner: D. assignãtus (s. d.); céssus. 
(s. d.); chirographärius (s. d.); dẽ füga suspecktus, 
der Flucht verrächnger; fugitĩvus, flüchtiger; here- 
ditärius, der einer Erbschaft Etwas schuldet:; hypo- 
thecärins, Hyvothekenschuldner; cambi#älis, Wechsel- 
schuldner; commünis, Gemeinichulener (s. Cri- 
darius); in sölickum, der fürs Ganze haftet; mo- 
rösus, säumiger; obærãtus, überschuldeter; pignora- 
titius, Pfandschulener; principälis, Hauptschuld- 
ner: püblicus, Staatsschuldner; putativus, ver- 
meintlicher; usurärius. Zinsenschulener 2c. -itrir, 
f. [8 24, 3, -itricis): Schuldnerin. itum s8 24, 
2, n.]): Schuld, z. B.: Debita activa (s. d.), 
Ggstz passivra; D. Ghcértum, (un)sichre; (inbexi- 
givile, (un)eintreibbare; feudäle, Lehns-Pllicht, 
-Schuld; hereditärium, Erbschuld: cambiäle, 
Wechselschuld; conjugäle, eheliche Pflicht; cou- 
sensuäle, mit gerichtlicher Zusimmung gemachte; 
legis, gesetzmäßlge; (ilsliquidum, (unh)erwiesne; 
natũræ, der Natur zu zahlende (der Tod); perps- 
tuum, unablösliche; püblicum, dem Staatsschatz 
zu entrichtende 2c. — Oebl-ar (frz. —), m., —; 
s: Deblay##rung. -anĩeren □f), tr.: Erde, 
Errschutt fortarbeiten, wegräumen; bef.: nach 
einer Belagrung die Laufgräben zerstören. — 
Deblock-, Debloqu-ement (tebleckming). u., — S; 
—6: Deblockierung. #irren, tr.: die Blockade 
(s. d.) aufbeben, einen Platz entsetzen; (Buchtrr.) 
blockierte Buchstaben durch richtige ersetzen. — 
Debonnaire (frz. —är), m., —; —: ein gut- 
müthig schwacher Mensch. — Debord-ement (saz. 
—’ming), n., —s; —s: Debord-ierung; ziertheit. 
- Eren: 1) intr. (haben, sein): a) überlaufen, — 
v. Gemwaͤssern, der Galle 1c. — b) Deberdiert, außer 
Nand u. Band, ausschweifend 2c.: Die Deber- 
diertheit. — 2) kr.: a) die Bordüre abtrennen. 
— b) (Kriegsk.) den Gegner überflügeln. — 
3) refl. (auch v. Obj.): Ein Schiff rebordiert (lich), 
macht sich nach dem Entern los. — Oebottikren 
(frz.), ir.: entstiefeln. — Debouch- (frz. 
husch-), m., —s; —s#: -ement C□mäng), n., -; 
—#8: Mündung einer Schlucht, Ausgang aus einem 
Engraß 2c.; (kaufm.) Absatzweg u.: Wagaren- 
absatz. ren, tr.: Flaschen entstörseln, auch o. 
Obj.: Er batte gut Tiniert u. debouchiert. Bazar 14, 
75b 2c.) Waaren absetzen; intr. (haben, sein): 
Derenz 233 
aus einer Enge 2c. hervormarschieren. — Oebour-s 
(frz. rebur), m., uv.; uv.; —6, n., —s; -; 
„sement (smäng), n., -s; —8: Geldauslage, das 
ausgelegte Geld (it. Disbörso). -sĩeren, tr.: Geld 
auslegen, vorschichen 2c. — Debris (frz.-)), pl.: 
Trümmer, Heerestrümmer. — Debrouill-ement 
(frz. rebruljmäng), n., —; Entwirrung. 
* 
yleren, tr.: Verwirrkes in Ordnung brungen, ent- 
wirren. — Debuchieren (frz. —khüsch-), intr. (ha- 
ben): von Nethwild 2c., aus dem Busch bervor- 
brechen; (Kriegsk.) seinen Stand, das Lager ver- 
lassen. — Hebusqu-ement (krz. rebuskmäng), n., 
— ; —# : Debusquierung. keren, r.: (Kriegsk.) 
aus einer vortbellhaften Lage ed. Stellung ver- 
treiben, vertringen. — Deb-ut (frz. —#), n., —; 
—: das erste Auftreten, nam. eines Schanwielers. 
ütant, m., —-en, —; en: ein zum ersten Mal auf 
der Bühne Auftretender: D-in. ülikren, intr. 
(haben): zum ersten Mal auftreten. 
Decedieren (lat.), intr. (sein): abgehn, wei- 
chen. — Dec-em (lat.): zehn; m., —; —: der 
Zehnte, als Abgabe an die Geistlichen; auch übrtr.: 
Seinen D. bekemmen, sein Theil; Das, was Einem 
zukommt, gebührt, — oft v. etwas Unangenehmem. 
mber, m., —s; uv.: der letzte, 1I2te — vom 
Maärz (s. Martius) an gerechnet, 10te — Monat 
des Jahrs (Christ-, Heil-, Winter-, Wolfs-Monat#: 
D.-Abend; -Frest (J. 299a); Wie Thiere der D.= 
Hunger treibr. IP. 23, 195 (vgl. Welfshunger); 
D.-Kälte; Die Siegesthat dkes D.-Mannes. 
Volkst#. 15, 294 [Louis Napoleon's, — mit Bezug 
auf seinen Staatsstreich am 2. Dek. 1851]; Die 
D.-Männer. Scherr Stud. 357 lseine Helfers- 
helfer!) 2c.; D.- Sturm; Tag; Werter; 
*Winr 2c. -Emberlich, a.: decembermäßig, auch: 
in der Weise des Decembermannes: Seine d—en 
Drobungen. Ausld. 39, 1229a. c-emberling (Scherr 
Stur. 2, 357). m., —(e)5; —e: -embrifl, m., en, 
—:„ -en: Decembermann. mpeda, f. 1824, 11: 
Meßruthe (v. 10 Fuß, s. Dekarere). empedätor, 
m., —5; bren 1§.24, 3, öris]: Feldmesser. emvir, 
m., —3, -n; —-Wn, e (Hertiz 43, 206 :c.) (5 24, 2]: 
Einer aus einem Kollegium v. Zehnmännern im 
alten Rom, bes.: Die Gesetze der D—n, die l. g. 
Zwölftafelgesetze 2c.; ferner z. B.: Die älresten 10 
ordentl. Professoren . . D-—i. . Die Zabl der De bei 
den Versammlungen des Senats vollzählig zu erbalten. 
Schubert Kant Biogr. 165. Dazu: D-äl, a.: dazu 
gehbörig 2c.: D—i#t, u., —e)s; —e: D-—n-Würde, 
-Amt 2e. -endium, n., —; -endlen [824, 2, u. J: 
eine Frist, Zeit v. 10 Tagen (ogl. Dekare). -ennal, 
a.: auf ein Decennium bezüglich, eins umfassend 
rc.: D.-Census (s. d.) c. -ennium, n. —; 
-éunken [8 21, 2, n.): Jahrzehnt. — Oerent 
(lat.), a.: geziemend, ansiändig 2c.: Un-(od. in-) d. 
— Orcentralis- atiön (frz.), f.; —en; —s-: Ent- 
centralisierung (s. d. u. Aurenemie). -ieren, tr.: 
enteenrralifieren (s. d.). Srenzb. 26, 3, 29. — 
DOeeenz (lat.), f.; 0: das Derentsein, Anstand. 
tSchlegel GR. 185; Wie es endl. Moreton u. D. 
wurre .„ sein Haus mit Gemälden zu möblieren. W.
        <pb n="252" />
        236 Deceplio 
35, 212 ꝛe. — Derépt-io (lat.), f. [8 24, 3, 
Tiönis); iön, f.; -en: Täuschung, Betrug. 
„iv(isch), a.: betrügerisch. -or, m., —#8; zbren 
1§ 24, 3, öris): Betrügern. orisch, a.;: be- 
trügerisch. -rix, f. 18 24, 3, icis): Betrugerin. 
— Dccern-at (unlat.), n., -(e)s; —e: Amt, Kreis 
des Decernenten: Keine Sache, die zu Ihrem Ge- 
schäfts-D. gehört. Schüchking Bronckh. 2, 249 2c. Senk 
(lat.), m., -en, —#; —en: der Decernierende, — als 
Titel: Jedes Land hat seine eigne Kanzleisprache, hier 
sagt man Referent, dort D. Grenzb. 26, 3, 231; 
228 2c. eren, tr.: gerichtlich beschließen, 
einen Entscheid geben, Urtheil fällen. — Decerp- 
###eren (lat.), tr.: abpflücken, abbrechen, mindern. 
—liön, k.; -—en: Mindrung, Abbruch. — Dererl- 
ation (lat.), f.; —en; —§-: Entscheidungskampf. 
#ren, intr. (haben): entscheidend kämpfen. — 
DOecess- ion (lat.), f.; —en: Abgang. Tor, m., 
—6 ; -zören [&amp; 24, 3, öris!: Amtsvorgänger. — 
Dechalandieren (frz. deschalangd-), tr.: die Kun- 
den fortgehn machen, sowohl: die eignen, durch 
unfreundliche Behandlung re., als auch: die eines 
Konkurrenten, sie ihm abspenstig machend 2c. — 
Dech-anät (nlat.), n., —e)s; -e: Dechanten- 
Würde, -Amt 2c. Gutzkow Z. 2, 145 2c.; D—s-Ge- 
schöäfte. 147. anei, sf.; —en: Amtswohnung — 
u.: Sprengel des Dechanten. 146, auch: In der 
Dechant ei. Uolte Engl. Hob., Pros. 110. -ant (—): 
1) m., —6, -en; —en: Dekan (s. d.), als Titel v. 
Geistlichen nach dem Bischof od. Propst: Der 
Propst Herr Losefund od. der D. (—) Rapiämus. G. 
5, 193 (vgl.: Seinem Propst, Herrn Losefund und 
dem Dekan. Soltau Rein. 91); Von Aristophan zu 
D. (—) Swift. w. 15, 42 2.; Dom-; Kardinal- 
D. — 2) s. Dechek. — Decharg-#e (frz. descharfh'), 
f.; —m: das Ab-, Ausladen v. Schiffen 2c.; Ent- 
lastung eines Beamten, Kassenverwalters 2c. durch 
Bescheinigung der richtigen Geschäftsvollendung; 
Numpelkammer; (Bauk.): Strebe-Band,-Bogen; 
(Kriegsk.) Abseurung v. Geschütz, Salve. Uatz. 
19, 605 c. Jieren, tr.; abladen; Geschütze ent- 
laden; Einen entlasten, im Rechnungsbuch 2c.; 
Einem Decharge ertheilen (s. absolvieren 1) 2c. — 
Decharmièren (srz. desch rc.), tr.; entzaubern. — 
Decharnieren (frz. desch 2c.), tr.: entfleischen. — 
Dechauss-ĩẽren (srz. deschess-), tr.: entschuhen; 
Zähne d., vor dem Heransnehmen vom Zahnsteisch 
entblößen. oir (-o##), m., -s; -6: Werkzeug der 
Zahnärzte zum Dechaussieren. — Okch-ent, (-ant) 
n., —6; -e; -er, m., n., —#; uv.: eine Gesammt- 
heit v. 10 Stück (vgl. Dutzend), nam. Fellen. — 
Dechet (frz. desche), m., —s; —-#: Gewichtsverlust, 
kaufm. (vgl. Calo). — Oechissr-able (frz. re- 
schiffrab'l), a.: dechiffrierbar. ement (mäng), n., 
—6 ; —# : Dechiffrierung. -eur Cör), m., —#; —, 
—e: Dechiffrierer. wollmann Mem. 2, 14; 132 (s. 
Chiffer). -#irren, tr.: entziffern, eig. u. zunächst: 
etwas in Chiffern (s. d.) Geschriebnes; übrtr. 
121 r.; Dechiffrikr-bar, n.;-er, m.; -Kunst; 
-ung 2c. — Dechir-age (frz. deschirash'), f.; —n: 
Holz v. auseinandergeschlagnen Schiffwracks 2c. 
Dedekoration 
+ren, tr.: zerreißen, zerflelschen 2c. — De- 
chriflianifikren (nlat. dekr 2c.), tr.: entchristlichen. 
— Deriare (frz. rebjär), m.t, —6; —6: ½/10 Are 
(s. d. u. Centi). — DOecidenz (nlat.), f.; 0: das 
Ab-, Verfallen, Schwächerwerden 2ce. — Derid- 
endum llat., § 24, 2, n.): das Entscheiden, Ent- 
scheidung: Bedenklichkeiten, von denen die cäüse du- 
buadndi ét decidendi (Ursachen des Zweifels u. der 
Entscheidungs nicht bekannt werden. Scheller Lat. W. 
1, XXVII; Rätio deeidendi, Entscheidungsgrund. 
jicren, tr.: entscheiden, auch: Da er deciriert war, 
sich dem Herzog zu widmen. Gödeche Gr. 1, 738 2c.; 
(vralt.): Sie mögens auf dem Seraphico errisputieren 
u. ver- d. Fischar# B. 52 2c. — Oeei-gramme, 
litre, m.p, —; —#: s. Centi. — Orcim-o (lat.), 
f. 1824, 11: der zehnte Theil (d. pars), der Zehnte: 
Da ecclesidstice, der kirchl. Zehent; D-æ ãuni, 
die 40tägigen Fasten (s. Quarragesimäle) 2c. -äbel, 
a.: zehent-bar, -pflichtig. -ãl, a.: nach der Zehn- 
theilung geltend, eingerichtet 2c., bes. als Bsiw.: 
D.-Brüche, bei denen als Nenner nur Potenzen 
der 10 vorkommen; D.-Eintbeilung; Nach dem 
zehutheiligen od. D.-Maß enthäll jedes Maß 10 Ein- 
heiten des nächstfolgenden, z. B.: 1 D.-Ruthe = 
10 D.-Fuß — 100 D.-Zoll = 1000 D. Linien 
2c. (vgl. Centi; Deka); D.-Rechnung, nach dem 
dekarischen od. D.-System; D.-Stellen, nach 
dem D.-Zeichen, d. h. dem Komma (od. Punkt), 
welches die Ganzen von den D.-Bruchen scheiret 2c. 
Sation, f.; —en: Decimierung. älor, m., —8; 
ören [§ 24, 3, öris!): Zehnt-Einsammler. ## 1) 
(frz. reßm'), m., —#§#; —#: In Frankreich ist (nach dem 
Deeimalsystem) 1 Frank (s. d.) — 10 D-#= 100 Cen- 
times (s. d.). — 2) f.; —m: a) (Mus.) der 10te Ton 
(die 10te Stufe) vom Grundton aus: Die Unter- 
D., die D. abwirts gerechnet (vgl. Terz). — b) 
(Metr.) nach dem Span., eine 10zeilige Strophe, 
gw. aus 4füßigen Trochäen u. so, daß in den 
2mal 5 Zeilen sich je 3 u. 2 reimen (vgl. Glosse), 
— zuw. betont Deime. andi: Jäs (s. d.) d. 
-ôtre: s. Centi u. Meter. -ieren, tr.: zehnten 
(s. d. Ss. u. centesimieren): Eine Seuche hat das Heer 
recimiert 2c. ole, f.; —: (Mus.) eine Gruppe v. 
10 Achtelnoten 2c., die aber nur den Zeitwerth v. 
10 Zehnteln 2c. haben (vgl. Triole). -us, a.: der 
zehnte: D. séxrtus, der 16te; Ein Buch in Dseimo 
séxto = in Serez (s. d.). — Dereintrikren (frz. 
deßengtr-), tr.: das Gerüst, worauf ein Gewölbe 
aufgeführt ist, entfernen. — Decipĩceren (lat.), 
tr.: betrügen: „Mundus vült décipi“ lrie Welt will 
betrogen sein) . .. Weil ihr denn waret Desiyierte 
(Albernel,] macht sie aus euch Decipierte. ischart (Kurz 
Bibl. 9, 333). — Decis-ion (lat.), f.; -en: Ent- 
scheidung, Entscheid: D—s§-Recht. Ua# # 22, 63. 
-iv, a.: entscheidend, absprechend, auch: d-us, 
vgl.: D.- Stimme — Vötum d-um u. frz. als 
Adv.: D-e mont I-mängl. -or, m., —; -ören 
18 24, 3, öris)]: Entscheider, Schiederichter. 
Ded-aiguseren (frz. dedenj 2c.), tr.: stolz ver- 
achten, verschmähen. -ain (Fäng), m., —; —: hoch- 
müthig niederblickende Verachtung. — Oedekor--
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        Dedekorieren 
atiön (lat.), f.; —en: Schaͤndung. —iẽren, tr.: 
schänden, entehren. — Oedieieèren (lat.), tr.: zu- 
eignen, widmen. — Oedieren, tr.: deditieren 
(l. d.). — Dedicät-iön, k.; -en: Widmung ꝛe.: 
Das D—s--Exemplar eines Buchs (f. 13, 183) c. —o 
(it.), a.: zugeeignet. or, m., —#; ören [824, 3, 
öris!): Wirmer. örisch, a.: wirmend, zueignend. 
— Dedina (slaw.), f.; —s#: s. Bastina. — Dedit 
(lat.): „er hat gegeben“, bezahlt. — Oedition 
(lat.), f.; -en: Ergebung, Ubergabe. — Dedi- 
tleren (nlat.), tr.: das Dedit (s. d.) beischreiben; 
Etwas als bezahlt vermerken. — Dedo (span., 
port.), m., —#; —#: „Finger“, — auch als Längen- 
maß, s. Polegada; Pulgado. — Dedommag-ement 
(frz. —ash'mäng), n., —#; —#8: Cntschädigung. 
„ĩẽren, tr.: entschädigen. — Dedoublkeren (frz. 
—ru—-), tr.: (Kriegsspr.) ein Regiment um die 
Hälfte vermindern; beim Marsch in halbe Züge 
abbrechen. — Dedschädschet (ar.): D. moje, 
Wasserhuhn, auch Nakũta genannt. Peittmann Or. 2, 
125. — Dedschas, m., ur.; uv.: Herzog (in 
Abyfünien). — Dkdschiat (ar.), m., —#; 0: der 
Antichrist. w. 15, 122; 305; 30, 61 (e.; 
Dedschdschal. Hammer 10, 343. — Oedüc- 
Endus (lat.), a.: zu dedueierend (s. d. u. de- 
ductus). „ĩeren, tr.: 1) herleitend erweisen, dar- 
legen. — 2) abziehn, abrechnen. Stio, f. [8 21, 
3, önis): Deducierung: 1) Abrechnung. — 2) 
Be-, Erweis: D. ad absürdum (s. d.); D. inno- 
eéntiæ, der Unschuld: D. ratiönis, Bewelsführung 
des Klägers od. des Verklagten 2c. -liön, f.; Sen: 
Deductio. -tĩv, a.: derucierend (s. d. 1): Das 
d—Be Verfahren, Herleiten eines Gedankens aus einem 
andern. Ruge Buckl. 131 (vgl. induktlv). -tor, m., 
— : -tõren [§ 24, 3. -tõris]: Niederzieher, Nieder= 
ziehmuskel. -tus, a.: deduciert (s. d.), z. B.: 
Deductis deducendis, nach Erweis des zu Erweisen- 
den — od.: nach Abzug des Abzuziehnden; De- 
ductis impénsis, nach Abzug der Kosten; Dedicto 
ære aliẽno, nach Abzug der Schulden. 
Drer (engl. dir), n., —§: —6: (weidm.) 
„Thier' (s. d. 1f. Ss.), d. h. Jagdthier; in engrem 
Sinn: weiblicher Hirsch: D. stalking fstätingl, 
das Birschen. Zeller Renn. 87. 
Defäcièren (lat.), tr.: von Hefen reinigen, 
läutern. — Oéfaite (frz. defät'), f.; —s: Nieder- 
lage, Vernichtung eines Heers. — Oefähation, 
f.; —en: Deficierung, auch: die Ausleerung der 
ersten Wege; ferner: die Reinigung des Leucht- 
gases vom Schwefelwasserstoff mittels Kalk, dazu: 
D—s-Kalk (als Dünger dienend). — DOefale- 
tleren (nlat.), tr.: absicheln; Etwas vorweg ab- 
nehmen. atiön, f.; -en: das Defalcieren. — 
Defam 2c.: s. Diffam ꝛe. — DOesaniéren (lat.), 
tr.: entheiligen, entweihn (vgl. profanieren). — 
Defatig-ation (lat.), f.; —en: Ermattung rc. 
-ĩẽren, tr.: ab-, ermatten 2c. — Defaulter (engl. 
defältör), m., —#; —§: pflichtvergeßner, wort- 
brüchiger Betrüger. Zoler Renn. 66 2c. — Defaut 
(frz. refs), m., —s; —s: Mangel, Fehler 2c.; un- 
gehorsames Nichterscheinen vor Gericht. — Defav- 
Deferenz 237 
rur (frz. —ör), f.; —#: Ungunst, bes. auch von 
Waaren, Effekten, die keine Nehmer finden. 
Jorabel, a.: ungünstig, abgencigt. — DOeseka- 
tiön: s. Defäf ꝛe. — Defect (lat.), a.: mangel- 
haft, unvollständig; beschädigt 2c.: Ein d—es Ge- 
wissen. Sichendorf Gsch Dr. 97; 692e. n., —e)s; —e: 
Mangel, Ausfall: Kassen-D. 2c.; ein fehlendes 
Stück, z. B. im Postwesen (D.-Stück); ferner 
(Buchdr.): Alle vollständigen Exemplare, sowie alle 
einzelnen Bogen, welche über die verlangte Auflage übrig- 
bleiben, heißen D—-#e. Es giebt zuw. beim Buchbinder 
beschmutzte, zerrissene od. verbundene Bogen; diese wer- 
den durch die D.-Bogen ersetzt. franke Kat. 130 rc.; 
D.= (od. Defektions.) Buch. Uat 3. 21, 277, bei 
den Apothekern, worin das v. den Vorräthen in 
Abgang Gekommne verzeichnet wird. #eren, tr.: 
Fehler monieren (s. d.), z. B. (Postw.): Das 
Packet fehlt u. wird hierdurch defektiert 2c. -io, f. 
[8 24, 3, önis): Abfall, Abtrünnigk.; Abnahme, 
Schwinden der Kräfte: D. änimi, Ohnmacht rc. 
iôn, f.; -en: Defectio. -ĩv, -ibus, a.; defekt: 
Nömina (s. d.), Verba (s. d.) defectiva, wovon 
nicht alle Formen vorkommen 2c. eivität, 
nosität, f.; 0: das Defektsein. us, m. 
[§J 24, 41: Mangel, Abgang 2c.: In deféctu veccie- 
ren, zu wenig thun; Ob defeéctum, in Ermanglung. 
— Defen-dend (lat.), m., —en, —6; en: ein zu 
Vertheidigender. -dendum s8 24, 2, n.]: das 
Vertheidigen: Sẽ defendéndo ssich vertheidigend, 
defensiv] gegen die geheime Gewalt des Werkes sich in 
Positur setzend. G. 27, 42. Aens, m. I 24, 3, 
-utis]), dent, m., —en, —###-en: Vertheidiger. 
ders (engl.), pl.: „Vertheidiger“ der Volks- 
rechte, Name einer politischen Partei in Irland. 
dieren, tr.: vertheidigen. sio, f. [8 24, 3, 
önis): Vertheidigung: D. consciéntiæ, Gewissens= 
vertretung; D. (ihlicita, (un)erlaubte Vertheidi= 
gung; D. necessäria, Nothwehr; D. ultérior, weitre 
Vertheidigung 2c. -Kôn, f.; —-en; —#-: Vertheidi- 
gung: Ds-Anstalten; Schrift 2c. -sionäl, a.: 
defensiv: D.= [Enklastungs-, Schutz-] Zeuge ce. 
sionales, pl. [8 24, 31: Vertheidigungsschriften. 
„siõöner, m., —6; uv.: (zur Zeit des 30jährigen 
Kriegs) Landwehrmann. k, a.: vertheidigend, 
zur Vertheidigung dienend (Gastz: offensiv): De 
Stellung; Werke 2c.; D.-Allianz, „Bündnis; 
Die Flüsse find die besten Operationslinien, gewähren 
sowohl eine D.= als Offensiv-Basis. Dierieli. 18, 
210; D.-Krieg; -Linien; = Mittel; Stel- 
lung;-Waffen;-Werk(auch — Schutzbuhne)ne. 
„sive: 1) adv.: defensiv. — 2) f.; -n: Verthei- 
digung, vertheidigende Haltung. -ensor, m., S; 
ören [8 24, 3, öris]: Vertheidiger; D. necessärius, 
gerichtlich bestellter, Ggstz voluntärius 2c.; D. fidei, 
Beschützer des Glaubens 2c. sorisch, a.: defensiv. 
— DOefer--ence (frz. —ängß), f.; —§: Deserenz. 
Tent, m., -—en, —; —en: Einer, der einem Andern 
einen Eid deferiert; Berichterstatter, Angeber; auf 
Münzen (wie Different), Zeichen des Münz-Orts 
od. -Meisters. -enz, f.; -en: Willfährigk., Unter- 
würfigk., Nachgiebigf. 2c.: G. 40, 510; Grude Ch.
        <pb n="254" />
        Deserieren 
238 
1, 94; Bel aller Ihrer D. für irdische Größe. Falmetraytr 
Gs W. 2, 485 2c.; Berichterstattung: Er nahm die 
Den der .. hbchstgestellten Statthalter ein. 37 3 rc. 
-iren, tr.: Einem Etwas d., hinterbringen, be- 
richten, anzeigen 2c., zuerkennen, bewilligen rc.; 
auch: zuschieben (einen Eid); ferner: s. Evieykel. 
— Deservesc-enz (lat.), f.; 0: das Deferves- 
cieren. -ieren, intr. (sein): abbrausen, verkühlen. 
— Oef' (frz.), m., —§; —: das Herausfordern 
zum Kampf, Wettkampf; Fehdebrief. ancte 
(-ängh), f.; 0: Mißtrauen, Argwohn. Tänt 
Ceing), a.: mißtrauisch 2c. — Oesibrinseren 
(nlat.), tr.: vom Fibrin (s. d.) od. Faserstoff frei 
machen: Über Transfusion defibrinierten Blutes bei 
Leukämie 2c. v. 5. Mosler (Berl. 1867). — Def- 
icindo (it. —itschen-), adv.: (Mus.) verlöschend, 
vgl. moréndo. eiens (lat.), a. [8 24, 3, éntis!: 
fehlend, z. B. im Scherzvers mit Auseinander- 
reißung des Worts pecunia (s. d.), Geld: Des- 
ciénte pecü, dößcit Emne nia, etwa: Wo es ge- 
bricht an G, E, mangelt auch Alles, L, D. Zirient, 
m., -en, —s; —en: ein Fehlender, Abtrünniger; 
Schuldner; ein Invalide (s. d.), bes. in einem 
geistl. Amt (D-en-Priester). irienz, f.; 0: Er- 
manglung, Abgang, Ausfall 2c. ieit: „er nimmt 
ab“ 2c.: Quf pröftcit in lü#t)eris lod. ártibus] ét d. 
In möribus, plus d. quäm prösticit (wer wissenschaft- 
lich fortschreitet, aber sittlich zurückgeht, geht mehr 
zurück als vorwärts) 2c.; „es mangelt“; n., —#; —, 
e: Ausfall, nam. bei einer die Einnahme über- 
steigenden Ausgabe: (in Ostreich): Die in obigen 
Jahren sich herausstellenden Gebahrungs= Dee. 
Ual 3. 21, 223 (= Verwaltungs-Ds) 2c.; Mit einem 
d. = losen Budgek, 375 1c.; auch: Kassen-D., vgl. 
Defekt. — Desigham (türk.), n., —s; —#: das 
Sorgenfrei. hammer 10, 313. — Oesigur-aliön 
(lat.), f.; —en: Verunstaltung 2c. -eren, tr.: 
verunstalten, entstellen. — Desifèren (frz.), intr. 
(haben): Einem mißtranen; tr.: Einen höhnisch 
herausfordern, ihm Trotz bieten 2c. — Desil-é 
(frz.), n., —s; —, —en: Hohlweg, Engpaß (vgl. 
Debouché); Aufstellung, Zug v. Truppen in langer, 
schmaler Reihe: D.-Feuer, wobei jedesmal das 
Glied der im D. stehnden Kolonne nach dem Feuern 
zurücktrikt u. sich hinten wieder formiert u. neu 
ladet; D.-Gefecht: D.-Marschic. -ement □mäng), 
n., —6; —#: das Deflieren (s. d. 1; 2). ieren: 
4) intr. (haben, sein): in langen, schmalen Reihen 
marschieren: Vorbei-d. 2c.; Deftlier-Kour, wo- 
bei die ihre Aufwartung Machenden vor dem Für- 
sten vorüber-d. 2c. — 2) tr.: (Festgsb.) Ein Werk 
d. vor der Enfilade (s. d.) schützen u. decken. — 
Dosin-i (frz.), a.: bestimmt, z. B.: Artiele d. 
(s. Artikel 3); Das Parfait [—fäl d. od.: das D., ein 
dem gr. Aorist entsprechendes Tempus in der frz. 
Grammatik. iendum llat., § 24, 2, n.]): etwas 
zu Definierendes. -#keren, tr.: einen Begriff be- 
stimmen, erklären. -i#B: 1) adv.: ausdbrückl., 
deutl., bestimmt. — 2) s. Artikel 3. Silio, f. 
18 24, 3, önis): (Begriffs-) Bestimmung, Erklä- 
rung (vgl. Horismus): D. genstica, Ursprungs- 
Defrapieren 
erklärung; D. nominälis, Namenerklärung; D. 
reälis. Sacherklärung; D. verbälis, Worterklä- 
rung 2c. iön, f.; —en: Definitio: Bästard-D., 
die Verschiedenartiges vermischt: Katechismus- 
D., wie sie der Katechismus giebt (Wachern. 4, 416217); 
Nominäl-; Reäl-; Verbäl-D.; Sirkel-D., 
wobei man sich im Kreis bewegt 2c. Titio, a.: 
bestimmt, entscheidend, abschließend: D-er# Be- 
scheid rc.; D.-Frieden, Friedensabschluß; D. 
Traktat; D.= sod. End-jUrtheil,= Sentenz #. 
ilive, adv.: definitiv. itivum [8 24, 2. n. ]: 
etwas Definitives, Endgültiges 2c.: Den Versuch in 
ein D. uberzuführen. Volksz. 16, 24 1c. -itivus, a.: 
definitiv: Sententia deß#itira, Endurtheil ie. 
Titor, m., —#6; bren [8 24, 3, öris]: höhere Geist- 
liche als Aufseher, Ordner, Visitatoren der Klöster, 
des Schulwesens 2c. Titörium, n., —; örsen 
[8 24, 2, n.): Kollegium der Definitoren (vgl. 
Konsistorium). -ktum § 24, 2, n.]): etwas genan 
Bestimmtes; genau bestimmter Begriff. -tus, 
a.: bestimmt: Articulns (s. d.) d. — Deflagr- 
atiön (lat.), f.; —en: Deflagrierung. -ator, m., 
—6; ören: ein elektrogalvanischer Apparat zur Er- 
zeugung hoher Temreraturen (Kalorimotor). = eren, 
tr.: in der ältern Chem.: durch Feuer aus einem 
Körper einen zu enlfernenden Bestandtheil aus- 
treiben. — Oest-ehlferen, tr.: abweichen, ab- 
lenken. -cktor, m., —8; ören: abgestutzte Blech- 
kegel, auf Schornsteine zu setzen, zur Verhütung 
des Rauchens. Nats. 21, 276. —4x, m., —es: -e: 
Ohne D., ohne Abweichung. peny 226, auch: De- 
flexiön, f.; —en. — Deflor-ata (lat.), k. 
[8 24, 11: eine Deflorierte. -ation, f.; —##; —+-: 
Deslorierung: D—s-Gelder, als Entschädigung 
für die geraubte Jungfernschaft. zätor, m., —; 
ören (§J# 24, 3. öris): Deflorierer. - #eren, ir.: ent- 
jungfern, schwächen (des jungfräul. Kranzes berau- 
ben). — Desl-uiĩẽren (lat.), intr. (sein): abfließen, 
ablaufen, abfallen, schwinden. -üvium, n., —; 
züvken [8 21, 2, n.]): das Ab-, Ausfallen, z. B.: 
D. capillörum, der Haare. *“dt f. [8 21, 3, 
önis): Diarrhöe. -üro, m., —; 0: portug. 
Bez. einer Krankheit, eines schleichenden Fiebers 
bei den Indianern am Amazonas. Slodus 7, 175a. 
-ürus, a.: verflossen: Deflixgo término edietäli, 
nach Ablauf der Vorladungsfrist. — Desoliatiön 
(lat.), f.; -en: Lanbfall. — Oesörm (lat.), a.: 
ungestalt. -aliön, f.; -en: Verimstaltung. 
Seren, tr.: verunstalten, entstellen. -itäl, (.; 
en: Un-, Mißgestalt, Mißbildung, Häßlichk. — 
Desrai (frz. —), m., —#; —6: Defrayierung. — 
Defrand-ant (lat.), m., —en, —; —en; alor, m., 
— ören§ 24, 3, öris): Einer, der — u. sofern er — 
defraudiert. Gutztow 3. 8, 125 rc. Tation, f.; en: 
Desrandierung, auch: Die Steuern begunstigen die 
Defrande. Uenjahrsgr. 56; Volksz. 1 6. 27 1½c.; Bei 
Post= u. Porto-Den. Dundesges. (67) 70; Salzabgaben- 
D. 15; Stener.D. 2c. -iren, tr., auch o. Obj.: 
heiml. betrügen; Unterschleise begehn, nam. be- 
treffs der Steuern, Zoͤlle 2c.: schmuggeln. — 
Defrag#ren (srz. refrai-), tr.: Einen losten-,
        <pb n="255" />
        Defrichement 
zehrungsfrei halten. — Oesrich-ement (frz. de- 
frisch'mäng), n., —; —#: Urbarmachung. #eren, 
tr.: Urbar machen. — Oefrifsieèren (frz.), tr.: 
(scherzh.) die Frisur zerstören, anflösen 2c.: Das 
sie nur 1/4 Stunde gebrauche, um Madame zu frisieren. 
. Während der übrigen Zeit werde ich Marame d. 
Wachenhulen Ev. 44. — Defrug-alion (lat.), k.; 
—en: Desrugierung. #eren, tr.: ein Feld ab- 
nutzen, ausmergeln. — Defter (gr.-pers., s. 
Dirhthera), f.; —n: Buch, Urkunde, Register, bes. 
des Staatshaushalts. Hammer 2, 228. -as, m., 
uv.; uv.: abessinischer Geistlicher: Eine Anzahl von 
Priestern, D. u. Diakenen. Volksz. 16, 159. chaneh, 
n., —#: —: Kanzlei, Archiv. -dar, m., —# : — 
Buchführer, Kammerpräsident, Schatz= od. Rent- 
meister. Dank 1, 182; f. Natb. 1, 3; 2, 9 (Ober- 
stenereinnehmer. Peietmann Or. 2, 35) u. bes. Fam- 
mer 10, 343; D. Kapusi, die Pforte des D—s; Dli- 
schicki — ewwel, sani, salis, 1ter, 2ter, 3ter D. od. 
Kammerpräsident. ebb. Smini, m., —6; —6: 
Kammer-Intendant. ebd. -lü, m., +; —S: ein 
von Kriegsdiensten Befreiter. ebb. — Desünct-iön 
(lat.), f.; Sen: das Ableben, der Tod. -örĩe, 
adv.: obenhin, nachlässig, s. perfunctorie. -us, 
A.: verstorben: Defuncta, die Verstorbne rc. 
Dégag-6é (frz. kegashs), a.: los, frei, unge- 
zwungen, zwanglos, gewandt. -ement (mäng), 
n., — —8: 1) Zwanglosigk., Ungebundenheit. — 
2) das Lossagen von einer Verbindlichkeit. — 3) 
schmaler Gang, Korridor, wodurch man ans einem 
Theil eines Gebäudes in einen andern gelangen 
kann: Escalier (s. d.) de d. — 4) (Holischn. 2c.) 
Reinheit u. Schärfe der Umrisse in den sich deut- 
lich abhebenden Figuren 2c. -ren, tr., refl., 
auch v. Obj.: 1) Einen, sich von Etwas los, frei 
machen 2ce. — 2) Sein (verpfändetes) Wort d., lösen 
— od.: es, als frei geworden durch Nichterfüllung 
der gestellten Bedingungen, zurück nehmen 2c. — 
3) (Bank.) ein Degagement (s. d. 3) anbringen. 
— 4) (Fechtk.) mit rascher Wendung der Klinge 
einhanen (cayieren). — Degarnteren, tr.: den 
Besatz —, die Besatzung, die Munition, das 
Schirmende, Deckende 2c. entfernen 2c. — Oegas, 
m., uv.; Uv. : Kolla (in Habesch) ein Land von 
3—5000° Höhe, Waina-D. bez. ein Plateau von 
5—9000“, D. endlich die Linder v. 9— 14000“ Höähe. 
Unl 3 20, 596 2c. — Oegener--atiön (lat.), f.; 
—en; -escenz, f.; -#en (S. 36, 182): Cntartung. 
rren, intr. (sein): entarten. — Degli (it. relji): 
s. di. — Oeglut-ièEren (lat.), tr.: verschlucken. 
„ĩtio, f. [8 24, 3, önis); -itiön, f.; S-en: das 
Verschlucken, Schlingen. — Oegor-gement (frz. 
Sh'mäng), n., —s; —# : Degorgierung, z. B. auch 
bei der Bereitung moussierender Weine die Ent- 
sernung des mit Hefe bedeckten Korks. Karmarsch 3, 
616 2e. -gieren C□ihie-, tr.: ausschlämmen, 
ausräumen, lüften, reinigen 2c.; auch: Degorgiert 
— dekolletiert (s. d.). — Degot: s. Daggert. — 
DOégou-t (frz. —gü), m., —6; —#: Ekel (it. Dis- 
gusto), s. Ennut. -hnt#täng), a.: Ekel erregend, 
ekelhaft: Einen d-en Aublick. Kodl Pet. 2, 152; 377; 
Deinotherium 239 
Mit dem d-esten Gerümpel. pückler Südöstl. 2, 144 2c. 
té, a.: Ekel empfindend, ekel. -tieren, tr.: 
disgustieren: Ekel erregen, Einem Etwas verleiden; 
Erwas ekelhaft finden. — Degrad-atiön (lat.), 
f.; —en: Degradierung: Die D. lees Unterofficiers! 
zum Gemeinen. Zundesgef. (67) 192. -iren, tr.: 
auf eine niedrigere Würdenstufe herabsetzen 2c. — 
DOegr-aissieren (frz. —gräsf-), tr.: entfetten. -as 
(ã), n., uv.; 0: die beim Entfetten gewonnene 
Flüssigk., nam. v. sämisch (s. d.) garem Leder. 
Prechtl 9, 331 (Gärberfett, Weißbrübe, Oleastre); 
Gärberz. 11, 14, s. Moelen. — Degrav-ation 
(lat.), f.z —en: Degravierung. — kren, tr.: be- 
lästigen, beschweren. — Degre (frz.), m., —; 
—s: Grad, nam. als Maß (ogl. Meire). — 
Degrossièren (frz.), tr.; aus dem Groben bear- 
beiten, im Rohen vorarbeiten 2c. in Bezug auf die 
nachfolgende feinere Ausarbeitung. — Okgu, m., 
—; —# : Hamster in Chile. pöppig Cb. 1, 158.— 
Deguis-ement (frz. kegismäng), n., —s; —s: Ver- 
kappung, Verstellung. -ieren, tr.: verkappen, be- 
mänteln, verkleiden. — Oegummieren, tr.: Die 
Stide d., von dem gummiartigen Uberzug (der 
Schale) befreien, entschilen. Karmarsch 1, 280; M. 
2, 783; Anopp Techn. 2, 644 2rc. — Degqus, m., uv.; 
uv. : südamer. Eichhorn, s. Degu. — Oegust-atiön 
(lat.), f.; —en: das Degustieren. -ieren, tr.: 
kostend proben; obenhin berühren. — Degut: 
s. Daggert. 
Dehba: Gold (bei den Mandaern). Ptitimonn 
Or. 2, 111. — Oehesa (span.), f.; —s: Bieh-= 
weide: Auf die Stranddüne, die D. Giabus 6, 166b; 
162b. — Dehibkeren (nlat.), tr.: abhalten, ver- 
bieten (vgl. in-, ro-hibieren). — Oehioc-enk (lat.), 
a.: dehiscierend. -enz, f.; -en: das Dehiscieren. 
eren, intr. (sein): v. Pflanzentheilen, — bei der 
Reife aufspringen. — Dehors (frz. kehör), adv.: 
draußen; n., uv.; uv. (gw. m. lautendem s): die 
Außenseite, das Außre; der äußre Anstand, Schein: 
(Kriegsk.) die Außenwerke. — Oehort-atiön 
(lat.), s.; —en: Abmahnung. -ätor, m., —; ören 
(824, 3, öris): Abmahner. atörisch, a.: abmah- 
nend. - alrium, n., —; örken [824, 2, n.]: Ab- 
mabnungsschreiben. keren, tr.: abmahnen, ab- 
rathen 2c. — Dehpdrogen-iätus (nlat.), a.: 
dehydrogeniiert. -i)ieren, tr.: vom Hydrogen 
(s. d.) frei machen, entwasserstoffen (vgl. Alrehy), 
auch: Des hodrogenier-en, -ung (prechit 8, 20). 
Dei: 1) (gr.) es ist nöthig, man braucht 2c.: 
J W Yordror ldei dé chrematon] Geld wird 
gebraucht. Na#.3. 21, 113. — 2) s. Dey; di; Deus. 
— Dei#-eidium (lat.), n., —; ken (§ 24, 2, n.]: 
die Ermordung eines Gottes (in Menschengestalt), 
— Christic. - Keieren, tr.: vergöttern. sihatiön, 
f.; —en: Vergöttrung. — Oein-öfe (gr.), k.; 
—n ; -öfis, f. [8 24, 3, uv. J: rhetorische Ver- 
größrung. otherion, -othérium, n., —; ken 
f8 24, 2, n.]: ein urweltliches „Riesenthier“, 
gw.: Dinotherium. Zurmeister Gsch. 526 ff. 2c., vgl. 
Din örnis, m.: ein Riesenvogel in Neuseeland. 
520; Humboldi K. 1, 302; Ausld. 39, 986a; s. Moa;
        <pb n="256" />
        240 VDeĩpara 
Dlnosaurus, m.: fossile Rieseneidechsen. 38, 
316b. — Deipara (lat.), k. [5 24, 11: Mutter 
Gottes. — Oeipnosophifst (gr.), m.,—en, —#; en: 
„Tischredner", auch als Titel eines Buchs von 
Athenäus. — Deira, f.; —#: Gefolge eines Emirs 
(Smala). — Deisi-balrachice (gr.), f.; 0: (scherzh. 
nach d. Folg.) heilige Scheu vor den Fröschen (in 
Abdera). w. 14, 121. dämonie, k.; 0;: die 
Furcht u. heilige Schen vor Dämonen (s. d., 
Dämonen--Schen u. Dämonism), s. nam. 23, 131; 
23 cc. — De-ismus (nulat.), m., uv.; 0 
[8 24, 21: der Gottesglaube, — in engrem Sinn: 
unabhängig von einer übernatürl. Offenbarung 
od. auch: einer solchen entgegengesetzt, s. nam. w. 
30, 35 ff.; 439 u. z. B. Wachern. 4, 47 70. Zift, m., 
—en, —s; —en: Anhänger des Deismus (vgl. Aant 
ph. Rel. 14). -istisch, a.: in der Weise der Deisten. 
weockern. 4, 46130. Tität, f.; 0: die Goktwesen- 
heit, Gottheit. 
Dejanĩr-a, f., —, ens; 0: (Myth.) Ge- 
mahlin des Herkules (vgl. Nessus): Ein wahres 
Dejanirengewand, unter welchem der osmanische Herkules 
sich seitdem langsam abzehrt. Cuobert 2, 211. — 
Deiéct-io, f. [8 24, 3, Jjönis]: das Nieder= 
schlagen 2c.: D. änimi, Niedergeschlagenheit des 
Geistes 2c.; (Rechtsspr.): Aus-, Verstoßung re.; 
(Arzu.): D. (älvi), Abführung; Durchfall; D. cru- 
nta, blutiger 2e. -ion, f.; S-en: Dejoctio. 
risch, a.: abführend. -örium, n., —; ken 
I8 24, 2, n.]): Abführmittel (s. Larativ). ür, f.; 
—en: Stuhlgang. us, a.: ansgetrieben, ver- 
stoßen. — Deier-ation (lat.), f.; —en: Betheu- 
rung. ren, tr.: betheuren, eidl. bekräftigen rc. 
— Deican-á), gFer Ifrz. deshöne), m., —8; —: 
Frühstück (s. Desahnno); auch das Porcellangeräth 
dazu: D. à la fourchette, Gabelfrühstück; D. dan- 
sant; D. dinatoire, Frühstück an Stelle u. als 
Ersatz des Mittagbrots 2c. - Mren, intr. (haben): 
frühstücken. — Dejieirren (lat.), tr.: herab- 
werfen; aus dem Besitz treiben, verstoßen 2c. — 
Dejourieren (deshn-), intr. (haben): de jour 
(s. d.) sein: Der d—de Komtorist. Viedert Turg. Jäg. 
1, 177; 174. — Deiur 2c.: s. Deer 2c. 
Dcc-, Dch-a (gr.): zehn, — auch als Vors. 
(s. d. Folg.), z. B. vor den frz. Maßen, um je 
10 — wie Hekto je 100, Kilo je 1000 u. Myria je 
10000 — Maßeinheiten zu bezeichnen (vgl. Centi): 
z. B.: Deka= (Hekto-; Kllo-; Myria-) gramm, litre, 
metre, stdre — 10 (100; 1000; 10000) Gramm 
(s. d.), Litre (s. d.), Metres (s. d.), Stdre (s. d.), 
s. serner: Are. -achörd, n., —e)8; -e: ein wenig 
übliches 10aitiges Tonwerkzeug. -ädr, f.; -n: 
eine Gesammtheit v. Zehnen, z. B.: Den Kommen- 
tar Macchiavell's zu Livins' D-#u. Monaibl. 2, 589a 
110 Büchern seines Geschichtswerks]) 2c. u. bes. im 
Kalender der alten Griechen u. der frz. Republik, 
wo die Monate (st. in Wochen) in 3 D-n#zerfielen, 
z. B. griech. w. 21, 14; 112 r. u. frz. (vgl. 
Brumatre): Die 10 Tage der D-n des republikanischen 
Kalenders (lod. Decadriers) hießen der Reihe nach: 
Primidl, Duodl, Tridi, Quartidi, Quintidi, Seriidi, 
Decanter 
Septidl, Octidi, Nonidl, Decadi. — Deradence 
(frz. hängf'), f.; —#: Verfall, vgl. (lat.): Welch 
eine Dekadenz! (eb. Zild. aus Por. II. 2, 281. — 
Dec-, Dek-adf (srz.), m., —#8; —: s. Dekare. 
Sädih, f.; 0: das Zahlsystem nach Potenzen der 
Zehn (wie Dodekädik, der Zwölf, Dvärik, der Zwei, 
Triädik, der Drei, Teträrikt, der Vier, Pentädik, der 
Fünf 2c.), als Grundzahl, s. d. Folg. -àädisch, 
a.: auf die Zehn als Grundzahl gegründet (rgl. 
Decimal): Das d-e Zahl-, Maß-System 2c.; Die d-e 
Ergänzung eines Logarithmus, seine Differenz v. 10 2c. 
Sadrier (frz. -drjẽ), m., —#; 0: s. Dekade. -aeder 
(gr.), m., n., —#; uv.; ein zehnslächiges Polyeder 
(s. d.). akdrisch, a.: in Form eines Dekaeders. 
Sagôn, n., —e)s; —e: Zehneck, vgl. Polygon u. 
Fortbild., z. B.: D-äl-Zahlen; Diisch re. 
- grämm, m., n., —6; F§s, uv.: s. Deka: 10 Gramme 
heißt ein D. od. Neuloth. Parisius Volksfr. 1, 195b. 
— Decaissièren (frz. —äss—-), tr.: anspacken. — 
DOcrdl-ieren, Jo: faufm. (auch discalieren) st. 
Cal-ieren, . — Dec-, Dek-alitre (frz. —##), m., 
—6; 6: s. Deka. — Dekalk-ĩeren: s. decalquieren. 
Tomankk, f.; —(eyn: (eig.) die Manie (s. d.) od. 
Sucht, Bilder zu dekalquieren; dann auch (ogl. 
Potichomanle): die so erzeugten Bilder: D. ed. Ab- 
ziehbilder. Ilustr. Zeil. 10, 318. — Oell-alög (gr.), 
m., -e)s; 0; -logus, m. IS 24, 2): die 
10 Gebote. — Decalquieren (frz. —kalk-), tr.: 
Kupferstiche, Steindrücke c. auf Holz d., abziehn: auf 
das gefirnißte aufdricken u. dann das Papier fort- 
reiben 2c. (vgl. kalkieren). — Dekämer -on (gr.= 
it.), n., —#; —6; -onc, n., —6; —#: Titel von 
Boccacecio's Novellen, als womit die Erzählenden 
sich „10 Tage“ hindurch unterhalten, vgl. — ent- 
sprechend, für 6 Tage —: Das Herämeron von 
Rosenhain. W. 19, 149; 356; für 7 Tage: Hepta- 
meron. Rosenkranz Poes. Gsch. 630. — Decametre 
(ftz. —'r), m., —§#; —#: s. Deka: 10 Meter heißen 
ein Dekaméeter od. eine Kette. Paristus Volkefr. 1, 
195a. — Deramp--ement (frz. dekangp'mäng), n., 
—6 ; —: Dekampierung. ĩeren, intr. (haben, 
sein): das Lager abbrechen; aufbrechen; sich davon 
machen. — Dekän: 1) f. Dravira. — 2) (lat.) 
m., —e)8; —e: ein Vorgesetzter, eig. über zehn 
Personen, dann verallgemeint (vgl. Dekurio), — 
heute gw. nur noch als Titel von Geistlichen 
(s. Dechant 1) u. der Vorgesetzte einer Universitäts- 
fakultät; auch (burschik.) bei der Bierfehde ein 
Quantum von 2 Gläsern. Vollmann 122; ferner: 
Der Alters-Dekan s. Präsident] der Oprosition. Salon 
1, 332 ꝛc., s. Doyen. -al, a.: den Dekan betref- 
fend 2c. -ät, n., —e); —e: Dekans-Würde, 
Amt, -Bezirk. — Ochandria (gr.), pl.: zehn- 
männige Pflanzen (s. Monandria). — Ochkänisch: 
s. Dravida. — Oecän-ei, f.; —en: s. Dechanei. 
Sisieren, intr. (haben): das Dekanat verwesen. 
Sissin, f. z —nen: Vorsteherin eines Nonnenklosters. 
o (it.), m., —##; -i: Dekan; auch: der Erste der 
Dienerschaft in fürstl., vornehmen Häusern. — 
Decant-atiön, f.; —en: das Dekantieren (1;2). 
er (engl. dilänter), m., —#; —#: geschliffne Glas-
        <pb n="257" />
        Decantieren 
flasche für den klar abgezapften Wein 1c. Garkenl. 
16, 170a. - ieren, tr.: 1) (lat.) absingen. — 2) 
(frz.) einen Niederschlag durch wiederholtes Auf- 
u. Abgießen einer Flüssigk, auswaschen. Kormorsch 
2, 855 2c.: Dekantiergefäße 2c. — Oecänus, m. 
[824, 2): Dekan. — Deha-oktö-l (gr.), -pentäl, 
n.: s. Narhthalin. -phöllisch, a.: zehnblättrig. 
— Dchapit-ation (lat.), f.; —en: Enthauptung. 
keren, tr.: enthaupten, köpfen. — Oek-apöde 
(gr.), m., —m; —n: ein Maß v. 10 Fuß (s. De- 
cempeda). äpolis, f. [8 24, 3, uv. ): Bezirk, der 
10 Städte umfasst. — Ockarbonis-atiön (lat.), 
f.; —en: Dekarbonisierung. -iẽren, tr.: ent- 
kohlenstoffen (s. artertalisieren). — Oekäre, m., 
—#; —: s. Deka; Are. — Ochartieren, tr.: 
(Postw.) die in die Postkarte eingetragnen (inkar- 
tierten od. kartierten) u. mit der Post beförderten 
Stücke vor der Ausliefrung an die Empfänger 
prüfend abstempeln 2c.; Aus dem Dienstlekale der 
Dekartierungserpedition ... rekommandierte 
Briefe entwendet. Ual 3. 20, 533 2c. — Occ-, Dek- 
as: 1) (gr.) f. [8 24, 3, -adis): Dekade. — 2) 
n., uv.; uv. (e): s. Aß 3. asleère (frz.), m., 
—#; —: s. Deka. ästichon, n., —s;chen (§ 24, 
2, n. ): Gedicht od. Strophe aus 10 Versen (vgl. 
Distichen). -aflplon, n., —s; la [F§ 24, 2, n.1:: 
zehnsiuliges Bauwerk. — Ockat-ieren (srz.), 
tr.: Zeugstoffen, nam. Tuch den Preßglanz (frz. 
cati) nehmen; Tuch krumpen: Dekatier-er; 
Maschine 2c. Zifsage (äsh), f.; —n: das Deka- 
tieren, die Krumpe. — Oekatetrßl, n.: s. Narh- 
tbalin. — Dehh-an, anisch: s. Dravira. — 
Occhhand (engl.), m., —##; —s: eine „auf dem 
Deck“ thätige „Hand“, Matrose, z. B.: 20 Feuer- 
leute u. 11 D—s od. Matrosen. Gerkächer Miss. 3, 227; 
Meis. 1, 381 2c. (vgl. das Kommando: Alle Hände 
auf Deckl, engl.: All läll händs ön déeck). — 
DOeclam-, Orktam-ndo (it.), adv.: (Muf.) 
ausdrucksvoll. -ant (lat.), m., —en, -#; -en: De- 
klamator. H. (Wockern. 2, 9348). Cation, f.; -en; 
—8-—-: die Kunst des Vortrags; der kunstmäßige 
Vortrag beim Sprechen (od. Singen); ein zu 
kunstmäßigem Vortrag bestimmtes Geisteserzeugnis; 
die rednerische u. musikalische Einkleidung der Ge- 
danken; oft auch tadelnd: die übertriebne od. 
falsche Anwendung äußerlicher Mittel, Etwas beim 
Vortrag eindringlicher zu machen u.: Etwas, wo- 
von der Ausdruck durch Ubertreibung dem innern 
Gehalt nicht entspricht 2c., s. Düringer 301 f.; Bei 
der D. od. gesteigerten Recitation 2c. G. 35, 441 ff.; 
Eine Art v. Mittel zw. dem Canto fermo u. dem Canto 
figurato; jenem nähert sie [d. Melodiej sich durch reci- 
tativische D., diesem durch Passagen u. Läufe. 24, 303; 
Sulzer 4, 691 ff.; Wobei sie in sehr naive D-en aus- 
brach. W. 36, 39; Hohle, leere D-en 2c.; Ds= (od. 
Deklamier-) Kunst; -Schule; -Stück; Piece; -Ubung; 
Unterricht 2c. -ätor, m., —; ören: Einer, der 
die Deklamationskunst kennt, ausübt, lehrt rc. 
Satorik, f.; —en: Deklamationslehre, auch als 
Buchtitel. atörisch, a.: der Deklamatorik 
gemäß 2c.: Musikalisch-de Abendunterhaltung 2c. 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Dekoht 241 
atorium, n., —; ken [8 21, 2, n.]: deklamato- 
rischer Vortrag; Buch, das Stücke dazu enthält. 
G. 15, 190. -seren, tr. (auch o. Obj.): Etwas 
kunstmäßig vortragen (G. 11, 2 12c.); lant u. heftig 
sprechen: Ein Vertheiiger im franz. Schwurgericht 
würde über Mordmenomanie deklamiert haben. Upitaval 
36, 380 2c.; im Ausdruck übertreiben, so daß er 
dem Gehalt nicht entspricht (ammermann M. 3, 361). 
Zsstzg z. B.: So erstaunliches Zeng daher-d. w. 
Luc. 4, 108; Das Oswald diese Worte in den Garten 
hinein deklamierte krief). Spielhagen Pr. 3, 140; 
Einem Etwas vor-d. Kerner 377; w. 23, 269 2tc.; 
Deklamier-Kunst. G. 35, 441 2c., s. Deklamation. 
— Declar-, Deklar-älio (lat.), f. [8 24, 3, 
önis): Deklaration: D. honöris, Ehrenerklärunq: 
D. Ubélli. Erläutrung der Klageschrift, senténticc, 
des Urtheils 2c. - ation, f.; —en: Erklärung, z. B. 
(kaufm.) auch: der Zahlungsunfähigk.: Angabe 
des in Etwas Enthaltnen, nam. in Betreff der 
Werthsassekuranz rd. der Verzollung 2c.: Gegen- 
wärtig wird lauf der rufs. Grenze] v. der D. noch eine 
Vor--D. unterschieden. Ua# 3. 21, 112; Packete mit od. 
obne Werths-D. Dundesges. (67) 63; D—s-Schein; 
Gesuch, nam. um Erläutrung eines Urtheils 2c.; 
vgl. frz.: Dclaration Ispr.—aßjönal, z. B. d'amour 
ldamürl, Liebes-, de guerre Igerl, Kriegs--, d'’honneur 
dennörl, Ehren-Erklärung 2c. u. engl.: Declaration 
[spr. decklereschen), nam. of rights löw reits!, die 
Erklärung des engl. Parlaments 1689 über die 
Grundprincipien der englischen Verfassung 2c. 
-atfv (isch), -atorisch, -atörius, a.: erklärend, 
erläuternd, vgl.: Erließ das Minifterium eine De- 
klaratör-Verordnun g 2c. Ueujahrsgr. 210. 
atorium, u., —s; ken [8 24, 2, n.]: deklarato- 
rischer Erlaß 2c.: Weil der Artikel 84 auch ohne D. 
im Sinne dieses D—s klar ist. Ma# 21, 19 c. eren, 
tr.: eine Deklaration machen, abgeben. — De- 
klassiĩẽren, tr.: s. degradieren: In einem Salon der De- 
klassierten. Salon 2, 126. — Declin-, Deklin-äbel 
(lat.), a.: deklinierbar. abililät, f.; 0: Deklinier- 
bark. -ation, f.; —#n: Abweichung, z. B. eines Ge- 
stirns vom Aquator (D—s-- od. Stunden-Kreis. 
Linrom 13) od.: des magnetischen vom astronomi- 
schen Meridian (pouilet 1, 337; D—#-Boussole. 
338; -Nadel. 344) 2c.; (Arzn.): Verrenkung; 
Krankheitsabnahme 2c.; (Sprachl.) Abwandlung 
eines Redetheils durch die versch. Kasus od. 
Biegungsfälle (d—#z= Schema; Tabelle) 2c. 
Sator, m., —#; ören: Deklinatorium. -atorisch, 
a.: abweichend, ablehnend. -atörium, n., —; 
en [8 24, 2, n.): Deklinationsbonssole. -ierbar, 
a.: der Deklination fähig: Un-(ed. in.) d. -ieren, 
intr. (haben): abweichen: Daß die Nadel, die hier 
früher östlich dekliniert hat, jetzt westlich dekliniert rc.; 
tr.: ablehnen; (Sprachl.) einen Redetheil durch 
feine Kafus abwandeln; auch refl.: Diese Wörter 
d. sich alle gleichmäßig 2c.; Ein Wort durch-, es Einem 
vor-d. c. — Dercliv, Dehlio (lat.), a.: abwärts 
geneigt. -ität, f.; 0: Abhängigk., Abdachung. 
— Dresct, Dehökt (lat.), n., —(e)s; -e: Absud, 
Kräutertrank (s. Apozema); D.= (od. D-o--) Infü- 
16
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        242 Dehohkt'on 
sum, ein Trank, der durch Aufguß eines heißen 
Absuds auf einen Stoff bereitet wird. -iön, f.; 
en: Abkochung. Jor, m. [8 24, 3, Sris): D. 
(bonörum), Verschwender; D. dolösus, böswilliger 
Verschwender, auch fremden Guts. — Oeroll-, 
Dckoll-ation (lat.), f.; —en: Dekollierung. 
ei###ren (frz.), tr.: den Hals 2c. entblößen, — 
v. der Damentracht mit tief ausgeschnittnen Klei- 
dern: Sie geben ihr Schönpflästerchen auf alle mög- 
lichen Körpertheile, d. sie auch (je nach der Zeitepoche). 
Mag. d. Ausld. 34, 497a (vgl. degorgiert). ie#ren, 
tr.: enthaupten: den Hals einer Retorte absprengen. 
— Deolor-, Dekolor-atiön (lat.), f.; Sen: 
Entfärbung 2c. Jikren, tr.; intr. (sein): (sich) 
entfärben c. imter, m., n., —s; uv.: Mittels 
des Ds, d. i. einer gradulerten, mit einer Probeflüssig- 
keit (Indiglösung) gefüllten Röhre die entfärbende 
Wirkung jedwerer Kohlenart ermitteln. Karmarsch 1, 
150 c. — Decompo-, Dekompo-ufbet (ulat.), 
a.: zerlegbar 2c. -nikren, tr.: Zusammengesetztes 
auseinandernehmen, zerlegen, auflösen 2c. G. Sch. 
2, 263; Von dem un dekomponierten Lichte. G. 38, 
25 dc.; Dekomponierung. Bohl Pet. 2, 360 te. 
„sitiõn, f.; —en: Dekomponierung. -situm, n., 
—s; ta [§ 24, 2, n.]: etwas Dekomponiertes; 
auch zuw.: etwas mehrfach Zusammengesetztes, 
z. B. solches Heilmittel; Wort (ehrein Schulgr. 
119)7.— Decompt--, Dckompt-e (frz. deköngt), 
m., —6„ -6: Abrechnung. -eren, tr. : abrechnen, s. 
Diskontte. — Der-, Dekh-onceptieren (nlat.), tr.: 
aus dem Koneept (s. d.) bringen. — Deconcer-t, 
Dchoncer-t (frz. — #är), n., —#; —#: Mißhelligk. 
-#eren, tr.: zunächst in Bezug auf musikalisches 
Zusammenspiel, — herausbringen; verallgemeint: 
aus der Fassung bringen, verwirren, verblüffen zc.; 
refl.: aus der Fassung gerathen: Dann sagte er zu 
seinem dekoncertlerten Dekoncertierer. Schert Stud. 
1, 262.— Dec-, Dek-onsitüre (frz. —köng—), k.; 
—n , —# : gänzliche Niederlage: Zahlungsunsähig- 
keit 2e. — Derontenanc-, Dehontenanc-e (frz. 
—ndungß'), f.; 0: das Verlieren der Kontenance 
(s. d.). -ieren, tr.: aus der Kontenance od. Fas- 
sung bringen, verblüffen ꝛe. — Dec-, Deh- 
onvenabel (frz. —köng-), a.: ungelegen, unpassend. 
— Decor- (Dekor-) ated (engl. —#tid), a.: ge- 
schmückt rc., s. style. aleur (frz. tör), m., —8; 
—6, Se: Einer, der — u. sofern er — für die De- 
lorationen (s. d. 1) v. Räumlichkeiten, nam. auch 
auf der Bühne zu sorgen hat. Düringer 305; G. 26, 
24;30, 393; [Poussinl, welcher dem D., im landschaftl. 
u. architektonischen Fache, die herrlichsten Motive dar- 
bietet. 35, 397; Ein elegantes Herrenzimmer, nicht vom 
D. eingerichtet, sondern 2c. Housbl. (67) 220; Spiel- 
hagen Hammer 5, 164 rc., vgl.: Dieser hier, Pater 
Dekoratör, ] der all unsern Gärten u. Bauwerk 
steht vor. G. 27, 485; 487 2c. -aliön, f.; Sen; 
—&amp;—: 1) Ver-, Auszierung v. Ggston, nam. von 
Räumlichkeiten (Die Innen-D. der Wohnräume. 
Weiss Kost. 1, 68 rc.) u. bes. auf der Bühne, die ge- 
malten Ogstde, die in ihrer Zusammenstellung zur 
angemeßnen Vergegenwärtigung des Orts der 
Deerescent 
Handlung dienen. Düringer 305 ff.; Die Den u. 
Maschinen der röm. Buhne. Guhl 2, 347; Obelisken 
u. Triumphbogen u. D-en u. Illuminationen. 6 Kleist 
Bül. 195 ꝛe.; Die vor der Skene-Front aufgespannte 
Hinter-D. Guhl 1, 304 2e.; Die Schluß-D. C. 
33, 115; Wandel-D. Gerlläcker NReis. 1, 118 re. 
Als Bstw. z. B.: Der halbrunde D—s--Bau. Schücking 
Künstl. Leid. 44 (zur Verzierung des Gesammt- 
baus) 2e. u. nam. in Bezug auf Bühnenwesen: 
D—s-Buch; = Glanz; SInventar; -Kunst; 
Magazin;-Maler,--Malerei; -Personal; 
.Prunk; „Verwandlung; Vorsteher: 
Wesen sc. — 2) Orden, Ehrenzeichen: Militz- 
rische D-en u. Belohnungen. Guhl 2, 366; W. 31, 
111 . ativ, a.: zur Verzierung, Ausschmückung 
gehörig, dienend 2c. (Ggstzkonstruktiv): Zur 2-en 
Ausstattung der Skene. Guhl 1, 304; Grenzb. 24, 2, 
261 2c. -éren, tr.: 1) ausschmücken, verzieren; 
Dekorierkunst. G. 26, 249, vgl. Dekorationskunst. 
— 2) einen Orden verleihen. — Decort-, Dehört, 
m., —(e); —e: (kaufm.) Abzug an einer Rech- 
nung. ieren, tr.: einen Dekort machen (dekur- 
tieren). — Decorti-, Dekhorti-eitren (lat.), tr.: 
entrinden, abschälen. -caliön, -katiön, f.; en: 
Dekorticierung. — Decor--um (lat.), n., —8; 0 
[8 24, 2, n.): der Anstand, die Schicklichk.: Das 
Vemistum, das Honéstum, das D. W. 29, 102. 
us, a.: anständig. — Oec-, Dek-oupĩẽren sfrz. 
—u—), tr.: zerlegen, zerschneiden; Silhonetten 
ausschneiten. w. 15, 131. — Dccourag-, 
Dekourag-cant (frz. dekurash-äng, änt), a.; ent- 
muthigend. -ement (mäng), n., —§; —s: Ent- 
muthigung. -Jkeren, tr.: entmuthigen. — 
Derour-t für]; -ticren: s. Dekort 2c. — 
DQécoufu (frz. dekust), a.: unzusammenhängend. 
— Derouv-, Orbouv-ert (frz. dekuw-är), n., 
—s; —: A d., ungedeckt; ohne Deckung ((. 
firen), (Börsenspr.): Ungedeckte Rückstände (D-8). 
Ual 3#. 21, 18; Die Kourse gegenüber dem starken 
D. zu halten. 19, 488; 20, 230; 561 2c. Terte 
Cert), f.; —n, —s: Entdeckung. Tertkeren, 
tr.: Briefe d., das Kouvert abnehmen; öffnen. 
„reur Crör), m., —#; —8, —e: Cntdecker. -ieren, 
tr.: entdecken, eröffnen, zu erkennen geben re. 
— DOccr-, Dekr-editteren, tr.: den Kredit, 
das Ansehn, den guten Ruf einer Pers. od. Sache 
schmälern, verringern 2c. (vgl. riskreditieren). — 
Derremnt, Oekrement (lat.), n., -(e)s; -e; 
jum s8 21, 2, n.]: Abnahme, Verfall. — 
Decrep, Ockrep-it (lat.), a.: abgelebt, alters- 
schwach, stumpf. meihner Schr. 1, 211; Uaumer Br. 
Frkf. 1, 262. Sität, f.; 0: st. Dekrevitüre. 
Zitalion, f.; -#en: Dekrepitierung. Lilieren, 
intr. (sein), tr.: abknistern (s. d. Ss.), v. Salzen. 
itüde, f.; 0: das Dekrepitsein. -itus, a.: de- 
krerit. — Dceresc-Endo (it. —eschendo), adv.: 
(Mus.) abnehmend, allmählich schwächer werdend 
an Tonstärke, auch diminuendo, calando, mancando 
2c., s. Ggstz crescéndo; auch n.; übrtr.: Schweizer- 
häuschen im D.-Format bis zu den kleinsten Minia- 
turen herunter. 3azar 15, 46a. -nt (lat. —esc-),
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        Decrescenz 
a.: abnehmend. -#enz, f.; -en: Abnahme, Ver- 
ringrung. 2eren, intr. (sein): abnehmen, 
schwächer werden 2c. — Deerel, Dekret (lat.), 
n., —e); —e: Beschluß, Verfügung, Erlaß einer 
Behörde: Aus den D-en des Lateran-Koncils. Geroinus 
Hist. 7, 202 2c.; Absetzungs-- (CUobert 2, 16); 
Dank-(SErenzb. 26, 3, 374); Divorz-(Ausld. 38, 
74ta) od. Scheidungs-z; Kommunikattv- 
(s. d.) od. Notifikativ-D.; Pensions-= (w. 36, 
32)D.; D-e zu Un- D-en machen saufheben . TLicchart 
B. 47b (wortspielend: Drecket. 1 3aà u. o.): D-en- 
Freudigkeit. Schücking Bronckh. 1, 233, Lust am 
Ausfertigen v. D-en 2c. -al, a.: ein Dekret ent- 
baltend; auf ein Dekret sich üützend, gründend ze.: 
Die rärstlichen D. Briefe; Vor allem Volk den D.- 
Eid zu leisten lals ungarischer Königsl. Gartenl. 16, 
479b rc. ärlen, pl.: die päpstl. Dekretalbriefe: 
Die D. Isidors. w. 30, 43; 410 rc.; Dem Schul- 
meister die Bullen u. D. seines Dorfrarstes zu über- 
bringen. IP. Wahrb. 1, 36 ꝛc. (wortspielend: Drecke- 
talen. Lulher 8, 1b 2c.). alis, a.: dekretal: (Epl- 
stolce) decretäles, die Dekretalen. -ĩẽr en, tr.; intr. 
(baben): eine Verfügung erlassen: Etwas ver- 
fügen: Etwas beraus- (w. 31, I21); weged. 
Auerbach Tag. 103; Die franz. Revolution war konfe- 
quent, wenn sie Gott zu= u. ab dekretierte (durch De- 
krete ein= u. absetztel. Dorfasch. (IV) 2, 301; Wobei 
man ihnen auch die Arbeitslöhne zu dekretierte. Globus 
8, 109a 2c.; Dekretier-Kunst ic. Zift, m., Sen, 
—6; —en: im Mittelalter, Gaitz Legist (s. d.): Einer, 
der die Dekretalen, das kanonische Recht, als 
Grundlage aller Staats-Vhe ansieht; Lebrer des 
kanonischen Rechts. lich, a.: mittels eines De- 
krets: Eine Zeitschrift d. unterdrücken. Nat 3. 20, 106 rc. 
orisch: entscheidend, den Ausschigg gebend rc. 
„ö. ins, a.: dekretorisch, z. B.: Annus, dies d. 
(im westfälischen Frieden) der #tte Januar 1624, 
als normierend für die Säkularisationen. -um 
[&amp; 24, 2, n.]: Dekret: Ad d., nach dem Beschluß; 
D. absolütum, der unbedingte Nathschluß (Gottes): 
D admissivum, Cntscheidung über Zulassung eines 
Rechtsmittels; D. aliöndndi, obrigkeitl. Erlaubnis, 
Eiwas zu veräußern: D. äülicum, Kabinettsorder; 
D. Del, göttl. Rathschluß; D. dẽ solvéndo, Ver- 
fügung, Etwas auszuzahlen; D. in senätn, im 
Rath beschlossen; D. interimfsticum, einstweilige 
Verfügung; D. commivatörjum, mit Strafandro- 
hung; D. commissorjiäle, Verfügung eines Unter- 
suchungsausschusses; D. commüne, gemeiner Be- 
scheid; D. concessfrum, das Gesuch gewährende 
Verfügung; D. confirmatörium, bestäligender Be- 
scheid; D. marginäle, Randverfügung; D. ultörius, 
fernerweitige Verfügung 2c.— Derrott-, Dekrött- 
eur (frz. —ör), m., —; —6é6, —e: Sliefelputzer. 
IGohl Par. 1, 9 2c. -ĩẽren, tr.: Zeug, Stiefel 2c. 
reinigen. -oir □oär), n., —#; —#: vor den Thuüren 
angebrachte Vorrichtung für die Eintretenden, das 
Schuhzeug vom Straßenschmutz zu säubern. oire 
(-oär), f.; —#: Bürste zum Dekroltieren. — Deer-, 
Dehr-ustĩẽren (nlat.), tr.: entkrusten, abschälen 
ꝛc. — Derübitus (ulat.), m. [8 24, 4]: 1) das 
Delatur 243 
Durch-, Wundliegen. — 2) krankhafte Ablagrung 
der Sifte an einer Stelle. — Okkula (abess.), k.; 
—68 : Der gemalte Hund od. Simmr der Araber, die D. 
der Abissinier (Iycäon pictus). Brehm Hab. 121. — 
De#umanus (lat.), m. I§ 24, 21: D. u. cerd:, 
bei den Augurbeohachtungen u. beim Lagerbau, die 
beiden einander rechtwinklig kurchschneidenden 
Hauvptlinien, s. Guhl 2, 6; Weils Kost. 1, 1253. — 
DOec- unx (lat.), m. (&amp;§ 24, 3, -ncis): f. As 1 2. 
uplieren, tr.: verzehnfachen. -uplum (/&amp; 24, 2, 
n.]: das Zebnfache. -ria [8 21, 11; = ürse, f.; 
—nu : eine Abtheilung von (od. etwa von) Zehn. 
- U , m., —: önen (§ 21, 3, önis): Anfübrer, 
Aufseher einer Dekurie. — Deeür-s, Dekuͤr-s 
(lat.), m., —es; 0: Verlauf: Im D. der Zeit. G. 
27, 495. „sion, f.; —#n: das Herablaufen 2c. 
fus, m. [83 24, 4): Dekurs. — DOekurt-atiön 
(lat.), f.; —en: Verkürzung, Abschneidung 2c.: 
Nachdem sie alle diese .. Derilationen, D-en, Defigura- 
tionen u. Dekolorationen vorgenommen. W. 9, 30 r2c. 
-ieren, tr.: verkürzen 2c., s. auch dekortieren. — 
Oeeüusf-, Qeküussatim (lat.), adv.: in Form 
einer röm. Zehn (X), kreuzweise. alion, f.; -en: 
Durchkreuzung. -ieren, tr.: krenzweis durchschnei- 
den. Cis, m. [8 24, 3, uv.): s. As 1 2.— Dee-, 
Dek-ussörium (nlat.), n., —#s; ken [&amp;21, 2, n.]: 
Werkzeng zum Niederdrücken der Hiruhaut beim 
Trepanjeren. 
Dél (it.): s. di. — Delabr-ement (frz., 
— maͤng), n., —8; — : Zerrüttung, Verfall. -ieren, 
tr.: zerfetzen, zerrütten 2c.: Delabriert, verfallen. — 
Delai (frz. —), m., —#: —#6#: Aufschub, Verzög- 
rung, Frist. — Delaissement (frz. delässmäng), 
n., —6; —s: 1) Uberlassung, Abtretung. — 2) 
Verlassenheit, Hilfloligf. — Delanter-a (span.), 
f.; —s: die Vorderseite, die erste Reihe: Ungeachtet 
die Zuschauer aus ihren D—s hinab mit Stöcken auf ihn 
lden Stier] einschlugen. Slobus 4, 143b; D-8de 
cucrda sdes Seils), s. Barrera; Grada 2c. Jo, m., 
—6: —: Vorreiter. Zastiano 138; 139 rc. — De- 
lapidferen (lat.), tr.: „entsteinen“: Eine große, 
wenn auch etwas delapidierte [beschädigte, zerstörte] 
Statue. 3Sohl Par. 2, 10. — Oélapoir (frz. —po#r), 
m., —; —: s. Egrarpoir. — Ocläpfus (lat.), 
m., uv.; uv. [8 24, 1): das Sinken der Kräfte. 
Junghuhn 51. — Oelass-ement (frz. —mäng), n., 
—3: —6: Entmüdung, Erholung. #ren, tr.: 
entmüden; rekl.: sich erholen, ausruhn. — Oelät 
(lat.), m., -en; -en: Verklagter, Delatus (s. d.). 
Sio, f. [8 24, 3, ziönis): Deferierung: D. here- 
ditätis, Erbschaftsanfall; Antragung der Erbschaft; 
D. juramnti, Eides-Antragung, -Zuschiebung rc.; 
bes. aber: D. — Denuneiation (s. d. Folg.). iön, 
f.: —en; —8-: Delatio, bes.: Anzeige eines De- 
lators; Das D—s-Edikt der Inquisition. Schac# 2, 
48; 313 ([Anzeige aller der Ketzerei 2c. Verdächti- 
gen gebietend). -or, m., —, (-ören); -ören 
[8 24, 3, -öris): Angeber, Ankläger (ogl. Denun- 
ciant). Jacobs Verm. 7, 390; Stahr Tib. 136; Jenes 
Deen-Wesen. Kaisrfr. 16 2c. örisch, a.: in der 
Weise v. Delatoren 2c. ür, f.; —en: Angeberei 2c. 
16
        <pb n="260" />
        244 Delatus 
Sus, a.: deferiert, z. B.: Deläta herẽditas, an- 
gefallne od. angetragne Erbschaft 2c.; m.: Jemand 
als Ggstd einer Delation (s. Delat). — Dele! 
(lat.): tilge. atur!: es werde getilgt, — bes. 
auf Korrekturbogen (abgekürzt: del., 43) als Bez. 
für zu Tilgendes. — Oetéb: D.-Palmen, Borässus 
Aethiöpum. Globus 4, 1a. — Oeleg-ado (span.), 
m., —6; —: Delegat; auch: Der D. (Policeivor= 
stand). Ausld. 38, 510a, best.: D. del foménto (s. d.). 
Tans, m. 1824, 3, äntis); -ünt, m., —en, —#en: 
der Delegierende (l. d.). -ät, m., —en, —#; en: der 
Delegierte: Ein Agent unter dem Namen D. Hausbl. 
(60) 3, 238. atär, m., — ; —##; atärius, m. 
[8 24, 2): der neue Schuldner od. Gläubiger, der 
für den bisherigen durch Delegation einer Schuld 
eintritt. -aliön, f.; —en: Delegierung; De- 
legierte, Delegiertenversammlung 2c.: Daß Deen u. 
Reichstag zu gleicher Zeit tagen. Ual 3. 21, 2; Durch 
Deen der Einzelkammern gewählt. Grenzb. 26, 3, 112; 
Die Sache gebörte vor die gemeinsame Reichs-D. 26, 
2, 492 2c.; auch — Legation (s. d.), päpstl. Pro- 
vinz. tus, a.: delegiert; m.: ein Delegierter. 
#en, tr.: 1) Etwas auf einen Andern Über- 
tragen, z. B.: Eine Schuld; ein Recht d.; Wenn es 
zulassig wäre, die konstituierende Gewalt einem der Fak- 
toren der Gesetzgebung zu d. . Eine solche Delega- 
tion der Gesetzgebung.. Die Gesetzgebung auf einen 
andern Faktor d. Uol3. 19, 603 2c. — 2) abordnen, 
absenden: Die Delegierten versammlung. Erenzb. 
26, 2, 491 rc.; Ein Delegierter im Kirchenstaat — 
Legat (s. d.), Provinzstatthalter. — ODelect-, 
Oeleht-abel (lat.), a.: ergötzlich, angenehm. 
ation, f.; -en: Ergötzung, Labung. -kerin, 
tr., refl.: ergöten, vergu#gen, laben. -iön, f.; 
—en; -us, m. [8 24, 41: Anuswahl; Aushebung 
(v. Soldaten). — Deléndus (lat.), a.: zu ver- 
tilgend: Den einzigen Gedanken, die Delénda Carthägo. 
Monatbl. 2, 588a, s. Ceterum. — Oelenimént 
(lat.), n., —(e); —#; cum (§ 24, 2, n.]): Lind- 
rungs-, Besänftigungsmittel; Liebkosung 2c. — 
Delest-age (frz. —ish), f.; —n: (seem.) das Aus- 
schießen des Ballasts u.: die Gebühr für die Er- 
laubnis dazu. ren, tr. (auch o. Obj.): den 
Vallast ausschießen. — Oelek-är (gr.-frz.): von 
zerstörender Wirksamk. Mag. d. Ausld. 36, 29b 2c., 
gw.: deleterisch. -Erium, u., —; ken [824, 2, 
Mn. : ein deleterischer Stoff. -iõn (lat.), f.; —en: 
Tilgung, Vernichtung. — Delf 2c.: s. Delph rc. 
— Deli (türk.), m., —s; -ler, -s (Cnobert 1, 171; 
114;: 2, 14 2c.), -en (Gerhard Wil. 2, 210 2c.), —des 
(Drandis Gr. 2, 322): „ein Tollfühner, Wagehals“, 
Bez. für die Soldaten der berittnen Leibwache des 
Großwesirs 2c. Cuobert 2, 67 ꝛc., s. HLammer 10, 
343 ff.; D.-Baschi, Anführer dieser Leibwache; 
Dler-Agasi, Aga der Tollkühnen (Volontärs). 
344 2c. — Delia (lat.), f. [8 24, 11: die delische 
(s. d.) Göttin, Diana: An Deliens Altar. Sch. 29b; 
auch weibl. Name. — Oelibal (türk.), m., —#; 
0: „Tollhonig“", Art betäubenden Honigs. — 
Delibät-io (lat.), f. 824, 3, iönis]): Wegnahme, 
Vermindrung; D. hereditätis, Erbschaftsverring- 
Delillum 
rung 2c., auch: iön, f.; -#n. — Oeliber-ändum 
Ilat., § 24, 2, n.]: Uberlegung: Ad d. nehmen, 
in Erwägung ziehn; Spätium —, js deliberándi 
G. deliberatiönis), Uberlegungs-Frist, -Recht 
(nam. vor Antritt einer Erbschaft). -atio, f. 1824, 
3, önis]; -aliön, f.; —en: Berathschlagung, 
Uberlegung, Erwägung 2c. -ativ, a.: überlegend, 
berathend. = alo (it.), adv.: (Mus.) entschlossen 
(risolüto). en, intr. (haben), tr.: berath- 
(schlag)en, überlegen, erwägen. — Oelibrieren 
(lat.), tr.: v. Bast u. Rinde frei machen. — 
Oel-ice (frz. —h), f.; —#, —m:: Wonne, Behagen. 
Augsb. 3. (1844) 169 7a 2c.; etwas Köstlliches, 
Wonne 2c. -iciũ, pl. [824, 1): Delice: D. gene- 
ris humäni [Wonne des Menschengeschlechts), z. B. 
als Ehrenname des Kaisers Titus (vgl. — in 
kosender Diminutivform —: Wie die röm. Schmeich- 
ler ihre Neronen u. Heliogabale nannten: döcus n. de- 
liciolie generis humäni, eine Zierde u. Wonne des 
Menschengeschlechts. Spielhagen Pr. 7, 113); auch als 
Titel dichterischer Sammlungen: D. postärum 
Germanörum 2c. Siciös, a.: köstlich; wohl- 
schmeckend; wonnig 2c. — Dellẽren (lat.), tr.: 
tilgen; Geschriebnes auslöschen, ausstreichen 2c. 
— Delig--atiön (lat.), f.; —en: das Verbinden 
einer Wunde. - atür, t.: —en: der Verband; das 
Ab-, Unterbinden. -ĩeren, tr.: verbinden. — 
Delicat, delihät (lat.), a.: zart, zärtl., weichlich; 
fein, niedlich; wohlschmeckend, köstlich, lecker; zart- 
fühlend, empfindlich, peinl., heikel (Mit Butter war 
er sehr d. Gutkow R. 4, 183), kitzlich, sehwer zu be- 
handeln (Eine d—e Frage) 2c. Auch: Uber dem Aus- 
kramen von d-en Sentiments recht un--d. lunzarts] ge- 
wesen. Sch. G. 2, 81 (s. in-d.). -amenke (iIt.), 
adr.: (Mus.) zart, geschmackvoll. -esse, k.; —n: 
1) (o. Mz.) das Delikat-Sein, Zartsein 2c.: Die 
D. [Zartgefühl], da man den u. jenen Gram allein 
bebalten u. seines Freundes schonen will, ist meistens 
Zaͤrtelei. TClaudius 4, 8; fSchlegel GR. 1 86 r2c., Ggst: 
In= od. Un-D. — 2) Leckerbissen, Leckerei r2c.; 
D-n.- Handlung, Keller 2c. -0 (it.): delicata- 
mente. ulus, m. [8 24, 21): Zärtling, Lecker- 
maul. —us, a.: delikat. — Oeliet, Oeliht (lat.), 
n., -(e)s; e: Verbrechen, Vergehn. - um (§ 24, 
2, n. ): Delikt: D. ätrox, schweres, entsetzliches: 
delösum, vorsätzliches; ecelesiästicum, vor die 
kirchl. Obrigk. gehöriges, Ggstz seculäre; extra- 
ordinärinm, außerordentliches, im Strafgesetzbuch 
nicht vorgesehnes od. mit best. Strafe belegtes 
(Ggstz ordinärium); fäcti — permanentis od. — 
transeuntis, v. dauernder — od.: v. vorübergehn- 
der Wirkung; innomjnätum, in den Gesetzen unbe- 
namtes: cärnis, fleischliches; commissiönis s. com- 
misstrum, Begehungs-, Ggstz: Unterlassungs-Ver- 
gehn (omissiönis); consumätum, vollzognes; ecntra 
séxum, gegen das 6te Gebot (s. carnis); criminäle, 
peinliches; culpösum, fahrlässiges; lẽve, leichtes; 
nominätum, benamtes; notörium, offenkundiges; 
oc ultum, heimlich verübtes; omissiönis s. omis 
sörium, s. v.: commissionis; ordinärinm, (. v.; 
extraordinarium; prirätum, gegen das Privatrecht;
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        Delila 
püblicum, Staatsverbrechen; qualifieãtum, das 
durch besondre Umstände härtre Strafe heischt; 
reiterätum, repetitum, wiederholtes; s(a)eculãre, 
weltliches (s. o.: ecelesiasticum); successivum, 
nach u. nach verübtes; fortgesetztes; universitätis, 
v. einer Genossenschaft verübtes; verum, wirk- 
liches, vorsätzliches 2c.; Dellcta concurréntia, zu- 
sammentreffende, verbundne Verbrechen, wie z. B. 
beim Raubmord (Raub u. Mord) 1c.; Cörpus 
(s. d.) delleti ꝛc. — DOelilä: 1) (bebr.), f.; —s, 
—n : Simson's falsche, verräthrische Geliebte (s. nicht. 
16, 4 ff.), auch antonomastisch: Deine Scher' in mei, 
nen Haaren,!] allerliebste D. G. 4, 243; Die Den. W. 
20, 163 2c. — 2) Die Mamen lin Marvcco] baben 
nur eine Art v. Kupfermünze, die D.; diese ist fast sechs- 
eckig. Globus 6, 86b. — Delim-ation (lat.), k.; 
—en: Abfeilung. ren, tr.: abfeilen. — 
Delimit-atiön (lat.), k.z -en: Grenzberichtigung. 
Hren, tr.: abgrenzen 2c. — Oelin-ean! (lat.), 
m., -en, —; -en: Zeichner. -ation, f.; —en: Zeich- 
nung, Riß, Grundriß, Entwurf. - ävit: N. N. 
d., hat's gezeichnet (unter Zeichnungen, vgl. in- 
venit, pinxit, sculpsit). Weren, tr.: zeichnen, ab- 
reißen, entwerfen. — Oeliniment: s. Delen 2c. — 
Delinquent (lat.), m., —en, —; Sen: ein als Ver- 
brecher in Haft Befindlicher; weibl.: D-in: Auf 
D—en--Weise verhören mich zu lassen. Sch. 286b. 
Dazu: Denschaft, f. (Ausäus M. 2, 46), D-en- 
tbum, n. 2c. — Deliqu-esrent (lat.), a.: zer- 
sließend, zerschmelzend. -escenz, k.; 0: die Eigen- 
schaft u. Neigung zu deliqueseieren. -escieren, 
intr. (sein): zerfließen, nam. durch Anziehn von 
Feuchtigk. aus der Luft: D—e Salze. Karmarcch 3, 
79. — inm /§ 24, 2, n. ]: 1) das Zerfließen, Zer- 
lassen: Pér [durch, mittels] d. — 2) das Schwin- 
den, der Mangel: D.änimi, Ohnmacht. — Oelir- 
ant (lat.), m., en, —#; -en: ein Delirierender. 
-atiön, f.; —en: Delirium. ke, intr. 
(baben): im Delirium sein, irre reden, rasen 2c. 
ium, n., —#; -ken [824, 2, n.]): das Irr-Reden, 
Geistesverwirrung, Irr-, Wahnfinn: Inzwischen 
hatien sich seine Delirien gesteigert. Meißner Nov. 1, 
136 rtc.; bes. auch — D. tremens s. potatörum, 
Säuferwahnsinn 2c. — Oklisch, a.: v. der Insel 
Delos, darauf bezügl. 2c. (vgl. cynthisch): Der d#e 
Gott, die d—e Göttin (s. Deli-us, a); Das d—e# Pro- 
blem (s. d.); Der Hehenstaufen-Poet muß ein d-er 
Schwimmer sein. Hillebrand Nat. Lit. 3, 371. — Oelit 
(frz. dell), n.t, —#; —: Delikt: En fagrant ss. d., 
ang flagräng] d. G. B. pächter Süröstl. 3, 472). — 
Oelitescenz (ulat.), f.; 0: das plötzl. Verschwin- 
den od. Zurücktreten von Krankheitsstoffen. — 
Delito (span.), n., —#; —: Delikt (s. d.): So- 
riele d-s de sangre (blutige Kriminalverbrechen). 
Globus 9, 291b. — Délius, a.: delisch (s. d. u. 
Delia); m., uv.; —#e [§ 24, 21: (o. Mz.) der 
delische Gott, Aroll; (m. MzZ.) Name eines 
Schmetterlings: Der prachtvolle Apollo Is. d. ] od. 
der nicht minder schöne D. Uaiur 16, 298b. — 
Delior-aison (frz. äsöng); -ance Cängß), f.; 
—8: Befreiung, Erlösung; Ausliefrung, Aushän= 
Delphisch 245 
digung. -kren, tr.: befreien, erretten; aus-, ab- 
liefern 2c. — Orik: s. Dalk (1). — Deleredere 
(it.), n., —#s; —#: „auf Treu u. Glauben“, — die 
Verbürgung des Kommissienärs für den Kredit 
(l. d. 1) od. die Zahlungsfähigk. der Käufer bei 
Kommissionsverkäufen u. die v. ihm dafür berech- 
nete Vergütung. Eneyhl. f. Kauff. 289; D. stehn, das 
D. übernehmen. ebd.; So muß der Kommissionär einen 
böbern D.-Satz in Anspruch nehmen. ebd. 2c. — 
Dell’, -a (it.): s. di. — Oellal (türk.), m., 8; 
—# : Mäkler. Globus 7, 283a 2c. #ic, f.; -n: 
Sensalgebühr. Hammer 10, 344. — Oelle (it.): s. di. 
— Dellil (ar.), m., —s: —s: Wüsten-Pilot (s. d.). 
— Dklling, m.t, —#s; 0: (nord. Myth.) Dämm- 
rung: D—s Sobn sder Tag]. Kohnihe Fr. 115; 28. 
— Dello (it.): s. di. — Delog--ement (frz. 
lebsh'mäng), n., —#; —s: Delogierung 1; 2. 
Sieren: 1) intr. (baben, sein): das Logis (s. d.) 
verlassen, aus-, abziehn, aufbrechen 2c. — 2) tr. 
(fakt. zu 1) verdrängen, vertreiben 2c. (vgl. ver- 
logieren). — Delop-öl (frz. —ojäl), a.: Unredlich, 
untreu 2c. alilät, —en; -auté Cote), f.; —: 
Unrerlichk., Untreue. — Oelph-i (gr.): ein Ort 
in Griechenland, berühmt durch seinen Apolle- 
Tempel, wo der Gott durch den Mund der Pythia, 
seiner Priesterin, Orakel ertheilte. Kriegk 1, 264, 
vgl.: Kam nicht auch aus einem Weiberrocke einst zu 
„Delfos“ Götterspruch? Sch. Göd. 1, 189. -icus, 
a.: delphisch ꝛe.: nsa (s. d.) delphica. -in 
(gr.-lat., —, s. Ss.), m. (u.), -le)s; -#e, Cen, 
s. Ss.): 1) ein fischförmiges Sängethier, zu den 
Walen gehörig (vgl. Swinja), zuw. auch irrthüml. 
— Thunsisch (s. Dolphin). Zutmeister 9B. 2, 55; 57; 
65 2c.; Daes brausende Delrbin. Sch. 86b; Dem Del- 
phin, der König] unter Fischen ist. Schlegel Span. 2, 
137 (vgl. 2e); Bist dn Delphin, so gieb Kunre,a 
Orkane nahn. 142 2c.; Säge= od. Schwert-D., 
Delphinus pinna; Schlauch-D., D. örca, s. Gram- 
bus; Schnabel-D., D. rosträtus; Widder-D., 
D. äries 2c. — 2) (s. 1): a) ein Sternbild. — b) 
eine Schnecke, Türbo delphinns. — D) bei den 
Alten ein d.-förmiges Eisen zum Zerschmettern 
feindlicher Schiffe. — d) die Handhabe über den 
Zapfen der Kanonen. — e) (oralt., s. 1) = Dau- 
phin (s. d. u. D-us), z. B. Zinkgräf 2, 68. inin, 
n., —; 0: (Chem.) ein im Delrphininm (s. d. 2) 
enthaltnes scharfes Alfaleid (Staphisain). -inisch, 
a.: delphisch (s. d.). -nium, n., —; ken (8 24, 
2, n.]: 1) (o. Mz.) Über Morrtthaten erkannten lin 
Athen] 4 Gerichtshöfe, das Pallarium, das D., die 
Pbreattys u. Heliäa. Sch. 1027a c. — 2) eine Pfl., 
Rittersporn. nus, m. [8 24, 2): Delphin, im 
Mittelalter auch nach der Verzierungsform eine Art 
monnmentaler Standleuchter. Weils Kest. 2, 786; 
Dauphin, z. B.: In Usum Delphini, zum Gebrauch 
des franz. Kronprinzen, — zunächst v. Ausgaben 
lateinischer 2c. Schriftsteller, worin die anstößigen. 
Stellen im Tert beseitigt waren, — danach z. B. 
G. 3, 129 2c. Cisch, a.: zu Delphi (s. d. u. pythisch) 
gehörig, darauf bezügl. 2c.: Die Aufschrift über der 
Pforte des delphinischen Tempels. Die d-e
        <pb n="262" />
        246 Delphos 
Pforte. w. 29, 163 (s. Gnothi); Den d-en Gott 
[IApolll. 21, 163; Mit so vieler Gewißheit, als ob 
Alles aus dem d-en Dreifuß hervorkäme, zu erzählen. 
Luc. 6, 74 (s. Tripus) 2c. —os: s. Delphi. —, f.; 
uv.: Gebärmutter. — Dell-a (gr.), n., —; —6, 
zen: ein gr. Buchst., unserm D entsprechend, v. der 
Form eines Dreiecks (4); u. nach der Form, z. B.: 
ein Land am Meer zw. 2 Flußmündungen, — 
urspr. in Unterägypten (s. Kriegk 1, 61), dann ver- 
allgemeint Oken 1, 556 ff.; Die D—s der Finsse. 
Wierielj. 48, 295; Die Marschen u. Delten. 209; 
Fluß-Ds. 206; In andern Flußdelien. 203 rc.; 
Flus-D—-s. Koner Afr. 58; Von den breiten, sumrfigen 
Schlamm-Ds. 53 :c.; Im Amazonas-D. Mag. 
d. Anusld. 36, 107a; Nil-D. 2c.; auch: Negative 
(hohle) D—s#, wo Ströme an der Muündung sich trom- 
peten- od. trichterartig erweitern (auch Astuarium) , s. 
Ausld. 30, 457a c.; D.-Bildungen. Zurmeilter 
Gsch. 17; = Gebilde. 11 2c.; D.-förmig. Ffollmec- 
raner Gs W. 1, 231 2c.; Die D.-Inseln des Rheins. 
Dviertelj. 48, 235 2c.; Der D.-Muzkel ist der wich- 
tigste [berarmmuskell. Oken 4, 38 rc. -ödes ) m., 
uv.; uv.; -oĩdtus, m. [8 24, 2): Delta-Muskel. 
oldisch, a.: deltaförmig. — ODelthpris, f.; uv.: 
Art fossiler Brachiopoden. Zurmeiser Gsch. 452; 
ergänz. Nat. 9, 35b 2c. — Delübr-um (lat.), n., 
—s: zen I[§ 24, 2, n. ]: Tempel, Heiligthum. — 
Deludikren (lat.), tr.: verspotten, äffen, täuschen, 
bintergehn. — Oéluge (frz. delüsh'), n., uv.; —: 
Sindfluth (s. Kataklvemos; Diluvium; Aprds). — 
Delus-iôn (lat.), f.; -en: Deludierung. -ĩv, 
risch, a.: deludierend: zur Delusion geeignet 2c. 
— Deluv 2c.: s. Dilnv 2c. 
Demagög (qr.), m., —en, (—6); —en: Volks- 
Führer; -Verführer 2c.: D—en-Processe (Volhsz. 
16, 67); Riech#eerei, „Verfolgungen in den 
zwanziger u. dreißiger Jahren 2c.; Das Gesicht rahmte 
ein kurzgeschnittener Bart v. der Art ein, wie man sie 
fruher in Suddeutschland D-#en-Bärte nannte. Gartenl. 
16, 153b. -enthum, n., —()s; 0; ic, f.; 
-(ehn; -ih, f. (w. 22, 55); O0; -ismus, m., uv.; 
0: Wesen, Treiben, Kunst, Herrschaft der Dema- 
gogen. isch, a.: von den Demagogen ausgehnd, 
in ihrer Weise 2c.: D-e u. anti-d—e Umtriebe. 
DVierieij. 39, 357. — Demanch--ement (frz. re- 
mangsch'mäng), n., —#; —#: (Mus.) das Deman- 
chieren. — #ren: 1) tr.: den Stiel, das Heft 
abmachen. — 2) intr. (haben): beim Geigenspiel 
c. die Applikatur verändern. — Demand-ation 
(lat.), f.; —en: Auftrag. -eren, tr.: Einem Et- 
was auf-, übertragen. — Oemant (—), m., 
—e)8, —en; —#e, -en: Diamant (s. d. Ss.). Sen, 
a.: diamanten (s. d.). — Demantel-ement (frz. 
remangtälmäng), n., —6; —6: Demantelierung. 
Rar3 20, 229. -ieren, tr.: die schützenden Ning- 
mauern einer Stadt niederreißen, schleifen. ebd. — 
Demärch (gr.), m., —en, (—6); —en: Vorsteher 
eines Demos (s. d.). w. 22, 265 2c.; auch im 
neuern Griechenland = Bürgermeister, Schulz. 
Ross Ins. 2, 2 8 2c., nach ngr. Ansspr.: Dimärch. Drandis 
Gr. 3, 267; püchler Südöstl. 2, 30; 3, 257 ac. 
Oemigration 
Dazu: Demarchte, Amtslekal (Noss 1. 1.), Bezirk 
eines D-en; nach ngr. Ausspr. Dimarchtt. — 
DOemarche (frz. demärsch), f.; —n, —s: Gang, 
Schritt, Maßregel 2c. — Demarchik, f.; —ehyn: 
s. Demarch. — Demark-atiön (frz.), f.; Sen: 
—3: Abmarkung, Begrenzung; Bestimmung des 
Orts auf offner See, wo ein Schiff sich befindet 2c.: 
Dsv#(od. Grenz-) Kordon (s. d.); -Linie, bes. als 
Fesüsetzung streitig gewesner Grenzen; -Trurren 2c. 
-ieren, tr.: abmarken, abgrenzen, Grenzlinien 
ziehen. — Demas-klieren (auch geschr. - guikren), 
tr.: entlarren, eig. u. Übrir.; (Kriegsk.) v. einer 
bisher verdeckten Batterie die Blendung entfernen 
rc. — Demdit (türk.), m., —#; —#: Blutzins. — 
Demegoris (gr.), f.; —e)n: öffentliche Rede in 
einer Volksversammlung. — Demel-6&amp; (frz. remele), 
n., —s; —6: Handgemenge, Streit, Händel r2c. 
ieren, tr.: Verwirrtes entwirren, lösen 2c., auch 
refl.: Mit Zemand Etwas zu d. lauszumachen; Hän- 
del 2c.] haben. — Demembr-ement (frz. demangbr'. 
mäng), n., —§; —5: Zerstücklung, Vereinzlung; 
ein v. einem Ganzen abgesondertes Stück. = ieren, 
tr.: zer-gliedern, -tckeln, -theilen. — Oemen: 
s. Demos. — Oemenag-ement (frz. —asb'mäng), 
n.. —6; —: Aus-, Umzug in ein anrres Logis. 
-#ren, intr. (haben): aus-, umziehn, das alte 
Logis räumen. — Oemendus (lat.), a.: wegzu- 
nehmend, s. Demtus. — Oemenieren (serz.), refl.: 
sich heftig bewegen. — Dem-ens (lat.), a. [824, 
3, ntisJ: wahnsinnig. — Oeméensum lat., § 24, 
2, n. ): das zugemeßne Theil, die Rate. Guthl 2, 
204. — Dementi (frz. —angn), n., —; —6: das 
Lügenstrafen: Bebauptungen, Geruchten 2c. ein D. 
entgegensetzen, sie als Lügen bezeichnen: Einem, sich 
ein D. geben, ihn, sich lügenstrafen. — Oementia 
(lat.), f. [8 24, 11: Wahnsinn. — Oementirren 
(frz. —mongt-), tr., ro#fl.: Einen. sich k., ihm, sich 
ein Dementi (s. d.) geben. — Demephitif-ation 
(nlat.), f.; —en: Demerhitisierung. keren, ir.: 
von mephitischen (s. d.) Dünsten reinigen. — 
DOemerarg (engl. —reri): Grafschaft in Guyana 
u. danach (f.): eine Sorte Baumwolle. Karmorsch M. 
2. 501. — Demer-nt (lat.), m., -#n, —#; -en: 
Einer, der sich um Jemand od. Etwas verdient ge- 
macht. — U#ren, refl.: sich verdient machen. ite 
(irz. —# ), n., —: —#, —n : Ggstz zu Merte (s. d.), 
Vergehn, Verschuldung: D—n- Haus, geistliches 
Korrektionshans. itieren, intr. (baben); sich 
Etwas zu Schulden kommen lassen, verschulden. 
— Oemerli, m., —#; —: 186 Kile (l. d.). — 
Demersiön (lat.), f.; —en; —-: das Versinken, 
Versenken, Untertauchen. — Demeter (gr.), k.; 
—6 ; 0: s. Ceres 1. — Demeubl-ement (frz. remöll- 
mäng), n., —s; —#: Demenblierung. —ieren, tr.: 
Zimmer rc. d., die Möbel (l. d.) daraus entfernen, 
ausränmen. — Demewi (ar.): Blutstein, d. h. 
blutstillender. p##ermann Or. 2, 132. — Demt 
(frz.): halb: &amp; d., zur Hälfte. -bastiön, f. : -en: 
halbe Bastion (s. d.), halbes Bollwerf. -bosse: 
s. B. -drap ldräl, n., —#; — : Halbtuch. sigure 
lürl, k.; —##: Halbfsigur (s. Figur 5). — Oemigr-
        <pb n="263" />
        Demigrieren 
atiön (lat.), f.; —en: Weg-, Fortzug. irren, 
intr. (sein): weg-ziehn, -wandern. — Oemi-ien 
(frz. Ah5), n., —; —s: (Bühnenw.) halblautes 
Spiel. john (ind.-engl. demmirshenn, vgl. Dame- 
jeanne): große Flaschen, Ballons (s. d. 3) in 
Körben zum Transport flüssiger Chemikalien: 
Sxirituosen in 6 Fässern u. D-s. Naiß. 20, 516. 
„coton (frz. —koteng), m., —§; —: Nankinet. 
roupe □füp), f.; —-s: (Tanzk.) ein Pas, wo beide 
Kniee gebeugt u. im Heben der hintre Fuß versetzt 
wird. Düringer 316. -londre (löngr’'r), n., —8; —: 
s. Lonrr-#e, in. -lune (□ün), f.; —s: (Festgsb.) 
Halbmond, Navelin. -monde (□meäöngr), f.; (m., 
—6) 0: die „Halbwelt“, nach einem Drama des 
jüngern Dumas [Dämal, die Gesellschaftskreise, die 
der feinen, vornehmen Welt nachstreben, ohne diese 
zu sein (m. verächtl. Nebensinn), z. B. (wie gw.) 
kem.: Die sog. grand- monde wollte v. der d. durch 
Einfachheit sich unterschciren. Gartenk. 15, 795b; 
Gausbl. (66) 4, 112; Wirkliche D., männliche u. weib- 
liche. Bodenberg Par B. 10 2c.; seltner (nach dem Frz.) 
masc.: Unsere Welt ist der D. u. den hat, wer Geld 
hat. Scherr Mir. 210; Hackländer Eign. Welt 288; 
Kag. d. Ausld. 31, 497a; Meißner Schw. 3, 154 rc. 
Fortbild.: Die sinnliche, stark demimonristische 
Viehmagd. Verl. Kontagsz. 7, 18 2c. — ODeminu crc.: 
s. Dimin 2c. — Oemi-parallöle (frz.), f.; —n: s. 
P. 2. reliéf, n., —#; —6: s. R. —sape (Kär), 
f.; —s#: s. S. — Oemiss (lat.), a.: niederge- 
schlagen, klein-laut, müthig. -iön, f.; 0: Nieder- 
geschlagenheit, Klein-, Demuth. -ionär (frz.), 
m., —; —e, —#: 1) (vralt.) Empfänger abgetret- 
ner Güter. — 2) Beamter, der seine Dimission 
(s. d.) gegeben, seinen Abschied genommen. 
oriäle: s. Dimiss 2c. — Demité, f.; —s: Art ge- 
köperten Seidenzeugs (s. Dimitr). — Oemilteinte 
(frz. —tengt), f.; —s, —n: (Mal.) Mittelfarbe, 
Halbschatten. -tour Ctm), f.; -en: halbe Kreis- 
wendung: D.-- lod. keutsches) Schloß, s. T. — 
Oemiürg (gr.), m., —en, —#; —cn: 1) Hand- 
werker, Werkmeister re. — 2) Volks-Vorsteher, 
-Leiter: Träume unpraktischer Schwärmer u. Glück- 
seligkeits-Den. Falmerayer Or. 1, XXXV. — 3) 
der Weltschöpfer, nach der Lehre der Gunstiker einer 
der Aonen (s. d. 2): D-os. W. 17, 181 rr., doch 
z. B. auch: Auf der hoben HimmelsburgF saß Jupiter, 
rer D. 33, 391 2c. — Demivölke (frz.), f.; —n: 
halbe Volte (s. d.) auf der Reitbahn. — Demobil 
(nlat.), a.: abgerüstet: Bei der D.-Machung. 
Volks3. 15, 173. -Sisatisn, f.; -en; —s-: Demobili- 
sierung. -isiren, tr.: abrüsten. — Oemogerönt 
(gr.), m., -en, —S;-en: „Volksältester“, Gemeinde- 
vorsteher. Brondis Gr. 2, 185; püchler Südöstl. 3, 
321; Zinkeisen 2, 827 2c. — Oemoisell-e (frz. de- 
moasell), f.; —s, —n: Fräulein, Jungfer (s. Jla- 
d.): D. du comptoir (dü kongtoär] eines Kafé. J Kohl 
Par. 1, 55 [Berechnerin, Kassenführeriu]; An jerer 
dieser Kassen sitzt .. ein: D. du comptoir. 61; 60 2c.; 
Wasserjungfer, Libelle; Halfterfisch (s. Grisette); 
Hier stelzten die D-s de Tumidie (Nümitf# ihre geselli- 
gen Tänze. Kohl Südr. 1, 17, „numidische Jung- 
Demonstrakor 
247 
frau“, Art Reiher, Arde# virgo 2c.; Handramme; 
(Orgelb.) s. Abr#égs 2 2c. #rik, f.; —(ehn: 
Jungfernschaft: Der Demoiselle Eglé (rie D. war 
freilich etwas brüchig). Gortenl. 15, 439b. — 
DOemokrät (gr.), m., -#en, —s; -en: Anhänger 
der Demokratie, s. z. B. über die Démocrats in 
Nordamerika: Federalist. -ic, f.; -(ehn: Volks- 
herrschaft (minder gw.: Laokratie); Verfassung, we- 
nach die höchste Gewaltvom Volk ausgeht; Staat mit 
solcher Verfassung; auch als Name einer nach Zeit 
u. Ort versch. nnancierten Partei 2c. Tisch, a.: 
der Demokratie angebörend, darauf gegründet 2c. 
-is iẽren, tr.: demokralisch machen: Die Demokrati- 
sierung des Kapitals. Volksz. 16, 84; W. 32, 93. 
Zismus, m., uv.; 0: demokratisches Sein 2c. — 
Demokrit (gr.), m., —#; —e: ein Philosoph, von 
dem erzählt wird, daß er über die Thorheiten der 
Menschen — bes. seiner Mitbürger, der Abderiten, 
die ihn für toll verschrieen — beständig gelacht, 
wie Heraklit darüber beständig geweint: Thränen des 
Heraklitus .., Gelächter des Demökritus. W. 16, 
6 2c.; Es ist das ewige Dacapo mit Abrera u. D. 2c. 
Sch. 102b. Tisch, a.: in der Weise Demokrit's. — 
Demol-iEren (nlat.), tr.: niederreißen, schleifen 
(Festungswerke 2c.), zertrümmern. Tition, f.; 
—en:; —s-: Demolierung: Der D-#-= Hammer ruht 
nicht. Leb. Bild. aus Par. II 2, 35; Ds#-System, 
Befestigungesystem, wonach gleich bei der Erbauung 
die Einrichtungen zur D. der vom Feinde genomm- 
nen Werke durch sog. Ds-Minen getroffen wer- 
den 2c. — Oemonetis aliön (frz.), f.; —en: De- 
monetisierung. ièren, tr.: Münzen außer Kours 
od. herab setzen. — Demönio (it.), m., —8; —: 
Teufel (s. Diämon): D.! was ist Das? Bozar 14, 32à 
ff.; Matteo ließ es an Diavolos u. D—s, die er auf 
die Ränber fluchte, nicht fehlen. Schüching Kunstl. Leir. 
25. — Demonfleabel (lat.), a.: beweisbar, er- 
weislich. abilität, k.; : Erweislichk. -ändus, 
a.: zu beweisend: Qucd Erat demonstrindum 
(abgek.: Q. E. D.), was zu beweisen war, — 
Schlußformel nam. mathematischer Beweise. nt, 
m., —en, —s: —en: ein Demonstrierender. Wackern. 4, 
4033. ätio, f. [8 24, 3, önis!]: Demonstratien: 
D. dirécta, direkte Beweisführung, Ggss indirécta 
od. ad absürdum (s. d.) c. -atiõn, f.; Sen: 1) 
Beweis, Darlegung durch Gründe 2c. — 2) ana- 
tomischer Unterricht mit Vorzeigung v. Präparaten 
2c. — 3) thalsächliche Kundgebung einer Gesin- 
nung oder Absicht 2c.: Anlässe zu Theaterskandalen u. 
Nationalitäts-Deen. Schücking Verschl. Wege 2, 278. 
ativ) a.: 1) beweisend, darlegend, veranschau- 
lichend rc., auch: Alles '—isch darthun. Alelin Verm. 
1, 338 2. — 2) (Sxrachlehre) hin-weisend, 
zzeigend: D-es Fürwort od.: Pronömen d-um, 
auch bloß: Deum, n., —; -al8 24, 2, n.]. 
— 3) zu Demonstrationen (s. d. 3) geneigt, 
solche bildend 2c., auch: Ein d-es Scharmutzel. 
Nai3. 21, 189 2c.; Es gehört der ganze un- 
d—e Charakter unsres Publikums dazu, wenn solch 
ein Stück ruhig zu Ende gespielt werden kann. Volksz. 
13, 288 2c. -ator, m., —#; ören: Demonstrant.
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        248 Demonstrieren 
DMus. 17, 2, 460; D. der Errerimentalphrsik. W. 
32, 115½. eren, tr.: be-, erweisen, darthun 2c.: 
Einem Eiwas äd öculos (s. d.) d. 2c.; Demon-= 
strier-Sucht. Mendelslohn 4, 2, 106 1c.; Einem 
Etwas ab-d., è-d abstreiten; Als könne das Geheim- 
nis des Reiches Gottes gleichsam v. außen her begriffen 
u. an demonstriert werden. Naumer Päd. 3, 1, 39; 
Als eine Stelle aus dem Inferno leblaft bedemon- 
striert lbbesprochen) ward. Mag. d. Ausld. 34, 356a; 
Sich Etwas fortektrovieren od. sort-d. zu lassen. Volksz. 
13, 300; In Einen hinein-d. Kühne Fr. 346; Auf 
Einen los-d.; Der Wortfübrer eines Guerillakrieges 
konnte dann freilich nicht zu einem Vertreter der alten 
Schule um demonstriert werden. Schweder Scharnb. 181; 
Was demonstrier ich Ihnen noch lange vor? Spielhagen 
Pr. 3, 80; Diese beilige Pflicht sich weg= d. zu lassen. 
Salon 1, 202; Nachdem uns Herr Steub eine zahl- 
reiche Verwandtschaft zusammen demonstriert. 
falmeraher GsW. 2, 161. — Oemonlkeren (frz. 
—mongt-), tr.: (s. Ggstz momtieren) Maschinen r., 
aus einander nehmen od. auch nur: den Theil, 
wodurch sie in Gang gesetzt werden, außer Gang 
setzen, unwirkfam machen r2c.; Ringsteine 2c. d., aus 
der Fafsung nehmen (vgl. Ubrtr.: 3Zemand d., aus 
der Fassung bringen); Geschütz d., entfernen, z. B.: 
Fregatte, die für 60 Kanonen eingerichtet war; v. die- 
sen sind jeroch 10 demontiert. Wheine Weltr. 2, 199 2c.; 
bes. aber: Feindliches Geschütz d., fürs Gefecht außer 
Stand setzen, kampfunfähig machen (s. Demon= 
tier-Batterie 2c.; bildl. z. B.: Die kritische 
Batterie d. Eichendorf GschDr. 99); Eine Festung d., 
sie aus dem Vertheidigungsstand setzen 2c.; ferner: 
Einen Reiter d., ihn außer Stand setzen, weiter zu 
reiten, z. B.: Ihn demontierte sein Pferd swarf ihn 
abl, eine feinrliche Kugel [das Pferd törtend) 2c. — 
Demoralis- atiön-(Irz.), f.; —en; —-: Entsitt= 
lichung ꝛe. ren, tr.: entsittlichen; sittlich 
herunterbringen; selten v. Bezug aufs Sittliche: 
Die Schmerzen meiner Kontusionen hinderten mich u. ich 
war so demoralisiert lheruntergekommen, entmuthigt, 
entkräftet 2c.] durch das Geschehene, daß ich über eine 
Stunde zum Hinanklimmen .. brauchte. Ppückter 
Sñdoͤstl. 3, 401. — Dem-os (gr.), -us, m., 
uv.; zen I§ 24, 2): 1) (o. Mz.) das Volk, als 
politische Gesammtheit, auch personif., nam. (nach 
Aristophanes) das attische: Mein kindischer alter 
Kauz v. Demos. W. 22, 78;274; Droyl'in A. 1, 163 rc., 
auch z. B.: Unser Nusse ist kein Anbeter des westlichen 
Demos. Lallmerayer GsW. 2, 6 1 2c.; G. 27, 158; 
39, 310. — 2) Bürger-, Landgemeinde, Ortschaft, 
Kanton 2c.: Die Phvylen (Zünfte) waren in Demen (Ge- 
meinderistrikte) abgetheilt. Bremi Asch. 11; Ins Demen- 
buch eingetragen. 13; Die Insel nur v. den gegen- 
überliegenden Demen zu Getreideban . bennutzt. Koss 
Ins. 2, 9 c.; Demen-Kontingent (s. d.) rc. 
ösihenes, m., uv.; uv.: ein berühmter atben. 
Redner (vgl. Pbilivrika), auch antonomastisch: Die 
D.-Rolle seines Vaters bei den Landständen. Gutzkow 
Z. 7. 335 ꝛe. Tosthenisch, a.: in der Weise des 
Dewosthenes: De Beredtsamk. 2c. -öt, m., Sen, 
—# -en: der das Demenbuch führt. Dremi Asch. 13. 
Hendrometer 
ölisch, a.: volksthümlich, bes.: Die Schrift der 
Agrpter war eine dreifache, nämlich die bieroglexhische 
Is. d. ], die hieratische Is. d.) u. die de or. gemeine 
Schrift. Kriegg 1, 89; Die d-e Schrift list eine Ab- 
kürzung der hieratischen u. entstand dadurch, daß man 
für den Gebrauch des alltägl. Lebens größere Schnelligk. 
im Schreiben nöthig hatte. 90 1e. (auch enchorische) 2c. 
— Demtus (lat.), a.: weggenemmen: Démtis 
demendis, nach Wegnahme des Wegzunehmenden. 
— Oemulc-ens llat., § 24, 3, n., éntis, Mz.: 
-ontial: berubigendes Heilmittel. -eren, tr.: 
streicheln, besänftigen, beruhigen, lindern. — 
Demur (türk.), n.: Eisen: D.-Basch, Eisenkopf 
[Hartnäckiger 2c.). Hammer 10, 344 rc. — De- 
mulheh, f.; 0: (bei den Mandäern) das „Bild“ 
des Mana ((. d.) rabba, gleichsam seine Gattin. 
Ptiermann Or. 2, 449. — Drm-g (engl. dims), 
m., —8; zies: Das Magdalen-College lin Orford] bat 
40 Fellows [s. d.], alsrann 30 Sckolars, die es aber 
nicht Scholars [s. d. J. sondern Demies nennt (.. vem 
frz. demi, soviel als Halb-Cellows). Kohl Engl. 3, 42;41. 
Denär (lat.), m. eys; —e; -ius, m. 
[824, 2): Name v. Münzen, abgekürzt d (s. d.) 
od. -à„ — z. B. im alten Rem, von Silber, urspr. 
— 10, dann 16 Aß; aber auch v. Gold 2c. (vgl. 
Dinar): D-ius Pétri, Peterspfennig; Tértius 
d-ius, der dritte Pfennig; im dentschen Recht das 
niedre Gericht, weil dessen Verwalter ½ der Ge- 
richtseinkünfte zufloß ꝛe. -o (it., Danäro), m., 
—6# : —, i: 1) Name v. Kupfermünzen. — 2) ein 
Seide= u. Goldgewicht. — 3) Anthbeil eines Kauf- 
manns an einem Schiff od. dessen Ladung 2c. — 
4) (Kartensp.) = Karo (s. Bastoni). — De- 
nationalis icren, tr.: ent-nationalisieren (s. d.). 
— Oenaturalif- atiön (nlat.), f.; -en; —-: 
Denaturalisierung. -ĩeren, tr.: (s. Ggstz naturali- 
sieren): Einen aus der bisherigen staatsbürgerlichen 
Genossenschaft ausscheiren. — Denakuriéèren, 
intr. (sein); tr.: entarten; entarten machen, — 
nam, auch, in Rücksicht auf die Konsumtionssteuer, 
Konsumtionsmittel durch Umwandlung ungenieß- 
bar (u. damit sienerfrei) machen: Das sienerfrei ab- 
gegebne Salz wird denaturiert, d. h. zum menschl. Ee- 
nuß unbranchbar gemacht. Ual 3. 20, 210; 51; 55 2c.; 
In Betreff der Denaturierung des Sriritus, das 
eln kleiner Zusatz von Holzgeist (Metbelorersrirat) den 
Sriritus ungenießbar macht. 19, 168 2c. — Denatus 
(lat.), a.: gestorben. — Denderen (pers.): die 
blaue Kernblume. Peitcmann Or. 2, 116.— D. ndr- 
achat (gr.), m., -(e)s: —#e: Baum-Achat. -it, 
m., —en, —; —en: baumsörmige Krystallisation 2c. 
Ohen 1, C0. □##isch, a.: baumförmig. -öbium, 
n., —: ĩen [8 24, 2, n.: Art Schmaroßerpflanze. 
Humbold" K. 2, 91. Jograph, m., -en, (—##): en: 
Baum-Beschreiber. Dazu: D# isch. -oĩdisch, 
a.: baumförmig. olilh, m., —(e)s, —en: —, 
—en: verstelnertes Holz. Jurmeister Gsch. 140, l. 
Nemolith. -olog, m., -en, (S): —en: Baumkenner. 
Dazu: Duic, f.; disch, a. -oméètler, m., n., 
—## ; uv.: Werkzeug, den Kubikinhalt v. Bäumen 
zu bestimmen. Dazu: Denrrometreie, k.;
        <pb n="265" />
        Dendrophil 
sch, a. -ophil, m., —en, —#; —en: Baum-ieb- 
haber; bes.: Baum-Eidechse. — Den-eb (ar.), 
m., —8; 0: „Schwanz“, der helle Stern im 
Schwanz des Schwans (s. Cegnus). kbola, m., 
—8; 0: ein Stern (8 des Löwen). Hädler 416; 
419. — Deneg-ätio (lat.), f. [8 24, 3, önis]: 
Verweigrung: D. audiéntiæ, des Gehörs auf ein 
angebrachtes Gesuch; D. debiti conjugälis, der Ehe- 
pflicht ꝛe. - ation, f.; —en: Verweigrung, Leug- 
nung 2c. ieren, tr.: verweigern, abschlagen. — 
Deneschka (russ.), Qenga, k.; —#: kleine Kurfer- 
münze; Geld, vgl.: Kleine Karitalisten (Gelrmänner, 
Denéschniki). Slodus 6, 123b. — Denguis, 
n., uv.; uv.: Kleidungsstück der Isbgo's (im 
dquatorialen Afrika), aus dünnen Häutchen des 
Palmbaums genäht. Kog. d. Ausld. 36, 515a. — 
DOenier (frz. renk), m., —; —: eine kleine Münze 
(s. Denar), Heller 2c.; auch: Das Gewicht der reben 
Seire wird in Granen (Grains) ausgerrückt, deren 24 
einen D. machen. .. So viel Gran die Probe v. 4100 
Aunes wiegt, soviel D—s wiegt ein Strähn. Taher 
bez. man die Seidenserten durch Angabe ibres Gewichts 
in D—s 2c. RKarmarsch 3, 232 7½. — Oenigr-nt 
(lat.), a.: denigrierend; m., n, —; -en: Deni- 
grierer. -atiön, f.; —# n; -ement (frz. mäng), 
n., —s: —: Deuigrierung. eur Cör), m., —; 
—5: Denigrierer. keren, tr.: anschwärzen, ver- 
leumden. — Denison: s. Denizen. — Denitri- 
sicateur (frz. —r), m., —s; -s: bei der Schwefel- 
säurebereitung, die erste Vorkammer, worin die in 
der Schwefelsäure enthaltne Salretersäure zeriett 
wird. Karmarsch 3, 212. — Deniz--alion (engl. 
dennisesten), f.; —: Denizierung, auch: In-d. 
en, m., —s; —: Freibürger. -keren, tr.: zum 
Deuizen machen. — Denkmakifikren, intr. (bha- 
ben): scherzh. — Denkmale setzen: In unsrer d—den 
Zeit. Auerbach Ab. 104. — Oenobilit-atiön (nlat.), 
f. zLen: Denobilitierung. #icren, tr.: des Adels 
entkleiden, entadeln (vgl.: Denoblissert. Bal. 
Monlagstz, 8, 13). — Oenomadis iren (ulst.), 
tr.: dem Nomadenthum entfremdend, sesbaft 
machen: Die wanrelnren Sterrensölker zu r. Kohl 
Sürr. 2, 252. — Oenomin-atio (lat.), f. [8 24, 
3, önis!: Nemhaftmachung, Be-, Ernennung, 
Anzeige 2c.: D. téstium. Nennung der Zeugen 2c.; 
auch (Sprachl.) — Metenymie (s. d.), Immu- 
tatio 2c. -ation, f.; —en: Denominatio; ferner 
— Sekte: Die Geistlichen der versch. D-en. Bat 3. 20, 
507. -ativ, n., —e)s; —-e: -atioum (X 21,2, 
n.]: ein v. einem Nomen (s. d.) unmittelbar ab- 
geleitetes Nomen. -ätor, m., —; ören [8 24, 3, 
õris]: (Matb.) Nenner eines Bruchs (vgl. Xu- 
merator): D. ratiönis, Name, Anzeiger eines Ver- 
zältnisses 2c. -ièren, tr.: be-, ernennen. — De- 
noncé (frz. —neng—), m., — —8: Denunciat. 
„ĩcren, tr.: denuncieren. — Qénou-ement (frz. 
denu'mäng), n., —s; —: Cntwicklung, Lösung 
eines Knotens, nam. im Drama. Ua#z. 20, 544 2c. 
i#ren, tr. (refl.): einen Knoten entwickeln, lösen. 
— Denurée (frz. dangre), f.; —s: Waare (vgl. 
Pennyworth u. Denarius), nam.: Lebensmittel. 
Denune (hieren 2490 
— Dens (lat.), m. /§ 24, 3, déntis]: Zahn. — 
Dens-ĩeren (sat.), tr.: verdichten. imeker, m., 
n., —: uvr.: „Dichtigkeitsmesser", Aräometer 
(. d.) mit einer unmittelbar das specifische Gewicht 
angebenden Skala (vgl. Velumerer). #Kün Vh. 
1. 118. ilät, f.; 0: Dichtigk. — Dent, m., 
—s; -s; f.; —: „Zahn"“ (i. d. 2 l. Ss.), sritz 
ragender Berggirfel, Horn: Die D. Berlepsch A. 
2105. — Dent-agra (lar.-gr.), n., —: —: 
Zahngicht (Odöntagra). -ãl, a.: zu den Zäbnen 
gel rig, darauf bezüglich 2c.: D.= (od. Zabn-) 
Buchstaben . alide, f.; —n: versteinerte Den- 
talien. -alium, u., —; ãlien I/&amp; 24, 2, n.]: 
„Zahnröhre“, Art Schnecken. äria, f.; ken 
(§J 24, 11: eine Pfl., Zabnwurz. atiön, k.; 
—en: Auszackung, gezähnter Rund, v. Muskeln r2c. 
le (frz. rangt 2c.), a.: gezähnelt. elieren, tr.: 
zähneln, anszacken. -elle, f.; —s: (geklörvelte, 
gewebte 2c.) Kante, Sritze als Beiatz 2c. Telüre, 
f.; — , —s: Auszackung 2c. — Dent-(Harpäg 
(lat.-gr.), m., —es; —#e: Werkzeug zum Zahn- 
ausziehen. ifricium, u., —; ken [8 24, 2, n.]: 
Zahnrulver, engl.: Dentifricc (fritl. Zöniger 
Sab. 53. -iculus, m. I§ 24, 2): Zähnchen; 
Zahnschnitt, Kälberzahn, als Säulenrerzierung. 
irostre (frz. rangriröf'r), m., —s: —: „Jahn- 
schnäbler“", Gattung Vegel. i kalpium (lat.), 
n., —s; ken (5 24, 2, n.]: Zabn-Bürste,-Schaber, 
vgl. Obentegierben. ifl (frz. dang:), m., en, —; 
—en: Zahn-Arzt, -Künstler, -Einsetzer 2c. (vgl. 
Odontotechniker). ĩtio, f. [8 24, 3, önis): itiön, 
f.; —en: Zabnung, das Zahnen u. -ôn (span.), 
m., uv.: -es: Art Seesisch. Slobus 9, 290b.— 
Dentschuk (russ.), m., —: —3: ein einem Offi= 
eier zur Bedienung beigegebner Soldat. Kohl Pet. 
2, 121 f. — Denture (frz. dangrür), f.: —s: 
Zahnwerk, Gebiß rc.: Die Oberhofmeisierin lobie die 
tadellose „D."“ Aurrbach Höb. 1, 10 2c. — Dennd- 
atiön (lat.), f.; -en: Entblößung, eines Kno- 
chens 2c. -keren, tr.: ensblößen. — Oenunc-, 
(Denunz--Jiant (lat.), m., -#n, —sen: Angeber: 
Ergiebt sich bei der Untersuchung der Verracht wissenrlich 
falscher Denuntiation, so bleibt dem Dennn- 
ciaten überlassen, auf .. Bestrafung gegen den 
Deen anzutragen. Sundesges. (67) 275 1c.; Den--Ge- 
buhren. Hollei Merd 89 2c. Dazu: Das Brandmal res 
feigen D#enthums IDen-Wesens 2c.I. Volksz. 15, 
224 2c. Tiät, m.. —en; -en: der Denuneierte. 
iätio, f. [8 24, 3, önis]): Ankündigung 2c.: D. 
litis, eines Rechtestreits an den Rechtsvertreter; 
D. mairimõnii, kirchliches Aufgebet 2c. iation, 
f.; —en; buchen (Feine 17, 140): Anküntigung, 
Anzeige 2c., bes.: die eines Verbrechens bei der zu- 
stänrigen Behoͤrde; Angeberei. iälor, m., —; 
ören (§ 24, 3, öris!): Denunciant. iatörisch, 
a.: denunciatsrenbaft, z. B.: De Eiferei. Hillebrand 
Nat. Lit. 3, 297 ic. -h(isẽren, ir. : ankündigen: 
Einem litem (den Rechtsftreit) d., um ihn als Ver- 
treker des bestritinen Rechts in Ansrruch zu neh- 
men: angeben, Einen, Etwas als straffillig bei 
der Behörde anzeigen, guch: Die 6 Blälter werden
        <pb n="266" />
        250 Denuschka 
der Bestochenheit im Dienste einer fremden Regierung 
dennneiert bezichtigt, angeklagt]. Volkez. 15, 293 c. 
— Denuschha; s. Deneschka. 
Deöbstru-ens snlat., § 24, 3, n., entis, 
Mz.: -ntial: deobstruierendes Mittel. -#ieren, tr. 
(o. Obj.): (Arzu.) die Verstopfung heben. — 
Drodand (lat.; engl. diotänd), n., —#; —8: ein 
als Sühne (einer Tödtung 2c.) Gokt verfallnes 
Gut. — Deodwära (skr.), f.; —6: Art Fichte, 
„Götter-Bauholz“: Die ctererartige D.-Fichte. 
Hhumboldt K. 1, 11; 43: Die D.-Ceder. 2, 256, 
vgl. Anm. 449 2c. — Deoner-atiön (lat.), .; 
en: —#-: Cutlastung. ##errn, tr.: entlasten. — 
Drontologseé (gr.), f.; —(ehn: Pflichtenlehre. 
Depaquetièren (frz. —ak), tr.: auspacken. 
— Oeparal#pfi##ren (lat.), tr.: die Paralysicrung 
(s. d.) aufheben. — Depart-emen! (frz. —mäng), 
n., —6; —8: Vertheilung 2c.; Bezirk, Kreis, z. B. 
Kreis einer amtl. od. geschäftl. Thätigk. u. Wirk- 
samk., Geschäftsbezirk: D. der auswärtigen Angelegen- 
beiten; Finanz-D.; Sache, die ins Haus-D. ge- 
hört. Kügge Rom. 3, to, 312 2c.; Kreis als Ein- 
theilung eines Landes, nam. in Frankr.: Einthei- 
lung der gefammten Bodenfläche des Landes in 8 3 Kreise 
(D-s), v. denen jeder wiederum so u. soviele Bezirke 
(Arrondissements) in sich begriff. Scherr Bl. 1, 302 2c.; 
zuw. in deutscher Ausspr., z. B. (Mz.): Aus allen 
Departementern des Kaiserthums. Hebel 3, 18; W. 32, 
64 2c. Als Bstw. z. B.: D—#Chef; Kom- 
mandant; „Rath rc.; ferner (Bauk.) — Aparte- 
ment, Gemach. Zemental (Fmangt—d, à.: ein De- 
partement betreffend. Salon 1, 331. Jieren, tr.: 
ab-, vertheilen 2c. -ition, f.; —en: Ab-, Verthei- 
lung. — Dépas (gr.), n., m., uv.; uv.;: ein 
großer Trinkbecher. Weiss Kost. 1, 447.— Depas- 
eieren (lat.), tr. abweiden, abfressen. — De- 
passikren, tr.: über das Obj. hinausgehn, es 
übersteigen, überholen 2c. — Depauper-ation 
(nlat.), f.; -en: Verarmung. eren, intr. 
(sein), tr.: verarmen. — Oepech 2c.i s. Depescht. 
— Depck-ulation (lat.), f.; -en: Kassendieb= 
stahl. -iren, tr.: eine öffentliche Kasse berauben, 
bestehlen. — Oepellièren, tr.: ab-, vertreiben, 
verstoßen. — Depend-ance (frz. depangdaͤngß), f.; 
—6: Dependenz: Die Schule dürfe nicht mehr eine D., 
ein Anhängsel der Kirche sein. Uat 3. 21, 261. -ent 
(lat.), a.; abhängig. -nz, f.; -en; zlen: Ab- 
hängigk.; Zubehör, Pertinenz (s. d.): Mit Loo 
Choo, der sürlichsten der japanesischen Dependen e ien. 
Westermann Mon. 3, 312, auch: Dependen tien. 
Tf#e#ren, intr. (haben): abhängen v. einer Pers. od. 
Sache r. — Depennieren (it.), kr.: (kanfm.) 
etwas ins Buch Eingetragene durch Ausstreichen 
als nicht mehr geltend bezeichnen. — Depensae 
(frz. derängß), f.; —m: Ausgabe, Kosten; Auf- 
wand, Verschwendung; Speise-, Vorrathskammer 
(it. dispensa). -eur (—ör), m., —§; —: unfrz. 
st. Depensier 1: -ier (Je), m., —s; —#: 1) Ver- 
schwender. — 2) Verwalter der Depense, Schaff- 
ner 2c. (it. dispensiècre). - eren, tr.: ausgeben, 
auf-, verwenden; verschwenden. — Oeperd-eren 
Depolarisieren 
(lat.), tr.: verlieren; verderben. -ĩten, pl.: Ein- 
buße, z. B. (in Ungarn) bei der zwangsmäßigen 
Liefrung v. Lebensmitteln zu niedrigeren als den 
Markt-Preisen. „itiön, f.; -en: Deperdierung. 
— ODOrcpesch-e (frz.), f.; —m: Eil-Botschaft, 
Brief, eig. u. zunächst in Staatsangelegenheiten, 
dann verallgemeint: Eines Tages erhalte ich durch 
Staffette eine D. meines Hofs in Chiffern. Wolimmann 
Mem. 2, 113 2c.; Die telegraphischen (s. d.) D-n. .. 
Staats-D—n; Dienst-D—n; Privat--Dn. 
Volsz. 13, 300; Sich durch Lügen-Dan zu belfen. 
Ual 3. 2 1, 109 2c.; Bei dem D-n-Wechsel. Schrllen 
Kab. 9 c. -ĩẽren, tr.: schnell befördern, eilig ab- 
fertigen, absenden; refl.: sich sputen. — De- 
penplieren (frz. -pöbp—-), tr.: depopulieren (s. d.). 
— Oephlegmatiön (nlat.), f.; -en; —s-: De- 
phlegmierung: (bildl.): Der erste Kuß ist vie beste 
D. des errigen Menschen. 2p. 1. 147 2c. -äütor, m., 
—6; ören: Vorrichtung zum Dephlegmieren. KRar- 
marsch 1, 31; 522 ff. ieren, tr.: den Spiritus 
von Phlegma (s. d.) reinigen, entwässern (s. alko- 
holisieren, rektifieieren). — Dephlogistisch, a. rc.: 
(vralt. Chem.): des Phlogistons beraubt 2c. — 
DOepil-atio (lat.), f. [8 24, 3, önis); aliön, 
f.; —en: Enthaarung (s. Dekurtation), Kahlheit. 
- alto, a.: enthaarend. atorium, n., —#; örken 
[8 24, 2, n.]): Enthaarungsmittel. -##e#n, tr.: 
enthaaren; bildl.: Einen rupfen, ihm das Seinige 
abnehmen. — Depingieren, tr.: abmalen, schil- 
dern. — Dep-it (frz. —1), m.p, -6; —#: Trot: 
En langl d., zum Tretz, zum Possen 2c.; Verdruß, 
Arger: Par d., aus Arger. itös, a.: verdrießl., 
ärgerl. ꝛe. — Deplac-ement (frz. —plaf'mäng), 
n., —; — : Deplacierung. - keren, tr.: v. seinem 
Platz, Ort fortrücken 2c.: So werden die untern 
Flüssigkeltsschichten fortgeschoben, deplaciert. Kormarsch 
1, 736; Prechil 5, 357 (Extraktion mittels der De- 
placterungsmethode) 2c.; Einen d., absetzen 2c.; 
Deplaciert, nicht am rechten Ort seind, übel an- 
gebracht 2c.: Aus deplaciertem Stolz. pückler Saröstl. 
1, 175. — Deplais-ance (frz. —läsängfe), k.; 
: Abneigung, Widerwille 2c. -ant Cäng), a.: 
unangenehm, mißfällig 2c. -r, n., —##: —é: Un- 
lust, Mißrergnügen 2c. — Deplan-atiön, (.; 
—en: Deplanierung. ren, tr.: ebnen. — 
Drplant-alisn, f.; en: Deplantierung. feren, 
tr.; verpflanzen, versetzen. — Oepleliön (nlat.), 
f.; —en: Leerung, z. B.: Kombination der Blutent- 
ziehung (D.) mit der Transfusion. Mag. d. Jusl. 36, 
29a 2c. — Oeploiemenk (frz. deploamang), n., —; 
—§: Deployierung. — Deplor-öbel (lat.), a.: 
bejammernswerth, Ggstz: In- od. un-d. alian, 
f.; —en: Bejammrung. ieren, tr.: bejammern, 
beweinen, beklagen ꝛc. — Deplonieren (frz. 
plvraj), tr., refl.: entfalten, entwickeln, aus- 
breiten, auskramen 2c.; (Kriegsk.) aufmarschieren, 
— nam.: Die Kolonne d., aus der geschlosnen Ord- 
nung des Marsches sich ausbreitend in die des 
Kampfes übergehn: Deplovier-(Geschwind-! 
Schritt, beim D. 2c. — Depolarif-alion, k.; 
—en; —§-: Depolarisierung. -ieren, tr.: der Po-
        <pb n="267" />
        Depolieren 
larität (s. d.) beranben. — Depolkkren, tr.: der 
Politur berauben; retl.: sie einbüßen. — Oepon- 
ens Ilat., § 24, 3, n., entis, Mz.: ntial: 
(Sprachl.) ein Zeitwort mit passiver Form m. 
aktiver Bedeutung (das gleichsam dic passive „ab- 
gelegt“ hat). -nt, m., —en, (—#); —en: Einer, 
der — u. sofern er — Etwas deponiert, z. B. in 
Verwahrsam niederlegt (Devösitor) od. vor Gericht 
aussagt 2c. -iren, tr.: Etwas ab-, niederlegen 
— zur Aufbewahrung, in Verwahrsam, auch z. B.: 
So führten die Flusse die . Überreste .. mit sich fort, 
veponierten sie aber wieder hie u. da bei ihren Uber- 
schwemmungen. Ppiertelj. 48, 206 2c.; ferner: eine 
Aussage vor Gericht niederlegen; auch (vralt.) 
bursch.: Einen als Studenten vom Pennalismus 
freisprechen, vgl. Prus Holb. 422 U. dazu die Anm.: 
Was bei den Dänen d. genannt wird fvielmehr: über- 
haupt so genannt wurde], ist Dasselbe, was bei uns 
immatlrikulieren heißt. 468 2c. — Depopularif- 
ation (ulat.), f.j—en: Depopularisierung. -ieren, 
tr.: dem Volke entfremden; der Volksgunst be- 
rauben, unpopulär machen. — Depopul-ation 
(lat.), f.: —en; —s-: Entvölkrung. alor, m., —S; 
—oren: Entvölkrer. ieren, tr.: enwölkern (ce- 
reuplieren). — Oepört (frz. repör; auch in deutscher 
Ausipr.), m., —s; —§: (Börsenspr.) die in Pro- 
centen ausgedrückte Vergütigung, die Jemand für 
das Darleihen v. Börsenpapieren od. Effekten auf 
bestimmte Zeit, nach der sie zurückgeliefert werden 
müssen, zahlt, s. Saling 29 (vgl. Report): D.- 
Satz 2c. ation (lat.), f.; —en; —-: Verweisung 
aus dem Lande nach einem best. Strafort (Ds- 
Ort); auch (spöttisch) Vertikale D-en — Nopaden 
(s. d.). -#ieren, tr.: nach einem Deportations= 
Ort hinschaffen. — Depositaire (frz. Sitär), 
itär, m., —s; —; Fitárius (lat.), m., uv.; 
len [§ 24, 2): Jemand, bei dem — u. insofern 
bei ihm — Etwas deponiert, ihm zur Verwahrung 
übergeben ist, vgl. Konsignatar 3. ital, a.: auf 
Deposition bezüglich, dazu gehörig, geeignet 2c.: 
Die neuen Papiere sind nicht d. fähig. Volksz. 16, 
150. Citen (□—), pl.: deponierte, in depösito 
befindliche Ggstde, — bes. als Bstw.: D.-Bauk, 
in der Geld od. erie Metalle hinterlegt werden, 
entweder gegen Bankscheine (Banknoten, Zettel), die 
im Verkehr als Münze eirkulieren (Zetiel-, Cirkula- 
tions-Bank) od. = Girobank (s. d.); Den-Buch; 
Gelder; -Kasse; -Kasten (s. Depositorium); -Ordnung; 
.Schein (od. Bescheinigung); -Verwalter 2c. Tileur 
(frz. —itör), m., —s; —s: Depositör. -tio, f. 
1&amp; 24, 3, önis]: Deponierung: D. debiti, Hinter-, 
Niederlegung einer Schuld 2c.; D. téstium, Zeugen- 
aussage; Auf das Signum d-nis sals Bescheinigung, 
daß wir die Schulfuchserei, den Pennalismus 
überwunden! erhielten wir die Matrikel. Uuge Fr 3. 2, 
5 rc. Tiliön, f.; —en: Deponierung: Ds- (ed. 
deposital-) fähig 2c. -itor, m., -6; ören [§ 24, 3, 
õris]: s. Deponent. -itorium, u., —#; sen I[§ 23, 
2, u.): Anstalt u. Ort der gerichtl. 2c. Aufbewah- 
rung (vgl. Konsignatien): Die in den Depositorien 
befindl. Gelder .. in ein General-D. zusammengeworfen. 
Depressieren 251 
Ual. 21, 190 2c.; auch — Archiv. ilum /+ 24, 
2, n.): elwas Deponiertes, zur Aufbewahrung 
Hinterlegtes: Etwas ad d. Lin Verwahrungs geben, 
nehmen .; Etwas liegt in depösito lin Verwah= 
rung] rc.; Depösito- (od. Depositen-) Bank; 
Gelder; Deposito-Wechsel, auzsgestellt für 
die in ein Geschäft eingeschoßnen Kapitalien; Daß 
sich in diesen Höhlen ein Wasser-D. befinde. püchler 
Süröstl. 3, 492 2c. — Deposs-edieren (frz.), tr.: 
Einen aus dem Besitz setzen (it. disrossessieren): Die de- 
possedierten Fürsten. Nat 3. 19, 356 2c.; Auf ewig lun- 
od. inl] depossediert. Kladdtradatsch 2 1, 101b; Bei De- 
posserierung der neapolitanischen Königsfamilie. 
Grenzb. 26, 2, 418 k. -ssion, f.; —en: Depossedie- 
rung (Dispossession). — Oepostieren (frz.), tr.: 
(Nriegek.) aus einem Posten, einer Position ver- 
drängen. — Deépöt Ifrz. depöl, n., - -s: 1) Ort, 
wo Etwas deponiert, aufbewahrk wird 2c.: Etwas 
en lang] d. geben — ad depositum 2c.; Waaren-D. 
od. .Niederlage ꝛe.; bes. (Kriegsw.): Ariillerie-D., 
Niederlage, Aufbewahrungsort von Artillerie= 
Ggüdn;: Batterie-; Baumaterialien-; Pulver-; (La- 
zareth-) Reserve-; Waffen-D. rc.; Dieselbe Verbindungs- 
linie u. dieselben D.-Punkte mit der Armee des 
Prinzen benutzen. Wachenhuklen Tag. 43 2c. — 2) 
(#. 1) Truppen, die während des Kriegs nicht im 
Felde stehn, sondern in den Garnisonen liegen, — 
tbeils der ältre Stamm, theils der noch erst 
ausmbildende Nachschub: D.-Bataillon; -Kom- 
pagnie; = Mannschaft 2c. — 3) (s. 1) Die sog. Ds, 
d. b. die provisorischen Gefängnisse der Polizeipräfektur. 
Unt3. 22, 270. — 4) (Arzu.) Abseeß. — De- 
potenz(iferen (nulat.), tr.: entkräften, schwä- 
chen: Weil ich durch die gemeinen Ggstde des Lebens 
depolenziiert werde. G. Sch. (5. Apr. 1801). — 
Depouill- (frz. depälj), f.; —s: Spolium (s. d.). 
ie#n, tr.: spoliieren, berauben, plündern 2c. — 
Depräd-atiön (lat.), f.; -en; —-: Deprädierung. 
ator, m., —; bren [824, 3, öris]: Deprädierer. 
ieren, tr.: berauben, plündern, verheeren 2c. — 
DOeprav-atiön (lat.), f.z-en; —#-: Depravierung. 
-iẽren, tr.: verdrehn, verrenken; verschlechlern, 
verderben; auch intr. (sein): schlechter werden, ver- 
derben. — Depreeikèren (lat.), tr., auch o. Obj.: 
abbitten; um Entschuldigung bitten: O, ich depre- 
ciere allerunterthänigst. K(Schröder Samml. 2, 2, 
38 2c.; sich Etwas verbitten, ablehnen: Daß die 
Wahblverwandtschaft mir wenig Ehre machen würde, 
weßhalb ich sie gänzl. depreeicre. püchler Südöstl. 3, 
49 2c. — Oeprrei-alion, --Wren: s. Derreti k. 
— Oepredator (engl. veppriretörr), m., —#; : 
Plündrer, Näuber: Iligratory (s d.) D—s 2c. — 
DOeprehen-dirren (lat.), tr.: ertappen, ernreifen. 
„siv, f. [8 24, 3, õnis], -siön, f.; —en: Depre- 
hendierung, s. Apprehensio. — Deprchat-iôn 
(lat.), f.; —en; —s-: Deprecierung (s. d.), Abbikte; 
das Verbitten, Ablehnen; Fürbitte; Verwünschung, 
Fluch. r, f.; —en: das bei einer Schenkung v. 
dem Schenkenden reservierte Anrecht auf die Ein- 
künfte Zeit seines Lebens; bis ins 3cte Glied 
dauernde Erbpacht. — Depress-##eren (nlat.),
        <pb n="268" />
        252 Depression 
tr.: 1) aus der Presse nehmen. — 2) (Kriegsk.) 
ein Geschütz tiefer richten. iön (lat.), f.; -en; 
—§-: Deprimierung (s. d.); Senkung (s. Ggssz 
Elevation), z. B.: Die D. (Senkung) der Oberfläche 
des torten Meeres. Ausld. 38, 815a; Kag. d. Ausld. 
34, 373b; Kapillar= (s. d.) D. 2c.; Die D. des 
Horizonts 2c.; D—s= (od. Senk., Plongier-) Schuß, 
unter die Horizontallinie gerichtet, unter einem 
D—s-Winkel 2c.; ferner: das Herabrrücken v. 
Theilen bei Operationen 2c.; auch: Eindruck, Ver- 
tiefung. or, m., —#; -ören [8 24, 3, örisl: 
Niederziehmuskel. örium, u., —; zörlen (I§24, 
2, n.): wundärztliches Werkzeug zum Nieder- 
drücken der Hirnhaut 2e. — Orpreti-atiön (lat.), 
f.; —en: Depretiierung. -feren, tr.: herab-wür- 
digen, -setzen 2c. — Depri (frz.), m., —; —s: 
Anzeige beim Steueramt, daß Waaren, die, im 
Lande bleibend, zu versteuern wären, außer Lan- 
des gehn, wodurch also die Steuer „abgekündigt"“ 
wird. — Deprimkeren (lat.), tr.: herab-, nie- 
der-, eindrücken, niederschlagen, abspannen, schwi- 
chen. — Depriv-aliön (lat.), f.; —en; —#-: Be- 
raubung; Entsehung eines Geistlichen von seiner 
Pfründe. feen, tr.: berauben. — Deprucell- 
ement (frz. derüßell'mäng), n., —6; —#6: Ent- 
jungfrung. -rren, tr.: entjungfern. — Orpur- 
ans slat., § 24, 3, n., äntis; MzZ.: -ntial: 
(blut)reinigendes Mittel. - ation, f.; -en; -: De- 
purierung. ativ, -alörisch, a.: (blut)reinigend. 
— Depüurg-ans (lat.); -ation; -ativ, atörisch: 
s. Purg-ans 2c. fren, tr.: reinigen, säubern; 
nam.: den Leib durch Abführungen. — Orput-at 
(lat.), n., —e)s; Se: das Einem außer dem baren 
Gehalt als Gebühr best. Einkommen. S. 12, 13 2c.; 
D.-Bier;-Brot;-Fuhren; -Getreide; Holz; 
Korn 2c.; Zum Pürschen seines diesjährigen D.= 
Stücks. Sartenl. 16, 52a; D.-Wein 2c.; auch 
z. B.: In gewissen Korn= u. Feuerungs-Deen. 
Hausbl. (66) 1, 169 r2c.; auch verallgemeint: das 
Einem beschiedne, zugedachte Theil; bestimmte 
Portion: Nun hat er sein D. (vgl. Decem) 2c.; Gut 
u. wohlgesinnt, nur musten sie ihr gewöhnliches Wein- 
D. nicht uberschreiten. G. 21, 178 c. atiön, f.; 
—en: —§-: die zu einem Zweck mit einem Auftrag 
Abgeordneten — u.: deren Absendung. Dank- 
Den. Crenzsb. 24, 2, 237; Regnikolar (s. d.) 
„D.; Reichs-D. 2c.; auch z. B. in Bezug auf 
Stände-D—en: D—s-Abschiede od. . Necesse; 
Tage 2c. lisch, a.: durch eine Deputation ge- 
fübrt, besorgt 1c.: Bei den kommissarisch (s. d. ] · d-en 
Verham lungen. M###3. 20, 185 2c. alist, m.,—en; --; 
—en: Deputat-Empfänger. - alum (5 24, 2. u.]: 
Deputat. -#ieren, tr.: Abgeordnete entsenden, 
z. B. auch (o. Obj.): Sie werren an dich r. Sch. 
3 4ob'c.; Ein Deputierter, Abgeordneter: Derutierten- 
Kammer (Mag. d. Ausld. 34, 370), „Tafel (in Ungarn. 
Volksz. 15, 126), -VVersammlung tc. 
Deraein--ement (srz. —hin'mäng), n., —#; —s: 
Entwurzlung 2c. -ieren, tr.: entwurzeln, mit der 
Wurzel ausrotten 2c. — Deradenilis (gr.), k. 
[§J 24, 3, uv.]: Halstrüsenentzündung (s. Ade- 
Derivieren 
nitis). — Orraison (frz. —räsäng), f.; 0: Un- 
vernunft. Jonnöbel, a.: unvernünftig; unbillig. 
onnement (-onn’'mäng), n., —#: —8: unvernunf- 
tiges Geschwätz. onnĩeren, intr. (haben): un- 
vernünftig schwatzen, schief urtheilen 2c. — 
DOerang-ement (frz. rerangsh'mäng), n., —; —#: 
Störung, Unordnung, Verwirrung, Zerrüttung re. 
iren, tr., refl. : in Unordnung bringen, stören 2c.: 
D. Sie Sich nicht! Spielhagen Pr. 3, 39; Mit deran- 
gierter Teilette. 8 2c., auch: Zemand ist derangiert in 
zerrütteten Vermögens-Vhen 2c. — Derbar (ind.), 
m., —s; —s: Kürzl. hielt der Geuverneur einen D., 
d. h. eine Art Lever, zu dem die Serdars eingeladen. 
Ausld. 39, 34b, s. Darbar. — Derbend (pers., kürk.), 
n., —S; —6: „Thor-Band“, Gebirgspaß 2c.: Die 
Porta Trajana (kapulu d.). Cnobert 2, 197c.; Hammer 
1, 602; 1, 88; D. Nasareti, Aufseherstelle der 
Gebirgspässe. 10, 344, vgl. (tbd.): D-schi. Paß- 
wächter; D-###je, Paßgebühr 2c. u. (mit Aussfrr. 
des B wie W): Die Grenzrosten (Derréniq) zu be- 
wachen. Brandis Gr. 2, 186 2c.; Dervrenaga's od. 
Profoße u. Hauptleute der Pässe. whmühler Ngr. 1, 
XXXI (s. Aga); Der Posten eines Dewenrschi- 
Baschi od. Großprofoßes der Landstraßen. ebd. 2c. — 
Ocrbg (engl.): Name einer Grafschaft u. Stadt 
in England, auch Personenname u. danach: D. 
(m.; n.); D.-Rare lrehßl, „Rennen, eins der Haupt- 
Wettrennen, s. Epsom u.: Dem D., welches gestern 
seinen 9 Ojäbrigen Geburtstag scierte, folgt heute ein 
Velocirdde (s. d. · D. Hai3. 22, 244; Der Tag der 
Tage ist der, welcher den Namen D. trägt, weil dieses Volks- 
fest von dem Grafen D. 1780 inauguriert wurde. Joller 
Reun. 3; Keinen D. versäumt. 9; Ein Pferd für den D. zu 
trainieren. 16 2c.; Das D.-Fieber (sieberhafte Auf- 
regung des Wettrennens]. 3: D. Racc- Trackt. 6; 
Das D.-Rennen. Schüching FrR. 1, 205. — Derdest 
(türk.), a.: Frovisorisch. Hammer 10, 344. -ĩjet, 
n., —; -6: Ferman provisorischen Besitzes. — 
Derel-ihlion, f.; —en: —: das Derelinquieren. 
Siclum [8 24, 2, n.]): etwas Derelingquiertes. 
Zinqutkren, tr.: Etwas aufgeben, fahren lassen2c. 
— Oeremr (türk.), n., —;: —s: Feld. Hammer 
10, 314. — Dersil (ar.): Fischhaut, die als 
Räuchrung das Fieber vertreiben soll. Peurmann 
Or. 2, 133. — Derhem (ar.), m., —#; — : D. 
(Dirhem, Darbam), eine Münze (—= 1 Asrer); ein 
kleines Gewicht, vgl. Drachme, Ararme, s. Cheko; 
Fesche; Man2. — Deri: s. Dari; Der-bend; Pehlewi. 
— Deri-Disren (lat.), tr.: verlachen, verhöhnen, 
verspolten. sion, f.: —en: Versrottung rc. 
„sõörisch, a.: spöttisch 2e. — Deriv-ans llat., 
8 24, 3, n., Antis; MzZ. Antia.: Heilmittel zur 
Ableitung v. Säften. aliön, k.; —en: Ab-, Her- 
leitung: D-s-Kalkül, „Rechnung, ein Verfahren, die 
folgenden Glieder einer Funktion 2c. aus den 
vorangehnden zu entwickeln. - aliv,ativus, a.: 
ableitend; abgeleitet. -atörisch, a.: zur Ablei- 
tung als Derivans dienend: Einen d—en lod. deri- 
vativen] Arerlaf. falbe Th. 2, 295b, vgl. 1, 209 2c. 
älum 18 24, 2, v.): etwas Abgeleitetes, nam. 
solches Wort (Ggstz Stammwort). #Eren, ir.:
        <pb n="269" />
        Deriuga 
her-, ableiten 2e. — Oerjüga (russ.), f.; —: 
s. Chräschtsch — Derm-a sgr., § 24, 3, n., tisl: 
Haut. atalgifè, f.; —eyn: Hautschmerz. atin, 
n., —#e)s; S-e: Serpentin, Sinter. -älisch, a.: 
die Haut betreffend, häutig. aliatrié, f.; —+on: 
Heilung v. Hautkrankheiten. -atitis, f. [S 24, 
3, uv. ): Hautentzündung. atodpnik, f.; —eyn: 
Hautschmerz. (at)ologie, f.; —(eyn: Lehre, 
Lehrbuch von der Haut. atopath'ie, f.; -(ehn: 
Hautkrankheit. -atopathologiée, f.; —eyn; Lehre, 
Lehrbuch v. den Hautkrankbeiten. -atose, f.; —n: 
Hautkrankheit. -(at)oplastik, f.; -en: die natur- 
nachahmende Darstellung v. Thieren durch Uber- 
ziehn fester Massen mit dem natürlichen Fell. 
- (al)öpleron (§ 24, 2, n. ): Hautflosse. atofen, 
pl.: Hautkrankheiten. —(aotaris, f. [824, 3, 
uv. ): Taridermie (s. d.). — (athotomte, f.; eyn: 
Hautzerglierrung. Cat)ötplus, m. (§ 24, 21: 
Schwiele 2c. — Hernät, f.; -en: eine frühe 
Weinkirsche. v. 1, 6; 192 2c. — Derob- 
(frz.), a.: geheim, — nam. (Bauk.): Escalier 
((. d.) d. (vgl. degagement 3) Treppe, auf der 
man ungesehen wohm gelangen kann: Corridor 
d.; Porte d-e, geheime Thür 2c. ieren, tr.: 
stehlen, entwenden; refl.: sich fortstehlen. — 
Derog-atiön (lat.), k.; —en: Derogierung. 
atio, a.: derogierend. -U####n, tr. ;intr. (haben): 
einzelne Bestimmungen eines Gesetzes aufheben 
(vgl. abrogieren); allgm.: Etwas mindern, schmä- 
lern, ihm Abbruch thun: Daß diese Verbindung dem 
Adel ihres Geschlechts . nicht wenig d. würde. W. 1, 
63 2c. — Der-öneus (gr.), m. [8 24, 27: Hals- 
geschwulst, Krorf. - ospäsmus, m. [8 24, 21: 
Halskrampf. otrem, m., -(e)hs, —en: —e, -en: 
Die echten Salamander od. D-en. Ausld. 39, 1217a. 
— Derougieren (frz. —rubsb—), tr.: die Röthe 
nehmen; intr. (sein): sie verlieren, erblassen. — 
OQeroute (frz. derür), f.; —#: Abweg; Zerrüt- 
tung, Verwicrung; bes.: wirre Flucht eines ge- 
schlagnen, zersprengten Heers. -keren, tr.: in 
Deroute bringen, eig. u. übrtr. — erpiah 
(ind.), f.; —##: „theure Pforte“, Grabstätte der 
Heiligen bei den Muhamedanern. — Oerrich 
(engl.), m., —s; —: Die D—s, jene Holzgerüäste, 
welche etwa 50“hoch in Form abgestumpfter Phramiden 
über den Stellen errichtet sind, wo die (Ol-] Brunnen 
gebohrt werden sollen. Mag. d. Ausld. 39, 5956; 
Gerstäcker Meif. 1, 49; 58; Volksz. 13, 270; 2722c. 
— Dkrrina (ruff.), f.; —#: Dorngebüsch. Kehl 
Südr. 2, 106; 109 2c. — Dersi (tuͤrk.), m., —# —6: 
Schneider. Hammer 10, 314; Pelermann Or. 1, 375.— 
Derüdsch (ar.), m., uv.; 0: Dieleiterartige Treppe 
el-D., vermittels welcher man in die Kaaba gelangt. Ausld. 
38, 818b c. — Derveni 2c.: s. Derbend 2c. — 
Dérwisch (pers.), m., -es, uv.; —e: „Thür= 
schwellen“ (s. Hammer 1, 151), muhamedanischer 
Mönch. w. 7, 218 12c.; auch: Eine D-in. Grubt Ch. 
2, 223, vgl. Fakir; Abdal; Kalender; Divan 4 
(Bettel.D.) rc. u. bei fallmerayer (s. SW. 1, XXXV); 
Derwischabad, als Ortsname, scherzh. für 
München. 
Desrente 253 
Des: 1) n., uv.; uv.: (Mus.) f. a 3. —. 
2) (frz. rä);: s. de 2.— Oesabüs-age (frz. —sh), 
f.; —n; ement (Cmeng), n., —#s; —8: Desabüsie- 
rung. -#eren, tr.: Einem eine Tänschung, einen 
Irrthum benehmen, ihn enttäuschen, belehren, zu- 
rechtweisen. — Oesachaland -age (srz. —schalang- 
räsh), f.; -n: das Desachalandieren. ieren, 
tr.: Kunden abspenstig machen. — Desagré- 
ãbel (frz.), a.: unangenehm 2c. -ment (mäng), 
n., —6 : —6: Unannehmlichk.; etwas Mißsfilliges, 
CEntsiellendes. -keren, intr. (haben): mißfallen: 
tr.: mißbilligen. — Oesakre (span.), n., —#:—: 
Da er genau so viel nachtrinken mus, um nicht der Dame 
ein d. (Geringschätzung) zu erwelsen. Ausld. 39, 1208.a. 
— Oesace-ord (krz. —ör), m., —#: —s: Mis- 
helligk. -ordieren, tr.: ver-, miß timmen; reß.: 
sich verstimmen; intr. (haben): nicht übereinstim- 
men. — Desaccoutum-ance (frz. —#tämängß), 
f.; +: Entwöhnung. #r#n, tr., refl.: ent- 
wöhnen. — Desappoint-ement (frz. -appoengk' 
mäng), n., —6; —6: Desaxpointierung, unerwar- 
teter Fehlschlag ꝛe. feren, tr.: eine Erwartung, 
Hoffunung tänschen, vereiteln; Einen in Verlegen- 
heit setzen, s. risappeintieren. — Oelapprob-atiön, 
ieren: s. Disarrr 2c. — Desappropr-ialion 
(frz.), k.; —en: Enteignung, Aufgabe des Eigen- 
thums, Verzicht daramf. — Desappronvieren 
(frz. —mruw—), tr.: mißbilligen. — Desarmieren. 
(frz.), tr.: abrüsten, entwaffnen (erarmieren). — 
Desassimilatiön (nlat.), f.; —en: die Absondrung 
der sich dem Körper nicht affimilierenden Stoffe 
zur Ausscheidung aus demselben. — Oesassor- 
tieren (frz.), ir.: Zusammengeböriges aus ein- 
ander bringen 2ce. — Desast-er (frz.), n., ; 
uv.: Unstern, Mißgeschick. -rös, a.: unglückl., 
unheilvoll. — Desatir (pers.= ar.), pl.: „Vor- 
schriften“, eine Sammlung heiliger Schriften der 
Parsen. — Oesavantag-e (frz. —angtash’), f.; —n, 
—8: Nachtheil, Verlust. eur (5), a.: hachthei- 
lig, Verlust bringend, mislich. - Veren, tr.: be- 
nachtheiligen; in Verlust, Schaden bringen ꝛe. — 
Desav-en (frz. —-5), m., n., —#: —#6: Desavonie- 
rung: Dieses D. preußischer Politik. Grenzb. 26, 2, 
108. Jouferen (Ju—w, tr.: in Abrede stellen; ab-, 
verleugnen; nicht anerkennen; die Vertretung von 
Etwas ablehnen 2c. — Desapüno (span. —all), 
n., — ; —#: Frühstück (s. Dejeuner). Ausld. 38, 
116a. — Descend-endo (it. desch ic.), adv.: 
(Mus.) — decrescendo. -nt (lat.), m., -en, 
(C6); —#n: Ab-, Nachkömmling (s. Ascendent 25). 
Fenle (it. resch-): Di grädo (s. d.) d. -enz, f.; 
—en: Verwanttschaft in absteigender Linie. — 
Descendiain (frz. dessangtjeng), m., —5; —6: s. 
Brerier 2. — Oesten-Dieren, intr. (sein): hinal- 
steigen; sich herablassen; abstammen. sio, f. 
[§ 24, 3, önis]); -sion, f.; —#en: (Sternk.) Ab- 
steigung (vgl. Ascension). Konäl, a.: auf die 
Descension sich beziehnd: D.-Differenz. -te (iz. 
ressingt), f.; —#: das Hinabsteigen u. der Weg, 
auf dem man hinabsteigt, z. B. bei Belagrungen 
nach dem Festungsgraben hin .; Abhang 2c.;
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        254 Desemballage 
Landung; feindlicher Einfall; von den Behoͤrden 
verfügte Haus-, Durchsuchung: (Als die voliceiliche 
D. statthatte. Aeihner Schw. 4, 137); auch (in 
Frkr.): eine Abgabe, z. B. von Schiffen, Wein, 
Salz 2c. — Delemball- age (frz. —angballäfb.), f.; 
—# : Desemballierung. -#ieren, tr.: von der Em- 
ballage frei machen, ausracken. — Desenchant- 
ement (srz. —angschangt'mäng), n., —6; —: das 
Frei-Machen od. -Werden v. der Bezaubrung, der 
Entzückung 2c. -eren, tr.: entzaubern 2c. — 
Delsennupi##en (frz. angnüf-), tr., rel.: Einem, 
sich die Langweile vertreiben. Souer 1, 34. — 
Desenrollieren (frz. —ang—, tr.: einen Enrollier= 
ten (s. d.) aus der Nolle streichen. — Oesequi- 
pierrn, tr.: ein Schiff abtafeln. — Oes-erieren 
(lat.), tr.: verlassen, im Stich lassen 2c. Jert: 
1) a.: öde, verlassen, wüst ꝛe. — 2) s. Dessert. 
erteur C□tör), m., —; —6, —e: Heerflüchtiger, 
Ausreißer. Tertieren, intr. (sein): heerstüchtig 
werden, ausreißen. rtio, f. [8 24, 3, övisl: 
1) das widerrechtl. Sichfortbegeben u. Entziehn 
aus einer Gemeinschaft, s. Desertion u. z. B.: 
D. malitiösa, cönjugis od. conjugälis, das bösliche 
Verlassen des Ehegatten. — 2) das Versäumen 
einer Handlung im Proceß, z. B. D. appellatiönis 
(s. d.); doenmentörum, der Vorlegung v. Beweis- 
urkunden; juraménti, eines zu leistenden Eides; 
prodatiönis, der Beweisfrist; remẽdii, der Frist zur 
Einlegung eines Rechtsmitrels; téstium, des Zeu- 
genbeweises 2e. ertiön, f.; -en: Desertio (s. d., 
nam. 1), z. B.— Desertio conjugalis, dazu z. B.: 
Ds#s-Klage,-Proceß, auf Chescheidung wegen 
böslichen Verlassens 2c.; nam. aber: das Deser- 
tieren von Soldaten, Fahnenfslucht: D—s#z#Kom- 
plott #. Trlor, m.. —s; ören [8 24, 3, öris]: 
Einer, der sich der Desertion (s. d.) schuldig macht, 
z. B. von Soldaten (s. Deserteur), von Eheleuten 
D. malitiösus (weibl.: Des Ertrix malitjösa) 2c. 
Serlörisch, a.: in der Weise eines Deserters vd. 
sich auf Desertio stützend rc., z. B.: D-es Urtheil, 
senténtia desertöria, ein Rechtsmittel wegen 
Versäumnis verwerfend 2c. -rtrix, f. [824, 3, 
-erlricis!: s. Deserlor. -ertum (F 24, 2, n. J: 
Ode, Wüste 2c.: Sonst wäre Herzens Glocke sa nicht 
vôOK clamäntis in descrto [die Stimme eines Predigers 
in der Wüstel. Uai3. 21, 78. rtus, a.: verlassen, 
in Stich gelassen, versäumt, s. Appellatio 2c. — 
Deserv# ièren (lat.), intr. (haben); tr.: Einem 
dienen, Dienste leisten; ihn abwarten, pflegen rc. 
(l. auch resservleren); Deserviert, für geleisteten 
Dienst bezahlt. -it, n., —(e)s; -en; —ilum 
[§ 24, 2, n.: das für Dienstleistungen Verdiente, 
nam. Honorar (s. d.) eines Anwalts ic.: Den- 
Jahr, ännus deservitus, Gnadenjabr. — 
Déces, n., uv.; uv.: (Mus.) s. A3. — Desesp- 
crance (frz. —ingß'), f.; —: Verzweiflung. 
rikren, intr. (haben): verzweiseln. oir (oar), 
m., n., —s; —6#: Verzwerflung: Sie wird au so, 
in] D. sein, daß 2c. Spielhagen Pr. 5, 113. — 
Oeseslimieren, tr.: mißachten. — Deslsaredör 
(span.), m., —#; —es: Ciner, der Etwas unge- 
Desintegrieren 
schehen, — etwas Schlimmes wieder gut macht: 
Den Beschwerdenabbelfer. Der weise d. de agrävios 
v. der Mancha ls. d.. fallmerayec GsW. 2, 31; 45 2c.; 
auch: Als des h acedor de tödos los agrärios. 493, 
Abhelfer aller Beschwerden. — Dessiladẽro 
(Wwan.), m., —s; —: Engpaß. Globus 9, 121b.— 
Desgarretador (span.), m., —#6; -es: bei den 
Stierkämpfen Einer, der mittels eines Wurfge- 
schosses die Achillesiehnen des Stiers durchschneidet 
u. ihn so lähmt. Grube Ch. 1, 314. — Oeshabill- 
(frz, resabilse), n., —6; —: bequeme Haustracht 
bei Damen: Sie erschienen Morgens im frischeßen 
Négligé (s. d.), Mittags im Gesellschaftsanzuge, Abends 
im reizenden D. Garient. 15, 439a3. #crn, tr., 
refl.: entkleiren. — Oesharcdör: s. Desf 2c. — 
Déchérit-ance (krz. reseritängß), f.; —: Ent- 
erbung. -ren, tr.: enterben. — Oeshon-ett, 
nète (frz. desonnät), a.: unehrlich, schändlich, 
ehrlos. --neur (□-nör), u., —8#: —: Unehre, 
Schimpf, Schande. Joräbel, a.: entehrend, 
schimpfl. -orieren, tr.: eniehren, beschim#fen. — 
Deshpdrogenieren: s. Debyrr 2c. — Oesia 2c.: 
s. Desin 2c. — DOesid-eräbel, a.: wünschenswerth. 
Terat, n., —-(e)s: —e: etwas Wünschenswertbes, 
das feblt, vermisst wird; Erfordernis: L#cke, 
Mangel 2c. -ration, f.; —en: das Vermissen ven 
—, Verlangen nach Etwas. —eralĩv, a.: ein 
Verlangen austrückend, auch: Drus, z. B.: 
(Verbum) d—-um od.: D., n.. —C(e)s: —e: solches 
Zeitwort. -rrätum, n., —; te 18 23, 2, u.]: 
Desiderat: Diesem D. abzubelfen. Mag. d. Ausld. 34, 
40 2a 2c. Ser ren, tr.: Etwas vermissen, danach 
verlangen 2c. -Erinm, n., —#; ken [8 24, 2. u.):: 
Verlangen, Begebr, Wunsch: Pium d.. frommer 
Wunsch 2c. — Desidiös (lat.), a.: müßig, träge, 
lässig. — Oesign (engl. dißein), n., —6; —6: s. 
Dizaine. ateur (frz. —sinjatör), m. —6; —;: 
Platz-Anweiser, Ordner. atiön (lat.), f.; —# : 
Bezeichnung, Verzeichnis, z. B.: Akten (s. d.), 
Kosten-D. 2c.; Anweisung der Ordnung u. Reiben- 
solge, nam. in Betreff der Gläubiger bei einem 
Konkurs: Ds-Urtheil 2c.; ferner: Designierung 
in einem Amt 2c. -ativ, a.: bezeichnend. ätor, 
m., —6; ören (§ 24, 3, öris): Designateur, nam.: 
Anordner des Leichenzuges 2c. Weiss Kost. 1, 1029. 
atus, a.: defigniert, z. B.: Có#sul d. ic. icren, 
tr.: bezeichnen, zu Etwas bestimmen, zu einem 
demnächst anzutretenden Amt ernennen 2c. — 
Desiecaliön (lat.), f.; -en; —s-: Austrockuung. — 
Desinénz (ulat.), f. : -en: Ende, Ausgang, nam. 
Wortendung. — Oefins-ehtion (frz.), k.; Sen: 
Desinfirierung: Zur D. od., wie man auch sagt, zur 
Desodorisation (Geruchlosmachung). Dolksz. 14, 
304; D# (od. Desinfieier-) Mittel, . Pul- 
ver 2c. ehtor, m., —s; ören ([§ 21, 3, örisl:: 
Desinfieirrer. Sicieren, tr.: v. dem Inficierenden 
(l. d.) frei machen, enlresten 2c. — Desintegr- 
aliön (ulat.), f.; —#en: Desintegricerung. -ator, 
m., -s6; Gren: Desintegrierer, auch eine Vorrich- 
tung zum Desintegrieren, z. B. zu keramentischen 
Zwecken. Nal# 20, 469. „feren, tr.: zerkleinern,
        <pb n="271" />
        Desinteressement 
3. B. Thon 2c., vgl. disintegrieren. — Desinteress- 
ement (frz. desengteressmäng), n., —s; 0: das 
Desinteressiertsein, Uneigennützigkeit 2c. —se#e### 
(auch in deutscher Aussvr.), tr.: Einen so stellen, 
daß sein Interesse keincn Schaden leidet, ihn ent- 
schädigen 2c.; bef.: desinteressiert, uninteressiert 
(i. d. ), unbetheiligt, uneigennützig, unparteiisch 2c. 
— Oésinvoluture (krz. desengwolütür), f.; 0: 
freies, ungezwungnes, gewanktes Benehmen 2c. 
Wachenhufen Ev. 39. — Oelip-ere (lat.): albern, 
thöricht sein od. sich benehmen; bes. sprchw. nach 
Horaz (Ord. 1, 12, 28): Dulce#est désipere--in locö 
— od. (o. Hervorhebung des Verses): D. in löco 
—: (Süß ist) Thorheit zur rechten Zeit 2c. = ikren, 
intr. (haben): albern sein 2c.; vralt. auch: desiriert 
= albern, s. decirieren. — Desiräbel (frz.), aà.: 
desiderabel. — Oefkist-ement (frz. —mäng), n., 
—; —: das Desistieren. -ren, intr. (baben): 
v. Etwas abstehn, es aufgeben 2c. — Oell-aterik 
(rufs.), m.. —#3; —-# : „Zehner“, ein Gewicht ven 
10 Pfund; ein Maß v. 10 Tschetwerik 2c. (Desse- 
terik 2c.). -atinc, f.; —m: „der Zehnte“, ein Stück 
Landes v. 2400 Qugdrat-Saschen (s. d.). Srenzb. 
25, 3, 253 c., auch: Dessiatine. Jusld. 39, 
811a 2c.; Dessätin. Entykt. f. Kaufl. 681a 2c.; 
120 Dissiatin Lanr. Kohl Südr. 1, 141 2c.; 60 
Dissiatinen. 150 1c.; Armere ziehen auch wohl als 
Dissiantintschiks auf der Sterpe umher, d. h. sie 
pachten sich hier u. da von einem Edrelmann ein paar 
Dissiatinen Land. 15 1 2c. ätshp, m., —#8: —8: Alle 
100 Häuser haben ibren Sotsko (Aufseber über 100) u. 
alle 10 einen D. Hanka Sl. 337 2c. — Descabellär 
(wan.), tr.: eig.: „die Haare zerzausen“, dann v. 
Stierkämrfern, den Stier durch einen Stich im 
Nacken zusammenstürzen machen. Slobus 4, 143b. 
— Descamisaädo (svan.), m., —: —: „ein 
Hemrleser“, als polit. Parteiname, vgl. Sanskülott. 
— Destört (prevenz.), m., —#; —: Der d., im 
Ggstz zu accort, ist das Lied des Zwiesralts, wo durch 
den Inhalt, wie durch die Form, in welcher die Stroxben 
weder in Versart noch Verszahl übereinstimmten, uner- 
widerte Liebe sich ihren angemessenen Ausdruck gab. 
Uofenkranz P sch. 169. — Deskr-ibièren, tr.: 
beschreiben. iptiön, f.; —en; —§-: Beschreibung, 
Schildrung. iptfo, a.: beschreibend. — Orsmal 
(vers.), m., —s; —: Taschentuch. — Oesmalgie 
(gr.), f.; —e)n: Schmerz in den Gelenkbändern. 
— Oesman, m., —; —# : Bisam (s. d. u. Kschiller= 
Murrd Gl. 3b ff.); Bisam-Spitzmans, schwed.: 
D—s-Ratta, russ. Wechuchol, ähnl.: die Bisam- 
ratte, Ondatra, die aber keine Schwimmhäute an 
den Hinterfüßen hat, s. Oken 7, 945; 731. — 
Desmĩn, m., —e)s: —#e: Strahl-, Garben= 
Zeolith. 1, 170. — Desm-, (Spondesm-) ĩtis 
(gr.), f. [8 24, 3, uv.]): Entzündung der Gelenk- 
bänder od. Ligamente. ochannösis, f. [8 24, 3, 
uv. ): Erschlaffung der Gelenkbänder. odpnke, 
f.; —eyn: Schmerz der Gelenkbänder. ograph, 
Solög, m., —en, —#; —en: Beschreiber, Kenner der 
Gelenkbänder. Dazu: Dik. f.; disch, a. 
opathié, f.; —eyn: Krankheit der Gelenkbänder. 
Oespeio 255 
opatholög, m., -en, —#: -en: Kenner der Ge- 
lenkbänder-Krankheiten. Dazu: D—; kliisch. 
ophlogösis, f. [8 24, 3, uv.]: Deemitis. 
orrhexis, f. [8 24, 3, uv.): Gelenkbänder-Zer- 
reißung. -otomté, f.: —eyn: Anatomie der Ge- 
lenkbänder. — Desmurgis, f.; -(e)n: wumdärztl. 
Verbanklehre. — Oelobs-ièren (irz.), intr. 
(haben): ungehorsam sein. -ilsance (ingß), f.; 
—: Ungehorsam. -issant Cing). a.: ungehorsam. 
— Oesoblig-cance (frz. —isbängß), f.: —s: Unge- 
fälligk. -eant □stang), a.: ungefällig, unfreund- 
lich 2c. -eante (bängt), f.; —: Art Wagen für 
nur 2 Personen. keren, tr.: Einen unfreundlich 
behandeln, sich ungefällig gegen ihn beweisen rc. 
(Gygstz ebligieren). — Desobstr- ukeren (frz.), tr.: 
(Arzn.) die Obstruktion (. d.) aufheben, eröffnen. 
uktiv, a.: desobstruierend: D-um, Mittel gegen 
Obstruktion, f. Aperiens. — Desodorif-atiön, 
f.z —nn; - ##en, tr.: geruchlos machen, s. Desin- 
fektion . — Oesocuor-ement (frz. —öw'rming), 
n., — —: Unthätigk., das Nichtstbun. #ert, 
a.: unthätig, müßig, müßiggängerisch 2c. — 
Desoccup-atiön (frz.), f.; —en; —§-: Beschäfti- 
Zunaslosigk. - iert, a.: unbeschäftigt, nichtstbund. 
— Oesol-ant (frz. —äng), a.: defolierend, betrübend 
ꝛc. Zät (lat.), a.: 1) verwüstet, wün, öde, ein- 
sam 2c.: Die de Erhabenheit dieses Gesteins. Meißner 
Sauf. 3, 45 2c.; D.-Kloster, eingegangnes, ver- 
laßnes 2c. — 2) traurig, trostlos: Inden Umstän 
den 2c. -atiön, f.; -en; s-: Verwüstung2c.; Trost= 
losigk. pöächter Süöäitl. 2. 114. -itren, tr.: ver- 
wüsten, zerstören 2c.; trostlos machen, betrüben 2c. 
— Desordre (frz. —’r), m., -s; —s: Unorrunng, 
Verwirrung 2c.: Ausschweifung, Sittenlosigkeit; 
Uneinigk. 20. — Oeforganis-aliön (frz.), f.: -en; 
Desorganisierung; auch: Di torganisation. 
Ua 2 301. ren, tr.: die Organisation, 
Gliedrung des Obj. aufheben, zerseren 2c. — 
Desorientalif-atiön, f. -en: Desorientalisierung. 
-+Teren, ir.: des orientalischen Charakters, Wesens 
entkleiren: Kairo erschien ihr halb u. halb desorientali- 
siert. AJusld. 38, 10590; Die Moldau ist in einem be- 
ständigen D. u. Euroräisieren à la Russe begriffen. 
Kohl Sürr. 2, 22 2c. — Delsorient-leren (frz.), 
tr.: Einen d., wirr machen, so daß er sich nicht 
orientieren (s. d.), zurecht finden kann; ibn ver- 
biestern 2c. — Desossiẽren (frz.), tr.: (Kochk.) 
entbeinen, die Knochen, Gräten auslösen 2c. Schtidir 
Kochb. 6. — Deforp-datiön, -genatiön (frz.), k.; 
en: Entsanerstoffung: D—s-Proceß 2c. Dieren, 
— genkeren, tr.: entsauerstoffen. — Oespächo 
(wan. —##sche), m., —s; —# : Abfertigung, Sen- 
dung rc. (vgl. Deresche, Disraciic); auch: Um die 
Krankbeit aus dem Lande zu vertreiben, verfertigen die 
Indianer in Bolivia ein hölzernes Gebäuse, welches sie 
D. (d. f. Sendung) benennen. Wesermann 3, 34 4a ic.; 
Ort, wo Etwas erpediert, — wo Etwas verkauft 
wird, z. B.: Vor einem D. de Vino [Weinstube 1c.1. 
Dastiano 198; 163 2c. — Despedida (span.), k.; 
—#: Abschied; Abschieds= od. Letztrunk. Slobus 4, 
194 a. — Despkjo (sran. ho), m., —; —: 
:
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        256 Despekt 
Näumung, — nam. der Arena 2c. zum Stierge- 
fecht. 135b. — Oespeht (lat.), m., —e); -e: 
Verachtung, Entehrung, Schimpf 2c. -ikren, tr.: 
verachten 2c. Erlich, a.: geringschätzig. -ion, 
f.; —en: Despekt. — Oesper-ädo (span.), m., 
—8; —#: ein „Verzweifelter“, als (polit.) Partei- 
name: Ein kompletter Jakobiner (s. d.) u. D. gegen 
ren Adel. Pückler Südöstl. 1, 242; Die Organisation 
einer Bande von Ds. Gartenl. 15, 636b; 639b cc. 
(vgl. Bandit) 2c. = ät (lat.), a.: verzweifelt; vralt. 
auch: Spielte ich das D. [— den D-enl. Simplicissimus 
1, 11128 2c. -aliön, s.; —en: Verzweiflung r2c.: 
Ds-Conp, = Tonr,. Streich, ein verzweifelter, 
in tollkühnem Wagemuth 2c.;-Kur, eine verzwei- 
felte, auf Tod u. Leben 2c. alist, m., -en, —#; -en: 
ein Verzweifelnder 2c. -ätus, a.: desperat, s. 
Causa. kren, intr. (haben): verzweifeln, s. 
besesperieren. — Despi-cieren (lat.), -kation: 
s. Despekt-ieren, ion. — Despoli-atiön (lat.), (.; 
—en: Despoliierung. alor, m., —; ören [8 24, 
3, öris): Plünderer. -ĩtren, tr.: beranben, plün- 
dern. — Despon-dieren (lat.), tr.: versprechen, 
verloben. saliön, f.; -en: Verlobung. - salus, 
a.: verlobt: Desponsäta, Verlobte, Braut 2c. — 
Despoôt (gr.), m.. -en, —#; en: 1) unumschränk- 
ter Herr, Gebjeter; Gewaltherrscher: (Dal ist der 
Monarch bald ein D-e u. der D. ein Tyrann. FPorster 
It. 2, 203; Ein De. Herwegh 1, 28; Den D. 62 cc.; 
Die Tragikomödie der Restaurallon, wo Zwerg-Den 
sich vermaßen, Das, woran der Riesen-D. zu Grunde 
gegangen, zu thun. Scherr Bl. 3, 558; Serez-De- 
spötchen. Heine Reis. 2, 49; Dem alten Kunst-Deen 
(der in der Kunst seine Gewaltberrschaft übt]. Heinse 
A. 1, 26 72c.; D-en-Erfinrung (platen 2, 237); Größe 
(Sch. 76 5a); Hof ea 62b); -Kette (Bönger Byr. 1, 71), 
Sang (1, 90)7c. — 2) in der gr.-kathol. Kirche: Bi- 
schof: Die Wohnung des heiligen D-en. allmerayer Or. 1, 
175; Duschan umgab sich mit D-en, Logotheten 2c. 
DMus. 17, 2, 274; Püchler Südöstl. 2, 40; TCober 
2, 100; 124 2c., vgl.: Despötes. 1, 49 :2c. Jt, 
n., -(e)s; —e: despotische Herrschaft: Unter dem 
allmächtigen Bann v. Abel's kühnem u. strammem D. 
Chomas Fallm. 33. -enthum, n., —e)s; 0: Despo- 
tismus. Freiligrath SW. 6, 291: Glagau Reut. 138. 
—# s.; —eyn: Gewalt-, Willkürherrschaft; Staat, 
der darunter steht: Glaubens-D. Dviertelj. 39, 357; 
Militär-D. falmerayer GsW. 2, 374 2c. Cisch, a.: 
in der Weise von Despoten 2c. Tisleren, intr. 
(haben), tr.: Despotie üben; despotisch (behherr= 
schen, walten 2c. -ismius), m., uv.; -ismen: 
Gewaltherrschaft (abstrakt), Wesen der Despotie: 
Der Despot wird in der Empörung auf die Seite geschafft 
u. der D—us bleibt. KMendelssohn 4, 1, 144; Freiheits- 
sinn mit Dens im Kampfe. Sch. 768a; Den Duo- 
dezdespotlsm. Erenzb. 26, 3, 138; Milltär-D.us. 
Schert Bl. 2, 108 2c. — Oespum-atiön (lat.), l.; 
—en: Despumierung. - feen, tr.: abschäumen. 
— Desquam-alion (lat.), f.; -en: Abschuppung, 
Abschilfrung. - iercn, ir.: abschuppen, abschilfern. 
— Dessät 2c.; s. Dessat c. — De sein (frz.—ing), 
n., —6; —6: Absicht, Vorhaben, Plan 2c.: A d., 
Destillieren 
mit Absicht, vorsätzlich r#e. — DOessered -o (it.), 
m., —6; -i: Narcissino v. Malaberga od., wie er noch 
heißt, D. v. Malaberga, ist eine belognische Maske mit 
der Tracht u. dem Dialekt dieser Start 2c. Düringer 627. 
— Oessér-t (frz. reßär, — auch in deutscher Aus- 
spr.), n., —#; —#, (—e): Nachtisch: Die Dee. 
Kügge Touss. 3, 157 2c.; D.-Messer; „Teller; 
Wein sc. -vanl (-wäng), m., —6; —#: Pfarrei- 
Verweser. -vĩẽren, tr.: 1) den Dienst vollständig 
besorgen, ein Amt (zumal ein geistliches) verwesen, 
nam. als Stellvertreter. — 2) Einem schlechte 
Dienste erweisen, schaden 2c. — 3) die aufgetrag- 
nen, servierten (s. d.) Speisen abtragen, von der 
Tafel nehmen; abdecken. — Oesse in (frz. —#ng), 
m., n., —6; —6: Zeichnung (z. B.: D. estompé, 
s. d.), Muster v. Geweben, Zeugstoffen, Tareten 2c.; 
Entwurf eines Tonstücks 2c.: auch: D.-(od. Fagen-) 
Drabt, mit nicht kreisförmigem Querschnitt. 
Karmarsch M. 1, 182; D.= (od. Muster-) Maschine, 
Webstuhl, dessen Korden durch einen einzigen Tritt 
in Bewegung gesetzt werden. 2, 428 c. inateur 
#inatör), m., —#6; —#: Zeichner, nam.: Muster= 
zeichner. iné, a.: gezeichnet, nam. in Unter- 
schriften v. Bildern. inferen, tr.: zeichnen; mit 
einem Dessin, Muster versehn: Die gemusterten, 
fagonnierten, dessinierten od. fignrierten Zeuge, Bild- 
gewebe. Katmarsch M. 2, 391 2c.; Dessinierungs- 
Maschine, zur Fertigung der nach Anweisung 
des Dessins durchlöcherten Karten für den Weber 2c. 
— Dessous (desst): drunter, z. B. Sens dessus 
hbäng dessül d., drunter u. drüber; auch n.: das 
nach unten Befindliche, Gekehrte, bes.: Das D. der 
Karten, die beim Geben te. verdeckte Seite, u. 
bildl.: Dieses d. des cartes lrä färt] (ich bätte wobl: 
„ gebeime Absicht“ sagen können). Soph. Reis. 1, 152. 
— Dessus (srz. ressä): drüber, oberhalb rec. (l. 
dessous), auch n.: der obere (vd. Ober-) Theil; 
Auf-, Uberschrift; Diskant; Bas- (s. d.) D. — 
Mczzo= (s. d.) Soprano. — Desta, f.; —: Art 
Kalian (s. d.) od. pers. Wasserpfeife zum Ranchen, 
mit gradem Holzrohr, im Ggstz zur Karnji — mit 
langem, biegsamem Nohr (vgl. Nargili). Gorient. 
15, 519a ff. — Destill-(Diflill-) ät (lat.), n., 
—C(e)ys; -e: Erzeugnis, Ergebnis einer Destillation. 
lacmarsch 1, 225; peechll 4, 104 „2cc. ateur (frz. 
—ör), m., —s; —#, —e: Einer, der destilliert, nam. 
Branntweinbrenner. -ation, f.; S-en: Destillie- 
rung, Branntweinbrennerei: D—s- (od. Destil- 
lier-) Ayparat; Kessel 2c. ### einen 
Körper, gw. eine Flüssigkeit, in Dampf übergehn 
lassen u. dann den Dampf durch Abkühlung zu 
einer Flüssigk. verdichten, wobei die flüchtigen od. 
die flüchtigern Theile v. den übrigen getrennt wer- 
den, vgl. rektificieren (das Obj. theils der ursprüng- 
liche, diesem Verfahren unterworsne Körper, theils 
die gewonnene Flüssigk.), auch bildlI.: Aus ab- 
destilliertem Schwefelkies. . Vei Ab.D. des Schwefels. 
miischerlich 2, 2, 26; Reinlicher konnte die Grobbeit u. 
dle Beleidigung von dem Geist u. dem Humor nicht ab- 
destilliert werden. Sch. G. 2, 280 2c.; Zum Auffangen 
des um destillierten Phosphors. Karmarsch 2, 847 rc.;
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        Destin 
An dem Nichts mehr übrig geblieben als Knochen u. 
Haut, die sie auch noch weg-d. möchten. Vogt Oc. 2, 
225 2c.; Der ein großer Distillierer war u. ihr 
einige wohlriechende u. wundersame Wasser übergab. 
G. 28, 371 2c.; Die berühmte Destillierpflanze, 
Nepénthes Is. d.. Hotur 14, 269b 2c., s. Destillation. 
— Destin (frz. Ing), n.t, —8; -s: Schicksal, Ge- 
schick, Verhängnis, Fügung 2c. Jataire (inatär), 
Satär, m., —8; —, —e: Jemand, für den eine 
Sendung bestimmt ist, der sie in Empfang zu neh- 
men hat (vgl. Mrrefsat, Konsignatär). akion (lat.), 
f.; —en: —§-: Bestimmung, Endzweck 2c. c, f.; 
—s: Destin. eren, tr.: bestimmend anordnen, 
bestimmen 2c. —# (engl. restini), n., —8; -ies: 
Destin: Unfre glorreiche Union u. das Manifest D. 
lder offenbare, offenkundige Beruf, die Bestim- 
mung] dieser erhabenen Nation. Uat3. 22, 105. — 
Destitu-äbel, a.: absetzbar. .eren (lat.), tr.: 
ab-, eines Amts entsetzen. -#e# (estitjut), m., —; 
—: ein Bettelarmer, Bettler. Kohl Irl. 2, 153. 
tion, f.; —-en; —-: Absetzung 2c. — Oestra 
(it.), f.; 0: die rechte Hand, bes. (Mufs.): Cölla 
smit der] d. 2c. — Destrü-ren (lat.), tr.: zer- 
stören 2c. - ktibel, a.: zerstörbar. = tlibililät, f.; 
0: Zerstörbark. -ktiön, f.; — n; —#-: Zerstörung. 
T-ktiv, a.: zerstörend. -ktor, m., —8; ören 
(8 24, 3, öris): Zerstörer. — Destur (pers.): 
„aus dem Wege!“ AJuslb. 39, 22 2a 2c.; m., —8; 
—6 : Priester der Parsen. 34b; Die 3 Ordnungen der 
Herbeds (Lehrlinge), Mobeds (Meister) u. D. Mo- 
beds (vollendete Meister), worin sie (die Magserl sich 
theilten. Hetren 1, 517; Der D. Mobed (Oberpriester) 
der Parsen. petermonn Or. 2, 201; Die D. Mobed's 
u. über Diesen wieder der D-än D. 205; Die an- 
gesehensten lxpars.] Geistlichen, welche in 3 Klassen, 
in Hirbed, Mobed u. Ds zerfallen. Konatbl. 1, 
490b 2c., auch: Dastur. 489b; 491b. — Desud- 
ation (lat.), f.; -##n; —§-: das Schwitzen. 
T-ieren, intr. (haben): schwitzen. — De— 
sueseiẽren, tr.; intr. (sein): entwöhnen; ent- 
wöhnt od. entwohnt werden; außer Gewohnheit 
kommen 2c. — Oefült-or (lat.), m., —; -Uren 
[824, 3.-öris): Einer, der beim Kampf, im Cirkus 
2c. im vollen Lauf v. einem Pferd aufs andre springt. 
Euhl 2, 329; auch verallgemeint. örisch, a.: 
abspringend, unstät, der Beharrlichk. u. Ausdauer 
ermangelnd 2c.: Diese kursorischen u. d-en Bemer- 
kungen. G. 21, 81; Meine d-e Lebens= u. Studlen= 
weise. 2:, 156; 32, 337 2c. — Desun-eren, tr.: 
die Einheit u. Eintracht aufhebend, trennen, 
sralten 2c. (risunieren). iön (frz. —ünjöng), k.; 
—§ : Trennung, Spaltung, Zwietracht. 
Detach-é (frz. —asche), a.: detachiert, s. Pidce. 
Sement (asch'mäng), n., —§; —#: ein vom Haupt- 
korps zu best. Zweck abgesendeter Truppentheil, 
Haufen (vgl.: Detaschement. G. 34, 80 = Haufen. 
9, 79 rc.). -ĩeren, tr.: das Obj. v. dem Ganzen 
ablösen, absondern, entsenden 2c.: Trurren d.; Die 
Garnisonstrurpen sind von Mainz herdetachiert. Ua#t 3. 
21, 353; Bei Detaschlerung in der Schlacht. 
Grenzb. 26, 2, 123; Detachiertes Korps; Lag leewärts 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Octerior 257 
vor uns ein Felsen, weit detaschiert vom Land. Westermann 
3, 274b; Ein detachiertes Fort 2c. — Détail Ctäly, 
n. (m.), —6; —: 1) das Einzelne, die einzelnen 
Theile eines Ganzen; Einzelnheit; besondrer Um- 
stand einer Begebenheit 2c.: Einem die nähern Ds; 
das D.; Etwas en langl d. mittbeilen, ausführlich 
mit allen Einzelnheiten 2c.; Die D—s der Sterbe- 
register. Ausld. 3% 725à; So findet ihr im Arollonius 
sehr oft wahrhaft klassische D—s. FSchirgel GR. 122 rc. 
u. z. B. in der Ez. masc.: Den kleinlichen D. in 
einfache u. große Umrisse zu erweitern. 208; G. Stein 
1, 310; Der D. dieser Belagerung gehört nicht zu 
unserm jetzigen Zweck. w. 30, 341; 35, 102; 36, 
28; Luc. 1, XX ac.; D.-Charakteristik (s. d.); 
D.-Maler. Rohl Südr. 2, 89; D.-Malerei. Uat3. 
18, 409; D.-Menschen füllen sich den Kopf mit 
Srezialkenntnissen. Oppenheim Verm. 92; D.-wüthlg. 
falmerayer GsW. 1, 241 lauf Ds versessen 2c.; 
Plänc u. D.-Zeichnungen Izum Baujl. L1ewald 
Gschl. 2, 152 2c.— 2) (kaufm.) Handel im Kleinen 
u. Einzelnen: En gros sang grö, im Großen! 
Waaren einkaufen, um sie en langl d. zu verkaufen 2c.; 
D.-Geschäft; -Handel; „Händler 2c. Zeur 
(□ör), m., —s; —s, e: Detailhändler. en, 
tr.: en détail be-, verhandeln (Sie d. baumweollne 
Strümpfe. Globus 1, 256 a); ins Einzelne eingehnd, 
genan u. umständlich erörtern, ausführen (s. 
partikularisieren); vereinzeln 2c. -ist, m., Sen, 
—#6; -en: Detailhändler, s. Minutierer. — De- 
tasch 2c.: s. Detach r. — Detaratiön (nlat.), 
f.; -en: Taration. — Dete: s. Cded. — 
Det-egieren (lat.), tr.: auf-, entdecken, ent- 
hüllen. -ektion, f.; —en; —s-: Detegierung. 
éetive (engl. —iw), m., —#; —6: Newvyorker 
D. (Mitglied der geheimen Kriminalpolizel). Gartenl. 
15, 250b; Gerstäcker NReis. 1, 137; Hausbl. (67) 1, 
223; (65) 4, 287; Mitglied der D.Polizei. 29 2 2c.; 
Policeibeamte v. der D.-Abtheilung. Uat3. 21, 32 
2c.; Der D.-Polieist. Upitaval 36, 112c.— Deken- 
eren, tr.: s. detinieren. -tiöon, f.; -#en; —-: 
Detinierung: 1) Zurück-, Vorenthaltung. — 2) 
das Innehaben eines Besitzthums. — 3) Gefangen- 
haltung, Verwahrsam, Haft: Die Polizeigefangnen, 
ebe man sie zu strengerer D. brachte. Wochenhusen Zig. 
268; D—s--Haus, vgl. engl.: Im House of de- 
tention lhäüf’ öw ditenschenl, frz.: Maison ss. d.] 
de détention lmäsong detangßjöngl 2c. -tor, m., 
—#6 -ztören [§ 24, 3, öris): 1) Einer, der — u. 
sofern er — Etwas vorenthält. — 2) Einer, der 
— u. sofern er — ein Besitzthum inne hat: Die 
Deen (die Bauern) vererbten den Besitz der Domäne nur 
auf die Kinder. Grenzb. 26, 4, 123; Den „nnrecht- 
mäßigen durchlauchtigen D-es“. Trcitschher Hist. 60. — 
DOeterg-ens lat., § 24, 3, éntis; MzZ.: -ntial: 
Reinigungsmittel für Wunden 2c. -eren, tr.: 
abwischen, reinigen 2c. — Detkerior (lat.), a. 
(8 24, 3, öris!]: schlechter, geringer: D-is conditi- 
önis, in schlechtrem Zustand; Das .. Videõ meliöra 
proböque, déteriöra sequcr lich sehe das Beßre u. 
billige es, aber folge dem Schlechrern!] .., so lange die 
Da mit Vortheilen verbunden sind 2c. w. 30, 40. 
17
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        Deterioralion 
Salion, f.; -en; —#-: Deteriorierung. -ieren, tr.: 
verschlechtern; refl., intr. (sein): sich verschlechtern. 
— Determin-öbet (lat.), a.: bestimmbar: Diese 
ersten Anfänge, nach beiden Seiten d. G. 36, 9, die 
nach beiden Seiten, nach den versch. Richtungen 
hin ihre Bestimmung empfangen können 2c.; Un- 
od. in- d. abilität, k.; 0: Bestimmbarkeit: In- 
D. nte, f.; —n: (Math.) eine bestimmende Zahl 
für die quadratische Form einer andern Zahl, s. 
minding Anfangsgr. d. höh. Arithm. 93 2c. akion, 
1.; —-en; —: Bestimmung: In-D., Mangel an 
Bestimmtheit; Unentschlossenheit. -ativ, -atious, 
a.: bestimmend, Etwas in seiner Bestimmtheit 
hervorhebend 2c. (Gastz: In--#.): De (rd. D.-) 
Fürwörter, Pronömina d-a 20., s. diacriticus: D.= 
Hlereglyphen (Globus 6, 109b), Zeichen (9, 21 2 a) r2c 
äto (it.), a.: bestimmt, z. B. Esträtto d. Ibe- 
stimmter Auszug in der Zahlenlotterie). Hausbl. 
(67) 2, 193 2c.; (Mus.) entschlossen 2c. -#i###en, 
tr.: bestimmen, entscheiden 2c.: Ein sehr determinier- 
tes Wesen 2c., Ggstz: nun- od. in determiniert. 
-ismus, m., uv.; 0: die Ansicht, wonach alles 
Geschehnde u. so auch jede menschl. Handlung durch 
die äußre Nothwendigk. des Kansalzusammenhangs 
aller Dinge vollkommen bestimmt ist; Bestim- 
mungsglauben (Differentismus), Ggstz: In-D., die 
Ansicht v. der absoluten Willensfreiheit des Men- 
schen. -ist, m.,—en, —; —en: ein dem Determinis- 
mus Huldigender (Ggstz: In-D.). — Delerr- 
kören (lat.), tr.: abschrecken. -itiön, f.; Sen: 
Abschreckung. — Octers-ion, f.; Sen: Detergie- 
rung. -ĩp, u., —e); —: Detergens. — De'est- 
ãbet (lat.), a.: abscheulich, verabschenungswerth. 
Satiön, f.; -#en; —#-: Verabscheuung, Abscheu 2c. 
Skren, tr.: vergbscheuen, verwünschen 2c. — 
Dethronis-alion (ulat.), f.; —en; —s-: Dethroni- 
sierung. -eren, tr.: entthronen. — Ockinkeren 
(lat.), tr.: ab-, zurück-, vorent-halten; inne, in 
Verwahrsam haben 2c. — Deton-atiön (lat.), (.; 
—en; —8-: Detonierung. i#ren, intr. (haben): 
1) unrein singen od. klingen (dis tonieren. Holtei 
Treust. 2, 275). — 2) verpussen; sich mit einem 
Geräusch, Knall entzünden 2c. — Drtonsion 
(nlat.), f.; —en: das Scheren der Tousfur (s. d.). 
— Delor-quferen (lat.), tr.: 1) anderswohin 
drehen, beugen; von sich abwenden, abwälzen 2c. 
— 2) verdrehen, auch: den Sinn von Etwas. 
„siõön, f.; -en: Detorquierung. — Oôét-our 
(frz. detur), m., —s; —#: Umweg, Krümmung, 
Umschweif, Winkelzug, Ausflüchte 2e. -ournieren 
(Jurn—-, tr.; refl.: abwenden, ablenken 2c.; intr.: 
abschweifen 2c. — Delr-ahendus (lat.), a.: ab- 
zuziehnd: Deträctis detrahendis, nach Abzug des 
Abzuziehenden. -ahi#eren, tr.: ab-, entziehn: 
Einen verkleinern, verleumden 2c. acteur (srz. 
—hr), m., —#6; —§6#, e: Verkleinrer, Verleumder rc. 
Särtio, f. [8 21, 3, önis): Detrahierung, nam. 
Dnis consus, Abzugsgeld, Nachsteuer; D-nis jus, 
Ab-, Fortzugsrecht 2c. -dctor, m., —#; ören 
18 21, 3, öris!]: Detracteur. -clus: 1) a.;: ab- 
gezogen, z. B. Deträctis expensis, nach Abzug der 
Deukalion 
Kosten 2c. — 2) m. IS# 24, 41: Abzug, Abgabe, 
z. B. D. emigratiönis, Auswandrungssteuer, Ab- 
zugsgeld — D. persondlis; D. reälis, Abgabe von 
einer ins Ausland gehnden Erbschaft 2c. — 
Detrans-ponieren, portièren (nlat.), tr.: 
(Buchdr.) Fehler im Ausschießen der Kolumnen 
durch Umstellen berichtigen. -portation, posilion, 
f.; -en: Detransponierung. — Detrekt-ation 
(lat.), f.; —en; —s-: Detrektierung. -ren, tr.: 
berunterziehn, verkleinern, beeinträchtigen 2c. — 
DQélrempe (frz. —rängp), f.; —s: Wasserfarben- 
malerei (Genache). — Détresse (frz.), f.: 0: 
Noth, Bedrängnis. — Detri, s. de 1. — Delr- 
iment (lat.), n., —#s; —e: Nachtheil, Schade, 
Einbuße 2c. imentös, a.: nachtheilig, schädlich. 
-imentum (§24, 2, n.]: Detrunent: Videant cön- 
sules, nẽ quid respüblica detriménti cäpiat! die 
Konsuln mögen aufpassen, damit der Staat keinen 
Schaden nehme! (Formel, womit der Senat in 
gefährl. Lagen den Kensuln größre Machtvoll- 
kommenheit übertrug). -i#tus, m., uv.; uv.: 
Diese seg. D. (zerriebener Fels, Sand, Gerblle). Büchner 
Mensch. 180; Von D.-Massen bedeckt. Oken 1, 630 rc. 
— Détroit (frz. detroä), m., —#; —: Enge, nam. 
Meerenge. — Délromp-emoenk (frz. —rongp'mäng), 
n., —; —#: Enttäuschung. -eren, tr.: ent- 
täuschen. — Zétrönleren (frz.), tr.: entthronen. 
— Octrudikren (lat.), tr.: hinunter-, wegstoßen, 
verdrängen. — Detrunk-ation (lat.), f.; Sen: 
Detrunkierung. -ieren, tr.: durch Abhaun stutzen; 
abfappen 2c. — Delrusion (lat.), f.; —en: De- 
trudierung. -örium, u., —; ken [8 24, 2, u.]: 
wundärztl. Werkzeug zum Herunterstoßen v. Kör- 
pern, die im Schlund stecken geblieben. — Delt-o#“ 
(it.), a.; u., —#; -i: das Vorbesagte, das Näm- 
liche, Gleiche; gleichfalls, ebenso ꝛe. (zur Vermei- 
dung einer Wiederholung des Worts), auch ditto 
u. bes. häufig dito (abgekürzt de), nam. kaufm.: 
t0 Pfund Kaffe; 5 doe: de für 5 Pfund Kaffel; 
3 de. (für 3 Pfund!] Zucker 2c.; auch: Beid' einpfablen 
sich durch Märchen; . . Mache mich mit einem Dito 
[Märchen]) freh. B. 104a 2c.; Ein Dito mit Stabl- 
schrauben. Holtei Mensch 2, 67 (sprchw.); Ich fürchtete 
den Spott meiner Mitschüler u. er dito die Elle sei- 
nes Vaters. Spielhagen Pr. 6, 7 6 2c.; auch: A d., an 
dem vorgenannten Tage 2c. — Detumesc-enz 
(lat.), f.; —en: Abnahme einer Geschwutst. 
Sieren, intr. (sein): v. etwas Gischwollnem: ab- 
ziehn, nachlassen, eine Abnahme der Geschwulst 
zeigen. — Delur (lat.): es werde gegeben, i. B.: 
D. cõpia (protocolli), eine Abschrift des Prrtokolls 2c.; 
ferner auf Reeepten: Iliscedtur (s. d.), dtur, 
siguctur c. — Dcturb-aliön (lat.), f.; —-en: —-: 
Deturbierung. ieren, tr.: in wilder Hast herab- 
stürzen. 
Denil (frz. döll), m., —#; —#: Trauer: In tie- 
fer Trauer, d. de laine flän’'l. Bazar 11. 5 22, wo man 
wollne Stoffe als Trauerzeug trägt. — Denhalion 
(gr.), m., —: 0: (Myth.) der griech. Noah (s. d.), 
als Stammvater der Hellenen, s. Kriegk 1, 170: 
Die deukallönische FSliuuh, Sindfluth 2c. —
        <pb n="275" />
        Deunr 
Dk- unr (lat.), m. [8 24, 3, Ancis I: s. As 12. — 
Okus (lat.), m. [8 24, 2; Mz. auch Dii od. Dis: 
Gott: Qucd D. böne vertat! lakbreosert: 0.— D. 
B. V.), wozu Gott seinen Segen gebel 2c.: D. 
meliõra (dét)! Gott beffre es! — od. nach hei- 
nischem Götterglauben: Dii meliöra od.: Dü ms- 
lius düint 2c.; D. ömen arértat!, Gott wende die 
üble Vorbedeutung ab! (betüte uns!) 2c.: Qucd 
vult D., wie Gokt will! 2c.; öls d. (od. gw. dius) 
Flains!. als Betheur#uhsfermol Est D. in no- 
bis, agitänte cals-cimus illo, es ist ein Gott in 
uns, wir glühn v. ihm erregt, z. B. w. 35. 135, 
vgl.: Der D. in nobis, dieser unbestechl. Richter in un- 
serm Busen. 36, 250 c.; ferner — hergenommen v. 
den Schauspielen, in denen ein durch Maschinerie 
auf der Bühne erscheinender Gott den Knoten löste 
od. zerhieb (vgl. G. 10, 98; w. HB. 2, 217 ꝛc.): 
D. éx mächina (s. d.), ein Gott aus der Maschine, 
— zur Bez. des „wie gerufen Erscheinenden". Sch. 
113a; w. 15, 117; 305; 2, 242;1 263 te.; Dei 
grätia, v. Gottes Gnaden; Omnia 4 Dei glöriam 
(O. A. D. G.), Alles zur Eore Gettes; In majförem 
D# glöriam, zum größern Ruhme Gottes 2c.: Déo 
dichtus, ein Grttgeweihter= Möuch 2c., weibl.: 
dicäta. Nonne 2c.; Dso grätias, Gott 2 Dank; 
Söli Dso glöria!, Gott allein die Ehre; Omnia 
cüm Dso!, Alles mit Gott; Dẽo annusnte od. 
favcnte od. zuräme, mit Gotieo Segen, Hilfe; in 
Dẽo consilium, bei Gott ist Rath 2c.; Dii majõrum 
(Ggstz minörum) gentium od. magni, auch conséntes 
(Gastz minöres), hohe (Gygstz niedre vd. Halb-) 
Götter, auch übrtr. auf Personen 2c. (vgl. G. 26, 
216); Düs Slänibus säcrum, den Manen (s. d.) 
geweiht; 81 dris pläcet, wenn die Götter wollen; 
so Gott will 2c.; Pér déos!, bei den Göttern (be- 
schwör ich dich); um Gottes willen 2c. — Orüske 
(holl.), n., —#; —#: ein vralt. Gewicht = 2 As. 
Enchkl. f. Rauff. 290b.— DOküt (holl.), m., —(e)8; 
e, —# : eine holl. Scheidemünze —= ⅛ Stüber, 
oft als Bez. einer Kleinigk. übrh.: Keinen D. mebr 
als zwanzig. 3. 67a; 4a; Den leßten D. verthan. 
Mülner 5, 142; Ppfestel Po. 3, 55; Ramier F. 1, 55; 
Sch. 34 3a; Ohne die Welt um einen D. besser zu binter- 
lassen. W. 9, 70; Er ist keinen D. wertb (s. die falsche 
Deutung nuge Fr. Z. 1, 143) 12c. — Oruter- 
agonist (gr.), m.,—en. —##; -en: im gr. Drama der 
2te Schauspieler, wie Protagonist, der erste u. Trita- 
gonist der Zte. Nolenkranz Poes. Gsch. 181 ff., ent- 
sprechend auch: Proto-, Deutero-, Hostero= log, der 
Ite, 2te, letzte Schanspieler. -ai: D. Phrontides 
(sophöterai), die zweiten (od. Nach-) Gedanken (sind 
die klügeren). Sprchw. w. 23, 239; 21, 343. 
-ogamiteé, f.; —(cyn: zweite Ehe, Wiederverhei— 
rathung. -ohanonisch a.: erst später in den 
Kanon (s. d.) der heil. Schritt aufgenommen. 
olög, m., -en, -en: Denuteragonist: D#e, f., 
die zweite W d-isch, a., dazu gehörig rc. 
onomte, f.; - (epn: zweite, spätre Gesetzgebung. 
onömion, Tonömium, n., —s; 0: das 51e Buch 
Mosis als .Cesehwicderhelung (vgl. Bamidbar). 
opathik, f.; —-ehn: eine Nach-Krankheit als 
Deversieren 250 
Folge einer vorangehnden. opäthicus, m. 
18 24, 2): ein an einer Deuteropathie Leidender. 
opähisch, a.: auf Deuteropathie beruhnd, be- 
zügl. 2c.: Diese konsensuellen Züge bleiben, wenn ich 
das Wort v. den Pathologen entlehnen darf, de v tero- 
patbisch zurück u. werden W organisch. Sch. Göd. 1, 
171 r. Ööfe, (-osis), f.; —n: Wiederholung, 
nam.: erläuternde u. rrgänsente eines Gesetzes 2c. 
-oskopie, f.; —eyn: das „zweite Gesicht“ (s. d. à 
Ss.), engl. second-sight (s. d. u. Darafuil): 
Schopenhauer spricht v. der nlx- D. Daumer 
Geist 1, 4 2c. Jorhd, n., —(e): -e: s. Ored. — 
Deur (frz. rö): zwei: „Wie etre Villardsre 
D. à ldösal — d., point lvoengl, 2 — zu 2, zu Nichts 
cc.; A d. mains lmengl, für beide Hände passend, 
zum Derpelgebrauch 2c.; Sie treibens, so zu sagen, 
à d. mains. Hausbl. (66) 4, 402, mit beiden Händen, 
haltens mit Beiden; Schücking Alt. u. neue Z. 2, 150 
2c.; Klavierstücke à d. [Gastz quatre] mains, für 2 
[Ggstz 4] Hände 2c.: Entre sangt'r] d., zwischen 
Beidem; mitteninnestehbnd, befindl. 2c., auch m.: 
Ein Entre-d., Mittelstück, Zwischenwand rc. u. (wie: 
Entoutcas) ein Schirm, der als Regen= u. Sonnen- 
schirm dienen kann 2c.; Tänze, Spiele à d. (für zwei 
Personen] rc. 
Oev-a 1c.: s. Dew 2c. — Dévalisièren (frz.), 
tr.: Einem sein Felleisen (frz. valise) nehmen, 
einen Reisenden seines Geräcks, seiner Sachen be- 
rauben. — (Devaluz-), Ocvalv- atiön (frz.), k.; 
—en; —§-: Devalrierung, Werthherabsetzung von 
Geld 2c.: Die D. der Kreditbilletts auf ⅜8 des ur- 
srrüngl. Nominalwertbes. Kag. d. Ausld. 36, 79; 
Uat 3 18, 475 2c.; D-3-Tabellen 2c. -iren, tr. 
Geld 2c. im Werth herabsetzen, abwürrigen' C(ogl. 
volrieren) — Dev--antier (frz. Angie), m., —: 
—6: Vorgänger, Vorfahr. anckeren, tr.: Einem 
voran-gehn, zkommen, ihn überholen 2c. Jant 
Cäng), präp.: vor (s. auch Ci-d.): Der Chor hat 
einen prächtigen D. de “autel slotell, Voraltar]. 
IZKohl Par. 2, 250; 239 2c., im Ggstz zum Hoch- 
altar 2c.; auch allein, substantivisch: Ein d. —. 
Latzl mit hochstebendem Kragen aus echten Spitzen ge- 
bört dazu. Salon 3, 378. Tantier (-angtje), m.. —S; 
— : Vor= (od. Fü# Tuch, Schürze. Santière 
Cangtjär), f.; —#: Art Reitrock für rittlings zu 
Pferde ente Fenäen. — Devapor-- atiön (nlat. ), 
f.; —en: Devaporierung. -keren, tr.: Dämpfe rc. 
verdichten, niederschlagen machen, in Flässigk. um- 
wandeln; refl., intr. (sein). — Devast-atiön 
(lat.), f.: -en: Devastierung. -ator, m., r 
ören / 2#, 3, öris): Devastierer. itren, tr. 
verwüsten, verheeren, zerstören rc. —Hsmpeopp- 
abel (srz. ), à : (Geom.) abwickelbar. Leroy Darst. 
Geom. 68. Tement (Cmäng), n. —s; —: De- 
veloppierung (engl.: Devélopment. Globus 4, 9 5a). 
-keren, tr.: ab-, entwickeln (s. Eoolute; Evolvente): 
entfalten; enthüllen; das Netz (s. d. Ss., 7a) eines 
Kärpers seichnen. — Dsvergondage (fez. —ong- 
däsh'), k.; 0: Schamlosigk. 3Aehl Par. 2, 39 ff.; 
Na##3. 41, 52; Wachenhusen Ev. 70. — Oevers-#####n- 
(frz.), intr. (haben): sich neigen, senken; eine 
47“
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        Deversorium 
260 
schiefe Richtung haben, annehmen; tr.: neigen, 
senken, schief halten 2c. -örium (lat.), n., —; 
ken [824, 2, n.]): Einkehr-, Wirthshaus, Her- 
berge (Diversorium) ꝛe. — Devest--seren (lat. ), 
: entkleiden, nam. der Investitur (s. d.). Silür, 
l!s ; -en: Devestierung. — Dever (lat.), a „ ab- 
wärts geneigt, abschüssig 2c. -ität, f.; Sen: db- 
schüssigk., Abhang. — Droi-aliön (lat.), . 
en: Abweichung v. der Nichtung, Bahn ie 
„alĩv, a.: v. der Nichtung 2c. abweichend od. ab- 
lenkend. -iĩeẽren, intr. (sein): vom rechten Weg 
abgehn, abweichen 2c. — Devil (engl.), m., ; 
—6: Teufel, auch (wie frz. diable): eine Maschine, 
die mit spitzen Eisenzähnen die Wolle od. Baum- 
wolle auseinanderreißt u. lockert u. reinigt, Teufel 
(s. d. Ss. 226), Wolf 2c.; The d. may care Ims kerl! 
der Teufel mag Sorge hegen! (nicht ich), — auch 
adjekt. 2c.: Ein recht the d. may care (sorglos 2c.) 
fröhliches Lcheln. 8 Mon. 3, 697a cc. — 
Devirgin-ation (lat.), f.; -en: Seg. 
jĩẽren, tr.: entsungsern. — Drdis## (span.), f. 
—6: Devise: Die D. Ist ein Bändchen, welches man 
dem Stier um den Hals knupft , es zeigt an, zu welcher 
Casta (Nasse) er gehört. Globus 4, 99b ie. -e (frz.), 
I.: —n: 1) Wahlspruch. G. 39, 310 2c., bes. als 
Beigabe u. Erklärung eines Sinnbilds (vralt. 
auch: Devis, n. Weidner 178; 352): Go ahead! 
Das ist unfre lder Nordamerikaner] National-D. Wester- 
mann 3, 572b; auch vom Konditor gefertigte Fi- 
guren aus Kraftmehl, die in sich Zettel mit 
Sprüchen enthalten. Thümmtl 7, 182 ꝛc. — 2) 
(kaufm.) Wechsel, Wechselbrief. Na##. 20, 337; 
401; 561 2c.; Diese günstige Haltung des D-n- 
Kourses. 21, 115; Lotterie-D-n#ettell. 
Globus 4, 156a ꝛc. — Devik-alion (lat.), 
—en: Devitierung. c-keren, tr.: vermeiden. — 
Ocvitrisi-eiiècren (nlat.), Frr.: entglasen (s. d. 
Ss.). halion, s.; -en: Die D. (Entglasung) od. 
die limwandlung glasiger Massen in vollkommen krystal- 
linische. en 16, 303a 2c. — Devoilferen (srz. 
—woal-), tr.: entschleiern, enthüllen. — Devoir 
(frz. Funz m., — ; —8: Pflicht, Schuldigkeit. — 
Devol-ülio, f. (/§ 24, 3, önis)]; -ution (lat.), 
f.; -en: Debolvierung: Dns-Recht, Jus d-nis, 
z. 'B. das Rechts- Vh. „wonach der überlebende 
Chegenosse nur den Nießbrauch der Erbschaft hat, 
diese aber als Eigenthum der Kinder bleibt; fer- 
ner: das Recht, wonach der höhere Kirchenobre 
für den unmtttelbar Untergeordneten thätig ein- 
tritt, sobald dieser seiner Pflicht nicht in der gesetzl. 
Weise genügt 2c. —#utiv, a.: devolvierend: D.- 
Mittel, Rechtsmittel, das D.= Esfekt vd. -Wir- 
fung hat. oferen, tr. „abwälzen“, v. einer 
Pers. fort auf eine enre, — lam.: Eine Rechts- 
sache d., vor ein höheres Forum bringen (Die De- 
volvierung des Twesten'schen Processes an das Ober- 
appellationsgericht. Grenzb. 26, 3, 19 3 2c.); Eine Erb- 
schast aus Jemand d., s. Devolution. — Deuom--fern 
(lat.), tr. wegspeien, wieder ausbrechen. itiön, 
f.; Sen: Devomierung. — Devon (engl.): D., 
D.-Shire lschir!, Grasschaft im südwestl. Eng= 
Dertrin 
land; dazu: Untersuchungen in England haben gelehrt 
daß die paläozosschen Schichten in mehrere Untcrabthei- 
lungen gebracht werden müssen, v. denen die unterste 
(Cämbrisches System) Gruppe noch keine Verstein- 
rungen enthält, während die milklere (Silürisches 
System) an ihnen sehr reich ist u. die obere (Devöni- 
sches Spstem) minder reiche, sich bes. durch ihre organt- 
schen Einschlüsse u. die hellere, ost rothbraune Farbe v. den 
meist schwarzbraunen od. schwarzgrauen tieferen Gestcinen 
unterscheidek. Burmeister Gsch. 222, vgl.: D.-, Silur., 
cambrische Bilrung. Bächner Mensch 9 rc., s. Old 
red. — Devor-atiön (lat.), k.; —#n: Devorie- 
rung. -iern, tr.: verschlingen e. — Herörnih#: 
s. Dwornik. — Drt (lat.), a.: ergeben rc. (Teen- 
d. W. 12, 3 2c.); gottergeben, fromm, andächtig rc. 
andächtelnd, frömmelnd (Die D-en; Eine nr 
Sio, f. [8 24, 3, önis]: das Sich-Gott- (od. den 
Göttern) Weihen; Frömmigk., Andacht rc.: 
domestica, Hausandacht, häuslicher *?2. 
Tiôn, f.; S-en: Derotio, z. B. w. 11, 234 te.; 
auch: Ergebenheit 2c.: Der Graf fordert D. Keißner 
Sans. 3, 20 3 2c.; frz. Déx ouement ldewumaͤngl, 
n., —s. — Devler #c. : s. Deut 2c. 
Deẽw (pers.), m. : —# : Dämon: Die Geister 
des Ahriman (s. d.) führen den Namen Ds. Kritgk 1, 
123; Ein D. (Dämon). Ptiermann Or. 1, 100; auch: 
Die Daeva's. Uosenkranz Poes. Gsch. 114; Schuf 
Ahrman die Diwe. Uhland Schr. 1, 197; Div, 
soviel als Fee. k. 12, 528; w. 30, 18 2c., s. 
Divan. — (skr.), m., —#s; —#: Gott (vgl. Deus), 
bes. die 3 Hauptgötter (s. Trimurti). adasi, 
f.; —§#: Die Tempeljungfrauen. Diese goltgeweihlen 
Ds („, Gütterdtenerinn "). DMus. 15, 2, 636 = Ba- 
jarere, s. d., vgl.: Der schönen Bajadere. Die rei- 
zende 10 Pfer w. 9, 164; 307; Dewedaschile)s. 
Globus 9. 78b; Miyer Konv. Ler. 2, 700b 2c. 
-anagäri, n., —6; 0: die Sanskrit-Schrift; s. 
auch Hinrustani. Frschi m., —6; —6: ein Heiliger. 
Sata, m., —; eine Gottheit, guter Geist, 
auch: (Dewoht#. — ODewodschi (türk.), m., —S; 
—6: Kameltreiber. Hammer 10. 344. — Dewi där 
(pers. 2c.), m., —s: —: im pers. Heer — Capi- 
laine d'armes. Ptiermann Or. 2, 165. — Dewirs 
(lith.), m., uv.; uv.: Bis sie ldie Brantl mit dem 
D., dem Bruder or. nächsten Anverwandten ihres Gatten 
tang. Ual3. 21, 233 (vgl. Levir; Djewer). — Dewlet: 
s. Daulet. — Déwr (türk.): Kreissteuer. Hommer 8, 
143; 10, 341 rc. 
Beriograph-Ie (gr.), k.; 
nach rechts hin. eisch, a.: ch rechts bin geschrie- 
ben. — Dérl-er (lat.), a.: D., déxt(e)ra. dext(e)- 
rum, recht (Gastz: link); geschict (Ggit linkisch) 2c. 
erität, f.; -en: Geschicklichkeit, Fertigk. te. 
rale 18 21, 3, n., älis; MzZ.: älia): Armband, 
Manschette c. -rĩn, n., —eys; -e: Stärkegummi: 
D., eine dem Gummi nah veiwandte Substanz, welche 
durch kurze Einwirkung verdunnter Säuren ed. einer 
Malzinsusien auf Slärkemehl entstebt. . Der Name D. 
bezieht sich auf die Eigenschaft dieses Körpers, die Pelari- 
sationsebene der Lichtstrahlen, wenn sie durch seine wäs- 
serige Lösung hindurchgehen, mehr als andre organische 
0: das Schreiben
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        Den 
Substanzen nach der rechten Scite zu drehen. Karmarsch 
1, 532 (vgl. Leiogemme; Diastas); 542 2c.; D.= 
Berettung; -Bildung;- Gummi; -Sirup; 
-Zucker 2c. 
DOen (ar.), m., —s; —8: Titel der frühern 
Herrscher v. Algier ꝛe. (vgl. Dai 3). 
Dhãn-urveèda (skr.), f.; 0: die Wistenschaft 
(s. Vera) v. der Handhabung des Kriegs-Bogens, 
— verallgemeint: Kriegswissenschaft. Weils Kost. 1, 
490. -Us, m., uv.; uv.: Bogen als Angriffs- 
waffe. rbd. — Ohadscha (ind.), f.; —s: ein grober, 
rother Turban. Grube Ch. 2, 106. — Oharma- 
stämbha: s. Stambha. — Dhöbi (ind.), m., —8; 
—6: Mann, der die Reinigung der Wische besorgt. 
Ausld. 38, 101 2a (vgl. bei uns: Wäscherin, Wasch- 
frau). — DOhöle (ind.), m., —s; —: Art wilder 
Hund. perw 305.— Ohöllera, f.; —S: eine Sorte 
Baumwolle: Sehr schöne neue Ds. Uat3. 2 0, 39 8 rc. 
Dĩ (it.), präp.: von 2c. (vgl. de 2), ver- 
schmelzend mit dem Artikel: Degli; dei; del; della; 
dello: delle st. di gli; di i; di il; di la; di le; di lo. 
Dia: 1) (span.), m., —#8; —S: Tag, z. B.: 
Der D. de lös Löcos (Narrentag). Ausld. 39, 59 Aa, 
in Venezuela; Busnos d—s! guten Tag! Gerfläcker 
Pench. 2, 15 2c. — 2) (gr.) Ma D. (beim Zeus!) 
w. 3, 145. — 3) (lat.) f. [8 24, 1): Zu Chren 
der geheimnisvollen Göttin dea (s. d.) D. Weifs Kost. 
1, 1113. — Diabäbul (ind.), m., —s; —: Art 
Akacic: D.-Holz. — Diäb-äs (gr.), m., -es, uv.; 
e: Art Gestein: Ein Gemisch v. Hypersthen u. Labra- 
dor bildet den D. Zurmeister Gsch. 191; Südöstlich des 
großen D.-Zuges. Ualß. 21, 37 2c., auch: Dia- 
bäse, f., s. Aphanit. afis, f. I§ 24, 3, uv.]: 
Durch-, Ubergang. — Diabet (gr.), m., -e); 
e; -es, m. [8 24, 11: Doppelheber; (Arzn.) 
Harnruhr (s. d. Ss.): D-es insipidus, ohne — u.: 
mellitus, mit Zuckergehalt im abgehnden Harn. 
Ticus, m. I§ 24, 2): ein an Diabetes Leidender. 
Sisch, a.: an Diabetes leidend, darauf bezügl. 2c. 
— Diäb-Ie (frz. —äb'l), m., —; —S: Teufel ((. 
Beauté): D.! od. (in absichtl. Verdrehung — wie 
Deirel st. Teufel!): Diantre (s. d.)! in Ausrufen. 
lert, f.; —. —n: Teufelei; Hererei; Teufels- 
streich; Teufelsspiel: D—s waren Moralitäten [s. d. 2) 
u. Farcen, in denen der Teufel u. die komische Personi- 
fikation des Lasters, le Vice, bes. hervorstachen. Wenn 
4 Teufel auftraten, nannte man ein Stück eine grande 
d. Rostnkranz Psch. 50 32c. elle, f. ; -n: Teufelin, 
Teufelsweib. - lolin Cteng), m., -s; —#: Teufelchen; 
Art Chokolatenplätzchen 2c. (s. Diavolino); Sammel- 
kasten in den Indigoterien (prech## s, 20). ole, f.; 
—# # : Beschuldigung, z. B. des Gegners vor Ge- 
richt 2c.; falsche Beschuldigung, Verleumdung. 
olétto (it.), m., —#;#ti: Teufelchen: Diabolktti 
u. Briganten lim Karnevall. Na#3. 20, 129. ölisch 
(gr.-lat.), a.: teuflisch: Ein nicht un-d-es Lächeln. 
Gutzkow 3. 4, 67. Jolisièkren, intr. (haben): teu- 
feln, toben. olismus, m., uv.; ismen: Teufels- 
Werk; -Herrschaft:ie. -olist, m., —en, —;-en: ein 
dem Diabolismus Huldigender, Anhängender: 
Eines solchen Ketzers, Atheisten u. D—en. Lindner Schop. 
Diaglept 261 
106 . olokratik, f.; —(e)n: Teufelsherrschaft 
2c. : D. statt der Therkratie (s. d.). 9p. Wahrh. 1, 333. 
ololög, m., -en, —8; —en: Einer, der der Lehre 
vom Teufel (D-#é, f.) anbängt. Uat 3. 18, 121 rc.; 
Diisch, a. (-olos), Jolus, m., uv.; zoli (§ 24, 
2): Teufel (eig. „der Widersacher“, vgl. Satan): 
Dem D. Prise über sich geben. Gödeke Gr. 1, 738 rc. 
— Oiabolan- um (gr.), n., —; -a [824, 2, n. J: 
Kräuterpflasier, vgl. Botanik 2c. u. im Folgenden 
Zsstzg wie Dia-chlon; eydonium; zkodion; -morum; 
enucum. — Oiabro-fis (gr.), k. (I 24, 3, uv. :: 
ätzendes Durchfressen. -tisch, a.: ätzend, durch- 
fressend. — Oiachäl-afis (gr.), f. (§24, 3, uv.]; 
deoma (§8 24, 3, n., tis): das Aufklaffen, nam. 
der Schädelnähte. — Oiachor-elis (gr.), f. [824, 
3, uv.]: Stuhlgang. ekisch, a.: den Stuhlgang 
fördernd, darauf bezügl. 2c. — DiachHlon, n., 
—s; —#: D., D.--Pflaster, erweichendes (vgl. Dia- 
botanum). — Diacin 2c.: s. Diakin 2c. — Diach- 
dönium (gr.-lat.), n., —s; —s, ken: D., Diaky- 
ronion, aus Quittensaft bereitete Magenstärkung 2c. 
(vgl. Diabotanum). — Oladelph-ia (gr.), pl. 
[8 24, 2, n.): die Klasse der „Zweibrüdrigen“ 
Pflanzen: Zenachdem die Staubfäden in 1, 2 od. mehr 
Bündel verwachsen sind, heißen die Pflanzen Monadel- 
phia, D., Polyadelphia. isch, us, a.: „zwei- 
brüdrig“, mit Staubfiden in 2 Bündeln. — 
Diadem (gr.), n., —e)s; —e: Kopf-, Stirnbinde 
(s. Böniger Sab. 113 ff.), nam. auch als Zeichen 
königlicher Würde — Krone 2c.; auch Art Meer- 
eichel (Balanuz diadsma) 2c.: Schmücken dir wieder, 
o Mai, Laub-Dee die Stirn? platen 1, 269; Per- 
len-D. Gerstächer Pench. 2, 72 2c.; UAlexander,] dessen 
tolle D-—en--Wuth gegen Mond u. Sirius triumxhte. 
Sch. Gõd. 1, 181 2c.; D.-Kranich, Kronenreiher 
(Ardea pavonina):; D.= (od. Kreuz-) Spinne; D.= 
Thierchen, Art Infusorien, Stéphanops 2c. Zen, 
tr.: mit einem Diadem umwinden. Bönger Byr. 1, 
16 rr.; Das Haupt . . mit mancher Krone war's be- 
rindemt. platen 1, 202 (vgl. Gihr Uhl. 239); Aus 
seiner Hand will ich das Zepter nehmen) u. seine Stirn 
will ich ent-d.; [So] um diademet ihn mit Perlen- 
tropfen Schweiß. Nücken Weish. 1, 213 2c. — Oiäd- 
Cris (gr.), k. I§ 24, 3, uv.); -öche, f.; -n: 
Nachfolge; auch (Arzn.): Ubergang einer Krank- 
heit in eine andre. -ochĩt, m., —(e)s; Se: ein 
dem Eisensinter (arseniksaurem Eisenoryd) isomor- 
phes Fossil, das darurch entstanden, daß an die 
Stelle der Arseniksäure Phosphorsäure getreten. 
Sochos, -ochus, m., uv.; öchen [§ 24, 27: Nach- 
folger, nam. die Alerander des Großen. Stahr 
Kleop. 2 2c. — Diädofis (gr.), f. [8 24, 3, uv. J: 
Vertheilung, nam. der Nahrungsstoffe durch den 
Körper; das Nachlassen einer Krankheit. — 
Diadumen-os (gr.), us, m., uv.; soi, -i19 24, 
2): der mit einem Diadem Gekränzte od. sich Krän- 
zende, — nam.: eine berühmte Statue des Poly- 
klet, s. wincelmann Gsch. d. Kunst 2, 335. — 
Diagl-Sphe (gr.), f.; —n: vertiest eingeschnittne, 
gravierte Figur (s. Gastz Anaglphe 2c.). -Sphik, 
f.; O0. -phisch, a. -5pt: 1) m., —-en; —en. —
        <pb n="278" />
        262 Diagipplik 
2) n., -en; -en. pplih, f.; O: s. Anagly 2c. — 
Diagn-öse (gr.), kt.; —n: Erkennung nach den 
Merkmalen, nam. bel Arzten von vorliegenden 
Krankheiten. -os iren, tr.: die Merkmale zur 
Erkennung angeben; Etwas nach den Merkmalen 
erkennen; die Diagnose stellen. -ösis, k. [8 24, 
3. uv.]: Diagnose. -ostitiẽren, tr.: diagnosieren: 
Welche Entartung häufig auch v. Arzten übersehen und 
nicht dlagnosticiert wird. Gartenl. 1 5, 53 7a; Die Arzte 
hatten elne Herzenskrankheit diagnosticiert. Meißner Sanf. 
2, 93; Spielhogen Pr. 5, 155; 2092c.; auch: Auf elne 
Krankheit d. -ölik, f.; —en: die Kunst, die Lehre u. 
Lehrbuch —v. der Diagnose Jatrognömik; Patbogno-= 
mit). -öfliker, m., -s; uv.: Kenner der Diagnostik; 
Einer, der das Diagnosticieren versteht. Housbl. (67) 
2, 103. Ösflisch, a.: zur Diagnostik gehörig, dar- 
auf bezügl., die Unterscheidung u. Erkennung be- 
gründend 2c., — nam. ärztlich, aber auch z. B.: 
Welche [Pflanze] jeroch nicht in solchem Zustande ange- 
troffen wurde, daß die Aufstellung einer d-en Phrase 
möglich gewesen wäre. pöppig Ch. 1, 81 rc. (vgl. 
viakritisch). — Diag-ögion (gr.), n., —; soglen 
[8 24, 2, n.]): Durchgangszoll. ométer, m., n., 
—6; uv.: ein Werkzeng zum Messen der elektrischen 
Leitungsfähigk. v. Körpern. — Diagonäl (gr.), 
a.: in der Richtung einer Diagonale (s. d.), quer. 
G. 31, 171 ½.; D.-Bewegung, in der De. 
Schopenhauer Welt 94 (s. Krast); D.-Dreieck, das 
durch eine D.-Linie v. einem Vieleck abgeschnitten 
wird; D.-Ebne eines Prisma's, eine durch 2 nicht 
benachbarte Seitenkanten gelegte; D.-Kraft, als 
die Resultierende (s. d.) zweier Kräfte: D.-Linie, 
Diagonale; D.-Marsch, in d-er Richtung; D.= 
Maschine, z. B. zur Veranschaulichung des 
Satzes v. der D.-Kraft; aber auch: eine Tuchscher- 
maschine, welche die Vorzüge der Transversal= u. 
Longitudinalmaschinen möglichst vereinigt, best.: 
D.-Cylindermaschine (Kaemarsch M. 2, 728) c. -e, 
f.; —n: eine 2 Ecken eines Vielecks verbindende 
Grade, die keine Vielecksseite ist. — Oiagr-ämm 
(gr.), n., —e)s; -e: eine mit Linien 2c. gemachte 
Zeichnung, Riß, Figur 2c. zur Veranschaulichung 
2c.: Das D. der Triangulation um Jerusalem. Ausld. 
38, 815b 2c., auch: Daß man vortreffl. kamit schoß, 
indem man auf 1000 VBYarrs Dee erhielt, welche 
kaum denen nachstanden, die man aus den besten beutigen 
Kleingewehren erzlelte. 39, 2 3a sin der durch die tref- 
fenden Kugeln in der Zielschcibe gebildeten Figur] 
2c.; ferner — Pentagramm (s. d.) u. (Mus.): die 
für die Notenschrift als Grundlage dienenden 
Linien; seltner — Partitur (s. d.). amma I§21, 
3, n., -tis]: Diagramm. -ammismos, m., uv.; 
0: Art altgriech. Brettspiel. weits Kost. 1, 897. 
äph, m., -en, —##; —en: ein Werkzeug zum Zweck 
perspektivischer Aufnahmen. Jäphik, f.; Sen: 
Kunst, Lehre, Lehrbuch des Zeichnens v. Dia- 
grammen ie. — Diakh (ugr., slaw.), m., —; —6: 
Diakon (s. d.): Ein treuer Diener u. D. Sch. 670b; 
66 3a; Salon 3, 107 ꝛc., auch: Als Djak (der Thee- 
logle Beflißner) im Kloster .. geblldet. CBober##2, 3 4 r. 
— Oiakäu-sis (gr.), k. 1/&amp; 24, 3, uv.I: durch- 
Diakrikicus 
dringende Hitze, das Durchbrennen 2c. ike, 
f.; —n: kaustische (s. d. 2) od. Brenn-Linie in 
Bezug auf Brenngläser, wie Katakäustike in Be- 
zug auf Brennspiegel (ogl. Di-= u. Kat.örtrik), 
entsprechend auch dia= (u. kata-) käustische 
Linie 2c., vgl. 3 Mäller Ph. 1, 585. — Diaki- 
nema lgr., # 24, 3, n., tis!: das Auseinander= 
weichen der Knochen. — Dläkl-äs (gr.), m., 
—es; —e: Diallag. alis z2c.: bei Heyse st. Anaklasis 
(. d.) r. — Diakler öse (gr.), f.; —n; -i2, f. 
6 21, 3, uv.]): Verlosung; Wahl durchs Los. — 
jähl-pfis (gr.), f. [8 24, 3, uv.): das Aus- 
spülen des Mundes 2c. -hsma sg 24, 3, 4isl: 
Mundspül-, Gurgelwasser, nam. als Arznei. — 
Diahödi-on (gr.), um, n., —s; zen [8 24, 2, 
n.]: Art Arzuei aus Mohn (ogl. Diabotanum; 
Opium), bes. als Brustsaft. D.= Sirup. — Diah-ön 
(gr.), m., —(eys, —en; —en: „Diener“, — nam. 
Kirchendiener, Helfer (s. Ap. 6), — ein geweihter, 
ordinierter Geistlicher, dessen Stellung u. Beruf 
in den versch. Kirchen versch. ist (s. Diak, enns): 
Den (od. Diakonats-) . Weihe. Jonät, n., 
—(e)s; —e: Amt, Würde, Amtswohnung des Dia- 
konen. Gutzkow Z. 3, 207; Das Kardinal-D. 
Na##3 20, 257 k., auch: Am Tiberflusse binab bis zu 
der Diakonse von S. Nikola in Carcere. tod. 
onkkren, intr. (haben): als Diaken fungieren, 
nam. das Amt am Altar verrichten. -önikon, 
önicum, n., —; ka I§ 24, 2, n.): kurzes Gebet, 
das der Diakon der gr. Kirche absingt. (-onissa, 
f. [8 24, 11); Spnisse, k.; —n: dienende Schwe- 
ster 2c.: Ihr Anzug war die gewöhnl. Kleidung der 
D-a, d. i. der ältlichen Wittwen, die sich dem Dienst der 
Brüdergemeinden lbei den ersten Christen) wirmeren. 
W. 17, 33 r2c., neuerdings auch in der evangelischen 
Kirche: eine Art barmherziger Schwestern, als 
Armen-, Kranken-, Kinderpflegerinnen: D-u od. 
Diakonissinnen vorgebildet. Gutzkow Diak. 48 re.; 
D-n-Anstalt; Haus ie. nus, m., uv.: 
önen [8 24, 2): Diakon: Ein Priester im Ornat) 
mit 2 Diäkonen zur Seiten. W. 1 1, 249 2c. — Diä- 
kope (gr.), k.; —n: Hiebwunde, nam. im Schä- 
del; Längsbruch eines Knochens 2c. — Oläkrier 
(gr.), m., —s; uv.: im alten Attika zu Solon's 
Zeit als Bez. einer pelit. Partei (urspr. nach 
geograph. Vhen benannt): Die Perider ed. die 
Bewohner des flachen Landes .. suchten die aristekra- 
tische Verfassung aufrecht zu erhalten; die D. oder 
Hyperäkrker, d. i. die Oberländer, umfaßten als 
Partei die große Masse der Armen. welche die Her- 
stellung elner Demolratie wünschten; die Parälker 
endlich, .. die Küstenkewobner, begebrten die Ein- 
führung einer gemischten Verfassung. Krieg 1, 30 1. 
— Diäãbkr-ĩse (gr.), f.; —: Sonderung, Schei- 
dung, Unterscheidung zc. (s. Diarnöse). isis, k. 
I§ 21, 3, uv.]): Diakrise: Aus der Softele u. Dia- 
stele (s. d.), zu der die Retina gebildet ist. aus rieser 
Srnkrisis (s. d.) u. D. G. 3, 263. Jitieus, a.: 
diakritisch, z. B.: Hinter den Namen einer Start 
setzten sie einen Stadtrlan, binter den Namen eines 
Sternes das Bild eines Sternes. Solche Hieroglephen
        <pb n="279" />
        Diakritisch 
nannte man die Determinativa od. Diacritica. Globus 
6, 109a; Die meisten Inschriften der Namenschilder 
haben am Ende die Diakritika Ldiakritische Hlero- 
glyphe] Land. 112b. -itisch, a.: zur Unterschei- 
dung u. Sonderung dienend, sie begründend (vgl. 
diagnostisch), nam.: Dee (Schrift.) Zeichen; Die d—en 
Junkte. IP. Wahrh. 1, 122; Ausld. 38, 753a, vgl.;: 
Die Pehlwischrift ist mit kritischen Punkten versehen. 
ebd. — Diaküstik (gr.), f.; —en: D., Diarhönik, 
Lehre u. Lehrbuch v. der Fortoflanzung — wie 
Katakustik, Kataphonik, v. der Rückwerfung — des 
Schalls (vgl. Dioptrik). Gehler 3, 815. — Diakp- 
donion, n.: s. Diachrenium. — Dialespsis (gr.), 
f. [8 24, 3, uv.): Unterbrechung, Zwischenraum, 
Intermission. — Dialékt (gr.), m., —e)s; -e: 
Mundart: Der attische D.; Im venetianischen De. 
G. 23, 82 le.; Daß der Schaufpieler sich v. allen Feh- 
lern des Ds befreie 2c. 35, 435 c.; seltner: Der 
D. der Musen (die Dichtersprachel, w. 12, 325 ꝛe. 
Sih, f.; —en: Disputierkunst: Mit der s. g. Wissen- 
schaft der D. od. mit Dei, was man heut zu Tage viel- 
leicht angewandte Logik nennen würde. Die D. gab 
nämlich die Mittel an die Hand, mit Hilfe der erkannten 
Gesetze des Denkens den Schein v. der Wahrhbeit unter- 
scheiden zu können; sie enthielt die Anweisung, wie man 
eine jede Sache nach ihrem Begriffe, ibren Gründen u. 
Vhen rhilosophisch auffassen, das Für u. Wider bei der- 
selben ermitteln u. sie v. ihren versch. Seiten her versch. 
darstellen u. behandeln könne. Kriegk 1, 2 32 tc. (vgl. 
Sorhistik); ugw. für Philosephie. w. 24, 168, vgl. 
359. Tiker, m., —6; uv.: Kenner der Dialektik. 
168 2c., auch: Dialéctieus, m. [824, 2J. Sisch, 
a.: 1) auf Dialektik bezügl., begründet 2c.: D-e 
Mäander. 3, 27. — 2) mundartlich: Daß die 
Sprache Hans Sachsens d. ist. Herrig 40, 250 2c. 
Sograph, -olög, m., —en, (—6); —en: Kenner rc. 
der Dialekte, vgl. Iriomategraph r. Dazu: Dis, 
f.: Kenntnis, Kunde derselben; D-isch, a.: 
darauf bezügl. — Oial(-émma), -imma, n., S# 
—8 s8 24, 3, n., -tis]: Dialeipsis (s. d., wofür 
auch Dialiysis gilt); bes.: bei Wechselfiebern: 
die fieberfreie Zwischenzeit. — DOiälis (lat.), a.: 
s. Flamen. — Oiäll-äg (gr.), m., —eys; -e: D. 
od. Hypersthen, 2 durch den fast völligen Mangel der 
Kalkerde vom Augit abweichende Talksilikate, v. denen 
das erstere Wasser in seine Mischung aufgenommen bat, 
das andre etwas Thonerde. Burmeister Gsch. 190; Oken 
1, 260 dc. (s. D-on; Euxhotid). Jage, f.; -n: 
Verändrung, Wechsel 2c. -agon, m., —; —6: 
Bronzit. — Oialll-e (gr.), f.; —n; os, m., 
uv. ; uv., (zoi): Beweis, wobei man sich im Kreise 
dreht, Cirkel= od. Kreis-Schluß. — Oialög (gr.), 
m., (e)s, (-en); Fe, (-en): (Zwie-) Gespräch, 
„Gespräch in geschloßner Gesellschaft“" (G. 35, 
378); Gesprächsform (vgl. Monolog): Der rasch 
schlagende D. Banzel 144; Die Dee, in welchen Plato 
seine Lehren vortrug. Kriregs 2, 255; Tieffinnige D-en. 
Tieck Aec. 1, 258 2e. - ICeren, tr. (auch o. Obj.): 
in Dialog= od. Gesprächsform darstellen; ein Ge- 
spräch führen 2c.: Die Tragäödie ist keine dialogierte 
Geschichte. K. 7, 107; Nun fängt der Dichter zu d. an, 
Diamant 
263 
denn .. Monelegen schläfern ein. w. 3, 250; 113. 
Sisch, a.: in Gesprächsform: In der d-en od. kate- 
chetischen Form. Kriegk 2, 210; 253 2e. isEren, 
tr. 1c.; dialogieren: Die bekannte Manier im D., 
welche dem echten Sokrates eigen ist. w. 24, 35. 
ismus, m., uv.; -iömen: Schriftwerk in dia- 
logischer Form. -ist, m., -en. —#s: -en: Verfasser v. 
Dialogen. f. 10, 115. — Dialür: s. Alloxran. — 
Dial-pfälor (ulat.), m.p, -s; ören: eine Vorrich- 
tung zur Dialyse, d. h. zur Scheidung mittels 
Diffusion (s. d.) durch eine Scheirewand v. gallert- 
artiger Substanz. IMmüler Ph. 1, 153 2c. Töle 
(gr.), f.; —; „psis, f. [8 24, 3, uv.): Auf- 
lösung, z. B.: 1) s. Dialysator u. kolloiral. — 
2) (Arzn.) die in den Ted endende Auflösung, das 
Schwinden der Kräfte 2e. — 3) (Sprachl.): a) 
FAspndeton. — b) — Diäresis. — e, tr.: 
auflösen, durch Dialyse trennen: Die solchergestalt 
dialysierte Luft. Ausld. 39, 1002b. Stisch, a.: 
auflösend, eine Dialyse bewirkend 2c., z. B. (s. Dia- 
lüsator): Das zweckmäßigste Material für Herstellung 
einer d-en Scheidewand ist das vegetabilische Pergament. 
IMũler Pb. 1, 153 1c.; ferner: De Fernröhre, bei 
denen die beiden die Achromasie bewirkenden Ob- 
jektivlinsen durch einen größern Zwischenraum ge- 
treunt sind. siurow 682. — Oiamagnét-icum 
(gr.), n.t, —; zika [8 24, 2, n.]: Ein D. oder 
diamagnétischer Körrer wird nach Faraday jeder 
genannt, auf welchen ein Magnet in andrer Weise wirkt 
als auf Eisen. IMũler Phyf. 2, 499. ismus, m., 
uv.; 0: das Verbalten diamagnetischer Körper 
gegen Magnetpole. ebd.; 515. — Oiamant (gr., 
s. Adamant, Demant), m., —(e)s, —en; —e, —en 
(s. Ss.): 1) D., Demant: der kostbarste Edelstein 
(obgleich ihn als verdichteten krystallisierten Kohlen= 
stoff die Wissenschaft nicht mehr eig. zu den Steinen 
zählen kann) meist farblos u. wasserklar, doch zuw. 
auch v. blasser Färbung, v. eigth. Glanz, der 
härteste aller bekannten Körper: a) eig. (vgl. Bril- 
lant 2c.), auch z. B.: Die Kron-Den 2c.; Das 
Mittel zum Schneiden des Glases ist der D., Schneidlel= 
D. Karmarsch M. 2, 905; Das Schreiben ed. Zeichnen 
auf Glas mittels des Schreib-Ds (eines in einen 
Griff gefaßten D.-Srlitters). 906 2c. — b) (s. a) 
Unechte, falsche D-en, Nachahmungen aus Glas od. 
wasserheller Qnarz, Kiesel; Marmaroscher De##.v# 
Rhein-Dee, kleine, klare Bergkrystalle. Karmarsch 
3, 414 ꝛe.; Karrarische [s. d.] D-en. 2, 622 2e.; 
Aus einer Zusammensetzung v. 19 Th. Blei u. 29 Th. 
Zinn werden die s. g. Fahluner Dlen angefertigt. 3, 
684 r. — c) (Drahtzieh.) D. od. Brillant (s. d.). 
— 4) etwas wie D. Glänzendes, Funkelndes: Das 
Müblrad stäubt D-en. Htine Reis. 1, 8 ꝛe., vgl.: 
Zebra-D., ein Vogel, Bänderschwanzsink. Garient. 
16, 392b. — e) etwas bes. Werthvolles, Glän- 
zendes, Reines c. Sch. 263a; 514b 2e. — 2) 
(s. 1e) eine durch große Trauben u. runde, süße 
Beeren glänzende Rebensorte. Nalur 6, 90a. — 
3) (Buchdr.) eine Schriftgattung, kleiner als Verl, 
v. 4 Punkten. — 4) (Festgsb.) ein etwa 12 brei- 
ter Graben, dessen Böschungen unten zusammen-
        <pb n="280" />
        264 Diamanten 
laufen. pierer. — 5) Als Bstw. nam. zu ta, z. B.: 
D.= (od. Den, Demant-) Band (z. B.: Arm-, 
Halsband rc.); = Bord, n., Unreiner, gepulverter 
zum Schleifen v. Edelsteinen benutzter D. Karmarsch 
1, 542, auch: D.-Brot; Demantdichter u. de- 
mantheller Sinn. IP. 54, 89; D.-Distrikte, in 
denen man Deen findet. Karmarsch 1, 536; D.= 
Druse 'tbl, Art Quarzdruse; D.-Fessel, un- 
zerbrechliche; Demant-Flimmer. 
Demanten -flimmern d. Grün Gd. 272; D.-Folie; 
D.-Geflimmer; -Gefunkel. Mählbach Zögl. d. 
Gesellsch. 2, 2656; = Geschmeide. B. 126b; = Ge- 
wicht, zum Wiegen der D-en; D.-Glanz; Den 
d. glänzenden Orden. Konalbl. 1, 39a; Demant- 
gruben. G. 4, 307; Demantharte Stärke eines 
Charakters. 3p. 42, 112; D.-Härte; -hell, s. o.: 
-dicht; Kästchen. G. 29, 73; -KKette, d-en- 
besetzte Schmuckkette, aber auch (s. o. -Fessel): 
Fest wie Demantketten. WHumboldt 3, 413; Demant- 
knopf. w. 20, 116; D.-Kollier (s. d.) od. -Hals- 
band, „Rividre 2c.;-Kreuz;-Krystall;-Mörser, 
D.-Bord zu pulvern; = Mutter, Steinart, die 
Deen enthält;-Nadel, d-en-besetzte;-Polierer 
(DPvierlelj. 40, 204),- Schleifer,-Pulver, (. o.: 
Bord; = Ring, auch z. B.: Mit der Beleuchtung der 
Saturns-Einwohner aus ihrem Demant-Ringe. H. Gott. 
122; Einfach gefaßte D.-Rividren. D.-Schnur.. 
Diesen einfachen D-en-Schmuck. Salon 1, 377 (s. o.: 
Kollier); Der Wahrheit Demantschild. Goller 1, 
373; Geibel 279; D.-Schleifer, s. o.: -Polierer; 
"Schleiferei (k#armarsch 1,541); -Schneiderl(ei); 
Schnitt;-Schmuck, = Schnur, s. v.: Rividre; 
Demant-Seifen, Seifenwerk im d.-führenden 
Schuttland, wo man die D-en durch Auswaschen 
gewinnt. Oken 1, 636; Demantspath (s. Korund). 
153; D.-Splitter. müscherlich 2, 2, 231; D.= 
Staub, Pulver, aber auch sicm: Von Demanten- 
staub umflogen).. des Gartens Springequell. Grün 
Gd. 174;z Demant-Stein. Uhland 277;= Strauß. 
J. 126b; D.-Tinktur,-Tinte, zum Färben der 
D.-Folie; D-en-Wage. 7pF. 11; D.-Wäsche 
(s. v.: -Selse). Karmarsch 1, 536 ff.; Demant- 
Zepter, d-en-geschmücktes. Namler F. 1, 103 21c. 
Sen, a.: aus Diamanten bestehnd od. in Eigen- 
schaften ihnen ähnl., nam. so glänzend, strahlend, 
rein, hart, unerschütterlich 2c. (vgl. vralt.: Dla- 
mantisch u. unüberwindlich. MHammer RH. 260); 
auch: Die d-e lvgl. silberne, goldne] Hochzeit wird 
nach Verlauf einer 60 jährigen Ehe gefeiert. Volksz. 
13, 207; Sein d-es Dienstjublläum. 15, 1 2c. -inc, 
f.; —§: Art geföpertes Wollenzeug mit Figuren. 
— Oiamastigosis (gr.), f. [824, 3): Geißelung. 
— Diam-ceter (gr.), m., —#; uv.: Durchmesser. 
Selräl, a.: auf den Diameter bezugl., dazu ge- 
hörig: D. entgegengesetzt, um den Diameter v. ein- 
ander entfernt, also möglichst weit, schnurstracks. 
Selräle, f.; —m: Durchschnittslinie, Durchmesser. 
elrälisch, lrisch, a.: diametral; auch adv.: 
Dlameträliter dem Gesetz entgegen. Kank 5, 155. 
Sctrus, m. I§S 24, 2): Dlameter: E diãmetro 
lum den Diameter, diametral] verschieden 2c. — 
Malihisson 96; 
DiaphantMcität 
Diamorphôsec (gr.), f.; —; eis, f. [8 24, 31: 
Durchbildung zu einer best. Form, vgl. Metamor= 
pbose. — Diämor-um, n., — ; -a [§ 24, 2, n. J: 
Maulbeerdicksaft, vgl. Diabotanum. — Diän-a: 
1) (lat.), f.; —§s, -ens; —§, -en: die Göttin der 
Jagd, des Monds, der Keuschheit z2c. (ogl. Artemis, 
Cynthia, Delia, Lucing, Lung 2c.): Ap. 19, 24 ff.; 
G. 2, 186; 13, 5; Der strengen D., der Freundin der 
Jagden. Sch. 197a; Dianens Nymphen. w. 3, 154; 
Eine Dian' à la Grecque, mit bloßen Armen u. Beinen. 
15, 222 tc., vgl. scherzh. Fortbild.: Was man Ma- 
jestät,) Dianenschaft, Junonität] benamset. 10, 
214 2c.; Dianen -Dienst;-Priesterin;-Tem- 
pel 2c. Auch: a) s. Asterold. — b) Name von 
(JSagd-) Hunden 2c. — c) Art Affe in Guinea 
(Simia Diäna). Ohen 7, 1810. — d) die Eichbaum- 
motte, m. grünen Flügeln, daher auch Seladon 
(Noctua Orion). 5, 1308. — e) Als Bstw. in na- 
turgeschichtl. Namen, z. B.: Dianen-Amsel, 
Türdus torquätus; Flügel, -Ohr, Art Flügel- 
schnecke (Strömbus äüris Diãnæ) 2c. — f) IZn der 
ältern Chemie: D. od. Luna (mit dem Zeichen C) 
als Bez. für Silber, daher: Ein krystallinisches 
Silberamalgam ist der s. 9., Dianenbaum. Prechtl 
1, 216, auch: Silberbaum, Arbor (s. d.) Diãnæ #2c. 
— 2) (span., vgl. Dia 1), 1.; —#: Tagwache, 
Wecktrommel, Rereille 2c.: Die D. schlagen. Dobrik 
23 7a 2c. — Dianassolög (gr.), m., -en, —; -en: 
Einer, der Thiere auszustopfen versteht (s. Taxiderm). 
Dazu: Die, f.; D-isch, a. — Diandr-ia 
(gr.), pl.; -isch, a.: s. Monandria rc. — Diaäne 2., 
f.; —n: s. Diana 1; 2. — Dianö-a (gr.), k.; 0: 
Deukkraft, Verstandeserkenntnis, — auch in ganz 
gr. Form Dianoia. w. 24, 156 (Ggstz Neresis, 
Vernunfterfenntnis). ogonik, f.; 0: Lehre vom 
Ursprung der Verstandeserkenntnisse. -ologĩẽ, k.; 
—(eyn: Denflehre. — Diänthe-e (gr.), f.; —n; 
-us, m. s8 24, 2): Pflanzenname, Nelke. C. 6, 
10. — Diantre! (frz. djängt'r), interj.: Teufel! 
(s. Diable). — Oia-nucum sgr.-lat., §24, 2, u. 1: 
Nuß-Dicksaft. -pälma (gr.), n., —#; -ta (§ 24, 
3, n., atis!): Art Pflaster (eig. v. Palmensaft be- 
reitet).. — Diapásmea (gr.), u., —#; zen [8 24, 
3, n., tis!): Mit wohlriechenden Pulvern (d-ta)bestreute 
man den Körper. Guhl?2, 26 2c., s. Pasma.— Diapason 
(gr.), u., —#; -s: (Mus.) „alle Töne umfassend“: 
1) Oktave, vgl.: Diarente, Qninte; Diatessaren, 
Quarte. — 2) der Umfang eines Tonwerkzengs, 
einer Singstimme. — 3) Stimmgabel; auch (nach 
Frz.) m.: In Anbetracht des tiefern D—s, den rie 
königl. Kapelle aceeptiert. Derl. Montagsz. 7, 417. — 
Diapedesis (gr.), f. [8 21, 3, uv. ): (Arzn.) 
Blutschweiß. — Diapente (gr.), f.; —#s: s. Dia- 
pason 1. — Diäper, f.; S#;(vgl. Zaspis, jaspiert 2c.): 
1) (sran.) Art Pflaume. — 2) (engl. delärer): 
feiner Tischdrell. — Diaphän (gr.), a.: durch- 
scheinend, durchsichtig: D.-Bilrd, traniparentes 
auf Glas 2c.; „Geschirr, mit Figuren unter 
Glasur; --Lack, zu D.-Bildern; = Papier, zu 
D..Nadicrungen, Art photographischer Nachbildung 
v. Kupferstichen 2c. —(ilät, f.; 0: Durchsichtigk.
        <pb n="281" />
        Diaphanomeler 
Somter, m., n., 8; uv.: Vorrichkung, den Grad 
der Durchsichtigk. zu messen, nam. für die Luft. 
-orama, n., —6; men § 24, 3, n., tis): Art 
Diorama (s. d.). — Diaphönienm (gr.), n., —; 
ca I§ 24, 2, n.): Dattel-Dickmus (s. Diabotanum). 
— Diaphön-elis (gr.), f. [8 24, 3, uv.); -c, 
f.; -(e)n: Dissonanz; Mißhelligk.; (fälschl. st. 
Divhonle). -ih, f.; -#en: Diakustik. Lisch, a.: 
dissonierend. — Diäphor-a (gr.), f. [8 21, 11: 
Unterschied, Differenz, Uneinigk. 2c.; eine redne- 
rische Figur durch Wiederholung eines Worts in 
versch. Bedeutung. esis, f. 1824, 3, uv. ): Haut- 
ausdünstung, Schweiß. -elienm (§S 21, 2, n.]: 
diaphoretisches Mittel. -elisch, a.: schweißtreibend. 
— DOiaphrägmea (gr.), n., —#; zen (§ 24, 3, 
n., is): Zwischen-, Scheidewand (nterseptum). 
z. B. in Samenlapseln; Blendung in Fernröhren. 
Ciurow 716; Im D. (der Erdscheidungslinie) des Di- 
käarchus. Humboldt K. 2, 423; 208; [Wol durch Ein- 
dringen der schädl. Luft durch ein D. eine Quecksilber- 
säule steigt. Uat3. 20, 269 r2e.; bes. aber: Zwerch- 
fell. algfé f.; —eyn: Zwerchfellschmerz. — (at)stis, 
f. [824, 3, uv.): Zwerchfellentzündung. -atorkle, 
f.; —m:: Zwerchfellbruch. — Oiaphthor-a (gr.), 
f. [8 24, 1): Verderbnis, Fäulnis, Absterben. 
Sosköpium, n., —; ken [8 24, 2, n.]: Vorrich- 
tung zur Untersuchung der Luftverderbnis. — 
DOiaph-na (r.), f. /§ 24, 11; -sis (§ 24, 3, 
uv. ;-ma § 24, 3, u., -tis]: Zwischen-Wuchs, 
Liegendes 2c., z. B.: Knoten (Internodium) in 
Halmen; Zwischenlage in Erdschichten; Mittel- 
stück längrer Knochen 2c. — Oiapistus (gr.), m. 
(n.) s8 24, 2): im 12. Jahrh. in Süditalien 2c., 
Art Seidenstoff: Das glühenrroth schillernde Dia- 
rhodon, das durch seinen grünen Ton milde wirkende D. 
Weiss Kost. 2, 225. — Diapl-afis (gr.), f. [8 23, 
3, uv.]: Einrenkung. -#sma, n., —; men!J§ 24, 
3, n., -tis]: Breiumschlag; Bähung des Körpers. 
— Diapn-oer (gr.), f.; —m: Hautaustünstung, 
leichte Transpiration. Sicum (§ 24, 2, u.]: 
Diapnoe bewirkendes Mittel. — Diaporkfis (gr.), 
f. ([§ 24, 3, uv.]: Verlegenheit, Unentschlossen- 
heit, Zweifel, nam. als rednerische Figur (z. B.: 
Wo soll ich Worte finden? 2c.). — Diapsalma lar., 
8 24, 3, n., -tis]: Zwischengesang, womit der 
Chor in der Liturgie in den Gesang des Geistlichen 
einfällt, s. Hyporsalma. — Diaptöfe (gr.), f.; —n: 
Irrthum 2c.; (Heilk.) Zwischenfall. — Qiapp-m 
(gr.), n., +Xe)s; —; -ema, n., —8; —#a# S 24, 
3, n., -is) -esis, f. [8 24, 3, uv. ): Eiterung, 
Geschwür, bes. in den Lungen. -étisch, a.: eiter- 
fördernd. — Diarch rc. (gr.): s. Biarch. — 
Diär-se (gr.), f.; —; Fesis, f. [8 24, 3, uv., 
auch nach gr. Weise eos!: Trennung, Auseinander- 
reißung, z. B. (Arzu.) Zerreißung von Blut- 
gefäßen 2c.; bes.: (Sprachl.): die Trennung zweier 
sonst einen Diphthong od. Digraph bildenden Buch- 
staben. Dazu: Püncta diærẽseos, die die D. be- 
zeichnenden Punkte (vgl. Trema); auch (Metr.): 
Der Choriamb der Mitte hat der Regel nach eine Diä- 
rese od., wie der Vf. spricht, eine Incision od. eine Cä- 
Diafslole 265 
sur (s. d.). Herig 28, 301. — Diärhodon (gr.), 
n., -6; 0 S 24, 2, n. : s. Diapistus. — Diari-a 
(lat.), f. [8 24, 11: tägliches (od. Quotidian-) 
Fieber. um, n., —s: -en [824, 2, n.]: Kladde ½. 
(s. Arrersaria). — Oürrhod -on (gr.), u., —S; 
-a [8 21, 2, u.): Rosen-Küchlein, -Pulver r:e. 
(vgl. Diabotanon). — Diarrh-öc (gr.). f. [824, 
11: (Arzu.) Durchlauf, Durchfall (vgl. Katharine 2): 
D. dy’senterica, ruhrartige 2c. —e, f. ; —n: Diarr- 
höa: Symptome einer biliösen D. Upilav. 36, 1 37 2c.; 
übrtr.: Volksredewuth od. Mund-D. Schert Gr. 2, 
104 — Lego-D. — Diarkhr-ose (gr.), f.; -n; 
-õsis, f. [8 24, 3, uv. ]: freies Gelenk, das Be- 
wegung nach den versch. Nichtungen hin gestattet, 
u.: die Art dieser Gelenkverbindung (Abartikulatien). 
olisch, a.: eine Diarlhrose bildend. — Diasch- 
is, -isis (gr.), f. [#24, 3, uv.], -ioma, n., ; 
men [8 24, 3, n., is): Spaltung, Trennung, 
s. auch Komma 4. — Diasenna, n., —s; —#: Ab- 
führmittel v. Sennesblättern (s. d., vgl. Diabota- 
non). — Oiashe##-se (gr.), f.z —n: bei einem 
zur Veröffentlichung best. Schriftwerk, die Redak- 
tion, die feststellende Anordnung der Fassung und 
Form (im Ganzen u. Einzelnen), worin es er- 
scheint (Kataskenase): Bevor die v. verschiedenen 
Nhapsoden verschieren ausgestatteten Gesänge zu einem 
einzigen Ganzen durch eine D. vereinigt wurden. Nosen-- 
kranz Poes. Gsch. 69; 320 2c.asis, f. [8 24, 3, 
uv. ): Diaskenase. -äft, m., -en, —#; -en: Einer, 
der die Diaskenase eines Werks besorgt. 21; wolf 
Proleg. Hom. CLI. e, f.; —n: Diaskeuase. — 
Diashördi-um (gr.), n., —#; zen (§ 24, 2, n.]: 
Latwerge, wozu u. A. nam, auch Skordiumblätter 
fommen. — Oiasost-ik (gr.), f.; —en: Gesund= 
heitspflege, Diätetik. -ienm, ihon, n., —#; ika 
(&amp;24, 2, n. J: diasostisches Mittel. isch, a.: zur 
Diasostik dienend, bes. auch: Krankheiten vor- 
bauend (präservativ). — Diaspäcm-a (gr.), n., 
„ zen [5 24, 3, n., tis!: (Mus.) Pause. — 
Diasp-er (gr.), f.; —n: Zerstrenung, — nam. 
der zu einer Religionsgemeinschaft Gehörigen, 
z. B. der Juden, der Herrenhnter 2c. ô, m., 
—(eys; —e: ein Mineral (eine Verbindung von 
Aluminiumoryd mit Wasser), das beim Glühn 
knisternd zerspringt. Naur 16, 167a; Cle#n 1, 
205 21c. Jora, f.§ 24, 11; -ore, f. z-n : Diasper: 
Das Judenthum . durch sein Leben in der Diaspore. 
Grenzb. 24, 2, 200 2c. — Oiaslaltisch (gr.), a.: 
sich ausdehnend, Ogstz spystaltisch, sich zusammen- 
ziehnd, vgl. Diastole. — Diast-äs (gr.), u., (m.), 
uv. ; -es; 0; -ase, f.; 0: ein Malzertrakt, der 
Stärkemehl in Dertrin u. Zucker umwandelt. 
fiarmarsch 1, 542; Knapp Techn. 2, 303. asis, k. 
[&amp; 24, 31: das Ausgeinanderweichen, nam. das 
krankhaste v. Knochen u. Knorpeln. -ma, n., 
—6 ; zeme [§ 24, 3, n., tis): Zwischenraum, In- 
tervall. -ematisch, a.:: mit Zwischenräumen; 
(Mus.) ausgehalten 2c. (s. sostenuto). -imeter, 
m., n., —#; uv.: Meßwerkzeug in Form eines 
Fernrohrs, zur Best. v. Entfernungen, Engymeter 
(korrekt eig. : Diastematomster). — Oiäst-ole (gr.),
        <pb n="282" />
        266 Diastolik 
f.; —: Dehnung, z. B. einer v. Natur kurzen — 
wie Spystole Kürzung einer v. Natur langen — 
Silbe; ferner: Bei der Zusammenziehung (Systole) 
verkleinert sich das Herz in allen seinen Durchmessern; 
bei der Verlängerung der Muskelfasern tritt die Ausdeh- 
nung des Herzens (D.) ein. Burdach Anthr. 37; Aus der 
Systole u. D., zu der die Retina gebildet ist. G. 3, 
263 (s. Diakrisis) 2c.; ferner in der gr. Grammat. 
ein Trennungszeichen 2c. olik, f.; —en: Lehre 
v. den Einschnitten u. Verbindungen der musika- 
lischen Perioden. — Oiästr-emma (gr.), u., —#: 
-ta [8 24, 3, n., tis), ophe, f.; —n: Verren- 
kung, Verzerrung 2c., bes.: Verziehung der ge- 
lähmten Gesichtsmuskeln nach der gesunden Seite 
hin. — Diäst-öl (gr.), n., —e)8; —#e; -plon, 
lum, n., —; als 24, 2, u.]: weitsäulige Halle. 
— Diasärm ((gr.), m., —(e)s; —##; -—os, -us, m., 
uv.; 0 ls 24, 2): das Durchziehn, Durchhecheln, 
Hohn 2c.; die rednerische Figur der Verkleinrung 
(Ggstz Hpperbel). — Diät, f.; —en: 1) (gr.) gw. 
in Ez.: mit Rücksicht auf die Gesundheit vorge- 
schriebne Lebensordnung, nam. in Bezug auf Essen 
u. Trinken (vgl. Nesotrophie): Streng D. halten; 
nach der D. leben 2c.; auch elliptisch — wodurch das 
Hw. den Schein eines Adv. annimmt: Sereng diät 
leben 2c.; Brunnen-D., wie sie bei Brunnenkuren 
vorgeschrieben wird: Milch-D., wrnach man nur 
— od. fast nur — Milch u. Mehlspeisen genießt rc.; 
D.-Fehler 2c. — 2) (lat., s. dies): a) (vralt.) 
Reichs= 2mc. Tag: Die D. zu Regensburg ꝛc. — h) 
(Mz.) Tagegelder, Gebühren, die tageweise — 
nam. als Ersatz der Auslagen u. Versäumnis — 
gezahlt werden: Die D-en (od. Disten) der Abgeord= 
neten 2c.; D-en-Entziehung. Nal# 2 1, 159; Losig-= 
keil. ebd. 2c. -är, m., —6; —+eu; -ärius, m., uv.; 
-se, -rlen [§ 24, 2); (Tist): 1) ein nicht mit 
sestem Gchalt Angestellter, der gegen Diäten 
(l. d. 20) arbeitet (vgl. Diurnist, Journalist): Der 
bisherige Kanzl ei diätarius. Uals. 20, 239 2c.; Die 
Burean diätarien. 21, 21 c. — 2) in der kathol. 
Kirche ein den Frühgottesdienst versebender Geist- 
liche. elik, f.; 0: Gesundheitslehre (Cubiötik. 
liheer, m., -s6; uv.: Lehrer, Freund der Diätetif. 
elisch, a.: auf Diätetik bezüglich, ihr gemäß 2c. 
— Diatessaron (gr.), n., —#; —#: s. Diapason. 
— Oiatheke (gr.), f.; —n: der Bund, bes. (reli- 
giös): Die alte, die neue D. (vgl. Testament). — 
Dialhermän (gr.), a.: Wärmestrahlen hindurch- 
lassend, „durchwärmig“ (vgl. atherman). Pouilli 
2, 378; Uatur 15, 214. Tilät, f.; O: die Eigen- 
schaft, Wärme durchzulassen. ebd. sir, f.; 0: die 
Eigenschaft, gewisse Wärmestrahlen vorzugsweise 
zu absorbieren, andre hingegen vorzugsweise durch- 
zulassen (s. Thermanismus). ponilet 2, 381. — 
Dialh-ese (gr.), f.; —m: esis, f. [824, 3, uv. : 
Disposition (s. d.), Anordnung: Beschaffenheit; 
Krankheitsanlage 2c. — Oiäli (Djati), m., —; 
—: ein Baum in Indien, Tectöna grändis. durch 
sein Holz bes. wichtig für den Schiffban: D. 
Bäume. . D.-Wälrer. U##ur 14, 26 8a, s. Teal 2c. 
— Diälist, m., -en, —##; -en: Diätar (s. d. 1; 2). 
Dichogamie 
— Diälha, Ojälka (russ.), m., —s; —s: Der D. 
od. Aufseher der Kinder. Kohl Pet. 2, 125 (Dilka. 125), 
vgl.: Igruschki dätskija (Kinderspielzeng). 342. — 
Dial-öm (gr.), a.: (Mineral.) nach einer Rich- 
tung hin leicht theilbar. -oma, n., —; — I/§24, 
3, n., -tis]: eine Gattung aus der Zunft der 
Diatomacsen od. Diatomsen (s. Baeillaria). 
Oken 3, 152; 195 2c. — Diafönisch, a.: durch die 
Töne der gewöhnlichen (Dur= od. Moll-) Tonleiter 
sich fortbewegend (Ggstz chremarisch 2c.). — 
Dialrẽs-e (gr.), f.; —: is, f. I§ 24, 3. uv.): 
(Chir.) Durchbohrung, Perforation. — Dialr-- 
ibe (gr.), k.; —: Disputatien, Diskurs, Streit- 
Schrift, -Rede, eifriger Angriff in Wort und 
Schrift 2c.: Lange Parlaments= u. Kammer--Dn. 
Falimtraher GsW. 1, 74 2c. -imma, n., —; -ta. 
1824, 3. u., -tis]: das Wundsein durch Reiben rc. 
(Frakt, Wolf. Intertrige). — Diatppös-e (gr.), k.; 
—n ; Eis, k. [8 24, 3. uv.]): Veranschaulichung 
durch Vorbilder. — Diäaülos (gr.), m., uv.; 
uv. : 1) Wettlauf, wobei die Bahn 2mal durch- 
messen wurde, Doppelstadium. Guhl 1, 239. — 
2) Zudem ward jene lgrade Flötel entweder ein- od. 
zwiefach, als Monaulos (s. d.] u. als D. verwandt. 
Weiss Kost. 1, 903. — Diävol-élfto (it.), m., —; 
tti; -ino, m., -s6; ini: Teufelchen; überzuckerte 
Würzkörner (als Aphrorisiaca). o, m., —6; —s, 
-i: Teufel (s. Demonio; Diable 2c.): Fra (s. d.) D. 2c. 
— Diazö-ma (gr.), n., —#; men (8 24, 3. n., 
-tis]: Umgürtung, Gurt; auch (Bauk.) gürtel- 
förmiger Zwischenraum, Gang zw. den Sizreiben 
im Amphitheater 2c. Ker, m., —; ur.: (Anat.) 
ein Brustwirbel. 
Dib (ar.), m., —; —#: arabischer Wolfshund 
(Kelb el Chala). Brehm Hab. 60, vgl.: Zwei lebende 
FDiuhb. 115. — Oiba (türk.), m., —#; —: 
reicher, gold= u. silbergeslickter Stoff. Hammer 10, 
344, s. Dimi. — Dibaph-on (gr.), n., —#; za: 
zweimal gefärbter Purpur. Böniger Sab. 359. — 
Dibidibi, n., —#; 0: Die unter dem Namen Divi- 
riei od. D. bekannten Schoten der Cesalpinia coriäria. 
witd. (finapp Techn. 2, 536), als Gärbstoff 2c. — 
Dibrachns (gr.), m., uv.; uv.: ein aus 2 Kür- 
zen bestehnder Versfuß (Porrbichius). — Oibs (ar.), 
m., uv.; 0: eingedickte Fruchtsäste, nam. Trauben= 
Sirup. Kurrer Pal. 91: Es giebt versch. Arten v. D.: 
aus Weintrauben, Nosinen, Feigen u. Datteln ic. .. 
Alle diese versch. Arten v. D. isst man mit Brot ed. 
kocht sie auch mit Reis. D. ist das bebr. I#* Is. d. 
Gesenius]. Ptiermann Or. 1, 19; 152; 310; Mit 
Dips u. Wasser. Garienl. 15, 5 20à 2c. vgl. Böknies; 
Passulatum. 
Dice: s. Dite. — Dicent-ärius (mlat.), m. 
I&amp; 21, 2): Schwätzer. -s, pl.: unnitze Worte, 
Geschwätz, Redensarten: Werdet doch nicht setzt erst 
viel D. wachen ? Garlenl. 14, 52 1à ie., auch: Di- 
cintsen. — Oiccephäl-isch (gr.), a.: zweiföpfig 
(s. Picers). -ium, u., —: len [824, 2, u.): zwei- 
köpfige Mißgeburt. — Dickri-um (Diheri-on), 
n., —; zen (§ 24, 2, n. : zwejarmiger Leuchier in 
der gr. Kirche. — Dicho-gamié (gr.), f. —ehn:
        <pb n="283" />
        Dichophpie 
die Erscheinung im Pflanzenleben, wobei die 
männl. u. weibl. Geschlechtsorgane nicht zugleich, 
sondern nach einander sich ausbilden (jenachtem 
jene od. diese vorangehn: anrrogynisch od. genan- 
rrisch). -phnlé, k.; —eyn: das Sich-Sralten der 
Haare, so daß aus einem 2werten. — Oi-chördium 
(gr.), n., —#; ken (§8 24, 2, n.]: „zweisailiges“ 
Tonwerkzeng. chorkus, m., uv.; ken [824, 21: 
Ditrochäus, Deppelchoreus. — Oichotöm-kl (gr.), 
a.: Zweitheilung, z. B. von den Monrrhasen das 
erste u. letzte Viertel, wobei v. der beleuchteten, 
wie v. der dunkeln Seite des Ments grade die 
Hälfte gegen die Erde gekehrt ist 2c.; (Betan.) 
Gabelung, Gabelstrauß 2c. isch, a.: zweigetheilt, 
gehälftet, gabeltheilig 7. — Dichro-ismus (gr.), 
m., uv. O: die Eigenschaft mancher Kiyftalle, in 
der Richtung der Achse andersgefärbt zu erscheinen 
als rechtwinklig zu derselben, entsrrechend: Tri- 
u. Pleo-chroismus (Drei-, Mehrfarbigk.), wo 
mehr als 2 Farben nach den versch. Achsenrichtun- 
gen sich zeigen, s. 2 AKüler Ph. 1, 906. -i0,, m., 
—(e)s, —-en; -e, -en: ein Edelstein, der beim Durch- 
sehn in der Richtung der Achse blau, rechtwinklig 
dazu braungelb rc. erscheint (Jeluh, Kordierir, Pe- 
liôm). prechtl 4, 535. -mätisch, a.: zwei-, deppel- 
farbig. köpisch, a.: zur Untersuchung des 
Dichroksmus dienend: D—e Lupe 2c. — Dicis 
(lat.): in der Verbind.: D. cäüsa; D. grätia, 
zum Schein, nur der Form wegen, quantsweise 2c. 
Did-aktih (gr.), f.; -en: Lehre — u. Lehr- 
buch v. der Kunst des Unterrichts. -akliher, m., 
—8; uv.: ein der Diraktik Kundiger. ktisch, 
a.; belehrend, lehrhaft, auf einen Lehrzweck gerich- 
tet c.: D-e (od. Lehr-) Gerichte; Poesie 2c. -aktron, 
Säctrum, n., —; ra [8 24, 2, u.: Geld für den 
Unterricht. (-askalia) -ashlic, f.; äl#en: 1) 
Belebrung, Unterweisung rc., sreelell in der dra- 
mat. Kunst: Ich begann mit ibnen lden Schaufrie- 
lern] gründliche D—n, indem ich auch mir die Kunst aus 
ihren einfachen Elementen entwickelte. G. 27, 126 2c. 
— 2) (. 1) Die Du der Griechen, d. i. die kurzen 
Nachrichten, dergleichen selbst Aristoteles v. den Stücken 
der griech. Bühne zu schreiben der Mühe werth gehal- 
ten. .. Ich war schon Willens, das Vlait selbst ham- 
burgische D—-n Ist. Dramaturgie] zu nennen. K. 7, 
450 2c. -askãlisch, a.: belehrend, unterweisend, 
unwiderleglich (areriftischh. áskalos, m., uv.; 
len, loi: Lehrer: Durch die Bemühung der Didaskalen 
(Dorfschulmeister). CRobtrt 2, 216. — Oidekakèt-er 
(gr.), m., —s ; uv.: Doppel--Dekaeder, nam. als 
Krystallform (s. Dirodekaeder). -risch, a.: in der 
Form eines Didekaeders. — Oidelphps (gr.). k.; 
uv.: doppelte Gebärmutter: Beutelratte. — Oi- 
dicisse: s. Ingsnuns. — Dido, f.; —; (o);: 
weibl. Name, bes.: der Gründerin Karthago's 
Guch Elisa), bei Virgil, nach röm. Sage, des 
Aneas — v. diesem aber treulos verlaßne — Ge- 
liebte, s. Sch. 37b ff.; u. darauf anfpielend: Die 
verlassene D. Schücking Verschl. Wege 1, 90 c.; Wie 
baben Sie sich mit Leonie zusammen in Ihrer kleinen 
D.-Höhle vertragen, mein frommer Freund Aneas? 
Dies 267 
#— 
Bronckh. 2, 195, vgl.: In einer Felfenkluft, Elisa, 
finrest euuF mit dem Trofanerfürsten dich zusammen. 
Sch. 39b, im Urtert: Speluncäm Didö dux ét Tro- 
jänus cändem ) derenint. — Oidodekard-er, 
m., —; uv.: Doprel-Dedekgeder (s. d., ogl. 
Direkseder), Zweimalzwölfflüchner. Ohen 1, 51. 
risch, a. — Oidönisch, a.: in der Weise der 
Dido: De Anwanrlungen. Scheffel Ekt. 255 2c. — 
DOidrachme (gr.), f.; In: Derrelrrachme. — 
Did-ucièren (lat.), tr.: auseinanderziehn, deh- 
nen, zertheilen, trennen. -uktiõn, f.; —en: Di- 
ducierung. — Oid-hm (gr.), n., — ;0: (Clem.) 
ein wenig bekanntes Metall, im Cerit vorkommend. 
-ömisch, a.: gezwillingt, dorrelt. -#mos, 
-Emus, m. s8 24, 2): Zwilling; Hode. — 
Didpnämia sgr.), FI.: „zweimächlige“ (didy= 
namische) Pflarzen mit 4 Staukfi#den, v. denen 
2 länger als die anderen. 
Die 2c.: s. Die ꝛe. — DiégE-He (gr.), f.; n; 
sis, f. [8 24, 3, uv.): Erzählung eines Her- 
gangs 2e. tisch, a.: erzählend, entwickelnd. — 
Oienung: s. Dunung. — Oics (lat.), m.;: k. 
!&amp;21, 5): Tag; Tagefahrt, Termin 2c.: D. dem 
döcet, ein Tag lehrt den andern; D. interpllat 
pro hömine, Rechtssrrchw. in Bezug auf Rechte, 
die Nnach Ablauf einer best. Frist von selbst in Kraft 
treten 2c.: der Tag, die Zeit thut Einsprache statt 
des Menschen: Diem pérdidi, ich habe einen Tag 
verloren: Nülla (s. d.) d.; Cärpe (s. d.) dfem rc.; 
Die hodicrno, am beutigen Tage; De — vom —, 
sjib — unterm — hodiérno, dĩe, heutigen Tage; 
4 die, v. dem Tage an; Ad dlem, zu —, bis zu 
— dem Tage (Bez. des Enrttermins); Ad diem 
dictum. zum bestimmten, anberaumten Tage: Ad 
dĩes vĩtæ, auf Lebenszeit 2c.; Ante dlem, vor dem 
Tage, vor der Zeit 2c#.; Päctum (s. d.) addictiönis 
in dfem 2c.; Ex die, v. dem Tage an (Bez. des 
Anfangstermins); Vier Thaler pér (s. d.) dkem, 
täglich 2c.; Werauf sich der Senat sine d'e sohne 
Bestimmung eines Tages, — also: auf unbestimmte 
Zeit, s. Consul 1Jvertagte. Ua#3. 2 1, 253; als Namen 
der Wochentage nach den 7 Planeten (s. d. u. Oehier 
4, S14) des alten Systems: D. Sölis; Lũnæ; Aär- 
tis; Mercüri#z Jövis; Veneris; Saturni (Sonntag, 
Montag 2c.), s. Mars 1 2; 3; ferner z. B.: D. 
absolutiönis, Tag der Absolutien (s. d.), Kar- 
sreitag; D. äter, schwarzer (od. Unglücks-) Tag; 
D. csdens, Zeitpunkt des für Jemand entstehnden 
Rechts; D. einerum, Aschermiltwoech; D. deposi- 
tiönis, Begräbnistag eines Märiyrers; D. emor- 
tuslis, Todestag; D. exémt)Pprtus, der nicht für Ge- 
schäfte bestimmt ist; D. fästus, Gerichtstag; D. 
fäüstus, glücklicher: D. feriätus od. féstus, Feier-, 
Festtag; D. indulgéntis (s. d.), Gründennerstag; 
D. intercaläris, Schalttag; D. intercisus, halber 
Feiertag; D. ira, D. flla, jener Tag, der Tag des 
Zornes (Anfang einer den jüngsten Tag und das 
Weltgericht schilternden Hymne, — Haurttheil des 
Requlems, — s. G. 11, 161); D. caniculäres od. 
canini, Hundstage: D. competéemntium, Tag der 
Katechumenen (Palmsonntag; Gründonrerstag);
        <pb n="284" />
        268 Diese 
D. consecräti, geweihete Tage, Weihnachten; D. 
legälis, der bürgerl. Tag; D. 1cis, der Tag des 
Lichts. Ostern; D. natälis, Geburtstag; D. natu- 
rälis, der natürl. (v. Aufgang bis Untergang der 
Sonne); D. nefästus (s. d. u. Apephras); D. pro- 
féssus, zu Geschäften dienend, dienlich; D. religiö- 
sus, Buß-, Trauertag; D. salutäris, Tag des Heils 
(Karfreitag); D. säncli, heilige Tage (die Fasten); 
D. saxönicus, sächsische Frist (v. 45 Tagen); D. 
solutiönis, Verfalltag; D. stationärli, stehnde Fasi- 
tage (Mittwoch u. Freitag); D. vẽniens. Zeitpunkt, 
wo ein Recht in Kraft tritt; D. virĩdium, Grün- 
donnerstag (s. grün 10 Se.) 2c. — Diese (efrz. 
s'), m., uv.; —: (Mufs.) Kreuz, als Zeichen der 
Erhöhung um einen halben Ton, rgl. bei den Al- 
ten: Diesis, f., als Name eines kleinen Inter- 
valls, dessen Größe verschiedentlich angegeben wird. 
Sulzer 1, 65Ca ½c. — Diespiler (lat.), m., —; 
0: Inpiter (s. d.). — Diellro (span.), a.: ge- 
schickt. Siobus 6, 16 öa 2c.; auch m.: In ihm waren 
alle Eigenschaften des D., r. h. eines geschickten u. ge- 
wandten Kämpen vereinigt. 4, 990. — Dikt 2c.„ s. 
Diät 2 f. — Dicier-is (gr.), f. [§ 24, 3, uv. ): 
Biennium (s. d.). Sisch, a.: biennal. — Dien 
(frz. dis), m., —s; —: Gott: Aon Imongl D.k, 
mein Gett! Grand I(großer] D.!, großer Gott!; 
Dar D., bei Gett!; Aber D. de D.! Wachenhulen 
Zig. 206, als Ausruf, — vgl.: Tudieu! liüie# 
murmelte der Oberst. Gartenl. 16, 52a ic.; D. et mon 
droit! lemöng krodl Gott u. mein Recht!; L'homme 
propose et Iömm Fropöf’ e] D. dispose (öÖf’', der 
Mensch denkt, Gott lenkt; Vicaire (s. d.) de D. 2c.; 
s. auch Beauté. 
Diffa (ar.), f.; —#: ein Mahl zur Bewir- 
thung ankemuuher Gäste. Globus 5, 135a; 138b; 
166 a 2c. — Oiffäl-o (it.), m., —#; Schi l#kil: 
(kaufm.) Abzug. — Diffam-nk (lat.), m., en, 
—6;en: der Diffamierende. -ätl, m.,—en; -en: der 
Diffamierte. — ateur (frz. -ör), m.p,—#; -6, -e: Dif- 
famant. Tätio, f. [8 24, 3, önis]); -aliön, k.; 
en; —s-: Diffamierung: D-s-Klage, wegen D.; 
!. Processe. Ua3. 21, 378 :c. ätor, m., —; 
ören [8 24, 3, öris!): Diffamant. alorisch, a.: 
diffamierend, ehrenrührig. is, f.; —eyn: ehren- 
rührige Außrung; Beschimpfung, Ehrverletzung. 
iren, tr.: Einen d., verschreien, in Ubles Gerere 
bringen; Etwas seinem Leumund, Kredit Nach- 
tbeiliges über ihn verbreiten c. — DOifser-end 
(irz. —ing), m., u., —s; —#: Streit, Zwist rc. 
xen! (lat.): 1) a.: verschieden, unterschieden, un- 
gleich. — 2) m., —en: -en: s. Deferent. -cutiäl: 
4) a. u. nam. als Bstw. (vgl. 2): wobei eine 
Differenz in Berechnung, in Betracht kommt, 
z. B.: D.-Beobachtung cincs Sterns, wobei man 
seinen Abstand v. einem dem Ort nach genau be- 
kannten in der Nähe misst 2c.: D.-Zoll, der sich 
nach den versch. Ländern der Ein= od. Ausfuhr 
versch. regelt. (Ad. Niele Handelsmin. 19, auch: 
Differenzzell. 20), D.-Zollsvrstem 2c.; ferner nam. 
in Bezug auf Maschinen, wobei eine starke Haurt- 
wirkung durch eine entgegengesetzte geschwicht wird, 
Diffieil 
so daß die bleibende Differenz nur einen Bruchtheil 
der direkten Wirkung ausrrückt. z. B.: D.-Ane- 
mometer; Dynamometer; Getriebe; 
Haspel;-Manometer; -„Regularor; 
Schraube; Thermometer re. — 2) ., —e)s; 
e: (Math.) Eine im Verschwinden gedachte Differenz 
heißt ein D. #minding Diff. 1, 5; D.-Formel; 
Gleschung; Größe; Quotlent; „Rech- 
nung od. . Kalkul (s. Infinitefimal-, Integralrech- 
nung). entialion, f.; —-##n: Differenklierung. 
Tentiferen, tr.: 1) Eine Funktion vc. k., ihr Diffe- 
rential bestimmen (vgl. inregrieren). — 2) ktrennen, 
sondern, scheiren — durch Hervorhebung der Diffe- 
renz: So hatte man das Licht in 2 Pole verzerrt und 
die Farbe aus einer Differenzierung des Unver- 
äbnderlichsten erklären wellen. G. 27, 329 2c.; auch: 
Die Histogencse (s. d.) lässt sich in 2 Grurpen bringen: 
Differenzierung u. Assimilarien od. Diesintegratton. 
Jene bedeutet, daß aus den ursrrünglichen einsachen 
Keimzellen bei fortgesetzter Entwicklung die ungleich- 
artigsten Zellen, bierdurch die verschiedensten Gewebe, 
Organe u. Systeme hervorgebracht werden: diese, daß 
gleichlaufend mit der Differenzlerung die verschiednen Ele- 
mentargebilde ernährt werden. Ualut 15, 1. 
cnlismus, m., uv.; 0: Determinismus. -enlist, 
m., —en, —é; —-en: Determinis. enz, f.; en: 
Unkerschied, z. B.: (Makh.) Die D. zweier Zoblen; 
Die D. einer Funknen, ihr Zuwachs, wenn eine 
Größe in ihr um Etwas wächst (s. Disferential) 2c.; 
ferner auch sonst, z. B.: Chemische D. zw. Säuren 
u. Basen 2c.; Elektrische D., zw. positiver u. negativer 
Elektricität; zw. den beiden Polen der galvanischen 
Saͤule 2c.; auch: Zwist, Uneinigkeit 2c. S 27, 
374 rdc.; vralt. (bei den Meisterlängern): Die D., 
d. h. die willkurl. Umstellungen v. Vokalen. Herrig 40, 
244. In Zsgn z. B.: Ascensional= (l. d.) 
D.; Die Haupt-Deen der Tenarten durch Majeur u. 
Mineur. G. 37, 218; Kours--D.; Preis-D. c. 
Ferner als Bstw. z. B.: D.-Geschäft, Börsen= 
geschäft, wobei es sich nicht um den wirkl. Kauf 
v. Staatspavieren an einem gewissen Tag, sondern 
um die Zablung der Kours-D. am Tage des Ab- 
schlusses u. der Erfüllung des Geschäfts handelt (s. 
Agiotage), ähnl.: D.-Handel (vgl. Prämiengeschäft); 
D.-Punk:t, auf dem die elektrische D. chemischer, 
durch elektrische Wirkung sich scheidender Steffe 
einkritt; D(-en) Rechnung, z. B. bei D.-Ge- 
schäften; ferner: eine Grunrlage der Differenkial- 
rechnung, insofern die Zunahme der veränderlichen 
Groͤße in einer Funftion noch nicht im Verschwin- 
den gedacht ist; Dl-en)= Reihe, Reibe, gebiidet 
aus den D-en je zwei auf einander felgender Glie- 
der einer Zahlenreibe: Den)-Zablung, bei D.= 
Geschäften; D.- (od. Disserennal-) Zoll 2c. —enzial, 
Senzieren: s. Differential 2c. -ieren, inir. (baben): 
einen Unterschier zeigen: Unfre Uhren d. um 5 Mi- 
nuten 2c. — Disschl-io (lat.), f. S 21, 3, iönisj;: 
Difftierung, Ableugnung: D. juräta, eidliche. 
ion, f.; -en: Diffessio: D-#-Eir. örisch, 
örius, a.; ableugnend: Juramntum diffessörium, 
Ableugnungseid. — Dissieil (lat.), a.: schwierig,
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        Difsidation 
Schwierigkeiten machend, schwer zu behandelnd rc. 
— Oiffid-atiön (mlat.), f.; —en: Fehde-An- 
kündigung, Herausfordrung. -##nz (lat.), f.; O: 
Mißtraun. fe# intr. (baben): mistrauen. 
— Oiffijeh (ar.), m., —#s; —: Die Absjeh [s. d.] 
od. statt dessen einen noch weiteren, groben, wollenen 
Mantelumhang v. schwarzer od. schwarzblauer Färbung, 
ren sogen. D. Weiss Kost. 2, 231. — Oifsikult-ät 
(lat.), k.; -en: Schwierigkeit: D—en- od. Ds- 
(pöler Süröstl. 2, 211) Macher 2c. —5s, a.: voller 
Schwierigkeiten. — Oiff-indieren (lat.), tr.: 
zersralten; eine Verhandlung unterbrechend rer- 
schieben. issiön, f.; —en: Diffindierung. — 
Difsitrẽren (lat.), tr.: ableugnen. — Difflu-ent, 
a.: difflnierend. Tenz, f.; 0: das Diffluieren. 
- ren, intr. (sein): aus einander (od. zer-) flie- 
ßen; sich auflösen. — Oifförm (lat.), a.: un-, 
mißgestalt, häslich. -#eren, tr.: verunstalten, 
entstellen. ität, f.; —en: Un-, Mißgestalt; Hät- 
lichkeit 2c. — Oiffrahtiön (nlat.), f.; —en: Beu- 
gung des Lichts (Inflerion). Pouillet 2, 218, s. Inter- 
ferenz. — Diff-undieren (lat.), tr.: nach allen 
Seiten hin zer-, verstrenen; ans ießen, verbreiten 
2c., auch z. B.: Geld d., vergeuden 2c.; refl., 
intr. (haben): sich verbreiten, ausdehnen, er- 
gießen 2c.: Wasser u. Weingeist d. in einander, wäh- 
rend zw. Wasser u. Ol keine Diffusion stattfinder. 
Jv Mũller Pbys. 1, 145 ꝛe. -üs, a.: diffundiert: 
Im d-en Licht. Uai3. 21, 85 2c. = Usibel, a.: diffun- 
dierbar, einer Diffuston fähig. usibilität, f.; 
0: das Diffusibelsein. - usiön, f.; n; -: 
1) Diffundierung (s. d. u. Dialtzsater; Endosmese): 
Gefäß-D.; D—-Erscheinungen 2c.; Wie an der Ober- 
fläche eines nicht ganz vollständig rolierten Körpers Licht- 
strablen nach allen Seiten unregelmäßig zerstreut werden, 
so erleiden auch die Wärmestrahlen an der Oberfläche der 
meisten Körper eine D. pouillet 2, 377 2c. — 2) das 
Diffussein, Weitschweisigk. 2c.: Das Stück hat mir 
in seiner Gerdrängtheir viel Vergnügen gemacht, weniger 
Oktavian in seiner D. Monatbl. 2, 355b cc. 
Oigamik (gr.), f.; -(ehn: Bigamie. AIusld. 
39, 1113b. — Oigümma (gr.), n., —#; —+: im 
gr. Alphabet ein Buchst. („Dorrelgamma“, nach 
der Form) für einen dem W entsprechenden Laut: 
Das äolische D. od. D. Sölicum 2c. — Oigästrisch 
(gr.), a.: zweibäuchig: D—er Muskel. — Digeén- 
elis (gr.), f. [8 21, 3, uv.]: D., die auf 2 zZellen 
od. 2 Eltern beruhende Zeugung, Ggitz: Monogenesis, 
die v. einer einzigen Zelle ausgeht. Ualut 15, 178a 
(s. Konjugation). —it, m., —e)s; —#e: Art Kupfer- 
erz. — Diger-ätor, m., —; ören: st. Digestor 
(s. d.). Nat 3. 21, 571. ens llat., § 24, 3, n., 
-éntis; MzZ. -ntia: digerierendes Heilmittel (s. 
Digestivr). #en, tr.: erwärmend ein-, auf- 
weichen, zertheilen, auflösen 2c.: Die Ausscheirung 
mittels des Macerierens (Einweichens bei gewöhnlicher 
Temperatur) od. mittels des Ds (Einweichens bei einer 
Waͤrme v. 10—600 R.). Prechl 9, 376; Digerier- 
Ofen 2c.; auch: Ein Geschwür d., zertheilen (zu ge- 
höriger Eitrung bringen); Soveisen d., verdauen 2c. 
— Oigest-a (lat.), pl. [8 24, 2, n.]; Sen, pl.: 
Dignität 269 
eine in Abtheilungen zerfallende, geordnete Schrift- 
sammlung, gw. — Pandekten (s. d. u. Infortiatum). 
ibel, a.: verdaulich. -iön, k.; -en; —s-: Dige- 
rierung, z. B. im Sinn von Verdauung: Dos er 
dem schwachen D—-s-Arparat seines Patienten nicht 
mit einer allzu starken Dosis zusetzen durfie. Hausbl. (67) 
2, 181; Nach einem Diner schulret man der Dame vom 
Hause im Verlaufe der nächsien 14 Tage einen Besuch. 
Die Franzosen nennen solche Besucke sehr niedlich visites 
de digestion (wisit’ de disbestjöng). . . Diesen Ds- 
Besuch. Zazar 11, 112c. -ĩv, n., —e)5; -e: ein 
zur Digestion dienendes — also: die Verdanung 
— od. : die Eitrung förderntes Heilmittel: D. 
Mittel; Pulver; = Salbe (nam. aus Terven- 
tin, als eiterfördern)); = Salz (salzsaures Kali, 
als verdaunngfördernd); = Wasser (Kalkwasser 
u. Terpentin haltend, vgl. D.-Salbe) 2c. - fous, 
a.: zur Digestion dienend. —or, m., —#;; -ren 
[5 24, 3, -öris): rerschlosnes Gefäß, worin die 
Erhitzung einer Flüssigk. unter höherm Druck als 
dem der Atmosrhäre geschieht, — rapinliohhdischer 
Torf; Schlichkessel, s. Autoklav. precht 4, 123. 
rium, n., —; -zörken [8 24, 2, n.]: Sanrbad- 
ofen. 10, 112.— Diggen (engl.), intr. (baben): 
graben, — doch gw. nur: in den Gelrfeldern nach 
Gold: Diggers. .. Versenen, die das D. versucht. 
Uais. 20, 247. -er, m., — : uv., —s: Gold- 
gräber. 11: 89;21, 19; Die Ballarat-Diggings be- 
schäftigen die meisten Ds. 45; Globus 4, 238; Ausld. 
3, 85 3a 2c. ing, f.; —: Goltgräberei, Gold- 
feld. 39, 4 1a :c.; Uat 3. 20, 518; Die Alluvial- 
D—. 578; 21, 45 2c.; Der Gewinn an Gold auf den 
Gesammt--Des lin Neu-Sürwalesl. 19, 611 2c.; 
Gold-De. 21, 19 2c.; Gulch= (s. d.) D. Jusld. 
39, 973b 2c. — Dig-itäl (lat.), a.: die Finger 
betreffend. -itãle, n.. —#: ken [8 24, 3, n., 
älis; Mz.: älia!: Art Handschuhe, Fingerling. 
wei's Kost. 1, 1027. eitalin, n., —e); 0: 
(Chem.) Alkaloĩd in der Digitalis purpurea r2c. 
Zitalis, f.; uv. [8 24, 3, uv.]): Fingerhutblume: 
D. purpürea 2c. -itaria, f.; ken [§ 24, 11: Finger- 
gras. Citätus, a.: mit Fingern ed. Zeben ver- 
sehn; Digitäta, die Zehenthiere 2c. itigradus, 
a.: auf Zehen gehnd: Digitĩgrada (Zehengänger), 
auch: Katzen u. Hunden, die nicht Plantigraden, sondern 
Digitigrädren sinr. Burmeiker 3B. 2, 321. -itium, 
n., —; -sen (/§8 24, 2. n.): Fingergeschwür, s. 
Panaricium. itus, m. [8 24, 2J: Finger, Digitis 
monsträri.,é# dicier: hic est ldas man mit Fingern auf 
Einen zeigt u. sagt: Der is's! — der Berühmtel, 
z. B. Thümmel 2, 210; Zeh; Zoll, als Maß, auch: 
D. eclipticus, bei Sennen= u. Monfinsternissen: 
der 12te Theil des Durchmessers des verfinsterten 
Körrers. — Oigißph (gr.), m., -e)s; Fe: 
(Bauk.) Zweischlitz (ogl. Triglerh). — Oign-and 
(lat.), m., -en, —##; -en: die auf eine Potenz (s. d. 
u. Dignität) zu erhebende Zahl. feren, tr.: wür- 
digen. -itär, m., —ey#: -e. +en; itarius, m. 
[8 24, 2): (Groß) Würdenträger; auch (irz.): 
Rouher ist der Dignitairlel des Slaates. Salon 
1, 334 (spr. dinjitär). ität, f.; —#n: Würde:
        <pb n="286" />
        270 Dignus 
Da eln unpoetischer gemeiner Inhalt .. durch den 
Auedruck poetische D. erhält. Sch. G. 3, 32 8 2c.; bes.: 
Ehren-Stelle,-Amt, Rang. Lunder 1, 296b 2c., s. Per- 
sonat; Die höhere D. der östl. Halblugel. Burmeister 9B. 2, 
304 r2c.; auch (Math.) veraltend — Potenz (s. d.). 
us, a.: würdig, bes. (nach HGorat. Epist. 2, 3, 191) 
Ein d. vindice nödus lein Knoten, würdig, daß ein 
Gott ihn lösel. w. 15, 118; 21, 244 ꝛe. (vgl. 
HB. 2, 217). — Oigräph (gr.), m., —s, Sen; 
—e, S-en: eine Verbindung von 2 Buchstaben für 
einen Laut (vgl. Dirhthong). -isch, a.: in der 
Weise eines Digraphs. — Oigr-edikren (lat.), 
inir. (sein): weggehn; abweichen; abschweifen, 
bes. in der Rede. essiön, f.; —-en: Abweichung, 
Abschweifung; (Astron.): Ausweichung, von der 
Erde aus gesehner Winkelabstand eines Planeten 
von der Sonne (Elongation). finrom 794 2c. — 
Digbn-is (gr.), f.; 0: das Digynisch-Sein. 
isch, a.: „zweiweibig“; von Pflanzen: 2 Griffel 
od. Staubwege habend, entsprechend nach der An- 
zahl der Griffel, Stempel, Narben: mono- (1), 
tri= (3), tetra- (4), penta- (5), hexa- (6), dereka- 
(12), voly= (viel) -gynisch 2c. -ium [8 24, 2, n.]: 
digynische Pflanze. 
Diheraerd-er (gr.), m., —s; uv.: „Drrpel= 
sechsflüchner", nam. als Krystallform: D. von 
Quarz. Oken 1, 508. Trisch, a.: in der Form von 
Diheraedern. — Dihhän (pers.), m., —en; -en: 
Zu den freien Landbeützern, den s. 9. D-en. Mag. d. 
Aueld. 35, 587a, vgl.: Ein Dikban, r. h. ein Mit- 
glied des grundbesitzenden persischen Adels. Nosenkranz 
Psch. 119. 
Diĩ u.: s. Deus u. Dsji 2c. — Dijamb-us 
(gr.), m., uv.: -en [§ 24, 2): Doxpel-Zambus 
(s. d.). — Ozudi-eièren (lat.), tr.; intr. 
(haben): beurtheilend entscheiden 2e. rätio, k. 
[§ 24, 3, önis); -katiön, f.; -en; -hatür, f.; 
en: Dijudieierung. -ätor, m., —; ören 
18 24, 2, öris): Einer, der dijudieiert. 
Dic (lat.): sage, sprich: D. eur hic?, sage 
(bedenke), warum du hier. — Oikäarchie (ar.), 
f.; —-eyn: Herrschaft des Rechts, Rechtsstaat 
(Gastz Desretie). — Dihacitäl (lat.), f.; —en: 
Geschwätzigkeit; spöttische, beißende Laune 2c. — 
Dihanski-on (gr.), u., —6#; zen [8 24, 2, n.]: 
der zum Ornat gehörige, reich ausgestattete Stab 
des Patriarchen von Konstantinopel. Weils Kost. 2, 
133. — Dikä-Sokratiè, f.; +Xeyn: Dikaͤarchie. 
ologié, f.; -(e)n: Rechtslehre. opolitik, f.; 
0: die auss Recht gegründete Staatsklugbeit. 
Sos, a.: gerecht, s. Ggstz: Adikos. — Oikafleri-al 
(nlat.): 1) a.: auf Dibasterien bezügtich: D.= 
Tafel, in Ungarn, eine Gerichtsstelle, an die vom 
Komitat arpelliert wird. — 2) n., —8; 0: (s. 1) 
Bez. eines Parierformats — Propatria (18½“ 
breit, 15¼“ hoch). Rarmarsch M. 2, 866. -on 
(gr.), um, u., —#; zen [8 24, 2, n.]: höherer 
Gerichtshof, Spruchgericht, Landesbebörde. — 
Dihation (lat.), f.; —en: Eintritt in einen Staat 
als Bürger desselben. — Dihe: 1) (gr.) f.; 0: 
s. Asträa ta; Eunomia. — 2) (engl. deit), n., —; 
Dikterium 
—#: Deich; Teich; auch: Die Dykes od. Ds, dle 
vulkanischen Sralten lder Koblenwerkel. Kohl Engt. 2, 
37. — Oikephäl 2c.; Bikerium: s. Die 2c. — 
Dihki (ruff.), a.: wild: D. kosse, „witre Ziegen“, 
Rehe. Kohl Südr. 2, 57; D. loschadi, die wilden 
Pferde. 177, s. Tabun. — Dikhe (ar.): Brom- 
beeren (vgl. Dud; Kebusch). Petermann Or. 2, 123. 
— Dikkeh (ar.), m., —#; —: in den Moscheen 
dem Mihrab (s. d.) gegenüber ein säulengetragner 
Söller (Mahfll, s. d.). Schan 2, 178; 191; 195rc. 
— Oiklin-isch (gr.), a.: „zweibettig“, v. Pflan= 
zen, bei denen Staubgefäße u. Stempel in ge- 
trennten Blüthen — Gastz: monoklinisch: wo sie in 
ein u. derselben Blume — stehn. Burmeiker Gsch. 
360. Cift, m., -en, —/# —en; -ium, n., -6; -(ihen 
181 24, 2, n. ]: diklinische Pflanze: Die menoklinischen 
Gewächse . steben an Bedenutung den Dillinisten nach. 
Bei viclen Monoklinisten 2c. ebd.; Oken 3, 2 5; Diclinia. 
6; Dielinen. 11 2c. — Oikl-is (gr.), k.; uv. 
[8 24, 3, ##dis!: Doppelthür; Gefäßflarre (. 
Valvel). — Dikökkisch (gr.), a.: zwei, doppel- 
förnig. — Oikhöl-isch (gr.), a.: zweigliedrig 
(s. d. Folg.). -—on, n., —#; -za: (Srrachl.) eine 
2gliedrige Periode; (Metr.) eine Strorhe, die 2 
versch. Versarten — einfach od. sich wiederholend 
— verbindet: Ein ristrorhisches od. zweizeiliges D. 
(od. D. distrophon); Ein tetrastrorhisches od. 4zciliges 
D. (D. teträstrophon), wie z. B.: die sarhische 
Stroxhe ꝛe. — Dikotpledön-en, pl.; -isch, a.: 
s. Akotpledonen. — Oicröffus (gr.), a.: mit einer 
doppelten Borde von Frangen eingefasst. döniger 
Sab. 301. — Oikrötisch (gr.), a.: vom Puls: 
zwei-, doppelschlägig. — Dict-, Oiht-a (lat.): 
s. Dietum. -ämen lnlat., § 24, 3, n., Aminis!]: 
in der meklenb. Ständeversammlung ein zur Ver- 
lesung auf dem Landtag eingereichter Antrag 2c. 
Sando, adv.: biktierend. -ät, n., Xe)s; —#, 
(-en, laser Niedrl. N. 151); -ätum [824, 2, n.) 
1) etwas zum Nachschreiben Diktiertes u.: so 
Nachgeschriebnes: Dl#e-mäßig nachschreiben. Kant 
11, 1, 15. — 2) (seltner) diktatorischer Befehl; 
Vorschrift, wie es gehalten werden soll 2c.: Einige 
der Manufakturberren unterwarfen sich den D-en der 
Union. Kohl Engt. 1, 79 2c. atiön, f.; Sen: das 
Diktieren. - ätor, m., — ören sʒ 24, 3. öris!: 
urspr. in der röm. Republik ein in Zeiten der Noth 
u. Gefahr mit unumschränkter Gewalt bekleideter 
Machthaber Clagister pöpuli); dann auch verall- 
gemeint, s. Naczeluik 2c.; vralt. auch z. B. (in 
Kroatien): Die königlichen D-en (Steucreintreiber). 
Uaumer Tasch. II. 5, 227 2c. atoriäl, a.: diktate- 
risch. DMus. 15, 2, 595; U## 3. 20, 15 2c. atorisch, 
a.: diklatormäßig. atorschaft, f.; —##n: das 
Diktatorsein; diktatorische Gewalt, Herrschaft 2c. 
Grenzb. 26, 1, 204. -atur, f.; —en: 1) Diktater- 
schaft 2c.: Dem moskovitischen Agenten rie Civil.D., 
die er sich über Serbien anmaßt, entreißen. CRobertel, 
253; Militär-D. Uant3. 18, 471 2c. — 2) bei dem 
gewesenen deutschen Bundestage 2c.: die amtl. 
Mittheilung der Eingaben, Verhandlung, Prrte- 
kolle 2c. erium, n., —; ken [8 24, 2, n.]:
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        Diktie 
Witzwort. - : s. Dit. - Wren, tr.: 1) Einem etwas 
Nachzuschreibendes vorsagen. G. 11, 79; 27, 11; 
In die Feder d. Sch. 117b; Hingerissen v. dem Affekte, 
der ihm dies Lied diktierte seingabl. 12344 a 2c.i Ze6t, 
da ich sie (d. Geschichte] ab diktiere. G. Zelt. 3, 108; 
Stein 1, 288 .; Etwas aus-d., zu Ende; Parier 
ver-d. [d-d verbranchen]. Uiemer G. 2, 722; Einem 
Etwas vor-d. 1c#.; Dieser Dittierschlendrian. 
Ualur 16, 1913 2c. — 2) (ugw. o. Rücksicht aufs 
Nachschreiben) Ob nicht das Fräulein beim Vorlesen 
des Briefs einige der ärgsten Stellen hinein-difriert 
I1egelesen] habe. Keißner Schw. 2, 150 c. — 3) Einem 
eine Strafe 2c. d., an-k., zud., zuerkennen, auflegen. 
iön, f.; -en: Schreibart, Ausdrucksweise 2c. 
Sionär (nlat.), n., —(e); —e: Wörterbuch (vgl. 
Leriken), auch: Dictiondri-um, n., —s; zen 
[824, 2, n.Ju. Dictionnaire (frz. dirjenär), m., 
(n.), —; -s, z. B.: In Frankreich der Dictionnaire 
de Tacaddmie. Krea 6, 232a; Dictionnaire de poche 
lpösch], Taschenwörterbuch 2c. u: zu sagen. — 
in Verbindungen, wie: Horribile sschrecktich) d. 
Spielhagen Pr. 3, 32 2c. um, n., —8; za [§ 2, 
2, n.): Spruch, Ausspruch, Wort (s. d. Folg.): 
D. biblicum, Bibelspruch; clässicum, Hanpt- 
Sxpruch, -Stelle; pröbans, Beleg-, Beweisstelle, 
Mz.: Dieta probántia; Dicta séptem sapiéntum, 
die Sprüche der 7 Weisen; Dicta téstium, Zeugen- 
aussagen 2c. Jus, a.: gesagt, benannt: D. ännus, 
dres, das besagte Jahr, der genannte Tag rc.; 
Dieta sponsa, die versprochne Braut 2c.; Dictum, 
fäctum, gesagt, gethan, z. B. Coroinus Born. 1, 
48 2c. — Oikt-pftis (gr.), f. [8 24, 3, uv.) 
s. Amphiblestroritis. -nna, f.; —6; 018 24, 1: 
(Myth.) die Göttin der Jagd, Diana, wie auch 
die ihr huldigende Britomartys. Hederich Myth. 
564: 918; Namler Myth. 16. 
DOilacer-atioön (lat.), f.; —en: Zerfleischung. 
-fren, tr.: zerreißen, zerfleischen. — Oilapid-- 
ation, f.; —-en: Dilapidierung. ätor, m., —8; 
bren /§ 24, 3, öris]: Dilapidierer. %#e tr.: 
verschleudern, verschwenden. — Oilat-äbel (ulat.), 
a.: dehnbar. -äbilis, a.: dehnbar: Litera d., 
im hebr. Alphabet, ein Buchst., der zur Füllung 
der Zeilen eine größre Raumausdehnung annehmen 
kann (s. Kamnerhcz)., abilität, f.; 0: Dehnbar- 
keit. -ation, f.; -—en: Dilatierung. - ätor, m., 
—6; ören [§ 24, 3, öris): Erweitrer, z. B. Art 
Muskel; s. auch d. Folg. -atorium, n., —; 
len [§ 24, 2, n.]):, wundärztliche Werkzeuge od. 
Vorrichtungen, Offnungen zu erweitern od. offen 
zu halten 2c. ren, tr.: ausbreiten, ausdehnen, 
erweitern. — Dilat-io (lat.), f. (S 24, 3, -iönisl: 
Aufschub, Verzögrung, Frist: (Rechtsspr.) D. ad 
excipföndum, Frist der Einrede; eitatöria, Ladungs- 
frist; definitöria, Eutscheidungsfrist; dijndicatöria, 
zur Urtheilsvollziehung; dilatöria, unnöthige Ver- 
zögrung; judicälis, vom Richter bestimmte Frist; 
conventionälis, nach Ubereinkommen bestimmte; 
legälis, gesetliche; peremtöria, letzte; praparatöria, 
zur Vorbereitung; probatöria, Beweisfrist rc. 
Sion, f.; —en: Dilatio. -or, m., —; ören 
Oiligentia 271 
[824, 3, oris): Aufschieber, Verzögrer: auch sachl.: 
Ein kleines Werkzeug, der D., ein ganz schmales, etwa 
3“ breites u. 2““ langes Streischen v. Weißblech, wel- 
ches in Gestalt einer flachen Rinne umgebogen ist: es 
wird beim Gebrauch an den Kork gelegt, so daß die Rinne 
dem Glase zugekehrt ist u. beim Eindrücken des Korks 
der in der Flasche entbaltenen Flüssigkeit u. beim nach- 
herigen Kochen den Dämpfen einen Ausweg gestattet. 
Katmarsch 1, 756. -örisch, a.: auf Dilation aus- 
gehnd, verzögernd 2c.: D-e Exception (s. d.). 
-örium, n., —; sen [8 24, 2, n.]: Fristbefehl, 
Aufschubsverordnung. örins, a.: ilatorisch. — 
Dilcktiön (lat.), f.; -en: Liebe, Zuneigung: 
Eure D., Ew. Liebden! ic. — Oilemma (gr.), 
n., —#; —, zen [8 24, 3. n., -tis]: Vernunft- 
schlus, wodurch man den Gegner von 2 Seiten in 
die Enge treibt, so daß ihm kein Ausweg bleibt: 
Dilemmen machen. w. 1, 116 ꝛe.; danach: Klemme; 
Wahl zw. 2 unangenehmen Dingen 2c.: Das Opfer 
solcher Dilemmen. Heine Rom. 308; Gutzkom 11, 
152 2c. Tätisch, a.: ein Dilemma bildend; auf 
solchem beruhend 2c.: Mit der k# en Formel: Sein od. 
Nicht= Sein. w. 24, 211. — Oilet-tant (it.), m., 
—en, (—#); -en: Liebhaber der Künste, der nicht 
allein betrachten u. genießen, sondern auch an ihrer 
Ausübung Theil nehmen will. G. 31, 422 ff.; 11, 
184; w. HB. 2, 132 ic. (weibl.: D-in. Gutzkowm R. 
5, 469); in ganz it. Form: De. G. 31, 422; 
FSulzer 1, XVI (vgl. S. 32, 4); MzZ.: Di. Uat3. 
21, 103; püchler Südestl. 3, 461 2c. Als Bstw. 
z. B.: D—n-Koncert; Lob (G. 31, 260); 
mäßig; -Musik (Gutzkow 3. 5, 215);-Tbeater 
ꝛe. ntenhaft, a.: dilettantenmäßig. #Sedelmann 
11 ½. üntenthum, n., —e)s; 0: Wesen u. Trei- 
ben v. Dilettanten. Ausld. 34, 170b; Gartenl. 16, 
10b, auch: -anterei, f.; -—en. G. Zelr. 1, 134; 
Santerfe, f.: follmeraye#r GiW. 1, XVII. = antieren, 
intr. (haben): Etwas als Liebhaberei treiben, ohne 
vom Fach zu sein: Auf diesem Felre erst noch r—. 
Keihner Sanf. 1, 117, auch: Dilettantisieren. 
DMus. 15, 2, 789; Westermonn 3, 611b. ,ntisch, 
a.: dilettantenhaft. -antismius), m., uv.; 
ismen: Dilettanterei. G. 31, 122. Jantislisch, 
a.: dilettantisch. wülbrandt Kl. 311. -ĩẽren, intr. 
(haben): dilettantieren. Guskow R. 7, 121; 8, 
2 66 rc. (vgl.: Si dilGtta, er dilettiert. G. 31, 422); 
auch impers.: Mich dilettierts lergötzt es; treibt die 
Liebhaberei], den Vorhang aufzuziehn. G. 11, 181; 
auch: Das musik-d—de Fräulein. Schüching Brschl. Wege 
2, 305. Jo, m., n., -s; 0: Vergnügen, Ergötzen: 
Mit größtem d. Linbner Schor. 119. — Oilfüna: 
s. Babri. — Oilig-ence (frz. —ishängß’'), f.; -n, 
—&amp;: Schnellpost, Eil-, Stellwagen. Sch. 26a; In 
jenem mörderischen Riderwerke einer Uruguay-D. 
Gerlläcker WW. 301. enria (sran.), f.; —s: — 
Diligence: Die maulthierbesrannten D—s mit ihren 
rüstigen Mayorals. Mag. d. Ausld. 34, 6 83b rc., vgl. 
(it.): Die „Diligenga“. Sutzgow 3. 9, 277; Dem 
Imrresario der „Gebirgsdiligenga“". 275, s. diligenza. 
rnlia (lat.), f. 18 24, 11: Emsigk., Fleiß, Auf- 
merksamkeit, Sorgfalt; (Rechtsspr.): sorgfiltige
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        272 Diligenz 
Vermeidung v. Fahrlässigk.: D. qudm quis in sũis 
lädhibetl, soviel Achtsamk. u. Sorgsamk., als man 
dem eignen Vermögen zuwendet. -enz, f.; 0: 
Diligentia: D.-Eid, eidliche Versichrung der nach 
Möglichkeit angewandten diligentia; = Schein, 
Bescheinigung derselben. #nza (it. —sh—), (.; 
0: diligentia, bes. (Mus.): Con d., sorgfiltig; 
s. auch: Diligencia. — Dilinum klat., § 24, 2, 
Mn. : Halsband aus 2 Perlschnüren, wie Monolinum 
aus einer u. Trilinum aus dreien. Böniger Sab. 401. 
— Dillik (türk.), n., —#; —s: untres Beschläge, 
Grund. Hommer 10, 344. — Dillisch (irisch), m., 
uv.; uv.: eine eßbare Seepflanze, Rhodomsnia 
palwäta. Kohl Irl. 2, 431, s. Dulse. — Dilo: s. 
Kaschumpa. — Oiloch'se (gr.), f.; —(ehn: ein 
Doppel-Lochos (s. d.). — Oilög-it (gr.), k.; 
—(ehn: Zweideutigk., Doppelsinn, w. HB. 1, 300. 
Zisch, a.: zweidentig. — Diloglan (türk.), pl.: 
Sprachknaben (die zu Dolmetschern herangebildet 
werden). Hammer 10, 314.— Oilüceid-aliön (lat.), 
s.; —en: Erläutrung, Erörtrung. —ĩtren, tr.: 
ins Licht setzen, aufhellen 2c. us, a.: hell, licht: 
(Dillücida interrälla (s. d.). — Dilüdi-um (lat.), 
n., „s; zen s8 24, 2, n.]): Zwischen-Spiel, -Akt. 
— ODil-uendo (it.), adv.: (Mus.) verhallend. 
jũens Ilat., §24, 3.-Sntis; MzZ. -Ential: blutver- 
dünnendes Heilmittel, s. Ertenuans. Ulcren, tr.: 
zerstößen, verdünnen, auflösen, wegwaschen; ver- 
tilgen, widerlegen 2c. - üliön, f.; —-en: Dilnierung. 
„uviãl, a.: (Geolog.) dem Diluvium (s. d.) ange- 
hörig, darauf bezugl. 2c., z. B. (s. Onen 1, 631— 
618): Dee Errschichten. Ual3. 21, 149 2c.; D.-Ab- 
lagerungen; „Bildungen; Veden; -Eis; Eisenerz; 
Gebiet; Gebilre; Land; -Lehm; -Masse; -Mergel; 
Pcriode; -Schichte; Thon; Torf; „Tuff; Zeit 2c., 
vgl.: Die s. g. DT.-Zeit (welche nicht mit der biblischen 
Sündfluth zu verwechseln ist. Dviertelj. 39, 231 u.: 
Wo man in der Geologie noch mit Revolutionen, Ka- 
taklysmen, D.-Fluthen u. ähnlichen Hochdruckmaschinen 
arbeitete. Garlenl. 17, 15 8a rc.; Bekanntlich lehnt Vogt 
den Ausdruck Deluvialgebiet ab, denn dahinter steckt ja 
rie Sünrfluth 2e. Ua3. 21, 19. -uviälisch, a.: 
dilnoial. — nviänisch, a.: diluvial, auch: vor- (od. 
ante-) u. nach- (od. vest.) d. ürvium, n., —; 
-ĩen (§S 24, 2, n.]): Sünd= od. Sintddftuth (vogl. 
Déluge); auch übrtr., z. B.: Die Bücherfluth u. das 
endlose D. audächtig empfindsamen .. Trödels. Monaibl. 
1, 316a 1.; bes. aber (Geolog.): Die Sedimente 
ans dem Zeitraum vor der Gegenwart Diluvialgebilde 
od. D. Zurmeister Gsch. 278; Drift od. D. Büchner 
Mensch. 5; In der niedrigeren Anschüttung, welche ge- 
wöhnlich graues D. genannt wird. 104 1c. (vgl. Allu- 
vium). — Oilhdchnis (gr.), k.: Lampe mit zwei 
Flammen, s. Monolhchnis. 
Dimachärns (gr.), m. [8 24, 27: Gladiator, 
der beim Kampf 2 Schwerter führt. Guhl 2, 339. 
— Oimanche (srz. -ängsch), m.; —s: Sonntag 
(s. Dominica): Beaux d-s, s. beau. — Dimorch ##c.; 
s. Demarch. — Dime (engl. deim), m., 6 ; —8#: 
in Nordamer. — ½0 Dollar (vgl. Deelme). — 
Dimensiön (lat.), s.; -#en: Ab-, Ausmessung; 
Dimovieren 
Ausdehnung im Naum 2c. — Oimeter (gr.), m., 
—6; uv.: ein Vers aus 2 Versfüßen, z. B.: Ein 
jambischer D. (aus 2 Dijamben = aus 4 Jamben, 
Quaternarius, vgl. Trimeter u. Metrum). — Diméti- 
ens (lat.), m. s8 24, 3, entis]: Durchmesser 
(Diameter). — Dimi (türk.), m., —#; —: Gold- 
stoff: D. diba, schwerer. Hommer 10, 344. — 
Dimidi-atiön (lat.), f.; -#en: Halbierung. 
eren, tr.: halbieren. um (§ 24, 2, n. ): Hälfte: 
Ulra sũber] d. - us, a.: halb: Dimidia prs, die 
Hälfte; Dimĩdia investitüra, halbe Belehnung. — 
Dimibaliön (lat.), f.; —en: Kampf, Gefecht, 
Streit c. — Diminü-endo (ik.), adr.: (Mus.) 
decrescendo. ren (lat.), tr.: verringern, 
vermindern, verkleinern. io, f. [8 24, 3, önisl: 
Verringrung 2c.: Cäpitis d. (od. de minütio), 
Rechtsspr.: bürgerlicher Tod; Mus.: Theilung 
eines Tons in Noten von geringrem Zeitwerth: 
Imitatiönes por d-nem, Nachahmungen in solchen 
Noten 2c. tiön, f.; -en: diminutio. -tĩv: 1) 
a.: in kleinem Maßstab; verkleinert od. verkleinernd; 
klein 2c.: Diese lose d—e Vorstellung vom Sonett. 5. 
5220b; Gleich den d-en Schalthieren. pöckler Südöstl. 
1, 33; 2, 79.— 2) n., —eys; —e: Verkleinrungs- 
wort (s. Hypokoristikon). -tĩvisch, a.: diminutiv. 
-tivum, n., —#; va § 24, 2, n. ): Diminutlo 
(Deminutirvum): Daß sie im . Snupplicieren ihre 
unterschriebenen Namen alle im diminutivo setzen 
müssen, als Iwaske, Hänschen, für Iwan. Olcarius Reis. 
100b; Die Verba diminutira Lverkleinernden Zeit- 
wörterl. Zumpt 8233. Hor, m., —; -ztören [8 24, 
3. +öris): Verringrer — Subtrahend. — Dim- 
ission (lat.), f.; —en: Entlassung, Abdankung, 
Abschied eines Beamten: D—s-Dekret. ilionär, 
m., -(e)s: -e, —: Demissionzr 2. Sissoriale, n., 
—8; -n, älken [8 24, 3, n., Mz.: ial; islöorium, 
n., —#; örken [8 24, 2, n.): Entlassung: Der 
Generaldirektor hat seinen Abschied gefordert u. die 
Absicht, nach erhaltenem D., sofort zurückzutreten. Uat3. 
21, 570, — nam.: ein Schreiben, wodurch ein 
Geistlicher ein Pfarrkind entlässt, sei es zum Ein- 
tritt in eine andre Kirchengemeinde, sei es zur Vor- 
nahme einer kirchl. Handlung durch einen andern 
Geistlichen, auch ([Lü#ler] dimissöric od. 
dimissoriäles; Die Demissorialien. Gubkow 3. 
8, 201. itlend, m., -en, (—); —en: ein zu Ent- 
lassender, nam. ein v. der Schule zur Universität 
zu Entlassender — Abiturlent. ittieren, tr.: 
entlassen, verabschieden, abdanken 2c. — Oimit- 
(engl.), m., —s: -ies: „zweidrähtiges Gewebe“ 
(ogl. Polymit, vieldrähtiges u. Herämitos, 6drähti- 
ges — woraus „Sammle)t= entstanden; s. auch 
demité), ein gemusterter Baumwollstoff: Der D. 
od. Wallis. Karmorsch M. 2, 558; Uat#.# 20, 331 rc. 
— Oimorph (gr.), a.: „zweigestaltig“, in Znicht 
aufeinander zurückführbaren Krystallsormen krystal- 
lisierend L—isch). - ic, s.; -iemus, m., uv.; 0: das 
Dimorphsein (vgl. a-, iso-, rara#merph#rc.). — Oimos 
(türk.), m.: Grundgeld: D. Ilukatnasi. Natura-= 
lienrachtung. Hammer 10, 344. — Oimo-tion 
(lat.), f.; —en: Dimovierung. vieren, ir.: fort-
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        Dimyxos 
schaffen, entfernen. — ODimör-os (gr.), m., uv.; 
oi: Lampe mit 2 Dochten, s. Monolochnis. 
Din (hebr.), n., —s; zim: Gericht, Recht re., 
s. Bet-Din; Bes-Din; Dajan, vgl. (ar.): Be-dinet 
(bei deinem Glauben, deiner Religien!). Petermann Or. 
2, 266, als Betheurungsfermel. — Dinanderik 
(frz. —nangd-), f.; —n, —#: Messinggeschirr (v. der 
belgischen Start Dinant). — Oinär (pers. c.), 
m., —(e)s; —e Cen. Eerhard Wil. 2, 30); eine 
(Gold-) Münze, vgl. Denar, s. auch Bastoni. 
— Oinatoire (-oir), a.: Dcheüne##(s. d.) d. 
— Oindärol-o (it.), m., ; —, -i: Spar- 
büchse. — Dindon (frz. dengköng), m., —; 
—8#: Truthahn, s. Indian. — Oindpmene (gr.), 
f.; —ns; 0: Cybele. — Din(-é), -er □—, n., 
—#6# : —#: Mittag-Essen, -Mahl; Haurt-Mahlzeit 
des Tages, vgl.: Der Nachmittag bis zum D. Boden- 
lebt Erz. 2, 58. — Oincro (sran.), m., —8 ; — 
kleine Münze u. Probiergewicht (vgl. Denar). — 
Dingo, m., §; —: der anstralische Hund. Ausld. 
38, 1122b; Ohen 7, 1566; Perty 300. — Dinkkren 
(frz.), intr. (baben); tr.: zu Mittag speisen. — 
Dinieum sgr., § 24, 2, n.s: Mittel gegen den 
Schwindel (Antidinicum). — Oin-Imän! (türk.): 
bei meinem Glauben! (Schwur). Gerhard W. 2, 
210. — Oining-Uoom sengl. keiningruhm], n. 
(m.), —§; —#: Speise-Zimmer,= Saal: Sein Diner 
in einem D. in Regent-Street einzunehmen. Schücking 
FrN. 1, 286 2c.; masc.: Hachländer Heideh. 150. — 
Dinka, f.; —: D., D.-Pfeife, Art Tabackspfeife. 
Gartenl. 15, 519b. — Dinna, m., —; —: f. 
Adansonie. — Oinner (engl.), n., —s; —s: — 
Diner (s. d.): D. micht Mittagessen, sendern Haupt- 
essen). Kohl Irl. 2, 147, s. Lunch. — Din-örnis; 
Tosaürus; -othkrium: s. Deinotherion. — Din-os 
(gr.), Zus, m. I§ 24, 2): 1) Schwindel.— 2) Art 
Spülgefäß 2c. Weils Kost. 1, 872. — Dinumer- 
aliön (lat.), f.; -—en: Aufzählung. Vren, tr.: 
auf-, bherzählen. 
Dio (it.), m.: Gott: Pr d., bei Gott!; 
Mädre (s. d.) di D. 2c. — Diöcks, f.; Sen: 
Bezirk, — nam. (kirchI.): eines Bischofs, Erz- 
bischofs (Erz-D.), Superintendenten 2c.; doch auch 
z. B.: In dieser merieinischen D. 3p. Wahrb. 4, 142. 
Sän, m., —en; Sen: ein einer Diöcese Angehöriger, 
nam. von Gemeinden od. Geistlichen, bes.: der 
Vorsteher der Diöcese: Die Bischöfe mit ihren 
Den [Gemeinde-Angehörigen]. CKRobert 2, 154 ꝛe.; 
D.-Bischof. 1, 200;-Katalog; -Klerus. Gutz- 
kow 3. 5, 270; Nat 3. 21, 252; „Priester. 20, 
332; -Recht, das des D.-Bischofs 2c.; Abtragung 
der alten D.-Schulrd, welche die mit uns vereinigten 
6 Distrikte kontrahiert. CBobert 1, 193; D.-Stände 
(Nat 3. 21, 449); = Status, -Katalog; = Verfas- 
sung 2c. S, f.; —: Diöces: In der Erz-D. Gutz- 
kow S. 9, 50 5.— Dioch, m., —#;; —s: Art Vogel, 
Blutschnabelweber. GSarienl. 16, 139a. — Diöccia 
(gr.), pl.: diöcische Pflanzen. Sisch, a.: „zwei- 
häusig“ (dioicus), d. h. so daß männliche u. weib- 
liche Bluthen auf getrennten Pflanzenindividuen 
stehn, vgl. monöcisch c. — Diod-on (gr.), m., 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Dioptrik 273 
—6 ; zönten: „Zweizahn“, Igelsisch. — Oiögen-es 
(gr.), m., uv.; uv., zsse: männl. Name, bes. der 
eines Cynikers (Zeitgenossen Alerander des Gr.), 
s. Kriegk 2, 279 ff.; So wälz ich obne Unterlaß I wie 
Sankt D. mein Faß. G. 2, 245; Ein neuer D. Kant 
11, 197; Ein rerublikanischer D. çJacobs Verm. 5, 
!7 (auch Diogen, m., —# : —e) 2c.; D.= 
Krebs (Pagürns D.). in Kreiselschnecken lebend 
(wie D. in einem Faß); Mit der D.-Laterne gehn 
[Menschen suchend) 2c. -ismus, m., uv.; zismen: 
Wesen u. Thun des — od. wie des — Diogenes: 
Ich bin im protestantischen D. so alt geworden .., ich 
möchte auch, wie mein fremmer Vorfahre [D. zum 
Alerander] zu diesen geistlichen Weltüberwindern sagen: 
Verdeckt mir doch nicht die Sonne höherer Kunst u. reiner 
Menschbeit. G. 23, 190 (vgl. firiegg 2, 281). — 
Dioktarder (gr.), m., —s; —s: „Dorpelt-Acht- 
stichner“, nam. als Krystallform. risch, a. — 
Diomed (gr.), m., —(e)s; —e: Diomedes. Jea, 
f. [8 24, 11: s. Albatres. -es, m., uv.; uv., —se 
männl. Name, z. B. eines wegen seiner Grausam= 
keit verrufnen thracischen Königs u. bes. eines 
tapfern Helden von Treoja. — Dion-äan (gr.), f.: 
1) —, ieus; 0 [§ 24, 11: s. Diöne 1. — 2) f.; 
„den: eine Pfl., Fliegenfalle (Cobe-monches): Von 
den Reizbewegungen der D., wenn sie, nachdem sich ein 
Insekt auf sie gesetzt, ihre Klarpen zusammenschlägt. 
DPerin 148. -e, f.; —s, -ns; 0: 1) Venus war eine 
Tochter Jupiters u. der D. ., von welcher sie auch zuw. 
den Namen D. od. Dionia führt. Namler Moth. 61; 
Dns Knaben [dem Amorl. w. 10, 143. — 2) 
(Astron.) Die Saturnusmonte Herschel II. hat 
ihnen die folgenden Namen gegeben: Mimas, Enceladrus, 
Tethps, D., Rbea, Titan, Hryrerion, Jaretus. Mädler 
278; Westermann 3, 422b72c.— Dionhöf- e# (gr.), f.; 
— : Zis, f.I/§S24, 3, uv. I: Geschwulst, Intumescenz. 
— Oionßs, m., uv.; —e: Dionhsius: Zu D., dem 
Thrannen. Sch. 6 23. -#ien (gr.), pl.: D., Feßt des 
Bacchus sod. Dionösosl, an welchem die dramatischen 
Künstler, die deßhalb auch dionysische Künstler hießen, 
mit einander werteiferten. W. 2 1, 329. -isch, a.: s. das 
Vorstehnde u. Nachfolgende. ius, m., uv.; se 
[§&amp; 24, 2): männl. Name, z. B. zweier Tyrannen 
von Syrakus: Das s. g. Ohr des D. zu Sprakus. 
eine in Fels gehauene Grotte, deren Bau, der Sage nach, 
die leiseiten Reren, die darin geführt wurden, dem Tyh- 
rannen hörbar machte. Gehler 1, 167; Bonaventura saß 
lals Beichtvater] an dem großen Obr des D. Gutzkow Z. 
4, 99: Die Schriftsteller, die so häufig . über das ewig 
offne D.-Obr lrer Censur] klagen. 9p. 2c.; ferner z. B. 
ein Abt im 6. Jahrh. nach Chr.: D. der Kleine, v. 
dem die s. g. dionözsische Zeitrechnuug herrührt 2c. 
os, - us, m., uv.; O/S 24, 2): Gott des Weins, 
Bachhus. — Diophüntisch (gr.), a.: Dee Analysis, 
als Theil der Arithmetik, die Lösung unbestimmter 
Aufgaben (nach dem alerandrinischen Mathematiker 
Dierbamus). — Oiopfid (gr.), m, -e)8; -e: 
Baikalit (s. d.). pviertclj. 40, 194. — Diöpt-er 
(gr.), f.: —m: an Meßwerkzeugen eine Spalte zum 
Hindurchsehn: Die Diertren. Humboldt Kosm. 2, 470; 
D.-Lineal, mit D. versehnes. 210 2c. -rik, (.; 
18
        <pb n="290" />
        274 Dioplrisch 
en: s. Anaklastik. Pouillei 2, 121 ff. -risch, a.: 
zur Lichtbrechung gebörig, dadurch entstehnd re.: 
Dee Farben c. — Dioräm-a (gr.), n., —; -en, 
6: Art Panorama ((. d.), durch Gläser gesehn, 
wodurch die Ggstde bis zur natürlichen Größe ver- 
gröhert erscheinen, — oft für versch. Beleuchtung 
durch Tageslicht berechnet. — Oiorchit (gr.), m., 
—en, —6; -e#n): Versteinrung in Form zweier Hoden. 
— Dior-iemus (gr.), m., uv.; -ksmen: Be- 
griffebestimmung. istisch, a.: begriffsbestimmend. 
— Oiorit (gr.), m., —e)s, (en): —e, (-en): 
Grünstein (s. Arhanit), auch: D.-Porrher. dur- 
meister Gsch. 191 2c. — Diorthö-se (gr.), 
f.; —m; „sis, f. IS 24, 3, uv.]): Orthopädie 
(s. d.). -ia, m. [8 24, 1): Streckbett. lisch, 
a.: orthopädisch. — Oios (srau.), m.: Gott, 
z. B. D. lo pägn!, Gott lohn's! Gerstäcker Pench. 
2, 50 c. — Oioshüren (gr.), pl.: M)yth.: 
Kastor (s. d.) u. Pollur (s. d.), als Zwillings-= 
„Söhne des Zeus“ u. der Leda, nam. als Schutz- 
götter der Schiffer (s. Elm); auch am Himmel das 
Sternbild der Zwillinge; übrtr.: ein treu ver- 
bundnes Brüder= od. Freundespaar ꝛe. — 
Diösma, k.; zen [8 24, 11: Pflanze „v. durch- 
dringendem Geruch“, zur Zunft der Dioomsen. 
Sofe, f.; —n: s. Endosmose. — Oiosphr-os 
(gr.), m., uv.; zen: Dattelpstaume, zur Gatt. 
der Diosphr- acsen od. . olden. — Dioslof-e 
(gr.), f.; —n; -is, f. /§24, 3, uv. ). — Diölim-a 
(gr.), f.; —, zens; —s: weibl. Name, nam. 
in Platen's Symposion vorkommend, s. fschlegel 
GR. 253 ff.; D—s gepriesenes System sder platonischen 
Liebe!)) ist 2c. w. 3, 178; (Er sieht) ] D—s in allen 
sanften Schönen. 242 2e. 
Oipetalisch (gr.), a.: mit 2 Blumenblättern 
(vgl. apetalisch). — Diphoôni-um (gr.), n., —S; 
-en [8 24, 2, n.]): Tonstück für 2 Stimmen, 
Duett. — Diphr-os (gr.), m., uv.; zoi: ein 
niedriger, lehnloser, leicht beweglicher Sessel 2c. 
Guhl 1, 139 ff.; Weiss Kost. 1, 889. — Oiphiher-a 
(gr.), k. [8 24, 11: Pergament, Urkunde, Buch 
(vgl. Defter 2c.). -ilis, k. [8 24, 3, uv.]): Ent- 
zündung der Schleimhant der Luftröhre (schwarze 
od. Rachen-Bräune, Mehlhund, Soor). — Diphlhöng 
(gr.), m., —e)s, —en; -e, -en; -us, m. I§ 27, 
2): Doppellautler), d. h. ein aus 2 in einander 
verschmelzenden Vokalen gebildeter Lant — u.: 
das Zeichen dafür (vgl. Digraph). -eren, tr.: 
diphthongisch aussprechen 2c.: Die Diphtbongierung 
des u. Herrig 43, 141. -isch, a.: als Diphthong 
lautend. — Oiphypit (gr.), m., -en, —#6; -eln): 
Schalthier-Versteinrung. — Diphöllisch (gr.), a.: 
zweiblättrig. — Dipläsi-äsmus (gr.), m., uv.; 
zäsmen: Verdoxplung, z. B. eines Konsonantene. 
on, n., —#;; -zen: Deppelklavier (s. d.), mit 2 
gegenüberstehnden Klaviaturen, deren jede ihre 
eignen Saiten hat, auch: Dittalleloklinge u. Ditta- 
näflasis. — Dipl-eidoskop (gr.), m., -(e)s; -e: 
„Doppelbildschauer", ein astronom. Werkzeug, 
ein rechtwinklig-gleichschenkliges Prisma ans Glas- 
tafeln, das, vor dem Objektioglas eines Fern- 
Dipfade 
rohrs so befestigt wird, daß man v. allen nicht mit 
der Achse des Fernrohrs parallelen Strahlen durch 
dieses 2 Bilder erblickt, — zu Kulminations= 
beobachtungen 2c. dienend. -oe, f.; —n: das 
schwammige, weitmaschige, netzförmige Knochen- 
gewebe, das sich in f. g. platten Knochen zw. 2 
Lamellen harter Knochensubstanz ausbreitet: Die 
inure D. der Hirnschale. G. 27, 173 2c.; auch: die 
innre Zellenmasse der Blätter u. der Fruchthülle. 
Toidion, n., —: ken, ka; -oĩs, f. [83 24, 3, 
-idlis): „Dorvel-Umschlag“, Art weiblicher Klei- 
dung der alten Griechen, s. Weiss Kost. 1. 719 ff. 
-õm (gr.), n., (e)s; -e: Urkunde, nam.: über 
etwas Einem Ertheiltes: Anstellungs-; Doktor-; 
Ebrenbürger-D.; Seit wir das Erbfürsten-D. von unserm 
gnädigsten Kaiser erhielten. Cobr## 1, 191 2c. comat, 
m., —en, —#; —en: ein der Diplomatie Kunriger: 
übrtr.: ein schlau-gewandter Mensch, der in schwie- 
rigen Vhen sich ohne Anstoß zu bewegen u. sie zu 
seinen Zwecken zu benutzen weiß. omatärium, 
n., —#; ken: Urkundensammlung. -omäte, m., 
—n; —n: Diplomat. 3° mäler 7, 392; Taloj Erz. 
24 c. -omätele# f.; —en: (verächtl.) Diplomaten- 
wesen. Scherr Gr. 2, 118. -omäteln, intr. (haben): 
kleinlich diplomatisseren. Bl. 3, 323. -omalse 
(zuw. frz. Wßic), f.; —(ehn: Wissenschaft von den 
gegenseitigen Beziehungen u. den Interessen der 
einzelnen Staaten u. Fürsten, Staatsunterhand= 
lungskunst 2c.; auch: die Gesammtbeit der damit 
an einem Hof W. Beschäftigten, die Gesandten 2c.; 
ferner: Wesen, Handlungsweise eines Diplomaten 
(s. d.). Jomätik (——), f.; Cen): Wissenschaft, 
deren Ggstd das Verständnis v. Urkunden ist, u.: 
Buch darüber; zuw. st. Diplomatie: Machenschaften der 
Friedens.D. Scherr Bl. 3, 229. omällher, m., 
-s; uv.: Kenner der Diplomatik; auch st. Dirlo- 
mat, z. B.: Sch. 625a; wolmann Mem. 1, 252; 
Wollt Ihr mich zu einem Hundefott machen, zu einem 
D.7 Scherr Bl. 3, 511; 326; 330 2c. Jomälisch, 
a.: urkundlich, urkundenmäßig (D. genaue Ab- 
schrift 2c.); zur Diplomatie gehörig: (Das d Korrs, 
frz.: Corps diplomatique s-it]); in der Weise 
eines Diplomaten: (D-e Wendung, Vorsicht 2c.; Mit 
einigen d. klugen Schritten Alles zu beseitigen. G. 27, 
107 1c.). -omalisièren, intr. (haken): als Diple- 
mat (eig. u. übrir.) handeln 2c.; in Zsstgn auch 
tr., retl.: Vor purer diplomatischer Klugheit habt ihr 
euch selber be diplomatisiert. Volksz. 15, 194; 196 rc.; 
Die Franzosen aus Italien hinaus= zu. d. 16, 249; 
Die Diplomatie Uber-d. lan diplomatischer Feinheit 
überbieten. 13. 205 rc.; Eine rechnungswmgerische, 
sich ver-r—-de [durch D. sich verrechnende; falsch 
d—de] Bundesrertretung. 15, 196; 16, 166 cc. 
ople, f.; —enn: das Derrelsehn, Dittors(sie. 
-ose, f.; —: olis, f. [8 24, 3, uv.): Verdopp- 
lung, nam. von Krankheitserscheinungen. — 
Dipno 1c.: s. Deirno 2c. — Dipod-ia (gr.), k. 
!§ 21, 11: -ie, f. ; +eyn: (Metrik) ein Derpel- 
fuß, (doppelter Versfuß) als Grundlage eines 
Verses, vgl. Menorodie. -isch, a.: nach Diredien 
gemessen r. — Dips #c.: s. Dibs. — Dipf-ade
        <pb n="291" />
        Dipsacus 
(gr.), f.; —n: Dipsas: Die D. (Dursischlange) 
Ihr Biß ist heftig. .. Das schrecklichste Leiden aber, was 
rie Unglücklichen quält .., ist der unbeschreibl. Durst. 
Pauly Luc. 1519. acus, m. I§ 24, 2]: 1) Karden- 
distel, aus dem Geschlecht der Dirsaceen. — 2) als 
Krankheit = Diaberes. —as, f. [8 24, 3, -adis]: 
Art Natter, s. Dirsade. tisch, -ödisch, a.: durñig, 
dursterregend. omanké, f.; 0: Trunkfsucht; 
Säuferwahnsinn. — Diptam, m., —; —e: Pfl., 
bes.: Weißer D., Dictämnus rec., vgl.: Kretischer 
D. (od. D.-Dost), Origanum dietämnus 2c. — 
Dipt-eren (gr.), pl.: die „Zweiflügler“ unter 
den Insekten (s. Antliat): D.-Sammler. Oartenl. 15, 
806a. -Zrisch, a.: zweistüglig, auch: in Form 
eines Dirteres (s. d.), dir teräl, rgl. perirteral 2c. 
ercarpus, m., uv.; ven I§ 24, 2): „Zwei- 
slügelnuß“", eine Pflanzengattung. erolög, 
m., -en, —s; -en: Kenner der Dipteren. Dazu: 
Die, f.; dlisch, a. Teron, n., —; era I§ 24, 
2, n.): „Zweiflügler“ (s. Dipteren). -cros, m., uv.; 
uv., eroi [§ 24, 2): Gebäude (Temrel) mit dor- 
peltem Pteron (s. d.) od. rings v. 2 Säulenreihen 
umgeben. Euhl 1, 37 ff.; 2, 14. erögisch, a.: 
zweiflüglig. erg## f. [8 24, 3. -rygis): Pflan- 
zengatt., z. B. D. odoräta, Tonka (s. d.) -Baum. 
— Oiptot-on (gr.), n., —; za (§ 24, 2, n.]: 
ein Desektivum mit nur 2 Kafus. — Oiptpch-on 
(gr.), n., —s; za, zen [8 24, 2, n.]; -os, - us, 
m., uv.; oi [824, 21: doppelt zusammengefaltete 
Tafel zum Schreiben 2c. (entsprechend: Tri-, Pelr- 
rtochon 2c.). Suhl 1, 216; 2, 299 2c.; auch als 
kirchl. Verzeichnisse 2c. u. ferner von Bildern: 
Mebrere der zumeist in dem Zeitraum vom Aten bis zum 
6ten entstandenen Platten u. Dirirchen. Diese Bilder 2c. 
Wweiss Kost. 2, 69; Ein Elfenbein-Diptechen, welches 
den deutschen Kaiser Otto II. 2c. darstellt. 9 5 2c.; Die 
Flügelbilrer eines D-en. Nat3. 19, 36. — Oipnl-on 
(gr.), v., —#; -a: Dopxpelther, z. B. in Athen. 
— Dipßr (gr.), m., —eys; -e: ein Mineral, 
Schmelzstein, Skapolitb (s. d.). Olen 1, 183. — 
Dipprenisch (gr.), a.: mit derreltem Kern. — 
Dipprrhichi-us (gr.), m., uv.; zen [8 24, 21: 
Doprel-Pyrrhichius (s. d.). 
Dirũ (lat.), pl. I/§ 24, 1): „die Schrecklichen"“, 
als Bez. der Furien, auch: Diren. Ramler Mrtb. 205. 
— Oiradiatiön (lat.), f.; —en: das Auseinander- 
gehn der Strahlen. — Oiressch-i-Kapäni (rers.), 
n.: das pers. Reichsvanier, „die heilige Fahne des 
Schmieds“. Weils Kest. 1, 197. — Oirert (lat.), 
a.: grade, gradewegs, gradezu, unmittelbar rc. 
(Ggstz in-.); zuw. mit frz. Adv.-Endung: Als 
wenn er d—ement I—’ming] aus dem Mont herabge- 
fallen wäre. Hausbl. (66) 4, 195; Astron.: De Be- 
wegung, v. West nach Ost, Ggstz: retrograde. Teur 
(frz., —ör), m., —8; -s, —e: Direktor. Jheit, f.; 
0: das Direktsein: Die D. der Wahlen 2c. iön, 
f.; Sen: Richtung (z. B. auch: D—-Linie; 
Winkel eines Schusses rc.; D—#-Punkte, bei per- 
srektivischen Zeichnungen. G. 26. 25 sc.); Leitung, 
Oberaufssicht (auch — Musik —: D—s-Stimme, die 
erste Violinstimme, worin zugleich mit kleinern 
Dirigens 275 
Noten die Haupteintritte der andern Stimmen an- 
gedentet sind. Hüringer 321), auch: die leitende 
Oberaufsichts-, Verwaltungsbehörde (z. B.: Eisen- 
bahn-; PVost-; Theater-D. re.; Die General- 
D. der Anstalt 2c.); auch in frz. Aussrr., z. B.: 
Carte de d. I#irerjöng], Richtungskarte bei Ver- 
messungen 2c. ive, f.; —n: Leitung, Richtung, 
Richtschnur 2c.: Ein Vetum, das . er Regierung 
eine D. gebe. Grenzb. 26, 3, 267; Die D. für die Wahl 
ergreifen. Uat3. 20, 3; 256; 22, 10 5 2c.; Di- 
rektiv-Norm c. Soire (frz. —or), n., —#s; —: 
Direktorium, — nam. das des franz. Staats 
1795: Die Einrichtung ist nach dem Geschmack des 
irekteirs" 2c. Ltwald Genf 110. or, m., —; ören 
(§824,3, öris): Vorsieher, Leiter einer Anfalt, z. B.: 
Chor-D. Püringer 213; Die Stelle eines General- 
Ds der .. Universitätlen. Jo nüller 1, 326; Gymna- 
sial-; Ministerial-D. Kügge Rem. 3, 10, 256; 
Mufik= (Düringer 750); Orchester-(322); Post-; 
Schauspiel-; Schul-; Sing. (GEutzkow Z. 5, 
215); Theater-; Violin-(büringer 32 1) D. (vgl. 
Vorgeiger) 2c.; auch z. B.: Den D-en= Hof ter ost- 
indischen Handelsgesellschaft. Westermonn 3, 520a (vgl. 
dirckterial) 2c. -orat, n., —e)s; —#e: Amt u. 
Amtslekal eines Direktors. oriäl, a.: vom Di- 
rektorium ausgehnd, dazu gehörig 2c.: D.-Be- 
schlus; D.-Geschäfte; Errichtung eines v. einzelnen 
D.-Höfen zu instruierenden Bunreskirektoriums. 
Grenzb. 24, 1, 259 2c. örium, n., —; ken [824, 
2, u.]: Leitung, Oberaufsichtsbebörde, Vorstand 
2c.: Errichtung eines Bundes-Ds. GErenzb. 24, 1, 
259; Die gebeimen Registraturen des General direk- 
torii. Jomäöller 7, 22 1c.; auch sachl.: D. divini of- 
fieii. bei den Katholiken ein Kirchenkalender. 
Sorschaft, f.; -en: das Direktersein (Duiekterat): 
Bei fertzusetzender D. Schütze Hamb. Th. 545 2c.; die 
Gesammtheit der Direkteren (Direkrerium). Torn 
(engl.), n., —5; zories: In dem Manchester D. 
(Arresbuch). Grube Cb. 1, 140. Trice (frz. —riß), 
f.; n, (—8): Leiterin, Vortieberin (s. Direkter): 
Die D. der Trurre; D. eines Putzgeschäfs 2c. Crix, 
f. I§ 24, 3, Fieis): weibl. zu Direkrer (s. d.); 
auch (Math.): Richtlinie, bes.: Die D. einer Pa- 
rabel ist die die Achse rechtwinklig schneirende Grade, v. 
deren Punkten jeder Parabelr unkt so weit entfernt ist als 
vom Brennrunkt 2c. - Us, a.: direft: Orätio dirécta, 
direkte Rede (wobei die Worte des Sprechenden 
gradezu angeführt werden); Pér diréchtum, grade- 
wegs 2c. — Diremtion (lat.), f.; -en: Dirimie- 
rung. — Diren: s. Dirz. — Dirépt-iön (lat.), 
f.; —en: Plündrung, Beraubung. or, m., —S; 
ören /§ 24, 3, Sris!]: Plündrer. — Oirhem: s. 
Derbem. — Diribit-or (lat.), m. [824, 3, -örisl: 
Austheiler, nam. der Stimmtäfelchen. örium 
[824, 2, u.): Auf dem Marsfelde befand sich auch das D., 
ein großartiges Gebäure, welches zu der v. den diribi- 
töres vorgenommenen Stimmenzählung .. bestimmt 
war. Euhl 2, 145. — Dirig-ens (lat.): 1) m. 
[S 24, 3, éntis): Dirigent. — 2) I8 24, 3, n., 
-ntis. Mz. : éntia): ein Mittel, welches die Wir- 
kung nach dem Sitz der Krankheit leiten soll. 
18“
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        276 Dirigent 
Tent, m., -en, -s; en: der Dirigierende, Direktor 
x. ren, tr.: richten, leiten, lenken, anord- 
nen 2c.: Seine dorthin nach dlrigierte Bagage. Gutzkow 
Z. 7, 116; Sie gegen Asien zurück-zu-d. fiohl Südr. 
2, 250 ic.; Dlrigier-Bücher, als Anhalt für 
die Aufführung improvisierter Stücke 2c. (vgl. Seena- 
rium). Eichendorf Gsch. d. Dr. 115; -Talent 2c.,— 
Diritt-a (it.), t.; ze: (Mus.) Tonleiter: Alla 
lnach der] d., stufenweise. -Ura, f.; 0: der grade, 
direkte Weg: A d., s. Adrittura. — Dirim-entia 
(lat.), ntsen, pl.: Chehindernisse, die eine ihnen 
zum Trotz eingegangne Ehe ungültig machen. 
-Uren, tr.: trennen, scheiden; entscheiden, beendi- 
gen 2c. — Dirh, m., —;: —#: 1) (niedrd. — 
Dietrich, seem.) die Toppenant der Gaffelsegel, nam. 
der Besahngaffel. Bobrik 694 a c. — 2) (engl., 
dörk): Dolch der Hochschotten. — 3) s. Mais, Türk. 
— Dirlih (türk.), m., —6; 0: Lebensunterhalt. 
— Dirnazäde (ar.), f.: in den Märchen der 1001 
Nacht, die Schwester der Märchenerzählerin Schehe- 
rezade. w. 11, 3; 300. — Oirnferen, tr.: zer- 
stören, einreißen ꝛe. — Oiru-mpieren (lat.), tr. : 
zerreißen ꝛe. plion, f.; —en: Dirumpierung. 
— Dirulion (lat.), k.; —en: Dirnierung. 
I. Ois (lat.), m. [8 24, 3, Ditis): (Myth.) 
Pluto (s. d.): Des D. pater. Weifs Kest. 1, 1120. 
— II. Dis: 1) (Mus.) n., uv.; uv.: s. A3. — 
2) Vorsilbe (auch di): a) (lat.) Trennung, Ver- 
neinung bezeichnend. — b) (gr.) doppelt. — 
Disassektion (nlat.), k.; —en: Mangel an — 
od. Gastz von — Affektion (s. d.), Abneigung, 
Widerwillen 2c. — Oisagio (it. —äsbjo), n., —; 
—#: kaufm., Ggstz zu Agio (s. d., vgl. Pari): der 
beim Verwechseln minder werther Münzen od. Pa- 
piere statthabende Abzug: Se wird ein Uberschuß über 
den Bedarf einen Werthunterschied, ein D. der Staats- 
noten in Vergleich zu den Banknoten erzeugen müssen. 
Nat3 19, 214; 339; 21, 147 2c. — Disaccor- 
dieren (it.), intr. (haben): nicht Ubereinstimmen 
(vgl. discordieren). — Disamis, n., uv.; 0: ein 
vralt. Kunstwort der Logik für eine Art der 
Schlußform. IEAchltgel 4, 111. — Disappointse- 
ren □poengt-), tr.: s. desappointieren u. (engl.) 
disappoint (peunt]: Der erste Anblick wird jeden Rei- 
senden d. Kohl Engl. 3, 108. — Disapprob-ation 
(nlat.), f.; —en: Disapprobierung. -####n#t 
mißbilligen. — Disar: s. Disen. — Oisbörf-o 
(it.), n., —#; -i: s. Debours. — Disredieren 
(lat.), intr. (sein): aus einander, weg-gehn 2c. — 
Diorept-atiön (lat.), f.; -#en: Erörtrung. 
ätor, m., -6; ören /§ 24, 3, öris]: Schieds- 
richter, Cntscheider. -##r#n, tr.: erörtern, unter- 
suchen, entscheiden. — Discerä-a, f.:; zen [8 24, 
11: Art Infusorien, die den sog. rothen Schnee 
auf den Alpen bilden. Berlepsch A. 160.— Discern- 
ement (frz. mäng), n., —s; —6: Unterscheidung, 
urtheilskraft, Scharfsinn c. -ént, m., -en, —#;en: 
Entscheider. -ibel, a.: unterscheid bar, erkennbar, 
merkl.: Un= od. in-d. Sibilität, f.; 0: Unter- 
scheidbarkeit. .ieren, tr.: sondern, unterscheiden, 
erkennen. — Diocels: (lat.), m., -es; -e; Ziön, 
Dicharmonie 
f.; en: Weggang, Abzug, Abschied, Trennung 2c. 
— Dieip-el (lat.), m., —; uv.: Schüler, Lehr- 
ling, Jünger: Einem erklusiren D. der trocknen Rechts- 
gelahrtheit. fallmerayer Gs W. 2, 354 „2c. —in, f.; 
—en: 1) Lehre, Lehr-Zweig, Unterrichts-Fach, 
Wissenschaft 2c.: In allen (Schul-)Dren den ersten 
Preis gewinnen 2c. — 2) Zucht, z. B.: Schul-, 
Kirchen-, Kloster-Zucht 2e. (kazu z. B.: Dorsal= 
D., Rückengeiß lung 2c.) u. nam. auch: Kriegs-, 
Mannszucht 2c.: D. halten 2c.; Ubermutb der d.- 
losen Janitscharen. Globus 7, 162b; Partei-D. 
DMus. 15, 2, 594; Un- od. In-D. 2c. -lĩna, (. 
[§#21, 11: Disciplin (1; 2): D. arcän#a, Geheim- 
lehre 2c.; D. ecclesidstica, Kirchenzucht 2c.; Na- 
gister discipline, Zuchtmeister in Klöstern 2c. 
linabel, a.: diseiplinierbar. -linär, a.: zur 
Diseiplin (2) gehörig 2c.: D.-Gewalt über die 
Amtsuntergebnen zur Erhaltung der Diseiplin rc.; 
Sache; Strafe; „Untersuchung; -Ver- 
fahren; Vergehen; -- Vorschrift cc. 
„linãrisch, a.: disciplinar. -linĩtrbar, a.: der 
Diseiplin u. Diseiplinierung zugänglich, unter- 
worfen 2c.: Daß der franz. Soldat nicht unbedingt d. 
sei. Mal 3. 20, 26 3 2c.; Dee Gerichtshöfe. Volksz. 15, 
56, die nach dem Diseiplinarverfahren gemaßregelt 
werden können; Das Gesetz, welches die Dkeit der 
Richter noch verschärft. 14, 48 2c. hinferen, tr.: 
zur Manns-, Kriegszucht anhalten, in Zucht hal- 
ten c.: Die (in- od.) un discixlinierten Truppen d.; 
Eine trefflich disciplinlerte Klaqueurtruppe. Garienl. 15, 
783a 2c.; auch: nach dem Diceiplinarverfahren 
maßregeln. — Diseit (ulat.), m., —en; -en: 
diskus= od. scheibenförmige Muschel, Versteinrung. 
— Dicrite (lat.): lernet, — nam.: D. jästiticm 
moniti-ét non temnere diros! (Lernet gewarnt recht 
thun u. nicht mißachten dle Götter!) nach Dirgi## An. 
6, 620, z. B. w. 31, 183. — Dieddar (türk.), 
m., —6; — : Befehlshaber. Sammer 10, 344. — 
Disdiäkl-asis (gr.), f. § 24, 3, uv.): doppelte 
Strahlenrechung. slisch, a.: Disriaklasis zei- 
gend. — Oisdiapäson (gr.), n., —s: —#: Dop- 
xpel= Oktave (s. Diarason 1). — Oisen (nord.), 
pl.: D. heißen die Göttinnen alle, niedrd. Idisi, bochr. 
Itisi. Limr#ock Fr. 195; Wohl wobnen Götter im 
Disar-Saal. 10. — Oisert (lat.), a.: deutlich 
aus einander — gesetzt od. setzend: klar; beredt 2c. 
— Oifkktte (frz.), f. ; —: trister Mangel, nam. 
Hungersnoth, aber auch z. B.: Diese traurige 
Vögel= u. Ton-D. Tanr'keus. Kohl Südr. 1, 319 r2c. 
— Dissiguraliõn (nlat.), f.; —en: Cntstellung, 
Verunstallung, Misgestalt. — Oiogin (türk.), 
m., —6; —6: Zügel. Hammer 10, 344. — Diegiri 
(it. —osch—), pl.: Abfälle v. Seidenfäden. — 
Diogracze (frz. —gräß), f.; 0: Ungnade. eren, 
tr.: in Ungnade fallen lasen. -iös, n.: unange- 
nehm, widerwärtig 1e. — Disgreg-aliön (lat.), 
f.; -en: Zerstreuung, der Lichtstrablen 2c. - Kren, 
tr.: eine Schar 2c. zerstreun, aus einander jagen #. 
— Diogust-I#ren (it.), tr.: degoulieren (s. d.). 
So, m., -6; 0: Degont (s. d.). — Disharmon-ir 
(niat.), f.; —ehn: Mangel od. Ggstz der Harme-
        <pb n="293" />
        Disharmonieren 
nie (s. d.); Mißlaut, Mißton, Misstimmung, 
Uneinigk., Zwietracht. -iẽren, intr. (haben): 
disharmonisch sein. isch, a.: der Harmonie er- 
mangelnd, mißtönig, mißhellig. — Dishlex (engl. 
dischli): Ortsname, dazu als Bez. v. Racen: D.- 
Rind, -Schaf. Falke Th. 1, 214a. — Oisintegratiön 
(ulat.), f.; -en: s. Desintegration: Die Folgen der 
D., wie man den Zusammenfall Osterreichs euphemistisch 
nennen hört. Na# 19, 527 2c., s. auch differentiieren 2. 
— Disinvölt-o (it.), a.: ungezwungen 2c. (nam. 
Mus.). -ra, f.; 0: Ungezwungenheit: Mit einer 
gewissen d., einer Art hochgebildeter Leichtigk. Hausbl. 
(67) 1, 202; Na#. 21, 287. — Oisis, n., uv.; 
uv.: f. A 3. — DOisjcert (lat.), a.: aus einander 
geworfen, hie u. da zerstrent. -us, a.: disjekt: 
Disiécti mémbra poöta (nach Horal. Sat. 1, 4, 62), 
als Bez. für Dichterworte, deren Versmaß zerstört 
ist, aber worin man trotzdem den Dichtergeist 
wahrnimmt. — Oisijun-gieren, tr.: trennen, 
sondern, einander entgegensetzen. -tctiõn, f.; —en: 
Disjungierung. -et, a.: disjungierend: D-e 
Konjunktionen (wie: entweder — orer) 2c. -tior, 
m., —s; zetbren: „Sonderer“, z. B.: Um die In- 
duktionsströme genauer untersuchen zu können, bedarf man 
eines Apparates, welcher gestattet, durch irgend einen 
Körper entweder nur die Offnungsschläge od. nur die 
Schließungsschläge der Induktionsspirale hindurchgehn zu 
lassen. Ein solcher Apparat ist u. A. Dove's D. IMüler 
Bhys. 2, 443. — Oiscalceät (nlat.), m., Sen; 
—en: ein Unbeschuhter, Barfüßermönch (Ercalccät). 
— Discalieren: s. Ca#lieren. — Oiscant 
(mlat.), m., —(e); —e: (Muss.) die höchste, die 
Oberstimme, Sopran (s. d., val. Alt), auch — 
D.-Sänger; bildl.: Ich hoff, euer Gewissen werde einen 
feinen D. in solchen Tenor singen. Lulher 6, 360b 2rc. 
(vralt.: Den Baß u. Alt,] Tenor u. Cant. Spee Tr. 
21). Als Bstw. (s. Alt), z. B.: D.-Flöte; -Geige; 
Sänger; Stimme 2c.; -Schlüssel, -Zeichen. Zist, m., 
—en, ;Sen: Diskantsinger. — Oisclam-atiön 
(lat.), f.; -en: Disklamierung. -#er###, tr.: 
ver-, ableugnen, nicht anerkennen 2c. — Disk- 
oböl (gr.), m., —e)s, —en; —en: Diskus-Werfer, 
z. B. die myronische Statue eines solchen. DMus 17, 
2, 203. obölia, f. 18 24, 1); -obolkfe, f.; 
—(eyn: das Diskuswerfen; Diskuswurf. - öbolos, 
—öbolus, m. (§ 24, 11: Diskobol. Cuhl 1, 246. 
Joidisch, a.: disfus-, scheibenförmig. -olith, m., 
—en, —#; -en: Nummulit (s. d.). — Disrcömfort 
(engl.), m.t, —#; —# : Mangel an Komfort (s. d.); 
Unbehagen; Unmuth; Trostlosigk. 2c.: Den raffi- 
nierten barbarischen D. des modernen Agyptens. WhHeint 
Weltr. 1, 3; 9.— Discönt, m., n., —s; —, Sen: 
Diskonto (s. d.). -äbel, a.: diskontierbar. 
abilität, f.; 0: Diskontierbarkeit. ent, m., 
-en, (—#); —en: Einer, der — u. sofern er — einen 
Wechsel diekontiert. eur Cör), m., —s; -e, —8 
Diskontent, Wechsler: Banken u. Privat-Ds. Nat# 
22, 10. „rbar, a.: wofür eine Diskontierung 
statthaft. -ikren, tr., auch o. Obj.: Wechsel vor 
der Verfallzeit mit Abzug bestimmter Prorente (des 
Diekontos) versilbern (— gw.: sie so kaufen; doch 
Diserelion 277 
auch zuw.: sie so verkaufen, bestimmter: verd., 
z. B.: Ob man einen langsichtigen Wechsel billiger 
kauft u. dort ver-d. lässt. Meyer Konv. Ler. 1, 100 3acc.); 
Wechselgeschäfte machen. — Discontinu-rrlich, 
a.: der Kontinuität (s. d.) ermangelnd, unzu- 
sammenhängend, unterbrochen, unstetig 2c. Zität, 
f.; 0: Mangel an Kontinnität (s. d.), an Stetig- 
keit, Zusammenhang, Verbindung c. — Oiscönlo, 
m., n., —8 ; —: Abzug beim Bezahlen noch nicht 
fiälliger Wechsel oder Summen (frz. Décompte, 
Escompte): Waaren= D. (od. Rabalt, s. d.) u. 
gw.: (Wechsel.)D.; Der D. steigt, fällt 2c.; D. 
(od. Diskont-) Arbitrage (s. d.); -Bank, die 
Wechsel diskontiert;= BZerechnung; .= Geber, der 
Wechsel gegen D. auszahlt; Geschäft;-Ge- 
sellschaft, Kasse, s. --Bank; = Nehmer, der 
Wechsel gegen D. verfauft; Rechnung; . Satz; 
Tag, Tag der Auszahlung bei diskontierten Wech- 
seln im Ggstz zum Verfalltag 2c. — Disconven- 
ance (frz. —ingß), f.; n, —s: -nz (lat.), k.; 
—en: Mangel an Ubereinstimmung, an Paslichk. 
2c.; Ungehörigk., Mißverhältnis 2c. -ren: 1) 
intr. (haben): Etwas diskonveniert, stimmt nicht, 
ist ungehörig, unpassend, unstatthaft 1c.— 2) tr.: 
Jemand diskonveniert Etwas, nimmt, stellt es in Ab- 
rede 2c. — Oishophora (lat.), k. [§ 24, 11: 
Scheibenqualle. Burmeister Gsch. 373. — Discord-- 
ance (frz. —ingß.), f.; —s: Mißklang, Mißstim- 
migk., Mißhelligk., Uneinigk. 2c., vgl.: Daß 
Zwist sich in Eintracht (discords en accords) wandle. 
sewald Genf 426. -änt, a.: discordierend. -anz, 
f.; —en: Discordance. -ia, f. [8 24, 11: Zwie- 
tracht (s. Ggstz Concordia), auch personificiert 
(vgl. Eris u. blalum 1). Uren, intr. (haben): 
mit Etwas, mit Einem nicht überein, nicht 
zusammenstimmen 2c. — Disk-os (gr.), m., 
uv.; uv., zen: s. Discus. — Discour-féren 
□kur—); —S (—khür): s. Diskur-rieren;s. — Discrebit 
(frz.), m., —(eys; 0: Miß-Kredit (s. d.). -keren, 
tr.: in Mißkfredit bringen 2c.: Angst vor Diskreri- 
tierung ihrer Anstalt. Schücking FrR. 2, 319 2c. — 
Discrep-ant (lat.), a.: mißbellig, nicht überein- 
stimmend 2c. -änz, f.; -en: Mishelligk., Mangel 
an Ubereinstimmung, Zwiespalt 2c.: Es entsteht eine 
Entzweiung in Dem, was vorgestellt u. bezeichnet wer- 
den soll, u. also auch eine D. in Denen, die davon han- 
deln. G. 39, 151; 24, 158; Wegen der großen D., 
die zw. der Schreibart u. der Aussprache seines Namens 
eristiert. Kohl Engl. 2, 181 2c. Jieren, intr. (haben): 
mißhellig sein, nicht übereinstimmen, in der An- 
sicht auseinandergehn 2c. — Discreét (lat.), a.: 
1) in sich unterschieden, nicht stetig: (Math.) D-e 
Größen; Dee Proportion, in der die beiden Mittel- 
glierer v. einander verschieren sind 2c.; (Phys.) 
De lugw. st. elastische] Flussigk. Hehse. — 2) urtheils- 
volle u. umsichtige Unterscheidungsgabe u. Berück- 
sichtigung für alle Vhe habend, bekundend rc., 
nam, auch: rücksichtsvoll, bedächtig, verschwiegen 
cc. (Ggstz in-d.). —ion, f.; 0: das Diskret (s. d. 2) 
Sein; auch: Sich dem Sieger auf D. (frz. à dis- 
crétion, — spr. —ehßjöng) ergeben, die Bedin-
        <pb n="294" />
        278 Discretionär 
gungen ganz seinem Urtheil u. Ermessen anheim- 
gebend, also: bedingungslos; auf Gnade u. Un- 
gnade c.; D-s-Alter,-Jahre (lat.: änni discre- 
tiönis), der Verstandesreise u. Mündigk., des selb- 
ständigen Urtheils 2#c.; Nach einer D-s-Pause. 
Gutzkow Z. 5, 104, in der man abwartet, ob ein 
Andrer vielleicht das Wort nehmen will;= Tage, 
kaufm. — Respekttage (s. d.) c. ionär, a.: in 
Jemandes Diskretion u. Ermessen gestellt, diesem 
u. den Bestimmungen desselben anheimgegeben 2c.: 
Dre Gewalt 2c. Cionell, a.: Diskretion übend, 
rücksichtsvoll 1e. —o (it.), a.: diskret; con discre- 
zione (s. d.). -örium, n., —; -örken [§ 24, 2, 
n.]: in Klöstern 2c., das Kollegium der Obern u.: 
ihr Sitzungslofal. — Oisereziöne (it.), k.; 0: 
Diskretion, nam. (Mus.): Con d. begleiten, mit 
Rücksichtnahme auf die Hauptstimme, sich ihr an- 
schmiegend u. fügend; Con d. spielen, mit verständ- 
nisvollem Ermessen für die Absicht des Tensetzers 2c. 
— Dieserim-en llat., § 24, 3, n., -iniss: Ab- 
stand, Entfernung; Unterschied; Entscheidung; 
Zeitpunkt der Entscheidung, der Krisis (s. d.), Ge- 
fahr 2c. inäbel, a.: unterscheidbar, s. in-d. 2c. 
Zinälis, a.: Die Nadel, womit der ganze Haarbau zu- 
sammengehalten wurde, hieß Tens d. ... Nestnadel. 
Böniger Sab. 127. -inãlim, adv.: mit Unterschied. 
Zinatiön, f.; -en: Unterscheidung 2c. interen, 
tr.: unterscheiden, sondern, trennen 2c. — 
Diseruci-alion (lat.), f.; —en: Zermartrung 1#c. 
-ĩẽren, tr.: zermartern, quälen 2c. — Oiseulp- 
atiön (ulat.), f.; —en: Entschuldigung, Recht- 
fertigung. -#keren, tr.: entschuldigen, rechtferti- 
gen. — Disc- urrieren (lat.), intr. (haben);: sich 
besprechen, reden über Etwas, — auch (nach dem 
Frz.): discourieren u. (z. B. w. 36, 252); diecu- 
rilelren c. -ürs, m., -—es; -e: Vortrag, Unter- 
redung über Etwas. ursi, a.: 1) sich auf Be- 
griffe u. deren Vergleiche beziehnd (Ggstz: intuitiv): 
De.e Erkenntnis. — 2) gesprächsweise, beiläufig rc., 
auch: disch u. als Adv.: discursifve. -uͤrsus, 
m. [8 24, 4): Diskurs: D. preeliminäris, Vorbe- 
richt ie. — Oiseus (gr.-lat.), m., uv.; uv. 
[8 24, 21: 1) Wurfscheibe bei den Kampsspielen 
der Alten; gr.: Diskos. Guhl 1, 246 ff.; auch Dis- 
kos= (od. D.-) Scheibe; dazu: -Werfer; Wurf (edd.), 
vgl. Diskobel. — 2) (s. 1) verallgemeint: Scheibe; 
etwas Scheibenförmiges (z. B. botanisch 2c.; Der 
Sonne gluhender D. Murhard Konst. 1, 209 1c.); fer- 
ner: Teller u. nam. — Patene (s. d.). — Disec- 
ussiõn (lat.), f.; —en: Erörtrung (vgl. Debatte): 
Nach der General-D. Uat 21, 279; Sofort in die 
Special-D. elngetreren. ehd. - uss#i, a.: erörternd; 
zertheilend. - utabel, a.: diskutierbar. Erenzb. 26. 
2, 362. -üllens /&amp;#21, 3, n., Entis; Mz.: Ential: 
zertheilendes Mittel. = ulierbar, a.: worüber sich 
diskutieren lässt. uan. 20, 295; Un- od. in-d. 
utieren, tr.: erörtern: Diese so reifl. durch disku- 
tlerte Frage. 21, 405. — Dielo-eièren (lat.), 
tr.: v. seinem Orte wegrücken: Möbel 2c. d.; Trup- 
pen d., verlegen; Schüler d., versetzen; Ein Glied d., 
verrenken, verstauchen 2c. ätio, f. [8 21, 3, 
Dispensieren 
önis]): Dislocierung, z. B. (Chir.): Verschiebung 
eines Theils v. feiner richtigen Stelle; D. cordis, 
fehlerhafte Lage des Herzens; D. Sssium, Knochen- 
verschiebung 1e. -kation, k.; -en: Dislocierung, 
z. B.: Eine Zeit, in der Kunstwerke, geringere D-en 
abgerechnet, meistens an Ort u. Stelle blicben. G. 30, 
302; Truxpen-Dren. Uatl 3. 20, 447; Ds-Plan lfür 
die einquartierten Gästel. G. 17, 391, vgl. 39 5 rc. 
queur (frz. —kör), m., —#; —: Gliederverrenker, 
. B. — der sich mit Gliederverrenkungen als 
Kunststücken produciert (Kautschukmann). Spielhagen 
Pr. 5, 176. — DOismembr-aliön (nlat.), k.; 
—en: Dismembrierung: Den länrlicher Grundslücke. 
Volksz. 14, 12 2e. -ieren, kr.: „zergliedern“, zer- 
stückeln, zertheilen, Theile v. einem Ganzen od. 
aus einem Verband ablösen 2c. — Disbrderln 
(engl.), a.: unordentlich, liederlich 2c.: Das sie d. 
houses shãũses] (liererliche Häuser) hielten. Kohl Engl. 
2, 226. — Oisorganis rc.: s. Desorg 2c. — 
Disp’accio (it.—itscho), m., —s; —8, aecj (äischh; 
ache (frz. —äsh’'), s.; —#: (seem.) Berechnung des 
Beitrags für jeden Antheilhaber bei Haverie (s. d.), 
span. Despacho (s. d.). acheur (□aschör), m., —; 
—#, —e: der die Dispache auf Händen bat. Ualß. 22, 
173. Lachièren (-asch-), tr.: die Dispache auf- 
machen. — Oispandieren (lat.), tr.: ausbreiten. 
— Disparägi-um (mlat.), n., —&amp; zen (§ 24, 
2, n.): Ehe mit einer unebenbürtigen Person (vgl. 
morganatisch). — Disparal (lat.), a.: ungleich- 
artig, nicht zu einander passend: Diese d-en Autoren 
vergleichen. Gervinus Hist. 7, 5980; Hier sah ich meine 
d—esten Beschäftigungen neben einander gestellt. G. 40, 
121 re., auch substant.: Daher die D-en [Ungleich= 
artigkeiten 2c., die erschienen. 32, 273 rc. — 
Disparität (lat.), f.; —en: Ungleichheit, Ver- 
schiedenheit c. — Dispakhis (ulat.), f.; —(eyn: 
Ungleichheit der Empfindungsweise, des Gefühls 2c. 
Diopatch-velssel (engl.), n., —##; —#: Die Avises 
(s. d.) ob. D—s. Grenzb. 26, 4, 100. — Oispendiös 
(lat.), a.: kostspielig c. — ODiepéne, m., es; 
—e: Dispensation, Erlas ½#. — (it.), f.-e: s. 
Depense. Jabel, a.: wofür Dispens ertbeilt wer- 
den kann. Jarg#(engl. —äri), n., —: zaries;: 
Ort, wo Arzneien dispensiert werden. IKoht Var. 
2, 31 (nam.: unentgeltlich für Arme). -ation, 
f.; -en; —#-: Dispensierung, z. B. v. Arzueien. 
G. 21, 154 re.; Nnam.;: die für einen einzelnen Fall 
verordnete Aufhebung od. Modif#kation eines Ver- 
bots, z. B.: Ehe-D. (rd. „Dispens), nam. in Be- 
zug auf Heirathen zw. Verwandten; Fasten. D. 
2c.; D—#s-Bulle (s. d.), Schein: = Gebühr, 
Geld 2e. -ätor, m., —;; ören (§ 21, 3, örisfs: 
der Austheilende, Wirthschaftsrerwalter, Rech- 
nungsführer 2c. Guhl 2, 253. -atorium, n., —; 
orsen (§ 21, 2, n.: Verordnung des Medicinal= 
kollegiums in Betreff der v. den Apothekern zu hal- 
tenden u. zu dispensierenden Heilmittel (Pharma- 
kopèe), s. Humboldt Kosm. 2, 250 u.: die Gesammt- 
heit dieser Heilmittel. G. 3, 256; w. 2, 4; 10, 
265 ie. Zense (frz. —ingß), f.; —#: Disrens. 
iere (it.), m., —#; -iẽri: Dispensator. -keren,
        <pb n="295" />
        Dispergieren 
tr.: austheilen; Arzneien bereiten; v. etwas sonst 
zu Beobachtendem, einer Verpflichtung 2c. entbin- 
den (vgl. Dispensation). — Disper--gieren (lat.), 
2z.: ver-, zerstreuen. -sion, f.; —en: Zerstreuung, 
nam. der Lichtstrahlen, die durch ein Prisma gehn. 
pouillet 2, 166, s. auch Fluorescenz. — DOisperma- 
tisch (gr.), a.: doppelsamig. — Dispertikeren 
(lat.), tr.: vertheilen, austheilen. — Displant- 
atiön (lat.), f.; —en: Verpflanzung 2c. ren, 
tr.: verpflanzen, versetzen. — Oisplic-enkia (lat.), 
f. [8 24, 11: das Mißfallen, das Nichtzufrieden- 
sein, nam. mit Etwas, das man eingegangen ist: 
Displicentis p#ctum, Reukauf-Vertrag. enz, f.; 
0: Diesplicentia. -keren, intr. (haben): miß- 
fallen. — Oifspondé-#us (gr.), m., uv.; zen 
[5 24, 21: Doppel-Sponräus (s. d.). — Dispo- 
nend-um, u., —; zen llat., § 24, 2, n.): zur 
Verfügung Gestelltes, nam. solche Waare; bes. im 
Buchhandel: unverkaufte Artikel, die der Sorti- 
menter dem Verleger zur Verfügung stellt. -nént, 
m., -en, (F8); —en: Einer, der über Etwas dis- 
poniert, bes.: der mit procura (s. d.) od. Ver- 
fügungsvollmacht versehne Vertreter eines Hand- 
lungshauses, vgl. Faktor 2. -ntbrl, a.: verfüg- 
bar; zur Verfügung, zu Gebet stehnd 2c.: D-e 
Gelder, Truppen 2c. nibilität, f.; 0: der Zustand 
des Disponibelseins, Verfügbarkeit: D-s-Gehalt, 
Halbsold für disponibel (od. zur Disposition) ge- 
stellte Militärs. „nĩeren (frz. disposer): 1) tr.: 
a) Etwas d., eintheilen, anordnen, entwerfen 2c. — 
b) Einen d., wozu stimmen, auch: Zu Eiwas disro- 
niert (gestimmt, gelaunt] sein; Gut, schlecht (od. in-) 
rispeniert 2c. — 2) intr. (haben): Anordnung 
treffen, über Etwas verfügen 2c. (vgl. Dieu, 
Schluß). sitiön, f.; —en: 1) Eintheilung, An- 
ordnung, Plan, Entwurf 2c.: Die D. zu einem Auf- 
sab, zu einer Prerigt 2c., zu einer Schlacht 2c.; Seine 
Deen treffen (s. 2). — 2) (s. 1) Verfügung, das 
freie Schalten über Etwas u. das Recht dazu: Freie 
D. über Etwas —, es zur D. haben; Einem Eiwas zur 
D. stellen, z. B. auch: Unbrauchbare Waaren 2c. stellt 
der Emrfänger dem Absender zur D.; Beamte, Militärs 
zur D. stellen, außer aktiven Dienst, aber doch so, 
daß man benöthigten Falls gleich darüber verfügen 
kann; General zur D. 2c.; D##-efähig, freie Ver- 
fügung übers Seinige habend;= Gelder, s.-Kasse; 
Gut, wieder zur D. des Absenders gestelltes; 
Kasse, zur Besoldung für Beamte rc., die zur 
D. gestellt sind (z. B. Jomüler 7, 234); -Recht 
(über Etwas. Grenzb. 21, 1, 145); Die Manquements 
werden bei den Trupyentheilen durch Einziehung v. Ds- 
Urlaubern gedeckt. Nat 3. 20, 250 :2c. — 3) das 
Disponiertsein zu Etwas, Stimmung, Neigung, 
Geneigtheit, Anlage dazu 2c.: Eine D. zur Schwind- 
sucht haben 2c.; Ich blies lrie Flötel mit so glückl. D. 
der Finger u. der Zunge. G. 28, 24; Durch die prä- 
valierenden D-en ist der Charakter des Menschen be- 
stimmt. DMus. 17, 2, 362; Ihre besondre D. zur 
Frömmigk. w. 36, 85. „silĩv, a.: Einrichtungen, 
Verfügungen betreffend. — Oispossess-Uren, 
tr.; Siön, f.: s. Depesse-dieren, ssion. — Dis- 
Disrekommandieren 279 
pollieren (ulat.), tr.: in Posten theilen, abtheilen. 
— Oisproportiön (ulat.), f.; —#e#: Mangel an 
Proportion, Unverhältnismäßigk.: Eine solche D. 
zwischen Anstalten u. Erfolgen. Eugel 11, 425; C. 19, 
296; w. 31, 147. —dl, a.:; unverhältnismäßig. 
-alität, f.; —en: Dispreportion. i#rt, a.: dis- 
provortional. G. 31, 395. — Oispun-girren 
(lat.), tr.: Rechnungen 2c. genau durchgehn :e. 
Fktion, f.; —en: Dispungierung. — Oisp-üt 
(auch — nach frz. dispute, f. — üt), m., —e)8; 
e: Wortkampf (vgl. Diaribe). Spielhagen Pr. 5. 
128; Sie in rbilosorhische Disp üte verwickeln. 92 2c. 
Sübrl, a.: streitig, nech nicht ausgemacht ꝛe., (. 
Ggstz: In-d. 2c. -änt, m., —en, (-s);—en: Einer, 
der disputiert: Einer der Mit-Den. Salon 3, 288. 
#- utat, n.t, —e)s: —e: Disput. Garienl. 15, 7398; 
16, 676a. -utatiõn, f.; -en: Disrut, nam. auf 
Universitäten als öffentl. Feierlichk. u. Form; Schrift 
als Grundlage eines solchen dienend (vgl. Disser- 
tation): Doktor-, Gradual-D., zur Erlangung 
der Doktorwürde od. —: eines akademischen Gra- 
des; Habilitations-, Inaugural- D., um 
sich als Docent auf der Universität zu habilitieren; 
Promotions- (s. Doktor-) D.; Scheden-D. 
über einzelne Thesen 2c. utatörium, n., —; ken 
[S 24, 2): gelehrte Disputierübung. -utax, a. 
[8 23, 3, Acis]): streitsüchtig: Animal (s. d.) d. 
utieren, tr.; intr. (haben): Etwas in wissen- 
schaftl. Streit erörtern; einen Wortstreit führen .: 
Schwätzen u. d. Jes. 8, 19:; Ich dispukiere die Gegner 
todt. Körner 248a; Das disputiert ihm Niemand nicht 
labl. Sch. 32 Sa c.; Große Processierer u. Dispu- 
tierhähne. Kohl Sürr. 2, 187; Disputier- 
Kunst. Wackern. 1, 47439; „Lust. DAus. 173, 2, 
399; Tlustig;-Sucht. SdDitz Ed. 1, 321; süch- 
tig. pauly Luc. 9, 1171;„Ubung; Verein. 
Glaser Niedrl. N. 151 1c.; auch: Einem Etwas ab-d. 
labstreiten). forkker Br. 1, 199 2c., Ggstz: auf-d. 
Gollei Charr. 1, 13; GCanlenl. 16, 580 acc. (s. ein-d.); 
Aus-d., zu Ende: auch tr.: Meinen, sie haben allen 
Witz längst ausdisrutiert, ausgegrübelt. Zinkgräf Schul- 
pofs. 133; Ideen, die er dabei zu entwickeln u. durch- 
zu-d. fand. Engel 7, 16; Starrkopf, der sich Nichts 
ein d. lässt. Kuläus Ph. 1, 56 (vgl. ouf-d.); Etwas 
er-d., durch D. erlangen, beweisen. Fficchan B. 
53b; Die uns alle Ehrfurch! aus der Tiefe unsrer Her- 
zen heraus (fort-; weg-] d. môchte. Heine Sal. 1, 84; 
Einen nieder-d., d-d zu Boden werfen. Muläus 
Pb. 2, 106; Einen über-d., im D. besiegen, über- 
treffen 2c.; vralt. auch = überreden. Simplicisfimus 
1, 12217; Die Zeit ver-d.; Dieser Eindruck lässt sich 
durch kein Räsonnement weg= d. Sch. G. 2, 52 2c.; 
Welcher sich sehr darüber zer disputiert, ob rc. Zinkgräf 
Schulv. 14, sich d—-d zermartern c. — DOisqualifi- 
ekeren (ulat.), tr.: zu Etwas unfähig, untaugl. 
machen. -kation, f.; —en: die mangelnde Be- 
fähigung, Untauglichkeit. — Oisqui-rieren 
(lat.), tr.: genau untersuchen, erforschen, er- 
gründen. sition, f.; —en: Disquirierung. — 
Disrekommand-aliön (ulat.), f.; —n: Miß- 
empfehlung. -##eren, tr.: übel-, mißempfehlen.
        <pb n="296" />
        280 Diereform 
— Disresorm, f.; -en: eine schlechte Reform 
(s. d.), Mißumbildung 2c. — Oiorenomm-6, 
n., —; 0; f, f.; O: schlechtes Renommé (s. d.). 
— Kren, tr.: in Disrenommöbringen. — Disreput- 
äbet, a.: disreputierlich: Der Alte ist ganz d. ge- 
worden. Spielbagen Hammer 3, 142. Jatiön, k.; 
en: üble Reputation (s. d.). rtlich, a.: be- 
schimpfend; dem guten Ruf schadend; sich so be- 
nehmend, daß der gute Nuf darunter leidet, nam.: 
unnobel 2c.: Ein d-er alter Kerl. Spielhagen Hammer 
4, 30. — Oissté-eièren (lat.), tr.: zergliedern 
(s. secleren, anatomieren). -kation, f.; —en: Dis- 
sektion. „-ktiön, f.; -en; —8-: Zergliedrung: 
Ds-Mikroskep (s. d.). - ktor, m., —#; ören /824, 
3, öris): Zergliedrer. — Oissemin-aliön (lat.), 
f.; —en: Disseminierung. -ieren, ir.: Samen 
— od.: Etwas, wie Samen — ausstreun; aus- 
faͤen; aussprengen, verbreiten k. — Diss-#ns 
(lat.), m., —-es; —e: Meinungs-Verschiedenheit, 
-Zwiespalt, Zwist 2c. iön, k.; —en: Dissens. 
-us, m. I§ 24, 11: Dissens. G. 27, 363. — 
Dissent-er (engl.), m., —#s; —#8: ein Dissen- 
tierender, nam. in Glaubenssachen (s. Dissirent, 
Heterodox), ein nicht zur engl. Staatekirche ge- 
hörender Christ; in engrem Sinn: derartiger Pro- 
testant (vgl. Conformist); verallgemeint: ein Frei- 
gläubiger, Freigeist 2c., z. B.: Ein D. v. den D—s. 
Gartenl. 16, 170a = ein Erz-D. 2c. Zerisch, a.: in 
der Art v. Diesenters: Mit presbyterianischem od. 
d-em Opvositionsgefühle 2c. -erthum, u., „le)s; 
0: das Wesen der Dissenters: Die Pioniere des D—8. 
Em. fehmann Fel. Holt 1, 6. -ikren (lat.), intr. 
(haben): anders denken, meinen: v. der herrschen- 
den Ansicht 2c. abweichen (vgl. Ggstz konsentieren). 
iment (srz. disßangtimäng), n., —#; —s: Mei- 
nungs-, Ansichts-Verschierenheit. — Dioser- 
ikren (lat.), intr. (haben): Uber Etwas d., es er- 
örternd abhandeln (mündl. od. schriftl.). —taleur 
(frz. —tör), m., —#8s; —, —e: Klugschwätzer. 
tatioön (lat.), f.; —en; —#-: gelehrte Abhand- 
lung (s. Disputation): Doktor-D. 2c. älor, m., 
S ören I/§ 24, 3, öris): Versasser einer Disser- 
tation. -t##ren, intr. (haben): disferieren. — 
Dissiatine r.: s. Dessatine2c. — Dissid-ent (lat.), 
m., —en, —§6; —-en: Andersgläubiger (vgl. Dis- 
senter): Glanbens-D—en. W. 30, 64 trc. — bes. Bez. 
der polnischen Nichikatholiken 2c. -énz, f.; —en: 
Trennung, nam. in religiösen Ansichten, Glau- 
bensabweichung. -ren, intr. (haben): ausein- 
andergehn in seinen Ansichten, nam. in den reli- 
giösen; sich v. der Kirche absondern, trennen 2c. 
ium, n., -6; -len [8 24, 2, n.]): Ansichtsver- 
schiedenbeit u. daraus hervorgehnder Zwist 2c. — 
Dissimil-är (frz.), a.: unähnl., ungleichartig. 
Sarilät, f.; —en: Unähnlichk. 2c. alion, t.; 
—en: (Sprachl.) als Ggstz zu Assimilation: die Um- 
wandlung eines Lauts in einen andern, um die 
Häufung ähnlicher zu vermeiden: Wiewohl für die 
Anderung des Anlautes kein grammatischer Grund, man 
mußte denn D. gestatten, ersichtlich. Diez Etym. 606. 
— Oiosimul-alion (lat.), f.; —en: Dissimu- 
Distichiasis 
lierung. -ätor, m., —6; ören (§ 23, 3, örisl: 
Verhehler, Verheimlicher. - eren, tr.: sich Etwas 
nicht merken lassen; sich verstellen. — Dissip- 
alion (lat.), f.; —en: Aus-, Zerstreuung v. Geld 
u. Gut, Vergeudung; Zerstreuung der Gedranken, 
Zerstreutheit; Zerstreuung, Versliegen, z. B. des 
Nebels 2c.ator, m., —s; ören 8 24, 3, öris]: 
Verschwender. ieren, tr.: aus-, zerstreuen, ver- 
geuden, verschwenden 2c. — Dissoci-äbel (lat.), 
a.: unvereinbar, ungesellig. abilitäl, f.; 0: 
Unvereinbarkeit, Ungeselligk. -alion, f.; Sen: 
Trennung, Auflösung einer Gesellschaft. e 
tr.: trennen; entzwein, eine Verbindung aufbeben. 
— Oioföl-übel (lat.), a.: auflöslich, schmelzbar. 
ubilität, f.; O: Auflöslichk. -ũt, a.: ungebun- 
den, ausschweifend, wüist, liederlich; schlaff. ütio, 
f. [8 24, 3, önis): Dissolutien: D. pütrida, fau- 
lige Auflösung; D. sänguinis, Blutanflösung. 
„ntiõn, f.; -en: 1) das Dissolvieren: D—s-Kon- 
trakt, Vertrag in Betreff der Auflösung einer Han- 
dels-Gesellschaft, -Genossenschaft 2e. — 2) das 
Dissolutsein. = utiv, a.: auflösend, Auflösung be- 
wirkend. -vens [824, 3, n., -véntis; MzZ.:-vntial: 
auflösendes Heilmittel. -okeen, tr.: auflösen, 
zergehn machen, schmelzen, zerlassen ꝛe. ving 
(engl.), a.: (sich) auflösend u.: D. views lw#jübsl, 
Nebelbilder (durch 2 Laterns magiese hervor- 
gebracht). — Disson-aͤnz (lat.), k.; —en: Miß- 
klang; (Mus.) ein Intervall, das etwas Unbefrie- 
digendes in sich trägt u. daher die Auflösung in 
ein konsonierendes verlangt: Mißhelligk. -keen 
intr. (haben): als Dissenanz lingen. — Disfua- 
dieren (lat. —swa--), tr.: Einem Etwas ab-, wider- 
rathen. siön, k.; —en: Abrathung. --örisch, 
a.: ab-, widerrathend. — Dils)shll-äbisch (gr.), 
abus, a.: zweisilbig. -abum, n., —s: -ãben 
[§J 21, 2, n.]: zweisilbiges Wort. — Distaff 
(engl.), n., m., —#§#: —s6: Spindel. Koht Irl. 2, 
163. — Oist-anre (frz. —ingß), f.; —n: Distanz. 
änz (lat.), f.; -en: Abstand, Entfernung, 
Zwischenraum: D. lgehörige Entfernung) halten, 
beim Marsch rc.; Fekal-D., Abstand des Brenn- 
punkts vom Brennglas, Brennweite. Pouillet 2, 
145 od. Fokus-D. Uat 3. 19, 150; Linear D., 
Entfernung in grader Linie; General-D., vom 
Abfahrts= bis zum Ankunftspunkt, in der Schiff- 
fahrt. Bobrik 2386; Winkel- D., die scheinbare 
Cntfernung, durch den Sehwinkel gemessen: Me- 
ridian= Monr-, Pol-D. 2c.; D.-Maß, 
-Messer, Messung 2c. anzieren, tr.: in ge- 
höriger Entfernung, sern halten. Fausbl. (65) 1, 
11. — Dielen-Dieren (lat.), tr.: aus einander 
spannen, dehnen 2c. siön, tion, f.: —en: Dis- 
tendierung: Umfang. — Oistermin-atiön (lat.), 
f.: —en: Disterminierung. —ieren, tr.: abson- 
dern, trennen. — Disthen (gr.), m., —e)s: e: 
ein Mineral aus kieselsaurer Thenerde: Durch Rei- 
ben werden einige Krostalle pesitiv-, andre negatir-elek- 
trisch; deßhalb u. wegen der versch. Härte, der Name D. 
v. dis, 2 fach u. sthenos, Kraft. Ohen 1, 198, auch: 
Cyanit, Nhäticit. ebd.; Prechl 4, 535. — Oifl-
        <pb n="297" />
        Distichie 
ichĩasis (gr.), f. [5 24, 3, nv. ): Augenuͤbel, we- 
bei ein Theil der Wimpern eine abnorme Nichtung 
hat, auch: (Dis= Trichiasis (vgl. Entropium). Sichik, 
f.: —eyn: Doppelreihe, z. B. der Wimpern. 
„ichisch, a.: doppelzeilig, zweireihig. -ichon, n., 
—8 ; —, zichen (§24, 2, n.]: zweizeiliger Vers; das 
Zweizeil, Zwillingsrers, Verspaar, nam.: ein 
Herameter mit einem Pentameter (best.: Das ele- 
gische D.). G. 1, 305; Sch. 9 4a 14.; Sanders Volköl. 
205 2c. — Oistill 2c.: s. Destill 2c. — Oislin- 
guendum (lat.): D. öst inter ét inter, man muß 
Unterschiede machen. guieren, tr.: 1) refl.: 
auszeichnen, unterscheiden 2c. inkt, a.: unter- 
schieren, deutlich hervergehoben, bestimmt, ver- 
nehml. c. inktion, f.; -en: Unterscheidung; 
Hervorhebung: Auszeichnung: Ein Mann von D., 
v. Stand, ein Vornehmer 2c. inktiv, a.: unter- 
scheidend, hervorhebend, auszeichnend. — Dils)- 
tohie (gr.), f.; —(ehn: Doppel-, Zwillingsgeburt. 
— Oistom-algr., 824, 3, u., ömatis); um!]§S24, 
2, nu.]): „Doppelmund“, Leber-Egel, eine Gattung 
Wäürmer. — Oislonkeren: s. detonieren 1. — 
Distör-qufktren (lat.), tr.: verdrehen, verkehren, 
verrenken. io, f. [8 24, 3, önis); -Kön, (.; 
—en: Distorquierung. -tus, a.: m. [8 24, 21: 
mit verrenkten Gliedern, ein Verwachsner. — 
Distr-ahirren (lat.), tr.: die Aufmerksamk., Ge- 
danken v. Etwas abziebn: zerstreuen 2c. Tait (frz. 
—ä), a.: zerstreut; seine Gedanken nicht bei sich, 
nicht zusammen habend: Etwas sanft verrückt, Das, 
was man aus Politesse d. nennt. Iffland 15, 1, 82. 
actio, k. [8 24, 3, önis]: Zerstreuung, z. B.: 
D. änimi 2c.; auch: Veränßrung, z. B. pignoris, 
eines Pfandes. -aklion, f.; —#en: Zerstreuung, 
Zerstreutbeit. w. 10, 106. -akhtor, m., —s; ören 
[&amp; 24, 3, öris): Verkäufer. — Oistreis (engl.), 
n., uv. ; —es: Das D. (Unglück) der letzten Jahre. Kohl 
Engl. 1, 59 2c. — Distribu-ent (lat.), m., -en, 
(—; —en: Aus-, Vertheiler. -ren, tr.: aus-, 
vertheilen; eintheilen, anordnen: Ein nach dem 
neuesten französischen Geschmack gebautes, distribniertes 
u. möbliertes Lanrhaus. w. 35, 18 2c. teur (irz. 
—ütör), m., —6; —8, —e: Distribuent. = ution, f.; 
—en: Aus-, Vertheilung; D—s-- (od. Distributiv-) 
Bescheid, -Dekret, = Sentenz, richterl. Bescheid über die 
Vertheilung der Konkursmasse 2c.; Eintbeilung, 
Anordnung 2c.; auch als Rerefigur: die Verthei- 
lung eines Begriffs in mehrere ähnliche 2c. tio, 
a.: ein-, vertheilend (Gastz: kollekriv), s. Distribu- 
tion; ferner z. B.: D.-Partikeln (wie: theils — 
theils; bald — bald ic.); = Sätze (m. solchen Par- 
tikeln); -Zahlen od. .-Zahlwörter (antwortend 
auf die Frage: wieviel ein Jeder 2 2c.). -livus, a.: 
distributiv, z. B.: Numerälia [Zahlwörter] distri- 
butiva 2c. —ftrice (frz. —ütriß), f.; —#: weibl. zu 
Distributeur. — Districhkasis (gr.), f. [8 24, 3, 
uv. ): s. Distichiasis. — Distr-iht (mlat.), m., 
—(e)s; -e: Bezirk, Gau 2c.: Eintheilung des Lanres 
in D-e ed. Nomen. .. Die Steuern . d. = weise er- 
beben. Kriegh 2, 319 rc.; Diamant- (s. d.) D-e; 
Fabrik- (Kohl Engl. 1, 79) od. Manufaktur- 
Dittographie 281 
(78) D.; The clothing-d. (ren Zeug-D.).. Von 
dem Cutler-d. (Hart= od. Eisenwaaren-D.). 
2, 127 2c.; D. -Husar, „Reiter, berittner Gens- 
darm, Landreiter (südd. auch: Srtrickreiter); Ds.- 
(od. Bezirks-) Gericht; „Kommissar (ius). 
Volkaz. 16,78;-Kontroleur; Rathe. eingas, 
n., uv. ; uv.: „zwinge!“, — Vorladungsbefehl; 
Vollmacht zum Auspfinden. — Oifstr-öphisch 
(gr.), a.: zweizeilig, zweistrephig (s. Dikolon). 
Sophon, n., —S; zopha: distrophisches Gericht. — 
Oieturb- atiön (lat.), f.; —en: Diesturbierung. 
#rren, tr.: beunruhigen, stören, verwirren, hin- 
dern, hintertreiben. — DOisun-eren, tr.: f. 
desunieren, bes.: Disunlerte Griechen, die des Papstes 
Oberherrschaft nicht anerkannt. iön, f.; Sen: s. 
Desunion. — Oisvestkeren (nlat.), tr.: entkklei- 
den, enlsetzen, nam. Geistliche. — DOisgllab 2c.: 
s. Disspll 2c. — Diszip 2c.; s. Discip 2c. 
Dit (frz. d), n., —s; —: 1) Sxruchre., auch: 
Sie verstebt unter Dicties od. Ds die kleinen Arten v. 
leichter Poesie. .. Das engl. Ditiy. W. 36, 26; Viele 
Ds amonreux et gais ldisamurö et gäl, d. i. Lieder 
verliebten Inhalts. ebd. (s. Ditier). — 2) in der Ver- 
bind.: On ss. d.) HS. — Oitetrakb -er (gr.), m., 
—8; uv.: Doxpel-Tetraeder (l. d.). -risch, a.: in 
Form eines Ditetraeders. — Diletrl-Gas (gr.), 
n.: (Chem.): „Doppel-Vierstoff-Gas“, ölbilden- 
des (od. Leucht-) Gas. — Oitheismue (gr.), 
m., uv.; 0: Glaube an 2 Götter (vgl. Mono-, 
Poly-theismus 2c.): Ditheist, m. : isch. Chrol. 
OQuartalschr. (1867) 1, 98 2c. — Oithton-Säure 
(gr.): (Chem.) Unterschwefelsäure, zwei Atome 
Schwefel (gr. thion, vgl. dis II 20) auf 5 Atome 
Sauerstoff haltend, vgl.: Dithiönige Siture, 
unterschweflige, 2 At. Schwefel auf 2 At. Sauer- 
stoff haltend; dazu: Dithionigsaure Salze 2c. — 
Dithpramb (gr.), m.pen, (—#); en; Se, f.; ; 
, m., nv. ; zen; us, m., uv.; zen [824, 21: 
Lobgesang auf den Weingott (Bacchns, auch m. dem 
Beinamen Dos); Gesang voll wilder, feuriger 
Begeistrung: Die Berichte aus dem Dithyram- 
benstil herabzustimmen. Frenzel Dicht. Fr. 3, 105. 
Sisch, a.: wildbegeistert 2c.: Laut im Chor tönt 
d—eres Getön. V. 3, 52 c. — Dili, f.: s. Asura. — 
Ditier (frz. dihtje), m., —; —# : Dichter v. Dits 
(s. Dit): Treffliche Trouvères u. D—s u. Jongleurs. 
PHtyse N. 78. — Oitliön (lat.), f.; 0: Macht, 
Gewalt über Jemand, Herrschaft, Botmäßigk.; 
Machtgebiet. — Dito: s. Detto. — Oitokik: f. 
Distokie. — Dikomik (gr.), f.; —eyn: Zweithei- 
lung, Halbierung. — Ditonus (gr.), m. [8 24, 
21: ein Intervall v. 2 ganzen Tönen. Sulzer 1, 
20 fb. — Ditriglöph, m., —(e)s, —en; -#en: 
Raum zw. den Triglyrhen (s. d.). — Oilrochä-#us, 
m., uv.; zen [8 24, 21: Doppel-Trochäus (s. d.), 
Dichoreus. — Oill-a (it.), f.; ze: (kaufm.) 
Firma. — Oilt-alletohlänge (gr.), f.; -n; 
-anahlasis, k. [8 24, 3, uv.]: s. Diplasion. — 
Ditto: s. Detto. — Dilt-ographie (gr.), k.; 
—(eyn: „Doprelschreibung“, irrthümliche Wieder= 
holung v. Seiten des Schreibers (die, vom Setzer
        <pb n="298" />
        252 Dittop(s)ie 
begangen, Hochzeit heißt). -op(s)ie, f.; 0; s. 
Diplopie. — Ditt-u (engl.), n., —#; -ies: Lied 
(l. Dit). 
Diu (lat.), adv.: bei Tage; lange. — Diühb: 
s. Dib. — Diurér-sis (gr.), f. I§ 21, 3, uv.]: 
Harnausleerung. ticum [8 24, 2, u.1]: diure- 
tisches Mittel. -lisch, a.: harntreibend. — 
Diürn-äl (lat.), n., —e)5; —e; -äle [8 24, 3, 
n., Alis, Mz. : liaf: das „tägliche“ Gebetbuch der 
kathol. Geistlichen, vgl. (it.): Die Diurnäli ([Tage- 
bricher), welche v. einem Synrikus geführt sein sollen. 
Uat3. 21, 185. -C(al)ist, m., —ent, -; en: s. Diä- 
tarius 1: D-en-Gehalt, -Besoldung; Stelle 2c. -us, 
a.: täglich; die Taqesvorfälle betreffend: Acta 
(l. d.) diurna 2c. — Dius: s. Deus. — Ointurni- 
tät (lat.), f.: 0: Langwierigkeit. 
Div, Diw (pers.), m., —e)s; —e: Dämon, 
s. Dew (Daeva. Nosenkranz PGsch. 114); Divan. — 
Diva: s. Divus. — Divag-ation (lat.), f.; -en: 
Abschweifung 2c. - Ieren, intr. (baben): ab-, herum- 
schweifen. — Oiv-, (Olw-an (pers. —), m.,e); 
-e, —: 1) im Morgenland Berathung u. Versamm- 
lung der höchsten Behörden u. diese selbst, der 
Staats-, Reichsrath (v. Diw, s. Hammtr 2, 581; 10, 
672): w. 11, 12; 20, 122; CHobtti 1, 58; Allah ver- 
tritt uns im himmlischen D.! 2 63; Abgeordueten des 
Ds (Senate) v. Serbien. 185 2c.; Das Haus swo 
die türk. Zeitung gedruckt wird]. .. Es wird der 
D. der Ereignisse genannt. Lreiligrath SW. 1, 152; Der 
oberste Gerichtshof (D. Ahkiam Adlie). Ualsß. 21, 
227 2c.; Ihre D.-Mäntel scharlachroth. Gerhard 
Wil. 2, 218 (vgl. 2a); Der D.-Saal. Thob#1 
151 1e. ; ferner (s. Hammcr 10, 344): D.-Eréudi, 
Botschaftssekretär; D#i Humajun kalemi, 
Haupt der kaiserlt Staatskanzlei; D-i Huma- 
jun terdschimani, des kaiserl. D—s Dol- 
metsch; D. rachti, Ds-Reitzeug; D. tschau- 
schi, Tschausch des D—s #rc., vgl. auch: Aenassibi 
(s. d.) diwanije. Diwansämter 2c. — 2) (s.1): 
a) Jedes größere Haus in Sennär hat, nach moham- 
medanischem Brauche, seinen Diwän, d. h. Geschäfts= u. 
Besuchraum fur den Hausherrn, u. den Harim od. die 
Abtheilung für die Frauen 2c. Globus 4, 3a. — b) 
Staatspelz, Ustkurk (s. d.). — c) morgenländischer 
Polstersitz, s. nam. Weils Kost. 2, 286 ff.; Sophas, 
Ds, Bergeren 2c. tiohl Pet. 2, 53; Saß in einem 
Eck-D. Schüching Bronckh. 3, 91; Gutzo# 3. 1, 
221; Auf einem der Seiten --Ds. Gartenl. 16, 
81a; Schlaf-D. ic. — 3) eine Gedichtsammlung: 
Eine Sammlung lrischer Gerichte beißt D., Geister- 
versammlung. Rosenhranz Poes. Gsch. 360, s. Hammer 
10, 672; Westöstlicher D. G. 1, III; DMus. 17, 2, 
516 rc. — 4) ein v. Dämonen Beseßner: Die 
wandernden Bettelrerwische, Kalenter, bei den Kirgisen 
u. Turkomanen Kudusch od. D-e (Wahnsinnige) genannt. 
Ausld. as, 1034b. — Diväno: s. Divino 2. — 
Divaricäl-io (lat.), f. [S 21, 3, Jönis]: das 
Sich-auseinander-Sperren, z. B.: Verästlung 
einer Ader; D. maxillärum. Maulsperre 2c. Fion, 
f.; —en: Divaricatio. — Oivellferen (lat.), tr.: 
aus einander reißen. — Diverg-ent (ulat.), a.: 
Divin 
dirergierend. -enz, f.; -en: das Dirergentsein. 
- REren, intr. (haben): so gegen einander geneigt 
sein, daß eine immer größre Entfernung eintritt; 
aus einander gehn: Nicht parallele (s. d.) Linien d. 
nach der einen und konvergieren nach der andern 
Seite; Wir d. in unsern Ansichten 2c. — Diver-s 
(lat.), a.: verschieden: D-e lallerlei] Kleinigkeiten 2c. 
sisikation, s.; —en: Vermannigfaltigung, Ver- 
schierenheit ꝛe. sisoͤrm, a.: ungleichförmig, ver- 
schiedenartig. Kformität, f.; —en: Ungleichför- 
migk. 2c. -iön, f.; —en: Ablenkung, z. B.: Wenn 
der Fluß nach einer raschen D. od. Beugung sehr bald in 
seine alte Richtung wierer zurückfällt. DVieritlj. 48, 
231; Die Abweichung v. Diesem macht eine störende 
D. in meinem Denkgeschäft. Hileist Bül. 99; Hier, wo 
nicht einmal Krankheit u. Kur eine Art v. D. macht. 
G. 24, 132; Den schwedischen Waffen durch Bekriegung 
der Spanier eine D. zu machen. Sch. 984b; Eine D. 
für deinen Schmerz; Fontanellen als D-en schädlicher 
Säfte ic. „sität, f.; —#n: Verschiedenheit 2c. 
örium: s. Deverforium. fus, a.: divers: Di- 
vérsa, Verschiednes, Allerlei. = ##ren(frz.), tr., 
refl.: ergötzen, belustigen. - timenlo (it.), n.,s; 
—s, enti: Divertissement, bes.: ein leichtes, ge- 
fälliges Tonstück zur Unterhaltung. tiffänt (frz. 
—ing), a.: unterhaltend, ergötzlich, kurzweilig. 
-issement (#usmäng), n., —s; —: Ergötzung, 
Kurzweil, Zeitvertreib 2c.; bes. auch: kleines Ballett 
im Zwischenaft, Tanz-D. (vgl. Entremes; En- 
trée) 2c. — Divid-ätur (lat.): es werde getheilt, 
— bes. auf Nererten: D. (od. divide) in pärtes 
##quäles, in gleiche Theile 2c. : theile!, z. B. 
auch: D. ét umpera! theile u. herrsche! (schaff Par- 
teiung, um zu herrschen) ꝛe. -end, m., —en, —;: 
en: die zu theilende Zahl (O—us), in Bezug auf 
den Divisor (Theiler). -ende, f.; —n: (kaufm.) 
der Antheil des Einzelnen bei etwas unter eine Ge- 
sammtheit zur Vertheilung Kommendem, z. B. v. 
der Konkursmasse, nach Maßgabe der Fordrungen 
ꝛe. u. nam.: der Gewinstantheil in Vh. der ge- 
machten Einlage bei einem Geschäft, mmal bei 
Aktien (s. d.) -Unternehmungen (vgl. Benus 2): 
Eine Extra= od. Super-D. (s. d.); Die Ge- 
sammt-D. für die Stammaktien auf 132 3 0% fest- 
gesetzt. Uat3. 21, 162; Ven seinen Genossen die 
RaubD. wieder einzutreiben. Kohl Südr. 1, 301 2c.; 
Dn-(Aus)zahlung; Dasd neberechtigte Aktien- 
kapital. Uat3. 20, 561; Das System der Rochdaler 
D—n. Marken. Volksz. 16, 79 2. -endus, m. 
I&amp; 24, 2): D., Nümeras d., Dividend (s. d.). 
„ĩẽren, tr., auch o. Obj.: theilen, nam. als Rech- 
nungseperation; übrtr.: Das Ubrige will ich als- 
dann schon selbst heraus d. s-finden, -bekommenl. 
S Mller Lind. 1, 432 2c. — Dividĩvi: s. Dieiriti. 
— Dioldu-alität (lat.), f.; 0: Theilbarkeit. 
us, a.: theilbar, z. B.: (Nümerus) d. od. Divi- 
duum, eine (durch gegebne Zahlen) theilbare Zahl. 
— Oioin (lat.), a.: Jöttl., himmlisch, — m. lat. 
Endung: D-us, z. B. Läpis d-us, der göttl. (rd. 
Angen-) Stein, d. i. Kupferalaun, nach seinen 
Heilwi#kungen bei Augenentzündungen; Jüs (s. d.)
        <pb n="299" />
        Divination 
divinum; Ingenium d-um, ein vortrefflicher Kopf 
. m. ital. Endung: D-o, z. B. w. 3, 180 rc., 
vgl.: Die dirina commẽdia ss. d., göttl. Kemoͤdie] v. 
Dante. aliön, f.; —en; —-: Wahrsagung, Weis- 
sagung(skunst); Die D., das Geschäft der ritterl. 
Priesterkaste lbei den Tuskern!). Humboldt K. 2, 169; 
Koser Cic. 796 (ogl. Mantik); w. 23, 23 logl. 
Hierofkopie) 2c.; verallgemeint: Ahnung: Ds- 
Gabe (293; Spielhagen Pr. 3, 137), VVermögen; 
Kunste (W. 20, 22) 2c. ätor, m., —# ören s824, 
3, öris!) Wahrsager 2c., weibl.: Divinztrix. 
atörisch, a.: v. Divinationsgabe erfüllt, ihr ge- 
mäß 2c. - eren, tr.: durch Divinationsgabe wissen 
od. verkünden; ahnen, weissagen 2c. isièren, 
tr.: vergöttern. Zität, f.; —en; —-: Gottheit; 
Göttlichkeit. -itp (engl.), f.: 0: Dioinitat; 
Theologie: Dector of D., abgekürzt: D. D. (. 
Donkey). Jo (it.): 1) a.: s. divin. — 2) m., 
—s6; -i: Die venetianische Zechine wird lin Abyssinienl 
— 2 ¼ Patackas er. — 6210 Borsookes u. der Pa- 
tacka zu 23 Harfs od. Dababs à 4 Didini, Diwani od. 
Paras à 10 Kibear à 3 Borjookes gerechnet. Encykl. f. 
Aauf, 5 69a. —us, a.: s. dioin. — Divis (lat.), 
n.. uv., (s8): uv., (-e): (Buchdr.) Theilungs- 
zeichen, Bindestrich. franke 70; 318; Kat. 19 ꝛe. 
Wi (it.): „getheilt", — (Mus.) in Partituren 2c. 
Bez., daß die Spieler gewisse doppelgriffige Pas- 
sagen unter sich zu theilen haben, so daß der eine 
die höhern, der andre die tiefern Töne zu srielen 
hat. -ibel, a.: theilbar. -ibilität, f.; 0: Theil- 
barkeit. io, f. [8 24, 3, iönis!: Theilung: D. 
paréntum inter liberos, die v. den Eltern best. Ver- 
mögenstheilung unter den Kindern als eine Art 
letztwilliger Berfügung. -ion, f.; —en; —-: 1) 
das Dividieren (l. 5.), nam. als Rechnungsrpera- 
tion: D-s-Exempel; Das gw. D—-s-Zeichen ist 
ein Derpelpunkt (:) 2c. — 2) (Kriegsk.) Heeres- 
abtheilung, Heerschar: Armee-D., aus allen 
Trurpengattungen; Dragener-; Garre-; Gre- 
nadier-; Infanterie-; Zäger-; Kaval- 
lerie-; Kürassier-D. cc.; D—s-Auditeur 
(s. d.); -Chef,= General, s. Divisienär;-Chef= 
ar z# (Srenzb. 26, 2, 131); = Schule, für kunftige 
Offleiere 2c. — 3) (seem., s. 2): a) Eine eig. Flette 
bestebt aus 3 Abtbeilungen, welche man die erste, 2te u. 
Ste D. nennt 2c. Bobrik 296b (s. auch Sub-D.): Eine 
D. Kanonenboote (6 Fabrzeuge). Grenzb. 26, 3, 24 8 rc. 
— b') Die sämmilichen Kanonen auf einem u. demselben 
Deck an beiden Seiten des Schiffs heißen zusammen eine 
Baltterie; jede derselken wird in die vordere, mittelste u. 
hintere D. getbeilt. Bobrik 146b; D—s-Kommanreur 
(s. d.). -ionär, m., —s; —e: -ionnaire (frz. 
-är), m., —; —#: Dirisions-General, dem Bri- 
gadegeneral untergeordnet. -or, m., —;; -ren: 
Theiler, s. Divirend. örium, n., -s; sen [8 21, 
2, n.): Theilungswerkzeng, z. B.: Theilscheibe 
der Uhrmacher; (Buchdr.): Die Befestigung des 
Manuskripts geschieht mittels einer quer über das Te- 
nakel aufgeschobnen hölzernen Gabel, D., welche zugleich 
als Zeilenweiser dient. Karmarsch 1, 391; Kranke Kat. 
26. — Hivitdär (türk.), m., —#; —: als Titel 
Diumasi 283 
für Großfürsten, Großwesire 2ce. Hammer 10, 344·c. 
— Dio: f. Divus. — Divör-tièren (nlat.), 
tr.: (ein Ehepaar) scheiden; auch intr. (sein): 
durch Scheidung sich trennen. tium (lat.), n., 
—z; -tien [8 24, 2, n.]: Ehescheirung. Ausld. 38, 
74 1b 2c., auch z. B.: Das Divorz-Dekret. 74 1ac. 
— Divolamentke (it.), adv.; andichtig (s. revot), 
bes. als Bez. für den musikal. Vertrag. — Divntg- 
ation (lat.), 7.; —en: Divulgierung. Lätor, m., 
; ören [§ 24, 3, öris]: Divulgierer. ##en, 
tr.: Etwas unters Volk bringen, kund machen, 
ausschwatzen. — Oivulls-iön (lat.), f.; —en: Di- 
vellierung. - Io, a.: los-, zerreißend 2c. — Dious 
(lat.), a.: göttlich, selig (it.: divo; — weibl., 
wie lat., diva), bes. in der röm. Kaiserzeit als 
Chrentitel verstorbner Kaiser k.: D. Augüstus 2rc.; 
auch z. B.: Dĩivæ memöris, seligen Andenkens 2c.; 
bei Italiänern auch: Dira, eine gefeierte Dame, 
z. B. die Gellebte, ferner: gefeierte Sängerin, 
z. B.: Hötel, wo die „diva“ leie Pattil wohnr. f#b. 
Bild. aus Paris II 2. 15; 269; Theresa, die Volks- 
tiva. 271 2c. — Diw 2c.; s. Div re. 
Diri (lat.): ich hab gesprechen, meine Mei- 
nung gesagt 2c.: D. Punkt! Sanders Kutr. 17 ꝛe.; 
D. ẽt salvãvi änimam méam, ich habe, wie es meine 
Pflicht ist, gesprochen u. meine Seele gerettet, — 
bin schuldlos, wenn man anders handelt, ogl. 
dixerim, s. Pax. 
Dizaine (frz. risän), f.; —#: Zehner: danach 
(Web.) die Quarrate, worin das Patronen= od. 
Musterpapier getheilt ist, engl. design, u. deutsch 
(verderbt) Schenie, s. Karmarsch M. 2, 393. 
DOjäk; Oijati; Djätha: s. Diak 2c. — Ojami 
2c.: s. Dsch 2c. — Ojaur: s. Giaur. — Ojedähd 
(ar.), u., —: —3: Das nubische Perkhubn, ar.: D. 
el Wari (s. d.), abissinisch: Hagal. Brehm Hab. 223. 
DOjeker däne (alban.), f.; —#: „Pathengeschenk", 
— Bez. des Karabiners. CKobert 2, 95. — Oiéta 
(alban.), f.; —s: „Femilienherd“, Hauptdorf 
eines Phis (s. d.) od. Claus — Phar (s. d.). 96. 
— Oikwer (serb.), m., —#s; —#: Vetter (CKobert 
1, 74); Brautführer (Talo; 2, VI; Globus 5, 99b; 
Gerhard Wil. 2, 204; 231)., vgl. Dewirs. usche, 
f.; uv.: In den Städten Besniens und Serbiens 
sind auch Frauen unter den Swaten (s. d.], welche 
serbisch D., türkisch Jenrjebulen heißen. ebd. — 
Djib, m., —s; —: Die gefleckte Hoäne .., arab.: 
Marafil; massauisch: Kerai; tigrisch: Suwi; am- 
harisch: D. Brehm Hab. 61. — Ojstlid (ar.), m., 
—: —&amp; : „der Ledrige“ = Dujong (s. d.). 201.— 
Ojimrié (ar.), f.; —eyn: Senegaltaube. 222.— 
Djöch, m., —s; —: Art moldauischer Tanz. Kohl 
Sudr. 2, 57. — Dijũkon, m., —6; —: (auf 
Borneo) ein Fahrzeug aus einem langen ausge- 
höhlten Baumstamm. lobus 8, 21a. — Ojumäli 
(ar. dsbüm-, auch geschrieben: Dschemäri, z. B. 
Kädler 612), m., —#; —s: Die 12 Mondmonate im arab. 
u. türk. Kalender heißen der Reihe nach: Moharrem; Ssefer 
od. Safar; Rebi-ul-ewwel (der erste Rebi]; Rebi-ul-achir 
lder nachfolgende Rebil; D.-Lewwel; D.-lachir; Redjeb 
od. Redscheb; Schaban; Ramasan od. Ramadan;
        <pb n="300" />
        284 Diumruk 
Schewwal; Silkadaf od. Dsu'l-kade; Siilhidjeh od. 
Dsu'l-hersche (vgl. Ab 1 u. Meharrem), auch z. B.: 
Am 31. des Monats Dschemasim Iwlel, der dem 
5. Februar entspricht. Lindou Walsh 1, 58.— Djüm- 
ruh (serb.), m., —s: —# : Zollgebäude, Donane. 
CRobertel, 190. — Diungel: s. Dschungel. 
Dõ (lat.): ich gebe: D., ut dés; ur fäcia. — 
damit du gebest, thuest 2c., s. Facio. — Doa-lium 
(mlat.), -rium, n., -s; ken [8 24, 2, u.]: Wit- 
thum, s. Dotalium 2c. 
Dobi: s. Dhobi. — Oobl-kero (span.), m., 
—8; —#: kleine Münze, Doppel-Dinero auf Ma- 
jorka 2c. -ôn, m., —6; —s: s. Doublone. — 
Döbr-a (port.), f.; —s: Goldmünze = 12800 
Rcis. Encykl. f. Kaufl. 519b. äu C□aong), m., —: 
—6: Goldmünze, ausgemünzt zu 20000 u. erhöht 
auf 24000 Neis. ebb. — Oobröwik (russ.), m., 
—6# ; —#: etwas Tüchtiges in seiner Art, z. B. eine 
große Kanone. Bazar 14, 82b. 
Doc-endum llat., § 24, 2, n.): das Leh- 
ren: Facultas (s. d.) docéndi, die Befähigung, 
Unterricht zu errheilen; Docendo discimus, durch 
Lehren lernen wir (s. Faker). Sens, a. [8 24, 3, 
-éntis]: lehrend: Magister (s. d.) d. (vd. lẽgens), 
mit der Faciültas doccndi — Doeent. ent, m., 
—en, (—8); -en: Lehrer an einer Hochschule: Pri- 
vat-D., im Ggstz der angestellten Professoren; 
danach (bursch., bes. in Berlin, s. Hollei Es. 2, 117): 
Privat--D-in, ein einzeln in einer Privatwohnung 
lebendes Märchen, bes. solches Freudenmädchen, im 
Ggstz zu Bordelldirnen. — Döchen, m., -; —: 
Der afrikan. Elephant .., arab.: Fihl; ugrisch: Dokben; 
amharisch: Heremat; in Mensa: Harmasahn. Zrehm 
Hab. 67. — Döchmeisch (gr.), a.: aus Dochm'ien 
bestehnd. -ius, m., uv.; ken [8 24, 21: ein 
5stllbiger Versfuß (v. dem Grundschema —. 
— Doc-ieren (lat.), tr., auch v. Obj.: lehren; 
im Lehrton vortragen, sprechen, s. S. 3, 199 rc.; 
Einem Eiwas vor-d. 1. 8, 14; W. HB. 1, 130 rc. 
il, u.: gelehrig. ilität, f.; 0: Gelehrigkeit. 
— Docimasse 2c.: s. Dokim 2c. 
Doda: s. Dodela. — Dodane: f. dos. — 
Dodarium;: s. Dotarium. — Dodch-adaktglitis 
(gr.), f. 18 24, 3): Entzündung des Dodekadak- 
tylons (Ducdenitis). -adakhtgion, adahtplum, 
n., —8; la [§ 21, 2, n.]: „Zwölffingerkarm“ 
(Duodenum). Sadreltos, 1.: 0: das Zwölftasel- 
gesetz der alten Nömer. -ädikh, f.; 0; -disch, 
a.: s. Dekadik 2c. -ader, u. (m.), —8; uv.: 
„Zwölfflach“, Polyeder, das v. 12 Flächen be- 
grenzt ist, in engrem Sinn v. 12 kongruenten, 
z. B. v. 12 Dreiecken, eine Verdopplung der 6sei- 
tigen Pyramide (best.: Heragonal-, Pyramidal= od. 
Triangulär-D.) od. v. 12 Nauten (best.: Rauten-, 
Rhomben- od. Rho #boidal-D., auch als die gw. 
Krystallform des Granats: Granatocder) od. end- 
lich v. 12 Fünfecken (Pentagonal-D., od. — als 
einer der 5, nach mathemat. Begriffen regelmäßi- 
gen Körper vorzugsweise D. genannt), s. Menzel 
Math. Wörterb. 26; Ohen 1. 37; 45; 51; bSwinden 
374 2. ardral, a.: s. Polyedral. -ardron, n., 
Doge 
—#8; dra: Dodekneder. afidisch, a.: zwölf-ge- 
spalten, -spaltig. —agön, n., —e)s: —e: Zwölf- 
eck, s. Polygon u. Fortbild. -agan'is 2c.; s. di- 
gonisch. -ahtinia: s. Aktinie. alogie, f#.; eyn: 
eine Verbinkung, Zusammenstellung v. Zwölfen: 
Die Trilogicen (s. d.) u. D-en der Götter. Simroc. 
Myth. 189; 194. Zandria 2c.: s. Monandria. 
Sapetälisch, a.: mit 12 Blumenblättern (s. polype. 
talisch ꝛc.). -ärch, m., -en. (—S); —en: ein Herrscher 
aus einer Dodekarchie, Zwölffürst (vgl. Teirarch). 
jarchĩe, f.; —(ehn: Die Griechen nannten die Zeit 
unmittelbar vor Psammelich die D. od. Zwölf-Herrschaft, 
weil das Land in 12 versch. Theile mir ebensovielen 
Oberhäuptern zerfiel. Kieg 1, 70. Jatemorion, 
n., —: sen [8 24, 2. n.]: der 12te Theit, nam. 
eines Kreises, bes. des Zodiakus nach Graden aus- 
gedrückt, unterschieden v. den fortrückenden Aste- 
rismen (s. d.). Oehler 4, 848, vgl.: Daß der griech. 
Thierkreis höchst wahrscheinl. v. der Dodekatemöria 
der Chaldäer entlehnt ist. Humboldt Kosm. 2, 197. 
Satheron, n., —4, en: eine Pslanzengattung. -re, 
f.; —m : „Zwölfrudrer“, Fahrzeug mit 12 Ruder- 
bänken. Guhl 1, 284 (vgl. Triere). — Dödo, m., 
—#8; —#: ein jetzt ausgestorbner Vogel: Mit dem 
erst spät untergegangenen Dronte (D.) v. der Insek Ro- 
driguez. Humboldi K. 1, 303; Globus 5, 33b rc., auch 
Dudu. — Dödol-a, -# (serb.), f.; -zes: Regen- 
mädchen, die zu Zeiten der Dürre, Regenlieder — 
mit dem Refrain: Oj Dovo, oj Dodole — singend 
umherziehn 2c. Serhard Wil. 2, 218 ff.; 1, 21; 
Unsre Doda fleht zum Himmel. ebd., entsprechend 
ngr.: Pirpirung, wlachisch: Papaluga, s. Sonders 
Volksl. 110. — Dodoöns-a (gr.), Ort in Epirus, 
berühmt durch ein Heiligthum u. Orakel des Zeus. 
äisch, a.: zu Dodona gehörig 2c. — Dôdr-ans, 
m. [8 24, 3, äntis): s. As 12. 
Doerg, m.: nach 1. Som. 22, 9; Vi. 52, 2, 
Bez. eines Verräthers u. blutgierlgen Feinds. 
suiher 5, 117a; Schuppius 670. — Doef kin (engl. 
röskinn), n., —s; —#: Dünne, leichte Buckskins [s. d.] 
führen wohl den Namen D. Karmarsch M. 2, 735. 
Dög: 1) (engl.) m., —# „ — : Hund (s. Degge): 
Arten [Wagen!. . Gigs, D.-Carts [Hundekarrenjs, 
Hansoms. Zoller Renn. 6. — 2) D.-Voot, s. Dog- 
ger 2. — Dogän-a (it.), f.; —s (uv.), ze: Zoll, 
Mauth, Zollamt 2rc. (srz. Douane): Die Mauth- 
häuser, Susten od. D. Derlepsch A. 275; Kohl A. 2, 
130 2c.; Den Doganen-Kapitänun. ECregorovius 
Kors. 2, 235. Jiere, m., —; —8, -Eri: Zoll= 
beamter, ebd.; 1, 109 (frz. Deuanier). — Dog- 
aressa (it.), 1.; —, esse: Dogessa: Die Fontange 
rieser D. 99. ät, m., -(e)s; —e: Dogenwürde. 
ata, f.; —, -ite: Dogenpalast. -e (odsbe, gw. 
— nach dem Frz. — dösbe), m., —n, uv. (s. Ss.); 
—n: Herzog (vgl. Dux; Duc), als Titel des Ober- 
baupts in den frübern Nepubliken Venedig und 
Genua: D. von Venedig: Nichts als Bürger, sobald 
ich verließ die Lagune, Senator war ich im greisen 
Senat, König im festl. Pomp. Platen 2. 311 1c.; Des 
Ex.D. lorster Br. 2, 80 2 2c.; An D—-n Gräbern. 
Plaien 2, 108; D—-nPalast. 310; Wurde cte.
        <pb n="301" />
        Dogessa 
„tssa cohtsh- rohsb-), f.; zesse; risse, f.; n: 
die Gattin des Dogen, auch: Dagarefs-a, e. — 
Dögge, m., —n; In; f.; -n: Art großer eng- 
lischer Hunde (s. Dog); großer Hund v. edler Race 
überhbaupt, — s. Ss. auch über die Nbnf.: Docke. 
— Dôgger, m., —8; uv., —: 1) eine Schicht der 
Jura= od. Oolithformation. Oken 1, 703. — 2) 
(boll.) Stocksisch; dazu: D(C-s). Bank, in der 
Nordsee, s. Salon 1, 439, u. danach: D., Ds (od. 
Dog.) Boot, holländ. Fischerfahrzeug zur Fi- 
scherei daselbst: Wenn es entweder ein Netz od. auch 
die s. g. Wanrhuken, d. h. viele Angelhaken an einer 
langen Leine ausgeworfen hat, so sagt man: es dog- 
gert od. liegt zum Doggern. Dobrik 2403. — Dög- 
ling, m., —(eys; —e: ein delvhinartiger Wal, 
Hypsrodon rosträtum. — DOögmea (gr.), n., 
—65; —8, zen [8 24, 3, n., tis): Lebrmeinung, 
Glaubenssatz (vgl. Ariom), Glaubenslehre: Glau- 
bens-, Religions= D. 2c.; Dogmen-Ge- 
schichte, istorie; -historisch. Chtol. Ouar- 
lallchr. (1967) 1, 98; 99 c.; -Lehre cc. Satieis 
mus, m., uv.; 0: Dogmatismus. kätih, k.; 
—en: ein auf Dogmen sich gründendes Lehrgebände, 
solche Lehre: Das Hauptariem dieser gebenedeiten D.: 
durch Korrigieren werden die Gedichte korrekter. B. 51 b##c. 
bes.: Lehre, Lehrbuch vom Glaubens-Dogma: In 
allen D-en. 5. (Wackern. 4, 16320); w. 36, 8 cc. 
ätiker, m., —; uv.: Kenner, Lehrer, Anhänger 
der Dogmatik, nam. auf religiösem, aber auch 
z. B. auf philosophischem Gebiet; ferner z. B. ein 
Arzt aus der s. g. dogmatischen (s. d.) Schule 2c. 
Sätisch, a.: auf Dogmen bezüglich, beruhnd, 
ihnen gemäß 2c., z. B.: Nicht allein der Prosaist, 
sondern auch der d-e I= didaktische ed. Lebr] Dichter 
(denn da wo er dogmatisieret, ist er kein Dichter) 
können sich ihrer lder Schilderungen] mit vielem Nutzen 
bedienen. I. 6, 174 (WMockern. 4, 21237); Die d-e 
Methode in der Pbilosophie, die v. gewissen Dogmen 
(als Ariomen) ausgeht: Die d—e Schule der Arzte, 
die, im Ggstz der bloßen Empiriker, auf gewisse 
Dogmen od. Principien ihre Theorie aufbaute 2c.; 
bes. aber, in engrem Sinn, in Bezug aufs Reli- 
gionsdogma. w. 36, 8; 81 u. o. Latisicren, 
intr. (haben): dogmatisch (s. d.) verfabren; Dog- 
men od. Etwas als Dogma vortragen 2c. G. 27, 
429; f. 6, 474. atismus, m., uv.; 0: dog- 
matisches Lehrgebäude. Jurdach 417; Sichendorf 
Gsch Dr. 66 2c. atist, m., —en, (3); —en: ein dem 
Dogmatismus Ergebener. atolatrieè, f.; —Xeyn: 
blinde Anhänglichkeit an ein Dogma. atologfe, 
f.; —eyn: Glaubenslehre. - atopöik, f.; 0: das 
Schaffen, Aufstellen v. Dogmen. — Oögusch 
(türk.), n.: Geburt, Geburtefest Muhamedrs, auch 
Dosch. Dosch-Fest. 
Doigt (frz. koä), m., —#; -6: Finger: Jusqul- 
au bout des d-s fsbüsko bu dä d.], bis in die 
Fingerspitze ꝛe. — Oöfna (rumän.), f.; —: Die 
D. ist ein Lied der tiefsten Trauer, der wehmütbigsten 
Klage 2c. (vgl. Hora). kAstaufe Romanische Poeten p. XI. 
Dohẽt (gr.), m., -en, (—S);Sen: in der Zirchen- 
geschichte: Einer, der alles Körperliche an Christus 
ODcohtern 285 
nur als auf Schein beruhnd erklärt. isch, a.: der 
Meinung der Doketen gemäß: Dies natürlich Mensch- 
liche in Christo nicht anzuerkennen wäre d. DMus. 17, 
2, 47 ic. ismus, m., uv.; 0: Ansiht der Do- 
keten. cheol. Quorlalschr. (67) 1, 99. — Oohim-- 
aste (gr.), f.: —Aeyn: Prüfung. asiologse, k.; 
(eyn; aftik, f.; —en: Probier-Kunde,-Kunst, 
Lekrbuch darüber. astihon, -flirum, n., —, 
ka ([§ 24, 2, n.]: Probe-Arbeit für Schüler (Er- 
rloraterium) 2c. astisch, a.: auf die Dokimañik 
bezüglich, dazu dienend 2c.: De (od. Probier-) 
Lamre, Methere 2c. — Oohimftes (gr.), m., uv.; 
0: Art Marmor, vom Flecken Dekimis in Kleinasien. 
Konatbl. 2, 355a. — Döôch, n. (m.). — „s, —e; 
f.; —en: 1) (engl.) D-#e, Werft-Dee, ein ausge- 
mauertes Bassin, in welchem Schiffe erbaut, kalfatert u. aus- 
gebessert werden. .. Dee, Hafen= Dee, der innre Tbeil 
eines Hafens, wo Schiffe in Sicherheit gebracht werden 2c. 
Bobrik 239b; Seitenwände der D. ebd.: Auszubessernde 
Schisse .. in die De gebrach:, ebd.; Die Den. ebd.; 
freiligrath Garb. 14; Je nach der Art u. Größe der 
Schiffe ist auch jerer D. anders eingerichtet. Kohl E. 1, 
115; Kalfater-Ds edd.; Der Dampofer wird in 
das Trocken-D. zur Besichtigung u. Ausbes rung ge- 
schafft. Uat3. 19, 192; Preuß. Erped. 217; Die Dee 
zum Schiffbau. Chümmel 5, 33 ꝛc. Danach auch z. B. 
eine Sorte Kognak: Old London D. Buppius Sürw. 
12 2c. Als Bstw. z. B.: D-en-Bänke, terrassen- 
förmige Stufen an den Seiten eines Werftdocks. 
Bobrinz D.-Träger. Gortenl. 16, 156a, Lastträger 
am D. 2c. — 2) (russ.) Zur Aufbewahrung des Mais 
werden geflochtene Behälter, die man auf boben Gerüsten 
befestigt, verwandt. Der Bauer nennt sie D—s. Ausld. 
38, 1046b. -S, f.; —n: 1) Dock 1. — 2) (russ) 
Dreschplatz, Tenne. Kohl Sürr. 2, 200 lauch Tek). 
Sen, tr.: Schiffe zum Kalfatern, Ausbessern rc. in 
ein Dock bringen. Bobeik; Grenzb. 26, 2, 411; Der 
„Adler“ soll gedockt werden. Volksz. 1 6, 30 :2c. — 
Docket (engl.), n., —s; —: Waaren-Verzeichnis, 
Liste. — Dôöh-mann, m., —8; zmänner: in 
Riga, Vertreter des Plenums der Gilde. Srenzb. 
26, 4, 333. — Ookoljenice (serb.), pl.: Die 
rothen Gamaschen (d.), reich mit Gold besetzt. Glodus 
6, 238a. — Dôökt- (Déct-) er, m., —; uv., 
—§, (Dökter. Scherr Ger. 1, 212): volksmäßig für 
Dekter (s. d.), nam. — Arzt; auch: Ein Dökterchen 
lkluge Perĩon]. Ainkel E. 113. -ern: 1) intr. 
(haben), tr.: Doktor, Arzt sein; Heilkunst treiben, 
kurieren; einen Arzt, Arzneien gebrauchen 2c. 
Göchingk 1, 173; Wie er für kranke Dienstloten den 
Doktor kommen ließ, so suchte er, auch ibre kranken 
Seelen zu d. Gonheif U. 1, 10; 2, 225; Alles D. half 
ibm Nichts. Hedel 3, 120; Die Arzte dokterten sie lang. 
H. 15, 323; Wenn man, sagte der Arzt, wie ich, eine 
Reihe von Jahren doktert. Immermann M. 4, 139; 
Zelter 3, 70 c.; auch: Das werden die Dokters schon 
heraus-d. Hachländer Stillfr. 3, 89; An dessen alt- 
gläubiger Seele so lang herum gedektert war. Kühne 
Fr. 315; Das Kind hin d. ltodt kurieren). V. Br. 
2, 254; Drauf lo s-d. Cschudi Tb. 596; Wie bei allem 
D. die Schule ver doktert lverprudelt, verdorben] wird.
        <pb n="302" />
        286 Doctissimus 
Golthelf 6,3112c. — 2) intr. (haben): zum Doktor — 
werden; tr. — machen; promovieren: Herr Dr. Hoff- 
gut — er war unlängst zu Basel gedoktert worden. Scherr 
Mir. 70. Tissimus, a.: s. doetus. or, m., —8; 
bören, —s [8 24, 3, öris; s. auch Dokter]: 1) der 
Titel der höchsten akademischen Lehrwürde in den 
versch. Fakultäten (s. 2, vgl. Dottore), z. B.: D. 
der Gottesgelahrthett od.: der Theologie od. theolögice 
od. (engl.) of Divinity (s. D); D. rite promötus 
(s. d.); D. bullätus rc.; D.-Diplom; -Dispu- 
tation; -Dissertation; -Eid; . Eramen; 
Gilde (sallmerayer GsW. 2, 424);-Grad (. 21, 
143); -Hut (w. 3, 152, als Zeichen der Würde); 
-Zubiläum; = Schmaus (G. 11, 70);-Schwur 
(Michgelis 28),-Eid;= Stock; -Titel;-Würdere.; 
Es dociert die Nachtigall!i vom Den-Stuhle. Daumer 
1, 49. — 2) (s. 1) in der Volksspr. o. Zusatz 
nam. — D. der Mediein; allgm. — Arzt; auch 
z. B.: D.-Fisch, Acanthürus cerüleus (mit schar- 
fer Lanzette am Schwanz). Oben 6, 208; D.= 
Gunmmi, das Harz v. Rhũs metöpijum (zu ärztl. 
Gebranch). 3, 1771 r. u. z. B. schwzr.: D.= 
Rustig (Gouhelf G. 403),-Zeug (1. 2, 219), Arz- 
neimittel c.; ferner z. B.: Unser Haus-D. Hamb. 
Th. 2, 304; Streichel-D. tLichtenberg 4, 500 (vgl. 
Magnetiseur); Vieh-D. Hebel 3, 27 (Vieharzt); 
Wasser-D.; Wunder-D. Oppenheim Verm. 152; 
Wurm-D. Sch. 117b ie. — 3) (bursch.): a) st. 
D.-Eramen, z. B.: Nachdem ich den D. gemacht. 
Ewald Nf3. 2, 215. — b) bei Bierfehden: das Maß 
eines Glases u.: die Fordrung auf dies Maß. —4) 
(als Umdeutung aus engl. ductor) das Abstreich- 
messer an der Farbenwalze beim Kattundruck (Nakel). 
Karmarsch 2, 357, pgl. M. 1, 53. Toränd, m., 
—en (—9); —en; -orandus, m. [8 24, 21: Einer, 
der sein Doktoreramen macht (doktoriert). orat, 
n., -(e)s; —e: Doktorwürde. orei, f.; —en: das 
Treiben, Geschäft eines Doktors: Und was sonst zur 
D. gehört. Grimm M. 243; Natur-D. Garienl. 15, 
538b. orieren, intr. (haben), tr.: doktern (s. 
Deoktorand). orin, f.; —nen: eine Frau, die die 
Doktorwürde erlangt hat, die Heilkunde treibt 2c.; 
aber auch: Frau eines Doktors (K. 12, 545 2c.), 
wofür Viele vorziehn: Die Fran Doktor. Torn, 
intr., tr.: doktern: Wir d. u. kurieren an den Schäden 
herum. Guykow Lenz 164 2c. Trin, f.; -en: Lehre, 
nam. auch, insofern sie der Ansübung, dem prak- 
tischen Thun zu Grunde liegt: In meinem d.lieben-= 
den Vaterlande. Garkenl. 16, 155a 2c.; Die Monroe- 
(s. d.) D.; Nothstands-Deen. Ual 3. 21, 125 1e.; 
auch — Lehrfach, Disciplin 2c., Wissenschaft rc. 
„rĩua, f.: Lehre 2c., z. B. (lat.) 18 21, 11; 
(span.) f.: —§: Papageicnartig die, D.“ LGlaubens= 
lehre]) herleiern. Globus 12, 35b. -rinair: s. Doktri- 
när. -rinal, n. — doftrin-är, „ell. Trinär: 1) 
a.: wissenschaftlich gelehrt; im Lehrton sich be- 
wegend; auf Verwirklichung einer Doktrin drin- 
gend, — meist mit tadelndem Nbnsinn der Starr- 
heit und Nichtberücksichtigung des Praktisch= Er- 
reichbaren. — 2) m., —#; -e, —: ((. 1) ein 
Doktrinärer, nam. in der Politik: D., stelf, genferisch 
Dolerit 
in der äußeren Haltung, ja dogmatisch, arrogant, Alles, 
was den Franzosen bei den Ds so wenig mundet 2c. 
Monalbl. 2, 584a; Bei Guizot, dem Erz-D. Mag. d. 
Ausld. 34, 470a; weibl.: D-in u. wortspielend: 
Doktrinär rin. Heine Rom. 22: 2c. -rinarismus, 
m., uv.; 0: doktrinäres Wesen, Thun 2c.: Unser 
radikaler D. Creitschke Hist. 544; Uot-. 20, 214; 
Grenzb. 26, 2, 466 2c.; Der radikale Doktrin ärismus. 
26, 3, 114 2e. rinell, a.: doktrinär: Das wohl 
verrammelte Thor der d-en Burg zu erbrechen. Monatbl. 
2, 584a ic. -us, a.: gelehrt; im Superl.: Vir 
doctfssimus, s. Amplus. — Oocument (lat.), 
n., -(e)8; —e: Urkunde, Beleg, Beweisthum: 
Insinuations-D., Ur-De. G. Zelt. 1, 240. -är, 
ärisch, a.: urkundlich: Deisch beglanbigt. Meißner 
N. 1, 47; Deische Beweise. Uat3. 21, 190. -#ren, 
tr.: bekunden, rechtsgültig beweisen ꝛe. um 
[8 24, 2, n.): Dokument: D. alienum, fremdes, 
nicht v. den Betheiligten unterzeichnetes; D. insi- 
nuatiönis, Beurkundung der Einhändigung, der 
geschehnen Vorladung; D. prirätum, Ggstz: pübli- 
cum, obrigkeitliche Urkunde u. quäsi (s. d.) pübli- 
cum; D. relerens, sich auf eine andre beziehnde Ur- 
kunde; D. relätum, die angezogne Urkunde 2c.; 
Documénta növiter repérta, neu aufgefundne Be- 
weismittel 2t. — Döhündi (türk.), n., —6; —: 
das Aufwerfen von Erde. Hammer 10, 341. 
Dolab (türk.), m., —#6; —#, -i: Kasten; Art 
Drehlade. Westermann 3, 599a; auch — Zieh- 
brunnen (auch Dscherer). Pet#rmann Or. 2, 9 2 2c.; 
77; 79; 145 te.; Laremein D—i, die Kasten, 
Kassen der beiden heiligen Stätten (Mecea u. 
Medina). Hammer 10, 349. — Doläbra (lat.), f. 
[8 24, 1): 1) Art. weiss Kost. 1, 1342. — 2) 
(Chirurg.) spiralförmig gewundne Binde. — 
Dolama, m., — ; —#: s. Dolman 1. — Dölape, 
f.; —: Art Palme: D.-Palme. Ausld. 39, 63 5a. 
— Dôl-e (it. —#ssche), a.: süß, angenehm, sanft, 
z. B.: Das d. Fär niénte, das süße Nichtsthun 2c. 
u. bes. (Mus.), z. B.: Flänto d., Delz-Flöte, vgl.: 
Ein Instrument v. der Art, das man sonst „die sanfte, 
süße Flöte“ zu nennen pflegte; sie war kurz geschnäbelt, 
wie die Pfeisen. G. 19, 404 tc. U. als Bez. des Vor- 
trags, auch n.: Das Forte od. Piäno, D. od. Furiöso 
zu beobachten. 35, 440; In allen Tonarten, Temri, 
sammt dazu gehbörigen Ds u. Fortissimos. Gartenl. 16, 
90aic., auch: Dolceménte; dolciätol-tschä-]; 
con dolczza. Teiän (Duleiän. Spee Tr. 114; 
285 rc.), n., -(e)s; —e: hölzernes Blasinstrument 
(Art Fagott), vgl.: Die Donzaine ed. Dullleiana. 
weiss Kost. 2, 850, eine Orgelstimme (vgl. Dul- 
cahna) 2c. — Dole (engl. döl), f. (n.); —#: Diese 
D. (Spende). Kohl Engl. 1, 66. — Dol-Sance (kz. 
ingß), f.; —#, —n: Wehllage; erhobne Be- 
schwerde. -entemente (it.), adv.: (Mus.) trau- 
rig, wehmüthig, auch: doloros-aménte; -0; con 
dolöre; con dnölo. — Dolerit (gr.), m., —e)s: 
—e: D. ist ein ctwas grobkörniges, schwarzes Gemisch 
v. Labrador u. Augit; Vasalt eine feinerkörnige Mischung, 
worin statt des wasserfreien Labradors ein wasserhaltiger 
Kalkzcolith (Mesetyp od. Mesolith) den einen, Olivin
        <pb n="303" />
        Doleritisch 
u. Augit den andern Hauptbestandtheil bilden. Zurmeister 
Gsch. 195; D.-Grus; -Mandekstein 2c. Zisch, a.: 
dolerit-haltig, artig re. Oen 1, 503. — Oölich- 
orcphäl (gr.), a.: lang-köpfig, -schädlig (s. brachy- 
cephal 2rc.). Büchner Mensch. 46, auch: Dl-isch. Ausld. 
39, 687b; Dolichocephalns u. mit k statte, 
z. B.: Zu den Orthognaten unter den Langschädeln, 
Dolichokephälen. DMus. 16, 1, 104 2c. Dazu: 
DFiDolichokephalke, Langschädligkeit. os, 
m. [8 24, 21: 10 bei den alten Griechen, der Lang- 
lauf beim Wettrennen, s. Guht 1, 239. — 2) 
(Bot.) eine lange Schotenfrucht, Heilbohne, mit 
orsch. Arten. Oen 3, 1662. — Döliman: s. Dol- 
man 1. — Dolina: s. Dollina. — Döl-kolum 
Ilat., § 24, 2, n.]): Fäßchen, auch: Art Mollusken. 
-ium, n., —-sen [8 24, 2, n.]): größres Gefäß 
für Wein (unserm Faß entsprechend, doch aus 
Thon): Aus den Dolien auf die Amphoren u. Cadi 
übergefüllt. Guhl 1, 197 2c.; auch — Tonnenschnecke. 
Oken 5, 474. — Oöllar (engl.), m., —#: —6; 
eine nordamerik. Münze, etwa — 1 Sreciesthaler, 
zu 100 Cent (s. d.), auch Unit. Cncykl. f. Kanßt. 
603b (bez.: K); Ein halber od. Half-lhaf-] D.; 
Ein Papier--D. (Greenback). Nat 3, 2 1, 146 2c., s. auch 
Pargo; Eine thurmhohe D—s-Last senkte sich auf die 
schuldenfreien Schultern Uncle Sam's. Ausld. 39, 3a cc. 
— Dolllhinc (russ.), k. z—s: großes Flußthal. Kohl 
Südr. 2, 71; 65; 87 2c. — DHöllhnif, m., —; 
—6: Art Messer bei den Norwegern. Ausld. 38, 
495b. — Hôllond, m., —#; —6: Erfinder der 
achromatischen Fernröhre (s. G. 39, 375), danach: 
Deisches Fernrohr od. D. Chamiso 4, 240. — 
Dolma: s. Dolmusch. — Döôlman (türk.), m., 
—6; —#: 1) ein Kleidungsstuck, z. B. bei Türken, 
Serben 2c.: Über das Hemd kommt der D. (Dolama), 
ein meist mit aufgeschlitzten Armeln versehver, bis an die 
Wade reichender Tuchrock, reich mit Schnuren über die 
Brust verziert. Gerhard Wil. 2, 215; 247; Ein Wassen- 
rock (Dolamoy). Globus 6, 238 à; b rc. (frz. doli- 
man); bei den Ungarn: ein knapp anliegender, 
durch einen Gurt befestigter Rock, worüber ein 
Pelz getragen wird. Düringer 325; danach: die 
schnurbedeckte Husarenjacke. tbd.; 58 8 2c.; Mit dem 
flatternten Husaren-D. Gutzkom Z. 9, 49. — 2) 
Rad, womit Missethäter hingerichtet, gerädert 
werden. — Oölmen (celt.), m., —; —8, uv.: 
große Steindenkmäler, Grabstätten v. 3—5 Stei- 
nen gebildet u. v. einer größern Steinplatte bedeckt 
(v. dol, Tafel, u. men, Stein, im Bretonischen). 
Globus 8, 307 ff.; Mit D., Halb-D., Cromlech 
(Steinzirkeln), Menchir (Steinsänken) u. Tumuli. 310a; 
223b; 257a; Celtische D-s, Dös (s. d.). Ausld. 38, 
832b; Mag. d. Ausld. 36, 33 1a; Die s. g. Hunen- 
gräber od. D. Volksz. 16, 72 2c. — Dölmotsch 
(slaw.), m. , —en, uv.; -en, Se: (s. Ss.) Einer, 
der einer Pers. das ihr in einer ihr sremden Sprache 
Gesagte sofort in der eignen deutlich macht, nam. 
sofern er Zweien, v. denen Jeder der Sprache des 
Andern nicht kundig ist, zum Verminiler dient; 
dann allgm.: Ausleger, Erklärer; auch ein kibitz- 
artiger Vogel, Tringa interpres. -en, intr. (haben), 
Dom 287 
tr.: ein Dolmetsch für Etwas sein, eig. u. übrtr.; 
Dolmetschung: Die Schriftdelwetschung des 
Ulfila. Rl. 12, 232 2c.; auch z. B.: Nach-d., nach 
einem Original. Kl. Od. 2, 113 2c. od.: als Dol- 
metsch Etwas nachsprechen. v. Ant. 2, 226 ꝛe.; 
Golgatha, d. i. ver dolmetschet: Schsdelstätte. Kark. 
15, 22; 34 2c. (Verdolmetschung. Opitz 2, 100); 
Zer-d., d—d zernichten. v. Georg. 160 ꝛc. Ter, 
m., „s6; uv.: ein Dolmetschender, Dolmetsch: 
Wenn er auf seinem D.-Pfade an solche Stellen 
kommt. Slolberg 3, 195. -r#, —en: Dolmet- 
schung (m. verächtl. Nönsinn. fAwolf Anal. 1, 
196). — Dölmusch (türk.), a.: Kochk.: farciert, 
3. B.: D.-Hind-Taughu, mit Reis gefüllter Indian. 
fallmerayer GsW. 1, 327; D.-Batlidschan, solche 
Melanzanen. ebd.; D.-Kawak, mit Fleisch u. Reis 
gefüllter Kürbis. ebd., vgl.: Dolma, Fleisch in 
Kürbis gefüllt. Hammer 10, 314. — Dolomft, 
m., —(c); —: eine Steinart (nach dem frz. 
Geognosten Dolomien benannt): Den D. od. Braun- 
spath, ein inniges Gemenge v. kohlensaurer Kalkerde mit 
kohlensaurer Talkerde. Burmeister Gsch. 216, auch: 
Bitterkalt (Dolger Ex. 286); Magnesiakalkstein (Mitscher- 
lich 2, 1, 112) 2c.; Diedichten .. Abändrungen kommen 
vielfach im Flözgebirge vor .. u. tragen den Namen: 
Flöz-D. u. Rauhwacke. Oken 1, 243 1c.; D.-Bänke. 
723;-Bildung. 713;-Massen. 693;-Mela- 
phyr; -Mergel 2c. Cisch, a.: dolomit-haltig, 
zartig: D—e Gesteine. 713. isieren, tr.: zu De- 
lomit umwandeln: Massen, welche . die Flözgebirge 
durchbrochen u. mannigfaltig (erbärtend, verkieselnd, 
dd, krystallerzeugend) auf sie eingewirkt. Humboldi K. 
1, 26 r., auch refl. od. intr. (sein). — ol-on 
(lat.), m. [8 24, 3, önis): bei den Alten eine 
Art Vorstagsegel. weiss Kost. 1, 1262. — Dol-or 
(lat.), m. (§ 24, 3, öris): Schmerz, Wehe ie.: 
Heu d.!, o Wehe! (C. 31, 107); D-es, z. B. 
pärtus od. parturicntium, Gebkurtswehen rr.; 
Cdetrum (s. d.) d-is 2c. -orofamente, Toröfo: 
s. dolentemente. -orofus, a.: schmerzensreich, 
wehvoll, z. B.: Ein Andachtsbild der Mäter dolorösa 
[Schmerzensmutter Christi am Kreuze] ... Du 
Schmerzenreiche! G. 11, 157 ꝛe. — Dolös (lat.), 
a.: betrügerisch; arg-, hinterlistig; mit Absicht 
schadend (vgl. kulpos), auch: D.us, s. Persuasio 2c. 
u. als Adv.: D-e (Waldis 4, 8362). —Doôlphin (engl.), 
m., —§ —s: Thunfische, welche die Seefahrer D. nennen 
u. mit den Delrhinen (s. d.) verwechseln. ZBurmeister 
gB. 2, 65, vgl. Dolfyn (holl.). Ohen 6, 218. — 
Dölus, m. [§ 24, 2): Betrug; Hinter-, Arglist; 
wissenschaftliche, absichtliche Rechtsverletzung (vgl. 
Culpa): D. bönus, unschuldige List ꝛe.; D. éx pro- 
pösito, vorsätzlicher Betrug; D. mälus, böswillige 
Schadenzufügung (s. agquilisch); D. maniféstus, 
offenbarer D.; D. præsuimtus, muthmaßlicher 2c. 
— Oolz 2c.: s. Dolce 2c. 
DOom: 1) (frz.; aus lat. Dömus domini), m., 
—(e)s; -e; Dömchen, lein: Haupt= od. Kathedral- 
kirche (ogl. Münster), nam. mit Kuppeldach; dann 
auch: Kuppeldach u.: Gebände rc. mit solchem; 
so nam. auch bei Probier-, Emaillieröfen 2c. der
        <pb n="304" />
        288 Domabel 
obre Theil (Karmorsch 1, 717; Mitscherlich 2, 2, 324 2c., 
vgl. Kapelle 6): Flammen . flackerten in ein Ge- 
wölb zusammen. Zum höchsten D-e züngelt es em- 
por, der immer ward u. immer sich verler. G. 12,57; 
Ein einziges Dömchen. Heine Lut. 1, 63; Ein zweiter 
Himmel in dem Himmel!] steigt Sankt Peter's wunder- 
voller D. Sch. 52a; Des schönen Laubwerks einst so 
dichter D. Waldau N. 3, 82 ꝛe.; Der Buchen gewölbter 
Blätter--D. Ueithard 71; Scherzer Nat. 46 2c.; 
Die kuppelförmig aus der Tiese emporgehobene Granit= 
masse. .. Auf dem Rücken dieser Granit-Dee. Durmeister 
Gsch. 188; Himmels-D.; Die gigantischen Schnee- 
Dee. Ausld. 39, 971b; Sternen-, Wollen-D. 
(od. -Gewölbe, Himmel) 2c.; Der Kölner D.-Ban; 
D.-Dechant; = Fran, Chor-, Stifts-F.; = Frei- 
heit, ein mit gewissen F-en begabter Gerichts- 
bezirk des D-s;= Friedhof. Panzer Bair. 2, 477; 
Gebäude. G. 27, 278; = Gewölbe. Mohnizke Fr. 
40; -gewölbt swie ein D. . Börne 2, 281;-Herr, 
Chor-, Stists-H. ; herrisch, „herrlich; Ka- 
pitel; -ZKirche; -Lotterie (deren Ertrag für 
einen D.-Bau bestimmt ist); = Palme (s. 4); 
Pfaffe, auch ein Vogel (Gimpel); -Platz; 
Präsenz (s. d.);-Prediger; Propst: 
. Propstel; -propsteilich; „-Schnepfe, Art 
Schnepfe; = Scholaster (s. d.); = Schule, zu 
einem D. gehörig od. daraus hervorgegangen (vgl. 
Klosterschule); Stift; -Vikar (s. d.); Das 
Beissere'sche D..Werk [Buch über den Kölner 
D.c. — 2) (s. 1) in Hamburg 2c.: der Weih- 
nachtsmarkt: Zur diesjährigen D.-Zeit. Der D. ist 
in seln höchstes Starium getreten. (Hamb.) Neform 18, 
155 2c. — 3) (port., aus lat. dominus): Herr, 
als Titel (s. Don), vgl.: Vice-D. (itzthum), Vice- 
dominns, Stellvertreter des (regierenden) Herrn, 
Statthalter, Verweser geistlicher Güter 2c. — 4) 
D.-Palmen, IIyFpha#ne thebäica. Globus 4, la, 3a; 
Matten aus D.-Blättern. ebd. 2c., s.: Diese Palme 
heißt im Arab. Doum. Oken 3, 690 2c.; Dum-Palme. 
Elobus 8, 296 (s. Dum II.), vgl.: Unter einem 
dornigen Baume mit kleinen Apfelchen, Döm genannt. 
prlermann Or. 1, 241.— Dom-äbel (lat.), a.: 
zähmbar. abilität, f.; 0: Zähmbarkeilt. -adöre 
(span.), m., —#; —# : Pferdebändiger, Bereiter. 
Globus 6, 130a. — Dom-aine (frz. —äne), -äne, 
f.; —m: Besitzthum, worüber Jemand als Herr 
schaltet: Die Unwissenheit des Landvolks ist ihre lder 
Pfaffen 2c.] D. u. ihre Pfründe. Volksz. 16, 85; Die 
Inseln .., die nothwendig unsre Handels-Dn werden 
müssen. Globus 4, 59a; im eig. Sinn v. liegenden 
Gründen, Gütern, z. B.: Kirchen-; Korpora- 
tions-; Privat-D. 2c., — bes. aber: Grundstück, 
Gut, das der Regierung zur Bestreitung des 
Staatsaufwandes von der Nation abgetreten od. 
überlassen worden ist, best.: Staats- Dn u. als 
eig. Krongüter, auch: Kron-Dn (s. auch Haut- 
D.). Dazu: D—n-- (od. Demanial.) Amt, „Kam- 
mer re.;-Inspektor,-Verwalter, „Rath te.; 
.Verwaltung, -Geschäfte, „Kauf, Ver- 
kauf rc.;= Gut-; . Einnahme, „Intrade re. 
Janial, a.: auf Domänen (s. d.) bezüglich: Mit 
Domicilium 
den D.= auch die Regiminal-Geschäfte den Amtern 
übertragen. Grenzb. 26, 3, 206; Das jene siebenden 
Gefälle überwiegend aus D.-Intraden besteben. 26, 
2, 432 dc., vgl. Deminial. -anialisiren, tr.: zu 
den Domänen schlagen. duinm, n., —; lken 
[§ 24, 2, n.]): die Domänen (s. d.): In Meklen- 
lurg auf dem D. wobnen 2c., s. auch Dominium. — 
Domback: s. Tomback. — Dome (frz. döm), m., 
—s; —s: Dom (s. d. 1), auch: Man nannte lin 
Genf] diese alten Häuser oder vielmehr die Vorsprünge 
d—s. gewald Genf 21. — Domen, pl.: altfriesische 
Rechtssatzungen (vgl. doom). — Domest--icĩẽr en 
(ulat.), tr.: zum Hausthier machen, zähmen: Die 
katzenartigen Thiere können . nicht vollkommen demesti- 
ciert, eig. familiarisiert werden. Petty 117; 116; 
Giobus 8, 27 2a c. Zicität, f.; -en: der Zustand 
der Domestikatien; die Hausgenossenschaft, Diener= 
schaft. ihl: 1) (frz.) m., —en: -en: Bedienter, 
Dienstbote: D-en- [Gesinde-, Leute-] Stube cc. 
— 2) (engl. domestick) a.: häusl. I##ohl Par. 1, 
67; aufs Haus bezügl., im Hause 2c.: Die d. 
clothiers (ödhjers!, die Hausweber. Aohl Engl. 2, 
130. ihül, a.: auf die innern, heimischen Ange- 
legenheiten bezüglich: Die Kosten aus den stänrischen 
D.-Fonds bewilligt. Kag. d. Jusld. 36. 60 4a Zu 
den D.-Kosten beizutragen. Gtenzb. 26, 1, 8 2c. 
Sihation, f.; —-en: Domestieierung. Perin 116 c. 
-ikenhast, a.: bedientenhaft: Mit d—er Dreistigkeit. 
Muũlluer 6, 105; 5, 209. icus: 1) a.: auss Haus, 
auf die Familie bezüglich, dazu gehörig; heimisch; 
einheimisch, inländisch 2c.: Animälia domsstica, 
Hausthiere; Anas böschas doméstica, zahme Ente; 
Canis familiaris d., Haushund re. Fürtum domesti- 
cum, Hausdiebstahl; Jüra domcstica, einheimische 
Rechte, Landesgewohnheiten: Cäütio (s. d.) dome- 
stica, Sicherheit durch Handschrift; Persöna domé- 
stica, Hausgenoß; Téstis d., Hausgenoß als 
Zeuge 2c. — 2) m., uv.; se [824, 2): Hausgenos, 
Diener ic.; auch (vralt.) als Titel hoher Beamter 
(vgl. Minister 2c.): Am Hofe der christlichen Autokraten 
in Byzanz einen Groß.D. des Orients. fallmerayer Gs W. 
2, 295. Tique (frz. +l), m., —s: —#, —n: s. 
Demestik. — Oomicéll-#a (mlat.), f. [8 24., 1]: 
Herrin (vgl. Donzella), vralt. als Titel für Prin- 
zessinnen 2c.; Stiftsfräulein. -är, m., —()8; 
—e: junger Stiftsherr, noch ohne Sitz u. Stimme 
im Kapitel. -us, m. s8 24, 2): Domirellar; 
vralt. als Titel für Prinzen 2c. — Domicil (lat.), 
n., —(e)s; -e: Heimath; Wohnsitz; Heimatl's-, 
Wohnrecht; (kaufm.) Ort, auf den ein Wechsel 
zur Bezahlung angewiesen ist: D., od. demicilierte 
(s. d. 1; 2) Tratte. -iant, m., en, (—8); —Sen: der 
Bezogene eines domicilierten Wechsels. iät, m., 
en, (—6); -en: Der, bei dem die Zablung eines do- 
mieilierten Wechsels zu erheben ist. Encykl. f. AK#u#t. 
2985b. Ticilileren: 1) intr. (sein): wo wohnhaft, 
ansässig sein; tr., refl.: Einen, sich ansässig machen. 
— 2) tr. (kaufm.): Wechsel d., mit einem Zahlort 
versehn, der nicht der Wohnort des Bezognen ist: 
Einen domicilierten Eigenwechsel. Grenzb. 24, 2, 213. 
ium, n., —s; -len [8 24, 2, n.): Domiilil,
        <pb n="305" />
        Domina 
Aufenthaltsort: D. habitatiönis, Wohnort; D. 
orĩginis, Geburtsort; D. necessärium, Ggstz volun- 
tärium, nolhgedrungner, Ggstz freiwilliger Aufent- 
haltsort. — Dömin-a (lat.), f.; — (# 2j1j, 11: 
Herrin. Kusäus M. 1, 102; Der Hausfrau, als Iläter 
famllias, die auch den Namen D. führte. Weils Kest. 1, 
1013, vgl. — für spätre Zeiten: Die Tochter eines 
Römers v. ihrem 1 4ten Jahre an wurde schen D., d. h. 
mein gnädiges Fräulein genannt. Zöniger Sab. 3 1 2c.; 
Kloster-, Stiftsrorsteherin, Abtisün. w. 20, 45 rc. 
Sänte, f.; —n: (Mus.) die Quinte des Tons, 
woraus ein Stückgesetzt ist: Tenische D., der Haupt- 
tonart; Neben-D., einer Tonart, in die man aus- 
gewichen ist; Ober-D. (eig. D.), aufwärts vom 
Grundton, Unter-(od. Sub.) D., abwärts ge- 
rechnet 2.; Dominantien)-Accord, auf die D. 
basierter, nam.: Dominantten)-Septimen-Accord (l. 
Aceord 1). -ätio, f. I8 24, 3, önis]: Herrschaft:e.: 
Der Titel Véstra [— Cw.] D. od. Véstra Reveréntia, 
den die Mönche ibren Obern zu geben pflegten. w. 
35, 51. Tatiön, f.; —en: Beherrschung, Herr- 
schaft, Obermacht. - ätor, m., —;: ören [5 24, 3, 
öris!: Herrscher. atrix, f. [8 24, 3, tricis!: 
Herrscherin. -e, m., —#; —§, uv.: eig. Vokativ 
von dominus (s. d.), als Anrede des Pfarrers in 
den Niederlanden 2c., dann auch als Nomin. 2c.: 
Zu dem ungerulrigsien D. Thümmel 7, 94. — 
Oomingo: westindische Insel (Gapti) u.: Pro- 
dukte von dort, z. B. (vgl. Bahia): Baumwolle. 
Ua##t.3. 20, 398; Karmarsch M. 2, 502 (Habti) 2c.; 
Zucker. T. 3, 706 2c.— Dom--iniäl, a.: s. Doma- 
nial, z. B.: Statt dieser Summe einen entfrrechenden D.- 
Bestand. olssz. 16, 125; Der an die D-Kammer 
zu entrichtende Kanon. Mag. d. Ausld. 3 4, 46 abc.; Für 
Rustikal- u. geringe D.-Wollen. Uat 3. 21, 268, v. 
Lanrgütern kommend 2c. einieèren (lat.), intr. 
(haben); tr.: herrschen; beherrschen: Der russ. Pa- 
rillon als d—d auf der Ostsee. Kohl Pet. 2, 330 2c.; 
Aus einer den Hafen d—den Höhe. Uaiß. 18, 413 cc., 
auch z. B.: Sch hab soviel ver deminiert lals Herr 
verthan]. Weidner 226 2c. Inir#a, f. [8 24, 1]: 
1) Herren-, Büschofswohnung. — 2) „der Tag des 
Herrn“, Senntag (s. Dimanche): D. in älbis, der 
weiße Sonntag, der erste nach Ostern; D. olivärum 
s. palmärum, Palmsonntag; D. mediäna, in der 
Mitte der Fasten (s. Jurica) 2c. inikäl, a.: 
Grundherren u. Geistliche betreffend: D.-Steuer, 
die ron ihnen zu zahlende 2c. -inikäle, n., -; 
lien [8 24, 3, n., lis; Mz. lial: 1) Abendmahls- 
tuch in der kathol. Kirche. — 2) Abschnitt der hei- 
ligen Schrift, der am Sonntag in der Kirche zu 
verlesen ist; Dominicälis léctio; Perikope. -inicälis, 
a.: auf den Sonntag bezügl., s. Deminikale 2; 
Litlt)era d., Sonntagsbuchstabe, s. A 5. — 
Zinikäner, m., —; uv.: Mönch — wie D-in 
(od. Katbarinerin), Nonne — des von Dominikus 
zu Anfang des 13ten Sahrh. gestisteten Ordens; 
auch ein Vogel, Fringilla dominicäna. Oben 7,278; 
D.-Wittwe. Gartenl. 16, 392b. inikät, n., 
—e)8; —e: Herrenhof. inicum, n., —; ea 
1&amp; 24, 2, n. ]: Kirchen-Vermögen,-Arar; Abend- 
Sanders, Fremdwörterkuch. 
Domitisch 289 
mahlsfeier, Messe. „Inicus, a.: auf den Herrn 
bezügl., von ihm herrührenr; Orätio dominice, 
das Gebet des Herrn (Vaterunser). inium, n., 
—6 ; ken (§ 24, 2, n.]: Herrschaft, —#-Gebiet, 
Recht, Besitzsthum), Eigenthum 2c. (vgl. Doma- 
nium): Da hatten z. B. die Dominien die Sieuern ein- 
zutreiben. Salon 2, 468; Dem D., dem Grunrherrn. 
3, 161; D. analögicum, beschränktes Eigentlums- 
recht; cirfle, bürgerliches Eigenthum; diréctum, 
gruntherrliches; dirinum, göktliches; Eminens, 
landesherrliches; fietum, vorgebliches; fundätum 
in grãtia, von Gottes Gnaden; humänum, mensch- 
liches; irrevocãbile, unwiderrufliches; liberum, 
unbeschränktes; minus plenum — restrictum; 
naturäle, natürliches; plenum — liberum; pühli- 
eum, öffentliches; restrielum, eingeschränktes; 
revocäbile, widerrufliches; subaltérmum, unterge- 
ordnetes; superius, des Ober-, Grundherrn; tem- 
poräle, weltliche Herrschaft (des Papstes). Uat3. 
19, 519; Sturz des D. temporale. 20, 181 (vgl.: 
Die Erhaltung des Dom a nium temporale. 21, 1); 
D. ütile, wovon man die Nutznießung hat (Gastz 
Ssuperius 2c.); verum, wabres Eigenthum 2c. -ino 
(it.); 1) m., —6; —##, zini: a) Herr (s. Den), 
Geistlicher. — b) (s. a) Art Wintertracht der 
Geistlichen, mit Kapuze. — e) (. b) eine Masken- 
tracht, ein weitürmliger, langer Seidenmantel mit 
Kapuze od. Kragen (Bajute). Sch. 196b r2c. (ugw. 
neutr. Legt das D. an. Lenz Men. 112, vgl.: D.= 
Kleid); auch: Jemand in solcher Tracht: Der grüne 
D. schien dich zu intereffiren. Körner 236a; Die Minder= 
zahl der Damen waren Ds. Meihner Sanf. 1, 281 2c. 
— d) Sieger im D.-Spiel (1. 2). — 2) n.. —; 
—8 : a) s. 1c. — b) Spiel, gespielt mit D.-Stei- 
nen (gw. 45), worauf die sämmtlichen Amben, 
die sich aus den Zahlen von Null (gw.) bis Acht 
bilden lassen, durch Punkte bez. sind: D.-Sriel; 
Eine Partie D. srielen; D. wachen, den letzten Stein 
ansetzen u. so das Sriel gewinnen (vgl. 14) rc.; 
auch: D.-Lotterie, Art Hafardspiel. Na#3. 20, 
189. — c) Art bunten Papiers, m. versch. Cha- 
rakteren, nam. zu mehrern Svielen. einoteris 
(irz.), f.; —(enn: Handel mit buntem Papier 2c. 
(s. Tomino 26). inotier (otfe), m., —; —: 
Buntrarvierhändler. -inus, m. I§ 24, 21: Herr; 
Haus-; Eigenthums-Herr; Gebieter 2c. (s. Ton): 
Augustus ließ sich dennoch nicht bewegen, die Würde eines 
Diktators u. den vielsagenden Titel eines „D.“ anzu- 
nebmen. Weiss Kost. 1, 1048 2c.; D. grégis, Direktor 
einer Schaufrieler-Trure. 1138 1c#.; Dömus do- 
mini, das Haus des Herrn (s. Dem 1); D. vobfs- 
com! der Herr sei mit euch! w. 11, 159 1c.; Bis 
beim Vobiscum D. #er Priesier zur Gemein sich wen- 
det. Sch. 68b 2c.; D. diréctus, Erbgrundherr; fsüdi, 
Lehnsherr; hereditärius, Erbherr; jurisdictiönis, 
Gerichtsherr; proprietätis, Eigenthumsherr; secuu- 
därius, Afterlehnsherr; usufructuärius od. ütilis, 
Nießbrauchherr, Nutznießer 2c. — Domit (nlat.), 
m., —(e)s; Se: Trachyt (s. d.), nach Andern D., 
wegen des glockenartig gewölbten, kugelförmigen Ansebens 
der Berge [s. Dom 11. Burmeiter Gsch. 66. eisch, 
19
        <pb n="306" />
        Domitian 
290 
a.: trachytisch. — Oomiliän (lat.), m., -6; —e: 
D. (od. D-us), Name, z. B. eines berüchtigten 
röm. Kaisers u. so antonomastisch: Die Tiberen u. 
Kaligula, Neronen u. D-e. W. HB. 1, 9. -Us, a.: 
v. einem Domitius od. D. herrührend c.; Qusstio 
domitiäna, sprchw.: eine alberne Frage 2c. — 
Dômnia: s. Masia. — Oöômpeler (holländ.), 
m., —s; —6# : „Untertaucher"“, Art Wiedertäufer. 
— Dômus (lat.), k. [8 21, 2; 11: Haus: 
D. dömini (s. d.); Orätio (s. d.) prö dömo; 
In dömo ascendente (s. d.), Ggsitz: cadénte 2c.; 
Ein Spruch: D. austriaca non est cäsa füa. Schüching 
Bronckb. 1, 230, das Haus Ostreich ist nicht deine 
Hütte; das fürs Große Geltende findet auf klein- 
liche Vhe keine Anwendung rc. 
Döôn: 1) aus lat. dominus, z. B. in England 
m., — ; —#: ein Universitätsmann, der alle Era- 
mina bestanden, alle Titel gewonnen hat, s. Mag. 
d. Ausld. 35, 13 5a cc., vgl.: D—s nennen sie lrie 
Orforder Studenten] ihre Tutoren. Kohl Engl. 3, 46, 
nam. aber fran. (u. so auch in Neapel, s. G. 30, 
193 rc., wie port. Dom), vor Taufnamen als Titel 
für Männer vornehmen Standes (entsprechend 
weibl. Doña), z. B.: Bald kam ein lspan. ] D., bald 
ein Ifrz.) Marquis. Lichtenberg 4, 400 2c.; D. Carlos, 
Infant v. Sranien; D. Raimond v. Taxis, Obervost- 
meister ..; D. Lurwig Mercardo, Leibarzt der Königin. 
Sch. 213 2c.; vgl. in scherzhaftem Anachronismus: 
D. Midas. w. 15, 187 ꝛe.; auch: D. Die go im 
Harnisch, der Bentelkrebs [nach der Ahnlichkeit mit 
einem Geharnischten]. Onen 5, 646 2c.; D. Juan 
(chtan, doch gw. gesprochen: sbllang) — nach dem 
Helden in Mozart's gleichnamiger Orer (s. John 
Moz. 1, 328 f.) — Bezeichn. eines Wistlings u. 
Frauenverführers D. Matso, auch Name eines 
Tanzes. Grube Char. 1, 298;: D. Pasquale, s. 
Gelsonimo; D. Ranüdode Colibrävos — nach 
einem Lustipiel v. Holberg (s. prutz Tasch. 2, 370; 
Gödeke Gr. 549) — Bez, eines von bettelhaftem 
Adelstolz erfüllten Narren, z. B.: Junkerei u. Flun- 
kerei, welche ans dem vreußischen Officierstand eine Samm- 
lung v. D. Ranudos di Celibrados u. Horribilikribifaren 
machte. Scherr Bl. 2, 125 2c. U. ganz bes. — nach 
Cervantes' Meisterwerk —: D. Quiröte od. Quijöte 
lipr.: kich 2c.] od. französiert: D. Onicholte (srr. 
dongkischölt, als Bez. eines in Hirngespinnsten sich 
bewegenden, abenteuersüchtigen Narren 2c., mit 
Fortbild., z. B.: Donqguiröt-enhaft (Danzel 
207); -zerie (301: Scherr Bl. 2, 113); ziäde; 
„isch (Engel 11, 227); ismus, m. 2c., bgl. — 
nach seiner Heimath — Manchaner; s. Sancho 
Pansa 2c. — 2) (frz. döng) n., —#6; —8: Geschenk, 
Gabe, s. donum; bes.: D. gratuit lgratwil, 
Gnadengeschenk; Gabe aus freien Stücken; frei- 
willige Abgabe. G. 27, 16. — Daũña (sban. dönja), 
f.: als Titel, vor Taufnamen (s. Den 1, vgl. Donna). 
— Donacit, m., —en, —#; —eIn): versteinerte 
Dreiecksmuschel (s. Donax). — Donädar, m., 
—6 :-#: Art Maulbeerbaum. — Oonanma (türk.), 
n., —: —#: Freinenfest mit Illumination 2c. 
Hammer 10, 314; Dunalma. — Dön-aus (lat.), 
Donum 
m. (§8 24, 3, Antis!: der Schenkende, Geber, 
Donator. — Oönar (altd.), m., —#: 0: der Don- 
nergott, s. Thor. — Oonäri-um (lat.), n., —8; 
zen (§# 21, 2, u.): Weihgeschenk. — Oonät (lat.): 
1) m., —#e)8; —e: lateinische Schulgrammanik 
(nach dem im Aten Jahrh. nach Chr. lebenden 
Grammatiker Aslius Donätus): Der große, der kleine 
D. 2c.; D.-Schnitzer, Febler gegen die ersten 
Regeln der Sprachlehre. — 2) m., —en; -en: ein 
Kind, das seine Eltern — od.: ein Erwachener, 
der sich u. seine Habe dem Kloster gewidmet, 
Oblät, auch männl.: Denät-, Oblät= us; 
weibl.: . - är, m., —(els: -e, —en: drius, 
m. [8 24, 21: der Empfänger einer Donation. 
Sio, s. [85 24, 3, önis!: Schenkung: D. 44 pias 
cäüsas, zu frommen Stiftungen; honöris cäüsa, 
Ebrengabe; illicita, unerlaubte; impröpria, un- 
eigentliche (die keine reine Schenkung ist, einen 
andern Zweck verbüllt); inofüciösa, die Pflicht 
gegen die nächsten Erben verletzende; inter rirum 
ét uxõrum, unter Ehegatten; inter rivos, 
unter Lebenden; conditionäta, an Bedingungen ge- 
knüpfte; mörtis efüsa, für den Fall, daß der 
Donator siirbt; onerösa, die dem Donatar Ver- 
pflichtungen auflegt; propter nüptias, das der Frau 
für ihre Aussteuer im Ehevertrag ansgesetzte Wit- 
thum, Widerlage; püra, reine; reciproca. wechsel- 
seitige; relsta, auf Verpflichtung gegründete; re- 
muneratöria, zur Vergeltung dienende; sub möcco, 
zur Erfüllung eines best. Zwecks 2c. -iön, (.; 
—en: Donatio. -ĩv, n., —e)s; -e: Don (s. d. 2) 
gratuit. Neumont Mard. 1, 57 2c.; D.-Gelrer an rie 
Prinzen . gezahlt, damit sie ihren protestannschen Glau- 
ben nicht verlichen. Ual3. 20, 493 2c. Jor, m., —; 
dren (§ 24, 3, öris]: der eine Donation macht 
(s. Denans), weibl.: -rir, f. (§ 24, 3, ricisl. 
us, m. [8 21, 21: s. Donat 2. — Oönrar (gr.), 
m. s8 21, 3, acis]: spanisches Rohr; Dreiecks- 
muschel. — Dôndo,m., -s; —8: Albino (s. d.). — 
Done (engl. dönn), a.: gethan 2c.; (v. Fleisch) ge- 
braten: Aluch lmötsch] d. ör little Ilitt'I) d. Grube Ch. 
1, 117, stark od. schwach gebratenc. — Oonteren 
(lat.), tr.: schenken, beschenken. — Oonjon (sfrz. 
dongsböng), m., —s; —#: Burg-, Schloßthurm rc.: 
Den D. od. das Kastell. Gregorovius Kors. 1, 113 18.; 
auch als Gefängnis. w. 29. 160; 112 r#. — 
Dänheg (engl. —i), m., —#: —: Esel. pölter 
Sudostl. 1, 155 sc., vgl.: D. D., Doctor of Dirinity 
(s. d.), d. b. der Tleelogie, liest das Volk gotlloser- 
weise Danble Donkerx. Dervel. Esel. Gartent. 16, 
1 vab 2c.; dann auch: eine Maschine, Wasser in den 
Kessel zu rumven 2c. Ausld. 39, 639b: D.-art 
[Eselskarren]. Koht Engl. 1, 3. — Dónn-a (it.), 
k.. —#, -e: Herrin, Frau rc. (s. Demina. Den 1; 
Madonna): Die D. Duleineca (s. d.); Die Prima 
(s. d.) D.; D.-Maria-Gaze (s. d. ; Das Fräulein 
Brant mit ibrer Kammer. D. Schöching NNov. 6 2c. 
— Oongquirole 2c.: s. Den 1. — Donshöic 
(russ.), a.: vom Fluß Den hestammend (rönisch, 
s. Kosack sc.). 3. B. m.: solcher Schaumwein. Globu- 
6, 300. — Oönum llat., 8 21, 2, u.]: Gate,
        <pb n="307" />
        Geschenk re.: D. continéntiæ, die Gabe der Keusch- 
heit: D. docéndi, Lehrgabe; D. gratüitum, Don 
(l. ö. 2) gratuit; Döna paraphernzlia, Heiralks- 
geschenke ꝛc. — Dönüm (türk.), m., — —: 
Scheffel. hammer 10, 344. — Oonzelle (frz. dong- 
sel), f.; —, -n: Brkl. v. donna (s. d., vgl. 
Dunzel): leichtfertiges Märchen, Weibstück; auch: 
Art Schlangenfsisch, Bartmännchen. — Obodee 
(engl. dũei), n., —s: —: oflind. Kurfermünze: 
Ds ed. Stücke v. 10 Casbes. Encyhl. f. Kcufl. 54 5a 2c. 
— Döögancp, m., —; —#: s. Pice. — O551 
(ind.), m., —: —: kastenartiges Tenwerk- 
zeng, das mit Ruthen geschlagen wird, — beim 
Tauz der Bajaderen. Mther Kenr.-Ler. 2, 7023. 
— DOoom (engl. rüm), n., —s; —: Rechtssrruch, 
Urtbeil (s. Demen): D—s-Das I—#, Gerichl#tag; 
das jüngste Gericht; Deomsrav-Boek lbuck], das 
unter Wilbelm dem Erobrer für ganz England 
entworfne Lebn= od. Grunkkuch. 
Dôpp-elskren, tr.: (Bucher.) durch Fletschen 
einen sich theilweis deckenden, derrelten u. damit 
unleserl. Aberuck machen. a (it.), f.: —, -ie; 
ĩe (G. 28, 100), f.; —m: Name verschiedner Gold- 
münzen; auch ein Flächenmaß. iétta, f.; —, te: 
eine sardinische Golrmünze. io, a.: dorvelt: 
D. uso (s. d.) 190.iöne, m., —8; —8: großer 
Kokon, der 2 Seitenrauven entbält. -iöno, m., 
—#8 ; —, ni: eine sardin. Gelrmunze. 
Dör sfrz.), m.. -s; -, —, u#.: „v. Gold“, 
— in Zñtzg. m. Eigennamen 2c. zur Bez. ven 
Golrmünzen nach dem Namen des Fürsten r2c., der 
sie rrägen lassen (l. aureus): Frierrich's-; 
Georg-; Henri-; Louis-; Mar-; Pbilipr-; 
Wilbelm-D.; An seiren 100 Bahamer'er ñch 
satt sebn. W. 11, 12; Chevalier (I. d.) -D. ; Ibr 
Frauen könnt euch rrägen zu einem Damen-D. für 
den einen Herrn u. zu einem elenden Geitmännchen für 
den andern. 3p. 9, 116; Schild-D., Schilde Louis- 
dor, frz. Golrmünze (geprägt v. 1726—1783) m. 
2 Warrenschildern auf dem Revers 2c. äde, f.; 
—m: Golkfisch (s. Auratus), z. B. Corxphæna 
hippürns. forter R. 1, 37 2c., auch: Deräto. Oken 
6, 118 2c. ädo, m., —s; —: s. Dorare u. Eldo- 
raro. -age (-äsb)., f.; —n: Vergoldung; auch 
(Hutmach.): das Uberziehn des gröbern Filzes 
mit feinern Haaren, das Plattieren (vgl. Kthlen 
Krw. 173; Karmarsch 2, 261). — Oörak, m., —; 
— : (in Agypten) Art thönerne Flasche. Sicdus 
12, 79b. — Dörant (—), m., )8; -e: 
Name mehrerer Pflanzen, wie Orant (i. d. 1) 
„Origanum. Ck'n 3, 1069; auch Alarrübium 
vulgäre. 1064; Weißer D., Achillsa ptärmica. 
759; Kleiner und grofer D., Antirrhinüra oron- 
tium und mäsus. 960 ff. 2c., — dem Volk als 
Mittel gegen Krankheiten u. Zauber geltend: Hier 
schießt Minze, da Lavendel, dort berühmter D. auf. 
fleming 377 2c. — Dordillo (span. Sillso), m., 
—6 ; —: Art falbes Pferd: D—s (strawberry-greys 
rer Engländer, Pilint# der Vebuenchen-Nation). pöppig 
Cb. 1, 136. — Dore (irz.), a.: vergoldet (s. 
derieren), golden: Die Mrsterien der Maison Is. d.) 
Dorgphorus 291 
d-e. Mas. b. Auslbd. 34, 155a, „bes geldnen Hau- 
ses“, in Paris, als Vereinigungsert der danach 
benannten Jennesse (. d. ) d-e, d. b. der vorneh- 
men jungen Genießlinge 2c. — Dorez#a, k.; 
—#: s. Pice. — Doreloteric Kohrl-), f.: —eyn: 
allerlei Banrwgaren und Fransen (vgl. Torlor— 
tieren). — Qoôrer: s. Doꝛier. — Oörg (lkand.), 
m.. —: —: Fischleine. weils Kot 2. 151. 
— Horide (qgr.), f.: —u: 1) Meergsttinnen, 
Töchter der Doris u. des Nereus. G. 12, 148, 
Nerefden. 149, vgl. Oceaniren. — 2) eine Gart. 
Schnecken, Döris. Ohen 5, 401. — Oörier, m., 
—: uv.: einer der 4 griech. Haurtüämme u.: 
Zemand daraus, auch: Dörer. KriegK 1, 170 (be- 
nannt nach Dörus, dem Sohn Hellen's), ĩ. Achäer. 
— Dorieren (frz.), tr.: vergolten, auch: Filz 
rlattieren (s. Dorage). — Döreis (gr.), k.; 
(eiren): 1) weibl. Name, bes. einer Meeresgöttin, 
Tochter des Oceanus, Gattin des Nereus (. De- 
rire 1), s. auch Astereir: ferner v. Schäferinnen. 
— 2) s. Dorike 2. — Döre-isch, a.: den Doriern 
eigen, angehörig, v. ihnen stammend i. (ovgl. als 
Egitz nam. ienisch): Der —e Dialekt 2c. Srrack sich 
in der d-en Säulenortnung der Geist u. die ernste 
Sinnes art des X—en Stammes künstlerisch aus 2c. Cuzl 
1. Dich v. der hoben lerischen Tonart zu der ge- 
wobnten —en berabzustimmen. w. 23, 20. -isiẽren, 
tr.: nach dorischer Weise moreln; intr.: solche 
Weise zeigen 2c. (vgl. asiansieren 2c.): Mit einem. 
r— ren Gebälk. Weiss Kest. 1. 1224. Cismus, m., 
uv.: -lsmen: die dorische Velkseigenbeit 2c., z. B. 
in der Bauk. Overbech Vomr. 2, 130 2c.; auch de 
Mundart (vgl. Anglicism 2c.): Andre Dorismen. Ros 
Ins. 2,114. — Doörc-as (gr.), f. [824, 3, -adis]: 
Gazelle. — Dorlottt)ieren (frz.), tr.: verhäricheln 
(l. mignetieren): Ich dorlottiere mich ein wenig; du siebf# 
aber, ich befinde mich webl dabei. çewald Emr. 3, 233. 
— Dorm-ant (fr. —ing): 1) a.; schlafend, ruhnd. 
2) m., —; —: Schaugericht, Tafelauffat. ent, 
n., —#e))s; Se: Schlaffaal in Klöstern 2c. Auner 
Bild. 154; Uhland 458 2c., auch: D-er (m., nu.). 
Fischart B. 55b 1c., s. Dermitsrium; vralt.: Dürtig, 
m. (AMöler Vb. 1, 45; 53), vgl.: Er batte ein wenig 
gerurmrizeschlummert). K###irr Ries 309 2c. eufe 
Cki. f.; —n: Schlafwagen; Schlaf-, Negligé-, 
übrh.: tief herabgehnde Haube: Mu der Mergen-D. 
Unterh. am häusl. Herd (1°54) 3, 20 :2c. Zio: ich 
schlafe: Nön (s. d.) ömnibus d. Citiv, u., -(e)s; 
e: Schlaftrunk 2c. -itörium, n., -s: ken [8 24, 
2, n. ]: Schlafsaal (ĩ. Dorment). -l#e: s. Dor- 
meuse. — Dorf-al (nlat.), a.: ouf den Rücken be- 
rüglich, dazu gehörig: Der f#rese Rand der #—en 
Seite. Durmeier Gsch. 175; 456 (Ggitz ventral) 2c.; 
D. -F läche des Fingers. ock An. 42; D.-Dis- 
eirlin (s. d. 2); = Wirbel 2c.; auch Derfual. 
„um (§8 21, 2, n.]): Rücken, Rückseite: In dörso 
(l. inreisieren) 2c. — Dörudon (gr.), m., ; —8: 
s. Zeugloren. — Dorüre (frz.), f.; —m: Vergol= 
dung. — Oorbph-oros, orus (gr.), m., uv.; 
ören [§ 24, 21: Spießträger, Trabant 2c.; auch 
eine berühmte Statue: Der Kanen (. d.) ed. Dus 
197
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        292 Dos 
des Polhklet. w. 34, 144; 154; 21, 331 ꝛe.; 
Schlegel GR. 145; Winc#elmann Gsch. d. K. 2, 335. 
Döôs: 1) (lat.), f. [8 24, 3, dötis): Mitgift, 
Mit-, Morgengabe, Brautschatz 2c.: D. adven- 
titia, Mitgist v. der Mutter od. v. Fremden; 
(in)stimäta, (un)geschätzte; eccsis, Stammver- 
mögen einer Kirche; inolkciösa, unverhältnis- 
mäßige, die Pflicht gegen die übrigen Kinder ver- 
letzende Mitgift; cäüta s. confessäta s. constitüta, 
zugesicherte, aber noch nicht gegebne; necessäria, 
einem Kind als Pflichttheil gebührende; pralegäta. 
ververmachte; profectstia, vom Vater od. dessen 
Verwandten; promissa, zugesagte; putativa, ver- 
meintliche; receptstia, nach Auflösung der Che 
zurückfallende 2c.; Dötis — actio, Dotationsklage; 
promissio, Versprechung einer Mitgabe; collätio 
(s. d.) 2c., s. auch Contrados. — 2) (frz. dõ), m., 
uv.; uv.: Rücken (s. dorsum): D. à d. lbesatöl, 
mit den Rücken gegen einander gekehrt (Ggstz Vis 
d Vis); D. d’äne (auch Derane), Eselsrücken; ein 
spitz zulaufender Gewölbebogen. — 3) (gr.): 
gieb! (s. Archimed). — Dös, m., uv.; uv.: Stein- 
denkmäler.. Im ganzen Skandinavien, wo solche Stein- 
setzungen D. cd. Dyß genannt werden. Celtische 
Dolmens (D., Doß). Ausld. 38, 832b. — Dosch: s. 
Dogusch. — Döschürme (türk.), f.; —#: Aus- 
hebung v. Christenknaben. — Döse, f.; -n; 
Döschen, lein; —n-: 1) (gr.) Gabe; soviel von 
einer Arzuei zur Zeit zu nehmen ist, auch übrtr. 2c. 
W. 12, 33; In zu starken D—n genommen. Kufäus 
M. 1, 75 2c.; oft in ganz gr. Form: Daß er dem 
schwachen geistigen Digestionsapparat seines Patienten 
nicht mit einer allzustarken Dosis zusetzen durfte. 
Hausbl. (67) 2, 181; Eine gute Dosis Schlauheit. 
Schüching Verschl. Wege 2, 7 2c.; Acc.: Ich will dir 
eine stärkre Dosin geben. Hamb. Th. 2, 154 cc. 
(Auffallend masc.: Einen Dosis Sulblimat. G. 
29, 118). — 2) (deutschen Stamms) Buchse, 
Behältnis: a) o. Zusatz nam. für Taback, zumal 
Schunpftaback (Tabatidre): Eine D., Tabacks-, 
Schnupftabacks-D.; Spantkol-Döschen. König 
Kl. 1, 55; Goldne, silberne, Horn-, Holz-, Rin- 
den- (Carlenl. 14, 77 8a), Papiermaché= (od. — 
nach den Fabrikanten —: Müller; stobwasser'sche), 
Schildpatt-D.; Lorenzo-Du. 3P. 2, 178 2c., 
die in Jolge v. Laurence Slerne's empfindsamer Reise 
eine Zeitlang sehr beliebt, s. nam. 3# J9#obi 1, 106; 
Spiel.- D., Spieluhr in Dosenform, s. d. — b) 
gw. m. Bstw., das aber auch zuw. als bekannt 
wegbleiben kann, z. B.: Butter-D. od. Büchse; 
Einmach= od. Konservierungs-Dn, „Buchsen, 
luftdicht verschließbare Blechgefüße zum Konser- 
vieren v. Speisen 2c.: Kamm= D., auf dem Tei- 
lettentisch; Kompaß--D., „Mörser, das Gehäuse, 
in dessen Mitte der Gnomon steht, worauf sich die 
K.-Scheibe dreht. Zobrik 417; Krystall. D., 
nam.: krysiallne Zucker-D.; Sie zog ihre Schmink- 
D. heraus u. retouchierte das bunte Den-Stück ihrer 
Wangen. 3P. 8, 117; Schwamm-D., zur Auf- 
bewahrung v. Schwamm; aber auch: Abguß an 
Pfeifenföpfen, worin sich der beim Nauchen ent- 
Douane 
stehnde Tabacksseifer sammelt (Wassersack). Kor- 
marsch 2, 627; Zucker-D. 2½c. — c) auch v. natür- 
lich vorkommenden Ggürn in D-n-Form od. zu 
Dn dienend, z. B.: Kamm-Muscheln, die zu 
Tabacks-Dn verarbeitet werden, wie die Pilger- 
muschel; Döschen, OÖstrea minüta 2c.; ferner: 
Marmelade-D., die d—n#-förmige Frucht der 
Dn-Gadel, Genipa eriöpila, mit eßbarem Innern. 
Ohen 3, 887 2c. — d) als Bstw. nam. zu a, z. B.: 
D—n. Baum, Pinus montana; auch bei den Tövfern 
die Bäume als Unterlage des Trockengestells für 
die gesormten Gefäße; D—n. Bild, auf dem D-n- 
Deckel; D-n--Form, förmig; Gadel scl; 
Gemälde, = Gesicht (mufäus Ph. 1, 99: ISlchokhe 
N. 3, 89), s. Bild; Kompaß lbl; -Schild- 
fröte, Cistüso; = Schnecke, Büccinum arculãria; 
-Stampts)e, Form; = Stück (Geller!1 3, 287 2c.), 
Bild; „Uhr, Spiel-D. 2c. — Doseh (ar.), k.: 
Die Processien der D. Grube Ch. 2, 223 ff., wobei 
der Schech der Derwische über eine Gasse dicht zu- 
sammen auf dem Boden liegender Derwische reitet. 
— Döôöseiolog##e (gr.), s.; —(eyn: Lehre, Lehr- 
buch v. den Dosen der Arzneien. is, f. [8 24, 
3, uv. ]: s. Dese 1. — Oossenns (lat.), m. [824, 
27: s. Bucco. — Dossiẽren, tr.: böschen (s. aes- 
sieren; extradossiert): Dossier-Brett, als Bö- 
schungsmaß; Die Steinpslasterdossierung. 
Nat3. 21, 149 2c. — Doͤstoum (türk.): (als Zu- 
ruf) Freund! hedal 2c. Erenzb. 26, 4, 269. — 
Dot-al (lat.), a.: die Dos (s. d. 1) od. Dotie- 
rung betreffend, dazu gehörig 2c.; auch substan- 
tivisch: Die D-en, der Kirche od. dem Pfarrer Zins- 
pflichtige: D.- (od. Pfarr-) Banern; D.-Ge- 
richtsbarkeit, zur Dotierung einer Pfarre ge- 
hörig; D.= (od. Pfründen-) Güter; D.-System, 
auf das röm. Recht v. der dos gegründet 2e. älis, 
a.: Dotal. alktinm, -lium, -ärium, n., —; 
ken: Leibgedinge, Witthum (s. Donatio propter 
nuptias). ation, f.; —en: Dotierung, Ausstat- 
tung mit Gütern, — z. B. einer Tochter bei der 
Verheilrathung; verdienter Staatsmänner, Feld- 
herren 2c.; frommer Anstalten, wie Schulen, Kir- 
chen 2e.: D—s-Gesetz (Brondis Gr. 3, 220 2#c.); 
Klage; Pflicht, Verbindlichkeit, -Ver- 
pflichtung 2c. -iẽren, tr.: ausstatten, ausskeuern, 
z. B. mit Heirathsgut od. sonst mit Gütern, Ein- 
künften 2c.: Gut., die best-, die reichst.dotierten Stellen, 
Pfründen 2c.; Die reichdotierteste Hofbuhne. Dmur. 15, 
2, 630. — Dothien (gr.), m.. —;: —e: Blut- 
geschwür (s. Furunkel). — Doltör-e (it.), m., 
—6 ; —§, -n, -i: Dektor. Spielbagen Pr. 6, 109; 
112 dte.; auch als komischer Charakter der ital. 
Volksbühne. Däcinger 626; Der d. od. Gratiäno v. 
Belogna, die Parodie des Rechtsgelehrten rc. Nofenkranz 
Paisch. 550. -ello, m., -s; —S, -éElli: ein Halb- 
gelehrter, Gelehrtthnender. 
Donair-e (frz. duãr'), m., -: —#: Dotarium. 
Tiè·r (jär), f.; —#: Standeswittwe als Besitzerin 
eines Dotariums (engl. Dowager). — Donan-e 
(frz. du-), f.; —n: (s. Dogana; Aduana): Hier ist 
dte Haupt-D. der russ. Manth. Kehl Pet. 2, 289;
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        Douanier 
Den--Gebäãude. CUobert 1, 190. Cier (□—, m., 
—#6#: —#: Zollbeamter 2c. — Ooubl-age (frz. 
ruhbläsbe), f.; —n: Doublierung, auch: (seem.) 
Exickerhaut od. Kupferbeschlag. -e: 1) (iz. 
rüb'l), a.: a) doppelt: Quitte ou (kitt u] d. srielen, 
durch Weiterspielen entscheiden, ob der bisherige 
Verlust sich ausgleicht od. verdoppelt 2c. — b) 
(l. a) m., —; —§#, □Cn): z. B.: Einen D. gewin- 
nen, eine doppelte Partie, im Whist 2c.; Ubrigens 
erhalten die Tafftbänder im Handel mancherlei Namen, 
z. B. mittelfeine Renforcés [J. d. JI. .. D-s, französische 
1)—8, Fins lfeng] D—s 2c. Prechtl 1, 121; Der ge- 
bräuchlichste Stoff zu den Winterpaletots ist angora- 
äbnlicher D. Bazar 13, 327c, auch: D.-Stoff, mit 
verschiedner Färbung auf beiden Seiten re.; ferner 
als Name verschiedner Münzen, z. B.: Die Doublen. 
G. 8, 133; 136; 138 = Zwölf Dubeln. 156 
(Dublenen, s. d.); D. in Algier = 50 Aspern. 
Cntykl. f. Kaufl. 299a; D. Louis (s. d.), Doppel- 
Louisdor 2c. — 2) (engl. döbb'l), a.: doxpelt, 
z. B.: D. DonkeyF (s. d.); D. Eagle (s. d.); D.- 
First (s. d.) 2c. —5: 1) a.: verdoppelt, doppelt; 
auch: durch Stanzen erzeugt (s. Bijouterie). — 
2) m., n., —#; —6: a) (Billardsp.) Doublierung 
eines Balls. — b) Plattierung, plattiertes Blech: 
D. d'or, Gold-, chargent ldarshängl, Silberplat- 
tierung. et □), m., u., —#; —#: s. Doublé 2; 
ferner: Pasch im Würfelspiel. -étte, f.; —: 1) 
etwas doppelt Vorhandnes: Die Dn der Bibliotbek 
verkaufen; Die D-n aus dem Antiquarium des Mu- 
seums. Uat 3. 21, 177 2c.; Kotzebue, der diesen Cha- 
rakter des Klingsberg in Den übertrieben hat. Gervinus 
Hist. 6, 541 2c. — 2) doublierte (s. d. 18) Eel- 
sieine: Hohl-Dn, geschliffner Bergkrystall od. 
Glas, innen mit gefärbter Flüssigk. versebn u. mit 
cinem Krystallblättchen verkittet. prechn 4, 527 rc. 
— 3) (Gärtn.) Blumen, nam. Nelken mit band- 
förmigen, andersfarbigen Streifen. — 4) (Orgelb.) 
ein Register, um eine Oktave höher als das Prin- 
cipal. — 3) (weidm.) Eine D. machen, mit doxpel- 
läufsigem Gewehr 2 Thiere unmittelbar hinter ein- 
ander erlegen. Gertäcker WW. 291; Spitlhagen Ham- 
mer 1, 134 2c. ièren, tr.: 1) doppeln (s. d. II as.), 
verdoppeln, z. B.: a) Den Schritt, das Zeitmaß d.; 
Im Deublier= sod. Eil-] Schritt ꝛe.; Beim Spiel 
den Einsatz d.; Er doublierte u. bog Paroli. Ring Verl. 
Gschl. 2, 100 2c. — b) Das D. hat zum Zweck, die 
einzeln auf Spulen befindlichen Seidenfäden zu zweien 
od. dreien vereinigt auf neue Srulen aufzuwickeln, was 
mittels einer Doubliermaschine verrichtet wird. 
Karmarsch 3, 242; Man vereinigt eine Anzahl der v. 
der Vorkrate gelieferten u. neben einander gelegten Bän- 
der mittels eigner Doubliermaschinen in eine Watte v. 
gehöriger Breite. 1, 126; Das D. or. Duplieren. 
.. Dupliermaschine. M. 2, 7719; 293 2c. — 
e) (Schneid.) Einen Steff rc. d., Futter drunter 
setzen, futtern (vgl. d). — d) (s. c) seem.: Ein 
Schiff d., die Hautplanken zum Schutz gegen den 
Schiffswurm mit der Spickerbaut od. dem Kupfer- 
beschlag [— mit der Deublierung od. Doublages be- 
kleiden. — e) Kriegsk.: aus 2 Gliedern ein Glied, 
Down 
293 
aus 2 Reihen eine machen. — f) Bühnenw.: Eine 
Schausrielerin d. (ruplleren. G. 29, 237), ihre Rolle 
ersetzen (als zweite Besetzung derselben). — g) Un- 
ter dem D. der Erelsteine versteht man das Vereinen 
zweier Edelsteine zu einem Ganzen. prechtt 4, 522, s. 
Deublette 2. — 2) (Bill.) Einen Ball d., durch 
Rückprall an der Bande an eine Stelle bringen. 
— 3) (seem.) Ein Vorgebirg d., umschiffen. w. 12, 
26; Wellermann 3, 39b 2c. -ings (engl. döbblings), 
pl. : Kreuz= u. Quersprünge (Haken) des verfolg- 
ten Hasen. Ton (frz. ruhblöng), m., —#8; —; 
ône, f.; — :: Name v. Goldmünzen, auch: Du- 
blone. Scherzer Nat. 326 2c.; Durlone. Reithard 22 3 2c.; 
Doblon(e) 2c., vgl. Deuble 1b. -üre, f.; —: Un- 
terfutter; Aufschlag an Rocken 2c. — Douc-e 
(Irz. düß), a.: weibl. zu doux (s. d.), z. B.: Ver- 
legene Leute, denen man eine d. rviolence I-ängß, 
sanfte Gewaltl anthun musse, damit sie sich entschließen, 
Das zu fordern, was sie im Grunde ibres Herzens eigent- 
lich selbst wünschen. Uot 3. 20, 117. Temenkt (—’mäng), 
adv. zu doux: sanft, sachte, leise ꝛe. -eur (ör), 
(I.)zu., —s; —#: Sußigk., in Mz.: Schmeiche- 
leien 2c.; Trinkgeld: Graziale u. Ds der Uberbringer. 
IP. Wahrh. 1, 113 c. — Douch-e (rz. düsche), 
f.; —n: Gieß-, Strahlbad (D.-Bad, Horrokenion); 
auch z. B. Gas-D., wo ein Gasstrom auf den 
Körper strömt 2c.; Übrtr.: Ich bin in der Stim- 
mung, die D. v. Vorwürfen, die über mich ergehen wird, 
auszuhalten. Schücking Vrschl. Wege 2, 355. ##ren, 
tr.: mit einer Druche netzen 2c., auch: Ihm den 
Kopf zu duschen. Chamisso 5, 111. — Donekeren 
(frz. ruß 2c.), tr.: schleifen, z. B. Soviegelglas. 
Karmarsch M. 2, 904. — Doueine (frz. duß—, f.; 
—, —#: Karnieß. — Douelle (frz. ruäl), f.; —: 
die innre (konkave) Fläche eines Gewölbes, Intra- 
tos, Ggstz: Extrares. — Houglas (engl. duglas): 
Eigenn., dazu, z. B.: Quellen, welche durch Anwen- 
rung der D.-Pumpe nutzbar gemacht werden. Uat3. 
21, 37; Die D.-Tanne, Alfes (Tsüga) Douglasii. 
Nalur 14, 2410 2c. — Jonill-et (frz. dullse), a.: 
weichl., verzärtelt. -#tte, k.; —##: wattierter 
Stepprock. Fettirren. tr.: einhüllen 2c. — Qönm: 
s. Dem 4. — Dout-e (srz. din), f.; —: Zweifel: 
Sans IHhang, ohne] d., s. auch I Mais. -eur (□-S), 
—ös, a.: zweifelhaft; unzurerlässig (s. kubiès). — 
Dour (krz. rü), a.: süß; sanft; sacht, leise 2c., s. 
Douce 2c. — Oouz-aine (srz. rusän), f.; —6: 1) 
Dutzend: Schriftiteller à la d. [Dutzendschriftstellerl. 
w. HB. 1, 297 rc. — 2) s. Doleian. e (tush): 
zwölf: In lengl d., in Duodez (s. d.); D. et le 
va (s. d.). 
Oowager (engl. dallärfber), f.; —s: Donai- 
ridre: Eine engl. Lary D. püaler Südöstl. 1, 109. 
— Dowlas (engl. däül-), n.: s. Krea. — Down 
(engl. däün): 1) adv.: nieder, bes.: Up lörr] and 
d., auf u. nieder, — auch substantiviert: Die Up 
and d—s, das Auf u. Nieder, die Wechselfälle des 
Glücks (of fortune, spr. förtschen); Von den Ups und 
Ds des menschl. Lebens. IKohl Par. 1, 53 2c.; D.- 
cast, niedergeworfen, gesenkt, gebeugt 2c.; Die 
D.-town ltaun], der nierre Theil der Statt.
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        Dorale 
294 
Westermann 3, 347b rc.; D.-rain (s. T.). — 2) 
n., —8; —s: Düne (s. d.), gw. in Mz., auch 
z. B.: Die Rasse der .. South (Hautbl -s. Kohl 
Engl. 3, 92, Schafe v. den „Süd-Dünen“. 
Doräl-e, u., —#; —# I§ 24, 3, is: Mz. ial: 
das den hohen Chor vom Hauptschiff trennende 
Gitter in der kathol. Kirche. — Dox-ologĩẽ (gr.), 
f.; —(eyn: die „Lobpreisung“ Gottes, Name ver- 
schtedner Gebete u. Gesänge. ologisch, a.: lob- 
preisend. omanké, f.; 0: Ruhmsucht. -osophie, 
f.; —e)n: Weisheitsdünkel. 
Dopen (frz. doafeng), m., —6; —: Dekan 
(s. d., Dechant u. Dean). Uat 3. 20, 268; Diee frz. 
Sitte eines Alterspräsidenten. In dem D. dge 
lräspbl. Srenzb. 26, 2, 321; Als D. des anwesenden 
Adels. Holtei Treust. 2, 140 rc. 
Draräna (nulat.), f.; —§ [§ 24, 11: Drachen- 
baum. — DOrächm-a (gr.), f.; —#8# 18 21, 1); 
c, s.; —n: ein Apothekergewicht, Quentchen 
(bez.: 5); kleine Münze im alten, wie im heu- 
tigen Griechenland (auch Drami, türk.: Dramm, 
vgl. Derhem). — Jrachwa (russ.), f. — #: Trappe 
(Vogel). Kohl Sürr. 2, 143.— Dräft: s. Dranght. 
— Drag-e (frz. draste), f.; n., —; —6, —n: 
überzuckerte Körner, Zuckerschrot. G. 24, 228; 25, 
31 c.; auch: Schrot zum Schießen, Vogelk unst. 
Seoir Cosr), n., —8; —#8: Büchse zu Dragse. 
leren, tr.: Samenkerne r. d., mit Zucker über- 
ziehn. — Draghyrtläna (skand.), f. —: Schlepp- 
kleid. weise Kost. 2, 108. — Dragomän (türk.), 
m., —6; —8, —e: Dolmetsch (s. Targum; Methurge- 
man), auch (frz.) drogman (z. B.: Das wichtige 
Amt eines Drogmans der Pforte. Lindau Walsh. 
1, 158, vgl.: Der Drogoman dd. Dolmetscher. 
Chandler KlAs. 69)“ trucheman, it. turcimanno u. 
scherth. Mz.: Dragolente. Hammer Memn. 226 2c. 
— Drag-ön, m., —; —: s. Dragonkel. -onäde, 
1.; —m: Zwangsbekehrung durch Dragoner (unter 
Lurwig XIV)): Zur Zeit der D—u u. Camtsardenkriege. 
Harmmann Letzte Tag. 39 rc.; auch verallgemeint. 
oner, m., —6; uv.: 1) urspr. eine im 16. Jahrh. 
entstandne Zwittergattung v. Insanterie u. Ka- 
vallerie (die nach dem Drachen in der Fahne be- 
nannt sein soll, s. Draconarins);: jetzt Mittelgat- 
tung zw. Kürassieren u. leichten Reitern: Ein Pi- 
kett D. mit blanken Kurassen. Meißner N. 1, 117 W.; 
auch (vgl. Gensdarm) v. berittnen Policeisol- 
daten 2c.: Land-D. Cutzkou 3. 3. 318; Brandis Gr. 
1, 311; Der mit einem d. mäßigen Gange herauf- 
stüurmt. B. 134b. — 2) (s. 1): a) = D.-Pferd. — 
b) (s. a) ein greßes, starkes, derbknochiges, derbes 
Frauenzimmer: Mit einem D. von Weibe. k. 7, 23; 
Eine, die der seinere Mann einen D. zu neunen pflegt. 
meyr Ries 10 2c.; Einen solchen Küchen= D. Holiei 
Es. I. 121; Dolksz. 16, 2 2c. — c) (s. b) ein wil- 
des, delbes Kind: Ein kleiner, wilder D. muß sie sein. 
Uabner Vr. 54; 81 2c. — d) Pflastersteine, die im 
Fall der Noth aus Mörsern geworfen werden. — 
e) die das Lederzeug festhaltenden Achselklappen 
auf der Uniform. „onit, m., —(eys: —e: Berg- 
krystall. -önhel, m., —; uv.; -Un (-ön), m., 
Dracunculus 
—6; —e: Name v. Pflanzen, bes. Artemisia dra- 
cünculus (auch Estragon); ferner: Achillsa pflär- 
mica (Felr--, Wiesen-D.); Hamänthus punicêäus 
(Bastard-D.); Rhinsänthus (Wasser-D.) c. 
onnäde: s. Dragonare. önne, k.; —n: Degen- 
quaste. — Draillièeren cdralj-), kr.: Fiden zusam- 
mendrehn, drillen, zwirnen. — Orain (engl. 
dren; falsch, nach frz. Ausspr., dreng), m., —# —#: 
unterirdischer Abzugskanal v. Thonröhren zur Ent- 
wässerung des Bodens. Karmarsch 1, 547 ff., auch: 
Unter-Ds. Schulz- Sleeih 238; D.-Röhre cc. 
age (krenirsh, — nach frz. Weise: dränäshe), 1.; 
—n : Entwäßrung durch Drains. Cutkom R. 7, 
96 c. Ten, tr.: durch Thonröhren entwässern: 
Gedraint. fandw. 3. (56) 56 ba. Eren, tr.: drai- 
nen: Drainierung, Drainage. — Draisine 
(oft gespr., wie frz., rräf“), f.; —n: urspr., ein 
vom badischen Forstmeister K. v. Drais erfundner 
Wagen, den die darin sitzende Person durch eine 
Kurbel od. Tretvorrichtung bewegt; jetzt gw. ein 
nach ähnl. Prinzip gebauter Wagen, zum Befahren 
einer Eisenbahnstrecke ohne Lokomotive, für die Be- 
triebsingenieure 2c.: Eine D. mit etlichen Mann auf 
Rekognoscierung auszusenden. Uat 3. 19. 369; (Drefine. 
Gerstäcker NReis. 1, 212) auch: Dampf= D., durch 
Dampfkraft bewegte. — Drac-, Dräk-o (gr.): 
1) m. [/§ 24, 3, önis!: Drache, z. B.: D. mari- 
nus, „Seedrache", ein Fisch 2c.; Sänguis d-nis, 
„Drachenblut“, verschierne rotbe Harze (s. Dra- 
cäna); Cöput u. cãũda d-is, Drachen-Kopf u. 
Schwanz, der auf= u. absteigende Knoten der 
Mondbahn 2c., s. Draconärius. 2) m., —; 
zönen: athenischer Gesetzgeber (vor Solon), v. dem 
es hieß, D—'s Gesetze seien nicht mit Tinte, sondern mit 
Blut geschrieben. Kriegk 1, 301; Sch. 102 5# 2c. (auch: 
Drakon); auch antonomastisch: dazu: Der dra- 
könische Artikel 96 unsres Strafgesetzbuchs. Schücking 
FrN. 1, 27; Uat3. 20. 595 rc. Cocrsphalum, 
Jokephalon, n., —; la [8 24, 2, n. ): eine Pfl., 
„Drachenkopf“. Olen 3, 1071. Ton: s. Drako 2. 
ondrius, m. I§ 24, 2): Fahnenträger (vgl. Dra- 
goner); Seit Hadrian hatten die Koherten auch ihre 
Signa. Letztere bießen Drachen ed. Dracönes. die 
Träger derselben Dragconärii. Weiss Kost. 1, 10909. 
önisch, a.: s. Drafo 2. onit, m., en, —: -en): 
Drachensteine, versteine##te Zähne (s. Drakosaurus). 
onstisch, u.: auf die Kneten des Mendes bezug- 
lich (s. Draco 1);: Der d—e Umlauf. Mädlet 100, 
vgl.: Den Drachenmonak, ménsis draconiticus. 
Eehler 3, 269. -önlium, u., — ken [8 24, 2, 
n. : Drachenwurz: Das frische Grun der Draken##en. 
Humboldl Koem. 2, 91; 96. oldürus, m. [824, 2: 
Die Seedrachen od. Halidrakonen.. Nach der Form der 
Zähne, die sich am besten erhalten baben, unterscheide! 
imnen mebrere Gattungen (Nothosäürus, D.. Conchlo- 
*ã nñrns) aus dem Muschelkalk. Jurmeister Gsch. 127. 
- Unculus, m. I§ 21, 2): 1) (Bet.) f. Dragonkel. 
— 2) (Zoul.): a) Art Fische, Calliönymus (irz. 
dragonet). Ohen 6, 174. — b) Flattereidechse, 
D. viridis r. 5058. — c) Fadenwurm, Cordius. — 
3) (Arzu.) die s. g. Mitesser in der Haut, s. Cö-
        <pb n="311" />
        Drama 
medo. — Dräm-a (gr.), n., -s, (uv. 1. 7, 314; 
40% rc.); —5, zen [8 24, 3, n., atis): Schaufpiel, 
dichterische Darstellung einer Handlung als gegen- 
wärtig in ihrer Entwicklung u. ihrem Verlauf. 
G. 35, 37§ 2c.; auch: Schausviel in engrem Sinn 
(im Ggitz zu Kemörie u. Tragörie). Uoenkranz 
PGsch. 16 r. u. übrtr.: Boulevard= (II. d. D.; 
Scenen, die in regelrechten Familien-Dramen nicht 
ungewöhnlich sind. Spielhogen Pr. 6, 219; Hauptver- 
sonen des gegenwärtigen Kriegs-Ds. G. 26, 42; 
Leserramen sim Ggstz der aufgeführten I. Nolenktanz 
PGsch. 613; Hamlet ist ein wesentlich bochtragisches 
Nemesis-D. DMus. 17, 1, 129; Wir steben am 
Aufange des andern Aktes in diesem Ffälzischen Revo- 
lutions--D. Ppiertelj. 47, 310. Schäfer ramen. 
Eichendorf Gsch Dr. 105 2c. atik, f.; —en: 1) die 
dramatische Poefie. Nofenkranz Pres Gsch. 11; 14 rc. 
— 2) Schausrielkunft; Lehre darüber. -ätiker, 
m., —; uv.: Schauwieldichter. ätisch, a.: in 
der Weise eines Dramas, dazu gehörig 2c. ati- 
s ren, tr.: einen Stoff dramatisch bebandeln. 
-atomän, m.,en, (—);en:ein auf Schauspielerc. 
Verseßner, dazu: D-ie; disch. -atopölé, f.; 0;: 
Abfassung u. Anfführung v. Dramen. atürg, 
m., -en, —#: -en: ein die Theorie der Schauspiel- 
Kunst u. -Dichtung behandelnder Schriftsteller; 
Schauspieldichter. -alurgĩe, f.; —eyn; atürgik, 
f.; —en: Anweisung zu den Regeln für Schausviel- 
Kunst u.-Dichtung (s. Dieaskalie 2). atürgisch, 
a.: zur Dramaturgie gehörig, darauf bezüglich. 
— Drãmi (ugr.), n., —: —: Drämm, n., —; 
s: s. Drachme. — Dramol-et (frz. -ä), n., -s; 
—#8 ; -ett, n., —eys; —#: kurzes Drama. G. 27, 
483. — Drap (irz. rrä), n., —: —: Art ge- 
köperter tuchartiger Stoff: D. (d. de Berry) ist ge- 
köpert, beim Weben sehr stark geschlagen, vorzügl. fest 
gewalkt, raher v. lederartiger Stärke u. wafserricht; im 
Ubrigen ganz nach Art des Tuches arpreriert. Kormarsch 
M. 2, 735; D. de Soie IHoädl, ein starker lexerartiger 
Seiren-] Steff v. 3-, 4- ob. 5-bindigem Körrer 2c. 
791; D. brut lrül od. D. en toile lang toäll, un- 
gewalktes Tuch, Loden. 708; D.camayeux (s. d.); 
D. d'Abbeville (rabb will, leichtes Wollentuch; D. 
d’argent l(rar#sbängl, Silberstoff; D. de cames. Da- 
men-, Halbtuch; D. d'or, Golèstoff; (auch Name 
einer Apfelsorte): D. d'or (od. d'’argent) frisé. auf 
der rechten Seite kraus (auch zuw. bloß: Frisé, n.); 
D. impérial lengveriäll, Kaiserluch 2c. — Dräp-a 
(nord.), n., —s; -s, = ur: D. heißt das zum Gerächt- 
nis der beimgegangnen Helren u. Könige gesungene 
Ebrenlied. Simrock Fr. 197; Ein donnerndes D. Koh- 
nike Fr. 18; Nosenkranz Psch. 305 2c. — Drap- 
erté (frz.), f.; —(ehn: Dravierung. ier (##, 
m., —§; —: Tuch-Macher,-Händler. ẽren, tr.: 
(Mal. 1.): bekleiden, mit Gewändern, Stoffen, 
Zeugen künstlerisch, kunsgemäß, nam. in Bezug 
auf den Faltenwurf behängen, verzieren: Drarie- 
rung. — Orast-icum Igr., § 24, 2, n.]: heftig 
wirkendes Arznei-, bes. Abführmittel. isch, a.: 
kräftig wirkend, stark ergreifend. — Dratenici 
(böhm.), m., uv.; uv.: Drahtbinder. Globus 1, 
Dril 295 
s2a. — Draught (engl. rrift), m., +: —6: 
Tralte, Wechsel. — ODrävida: Mit D. wirr in der 
altern Sanskritliterater ein Volk an der Ostküste des 
Dekhan bezeichner, welches im brahmanischen Kasten- 
sostem als eine zu Sudra herabgesunkene Kschatriyaka## 
betrachtet wird; man gebraucht jetztren Namen für die Vol- 
ker der Halbinsel im fürl. Dekban. Ausld. 39, 1241b. 
Dazu: Dravidische (od. dekbanische) Srrachen, s. 
tamulisch rc. — Orawbach (engl. dribäckh), n., —#: 
—s: Abzug, z. B. bei Bar-Zahlung (Rabatt); Rück- 
zoll, Ausfuhrvrergülung. — Drawing (engl. 
draiug), n.. —s; —: Zeichnung. -room l-rubml, 
n. (m., Spieldogen Tann. 150), —#; —: 1) Geeell- 
schaftszimmer, Salon: So rell v. gerutzten Herren 
u. Damen, wie ein Lendoner D. bei einer Rout. Kotl 
Sürr. 1, 186 2c. — 2) als Hofgesellschaft, Hoffest: 
Das die Königin am 5. März ein Lever u. am 10. einen 
Damenempfang (D.) im Buckingham Palace abbalten 
werde. Not. 3. 22, 76; 21, 160. (table (rebb'II, 
m., —§; —#: Tisch mit Bilderwerken 2c. im Salen. 
— Drax (engl. dre), f.; —: Karre, Bier-Wagen#c. 
Gartenk. 14, 10 9a 2c.; Einen Platz auf seiner Bullocks- 
D. [Ochsenkarren in Anstralien]. Globus 4, 9 ö. 
Oredge (engl. drä#sh), n., -6; -s: Pängnetz, 
das gleichsam pflügend über den Beren des Ge- 
wässers streift. Solon 1, 139 (vgl. Kurre). — 
DOrkget, n.t, —s; —: das Sammetmesser zum Auk- 
schneiten der Maschenreihe beim geschnittnen 
Sammt. Kormarsch M. 2, 483, auch Driet. — 
Oreisbheartaigh: s. Zester. — Drẽpan-on (ar.), 
n., —s; -a: Sichel: krummes Messer. — DOre- 
sine: s. Drais 2c.— Orks (engl.), m., ur.: -es: 
Anzug, Kicidung: Bloemer (s. d.) .D.; Full (I. d., 
— Ggstz: Half, s. d.) D. 2c. er, m., —s; —: 
Dressierer; Zurichter, s. Cloth-d. -eur (irz. —ör), 
m., —s; —8, e: Dressterer. Nren, tr.: abrich- 
ten, einschulen, einüben, zurichten, zustutzen 2c.: 
Pierde (an der Dressierleine), Hunde (mit dem 
Dressierbock) d.; Therese dressiert ihre Zöglinge, 
Naralie bildet sie. G. 17, 308 2c.; Die beim Bobren 
sich krummenden Flintenläufe d., richten, grade häm- 
mern. Karmassch M. 1, 596; Speisen bei der Zu- 
bereitung die gehörige Ferm ertheilen 2c. Sqhiblt 
Kochb. 6; Die Haare zur Perücke d. (mittels der Dres- 
sierstöcke) 2c.; Anrressierte sangelernte] Künsie. 
Heine Reis. 41, 112 2c. -ing (engl.), n., —#; —: 
Ankteikung, das Anziehn: D.-Room lruhml, An- 
leitezimmer; „Table lrẽb'l], Putztisch 2e. -oir 
([-odrl, m., —s; -s: Anricht-, Schenkusch (s. Tre- 
sor). Ur, f.; —en: Dresfierung. C. 11, 19; 17, 
38 1c.; Die ganze militärische Parade-D. Jalhe 
Gsch. d. med. Geschmacks 291. 
Driã (chin.), m., —s: —8: ein gefabeltes 
Thier: Der D. od. Dija ist ein Drache mit 6 Krallen. 
Elobus 12, 226b. — Driet, n., —eys; —#e: s. Dreget. 
— Orift, f.; —n, —#: niedrd., seem. — Trift (. 
d. 2 Ss.): Das Tafellant bestebt bauptsächl. aus Geschie- 
ben, Boulder lbölter]) -D. in horizontalen Straten. Hum- 
bold: Bergh. 3, 130 ꝛe.; See- D-en 2c.; D.-Strö- 
mung 2c. — Dril, m., —6; —#: Art Pavian 
(Päpio leucophsus). Perty 330, s. Manrril. —
        <pb n="312" />
        296 Drillen 
Drillen, tr.: s. S##.; auch (Landw.): Pflanzen in 
Reihen säen: Die Samenersparnis bel der Drlli- 
kultur od. Drillsaat mittels der Drillma- 
schine r. — Drill-es (frz. drili), pl.: Lumpen 
zur Papierbereitung. eur (ör), m., —#s; —, Se: 
Lumvensertierer. Ausld. 38, 114 4 a, vgl. Trleur. 
— Orillisren, tr.: drillen, zusammendrehn r2b.: 
Schnur aus 72 drillierten Fäden. Weifs Kost. 1, 286. 
— Drimyphagie (gr.), f.; 0: der Genus schar- 
fer, saurer Speisen als Diät. — Orink (engl.), 
m., —6; —8: Trunk: Den D. nehmen wir in Nan- 
dale's Islands. Westermann 3, 697a; 573a; 6960b te. 
— Orinn (ar.), n., —8; 0: ein Sandgras der 
Saharag. Glodus 5, 137b; Die Thiere fressen das D.- 
Heu recht gern. ebd., s. auch Luhl. — Drittérne, 
k.: s. Triterne. — DOrittüra: s. Dirittura. — 
Driver (engl. dreiwer), m., -#; —: Treiber r2c.: 
Der D. (Kutscher). Kohl Engl. 2, 61; Nitger (s. d.) 
TD.; Rolley (s. d.) -D. 2c. 
Orogét1!), m., -(e)s; —e; ein gemusterter 
Stoff mit gleichartigem, durch eine eigenthüml. 
Schnürung hervorgebrachten Grund, — aus Seide 
(larmarsch M. 2, 192), aus Wolle (752) 1c., frz. 
droguet. — rög(oym-an, m., —#; —, -ne: s. 
Drageman. — Orogu-e (frz. drög'), f.; —# —n: rohe 
Arznei= od. Farb-Stoffe (vgl. Pharmakon): D-u- 
Handel, -Handlung,-Händler 2c. Jeri#e, f.; 
e#en: Drogne, Drognenhandlung: D.-Handlung; 
Waaren cc., vgl. Offielnalia. Zist, m., -en, —S; en: 
Drognenhändler, s. Druggist. — Droguet (rogh, 
m., —; —: s. Drogett. — Droit (frz. kroi): 1) a.: 
grade; recht, rechts: à d-e, zur Rechten, rechts. — 
2) n., —s; —6: Recht, Steuergebühr, z. B.: D. 
Taubaine (s. d.); d'épave (s. d.); 'tape (s. d.); 
de pinacle (s. d.)) de sauvrement (s. d.); de 
seigneuriage (s. d.) 2c.; D—s réunis Irüns], ver- 
einigte Abgaben. ure (droalũr), k.; 0: Gradheit, 
Redlichk., Biederkeit. — Orôl-e (frz. dröl), m., 
—6; - S: Schalk, Spaßvogel, durchtriebner Schelm. 
erik, f.; +e)n: Duolligkeit (s. d. Ss.), Schnur- 
rigkeit, Schnurre, Schwank, Posse 2e., vgl. deutsch 
(s. Ss.): Droll-e, erei. — Drom (gr.): Lauf, — 
als Bstw.: D.-Thier — Dromedar (s. d., vgl. 
Läufer. Ics. 60, 6; 66, 20 2c.). Krünitz 9, 640 rcc. 
as, f. [8 24, 3, adis): Art Schnellsegler bei den 
Alten. Bobrik 214b. Te, f.; —: Landstraße. 
CKRoberi 2, 193. e där, m. (n.), —ey8; —e: bei 
den Alten das „Lauf-Kamel' (s. Maibarl), — da- 
nach heute gw.: das Kamel mit einem Hödcker 
(im Ggstz des zweihöckrigen Trampelthiers), Ca- 
méelus dromedärins, s. Behm Hab. 113; COhen 
7, 1260 ff.; Mit dem Fuß voll Schwielen klimmt 
durchs Gebirg der D. freiligrath SW. 1, 146; Einen 
Nedschl= [s. d.) D. päcer Südöstl. 2, 16 2c.; doch 
auch z. B.: Sle brächten einen D. durchs Nadelöhr, 
geschwelge denn ein bloß Kamel (s. d.). plalen 4, 103 2c. 
Auch übrtr. — wie Kamel, s. d. — auf Pers.: 
Von dem breitschultersgen D., von dieser handfesten Wir- 
thin, pankoffelt. Waldau N. 2, 215. — Drommet-e, 
f.; — : alt u. dichterisch Trempete (s. d.). G. 
4, 7 2c. -en, intr.: trompeten. 10 1e. — Dröm-o 
Drude 
(gr.-lat.), m. [8 24, 2, önis): Art großer, viel- 
rurriger Kriegsschiffe im 8. u. 9. Jahrh. ZDobrik 
244 (vgl. Dromas). os, m., uv.; -zoi: 1) Lauf, 
Wettlauf. Guhl 1, 207; 238 2c. — 2) Sogenannte 
Dremei od. Fahrstraßen. Coben 1, 31. — Drönte, 
m., —n; —n; f. ; n: s. Dero. — Drop (engl.), 
m., —8; —: 1) „Tropfen“, als Bez. v. Zucker- 
werk, Zuckerklümpchen in Tropfenform: Zucker- 
waaren in Form v. d—s (Tropfen) aller mögl. Farben. 
Garenl. 15, 662b rc. — 2) „Maschine, die Etwas 
fallen lässt", z. B. die die aus den Vergwerken 
kommenden Kohlenwagen sammt Ladung auf die 
Kohlenschiffe zwecks der Verladung herablässt. Kohl 
Engl. 2, 11. — Drop-arismus (gr.), m., uv.; 
0: das Feitnehmen der Haare mittels eines Pech- 
pflasters, bei Kopfgrind ꝛc. -ax, m. [8 24, 3, 
-acis]: Pechpflaster. — Dröschkhe-e (russ.), k.; 
—n ; —-: leichter Wagen, wie sie nam. in größeren 
Stidten zum Fahren innerhalb der Statt für die 
sie benutzen Wollenden bereit stehn: Die Fiaker, die 
sie hier lin Berlin) D-en heißen. Auerbach Gr. 106; 
Kohl Pet. 2, 127; Südr. 1, 33 2c. (Troschle. Ecker- 
mann G. 2, 99; Drotschke. Hackländer Nam. 1, 117 ff.); 
Ich fuhr .. auf einer Bank-D. iedert Turg. Zäg. 1, 
154; Zagd-D. 156 2c.; Pböbus in der Sonnen- 
D. Heine Alta 121, komisch st. Sonnenwagen 1c.; 
D—-n = Fuhrmann, -Kutscher ic.; = Pferd, 
Gaul; -(Halte-) Platz;-Tare; -Wesen sc. 
Sen, intr. (haben, sein): in einer Droschke fahren: 
Droschketen wir über harte Steine ins Wallnertbeater. 
Berl. Monlagsz 5, 37; Gartnl. 16, 553 2c. — 
Drösgera (gr.), f. [8 24, 11: eine Pfl., Sonnen- 
thau, aus der Zunft der Droseracken. ometer, m., 
n., —s; uv.; -oshöp, n., —s; -e: Thau-Messer. 
Dazu: Drosometr-, Drosoköv-, f.; eisch, 
a. — Drössard (holl.), m., —e)s; —e: Drost: 
Der D. von Brabant. Sch. 325b. — Dröst, m., 
—(e)s, —en; —e, —en: niedrd. Bez. einer obrigkeitl. 
Würde, elwa = Amtmann, Vogt 2c.: Land-D.; 
Ober-Land--D. 1½c.; D-en)= Amt 1c. éi, k.; 
en: das dem Drost untergebne Gebiet, seine Amts- 
wohnung ꝛe. — Droklhvädi (skandin.), u. —; 
0: eins der Grundschemata der skaldischen Verse. 
Rostnkranz Psch. 305. 
Drũd, m., —en; en; -e, k.; —n: Alp; 
zauberhaft wirkendes Wesen; Here, — oft ver- 
mischt mit Druide (s. d.) —, s. Ss. u. z. B. Orits 
Tass. 16, 37 2c.; auch: D-en-Baum, als Sam- 
melplatz der Dlen;= Beutel, Bovist; -Busch, 
Alpruthe, Alpschoß, verwirrt durch einander ge- 
wachsnes Gestrüpp; Ei, v. auffallender Klein- 
heit; Juß, Pentagramm (s. d.), eine Figur, der 
man magische Kraft, nam. Abwehr böser Geister, 
der D-en zuschrieb. G. 1I I. 58 2c., auch Name von 
Pflanzen, z. B. Lycopõdium elnrätum (Den- 
Kraut); -Nacht, Walpurgisnacht (s. d.); 
Stein, kleiner runder, durchlöcherter Stein als 
Schutzmittel gegen die Macht der D-en geltend; 
Stück, Stück Fleisch am untern Bug eines 
Ochsen; = Stunde, Elfen-, Geisterstunde (Mitter- 
nacht); Wind, plößlich entstehnder Wirbel-
        <pb n="313" />
        Drüde 
wind 2c. — Drüde: Drude, Druide. — Uruggist 
(engl. dröggist), m., uv., —s; —#: Droguist. IKohl 
Por. 2, 31. — Drukd-, m. (f.), —;; —n: Prie- 
sterlin) bei den Celten. w. 12, 345; 15, 290 cc.; 
Dn-Altar (s. Cromlech);-Baum (sch. 189b); 
Berg; -Höhle ie. -enthum, u., —e); 0: das 
celtische Priesterthum 2c. Rodinberg InsHeil. 1, 39; 
Wal. 49; 87, vgI.: Alles Dustre, was vordem den 
Druidismuschharakterisiert. 50; 207. Eisch, a.: 
auf die Druiden bezügl. ꝛe. 187; InsHeil. 1, 39; 
241 te., vgl. Cerclo (s. d.) druidiIque. — Drum- 
mer (engl. krommer), m., -;Ss: s. Bug. — DOrüm- 
mond: s. Hyrroorygen. — Drüpa (lat.), k. 
1&amp; 24, 1): Steinfrucht, Pflaume 2c. arken, pl.: 
Steinsrüchtler. naur 16, 11a. — Druse, m., 
—u; —u: Name einer kriegerischen Völkerschaft in 
Syrien, s. petermann Or. 1, 115 ff.; 375. — 
Orwg: s. Anrras. 
Drp (engl. drei), a.: trocken: D. toast (s. d.) 
2c.; v. Wein (vgl. secco): stark, herben Geschmacks 
(l. Herrig 31, 135): D. Madera (s. d. 3). — Drn- 
ãdt (gr.), f.; —: Baumnuymyphe (s. d. u. Hama- 
drhade). Sch. 76 a rc., in der Ez. auch: Dryhas, z. B. 
Plaien 1, 104. -iĩt, m., —-en; -en: Eichenholz- 
Versteinrung. 
Oschäbbe, m., —6; —#: Mantel der Derwische. 
Ausld. 38, 1033a. — Oschäbhla, k.; —#: Bis zum 
vollendeten 6ten Jahre trägt das Kind lrer Parsis in 
Bombayl die D. (Jublah), eine Art Kittel .. u. auf dem 
Kopf hat es die Topi. Globus 4, 166a. — Öschagana 
Cfá-), m., —6; —#: am Amazonenstrom 2c.: Ein 
kleiner kastanienbrauner Watvogel, der D. (Parra). 30, 
11 30a, vgl.: Der gemeine Spornflügel, Parrajagana. 
Ohen 7, 568. — Oschädi: s. Kaste. — Oschadn 
(türk.), m., —s; —;: f.; —S6: Zaubrer, Here. 
Hammer 10, 314. — Oschäenab (pers.): Man titu- 
liert sich mit Schnerif [s. Scheriff), Saerkar, D. (Gua- 
den, Ercellenz, Liekden). Ausld. 38, 1037b. — 
Oschagg-anätha, -ernath: s. Jagernaut. — 
Pschahelssah (ar.), f.; 0; die vormohamedanische 
Zeit des Heidenthums. — Oschäin, -a (ind.), m., 
—#; —: eine der 4 Hauptseklen in Indien: Den 
Bramanismus, den Burrhaismus, die Sekte der Da's 
u. die der Sick's. Krieg# 1, 31; Er, ein Schräwak od. 
D. seiner Religion nach. Ausld. 39, 34a ꝛe. — 
Dschahãmi, m., —#;; —: s. Agami. — Oschamk, 
f.; —, —en: Eine große für den Freitagsgottesdienst 
bestimmte Moschee od. D. (die kleineren heißen Mesrschir). 
.. Das eig. Gotteshaus zerfällt in den Hof (Ssahn) u. 
in das Heiligihum (D. im engern Sinne). Schack 2, 177 
ff.; Von den Minareten aller D-#en, Moscheen 2c. Mut- 
hard Konst. 1, 171, auch: Dschämii, d. i. Versamm- 
lerin. Hammer 10, 315; Die Moschee, El-Diami. 
Globus 4, 3a; Die große Hauptmoschee, Deschema 
el Kutubiah, d. h. die Moschee der Schönschreiber. 6, 
göb, s. Alrschame; Dschimaa. — Dschaͤnbas (türk.), 
m., uv.; uv.: Seiltänzer. Hammer 10, 345. — 
Olchängel: s. Dschungel. — Oschanhöôi, m., —8; 
—#: Der D. (die Majestät). Grenzb. 25, 3, 131, in 
Abessinien. — OÖschäpe, m., —#; -8, uv.: Art 
Vogel, am Amazonenstrom 2c.: Die Hängenester 
Oschenbelit 297 
(Pirolarten) or. D, wie man sie hier neunt, mit ihren 
sackartigen Wohnungen. Jusld. 39, 1130b. — 
Of(Ohari-a (türk.), -Toh, f.; uv., —, pl.: Das 
ganze Personal lim Haiem] zerfällt in 4 Klassen: 
Gededliks (Auserwählte), Usta'’s (Herrinnen), 
Schahzirda (Nootzen) u. Dscharia (Sklavinnen). 
Westermann 3, 601b; Damen eines u. desselben Harems, 
welche eine Freundin in einem andern Harem besuchen 
wollen, schicken 2 Dschariehs dd. Ehrenfräulein. 
zu jener Hanum, um dir Visite . anzukündigen. Globus 
5, 337a; Die Dschardschehs. 339a. — 
ÖOschaf(Ohan (pers.), m., —; —#: Ein D. od. 
heiliges Mahl lder Parsen]l. Ausld. 39, 35a; 34b. — 
ÖOschafu, m., —; —: ein Sumpfvogel, Penslope. 
Aueld. 39, 113 1a (bei Oken 7, 596: Schacu). — 
Oschatäb (ar.), m., —#s; —#: Tabackspfeife. Peier- 
mann Or. 2, 93, s. Tschibnf. — Oschebajet (türk.): 
Einsammlungsgebühr. Sammer 10,315.— Öscheb-e 
(türk.), f.; —#: Rüstung. -echäne, n., —8; —s: 
(vgl. Chan 1b) Rüstkammer, Zeughaus: D.-Nasiri, 
Anfseher der Zeugschmiede. Techancdschi, m., —s; 
—s: ein in der Rüstkammer Beschäftigter: D. 
Baschi, Aufseher der Rüstkammer (s. Basch). 
T-edschi, m., —s; —#: Zeugschmied: D.-Aga, ihr 
Aga, Führer; D.-Baschi, General des Munitions-= 
wesens. Hammer 10, 3415. — Oschebel (ar.), m., 
—##; —#: Berg: Der Scheich el D., der Alle vom Berge 
(s. Assassine), vgl. geogr. Namen wie Gibraltar — 
D. al Tarik (Berg des Tarik); Monte Gibello (das 
Wort Berg ital. u. arab. enthaltend); Der Schlaf 
lag, „schwer wie der Zebel Leban? [Berg Libanon] 
auf meinem Herzen. frankl Zer. 1, 343, s. 419 1e. — 
Oschebeli: s. Latakia. — Oschebelli (türk.), pl.: 
Reisige. Hammer 10, 345. — Oschedalde: s. Jeni. 
— Oschedid: s. Nizam. — Oschedschül (ar.), m., 
—8; 0: Art baumwollähnl. Hanfpflanze. Peltrmann 
Or. 2, 267. — Oscheferdäre (türk.), f.; —n: 
Daen (damascierte Flinten, Pistolen u. Klingen). Gerhord 
W. 2, 215; Die Dern oder Damascener Slinten. 220; 
Seine glänzende D. (Buchse). CUÜobert 1, 73. — 
Oschelb (türk.), m., —#; —s: Mamluke. Hammtr 
10, 315. — Oschelfl: s. Schelil. — Oschklli, 
f.; —#: große Schrift. ebo. — Oschem (perf.), 
m., —8; —S, -e: Eigenn., bes.: D. od. Dschem- 
schid, ein alter persischer Fürst besaß ein Gefüß, worin 
er alles Heimliche zu sehen im Stande war. Daumer 
1, 315; 62; Man giebt bei uns der De 
zweitausend für ein Glas Wein. 93; 2, 212. — 
Oschem--aa (ar.), f.; —s: Dorf 2c.: Das Volk 
(rie D., Versammlung). Glabus 5, 170a. -dat, 
m., —§; -s: ein Regiment Janitscharen. Fam- 
mer 10, 345; Zunft. 7, 553. — Oschemädi: 
s. Diumasi. — Oschemcl (ar.), m., —s; —ö; s. 
Kamel. — Oschemmadar, m., —6; —6, —e: 
ein ostindischer Officier niedrern Rangs als der 
Subadar. Westermann 3, 523b. — Oschemäsim: s. 
Djumasi. — schemschid: s. Dschem. — Oschenabet 
(türk.): Strafgelder. Hammer 10, 315, auch: 
aOschurm u. D. ebd. — Oschenär (tärk.): Platane. 
Ptictmann Or. 2, 17. — Oschenbe (türk.): eine 
ind. Essenz. Lammer 10, 345.— Oschenbelit (pers.),
        <pb n="314" />
        298 Dschenbie 
n.: Malve. pelermann Or. 2, 227. — Oschenbie (ar.), 
f. —s: gekrümmtes Dolchmesser. Weiss Rost. 2, 254. 
— Dschenget: s. Dschungel. — Oschénhkele, m., 
—; —s: in Damaskus ein schneeweißer Wasser- 
vogel. Peictmann Or. 2, 60. — Öschenn-ed (ar.), 
n., —#; 0: das himmlische Paradies (s. d.). Gerhard 
W. 2, 215, auch Dschennat (vgl. Generalife) u. 
geschr.: Gennah. um, pl.: D., wohlwollende, wie 
böse Nachtgeister. Globus 5, 134b, s. Dschin. — 
DOscheräd (arab.): Heuschrecke, — wenn sie 
aus der Erde kommt und noch nicht stliegen 
kann, Sehäf od. Es'haf genannt. Petermann Or. 
2, 128. — Oscherböa: s. Zerboa. — Öscherd.-# 
(ar.), f.; —##: Die D., die Karawane, welche den v. 
Mecca zurückkehrenden Pilgern Proviant durch die Wuste 
entgegenbringt. Pe#ermann Or. 2, 91. edschi, m., 
—6 „ —Ö: Lebensmittel-Kommissär der Pilgerkara- 
wane. Hammer 10, 315. — Öschered (ar.), v., 
—6§#; —6: s. Dolab. — Dscherid (ar.), m., —; —#: 
Art Wurfspieß: Traf ein Soldat mit dem D. (der 
Wurfscheibe, deren Werfen ein Lieblingsspiel der Türken 
bildet). Globus 4, 145a #cc.; Das D.-Spiel, wobei 
man zu Pferde einander mit dem Wurfspieße angriff. 
Cn#b# 1, 77, auch Dschirid, s. murhard Konst. 1, 
176 ff. Uu.: Das Werfen mit kurzen Wurfstöcken zu 
Pferde nennen sie Dschilit. Gerhard Wil. 2, 291. — 
Oscherm, k.; —s: in Agypten ein Fahrzeug mit 2 
Masten u. großen laleinischen Segeln, im Della 
zur Zeit der Uberschwemmung dienend. Globus 4, 
290 H(#. Kijas. — Öschérresch, m., uv.; uv.: 
Arzt bei den Turkomanen (vergl. Tebib). — 
Oscherrijc (arab.), m., —#; —s: ein nicht eß- 
barer Euphrat-Fisch. Petermann Or. 2, 126. — 
Oschérrah (türk.), m., —s; —s: Wundarzt. 
Hammer 10, 315. — Oschesair: Algier. ebo. 
(s. Ihram). — Oschesire (ar.): Insel. Peictmaun 
Or. 2, 45. — Oschetedschi (türk.), m., —8; —#: 
Sireifer, Streiftruppen. Hammer 10, 345. — 
Oschkwis (türk.): Nuß. ebd., vgl.: In Wada 
(Wady) el Dschoz, „Nuß= od. Nußbaumthal". Peter- 
mann Or. 1, 312, (. Elgenze. — Oschezieh (ar.), 
m.: Tribut. Globus 7, 251b. — Öschigese: Mit 
Silberdraht gesteppte Tücher, welche die Tataren D. nen- 
nen. .. Die Mädchen mochen sich eine Menge solcher 
Tücher für den Hochzeitstag. Kohl Sudr. 1, 269. — 
Oschiggel-al, -ei (mongol.), m., u. (Kohl Pet. 1, 
278), —#; —#: „Langohr“, Halb-Esel (Asinus he- 
mionus). Brehm Hab. 112 ꝛe. — OÖschigha (türk.), 
m., —6; —#: Kopfputz v. Gold. — Öschthad 
(arab.), m., —s; —§#: Der D. oder Glaubenskrieg. 
Schad 2, 196; Globus 7, 28lb. — Oschihaz (ar.), 
m., uv.; Uv.: Die Truhe, Sanduk, ist ein größres 
Möbel für das Frauengemach der arab. Häuser. Sede 
Braut bekommt bei ihrer Verheirathung eine solche 
Truhe, welche ihren Brautschatz, D., enthält. Ausld. 39, 
565b0. — Olschilit: s. Dscherid. — Oschimaa 
(ar.), f.; —#: D., Dschumaa, die Freitags-Ver- 
sammlung in der Dschami (s. d.). Hammer 10, 315. 
— Oschindschi-baschi, m., —; —: Pagen-Vor- 
steher (s. Basch). cbb. — Öschingalh)l, m., —; 
—8; in Japan u. Indien lange Luntenflinte. WhHeiut 
Oschumaa 
Weltr. 2, 92; 116 2c., auch Gingal geschrieben. — 
Öschimhe (poln.), m., —; —n: Cs sind „Flissen- 
(s. d.], „D—n“, d. i. arme polnische Ruderknechte. 
Hausbl. (65) 4, 150; 152, auch geschr. Dzimke 
(s. d.). — Dschinn (ar.), m., —#8; -e; f.; -en: 
Dämon, Fee (vgl. Genius; Dschennum; Peri): 
Den u. Waldgeister. Austd. 39, 937a; Den u. Dä- 
monen. Franhl Zer. 1, 100; Dämonen .., im ganzen 
Orient Dsch—s genannt. Globus 12, 114a; 211a; 
Wär dieser Schatz] von allen Den auch bewacht. 
VHeyse Gl. Bettl. 36; Geister u. D-en. Rosenkranz 
Poes. Gsch. 375; Ihr Bewohner Dschinnistan's, Peri's 
u. D-en! Uäückert Ausw. 424; Die Macht der D-en 
übet sie, doch ihre Tucke nie. Scha 1, 110; 198;2, 
58; 232; Unter den Peri's od. guten Genien. Diese 
Peri's heißen auch D-en u. das Reich, wo sie zu Hause 
sind, Dtschinnistan. w. 19, 163 ½cc. iflän, n., 
—(e)s; 0: das Land der Dschinnen (s. d.), Feen- 
land 2c.: Hafis, du lieblicher Pavagel, aus der Liebe 
goldenem D—-e. Daumer 1, 118; Peris, Feen, wohnend 
im D., hinter dem Gebirge Kaf. 315; „Ginnistan"“ so- 
viel als Feenland. k. 12, 528; W. 3, 216; 305;„ 30, 
40; 19, 163 (s. v.); 256 (kfalsch erklärt 357); 
E Agfmann Zach. 28, vgl.: Die guten Feen, die sich 
Kanz d-isch eingerichtet. 23; Daumer 2, 61 . — 
Dschintelmin: in Wales — Gentlemen (s. d.), 
Herren; u. so: Die kleinen D., als Bez. für die 
Feen, die mit ihren rechten Namen (Schifra's u. 
Schiog's) zu bezeichnen, man sich scheut. Nodenberg 
Ins. Heil. 1, 192; 237. — Oschirid: s. Dscherid. 
— DOschisi-edar (türk.), m., —#: —#: Kopfstener- 
Einnehmer. -et, n., - —: Kopfstener. hammer 10, 
345. — Oschier (ar.), f.; uv.: Brücke. Petermaan 
Or. 1. 297.— Oschongel, Oschöngel: s. Dschungel. 
— Oschönke (chin.), 1.; -n:chinesisches Schiff 
v. 100—200 Lasten u. plump im Ban: Zazor 11, 
144b; Mag. d. Ausld. 36, 626b 2c.; Dsch u nken. 
Aueld. 39, 1016a; hheine Weltr. 1, 201; Kriegs-= 
ODschunke. 2, 107 2c.; Junk, 1. Westermann 3, 277a 
2c.; Junfke. Vobrik 356a; Uaiß. 20, 138; Junsen 
(Reim: Funken). Kreiligroh SW. 1, 267 „2c. — 
Oschorabäat (ar.), pl.: Art Socken, in Damas- 
kus 2c. petermann Or. 1, 150 (auch Lekälik). — 
Oschoz: s. Dschewis. — Oschri (slaw.)) Art 
hochsohliger Schuhe bei den alten Slaven. weise 
Kost. 2, 321, s. Zrew. — ÖOschüa: bei den 
ostafrikanischen Negern, die Sonne als Gegen- 
stand der Anbetung (auch Rimne). Globus 4, 7 7b, 
vgl. Dschurschu. — Dschuäni (türk.), n., —; , 
—&amp;8 : s. Burani. — Öschübac, Oschübr, f.; —: 
Oberkleid, Oberweste z. B. der Serben. Gerhard 
2, 215; der Karailen. Kohl Surr. 2, 262; Uber die- 
ses Alles ein langer Talar mit langen, weiten, aber nicht 
aufgeschlitzten Armeln, den man lin Damaskus 
Dschubbe nennt, wenn er v. Tuch, aber Abaje, 
wenn er schwerer v. Wolle od. mit Golrstickerei verziert 
ist. peicermann Or. 1, 119. — Oschudschn, m., 
—98; —#: bei den Negern im Nigerdelta ein Götze: 
Die D.-Verebrung. Ausld. 19, 1152a (vgl. Dschna). 
— Oschüsfut (tatar), m., —6; —6: Inde. Koht 
Südr. 2, 259. — Oschümaa: s. Dschimaa. —
        <pb n="315" />
        Dschunchur 
Oschünchur (türk.): Republik. Hammer 10, 345. 
— OÖschunda (kurk.), k.; —s: Bugspriet: Basch- 
dardanün-D—si, Bugspriet des Admiralschiffs. Ham- 
mer 10, 315 (s. Baschtarda). — Oschüungel (ind.), 
n., —8; uv., —6; f.; —: rohrbewachsne Sumpf- 
wildnis, Schilfmoor. Ausld. 39, 101 6a; OChank 3, 
320; Martin Livingst. 1, 99; Von dichter D. über- 
wuchert. WhHeine Weltr. 1, 98; 96; Auf einem D.= 
Pfade. 97 2c.; auch: In der dichten Dschung le. 90 
2c.; Aushauen v. Pfaden durch das D jungel. Spieß 
Exp. 63; Mit biegsamen Schlingpflanzen od. Djungel- 
Seilen angebunden. 6 4 re.; In die Dschongel v. 
Wasanda geflüchtet. Monalbl. 1, 490b; Heimath der 
bösartigsten Dsch öngelfieber. Hausbl. (67) 1. 175 
.: Dschengelnfieber. Slobus 6, 230# ꝛe. (vgl. Ma- 
laria); In den waldigen Niederungen, den Dsch angels. 
Ausld. 39, 1239b rc.; Mit Dschengel bedeckt. 634b; 
38, 10149b ff.; Den Jangel. 723a; Des Nohr- 
jangels. ebb. — Osthürm: s. Oschenabet. — Oschu- 
schuan (türk.), m., —§; —: Leser v. Koransab-= 
schnitten. Lammer 10, 345. — Dschuͤsdan (ar.), 
m., —85 ; —# : Schreibtafel, Portefeuille. #almeray#er 
GsW. 1, 16. — Oschwan (slaw.): große Kanne. 
Weils Kost. 2, 32 5, Kufe 2c. — Osharia: s. Dscharia##c 
DOsiggelai: s. Dschiggetai. — Osiä: s. Dria. 
— Osu (ar.): begabt, in den Namen der beiden 
letzten Mondmonate (s. Diumast): Din'“l.hedsche, der 
mit der Pilgerschaft begabte, Wallfahrtsmonat 
(vgl. Hadschi); Dsu'lkade, der mit dem Sitzen (zu- 
Hause-Bleiben) begabte. 
Du (frz. du): s. de 2, z. B.: Du sublime au 
ridicule il n'y a qu'un pas sdü Füblim o ridikül ill 
nja köng pal, vom Erhabnen zum Lächerlichen ist nur 
ein Schritt 2c. — Duddschi (türk.), m., —#s; —: 
Gratulant: Der D.-Tschausch. Ham ner 10, 345. — 
Ou-al: 1) (lat., —), m., —8; —6, äle: 
(Gramm.) eigne Form zur Bez. der Zweizahl (ogl. 
Plural, für die Viel= od. Mehrzahl): D.-Form. — 
2) (engl., diüäl) u.: zweifach, doppelt: Daß Zeder, 
der 10 Skilling dirette Sleuern bezahle, eine zweite 
Stimme abgeben dürfe (d. vote). Grenzb. 26, 2, 363. 
alin, n., „(e)s; 0: Der andre Torpedo mit D. 
(einer Legierung v. Nitro-Glycerin) gefüllt. . Bei dem 
D.-Torpedo. Volksz. 1 6, 275. älis, m. [/S 24, 3, 
uv.): Dual: Ich habe Ihnen einen D., ja sogar einen 
Pluralis v. Uberraschungen zugedacht. Spielhagen Pr. 6, 
131. alismus, m., uv.; ismen: Zweitheilung, 
Zweiheit st. der Einheit — uU.: die Lehre v. solcher: 
Der durch die Mainlinic bez. D. Deutschlanrs; Der D. 
in der Gegenüberstellung v. Gott u. Welt 2c.; bes.: die 
Lehre v. 2 höchsten Urwesen, einem guten u. einem 
bösen. alist, m.,—en, —-#s: -en: Anhänger des Dua- 
lismus, auch z. B.: Anhänger der Theorie von 2 
elektrischen Fluidis, Gastz Unitarier. 3 Müller Pbys. 
2, 90. Califtisch, a.: auf Dualismus gegründet 
(s. monarisch) 2c.: Die de Dissonanz der deutschen 
Großmächte. Scherr Bl. 2, 258. alilät, f.; -en: 
Zweiheit (s. Dualismus): Seine [Newton's] Lehre hat 
nur den Schein, das sie monadisch od. unitarisch sei; er 
legt in seine Einheit schon die Mannigfaltigk., die er 
herausbringen will, welche wir aber viel besser aus der 
Duenna 290 
eingestanrenen D. zu entwickeln u. zu konstruieren glau- 
ben. G. 3, 11. — D#an (gäl.), n., —8; —: 
Fingal in 6 Ds od. Gesängen u. Temora in 8 Ds. 
olenkranz Psch. 277. — Düar (ar.), m., —; 
— : in Nordafrika der die Herden umschließende 
Kreis v. Zelten arabischer Horden. Nai3. 2 1, 334 v.; 
Die Vereinigung mehrerer Zelte bildet ein Dorf. D. Globus 
6, 311b; 5, 138b, s. Ferfa. — Oubbeltje (holl.), 
n., —6; —#: Zweistülerstüück. — Oäbek (kürk.), 
m., —5; 0: der gewöhnliche türk. Taback. Kohl 
Südr. 1, 86. — Dübet (türk.), m., —#; —#: D., 
Durer, Stoffe v. Thibet (s. d.). Hammer 10, 315. 
— Dübhe (ar.), s.; 0: ein veränderl. Stern im 
großen Bären ( Ürsæ majöris). Mädler 117. — 
Oubi-ös (lat.), a.: zwetfelhaft (s. douteux). 
-tändum /821, 2, n.]: das Zweifeln (s. deciden- 
dum). -tatiõn, f.; Sen: das Zweifeln, der Zwei- 
fel. tiẽren, intr. (haben): zweifeln, schwanken, 
anstehn 2c. -um /&amp; 21, 2, n.]): Zweifel, Beden- 
ken: Wiewohl in dübio lim Zweifelfalle] präsumiert 
wird, daß rc. W. 31, 511.— OQubl 2c.: s. Doubl rc. 
— Düc (lat.): s. Dux. -ere: führen; heim- 
führen (die Braut); hinziehen (s. eœna). — 
Ouch-é (irz. rüscher), m., n., —#; -8: Herzog- 
thum. -esse, f. —n, —#: Herzogin. — Duchobör-- 
ez (russ. ), m., uv.; -zen, -#y: „Geistesstreiter“, 
eine Sekte der griech.-russ. Kücche, die in der 
Verwerfung des Eides und der Militärdienste 
mit den Mennoniten übereinstimmt. Herzen Mem. 
2, 116 2cc. — Oüd (ar.): Brombeerstrauch. perer- 
mann Or. 2, 123, vgl. Dicke. — Oüda (slaw.), 
f.; —s: Von den drei Instrumenten, die sie ldie 
poln. Volkssängerl srielen, u. welche Lyra, D. u. Gisl 
in der Landessprache beißen, werden sie Lyrniki, Du- 
dazi u. Gislarzi genannt. WP. Volksl. der Pol. XX, 
vgl. Dutara. — Ondain (hebr.), pl.: Name eines 
Gewächses. 1. Mos. 30, 14 ff., vgl. Umbreil Lied der 
Liebe 67 2c. — Dñdu, m., —#; — : 1) s. Dodo. — 
2) in Pondichery, eine Kupfermünze: 20 D-s 
1 Fanon. Encyhl. f. Kaufl. 641b. — Duũe (it.): 
zwei, z. B. (Mus.): D. volte, 2mal; 4 d. voci 
(wötschi), für 2 Stimmen, zweistimmig; A d. côrde 
(sl. d.). — Ouegna: s. Dueña. — Dukll (lat.), 
n., (m., nach dem Frz. G. 26, 44 ꝛc.) —(e)s; -e: 
Zweifampf zw. Personen (als eine Art Gottesge- 
richt) zur Sühnung einer Beleidigung, mit vor- 
geschriebnen Waffen (Ehrenkampf): Amerikanisches 
D., durchs Los entschiednes, wobei der Bekroffne 
die Verpflichtung zum Selbstmord übernimmt; 
Pistolen-D. Heine Lut. 2, 151; Im Spiel--D. auf 
Stofklingen lauf der Bühnes. Lieckh DBl. 2, 233 re., 
auch z. B.: Von dem Ehe-D. -Zwist] zw. dem 
General u. seiner Frau. Meihner Schw. 2, 138 2c.; D.= 
Fordrung; Gesetze; = Mandat; = Mord. 
Grenzb. 26, 3, 128 1. ant, m., Sen, (—6); —en: 
Duellierender. ##n, refl.: zweikämpfen, sich 
schlagen: Einem die Nase ab= d. Clandius 1, 14 2c. 
— Due##-, Ouenn-a (span. -enja), f.; —, (zen. 
Bönger Byr. 1, 56): Donna (s. d.). E. 9, 282; 
Spicelhagen Hammer 4, 154:;: 232 2e., bes.: Chren- 
wächterin, Hüterin, Aufseherin eines Mädchens,
        <pb n="316" />
        300 Duenno 
o, m. 45 —# : Herr, Besitzer 2c. — Ouern 
(mat. ), f.; -en: (Buchrr.) D., De, 2 in einander 
steckende mit einer Signatur versehne Folio- 
Bogen: Das Frlieformat wird manchmal ternionen- 
weise gerruckt u. beißt dann Folio-D.; Tritern 
lverderbt: Dritterne); Quatern; Onuintern; 
Serxtern, nach der Anzahl der einzelnen Bogen, welche 
vor dem Heften in einander gesieckt werden. Prechll 3, 
328 2c. — Oueèro, m., —#; —: span. Münze (l. 
Duro). Jaßtliono 37 ¾ 2c. — Ductt (it.), u., —+(()8; 
e, (-en. Püringer 335 2c.); Schen 2c.: Tonstück für 
2 koncertierende Stimmen, m. od. v. Begleitung: 
Gesang= od. Sing-, Vokal-D.; Instrumental-, z. B.: 
Flöten-; Klavier-; Violin-D.: D. fur Klavier u. Vielin 
1c. (s. Duo; Bicinimn; Dirhonium). eren, intr. 
(haben): zweistimmig srielen, singen. G. 19, 5. 
-ino, n., —s; —, zini: kleines Duett. dtringer 
336: kgohn Mez. 1, 553 2c. -o, U., — „ —s, 
Duett. — Duff (r. ), m., —8; —: Tamburin 
(s. d. u. Arufe. Scha 2, 256. — Düfsfel, m., 
—# —, uv.;: ein zottiges Wollenzeug: D., Kalmn l 
er. Eibirienne unterscheidet sich vom Köper-Coating 
II. d. ) nur durch rickeres Gespinnst, festere Walte u. et- 
was kürzer geschorcnes Haar. Karmarsch M. 2, 731; 
Flanelle, D—s 2c. Möser Ph. 2, 139 (Dufel. drem. 
Wôörlerb. 1, 265, als ein „doxpeltes“ Zeug); D. 
Rock 2c. — „Zuin (holl., reun), n., —s; -en: 
Düne (s. d.): Sanrbügel (D-ey. Junghuhn Jav. 1. 
— HDüg-ong (peny 2 62), ung (kenz Nat. 1, 655), 
m., —5; —s: Dujong (. d.). — Onjong (ma- 
laiisch), m., —§6; —#: Seekuh, llalicore Dchong, 
die sog. Sirene (s. d.): Der D. heißt auch Djilid (der 
Ledcrige), Dauileh (der Lange) u. endlich Urum (s. d 
Uu. Nähke). Irehm Hab. 200; Die Schreibart Dugong 
ist fehlerhaft, es mus-Duveng ed., wie wir sprechen, D. 
beißen. Oken 7, 1107 2c. — Due (frz. rück), m., 
—s; —# : Herzeg (s. dox): D. d’Albe. Herzog von 
Alba, — u. (nach diesem als Erfinder od. Ein- 
führer): In einem Arm der Witebach mit vorgesckobe- 
nen Eisbrechern or. sog. Dücs d'Alba ausgestattet. Gutz- 
kaw 3. 6, 6; Die D. d'Alben od. Schiffsanbindeblöcke. 
Ausld. 39, 394 lauch: Dückdalben. Bobtik 245b; 
Stich, Pfahlstich, Art Knoten, der sich nicht zu- 
sammenschliert, z. B. in dem Tau, womit man ein 
Schiff in einem Hafen an einen Pfahl befefligt r2c.). 
— Düc-a (it.), m., -; -s,-hi: Herzog (vgl. Doge). 
Hamm Sh. 137 rc. ado“ ( ran.), m., —: —: 
Münzen: D. d'’oro, Golrdukaten u. — ale Rech- 
nungsmunzen —: D. de eambi; de plata; de vel- 
lon, Wechsel-; Silber-; Kupfer-Dukaten. — 
Dũhkan (ind. m., —6; —s: Ds (Lären), welche 
aus kurzen Verandas mit einem Kämmerchen zum Ver- 
schließen bestanden. Grenzb. 25, 1, 272. — Ducätk-, 
DOuhat-e, f. —n: Dukaten. Wiidermuih Heim. 145 
c.; m. Hammer 10, 712 te. cllo, m., —8; —: 
ägypt. Silbermünze v. 10 Paras. Cncpl. f. Baus. 
300b. en, m., —s; uv.: Name mehrerer — zu- 
erst v Herzögen gerrigten — Silber= u. Gold- 
münzen, gw.: eine Münze aus feinem (23½-ka- 
räigem) Gold, 64 Äßchen schwer (vgl. zemher 
Ein Duki#tchen nach dem andern vertändelt. Engel 12 
mer 10, 
Duleiarins 
16; Meine güldenen D. Seine Lied. 84; Duitlein. 
Hebel 3, 162; Meine Dukitchens. Klinger Spiel 53; 
60 2c.; Demnach kursieren 7 verschiedenc inländische D. 
im osmanischen Reiche, näml.: Chairije Funruk, Istam- 
boli, Rumi, Adli, Sar Mahbub u. Kirklikschairije. Ham- 
712 2c.; Einen spiegelbellen Doppel-D. 
Engel 12, 353; Golr-D. 1c. (s. Ducaro); Halb- 
D.; Vessier-D., die noch das sog. Passiergewicht 
haben, wonuch sie also noch als vollwichtig passie- 
ren, obgleich minder schwer als die Rand·« D. (mit 
Unverletztem Rand) u. die Münz-D. (wie sie eben 
aus der Münze kommen); Raben-D., ungrische 
mit einem Raben im Gepräge; Lassen Schwanz- 
D. nicht für kunftige Sturenten rosten. Gödhingk 1, 
115 (ersparte); Einen gebenkelten Schweren-D. 
Aucrbach Barf. 13; Zopf- D. Jp. 4, 206 rc.; D.= 
Aß, „Acchen; d. Falter, Papilio hippöõthos, 
mit goldschimmernden Flügeln. Oken 5, 1393; Das 
D.-Golr hält 23½—232/8 Karat, also nur 1//48 od. 
½/72 Zusatz. fiarmarsch M. 1, 64; D.-Gran; D.= 
Kacker (naumer Herbstreise nach Vened. 1, 287), 
.Macher (Arnim 93), Mann, .Scheißer (Golt- 
beif U. 1, 262), Scherz-Bez. für Einen, der Geld 
in Fülle hat, dem es mühelos zuströmt 2c., auch: 
geldspendender Hausgeist u. so: kleine Figuren, als 
Dn ausscheißend dargestellt rc.; D.-Nudeln, 
rund u. goldgelb gebacken. Scheible Kochb. 372; D.= 
Röschen, llieräcium pilosclla ꝛc. Dazu: Die ge- 
krönten od. vielmehr bedukateten Bursche. Scheir 
Nem. 1, 241, die einen D. als Preis erhalten re.; 
Dem Dreihunderttausceurdukatigen. DAus. 
15, 2, 175 (ogl. Mihtione.) 1e. -ãato, m., —; —, 
-äti: Dukaten: Bare 2 Ducati (Thakcr). SCuynen 3. 
% 2%. LTaton (frz. rutatöng), m., —8; -s: ein 
Halbrukaten, eine niederl. Silbermünze (mit der 
Umdeutschung: Dicke Tonn'). -atöne, m., —: —: 
lombardisch-venetianische Silbermünze r2r. — Duke 
(engl. diũt), m., —8; —#: Herzeg (ogl. Dac). 
Scherr Bl. 3, 511 c. — Duki (türk.): D. (d. i. 
Tut), Maulbeerbäume. Ptletmann Or. 2, 116. — 
Dukt-il (lat.), a.: streckbar, hämmerbar. ililät, 
f.; —en: Streckbarkeit. -iõn, f.: —en: Führung. 
Sor (engl. döktor), m., —6; —#: s. Dokter 4. — us, 
m. [8 21, 11: Zug, bes. der Buchstaben beim 
Schreiben; ferner (bes. Anat.) Gang, z. B.: D. 
aquösi, Wasserröhrchen; D. cholsdochus. Gallen- 
gang: D. pancreäticus, Gekrös-, Drüsengang 2c. 
— Dulbend (pers.), in., —s; —#: Kopfbund (I. 
Bend), Turban (s. d., vgl. Tulpe). G. 4, 91 ff.; 
Einen kurk. Bund od. Turban, nach dem gebrochen rers. 
Worte Dolbend. Turtisch beißt es eig. Sarik. urdard 
Konst. 2, 116; Dülbend-Aga, Turbans-Bewahrer; 
Dar, -Trüger;= Ghulami, -Halter. Lammer 10, 
315 c. — Düle-ähna (span.), f.; —: Ein Sarten- 
instrument, rie D. Glodus 4, 11b, vgl. Delcian. -e 
(lat.), n. [8 24, 3, -is, MzZ. -jal: etwas Süßes 
(l. desipere); auch (span.): Eingemachte „ Früche, 
d—s genannt. Dasfiano 12; Gerftäcktr NReis. 2, 138; 
173; Geenzb. 24, 1, 310 .; Die D.-Minner, die 
Verkäufer v. Eingemachtem. Gtube Ch. 1, 290 [#e# 
Dultsche u. Jamon). iän: s. Dolcian. iärius
        <pb n="317" />
        Dulcieren 
(lat.), m. [8 24, 21: Eigentliche Kochkünstler (eöqui) 
u. wirkliche Kenditeren (dulciärii). Weiss Kost. 1, 1021. 
#i##en, isiciren, tr.: versüßen. ifikaliön, 
Sisatiön, f.; —en: Versüßung. einka, 1.; —#; 
inké, f.; —(ehn: weibl. Name, zumal der Gelieb- 
ten des Don Quirote (7 d.): „Deine Tugend war 
nur eine D-e#e“ — sagr weiter Nichts als Dies: Kato 
liebte die Tugend wie Den Oukrete die schöne Alonza 
Lorenzo liebte. Beiden war es vollkommner Ernsi damit, 
aber in Beider Körfen stand es nicht so ganz richtig 
Sie war für ihn nicht mehr Alonza Lerenzo, sendern die 
Prinzessin D-e#v.Toboso. W. 3. 257; 211; 253 fl.; 
19, 317; 30, 318 2c.— Dül-Er (türk.), m., ; 
—6#: Wittwer. -Swyrct, .; —s: Wittwe (s. Awre.). 
— Dul-# (gr.), f.; —eyn: Verehrung, Anbetung 
der Heiligen, vgl. Horer-D., der heiligen Jungfrau. 
— Duleamära (lat.), f.; —8 [8 24, 11: D., 
Solänum D., eine Pfl., „Bittersüß“, auch (m.) als 
Bez. berumziehnder Quacksalber, Storger, z. B. 
von Masken: Harlekins, Sassafrasse, D-s 2c. ECarlenl. 
17, 96a. — Dul-o (ngr.), m., uvr.; -i: Diener: 
D.-sas, Ihr Diener. Püchler Sürèstl. 2, 35.— Dülfe 
(irisch), m., —; s: Bei tem schlechten D. (se nennen fie 
ren Dilllisch (s. d.] auch bäufig). Sohl Irl. 2, 432.— 
Duͤlt, f.; -en: (geth. dulths, ahd. tuld, mhd. d. — 
Fest) Jahrmarft, — mit der Umdentung auf Indult 
(s. d.). Schmeller 2, 366 ff.; Die D-en waren Märkte 
mit Ablaß= (Inrult-) Ertbeilungen. Deorient Sch. 2, 
300; Das Stattleben gleicht einer Münchener D. 
Woldau Nat. 1, 59 ꝛe. — Dültsch--az (mold.), k.; 
0: (s. Dulce) in Zucker gesottne Früchte. Ilukt. 3. 
46, 341. -e, n., —; —: Zuckerzeng. ebd. — 
1. Dum (lat.), conj.: bis, während, z. B. (von 
den Fraucn, sprchw.): D. moliüntur, d. comüntur, 
annus est, bis sie mit der Teilette fertig werden, 
dauert lange 2c. — II. Dũm (ar.), m., —: — : 
D., D.-Palme, Art Fächer-P., deren harte Frucht 
(D.= Frucht) man zu Korallen für Rosenkränze ver- 
arbeitet. falmerayer GsW. 1, 142; Erube Cb. 2, 209, 
s. Dom 4. — Dümo (russ.), f.; —s: Naths-Kolle- 
gium, -Haus: Die D. eines Ordens, Ordenskaritel 
ꝛe.; Ugw. m. od. n.: Unter der Aufsicht des D. (ces 
Startmagistrats). Sohl Sürr. 2, 66. — Dumb 
(engl. kömm), a.: stumm: D.-Jockey (sfböckil, 
„stummer Jockey“, eine dem zuzureitenden Pferd 
auf den Rücken befestigte Holzrupre. Zoler Renn. 
47; D.-Waiter suwẽrrl, „stummer Aufwärter“, 
eine Hebemaschine im Sreisesaal. Gertenl. 15, 19 3a 
2c. — Dumm - ꝑ (tommi), m., -s; -ies: Der Vierte, 
welcher den Platz des D. (Mert — s. d. — et. todten 
Mannes) einnabm lbei der Whistrartiel. pückler Züröstl. 
1, 43 2c. — Dummriän, m., —; Ze, —: dum- 
mer (s. d. as. 2a) Zan, dummer Hans rc. (ogl. 
Grebian); auch eine Pfl., Innla dysentsrica. — 
Oumpling (engl. dömrt#, m., —; —: derber 
Kloß, Purding. Pastete 2c. o#ohl Par. 2, 24; Koh# 
Engl. 1, 22. — Dun ((eelt. renn), n., —; —; 
D. bed. lin Schottland] eine mäßige Höbe, auf der ge- 
wöbnlich ein befestigter Platz lag. Ausld. 39, 945a; 
Die Erdbauten: D., der Festungshügel; Rath, das be- 
Duodecimal 
301 
festigte Derf u. Mete (s. d.). Rodenberg Ins. Heil. 1, 
39; 241 (s. Fort), ogl. Dune. — Dunalma;: s. 
Denanma. — Dunc-#e (engl. dönb), m.. uv.; —: 
s. Duns. iäde, f.; In: Satire auf Dunces ed. 
Dunse (s. d.), — ursrr. u. zunächst v. Vope: Die 
D. lLessing'e] sollte nicht bleß auf Getrsched gehen. 
Danzel 195; 418 c. — Dundrearg (engl. dönn- 
drerih, m.: Eigenn.; zur Bez. der bei den Enz- 
ländern gw. Barttracht, wenach bleß der Backen- 
bart stehn bleibt, alles Ubrige glatt wegrasiert ist: 
Mit einem Bart à la D. Schücking FrR. 1, 193: Auf 
ihren verlebten D.-Gesichtern. 290 2c. — Din- 
durmo (türk.), f.; —é: Süußigkeiten, Konfiüren. 
Elobus 5, 336a. — Dän.e (eelt. ? — f. Dun — 
od. deutsch: — s. S#s.), f.; —n: fester Sandbügel 
an der Meeresküsie, nam. „gewisse unbebaumte u. 
halbwüste Landstriche“ im Süden Englands u. an 
der gegenüberliegenden Künße in der Näbe des ra- 
nach benannten Dünkirchen (Kohl Engl. 3, 92) 2c.: 
Jü's, we der Sand der Den webt? Aendt: Ba.d 
findet sich das schnell wuchernde D-n--Gras (Elymns 
arenärius) bier ein, bekleider die Abbänge der Sanrbügel 
. u. macht .. sie fester. . Dann heißen diese Sanr- 
dämme D-n. Zurmeister Gsch. 15; 30; C. 23, 102; 
27, 13; 10, 71; 6, 6 (bilrl.); v. Ot. 5, 156 2c. 
(ĩ. Duin; Demn 2); Zrischen diesen Längen-Dn 
sind Quer-Dn. Sansen Schl. 248; Am Saume einer 
Sant-D. v. Ant. 2, 148 c.; D-n- artig;-Besing, 
Hippöphas rhamnöfdes; = Bildung; -Gebilde 
(s. auch: Dünung): . Gras (I. o.); -Halm; 
Käfer, Scarabus füllo;-Rose, Rösa eglantéria; 
Scheide (Abrtode Ger. 76) ½. -en, tr.: in Zsstzg: 
Ume·r., mit Dünen umgeben: Umreichte ed. umrüme 
Inseln. Grube 1, 207. Jenhaft, a.: dünenartig. 
G. 10, 447. ung, f.; -en: (Die Seefahrer] unter- 
scheiden D. u. Welle. .. Mit dem ersteren Ausdruck, den 
sie auch TLienung srrechen, bez. sie das Wogen des 
Oceans gegen die Windesrichtung. Die Dunen- 
gebilde des Ocerans kommen nie an den Küsien oder in 
deren Näbe ver. Jurmeiter gB. 2, 38 ff.; Ausld. 39, 
1040b; Wheine Weltr. 1,193: preuß. Erped. 1, 2 39 2c. 
— Dünia (ar.), f.; O: Welt: Zeni-D. (türk.), 
die neue Welt, Amerika. Falmetantt GĩW. 1, 80. — 
DOuns, m., Ses; -e, (en): Dummkepf, zumal 
ein dünkelbafter (s. Dance, vgl. Occam). Langbrin 
2, 217; f. 5, 37; An die Sritze aller D-e siellt Vore 
den armen Theobald. Lichtenberg 4, 284 ff.: Kerck's Br. 
2, 137; Der berühmten Den einer. l #schmidt Pret. 
Br. 119; w. 12, 160; 344; 33, 39 2c.; dazu 
weibl.: Die Dunsin. IP. 7, 205:c.; D-en-Seele. 
Alscmibt l. 1. — Oünsel: s. Dunzel. — Oünung: 
s. Düne 2c. — Ounzel, f.; -n (s. donzella): Sieh 
roch die D.! fmüller 1, 229 2c.; Die Dunsel sdas 
Menschl. Serzoni 641a.— Oll-o (lat.): 1) Zahlw.: 
zwei, z. B.: 81 d. ĩdem fäciunt, nõn sst idem, 
wenn Zwei Dasselbe thun, ist's nicht Dasselbe; 
duöbus mälis minimum eligendum ẽst, v. zwei 
Ubeln muß man das kleinste wählen 2c. — 2) n., 
—#; —s: Duett, nam. Instrumentalduett (ogl. 
Trio 2c.). -ödccim: zwölf. -odecimäl, a.; nach 
der Zwölftheilung geltend, eingerichtet 2c., vgl.:
        <pb n="318" />
        Duodecime 
302 
Deeimal, nam. auch als Bestimmungsw. -odẽeime, 
f.; —: (Mus.) der 12te Ton, die 12te Stufe vom 
Grundton aus. -odecimõle, f.; —m: (Mufs.) eine 
Gruppe v. 12 Achtelnoten 2c., die aber nur den 
Zeilwerth v. 12 Zwölfteln haben. odenäl, a.: 
das Duodenum betreffend 2c. -odenktis, s. /824, 
3, uv.]: Entzündung des Duodenums. odenum, 
n., -s; na (§ 24, 2, n.]: Zwölffingerdarm (s. 
Dodekadäekthlon). roda, n.,(e)s; e: (Buchrr.) 
das Format, wobei ein Bogen in 12 Blätter ge- 
theilt ist (s. donze): In Quer-D. 3P. Wahrh. 4, 
163; Lang-D. Prechtl 3, 327; D.-Format. 326 2e., 
auch übrtr., in Bezug auf die Kleinheit: Bis zu den 
winzig kleinen Limanchens in D.-Format. Hohl Südr. 2,75; 
Ein Kerl in D., ein Narr in Folio (s. d.). SGünther 
492 rc. U. so übrh. als Bstw. (rgl. Dutzend): Den 
D.-Despotism. Grenzb. 26, 3, 138; Das Mißregiment 
ker D.-Fürsten. Mog. d. AJusld. 36, 405; D.- 
Sonne [Mondl. (ichtenberg 4, 206; D.-Staaten 
2c. U. als scherzh. Fortbild.: Duodezer lD. 
Fürstchenl. Berl. Montogsz. 7, 35. Todk: s. Dekade. 
„dram, n., (c)o: —e, —en; Jdräma, n., —#; 
men [§ 24, 3, tis): Drama — m. Musikbeglei- 
tung —, worin nur 2 Pers. auftreten (vgl. Mone- 
dram). pöüringer 336; G. 7, 292; w. 31, 113 :c. — 
OQuölo: s. dolentemente. —. Düp- (frz.), f., 
(m., Gutzkom R. 2, 67; -6); —, n: der Betrogne, 
Übertölpelte, Gimpel 2c.: Ischerlich hintergangene 
Aprilsnarren (O—s). G. 33, 110 r. erik, (.; 
eyn: Düpierung. -#eren, tr.: zur Düre 
machen, betrügen, Frellen u.: Um die franz. 
Schöngeister in dampfende Weihrauchpfannen um- 
zu-d. Scherr Stud. 1, 323, d-d umzuwandeln 2c. — 
Oüpl-et, n., —; —é: eine Kombination von 2 
(wie Teipttt von 3) Tinsen zu einer Lupe, s. Iv Mũller 
1, 700. -ex (lat.), a. [8 24, 3, icis!]: doppelt. 
Siel#eren, tr.: verdoppeln; o. Otj. (Rechtsipr.): 
die Duplik (s. d.) einreichen. -irität, f.; Sen: 
Doppelheit; Dorpeelzüngigkeit Nal.3 21, 265 rc. 
Jieren, tr.: s. donblieren. — ih, f. en: (Nechtsspr. ) 
WB auf die Replik (s. d.). -irändum /§8 24, 
2, n.]: (Rechtsspr.) das Duplicieren: Ad d. 
2 n., -(e)s; -e: etwas in 2 Eremplaren (od. 
in Aup#o) Vorhandnes. G. 18, 274 ½.; D.- od. 
Polychrest (s. d.) Salz, neutrales schwefelsaures 
Kali (s. Aphthalose). irälio, f. [8 24, 3, önis): 
Verdopplung, auch: Duplikation, z. B. des 
Würfels, das delische Problem (s. d.). -icãtor, 
m., —6; ören [§ 24, 3, öris]: Verdoppler, einer 
Kraft * „vgl. Multiplikator. icälum s8 24, 2, 
n.]: Duplikat. ihalur, f.; Sen: Verrorvinng. 
one: s. Deublone. uam *# 24, 2, n.]): das Dop- 
pelte: P#Ona düpli, die Strafe im doppelten Be- 
trage; Etwas in duplo ansfertigen, in doppelter Ab- 
schrift (s. Duplifat). — Oupöndius (lat.), m. 
18 24, 21: s. As 12. — Duqu-e (span. dute) 
m., —; —: Herzog (vgl. Duc 2c.). -ẽsa, f.; -6: 
Herzogin: Darin harmoniert die spanische D. mit der 
engl. Lady. Dastiano 12. — Oür (lat.), n., -(e)s; 
e: (Mus.) harte Tonart, v. der weichen (Moll) 
dadurch versch., daß zw. der 2ten u. 3ten Stufe 
Ouschagreika 
kein halber, sondern ein ganzer Ton liegt 2c.: D.- 
(n. Moll-) Accorde; -Melorien;-Töne; 
-Tonuleiter 2c.; A-, As-, Als-, B-Dur (od. 
Moll) 2c., nach dem Grundton; übrtr., z. B. (von 
einem Gemälde): Eine Symphenie in Blau-!D. 
Stahr Jahr. 2, 20 ꝛc., vgl.: Das Thema ihres Wesens 
war dasselbe geblieben, nur mit dem Unterschied, daß es 
früher in D., jetzt in Moll gesetzt war. Gutzkom 11, 
247. -a: s. Dur-o, us. -äbel, a.: dauerhaft, 
Ggstz: Un-, in-d. abilität, f.; 0: Dauerhaftig- 
keit. — Lurak (rufs.), m., : —4 : Narr: Welch 
ein D.! Stägemann Ens. 61. — Dar-ämen Ilat., 
8 24, 3, n., inis]: Das Herzholz od. D. Ausld. 39, 
5% % (s. Ggstz Albirnum). ante: während: D. 
lite; — matrimönio, während des Rechtsstreits; 
— der Ehe 2c. (. cessal). -rno (span. Szno), 
m., —6; —s: Art kleiner, harter Pfirsiche. Elobus 
5, 7b Latiön, f. -en: Verhärtung. atüruc 
a.: dauernd: Ein Opus duratürum trauerntes 
Werkl. Herrig 43, 205. — Oürbä, n., —6 : —: 
Mausolenmm auf dem Grabe der Tartarenchane. 
Aohl Sürr. 1, 248. — Dürbar: s. Darbar. — 
Dur-esciẽren (lat.), intr. (sein): erharten. -# 
(frz. darte), lU —s: Härte. — Dürga UChawäni 
(ind.), k.: D. B. ist eine der Frauen des zerstörenden 
Prinzips, Siwa. Monatbl. 2, 5000. vgl. Kali La. — 
Dürian (malaiisch), m., —: —; 1.: —: ein ost- 
indischer Baum mit nabiberschter, ehsbarer Frucht, 
u.: diese selbst: Zu dem Lieblingsobst .. gebört die 
D. Ausld. 38, 1051b; Des Dée. 39, 722b; Unter 
dem Schatten eines mächtigen D.. Baumes. 1014b; 
Ein Baum, welcher D. (durcn, durkin) genannt 
wird v. den Stacheln (duri, malaitsch), die seine Frucht 
bedecken. Kadu nennen ihn die Sunda-Leute, die botan. 
Sprachen nennt ihn Dürio zibethinus. UVatur 15, 
164a; Der mit vegetabilischem Rahm gefullte Durion. 
Grube Ch. 2, 139 2c., vgl.: Durio: die Früchte Du- 
riönen. Oken 3, 1235 2c. — Dur-illo (ipan. 
iljo), m., —s; —#: Golrmünze (= 1 Durc, s. d.). 
Encykl. f. 1 518b, auch: Escudillo de oro; Co- 
ronilla; Veinteno c. indana, 1.; 0;: Name von 
Roland's Schwert. ität (lak.). * -en: Haͤrte. 
ius: s. durns. Jo: 1) a.: (it., span.) hart, 
z. B. fem.: Pistra (s. d.) düra 2c. — 2) (span.) 
m., —6; —: Zebhn D—s (spanische Piaster). Semilasso 
Afr. 1, 16 2c., auch (s. 1): Péso KS d.) d., vgl. 
Duero, Durillo. — Dür-men, intr.; -lig, m.: s. 
Dorment. — Dürrach) (ar. J f.; 60: Mohrbirse, 
Sörghum, vgl. Mapira; Varsschert doch auch: Mit 
D. (türtischem Weizen) bebaut. H#termann Or. 1, 295; 
D. (Mais) Felder. 320 2e.; Araki od. D.-Branni- 
wein. Globus 4, 3b; Buzah- od. D.-Vier, dessen 
beste Sorten Merisah u. Bilbil heißen lin Sennärl. 
ebd. — Dürus (lat.), a.: hart, z. B.: Düra 
mäter, die harte — wie pfa mäter — die dunne 
Hirnhant (s. Menlurx); Palätum (s. d.) dürum 2c.; 
Kompar.: In dbörius (od. pehns) erkennen, reformie- 
ren, auf eine härtre Strafe (bei der Arvellation) dc. 
— Düsack: s. Tusack. — Duschagreika (russ.), 
f.; —#: Art enganschließendes Wams als Tracht 
für Frauen: Eine grasgrune mit weißem Hasenfell ge-
        <pb n="319" />
        Dusche 
fütterte D. (buchstäblich „ Seelenwärmer "). Kohl Vet. 2, 
340; 390 rc. — Dusch-e, -en: s. Deuche; Tuscherc. 
— Dush: s. Kweneshe. — Duͤst (niedrd., s. Ss.; 
engl. dest), m., —; 0: Staub r., z. B.: Mull, 
Kehricht: Tbe (di#el gölden dustman . ., der gol- 
rene D.-Mann. Garienl. 16, 660b, den Kebricht 
ausbeutend. — Düt: bei den Ostjaken: ein Werk- 
zeug zum Zusammennähen ihrer Hütten (der Tschum). 
519. — Dutära, f.; —#: bei den Turkomanen Art 
zweisaitiger Guitarre. Globus 7, 190b, vgl.: Die 
Dutor. 12, 268a; b; Weiß der Derwisch einige Lieder 
auswendig u. kann er sie auf dem 2saitigen Instrument, 
D. genaunt, begleiten. Ausld. 38, 1035a, vgl. Duda. 
— Outch (engl. dötsch), a.: holländisch — auch 
(verächtl.) st. deutsch (vgl. german): Neben der 
wüsten Masse hilf= u. baltloser deutscher Arbeiter. damned 
d. niggers [verdammter deutscher Neger od. Sklavel. 
Salon 2, 436. — Dütha (moldauisch), f.; —s: 
Duvelsack. Kohl Sürr. 2, 56. — Outor, k.; —: 
s. Dutara. — Dunmoir (lat.), m., —, —n; -n, 
e s8 24, 2): Einer aus einem Zweimänner= 
kollegium (s. Decemrir). Dazu: Die Diktatur und 
däle Miene der Kenkenschreiber. Dmus. 16, 1, 
167: D-äáät (nentr.). Wachern. 4, 91921 2c. — 
I. Dñvet: s. Dubet. — II. Ouvet (frz. rüwe), 
m., (u.), —#; —#: Flaum. — Ouwinha (russ.), 
f.; —: Art Fahrzeng, in Riga rc. Bazar 14, 144b. 
— Dür (lat.), m. [8 24, 3, dücis!]: Führer, 
Heerführer, Herzog (s. Duc); auch in einer Fuge: 
der zuerst auftretende einstimmige Satz (Tbema; 
Subjekt). fobe Kat. 111 2c. Im Ablat.: Düce ét 
Auspice — Dẽo 2c. od. in Mz.: Dücibus ét auspi- 
cibus — Diis 2c., unter Führung u. Leitung — 
Gottes, der Götter 2c. — Onzahh (pers.), m., 
uv.: 0: Finsternis: s. Darvand. 
Owarpäle (ind.), m., — —s: Thore, an denen 
8 Kolossalstatuen, D—s od. „Wächter der There? ange- 
tracht sind. Globus 6, 131b. — Owell (engl.), intr. 
(baben): wohnen: Er „dwellte“. Globus 4, 95a. — 
Dwer Hawli (türk.): Tisch-, Bettdecke. Hommer 
10. 345. — Dwojed-äner, nzen (russ.), pl.: 
„Doppelzinsr'lichtige“, als Bez. eines Stamms 
der altasschen Bergkalmücken. Glodus 11, 278b. 
— Dywoͤr (russ.), m., —s —, -zui: Hof: 
Gostinnei (s. d.) D., Packbof. Dazu: Der Dwo- 
rézki od. Haushofmeister. Kohl Pet. 2, 123; Die sog. 
Dwornije Ljudi (Hofeslente). 118; Ein Dwornik 
(Thürbüter). Sürr. 2, 3, vgl.: Als Devornik od. 
Hofwächter. Uat 3. 20, 187 rc. 
Dp-äde (gr.), f.; -n: die Zweiheit, Zwei- 
zahl, das Paar. -ädih, f.; 0: s. Dekarik. -adisch, 
a.: zur Dyarik gehörig 2c. -ärch, m., —en (s):; 
—en: Einer, der — u. sofern er — mit einem 
Andern gemeinsam berrscht, „Zweiherrscher“ (vgl. 
Menarch). Dazu: Dis, f. (vgl. Dunmvirat); 
isch, a. (vgl. kuumviral). as, k.; zaden: s. 
Dvade: Die Schichten der D. Gechstein u. Rothliegen- 
res). Globus 7, 151a. — Oped (engl. rü), a.: 
gefärbt: D. cottons (s. d.). — Ophe: s. Dike 2. 
— Oölbend: s. Dulbend. — Dymäu, m., -en; 
en: s. Phyle. — Oßn-amster: falsch st. Dena- 
Opsblennie 303 
memeter (s. d.). - am'de, f.; —: Ein Körver— 
atom mit der dasselbe umgebenden Atberhulle nennt 
Rertenbacher eine D. IMuller 2, 800. ämik, k.; 
en: Lehre, Lehrbuch von den bewegenden Kräf- 
ten (vgl. Mechanif; Statik). -ämiker, m., —; 
uv.: Anbänger des Dynamismus. Jamis, (.; 
zameis: Kraft, wirkendes Vermögen 2c. ämisch, 
a.: auf Dynamik bezügl.; durch inure Kraft wir- 
kend; aus solcher Wirkung hervorgehnd, darauf 
beruhnd, sich beziebnd 2c.: Dee Theerie, wonach 
die Materie u. deren Erscheinungen auf gewisse 
Kräfte zurückgeführt werden (Ggstz atomistisch): 
Meine d—en Thesen. G. 27, 242. -amismus, m., 
uv.; 0; amistik, f.; 0: dynamische Thecrie. 
amit, n., —(eys; —e: Das unter dem Namen D. 
vorkommende neue Patent-Srrengvulver. Ua#i# 3.#21, 
527;: D. Nr. 1 mit 25 Procent Nitroglbcerin-Gehalt. 
22, 27. - amologir, f.: —(ehn: Lehre, Lehrbuch 
v. den Naturkräften; auch v. den Kräften der Arz- 
neien. -amöm, m., —(e)s; —e: Herr Momma mit 
seinem D. sals vorgeblichem Heilmittelsl. Garienl. 
15, 367b. amometer, m., n., —s; uv.: Werk- 
zeug, zum Maß einer Kraft, z. B. der Vergröß- 
rungskraft eines Fernrohrs (falsch: Dynameter); 
serner: Man bat v. den D-n haurtsächl. 3 Anwen- 
dungen gemacht: 1) zur Messung bewegender Kräfte, 
vorzuglich bei Maschinen lz. B. Brems-D., s. 3 Köller 
Pb. 1, 305); 2) zum Wägen; 3) zur Untersuchung der 
absoluten Festigk, der Körper 2e. Prechtl 1, 196 ff.; D., 
welches in jerem Augenblick die Srannung des Kabels 
anzeigte. Schellen 46; Der Benennung eines aufgehäng- 
ten Magnetstabes (Magnetometer) entsprechend, neunt 
Weber eine durch ihre Auftängung leicht bewegliche, den 
Strom leitende Drahtrolle ein D., u. zwar ist das eben 
beschriebene ein Bisilar- (s. d.] D. #möäuer Pb. 2, 401 
»ꝛe. Dazu: Dynamométre ic, f.; eisch, a. 
(Ua. 3. 22, 45). äll, va., Ien, —s; -en: Macht- 
haber, Herrscher: # unrerbesserliche D-en-Dünkel. 
Treilschhe Hist. 213 2c. -astis, f.; -(ehn: Herrschaft, 
Herrscher-Reihe, = Stamm, -Familie: Die Krieger- 
D. CRKobtti 2, 104; Neben-D—n. Elobus 6, 1110, 
vgl.: Das ganze eureräische D-#thum wankt. Uat3. 
20, 121. stisch, a.: auf Dynasten u. Dynastien 
bezüglich 2t. — Dpnon bach täg (walis.): „das 
kleine Feeuvolk“. Nodenberg Wal. 91: 97, s. Ellvlon. 
— Opophyufit (gr.), m., -en, —s: -en: Einer, 
der in Christo 2 Naturen — wie Monophvsit (s. d.), 
der in ihm nur eine — annimmt. Eisch, a. 2c. — 
D#s#(gr.), Vorf., entsprechend dem deutschen 
mis, un, im Ggstz zu Eu (wohl), s. d. Felg. — 
Opsäm-i&amp; (gr.), f.; -eyn: Mißbeschaffenbeit 
des Bluts (vgl. Tyskrañe). -orrhöa, f. [824, 11; 
orrhöe, f.; —n: Unterdrückung der Hämorrboi-- 
den. — Dpsanalep-le (gr.), f.; —n; is, k. 
(&amp; 24, 3, ur.]: schwere Genesung. tisch, a.: 
sich schwer erholend; die Genefung hemmend 2c. — 
Dpsarthr-itis (gr.), f. [8 24, 3, uv.1: schlimme 
Gicht. -öse, f.; -—n; -öfis, f. 1824, 3, uv. ab- 
normes Gelenk. — Opsästhef-e#. Zis (gr.), f.; 0: 
Unemrfintlichk., Stumpffinn.— Opsblennse (gr.), 
f.; —(ehn: Mißbeschaffenheit der Schleimbildung.
        <pb n="320" />
        304 Doschezie 
— Dyschezĩẽ (gr.), f.; 0: schwerer, schmerzhafter 
Stuhlgang. — Dgscholkk (gr.), f.; 0: Mißkbe- 
schaffenheit der Galle. — Opschröe (gr.), f.; 0: 
Mißfarbe des Teints; mißfarbiges Aussehn. — 
Dgpeschplic (gr.), f.; 0: Mißbeschaffenheit des 
Chylus. — Opschpmie (gr.), f.; 0: Mißbe- 
schaffenheit des Speisebreis, der Körpersäfte. — 
Oysein 2c.: Opsröl 12c.: s. Dyet 2c. — 
Dasdakrxõos-e, is (gr.), f.; 0: abnorme 
Thränenabsondrung. — Ogsechöla (gr.), f.; 0: 
s. Bratvekoĩꝛa. — Opselhie (gr.), f.; 0: die 
Schwerbeilung v. Geschwüren, s. Dosepulose. — 
Dpsent-ria (gr.), f. [8 24, 11: „Mis#stimmung 
der Eingeweide“, Ruhr: D. hamatösa, rothe (od. 
Blut-) Ruhr; nigra, schwarze (Meläna) 2c. Terié, 
f.; Aeyn: Ruhr: Die Blut-D. Jungtuhn 50. krisch, 
a.: ruhrartig, ruhrkrank. — Opsepul-öse, --ölis 
(gr.), f.; 0: die Schwervernarbung. ölicum 
18 24, 2, n.]: schwer vernarbende Wunde, bös- 
artiges Geschwür. -ötisch, a.: schwer vernarbend, 
zuheilend. — Opserethisic (gr.), f.; 0: Mangel 
an Frritabilität (s. d.). — Opsgalaktié (gr.), 
f.; 0: Mißbeschaffenheit in der Milchabsondrung. 
— Oypsgenesi# (gr.), f.; —+eyn: Mipbeschaffen- 
heit des Zeugungsvermögens. — Oysgeusik 
(gr.), f.; 0: Mißbeschaffenheit in der Thätigk, der 
Geschmacksorgane. — Ogshäm 2c.: s. Dräm 2c. 
— Opsidr'ié (gr.), f.; 0: Mangel an Transpira= 
tiom. — Oöfis (gr.), f. /§ 24, 3, uv.): das 
Untertauchen, Untergehn. — Opskatabrös-e, -is 
(griech.), f.; 0: Schwierigkeit des Schluckens, 
Schlingbeschwerte. — Ogskinesii (gr.), f.; 0: 
Schwerbeweglichk., Glierersteifheit. — Opskölié 
(gr.), f.; —eyn: Unterleibsbeschwerden. — Oy# 
kopric (gr.), f.; —eyn: Mißbeschaffenheit des 
Darmabgangs. — Opskr--asisk (gr.), f.: —eyn: 
Mißbeschaffenheit in der Mischung der Säfte (s. 
Doysämie). lisch, a.: an Dyskrasie leitend 2c. — 
DOpslalié (gr.), f.; 0: schweres Sprechen (vgl. 
Alalie). — Opslochisk (gr.), f.: 0: Mißstand in 
der Kindbett-Reiniging. — Opsmasesis (gr.), 
f.: 0: Schwierigkeit des Kauens. — Opsmen-ie 
(gr.), f.; —+e)n: orrhöa, f. [824, 11; -orrhöe, 
f.: —(eyn: Mißstand in den Katamenken (. d.). — 
Dpomne's'# (gr.), f.; 0: Gedächtnisschwäche. — 
Dpemorphf#ée (gr.), f.: -(enn: Mißgestaltung, 
Mißbiltung. — Ups-odmie, cosmik (gr.), f.; 
E 
(e)n: Mißgeruch, Gestank. — Opsodonktafis 
(gr.), f.: 0: schweres Zahnen. — Ogpsop-is 
(gr.), ie, f.; 0: Schwachsichtigk. — Opsorerie 
(gr.), f.; —eyn: Appetitlosigk. — Opsofphrasié 
(gr.), f.; —e)n: Mangel des Geruchinns. — 
Ogpsostof-e (gr.), f.; —m: is, f. [824, 3, uv. J: 
Knochenkrankheit 2c. — Ogpspathte (gr.), f.; 
—-lehn: Unleidlichkeit (Ungerulr) im Ertragen von 
Schmerzen 2c. — Ogpspep-# (gr.), f.; —eyn: 
schwere Verdauung (s. A-, Braty-pepsie). iher, 
m., —; uv.: ein an Dyspepsie Leidender. 
tisch, a.: schwerverdauend, schwerverdaulich. — 
Onsphäg-ia (gr.), f. [8 24, 11; , (.: 0: 
Dyskatabrose. — Ogsphonke (gr.), s.; 0: Dys- 
lalie. — Dgsphör-ia (gr.), f. 1824, 1; . 
f.; —eyn: das Schwer-Ertragen od. Ubel-Bekom- 
men einer Kur 2c. (s. Oemo-D.). — Dhspn-öa 
(gr.), f. (§ 24, 11; -oe, f.; —n: Kurzathmigk., 
Engbrüstigg. — Dgspotismus (gr.), f.; 0: 
Schwierigk. beim Herunterschlucken v. Getränfken. 
— Dypssialté (gr.), f.; 0: Mißstand in der 
Speichelbiltung. — Dossperm-afié (gr.), (.; 
0: Miöstand in der Samenansleerung. , 1.; 
0: Mißbeschaffenheit des Samens. — Opsspnusié 
(gr.), f.; - en: Schwierigk. in Ansübung des 
Belschlafs. — Oysthelasik, f.; -ehn: Mißstand, 
der das Sängen erschwert. — Opstherap-kütisch 
(gr.), a.: schwerhellbar. -külon, n. 824, 2 n.1: 
etwas schwer Heilbares. —é, f.;z -(e)n: Schwer- 
heilbarkeit; schwere Heilung. — Opsthes'i#c (gr.), 
f.; -eyn: Unruhe des Kranken. — Opsthpmir 
(gr.), f.; —eyn: Gemüthsmißstimmung, Trüb- 
sinn. — Opsto-cié, k (gr.), f.; —(e)u: 
schwere Geburt. -kolog'é, f.; —(e)n: Lehre, 
Lehrbuch v. Schwergeburten. — Ogskön-i#e (gr.), 
f.; -(enn: Tonverstimmnng. Sisch, a.: miß- 
tönend. — Opstrophit (gr.), f.; —ehn: schlechte, 
mangelbafte Ernährung (ogl. Atrexhie). — Ops- 
tachie (gr.), f.; —eyn: Mißgeschick, Unglück. — 
Dgpsurik (gr.), f.; +eyn: Misbeschaffenheit des 
Harns; Harn-Beschwerde, nam -Zwang (vgl. 
Brady-, Strang-urie). — Oß, m.: s. Dös. — 
Dzimke (litth.), m., —m; —n: (s. Dschimke) Einer 
aus Samogitien oder Szamaiten, nam. als 
Schiffer auf den Flößen 2c. Uais. 21, 105 (vgl. 
Boirak, Struse 2c.). — Os#zoo, m., —; —6: Art 
japanischer Gottheiren. Glohus 12, 266a. 
E 
E: 1) (lat.) präp. m. Ablat. — ex (s. d.), 
doch nur vor Konsonanten. — 2) (Mus.) s. A#3. 
— 3) als Buchst., vgl. Az ferner: Im Französ. 
unterscheidet man das E muet Imüs], das stumme E; 
ras E fermé, das geschlaßne u. das E ouvert luwär, 
offne E 2c.; nam. auch in Abkürzungen, z. B.: 
e. c., ex commissiöne; exdmpli causa; ed., ẽdidit; 
Ed., editio; edd., edidérunt; e. g., exémpli 
grätia; ej., ejusd., ejäsadeem; em., eméöritus; e. o., 
6x officio; e. p., en personne; Eq. (Rom), Sques 
(Romänus); Esq., Esquire: etc., Et cétera; et 
s. p., et sic porro; exc., Cripe; excüdit; excl., 
exclusive; ex S. D., Ex senätus decröto; Excy., 
Excellency; Extr., Exträft; Extraordinärius.
        <pb n="321" />
        Eagle 
Eagle (engl. ig'), m., —;: —5: „Adler“, — 
eine nordamerik. Goldmünze = 5 Dollars: Double 
(s. d.) E. — 10 Dollarz: Half (s. d.) E. = 
2½ Dollars. — Earl (engl. #rl), m., —; —: 
Graf (s. Jarl), die 3te Stufe des engl. Adels — 
nach Duke u. Marquis —: Der E.-Märsbal 
schalll, Oberhofmeister, vgl.: Count lkauntl, Titel 
nicht-engl. Grafen u. Countess als fem. zu Count 
u. Earl, z. B.: E. u. Countess Granville kommen c. 
Uat 3. 22, 44. — Garles-Venn(engl. erls), 
m.: s. Arl. — Sarologie (gr.), f.; —e)n: Früh- 
lingsschildrung. euilen Pol. 302. — Sarth (engl. 
erth), f.; 0: Erde: E.-Stopper (s. d.), bei der 
Fuchshetze 2c. Der, welcher alle Schlupflöcher für 
das gehetzte Thier zu versiopfen hat. Zoler Renn. 
118. -en, a.: irden: E.-ware luwer], irdnes od. 
Törfergeschire, Töpferwaare. Kohl Engl. 1, 10; 
§59. — Sau (frz. ö), f. (n., —); —r: Waser 
(l. d. 6. Ss.), — nam. (vgl. Aqua) von Flüssig= 
keiten zu Toiletten= od. Heil= od. techn. Zwecken rc., 
z. B.: E. athénienne [—#enn], athenisches Wasser“, 
ein Reinigungemittel für die Kepfbaut; E. d’ange 
lrängshl, Engelwasser (Art Waschwasser); E. d'arque- 
busade lrark büsär'l, Wundwasser, nam. bei Schus- 
wunden dienend: E. d'Atiröna, eine flüssige Schön- 
heitsseife; E. de beauté lbogl. „Schönheitswasser“; 
E. de bouquet (bufel, „Blumenstraußwasser“, ein 
feines Riechwasser; E. de cerises lßeris, Kirsch- 
wasser; E. de fleurs (flör!, Blumen-, Blüthen- 
wasser, z. B.: E. de fleurs d’orange (rorängsb#l, 
Orangeblüthenwasser: E. de fleurs de tilleuls liil- 
jöll, Lindenblüthenwasser; E. de mille (milj fleurs, 
„Tausendblüthenwasser“: E. de Javelle (sbawlI, 
Fleckwasser, nam. eine Löfung von unterchlorig- 
saurem Kali in Waßeer (zuerst in Javelle bei Paris 
dargestellt), aber auch z. B. v. unterchlorigsaurem 
Natron (genauer E. de Labaracque), val. procht# 
3, 453; E. de cannelle lk#anäll, Zimmtwasser: E. de 
carmes lkarml, Karmeliterwaßer (d. i. — uripr. in 
den Karmeliterklösiern bereitetes — Melissenwasser): 
E. de Cologne (folönsl, kölnisches Wasser, ein feines 
Riechwasser, eine Auflösung ätherischer Ole — 
nam. des Bergamett-, Citrenen-, Cedro-, Ros- 
marin= u. Neroli-Ols in reinem Weingeist: E. de 
lavande [—ingd#l, Lavendelwasser; E. de Labaracque, 
. o.: de Javelle; E. de la reine frän!, Wasser der 
Königin (Parfümerieartikel); E. de Luce slũsl. 
mit Bernstein versetzte Lösung von Ammoniak in 
Alkohol (nach dem Erfinder); E. de menthe poirrée 
lmängr roawrẽ], Pfefferminzwasser; E. de mille 
fleurs, s. o.: de fleurs; E. de muscat Imäskäl, 
Muskatwasser: E. de noyaux lneajöl, gebranntes 
Wasser aus Nuskernen; E. de Perse (#erß), verñ- 
sches Wasser; E. de Saxe Ibärl, sächsisches 2e. (Riech- 
wasser); E. de senteur (bangtör!, Riechwasser; E. 
de vie lwi], s. Aguavit; E. forte (fört], Scheide- 
wasser; E. cosmétique I—##|. Verschönrungs- 
wasser; E. morte (mörtl, s. morto; E. régale (-äl] 
— Aqua regis; E. seconde lö’gengrl, Stärkewasser 
(verdünnte Salvetersäure zum Sieden der Gold- 
waaren); E. de Seltz lfttz#, Selterser Wasser 
Sanders, Iremrwörterbuch. 
Sbur 305 
(3. B. Gaenl. 16, 176 a); E. sure (sürl, Sauerbad 
(aus Wasser mit Zuiatz v. Schwefel= od. Salz- 
säure) zum Bleichen; Vire lwiw'] e., s. Morto. 
Ebädtal (ungr.): ein Fluch — Donnerwetter! 
2c. Uat3. 20, 127. — Sbauch-e (frz. ebösch, vgl. 
Abborzo), f.; —, —n: erüer Entwurf: Erste Umrisse 
der Skizzen bin-zu-werfen, sogenannte E-n, Croquis 2c. 
Jahn Mcz. 4, 771. ikren, tr.: ffizzieren 2c. — 
Sben (hebr.-gr.), n., —; 0: gw. nur als Bstw.: 
E.-Baum, das C.-Holz liefernd;: Solz, ein 
schwarzes, sehr bartes u. feines Holz, nam. von 
Diöspyros sbenum (bei Luiher 2ce. — ach d. Hebr. 
— auch: Hebenbelz. Jel. 27, 15 2c.), — ausge- 
dehnt auf andre barte u. feine Hölzer, z. B.: 
Amerikanisches E.-Hoelz, grünl.-braun v. Aspalathus 
sbenus; Rotbes E.-Helz. Grenarillholz; Bastard-E., 
Holz, D. ebendster r2c. (vgl. Olen 3, 933 ff.; Karmarsch 
M. 2, 55 ff. 2c.); bei den Sklavenhändlern auch 
als verbüllende od. scherzende Bez. ihrer „schwarzen 
Waare: Ebenbelz= (od. Sfla2en-) Hänrler, Ladung rc., 
vgl.: Vem Congo-Ebony (tem ebenbolzfarbigen 
Afrikaner) bis zum leichtgebräunten virginischen Haus- 
stlaven. Salon 2, 432; Den e. -holzenen Schemel. 
platen 4, 302; Vom E.-Tbron. H. 16, 116, aus 
E.-Holz; E.-Tischler, Ebenist. - acken, pl.: 
ebenholzartige Bäume: Bangakbäume .. aus ter 
Gamilie der E. Ausld. 38, 72 6a 2c. — Sbeneh (ar.), 
m., —: —#: ein Gebänge als Kerfrutz, äbnlich 
der Kussab (s. d.). Weils Kest. 2, 266. — Sben- 
ükren, tr.: 1) Holz schwarz (Ebenbolz ähnlich) 
beizen. — 2) mit Ebenholz auslegen, auch ver- 
allgemeint, ausgelegte, seine Tischlerarbeit fertigen 
u. (o. Obj.): als Kunstischler arbeiten. ift, m., 
-en, ——en: Kunsttischler, Verfertiger feiner (nam. 
ausgelegter Tischlerwaaren. ·isterĩẽ, f. —eyn: 
Kunstiischlerei. — Sbionit (hebr.), m., —en, —; 
en: eine christl. Sekte, die auch das mosassche 
Ceremonialgesetz hielr (s. Nazarener): Zum Juren- 
chriñten (E-en). Grinzb. 26, 2, 149, vgl.: Aus ihrem 
Eli smus, d. b. aus ibrer jurenchriül. Färbung. 26, 
3, 190c. — Sblou-feren (frz. eblu—-), tr.: durch 
Glanz blenden, verdutzt machen, verblüssen rc. 
Silfänt Cing), a.: eblonierend. — Sbnijei chaffa 
mudiri: s. Mimar. — Sbong: s. Ebenbelz. — 
Sbor (engl.): Abkürzung v. E#öracum — Vork, 
z. B.: Auch unrerschreibt sich der Erzbischof v. Derf 
kurzweg E. od. vielmebt mit seinem Vornamen dazu, so 
Heury E. Sodl Engl. 2, 126. — Ebräer #.:: s. 
Heträer. — Ebranch-emen: (ebrangsch'ming), n., 
—: —s: Ausäsitung. - ieren, tr.: ausästen. — 
Sbranl-ement (frz. ebrang Imäng), n., —s; —: 
Erschüttrung, Stoß. -ikren, tr.: erschürtern. — 
Sbrietät (lat.), f.; —en: Trunkenheit, Raurcch. 
— Ebrillade (irz. —illi-), f.; —n: Zügel-Ruck, 
das Pferd zum Wenden zu bringen. — Sbriosität 
(lat.), f.; 0: Trunksucht, Völlerei. — Ebull- 
„ĩẽren (Iat.), intr. (haben; sein): aufwallen rc. 
tio, f. ([S 24, 2): das Aufwallen 2c.; Ausschlag 
von Hißblattern 2c.; E. stömachi, Sorbrennen. 
Sitiön, f.; —en: Ebullitio. — Sb- ur llat., 
20
        <pb n="322" />
        Eburneus 
306 
8 24, 3, n., -oris]: Elfenbein: E. fossile, fossiles, 
vom Mammuth (s. d.) 2c.; E. ustum, gebranntes 
Elfenbein (u. dessen Surrogat), Beinschwarz. 
—nus, a.: elfenbeinern: Seipio (s. d.) e. 2c. 
Echa (hebr.), n., —#s: —s, uv.: „Ach“, Klage- 
lied: Die Zerstörung Zerusalems besang Jeremias 
in 5 E., Klageliedern. Nosenkranz Poes. Gsch. 351. — 
Schaf--aud (frz. eschaf), n., —8; —#: Gerüst, 
nam. Blutgerüst (s. Schafott). -andage Ceräshy, 
f.; — : Anfschlagen eines Gerüsts:; Pfahlgerüst. 
— ESchalalsseren (frz. esch-), tr.: mit (Reb-) 
Pfählen versehn, anpfählen. — Schalolte (srz. 
esch-), f.; —: Allium (s. d.) ascalönicum, 
Art Lauch (v. der Stadt Askalen), span. escalona, 
it. scalogno 2c., deutsch: Schalotte u.: Asch--, 
Esch-Lauch 2c., auch: Schnarrzünglein in Orgel- 
pfeifen. — SEchampferen (frz. eschangr"-), tr.: 
(Mal.) Figuren (durch Licht u. Schatten) vom 
Grund sich hervorheben machen, auch: rechamrieren. 
— Schang-e (frz. eschängsh'), m., uv.; —s: Tausch, 
Wechsel. -ie#ren, tr.: auswechseln, tauschen. — 
Schancer-irren (frz. eschangkr 2c.), tr.: bogenför- 
mig, geschweist ausschneiden. -rr, f.; —: bogen- 
förmiger, geschweifster Ausschnitt. — Schanfon 
(frz. eschängßöng), m., —s; —#: Mundschenk, vgl. 
Beuteiller. — Schanlillon (frz. eschangtilljöng), n., 
—6 ; —# : Probe, Pröbchen: Wenn das Anrre diesem 
,Esch antillon" gleich, so habe ich nicht Viel verleren. 
püchler Süröstl. 1, 425. — Schapp-ädc (irz. 
esch 2.), f.; —u: Fehler, der bei abzudruckenden 
Platten durch Ausgleiten des schneirenden, stechen- 
den Werkzeugs entsteht; verallgemeint: Flüchtig- 
keitsfehler, Versehen 2c. (vgl. Escarare). atoire 
(oir), f.; —s: Anssflucht. -ement (miug), n., 
—6 : —: 1) das Echappieren. — 2) die Hemmung 
in Uhren: E. à xlindre lßilengd'r], Cylinder-Hem- 
mung; E.à rencontre lrangköng'rl, der engl. Haken; 
E. à verge lwérsh'l, Spindelhemmung 2c. #ren, 
intr. (sein): entwischen, auskratzen, vgl. eskampieren 
u. (Volksspr.): Damit er nicht „schaxpieren könne. 
Glagau Reut. 1, 181 2c.; Jetzt ist er „charpirt". 
Gutkow 3. 7, 89 2c. — Schar (span. erschär): 
werfen 2c.: E. el brindis (l. d.). — Scharp-e 
(frz. eschirp), f.; —: Schärpe; schmaler Ftor- 
Shawl 2c.; Eine roibe Flor. E. Gutztow Z. 1, 60; 
Trauer-E. 6, 55; Die Mantille-E. Bazar 11, 
227a; En länn# C., in schräger, sch iefer Nichtung 2c.; 
(Fechtk.) Querhieb 2e. —#%ren, tr.: en écherpe 
angreifen, beschießen, verwunden; arg zurichten rc. 
— Echaudẽ (frz. escherk), m.t, —##; -6: Art Back- 
werk, Winrbentel. — Schauff-ant (frz. eschefing), 
a.: echauffierend. -ement ('mäng), n., —: —: 
Echauffierung. -Ukren, tr.; refl.: erhitzen: Bei 
den Franzosen hat die Theilnahme ctwas Echauffiertes, 
weßhalb sie auch selten längern Bestand hat. Konalbl. 
2, 577b. our#ée (- ure),f.; —: ein üÜbereiltes, 
unüberlegtes, planloses Unternehmen: Ein Aufstand 
brach aus, ein Aufstand obne bestimmten Charakter u. 
Zweck, im strengsten Sinn des Worts eine C. Augsb. Geil. 
(1866) 15682a. — Schbance (frz. escheängß'), (.; 
—: Verfallzeit von Wechseln 2c. — Echei-on 
Scho 
(gr.), n., —s; za: „Schallgefäß“, zur Verstärkung 
des Schalls, z. B. im Theater. Wachsmuth Hellen. 
Alterth. 2, 675 (vgl. Komsen Roͤm. Gsch. 1, 713) rc.; 
ein delphischer Dreifuß. weils Kost. 1, 921 2c. — 
Schre (fri. eschsc), m., —s: —: Schach! (s. d.) 
— Zuruf des Schachfspielers an den Gegner, dessen 
König er bedroht; auch übrtr.: Den Feind en länn] 
é. balten, ihn im Gefühl fortwährend drohnder 
Gefahr nicht zu Athem kommen lassen 2c.: Schlarve, 
Nachtheil, Verlust. ##emilago Afr. 1, 52; Einen, Echeck“ 
vermeiren, der das Bündnis hälte stören können. Mag. 
d. Ausld. 35, 14 5a 2c.; Mz.: Die E-s (spr.: esche), 
die Schachfiguren; das Schachspiel (s. Schiquier). 
— Ech-elle (frz. eschell), f.; —ê: 1) die Leiter 
(vgl. Skala). — 2) der eingetheilte, das Verhält- 
nis zur wirklichen Größe anzeigende Maßsiab bei 
Kartenzeichnungen 2e. — 3) Handels-, Starel- 
platz, nam. in der Levante. -elon Cöng). m., —8; 
—: Leitersprosse, Staffel, Stufe; auch: Abtbei- 
lung eines staffelweise — od. en länn] C. — d. h. 
in best. Entfernung der Abtheilungen v. einander 
aufgestellten od. so vorrückenden Trunpenkörpers: 
Die hannoverschen Trupren geben in E—s von 2 zu 
2 Stunden u. in Abtheilungen von 1000 Mann nach 
Gotha. Volksz. 1 4, 151aà 2c. -elonnieren, tr., 
refl.: staffelweise aufstellen; intr. (haben, sein): 
so vorricken. pz. 2, 10 2c. — Schempthik (gr.), 
f.: 0: Verschwiegenbeit. — Scheneis (gr.), k. 
18 24, 3, idis]: ein Fisch, der mittels einer Sang- 
scheibe sich wo festsangen kann, Schiffshalter. — 
Schidna (gr.), f. [8 24, 1): „Natter“, auch 
(Myth.): Name schlangenleibiger Ungethüme rc.; 
ferner — Ameisen-Igel, Art Schnabelthier. — 
Ech-inanthit (gr.) m., -en, -; -eln); versteiner- 
ter Rosenigel. -insden, pl.: eine Zunft der See- 
Igel, deren Ambulakren v. der Mitte der Unter= in 
der der Oberseite gehn. -inĩt, m., -en, —: —(u): 
versteinerter See-Igel, See-Apfel. inoderma, 
n., —#: men s8 21, 3, n., -tis]: eine Gruxpe der 
Strahlthiere, Stachelhäuter. -inold, m. en, —S; 
-e(n): See-Igel (zu den Echinodermen gebörig). 
ZinocöceuUs, m. [8 24, 2): Art Eingeweidewurm, 
Blasenwurm. einophthalmie (gr.), f.; —eyn: 
Art Augenentzündung. -inops, m. I§ 24, 3, 
-ĩnopis)]: Kugeldistel, z. B. E. spharocöphalus 2c. 
einorrhünchus, m., uv.; chi (§ 24, 2): Art 
Eingeweidewurm, Kratzer. einospermum, n., 
— ; ermens 24, 2, n.]: eine Pfl., Klettenlenchte. 
inosphärites, m., uv.; kten: eine Gatt. Cysti- 
deen. -inus, m. [8 24, 21: 1) ein stachelbedecktes 
Säugethier, Igel. — 2) See-Igel (s. Echine#). 
— 3) der Ver-Magen. — 4) der Theil (Polster) 
des Säulenknaufs iw. Hals u. Abacus. — 
Schiquier (frz. eschitfs), m., —: —: Schachbrett: 
En länn] ., schachbrettförmig; (Kriegsk.) Truppen- 
aufstellung, wobei die Trurpenforper des zweiten 
Treffens die Zwischenräume des ersten decken. — 
SEchit-es, s. [8 24, 3, ): eine Pfl., Klammer= 
strauch. — Schinm lgr., § 21, 2, n. : eine Pfl., 
„Natterkopf“. — Sch-o (gr.): 1) f.; 0: a) eine
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        Schodisch 
Nymrhe, die vor Liebe hinschwand u. von der nur 
die Stimme blieb, u. so als Personif. des Wirer- 
halls (s. 2): Der E. schallender Mund. G. 1, 16; 
Geßner 3, 23 ꝛc. — b) s. Asteroir. — 2) u., —; 
—: (s. 1a) Widerhall, auch übrtr.: G. 1, 116; 
Das E. seiner Befeble kehrt alsk ann nicht mehbr in 
schnell rerbrachter That wohlstimmig ihm zurück. 12, 
175; 24, 305; 27, 450; Sch. 112 a 2c.; Gerüchte, 
die . sich nune. artig zu wiererbolen rilegen. Niemer 
G. 2, 45; In der e- kosen Sterre. Kohl Sürr. 1, 
26; Deinen bergstremäbnlichen, e.- reichen, starken 
Gesang. platen 2, 159 2c.; Ggstde, v. denen die grün- 
lichen 2c. Töne in lieblichem Farben-E. zurückschimmern. 
Kohl Alp. 3, 224; Ich wüunsche, daß Ihr damit Eure 
Briefe siegelt, damit rdurch diese Kleinigk. eine Art von 
Kunsi-E. von Euch zu mir berüberschalle. G. 23, 
193 ic. -ödisch, a.: hallend, widerhallend rc. 
en, intr. (haben): widerhallen: echoartig (er)- 
tönen, rufen 2c.; Ein Gelächter echet in den Höhlen- 
räumen. G. 12, 207; Colt 2, 21; „Die braren 
Mönche!“ „Die guten Nonnen!“ echoete sie. Schücking 
Gr. Kais. 2, 25; Akt 1, 123; Verschl. Wege 1, 18; 
Winterfeld Gem. Dicht. 1, 233; 81; Selr Ner. 12, 
13 rc., vgl. Holtei Treust. 1, 62. Tométer, m., n., 
—; uv.: Schallmesser; dazu: Echemetr-ie, f.; 
Fisch, a. önisch , a.: echodisch. — Schoppe 
(frz. eschorpy), f.; —s: Marktbure unter einem 
Häuservorsprung (s. dome), in Genf 2c. Lewald Genf 
21: 26. — Schofsköp (gr.), n.t, —e)s; -e: Ste- 
thoskop. „e, k.; —m: Auskultation, Stethoskopie. 
ium, n., —; en: Echofkop. 
Sdacität (lat.), f.; 0: Freßgier (s. Veracität). 
— Sdam: Stadtt in Nordholland, dazu z. B.: 
Eramer (Käse). Kohl Pet. 2, 242c. — Ed-ax (lat.), 
a.; m. I§ 24, 3, Keis]: gefräßig; ein Gefräßiger. 
— Edd-a (isländ.), f.z —s: Aus Island ist die germa- 
nische Bibel aufgezeichnet worden, die E., d. i. „die Ur- 
ahne, die Urgreßmutter', welche den frätesten Enkeln 
noch v. dem Glauben der Väter erzählt. Scherr Mir. 
1#6; doch vgl. Nolenhranz Poes. Gsch. 295. eisch, 
a.: in der Erda enthalten, begründet 2c.: Zu jener 
e-schen Erzählung. Simrock Myrh. 16 2c. — Sde! 
(„lat.): iẽ!, z. B.: E., bibe strink], lüde spiel!, 
vgl. (Mz.): Edite, bibite, collegiäles lefst, trinkt, 
ihr Genossen),] post mülta sScula pöcula nilla 
lnach vielen Jahrhunderten labt uns kein Becher 
mehr] 2e. — Sdeen (hebr.), n. (in. Chamiso 5, 
156; Flemming 3), —s; uv.: das Paradies. 1. Kol. 
2, 15; 3, 23 ff.; platen 4, 279; Das verlorne E. der 
Jugend. 3P. 2, 67; E.-Duft. 3, 88; . Garten. 
33, 43; Nacht. 8, 231; -Thor. 12, 107 2c.; 
Nach dem verlornen Doprel-E. der Kinrheit u. der 
ersten Welt. Rüchert Ausw. 221; Garten-E. Etankl 
Jer. 1, 300; Entrollte sich Siuck um Stück eines 
Lanrschafts-E-s. Gattenl. 13, 500a 2c. enisch, 
a.: paradiesisch: E— Wonne. Daumer 2, 61; Houg 
Er Sp. 17 2c. — Sdentät-um, n., —; zen [ 24, 
2, n.: ein Thier aus der Zunft der „Zahnarmen“: 
Gruppen ohne alle Zähne od. wenigstens ohne formelle 
Sducator 307 
Differenz des Zahnbaues (Ea). Burmeister Gsch. 418;z 
Die merkwürdige Grurre der E-en. 540 2c. — 
Sdhemtt, m., —en; -en: muhamedanischer Pre- 
digermönch (nach dem Stifter Ibrahim Edbem). — 
Sd-idrunt (lat.): haben herausgegeben; Mz. 
von idit: bat herausgegeben, — auf Bücher- 
titeln, verbunden mit dem Namen des od. der 
Herausgeber. f#en, tr.: Schriften zc. heraus- 
geben: Un- (ecd. in — Ausld. 38, 632a) erierte Klas- 
siker rc. — Sdist-änt (irz. -äng), a.; erbauend, 
erbaulich. — Sdiet, Sdikt (lat.), n.. —(e)s; -#: 
ebrigkeitliche Verordnung, Bekanntmachung; lan- 
desherrlicher Befebl 2c.: Das berühmte E., Seisach- 
tbeia. Sch. 1026a; w. 3, 223; Das E. von Nantes 
Inängt] 2c.; Konkurs-E.; Unser Lebens-E. Erdgl. 
473; Steuer--E. c. -ãl, a.: edictalis, nam. als 
Bltw.: E.-Citatien (s. d.). -äle, n., —s: alken: 
Ediktaleitation. -ãlis, a.: durch ein Eeikt ge- 
schehnd; solches biltend 2c.: Edictäles (nterz), 
obrigkeitliche, gerichtliche Vorlatung: Pér sdurch) 
edictäles 2c., vgl. (adverb.): Er ward edictäliter 
citiert. S. 23, 316 ꝛc. um (§ 24, 2, n. ]: Erikt: 
E. sedilitium, ädilisches: demolitörium, Verordnung, 
ein Gebäude niederzureißen: peremtörium, verem- 
terischer (s. d.) Erlas; perpstaum, bleibende Ver- 
ordnung, Gg°5 temporäle, nur auf best. Zeit gel- 
tende; restitutörium, Befehl auf Wiererer##attung 
c.; successörium, Erbfolgegesetz 2c. — Sditha: 
weibl. Name; auch: ein Zeugsteff zu Winter- 
mänteln ic.: E. u. Elliner, feinfleckig, jawiert, 
s. Zazat 13, 375. — Sdit-io (lat.), f. [8 2i, 3, 
iönis): die Edierung, Heraus-, Ausgabe: E. 
documentörum (Rechts'rr.), die Vorlegung der 
Urkunden zur Kenntmsnahme des Gegners; E. 
princeps, die erste Ausgabe, der erste Druck eines 
Werks, nam. v. alten Schriftstellern nach Ersindung 
der Buchtruckerei (uogl. Inkunabel) 2c. -ion, f.; 
—en; —s-: Editio: E-s--Eir, wodurch man be- 
schwört, daß man v. den herauszugebenden Urkun- 
den Nichts zurückbehalten od. enifremdet rc.; 
Stereotep-E. od. „Ausgabe 2c. (auch frz. — fr. 
eeißjöng — u. engl. — fpr. irischen). Jor, m., 
—s; ören [/§ 24, 3, Sris): der Veranstalter von 
eireensischen Srielen, Gladiatorenkämpfen 2c. Weiss 
Kost. 1, 1145 ff.; bes. aber: Herausgeber v. Druck- 
schriften e.; auch engl.: An den E. lerditer] der 
Times schreiben. Bodenberg Ins. Heil. 1, 14 = Rerak- 
teur 2c. — Sdna: s. Chilat. — Sdriophthälma 
lar., § 24, 3, n., -tis): Ringelkrebs (1. Artbrostra- 
ken), „mit festsitzenden Augen“. Burmeister Gsch. 391. 
SEdu-Tièren (lat.), tr.: erziehen. -cation, k.; 
—en; —-: Erziehung: E-#s-Rath;-Wesen. Kant 
11, 1, 72 2c., auch (frz. edükaßiöng) Maison (miseng) 
d's., Erziehungs-Haus, -Anstalt 2c. catio nal 
(engl. erjukschonal), a.: auf Erziehung, Bildung 
beruhend, darauf bezüglich: E. franchise (fräntschisz, 
solche Freiheit, Privilegium, z. B.: Stimmrecht. 
Grenzb. 26, 2, 362; E. collections (kollekschens, 
Sammlungen zu Erziehungszwecken. Uais. 21, 
177 2c. -Trätor, m., —; ören [8 24, 3, örisl: 
20“
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        308 Edukt 
Erzieher. — Edüht (lat.), n., (e)s; —e; um 
[&amp; 24, 2. u.]): ein durch chem. Bebandlung aus 
einem Körper gewonnener Bestauttheil desselben 
(vgl. Produkt). — Sdülien (lat.), pl.: Eßwaaren. 
G. 24, 140 (ogl. comestible). — Edulror-ation 
(frz.), f.; —en: Absüßung. - kren, tr.: (Chem.): 
absüßen. — Esa: s. Erha. — Sfendi (türk., 
s. Afendis), m., —s; —s: Herr, — als Titel: Dem 
E.-Kadi. CRoberi 2, 15 1e., s. Amedschi-; Hakim-; 
Imam-; Nakib--; Reis-E. ꝛc. — Essarieren (frz. 
—6—), tr.: aus-, weglöschen, tilgen 2c. — Effar- 
ikren (fri.), tr.: Einen verstören, verblüffen 2c. 
ouchterrn (Cusch-v, tr.: scheu machen, scheuchen; 
refl.: schenen: Weil sich rie Philisterei gleich vor 
Allem effarouchiert, wenn Das entstehen soll, wonach sie 
läuft, wenn es entstanden ist. G. (Dünzer KAug. 520). 
— Effeet, Efscht (lat.); 1) m., -(e)s; -e: 
Wirkung, Erfolg, nam. eines Kunstwerks: Wer 
nur auf den E. hin arbeitet, mag einen momentanen E. 
erreichen; der reine, dauerude entgeht ihm sicher; Sich 
auf den E. verstehn 2c.; Haupt-Ee. G. 37, 281; 
Knall-E., zunächst vom Fenerwerk 2c., dann 
allgm.: ein auf die rohe Volksmenge berechneter, 
durch starke sinnliche Eindrücke wirkender E. in 
einem Kunstwerk, vgl.: Gelegenheitsstücke, die gew. 
mit dem Knall. E. eines Feuerwerks abschlossen. Eichen- 
dorff Gsch Dr. 104; Zu seenischen Knall-E-en. DMus. 
15, 2, 610; 594; Germania 7, 424 2c.; Dagegen 
sind die Gebirgsgewitter in ihren Schlag= u. Knall- 
Elen drastischer als im Tieflande. Verlepsch A. 1, 224; 
Die Miniatur-Ee. Uat###18, 549; Der Mann 
liebt Theater-Eie. püchler Südöstl. 1, 436 2c.; E.= 
Hascherei. Uodenberg Par. B. 162; Bank 1, 238; 
*Verständige. ebd. ; In großrednerischer E.-Sucht 
befangen. Hillebrank Nat. Lit. 3, 179; E.-süchtige 
Tonverrenkungen. Nal 21, 20 3 2c.; E.-los vorüber- 
gehn rc.; Ein e. = reiches Drama 2c.; E.-volle 
Scene 2c. — 2) m., n., -(e)s; Sen: beweglsche 
Habe, Besitzstück 2c., z. B. von den Sachen eines 
Reisenden (vgl. Passagier-Gut, „Stück): Nach u. nach 
debarkierte man auch glücklich meine wenigen El-en. 
pückler Südöstl. 1, 147 2c.; Der Dampfer hält in 
Mainz an, man wird ihr dort das E— n-Stüsck zuruck- 
geben. Hausbl. (67) 1,165; Da auf den Reise-Elen 
„Paris“ stand. #pielhagen Pr. 8, 84 „dc.; Militär- 
E-len 2c.; ferner: das bewegl. Vermögen eines 
Kaufmanns, sein Besitz an Waaren, Wechseln, 
Obligationen, Aktivschulden c., dazu: G-en- 
Konto (s. d.) c.; in engrem Sinn: Börsen- 
papier: Er spekuliert zuw. ein wenig in E-en. Olaser 
Nied. Nov. 201; Das zu übernehmende E. So 
überirug sich die Flauheit des einen E-s auf das andre. 
Nat##3. 22, 223; Bei dem Kauf eines E-s.Fur die 
Zeit, welche er selbst das C. in Besitz hatte. . Fast alle 
El-enSaling 17 2c., Staats-E-en; E-en-Börse: 
.Haudel; -Händler; Auf der Amsterdamer Börse 
ist ein eigener Sland, wo sich Diejenigen versammeln, 
die Theil an diesem Haudel nehmen. Er heiüßt der CSen- 
Hoek sspr. huk, Winkel]. Brochhaus Konv.--Ler. 5, 
349; E-en-Kauf; -Konto (s. o.); Kours; 
Sorielät, (Börse);-Verkauf ic. Zumeist gilt 
Essodieren 
hier die Mz., doch findet sich auch die Ez., s. o. und 
z. B.: August betrachtete seine Tochter als einen E., den 
er mit möglichstem Vertheil zu negociieren suchte. .. Wenn 
nun . Julie ihr Herz, worauf bei diesem Handel so 
wenig Rücksicht genommen wurde, für einen E. angesehen 
hätte, woruber man ihr selbst zu disponieren überlasse 2c3 
w. 32, 339. -inv: 1) a.: wirklich; in der That 
vorhanden u. sofort zur Verfügung stehnd 2c., 
z. B.: Die zur Sielle befindl. Waare (loco od. e. 
genannt). paristus Volksfr. 1, 8b tc.; als Bstw. 
(ogl. 2) z. B.: E.-Bestand;: E.-Kaliber (s. d.); 
Die Kranken .. u. sonstigen Abgänge auf den Loco- 
stand mit 13000 Mann gerechnet, beträgt der gegen- 
wärtige E.-Stand der italiän. Armee in runder Summe 
85000 Mann. Uat#. 20, 515; Weßhalb vermehrt 
Preußen dort seine E.-Stärker 168 2c. — 2) n., 
—(eys; —#e: (s. 1) — E.--Bestand, „Stand, z. B.: 
Die Kontingentierung des E-s der Friedensarmee. 75; 
Das E. der Friedensarmee soll auf je 10 Jahre festge- 
stellt werden. Volksz. 15, 1 2c. -ive, adv.: wirkl., 
in der That. -ivement (frz. iw'mäng), adv.: effek- 
tive. -uieren, tr.: bewerkstelligen, ins Werk 
setzen, ausrichten 2c.: Zur Effektuierung Ibres 
Austrags 2c. -us (lat.), m. [8,24, 41: Effekt, 
Verwirklichung, Wirklichkeit: In etkéctu. in der 
That — (frz.) en etlet länn effel. — Esffemin- 
aliön (lat.), f.; —en: Effeminierung. #eren, 
tr.; intr. (sein): weibisch — machen vd. — wer- 
den; verweichlichen; verzärteln 2c. — Essendi: 
s. Ejendi. — Effervesc-ent (lat.), a.: aufbrau- 
send. -entia, pl.: aufbransende Arzneien, Brause- 
pulver. -enz, f.; 0: Aufwallung. ren, intr. 
(haben, sein): aufbrausen, aufwallen. — Essestu- 
hatiön (mlat.), k.; -en: im deutschen Recht, 
sinnbildliche Ubergabe eines Grundstücks mittels 
eines abgeschnittnen Spanes (l. d. Ss. I 1e) od. 
Reises. — Esfet: s. Effectus. — Essici-eno (lat.), 
a. /§ 24, 3, Cntis): wirfend: Cäüsa (Il. d.) e 
Tnt, a.: wirksam. -enz, f.; 0: Wirksamk. — 
Essigi-atiön (lat.), k.; -#en: Abbildung. C. 
(Dünzer Käug. 84). -rs, f. [8 24, 5]: Bildnis, 
Bild: Einen in efticie an den Galgen hängen, schla- 
gen c. — Effil-é (frz.), n.t, —6; : ausgefaserte 
Franse; fransenbesetztes Trauertuch. -üren, tr.: 
ausfasern. üre, f.; —n: Ausfaserung. — 
Efflat-ion (lat.), f.; —en: -us, m. I§ 24, 4]: 
das Aufsteßen aus dem Magen. — Essleurieren 
(iri. —ör), tr.: obenhin, leicht berühren, wie im 
Iluge streifen ꝛe. — SEllor### : (lat.), s.; 
en: 1) das Aufblühn, Blüthe-Zeit,-Stand. — 
2) Redeblume, Floskel. — 3) Hautausschlag. — 
4) Ansbluhung, Auswittrung von Krystallen, 
Salzen 2c. -irren, intr. (sein): auf-, erblühn: 
blühnd od. wie blühnd ausschlagen, — auch: auf 
der Haut 2c.: als Ansblühung hervortreten, aus- 
wittern. — Esst- u#errn (lat.), intr. (sein): aus- 
fließen, -stroͤmen, verftießen ꝛe. -ürium, n., —; 
„unfen [§ 24, 2, n.): Ausdünsiung 2c.: Dieses 
nnerträgl. E. ldes Guanel. Jusld. 39, 809a; Gas- 
arten u. riechende Esfluvien zu absorbieren. Karmarsch 1, 
75d. Turion, k.; -en: Ausfluß. — Esfodieren
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        Essort 
(lat.), tr.: aus-, nachgraben. — Sffort (frz. 
efför), m. —#8; —# : Anstrengung 2c.: Sich einen E., 
sich E-s geben, sich anstrengen. — Essoslion (lat.), 
f.; -en: Effedierung. — Effräct-io (lat.), k. 
[8 24, 3. iönis): Auf-, Erbrechung: E. cärceris, 
des Gefängnisses; gewaltsame Befreiung eines Ge- 
fangnen 2c., auch: Crimeneffr deti cärceris. iön, 
f.; —en: Effraktion, z. B. auch: diebischer Einbruch; 
Schädelbruch 2c. -or, m., —: ören (§F 24, 3, örisl: 
Einbrecher. - ür, f.; —en: Effraktion. — Effrap- 
ant (effräjäng), a.: (erpschrecklich, entseßl. -ĩeren, 
tr.: erschrecken, vgl. Effr-oi, ovable. — Efsren- 
ation (lat.), f.; —en: Zuͤgellosigk. -ikren, ir.: 
zügelles machen: Effreniert, zügellos, unbändig 2c. 
— Effroi (frz. -ei), m., —: —: Schreck ((. 
effrayieren). — Effrontee (frz. engts), a.: scham- 
los, frech. ert, f.; —(ehn: Unverschämtheit, 
Frechbeit. -irt, a.: eifronts. — Effropable 
(frz. —eajäb'l), a.: schrecklich: — als Adv.: 
E-ment □minql. — Esfulguratiön (nlat.), (.; 
—en: das Aufblitzen:; Erleuchtung, Erbellung. — 
Ess- undferen (lat.), r.: ausstromen, ausgießen. 
Tusiön, t.; -en: Ausströmung, Ergus, Ver- 
schwendung. — Ssod (hebr.), m., n., —, uv; 
—6: in der Bibel (rgl. Selenius s. v. I): 1) ein 
Stück der priesterl. Kleidung (bei kuther Leibreck), 
z. B. bei Zunz: Die Kleirer, die sie machen sollen, einen 
Brustschilt, ein E. u. ein Oberkleid 2c. 2. Kof. 28, 
4 ff.; Das leinene E. 1. Sam. 22, 18; Einen leinenen 
E. 1. Chron. 15, 27 2c., s. Weils Kest. 1, 330; 344. 
— 2) ein golrnes (od. goldüberzognes) Götzenbild. 
Zunz, Richt. 8, 25, vgl.: E. u. Terafim (s. d.). 
17, 5; 18, 14; Hel. 3, 4. 
Egäl (frz., s. ägual), a.: gleich; gleichmäßig: 
gleichformig; gleichgültig; einerlei: Das ist nun 
Parrie [J. d. 1d) e. Goltei Es. 2, 133, vgl.: rarteut 
I— #l e.; Zwei un- (od. in-)e-e Pferde 2c., ungleiche: 
Ein une-er lungleichmäßiger]) Diener darf kein Glück 
zu machen beffen. pPückler Südöfll. 1, 82 2c. = feren, 
tr.: gleich, eben mochen: intr. (haben): gleich 
sein, gleiches Anssehn haben 2c. ifatiön, f.; -#en: 
Cgalisferung. -ifeur (-ör), m., —; —,. e: 
Gleichmacher (s. Niveleur). -isieren, tr. intr.: 
egalieren: Aus greßen, wohl egalisierten lzusammen- 
geraarten, v. gleicher Größe ausgesuchten) Leuten. 
püchter Süröstl. 1, 362. itaire (-itär), a.: dem 
Princiv der Gleichheit Aller (im Staate) hulri- 
gend 2c.: Ich zäble zum Bunre der ourriers (s. d.) 
ẽ-s subwrjẽ seg 2c.I. Riehl NN. 116 2c. Zität, f.; 
—en: Gleichheit, Gleichmäßigk.: Die Un-C. seiner 
Laune. pückter Süröstl. 3, 476. itèé, f.; 0: Gleich- 
heit: Das Lofungewert: Liberté, Frateruité, E. 
[Frcibeit, Brüderlichkeit u. Gleichheit!] 2c. — 
Sgard (frz. egär), m., —: —5: das Ansehn, die 
Achtung, Rücksicht: En lönn] 6., in Rücksicht, in 
Ansehung 2c. — Sgar-ement (sri. —mäng), n., 
—6; —#: Verirrung; Irrthum; Geistesabwesen- 
heit 2c. -ren, tr.: irre führen, machen; refl.: 
sich verirren 2c. Iffland 15, 1, 137. — Sgaritea, 
f.: —#: eine Art rlumren Indianerschiffs auf dem 
Amazonas. Slobus 11, 172b; 20 2a (v. Egära;, 
Ehli 309 
Kahn, — in der Srprache der Cocamas. ebd.). — 
Sgapkeren (frz. egsf-), tr.: aur-, erheitern, beleben 
2c. : Den trecknen Vortrag rurch kleine vottische Kunstgriffe 
aufstutzen, beleben u. e. W. 36, 140. — Sger chaschesi 
(türk.): Sattelüberzug. Sammer 10, 345. — 
Egeria (lat.), f.; 0: Name einer Nymrbe, die 
mit ihrer Eingebung dem Numa bei seinen Gesetzen 
zur Seite stand (auch antonemastisch); f. auch 
Asterotr. — Sgerteren (lat.), r.: aus-, abführen. 
— Sgermin-ation (lat.), f.; -en: Egerminie-= 
rung. -ieren, intr. (sein): aufkeimen, sprossen 2c. 
— Egest (lat.), m., —ey)s; —e: tas Aus-, Ab- 
geführte, der Abfluß. iön, f.; -en: Abführung 
(durch den Stuhlgang). — Sgg (engl.), u., —; 
—: Ei. J##dl Par. 2, 30. — Sgide: s. Agire. — 
Sghuklon: s. Enkeklen. — Sglandirren (nlat.), 
tr.: Drüsen ausschneiden. — Sglantine (frz.), 
f.; —n: Heckenrose. — Sglice (frz. —is ), f.; —6, 
—n : Kirche (s. ecclesia): Die Herren Miniser si. d. 1 
der versch. E-n lin Genf 2c.. Guskow Schön. Stund. 
255. — Sgnätius: s. Ignatius. — Sgo (lat.): 
ich: Sein Alter (s. d.) E. -ĩsiẽren, intr. (haben): 
sich egesstisch bebaben. -im, m., uvr.; Sen: 
Selbstsucht: Ihrem E. die möglichste Befriedigung zu 
verschaffen. w. 30, 221; Das die geäfften Deutschen 
für dynastische ES##en. sich geschlagen. Scherr Sim. 2, 
167 2c.; gw.: E-us, z. B.: Nur der reinste u. 
strengste E-us könne uns retten. G. 32, 434 2c. (barbar.: 
Ir##smus, vgl. Philautie). -ist, m., -en, (—8); en: 
ein Selbstsüchtiger, Selbütler 2c., auch: Der Ge. G. 
3. 27 ½c.; weibl.: E-in. W. 9, 50 2c. lerei, f.; 
en: Selbstsüchtelei 2c. #lisch, a.: selbüsüchtig, 
eigennütig, Ggis: Um#e., selbülos, uneigennutßig. 
ität, f.; 0: die Ichbeit, Selbüheit. — Sgor- 
gièren (frz. — sbi-), tr.: erdrosseln, würgen 2c. — 
Sgothe-ismus, m., uv.; 0: die Selest-, die 
Ich-Vergöttrung. -ifl, m., —-en, —; —#n: Selbst- 
vergöttrer. — Sgou-t (fri. egüä), m., —: —: 
Gosse; Abzugs-Röhre,-Kanal; Kloake: Die Pariser 
E s, bebe gewölbte Gänge, die unrer allen Haurtstraßen 
weggeben u. rie Röhren der Gas-, Wasser= u. Tele- 
grarbenleitung sowie die Abzugskanäle freiliegend in sich 
schließen. Uat3. 20, 172; 253; Den großen C. collec- 
teur [Sammel-, Haurt-GE.l. ibd. —tier (□—i0, m., 
—: —: Kloakenreiniger. I#ohl Var. 1. 179.— 
Sgrappoir (-er). m., —: —: Vorrichtung, die 
Weintrauben von dem Traubenkamm (s. Grarre) 
zu trennen, — nam, ein Drabtsieb zu diesem Zweck 
(auch Délareir). Gartenl. 17, 0a. — Sgrenkeren, 
tr.: die Körner, Samen entfernen, nam.: Die 
Baumwelle e. Karmarsch M. 2, 195. — Sgreis 
(lat.), m., —es; —#e: Aus-, Fort-, Weggang: E. 
nebmen, weggehn. — Eguillette (egilj-: s. Aigu- 
illette. — Sgpptienne (frz. esbirtsenn), f.; —: 
Agyrtierin (auch = Zigennerin): auch: Name 
einer lat. Druckschrift (#ranke Kat. 37); Art Seiden- 
steff mir Atlasstreifen 2c. 
SEhy! (frz.), inteni.: he! nund 2c.: Eh bien 
lbieng!! nun gut. — Shli (türk. ꝛe.): Die Würre 
eines Wunderwirkers (E. Keramet) or. wenigstens den
        <pb n="326" />
        310 Ehlibedsch 
Titel eines Heiligen (Veli Ullab). Ausld. 38, 1034b; 
E. Simmet, Verpftichtete. Hammer 10, 345. — 
Shlibedsch (ar.), m., uv.; uv.: eine Balsam- 
staude (Ayrobälanum). Pttermann 1, 115. 
E (gr.): Das unendliche „Ist“ (welches durch 
das geheimnisvolle I22 im Tempel zu Delphi bezeichnet 
zu sein scheint. w. 24, 213, vgl. Anm.: E, welches 
ebensowohl ist, als wenn od. ob bedeuten kann. 371 1c. 
Siarene (gr.), f.: s. Hore. — Eibisch, m., -es; 
e: Pflanzenn. (auch Ibisch), urspr.: Hibfscus, 
so: Blasen-E., Hibfscus triönum rc.; dann die 
ähnl. Althæa, z. B.: Apotheker-E., A. oflicmd- 
lis; Hauf-E., A. cannäbina; Rosen-E., A. rösea 2c.; 
auch: Meer. E., Lavatéra arbörea 2c. — Eido- 
graph (gr.), m., -en, —#en: Art Kopiermaschine, 
„Bilderzeichner“. — Sidöl-omägisch (gr.), a.: 
Die s. g. Geistererscheinungen pflege ich —#ePhänomene 
zu nennen. Daumer Geist. 2, 339. Jon, n. —8; za: 
Das geisterhafte Ebenbild (E., Spektrum, Phasma, den 
s. g. „Geist"). 137, vgl. Idol. — Sidsteddfod, 
n., —#; —#: ein nationales Dichtungs= u. Gesangs- 
fest der Waliser. Globus 12. 152 ff.; 2890b rc., auch: 
Eistedfers. 6, 158a. — Eidhölli-on, n., —; -a: 
s. Iryll. — Eigel (nord. Myth.): Der Brurer des 
Wieland (s. d.] war E., der Schutze. Simrockh Fr. 196. 
— Eigir: s. Agir. — Eiguenot (frz. egenö), m., 
—8; —# : Die Genser Verbündeten, v. denen der Namen 
Cs (Eidgenossen) angenommen wurde, der später v. den 
Katholiken als Bez. der protestierenden Religionsverbün- 
deten in Hugenotten umgewandelt ward. fewald Genf 
33.— Eileilhßi-a (gr.), f.; —, zens; 0: (Myth.) 
Schutzgöttin, Helferin der Gebärenden, Ilithyi#a (lat. 
Lucina). — Eilul: s. Ab 1. — Sinher-ar, en,e# 
(altnord.), pl.: (Myth.) Die Helren des Nordens fah- 
ren nach Walhall zu Odin, kimpfen als E-en täglich fort, 
fallen u. leben wieder auf. Uhland Schr. 1, 207 re. 
Dazu: Das Enherion, ihre Versammlung. — 
Eir, f.; 0: (altd.) Göttin der Heilkunst. — 
Eirer: f. Evrer. — Eirin: s. Erin. — Eir- 
esione (gr.), f.; —n: Die E. war das Lied der Knaben, 
die an den Festen der Pvanepssen u. Thargellken einen 
„ mit Wolle umwundnen", mit Früchten geschmückten 
Oliven= od. Lorbeerkranz tragend, von Haus zu Haus 
zogen rc. Uosenkranz Psch. 157. ometer, m., n., 
—#§ ; uv.: „Wollmesser“, s. Eriometer. — Eiron 
(gr.), m., — —W: ein Ironischer (s. d.): Seinem 
Pseudosokratcs eine Es-Larve umzubinden. W. 24, 35. 
— Eis: s. A3. — Si,#agöge (gr.), f.; -n 2c.: 
s. Isagoge 2c. — Eisanthem (gr.), n. 2c.:é s. 
Enanthem 2c. — Eisekähs, m., uv.; uv.: Sritz= 
name für Engländer, — wegen des in ihrer Rede 
oft wiederkehrenden I lspr. ei = ich] u. the case 
Ispr. ahe kes, der Fallj: Ein paar E. Jllohl Par. 2, 
233. — Eisenbahnier (—6), m., -s; —#: Eisen- 
bahn-Beamter (vgl. Bildungen wie Wichsier rc.): 
Die Es. Dalus. 1, 2, 128. — Eiois: s. A3. — 
Eistedsödd: f. Eidsterdfov. — Sjahnl-atiön, 
1.; —en: Ausspritzung (z. B. auch anatomische); 
Ekd 
herausgestoßne Worte, Laute 2c.: „Ob der Alte ge- 
sprochen?“ Za, in einzelnen E-en. Grenzb. 26, 3, 424; 
Elen des der vollendeten Arbeit frohen Kopisten. Jakobs 
Verm. 7, 447; Stoßgebet 2c. -ĩeren, tr.: aus- 
spritzen; heraus-, hervorstoßen ꝛc. — Sjaket 
(türk.), n., —; —#: Statthalterschaft. Hammer 10, 
345, vgl. Sandschak. — Si-ektiön (lat.), k.; 
—en: Ejicierung. ickren, tr.: hinauswerfen; 
aus dem Besfitz treiben, stoßen. — Sjurfkéren, tr.: 
Etwas abschwören, sich desselben eidlich, förmlich 
begeben. — Sjüsdem (lat.): Genit. von idem 
(l. d.) — desselben (sc. änni, Jahrs od. mensis, 
Monats). 
Eraille (frz. ekäls), f.; —s: Schuppe; schup- 
penähnl. Malerei auf Porcellan 2c. (E.-Arbeit, 
Malerei); Schildpatt. — Skanda; ein west- 
afrik. Faulthier. Giobus 9, 202b. — Ecarläte 
(irz. —i'), f.; —6: Scharlach (s. d.) = Farbe. — 
Ecart (frz. ekär), m., —#§; —s: bei gewissen 
Kartenspielen, die von den Spvielern gegen andre 
dafür zu kanfende weggelegten Karten. —, n., —S; 
—8: Art Kartenspiel, v. Zweien mit Piketkkarten 
gespielt. -#een, tr.: im Kartenspiel: Karten 
weglegen, um andre dafür zu kaufen; (verallge- 
meint) Etwas ausschießen, ausmerzen 2c. — 
Ekbléphar-on (gr.), n., —; za I§ 24, 2, n. J: 
künstliches, eingesetztes Auge. — Shb-ole (gr.), 
f.; —#: 1) Ausrenkung eines Glieds. — 2) Fehl- 
geburt. -ölikon, -ölion, n., —; ar s. Abertiv 2. 
— Esbräsma lgr., 824, 3, u., -tis]: Ausschlag, 
am Mund 2c. — Eccte (lat.), interj.: sieh! (vgl. 
ecco), z. B. (ogl. Cibul. 1, 3½9): Wenn's: Jäcet 
e. Tibüllus! heißt. G. 3, 70 lsieh, hier liegt Tibull!] 
= wenn man todt ist; E. ĩterum Crispinus (z. B. 
Schüching Vrschl. Wege 2, 312 ꝛe.), da ist Krispin 
schon wieder 2c.; ferner (s. Joh. 19, 5): E. homol, 
als die Worte, womit Pilatus Christum mit der 
Dernenkrone u. dem Purpurkleide vorführte (Sehet, 
ras ist der Mann! od. — nach Luther 2c. —: Sehet, 
welch ein Mensch II. G. 28, 100; daher: E.-Somo, 
m., n., —#; —8: ein Bild des leidenden Christi. 
31, 210; Die Caracei'schen E.-Homo's. Kohl Pet. 2, 
248; Heute das E.-Homo eines demütbigenden Mit- 
leirens, morgen das Rabbuni I#. d.] der bewundernen 
Liebe. Kog. d. Auslb. 35, 6 1 va 2c.; verallgemeint: 
Jemand, dessen Anblick Zammer erweckt 2c. Welch 
kläglich E.- Homo-Bild:] Sein lres Königs! Leib 
v. Geißeln jämmerlich zerrissen! c. W. 11, 32. — 
Errellénz-a (it. Etschic.), f.; ze: Errellenz (s. d.): 
Brauchen E. keinen Fuhrer? Kleißner Sans. 2, 163; 
Vortenl. 16, 244 à 1c. — Eccentr u.: s. Exc rc. — 
Ekchulõma (gr.), n., —#;-ta 8 24, 3, n., -tis]: 
ausgepreßter Pflanzensafl. — Shchpm-Sdma (gr.), 
n., —8: -ta (§ 21, 3, -tis]: Blutmal, Blut- 
geschwulst. -öse, f.; —; -ösis, f. [8 24, 3, 
uv. ): Blutunterlaufung. Jos ert, a.: blutunter- 
laufen, blutrünstig. — Esch -lr (gr.), f.; Fen 
-#lis, f. [8 24, 3, uv.]): Saft-Erguß. — Shd 
(ar.), n., —#; —#: Halsband. Weiss Kest. 2, 268.
        <pb n="327" />
        Eh darsis 
— Ehkdaͤrsis (gr.), f. 8 24, 3, uv.): das Wund-, 
Frattwerden. — Skhdemiomanie (gr.), f. i—(ehn: 
Reisesucht. — Schard, m.: Name; sprchw.: Der 
treue od. getreue E., s. Agriraia Srrchw. 667; G. 1, 
179;2, 250; Wackern. 4, 1122 ff. — Skhathär- 
sis (gr.), f. [8 24, 3, uv.): Reinigung, Abfüh- 
rung. —ticum, n., —; ca [824, 2, u.): ekkathar- 
tisches Mittel. —tisch, a.: reinigend, abführend 2c. 
— Ehhle -, Eeclẽs-ia (gr.-lat.), f. [8 24, 11: 
Versammlung, nam.: Kuche, z. B.: Vor rie Na- 
rionalversammlung, E. genannt, wurden lin Athenl] alle 
großen Angelegenheiten gebracht 2c. Sch. 1026b; 
Müller täceat in e.! die Frau schweige in der Ver- 
sammlung! 2c., vgl.: Was waren Das fur schene 
Zeiten: In E. mulier täceat! Setzt, da eine Jeg- 
liche Stimme hat, was will E. bedeuten? G. 3, 118 
.; E. filialis, Tochterfirche; cathedrälis (s. d.); 
mäter, Mutterkirche; metropolitäna (s. d.); mili- 
tans, die streitende; préssa: die unterm Druck 
lebende (ogl.: Die Ernsten müssen deßhalb eine stille, 
fast gedrückte Kirche bilren. G. 32, 134); 
régnans, die herrschende; triümphans, die triumphie= 
rende Kirche; vägans, eine nicht eingepfarrte Kirchen- 
gemeinde; viäuäta, verwaiste Kirche 2c. Jiärch, 
m., —en, —#; -en: Kirchenvorsteher: Den Elen 
res Klosters. Noss Ins. 2, 36 2c. -iarchir, f. ;-(ehn: 
Kirchen-Gewalt, Aufsicht 2c. -iast, m., —en, ; 
—en: Diener der Kirche, ein Geistlicher, Prediger. 
idstes, m., uv.; ziäsien: Ecclesiast; auch als Titel 
eines Buchs im alten Testament — der Prediger 
Salomonis (hebr.: Kohsleth). iästik, f.; Sen: 
Pirchenlehre. iastieus: 1) a.: kirchl., z. B. 
Annus (s. d.) e.; auch (neutr., pl.): Eeclesidstica, 
Kirchensachen 2c. — 2) m. s8 24, 21: Erelesiast; 
auch das Buch Sirach (unter den Apokryrben). 
istisch, a.: kirchlich, geistlich. -ola, f. [8 24, 
1]: Kirchlein: w. 36, 78 2c. — Ekklifis (gr.), 
f. [5 24, 3, uv.]: Verrenkung; das Auseinander- 
weichen der Enden eines Knochenbruchs. — SEcco 
(it.), interj.: sieh! (vgl. ecce u. frz. voici). 
Garienl. 16, 319b; Harlmann Nat. 1, 20 4 r2c., auch: 
E-lo. da ist er (frz. le voici). pheyse N. 169 2c. 
— Ekhopr-sis (gr.), k. [8 24, 3, uv.): Koth- 
ansleerung. -ticum (§ 24, 2, n.]: Abführmittel. 
„tisch, a.: abführend. Kant 11, 1, 39. — Ekkr- 
inologee, isiologte (gr.), s.; -(e)n: Lehre von 
den Ekfrisen. -iste, f.; —n; -ilis, f. [8 24, 3, 
uv. I: Ausscheirung v. Stoffen aus dem Körper. 
#ilisch, a.: Ekkrise bewirkend. — Skkphlma 
(gr.), n., —s; —a: Maschinerie des gr. Theaters, 
die Leichen durch Hervorschieben dem Publikum 
sichtbar zu machen (vgl. Exostra). Uosenkranz Poes. 
Gsch. 183. — Skhlaboufs-U#ren (frz. —buf#1#-), ir.: 
mit — od. wie mit — Koth beipritzen. Von eini- 
gen klatschsüchtigen Deutschen mit schnöden Epitheten 
eklaboussiert. Heine 20, 323. üre, f.; —n: Be- 
spritzung mit Koth, Kothflecktc. — Shlair-ekeren 
(frz. e-klährß), tr.: auf-klären, -hellen; erhellen; 
be-, erleuchten; erläntern 2c. eiffement Giss' 
mäng), n., —; —6: Aufklärung, Erlautrung, ge- 
Ekliptisch 311 
gebner Aufschluß. eur loͤrl, m., —6; —6; vor- 
ausgesendeter Plänkler 2c. en, tr.: erhellen, 
erleuchten, aufklaren 2c. — Sklaktism-a (gr. 
eck-U rnc.), n., —: -en [§ 24, 3, n., -tis]; Jus, m. 
(§J 24, 21: das Ausschlagen mit den Füßen 2c. — 
Sklampf-in (gr.-lat.), f. [8 24, 11: Gichter, 
Kramrfanfall mit gichterischen Zuckungen: E. (od. 
eclämpsis) parturisntium, bei Schwangern; 
puerörum, bei Kindern (ras Schäuerchen); 8ynEptica, 
mit Ohnmacht verbunden, bei Schwangern: töxica, 
bei Vergiftungen 2c., vgl.: Heftige Krampfanfälle bei 
Schwangern .. die den epileptischen Anfällen sehr ähn- 
lich sind, werden in der Heilkunst Gklampffie genannt. 
Boc Volksges. 169 c. — Ehla-t (frz. eklä), m., 
—#; —#: etwas Hervorbrechendes, Glänzendes, 
Auffallendes, was die Aufmerksamkeit erregt rc.; 
Glanz, Schimmer, Schein 2c. —tänt Cting), a.: 
mit Eklat hervortretend, auffällig 2c. —tante 
Ctängt), k.; — , —s: Rakete mit Glanzfeuer. 
tieren, intr. (sein): platzen, hervorplatzen; aus-, 
hervorbrechen; ruchbar, offenkundig werden; von 
sich reden machen 2c. — Sk-legma sar., § 24, 3, 
n., tis): Latwerge (s. d.). — Shlekt-icismus 
(gr. eck-l 2c.), m., uv.; ismen: eklektisches Thun, 
Streben. Siker, m., —#; uv.: Jemand, der aus 
mehrern Systemen 2c. sich das ihm Zusagende aus- 
wählt u. verbindet. icus, m. [5 24, 2): Eklek- 
tiker: Ecléctici od. Sammler, die aus Mangel eigener 
Kräfte das einzelne Schöne aus vielen in Eines zu ver- 
einigen suchten. Win##elmann Gsch. d. K. 1, 235. 
Sisch, a.: nach Weise der Eklektiker: Die e— 
Malerschule, Philosorxhie 2c. — Ek-Ilpisis (gr.), 
f. [8 24, 3, uv. ): Abschilfrung. — Ekl-, Sel- 
ipfe (gr.), f.; —m: 1) das Ausbleiben, Verschwin- 
den, die Obnmacht 2c.: Da kam eine plötzl. E. des 
Krerits u. nicht bloß eine E., sondern ein Kollapsus, 
ein Zusammenschnurren der ganzen Konföderation. 
DAMus. 15, 2, 424; In einer unbegreifl. E. seiner Ver- 
nunft. W. 24, 177 ꝛc., — bef.: 2) (Sternk.) Ver- 
finsirung eines Himmelskörpers, Finsternis. — 
3) (Baumwollman.) E.= od. Eklips-Maschine, 
Art Maschine zur Erzeugung ungerrehten Vor- 
gespinnstes. Karmarsch 1, 136 ff.; M. 2, 526 cc. 
Sipferion, n., —; ken ([§8 24, 2, n.): Vorrich- 
tung zur Veranschaulichung der Vorgänge bei Ver- 
finstrungen v. Himmelskörpern. ipfieren (frz.), 
tr.: verfinstern, verdunkeln: Sie eklipsierte den 
Außerordentlichen heute bis zur vollständigen Nullität. 
Gutzkow 3. 1, 231 ꝛe.; refl.: verschwinden, sich 
wegmachen. Haliei Treust. 2, 290; Ppüchler Süröstl. 
1, 153. Zipfis, k. [8 24, 3, uv.): Eklipse (2): 
E. annuläris, ringförmige Finsternis; centrälis, 
centrale; lünge, Mondfinsternis; satéllitum, Ver- 
sinstrung der Trabanten, nam. der Jupitermonde; 
Soläris od. sõlis, Sonnenfinsternis; totslis, totale 2c. 
Ziptik, k.; 0: Sennenbahn, — ein Himmels- 
kreis, in dem od. in dessen Nähe sich der Mond bei 
jerer Mond= oder Sonnenfinsternis befindet. 
Ziptisch, a.: auf die Eklipsen (1) bezügl.: Die 
Beschreibung einer e-en Tafel, wo man auf einem 
Kupferstiche die Umstände jeder Finsternis durch Abmessen
        <pb n="328" />
        312 Erloge 
bestimmen kann. Gehler 2, 256 2c. — Ecl-, Ekl- 
öge (gr.), f.; —m: „ausgewähltes“ Gericht; dann 
(weil Virgil seine Hirtengedichte so nannte) — 
Hirtengedicht (s. Idyll). -ögisch, a.: bufolisch. 
ogit, m., -en, —; Seln)): Augit u. Hornblende zeigen 
sich öfters sehr regelmäßig u. innig mit einander verwachsen 
(.Smaragdit, Omphacit) .. u. setzen mit Granat ein 
Gestein zusammen, das, seiner , ausgesuchten “ Bestand- 
tbeile wegen, den Namen E. erhalten hat. Ohen 1, 
266. — Ehloppiert (frz.), a.: lendenlahm 2c. — 
Eh--lÿse (gr.), f.; —; Igfis, f. [8 21, 3, uv.1:: 
„Auflesung“, Schwiche, Ohnmacht. — Skmek: 
s. Eimek. — Erol-# (frz. eköl), f.; —#: Schule: 
Maitre (s. d.) d’é. 2c.; E. de droit (drodl, Rechts- 
schule; de médecine [-hinl, für Arzte; militaire 
I—-tärl, Kriegsschule; mutuelle lmütuäll, auf Gegen- 
seitigk. des Unterrichts berechnet (s. Lancaster); nor- 
male (s. d.); polvytechnique (—teknikl!, polytech- 
nische (s. d.): primaire [-mär'), Elementarschule; 
vétérinaire (-#när, Thierarzneischule 2c. ier (—ial, 
m., — : —: Schüler. — Spkolletferen (srz.), 
ir.: Blechwaaren hämmernd ausschweifen ꝛt. — 
Skorchferen (frz. —sch-), tr.: schinden; prellen; 
radebrechen; arg verletzen, beschädigen kv. — Skor- 
nieren (frz.), tr.: die Hörner, die Ecken abstoßen; 
Etwas schmälern 2c. — Skornifl-eur (frz. —hör), 
m., —8; —: Schmarotzer, Parasit. kren, intr. 
(haben): schmarotzen. — Ehossaise (äse), f.; 
—1# „schottischer Tanz“, im ¾ Takt; auch das 
Tonstück, wonach er getanzt wird: E—-n-Walzer, 
Walzer im 284 Takt. — Se, Ek-ouaille (ckuälh), 
s.; —#: Sterblingswolle. — Eront--e (srz. ekn), 
f.; —#: Horch-Gang,-Winkelc. U2 hört! 
horcht!, — Ruf zur Erregung der Aufmerksamk.: 
E.-moi Imodl hör mich, — auch n.: ein Tändel- 
stöckckhen. ille —/IJ, f.; —#: Luke, im Schiff 2c. 
— Ekphones#e (gr.), f.; —; eis, f. [5 24, 3, 
uv. ): Ausruf. — Ekphr--akticum fgr., § 23, 2, 
Mn. I: ekphraktisches Mittel. aktisch, a.: Ver- 
stopfung auflöfsend, auf Leibesöffnung hinwirkend. 
äris, f. [8 24, 3, uv.]): Verdünnung sieckender 
Säfte im Körper, Ausleerung. — Skphronte 
(gr.), f. z-ehn: Wahnsinn. — Skphpllophör-ia 
(gr.), f. 18 24, 1); -ie, f.; —ey)n: Art Ostracis= 
mus (s. d.), wobei der Name des zu Verbannen- 
den auf Olblätter geschrieben wurde (Petalismus, 
s. d.). — Ekph-Hma (gr.), n. [/I24, 3. u., ##s# 
— Dfs, f. [8 24, 3, uv.): Auswuchs, Höcker. — 
Ekp-Lesis (gr.), f. I§ 24, 3, uv.): das Aus- 
pressen, v. Pflanzensäften 2c.; das Ein-, Zer- 
rrücken des Schadels. isma s8 24, 3, n., isl: 
der ausgepreßte Saft; Schädelbruch. — Ek- 
plexie (gr.), s.; —eyn: Erstarrung vor Schreck, 
Betäubung. — Ekpn-üsis (gr.), f. I§ 24, 3, 
nv.]; c, f.; — : Ausathmung (Erfriration). — 
Ekptöma sgr., § 24, 3, n., tis): Verrenkung. 
— Skppe-ma lar., § 21, 3, u., tis); „sis, . 
[8 24, 3, uv.): Vereitrung; vereitertes Geschwür. 
— Eupprof-e (gr.), f.; —m: Zis, f. 18 24, 3, 
uv. ): Aus-, Verbrennung; Weltuntergang durch 
Ehtopiemus 
Feuer. — SEeras-, Skraf-ant (frz. e#kraföng), 
a.: ekrafierend: Ein e-es Lachen. Wolfram Gelrk. 1, 
33. —é, n., —6; —#: weiter Tanzschritt. ezl-### 
vernichtet.! r., z. B.: E. DTinfäme (lengfäm!; — 
mit zu ergänzendem superstition ißüperstißjöng!, s. 
Mag. d. Ausl. 36, 430, rottet den infamen Aberglauben 
aus!, oft wiederkehrendes Wort in den Briefen 
Voltaire's2c. -ĩẽren, kr.: zerquetschen, zermalmen, 
zerschmettern, zertreten, vernichten, zu Grunde 
richten, ausrotten 2c. — Scr-, Skr-ötkeren (frz. 
ekrät rc.), tr.: den Kamm (s. cröte) eines Festungs- 
werks wegschießen. — Eecri--, Skhri-toire (rz. 
ne-fritoär), n., —6; —6: Schreibzeng. lüre, k.; 
—s, —n: eEekriptur, Schriften, Briefschaften 2c. 
ailleur (—- waljör!), m., —#; —8#: Schmierer, 
Smtler. -vain □-pengl, m., —8; —: Schriffsteller. 
— Ecru (frz. ebkrü), a.: v. Seide, — unentschält; 
u.: aus solcher Seide gefertigt, s. Karmarsch M. 2, 
783; Von Foulard &amp;. Bazar 15, 232a. — Eksark- 
öm (griech.), n., e)s; —#e; -öma, n., —6; 
—tàa [8 24, 3, n., tis]: Fleisch-Auswuchs, 
Wuchrung, wildes Fleisch. — öfe, k.; —: -sis, 
f. [8 24, 3, uv.]: die Bildung eines Eksarkoms. 
— Ektfl-, (Ext-Häse (gr.), f.; —n: das Ent- 
zücken, Außer-sich-sein: In E. sein, geratben (frz.: 
en länn] extase); Die „Ekstase“ hai meine Worte 
falsch situiert. I#sfland 1, 135; Der böchste Grad der 
„ Extase" ist tiefes Schweigen. Spielhagen Pr. 3, 164; 
Liebes ertase. Uass. 18, 107 c. afti)tren, tr.: 
in Ekstase versetzen, entzücken 2c. asis, k. [8 24, 
3): Ekstase: E. contemplatira, beschauliche; 
voluptuösa, wollüstige 2c. ätiker, m., —5: Uuv.: 
Jemand in Ekstase, nam. in religiöser. atirus, 
a.: ekstatisch: Päter ecstäticus. C. 12, 300. Catisch, 
a.: in Ekstase — sich befiudend od. — versetzend: 
ihr gemäß 2c.: Berger's „ extatische-Worte. Spieldagen 
Pr. 5, 164; Der „ekstatische“ od., wenn du willst, 
nympholeptische Zustand. w. 16, 114. — Ektaf-i-s 
(gr.), f.; —Aeyn: eis, f. [8 24, 3, uvr.]): Austeh- 
nung, z. B. Erweitrung v. Hohlorganen roer 
röhrigen Kanälen (s. Artheri., Bronchi-, Teleangi.CE. 
2c.); ferner (Metr.) Verlängrung einer Silbe, 
Dehnung. — Skth-esis (gr.), f. [824. 3. uv.): 
Aus-, Darlegung, Erklärung. —etotrophẽum, 
n., —; phéen [5 24, 2, n. : Findelhaus. — 
Ekthl-imma (gr.), n., —s: ta# s8 24, 3, n., 
j+4is); das Wundreiben, wundgeriebne See#lle, 
Fratt 2c. (Eitrimma, Intertrige 2c.). ipfis, f. /2, 
3, uv. ): (Sxrachl.) Ausstoßung, Elision (s. d.), 
nam. in lat. Versen: einer auf m ausgebnden End- 
silbe vor einem Vokal. — Skthöm-a (gr.), n., 
— ; -e [824, 3, u., -tis], Blatter, Pustelausschlag: 
Ecthyma febrile, Fieberblatter; herpöricum. Blatter= 
flechte; scabiösum. Kratz-; töoxicum, Gift-, ve- 
nersum, Lustseuche-Blatter ꝛe. öfe, f. ʒ-n; -osis, 
f. [8 24, 3, uv.]): Blutwallung. — Skt-omias 
(gr.), m., uv.: se; -omos, -omus, m. s8 24, 
2: ein Verschnittner (Kastrat. Eunuck). — Shtöp- 
iẽ, f.; -(e)n; isi, f. [8 24, 3, ur.]; -iomus,
        <pb n="329" />
        Ektrimma 
m. /§ 24, 28 das krankhafte Heraustreten fester 
nämwartheile 2 aus ihrer normalen Lage. — Ek- 
trimma (gr.), n.: s. Ekthlimm##. — Sktroma 
(gr.), n., —; -ta [8 24, 3, n., tis): Ektrofis. 
— ESktröpi-um, n., —s; zen: die Auswirts- 
wendung, das Umschlagen, nam. der Augenlieder. 
-Skhtrö-fis, f. (§S 24, 3, uv.]; -Smus, m. I§21, 
21: s. Aberms. tieum, n , —#; ka 24, 2, u.1: 
n. Abortiv 2. — entyloti-hon (gr.). -rum, n., 
—; ; zka I§ 24, 2 2, n.): Mittel zur Beseitigung v. 
Hautverhärtungen (s. Toloma). — Ekt-Hpisch, 
a.: s. ektrpus. -E-pographie (gr.), f.; —ey)n: 
Hoch= od. Relief (s. d.) -Druck; Die Metall-C., 
Beschreibung eines neuen Verfahrens, erhaben auf Kurfer 
zu äßen 2c. Prechil 9, 100, s. Kormarsch 1, 79. -Epon, 
n., —; pren [8 24, 2, n.]: Abdruck geschmitner 
Steine ꝛc.; Hautrelièf (s. d.). pus, a.: 1) f. 
archetrpus 2. — 2) bautrelikfartig. — Ecu (irz. 
ekü), m., —5; —#: Schild; Name v. Muͤnzen (ogl. 
Schildtbaler), bes.: Dreifrankstück (ĩ. manque); 
auch Bez. v. Papiersorten. — Seneil (frz. ekölj), 
m., —8; —: Klixpe, Riff. — Srumeur (srz. 
ckumör), m., —s; —: E. de marmires lemitl, 
Tellerlecker, Schmaroter (Parasit); E. de mer, 
Seeräuber (Korsar, Pirat). — Ecu—-sson (frz. 
eküssöng), m., —6; —s: Waxpenschild. —er 
(ekuije), m., —5; —s: 1) mssr. „Schildknavpe“, 
Knappe (ogl. Esguire, Escudero); Bewarben sich ver- 
schiedene Ritter, E— u. reiche Clercs (s. d.) um ibre 
Hand. w. 36, 23; 31, 102 2c. — 2) (s. 1) Stall- 
meister: E.-lReit-] Stiefel 2c. — 3) als Titel v. 
Hofbeamten: E. de main Imengl, dessen Amt es ist, 
dem Fürüen 2c. in den Wagen zu helfen; E. de 
bouche lbusch], de cuisine (küisin!, Oberküchen- 
meister; E. tranchant ltwangschängl, Truchseß 2c. — 
Ekzem (gr.), n.t, —e)s; —e: Die nässende Bläschen- 
flcchte, das E. roc Volksges. 212, auch: Ekzema, 
Ekzesma (§ 24, 3, n., „tis]; dazu: Etze (s). 
märisch, in der Art v. Ekzemen. 
1 El: als Artikel: 1) (arab.) vgl. Al 1 und 
z. B.: El-Derursch: El-Islam; El-Dschami; Elgeuze 2c. 
— 2) (sran.), z. B.: El Dorade (s. Elreraro); El 
Hembre (s. 2# Hombre) 2ce. — II. EI (hebr.): Get,, 
s. Eli, Eloab. — III. El (türk.): Hand (s. Elwan), 
— Elabiéèren (lat.), intr. (sein): fortgleiten, 
entschlüpfen; (v. der Zeit) verfließen. — Slabor- 
ãt (lat.), n., —e)s; —e: etwas Ausgearbeitetes, 
nam. ausgearbeitete Schrift, Verlage 2c. Gtcnzb. 
25, 3, 16; Mein sauberes E. ihr übergeben. Schücking 
Verschl. Wege 2, 312; Das E. der 67er Kommisũuon. 
DMus. 17, 1, 221; Uat 3. 20, 352 2c.; Zu einem 
solchen Preß= E. 576 2c. ation, f.; —-en; —-: 
Ausarbeitung: E-s-- (Elaboratöriums- at3. 
21, 2:7) Buch der Aroibeker, Verzeichnis der berei- 
teten Arzneien 2c. fren, tr.: ausarbeiten, ver- 
fertigen. — Si-ääsnus (gr.), m. [8 24, 21: 
wilder, Olbanm, : Oleaßter, Ol-Zeidel. is, f.; 
uv.: Olpalme. Jaidien (gr.), n., —e)s; 0: Die 
E.= od. Olsäure (haurtsächl. in flüssigen Hlen ent- 
halten). Uatur 15, 20 44; E.-Seife 2c. alin, n., 
Slater 313 
—(e)s: 0: Man ist übereingekommen, dem flüssigen 
Theil der trocknenden Ole den Namen Olein, jenen 
der nichttrocknenden dagegen den Namen E. beizulegen. 
Karmarsch 2, 770; 778. z. B.: Hirn-E., im Ggstz 
zu Hirn-Stearin, als Bestantiheil des Hirnfetts. 
Boc An. 500 2c. (Arelain; Elaine, f.; vgl. Mar- 
garin). — Elan (irz. lang), m., -S 1— : Schwung, 
Srrung, Satz, womit Etwas sich fertschnellend 
bewegt (ogl. Lanear-): Den E. u. die bereische Bra- 
vour, wenn die Worte gloire u. patrie ibn begeistern. 
Uat3. 20, 263; Durch einen furchibaren E. Alle zu 
überflugeln. Zoler Renn. 58; 111 c. — Slan- 
gulesc)feren (lat. J+angw., intr. Cein): ermat- 
ten. — Eläo-dendron (gr.), n., —#s; dra: Ol- 
sirauch, Olwenrimrel. dorisch, a. crn Wacks, 
mit Olfarbe gemischtes zur ridesZ Malerei: 
Das runische od. ele odorische Wachs. Sulzer 2, 60a. 
ogräphisch, a.: mit Ol gemalt. J karpus, m., 
uv.; pen [8 24, 2): Olnuß, Wbhesfte Ganiter= 
baum. tcca, I. 1 24, 1): Ol-Lorsche (Baum 
in Japan 2c.). ##lh, m., W e: Ol-, Fett- 
stein, Art Nerhelin, vgl. Pinguit. -pten, u., — -e: 
Beim Erkälten erstarren die flüchtigen Olc zu einer kre stalli- 
nischen Masse, ohne jeroch ganz hart zu werden, indem sich 
eine kampferartige Sukstanz, das sog. Stearorten aus- 
scheiret, während ein zweiter, u. zwar flüssiger Bestand- 
tbeil, das E., in liquirem Zustand verbleibr. Karmarsch 
2, 759. -läccharum [-ach-, § 24, 2, n.): Ol- 
zucker. -thẽsion, -theffum, n., —; ken [8 24, 
2, n.]): in Gyennafien u. Bädern der Aufbewah= 
rungsort für das zum Salben des Körpers Nô- 
thige. Suhl 1, 107; 2, 131; 269; Wetiss Kost. 1, 
838. — Elapheböl-ialgr., 824, 2, n.): S- 
jagd“, ein Fest der Artemis (im Eien). ion, m. 
—; —#: der Ite Monat des attischen Jahrs ". 
Antbesterion). w. 21, 29;,23, 243 2c. — Slapfus 
(lat.), a.: verfiessen: Annus (l. d.) e.; Eläpso 
término, nach Ablau der Frist. — Elargkeren 
(frz. —#b#)), tr.: ausweiten, erweitern 2c. — 
SElasma (gr.), r., — ; —ta: Platte, v. Me- 
tall 2c. Tobranchfe, w., —s; uv.: „Plaiten- 
kiemer“, eine Gruppe Fische, wozu die Rochen u. 
Haie gebören. hurmeiler Gsch. 414. otherium, 
n., -s; ken [8 24, 2, u.): Art fessiles Nashorn. 
535. — Elrasticität (gr.-lat.), f.; —en; —,= 
Spann-, Srring-, Feder-, Schnellkraft, — kör- 
perlich (s. Heu 1, 12 1c., vgl. Expansivkraft) u. 
geistig (z. B. Spiclhagen Vr. 5, 7 1 2c.); E-s-(od. 
Merkurial-) Zeiger, Barcmeterrrobe. Cehler 1, 
113, vgl. Manemeier. stik, n.p, —#: —8: an Ta- 
backspfeisen der biegsame Verbinung zstheil zw. 
Spitze u. Rehr 2c. -astitus, a.: elastisch: Gummi 
(s. d. ) eldsticum, Fererharz (Kamschul). astine, 
f.; —m: Art scmmiegsemer Zeugstoff. Bozor 14, 
19b ꝛc. üflisch, a.: Elasticität habend: E— Slus- 
sigkeiten [Gases. pouiket 1, 12; E-es sod. Feder- 
Harz 2c.; Un-c.-flussig ltrerftarl. Zurdach Anthr. 
23 2c. Late (gr.), f.; —u: hochaufschießende Pflan- 
zen, Tanne, — nam.: Art Palme. Jater (gr.), 
m., — : teren (§ 24, 3, eris): Springferer; 
Springkäfer: Den hell leuchtenten E-#n Brasiliens.
        <pb n="330" />
        314 Elaterite 
Burmeister gB. 2, 20 ꝛc.; die spiralförmigen Fäden 
um die Samen der Lebermose 2c. aterite, n., 
—e)8; e: elastisches Erdpech, fossiles Kautschuk. 
aterium, n. — ĩen (&amp; 24, 2, u.]: Schnell-, Esels- 
qurke (den S Samen forkschnellend). Saterométer, 
m., n.t, —:; uv.: Werkzeug, die Spannkraft der 
Dümrfe zu messen. -atine, k.; —: Tannenwekel, 
Tännel (s. Elate). — Slaliön (lat.), f.; —en: 
Er-, Uberhebung, Stolz. — Elatit, m., es; -e: 
versteinertes Tannenhelz (s. Elate). — Eiaßl (gr. ), 
n., -(e)s; 0: E., * ölbildendes Gas (im 
Leuchtgas 2c.). — Eib. . Elf. — Elbendohäni, 
n., —s; 0; ein * wirkendes Zanberwort. 
Hückler Süröl. 3, 112. — El Büja (ar.), n., —; 
—#: Chamäleon: Das hißl. E. 1, 276. — Eich, m 
—e#S: -e:: s. Elen. — Elor, m., —§#; —: in * 
ossetischen Dörfern, der Alteste, Schulzee. Ansld. 39, 
105b. — Elderlp (engl.), a.: ältlich: Der e. gen- 
tleman. JZoller Renn. 65. — Sldojat (türk.), m., 
—8 ; —#: Hochzeits-Bitter,-Lader: Dai (s. d. 3) E., 
erster. fallmmerayer GsW. 2, 47.— Sldorado (span.), 
n., —#: —6: Goldland als Bez. eines wunderbaren 
Zauberlands, Paradies 2c.: Die Mär' El Dorado's 
bat sich cerneut. Freiligrah SW. 6, 289; Amerika war 
damals .. das E. Derjenigen, die in ihrer augenblickl. 
Lage sich bedrängt fanden. G. 22, 387; DMus. 17, 2, 
534; w. 31, 333 r2c., vgl.: Das Land Dorado. 
15, 156 ꝛc. U. nam.: Der Mißbrauch dicses Wortes 
sollte endlich aufhören. Ein Land Dorado hat es nie 
gegeben, sondern nur ein Land, wo der vergoldete Mann, 
el hombre dorado, hauste, nämlich am Parime (Amuru)= 
See in Guavana. Ausld. 38, 974b; Globus 9, 22 ff.; 
andrerseits selbst: Nach dem Gold-E. Spielhagen 
Hammer 5, 146. — , Ele-mosgnärins (gr.), m 
s8 24, 21: Almoseuͤpfleger. son: s. Eleison. — 
Elesänte s. Elephant. — Eleg-ance (frz. —ängß), 
f.; 6: Eleganz: Ultra= (s. d.) E. 2c. - änt (ang): 
1) a. 6 zierlich, hübsch, fein 2c.: Über-e.; Un- 
(od. in.) e. — 2) m., —8; —# : Stutzer (ogl. 
Dandy), auch: Man sieht hier die Elegante [-ängt,, 
Mordedame 2c.] mit dem E. sich mischen. IKohl Par. 
1, 203; E-s u. E-es. W. 15, 299 2c. änte: 1) 
f.; —# : s. Elegant 2. — 2) (it.) adv.: elegant, — 
bes. (Mus.); auch: E-#énte (adr ). Lantia 
(lat.), f. 18 24, 1):, Eleganz, eleganter Ausdruck, 
elegantes Wesen: : Arbfter (s. d.) elegantiärum 2c. 
anz, t.; —en, —en: Zierlichk., Anmuth; etwas 
Zierliches 2c.: In der E. der attlschen Mundart. w. 
34, 388; lDiesl giebt seinen Metaphern . eine sonder- 
bare Anmuch u. gehört unter die feinsten E“#en seines 
Stils. HB. 1, 76 2c.; Die Steifheit, Un- sod. In--] 
E. Gervinns Hist. 6, 5 50 rc.; Uber. (od. Uttra.) 
E. 2c. — Eleg-ie (gr.), k.: :-eyn: eine Art von 
Gedichten, entw. nach der F Form, in abwechselnden 
Herametern u. Pentametern (dem s. g. elegischen 
Versmaß) od. nach dem Inhalt: Klagelied, Gedicht 
v. wehmüthigem Inhalt: Die Sendung der E-n bat 
mich in elegischen Umständen nach dem gw. Sinne, 
d. h. in erbärmlichen angetroffen. G. Sch. 1, 141; 
Ist man gewohnt, den Namen E. nur für rie sanfte, ge- 
Elektriker 
mäßigte Klage des Leidens zu sparen 2c. H. R. 7, 160; 
Kendelsfohn 4, 1, 193; Rosenkranz Pres Gsch. 159 2c. 
Zisch, a.: in der Weise der Elegie (s. d.): E-es 
Versmaß, Gedicht; Die so e. greint. Heine Rom. 
223; Die ese [Stimmung besteht] in der Sehnsucht 
nach einem als Ideal vorgestellten vergangenen Zustand. 
Rosenkronz Pves Gsch. 17 2c. Zist, m., Sen, —s; en: 
Elegien-Dichter. 5H. 4, 51 2c. — Eleison "(gr.), 
interj.: (in Kirchenliedern) erbarme dich! ((. 
Elessen, — nach ngr. Ausspr.: Elelson): Der re- 
ligiöse Volks= od. Kirchengesang der Deutschen in den 
ersten Jahrh. der christlichen Zeit bis zum Loten be- 
schränkt sich lediglich auf das Rufen der Werte: Körke e., 
Herr erbarme dich! Haffmann-4. Kirchenl. 8; Körke e., 
Christe e., Khrie e.! 11; Die früh bereits vorkommen- 
den Formen Kyrkeles u. Kyrielekis, so wie 
z. B. das böhm. Krles u. das frz. Korielle. 21 ff.; 
* and V. 197 1c. (s. Leis). — Elcet-, Slekt-a 
(lat.), f.; —s: „auserlesene"“, Bez. einer sehr fei- 
nen Wollsorte: Man unterscheidet: Super-E.: E. 
(kälschl. Elektoral); Prima; Sekunda 2rc., s. Karmarsch 
M. 2, 675. Jeur ((z. 0, m., —; —#: Wäh- 
ler; Kurfürst. -io (lat.), k. [8 21. 3, -iönisl!: 
Wahl: E. canönica, kanonische, kirchengesegliche. 
Jion, f.; -en: Wahl: Die CE— Statistik des 
Landes kennen. Nal 3. 22, 103. -io, a.: mit Aus- 
wahl. Tor, m., —: -ren [824, 3, öris): Wäh- 
lern Kurfürst. LorFäl, a.: kurfürstlich, — bef.: 
E.-Schafe, aus Spanien (I. Eskorial) — zunächst 
nach dem Kurfürstenthum Sachsen — verpflanzte 
Merinoschafe; E.-Wolle, v. den E.-Schafen; 
verallgemeint: veredelte, bes.: hochgestapelte Wolle. 
falke Th. 1, 242b (vgl. Elekta). —orät, n., -(e)s; 
—e: Kurfürstenwürre; Kurfürstentbum. rice 
(frz. —riß), f.; —#: Kurfürstin. — SElektr-icität 
(gr.), f.; -en: die Eigenschaft gewisser Körper, 
2 Reibung, Erwärmung, gegenseitiger Berüh- 
rung, leichte Körper anzuziehn u. dann abzustoßen, 
Funken u. Lichtbüschel euszustrablen- chemische 
Verbindungen zu zersetzen u. das Nervensyütem zu 
erschüttern: Man untersch. nach der erregenden Wir- 
kung: Reibungs- (od. Friktiöns-), Wörme- 
(od. Thermo-)., Berührungs- (od. KSontatt) 
E. v. (vgl. Galranismus); dann auch: 2 enkgegen- 
gesetzte unsichtbare u. unwägkare Fluida, die — 
nach der Annahme — in nichtelektrischen Körpern 
vereinigt sind u. sich gegenseitig binden, durch deren 
Trennung aber die erwähnten Erscheinungen her- 
vortreten: Positive (od. Glas.) E.; negative (vd. 
Harz.) E. Humboldt K. 1, 361; Die atmosrbkärische 
(od. Luft.) E. 362, die in atmosphäriichen Er- 
scheinungen sich äußernde; Verdampfungs-C. 
185 re.; bildl.: War ja die volitische Atmosphbaͤre 
Europa's schon wierer tüchtig mit Kriegs-C. geladen. 
Scherr Bl. 2, 101 2c.; E-s-Anhäufung: = Ent- 
witktng . Erregung; -Lehre; Leiter; 
Leltung: QOuelle; „Träger (s. Elektroxher); 
„Zeiger (l. Clettrofken) ic. Tiker, m., —; uv.: 
Einer, der die Elektricität beobachtet, nam. den 
eleltrischen Strom bei Legung von Telegraphen= 
Drähten u. -Kabeln. Schelen Kab. 13; 58; 75;
        <pb n="331" />
        Elektrisch 
Volksz. 13, 195 k. -isch, a.: auf Elektricität be- 
zügl., sie erzeugend od. dadurch erzeugt, sie zei- 
gend r.: Un#e. (s. anelektrisch); E“le Batterie, Fische, 
Funken, Ketten, Läutwerke, Pistolen, Säule, Span- 
nung, Ströme, Telegraphie, Uhren 2c.; Ees Licht, 
nam. das durch den e-en Strom einer galvanischen 
Kette zw. 2 einander fast berührenden Kohlenspitzen 
erzeugte 2c.; auch bildl.: In ihren Augen brennt ein 
lieblich lodernd Feuer I u. spielt e. sich in seinen Busen 
ein. W. 20, 301, ihn durchzuckend, erschütternd r2c.; 
12. 166 2c. CisiEren, tr.: in einem Körper die 
elektrische Kraft erwecken od. sie ihm mittheilen 2c.; 
übrtr.: belebend erschüttern, durchblitzen 2c., auch 
z. B.: Sonst aber haben den General, grade wie den 
Staat, welchem er diente, erst die Schläge des Unglücks 
aus dem Schlendriangeleise des Gewöhnlichen in die 
Region hinaufelektrisiert, wo hohe Entschlüsse ge- 
deihen rc. Scherr Bl. 129 2c.; Elektrisier-Ma- 
schine, zur Erregung v. Reibungselektricitit. 
Lochkmisch, a.: auf der chem. Wirkung der Elek- 
trieität beruhnd, dazu gehörig 2c.: E##e Zersetzung . 
Sochemismus, m., uv.; 0:elektrochemische Theorie. 
ôdr, f.; —: Da die Stoffe an den Polen austreten, 
so sieht Faraday die Pole als die Wege an, durch welche 
der Strom od., wie er sich auch ausdrückt, die cirku- 
lierende Affinität ein= u. austritt u. giebt ihnen den Na- 
men Elektrode (Ocog, der Weg). Demgemäf ist positive 
E., was biejetzt Zinkpol; negative E., was bisszetzt 
Kupferpol genannt worden. Dooe Rev. d. Phys. 1, 175 
(s. Anode U. Elektrolyse). -odgnämik, f.; (en): 
Lehre (Lehrbuch) v. den Wirkungen der elektrischen 
Strömungen auf einander. Jodpuamisch, a.: 
zur Elektrodynamik gehörig, darauf bezüglich 2c.: 
Ele Erscheinungen; Ee Spiralen. Dovt Repert. d. Ph. 
1, 262. Togen, n., —es; —e: Elektricitätsstoff. 
olbfe, f.; —m: Die Körper, die einer chemischen Zer- 
setzung durch den elektrischen Strom fähig sind. Faraday 
bez. diese Flüssigkeiten mit dem Namen Elektrolyte, 
den Akt der Zersetzung selbst mit E., ferner nennt er die 
Polplatten Elektroden (s. d.!, die Bestanttheile der 
Elektrolyten Jonen. Galle Tel. 10; # mäller Phys. 2, 
288 . Jolnt, m., —e)s, —en; —e, —en: (s. Elek- 
trolyse). Pouillet 1, 468, vgl.: Das eTische Gesetz. 
471. Jomagnst, m., en, (—#8); -e, (en): Eisen, 
das mittels des elektrischen Stroms magnetisch ist. 
481. omagnetisch, a.: die Erscheinungen des 
Elektromagnetismus zeigend; auf diesen gegründet; 
durch denselben wirksam 2c.: Eler Telegraph 2c. 
Somagnetismus, m., uv.; 0: die gegenseitige 
Einwirkung der Elektricitit u. des Magnetismus 
und die Erzeugung des Magnetismus durch den 
elektr. Strom. ometeor, n., —e)s; —e: elek- 
trische Lufterscheinung. Berlepsch A. 128. omkter, 
m., n., —; uv.: Elektricitätsmesser: Das Volta- 
E. Doot Rep. 1, 207; Kugel-E. IMüllr Ph. 2, 
97; Strohhalm= E. 96. Dazu: Elektroms-= 
trische Beobachtungen. Humboldi K. 1, 361 cc. 
omötor, m., -s; ören: Körper, worin die elek- 
tromotorische Kraft wirkt. pouillet 1, 438. 
Somotörisch, a.: Diese an den Berührungsstellen 
hetcrogener Körper wirkende Kraft führt den Namen e#e 
Element 
315 
Kraft. 133 2c. Jon, n., —#; -a: Bernstein, das E. 
der Alten. Burmeister Gsch. 267; Wie eine in E. ein- 
geschlossene Mücke. w. 23, 354 ꝛc. (s. Bdellium), 
auch: Wenn das Electr um (der Bernstein) durch Rei- 
bung n. Wärme beseelt wird 2c. Humboldt K. 1, 194; 
2, 410 (s. Elektricität); dann aber auch ein Erz od. 
eine Legierung aus Gold u. Silber (s. v. Ländl. 4, 
663: Weiss Kost. 1, 383; 559; 753 2c.), vgl.: Die 
goldführenden Gänge .. am Schlangenberg in Sibirien, 
wyher das s. g. Electrum kommt, welches einen Silber- 
gehalt v. 36 Procent hat. Ohen 1, 468 2c. Jonsgatio, 
a.: im Ggssz zu elektrepositiv, nach der elektrochemi- 
schen Theorie, wonach alle Elemente in einer Span- 
nungsreihe geordnet sind, deren negatives Ende der 
Sauerstoff, wie das positive das Kalium bildet. 
DHouillet 1, 469 ff. ophor, m. (n., z. B. Pouillet 
1, 396 f.), —e)s; —e: „Elektricitätsträger“, ein 
elektrischer Apparat, hauptsächl. bestehnd aus einem 
Harzkuchen auf einem Metallteller u. aus einem 
mit einer isolierenden Handhabe versehnen Metall- 
deckel. -opösitiv, a.: s. elektrenegativ. -opunklür, 
f.; —en: Akupunktur (s. d.) in Verbindung mit 
Galvanisierung. osköp, n. (m.), —(ey8; —-e: 
Instrument, um das Vorhandensein freier Elektri- 
cität wahrzunehmen: Goldblatt.E. #müner Ph. 2, 
96 (s. Elektrometer). ostatih, f.; -en: Lehre v. 
den Elektrieitäten im Gleichgewicht. -oflätisch, a.: 
zur Elektrostatik gehörig, darauf bezügl. okönisch, 
a.: in elektrischer Spannung befindl., s. IMüler 
Phys. 2, 499. otppe, f.; —-n: eine durch Gaiva- 
nopiastik 2c. hergestellte Type, Form zum Abrruck. 
Ausld. 39, 209b 2c. Totppfe, f.; 0: die Kunst des 
galvanoplastischen Stereotypierens. -ovegetomster, 
m., n., —s; ur.: Werkzeug, den Einfluß der 
Elektrieität auf das Pflanzenwachsthum zu bestim- 
men. Jum, n., —s; -a (§ 24, 2, n.]: s. Elektron. 
— Slectuäri- um (mlat.), n., —#;-en [8 24, 2, 
Mn. : Latwerge (s. d.). — Elsketus (lat.), a.: aus- 
erwählt; gewählt: Cénsul (s. d. 2e) e. 2c.; m. 
&amp; 24, 21: ein Auserwählter. w. 16, 261 (s. Com- 
petens) 2c. — Slement (lat.), n., —e); -e, 
(—en. Haller 23; Patattlsus 2, 144b; Sch. Göd. 1, 
265 r#c.): Das, woraus Etwas zusammengesetzt ist, 
besteht, Grund-, Ursteff: 1) (Chem.) unzerlegbare 
Körper: Die heurige Chemie kennt über 60 Ele; Die 
Luft (s. 2 ist kein E., sondern aus 3 E“-en, Sauerstoff, 
Stickstoff u. Kohlenstoff zusammengesetzt, wie Wasser aus 
Sauerstoff u. Wasserstoff 2c. — 2) Ur-, Naturkraft.: 
Nach der ältern Naturlehre galten Luft, Wasser, Feuer, 
Erde für die 4 E-e, vgl. Entelechie u. s. nam. 
EH FMeyer Bot. 1, 103; Burmeister Gsch. 57 2c.; Wo 
sich klar im E-e [Wasser)]] Gold-- u. Silberftschlein 
regen Is. 3]. G. 2, 211; Merhistorheles (die Flamme 
besprechend): Sei ruhig, freundlich E. [s. 3J. 11, 95; 
Die E-e [Naturkräfte, Feuer 2c.] hassen] das Gebild 
der Menschenhand. Sch. 78b; So mag er kämpfen mit 
dem E., den Fluß ableiten 2c. 348a; 5 40 a 2c.; Soweit 
das Erden-E.] uns Sicherheit in seinem Schoße gönnt. 
Seume; Dem gewaltigen Schaum. E-e Meers. Platen 
2, 2102c.; Mit den E.-Geistern des Grafen Gabalis, 
den Sylphen, Gnomen, Ondinen u. Salamandern. W.
        <pb n="332" />
        Elementar 
316 
19, 163; E-en- (od. Elementar-) Gesster. 12,278 
(s. 3); C.= (od. Firmament-) Stein, edler Opal. 
Prechl 4, 510; 545 (vgl. Elementarstein der Eisen- 
kies. rbv.). — 3) (s. 2) So auch: das Einem 
Passende, Behagende, worin man sich frei u. un- 
gehindert bewegt, gedeiht 2e., s. G. 11, 53, wo der 
beschwörende Faust (Wer sie nicht kennte,|die E-elr.) 
die Elementargeister (Salamander, Undene, Sylph u. 
Kobold), Jedes nach seinem E. hinweist: In seinem 
E. sein, wie der Fisch im Wasser; Da das Zusammen- 
bängende euer lder Frauen] E. ist. G. 15, 9; Das E. 
der großen Geister ist die Freiheit. Heinse A. 2, 33; 
Sch. 119a cc. — 4) allgm.: Grundbestandtheil v. 
etwas Zusammengesetztem: Aus wievielen E—en muß 
ein echtes Lied sich nähren? G. 4, 7; Ich allein liefre 
alles jokose E. dazu. Püchler Südöstl. 3, 45 lbin der 
Ggstd des Gelächters); Zere Idee in ihre letzten Ee 
zerfasern. Sch. Göd. 1, 172; Che ich diese interessante 
Komposition .. in ihre ursprüngliche E-e analysiere. 
Eschlegel GR. 166 2c.; auch: Ein Volta'sches E., als 
einfachstes Glied der Volta'schen Säule; Die Laute 
sind E—e der Worte 2c.; E-e einer Planetenbahn, die 
Stücke, wodurch sie sich v. andern unterscheidet 2e.; 
Mit allerlei Kunst- E“len fertig zu werden. Ual.3. 21, 
209; Verschiedene Zwischen-E-e. G. 37, 245 2c. 
— Daher: 5) pl.: die Anfangsgründe einer 
Wissenschaft 2c. Sch. 307b 2c. — 6) in Flüchen, — 
euphemistisch st. Sakrament (s. d.): E.! fönig Kl. 
1, 335; Beim E.! G. 11, 162; Sch. 321b; Him- 
melhöllen-E.! Spielhagen Pr. 7, 386; Abwechselnd 
Mord.E. u. Mohren-C. fluchen. Börne 1, 173; Potz 
tausend Mohren-E. Gutzkow Liesl. 56; Botz Sacker 
u. E.! Schweinichen 3, 117; Blitz E.! Schwab (46) 
147 2c. Lär, a.: 1) zu den Elementen (s. d. 1—A) 
gehörig 2c.: E-e Wirkungen. G. 37, 214 1e. ; E.= 
Analyse, wodurch man Etwas chemisch in seine 
Grundbestandtheile zerlegt; E.-Ereignics, durch 
Naturkräfte veranlaßtes; Faser, s. u.: Theil; 
E.= (od. Ur-) Feuer (2p. 23, 17 2c.); E.-Funkti- 
onen [Gruntthätigkeiten] der Seele; E.-Geister. 
w. 30, 20; Die E.-Geister: Sylphen .., Ondinen .., 
Salamander .., Gnomen. manhison 143 ff. (s. Ele- 
ment 2; 3), auch: Seines Kredits, dieses merkanti- 
lischen E.-Geistes. Ip. Pal. 2, 295, als Schutzgeist 
des Grundbestands im Handel 2c.; Wir finden in 
den verschiedensten thierischen Flüssigkeiten, in denen eine 
lebendige Neubildung vor sich geht, . eine Menge von 
etwa ½2000“ großen Körnchen, den sogen. E.-od. Primi- 
tiv. Köruchen. "Durdach Anthr. 25; E.= sod. Natur.-) 
Kräfte; Zellen sind die E.-Organe der Pflanzen= u. 
Thierkörper; E.-Röhrchen, s. u.: „Theil;-Stein 
(s. Element 2, Schluß); = Stoffe svrsch. 21, chem. 
unzerlegbare. Burdach Anthr. 17; Gewebtheile od. E.= 
Tbeile eines Organs, z. B. E.-Fasern des Muskels, 
E.-Röhrchen des Nerven 2c. 24 2c. — 2) (s. Element 5) 
auf die Anfangsgründe beschränkt, einfach u. saß- 
lich 2c.: Der e#e Unterricht, Vortrag 2c.; E.-Buch; 
Kenntnisse; -Lehrer; „Schule; „Stoff 
lorsch. 1] des Unterrichts; = Unterricht 2c. Tarisch, 
a.: elementar (1; 2): Wenn der kritische Anatom die 
schöne Organisation eines Kunstwerks erst zerstört, in 
Elephant 
e-e Masse analysiert. #schligel GR. 1912c.; Verdamm- 
lich, d. h. des e-en u. höllischen Feuers schuldig. W. 30, 
32; Die himmlischen, e-en u. höllischen Dämonen. 57. 
Ser, m., —; uv.: (s. Element 6): Sakramenter; 
versluchter, verteufelter Kerl. Lilcharl Garg. 232a; 
Tieck NKr. 4, 49 2c., vgl.: Du elementscher 
Zunge! Mügge 3, 9, 190; Du elementscher Schlingel! 
Prut Holb. 335 r2e. -fren, tr.: ein Wort in 
seine Elemente (Laute) zerlegen od. daraus zusam- 
mensetzen (lautieren). -isch, a.: 1) den 4 Elementen 
(s. d. 2) eignend 2c.: An den e-#en Gaben,] rie dir 
verliehn 4 Götter (der 4 Elemente] haben. Näckert 
Nal. 184 „2c.; auch: Oken hat die ersten Menschen aus 
einer Kombination v. Elementen entstehen lassen u. sie 
vier-e-e Organismen genannt. DMus. 17, 1, 7 73 1e. 
(vgl. quaternär). — 2) s. Elementer. — Elemi, 
n., ; 0: E. (E.-Gummi, Harz), das zu Firnissen 
u. Wundsalben dienende Harz v. Amyris elemifera 
(E.-Strauch, . Spville) 2c., s. auch Jeica. — 
Elen, m., n., — ; uv.: E., C.-Thier, Hirsch, auch 
Elend, Elent (-Thier), Elch, Elk — ein in den nordi- 
schen Waldgebieten lebendes hirschartiges Thier, 
Ccrvus dlces, f. Ss. 1, 3626, vgl. Halang; Moose- 
reer 2c. — Elen-chus (gr.), m., uo.; cchen 
!§J 24, 21: der gegen den Gegner geführte Beweis 
u. die Aufzählung der Beweismittel; Uberführung, 
Widerlegung c., auch: Lucian beruft sich, um seine 
Personifikation des E. (llberweisung) zu rechtfertigen auf 
den Menander, der .. den E. als einen Halbgott 
anftreten ließ. W. Luc. 6, 69; 1, 443 10.; E. nomi- 
nälis od. Noeminal-E., namentlich Rüge, — bes. 
v. der Kanzel herab 2c., vgl.: Soll ihr E. pastor- 
lich] den Muttern das Gewissen schärfen? 35 michaelis 
90 ꝛe.; ferner in Rom zur Kaiserzeit: E., Mode- 
name einer aus 3 Glockenperlen bestehenden Giran= 
dole, Ohrgehiünge, s. Elenchen, Respektsperlen 2c. 
Böniger Sab. 409 ff.; Weiss. Kost. 1, 991, vgl. cro- 
talnm. -ktik, f.; 0: Uberführungs-, Wider- 
legungskunst; kirchliche Streitlehre. — Elen-d, 
t: s. Elen. — Sirodörisch: s. eläoderisch. — 
Elros (gr.), m., uv.; 0: Mitleid, — als Dimon 
(s. Anärcia). — Eleph-ant, m., en, (—); Sen; 
—en-: ein großes zu den Vielhufern gehöriges 
Säugethier mit beweglichem, durch eine finger- 
artige Verlängrung dem Thier gleichsam als Hand 
dienenden Rüssel u. zu Stoßzähnen ausgebildeten 
Schuneidezähnen, die das Elfenbein liefern: Der 
indische; der asrikanische E. (Elephas indicus; africä- 
nus, s. Fihl); Der vorweltliche E. (Elephas priscus 
u. primigsnius), s. Mammuth 2c.; Aus einer Fliege 
(Mucke) einen E-en (od. ein Kamel) machen, über- 
treiben, vergrößern 2c.; Das ihn Hackert ciuen Biren 
u. E-en schalt [— plumpl. Guskow R. 9, 396 2c.; 
Ven Leib ein E. lso groß u. stark]. Uücert Rost. 10; 
Der junge E. [Held, — vorher: Stürmer]. 36b 2c.; 
s. u.: E-en-Papier; (vralt.) als Schachfigur — 
Thurm (vgl. Roche). Auch: Ele. Geßner 1, 11; 
Rũckeri Morg. 1, 74 2c.; vralt.: Helfant, Elpent, 
Olband 2c. Zstzg z. B.: Zagd-; Kriegs-E., zur 
Jagd 2c. abgerichtet; ferner: See- E., Cystöphora
        <pb n="333" />
        Slephantialis 
proboschdea, E-en-Rebbe (Giebel 110) 2rc. Als Bstw. 
z. B.: E-en-Auge, auch krankhaft geschwollnes; 
Diese Wände sind e-en-dick. Gutzkow R. 6, 247; 
E-### Fell. Grits Boj. 1, 16, 46, vgl.: Da selt- 
samerweise die sprichwörtlich dicke C-#en-Haut außer- 
ordentlich leicht verletzbar ist. Spieß Exp. 75; E-en- 
Führer, s. Kornak; -Fuß, auch Pflanzenn.: 
Elepháäntopus; Tämus elephäntipes; Zagd; 
Kalb (G. 11, 194), das Junge; -Knochen; 
Kopf, auch Pfl., Rhinänthus slephas; . Laus, 
auch: die Frucht v. Anacärdium (s. Acajou; Caju); 
Meister, oberster Führer der Kriegs-Een. 
3. Marc. 5, 4; Oltarius Ros. 106b; -Ohr, auch Art 
Koralle, Madrepora elephantötus; Orren, 
ein ränischer; Papier, u. zwar: Groß E. (42½“ 
breit, 27¾ hoch); Klein E. (37“ breit, 26" hoch), 
s. Karmarsch M. 2, S6e fl.: Robbe, s. ö.: See-E.; 
Rüssel, auch ein Schmetterling, Spbink elpsnor; 
-Treiber, s. Fuhrer;-Zahn. G. 27, 952c.; auch: 
Dentälium elephantinum 2c. antiasis, f. [8 24, 
3, Uv. : Aussatz, wobei die Füße wie mit einer 
Elerhantenhaut überzogen erscheinen. ntisch, 
: elephantenmäßig, ungeheuer groß. G. 34, 32 rc. 
-anlomachen, pl.: Elephanten-Kämpfer. -ophäg, 
m., —en, —6; —en: „Elephantenesser"“: (Athiepischel 
Stämme, vie von dem Fleische der Elephanten u. der 
Strauße leben, Elen u. Strutiophagen. Geeren 2, 359. 
-as, m. sg 21, 3, -äntis): s. Elephant. — Slest 
(türk.), m., uv.; 0: der Unterwerfungsvertrag 
der Geschöpfe gegen den Schöpfer. Hammer 10, 316. 
— Slélt-o (it.), m., uv.; -i: „Erwählter“, De- 
putierter. Neumont Mird. 1,/129 ff. — Sleusinlken 
(gr.), pl.: E. (Kriegk 1, 331), die eleusinischen 
Mosterken (s. d., z. B. W. 17, 169), ein Geheim- 
dienst der Ceres zu Elsnsis in Attika (s. G. 1, 
231 ff.), vgl.: Das elensische Fest. Sch. 55b; Eh 
ras eleusische Haus nun den Bewährten empfing. 98brc. 
— Eleuther -äta (gr.-lat.), pl. [8 24, 2, n. ]: 
Insekten mit „freien“ beißenden Munttheilen, 
Käfer (Koleöptera). Zia (gr.), f.; 0: Freiheit. 
Siologie, 1.; —(ehn: Lehre von der Willensfrei- 
heit. iomanté, f.; —eyhn: Freiheitswuth. 
Sionomie, f.; 0: Gesetzgebung des freien Willens. 
Lobränchii, pl. [5 24, 2): „Freikiemer“, eine 
Ordnung der Knerpelssche. otppié, f.; 0: Preß= 
freiheit. — Elev-atiön (lat.), f.; -en: Erhebung, 
Hebung, Höhe, z. B.: Alle Berge v. Phokis zeigen 
erst bei 3000“ E. Wald. Westermann 3, 389a 2c.; 
(Artill.) die Erhöhung des Geschützes über den 
Horizont bei Bogenschüssen: E#s-Winkel; 
(Astron.) Höhe überm Horizont, nam. Polhöhe; 
(Bauk.) Auf-, Standriß eines Gebäudes; (kirchl.) 
die Erhebung der Hostie in der fathol. Messe; 
(Tanzk.) Tanz auf den Fußspitzen. Nat. 20, 467; 
21, 15 2c. -ätor: 1) (lat.) m., —; ören /§ 24 
3, öris): Hebemuskel. — 2) (engl. elleweter) m., 
—6#; —# : Hebemaschine, Kran. Kag. d. Ausld. 36, 
68a.Z Satörinm, n., —; len I§8 24, 2, n.]:: 
wundärztl. Werkzeug, Etwas in die Höhezu heben, 
nam, eingedrückte Stellen des Schädels. e (rz. 
eläw'), m., —n; —n: Zögling, Schüler 2c.: Forst-, 
Eligible 317 
Kunst-E. “* Zögling einer Forst= 2c. Akademie. 
ckeren, tr.: erheben: Den Protest (s. d.) e. 2c. — 
Eilf: tausend, z. B.: E. Leila, tausend 
[u. eine] Nacht, s. Charafa. — 2) (engl. 2c.) E. 
(Ele), m., -en; Sen; Elfe, f.; —n: kleine, leichte, 
luftige Geister (vgl. Af, Cllplen): Da steht der E. 
(Traumkönig! zu Häupten ihr. Geidel 158; G. 12, 3; 
Wie für den Gebrauch eines Elen, einer Solphire be- 
siimmt. Gutzkow R. 3, 18; Kobold, E. u. Mahr. 
Matthison 206; 141; Daß ein Ee nächtlich spukend 
unsre Kinder ausgetauscht. Schlegel Sh. 6, 11; Weib- 
liche Elen tanzen. Tiec Chmb. 4, 2; Ein leichtes E-chen. 
Uhland 357 2c. Bei Grimm sc.: Elb (s. u.: E“en- 
König); Mit E-innen tanze der Berg. E. v. 1, 20; 
Bühnen= Een (Schauspielerinnen]. DMus. 15, 2, 
182; Der Champagner-Ee. Chamiso 4, 263; 
Man unterschied die guten Licht= u. die bösen 
Schwarz-C-en; Kunstwerke der Schwarz-Een. 
Uhland Schr. 1, 291 :c.; E-en-Born. v. 1, 20; 
Geister; König. w. 20, 19, Oberon, ogl.: 
Ein Feen= od. E-en-König, King of fairies. 4; Der 
Erlkönig .. sollte Elbenkönig heißen. Simrock Fr. 
194 (Dem daͤn. Ellekonge, d. i. E-en-König, worans 
durch Umdentung Erll(en)könig geworden — dän. elle 
— Erle —, entspricht deutsch Albcrich, frz. alberon, 
auberon, Oberon); E-#en-Königin. w. 20, 267 r#c. 
(s. Titania); „Reigen (Heine Rom. 123), Reih'n 
(V. 3, 11);-Schar. Grün Gd. 332; -Tanz. Uhland 
359;-Treiben,-Wesen; -Zauber rc. enhaft, 
a.: in der Weise von Elfen: Diese e-en Luflbilder. 
G. 30, 334; Gartenl. 13, 620b; Monatbl. 1, 80a; 
Schüching Verschl. Wege 2, 28 :2c. -„enthum, n., 
—(e)s; 0: Elfen-Treiben, -Wesen: Dem altheid- 
nischen übermütbigen Lustreiz des E-s. Heine Lut. 1, 
310 r. Ein, f.; —nen: weibliche Elfe. Kinkel Erz. 
19; V. 1, 20 2c. — Elgönze (ar.), m., —; —: 
„die Nüsse", Name zweier Sternbilder, der Zwil- 
linge u. des Orions (s. d. u. Beteigenze; Dschewis). 
— Slginisch, a.: Ven den Reliefs u. Rundbildern 
dieses Tempels ldes Parthenon's in Athen] haben sich 
viele erhalten, welche gegenwärtig fast insgesammt sich 
im brittischen Museum befinden u. nach dem Lord 
Elgin, der sie dorthin brachte, den Namen e— Mar- 
mor führen. Ariegk 1, 116, engl. Elgin marbles 
leldsbin märb'ls. — Eli (hebr.): mein Gott!, 
z. B.: E., E., lama asabthani. d. i.: Mein Gott, 
mein Gott, warum hast du mich verlassen? Katth. 
27, 46 (s. pl. 22, 2). — Slias (hebr.): männl. 
Name, bes. ein Prophet (s. 1. Kön. 17 ff.): Arrcetit 
nach Himmelssreise, nach E.-Kost, v. Raben od. grarezu 
Engeln od. sonstigen Boten Gottes krerenzt. Guhkow Z. 
2. 164 te.; s. ferner: Elmsfeuer; Koloquinte. — 
Elickeren (lat.), tr.: hervorlocken 2c. — Slidkéèren 
(lat.), tr.: ausstoßen, bes.: einen Vokal (in 
Versen 2c.) zur Vermeidung des Histus (s. d.). 
Elif (pers.), n., —#; —#: der erste Buchst. des 
Alphabets (s. d. u. Alerh). Daumer 1, 49; 315. — 
Slig-endum klat., § 24, 21: das Auswählen: 
Jus eligéndi. Recht der Auswahl. -ibel, a.: 
wählbar. ibilität, f.; 0: Wählbarkeit. Sible
        <pb n="334" />
        318 Eligieren 
(frz. elishib'l), a.: eligibel. ĩcren (lat.), tr.: 
(aus)wählen. — Elimin-atiön (lat.), f.; -en: 
Eliminierung. i#ren, tr.: vertreiben, wegschaffen, 
tilgen, z. B. (Math.): Einc in mehrern Gleichungen 
vorkemmende Größe e. 2c.; Namen aus einem Register e. 2c. 
Elin -os (gr.), m., uv.; -oi: Webe-Lied. Nosen- 
ktanz Psch. 156. — Eliqu-atiön (lat.), f.: —en: 
Eliquierung. Kren, tr.: flüssig machen, schmel- 
zen, läutern. — Elis-iön (lat.), f.; -en: Elidie- 
rung (ogl. Ekthlirsis). - v, a.: tilgend 2c.: E.= 
Artikel (Rechtsspr.) Sätze, wodurch man die 
Anführungen des Gegners umstößt. — Elis-äer, 
Tisch) ium r2c.: s. Elys 2c. — Elite (frz.), k.; 
—n : Auswahl, Kern, das Auserlesenste: Die E-—# 
der Trurpen 2c.; E.-Korps (Spielhagen Pr. 8, 263), 
Mannschaft (253) 2c. — Eliratiön (nlat.), f.; 
—en: das Auskochen bei langsamem Feuer, Er- 
weichung durch Kochen. — Elixi###)r (ar., ulat.), 
n., —e —e: Stein der Weisen, das große E., das 
große Magisterium od. die rothe Tinktur. Bazar 11, 
95b i½., heute: ein tropfenweis zu nehmender 
dicker, durch Weingeist aus Pflanzen gezogner 
Stärfungstrank, z. B. w. 10, 265 rc., vgl.: Unter 
Ratsfia versteht man die aus frischen Früchten, 
Branntwein u. Zucker bereiteten, unter E-en die aus ge- 
trockneten Früchten od. andern Zuthaten u. Branntwein 
theils mit, tbeils ohne Zucker dargestellten Getränke. 
fKiarmarsch 2, 599; JZäger--E. 601; Schwedisches 
Lebens-E., magenstärkend, ebd.; Luft-E., für Eng- 
brüstige; Magen-E.; Wunder-Ee. Holtei Treust. 
2, 69 2c. — Elirivatiön (nlat.), f.; —en: Aus- 
laugung. — Eljeu! (ungr.): lebe hoch ! (s. Vivat): 
E. Kossuth! Gartenl. 16, 100a; Ten. d. Ggnw. 49; Als 
Graf Andrassy das E. a Kiraly [Hoch dem Königs aus- 
brachte. Ualß. 20, 267; E. a haza, ein Hoch dem Vater- 
lande. ebd.; Ein Sturm von E.-Rufen. ebd.; 2702c.— 
Elk, m., —#e)o; e: s. Elen. — Elklschĩs (türk.), 
m., uv.; uv.: Gesandter. Augeb. Z. (11)2125 2c., 
vgl.: Orta Eltschisi, außerordentlicher Gesandter 
zweiten Nangs. Hammer 10, 362. — Ellid-a, -, 
f.; zens; 0: Frithjof's Schiff. Kohnihke Fr. 17; 
40; Simrock Fr. 74 2c. — Ellinor, f.: weibl. 
Name; Zeugstoff (s. Editha). — Elliot (engl.), 
m.: Name, z. B. des Vertheidigers v. Gibraltar. 
(1782). tichtenberg 4, 385 ff.; Unverzüglich lässt. 
Kupidoß der Licbe ganzes Arsenal, wie E—s Feuer- 
kugeln speien; nur zünden sie wie E-s-Kugeln nicht. 
w. 11.221.— Ellip-se (gr.), f.; : „Mangel“: 
1) (Gramm.) Weglassung v. etwas zum Verständ- 
nis zu Ergänzendem. — 2) (Math. ) eine geschlene, 
etwa eirunde Linic von der Eigenschaft, daß die 
Summe der Cntfernungen jedes ihrer Punkte von 
2 innern festen Punkten (den s. g. Brennpunkten) 
eine bestimmte konstante Länge hat; die v. solcher 
Linie eingeschloßne Ebne: Bei einem Kegelschnit“ sst 
das Quadrat der Ordinate entw. gleich dem Rechteck 
ans dem Paramcter u. der Abseisse od. kleiner or. 
gröster. Ze nach dieser Gleichheit, dem Mangel od. 
dem llberschuß beift der Kegelschnitt Parabel, E. od. 
Hvoverbel: Die Planeken bewegen sich in E-#n um die 
Elongieren 
Sonne, die sich in einem der Brennpunkie befindet 2c.; 
Aberrations- (s. d.) E. c. -simber, m., —; uv.: 
E. (ellfpsis imbricäta), Hohlellipse, eine 
Kurve, wie sie z. B. entsteht, wenn ein Cylinder 
durch eine Kugel geschoben wird, rhne das seine 
Achse durch ihr Centrum geht 2e. ogräph, m.. 
en, (—§); -en: ein Werkzeug zur Beschreibung 
einer Ellipse. -soĩd, n., —(e)8; —e: ein durch die 
Umdrehung einer halben Ellipse um ihre (greße 
od. kleine) Achse entstandner Körper, Rerolutions-= 
E. —ticität, f.; 0: die elliptische Form, — im 
Ggstz zur Kreisform (in Bezug auf die Verschieden- 
heit der großen u. kleinen Achse), zur Parabel 2c.: 
Die Bahnen sind so nahe kreisrunr, das selbst die ge- 
nauesten Beobachtungen .. keine E. auszufinden ver- 
mögen. Westerminn 3, 423a; Zede [Kemeten-] Babn 
zuerst parabolisch zu berechnen, denn noch nie hatte sich 
eine so starke E. gezeigt, daß 2c. Mädler 35 7. Atisch, 
a.: 1) (Gramm.) durch eine Weglassung zu er- 
klären. — 2) (Math.) ellipsenförmig, auf der 
Ellipsenform beruhnd 2c. — Ellßchni- um (gr.), 
n., —6; zen (§ 24, 2, u.): Lampendocht. — 
Suplon (walis.), pl.: E., die Elfen. Nodenberg Wal. 
97; Der Krötenschwamm . . Bwid E., d. i. Elfen- 
speise. 81; Menyg E., „Elfenhandschuh“", die blaue 
Glockenblume, ebd. — Elm: E., Sankt Elm(us), ein 
Heiliger: E-s-Feuer sind die öfters an Sritzen ragen- 
der Ggstde, nam. am Topp der Masten, an den Nocken 
der Nahen sich zeigenden, im Altertbum auf die Dioskuren 
(s. Ramler Moth. 33 8) gerenteten Flammen, auch St. 
Helena's- (u. Topp-) Feuer genannt u. in kirchl. Umdeu= 
tung Si. E#s-, wie auch (vgl. 2. Kön. 2, 11): 
Elias-Feuer, vgl. Bobrik 354; Globus 4, 64a4; 
Humboldt Kosm. 2, 59; Das Es-Feuer ..: eine 
Flamme, Helena des griech. Seevolks, bringt Ungluck; 
2 Flammen, Kastor u. Pollux, jind beilsame 
Zeichen. 122 1c.; Zwei E-s--Fcuer, 2 Dioskuren werden 
sie von den Zinnen des Karitols in die sräteste Nachwelt 
glänzen. Grabbr Hann. 139. — Sloäh (hebr.), m., 
—s; Elohim (s. d.): Gott (bogl. El II). — 
Elocferen (lat.), tr.: vermietben; ausstatten 
(Töchter 2c.). — Elög-e (frz. öfb'), f.; -n: 
Lobeserhebung, Lobrede 2c.; auch nentr. (frz. m.), 
z. B. Forster Br. 1, 272; w. 36, 104; Meick 1, 
157 2c. (vgl. Enkeminm). — iäst (nlat.), m., -en, -6; 
en: Lobredner, Lobhudler. -ium (lat.), n., —; 
ekeu [8 24, 2, n.): das Ausgesagte, Außrung, 
Kundgebung in Worten 2c., nam.: Grabinschrift 
2c.; (Rechtsspr.) E. modicum, ärztliches Gutachten; 
E. ultimum, letztwillige Verfügung 2c.; auch — 
(frz.) Eloge. — Slohim: Mz. zu Eloah (s. d.), 
theils = Götter; theils (als f. g. Pluralis 
masestatieus) — Gott: Die E. zur Nas' hinein] den 
besten Geist ihm bliesen. G. 4, 8: 20, 154; 155; 
21, 167; 30, 362 re. — Slokalion (lat.), k.; 
en: Elocierung. — Slokulion (lat.), f.; -#en: 
der rernerische Ausdruck. — Slong-ation (lat.), 
f.; -en; —§-: Ausweichung, z. B.: E. (od. Aus- 
schlag) eines Pemels; E-—#. Winkel; f. ferner 
Digressien. -ĩẽren, tr.: ausdehnen, verlängern.
        <pb n="335" />
        Eloquence 
— Slo-quenre sfrz. —känaß'], f.; 0: Eloquenz. 
ISodi Par. 1, 220. —quent (lat.), a.: berett. 
quenz, f.; —en: Beredtsamkeit. — Elp-is (gr.), 
f.; 0: die Hoffnung (als Göttin). G. 3. 347. 
isliker (gr.), m., -s; uv.: elvistischer Philosoph. 
iflisch, a.: die Hoffnung als Hauptriebkraft im 
menschl. Leben ansehnd. — Sltschis: s. Elktschis. 
— Elueidation (lat.), k.; —en: Beleuchtung, 
Erläutrung 2e. -irren, beleuchten, erläutern, er- 
klären. — Sludferen (lat.), tr.: Etwas ver- 
meiden, demselben ausweichen; Etwas vereiteln; 
Drohndem entgehn; hintergehn, täuschen 2c. — 
Eluhubr-atiön (lat.), f.; -#en: gelehrte, von 
Fleiß zeugende Ausarbeitung. ###e tr.: sleißig 
— eig. bei Licht — ausarbeiken. — Elul (hebr.), 
m., —§8; 0: s. Ab I.— Elufeiön (lat.), f.; —en: 
Eludietung: Ausweichung; Vereitlung; Umge- 
hung; Ausflucht, Winkeling. -#in, örisch, a.: 
eludierend. — Slutriation (ulat.), f.; Sen: 
(Chem.) Auswaschung, Abschwemmung erdiger 
Theile. — Sluxatiön (ulat.), f.; —en: Aus-, 
Verrenkung. — SElwan (türk.), m., —8; —: 
Handschuh (s. III El); E.-Pisto, Haudpistole; E. 
Tschubukli, reicher Stoff mit farbigen Streifen. — 
Elßs-äer, m., —#;; uv.: Bewohner Elysiums: 
Gleich den Seligen im Elysẽ erfeld. W. 12, 198; Dies 
Elisäerleben. Hamb. Th. 2, 139 ic., vgl. Champs 
ss. d.) Grsées. -ädisch, isch, -isch, a.: in der 
Weise des Elysiums, wonnig, entzückend, himm- 
lisch: Elisische Gefühle. Sch. Gör. 1, 48 rc.; Elyfäi= 
sches Kabineit, die frz. Regierung von 1849—51, 
nach dem Elpsée (einem Palast in Paris, — vl. 
Elvsium), als Residenz des damaligen Prästidenten 
der Republik, Louis Bonaparte. -ion, n., —8: 
s. Elysium: Von dem E., den Inseln der Seligen. Hum- 
boldt K. 2, 164; 165 ꝛe. -ium, n., —; (ken, 
—8): Aufenthalt der Seligen; übrtr.: Wonne, 
Entzucken; ein wonnevoller Aufenthalt 2c., z. B. 
als Name v. Lustschlössern, Vergnügungsörtern 2c. 
An dem westl. Errrande, auf dem Wege zum E. u. zu den 
Hesperiden. 151; w. 12, 162; Alle Sommertbeater, 
Arenen, Tivelis, Es. Holtei Ch. 1, 208; E-s Leben, 
ewige Wenne. Sch. 8b; Freude ., Tochter aus E. 
19a; 120 Sa; Welch E. schen in dem Geranken blüht r2c. 
Gör. 1, 41; Elisium. 237; 242; 254 tc.; ugw. 
Mz.: Die Sprache .., die man in Elysen srricht. 
217; Wer weist mich nach Elysen hin? 256, vgl.: 
In Elysien. Cüleist 2, 121 2c.; Mild, wie umweht von 
E—s-Luften. Sch.; Die Es--Sekunde. Göd. 1, 
225 rc.; Das Baum-E. v. Kerasia. falmerayer Or. 
2, 11; Im Vor-E. Hölderlin H. 1, 125; w. 18, 
274 2c. — Elptr-alg#e (gr.), f.; —eyn: Mutter- 
scheidenschmerz, s. Kelpalgie 2c. -ilis, f. [8 24, 3, 
uv.): Entzündung der Mutterscheide, Koleĩtis 
(s. d.); Kolvitis (s. d.). ocele, f.; —m: Scheiden= 
bruch. -öneus, m. [/§ 24,21: Scheidengeschwulst. 
ophßma, n., — ; —a [8 24, 3, n., -tis]: Schei- 
dengewächs. -on, n., —; -a: Hülle, Scheide 
(Keleos), bes.: Mutterscheide; auch: Flügeldecke der 
Käfer. Olen 5. 1629. optöfis, f. 85 24, 3, uv. J: 
Emanieren 
319 
Mutterscheidenvorfall Koleortüs). orrhagik, f.; 
—(ehn: Scheidenblutung. orrhéris, f. (§ 23, 
3, uv. 1: Zerreißung der Mutterscheide 2c. 
SEma: s. Emu. — Smarer#atiön (lat.), k.; 
—en: Emacerierung. -ikren, tr.: ausmergeln, 
abmagern. — Smoil (frz. emälj), n., m., —; 
—#: „Schmelz“, Schmelzglas, leichtflüssige, durch 
Metalloryde gefärbte, zum Uberziehn feiner Metall— 
arbeiten dienende Glasflüsse — u.: Etwas von 
ähnl. Aussehn; Orakes, weißes E. c. Karmarsch 1, 
715 ff.; Den Zahnschmelz od. das E. Jurdach Anthr. 
71; Der E.] rer Zähne. kreiligrath SW. 1, 10 3 rc.; 
E.-(od. Schmelz-) Farben; Gemälve; = Ma- 
ler lei);-Masse; -Pulver; „Sorte: Tber-, 
zug#.; Die Uhrzifferblätler ic. mus man auf der Rückseite 
gleichfalls mit E. versehen (Gegen-E., contre-éCmail) 
ꝛc. Kormarsch M. 1, 161; Zahn-E. 2c. -lage (—ä #|, 
f.; —ein: Cmaillierung. T. 1, 718. -leur (örl, 
m., —8; —S -e: Cmaillierer, vgl. weibl.: Mlle 
Rachel, die Emailleuse l#-eös'l. Wachenhufen Ev. 52. 
-lĩẽren, tr.: mit (od. wie mit) Email überziehn 2c. 
Karmarsch 1, 716; „Email ierte“ Schurpen, Zähne. 
Burmeister Gsch. 113; Diese Laries mit frischen, rosigen 
ed. auch durch Mistred Rachel's Kunst „emaillierten“ 
Gesichtern. Schücking FrR. 1, 216 2c.; Emaillier- 
Kunst; „Lotb, strengftüssiges (aus Gold u. Sil- 
ber) für zu e-e Waaren. Karmarsch M. 1, 382; 
Ofen, Muffelofen zum Behuf des E-. 161. — 
Smameh (ar.), f.; —s: Koxpfbedeckung (s. Libreb). 
weils Kost. 2, 231. — Emanat-iön (lat.), k.; 
—en: Emanierung, Ausfluß 2c.: Als Gesanrter des 
Höchsten, als eine göttliche E. Konalbl. 2, 50 6a 2c.; 
Nach E. dieser Verordnung 2c.; E—s- od. Emissions- 
System, wonach z. B. das All ein Ausfluß der 
Gottheit;-Theorie, die eine eigentbnmliche von 
leuchtenden Körpern nach allen Seiten hin aus- 
stromende Lichimaterie annimmt (Ggstz Umulatiens- 
od. Vibrations-Theorie, wonach das Licht sich durch 
Schwingungen des Athers — s. d. — for pflanzt). 
Pouille2,217. ismus, m., uv.; 0: Emanations= 
system. — Smancip-ätio (lat.), f. [8 24, 3, 
önis]: Emaneipierung: E. saxönica, Enklassung 
der Kinder aus der väterl. Gewalt durch Gründung 
eignen Hausstands. atiön, f.; —en; —-: Eman- 
cipierung: E. war bei den Römern eine gerichtl. Hand- 
lung, wodurch bisher Unmündige aus der väterl. Gewalt 
entlassen wurden. W. 31, 566 2c.; Frauen-; 
Juden-; Neger-; Sklaven-E. 2c.; E-s-Be- 
strebungen; -Freund; -Gegner; süchtig 
(HNai. 21, 181); -toll (Glagan Neut. 1, 243); 
.Träumereien (Kügge Rom. 3, 9, 107) ꝛt. 
Tationist, m., X## —s; -en: Freund, Fördrer der 
Emaneipation (nam. der Neger). -atio, a.: auf 
Emaneiparion hinarbeitend, danach strebend rc. 
Hilebrand Nat.-Lil. 3, 293; Scherr Stud. 1, 267; 
270 „rc. -ätor, m., —; ören (§ 24, 3, öris!: 
Entknechter. -atörisch, a.: emancirativ. Grenzb. 
26, 2, 411. - eren, tr.: enkknechten, frei machen, 
zur Gleich= od. Vollberechtizung erheben; refl.: 
sich über die bestehnden Schranken od. Beschrän- 
kungen fortsetzen 2c. — Emanieren, intr. (sein):
        <pb n="336" />
        Emansor 
320 
ausfließen, aus-, ergehn; tr., faktit.: ergehn lassen 
(Verordnungen c.). — Emans-or (lat.), m., 
—; -zören [824, 3, öris): Einer, der über die Zeit 
des Urlaubs ausbleibt. — Smarginkert, a.: aus- 
gerandet (z. B. Botan.). — SEmball-age (frz. 
angballäshe), f.; —m: Verpackung (Impacco); Pack- 
zeug; Packlohn. -ement (''mäng), n., —s; —: 
Emballage: Die Ausstellungs-Gastde standen noch in 
ihren Kisten u. EKs. UNodenberg Par. Bild. 221 2W. 
Seur (□ör), m., —;#—8, Se: Packer, Packknecht, 
Ballenbinder. ren, tr.: einballen, ein-, ver- 
packen, vgl.: Wie eine Mumie ein balliert. w. 10, 
217 cc. — Smbämma (gr.), n., -s; ta 18 24, 
3, n., tis): Tunke, Brühe. — Smbärgo (span.), 
m., n., —#8; —: Arrest, Beschlag, der auf ein 
Schiff gelegt wird, um es am Auslaufen zu hin- 
dern. — SEmbarill-age (frz. angbariljäsh'), f.; 
—4 : Verpackung in Fässer. kEren, tr.: in Fässer 
verpacken (s. Baril). — Embar-kation (frz. 
angbarkaßjöng), f.; —§: ein Fahrzeug, nam. mit 
nur 1 od. 2 Masten. S#emilaso Afr. 1, 109; 1blo; 
264 2c. quement Emeng), n., —#; —#: Embar= 
quierung. - quiäno (span. embarki 2c.), m., —; 
—§6: Lotse; u. in Südamerika, der wegekundige 
Leiter u. Wegebahner durch die Waldwildnisse: 
Indianer, sogenannte Practicos od. Es. Grenzb. 21, 
1, 223; 230; 312; 307; 311 rc#. — qukeren (erz. 
angbark-), tr., refl.: einschiffen: Das Boot, in dem 
ich mich embar kierte. püchter Süröstl. 3, 5 15 2c.i ver- 
allgemeint: Das E. der aus dem Lager ziehenden 
Truppen lin die Wagonsj begann. Hausbl. (67) 1, 66 rc.; 
ferner: Einen, sich in einen Handel e., ihn darin ver- 
wickeln, sich darin einlassen 2c. — Embarr-as 
(frz. angbarrä), n., uv.; uv.: Verwirrung, Ver- 
legenheit, in der man sich befindet; Ungelegenheit, 
die man Einem verursacht 2c.: Viel E. machen 2c.; 
E. d’abondance ldabongrängß] od. de richesse 
trihscheß), durch Uberfülle entstehnde Verlegenbeit, 
indem man nicht weiß, wo man mit Allem hin, 
wie man es unterbringen soll. -assänt (Cassäng), 
a.: embarrassierend. -assieren, ir.: in Verlegen- 
heit, Verwirrung bringen; aufhalten, hindern rc. 
— Embärren: s. Ambar. — Embastill-ement 
(frz. ilmäng), n., —s; —#: Embastillierung: Daß 
die Kammern zu einem E. der Hauptstadt niemals Geld 
bewilligen werden. Di#erielj. 24, 179. -ĩẽren, tr.: 
in eine Bastille (s. d.) umwandeln. — Embaleri- 
on (gr.), n., +—; zen: Marschlied, Marsch. — 
SEmbates, m., uv.; uv.: 1) Art hochaufragender 
Sliefel. Weiss Kost. 1, 724.— 2) (ugr.) s. Imbatto. 
— Embäüba: s. Imbauba. — Embauch-eur 
(frz. angbohschör), m., —; —s, —e: Falschwerber, 
Seelenkäufer 2c. - Ueren, tr.: listig anwerben rc. 
— Embeguinieren (frz. angbegin rc.), tr., retl.: 
Einem, sich den Kopf umwickeln (s. Begine 2); 
Einem, sich Etwas in den Kopf setzen. — Smöbell- 
e#ren (frz. ang), tr., refl.: verschönern. -issement 
Cmäng), n., —; —s: Embellierung. — Ember: 
1) (engl.) m., —; —#: Asche: E.-Gans, E.-goose 
lgus'), Art Taucher, Colymbus immer. — 2) 
(ungr.) Mann. Cinde Char. 1, 74; 86 r. — 
Smbrpo 
SEmbla, f.: s. Askur. — Emblem (gr.), n., -(e)s; 
—e; Ja, n., —6#; -ta [8 24, 3, n., -tis]: kenn- 
zeichnendes Sinnbild. -ätisch, a.: sinnbildlich. 
atis kren, intr. (haben): finnbildern: tr.: durch 
Embleme darstellen. — Emboitl-ement (frz. ang- 
boatimäng), n., —##: —#: Einschachtlung, z. B. auch 
im Satzbau. -ieren, tr.: einschachteln. — Sm- 
bolädo (span.), a.: Da der Novillo (s. d.]) schon 
gefährl. zu werden anfängte, so befestigt man ihm um- 
wickelte Kugeln an den Hörnern u. er ist dann e. Elodus 
4, 102a; Ihre Hörner waren e-s, mit dicken Knörfen 
an der Spitze unschärlich gemacht. Uat3 21, 323.— 
Emb-oliförm (gr.-lat.), -ölisch, a.: zapfen- 
förmig. ölisis, k. [8 24, 3, uv. ): Einspritzung, 
Klystier. -olismicus, a.: Annus (s. d.) e. 
olismus, m. I§8 24, 21: Cinschaltung v. Tagen 
ꝛe. in den Kalender (Interkalation). olus, m. 
[I§&amp; 24, 2): Zapfen, Kolben, z. B.: Damnfkolben 
od. E. Bobrih 227b 2c. — SEmbonpoint (frz. ang- 
bongpoeng), n., —s; —#: Wohlbeleibtheit. . iert, 
a.: wohlbeleibt. Solon 3, 485; Zukunst, 1, 54. — 
SEmbössment (engl.), n., —: —: erhabne Arbeit. 
Kohl Engl. 1, 18. — Smbouch--emenl (frz. ang- 
busch'mäng), n., —s; —s: der Ansatz beim Spiel v. 
Blasinstrumenten. -ren, tr.: Ein Blasinstrument 
so u. so e., handhaben in Bezug auf den Ansatz; 
Ein Pferd e., mit einem (passenden) Gebiß versehn; 
So u. so embouchiert sein, solches Maulwerk haben 2c. 
—-#, k.; — : Mundstück, v. Blasinstrumenten 
(auch = Emvbouchement); Mundstück des Pferde- 
gebisses; Mündung z. B. eines Flusses. Geschützes, 
Hohlwegs 2c. — Embourf feren (krz. angburf 2c.), 
tr.: einbeuteln, einsacken, it. imborsieren. — 
SEmboukferen (frz. angbut-), tr.: (Metallarb.) 
Blechwaaren treiben, auftiefen, aufziehen, val.: 
Dé à emboutir, Anke 2c. — Embranch-ement 
(frz. angbrangschnäng), n., —#; —#s: Verzweigung, 
Verschränkung; Verbindung v. Balken u. Sparren; 
Zweigbahn, Nebenstraße 2c. ĩẽren, tr.: verzwei- 
gen; Holz in einander zapfen; Straßen vereinigen, 
in einander münden lassen 2c. — SEmbrasseren 
(frz. ang rc.), tr.: in Brand setzen, anzünden. — 
Embrass-äde (frz. ang 2c.), k.; —n; —ement 
(Imäng), n., —s; —#: Umarmung. —ieẽren; tr.: 
umarmen, umfangen: (Kriegsf.) zw. 2 Feuer 
bringen. — Embrafüre (irz. ang-), f.; n: 
Schießscharte; Fenster-Offnung, -Vertiefung 2c. 
— Embr-gma (gr.), n., —; -ta [8 24, 3, n., 
tis!); -ocha, f. [8 24, 2): Tropfbad; feuchte 
Bähung: Einreibung. — Smbrochkeren (frz. 
angbrosch), tr.: an-, auffrießen, mit dem Degen 2c. 
(s. Broche). — Embronill-ement (frz. angbrulli 
ming), n., —#; —: Verwirrung, verwirrter Han- 
del (I. Imbroglio). -iren, tr.: brouillieren (s. d.). 
— Embrunieren (frz. ansbrun rc.), ir.: (Mal.) 
bräunen, mit dunkler Farbe überziehn 2c.; intr. 
(sein): nachdnnkeln. — Smbrn-o (gr.), m., —; 
—s, önen: Keim, Keimling von Pflanzen (z. B. 
Burmeister Gsch. 311; 357) u. Thieren, bes.: das 
Kind im Mutterleibe (ogl. Föms), auch verallge-
        <pb n="337" />
        Embryogenie 
meint: Aus jenen Kelonie-E“en entwickeln sich allmäb- 
lich die neuen Städte des Lanres. Kohl Sudrr. 2, 2 51 ½.; 
selten n.: Es sitzt im Ei schon ein gestaltgewinnendes 
E. Pet. 1, 214 2c.; äuch: Das zu lang gesäugte Kind 
raubt dem Embryon die Nahrung. 3p. Wahrb. 3, 185. 
ogenké, f.; —en: Cntstehung, Entwicklung des 
Embryos. (ogräph), -olög, m.,-en, -; -eh)n: 
Kenner der Embryegenie, z. B. Un#ur 15, 178a. 
Dazu: E-iẽ, f. (z. B. Ausl. 38, 76 Sa); Elisch, 
a. oktonké, f.; —(eyn: Tödtung der Leibesfrucht. 
önisch, a.: in der Art eines Embryos, keimbaft, 
noch unausgebildet 2c.: Diesere-e Zustand. Uosenkranz 
Poes. Gsch. 20; Die e-en Menschen, deren Vernunft 
noch unentwickelt rc. w. 31, 109, vgl.: In Berück- 
sichtigung rieser zembrvonellen Hinnzellen sdie sich 
beim Embryo finden]) mussen wir auch das ausgebilrete 
Gehirn in 3 Tbeile eintheilen. Burdach Antbr. 150; 
Embrvenäl-Selle 2c. osphahles, m., uv.; 
uv. : Werkzeug zum Täötten der Leibesfrucht, wo 
dies zur Erhaltung der Mutter nothwendig wird. 
othlasiic, f.; —eyn: Zerstücklung der Leibes- 
frucht, wo die Geburt auf andre Weise nicht zu be- 
werkstelligen. -olhläst m.,-—en, —S;-en: Werkzeug 
zur Embryothlasie. -otom, m., —(ehs; —e: Werfk- 
zeug, von der Leibessrucht Theile, die die Entbin- 
dung hindern, abzuschneiden. -olomic, f.; —eyn: 
1) Operation mittels des Embryotoms. — 2) 
Anatomie v. Embryonen. ulkis, f.; —eyn: Ent- 
binrungskunst. — Embus-rade, -käde (frz. 
angbüs 2c.), f.; — : Hinterhalt. -kleren, an#### 
[+ tr., refl.: in einen Hinterhalt legen, s. 
buskieren. — Sme: s. Emu. — SEmend-a (mlat.), 
f. [824, 11: Wergeld. -ända, pl. [8 24, 2, n.J: 
Anzeige der in einem Buch vorzunebmenden Be- 
richtigungen (vgl. Kerrigenra; Erratg). Jatiön, 
f.; —en: Verbesserung, nam.: Tertberichtigung: 
Es-Verschlag. - ator, m., —; ören /§8 24, 3, 
öris): Einer, der — u. sofern er — eine Schrift 2c. 
emendiert, Textberichtiger, vgl.: Grübelsinnige Ent- 
mängler. Zelter 3, 308 (s. 288). -e, f.; —: Emenda. 
ifren, tr.: den Tert einer Schrift v. eingeschlichnen 
Fehlern reinigen (entmängeln), berichtigen 2e. — 
Emerald (engl.), m., -; S#: Smaragd (. d.). — 
Emerg-em#ent (frz. emersh'mäng), n., —; —#5: j. 
Liste. -ens llat., § 24, 3, n., ntis, Mz. ntial: 
etwas Auf-, Hervortauchendes, sich Ereignendes: 
E. nörum, ein neuer Umstand. nz, f.; 0: das 
Emporkommen, Berühmtwerden. - leren, intr. 
(sein): auf-, emrortauchen, sich herverthun 2e. — 
Emẽr-ĩeren (lat.), intr. (sein): ausdienen. #t, 
a.: ausgedient; m., —en; -en: ein Ausgedienter, 
in Ruhestand Versetzter: E-en-Ansialt,-Haus, nam. 
für die Emeriten unter den kathol. Geifstlichen. 
Sitikren, tr.: für emerit erklären, in den Ruhe- 
stand versetzen. -itür, f.; —en: Emeritierung. 
DAus. 15, 2, 527. -itus, a.: emerit: Als Paßor 
e. ꝛc.; Einen pro Ifuͤr] emẽrito erklären 2c. — Smer- 
sion (lat.), f.: —en: Emergierung, auch (Astron.): 
das Sichtbarwerden eines Himmelskörpers, nam.: 
sein Austritt aus dem ihn verfinsternden Schatten; 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Sminentia 
321 
E--Winkel eines schrig gegen das Wasser ge- 
worfnen u. nun cbprallenden Körprers 2e. — 
Emerveillikren (srz. —welj-), tr.: in Verwund-= 
rung setzen. — Em-essĩe (ar.), f.; —-(e)hn: Nei- 
gung zum Erbrechen. esiomän, m., -#en Ce#); 
—en: Arzt, der für Brechmittel schwärmt, auch 
Emetomän. Dazu: E-#i#n f.; eisch, a. 
esiophöbe, m., -n; —-n: Arzt, der sich vor 
Brechmitteln scheut, — auch Emererhöbe. Dazu: 
Emesierbeb= , f.; eisch, a. -esis, f. [824, 3, 
„ uv. ): das Erbrechen. ma, n., —#: —a § 24, 
3, n., tis]: Ausgebrochnes. etatrophié, f.; 
—(eyn: Atrophie (s. d.), Abzehbrung durch häufiges 
Erbrechen. lticum, n., —: ika I§ 24, 2, n.]: 
Brechmittel. -elicus, a.: Erbrechen bewirkend: 
Tärtarus e., Brechweinstein (weinsteinsaures Anti- 
moneryd-Kali). -elin, n., —e): 0: der emetische 
Stoff der Brechwurzel (s. Irek#akuanba). otisch, 
a.: emeticus. ZTetokalhärfis, f. [8 24, 3, uv.]: 
Ausleerung durch Erbrechen u. Stuhlgang. Dazu: 
Emetokatbärtisch, E. bewirkend. -etologfe, 
f.: —en: Lebre v. den Brechmitteln. -#t,man 
c., -ctophobe 2c.: s. Emesic k. — Emcu: s. Emu. 
— GEmeül-e (rz., auch: emöt), f.z —m:: Menterei, 
Aufitand: Die kleine Hof. E. Schüching Verschl. Weg 
2, 84; Straßen-E. Künstl. Leir. 22 2c. — 
-ier lemötfel, m., —; —#: Erreger einer Emeute. 
— Emgallo, n., —s: —5: Warzenschwein. 1e#z 
Nat. 1, 498 (vgl. Aria 2). — Smian (chald.): 
Abencib (s. d.). — Emia-Sileh (türk.), m., —; 
—: Oberstwaffenträger. Hammer 10, 316. — 
Emigr-ant (lat.), m., -en, (—8): -en: Aus- 
wandrer, — nam. v. den Vaterlandsflüchtigen zur 
Zeit der ersten frz. Revolution: E-#en-Familie 2#c.; 
E-in. s. 2c., vJI.: Seines E-enthums ungeachtet. 
Holiti Es. 2, 228. Zätio, f. [8 24, 3, önis]: Aus- 
wandrung: E. codcta, gezwungne; voluntäria. frei- 
willige 2c. - atiön, f.; -en: Auswandrung (s. 
Erratriation): Es-lustig 2e. -é (frz.), m., —S; 
—6 : Emigrierter. -ĩẽren, intr. (sein): auswan- 
dern, nam. in Maße, in Folge volitischer Umwäl- 
zungen re.: Scharen vornebmer Emigrierten. ISohl 
Par. 1, 51. — Emitkatioön (lat.), f.; —en: das 
Vorsrringen; das Funfensprühn, Verruffen. — 
Smin (türk.), m., —s; —# : Aufseher, Intendant. 
Hammer 10. 316, z. B.: E-i-Abiam, Intendant 
der Befehle;= Fetwa, Kanzleidirektor des Mufti; 
Kiagbari, Intendant der Schriften (Papiere, 
der Archire) u. zwar: birun u. enderun, der äußern 
u. der innern, auch: Kagbari (birun od. enderun) E-k. 
351 1c.;äs. ferner: Anbar; Binar; Defter; Sanduk 2c. 
— GEminree (irz. emengße) (f.); n., —, —n: ein 
Gericht aus dünnen Fleischscheibchen. Scheidte Kechb. 
174; 190. — Emine, k.; —n, —, uv.: ein Ge- 
treidemaß in Turin 2c.: Der Sacco bat 5 E. à 8 
Coppi, à 214 Cucchiari. Cncyhl. f. Kaul. 737a, s. 
Mina 1, vgl. Copet. — Emin-ent (lat.), a.; her- 
vortretend (6. 21, 169), bervorragend, vorzügl., 
ausgezeichnet: Ein e-erer Mensch. W. 3 1, 107 re. (s. 
auch Jüs Sminens). entia, f. I§ 24, 11: Her- 
21
        <pb n="338" />
        322 Eminenz 
vorragung, z. B.: E. quadrigsmina, Vierhügel des 
Gehirns 2c. Tenz, f.; —en: Eminentia, z. B.: 
Das bleibt der höchsten geistigen E. vorbehalten, die man 
mit dem Namen Genie zu bezelchnen pflegt. Schopenhauer 
Par. t, 359 sc., nam. auch als geistl. Titel: So 
konnten also Seine E. lder Kardinall nichts Eminentes 
an diesem Fra Paolo sehen. w. 36, 70 ꝛc. -irren, 
intr. (haben): hervorragen, sich auszeichnen. — 
Emir (ar., —), m., —#, —n: —#, Se, —n: Fürst, 
Führer 2c. (vgl. Mir 1; Admiral): Die Ere. Frankl 
Jer. 1, 395; In Arabien giebt es E-e als Anführer der 
Beduinen; Statthalter der Provinzen tragen dort diesen 
Titel re. Gerhard Wil. 2, 216; Alle E-s der Kedarener 
handelten mit dir lHes. 27, 211. Heeren 1. 737; Viele 
E-e. Nosenkranz Poes. Gsch. 237; Sultane u. E.e lin 
Ostindien!. Westermann 3, 533b 2c.; Ein Kaftan, wie 
ihn nur dle höchsten E-n tragen, wenn rc. w. 20, 
115; 122; 124; Ein Mann, v. E-s-Glanz umbullt. 
118; Eines E-s Sklav. 11, 270 2c.; E.-Achor, 
Oberstallmeister. ammer 10, 346, auch: Imrachor. 
350, vgl. verderbt: Imbrahar-Baschi, Ober-Stall- 
meister. Heyse, s. auch Istabili; E.-Alem, Reichs- 
fahnenträger; E.-Bazar, Marft-Aufseher; E.= 
Chasinedar, Oberstschatzmeister; E.-Haodsch C), 
Führer der Mecca-Pilger (s. u.); E.-Silah, 
Oberstwaffenträger 2c., auch: E.-al (od. -ol, »ul) 
Hädsch (s. v.); = Kebir, Großfürst; Mül- 
menin od.- Müslemin, Fürst der Rechtgläubi- 
gen; = Omra od. Umara, Befehlshaber der Be- 
fehlshaber, z. B.: Titel der ersten Minister, ober- 
sten Statthalter 2c. — Emiss-aire (frz. —är), m., 
— ; —#; Zär (lat.), m., —#; +en; -är, m., 
—+e):; —e: 1) — Emissarius, weibl.: Emiss- a rin. 
Gutzkow 3. 2, 217; ärin. 306; 3, 355. — 2) — 
Emissarium, z. B. Die Gossen der Küchen u. gewisse 
Emtssäre andrer Art. Ross Ins. 2, 60 2c. -ärium, 
n., —6 ; ken [8 24, 21: (Wasserb.) Ablässe, emis- 
säria, welche entweder offen od. bedeckt das Wasser des 
Sees auf ein niedriger gelegenes Terrain leiteten. Guhl 
2, 67 rc.; (Anat.) Emissäria Santorini, Venen, die 
durch Offnungen in den Schädelknochen eine Kom- 
munikation der äußern Kopspenen mit dem Blut 
in den Blutgefäßen der harten Hiruhant vermit- 
teln 2c. -ärius, m. [§ 24, 21: ein wohin ent- 
sendeter geheimer Agent (s. d.). iön, f.; —en: 
(s. Emanation) Ent-, Aussendung; Verbreitung, 
nam. v. Geld, das In-Umlauf-Setzen, die Aus- 
gabe 2c.: E. v. Darlehnskassenscheinen. Na#3. 21, 188; 
Ihre Noter E. dadurch vermehrt. .. Durch Mehr- 
E. v. Noten. 18, 133; Keine Uber-E. v. Noten. 20, 
171; 19, 250; Der Kours der Eintrittskarten zum 
Dreifachen ihres E-s--Preises gesteigert. 21, 209 2c.; 
E-s-(od. Emanations-) Theorie; Wären .. Ab- 
sorptions= u. E-s--Vermögen für Licht u. Wärme 
überall dieselben. Humboldt K. 1, 341 ce. —U a.: 
entsendet, ausgestreckt 2c.: Emfssa männ, mit 
Handschlag. — Emilt-áut, m., en, (—6); —en: 
Aussender 20. -eren, tr.: aussenden, verbreiten 
ca.: Geld, Noten e. in Umlauf setzen 2c. — 
Emmagalin-age (frz. angmagasinäsh'), f.; In: 
Aufbewahrung im Magazin (s. d.) u.: Geld da- 
Emphysem 
fuͤr, Lagergeld. -keren, tr.: in ein Magazin zur 
Aufbewahrung bringen, aufspeichern. — Em- 
manchement (frz. ammangsch'mäng), n., —; —#: 
(Mal. 2c.) Beglierrung. — SEmmelkka (gr.), f. 
1§ 24, 11: tragischer Chortanz. Nolenkranz Poes. 
Gsch. 186. — Emmen-ihagögon (gr.), n., —; 
ga: Mittel zur Fördrung der Emmenien. 
(ialogle, f.; —ehn: Lehre v. den Emmenien. 
T#en, pl.: etwas monaklich Wiererkehrendes, z. B. 
solche Feste; nam. aber: die monatl. Reinigung 
der Frauen (Katamenken). — Smmeubl 2c.: s. 
Ameubl 2c. — Emmot-on, = um (gr.), n., —#6;;za 
[8 24, 2, n.]: Wundsalbe auf Charpie. — 
Emnisjet (türk.), n.: Sicherheit. hammer 10, 3456. 
— Smollat.): ich kaufe: Tänti pœnitẽre non e. [so 
theuer kaufe ich nicht die Rene, d. h. einen spater 
zu bereuenden Genuß], z. B. Chümmel 2, 216. — 
Emeisin (frz. emoaseng), n., —#; —#: eine Papier-= 
sorte (241¼/¼“ breit, 19“ hoch), Lexikonformat. — 
SEmoöll-icns lat., § 24, 3. n., #ntis; Mz: 
jEntial: erweichendes Heilmittel, s. Malagma. 
cTren, tr.: erweichen, sanft machen, mildern. — 
Emolnment (lat.), n., —(e)s; —e: Vortheil, 
Nutzen: Amtsertrag, nam.: Nebeneinkünfte (vgl. 
Sportel): Ich hbalte das ganze Prinzip der (—en-Be- 
soldung für Richter absolur verwerflich. Ual3. 21, 21. 
-um i8 24, 2. u.]): Emolument. — Emoriuälis 
lat.), a.: s. Livor. — Emoliön (lat.), f###n: 
Erregung 2c. w. 34, 454. — Gnmonch-tte 
(emusch-, f.; —n, —#: Fliegendecke, für Pferde 2c. 
Joir loärl, n., -6; —é: Fliegenwedel. — Smo- 
ofèEren (lat.), tr.: fortschaffen 2c.; er-, aufregen. 
— Empaillkferen (frz. angpall-), tr.: in Stroh 
wickeln, packen; (mit Stroh 2c.) ausstopfen. — 
Empät--ma (gr.), n., —; —ta: getriebne od. 
eingelegte Arbeit. -stik, f.; 0: die Kunst. Em- 
paismata zu fertigen. — Smpalskren (frz. angr—), 
tr.: pfählen, spießen. — SEmpaquciféeren (iiz. 
angpat-), tr.: ein-, verpacken. — Empäsma 
(gr.), n., —#; —an: Streupulver (Epipaston). — 
SEmpalement (rz. angpat mäng), n., —6; —s: — 
Impast'erung (s. d., vgl. — hybridisch — Empiste, 
k.). — Empatillado (span., -ili-), a.: Er ist. 
bien e., d. h. er hat einen starken Backenbart. Globus 9, 
296b. — SEmpsch-ement (frz. angrähsch'mäng), 
n., —6; —8: Hindernis 2c. -ieren, tr.: hindern. 
— Empepaladöra (sran.), k.; —: in den Ci- 
garrenfabriken, Arbeiterin, die die Cigarren im 
Packete bringt. Globus 11, 139a. — SEmper- 
ador (span.), m., —#; —es: Kaiser 2c. Kollonitz 
107. Teur (franz. angrerör), m., —: —6;: 
Kaiser: Vive l'e.! es lebe der Kaiser! 1e. (s. Em- 
rire). — Gmph-ase (gr.), f.: —; asis, f. /##2# 
3, uv. 1: nachdrückliche Hervorhebung. zur Verstär- 
kung des Ausdrucks. -älisch, a.: voller Emrhase: 
E-ler Plural (s. d.). — Emphrä-khlicum (gr.), 
n. —s; ka I§ 24, 2, n.: emphraktisches Mittel. 
klisch, a.: zum Aus-, Verstopfen dienend. 
-ris, k. [8 24, 3, uv.): Aus-, Verstopfung. — 
Emphypsem (gr.), n., e)s; —e: Wind-, Luft-
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        Emphpsema 
geschwulst, Ansammlung v. Luft unter der Haut, 
nam. im Bindegewebe (Extravasätio äbris): Das 
Lungen-E. (Lungenausweitung, Lungendampf). Bock 
Volksgs. 190; Gartenl. 16, 39b 2c.; Brustkasten u. 
Bauch schienen in Eins verwachsen, wie der Körper beim 
Alters-E. eine solche einzige Rundung anzunehmen 
pflegt. Gutztow Schön. St. 309. —a, n., —; -ta 
[&amp;J# 24, 3, n., tis!: Emphysem, z. B.: E. abdo- 
minäle od. abdöminis, des Unterleibs; pulmönum, 
der Lungen 2e. äticns, a.: emphysematisch: 
Variole mphysemätica, Windpocken 2c. tisch, 
atös, a.: luftgeschwollen, vgl.: Die Lungen stets 
blutleer u. häufig emphysi mat os. Auslbd. 96 lb cc.; 
(Uübrir.) aufgeblasen, stolz. — SEmphpteü-he (gr.), 
f.; —; „sis, f. [8 24, 3, uv., Gen, auch gr.: 
seos): römische Erbpacht. —1, m., —-en, —#s;en; 
„ta, m. I§ 24, 17: Erbrächter. tisch, a.; in der 
Art der Emphyteuse: Eler Vertrag 2c. — Empi- 
ranre (frz. angpirängß'), f.; s: Verschlechtrung, 
Verschtimmrung. — Empire (frz. angrir, n., —, 
uv.; —: Herrschaft, Regierung 2c., z. B.: Ent- 
weder e. parlementaire Iparl'mangtär] od. plébiscitaire 
Iissitärl. Nal #. 22, 78, Parlaments= od. Volks- 
herrschaft ꝛe.; bes.: Kaiserthum, Kaiserreich: Das 
große Schlußtableau der Installierungskomörie des E., 
die päpstl. Salbung des Imperators (s. d. u. Empe- 
reur). Scherr Bl. 2, 119; 116; pieisch Welt 1, 29 r2c. 
— SEmpfr-ir (gr.), f. ; -(ehn: unsystematisches Er- 
fahrungs-Wissen: Irrthümer, die aus roher u. unvoll- 
ständiger E. entsprungen sind. Humboldt K. 1, 18. -ik, 
f.; 0: Empirie: Neben der wissenschaftl. Physik bildet 
sich dann eine andere, ein System ungeprüfter, zum Theil 
gänzlich miß verstandener Erfahrungskenntnisse. Wenige 
Einzelheiten umfassend, ist diese Art der E. um so an- 
maßender 2c. 17. ilter, m., -s; uv.: dessen Wissen 
nur auf Erfahrung beruht, nam.: solcher Arzt. 
Ticus, m. s8 24, 2): Empiriker. Sisch, a.: auf 
Empirie gegründet, erfahrungsmäßig. ismus, 
m., uv.; 0: System, das sich nur auf Erfahrung 
gründet, alle Erkenntnis a priori ausschließt. -ist, 
m., —en, —s; —en: ein dem Empirismus Huldigen- 
der. — Smplac-ement (frz. angplaß'mäng), n., —8; 
—# : Anstellung; Aufstellung; Lage: Bauplatz 2c. 
Teren, tr.: an-, aufstellen. — Empläst-ikon 
(gr.), -icum, n., —6; -ika [8 24, 2, n.]: ver- 
klebendes Mittel. -isch, a.: verklebend. -ratiön, 
f.; —en: Emplastrierung. #rieren, tr.: (Gärtn.) 
mit dem Schild pfropfen, okulieren. -rum, n., 
—&amp;# : zra [§ 24, 2, n.]): Wund-, Heilpflaster 2c., 
z. B.: E. adhesirum, Heftpflaster; änglicum, eng- 
lisches: attractirum, Zugpflaster; cephälicum, 
Kopfpflaster; cerüssa, Bleiweißpflaster; defen- 
s#vum, zertheilendes; de pice, Pechpflaster 2c.; 
diachylon (s. d.); epispäásticum, Blasenpflaster; 
glütinans, Klebpflaster; bydrargFri, Quecksilber- 
pflaster; canthäricum, Spanischstiegenpflaster: mer- 
curiäle — hydrargyri; saponätum, Seifenpflaster; 
saturninum, Bleipflaster; stomächicum, Magen- 
pflaster; vesicatörium — epispasticum 2c. — 
Emplékt-on (gr.), n., —#; -a: Art Mauerwerk, 
wobei das Innre mit kleinern Steinen u. Mörtel 
Emptio 323 
ausgefüllt ist, während die äußern Seiten aus be- 
haunen, sorgfältig zusammengefugten Steinen be- 
stehn, s. Su#t 1, o. — Emplẽo (span.), n., ; 
—8: Emploi (s. d.). -mania, k. 18 24, 11: Das 
Hanptübel Bolivia's ist die E. od. Amtersucht. Wester- 
mann 3, 345a, auch: Empleomanie, f. — 
SEmplétte (frz. ang-), k.; —n: Einkauf: E-n 
machen 2c. — Empl-oi (frz. angplod), n., m., -6; 
—#: Gebrauch, Anwendung; Anlegung einer 
Summe (s. Faur 2); Anstellung, Amt; Nolle (im 
Schauspiel) 2c.: Das wär' ein schön E. G. 7, 88 rc. 
o#é (oaje), m., —6; —; ein Angestellter 2c.: Die 
E-s od. Kroupiers (s. d.) mit dem Räteau. Ring Verl. 
Gschl. 2, 98. opieren, tr.: anwenden; zu Etwas 
verwenden; Geld anlegen; Einen anstellen rc. 
onment (engl.), n., —s; —s: Beschäfligung: 
Out lauts of e., unbeschäftigt, arbeitslos. Grube Ch 
1, 145. — Emplümieren (frz. ang—-), tr.: be- 
kielen, ein Klavier c. — Smpnenmakose# (gr.), 
f.: —; -is, f. [824, 3. uv.): Luftschwellung, 
Emphysem 2c. — SEmpochieèren (frz. angposch-), 
tr.: in die Tasche stecken, einfacken. — Empois 
(frz angpod), m., uv.; uv.: Kleister aus Stärke- 
mehl, Stärke. — Empolokratie (gr.), f. ; —(e)n: 
Beherrschung des Handels, des Markts, Einkaufs. 
— Empor-kticus (gr.), a.: kaufmännisch, Kauf- 
leuten dienend 2c., bes.: Emporstica (sc. charta), 
Packpapier. Weiss Kost. 1, 1336. -ium (gr.), n., 
; zken [5 24, 2, n.): 1) Haupt-, Handels-, 
Stapelplatz: Leipzig, das E. des Buchhanrels. Ausld. 
38, 632b; Große Handels emporien. Dvierelj. 18, 
250:; Dieses große Mündungs-E. lan der Fluß- 
mündung]. 224; Newyork, das Riesen-C. hatte nicht 
mehr Raum fur die unendl. Masse der europäischen 
Sendungen. Westermann 3, 346b 2c. — 2) falsch st. 
des deutschen Empore (s. d. Ss.), Kirchenchor: In 
der feierl. Stille der Kirche. .. Auf dem E. Bazar 14, 
352c. — Emport-ement (frz. angport'mäng), n., 
—s; —: Aufwallung, Entrüstung, Jähzorn. 
ieren, tr.: ein-, wegnehmen, erobern; refl.: 
aufbrausen, sich ereifern, entrüsten 2c. — Em- 
preinte (frz. angprengt), f.; —, —s: Gepräge, 
Abdruck. — Empresmomanik (gr.), f.; Sen: 
Manie (s. d.) der Brandstiftung. — Smpress- 
emen! (frz. angpresssmäng), n., —; —: geschäftiger 
Eifer, Dienstgestissenheit rc. = #re#n, reflt.; sich 
um Etwas eifrig mühn, beeifern, anstrengen: Em- 
pressiert, eifrig bemüht ꝛe. — Emprisonn-ement 
(frz. angrrisenn'mäng), n.t —s; —s: Einsperrung 2c. 
icren, tr.: ins Prison (s. d.) bringen, einsperren, 
einlerkern ꝛe. — SEmprosthoton-ie (gr.), f.; 
—eyn; -us, m. [g 24, 21: Starrkrampf mit 
Spannung des Körpers nach vorn. — Emprunt 
(frz. angrröng), m., —; —s: Anleihe: E. forcs, 
Zwangsanleihe. ###tr., auch o. Obj.: eine 
Anleihe machen (bei Einem). — SEmpfhch-isch 
(gr.), a.: beseelt (s. Ggstz apsychisch). —ose, f.; 
— ; -ösis, k. [8 24, 3, uv.]): Bescelung, vgl. 
Mete. — Empfßris (gr.), f. [8 24, 3, uv.1: 
Kühlung, Erfrischung. — Emptio cc.: s. Emtio 2c. 
21“
        <pb n="340" />
        324 Empusa 
— Empũs-asgr.); -e, f.; -ens824, 1): (Myth.) 
weibl. Schreckgespenst, wie die oft damit ver- 
wechselte Lamia (s. d.). G. 12, 131 ff.; Namter Mylh. 
238; w. 15, 101; 303; 16, 79; 18, 120; 23, 
284 tc., vgl. Lilith. — Smpp-em (gr.), n., -(e)s; 
—e; -Gma, n., —#;: -ta [8 24, 3, n., tis): innres 
Geschwür, nam. der Lunge. ese, f.; —n; elis, 
f. [§ 24, 3, uv.]): Bildung eines Emphyems: Em- 
pyssis beuli, Eiterange 2c. tisch, a.: an Em- 
pyemen leidend. ockle, f.; —n: Eiterbruch: Ver- 
eitrung in den Hoden. -omphalus, m. I§ 24, 21: 
Nabeleitrung ꝛe. — Smppr--#isch (gr.), a.: dem 
Emryrêum eignend od. angehörig; himmlisch; 
himmlisch glänzend, lichtstrahlend 2e.: Ein e-es 
Meteor. pfeffel Pr. 3, 72; In den empprä ischen Gegen- 
den schweben. w. 4, 90; In der Scharer e—en 
Vestalen. 11, 190; Er seh den Himmel . offen, ihn 
überschütt ein Strom v. e-em Licht. 12, 99; 26, 37; 
385 2c. -FTum, n., —; zen [8 24, 2, n.]: der 
Feuer-, der oberste Himmel, Aufenthalt der Seligen. 
36, 37; Chömmel 1, 114; 5, 12 c. üma, n., —; 
ta: brenzlicher Geruch, Geschmack. eumätisch, 
a.: brenzlich. —i&amp;, k.; —ey)n: Wahrsagungaus dem 
Opferfeuer. -öfe, f.; —; -ösis, s. 1824, 3, uv. 7: 
Verbrennung, Brand. — Smt-io (lat.), f. [824. 
3, -Tiiönis): Kauf: E. ét venditio in (od. sine) 
scriptis, Kauf u. Verkauf mit (od. ohne) schriftl. 
Vertrag; E. imaginäria od. commentitia, Schein- 
kauf; E. in spem (od. spèl), Hoffnungskauf, z. B. 
der künftigen Ernte 2c.; E. pér aversiönem (s. d.), 
Ggstz: restrictira, gemeßner Kauf 2c.; E-pis jüre, 
nach Kaufrecht, läge, nach der Kaufberingung rc. 
Sor, m. I§# 24, 3, öris): Käufer: E. böner fidei, 
im guten Glaubew (an das Recht des Verkäufers 
zum Verkanf); E. pinguior (s. d.). -rix, f. /S24, z, 
ricis): Käuferin. — Emu, m., u., —, uv.; -8, 
uv.: Kasuar (s. d.): Zwei neuhollänrdische E-s. Ausld. 
38, 66 4 4; Globus 4, 21b; Zwei E. Untur 15, 279# a;z 
Seitdem konnte ich kein E. mebr jagen, denn jedes 2c. 11 9a, 
vgl.: Der malaiische Name beißt Cassuaris, die Portugie- 
sen /2 nennen ihn Emen od. Ema. Ohen 7,645; Er beißt 
bei den Einwohnern Emen od. Eme. 641.— Emn- 
latiön: s. Am 2c.— Emulf-in (ulat.), n., -(e)s; 
0: ein bes. in den süßen Mandeln vorkommender 
Stoff. -ine, f.; —: Waschmittel für die Haut v. 
größrer Konsistenz als Emulsienen: Mandel-E. 
od. Amandine 2c. (s. Olivine). iön, f.; -en: 
Pflanzenmilch, z. B.: Harz-E.: Ol.E.; Samen., 
so nam. Mandel-E. c. — Emünd-ans llat., 
824, 3, n., -äntis, Mz.: äntia): Mittel zur 
äußerl. Reinigung v. Wunden, Geschwüren 2c. 
aliön, k.; -en: Reinigung. .n, tr.: reini- 
gen. — Emünit-as (lat.), f. [8 21, 3. ätisl: 
Immunitas (s. d.), Freikrief (z. B. régxia, könig= 
licher), Exemtien (s. d.) nam. der Geistlichen 2c. 
ät, f.; -en: Emnnitas Emünckt-örium 
(lat.), n., —6: sen (§ 21, 2, n.]): Lichtschere; 
Reinigungs-, Aussondrungsorgan. -us, a.: ge- 
schnäuzt, gereinigt, z. B.: Bei Kunstrichtern em#n- 
etæ näris [v. feiner Nase). w. 26, 389 2c. — 
Enceladus 
SEm-Hdium (nlat.), n., —s: sen [8 24, 2, n.1: 
Art flugelloser Gliederthiere. Burmeißer Gsch. 392. 
Dofaür#er, m., —8; uo.: Krokodil. -s (gr.), 
f.; uv.: Schildkröte. 
En (frz. ang, ver Vokalen änn), präp. [811): 
in, auch bei Bildung des sog. Géronrif (. d.). — 
Enagua, f.; —s: buntfarbiges Tuch, das die In- 
dianerinnen als Rock um den Leib winden. Scherzer 
Nat. 146. — Enak (hebr.), m., —#; —8, —im: 
in der Bibel, Bez. eines Riesengeschlechts (s. 4. Mos. 
13, 23; 34; 5, 1, 28 2c.), z. B. auch: Eine riesen- 
hafte Figur. .. Dieses E—s-Kind. G. 19, 7; Ein 
himmellanger Mohr. Den E-s-Sohn. W. 11, 83 
cc., auch: Ein Anaksobn. frankt Zer. 1, 415; 
Enakster. — Enuͤeting (engl.): s. Akt 1e. — 
Enaliofaür (gr.), m., -en; -en; -er, m., 8; 
uv.; -ius I§ 24, 2); Zus, m., uv.; zen (§ 21, 
2): Untergegangene Amrhibienformen .., Meereidech= 
sen“, Enaliosaurii. Bucmeister Gsch. 245; Enialosauren. 
487; Enaliosaurier, 5 60 (s. Ichthyosfaurier 2c.). — 
Enallage (gr.), f. z —n#rednerische „Vertauschung“ 
einer Worrklasse od. Wortform mit einer andern. 
— Snäm-on (gr.), n., —#; -a: blutstillendes 
Mittel (bämestatisches). — Enamorädo (span.), 
m., —s; —#: Verliebter. — Snanthem (gr.), n., 
-(e)s; -e; -, n., —8: -t#a (S 24, 3, n., atis): 
innrer Hautausschlag, bes. auf den Schleimhäuten 
(auch Eisanthem. Ggstz Erantbem). Jätisch, a.: in 
der Art v. Enanthemen. — Enanti-odromis 
(gr.), f.; —eyn: das Gegeneinanderwirken der 
Dinge. ologis, f.; —(eyn: Widerfrruch. 
-opathié, f. 2c.: Allopathie. ophanieè, k.; 
—eyn: scheinbarer Widerspruch. -öse, f.; -n; 
-ôfis, f. [8 24, 3, uv.): Widerstreit. otropis, 
f.; —eyn: Enantiodromie. — Snäorem (gr.), 
n., —(eys; —e; --a, n., —#: —ta: Wölkchen im 
Harn (Fieberkranfer 2c.). — Snärg-is (gr.), f.; 
—(ehn: Augenscheinlichk., Evidenz. isch, a.: 
augenfillig, evident. — Enarr-atiön (lat.), f.; 
en: Erzählung. eren, tr.: erzählend ausein- 
andersetzen. — Enarkhr-on (gr.), u., —6; za: 
fremder Körper in einem Gelenk. -õse, f.; en; 
-öfis, f. 1§ 24, 3, uv.): Nusgelenk (vgl. Tüar= 
tbrose .). — Cnata (gr.), pl.: s. Ennata. — 
Enbar (türk.), m. —: —6: Schiffsbehälter. 
Hammer 10, 316. — Snblochist (ang—-), m., en; 
—en: Einer, der Etwas en bloc (s. d.) annimmt, 
für die En-Bloc-Annahme stimmt. — Enbu, m.: 
(bei den Mandäiern) Prorhet: E. Meschicha, den 
Propbeten Messias. perrmann Or. 2, 454, vgl.: 
Nabi U. Schafr (s. d.) ennebi, Prerhetengerste. 12 5 2c. 
— Enreinte (fri. angßängt), f.; —, —: „Ein- 
gürtung“, Einkreisung: der eingekreiste Platz; der 
Umkreis der Festungswälle: Die Haupt-E.; Start-E. 
(Grenzb. 26, 2, 421) 4c.; Bezirk, Bereich: Die Aus- 
tragung dieses Streits muß außerbalb der GE. des 
Bundesratbs stattfinren. Na#3. 20, 111. — Encéla- 
dus (gr.), m., ur.; 0 (§ 21, 2): 1) (Mytb.) 
einer der Giganten, der unterm Atna liegt. — 2) 
(Astr.) der 2. Saturnmond (s. Dione). Ausld. 38,
        <pb n="341" />
        Encensoir 
728a. — Enceusoir (frz. angßangser), n., —; 
—&amp; : s. Incenserium. J#ohl Par. 2, 243 2c. — 
Encephal-algia (gr.), f. [8 24, 11; algik, f.; 
—(eyn: Hirn-, Kerfweh. -arlos, m. § 24, 2): 
Hirnpalme, Art Cykadee. -ĩtis, f. 18 24, 3, uv.]): 
Gehirnentzündung. -octle, f.; —n: Hirnbruch. 
odpntfe, f.; -(e)n: Hirn-, Kopfweh. -ognömik, 
f.; —en: Hirn-Forschung, Schädellehre (s. Phreno-= 
legie). -olith,m.,—en, -s; -e(n): harte Masse, Ver- 
härtung im Gebirn. olithkasis, f. /8 24, 3, uv. 1: 
Bilrung v. Encephalolithen. -ologĩt, f.; —(e)n: 
s. Encerbalognemik. omalari, f.; —(eyhn; 
omalaris, f. [8 24, 31: Gehirnerweichung. 
Sopathis, f.; —(ehn: Hirnleiden. ophbma, n., 
—8; -ta /§ 24, 3, n., tis): Hirugeschwulst. os, 
m. [8 24, 2): Gehirn. oskopik, f.; —eyn: 
Untersuchung des Gehirns, des Hirnschädels (s. 
Kraniostepie). -okomie, f.; -(e)n: Anatomie des 
Gebirns. —usm &amp; 24, 2, u.]: Gehirn 2c. — 
Süöchain--ement (frz. angschän'mäng), n., —5; —: 
Verkettung. -ĩeren, tr.: verketten, verknürfen. 
— Enchant-ement (frz. angschangmäng), n., —; 
—# : Bezaubrung, Zauber, s. Incantatie. eur 
l-orl, m., -S: —: Zaubrer. erölse, f.; —#, 6;: 
Zanberin. ĩeren, tr.: bezaubern, entzücken. — 
Enchararis (gr.), f. [824, 3, uv.): Hautritzung, 
Schröpfung, s. Skarisikation. — Snchargieren 
(irz. angscharsh-), tr.: auftragen, empfehlen. — 
Enchaff-ieren (frz. angsch-), tr.: einfassen, z. B. 
Erelsieine 2c. - ure Cür), f.; —, —n: Fafsung v. 
Steinen, Perlen 2c. — Encheir-ese (gr.), k.; 
—n ; esis, f. I§ 24, 3, uv.]: Hanthabung, Be- 
handlung; Handgriff bei Operationen 2c.: Dann 
hat er die Theile in seiner Hand . . Encheirẽsin na- 
tũræ nenneis rie Chemie. G. 11, 18. -ĩdion, n., 
— ; ken 18 24, 2, n.]): kurzes Handbuch. — 
Enchel- (gr.), m., uv.; uv., -öden: „Nal= 
chen“, Walzenthiere, Art Infusorien: E. füsus 2c.— 
Enchente (port. entsch-), f.: Fluth, — Ggitz: 
Vasante, Ebbe. Stobus 7, 178a. — Snchèr- (srz. 
angschär), f.; —#: höheres (od. Uber-) Gebot für 
Waaren 2c. ifren, tr.; intr. (haben): den Preis 
steigern, im Preis aufschlagen; Einen überbieten. 
— Enchir 2c.: s. Encheir K. — Snchörisch (gr.), 
a.: s. demotisch; endemisch. — Enchr-isis (gr.), s, 
[8 24, 3, uv.]): Einreibung mit Salbe. isma. 
n., —8; -# s8 24, 2, u., tis]: Salbe. — 
Enchp-möma (gr.), n., —#;s##a# s8 24, 2, n., 
##5); -mose, f.; —m: -mösis, f. [8 24, 3, uv. J: 
Erguß v. Säften in Körvertheile. -hon, n., —; 
-ta: Einspritzmittel. — Encierro (span.), m., 
—6; —-#: das Leiten der Kamrfstiere in den Cirkus, 
wo fie in Ställe gesperrt werden, die Einsperrung. 
Globus 4, 102a. — Snköli-algia (gr.), f. [8 24, 
11; algit, f.; —eyn: Eingeweideschmerz. -itis, 
f. [8 24, 3, uv.): Darmentzündung. — Sneßkl- 
ita (gr.), f.; ziken [8 24, 11: Runrschreiben, 
nam. des Papstes an die Bischöfe: Der Leser mancher 
Encokliken. Kladderadalsch 20, 1900. Cisch, a.: einen 
Kreis durchlaufend: Der erische Trieb nach e-er Zu- 
Endoparalit 325 
sammenfassung. Nosenkranz Pees. Gsch. 199; E-es 
Schreiben. -ion, -ium, u., -s; ken (§ 24, 2, n.): 
Eneyklika; s. auch Amrechenien. opädik, k.; 
—(ehn: Umfang der zu einer umfassenden wissen- 
schaftl. Bildung gebörigen Kenntnisse (allgm. od. 
mit Rücksicht auf best. Ficher); ein Werk, das alles 
Dahingehörige entbält, gw. als Wörterbuch: Oko- 
nomische E. v. Krünitz; Technologische E. v. prrau; 
Real. E. 2c. opädisch, a.: eine EncyklopädJie be- 
treffend, dazu gehörig 2c. -opädismus, m., uv.; 
0: die Philosophie der Eneyklopädisten (s. d.). 
opädift,m, —en, —s; en: Herausgeber od. Mit- 
arbeiter an einer Encyklorädie, nam. die, welche 
an der v. Diderot u. dlAlemben herausgegebnen Theil 
haben. opédie (frz. angsikl 2c.), f.; —#, —(eyn: 
Eneyklorärie. Dazu: Encycloxereique leischl; 
F-iste leil. oposik (gr.), f.; —eyn: Kreis-, 
Runrdtrunk. — Endaje: s. Enrese. — Endecha 
(lran. enretscha), f.; —3: Todtenklage. — En- 
deiris (gr.), f. I§# 24, 3, uv. ): Anzeige, Anklage 
(ogl. Ante.). — Endeka 2c.: s. Hendeka 2c. — 
SEndem-is, f.; —(eyn: endemische Krankheit (s. 
Eriremie): Thier-E., s. Enzoctie. isch, a.: E-e 
(en--, er-ichörische) Krankbeiten, die einer best. Gegend 
eigenthümlich find: Ele Fieber. Junghuhn Zav. 18 2c. 
(s. eviremisch). — Sndermät-ieum (gr.), n., —; 
fa [§ 24, 2, n.): endermatisches Heilmittel. -isch, 
a.: auf die unter der Epidermis (s. d.) liegende 
Haut bezüglich, ihr angehörig, darauf angewantt. 
ismus, m., uv.; 0: endermatische Heilmethode. 
— Enderun (rers.), n., —; —: das „innre“ 
Gemach = Harem. Ausld. 38, 1040a; 1091b 2c.; 
E.-Aga, Mz. — Agaleri, Kammerdiener. Sammer 10, 
346 t2c. — Sndese (türk.), m., —#s; —Ö: s. Arschin, 
auch: Enrase u. nach französierender Schreibw.: 
Henraze 2c. — Sndel, m., —5; —s: in der Sam- 
chara, das Stachelschwein. Sehm Hab. 137. — 
Endelkieren (frz. ang—), tr., reff.: in Schulten 
stürzen, mit Schulden belaren 2c. — Endiadgs 
2c.: s. Hend 2c. — Sndiomsker (gr.), m., n., —; 
uv.: Werkzeug zur Bestimmung de: Meridians. — 
Snditement lengl. —##t-), n., —#; —#: s. In- 
diciment. — Endioke (it.), f.; —n: eine Pfl., 
Cichörium (s. d.) endivia: Ekn- Salat 2.;-Ko-= 
rall, Madrepöra lactüca, nach der Ahnlichk. 2c. — 
Endiu (abess.), m., —; —s: Zwergböckchen (s. 
Atro). örehm Hab. 65. — Endo-gen, genisch 
(gr.), a.: innen wachsend, entstanden, nam.: E-le 
Felsarten, die, in der Tiefe entstanden, erst sräter 
nach oben durchbrachen (die sog. abnermen), Ggss 
eregene, die außen entstandnen, die auf der Ober- 
fläche selbst sich als Niederschlag bildeten (die sog. 
normalen), s. Burmeiter Gsch. 184. -kärdion, 
-radium, n., —3; ken [8 24, 2, u.): die innre 
Fläche des Herzens. -karditis, f. [8 24, 3, ur.]: 
Entzündung des Endokardiums. -kärpium, n., 
—s: ken (§ 24, 2, n.]: innre Fruchthülle. — 
SEndommagieren (frz. angremmasß-), tr.: in 
Schaden bringen. — Sndo-parasik (gr.), m.,
        <pb n="342" />
        326 Endoperikarditis 
en; -en: Schmarotzergeschöpf, das in geschloßnen 
Höhlen eines andern Thiers lebt. Burmeister Gsch. 
324. perikarditis, k. [8 24, 3, uv.]: Entzün- 
dung der innern u. äußern Herzfläche. pleura, 
f. 18 24, 11: innre Samenhaut. Irrhizon, n., 
—6; za: ein aus dem Keim der Wurzel treibendes 
Gewichs oder Samenkorn. — Endörsement 
(engl.), n., —6; —: Endossement. — Endosis 
(gr.), f. I§ 24, 3, ur.]): das Nachlassen einer 
Krankheit. — Sndosm-ometer, m., n., —S; 
uv.: Werkzeng zur Messung der Endosmose: Das 
v. Dutrochet konstruierte E. 3 Müller Phys. 1, 116 2c. 
jõse, f.; — : Man nennt diesen Austausch v. Elüssig= 
keiten durch eine poröse Scheidewand bindurch E. u. 
Exosmose] od. richtiger Diosmose. ebd. (vgl.: 
Elektrische E. 2, 301); Den Aufsangungsproceß der or- 
ganischen Membranen u. die Durchschwitzungsfähigk. bez. 
man mit den Kunstausdrücken E. u. Ervsmose. Jur- 
meister Gsch. 313; Pouillet 2, 18 re. (s. Diffusion; Im- 
bibition). -ötisch, a.: bezüglich der Endosmose: 
Substanz, deren e-es Verhalten gegen Wasser untersucht 
werden sollte. 3 mäler Phyf. 1, 147 2c. — Endoss- 
#nt (frz. angdoss-äng), m., —#; —: Zemand, der 
einen Wechsel endossiert. -ement (□# mäng), u., —; 
—6: Endossierung. eur (□ör), m., —#; —#: En- 
dossant. -ieren, tr.: Einen Wechsel e., indossieren 
(l. d.). — Endowed (engl. —däd'), a.: ausge- 
stattet, ausgestenert, z. B.: Solche sog. e. schools 
Istũls]. Kohtl Engl. 1, 33, mit einem Fonds ausge- 
stattete. — Endroit (frz. angdrod), m., —6; —: 
Ort, Stelle. — Endr-omis (gr.), f. [8 21, 3, 
-omidis): 1) Art Schnürstiefel der Alten, s. Guhl 
1, 192; Weiss Kost. 1, 724 ꝛe. — 2) bei den 
Römern, eine dicke Decke zur Umhüllung für Män- 
ner. 964. — Endema sgr., § 21, 3, u., -tis]: 
das unmiktelbar auf dem Körper liegende Unter- 
kleid (s. Indusium). — Endmi-on (gr.), —; -8, 
öneln): (Myth.) ein schöner Jüngling, dem sich, 
wenn er im Schlaf (auf dem Berge Latmos) ruhte, 
Diana küssend nahte: Als die keusche Cynthia] hoch 
vom stolzen Drachenwagen den geliebten Schläfer sah 
.. Seliger E.! Manhison 68; W. 3, 155; Wenn den 
E.lenwas Monschliches begegnet ist. 187; 10, 3 ff.; 
12, 157; 17, 134; So wünschte ich mir wohl, ewig 
wie E. zu schlafen, um ewig so zu träumen. 23, 210; 
354 2c.; Er schlief! Der E. des Bürgerkriegs! 
freiligrah SW. 6, 267. — Enech-em (gr.), n., 
—(e)s; e; -ema, n., —#; —ta: das Ohren= 
Klingen, -Sausen. se, f.; —: lis, f 18 27, 
3, uv. ): Entstehung des Enechems. — En-ema 
(gr.), n., —#; kmata: Einspritzung, Klystier. — 
Enrnehönta (gr.): neunzlg. -gön, n., -(e)s; 
e: Neunzigeck (s. Polygon) 2c. — Energ-ke 
(er.),f.; —eyn: Wirkungsvermögen, nachrrückliche 
Wirksamkeit 2c., z. B.: Unter E. verstehe ich lhler! 
Alles, was den gemischten Trleb sinulich weckt u. erregt. 
Ovchltgel GR. 129; Die Gefühle u. Leidenschaften ohne 
E. 164; Die Stücke der tragischen E. 209 r.; befs.: 
Thatkraft 2c.: E. -os. Kohl Pet. 1, 31; Schüching 
FrN. 1, 171 2#c. ieo (ital. esh-), a.: (Muf.) 
Engano 
energisch. -isch) a.: voller Energie, kräftig wir- 
kend 2c.: Den durstigen Blick labt das e##e Licht. Sch. 
75a; Zugleich zart u. e. 1154b „2c. umen, m., 
—en, —; —en: ein von einem Dämon Beseßner, ra- 
sender Schwärmer 2c.: Der Ton eines E“en, der, aur 
dem helligen Dreifuße sitzend, alle seine Reden als Göt- 
tersprüche v. sich giebt. w. 29, 117 r2e., auch Ener- 
gümen-os, us, m. 18 21, 2). Dazu: E.isch, 
in der Weise eines E-en. — Snerd-atiön (lat.), 
f.; —en: Entnervung. -Eren, tr.: entnerven, 
entkräften 2c. — Enfant (frz. angfäng), n., —; 
—6: Kind: Allons (s. d.)es 2c.: So zeigen sie sich 
sogleich als bonse-slbongsangfäng, gute Kinder] u. setzen 
sehr selten Unart od. Bintalität fort. G. 26, 43; E-s 
perdus (—df, s. p.), „verlorne Kinder“, Truppen, die 
beim Angriff, beim Sturmlaufen rc. voraufgeschickt 
werden, s. nam. f. 8, 18 (vgl. forlorn);: E. terrible 
l-ib'll, „Schreckenskind“, Einer, der Alles in Angst 
hält; E. trouré struwe], Fündling 2c. — Ensil- 
ãde (frz. ang-), s.; —n: eine Reihe v. Zimmern 
1c. in grader Linie; das Beschießen nach der Längs- 
richtung, auch Enfilement langsil'mängl, n., —; 
—. -iẽren, tr.: einfädeln ꝛe.; Perlen 2c. e.; an-, 
aufreihen; Ein Gesrräch e. 2c.; Einen in ein llnter- 
nehmen 2c. e., verwickeln, verstricken; (Kriegsk.) der 
ganien Länge nach mit Geschütz bestreichen. — 
Ensin (frz. angfeng), adv.: endlich; kuz, mit 
einem Wort. — Enfslammieren (frz. ang ce.), 
tr.: — inflammieren. — Ensleurage (frz. ang- 
flöräsh'), f.; —&amp;: Die Operation, durch welche man 
mittels eines Fettes die flüchtigen Ole u. riechenden Stoffe 
der Blumen erhält. neunt man E. Globus 9, 256a. — 
Ensonc-ement (irz. anafengß'mang), n., —: -6: 
Enfoncierung: Vertiefung; Hintergrund (der 
Bühne, eines Gemäldes 2c.). - ##e#n, tr.: in die 
Tiefe (od. ein-, ver-) senken; Etwas einschlagen, 
ein-, durchbrechen; retl. : sich in Etwas vertielen, 
versenken 2c.; intr. (sein): ein-, versinken. — 
Ensorrieren (frz. angforß-), tr.: verstärken. — 
Engsümikren (frz. ang-), tr.: räuchern, aus-, 
ein-, durchräuchern 2c. — Engag-rünt Erz. 
angashäng), a.: verbindlich, einnehmend e. -ement 
□Smäng), n., —8; —6: die Verbindlichmachung 
wozu, Verpflichtung, Verbindlichk. 2c.; Verrfän= 
dung re.; Anstellung, Stelle, Dienst, Amt rc. 
Sie erhält annehmbare E—#s-Anträge. Kossak Fed. 
5, 78; E—s- Bedingung rc.; (Rriegsk.) Hand- 
gemenge, Gefecht. - Eren, tr.: verpflichten, in 
Dienst nehmen, anwerben; Einen zu Etwas lbe- 
reden, bewegen 2c.; Ein Gefecht e., beginnen, in 
Gang bringen 2c.; retl.: sich wozu vervftichten, 
verbindlich machen; in Dienst treten; sich worauf 
einlassen ꝛe.; anch: Nach dem Dorfe Dermbach, bei 
welchem das darnach genannte Gefecht sich engagierte 
lsich anspann r. . Um3. 19, 338 2c. — Engan- 
chado (span. —gantsch-), a.: „angehäkelt“, — v. 
Soldaten: angeworben 2c.; serner: Eim Torere, der 
einen Stoß mit dem Horn erbält, ist e. Glodus 1, 136b. 
— Cngasio (span. —-infe), m., —s: —#: „Be- 
trug“: Der Espada mit einem Schwerte bewaffnet 
u. mit der Muleta, d. h. einem Siucke rothen Zenges,
        <pb n="343" />
        Engareb 
das auch wohl als E. bez. wird, d. b. Täuschung und 
Beirug, weil der rothe Lappen dazu dient, die Aufmerk- 
samk. des Stiers abzulenken. Globus 4, 98b. — Sn- 
Lärrb (ar.), n., —; —6: Art Ruhebett. Augsb. Z. 
(44) 16Sb; 1707b 2c., s. Ankareb. — Engastri- 
log, -mölh (griech.), m., —en. —6; -en: Bauch- 
redner (Ventriloquis). -mant, m., -en, —#; en: 
ein Bauchrerner als Wabrsager, auch: E-is 
(m., uv.; E-eis). Dazu: E-#,Treiben eines 
C-en. — Enghil (arab.), n., —; 0: im 
Koran, das Eoangelium, neue Testament, — 
wie Taurat (vgl. Thora), das alte. — Engin-e 
(engl. enrshin), n., f.; —#: —#: Maschine: 
Die Maschine beginnt (E. stärts)., . Die Ma- 
schine hält an (E. stops). Grube Ch. 1, 143 ff. —#e#r 
(ir), m., —; —#: Ingenieur (s. d.). Hohl Engl. 
2, 34, vgl. Agent, Viewer. — Enginär (türk.): 
Artischocken. falmeraher GsW. 1, 327. — Englifh 
(engl. inglish), a.: englisch: G-man, Engländer, 
MzZ.: E-men (als Gesammtheit: the E.), z. B.: 
Die Wasserjagd lockt selbst den Reving lumherschwei- 
fenden] E-man hierher. Na#3. 2 1, 139c#. — Eng- 
lisièren: s. auglisieren. — Englonutkèren (krz. 
anglut r2c.), tr.: verschlingen, durchbringen. — 
Englen (walis.), n., —§; —# : ein Reimgedicht. 
Clobus 12, 154a; b. — Engön-äden, ades 
(griech.), pl.: kniende Figuren, s. Winckelmonn 
Gsch. d. K. 1, 40. -asi(n), m., —; 0: „ber 
Kniende“ (37 Fôrdot), ein Sternbild, lat.: 
Ingeniculus, Nius. — ESngourd -keren (frz. 
angurd-), tr.: einschlafen machen, betäuben, er- 
starren machen. Cissement (mäng), n., —8; —;: 
Engourdierung. — Sngraiss-erik (frz. angreff-), 
f.; —+eyn: Mästungsanstalt. -eur □öy, m., — S; 
—#: Mäster. Sren, tr.: mästen, sett machen. — 
Engrelure (frz. angrelür), f.; —s, —n: Spitzen= 
rand. — Engr-oist angr), m., -en, —; —en: En- 
groshändler (Grossist). —o (): Zsschiebung aus: 
en gros (s. d.), z. B. auch: E.-Geschäft,-Han- 
del, Händler, -Kauf,-Preis,-Verkauf. — 
Engross (engl. engröf);: s. ingrossieren. — Engn- 
meter (gr.), m., n., —; uv.: s. Diastimeter. 
—köp, m., —(e); -e: Vergrößrungsglas, s. Dovt 
Nerert. 2, XXXI. — Snhardkeren (frz. ang-), 
ir.: kühn machen, ermuthigen. — Snharmönisch 
(gr.), a.: bei den Alten, die Tonleiter, worin die 
Quarte so getheilt war, daß kie beiden ersten In- 
tei valle kleiner als halbe Töne waren (s. Lulzer 2, 
66 ff.); im heutigen System: Töne, die — u. so- 
fern sie — sich als verschiedne Intervalle des Grund- 
tons auffassen lassen; u.: auf diese Verschiedenheit 
gegründet: E-e Intervalle sind solche, die zwar auf den 
Tasten dieselben sind, auf dem Lintensosteme aber auf 
verschiedene Siufen noliert werden. So sind sich z. B. 
rie Intervalle c—dis u. c-es in ihrer Tonentfernung ganz 
gleich, werden auf denselben Tasten angeschlagen, erschei- 
nen aber in der Schreibart anders, c—dis nämlich als 
übermäßige Sekunde, c-es als kleine Terz. Schreibt 
man nun ein solches Intervall erst in der einen u. dann 
in der andern Weise, so sagt man: das Interrall ist e. 
Enklilikon 327 
verwechselt. fobe Kat. 23 ꝛc. — Enheérion, n., ; 
0: s. Einheriar. — Snh-pdris (gr.), f. [8 24, 3, 
Fdridis!: Art Wasserschlange. Oken 6, 524. 
-Rdrit, m., —(eys; —#e: Chalcedon. Stücke, welche 
Wassertropfen einschließen, heißen Hyrrochalcedone rd. 
E-1, 147. — Enif (ar.), m., —; 0: Stern 
2ter Größe im Pegasus. — Enigm #. s. Anigm 
2c. — Enimba, f.; —#: eine große westafrikan. 
Palme. Gtobus 9, 202b. — Eninka;: ein kleines 
westafrikan. Thier. 195b.— Enilieèren (lat.), intr. 
(Ghaben): hervorglänzen, sich hervorthun. — 
Enivrikren (frz. angn-), tr.: berauschen, verblen- 
den 2c. — Snjamb'ée (frz. angshangbe), f.; —: 
Schritt mit weit ausgestreckten Füßen. pückler 
Süröstl. 3, 292. -ement (mäng), n. —6#; —: 
das Ubergreifen eines Verses in den nächstfolgenden, 
so daß der Schluß des ersten dem Sinn nach keinen 
Nuhepunkt biltet. — Enjertädo (span. ench-), 
a.: v. Pflanzen, — durch Impfen, Pfropfen ver- 
edelt. Slobus 6, 17 2a (auch geschr.: enxertado). 
— Enjeu (frz. angsbS), m., —s; —: Spieleinsatz 
— Eucadr-ement (frz. angkad'rmäng), n., —; 
—s: Cncadrierung. -ren, ir.: (Bilder 2c.) ein- 
rahmen, -fassen; Etwas einfügen; einreihen 2c. — 
Encagkeren (fr#. angkastb-), tr.: „einfäsigen“, 
einsperren. — Enkaischeria: s. Aleaizeria. — 
Encanaill(is)ĩẽren (frz. angkanall-), refl.: üich 
mit der Kanaille (s. d.), mit dem verachteten Pöbel 
gemein machen 2c.: Eine der unbegreiflichsten Ver- 
irrungen des Geschmacks .. hat in Paris das „genre 
canaille““ erfunden u. zum Regime gemacht. Man en- 
canaillisierte sich, d. h. man fand Geschmack an einem 
burschikosen Wesen der Weiber, das aller feinen Sitte, 
aller Erziehung, aller Grazie Hohn frrach. Wachenhusen 
Er. 51. — Enkanthe is (gr.), f. [5 24, 3, -idisl: 
Thränenrrusengeschwulst. — Enkathisma lgr., 
8 24, 3, u., -tis]: Sitzbad. — Snkäl-mo (gr.), 
n., —8; —#: tiefes Hornhautgeschwür. sis, s. 
(§ 24, 3, uv.]): das Einbrennen. „stĩeren, ir.: 
mit Wachs, Stearin 2c. tränken; Meerschaum, 
Girsfiguren e. ꝛc. ik, f.; -#en: enkaustische (od. 
Wachs-) Malerei (s. Keregraphie). iker, m., 
—s8; uv.: Wachs-Maler. stique (frz. angkostu), 
a.: enfanstisch; f.: Enkaustik; ferner: eine statt 
des Polierwachses dienende Mischung aus Wachs 
u. Terpentinöl, auch päte à vernir (vät a wernir). 
Karmarsch M. 2, 217. „Kisch, a.: mit Wachsfarben 
gemalt 2c., s. Suht 2, 215; Sulzer 2, 59 ff. (vgl. 
eldoderisch). — Encläv-e (frz., auch: angkläw)), 
f.; —n: eine v. fremdem Gebiet umschloßne Be- 
sitzung. -enthum, n., —(eys; thümer: das Be- 
stehn aus Enklaven u.: etwas aus solchen Be- 
stehndes: Die Buntscheckigkeit res E-s. Not3. 19, 
443 2c. -sẽren, tr.: als Enklave ein-, umschlie- 
ßen: Ränke eines enklavierten Zwergfürsten. Treischke 
Hist. 249. üre, f.; —m: Enklave. — Enkl-ilis 
(gr.), f. [S 24, 3, uv.]: das „Anlehnen“ eines 
unselbständigen Worts an ein daneben stehndes, 
wonach es auf dies seinen Ton wirft, — bes. im 
Griech. flica, f. [8 24, 11; -ilikon, n., —;
        <pb n="344" />
        328 Enklitienm 
ka; -##lienm [8 21, 2, n.): enklitische Partikeln, 
Wörter. ktisch, a.: der Enklisis unterworfen, 
auch im Deutschen, z. B.: E-es „ denn , sich an 
den Konjunklio eines Zeitw. lehnend, im Sinn v.: aus- 
genommen, wenn 2c. Ss. 1, 282b. — Enkölpi-on 
(gr.), -um, u., —s: -za [§ 24, 2, n.]: „an der 
Brust“ hangendes Religuien-Büchschen, Kreuz der 
Bischöfe 2c. — Sncombr-ement (ez. angkongb'r- 
mäng), n., —s; —s: Hindernis; etwas im Weg 
Stehndes, den Weg Verpberrendes (seem.: Be- 
lemmerung). -Eren, tr.: den Weg versperren, 
belemmern. — Snkömi-af1(ur., m., -en, — ;zen: 
Lobredner. G. 4, 191 1c. aflih, f.; Sen: bob- 
rednerei; Kunst der Enkemien (ogl. Panegpyrik). 
-aslikon, n., -s; fa: Lobgedicht. ftisch, a.: 
panegyrisch (s. d. )“ Die e—e (Periode der pers. Poesiel. 
G. 32, 124; BRolenkranz Poes. Gsch. 237. on, 
-#usm, u., —8; zen (§ 24, 2, n.]: Loblied, Lob- 
rete (rgl. Elege). — Enkope (gr.), f.; —#: Ein- 
schnitt, Spalt; Schnitt-, Hiebwunde. — Enrore 
(frz. angkör, ogl. ancora 1), adv.: noch; noch ein- 
mal. — Encourag--eü#nt (frz. angkurashäng), a 
ermuthigend. -ement ( mäng), n., —##; —S: Er- 
muthigung 2c. eren, ir. etminthigen. anfeuern, 
aufmuntern ne., vgl. kouragiert. — SEndkrat-is 
(gr.), f.; 0: Cuthaltsamf. -ĩt, m., —en, —s; —en: 
Name streng ascetischer Sekten r Aguarius). Hagt- 
dorn 3. 112 f. —Enbrinit (gr. ), m., -en, —#; -en: 
eine Gatt. Krinoideen (s. d.), u. zwar als einzig 
bekannte Art: Der Lilien-E. (Enerinus lilli- 
förmis), versteinert im Triasgebirge vorkommend 
(vgl. Entrochit), s. Burmeister Gsch. 471 ff.; Oken 5, 
596; 1, 710 1c.; Man hat diese e-#en = reiche Lage 
auch Trochiten= u. E-en-Kalk genannt. 718 2c. — 
Enköhl-on (gr.), n., -s; -a: altgr. Frauen- 
gewand — Dipleidien (s. d. - Derpelumschlag (bei 
weiss Kest. 1, 112; 719 in nicht nachahmungs- 
wertber Schreibweise Egkuklon). — Enlaidĩeren 
(frz. angläd-), tr., refl.: verhäßlichen. — Saleo- 
age (frz. anglewäst-), f.; —n: (Färb., Kattuner.): 
entfärbendes, bereits vorhandne Farben zerstören- 
des Mittel. Karmorsch 2, 332 2c. rren, tr.: he- 
ben, fortheben, wegschaffen 2c. — SEnn-aeteris 
(gr.), f.; erlen [§ 24, 3, sridis): ein Cyklus von 
9 Jahren als Wiederkehr für Feste (vgl. Trieteris). 
ata, pl. [8 24, 2, n.]: Opfer (Gebete) am Aten 
Tag nach dem Begräbnis (wie Trun am Z3ten), 
auch: Enata, s. Guhl 1, 323. -ceakai) bek riS. 
f.; Erlen [8 21, 3, Eridis): 19jahriger Cyklus (. 
Mond--Cykel). eagön, n., —e); -e: Neuneck (. 
Polygen): Ek-isch. raghnisch, a.: „neunweibig“ 
(s. rigrnisch). -randria: s. Menondria. — Ennis 
(irisch): GElen beißt soviel als Thal, E. soviel als 
Insel 2c. Kohl Jrl. 2, 7. — Snnoblteren (icz. 
anan 2c.), tr.: veredeln (vgl. anoblieren). — En- 
nosigäos: s. Enos ie. — Ennu-i (frz. angnus), 
m., —; —: Langweile, Langweiltgkeit, Uber- 
druß 2c.: Er hat zu Viel zu lhun, um zum Daogout u. 
zum E. Zeit zu haben. Spicthagen Pr. 7, 210; Seinen 
Ennuy zu zerstreuen. Hollei Treust. 1, 54 „c. auce 
Ens 
ängf), f.; —#: st. Ennui. -gänt (-fäng), -peuxr 
C□i). a.: langweilig, lästig. -nĩẽren (— *e tr.: 
langweilen. — Snod-ation (lat.), f.; —en: 
Enedierunz. iĩẽren, tr.: eytknotlig)en, ent- 
wickeln, auflösen. — Snomot-arch (gr.), m., 
en, (—§8); —en: Fübhrer einer Enomotie. Ruͤßow 
gK. 121. i, f.: —(ehn: bei den Spartanern, 
eine Schar v. einigen 20 Mann „geschworner" 
Soldaten, s. Lochos; Triakas ic. — Snoplromänt 
(gr.), m., —en, —#; Ten: Einer, der mittels Sriegeln 
wahragzt. GE-#iie, k. : solche Wahrsagung; Eisch, 
: darauf bezügl. — Enörm (lat.), a.: über- 
mäzig, ungemein; auch frz. adv.: Die Cbotelare, 
die Enormement semang] sucré lbükré, ge- 
zuckert, süß] war. Spitihagen Probl. 2, 164 1c. u. 
(lat.): Læsio (s. d.) enEcrmis, im Suverl.: 
eenormissima, gw. — ültra dimĩdium. eität, 
f.; —en: Ubermaß, ungemeine Größe, enorme 
Ferdrung. püc#ler Süröstl. 2, 2 c. — Enörmon 
(gr.), n., —: 0: die „treibende“ Lebens-Kraft, 
Thärigf. — Eno-, (Enno-) figäos (gr.), m., 
uv.; 0; lichthon, m., —#8;; 0: der „Erkerschütt- 
rer“ Gis Bez. für den Meeresgott, Poseiron). — 
Enostös-e (gr.), f.; —m; eis, f. [8 24, 3, uv. J: 
Knochen-Wuchrung,-Geschwulst, nach innen, auch 
Entostos-e; is (ugl. Exestese). — Snquéêt-e (frz. 
angkär), f.; —#: amtliche Untersuchung in bürger- 
lichen Rechts- od. in Verwaltungssfachen, nam. v. 
einer Kommission des Parlaments 2c. angestellt, 
zwecks genauer Instruktien über die für die zu 
treffenden Maßregeln bestimmenden Vhe 2c.: Die 
Niererlassung einer E.-Kommission zur Prufung 
der kandischen Zustände. Grenzb. 26, 3, 35. eur 
örl, m., —#s: —: ein mit einer Enquste Beauf- 
tragter. — Engquolièren (angtot-), tr.: quoten- 
weise (s. d.) — vertheilen, einschätzen, besteuern: 
Die böchsten Sätze an enquotierten Armenkassenbeiträgen 
entrichten. Den nierrigst enquctierten Wahtern. 
Rostocher Zeit, 157, 294. — Enrag- (frz. angrafbe), 
t —6; —: ein Cnragierter, nam.: solcher Var- 
teimann. ièeren, inir. (sein), tr.: in Rage 
(s. d.), Wuth — gerathen od. bringen: Enragiert, 
wüthend, eifrig 27e. — Snregillr-ement (ang- 
resbisermäng). n., —: —: Eintragung ꝛc. ieren, 
tr.: ins Register eintragen, ein- registrieren, zeich- 
nen, -schreiben. — Surhum-é (frz. angram-), 
a.: enrhumiert. #### refst.: sich verschnurfen, 
erkälten. — Enrhöthmicch (ur.), a. eretmi 
taktmäßig. — Snrichteren (erz. angiisch- —y). 
bereichern;: reich schmücken. — CEnrôl-ement (ins 
angrol'mäng), n., —:#: Cnrolierung. -rur (ör), 
m., #&amp;#„ —S: Werbeefficier. n, tr.: in die 
Masterrelle eintragen, anwerben :e, i. Dem 
Schout liegt es ob, die Mannschaft jeglichen Schiffs 
ein zurollieren. Wilkomm Gau 1, 271. -ment 
(engl.), R., —6; —# : Registrierung, gerichtl. Ein- 
tragung eines Dokuments (bei Heyst: J nrolment). 
— Snronieren (frz. angru-), tr.: beiser machen; 
refl.: es werden. — Ens Ilat., 824, 3, n., entis, 
Mz.: Ential: ein Seindes, Wesen, Ding (ogl.
        <pb n="345" />
        Enselik 
Non-E.): E. Eotium, das Wesen der Wesen [Gottl; 
E. ratiönis, bloßes Gedankenwesen, Gystz: E. reäle, 
in der Wirklichk, vorbantnes, vgl. (im Surerl.): 
Er ist ein e. reallssimum. findner Scher. 122. — 
Enselih (türk.), n., —; —#: Nasenstück. Hammer 
10, 346. — Ensembl-e (frz. angßingb'I), n., —S; 
—#8: ein aus dem gehörigen Ineinandergreifen des 
Einzelnen entstehndes Ganze, nam. (Bühnenw.): 
das Zusammensriel, E.-Sriel; E.-Stücke, 
für mehr als 4 obligate Solestimmen .., als: Quin- 
tette, Sertette mit u. ohne Chor. Düringer 360; Daber 
tritt sie in dem Quartett .. als die Hauptverson hervor 
u. beberrscht .. die E.-Sätze. Jahn Moz. 4, 101. 
c-keren, tr.: zu einem Ensemble vereinigen: Eigen- 
schaften, die sich selten bei einer Opernsängerin so en- 
sembliert finden. Zetl. Monlagsz, 5, 52. — Enseifer 
(lat.), m. [8 24, 2, Jferi!: „Schwertträger"“, 
früherer Titel des Kurfürsien v. Sachsen. -iförm, 
a.: schwertförmig. — Ensöph, m., —6; 0: (in 
der kabbalistischen Philosophie) das göttl. Wesen. 
Abecker Rabbi 2, 1, 97. — Sntablement (frz. 
angtablming), n., —s; —: Gebälk, Sims. — 
Enlamteren (frz. ang 2c.), tr.: Etwas anschnei- 
den, beginnen, eröffnen. — Sntafsis (gr.), k. 
I&amp; 24, 3, uv.): Bauchung an Säulen. — SEn- 
haffièren (frz. ang 2c.), tr.: häufen, aufhäufen. — 
Entelechis (gr.), f.; —(ehn: die Kraft, wedurch 
Etwas, das als Möglichk. (potentiell, virtuell) 
vorhanden ist, in die Wirklichk. trim (aktuell wird), 
so bes.: die Seele als die die Materie belebende 
Kraft 2c.: Ich zweifle nicht an unsrer Fertrauer, denn 
die Natur kann die E. nicht entbehren; aber wir sind 
nicht auf gleiche Weise unsterblich u., um sich kunfrig als 
graße E. zu manifestieren, mus man auch eine sein. 
Eckermann G. 2, 19; 194, vgl.: Aristeteles. fügt 
zu den bekannten 4 Elementen, aus renen Alles entütand, 
noch ein 5tes Urwesen, als das Element des Geisies 
binzu linrem er] rie Seele felbst mit dem neuen Wort 
Erzéer [Entelecheial] benennt, um ihre un- 
unterbrochene u. stets fortdauernde Bewegung auszu- 
rdrücken. 45 Kern Cicer. Tuskul. 1, 54. — SEnten-deur 
(irz. angtangrör), m., —s; —s: Einer, der — u. 
sofern er — hört, mun Urtheil u. Verständnis hört: 
A bön e. peu (röl de paroles s-õl'l, gutem Hörer 
laenügen]) wenig Worte; zartem Ohr balbes Wort. 
-te rl, f.; —: Einverständnis: E. cordiale, 
herzliches, z. B. Spielhagen Pr. 7, 379 2c., — nam. 
zur Bez. des guten Vernehmens in der Politik zw. 
Enaland u. Frankreich unter Ludwig Philirr. — 
Enteradeno-gräph, - log (gr.), m., en, (—); 
—en: Beschreiber der Darmdrüfen. Dazu: E##i# 
f.; E--isch, a. — Snt-eralgia (gr.), f. I§ 24, 
11: -eralgee fz—eyn: Darmweb. erangiem- 
phraxis, f. /§ 24, 3. uv.): Darmgefaͤßverstorfung. 
Seremphraxis, f. [8 24, 3, uv.): Darmver= 
stopfung. erenchpta, m. I§ 24, 1!): Darm-, 
Kiystierspritze. erepiplockle, f.; —: Netzdarm= 
bruch. ricus, -erisch, a.: die Eingeweide be- 
treffend, davon herrührent 2e. eritis, f. [8 24, 
3, uv.): Darmentzündung. — Enlerlööper 
Enthusiast 329 
(bell.), m.,—#; uv., —#: Schmuggler; Schmugg- 
lerschiff, s. Interlerer. — Snter-ekle (gr.), f.; 
— : Darmbruch. ocpflocele, f.; —: Darm= u. 
Blasenbruch. -odpi, f.; —(ehn: Darmneh. 
ogallrocele, f.z Z: Bauchdarmbruch. -ographi#s, 
f. —eyn: Beschreibung der Eingeweide. olith, m., 
—(e)s, en; -eln): Darmstein. olithkasis, k. /S24, 
3, Uuv. ): Schmerz durch Darmsteine u.: Bilrdung 
solcher (Eutderolitbösis). ologte, f.; —(eyn: 
Lebre v. den Eingeweiden. -omalacie, f. eyn; 
omalaxis, f. I§ 24, 3, uv.): Darmerweichung. 
-omphalus!§ 21, 2): Nabelrarmbruch. opathis, 
f.; —ey)n: Darmleiden. operistolc, fk.; In: 
Gedärmeinklemmung. Jophlogis, f.; —eyn: 
Enteritis. -oppra, k. [8 24, 11: Darmeber. 
-orrhagĩẽ, f.; —(ehn: Blutsluß aus den Gerär= 
men. örrhaphe, f.: n; -orrhaphir, f. -(e)n: 
Darmnahtobei Darmverwundungen). -ofar korele, 
f. —: Darmfleischbruch. -otomté, f.: —eyn: das 
Aufschneiden eines Darms. zöon, n., —; 
ozSba: Eingeweidewurm (Entezoen, (. Enthel- 
minrhen). -drocele, f.; —n: Darm-Hydrecele 
(s. d.). — Entst-ement (rz. angtät'mäng), n., 
—# ; —#: Eigen-, Starrsinn, Starrköpfigk. -feren, 
tr.: Einen e., ihm Erwas in den Korf setzen, nam. 
ihn aufblähend; retl.: sich Etwas in den Korf 
setzen, sich darauf steifend 2c.: Entétiert, eigenfinnig 
(entsté). — Enthelminthen (gr.), pl.: Ein- 
geweidewürmer, s. Entlerzeon. — Sntheomanie 
(gr.), f.; -(ehn: religiöser Wahnsinn. — 
Enthlasis (gr.), f. [8 24, 3, uv.): Quetichung 
der Hirnschale 2c. — Snthronisticum sgr., § 24, 
2, n.): Antrittsgeld bei Ubernahme einer Pfründe. 
— Enthusi-asmtren (gr.-frz.), tr. (refl.): mit 
Enthufiasmus erfüllen; entflammen 2c.: Waren für 
ihn entbusiasmiert, ja begeistert. Hötez 244 2c. 
-demus, m., uv., (—es); 0: Der E. ist rie be- 
barrl. Begeisterung; der Fanatismus aber die 
Schwärmerei als Leidenschaft 2c. Surdach Antbr. 
393; Den E. für irgend eine Frau mus man einer an- 
dern niemals vertrauen. G. 18, 233; Sch. 773b; Es 
giebt auch eine Erbitzung der Seele, die nich Schwär- 
merei ist, sonrern Wirkung des unmittelbaren An- 
schauens des Schönen u. Guten 2c. . Diesem Zustande 
der Seele weiß ich keinen schicklichern, angemessenern Na- 
men als E. Das Wort bez. nach seiner Etmolegie den 
erböhren Zustank der Seele, worin sie ganz außerge- 
wöbnliche Kräfte zeigt u. Wirkungen äußert u. den sich 
die Alten nicht anders erklären konnten als aus dem . In- 
wohnen eines Gottes“ in der Seele, dem Einwirken eines 
Gottes in dieselbe 2c. W. 35, 135 ff. (vgl. S. Pb. 13, 
29; 5. 11, 464: 79; Sch. 773b 2c.); Freiheits--; 
Kunst. E.; -ast, m., —en, (—); —en: ein von 
Enthusiasmus Erfüllter. . 11, 465; Der 
Schwärmer ist begeistert, wie der E., nur das 
Diesen ein Gott begeistert u. Zenen ein Fetisch rc. 
w. 35, 137; Ein E. im erhabensten Sinne dieses 
Wortes, welches durch Vermengung mit Schwär- 
merei, Fanatismus u. Magismus so häufig 
entheiligt wird. 17, 95; 36, 104; E-in. 23, 273 2c.;
        <pb n="346" />
        330 Enlhusiasterei 
Dr. Töbler ist JZuräa-E. [E. für Zudaͤa]. almerayer 
GsW. 1, 240; Kunst-E. Spielhagen Pr. 5, 171 ꝛc. 
aslerkt, f.; —en: Wesen, Treiben eines Enthu- 
siasten (aw. tadelnd, als übertrieben). Claudius 6, 
45. Afstisch, a.: voller Enthusiasmus, in der 
Weise eines Enthusiasien u. — Enthpmem 
(gr.), n., —#e)s; —e; - a, u., — ; ## § 24, 3, u., 
#tis): 1) Resterion, Betrachtung. — 2) ein durch 
Weglassung eines „im Sinn“ behaltnen Satzes 
abgekürzter Syllogismus. — Entität (nlat.), 
1.; 0: die Wesenheit, das Sein (s. Ens u. 
Non-E.), frz.: Entité langtitel, f., z. B. Ual3. 21, 
319. — Ento (gr.), f.; —6; 0: s. Phorciade. — 
Entoilage (frz. angtoaläsh'), f.; —n: fagonniertes 
Dünntuch mit spitzenartigen Dessins. Karmarsch M. 
2, 465; 793. — Eniom -odérm (gr.), n., —S; 
0: s. Chilin. ograph, -olõg, m., -en, (—8); 
—en: Beschreiber, Kenner der Insekten (auch En- 
tomologist). Dazu: E-#l, f. e-isch, a. olith, 
m., en, (—ö): —en, (-e); -olithus, m. I§S 24, 
21: versteinertes Insekt, bes. — Trilobit (s. d.). 
on, u. ·s; za: Insekt. —ophäg, m., -en#s;en: 
Inseften-Esser. ofltrar#it m., —en, (—6); Sen, 
Ce): versteinertes Entomostrakon. östrakon, 
öfltrarum, n., —; ka (§ 24, 2, n.): „Muschel- 
Insekt“, Schalenkrebs, f. durmeister Gsch. 390; 
Oken 5, 623. — Ent-onfrt (gr.), 1.; -ehyn: 
Spannung, nam. krankhafte. -ônisch, a.: ge- 
spanm, überspannt.— Entonnoir (srz. angtonnoär), 
u., —#; —§ : Trichter; etwas Trichterförmiges; 
Abzug eines Flusses, Schleuse. — Entophthal- 
mie (gr.), f.; —eyn: innre Augenentzündung. — 
Entoph-Htl, n., —es; -e; -a#ton, n., —; zyta: 
entopbhytische Pstanze (Zellenpilz). HFtisch, a.: 
als Schmarotzer innen wachsend. — Entöpisch, 
a.: am Ort befindlich, örtlich, einheimisch. — 
Enlöpt-ik (gr.), f.; -en: Lehre v. den entop- 
tischen Farben. isch, a.: auf der Polarisation 
(s. d.) des Lichts beruhnd od. dazu gehörend rc., 
vgl.: Dioptrische ls. d.] Farben ..; katop- 
trische, dic auf der Oberfläche der Körper durch Spie- 
gelung sich zeigen; paroptische, welche sich zu dem 
Schatten der Körper gesellen; epoptische, die sich 
auf der Oberfläche der Körper unter versch. Vedingungen 
fluchtig oder bleibend erweisen; die nach der Zeit ent- 
deckten wurden ee genannt, weil sie „ innerhalb" gewisser 
Körper zu schauen sind . G. 37, 319 (vgl. Dove 
Nepert. 2, LXXIII ff.; Pouillet 2, 359); E.e Eigen- 
schaften (G. 37, 320), Gläser (328), Erscheinung (329); 
Dere##e Kubus. 337; 40, 107 2c. — Entkorlillieren 
Cfrz. angtortilj), tr.: ein-, um-, verwickeln; ver- 
wirren; umstricken 2e. — ESntoflös-e, io: s. 
Enostos 2c. — Snlour (frz. angtür), m., —#s#; —87 
Umgebung, nam. in Mz. age (-äshy), f.: -n: 
Umgebung, nam.: die einen Schmuck, ein Bijon 
umgebenden Zierrathen 2e. ier#rn, tr.: umgeben, 
einschließen, einfassen. — En-tloul-ras (srz. 
angtuka), m., uv.; uv. (auch m. lautendem e): 
„in jedem Fall“ (s. cas), wie entre deux (s. d.): 
mittelgroßer Schirm, der als Regen= u. Sonnen- 
Entremes 
schirm dienen kann: Durch einen leichten E. geschützt. 
Schüching Akl. 2, 33 2c. — Sntoxlic)ism-us (gr.), 
m., uv.; -en: Vergiftung. — Enlozöon: s. 
Enterczoon. — Entra (it., span.): tritt ein!; 
herein!, z. B.: Ein etwas überraschtes E. rufen. Gut- 
häcker Pench. 2, 13, vgl. (it.) in Mz.: Enträte! 
u. frz.: Entréz! — Enlrainieren (srz. angträn), 
tr.: mit sich fortreißen; nach sich ziehn. — 
Entr'aecte (frz. angträk), m., —6; —: Zwischen- 
Akt (s. d.), auch: das ihn Ausfüllenre, nam. von 
Musikstücken (vgl. Entremes); z. B. auch: Schrei- 
hälse, welche den „Entre acte“, d. h. den Universal- 
theaterzettet v. ganz Paris feilboten. Rodeaderg Var. 
Bild. 36. — Enträl-#a (it.), f.; ze: einleitendes 
Tonstück (s. Introduktion, Intrade, Entrée). —: s. 
entra. — Entre (frz. änger), Lräp.: zwischen, 
unter (vgl. inter), z. B.: E. chien (s. d.) et loup; 
E. deux (s. d.); E. nous lnũl, Unter uns, im Ver- 
traun, vgl.: E. quatre Feux lkatter is od. fiöl, 
unter 4 Augen 2c. bande (-änger'], Sbatte 
[□—häul, f.; —s: Sahl-Band, -Leiste an Tuch 2c. 
(Lisière). chat I—schäl, m., n.t, —6; —#: (Tanzk.) 
das krenzende Ubereinanderschlagen der Beine. pä- 
ringer 360; E-#s u. Pironelten. Hleist Bül. 268 2c. 
deuxr: s. deux. — Enlrée (frz. angtre), f. (n., 
m., —8); —#: Eingang; Eintritt; Zutritt 2c., 
z. B.: E. bei Jemand haben; Freie (od. frei es. Dü- 
ringer 434) E. im Theater, zum Koncert haben; Die 
freien E-s sind ungultig; E. de fareur (s. d.); Sein 
E., E.= ([Einlaß-) Billett, E.= [Lege-] Geld bezah- 
len, entrichten rc.; ferner: Eingangszimmer, Vor- 
saal, — auch (wie dies od. Eingang) masc.: Die 
beiden Familien haben die (od. den) E. gemeinsam 2c.; 
ferner: etwas den Eingang Bildendes, zur Eröfs- 
nung Dienendes, z. B.: s. Joyenx; ferner der 
erste Gang, das Vorgericht eines Gastmahls; 
(Lhombre): die Frage; (Mus.) — Entrata (s. d.) 
ꝛe.; ferner: Tanz-Divertissement, auch als-Name 
von (ältern) Tänzen, z. B.: E. à deux (s. d.). 
We#stermann 3, 547b; Die feierlich bewegte E.-our 
Tkür, Hof-E.]. Bank Bild. t, 211 ꝛe. Als Bstw., 
s. o.; auch z. B.: G.-Walzen, in Schrubbel- 
maschinen 2c. die Wolle vom Speisetuch aufneh- 
mend, ehe sie auf die Tremmel gelangt 2c. — 
— Entre-ins (srz. angi'tseng), pl.: mittelfeine 
Tücher. -gent (äng), n., —6; 0: richtiges Be- 
nehmen „unter Leuten"“, gewandtes Betragen, 
Weltre. -eolonne nn, f.; —: die Entfernung 
zw. 2 Säulen (wie Entrepilastre, zw. 2 Pfeilern), 
Säulen-Weite, -Abstand (nterkolumnium). rôte 
I— FGtl, f.; —#: Zwischen-Riprenstück. Scheible Kechb. 
135. lacs I— al, pl. : (Bank.) in einander rer- 
schlungne Zierrathen. —ligne lalinjl, f.; —8: 
Raum zw. 2 Zeilen. — Enlremẽs (ipan.), n., 
uv.; -es: wie frz. intermode, it. intermezzo (s. d.) 
— ein Zwischenspiel zw. den Akten eines Schauspiels 
(l. Entr’acte, vgl. G. 33, 11): S. g. Divertissements 
mit Gesang u. Tanz, den span. E-cs vergleichbar, batte 
man schen immer zw. die Akte des reeitierenden Dramas 
eingeschoben. Bosenhranz Poes. Gesch. 654; Zw. der
        <pb n="347" />
        Entremets 
Loa u. dem Stück, wenn es ein Auto ist, od., wenn es 
eine Komödie im engern Sinne ist, zw. die jornadas der- 
selben werren die K-es, bald in Versen, bald in Prosa 
aufgefuhrt. Diese Intermezzos sind kleine Possen. .. 
Den Namen E. führte Timoneda ein, andre Bezz. find 
saynetes, mogiganzas, zarzuelas, tonadillas u. 
follas. Sie wurden auch v. Liedern durchbrochen u. oft 
mit Tanz beschlossen. 596. — Enkre-mets (srz. 
angt’rmä), n., uv.; uv. (m. lautendem s): Zwi- 
schengericht bei einem Gastmahl 2c. metteur 
(menör), m., —s; —s, —e: Vermittler. -mise, k.; 
—n, —s: Vermittlung. -pas s-pãl, m., uv.; uv. 
(mit lautendem s): eine Gangart v. Pferden, die 
gleichsam zw. 2 Gangarten schwebt (vgl. Küster- 
Galorp). pilastre (st'r), m., —###; —s: s. Entre- 
colonne. -pont (□pöông), m., n., —## —#: Zwischen- 
deck. -poseur (—##ör), m., —#; —: Aufseher eines 
Entrepöts. -pôöt Cpö), n., —s; —#: Niederlage 
für Waaren, nam. wo sie unverzollt lagern kön- 
nen, Lagerhaus, Packhof, Stapelplatz 2c.: Im E. 
des Freihafens. Cnc-Kl. f. Kaufl. 36 3b. prenant 
Cng), a.: unternehmend. preneur Cör), m., 
—86; —S#: Unternehmer. prenikren, tr.: unter- 
nehmen. prise, f.; —n: Unternehmung. „sol 
(□Shôll, n., —s; —8: Halb-, Zwischen-Geschoß od. 
-Stockwerk (s. Mezzanine), nam. zw. dem Erd- 
geschoß u. dem ersten Stockwerk: Ein Stubchen in 
E., eine s. g. Hangelstube. Lewald Vat. 2, 105; Er 
tappte sich die Haupttreppe hinunter in seinen E.-Stock 
u. in sein Zimmer zurück. Schücking Vrschl. Wege 2, 
69 2c.; Die niedern Fenster seines E.-Zimmerchens. 
50; Gartenl. 14, 67b; 102b; Thür zu einem Wirth- 
schafts-E. Gutztow Z. 2, 169 2c. taille Ctälj), 
f.; —§, —n: bei den Kupferstechern, leichtre Striche 
zw. den Hauptstrichen; Art Tanzras. ktenieren, 
tr.: Emen e., unterhalten, d. h. sowohl: für seine 
Unterhaltung — als: für seinen Unterhalt sorgen. 
- tenue □nül, f.; —#: E. od.: Femme lfämm') e., 
eine v. ihrem Buhlen unterhaltne, ausgehaltne 
Mitresse (s. d. u. Lerette). -h#ien (tjeng), n., —; 
—#8# : Unterhait, Erhaltung, In-Stand-Haltung; 
Unterhaltung, unterhaltendes Gespräch. oue 
C□wü), f.; —s, —n: Z. sammenkunft u. Unter- 
redung, Besprechung. — Entrez! (frz. augtre): 
f. entra. — Entrichöma (gr.), n., —; —t#a: 
Angenwimper. — Sntrieren (frz. ang—), tr.: 
Etwas e., es od. darauf eingehn, sich einlassen, es 
anfangen, beginnen:c. — Entripfie.: s. Anatr 2c.— 
Entrochit (gr.), m., —en, —S; -eln): „Radstein“, 
ein Glied v. einem Cnkriniten (s. d., vgl. Trochit). 
— Entröpi-um (gr.). u., —#; zen: das Ein- 
wärtesstehn der Augenlieder, vgl. Distichiasis. — 
Enud-atiön (lat.), f.; —#en: Cnudierung. 
-l##ren,, tr.: entblößen, enthüllen. — Snuhle- 
aliön (lat.), f.; —#n: Auskernung; Aueschälung 
einer Geschwulst; Entfernung eines Glieds aus 
dem Gelenk; Cutwicklung, Erläutrung. ren, 
tr.: auskernen; entwickeln, erläutern. — Enüla 
(ar.), pl.: die innre Seite des Zahnfleisches. — 
Enumer-atiön (lat.), f.; —en: Aufzählung te. 
Siren, tr.: auf-, herzählen, berechnen. — 
Eöen 
331 
SEnunc-, Enunt-iatiön (lat.), f.; -#en: Aus- 
sage, Satz, Ausdrucksweise; Verkündigung, Be- 
kanntmachung; Aussrrache. iativ, a.: aus- 
sagend, erklärend. -iälum I/&amp; 24, 2, n.): Aus-, 
Rechtsspruch. (i)sren, tr.: aussagen, aus- 
sprechen, verkünden. — Snuresse, is (ge.), f.; 
0: das Unvermögen den Harn zu halten. — 
Enntrikren (lat.), tr.: ernähren, auf-, groß- 
ziehn. — Snvelôpp-e (krz. ang 2c.), f.; —n,: 
Einhüllung, Hülle; Umschlag, z. B. Brief-E. 
Guskow 11, 362; Art Damenmantel, Umwurf; 
Art äußres Festungswerk zur Deckung des Haupt- 
werks. - ieren, tr.: einhüllen, ein-, verwickeln; 
refl.: sich in Händel verwickeln, verstricken. — 
Enve-ers (frz. angwär), m., uv.; uv.: die umge- 
kehrte, linke, unrechte Seite eines Zeugs 2c.: A Te., 
verkehrt. ersin (-erseng), m., uv.: uv.: Art 
grober Serge (s. d.). — Envi (frz. angwi): A kee., 
um (od. in) die Wette. — SEnviron (frz. ang- 
wiröng): 1) adv.: ungefähr, etwa. — 2) m., —SÖ; 
—# : (gw. in Mz.) die umliegende Gegend, Um- 
gebung. — SEnv-oi (frz. angwosz), m., —s; —: 
Sendung. ony (oafe), m., —6; —: Gesandier, 
gw. nicht so hohen Rangs wie der Ambassadeur 
(s. d. u. Ablegat). -okren Coaj“ph, tr.: schicken, 
senden. — Enrertädo: s. Enjertaro. — Cnpali- 
(ös), -us (gr.), m. [5 24, 21: Beiname des 
Kriegsgottes, vgl.: Die Thräcser verehrten einen be- 
sondern Mars, den man . v. seiner Amme od. Mutter, 
der Enbo f. Pborciade; vgl. Bellönal, Mars E. 
nennt 2c. Ramler Myth. 15. — Enbstr-on (ar.), 
D., —#; a: Labmagen, s. Abemasum. — Enziän, 
m., —(e)s; —e: f.; en: Name mehrerer 
Pflanzen, Gentiäna, s. Haller 44; Kreuz-E., G. 
ernciãta ꝛe.; Weißer E., Laserpitium latifölium, 
aber auch: weißer Hundekoth, vgl. wackern. 4, 
28415. — Enzo-otié (gr.), f.: —(eyn: Thier= 
Endemie. -ötisch, a.: endemisch, in Bezug auf 
Thierkrankheiten. 
So (lat.): Ablat. v. is, z. B.: Eo änimo od. 
sensu, in der Absicht 2e.; Eo ipso, eben dadurch, 
damit zugleich :e. — So-cän (gr.), -#en, a.: 
Ich ISir Charles Lyell] nannte die älteste (Tertiär-- 
Schicht (mit ungefähr 3½ Procent noch lebender 
Muscheln) Eocene (Dämmerungeschicht), die 2te (mit 
ungefähr 17 Proc. dgl.) Miocene (weniger neu) u. 
die 3Zte od. oberste (mit 35—50 Proc.) Pliocene 
(mehr neu). Büchner Mensch 7 (bezügl. v. gr. 10#61, 
s. Cos; #####x, minder; 84or, mehr u. zc#s, 
neu]: Eocenbitldung. 9; Den eocänen Abschnitt 
des tertiären Zeitalters. . Dann stoßen wir auf den 
meiocänen Abschnitt u. .. auf den pleiocänen. 
Ausld. 38, 1195a; Eocän-Epoche. 522b; Co- 
cen-, Miocen-= u. Pliocen-Formation. Jur- 
meister Gsch. 263; 272 2c. — Södem (lat.): Ablat. 
v. ĩdem (s. d.), an demselben lsc. d'e, Tagl. — 
Söen (gr.), pl.: der Titel eines Gerichts von 
Hesior: In dem Weiberkatalog od. den E., welcher 
sonderbare Name daraus entsrrang, daß die Formel n 
ok# (oder wie) in dem Übergang v. eincr Frauengeschichte 
zu einer andern sehr häufig darin wicderholt war. ofen-
        <pb n="348" />
        332 Soidin 
kKranz Poes. Gsch. 149. — Soidin (gr.), n., —e); 
0: s. Chrysoirin. — Eos, s.; 0: die Morgenröthe 
(s. Aurora 1): Als die dämmernde E. mit Rofenfingern 
emporstieg. V. Od. 2, 1 2c.; Wenn E., die Blöde mit 
glübendem Schein die Terriche röthet. G. 10, 272; 
Nos. Pftffel Po. 3, 165 ff. (s. Eo-cän; zoon). — 
Söstra (ags.), f.; 0: wie ahd. östlayra, eine 
Frühlingsgöktin (vgl. Ostern, Ost). — Sous, m., 
uv.; 0; eins der Sonnenrosse, s. Phlegon. — 
Sozö-isch (gr.), Der Irrthum, die meta- 
morrhischen Felsen azossch (s. d. ].. zu nennen; man 
könnte sie vielleicht e. nennen, wie Dr. Dawson ge- 
rathen hat, wenn wir das Cozöon wirklich als ein 
Geschöpf des Tagens, d. h. des Weltanfangs betrachten 
rürfen. Ausld. 38, 644a, vgl.: Eine wohlerhaltene 
Struktur, welche Herr Dawson als die eines Foraminifer 
i. d.), unter dem Namen Pozöon canadénse be- 
schreibt. 641b; Giobus 7, 59b (s. Rbigorere). 
Spagneul (frz. epanföl), m., —; —: spani- 
scher Wachtelhund. — Spag-öge (gr. 7i .; n: 
Anlockung; Verfuͤhrung; Beweis durch Induktion 
(l. d.); auch (alte Kriegsk.): Sektionskolonne. 
Räßow 9K. 121, vgl. Paragoge 2b. -ögisch, a.: 
lockend, verführerisch. -omenr, f. ;n: in den Kalen- 
der eingeschalteter Tag. Veietmann Or. 2, 460; 161; 
ädler 596 2c. — Epähm-aflisch (gr.), a der 
Akme (s. d.) zuschreitend; zu-, am nchsend, sich 
steigernd. —# “ —n: Krankheitszunahme. — 
Epakte (ge.), f.; —: E-n nennt man in der Chro- 
nologie diesenigen Zahlen, welche für ein jedes Jahr das 
Mondalter am Neujahrstage angeben 2c. Gehler 1, 850; 
E-n--Cykel. 2, 721; = Gleichung; Tafel 2c. — 
Epanadiplöse rc. #. Anadiplose. — Spanäklilis 
(gr.), k. I§ 24, 3, uv. : ginksschwenkung nach 
rückwärts. — Spanalpfe#r (gr.), f.; —; Eis, 
f. [8 24, 3, uv.]: das Wieelrenrihen nam. 
eines durch eine Einschiebung unterbrochnen Satzes, 
gw. mit sag' ich (s. sagen 1p Ss.); füälschl. st. 
Epanadiplose U. Kettenreim. — Spanäphora (gr.), 
1. [8 24, 1): s. Anaphora. — Spanastem (gr.), 
n., -(e)s: —e; -a, u., —6; -ta (#§ 24, 3, n., 
#-tis]: Fleischwärzchen: E-a cärner Hornhaut- 
schwamm. — Spanastrophe (gr.), f.; —#u: Nede- 
figur, wonach das einen Satz schließemde Wort be- 
deutsam den folgenden beginnt, vgl. (Ep-) Anariplose. 
— Spauch-ement (frz. epangsch'mäng), n., —8; —#: 
Herzensergießung. iren, tr., refl.; aus-, er- 
gießen: Sein Herz, sich e., rückhaltlos aussprechen. 
— Epanod -os (gr.), -us, f.; (m. ), uv.; uv. 
!§ 21, 2): „Rückkehr“, nam. auch eine Redefigur, 
bestehn in Wiederh= dlung von etwas Vorangegang- 
nem in umeetehrier Reihenfolge 2c. — Epanorth-- 
öse (gr.), f.; —;: Jolis, f. [8 24, 3, uv. )1: 
Wicderternellung (s. Restiturion), Wiedereinsetzung 
in die frühere Lage; Verbeßrung, nam, des Ge- 
sagten durch den Redner selbst, bes. durch Wahl 
eines treffenderen Ausdrucks: Ermahnung zum 
Guten u. der solche enthaltende Theil einer Prc- 
digt 2c. öticum, n., —s; ka (S 2/, 2, n. : 
erauorthotisches Mttel. -otisch, a. Beprung 
wirkend; zum Guten mahnend; erbaulich. 
Sphebe 
Epanou-ĩeren (frz. —u-), refl.: sich entfalten, 
aufblühnd 2c., in Heiterkeit 2c.: Seine Stirn epa- 
noniert sentrunzelt] sich ꝛe. issement (Cif mäng), 
n., —§; —6: das Aufblühn; Heiterkeit. — Span- 
them ul¾ ) 2c.: gw. Exanthem 2c. — Spaphärelis 
(gr. ), f. 18 24, 3, uv.]): wiederholte Blutentzie- 
hung. — Eparch (gr.), m., -en, —s; -en: Vor- 
steher einer Eparchie: z. B. im alten Griechenland. 
w. 22, 268 2c.; ferner im neuen. pächter Süröstl. 
2, 30; 131; Den Kreisen steht ein Nomarch, den Be- 
zirken ein E. vor. Zinkeisen Gr. Rev. 2, 827 2c. #, 
f.; -(e)n: Bezirk (staatl. u. kirchl., nam. in der 
gr. Kirche: Sprengel eines Bischofs): Ganz Grie- 
chenland zerfällt in 10 Nomen od. Kreise u. 42 Elen 
od. Bezirke. 826; püchler Sudöstl. 3, 282 2c.; Diese 
Verzeichnisse umfassen .. alle Mitglieder der ganzen gr.- 
russ. Kirche, doch kommen . auch Listen heraus, welche 
die Geburts= u. Sterbefälle einzelner E-#en. lesonders 
behanreln. Kohl Pet. 1, 288 2c. — Epargn#e (irz. 
exaärnj), f.; —n: Ersparung, Ersparnis, Erspartes. 
ren, tr.: ersparen, erübrigen. — Epaͤrma 
(gr.), un., —#S; -+a: Erhöhung, Geschwulsk Aus- 
schlag. — Spaul-ement (frz. evol'mäng), n., —S; 
—§ : Schulter= od. Brustwehr von aufgeworfnet 
Erderc. étte, f.; —a, —#: Achsel-Schild, -Band, 
— nam. als abzeichen der Offieiere: Bei einem noch 
so blutjungen Manne, der erst seit wenigen Jahren die 
En trage. Bodenkedt Erz. 1, 19; Gartenl. 16, 311b; 
Junge E-n-Träger. Spielhagen Pr. 7, 286 2e.; 
Kontre- E—-nohne Quasten od. Troddeln; 
Schuppen-En, aus metallnen Schuppen. Düringer 
361 2c. — eren, tr.: Truppen durchein Epaulement 
schuͤtzen rc. — Spave (frz. —w.), f.; —: herren- 
loses Gut: Droit (s. d.) d's., Strandrecht. — 
Epée (frz.), f.; —5: Degen, .¾ Esrara; Porte-E.; 
Noblesse 2c. — Epeisödi-on (gr.), n., „s; -en, 
a: ein ein-, zwischengeschobner Theil eines Dicht- 
werks, nam.: Was vor dem Einzug des Chers lin 
der altgr. Komödie] gesprochen ward, bieß der Prolog; 
dann folgten die Chorlieder. Zwischen die Chorlieder 
fielen die Exeisodien u. das Ganze schlos der Exodos. 
RBasenkranz Poes. Gsch. 192; Zw. die Parodos u. die 
einzelnen Stasimen fielen die Epeisodien. 186, s. Episode. 
Epen (gr. 5 Mz. zu Epos (s. d.). — Spendpma 
(gr.), n., —;: sta (§ 24, 3, u., -tis]: die feine, 
die Hinzäbln übersiehne Haut. — Spenth- FTese 
(gr.), f.; —; --esis, k. (624. 3, Uv. ): die Ein- 
schiebung eines Buchst., einer Silbe 2c. etisch, 
a.; eingeschoben, eingeschaltet. — Sperdn (rz. 
—iüy)), a.; bestürzt, außer sich 2c.; als Adv.: 
c-ment (□mlängl, rasend, heftig, äußerst ꝛe. — 
Speron (krz. -öng), m.. —: —#: Sporn; Wider= 
lage der Strebepfeiler; Gis- Brecher, -Bock; vor- 
frringendes ußenwert bei Beiestigungen. — 
Eperegẽs-e (gr.), f.; —; -is, f. [8 24, 3, uv. : 
erklaͤrender Bei-, Zusat, s. Arrositien. — Spha: 
1) (hebr.) m., —#; —: ein Maß (vgl. Baib 1a): 
Ein Gomor ist das 10le Theil cines E. 2. Kof. 16, 36 
Der Omer ist ein Zehntheil vom Efa. Zunz. — 
2) (gr., —): s. Autos. — Spheb-e (gr.), m.,
        <pb n="349" />
        Ephebeion 
—n; —n: Jüngling (in mannbarem Alter), junger 
Maun ((. Ageneios): Aufseber der E-n im Gomnasion. 
Guhl 1, 238; 240; 254;293; Mit dem Beginn der 
En--Zeit. Weils Kost. 1, 739 2c. -sNion, n., —; 
-kka: im Gymnasion, der zu den Ubungen der 
Exheben best. Saal. euhl 1, 109; 107 rc., vgl.;: 
Das Exbebkum. 2, 132 ·§ 24, 2, n. ). ie, k.; 
0: Jünglingsalter. ike, f.; 0: s. Exristrres. 
Zisch, a.: den Epheben eignend, ihnen angehörig rc.: 
In e#ren u. herkulischen Gestalten. G. 31, 303. -us, 
m. [8 24, 21: Exphebe. Jacobe Phil. 69. — 
Epheges-e (gr.), f.; —: Tis, f. [5 24, 3, uv.1: 
gerichtliche Anzeige. deemi Asch. 21. — Sphekt- 
iker, m., —#; uv.: Skeptiker (s. d.); Einer, der 
der Erochs (noxn) hulrigt, d. h. dem Grundsatz, 
mit einem best. Urtheil zurückzuhalten, weil ein 
solches übrh. unmöglich. isch, a.: skeptisch. — 
Sphel-is (gr.), f. [8 24, 3, idis]: Sommer- 
Fleck;-Sxresse; Leberfleck ꝛe. — Sphelköllisch 
(gr.), a.: (Svprachl.) nachziehend, am Schlus an- 
gehängt: E-e Buchstaben, bes. im Griech, das e-e N 
od. das s. g. Ny epheleFsticum od. ephel- 
k Fstikon, vgl. raragogisch. — Sphem-er (gr.), 
a.: nur einen Tag während; eintägig; v. kurzer 
Dauer; nicht von Bestand; schnell vergehnd, ent- 
schwindend 2c. (s. e-isch): Die Kurzüchtigen träumen 
bleibenden Sieg aus e-em Ardarat. fallmerayer Or. 1, 
XXXVII ½. -era, f. [8 24, 11: 1) eintägiges 
Fieber (Ephemẽre): E. britänica s. sudatöria. eng- 
lisches Schweißfieber; E. uterina, Mutter-, Milch- 
fieber 2c. — 2) Eintagsfliege, Augstl(fliege), Haft 
:c.: Zu den Haften, Ephẽmeræ. Burmeister Gsch. 396; 
Hallir 211; Ohen 5, 1473 ff., auch: Ephemeron, 
n.; Ephemere, f., z. B. bildl., v. etwas Kurz- 
lebigem 2c.: Was hätte man vom Zeitungstraum, der 
leid gen Ephemere? G. 3. 94. -rẽre, f.; —n: s. 
Erbemera 1: 2. eriden, pl.: 1) Buch, Schrift, 
die Ereignisse nach dem Datum verzeichnet 2c., 
nam.: astronomisches Jahrbuch, worin der Ort der 
Himmelekörver für jeden Tag des Jahrs angegeben 
ist. — 2) Name einer Sorte Bonbous. Salon 1, 
378. risch, a.: ephemer (vgl. monemerisch): Wo 
ich meine Arme um feden e-en Freund so innig schlug, 
wie setzt um einen perennierenden. 9p. Wahrh. 4, 328; 
Einen e-en Roman lesen. W. 5, 152. -eron, -erum, 
n., —; zera [8 24, 2, n. ]: s. Exhemera 2; auch 
Pfl., Zeitlose. — Sph-eser, m., —s; uv.: Be- 
wohner von Ephesus: Enistel an die E.; Die Diana 
der E. Ap. 19, 28 2c., auch Erhesker. sisch, 
a.: zu Ephesus gehörig: Der ee Dianentempel 2c, 
auch: Ephssjus, z. B.: Zauberworte, die bei den 
Grfechen Ephésia grämmata le-e Buchstaben] bießen. 
w. 24, 359 (s. Asti). -esus: griech. Kolonie in 
Kleinasien, bes. berühmt durch den Dianentempel, 
der als Weltwunder galt. — Sphst-es (gr.), m., 
uv.; zen: Kriminalrichter im alten Athen. Gervinus 
Hist. 7, 85. — Sphialtes (gr.), m., uv.; 0: s. 
Alp 1. — Sphidrös-e, is (gr.), f.; 0: Schweiß- 
ausbruch. — Sphippi-on (gr.), um, n., —8; 
-en [8 24, 2, n.]): „das dem Pferd Aufliegende“, 
Spicpkel 333 
Sattel; Satteldecke (Schabracke); auch: Sattel- 
bein. — Sphod: s. Efod. — Sphodus (gr.), f.; 
m. [8 24, 2): Eingang einer Rere 2c. — Sph-ör 
(gr.). m., —#n, (—); —en: „Aufseher“ 2c., z. B.: 
Ein srartanischer E. w. 22, 154, vgl.: Die Elen lin 
Sparta] waren, gleich den Volkstrikunen zu Rom, eine 
rein demokratische Behörde 2c. Gtitgk 1, 280 2c.; ferner 
z. B. im heutigen Griechenland: Die Gerusia erließ 
Runrschreiben an die Erhorien der Eparchien, worin sie 
verordnele, E-en für die einzelnen Ortschaften zu be- 
stellen. Brandie Gr. 2, 191 2c.; bei uns nam.: 
Schul-= u. Kirchen-E-en. orät, n., —e)s; —: 
Amt u. Kollegium der Erboren: Als Mitglied des 
Schul.E 2c. orié, f.; —eyn: der den Erhoren 
untergebne Bezirk, Sprengel 2c. u. Kollegium der 
Erhoren: Das jere der 24 Eparchien Griechenlands 
eine E., diese wiederum UUnter-E“en wählen u. jede 
jener E-#en#eins ihrer Mitglieder zur Bildung des hohen 
Raths absenden solle. Brandis Gr. 2, 191; Die Lebrer 
der Stadt-E. Merseburg. Unt 3. 21, 8 2c. -orus, 
m. [8 24, 21: Erhor: Stivendisten (s. d.)-E. — 
Sphraimit, m., —en, —s; —en: geringbaltige 
Muͤnze, die Friedrich II. im 7 jähr. Krieg durch einen 
gewissen Erhraim u. Konsorten schlagen ließ. — 
Sphpdriäde (gr.), f.; —n: Wasser-, Quell- 
nymrhe, s. Najare. — Sphgra, f.; —8; 0: s. 
Kerinth. — Spial-a (gr.), f. [S# 21, 1); Jos, 
Jus, m. /§ 24, 21: bösartiges Fieber, Fieber- 
frost. — Spiaritlie (gr.), f.; —eyn: s. Aristos. 
— SEpibathr-on, n., —; za: Fall-; Sturm- 
Brücke. Weils Kost. 1, 816; 817, vgl. Sambuca. — 
Spiblema (gr.), n., —; -ta [8 24, 3, n., -tis]: 
mantelartiger Uberwurf (Periblema), Gewand; Zu- 
satz, Beiwerk 2c. — Spicedi-on (gr.), = um, n., 
—s; zen [8 24, 2, u.]: Leichen-Gericht, -Rede. — 
Spicerälli-rum (gr.), n., —; zka [5 24, 2, n.1: 
Lindrungsmittel. — Spire (frz. eriß), f.; —s: Ge- 
würz. -rie, f.; —(ehn: Gewürz-, Materialhand- 
lung (s. Ericier; Grocero). — Spichtchir-m 
(gr.), n., —e)s; —-e; -ema, n., -s; -ta [§ 21, 
3, n., -tis): rednerische Schlußfolgrung in aus- 
führlicherer Fafung. -Ese, f.; —n; -esis, (. 
[S 24, 3, uv.]: das „Handanlegen“, die Inan- 
griffnahme, das Beginnen. — Spichörisch (gr.), 
a.: wo heimisch rc. (s. enremisch). — Spichrose 
(gr.), -is, f.; 0: farbiger Hautausschlag. — 
Spichpfis (gr.), k. I§ 24, 3, uv.]: Gefäß zum 
Ausgießen von Wein r2c. Suhl 1, 162. — Spircier 
(frz. erißie), m., —s: —#: Würzkrämer, Material-= 
händler (s. Grecer, Erice). — Spicön (gr.), isch, 
-us, a.: (Sprachl.) von Thiernamen: für beide 
Geschlechter geltend. .um [8 24, 2, n.]): ericö- 
nisches Wort: C#a sind z. B. der Elerbant, die Fliege, 
das Rbinoceros 2c., vgl.: der männl. u. der weibliche 
Elerhant 2c. — Epicgema 2c.: s. Erik 2c. — 
Spichh-el (gr.), w., —; uv., —: E., Epie clus, 
ein Kreis, dessen Mittelpunkt in der Peripberie eines 
andern Kreises herumgeht. . Die ptolemäische Herothese 
vom Weltbau erklärte die Ungleichbeiten des Planeten- 
laufs durch solche E#n 2c. Gehler 1, 855; Man nannte
        <pb n="350" />
        334 Spiephlisch 
riesen Kreis den E. u. den ersten .. den deferie- 
renden Kreis, weil dieser .. dem E. zum Leiter diente 
od. ihn um die Erde fortfübrte. Linrow 14 3 2c. isch, 
a.: zu den Epieykeln gehörig, darauf bezüglich 2c.: 
Febler der e-#en Hypothese. 145 2c. -lorde, f.; -n: 
s. Cokloide. us, m. I§ 24, 2): s. Eichkel. — 
Epidel-ktisch (gr.), a.: zur Epideiris dienend: 
El-e [Prunk-, Kunst-] Rere, Beredtsamk. 2c. is, 
f. [8 24, 3, uv.]: Schaustellung; Bewährung 
durch Probe: Schau-, Probe-, Prunkstück; Prunk- 
rede ꝛe. — Spidem-i (gr.), f.; -eyn: Rrank- 
heit, die in einer Gegend gleichzeitig Viele befüllt, 
dort herrschend auftritt, Seuche (vgl. Pandemie; 
Eviaristie): Manche E-n sind auf ganz bestimmte Theile 
eines Landes beschränkt, man nennt sie Endemien. 
Bod Volksges. 154;TGbolera-: Grivpe-; Pocken-; 
Nubr-; Typhus-E. c.; übrtr.: Die große Bücher- 
E. in Leipzig. Sch. Dör. 112 2c. iologic, f.; —ehn: 
Lehre von den Epidemien. Tisch, a.: in der Weise 
einer Epidemie, seuchenartig: Eine Zeite-er Gemein- 
belt. Scherr Bl. 2, 105; Die ärgste Vest. Sie begnugt 
sich nicht, kontagiös u. e. zu wütben, sie ist in Deuesch- 
land bereits en demisch geworden. Holtei Treust. 2, 57. 
— Epidendr-on (gr.), um, n., —6; -a § 24, 
2, n. : Art auf Bäumen wachsender Schmarotzer- 
vflanzen. — Spidermeis (gr.), s.; 0: Oberhaut, 
bei Pflanzen u. Thieren (vgl. Evithelium, Cutis): 
E.-Zellen. Tisch, a.: zur Epidermis gehörig. 
oide, f.; —n: Eridermisgewebe. — Spid--ese 
(gr.), f.; —: esis, f. [8 24, 3, uv.): Glieder= 
verbindung: Wundenverbindung 2e. —4ma, n., 
—6 ; a s824, 3 n., tis): -Ksmus, m. [821, 21: 
Aufgebundnes, Verband 2c.; Angehängtes, An- 
hängsel. — Epidid-pmis (gr.), k. 18 24, 3, 
Imidis): Nebenhede. -mittie, f. [8 24, 3, uv.): 
Epididymis-Entzündung. — Spidf-ktisch, xis: 
s. Evirei 2c. — Spid -ofis (gr.), f. [8 24, 3, uv.): 
Krankheitszunahme; abnorme Vergrößrung von 
Körpertbeilen. -öt, m., -(e)s; —e: ein „als Zu- 
gabe“ im Granit vorkommendes Mineral aus der 
Sirpschaft des Schöris: Eisen-E. (v#gl. Arendalit); 
Kalk-; Mangan-E. Ohen 1, 167 ff. — Spidrome 
(gr.), f.; —n : Andrang der Säfte, Kongestion. 
— Spigamié (gr.), f.; —eyn: 1) die 2te Ehe. 
— 2) das Recht gegenseitiger Verheirathung unter 
versch. Stämmen, Ortschaften, Ständen (Konnu- 
bium). — Epigästr-ion, -ium, n., —s; O18 24, 
2, n.]: obre Bauchgegend. isch, a.: dazu ge- 
börig, epigstrilchus. — Epig-endse (gr.), 
f.; —: Ænesis, f. s8 24, 3, uv.]): Wachstlum, 
Entstehung durch Hinzutretendes: Erigenesis, nach 
der die Glierer v. außen zu wüchsen. H. Ph. 3, 216; 
In der Lehre v. der Exigenese in einer Tbeorie, welche 
den Embryo durch eine Reihe auf einander folgender 
Differerzierungen ans einer einfachen bomogenen Masse 
zu einem vielgestaltlgen, aber in sich mit seinen Organen 
zusammenhängenden Organismus entsteben lässt. Ualut 
15, 179a: Eine s. g. Urzeuging, Erigenese, gene- 
rätio gqufvoca s. spontänea. Vitchow Trich. 7 te. 
enn)ema, n., —W: -ta s8 24, 3, n., tis]: 
etwas Nacherzeugtes, Hinzutretendes, bes.: eine 
Spikanthus 
zu der vorhandnen hinzutretende Krankheit. — 
Spiglött-is (gr.), f. [8 24, 3, idis): Kehldeckel. 
tis, f. /J§ 24, 3, uv.): Kehldeckelentzündung. 
— ESpigonati-on (gr.), n., —: zen, -a: im 
Ornat des Patriarchen von Konstantinopel: Ein 
kleines viereckiges Tuch, das als E. in Form einer sieifen 
bequasteten Tasche der rechten Seite angeknürft wird. 
Weiss Kest. 2, 133. — Spigön-e, m., -n: -n: 
„Nachgeborner“: Zehn Jabre nach dem unglückl. Feld- 
zuge der 7 Fursten sgegen Tbeben] entschlossen sich ibre 
Söhne, den Ted ibrer Väter zu rächen u. unternabmen 
eine neue Belagrung. Diese Felrberren nannte man 
E-n. Bamiter Mytb. 380 2c.; verallgemeint: Per- 
sonen, die — und sofern sie — nur das von 
den Vorgängern Begonnene fertiuführen und 
zu vollenden streben, ohne selbstschöpferisch cine 
neue Epeche zu begründen: Unter den Faustschlägen 
der Lißt'schen E-#n. Uat3. 2 1, 21 1c. Dazu: Das 
peinliche Hin u. Her zw. nüchternem Formaliemus u. 
krankhafter Subsektiritätr, den Fluch des E-ntbums. 
33; 22, 133; DAuls. 16. 2, 526 1c.; Einen e-#n- 
boaften Carakter trägt jenes zweite Ritterthum. 
Treilschke Hist. 25; Na#3. 21, 221; 309 2c. , f.; 
—(eyn: Gedichte (der Cykliker) v. den Erigonen- 
kämpfen. Ariegk 1, 333 2c. -Ion, n., —#: zien: 
ein 40saitiges Tonwerkzeug. Weiss Kost. 1, 901 (nach 
dem Erfinder Epigonos). — Spigr-amm t(ar.). 
n., -(e)s; —e, (-en. k. 8, 468; 12, 119; w. 7, 
21): Sinngericht: E-en-Dichter, „Schmied. 
Mmurhard Konst. 1, 184; auch (Kochk.) als Bez. 
pikanter Fleischgerichte: E. von Kalbsmilch (Scheible 
Kochb. 160); v. Lamm (176); v. Hühnern (2006) rc. 
-Sümma, n., —; -ta 18 24, 3, n.. tis!: Eni- 
gramm. - ammatiker, m., —#: uv.: Epigrammen- 
(od. Sinn-) Dichter. -ammätisch, #.: in der 
Weise von Epigrammen (Mit e. sentenziöser Ubertrei- 
bung. Beumon! Alb. 1, 194 1e.; Ein fast zue-es Epi- 
gramm. Morgenbl. (1839) No. 21, 2 2c., vgl. evi- 
grämmenhaft. Ißeee Br. 274); Erigramme 
schreibend. -ammatist, m.,—en, —##; -en: Evigram- 
matiker. -ammalologe, f.: —e)n: Evigrammen- 
sammlung: Lehre v. den Erigrammen. ämmen- 
haft, a.: s. evigrammatisch. äph, n. —%)8;: 
e: Uber-, Auf-, In-Schrift: Sinnschrift, Denk- 
spruch. äphik, f.; —en: Inschriftenkunde u.: 
ihr Inhalt: Mit Beistand der etruskischen E. (Grab- 
u. VBaseninschriften). fallmerayer GsW. 2, 455. 
äphiker, m., —8; uv.: Kenner der Erigraphik. 
Crenzb. 25, 4, 414. -äphisch, a.: mit Inschrift 
versehn (Die e##e Seite der Münze, s. an-, monse.; 
Revers); darauf bezüglich 2c. — Spighnisch (ar.), 
a.: (Bot.) v. den Staubfiden: über dem Grörs 
stehnd, wie borogynisch, darunter u.: perigpnisch, 
darum, s. Ohen 3, 8. — Epik (gr.), f.; 0: die 
evische Dichtkunst: Der liturgischen Hrmnik zunächst 
entwickelte sich . dle E. Rosenktanz Poes. Gsch. 138; 
Die berolsche E. 67 2c. — Epikämpes: s. Jorcevs. 
— Spihänthus (gr.), m 8 24, 2): Alle den 
lin Zavan] nationalen E. (er. Herabziehung des Augen- 
lieres gegen dle Augenwinkel zu) zeigend. Wyheine Weltr.
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        Epikarpium 
1, 245. — Spikärpi-um, n., —#: zen [8 24, 
2, n.): Verband, Pflaster um die Handwurzel ge- 
legt. — Spihadüma (gr.), n.. —8; -ta l8 24, 3. 
n., tis): Brandblase; Geschwür auf der Hornhaut 
des Auges. — Spiker (gr.), m., —; uv.: Dichter 
eines Epos. — Epihölnos (gr.). m., uv.; 0: 
Art Ballspriel zw. 2 begrenzten Parteien, auch 
Eriskyros (s. d.) u. Erbebike genannt. Weiss Kest. 
1, 905. — SEpikräni-um, n., —; -en (§ 24, 
2, n.): Oberschädel. — Spikräs-r (gr.), k.; 
—n; is, f. [8 24, 3, uv. J: Heilung durch gelinre 
Abführung. — Epikr-ĩse (gr.), f.; —: eisis, 
f. [8 21, 3, uv.): wissenschaftliche Beurtheilung 
mit allseitiger Erwägung, z. B. von Krankheiten. 
i#tisch, a.: mit allseitiger Erwägung urtheilenr: 
Eine e-e Betrachtung. Laundorf Rein. 3. — Spikrüf-e 
(gr.), f.; —n; zis, f. [8 24, 3, uv. ): (Arzn.) 
das Schlagen mit Ruthen als Reizmittel. — 
Epiktet, m., —#: -e: ein stolscher (s. d.) Pbilo- 
sovb, — auch antonomastisch: E-#e. W. 31, 303 2c. 
Tisch: Mit der e-#en Moral. 369 2c. — Spihür 
(gr.), m., —s: —: ein gr. Philoforb, dem Eudäa- 
monie (s. d.) als höchües Gut u. Ziel erschien: 
Was edle Seelen Wollust nennen, rermischt mit 
schnören Lüsten nicht! .. Ihr kennt vielleicht Epiku- 
räer,] doch kennt ihr auch den E. ? Hagtdotn 3. 14 2 2c. 
äcr, e#r (Ter), m., —; uv.: Zünger des Epi- 
kur; dann auch: Lüstling, Schwelger 2c. äisch, 
eisch, -isch, a.: in der Weise eines Expikurkers. 
Säl#emus, -eismus, -ismus, m., uv.; 0 (8 24, 
2): Lehre u. Lebensart der Erikurser: Ihr babi 
euch .. durch den Epikurismum die Augen ausgestochen. 
Wachen. 4, 29022 2c. — Spikpk-ma (gr.), n., 
—46 : -ta [8 24, 3. n., tis): Erieugnis einer Evi- 
kvefse, Monrkalb neben der Leibesfrucht. e, k.; 
—n: -it, f.; -ehn; sis, f. [8 24, 3, uv.]) 
Uberschwängrung (Surerfökundatien). — Spilemma 
(gr.), n. —; -ta [8 24, 3. u., -tis]: Einwurf, 
den der Rerner sich selbst macht, um ihn zu wider- 
legen. — Spilen-e (gr.), f.; —; ZSios, m., 
uv.; zioi; -ius, m. [§ 24, 2]: Kelter= u. Winzer- 
lied (vgl. Lenäus). — Spilep-lia (gr.), f. [8 24, 
11: „sĩẽ, f.; —eyn: Fallsucht, Kataptosis (vgl. 
Katalersie). -tieum /§ 24, 2, n. J: Mittel gegen 
Epilepsie. tisch, a.: fallsüchtig. — Spilöbi-um 
(ar.), n., —: zen I§ 24, 2, n.]): eine Pifl., 
Weidenröschen: Die karmoisinroth blühenden E.-Ker- 
zen. Derlepsch A. 45. — Spll- ög (gr.), m., e)s, 
(-en); —-#, (-en): Schluß einer Rere 2e.; bef.: 
Anrede an die Zuschauer nach — wie Proleg vor — 
einer Aufführung. S. 6, 102 ff.; 418 f.; Schluß-E., 
beim Schlus des Theaters. Schütze Hamb. 363, auch: 
der den E. Srrechende, Haltende (s. E#us). 
ogismus, m., uv.; ismen (§5 24, 27: das 
Schließen von bekannten Umständen auf noch un- 
bekannte. ogus, m. I§ 24, 2): Erilog: Wo er 
als E. das Publikum harangnierte. Spielhagen Pr. 5, 
45; 41; Diese launenvollen E. „an sein Buch“. W. 
9B. 1, 300 r.— Spilßtisch (gr.), a.: auflösend, 
erklärend. — Spimaniki-on (gr.), n., —; 2a, 
Epiphanie 335 
-en: (im Ornat der gr. Geistlichen): Die Erima- 
nikin, zwei zur Befestigung an den Armeln des Unter- 
gewandes beftimmie Halbärmel, welche der in der lat. 
Kirche gebräuchl, derrelten Armbinde, dem Manivel. ent- 
sfrrechen sollen. Weiss Kost. 2, 133. — Spimelet 
(gr.), m., -en, —s; en: Besorger, Anordner, Ver- 
walter 2c. — Spimenides (gr.), m.: (Myth.) 
ein Wahrsager, der in Kreta Jahre lang in einer 
Höhle schlief u. dann jugenrfrisch daraus hervor- 
ging (vgl. Siebenschläfer 2c.): Des E. Erwachen. G. 
10, 215; W. 18, 182; 359; 23. 92: Von Seiten 
jener Evimensden, die im Mtttelalter einschliefen, um 
mitten im 19ten Jahrh. aufzuwachen. Nat 3. 2 1, 380 2c. 
— SEpimétheus (gr.), m.: (Myth.) „Nachbe- 
dacht“, Bruder des Prometbeus (s. d. — Vorbe- 
dacht), der die v. diesem zurückgewiesene Pandora 
(s. d.) mit ihrer unbeilbergenden Büchse bei sich 
aufnabm, s. G. 10, 269; Namler M#th. 227 2c. — 
Spimetr-on (gr.), Jum, n.. —; a [F 24, 3, 
n.]: Zugabe über das eig. Maß. — Spimone 
(gr.), f.; 0: das Verweilen, — nam. rednerisch, 
bei einem weiter auszuführenden Punkt, auch — 
Erizeuris. — Spimpßli-on (gr.), n., —6; zen, 
a: Lied, gesungen beim Getreidemablen. Nolenkranz 
P sch. 156. — Spimöthi-on, -um (gr.), n.. 
—i; zen (§ 24, 2, n.]: Sch ens einer Fabel 2c. mit 
der Nutzanwendung, der s. g. Moral, s. Affabulation. 
— Spin-étte (frz.), f.; —, —n: Spinett (s. d.). 
Seur (-), a.: dornig, mißlich, schwierig, vgl.: 
Diellnterhaltung v. diesem ein wenig erinösen Tbema 
abzulenken. Grenzb. 25, 4, 381. J#gle (ereng'l), f.; 
—# : Stecknadel, s. quatre. — Spmf-eium, -kion 
(gr.), n., —; ials 24. 2, u.]): Siegesfest; Sieges- 
Lied, = Hymne. — Spin-omis (gr.), f. I§ 24, 3, 
miclis]): Zusatz — zu einem Gesetz, u. allgm. — 
Epin-ös (frz.), a.; s. épineux. Jolität, a.: das 
Erinössein. — Spinöti-um (gr.), n., —s: zen 
18 21, 2, u.): Schulterblatt. — Spinäkt-is 
(gr.), f. [8 24, 3, idis): nächtlich herverbrechende 
Blatter (Perinöftis). — Spiörnis (gr.), m., uv.; 
uv.: Dem lausgestorbnen] Niesenvogel E. auf Mara- 
Jaskar. Globus 12,192b.— Spiparorßsm- us (gr.), 
m., uv.; zen: verstärkter Parerysmus (s. d.) dd. 
Krankbeits-, nam. Fieberanfall. — Spipäst-on 
(gr.), um, n., 3; zals 24, 2, n.]): j. Empasma. — 
Epiped-on (gr.), n., —; za: ebne Fläche (Pla- 
rum). ometris, f.; —eyn: s. Planimerrie 2c. — 
Spipetalisch (gr.), a.: mit auffitzenden Blumen- 
blättern: Erivetälen, pl.: e-e Pflanzen. — 
Spiphan-fa (gr.), f. [8 24, 11:; r f.; —e)n: 
die „Erschelnung“, bes. v. göttl. Wesen; in der 
christl. Kirche: die Erscheinung Christi unter den 
Menschen, — gefeiert am 6. Januar als Es- 
od. E-#n-Fest (zugleich das Dreikönigsfeit, f. 
Elas. G. 1, 119, vgl. Hoffmann-F. Kuchenl. 451 
u.: Der Römer macht E. er. in Abkürzung Beffana 
I. Befana] zu einer Here, welche die Rolle des norri- 
schen Knechts Rurrecht srielt. Korgenbl. (39) No. 26, 
1 12c.): E-ia, höhere Erscheinung, Taufe Chrifti im 
Jordan. Uat 3. 20, 187; E-las .., das Fest des Jor- 
dans od. der Wasserweihe. TCRoberl 1, 44 2c.; E-las-
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        336 Epiphänomen 
Sonntage, Sonntage pôst Tnach) e-las. — 
Spiphänêôm-en (gr.), n., -eys; —#; -enon, 
n., —#6; zena: eine hinzugetretne Krankheitserschei- 
nung. — Epiphi, m.: ein altägypt. Monat, s. 
Thot. — Epiphlog-ioma (gr.), n., —6; fsmen 
(&amp; 24, 3, n., -is): oberflächl. (od. Haut-) Ent- 
zündung. öse, f.; —n; ölis, f. [8 24, 3, uv.]: 
mittlerer Grad von Entzündung, bes. mit Aus- 
schwitzung gerinnbarer Lymphe. — Spiphonem 
(gr.), n., —+e)s; —e; -a, n., —#; -ta l8 24, 3, 
m., tis): „Zuruf“, nachdrücklicher Schluß einer 
Rede 2c.; Witzwort. — Epiphora (gr.), (k. 
[8 24, 11: Nachsatz, Schlußfolgrung; rednerische 
Figur, wonach mehrere Sätze mit denselben Wor- 
ten endigen (Epistrophe); abnorm vermehrte Thrä- 
nensekretion. — Spiphöll-osperma (gr.), k. 
(&amp; 24, 11: Pflanze, deren Blüthen sich auf den 
Blättern befinden. -um, u., —#; za: Art Kaktus. 
— Epiph-He (gr.), f.; —; -plis, f. [8 24, 3, 
uv. ): durch Knorpel mit dem Knochen verbundner 
Knochenfortsatz (vgl. Apophyse). — Spiplasm-a 
(gr.), n., —S; zen [/§ 24, 3, nu., tis): Brei-Um- 
schlag ꝛe. — Spiplerof-e, f.; —n; eis, k. 
[8 24, 3, uv.): Blut-Ubersülle der Pulsadern. — 
Epiplér-ie (gr.), f.; —eyn: einseitige Lähmung 
durch Schlagstuß (vgl. Aroplerie). is) f. [8 24, 
3, uv.): Vorwurf, Tadel. — Epiplo-rele (gr.), 
f.; —n: Netzbruch. itis, f. [8 24, 3, uv.): Netz- 
entzündung. -ömphalon, n., —; la: Netznabel- 
bruch. -on, n., —#; za: Darmnetz, s. Omentum. 
— Spipoissis (gr.), f. 18 24, 3, uv.): Uberstuß, 
Zuthat. — Epiporo-ma (gr.), n., — : Ita 
[§# 24, 3, u., tis]): -sis, f. ([S 24, 3, uv.): Haut- 
verhärtung, Schwiele (Callus); Knochenauswuchs. 
— Epirographle (gr.), k.; (-en): im Ggstz zu 
Hydrographie (s. d.), die Kenntuis vom Festland 
der Erde (auch Geistikt). Dazu: Evirogräph 
(m., —en, -en) ;isch, a. — Spirrhema (ar.), 
n., —#;-t#a s8 24, 3, n., tis): 1) das vom Chor 
nach der Parabase od. der Antistrophe Gesungne 
(s. Ant-e). — 2) = Adverb. — Spirrhoe (gr.), 
f.; —n: Zusluß v. Feuchtigkeiten. — Spisareidi- 
um (gr.), n., —#; zen [8 24, 2, n.]: Hautwasser- 
sucht. — Spiseeni-um (gr.), n., —; zen [8 24, 
2, n.): s. Episkenion. — Spisch (gr.), a.: zum 
Evos, zur erzählenden Dichtungsart gehörig. — 
Epiochesis (gr.), f. [8 24, 3, uv.]): krankhafte 
Verhaltung einer Ausleerung, des Harns 2c. — 
Epischi-on (gr.), um, n., -6; en (§ 24, 2, n. 1: 
Schambein. — SEpisem-asic (gr.), f.; —(e)n: 
Vorzeichen von Krankheiten (vgl. Prognostikon). 
riose, f.; —n; --eiofis, k. [8 24, 3, uv.): Be- 
zeichnung, kurzer Entwurf, Inhaltsangabe eines 
Werks (s. Argument). — SEpis-ekle (gr.), f.; 
—n : Schamlefzenbruch. -öneus, m. [8 24, 21: 
Schamlefzengeschwulst. ophhma (§ 24, 3, n., 
-tis: Schamlefzenbeule. -orrhagie, f.; -(eyn: 
Schamleszenblutung 2c. um (Ton), n., —8; zen 
(8 24, 2, u.): Schamleszen. — Spiskeni-on 
(gr.), -um, n., —; -en (§ 24, 2, n.]: Dieses 
Epistalma 
Proseentum war bedeutend höher als der Fußboden 
der Konistra; die Vorderseite desselben .., wie der 
ganze Raum unter dem hölzernen Voden des Prosceniums 
hieß Urodz ynton [Hyposkenion, Hoposcẽnium], wogegen 
unter der Benennung ## oz nde: [Paraskenia, Pu- 
rascẽnia] die beiden Vorsprünge des Buhnengebäudes 
verstanden wurden, welche das Proseenium rechts u. links 
einschlossen, u. 2K###y# (Epistenia, Episcenial die 
versch. Stockwerke genaunt wurden, mit denen fast immer 
die Buhnenwand geziert war. Guhl 1, 136. — 
Episcop-, Spiskop-äl (gr. 2c.), a.: bischöflich: 
Die Elcn, Mitglieder der bischöfl. od. E.-Kirche 
(s. anglikanisch, vgl. Dissenter); E.-System, — in 
der kathol. Kirche: die Ansicht, wonach die Ge- 
sammtheit der Bischöfe die höchste, noch überm 
Papst stehnde Kirchengewalt ist (Ggstz: Paral., 
Kurial-System); in der protestantischen Kirche: die 
Ansicht, wonach der Landesfürst als solcher simmns 
eplscopus (s. d.) ist (Ggstz: Kellegial-System); E.= 
Verfassung, nach dem E.-System. alis, a.: 
episcopal (s. d.): Ménses (s. d.) episcopäles 2c. 
alisierung, f.; —en: Einführung der Bischofs- 
Würde u.= Gewalt. -alismus, m., uv.; 0: 
Episkopalsystem (nam. katholisch). alist, m., 
—en, —s; —en: Anhänger des Episkopalismus. ak 
n. (m.), —(e)s; —e: Bisthum, Bischofs-Amt, 
Würde, z. B. masc.: Das erste Jahrh. kennt ubrh. 
noch keinen E. Grenzb. 26, 3, 226; 82; 177 ½c.; Der 
östreichische E. Uai3. 20, 469; 21, 132 2c. cokratis, 
f.; —(ehn: Herrschaft der Bischöfe, der Geistlichen 
in einem Staat. (Tos), us, m. (§ 24, 21: 
„Aufseher“, Bischof (s. d. Ss. u. frz. évẽque, it. 
vescovo): Sümmus e., der oberste Bischof (als wel- 
cher in protestantischen Staaten der Landesfürst 
gilt): E. episcopörum od. universälis, als Titel 
des Papstes; E. œcumẽnieus, Titel des Patriarchen 
von Konstantinopel; E. in pärtibus (s. d.) intidé- 
lium; E. suffragändus (s. d.) 2. — Spiskßros 
(gr.), m., uv.; 0: Art Ballspiel in Sparta 2c. 
(auch Ephebike), wobei ein Grenzstrich (Stvron) in 
der Mitte den Ausgangspunkt des Spiels bezeich- 
nete u. zwei andre gleich weit davon entfernte den 
Naum, aus dem sich keine der beiden kämpfenden 
Parteien herausschlagen lassen durfte, weil sie damit 
besiegt war, s. Guhl 1, 254, vgl. Epikoinos. — 
Episod-e (gr., s. Epeisodion), f.; —n: ein in den 
Haupt-Gyastd eines dichterischen Kunstwerks ver- 
slochtnes Nebenwerk, Zwischenhandlung 2c., auch 
verallgemeint, z. B.: Eine kleine Kriegs-E. der 
Universitätsjahre. Schüching FrR. 1, 135 (Duell) 2c. 
Senhasft, -isch, a.: in der Weise einer Episode. — 
Spispad-iäns, i: s. Anaspad 2c. — SEpisp- 
asmus (gr.), m. I§ 24, 21: das Vorziehn der 
beschnittnen Vorhaut, zur Verlengnung des Zuden- 
thums, — in der röm. Kaiserzeit vorkommend. 
-ast, m.,—en, #S; -en: Verleugner des Zudenthums 
mittels des Epispasmus. astikon, aslicum, n., 
—8; kal§ 24, 2, n.): epispastisches Mittel. astisch, 
u.: blasen-, eiterziehnd. — Spisphri-on (gr.), 
n., —; zen /§ 24, 2, u.): Bänder zur Befestigung 
der Beinschienen. Guhl 1, 263. — Spistälma
        <pb n="353" />
        Epistat 
sgr., 8 24, 8, n., -tis]: Auftrag, Befehl. — 
Epistät (gr.), m., —en, (—); —en: Vorsteher, 
Vorsitzender, Leiter 2. Bremi Asch. 60; w. 22, 265 ff.; 
in Ez. auch: Der Versitzer ldes Senats], Eristates 
genannt. ebd. — Epilläris (gr.), f. IS 24, 3, uv. 1: 
Nasenbluten. — Spistel (gr.), k.; —: Send- 
schreiben: Eine Dank. u. zugleich Absage-E. Hollei 
Treust. 1, 282; Deine Straf-E. 2, 62; Gedicht in 
Briefform 2c.; sprchw. (in Bezug auf Bibel- 
abschnitte): Einem die E., — äbnl.: die Leriten; 
den Pfalter; den Tert; das Karitel; die Lektion (vralt. 
auch: rie Laures. Waldis Es. 4. 8 1123; den Kalender. 
1, 791,) lesen (s. Ss. 2, 113c), ihm einen derben 
Verweis geben 26.; E.= od. Eristolar= (s. d. 2 u. 
Ggstz: Evangelien.) Seite; Das E.-Buch S. Pauli 
od. Lektionarium. Slumpf 360a. — Spistemön-arch 
(ar.), m., —en, —;#-en: in der gr. Kirche, ein 
Geistlicher als Wächter über die Reinheit der Lehre. 
Zisch, a.: wissenschaftlich (s. seientivisch). — 
Epistilbit (gr.), m., —e)ys: —e: Art Zeelith, der 
„auf (u. neben) dem Stilbit“ vorkommt. — 
Spist-ola (gr.), f. s8 24, 11: Existel (s. d.): 
Epistolæ canönice, bischöfl. Briefe zur Unterhal- 
tung der Beziehungen zu fremden Gemeinden (auch 
litteræ formätze); Epistolæ obscurörum virörum, 
„Briefe der Dunkelmänner“", — Titel einer haupt- 
sächl. ron Hutten herrührenden Satire gegen die 
Obskuranten 2c. olär: 1) a.: in Briefferm, brief- 
artig, brieflich (e-isch). Auerbach Höhe 3, 344 2c. — 
2) m., —(eys; —e: Subdiakon, der beim Hochamte 
auf der rechten (der s. g. Exristel- od. E.-) Seite 
des Altars einen Bibelabschnitt (s. Perikope) ver- 
liest, vgl.: Episteler u. Erangeller waren Die, so 
in der Messe die Epiftel u. Erangelium lasen, Korroral 
u. Kelch zurichteten. Luther 6, 104b, auch Episto- 
larius u. Evangelarius [8 24, 2]. olärisch, 
a.: s. evistolar: Die e-e Form. Nosenkranz Poes. Gsch. 
18. olädrium, n., —8; ken [8 24, 2. n. ): Buch, 
das die erißtolischen Perikoren entbält. -ölieus, 
a.: epistolisch: Commercium (l. d.) epistölicum. 
ölisch, a.: epistelar; auch: aus den Eristeln der 
Apostel genommen: Die e-en Perikoren (s. d.); 
ferner: Die e-en Hmnen (#ymni epistöliei), in 
der Messe vor den Existeln gesungen, wie: die 
evangelischen (evangölici), vor den Epvangelien. 
ölium, n., „s; ken [8 24, 2, u.]: Brieschen. 
olegraph, m., -en, (—8): -en: Brief-Schreiber, 
-Abfasser, = Steller. Dazu: E-##, f., Kunst 
des Briefschreibens, vgl.: Eine künstliche Epistolo- 
grärhik. olenkranz Poes. Gsch. 397 [Eristel-Dich- 
tung] 2e.; Elisch, a. 2c. — Spistömi-um (gr.), 
n., —: zen (§ 24, 2, n.): Verschluß einer Offnung: 
Stöpsel; Hahn; Zapfen, Srund; Windklappe an 
Orgeln 2e. — Epilröph-e (gr.), f. ; —m: Wieder= 
kehr v. Krankheiten 2c.; s. auch Epirhera. us, 
m. [8 24, 2]: „Umdreher", der 2te Halswirbel. 
— Spisll (gr.), n., —e)s; —#e; -ion, -ium, n., 
—6; elen 1824, 2, n.): s. Architrav. — Spisgllog 
ismus, m., uv.; zismen [8 24, 21: ein auf einen 
Schluß od. Syllogismus (s. d.) weitergebauter 
Schluß, wo dann jener in Bezug auf diesen der 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Spitrope 337 
Prospllegismus heißt. z#lisch, a.: in der Weise v. 
Episyllogismen, zu solchen verknüpft (vgl. syn- 
tbetisch), Ggstz vrosrllogistisch (— analytisch, regressir). 
— Epispnalõphe (gr.), f.; —: Synzresis (s. d.). 
— Spitaph (gr.), ., —ey)s: -e;ion, -inm, n., 
— ; -ĩen [8 24, 2, u.): Grabschrift. ifl, m., en, 
—6# „ -en: Grabschriftverfasser. — Spitasis (gr.), 
f. [824, 3, uv.): Spannung, Schürzung des dra- 
matischen Knotens (s. Katastass): die sich steigernde 
Intensität einer Krankheit 2e. — Epithalämi-um 
(gr.), n.. — ; zen [824, 2, n. J: Zogen sich die 
Neuvermählten in den Thalamos [das Schlafgemach! 
zuruck u. bier entschleierte sich die junge Frau zuerst dem 
Gatten. Vor der Thür des Tbalamos aber wurden 
Eritholamien angestimmt it. Guhl 1, 209 ff.; Gutkow 
S. 8, 88, vgl. Hmenäus. — Epilheli-äl (gr.), 
a.: dem Epithelinm angebörig, darauf bezugl. 2c.: 
E.-Schicht; Zelle ꝛe. -um, n., —; zen: Die zartere, 
weichere u. durchsichtizere Oberhaut, E. Jurdach Anthr. 
71 (rgl. Erirermie); Die E.-Zellen. ebd.; Man 
unterscheidet die Eritbelien in Pflaster-E, Colin- 
der-E. u. Flimmer-E. ebd. lieuackdem sie die Ferm 
v. Pflastersteinen or. v. Kegeln u. zwar obne od. mit 
flimmernden Wimpern haben]. — Spith-km (gr.), 
n., —(c): —e; -ema, u.,—; zemata: (Arzn.) ein 
aufzulegender Umschlag 2c. ##, f.: —: -elsis, 
f. 18 24, 3, uv.]): (Sprachl.) ein Satztheil als 
Beifügung (s. das Folg. u. Apposition). -etisferen, 
tr.: mit Epithetis belegen. -elon, u., —# : zeta, 
(-cte) [8 24, 2, n.]: Beiwort: Von einigen klatsch- 
suchtigen Deutschen mit schnöden Exitheten eklaboussiert. 
Heine 20, 323 c.; E. Grnans, schmückendes, zur 
Verschönrung des Ausdrucks. — Spithpmil (gr.), 
f.; —eyn: das Gelüst Schwangrer. — Spitögi- 
um (gr.-lat.), n., —#; -en (§ 24, 2. u.]): Uber- 
mantel (vgl. Tega); Art Schulterbinde der Wunr- 
ärzte. — Spktom--ätor (nulat.), m., —; ören 
[8 24, 3, öris!): Jemand, der — u. sofern er — 
einen kurzgedrönten Auszug v. Etwas liefert (s. 
Ercerrtor): Der Dichter als E. der Natur. G. 35, 379; 
Gutzkow Schön St. 95; Mag. d. Ausld. 36, 5200 rc. 
e, f.; n: gedrängter Auszug, kurzer Inbegriff 
v. Etwas. -ikren, tr.: eine Epitome eines Werks 
liefern, es ausziehn (ercervieren) 2c. — Spilön-ion 
(gr.), -ium, n., —; z-ken: an Tenwerkzeugen die 
Stifte, Wirbel 2c. zum Spannen der Saiten 2c. 
—#it, m., -en: —en: Schraubenstein, Art Verstein- 
rung. — Epikracheli- on (gr.), u., —#: -zen, a: 
„Halsstück“, z. B. als Theil des Ornats der griech. 
Geistlichen. Weils Kost. 2, 133. — Epilr-il (gr.), 
m., -(e)s; —e; itus, m., uv.; -iti 824, 2, uv. ]: 
ein viersilbiger Versfuß. bestehnd aus 3 Längen u. 
einer Kürze, v. der — jenachdem sie die erste, 2te, 
Zte, Ate Stelle einnimmt — er als erster, zweiter 2c. 
C. bez. wird. — Spitrochäsm-us (gr.), m. uv.; 
-en [8 24, 2): das Drüberhinlaufen; das slüchtige 
Berühren vieler Ggstde in einem Satz 2e. — 
Spftrop-e (gr.), f.; —n: rednerische Wendung, 
wonach man Etwas, das man nicht zugestebt, doch 
einstweilen einräumt, um zu zeigen, das selbst unter 
solcher Veraussetzung der Gegner Nichts gewinnt. 
" 22
        <pb n="354" />
        338 Epitropie 
-ĩe, s.; -(e)n: Aufsicht, Aufsichtsbehoͤrde 2c.: Eine 
E. v. 5 Mitgliedern gewählt. Brandis Gr. 2, 189; 
Eine Kommission (E.) für die Kontrolle der Rechnungen. 
Ross Ins. 2, 62. — Epizeüris (gr.), f. [8 24, 3, 
uv.]: nachdruckl. Wiederholung eines Worts. — 
Spizô-on (gr.), -um, n., —#; zen s8 24, 2, n.1: 
ein auf andern Thieren lebendes Schmarotzerthier, 
Thierlaus 2c. -onosologie, f.; —+eyn: Lehre von 
Viehseuchen. Jotie, ##.; -()n: Viehfruche. rölisch, 
a.: in der Art einer Biehseuche. — SEpöch-ant 
(barb.-lat.), m., -en, —#; en: ein Epoche-Machen- 
der. = (gr.), f.; —n: 1) □ s. Ephektiker. — 2) 
Zeitabschnitt (ogl. Periode) u.: die Begebenheit, der 
Wendepunkt, v. dem er anhebt (Denkzei: E. machende 
Ereignisse, Personen 2e., denkwürdige, die eine neue 
Zeit eröffnen u. begründen: Das dieser Augenblick in 
unserm Leben E. mache 2c. G. 15, 107 2c.; Von E. zu 
E. 22, 159; E#n deutscher Literatur 2c. 32, 423— 
429 2c.; Die antediluvianischen E-n Deutschlands. But- 
meister Gsch. 513; w. 36, 96 (frz. époque u. in 
deutscher Schreibw.: Epoke. w. HB. 1, 38; 41; 
2, 13 r#c.); Eocän= (s. d.) E.; Während dieser 
Früh CE. Wiils Kost. 1, 61; 323; 427 ꝛc.; Haupt- 
En der chines. Geschichte. Rosenkranz Poes. Gsch. 14; 
W. 29, 274 ꝛt.; In jener Kindheits-E. des deutschen 
Theaters. Schütze Hamb. 236; Eine neue Kultur-E. 
Scherr Mix. 118; Diese Reste tragen das Gepräge einer 
svätern Kunst-E. Ross Ins. 2, 60; Humboldi Kosm. 2, 
82; Aus der Renaissance-E. Ualß. 21, 177; 
Rokoko-E.; In der Steinkohlen-E. lder Geo- 
gnosiel. Burmeister Gsch. 135; Die Welt- Cx bilden 
eine ziehende Kette. Wackern. 4, 5031; Ze nach der 
Zeit--E. Mag. d. Ausld. 34, 497a; Humboldt Koem. 
2, 266 2c. — 3) (Astron.) Der Ort eines Plancten 
in seiner Bahn für irgend eine gegebene Zeit beißt die E. 
rieses Planeten rc. Linrom 795. — Spödee (gr.), 
f.; —: 1) Zauber-, Beschwörungsgesang (s. In- 
kantation): Sie durch Fumigationen u. E-n berbeilocken. 
w. 16, 98 :2c. — 2) (gr. Epödos, lat. Epödus): a) 
der auf Strophe u. Antistrophe folgende Schluß- 
gesang der altgr. Chorlieder (Abgesang), z. B. 
Ellisen Pol. 1, 103 ff. — b) ein wiederkehrender 
Schaltvers in Gedichten (vgl. Refrain). — c) Art 
Urischer Gerichte, in denen auf einen jambischen 
Trimeter ein kürzrer jamb. Vers folgt, s. Nolenhranz 
Pees. Gsch. 163; 240; w. HV. 1, 293. eisch, a.: 
in der Weise einer Epote. os, us, m. [824, 2r: 
1) (s. Epode 2). — 2) (. Erode 1) Einer, der mit 
Beschwörungen 2c., auf magische Weise heilt, — 
bei Neuern auch: ein im magnetischen Schlaf sich 
Befindender. — Spom-adion (gr.), n., —: ken: 
v. den Schultern niederhangendes Band im Ornat 
der gr. Geistlichen (ogl. Humerale). -is, f. [821, 
3. -dis!: Obertheil der Schulter: Art Kleid mit 
Armeln (vgl. Eromis u. bei Weise Kost. 1, 720 Eru- 
mis). — Spomphali-um, n., —; -en (/6 21, 2, 
n.]: Nabelgegend; Nabelpflaster . — Spon-m 
(gr.), m., —en, —#; —en: Einer, der — u. sofern 
er — für Etwas den Namen giebt, Dies nach ihm 
benannt wird, z. B.: Als wirkliche Städtegründer be- 
zeichnet Homer keinen E-en. Geroinus Hist. 7, 96 2c., 
Squerre 
vgl.: Der erste hieß Archon epönhmos, d. h. der den 
Namen gebende Archon, weil in Athen ebenso nach ihm, 
wie in Rom nach den belden Konsuln, das Jahr benannt 
wurde. Kriegs 1, 299; Der erse Acchon, Epönymus 
genannt. Sch. 1024b. misch, a.: zubenannt; 
einen bedeutsamen Namen (nomen ei omen) habend, 
einen Namen verleihnd, z. B.: E#e Heroen, wonach 
die attischen Phylen benannt waren 2c. — Spopös 
(gr.), f.; —(ehn: episches Gericht, Epos (s. d.). 
G. 15, 151; fschlegel GR. 200 ff.; Sulzer 2, 494b 
jf.: Ich stebe bei der großen Peripetie meiner Lebens- 
E. Schücking FrR. 1, 24 r2c., frz.: Epopce. f. 5. 
358 rc. — Ep-opssẽ (gr.), f.; —(ehn: die eigne 
An-, Ein-, Durchsicht, Anschauung (vgl. Autopsie). 
pt, m., —en, —#: -en: Diejenigen, welche dieser wich- 
tigen Aufschlüsse lder Mysterien) theilhaftig waren, nann- 
ten sich „Anschauer' od. E-en 2c. Sch. 101 6a; W. 16, 
232 (s. Aporrbeta); 219; Darum müsse diese Kunst 
als eine v. den geheimen Wissenschaften od. großen My- 
sterien der Philosophie immer nur der kleinen Zabl der 
Elen vorbehalten bleiben. 13, 25; Wie dem unbefugten 
Elen der Vorwitz,, zu sehen, was er nicht sollte, bekom- 
men sei? 22, 12; 24, 287. —öptik, f.; ; : Lehre 
v. den epoptischen Farben. -öplich, a : s. ent- 
optisch. — Sp-os (gr.), n., uv.: zen: erisches od. 
Helden-Gericht (s. Exovöe): E. richterische Darstellung 
einer Handlung durch Erzählung, die unser Gemüth in 
den Zustand der lebendigsten u. allgemeinsten sinnlichen 
Betrachtung versetzt. VWHumboldi; Epen, so lang wie der 
Mahabharata. Schüching FrR. 1, 202; Fabel- od. 
Tbier-E ; Volks epen. Gervinus Hist. 7, 19 2c. — 
Spouseur (frz. epusör), m.t, —#s; —: Freier. Holiei 
Treust. 2, 33. — Spouvantäb-el, „le (frz. evu- 
wangtäb'l), a.: entsetzl., schreckl. — Spreuve 
(frz. epröw), f.; -#: Probe, Versuch; auch: Probe- 
abdruck, nam. 'v. Kupferstichen: E. avant la lettre 
(s. d.); E-s d arliste, die allerersten Abrrücke (für 
den Künstler). — Epsom (engl.): ein Marktflecken 
nahe bei London, berühmt durch die Wettrennen 
(ogl.: Dem diesjährigen Derby, dem Haupttage der E.= 
Rennen. Garttul. 11, 7192, s. Oak 2c.) u. durch 
eine Heilquelle, aus der durch Verdampfung das 
englische od. E.= Salz (Bittersalz) gewennen wird. 
— Spulä (lat.), pl.: (s. Epulum) E. sancbres 
(s. d.), geniäles (s. d.) 2c. — Spilis (gr.), f. 
uv. Zahngeschwusst „2c. — Spulo (lat.), m., 
; zönen [8 24, 3. önis!: Schmauser, Schwel= 
ger; auch ein Priesterkellegium in Rom, dem die 
Besorgung der Opfermahlzeiten (bes. der Lektister- 
nien) oblag. Guhl 2, 311; Septemviri e-nes. Weiss 
Kost. 1, 1105; 1121. — Spulo## (gr.), f.: —# 
sis, f. [8 24, 3, uv.J: Vernarbung. -linon, 
-licum, n., : fa (5 21, 2, n. 1:: Erulese wir- 
kendes Mittel. — Epulum liat., 824, . n.. M. 
gw.: Epultel: Gastmahl, Wiat|8 — Ep#mios 
s. Eromis. — Spur- atiön (lat. ), f.; -en: Eyn- 
rierung. -ativ, a.: epurierend. FSieren, tr.: 
reinigen; das Schlechte ausmerzen, ausmustern „c. 
i elär), s.; —#: Winkelmaß (engi. 
square, s. d.): Fausse rvP2rd“: E., Schrägmaß,
        <pb n="355" />
        Eques 
Schmiege. — Equ-es (lat.), m. s824, 3, itis]: 
Reiter, Ritter, nam. im alten Rom als Stand 
zw. Volk u. Senat, s. Magister. -éster CSstriss, 
estre), a.: Reiter od. Ritter betreffend 2c., bes.: 
Stätua equcstris. Reiterstandbild, s. auch Corona 2. 
irerous, m. I§ 24, 2): „Pferd-Hirsch“. Humboldt 
Kosm. 2, 428. — Sguilibr 2c., Equinox itc.: f. 
Aqu 2c. — Equip-age (frz. ekiräsh), f.; —n: 1) 
Schiffsmannschaft: Die Reisclust unster zum Theil 
sehr jugendl. E. pöppig Ch. 1, 5; 60; Semilaseo Afr. 1, 
262; Willbomm Gan 272 2c.; In dem Korrs der 
Garde-flott-E. CErenzb. 26, 3, 490 2c. — 2) 
Ansrüstung, Geräthschaft zur Reise rc. (vgl. 
Felr- E., Kriegsgeräth, z. B.: Brücken-En, 
zum Schlagen v. Brücken. Rüßow 9K. 264 ꝛc.; 
E-n-Meister, Offtcier, welcher die Ausrüstung der 
Kriegs= u. Transportschiffe zu beaufüchtigen hat. 
Bobrik 268b 2c.), Gepäck, Kleirung: Seine ganze E., 
die er in einem rotben Schnupfluch ins Haus gebracht. Auer- 
bach Dicht. 1,2 18; Selne ganze E. bestand ans einem schma- 
len Stück Zeug. Lorster R. 1, 273 rc. — 3) Pferd' u. 
Wagen, die eine Herrschaft sich zum Ausfahren 
hält; Kutsche nebst Gespann: Sich E. balten 2c.; 
Die gewöhnlichen E—n. G. 21, 223 c.; Inmitten des 
E-n--Stromes, der dort an Sonn= u. Festtagen gw. 
fluthet. Kohl Pet. 2, 273 2c.; Eine Kalcsine, die sonder- 
bare National-E. Malta's. püchler Südèstl. 1, 104 
ꝛe. -ement (-'mäng), n., —; -s: Equipierung, 
nam.: Schiffsansrüstung. ur Cör), m., —; 
—8, —e: Büchsenschäfter. - #### tr., refl.: aus- 
rüsten, mit dem Nöthigen versehn, nam. (s. men- 
tieren 21; k): Schiffe e., ausreeden, ausrüsten; Per- 
sonen, sich e., einkleiden 2c.; Er ward nach u. nach be- 
kleidet u. bis auf Uhr u. Dose equipiert u. ausgestattet. 
G. 16, 210 2c.; 30 Thaler als Equipierungs-- 
zulage. Hausbl. (60) 3, 314. — Sgquipollent: s. 
äqu rc. — Equfri-a (lat.), -en, pl.: Festsviele zu 
Ehren des Mars. Weiss Kost. 1, 1133. — Equi- 
setum (lat.), n., —s; -séten [8 24, 2, n.]: 
„Pferdeschwanz“, Schaft-, Schachtelhalm. Burmeister 
Gsch. 434 ff. (vgl. Hipruris). —tatiön, f.; en: 
Reitübung: E-s-Schulen. Zoller Renn. 58 2c.; 
Reitschule für die Artillerie-E. Gienzb. 24, 2, 312; 
Kavallerie-E. ebd. 2c. —#es: s. Eques. — 
Equilp (engl.), f.; 0: Billigk. (s. Aquität): 
Court (s. d. 1) of e., Art Handelsgericht. — 
Equivoque: s. Aqui 2c. — Squus (lat.), m. 
(§ 24, 2) Pferd. 
Er (türk.), m., —6; —s: Mann (s. Dul-E.). 
— Eradiatiön (ulat.), f.;en: Lichtausstrahlung. 
— Eradirikren (lat.), tr.: aus-, entwurzeln; 
radikal ausrotten. — Eradseren (lat.), tr.: aus- 
radieren; austilgen c. — Eradicät-iön (lat.), 
f.; —-#n: Eradicierung. or, m., —s; ören (§24, 
3, 6ris], auch (engl. irärtiketörr) —s; —#: Vorrich= 
tung, um Baumwurzeln 2c. aus der Erde heraus- 
zuziehn. Gerstäcker NReis. 1, 42. — Eram (lat.): 
ich war, dazu: Sras, srat; erämus; erätis, ẽrant, 
du warst, er war; wir waren, ihr wart, sie waren. — 
Eran -os, -us (gr.), m. I§ 24, 21: Etwas, wozu 
Ergaslerium 
339 
jeder Theilnehmende seine Beisteuer giebt (Picknich. 
— Er-ant, as: s. Eram. — Erafin, n., —e)s: 
0: Art wohlriechender Terpentin aus Kalifornien, 
zum Fleckenausmachen. Ausld. 38, 710b; Uaiß. 18, 
555 2c. — Erasmisch, a.: von Erasmus (1467— 
1536) berrührend, z. B.: Die reuchlinische Aus- 
sprache ldes Griechischen] der sog. e-#en gegenüber. Ellisten 
Bol. 1, 249 (s. Etacismus). — SErast (gr.), m., en, 
—s; -en: Liebhaber: Die wahrhaften E-en des Dich- 
ters Nolenkranz G. XIII. — Er-at, Sätis: s. eram. 
— Srato (gr.), f.: eine der Musen: E. singet der 
Liebenden Glück. Romter Moth. 11 3 2c., s. auch Asterokd. 
manik, f.; 0: Liebeswuth (vgl. Nompbomonietc ). 
Erbab (ar.), m., —s; —, uv.: Ortsrichter (in 
Afrika). Mag. d. Ausld. 36, 571b. — Erbain 
(ar.): vierzig, z. B. auch — die ascetische Qua- 
rantaine (s. d.). Hammer 10, 346 rc. — Er-kbisch 
(gr.), a.: dem Erebus entstammend, schaurig, 
düster 2e. -ebodiphön, m., —6; -ten: Durch- 
forscher der Finsternis. ebos, m., uv.; 0: Unter- 
welt, Schattenreich. v. Od. 11, 37; Keeiligtah SW. 
1, 185 2c., oft Erebus [§ 24, 21, z. B. Sch. 43b. 
— Ersel -##l (nlat.), a.: In einigen Organen findet 
sich ein ganz aus Gefäßen bestehendes, schwellbares ed. 
e-es Gewebe, welches bei erhöbter Lebendigk. durch reich- 
licheres Zuströmen u. längeres Haften v. Blut an Um- 
fang u. Festigk. bedeutend zunimmt. Burdoch Anthr. 42; 
3% An. 883. iön, f.; -#en: das Aufrichten, 
Sichaufrichten, Anschwellen 2e. -us, a.: auf--, 
emporgerichtet: Eréctis digitis, mit aufgehobnen 
Fingern 2c. — Eremtt (gr.), m., -en, —#s; -en: 
Einsiedler: Die ganze Een-Schar] der Thebaĩde. 
w. 12, 113; E-en-Hütte. Holiei Treust. 2, 338 rc.; 
übrtr.: E., E-en- (od. Bernhardiner-) Krebs, in 
Schneckenschalen (wie in einer Klause) lebend; E., 
Berg-, Schweizer-E., Walrrabe 2c. age (frz. 
—öfh', vgl. Hermitage), f.; —n: Einsiedelei, auch 
z. B. als Name v. Bergen längs der Rhone u. da- 
her: ein fenriger Burgunderwein. Gutzkow R. s, 20 
ic. -enhaft, a.: in der Art v. Eremiten. ein, 
f.; —nen: Einsiedlerin. anhisson A. 8, 1 54. Eisch, 
a.: eremitenhaft. Kohl Sudr. 2, 136. Cismus, 
m., uv.; 0: Einsierlerthum, Eremitenleben 2c. 
— Eremodsei-um (gr.), n., —: zen [§ 23, 2, 
n.]: Versäumung eines gerichtl. Termins, das 
Versitzen einer Rechtssache. — Ereption (lat.), 
f.; —en: Entreißung, Ranb. — Eres (hebr.), 
m., uv.; uv. (Arasim): Ceder, vgl.: Der Name 
Erez, Arz, der allgemeine für Nadelholz. Etankl 
Zer. 1, 427. — Erkth'-isch (gr.), a.: im Zustand 
des Erethismus, damit verbunden 2c. isic, f.; 
eyn; -ismus, m., uv.; -ismen: Reizbark. (s. 
Irritabilität), Reizung, nam. krankhaft erhöhte 
(ogl. Dysze.). — Erẽtik-on (gr.), n., —#; za: 
Ruderlied. nosenkranz Psch. 157. — Erküris 
(gr.), f. [824, 3, uv.): Eruktation. — Erse 
(ar. 1c.): Zimmt, Zimmtwasser, ein warmes Ge- 
tränk. Pelermann Or. 1, 166. — Erga (lat.), 
präp.: gegen: E. schedam (s. d.). — Ergast- 
krion (gr.), -krium, n., —; sen [8 24, 2, n.]:: 
22“
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        340 Ergaslik 
Werkstatt, Offiein; Arbeits-, Korrektionshaus; 
Kloster. ih) f.; —en: Thötigkeitslehre. Sisch, 
a.: thätig, zur Arbeit gehörig 2c. -ulum (§ 24, 
2, n. : Sklavengefängnis u. Arbeitshaus (s. Guhl 
2, 284); Arbeitsraum im pharmacentischen Ofen. 
— Ergo (lat.): also, deßhalb, solglich: Da er 
sich um seinc Prämissen nichts bekümmert, so ist sein E. 
immer dasselbige. .. Die Konklusion: E. bibamus passe 
zu allen Prämissen 2c. G. 38, 156 (1, 116; 32, 421) 
e.; auch (verstümmelt): E., ergel. Chom. 3, 93; 
Scherr Gr. 2, 53 2c. — Ergok (frz. —gs), m., —; 
—6: Nagelklaue — u. (nach der ähnl. Form): 
Mutterkorn, vgl. Ergotin, n., dessen wirksamer 
Bestandtheil. — Ergot-erik (frz.), f.; —eyn: 
Rechthaberei. eur (ör), m., —6; —6, e: Recht- 
haber. ieren, intr. (haben): mit fortwährendem 
ergo (s. d.) einen Beweis führen, streiten 2c. -ismus;, 
m., uv.; zlsmen: Ergoterie. -ist, m., -en, —6; 
—en: Ergoteur. — Eri (ar.), n., —#; —6: Hemde. 
Weiss Kost. 2, 231.— Ericke, f.; —(e)n: Ericacee. 
— Erich, m.: Dle E—s-(Eriks-) Gasse, den 
E--s--Weg reiten, im alten Schweden, v. Königen: 
beim Reichsantritt durchs Land ziehn u. dem Volke 
seine Freiheiten bestätigen, s. Mohnike Fr. 66; Sim- 
rock Fr. 98 u. 199; dazu Herrig 30, 305—315.— 
Erichiho (gr.), k.; —8; 0: weibl. Name, bes. 
einer thessalischen Zauberin. G. 12, 102.— Eri- 
cius (lat.), m. [824, 21: „Igel“, stachliche Bal- 
ken zum Abhalten der Feinde, sog. spanische Rei- 
ter. Weiss Kost. 1, 1256.— Ericit (nlat.), m., en, 
—6# ; -eln): Dendrit (s. d.) mit erica-ähnl. Zeich- 
nung. — Errdanus (gr., lat.), m. I§ 24, 21: 
ein Fluß (der Po); ein Sternbild (s. Akarnar). — 
Eridis: s. Eris 2.— Erig-ibel (lat.), tr.: auf- 
richtbar (vgl. erektil). —s###en, tr.: auf-, empor- 
richten ꝛe. — Erigone (gr.), k.: weibl. Name, 
z. B. (Myth.) einer Geliebten des Bacchus, die er 
unter die Sterne versetzte rc.; ugw. betont: Ledas 
Arm u. Erigönens Lipren. w. 20, 287. — Erih, 
m., —#8; —8: ein Adliger, auf den Gesellschafts- 
inseln. — Er-ic, -ih: 1) s. Erich. — 2) (in Ir- 
land) Geldbuße für Mord, Wergeld. Nodenberg Ins. 
Hell. 1, 324. — 3) (russ.) m., —§; —6, -i: Wasser- 
arm, wodurch ein Salzsee mit dem (schwarzen) 
Meer zusammenhängt. Elebus 5, 21 4b, vgl. Girl. 
— Eri-e (gr., lat.), f.; -ken [8 21, 11: 
Heidekraut. -(caycer, f.; —(ehn; die Gruppe der 
Heidekräuter. — Erin (celt.): alter Name für 
Irland: E. go bragh. E. für immer! Vodenberg Ins. 
Heil. 1, 53, vgl.: In Eirin waren die Barden zünf- 
tige Dichter. Nosenkranz Poes. Gsch. 275. — Eärine 
(gr.), f.; —m: Frühlings-Hore (s. H.). — Erinit, 
m., -(e)s; 0: Art Kupfererz in Irland vd. Erin 
(Habronem. Malochit). Ohen 1, 394. — Erinn-### 
(gr.), f.; Z(y)en: Rachegöttin, Furie (s. d. u. 
Eumenide): Die Schlangenfackel der Erinnen. G. 2, 
11; Geselle dich!) nicht auch zu den Erinnyen! 2e. 13, 
47; Ihn will ich den Erinnen weihn. Sch. 57b; Der 
Erinuyen Gesang. 5gb; Wenn .. Imaue zur E. dich 
Meligion] verzlehn. Göd. 1, 222; Hingemetzelt mit E.= 
Erosion 
Muthe. 229: Das nächtl. Schrecken E. V. Jl. 19, 
8 cc. Eriometer (gr.), m., n., —#; uv.: 
Wollmesser, Werkzeug, den Feinheitsgrad v. Wolle 
zu bestimmen. Karmorsch M. 2, 661 2c. — Erimus: 
s. ero. — Eripieren (lat.), tr.: entreißen. — 
Er-is: 1) (lat.) s. ökro. — 2) (gr.) f.; O0I§ 2, 
3, -idis]: E., Göttin der Zwietracht, erregt durch einen 
goldnen Apfel Zank unter 3 Göttinnen. Nomler Myth. 
523; 231:; E. schüttelt ihre Schlangen. Sch. 6 23; 
w. 10, 28; 314; Ein Märchen ist lmmer bei ihm das 
pömum Kridis lder Zank., E., Apfell. 15, 13. isma, 
n., —#: ismen (§ 24, 3, n., -tis]: Strebepfeiler. 
— Eristawen, pl.: Die Reicheren od. Grundherren 
lunter den Osslet)en], welche sich in 2 Klassen, E. u. 
Matschabel, theilen. Ausld. 38, 106a. — Erisl-ikh 
(gr.), s.; —en: die Kunst des Streitens, Disputie- 
rens. -iher, m., —6;: uv.: Kenner der Eristik, — 
Beiname der von Sokrates' Schüler Enklid aus 
Megara gestifteten „Megariker“. Tisch, a.: zur 
Eristik gehörig 2c.: In der e-en Verierkunst. W. 22, 
320. — Eritis: s. ero. — Erivift, m., —(e)8; 
0: ein Mineral, eine Verbindung v. Kupferoryd 
m. Arsenik. — Erhian (türk.): Reich, Staat r2c., 
z. B.: E-i dewlct, Stützen des Reichs. Hammer 2, 
223; E. kürki (s. d.), Staats-Pelz, wie ihn die 
Minister trugen. 10, 355 ꝛc. — Erlik, m., 
—;: 0: s. Kösmös; Ülgan. — Erm-esiinto), 
Tisin: s. Armoisin. — Ermita (span.), f. ; —6: 
Einsiedelei; Kapelle. Grube Ch. 2, 3. — Erneb 
(ar.), m., —6; —6: Hase. Brehm Hab. 64, s. Min- 
rele. — Ernülphus, m. [824, 21: männl. Name: 
E.-Fluch, s. w. 30, 437; 31, 335 2c. — Ero 
(lat.): ich werde sein, dazu: Er-is, -it; mus, ilis, 
#unt, du wirst sein, er wird sein; wir werden sein, 
ihr werdet sein, sie werden sein, z. B.: Eris (od. 
erst) mihi mäágnus Apollo (s. d.); Eritis sicut 
Döns, schéntes bönum ét mälum (z. B. G. 11, 83), 
„ihr werdet sein wie Gott u. wissen, was gut u. böse 
ist" (1. mof. 3, 5) 2c. — Eröd-ens llat., 8 2, 
3, n., entis, Mz. Cntial: beizendes, ätzendes 
(kanstisches) Mittel. -#eren, tr.: fort-nagen, -bei- 
zen 2c. — Eröd-ium (gr.), n., —#; zen [8 24, 
2, n. I: eine Pfl., „Reiberschnabel“ (vgl. Geränium, 
Pelargönkum, Kranich-, Storchschnabel). — Erog-- 
ation (lat.), f.; —en: Erogierung. -ator, m., 
—; ören (§ 24, 3, öris]: Auszahler, Ausstatter, 
Legaten-Vertheiler 2c. iren, tr.: aus-theilen, 
spenden, zahlen 2c. — Eroic-amente (it.), 
adv., To, a.; heroisch (s. d.), bes. in der Mus.: 
muthig, kraftvoll 2c.: Veethoven's sinfonfa eröfen 2c. 
— Er-os (gr.), m., uv.; zöten: Liebesgott (s. 
Amor: Ant-E.; Pandemos; Himeres), z. B. w. 23, 
269 ff.; Eine Darstellung zechender Eroten. Uoi3#. 20, 
586 rc. u. dazu als neue Ez.: Eine Kugel, auf der 
ein kleiner Eröte sikt. 457 ꝛe. — Erös--io (lat.), 
f. 18 24, 3, iönis!: Erodierung, Vortnagung, 
Zerfressung 2c., z. B.: E. dentium, Zahnfraß rc. 
Tiön, f.; -en; —#-: Erosio, bes. (Geogn.) Aus- 
waschung durch Fortspülung lockrer Gebirgstheile.
        <pb n="357" />
        Erote 
Berlepsch Alp. 31; Thal-E-en. Ualur 16, 256 # e.; 
E-s-Klüfte; „Thäler. Ccchudi Th. 168; Seen. 
Büchner Lyell 217; In der Es- od. Auswaschungs- 
Wuste. Uatur 15, 172b. — Eröte, m., —n; -n: 
f. Eros. — Erotem-a (gr.), n., —; ze [8 24, 3, 
n., -tis]: Frage, Fragsatz. ätik, f.; 0: die Kunst 
der richtigen Fragstellung (s. Katechetikt). atisch, 
a.: fragweise (s. katechetisch) — Srôt-idien (gr.), 
Ten, pl.: ein Fest des Eros. ik, f.; -en: die 
Wissenschaft, Lehre v. der Liebe. w. 23, 277. 
Siker, m., —; uv.: Liebesdichter 2c. isch, a.: 
auf Liebe bezüglich. 273 1c., auch z. B. in einer 
Art Belebung der Pflanzen: Mit dem Aufhören des 
c-en Orgasmus, d. h. also mit dem Aufplatzen der An- 
theren u. dem Ausstreuen der Pollenkörper. Pöppig Ch. 
1, 45 v. -omanĩẽ, f.; -(ehn: Liebeswuth (I. 
Nymphomante). opägnik, f.; —e)n: Liebestände- 
lei, vgl.: Die Eorroradyrtc des Aleiphrons. 
Das 18te Erotopaignion. f. 6, 70. — Erprto- 
log 2c.: s. Herp c. — Err-änt (lat.), a.: umher 
irrend, auch frz., z. B.: Juif e. (spr. shwif erräng), 
der ewige Jude (s. Ahasrer) 2c. äre: irren: E. 
humänum cCst, Irren ist menschlich. äta, pl. zu 
Erratum (s. d.) = Jerthum, Fehler, nam. Druck- 
sehler, — Druckfehlerverzeichnis (vgl. Emenranra #cc.), 
auch als Ez. (n., —§; —#): Dieselben in einem E. an- 
zuzeligen. lham. 1, Vorw.; Eine E.-Lese. Heine 20, 
273 t#c. (s. auch rats). atisch, a.: umherirrend, 
unstät 2c.: Solche zerstreuten Felstrümmer werden e-e 
od. Findlings-Blöcke genannt. Burmeister Gsch. 5 5 tc.; 
E.-e od. atypische Krankheiten, Fleber 2c.; Schlagen od. 
beißen, was sonst sehr in der e-en unzuverlässigen! 
Natur des Maulthiers liegt. WHtint Weltr. 2, 134 rc. 
Täkum, n., —#; -Sten [8 24, 2, u.): s. Errata: 
Berichtigung in den Erraten. Hammer 10, 674.— 
Errhin-on (gr.), um, n., —; -a [§24, 2, n. : 
in die Nase zu bringendes (zu schnupfendes) Pulver, 
vgl. Prise. — Err-or (lat.), m. I§ 24, 3, örisl]: 
Irrthum, Fehler, Versehn 2c.: E. nén ést imputä- 
bilis, einen Irrthum muß man Einem nicht zur 
Last legen; Erröre Sbrio, im Taumel der Trunken- 
heit; E. fäcti, thatsächlicher Irrthum; E. jüris, 
Rechts-Irrthum; E. jüstus, entschuldbares Ver- 
sehn; E. cälculi od. in cälculo, Rechnungsfehler 
(vgl. salvus); E. löci, den Ort betreffender Frr- 
thum; abnormer Erguß v. Siften in ungehörige 
Körpertheile ꝛe. — Ersi (türk.), n.: liegende 
Gründe 2c.: E. miri, Lehensgut. Hammer 10, 316 2c. 
— Erubese-nt (lat.), a.: erröthend. -#nz, .; 
0: das Erröthen, Schamröthe. f#eren, intr. 
(sein): erröthen, vgl.: Chärta (s. d.) nön eru- 
bscit od.: Lit(t)eræ ncn erubéscunt, das 
Papier, das Schreiben erröthet nicht. — Ernd- 
ren (lat.), tr.: „entrohen“, bilden, unterrichten 
K. il, a.: unterrichtet, gelehrt. iliön, f.; 0; 
gelehrte Bilrung, Gelehrsamk.: In der e-S.reichen, 
allem Alterthumlichen zugewandten alexandrinischen 
Schule. Humboldl K. 2, 153 c. „ito (it.), a.: eru- 
dit, z. B. (lem.): Commẽdia (s. d.) erudita rc. 
Silus, a.: erudit, z. B. im Superl.: Die Viri 
Esan 341 
eruditfssimi ét clarfssimi ihrer Zeit. 36, 79, die 
gelehrtesten u. berühmtesten Männer 2c. — Eru- 
ĩeren (lat.), tr.: elwas Verborgnes herausbringen, 
zu Tage fördern, erforschen 2c. — Erukt-ation, 
s.; —en: das Rülpsen, der Rülps, das Aufstoßen 
aus dem Magen. ke##n, intr. (haben): rülpsen, 
aufstoßen. — Erumpieren (lat.), intr. (sein): 
aus-, durch-, hervorbrechen 2c. — Srunt: s. Ero. 
— Erüpil: s. evasit. — Srupt-ion (lat.), f.; 
—en; —#: Ausbruch, z. B. eines Eranthems rc.; 
v. Blut, Eiter 2c.; nam. aber v. Bulkanen. Dazu: 
E-s--Erscheinungen (hHumboldt K. 1, 235) od. 
. Phänomene (Burmeister Gsch. 101; 103);-Ge- 
stein;-Jusel (Humboldi K. 1, 252); -Kegel (COken 
1, 802);Krater;= Punkt (Burmeister Gsch. 99) 2c. 
Atna-E. Uals. 18, 121 r. -iv, a.: durch Erup- 
tion entstanden: Gneis, welchen man für e. hielt, als 
ob er feuerflüssig od. breiig emporgedrungen u. dann er- 
starrt wäre. Ausld. 38, 58la; E.-Gestein; Masse; 
Stoffe. Durmeiter Gsch. 195 2c. — Erv-a 
(port.), f. (n., —#) —es: (s. Erve 2) Das beste E. 
Matié, wie der Paraguahy-Thee heißt. Globus 6, 5 63; 
Die E. b 2c.; auch: In den sog. E-es od. Matté- 
Pflanzungen. a. ateiro (ero), m., —#s; —6: Die 
E-, d. h. Mattésammler, b. -e, f.; —n: 1) (lat.) 
eine Pfl., Mänseerbse, Ervrum, so: Frühlings-, 
Wald-E. 2c. — 2) Paraguay-Thee od. Matto, ein 
Produkt der Blüthen des Paraguaybaums, llex para- 
guaiéusis. Zerkleinert kommen die Blätter als E. 
(Herva) in den Handel r2c. Ual 3. 20, 245, vgl.: 
Maté-Thee. Mate od. Derbo. Ausld. 38, 846b rc. 
— Ergesna (lat.), f. [8 24, 11: die erheinische 
Göttin, d. h. die vom Berg Eryx auf Sicilien: 
Die Venus (s. d.) E. Wackern. 4, 7191 2c. — 
Erbuegi-um (lat.), n., —s; zen I§ 21, 2, n.]:: 
eine Pfl., Mannstreue. — Erg-#ipelas Igr., 
8 24, 3, u., slatis): Rothlauf, Rose. -sipelatös, 
a.: in der Art des Rothlaufs; vom Rothlauf be- 
fallen. -ihem, n., —(e); —e: krankhafte Haut- 
röthe, auch: E-a, Erythremta). Dazu: Ery- 
thitr)ematös. —#hrämik, f.; —(eyn: zu reichliche 
Blutbereitung in den Lungen. —thriafis, f. 1824, 
3, uv. ): Erythem Neugeborner. -ihrin: E.-Säure, 
ein farbloser Stoff als Grundlage für das Pigment 
der Orseille u. des Lackmus, s. Karmarsch 2, 530. 
hrolein, n.; --#throlitmin, n.: s. 784 u. Wo- 
litmin. -thrõsis, f. [5 24, 3, uv.): Erythrämie. 
#hrorplon, n., -6; la I§ 24, 2, u.]): Rothholz 2c. 
— Eryx, m., uv.; —e, -en: C., ein gewaltiger siei- 
lianischer Faustkämpfer , welcher zuletzt, vom Herkules 
überwältigt, dem Berg E. in Sicilien, wo er begraben 
wurde, den Namen gab. W. 24, 288; antonomastisch: 
Der furchtbare Handschuh [Cästus], womit einige Paare 
neuer E-en u. Herkulessen einander zermalmten. 22, 
18 2c.; s. auch Eryeina. 
Es: 1) (Musf.) s. A3. — 2) als Endung: 
Alle Philosophien der Weisen in es u. us. W. 3, 155. 
— Ssa! (tschippew.): ein Hohnruf (ätsch ): Rief 
er laut mit Hohngelächter: E.1 e. 1 pfut der Schande! 
Freiligrath H. 104. — Esan (ar.), n., —; -: E.,
        <pb n="358" />
        342 Esbehieh 
der Ruf zum Gebete, den die türk. Gelstlichen vom 
Minaret herabsingen. Gerhaid Wil. 2, 216; Da wird 
Niemand sein, der E. betet. 31; Globus 7, 281b; 
auch: Das Ezan zum Abendgebet abzuwarten. Jueld. 
38, 1085a. s. Asan; Isan; Muczzin. — Esbehieh 
(ar.), f.; —s: Name des Promenaden-Platzes in 
Kakro (fallmerayer GsW. 1, 44), Alerandrien (Hausbl. 
— 67 — 2, 36; Whheine Weltr. 1, 37) 2c. — 
Sobougquct (frz. esbuk-e, zett), n., —6; —6: ein 
Parfum. Gutzkow R. 2, 325; „Eß bonquet.“ Spiel- 
hagen Pr. 4. 159 ic. — Eschankillon 2c.: s. Ech r. 
— Ecschar-a (gr.), f. 1824, 11: 1) Brandschorf. 
— 2) Von Bryozoen [s. d.] finden sich E. 2c. Butr- 
meister Gsch. 470; 513 2c., als Versteinrung auch: 
Escharkt, m., —en, —; -eln). -ölicum, v., —S; 
ka [824, 2, u.]): Schorf erzeugendes Heilmittel. — 
Eochatolög-ie (gr.), f.; —(eyn: Lehre von den 
„letzten“ Dingen, vom Welt-Ende, -Untergang, 
vom jüngsten Gericht. isch, a.: der Eschatologie 
angehörig: Der e-e Mythus. Kannhard Roggenw. 
64; 61 rc. — Eschatta: (bei den Mandäern) 
Feuer: E. hofta, das lebendige od. Lebensfeuer. 
Petetmann Or. 2, 448. — Sschlerah, m., —# : 
(am Curhrat) ein bunter Vogel v. der Größe einer 
Elster. 143. — Eschhindschi (türk.), pl.: dienst- 
thuende Truppen. Hommer 10, 346. — Eschmelt 
(ar.), m., —#; —#: Art Pelekan, Süla flisca. 
Brehm Hab. 229. — Eschrefi (türk.), m., uv.; 
uv. : ägyptischer Dufaten. Hammer 10, 316. — 
Esedi (türk.), m.p, —# —#: eine Münze, Löwen- 
thaler. ebd., s. Arslan. — Eses: (Mus.) s. Ag3. 
— Eshaf: s. Oscheräd. — Sslo (it.), m., —; 
0: „Ausgang", Ausfuhr, Erport: E.-Waaren; 
-Zoll. — Eseablon (frz. —blöng), m., -6; —6: 
Fußgestell einer Büste. — Escädr-e (frz. —dr), 
f.; —s: Schiffs-Geschwader: Chef (s. d.) d'e. ie.; 
Evolutiöns-E., die durch Evolutionen dem Feinde 
beizukommen sucht. ille C□ilj), f.; —6: kleines 
Schiffsgeschwader. on Cüöng), f.; —s: Reiter- 
Geschwader, Schwadron: Die Schwadron des 
Rittmeisters von der Goltz war auf eine öster- 
reichische Escadron gestoßen. Wochenhusen Tagb. 44 rc.; 
E.-Chef (s. d.), Nittmeister. -onnĩeren, intr. 
(haben): v. Kavallerie: allerlei Schwenkungen 
machen, sich tummeln 2c.; Zusammene., sich so zu 
einer Escadron scharen. — Escãl-a (span.), f.; 
—6 : Leiter; Hafen; Stapelplatz; Aufenthaltsort, 
Station 2c.: Mit e. lässt man sich auf den merikan. 
Posten einschreiben, wenn man sich unterwegs irgendwo 
aufzuhalten gedenkt. Gerstäcker RReis. 2, 73. ade 
(frz.), f.; —: das Sturmlaufen mit Sturmleitern 
zur Erstelgung der Mauer. -adleren, tr.: mit 
Sturmleitern angreifen, ersleigen 2c. ier (—), 
m., —#; —#: Treppe: Anlage des e. dérobé (s. d.). 
Käugulk G. 1, 257, auch: E. de degagement (s. d.) 
2c.; Man nennt Das esprit lespri] d'e., wenn man 
auf der Treppe sagt, was Einem im Zimmoer hätte ein- 
fallen sollen. Ual3. 20, 181; Esprit de Te. Volksz. 
15, 125; All die schönen Dinge zu äußern, die der lei- 
dige esprit ld'|] e. ihr eingab, wenn es zu frät war. 
Esrorial 
Schüching Verschl. Wege 1, 162 2c.; Doch Das sind 
pensees spangße] d’e. Salon 1, 602 2c. — Esralin 
(frz. —eng), m., —s; —#: „Schilling“, Name v. 
Münzen in den Niederlanden u. Westindien. 
Eneykkl. f. Kaufl. 323a; 645b; Scherzer Nat. 320 2c. 
— Escalop (engl. sköllöpp), m.t, —; —#: Schell- 
sisch, vgl. püchler Südöstl. 2, 102. — Esramot-- 
age (frz. —äsh'), f.; —n: Eskamotierung. -# 
C□möt), f.; —#: Taschenspielerkugel. -eur (ör), 
m., —8; —e, —e: Eskamotierer (s. gobelet): Für 
einen E. von Menschen kann ich ihn nicht halten. Keiß- 
ner Sans. 3, 279, der Menschen verschwinden macht. 
ieren, tr.: durch Taschenspielerei, — dann allgm.: 
heiml., unvermerkt wegschaffen: Einen hinaus:ee. 
Gutzkom N. 5, 504; Etwas weg- (od. fort.) e. 
2, 253, stibitzen ꝛc. — Sscampferen (srz.). intr. 
(sein): „sich aus dem Felde“, aus dem Staub 
machen, davon laufen, echappieren. — Escand-al 
(frz.), m.. —##; zaur I(—l: ein Flüssigkeitsmaß in 
Marseille, s. Millerole. — Escap-ä#de (frz.), f.; 
—I : (vgl. Echaprade) Seiten-Satz, -Sprung eines 
Schulpferds; muthwilliger, leichtsinniger Streich. 
Holiei Treust. 1, 159; Salon 1, 606; Schüching Gr. 
Kais. 2, 115 2c. (engl. estep), n., —6; — : das 
Entweichen: E. pipe (s. d.). — Srärius (Iat.), 
a.: zum Essen gehörig 2c., s. Argentum. — Ss-- 
rarlälum Imlat., 8 24, 2, v.]: Scharlach. weiss 
Kost. 2, 548. — SEscärp-#e (frz.), f.; —: die 
innre — wie Contrescarpe die dußre — Böschung 
eines Festungsgrabens, auch Scarpe (vgl. scharf). 
Semenl (mäng), n., —; —8: steile Abdachung, 
Böschung. —lẽren, tr.: schroff, steil, schwer zu- 
gänglich machen, böschen. -in (-#eng), m., —#; 
—#: Tanzschuh: En länn] e—s, im Ballanzuge; allgm. 
versteht man unter diesem Ausdruck kurze Beinkleider, 
seidne Strümpfe, Schuhe (gw. mit Schnallen). Düringee 
364. — Ecselav-age (frz. —sh'), f.; —n, —8: 
„Sklaverei“, auch Bez. einer kostbaren, bis auf die 
Brust niederhangenden Halskette im Damenpuß. 
e, m.: s. Sklave. — Escobar: Name eines ge- 
lehrten span. Jesuiten (geb. 1589, 1 1669). 
„derĩẽ (srz.), f. -(enn: Escobardierung. dibren, 
tr. u. ohne Obi.: durch reservatio (s. d.) mentalis 
betriigen. — Escompt-e (frz. esköng"), m., —S; 
—s: (s. Diskenko): Keine Steigerungen des Es zu be- 
sorgen. .. Den E.-Satz. Uat 3. 21, S. -##eren, tr.: 
diskontieren. 212 2c.; Bedeutende Eskomptic-= 
rungen. 20, 561 2c. — Socopfl-a (span.), k.: 
—6: Flinte, Büchse. -ro, m., —#: —: Büchsen- 
schütz, Fnsilicr 2c.: Drei od. 4 Büchsenmänner, E-, 
nehmen Platz auf dem Verdeck des Eilwagens. Diese 
Bedeckung 2c. Monotbl. 1, 3290.— Escorial (span.), 
in. n., #c); 0: Stadt in Spanien u. das von 
Plilipp 11. dort aufgeführte Prachtgebäude, das 
Kloster, Palast u. Fürstengruft in sich vereint: 
Der E. Monatbl. 1, 53 4a, — zumeist: Das GEekurial, 
z. B. freiligrath SW. 6, 29 1 tc.; auch: Was öfters 
mit dem Namen Eskurial bez. wird, ist keine eigene Rasse, 
sondern ein Elektoral - Schaf mit wollreicherem Fließ. 
Karmarsch M. 2, 656; Esturlal- (od. E.-) Wolle 2c.
        <pb n="359" />
        Escorte 
— Esrörle (frz.), f.; —n: Geleit zur Deckung 
eines Transports: Der erfahrenste E-#n- Führer. 
püchter Südöstl. 3, 278. 1cren, tr.: derkend ge- 
leiten: Die Eskortierung der Gefangnen 2c. — 
Escouäde (frz. esku-), f.; —n: kleine Schar 
(Notte) Soldaten unter einem Korporal 2c.: E## 
v. Artillerie. Grenzb. 25, 2, 239 tc., span. Es- 
cuadra, s. Mozo. — Exsrrime (sfrz. —im), k.; 
0: Fechtkunst, s. Maitre. — SEser-ör (frz.), m., 
—s; —: Gauner: Er spielte Chevalicrs u. Eskroks. 
Schütze Hamb. Th. 531 :c. Joquericè Cof—-d), f.; 
-(e)n: Gaunerei. Joquferen Cok-), tr., auch o. 
Obi.: gaunern; begaunern; sich Etwas auf nicht 
ganz ehrliche od. ehrenhafte Weise zuschanzen, 
z. B. von Schmarotzern: Ein Mittagbrod e., sich 
selbst zu Gast ladend 2c. — Eserüpulo (span., 
port.), m., —#; —: Skrupel (s. d.), bes. als Ge- 
wicht, s. Octava ꝛe. — Escunädra, f.: s. Escouade. 
— Escuela (span.), f.; —-s: Schule: Eine E. de 
tauromaquia (Schule für Stierkämpfer). Salon 3, 255. 
— Esrüd-kro (span.), m., -S; —: Schildknappe, 
ein Adliger niedern Rangs (s. Ecuyer). Lillo 
Cilso), m., —s; —s: span. Goldmünze = 1 Peso 
duro. Cneyhl. f. fiaufl. 548b. —o, m., — : —: 
Name v. Münzen (vgl. Gcu), z. B.: E. de oro, 
de plata, de vellon (v. Gold, Silber, Billon); 
E. al sol (Sonnen-E.) 2c. — Esculént (lat.), us, 
a.: eßbar: Esculénta, eß bare Dinge, Speisen. — 
Escuriäl: s. Escorial. — Esnafti (ar.), m., 
— ; —#: Budenkrämer in der Türkei. — Esöceus 
(lat.), m. [8 24, 21: hechtartiger Fisch (s. Esos). 
— Ssoch--as (gr.), f.; uv.; -e, f.; —#: He- 
morrhofdalknoten im After. — Esoteèr iher (gr.), 
m., —8; uv.: im Ggstz zu den Eroterikern (s. d.) 
einer v. den Eingeweihten. Sisch: nur für die 
Eingeweihten bestimmt (kryptisch): Die alten Prie- 
ster u. manche Philosophen hatten eine doxpelte Lehre: 
eine, welche öffentl. u. Allen mitgetheilt wurde, die 
exoterische, u. eine andre, die nur wenigen Einge- 
weihten als ein Geheimnis anvertraut wurde, die ee. 
w. 29, 416. -ismus, m., uv.; -ssmen: esoterische 
Lehre u. das Wesen einer solchen. Rosenkranz Poes. 
Gsch. 22. — Es-ox (lat.), m. [8 24, 3, ocisl:: 
Hecht. — SEspäd-a (span.), f.; —#: Degen: 
Mantel= u. Degenstücke, comsdias de cäpa y e. Uosen- 
Kranz Poes. Gsch. 596 re., s. Suerte; dann auch: 
der mit dem Degen od. Schwert Bewaffnete, z. B. 
beim Stiergefecht. Grubt Ch. 1, 312 2c., so masc.: 
Globus 4, 98b; 102b; 139; Guzow Z. 9, 498 cc. 
(s. Cuadrilla). illa □ilja), f.; —#: kleiner Degen 
(s. Spadille). on (frz. -öng), m., —6; —: 
Schwert 2c. — SEspagn-e (frz. espänfj), k.; Spa- 
nien: Chäteau (s. d.) en E.; ferner z. B. als ein 
Tanz des 17. Jahrh. im 3/8 Takt: Folfs d’E. pü- 
ringer 432; Westermann 3, 5 47b 2c., vgl. (span.): 
Man bezeichnet jenseits der Pyrenäen allerlei Dinge, 
welche dem Land eigenthümlich sind, mit dem sprlchwörtl. 
Ausdrucke Cösas de Espana länjal, spanische Dinge, 
Sachen, die — wie wir Deutschen sagen — uns spanisch 
vorkommen. Globus 4, 97b; Nat3. 20, 400; 21, 454. 
Esprit 343 
—-öl, a.: spanisch, auch m.: Spanier; spanischer 
Schuupstaback (gw.: Spaniöl) 2c.; weibl.: Ere, 
z. B.: à l'E-e, nach span. Weise, Mode 2c. 
oläde, f.; —n: Großsprecherei, Nuhmredigkeit. 
olekte (-#tt), f.; —s, —n: 1) feiner Flanell 
(Spaniolétt, m.). — 2) Drehriegel, Riegelstange 
am Fenster, auch: Er hatte die „Espagnolekstange" 
gefasst u. dffuete vorsichtig den Fenstei flügel. Schüching 
Bronckb. 3, 210 2c. — Sspal-da (span.), f.; —#: 
Schulter, s. Suerte 2c. Jier (frz. —Ui), n., —S; 
-s: Spalier (s. d.): Bäume en länn] e., am Spa- 
lier gezogen 2c. — Espana: s. Espagne. — 
Espar-relle, - sette (frz. —ßetnr), f.; —n: Wicken- 
klee, — auch m.: Auf unbebauten Hügeln wächst reich- 
licher Esparsett. Er wird 2c. G. 23, 351 (vgl. 
Esperklee. Ualur 16, 5 Za). — Ssparto (span.), 
m., —#6; —6: Spartogras, s. Atecha. — Sepere 
(frz. esräß), f.; —: (s. Srecies) Gattung, Sorte 2c.; 
in MzZ. auch: größre Geldstücke (Ggstz Scheide- 
münze): En lann] es (sonnantes, ßonnängt), in 
klingender Münze. — Ssper-anre (frz. -ängf), 
f.; —: Hoffnung. ##en, tr.: hoffen. — 
Espert-o (it.), m., —; -zi: (s. expertus) Einer, 
der Bescheid weiß, — nam.: ein Eingeweihter bet 
den Karbonari. — Espiegle (frz. —#g), m., 
—6; —#: ein „Eulenspiegel“, Freund v. lustigen 
Streichen u. Foppereien 2c. -rir, f.; —eyn, —: 
Eulenspiegelei (s. Ss. 1, 381a). — Esping 
(schwed.), m., —#; —e, —#: kleines Fahrzeug mit 
Jacht-Takelage u. ohne Spiegel. Bobrik 270a. — 
Sspingöle (frz. —eng—), f.; —n, —#: eine vralt. 
Art Muskete mit kegelförmig erweitertem Lauf; 
Feuerrohr, das mit mehrern hinter einander ab- 
zufeuernden Kugeln geladen wird. — Espion 
(frz. —öng), m., —s; —#: Spion, Späher. -nage 
C□näsb'), f.; —: Spionage, Sxäherei 2c. — Es- 
planäde (frz.), f.; —n: „ebner“, freier Platz vor 
einem Gebäude, Garten 2c., zw. der Stadt u. den 
äußern Festungswerken; auch die Abdachung der 
Brustwehr am s. g. bedeckten Wege. — SEspoir 
(frz. —är), m., —s; —§#: „Hoffnung“, auch: eine 
bei Landungen dienende Dreh-Basse. — Esponton 
(frz. —ongtöng), m., —s; —#: s. Sponton. — 
Espressiön-e (it.), f.; -i: Ausdruck, nam. 
(Mus.): Con e., mit Ausdruck espressivo, 
ausdrucksvoll. — Sspril (frz. —), m., —; —: 
Geist (s. d. Ss. 28g, vgl. geistreich 3), vgl.: Das 
frz. e. . . kommt Dem nahe, was wir Deutschen Witz 
nennen. Unser „Geist“ würden die Franzosen vielleicht 
durch e. u. äme ausdrücken 2c. Eckermann G. 2, 323; 
Der frz. E. ist heiterer, leichtfußiger, rastloser als der 
deutsche Geist: der E. fliegt, der Geist schwebt böchstens, 
wenn er nicht schreitet; der E. ve rfliegt leicht, der Geist 
en tstiegt wobl einmal; der E. ist tänelnd, der Geist ist 
erhaben; der E. ist ein Kebold lod. E. follet, s. d.), 
er lässt Niemand in Ruhe 2c. 3 Kohl Par. 1, 43; 13.c., 
z. B. von Perf.: Bel-E., Schöngeist; E. born S, 
bornierter, beschränkter Kopf; E. fort Iforl, starker 
(od. Frei-) Geist, Freidenker 2c., auch: N Sardu- 
cäer u. Fort E. Iföhrt—. Wadern, 4, 7292; ferner
        <pb n="360" />
        344 Espuerla 
(s. Gelst 3 Se.): E. de jeu (s. d.), vgl.: Jeu (s. d.) 
d'e.; E. de corps Tkör, s. d. 1b c., Zunsft-, Korpo-= 
ratir nsgeist 2c. (s. Anti.F.); E. public (püblikl, Ge- 
mein-Geist,= Sinn 2c.; fernerz. B.: Die Blumenlesen, 
die Geiste [s. d. 6 Ss., e—s, zu deren Verfertigung ge- 
meinhin nicht viel Velst gehört. Lichte 8, 230; Statt aller 
e-s des lois ldä loi, Bücher m. dem Titel: „Geist der 
Gesetze“, wie das v. Montesqnien] u. Prinzenhof- 
meister studier ich Nichts als die versch. Klagen der Un- 
terthanen. IP. (wackern. 4, 9 60 20) 2c.; serner nam. 
auch (s. Geist 5, vgl. Spiritus, Gastz Phlegma): 
eine aus einer Substanz möglichst rein, wasserfrei 
dargestellte flüchtige Flüssigk., z. B. E. de cannelle 
L-ä, Zimmtgeist; de cerises IHiI, Kirschgeist; 
de sonfre Ißufrl, Schwefelgeist; de vanille lwanilj'a, 
Vanillegeist; de vie, Lebens-Geist, -Essenz; de vin 
lwengl, Weingeist (spiritus vini); de violette [—étt'|, 
Veilchengeist; E. d’odeur (dodör], mit ätherischem 
Ol stark geschwängerter Spiritus zur Anfertigung 
von Riechwasser, s. Karmarsch 2, 835 2c. — Es- 
pukrta (span.), f.; —#: Korb. Giobus 11, 139b ꝛe. 
— Esquilon (span.), m., —#; —es: Glöckchen, 
Schelle: Bis zum silbernen E. in der Triumphkapelle sind 
alle Glocken in Bewegung. Globus 7, 292a. — Esquire 
(engl. eskweir, s. Ecurer), m., —#; —s: Titel für 
Personen, die im Rang zunächst auf den Knight 
(s. d., Ritter) folgen; auf Adressen v. Briefen 2c. 
etwa — Wohlgeboren: To ltul N. N., Esq., fast 
To Mr. smist'r] N. N., Herrn N. N., (Wohl- 
geboren): Setnen Vornamen zu englisieren u. sich den 
Esd. anzuhängen. Humboldt Bergh. 3, 197. — 
Esquisse (frz. estiff), f.; —: Skizze (s. d.). — 
Ess: s. Aß 2. — Essä-er (hebr.), m., —#; uv.: 
Die jüd. Sekte der E.,vd Essener .., die man in Agyp- 
ten Therapenten (Seelenärzte) nannte. Diese Sekte, in 
der Zurückgezogenheit lebend, strebte lediglich nach un- 
bescholtenem Wandel u. Ruhe der Seele. W. 18, 363; 
Essener. Humboldt Kosm. 2, 111. Sismus, m., uv.; 
0: die Lehre der Essäer. — Essai (frz. -ä), m., 
—–6 ; —#: s. Essay. — Essamir#(ar.), m., uv., 
6; uv., —#: Die Märchenerzähler, die E., d. h. Führer 
der Nacht. Uosenkranz Poes. Gsch. 363; 368 (s. 
Hassas; Musameret). — Essap (frz. — s. Essai —, 
engl. esse), m., n., -6; —#: Versuch; Abhandlung, 
ein Aussatz, der die Hauptpunkte elnes Themas in 
übersichtlicher u. anregender Weise vorführt rc.: 
Das E. Srenzb. 24, 2, 100a; Den C. über den 
amerikanischen Essayisten Emerson. Aueld. 31, 337a ce. 
Ser, m., —; —#: Münzprüfer, Wardein (frz. 
essayeur, essäför). -isl, m.,—en, —##; -en: Verfasser 
v. Essays (s. d., vgl. Publicist): Treitschke, der frei- 
sinnige u. glänzende E. Gartenl. 16, 152b 2c. Eislisch, 
a.: in der Weise v. Essayisten. — Elsbouquet: 
s. Esb 2c. — Esse (lat.), n., —S; 0: das Sein: 
A pösse ád e. schliesen, vom Können aufs Sein, 
von der bloßen Möglichk., auf die Wirklichk., der 
Eristenz 2c.; In seinem E. [Element] sein; Wo er 
ganz à son aise (s. d. od. kn seinem E. zu sein hoffte. 
Adami TagKön. 2, 42 cc. (vgl.: In C. erhalten. 
fischart Garg. 30b, in Bestand; Kam also der Kauf in 
Est 
sein Würde u. „Ofse". Schweinichen 2, 174) 2c. — 
Essed-rker (lat.), m., —s; uv.; ärius, m. 
s8 24, 21: Kämpfer zu Wagen: Die Esserärker foch- 
ten v. britannischen Streitwagen herab. OBank 3, 316; 
Essedärii hießen dle zu Wagen kimpfenden Gladiatoren. 
Guhl 2, 339; Weils Kost. 1, 1147 2c. —um (5 24, 
2, n.): bei den Römern eine Art belgischer oder 
britannischer Wagen, leichter u. niedriger als das 
Cisium. 1327. — Essence (frz. —ängß5), f.; —: 
Essenz (s. d.): Das Ol der noch unreifen Orange führt 
den Namen E. de petits grains sp'ti grengs, das Ol der 
Schale reifer Früchte heißt E. de Portugal I-ügäl ze. 
Globus 9, 256. — Essener, m., —#; uv.;: s. Essier. 
— Ess-ntia (lat.), f. [8 24, 11: Essenz. 
Tential, a.: wesentlich; zum Bestand unerläßl. 
(als conditio sine qun non), unumgängl. noth- 
wendig, — auch: eis, z. B.: Ine-i, im Wesent- 
lichen, in der Hauptsache; E- in (od. E“#en), 
wesentliche Dinge, Theile 2c.; E-ia constitutiva, 
die wesentl. Bestandtheile 2c. entialität, k.; 
—en: die Wesenheit, das Wesen, Sein, etwas 
Wesentliches: Besondre Wahlbedingungen, welche sich 
nicht auf dle E-en der Amtsubertragung beziehen. Nat3. 
21, 256; Petermann Or. 1, 379 2te. entiell, à.: 
essential. -enz, f.; -en: 1) Wesenheit, Wirklich- 
keit rc.: Den Vermählungsakt in selner eig. E. gericht- 
lich u. gesetzl. hinzustellen. Bazar 14, 47a ic. — 
2) eine die wesentl. Theile eines darin aufgelösten 
Körpers enthaltende Flüssigk.: E#en: ein ziemlich 
unbestimmter Ausdruck, der theils (im Handel) zur Bez. 
der flüchtigen Ole, theils für verschierne weingeistige Auf- 
lösungen gebraucht wird, z. B. Räucher-Elen. Kot- 
marsch 1, 722, v#gl.: In Ungarn werden aus denselben 
Trauben 4 Weinsorten gewonnen, .. E., Ausbruch, 
Maschlach u. Landwein. 3, 613; Die Schwimm-= 
blase ldes gemeinen Silberfisches) ist mit einer . silber- 
glänzenden Materie überzogen, welche . unter der Be- 
nennung orientalische E. zu den unechten Perlen benuützt 
wird. prechtl 11, 87, vgl.: Mit einer aus den Schup- 
pen des Weißfisches . gewonnenen Substanz, gewöhn- 
lich Perlen-E. genannt. 81; Alle E-en, Ellriere 
im großen Dispensatorkum. w. 10, 265 2c. U. in 
zahlreichen Zsstzg., z. B.: Bischof. E. (od. -Ex- 
trakt) — Pomeranzen-E., zur Bischofbereitung; 
Gitronen= E.; Fünft--E. (ischart B. 266b (s. 
Quint-E.); Frucht-E., s. Amyl; Luft-E., als 
Mittel gegen Engbrüstigk.; Magen-E., magen- 
stärkend. Engel 1, 361; Narden-Een. Dôniger 
Sab. 118; Perlenu-E., s. v.; Pomeranzen- 
E.; Punsch-(s. Bischof.) E.; Räucher- E., s. v.; 
Rosen-E. 2c.; Pommadentöpschen od. E-en- Fläsch- 
chen. Böniger Sab. 1, 75 2c. nzen, tr.: in 
Isstzg. z. B.: Von Rosenruft des Himmels Busen 
durchessenzet (durchwürzt 2c.I. Bückert 2, 418 2c. — 
Essegusbo: Fluß u. Previnz in British Guyana 
u. danach: eine Sorke Baumwolle. Kormarsch M. 
2, 501. — Essera, f. 18524, 11: Percellan-Friesel. 
— Essito: s. Esito. — Est (lat.): ist, z. B.: 
E. deus (s. d.) in nobfs 2c.; E. modus (s. d.) im 
rebus 2c.; auch E., E.1, Name des vorzügl. Mus-
        <pb n="361" />
        Establishment 
katellerweins in Monte (s. d. 1a) flascone, s. 
wymäler Gr. 2, 91 ff. — Sstablishment (engl. 
istäblish.-), n., —6; —8: Etablissement (s. d. u. 
Akaremie 4). — Estädo (span.), m., n., —#; —S#: 
1) Längenmaß, Klafter (vgl. Estadáäl = 2 C.s, 
s. Encykl.f. Kaufl. 55 a, s. auch Estädio — ⅛ Milla. 
ebd., vgl. Stadium u. vortug. Estudio). — 2) Zu- 
stand, Stand einer Angelegenheit u.: die Angabe 
desselben: Solch ein Programm, E., ras mit Narel- 
stichen übersäet ist lals Zeichen für die Vorfälle beim 
Stiergefecht). Slobus 1, 102a. — ESstafette (frz.), 
f.; —n: Stafette (s. d.). — Sslacäd-e (irz.), 
f.; —n: ein Pfahlwerk, einen Fluß zu sperren 2c. 
Sch. 86 b. Jo (span.), a.: Zu der abgerfählten 
Ebene, dem Llano e. Globus 6, 2a. — SEslam-nto 
(KPan.), m., —#s; —#: Ständeversammlung, die 
Stände (s. Cortes). -in: s. Etamin. -inet (frz. 
—iné), n., —s; —: Schenke (vgl. Tabagie), Trink-, 
Punsch-Stube 2c. Gartenl. 16, 27a; Die allerliebsten 
E-s der österreichischen Kaiserstart. OMüller Erz. 3, 
147; E--s, Büffels u. dgl. Räumlichkeiten . in allen 
Theatern komfortabel eingerichtet. Nal##. 20, 187 2c. 
— Eflampe (frz. —ängp'), f.; —#: Bild als Ab- 
druck v. einer Platte (Kupfer-, Stahl-Stich, Holz= 
schnitt 2c.); s. auch Estompe. — Sstänc- ia (span.), 
f.; —: „Wohnung“, — nam. in Südamer., in 
den Pampas: Meierei, Gehöft zur Viehzucht (ogl. 
Hato). Bank Bild. 3, 264; Serstäcker WW. 15 rc. 
Zikro, m., —#8; —: Besitzer einer Estancia; Vieh- 
züchter. Slebus 8, 60b.— SEstandarte: s. Standarte. 
— Sslänte (span.), a.: stehend, z. B. Jlerinos 
(l. d. 2) e-s 2c. — Estatuto (sran.), m., —; 
—5 : Statut, Satzung: E. reãl, königliches Statut 
2c. — Esterlin (frz. —eng), m., —#; —s: altes 
Gold= u. Silbergewicht, vgl. (in Belgien) Ester- 
ling. — Estero (span.), m., —; —: Meeresarm 
5e. Gerstäcker Meis. 2, 307; 312 c. — Ssther 
(pers.--hebr.), f.: weibl. Name, s. Esß 2, 7 ff. 
(vgl. Astarte); im Kartenspiel Bez. für Karo-Dame. 
— Estilo (span.), m.t, —#; —6: Stil: In seiner 
Ingend kämpfte er [Calderon) mit der Künstelei des e. 
culto lgezierten Stilsl. nosenkranz Poes. Gsch. 608 
(s. Gongora) 2c. — SEstim-öble (frz. -ãb'l), a.: 
s. dstimabel. e —imJ, f.; -6: Achtung, Schätzung 
(l. Astim): Succhs (s. d.) d'e. 1c.; seem. — Gissung 
(s. d. Ss.), die Schätzung des vom Schif zurück- 
gelegten Wegs u. danach des Orts, wo es sich be- 
findet. -ren, tr.: s. ästimieren. — Ssliv-a 
(svau.), k.; —s;; -e, f.; —n: die Ladung eines 
Schiffs zu Paß (s. d. 6b Ss.), die gehörige Stau- 
ung der Schiffsgüter. ieren, tr.: die Schiffs- 
güter gehörig stauen u. verladen. — Ssto: 1) m., 
—s; —s: Elle auf Sumatra (nach Encykl. f. Aaufl. 
4 u. 325b: Erto). — 2) (lat.) als Imper. v. 
esse: sei! er sei!; dazu (nach pfl. 71, 3) E. mihi 
(mir), Anfang der Messe am Sonntag vor den 
Fasten, u. daher Bez. dieses Sonntags. — Ssto- 
räda (span.), f.; —s: Estocade, Stoß mit dem 
Degen, z. B. beim Stierkampf: E. a vola pié 
(s. d.). -cäde (frz.) f.; —n: Stoß beim Fechten; 
Stablissement 345 
Bitte um ein Darlehn, mit der man Einem zu Leibe 
rückt, vornehme Bettelei, Prellerei. -hieren: s. 
estoqu 2c. — Estomp-e (frz. estengv), f.; —s; —n: 
Wischer, — bei Pastellmalereien, Kreidezeichnun- 
gen r2c. die Striche in einander zu verwischen: 
Zeichnung à Te. (od. E.; dessein estompc), mit 
dem Mischer gearbeitete (gewischte) Zeichnung; 
Die Zeichnungen sind fast nur noch mit der G. [Dreckf.: 
Estampe] hingewischt. Salon 1, 296. ieren, tr.: 
mit der Estompe verarbeiten 2c. — Sstopilla (span. 
ilja), f.; —s: Art Leinwand, Schleiertuch. — 
Elloqukeren □###—), tr.: den Gewehrlauf stauchen, 
um ihn kürzer u. stärker zumachen. — Estouffäde 
(frz. estuffv), k.; —: (Kochk.) das Storen, Däm- 
pfen; gerämpftes Fleisch. — Ellräde (frz.), k.; 
—n : erhöhter Platz (Tritt) vor einem Fenster, 
Thron, Katafalk 2c.: Eine E. um 3 Stufen höber als 
der Fußboden. W. 7, 68; Auf der Altar-E. Gartlenl. 
15, 315b rc.; der erhöhte Theil einer Schleusen- 
kammer 2c. — Sstragon (frz. —öng), m., —#; -s: 
s. Dragenkel. — Estrangelo: Ein alter syrischer Ko- 
der in E.-Schrift. Petermann Or. 1, 127; Ein Stein 
mit erhabener E.-Schrift. 339 2c. — Ellrapäd-e 
(frz.), k.; —: das Wirvren; Wippgalgen; Wirpy- 
sprung; gleichzeitiges Büäumen u. Ausschlagen v. 
Pferden. , tr.: wippen; intr. (haben) von 
Pferden: sich bäumen u. ausschlagen. — Sstratt-o 
(it.), m., —#; —s. -i: Auszug in der Zahlenletterie: 
E. determinäto (s. d.). — Estrop-ie (frz. —io), 
m., —8; —: ein Verkrüppelter, Verstümmelter. 
ren, tr.: verkrüppeln, verstümmeln 2c.; auch 
z. B. in den bildenden Künsten: durch Nicht- 
beobachtung der Bhe eine Figur verhunzen 2c. — 
Estüdio (port.), m., —s; —#: Der E. (das Sta- 
dium).. Die Milha hat 8 E“s. Encohl. f. Kaufl. 
520 b, vgl. span. Estädio. 550a. 
Et: 1) (lat.): und, z. B.: Et cstera (s. d.); 
Et sic porro, und so weiter 2c. — 2) (türk.): 
Fleisch, s. Eth (Schaf-Fleisch). Kohl Südr. 1, 210; 
Et-Meidan, Fleisch-Markt. Hammer 10, 346; Lindau 
Walsh. 1, 82 2c. — Stabl-age (frz. —äsh), f.; 
—: Stallgeld; Buden= od. Standgeld der Krä- 
mer; Raum zw. den Karrenbäumen. ikren, tr.: 
begründen; ein-, errichten: Ein Geschäft 2c., eine 
Spielbank e. 2c.; Zur Etablierung des Hazard= 
spieles. Grenzb. 24, 2, 217 2c.; refl.: sich häuslich 
od. geschäftlich niederlassen, auch: Traf ich den Gra- 
fen . . in seiner Schlafstube etabliert an. püchler 
Süröstl. 1, 192 2c. Cissement (iSmäng), u., -; 
—§ : die Niederlafsung; Begründung eines Ge- 
schäfts; Einrichtung; ein begründetes, eingerich- 
tetes Geschäft; eine Anlage 2c. (vgl. Establishment): 
Ein großes Marine-E. Grenzb. 24, 1, 137 cc.; 
ferner auch: Hasen= E. .. Man pflegt die Zeit seit 
der Kulmination des Mondes, wo das Hochmeer am 
Tage des Neumonds für jeden Hafen eintritt, das E. du 
port ldu võr], engs.: establishment of the Idbel pört 
zu nennen u. man geht v. diesem Augenblicke aus, um 
alle folgenden Momente des Hochmeeres für diesen Mo- 
nat in Rechnung zu bringen 2c. filrowm 608 2c. —
        <pb n="362" />
        346 Etatismus 
Stac-ismus (gr.), m., uv.; 0: die s. g. eras- 
mische (s. d.) Aussprache, wonach u. A. v#wice 
lautet (dagegen wie i in der dem heutigen Grie- 
chisch entsprechenden reuchlinischen Ausspr., die deß- 
halb auch als Itaeismus bez. wird): Die Aussrrache 
des Neugriechischen ist die unter dem Namen der Reuch- 
lin'schen bei uns bekannte .. auch für das Hellenische 
sicher dem noch unrichtigern, fälschlich dem Erasmus 
aufgebürdeten E. vorzuziehen 2c. Ellisen Polygl. 1, 248. 
Siflisch, a.: dem Etacismus entsprechend, Ggst: 
itacistisch. — Stag-e (frz. —ßh'), f.; —n, —8: 
Stockwerk, Geschoß: Während die .. Gesellschaft. 
in der Bel. E. lim ersien Stock, eine Treppe hoch] 
so aufgeschreckt wurde, saß auf einem Zimmer in der 
dritten E. eine junge Dame. Spielhagen Pr. S, 81 2c.; 
auch im Bergb., dazu: E—-n-(od. Stockwerks-) Bau 
2c.; E#mäßig; = Mine (s. d.); Brenn-Ofen 
v. größerer Höhe u. gw. in 2 od. 3 über einander be- 
findliche Brennräume, E-n, abgetheilt, daher: Ern- 
Ofen. HKormarsch M. 2, 920 1c. —gere, f.; —n: in 
Etagen abgetheilter Glasschrank: Die C. für die 
Damenbibliothek. Garlenl. 15, 539a; Gutzkow R. 3, 
208; Auf einer hängenden E. blinkten Trinkkannen 2c. 
3. 7, 187 2c.; selten n.: Ein höchst elegantes, halb- 
rundes E., in dem die schönsten Fächer ausgestellt waren. 
Hachländer Eign. Welt 1, 224 2c.; Diese geschnitzte 
Palissander--E. Garienl. 17, 18b 2c. rren, 
tr.: etagenmäßig abtheilen, nam.: das Haar so 
schneiden. — Stal-age (frz. -äsh), f.; -n: die 
Schaustellung, so das — u. damit — Etwas die 
Augen auf sich zieht 2c.: Sie haben nicht die Kunft 
der „E.“ Das sieht man schon an den Läden. Ualß. 20, 
43 2c.; auch: die Rast des Hohofens. -ikren, tr.: 
Etwas zeigen, so daß — u. damit — es die Augen 
auf sich zieht; es zur Schau stellen, auskramen rc. 
jon Cöng), m., —8; —: 1) Eichmaß. — 2) Zucht- 
hengst, Beschäler. -onnage (-ish', f.; —n: die 
Eichung; Cichgebühr. onn#Cör), m., —; 
—6# : Eichmeister. -onnĩeren, tr.: Gewichte, 
Maße 2c. eichen. — Stam-age (äsh), f.; -n: 
Verzinnung; auch die Belegung (v. Spiegeln rc.) 
mit Zinnfolie. -eur Cör), m., —#; —6: Ver- 
zinner 2c. keren, tr.: verzinnen, mit Zinnfolie 
belegen 2c. — Stamin, m., —#; —e: glattes 
Wollenzeug: Der E., Stamin, Tamis od. Damis, 
frz. CStamine, engl. tammy, durant. Kormarsch M. 
2, 150; Schwarz umhüllt mit E. 5. Cid. 69 c2c., 
auch: Estamin. — Stangonnkeren (frz. etangß 2c.), 
tr.: aussteifen, stützen. — Stang (frz.), m., —; 
—6: Teich, Weiher; auch: durch schmale Dämme 
vom Meer geschiedne flache Binnenwasser an der 
frz. Küste (ogl. Lagune). — Stanin (ar.), m., 
—8; 0: ein heller Stern im Kopf des Drachen. — 
Stap-(phe (frz.), f.; —n, —6#: Stapel, Stapel- 
platz: Droit (s. d.) C'eétape, Stapelrecht 2c.; bes.: 
Vorrath an Lebensmitteln für Trupren auf dem 
Marsch u.: Magazin mit solchen Vorräthen als 
Rast-Ort: Von einer Gensdarmerie-C. zur andern. 
Hausbl. (65) 4, 461. E—-n-Inspektor; -Kom- 
mandant; -Kommissör; KKommissariat: 
-Konvention, in Betreff des Truppendurch-- 
Elesien 
marsches durch fremdes Gebiet; E-n-mäßige Ver- 
prflegung, vorschriftsmäßige der Trupren auf dem 
Marsch; E-n-Ort, „Platz;= Straße, worauf 
sich E#n-Plätze finden 2e. ier □##, m., —8; —: 
Quartiermeister für die Truppen auf dem Marsch. 
— St-at (frz. etä), m., —s; —: 1) Stand, Zu- 
stand 2c.: En laun] &amp;., im Stande, bereit 2c. — 
2) Vermögenszustand, Veranschlagung der Ein- 
nahmen u. Ausgaben in der Verwaltung 2c.: Den 
E. feststellen, überschreiten 2c.; Ausgabe-, Ein- 
mahme- E.; Der Civil-E. ist knapp bemessen, weil 
der Militär-E. zu Viel verschlingt; Exigenz-E., 
E. des Erforderlichen, der Erfordernisse; Sinänz= 
E.; Gesammt--E. u. Gagen-E. lder Bühnel. 
Düringer 365; Der allgemeine ed. Generäl-E.; 
Hof= E.; Maximäl (s. d.) . E. Bienzb. 26, 3, 
443, Ggitz Minimäl (s. d.) E. 2c.; auch: Auf 
den Aussterbe- E. kommen (Grenzb. 26, 3, 350), als 
Etwas, das aussterben, eingehen, nicht fortbestehn 
soll; Himmelschreiend, daß uralte, heilige Institute ver- 
nichtet u. auf den Aussterbe-E. gesetzt werden sollen rc.; 
ferner als Bstw. z. B.: El-e)-Feststellung; 
SJahr, Rechnungsjahr; E-s) (od. anschlags) 
-mäßig, vgl.: Das die Regierung für diese ganz 
außer-e—-s - mäßige Ausgabe wie für eine einfache 
E-#- Uberschreitung ledigl. indirekt eine Nach- 
bewilligung verlangt. Ual3. 20, 566; E-s-Posi-- 
tion. Gtenzb. 24, 2, 236 2c. — 3) die Stände 
eines Staats u. deren Vertretung: Der tiers e. 
lnuährsetäl, der Zte Stand — im Ggstz zu den bei- 
den, der Geistlichk. u. des Adels; Die 6— génraux 
lihenerdl, General-Staaten, -Stände, d. h. Ver- 
sammlung der Vertreter der 3 Stände 2c. — 4) 
(s. 3) der Staat, — im Deutschen gw. nur als 
Bstw. in Titeln wie: E-- Lod.Staats-] Mi- 
nister; Rath 2c. — 5) E.-major (-maibör!, 
Generalstab. atif feren, tr.: im Etat feststellen 
½. — Etcetera: s. Ceterus. — Steignoir (irz. 
ctensoaär), m.t, —s; —#: Löschhorn, Lichthut, — 
aufs Licht zu stülpen, um es auszulöschen. — 
Stend ard (frz. etangrär), m., -s; —s: Standarte. 
-ren, tr., refl.: ertendieren (s. d.), ausbreiten 2c. 
-ut □ä), f.; —s#: Ausdehnung (räuml. u. zeitl.), 
Strecke, Umfang, Bereich 2c. — Ste-ogrammrec., 
öflichon: s. Chrone-gramm, stichon. -okles: s. 
Grazie. — Stern-al (frz.), m., —s; —#: Art sehr 
haltbaren Wollenzengs. —k11, a.: ewig, unsterbl., 
unvergänglich. -elle, k.; —n: Pflanzenn., wie 
Perpetuelle, Immortelle, — nam.: Neránthemum 
(Stroh., Papierblume). Tisieren, tr.: verewigen. 
ilät, f.; —en: Ewigk. — Stes-## (gr.), pl. 
[&amp; 24, 1), -ĩen, pl.: „Jahreswinde“, die regel- 
mäßig zu bestimmter Zeit im Jahre wehen ((. 
Monsun), nam.: die auf dem Mittelmeer alljährl. 
in den Hundstagen etwa 40 Tage wehenden West- 
nordwestwinde. Zobtik 270b; Diese den ganzen Som- 
mer im ägäischen Meer vorberrschenren Nordwinde sind 
die Eresken der Alten, jetzt mit einem türk. Wert Mil- 
temia genannt. Rols Ins. 1, 20, vgl.: Bei den 
etẽsischen [Drckf.: Elesischen) od. widrigen Winden. 
Thandier Klas. 23 u. (vralt.): Die Etesinnen
        <pb n="363" />
        Sth 
weben. fleming 630 c. — Sth: s. Et 2. — Sthel: 
E., E.-Baum, ein Baum der afrik. Wüste. Slodus 
6, 305b. — Sth-ik (gr.), f.; en: philosophische 
Sittenlehre: Daß der Autor anstatt der E., die er 
ankundigt, eine Meral (s. d. )geschrieben. Mag. d. Ausld. 
34, 125a. -iker, m., —; uv.: Kenner, Lehrer 
der Ethik. -ikotheologfe, f.; 0: die auf die Sitten- 
lehre gegründete Lehre v. Gott (vgl. Pbosikerhec= 
legie), dazu: Eithikotheoelögisch. -icus: ethisch 
(s. d.). isch, a.: 1) zur Ethik gehbörig, darauf 
bezügl. 2c. — 2) (Sprachl.) Der Dativus der pro- 
nömina personälia ., welcher sehr oft für den Sinn 
im Allgemeinen überflussig steht, aber für das Gefühl u. 
den lebhaften Ausrruck leineswegs .. daher gr. datirus 
etbicus le-er Dativ] genannt, z. B.: Was macht mir 
denn mein alter Freund 2c. Zumpt Lat. Gr. § 108. 
Sis ren, tr.: der Ethik gemäß gestalten, damit in 
Ubereinstimmung setzen 2c.: Bei Laertes die Urung 
der natürlichen, dort bei Hamlet die der erst zue—den 
Blutrache. Grenzb. 25, 2, 19. — Sthm-os (gr.), 
m., uv.; zoi: Seih-; Trichtergefäß. Weils Kost. 1, 
824. ödisch, -oidäl(isch), a.: siebförmig, vgl.: 
Ethmoiral--Knochen od. Ethmoireum I§ 23, 
2, n.], das Siebbein. — Sthn-ürch (gr.), m., 
—en, (—#); —en: An der Sritze der alexanrrinischen 
Juden stand ein mit ffürstlichem Anseben bekleideter 
Würdenträger, der den Titel E. (.Volksfürst"), auch 
Alabarch fuhrte. Grarz Gsch. d. Jud. 3, 33 2. 
Sarchte, f. z-en: Provinz, Bezirkeines Ethnarchen; 
Statthalterschaff. -icismus, m., uv.; 0: Hei- 
denthum: Des Ausdrucks E. bedienen wir uns als 
eines . im Sprachgebrauch des N. T. begründeten.. 
weil er zulässt, das die bestimmteren Bezeichnungen der 
vaganischen Religion darunter subsumiert werden 
können. Rosenktanz Poes. Gsch. 38; 316; 376; 720 2c. 
Tiker, m., —s; uv.: Heide. w. 18, 333; E., 
im N. T. zur Bez. v. Solchen, die sich weder zur jud., 
noch zur christl. Religion bekennen .., aus dem Hebr., wo 
,„Völker= st. Nicht-Israeliten, öfter mit dem Nebenbegriff 
v. Feinren u. Barbaren vorkommen svgl. Gojim)j. 
E. in der lat. Ubersetzung sind bloß gentiles u. es 
fragt sich, ob man pagäni u. im Deutschen Heiden 
dafür gebrauchen dürfe. 364. Tisch, a.: dem Erb- 
nieismus angehörig, heirnisch (rgl. paganisch): 
Die Grurre der e-en Völker. Nolenkranz Voes. Gsch. 
23; 3562c. -ogeographĩẽ, f.z -eyn: Geograxhie 
u. Ethnographie verbunden. Dazu: Ethnogeogrä= 
phische Sturien. Uaturwiss. Literaturdl. (Beil. zur Uatur 
166) 3bic. -ogräph, -olõg, m., -en. (—8); en: 
Kenner, Lehrer der E-i od. Völkerkunde, als der 
Wissenschaft v. den verschiernen Indivirualitäten 
u. Eigenthümlichkeiten der verschiednen Völker- 
schaften. Dazu auch: E-isch, a. — Sth-ognosik 
(gr.), f.; +Xeyn: Sittenkunde. -ogräph, -olõg, 
m., -en, (—#); —en: Sitten-Schildrer, -Kenner. 
Dazu: Eliè, f.; e-isch, a.: Pelygnetes war ein 
guter Ethograrh (Gemuthsmaler), die Gemälde des 
Zeuxis aber haben kein Ethos lcharakteristischen Ausdruck 
der Gemüthszustänre). W. 35, 216 (vgl. Genremaler); 
Eehologische Sturien im Ggstz zu den ethnelogischen 
Stoffe 347 
Forschungen. Beim vergleichenden Studium der 
Sitten 2c. Globus d, 194b. -okratiés, f.; —eyn: 
Verfassung, worin die Ethik das berrschende Prinzip 
ist. -opöft f.; Ae)n: Sinen-, Charakter-Schild- 
rung. -os, n., uv.; 0: die Sitte, der Charakter, 
die nach dem einwohnenden Wesen sich ausrrägende, 
gewohnte, bleibende Art u. Weise des Thuns u. 
Benebmens (s. Ethegrarb): Wurde wirr mehr im 
Leiten tathos), Anmuth mehr im Betragen (e.) ge- 
fordert u. gezeigt. Sch. 1122a; Eines Dichters, dem 
es in seinen Dramen weniger um kuniliche Erfin- 
dung .. der Fabel als um das E. u. Patbos der 
Personen zu thun war. W. 36, 75 ic. — Sti-am 
(lat.): auch, sogar 2c.: E. hösti fides servända, 
auch gegen den Feind muß man die Treue bewah- 
ren. Nal 22, 19; 152c.: E.si Emnes lsconsentiunti, 
ẽgo nôon, auch wenn Alle einverstanden sind, ich 
nicht 2e.; auch n. (vogl. Item): Er hat sein E. 
empfangen, auch sein gebührendes Theil. Grimm. — 
Stikett-e (irz., auch geschr. étiquette), f.; —n: 
1) kleiner, an Waaren befestigter Zettel, zur Bez. 
der Sorte, des Werths od. Preises, der Gebrauchs- 
anweisung 2c. — 2) hergebrachte Förmlichkeit: E. 
ist die Gesammtbeit der in der Gesellschaft gebräuchlichen 
Formen wechselseitiger Rücksichtenahmen. Zazar 14, 112c; 
Eme nackensteife u. grandezzabafte Aja E. Scherr Stud. 
2, 210 c.; Das Gesetzbuch der kaiserl. Hof. E. Bl. 2, 
119; Katberder-E. f. 10, 246 1c.; E.-mäßig an- 
gerutzt. Spielhagen Pr. 4, 260; E-n-Zwang; Ein 
bei Hof entstanener E-n-Zweifel. VDolksz. 16, 63 ꝛc.; 
Standes= E. u. Standesrücksichten. Gutzkow Z. 6, 
355. fren, tr.: mit einer Etikette (s. d. 1) ver- 
sehn: Wie mancher schwäbische Wein wird als dieser 
od. jener Chäteau ertifettiert! Garten!t. 15, 667b. — 
Stiol-ement (frz. mäng), n., —s; —: das Ab- 
weißen von Pflanzen od. Pflanzentheilen, durch 
Entziehung des Sonnenlichts. —6, à: etioliert: 
Palmen (s. d. 2a) er. durch entzogenes Sonnenlicht 
weiß gewordene Blätter, feuilles lfolj'] Ses. Humboldt 
Kl. Schr. 1, 264 1. -ieren, intr. (sein): das 
Eriolement erleiden; tr.: es bewirfen: Die durch 
Vorsatz er. Zufall erielierten Pflanzen. .. Das Ab- 
weißen ist meistens ein vorsätzliches E. der Blätter 2c. 
G. 36, 130 fl. — Stique (frz. erik), a.; hektisch 
(I. d.). — Etiqu-eétte, -etieren: s. Etitk 2c. — 
Stmal (niederl.), n., —e)s; e: (seem.) eine Zeit 
von 24 Stunden, bes.: die während eines Tags 
von Mirtag bis Mittag durchsegelten Kurse u. 
Enrfernungen, s. Sobrik 210b; Brem. Wörterd. 1, 
323 r2c.; Nach dem #ten E. schralte der Wind. Hausbl. 
(55)2, §6. — Stmeidan: s. Et 2; Mairan. — 
Stmek (rürk.), un.: Brot, vgl.: Ek mek-Kataif, 
Brot-Kataif, dünne v. Zucker ganz durchrrungene Brot- 
schnine mit gesottenem Milchrabm aufgesulzt. fallmerayer 
GsW. 1, 327 2c. -schi, m., —; —s: Bicker: E.- 
Baschi, Oberstbäckermeister. ammer 10, 346 2c. — 
Stoffe (frz. —öff), f.; —s: Stoff, nam. Zeug- 
stoffe, — auch bildl.: Seine philosophisch-moralisch- 
poetischen Bijonteries, E-s, Dentelles 2c. zu ver- 
handeln. G. 27, 476 2c.; E- à jour, durchbrochne
        <pb n="364" />
        348 Stoile 
Stoffe; E—s à pas simple od. unies, glatte; 
faponnées, gemusterte; croisées, geföperte 2c. — 
Stoile (frz. etoäl), f.; —s: Stern: Wir schliefen 
à la belle C. Funter freiem Himmel]. Lormann Nat. 
3, 87. — Stonn-Snt (frz. —äng), a.: staunend; 
erstannlich. ieren, intr. (sein), tr.: ** 
erstaunen 2c. — Stouff-äde (srz. einff), f.; —#: 
s. Estouff ic. ant (-#ääng), a.; erstickend. Zement 
( mang). n., —s# —: Athembeklemmung. Eren, 
tr.: ersticken, dämpfen 2c. — Stoupiêren (frz. 
etu-), tr.: mit Werg aus-, verstopfen. — Stourd-- 
eriẽ (srz. eturd-), f.; —n, —: Unbesonnenheit, 
unbesonnener Streich. -ĩ, a.: unbesonnen; un- 
überlegt handelnd 2c.; in., ix#: ein Unbeson- 
nener, Wildfang. -icren, tr. : betäuben, bestürzt 
machen, verbluffen. Zissement Ci#pmäng) n., —S 
—§ : Betänbung, Bestürzung. — Strangee (frz. 
cträngsh'), a.: fremd, befremdend, seltsam, wunder- 
lich. -er Ce), a.: fremd, — weibl. étrangere 
letrangsbär!, z. B.: Ließen wir uns bei der légion 
llesbiöng!) SCtrangeère IFremrensegien engagieren. 
Semilaso Afr. 192 2c.; subst.: E., ein Fremder; 
EQTe, eine Fremde, s. Straniero. — Stre (frz. 
ähr#), n., —5; —#: das Mesen: Man prätendiert v. 
uns Sielring's, Shakesreare's u. Gott weiß was für 
E-s mehr. CAerkut (1779) 2, 32. — Strenne 
(frz. nn), f.; —#: Neujahrsgeschenk (bes. in 
Mz.). Jalon 1, 378 2c.; Handgeld; die erste Lösung 
des Tages 2c. — Strier (srz. ehmie), m.t, —#; —: 
Steigbügel: 4 franc ., spornstreichs, z. B. ** 
Bl. 2, 350. — Ströneus (gr.), m. " 24, 
Unterleibsgeschwulst. — Stschsge, m., —8; * 
Ihr lder abessin. Geistlichk.]) Oberhaupt ist der El., der 
Vorstand des Asyls" in Gondar. Corienl. 15, 679b ne. 
— Ette (rufs.): Dies, Das (s. Charascho). — 
Stto: s. Esto. — Stud-e (frz. —übl), f.; —n, —: 
Sturium, Studie: Etwas à l'/6. nebmen, es studieren. 
Mog. d. Auslb. 36, 10 Sa rc.; Ubungsstück bes.: 
Tonstück zur Ubung der Fertigk. u. Geläufigkeit, 
z. B.: Arpeggio-; Dryrelgrasf-; Oktaven-; Tonleiter-; 
Triller-E-#n 2c. iant (äug), m., 6 ; —#: franzs- 
sischer Student: E. en lang!l belles lettres lbaͤl 
leur], ein der schonen Wissenschaften Beslissener; 
E. en medecine, Student der Medicin 2c. Siante 
(Jingt), f.; -6: die s. g. Frau eines Etudiants: 
Viele Ctudiants u. E—s. J#hl Par. 1, 200; 194, 
vgl.: Eturiants mit ihren , Frauen“, Kommis mit ihren 
Grisetten 2c. Spielhagen Pr. 5, 134. — Stui (frz. 
ehtwĩ), n., —#; —6: zierliches Behältnis, Futteral 
für kleine Ggstde: Spielhogen Pr. 7, 272 1c.; Das 
Schmuck= E. Hausdl. (66) 1, 445 tc.; Eine E.- 
Bibliothek (s. d.) 2c.; auch: Eine Art Tornister- 
üKberzug, E.-musette Imüseétt]. Nal##. 21, 156. — 
elpm-olog (gr.), m., —en, (—§); —-en: Wort- 
forscher. ologie, f.; —en: Wortforschung; die 
Herstammung der Wörter u. die Keuntnis davon, 
vgl. Parenpmik. ologiker, m., —# uv.: Ety- 
molog. ologikon, -olögicum, n., — ; ka [824, 
2, n.]: Buch über Etymologie, nam. : etymo- 
Eudämonolog 
logisches Wörterbuch. -olögisch, a.: auf Etymo= 
logie bezüglich. ologisseren, inir. (haben): 
Wortforschungen anstellen. -ologist, m., —en, : 
—en: Etymolog. -on, u., —; zai: Herstammung 
eines Worts. 
Sü (gr.): Vors. — wohl (s. d. Folg. u. 
Ggstz Des). — Euämiẽ (gr.), f.; -Ceyn: die 
gute Beschaffenheit des Bluts (vgl. Euttasie). 
Euanaleép-se (gr.), f.; —n; „sis, f. [8 24, 3. 
uv.I; schnelle Genesung. tisch, a : sich leicht 
erholend; die Cenesung fördernd 2c. — Euan-- 
thisch (gr.), a : schönblühnd. — Euästhef-e, 
Zis (gr.), k.; 0: Wohlbeschaffenheit der Sinne, 
rs Gefähls 2c. — Eubiöt-ik (gr.), f.; -en: 
Diätetik (vgl. Orthebionf). iker, m., —; uv.: 
Ditetiker. Tisch, a diätetisch. — Eubulie 
Gr.), s.; —#n: finges Derathen, Klugheit, Ein- 
sicht. — Eucharist-ie (gr.), f.; —(ehn: Dank- 
gebet, nam. vor der Konsekration des Brots u. 
Weins beim Abendmahl; daher — Abendmahl; 
die Monstranz mit der Hostie. -ik, f.; —en: Lehre 
vom Abendmahl. —isch, a.: aufe Abenrmahl be- 
zügl. — Euch-elãon (gr. ), n „ —6; aͤa: „Ge- 
betsoͤl“, in der gr. Kirche — der letzten Olung der 
röm. entsprechend. -. m., —en, -: en: „Beter“, 
bes. als Name für die Sekte der Messalianer. — 
Euchlänis (gr.), f.; uv.: „Mantelthierchen“ 
(vgl. Chläna), eine Gatt. quallenartiger Infuso= 
rien. Ohen 5, 40 (bei Henst falsch: Euglämis). — 
Suchlör (gr.): (als Bstw.) v. schön gelbgrüner 
Farbe, z. B.: E.= Glimmer. Oben 1, 395; E.= 
Malachit. ebd. 2c. -in, n., —#; 0; eine, ".; ; O: 
UÜbergießt man chlorsaures Kati mit Sausänre, so ent- 
steht eine gelbe Masse u. es entwickelt sich ein gelbes, 
erstickend riechendes Gas, welches man Ele genannt. 
Hiezel Ch. 22. — Suchologi-on, Tum (gr.), u., 
-6; zen (§ 24, 2, n.]: „Gebelbuch- , ham. dit 
Agende der gr. Kirche. — Euchr-ör (gr.),# 1 
0: gesundes Aussehn des Gesichts. oltt, m., 
—e)6; e: ein „schönfarbiges“ grünes Mineral 
(Emeragr.M alachit), bestehnd aus wasserhaltigem 
halb-arseniksaurem Kupferoryd, s. Oken 1. 393.— 
Euchp-lic (gr.), f.; 0: Wohlbeschaffenheit des 
Chylus. -ms, f.; 0: Wohlbeschaffenheit des 
Spxeisebreies, der Körpersäfte. — Endäm-on 
(gr.), a.: selig: Um im Genus Desselben E., d. i.: 
der reinsten Wonne, deren ein Dämen fäbig ist, tbeil- 
haftig zu sein. w. 17, 16 2c. -—ônia, f. [8 24, 1]: 
Seligk., Gluckseligkeit: Freure neunen mich] 
meine Sreunde, aber in##er Göttersprache ist mein 
Name C. 28, 208. onié, f.; (en): Cudämenia. 
16, 47; 247; 17. 84 te. -onis mlus), m., uv.; 
ismen: Glückseligkeits= od. enrämonisilsche Lehre 
(vgl. Evikur 2c.). -onist, m., -en-#: -en: Anhänger 
des Endämonismus: Wenn er sich zu den Saͤtzen dieser 
Elen u. Latitkudinarser befennt. Ualß. 20, 209. 
-onistisch, a.: die Endämenie als das höchste Gut 
u. Ziel erkennend 2c.: Mit dieser e-#en Pbilosoxhie 
des Latitudinarsers. ebd.; 207; W. 28, 122 2#c. 
Sonolög, m., -en, —; —en: Cudämonist. Dazu:
        <pb n="365" />
        Eudiobiotik 
E-tẽ, f.; e-isch, a. — Eudio-biötik (gr.), f.; 
—en: die Kunst, Lehre, ein heitres Leben zu führen. 
biötisch, a.: der Endiobietik gemäß 2c. -mkter, 
m., n., —; uv.: Werkzeug, den Grad der Rein- 
heit der atmosphärischen Luft od. ihren Sauerstoff- 
gehalt zu bestimmen. Sehler 2, 89 ff., vgl. Kakometer, 
als Maß für den Grad der Luftverderbnis; ferner 
Orbgenometer 2c. -metris, f.; —e)n: Bestimmung 
der atmosrhär. Luft nach ihrem Sauerstoffgehalt. 
metrisch, a.: auf die Eudiometrie bezügl. — 
Eudorfe (gr.), f.; —eyn: 1) guter Ruf. — 2) 
richtige Ansicht. — Sudpnamis (gr.), k.; 0;: 
gesunder Zustand der Kräfte. — Suelpides (gr.), 
m., uv.; 0: „Hoffegut“, eine Pers. in Aristopha- 
nes' Lustspiel „die Bögel“ (vgl. C. 7, 731). Chomas 
Fallm. 35. — Suemer 2c.: s. Eubem 2c. — 
Euepĩẽ (r.), f.: +eyn: Wohllaut; Wohlreden- 
heit. — Suerget (gr.), m., -en, —; —en: Wohl- 
thäter. w. 32, 263. — Euerxik (gr.), f.; 0: ge- 
sundes Aussehn u. Befinden (s. Ggstz Kacherie). — 
Eüge! (gr., lat.): als Ausruf: schön 1, bravol#2c. 
(s. belle). — Eug-en (gr.), m.: männl. Name 
(vgl. frz. Eugdne. öshän, — zuw. in hybridischer 
Aussrr. Eushen): E.-Glanz, ein Mineral (Pols- 
basit). nia, f., -s, kens: -ẽnĩen: weibl. Eigenn. 
(Eugenle), s. auch Astereid; ferner eine Pflanzengatt. 
(Kirschn rrte). -Gnie (frz. bihent). f.: Engenie; auch 
z. B. Nameeines Wintermantelstoffs, veloursartig, 
auf der Nückseite langhaarig. Bazae 13. 375. 
enin, n., —s; 0: Nelken-Kampfer. — Euglä- 
mis: s. Cuchlanis. — Suglene (gr.), f.; Sn: 
„Augenthierchen“ (s. Glene), Art Infusorien. — 
Euhemer-ismus (gr.), m., uv.; 0: die Lehre 
des gr. Philosorhen Euch)emeros od. Evemerns, wo- 
nach die Götter nur vergötterte Menischen sind 
(s. w. 29, 116). Jocobs Verm. 6, 41. -ifl, m., en, 
— „ -en: Anhänger des Euhemerismus. Slobus 11, 
303b. istisch, a.: darin begründet 2c.— Snkalppt- 
us (gr.), m., uv.; zen (§5 24, 2): Bäume in Austra- 
lien, deren Blüthen von einem Deckel „bedeckt“ sind. 
Ausld. 39, 590b; Burmeiker Gsch. 427½. — Eukair-, 
Eukär-ie, f.; —(ehn: der rechte, gelegne Zeit- 
punkt. — it, m., -(e)s: O: ein selenhaltiges Silber- 
erz. Ohen 1, 113. — Sutkler-ia (gr.); ir f.; 
0: das „gute Los“, Erwählung des besten Theils. 
w. 36, 79; 80 2c. — Sukläs (gr.), m., uv.; 
-e: ein „leicht spaltbarer“ Edelstein (rrismatischer 
Smaragtd). Ptechil 4, 535. — Eukrasiẽ (gr.), f.; 
—(eyn: gute, glückliche Mischung der Säfte, glück- 
liches Temverament (s. d., vgl. Humor). — 
Enkratte (gr.), f.; —(eyn: gute Verwaltung, 
Regierung. — Eucre (ökrr ): ein Kartenspiel: In 
einer Partie E. Gertätzer WW. 3, 91. — Sülat: 
s. Wakuf. — Sulog-ie (gr.), f.; —(ehn: 1) Segen, 
Segensspruch, Benediktion, z. B.: Die Vf. der 
Schemone-Esre, der 18 E“nu lbei den Judenl. Nolenkranz 
Pces. Gsch. 352 rc.; bes. auch — Cucharistie (s. d.). 
— 2) Vernünftigkeit im Reden u. Handeln mit 
Berücksichtigung des Wahrscheinlichen. -ion, n., 
—8; zken: Segens-, Weihbrot, nam. in der gr. 
349 
Suphemiemt(us) 
Kirche. -isch, a.: vernünftig; zweckmäßig; der 
Wahrscheinlichkeit gmäß. ismus, m., uv.; 
eismen: das Handeln, Verfahren nach Wahrschein- 
lichkeitsgründen. istie, f.; —(eyn: besonnenes 
Thun:c. zium, n., —s; ien [8 21, 2, n. : Lob- 
rede (uogl. Elogium): Seinem E. der Flasche. Uat3. 
21, 259. — Sumen-ide (gr.), f.; —n: „Woll- 
meinende", — in heiliger Scheu — s. Euphemie 
— als Bez. für Erinnys (s. d.), Furie (s. d.): 
S. 13, 55; S#ch. 59a; Mich schreckt die E.,] die Be- 
schirmerin dieses Orts. 490b; Scham u. Reu, das E-n- 
Vaar. Söd. 1, 211; E-n-Rutben deine Kusse. 
229; Das Schwirren ibrer E-n.Flügel. Gutzkon 3. 
5, 196 2c. -k, f.; 0: Wohlwollen, Güte, Huld. 
— Sumetr--i (gr.), k.; 0: das Wohl-, Eben- 
maß (s. Eurrtbmie). -isch, a.: der Enmetrie ge- 
mäß 2c. — SEumolpide (gr.), m., —n; -n: 
Eumölrus v#gl. Rosenkranz Voes. Gsch. 138 wird als 
Stifter der eleusinisichen Mysterien genannt u. die Hiero- 
rhanten bei denselben waren E-#. W. 18, 459; 23, 
110 ꝛc. — Gumörphe--## (gr.), f.: 0: das Wobl- 
gestaltsein, die Wohlgestalt. -isch, a.: wohl 
gestalt. — Eumũs-ĩẽ (gr.), f.; 0: das Eumnüsch- 
Sein. eisch, a.: (s. Gastz amsisisch) von Kunstfinn 
u. Bildung erfüllt. — Eun--ömic (gr.), f. 
[S 24, 1): Wohlgesetzlichfeit; auch als Göttin, 
Tochter der Tbemis (s. d.), Schwester der Dike 
(s. d.) od. Dice u. der Irene (Namler Metb. 115,, 
s. ferner Astereid. -omité, f.; 0: Wohlgesetzlichk. 
ömisch, a.: gesetzl. — Sunüch (gr.), m., en, 
—6; -en: „Bett-Hüter“, ein Verschnittner, nam. 
als Frauenhüter, Haremswächter (vgl. Kislar-Aga), 
frz. eunnque lönüt! u. danach z. B.: Eunucken. 
Heine Rom. 8S. Dazu: Ek-enhaft od. e.isch, a.: 
in der Weise eines E-en; Die E-enschaft Puti- 
rbar's. Hammer 10, 675; Ich hasse ein jegliches E-en- 
thum. HSausbl. (66) 4, 172 1c.; Einen e-isieren, 
zum E“-en machen (ogl. abälardisieren; kombabi- 
sieren) 2e. — Euöde-l (gr.), f.; eyn: Wrhl- 
geruch, Duft. isch, a.: duftend. — Supäth-ie 
(gr.), k.; 0: 1) die Empfänglichk. für Eindrücke 
(Ggstz Aratbie). — 2) Geduld im Leiden. — 3) 
Wohlbefinden, Wohlgefühl. isch, a.: s. Gartz 
apathisch. — Supatrid-e (gr.), m., —n; —In: ein 
von erlen Abnen Stammender (s. Patricler): Von 
dem E-n Learchus. W. 22, 5; 268; Geschlechter, die 
sich durch den Beinamen E-#n (Wohlgeboren) ren den 
plebelischen unterschieren. 24, 255. isch, a.: vatri- 
cisch. — Supép-sie (gr.), f.; 0: gute Ver- 
dauung; leichte Verdaulichk. —tisch, a.: leicht 
verdauend od. verraulich. — Suphem-ie: der 
Gebrauch von Eurhemismen: Der Ponms Euri- 
nus .. bieß. Axenos (unwirthbar), ein Beiname, 
der in der Folge der E. wegen in das Gegentbeil 
(e###serox, den Fremden gewogen) verwandelt wurde, 
so wie die Furien aus gleichem Grunde Eumeniden 
(tie freunr lichen) bießen. W. Luc. 4, 7. Tisch, a.: 
der Eurhemie gemäß: Freunrschaft .. nur ein e-es 
Spnonym v. Schmaroterei 2c. W. 23, 168. - ismtus), 
m., uv.; eismen: ein aus einer gewissen Scheu 
für das eig. Wort gebrauchter mildernder od. be-
        <pb n="366" />
        350 Euphemislisch 
schönigender Ausdruck (s. Hypokorisma): Wenn die 
Alten diesem E. zu Folge nicht gern sagten: „er ist ge- 
storben", sondern lieber: „er hat gelebt“". f. 8, 250 rc. 
Sistisch, a.: euphemisch: Dieintegration, wie man 
den Zusammenfall Ostreich's e. nennen hört. Nat 3. 19, 
527 2c. — Eüph-on, n., —; —: Name v. Ton- 
werkzeugen, als „wohltönend“, s.: Das E. — (nicht 
Euphönion — Name eines Blechinstruments bei der 
Militärmusik) — ist elne Art Glasharmonika, in welcher 
40 horizontal liegende Röhren v. Glas vermittels Hin- 
u. Herfahrens angefeuchteter Finger zum Tönen gebracht 
werden. Illustr. 3. 49, 330c, vgl.: Auf dem Euphs- 
nion, einem seltsamen Instrument, das aus einer 
Menge Weingläser, die mit Wasser abgestimmt sind, 
besteht. Volksz. 13, 281 2c. Jonclisch, a.: eupho- 
nisch. Jonié, f.; 0: Wohllaut. -önikon, n., 
—#8; —, ka: Art volltönendes Klavier. -önion, 
n., —6; —6, önlen: s. Euphon. önisch, a.: dem 
Wohllaut gemäß; ans Rücksicht darauf hervor- 
gegangen 2c.: EQTe Regeln; Ele Buchstaben, wie z. B. 
das t in meine wegen 2c., auch: Lückenfüllende u. 
enphonistische Ausdrücke. Nosenkranz Poes. Gsch. 
48 ꝛc. — Euphörbi-a (gr.), f. [85 21, 1); -e, 
f.; —n: ein Pflanzengeschlecht (lauch: Euphor- 
biacsen): Die E-en, durch ihren scharfen Milchsaft 
ausgezeichnet, erreichen banmartige Größen in heißen 
Gegenden u. liefern .. Arzneimittel od. andere brauch- 
bare Stoffe, z. B. Kautschuk rc. Durmeister Gsch. 360; 
Oken 3, 1575 ff. Jum 18 24, 2, u.]: Euphor- 
bienharz: Gummi enphörbil. 1581 ff.; Karmarsch 2, 
207 2c. — Eupho-rik (gr.), k.; 0: das leichte 
Ertragen von Etwas; das Wohlbefinden. — 
Euphotid (gr.), m., —e)s, —en; —e, —en: Aus 
einem Gemenge v. „Diallag u. Labrador entsteht der 
Gabbro od. E. Burmtister Gsch. 191; E“en, auch Verde 
v. Corsica u. Verde d'Orezza genunnt. Gregorovius Korf. 
1, 126 2c. — Euphradie (gr.), f.; 0: Wohl= 
redenheit. — Euphrasiẽ (gr.), k.; 0: Frohsinn, 
Heiterkeit. — Suphrôspne (gr., f.; 0: 
Euxhrasie; ferner als weibl. Name z. B. C. 1, 
255; E. (— —), sie ist wieder erstanden vor mir. 1, 
258 (vgl. Deoriem Sch. 3, 242); auch: eine Grazie 
(s. d. 2). G. 12, 30; s. ferner Lätitia u. Asterofd. — 
Euphuksmeus (engl.), m., uv.; zen: der anti- 
thesenvolle, spitzfindige, pedantisch feine, bild- 
süchtige, süßlich vornehme Witz, wie er in dem v. 
John Lily 1580 herausgegebnen Roman Euphnes 
or anatomy of wit herrscht, s. Uosenkranz Poes. 
Gsch. 701. — Süpion (gr.), n., —#; 0: (Chem.) 
Das sogen. E. (Schieferöl, Hydrokarbür). Karmarsch 2, 
831; 27; Den von Reichenbach im Theer entdeckten 
Substanzen: Kreosot, Paraffin, E., Pikamar, Pittakal 2c. 
3, 159 2c. — Euplaflicum lgr., § 24, 2, n.]: 
Heilmittel, das die Bildung des Organismus od. 
einzelner Organe fördert. — Süpnoe (gr.), k.; 
0: das leichte, un beschwerte Athmen. — Euporie 
(gr.), f.; 0: Gewandthelt, Leichtigk.; Wohl- 
babenheit. — Suprarte (gr.), f.; 0: Wohlthun; 
Wohlverhalten; Wohlbesinden. — Eupßri-on 
(gr.), n., —; —en: chemisches Feuerzeng. — 
Eufemisch 
Eurhpthm 2c.: s. Eury 2c. — Euripus (gr.), 
m., uv.; 0 s8 24, 2): Meerenge, Sund zwischen 
Euböa u. Böotlen; verallgemeint, z. B. auch: 
breiter Graben im Circus, die vordersten Sitzreihen 
v. der Arena zu Thierkämpfen trennend. Weiss 
Kost. 1, 1227. — Eurit (gr.), m., —(e)s, Sen; 
e., zen: ein schiefriges Gestein bloß aus Feld- 
spath u. Quarz. Durmeister Gsch. 202; Ohen 1, 
436; E.-Porphyr, Feldspathkrystalle einschlie- 
ßender E. ebd. Sisch, a.: Porphyrische u. e-e Lager 
durchstoßen die Granite. Gregorovius Kors. 1, 121.— 
Europ-a, k.: weibl. Name, z. B. einer Oceanide, 
s. UNamier Myth. 164 rc. (vgl. auch Asteretd); bes. 
aber: Die E., die Tochter des phönicischen Königes 
Agenor u. Schwester des Kadmus, entführte Zupiter .. 
unter der Gestalt eines Stiers u. brachte sie über das 
Meer nach Kreta. 15 u. danach: unser Erdtheil 
(160), als n.: Das alte E.; Der Süden E—-s; Euro- 
pens übertünchte Höflichkeit. Srume; Asien riß sie von 
Europen. Sch. 59a 2c.; E.-müde. Immermann M. 1, 
13; OMũller Voll. 1, 25 2c. = E-s überdrüssig rc. 
isch, a.: zu Europa gehörig, dorther stammend 
2c.z selten: Ein eurspischer Bekannter. Rüchert 
Weish. 4, 265; Micrälius 2, 273 2c. äisièren, 
tr.: europäisch machen, nach europäischer Weise 
gestalten: In einem beständigen Desorkentalisicren u. 
E. à la Russe früßl]. Kohl Südr. 2, 22 2c.; Die große 
Arbeit der Europälsslerung ihres Landes. Scheer 
Mir. 119; Salon 3, 700 c. — Eur -os (gr.), 
us, m. s5 24, 2): M der Ost-Südostwind (lat. 
Volturnus, Vulturnus), vgl. Euräster od. Notape- 
ljötes, Südostwind u. Euronötus od. Mesoxbönir, 
Süd-Südostwind (s. Bobrik 270b); Der Euros 
(Südost). Brandis Gr. 1, 162; Mit welcher Wuth 
Neptun u. Eurns ringt. w. 25, 117. —2) Schimmel, 
Moder, Knochenfraß. C) Hefe. — Surßale (gr.), 
f.; —m: weibl. Name, s. Gorgone 2c.; auch eine 
Pflanzengattung, s. Oen 3, 459; u. eine Gatt. 
Seesterne. 5, 594, vgl.: Euryalkden. ZBurmeister 
Gsch. 374 ꝛe. — Eurödice (gr.), (.: weibl. 
Name, bes.: die Gattin des Orphens (s. d.), um 
deren Wiedererlangung nach dem Tode er in den 
Hades hinabstieg; Der Minnesänger der böllischen 
E. Chümmet 2, 223; s. auch Asteroid. — Sur#nome 
(gr.), f.: s. ebb. — Gurppröht (gr.), m., Sen; 
—en: „Weitarsch“, Chebrecher, unzüchtiger Mann, 
s. w. 23, 272; 24, 316, vgl. 16, 6 2c. — 
Eurükhm-ke (gr.), f.; 0: im Ggstz zu Arrbytbmie 
(l. d.), das richtige, schöne Verhältnis in der Be- 
wegung od.: der Theile zum Ganzen 2c., die Wohl- 
bewegung, das Ebenmaß 2c.: Die E. des Pulses; 
Ibr lder Musikl] Grundrrincip, die E. Uaiß. 18, 121; 
Die E., die regelmäßige Verknüpfung seiner bestimmt n. 
reich geglicderten Werke. ISchlegel GR. 144; Mit einer 
dem Ohr gefälligen E. u. Singbark. W. 12. 154 rc. 
Sisch, a.: der Emythmie gemäß. — Eufarktié 
(gr.), f.; 0: Wchlbeleibtheit. — Eufeb-ie (gr.), 
f.; 0: Frömmigkeit. iologis, s.; —(ehn: An- 
weisung zum gottesfürchtigen Leben. — Eusem-ke 
(gr.), f.; —eyn: gutes Vor-, Anzeichen, bes. auch 
ärztlich. isch, a.: mit gluckl. Vorbedentung. —
        <pb n="367" />
        Eusitie 
Eusikik (gr.), f.; 0: Esßlust, Appetlt. — 
Eusplanchue (gr.), f.; 0: Wohlbeschaffenheit 
der Eingeweide. — Eullächisch, a.: E-e Röhre, 
tüba Eustächii, Ohrtrompete zw. Mund= u. 
Trommel-Höhle, nach Eustachio, einem ital. Ana- 
tomen des 16. Jahrh.; ebenso: El.n Klappe, väl- 
vnla Eustächii, an der Einmündung der untern 
Hohlader in den rechten Vorhof des Herzens 2c. — 
Enstßleisch (gr.), a.: schönsäulig, auch: Der 
Tempel war ein Periptcros (s. d.) Tetrastylos Enstylos. 
Nofs Ins. 2, 97. -on, um, n., — ; zals 24, 211 
fein-, schönsänliges Gebäude. Sulze#2, 220b; 4,220b. 
— Enterpe (gr.), f. (s, —u§) —: Muse der Ton- 
kunst; daher auch als Name musikalischer Vereine, 
Zeitschriften 2c.; s. ferner Asterokd; auch die Gatt. 
der Kohlpalmen. — Euthanä-sia (gr.), k. 
[S 24, 11: Was meine alten Griechen E. naunten, die 
schönste u. beste Art, zu sterben. W. 30, 244; E., ein 
sanftes, heitres Scheiden v. dem Leben. 44 8 2c., gw.;: 
Euthanasiec. Börne 3, 114; Stahr Kais. 68 16. 
tologkes, f.; —e)yn: Lehre, Kunst der Euthanasie. 
— Euthes# ' (gr.), f. z-(eyn:gute Leibesbeschaffen- 
heit. — Suthpmetr-ir (gr.), f.; —ehn: der von 
den „gradlinigen“" Figuren handelnde Theil der 
Geometrie. isch, a.: zur Euthymetrie gehörig. 
— Enthöm-e (gr.), f.; 0: Gemüthsruhe, Froh- 
sinn. isch, a.: frohsinnig, heiter. — Suthöton-on 
(gr.), n., —#: ze; Sos, m., uv.; -zoi: s. Palinto- 
non. — Suto-eis, kie (griech.), f.; 0: das 
leichte Gebären. — Sutolmie (griech.), k.; 
0: Entschlossenheit, Muth, Zuversicht. — Euto- 
mie (griech.), f.; 0: Stärke, Kräftigkeit. — 
Eutrophie (griech.), f.; 0: Wohlgenährtheit; 
die wohlnährende Beschaffenheit von Nahrungs- 
mitteln 2c. — Entpch-iäner (gr.), m., —; uv.: 
E., Nestorianer. Diese 2 Sekten, jene nach dem Archi- 
mandriten Eutychis, diese nach Nestorius, seit 428 
Bischof zu Konstantinopel, genannt, beschäftigten sich mit 
den 2 Naturen in Christus. Während die Nestorianer 
die göttliche u. menschliche zugleich in ihm vertheirigten, 
behauptcten die E. nur eine einzige. w. 30, 445 (vgl. 
Monoxhysit; Zakobit 1). -ianismus, m., uv.; O: 
Lehre der Eutychianer; auch: Eutp#cherel. Luther 
8, 174a. -iẽ, f.; 0: Glück, Glückseligkeit. — 
Euzel-ié (gr.), f.; —(eyn: die löbliche, glückliche 
Nacheifrung guter Muster (Ggstz: Kakozeli&amp; f.; 
zon, n., theils in Bezug auf das Schlechte der Vor- 
bilder od. auf das Mißlingen der Nachelfrung). 
FTisch, a.:: der Euzelie gemäß, auch: Ein Eu- 
(Ggstz: Kako-) zElos, ein guter (Ggstz: schlechter) 
Nacheifrer. — Suzoie (gr.), #.; 0: gutes, glück- 
liches Leben. 
Ev-alhebr.; auch gespr. : fa), f. Cs,zens); —s: 
nach der Bibel, die Stamm-Mutter des Menschen- 
geschlechts, s. Adam u.: Adam hieß sein Weib Heva 
darum, daß sie eine Mutter ist aller Lebendigen. 1. Mos. 
3, 20 (nach der Vulgata;z in der Septuaginta 
Ee; bei Zunz 2c. den hebr. Lauten entsprechender: 
Chawa); verallgemelnt: Er träumt sich in ein Para- 
dies mit seiner E. hin. B. 4b; O Erchen, Eochen! 
Evangelisch 351 
komm geschwind!“ so komm u. werde meins! ebd. te.; 
Evenäpfel, Bez. der Brüste. çfogau 3, 166, 64 
(ogl. Frauenäpfel. 2, 86, 40) 2c.; Lottchen aber, bei 
aller ihrer Vortrefflichkt. doch ein Evenskind. pückler 
Südöstl. 1, 136 2c.; Es ist die alte E.-Natur. Alles, 
was ihnen versagt ist, Das reizt die Frauen. Lewald 
Empork. 3, 34 ꝛc.; Wie sonstige E.-Töchter. Spiet- 
hagen Pr. 6, 170 2c.; Die guten E.-Töchterchen. w. 
9, 105; Bönig Selts. Gsch. 349 2c.; Evastochter. 
Dfam. 1, 149; Galen GP. 3, 223 2c.; Was alle 
Evenköchter ] verführt. w. 15, 129 2c.i Ihre Eitelk., 
dies schöne Erbtheil aller Evensköchter. Schütze Hamb. 
Th. 240 ꝛc. (s. Evisch). — Svadikeren (lat.), intr. 
(sein): entwischen. — Svag-atiön (lat.), k.; 
—en: Aus-, Abschweifung. keren, intr. (sein): 
aus-, umherschweifen 2c. — Svacu-, Evaku-aus 
(lat.), n. [8 24, 3, n., ántis; MzZ. -áAntial: die 
Evaknation fördernde Arzenei. -ation, f.; Sen: 
Ausleerung, z. B. des Leibes durch Stuhlgang. 
#Kam 11, 39 2c.; Räumung: E-s-Kontrakt od. 
. Vertrag 2c.; Die E-s-Lokale zur Aufnahme der 
Bewobner solcher inficierter Häuser, v. deren örtlichen 
Vhen man eine Ausbreitung der Seuche erwarten muß. 
Na3 20, 471; Es-Kolonne, die Feldlazarethe 2c. 
evakuierend. Grenzb. 25, 4, 501; E-s- (Ggstz: 
Kompressions-) Pumpe, Luftpumpe, zum Verdünnen 
der Luft. -atso, a.: evakuierend, abführend. 
ieren, tr.: ausleeren, räumen 2c.: Da diese leichten 
Aufnahme-Spitäler nach ihrer Evaknuierung der 
Dooision wieder folgen müssen. Grenzb. 26, 2, 12 8 2c. 
— Evaleseféèren (lat.), intr. (sein): stärker wer- 
den, zunehmen. — Spvalv-atiön (mlat.), k.; 
—en: Schätzung, Würderung, frz. SEaluation 
(ewalüaßjöng). feren, tr.: (ab-) schätzen, wür- 
dern 2c. — Evan (gr.-lat.): Jubelruf beim 
Bacchusfest (ähnl.: Evoe, gr. zrck ##t)u. m.: 
Beiname des Bacchus (auch Evios, Erius, vgl. 
Evias. Eviäte = Bacchantin): Ich trink o E., Evoe. 
Hagedorn 3, 197; Des E—s nasse Zunft. fichtwer 222; 
Woher das E., Evoer Sch. Göd. 1, 290, vgl.: Hell 
ertönt das Evoe der Zecher. 260 2c., dagegen in 
ugw. Betonung: Das Erse (—) muntrer Thyrsus- 
schwinger. Sch. 2 2q 2c.; Unter dem wicderholten Freuden- 
geschrei: Evohe Bacchus. Ramler Myth. 122 rc., vgl.: 
Die Schnitter schreien ein russisches Ewos. Salon 2, 471. 
— Snvanescenz; (lat.), k.; 0: das Dahinschwin- 
den. , intr. (sein): hin-, verschwinden. — 
Svangel-iarium (gr.), n., —#; ken [824, 2, n.: 
Evangelienbuch. iärius, m. [8 24, 21: f. 
Epistolar 2. #ien: s. Evangelium. - Ienthum, n., 
—(e)s#; 0: die Lehre des Evangeliums: Ein Gemisch 
v. Stolcismus, E. 2c. Kag. d. Ausld. 35, 296b 2c. 
Tk##, m., -s; uv.: (s. Epistolar 2) geistlicher Kan- 
didat mit der Würde des Diakonats, der bei der 
feierl. Messe das Evangelium lieft. Schmeller 1, 131. 
Sicum [8 24, 2, n.): s. Avostolicum. Sion, n., 
—6# : -ia: Evangelium (s. d.): Es ist kein E. Igricola 
Sprchw. 367, vgl.: Ob es Einer schon nicht glaubt, so 
ist er darum kein Ketzer nicht. 368 u. Lukas. isatiön, 
f.; —-en: Evangelisierung. Erenzb. 26, 1, 306; Zur 
Unterstützung der E. Spaniens. Volksz. 1 7, 128. -isch,
        <pb n="368" />
        352 Evangelisieren 
a.: dem Erangelium gemäß: Thu das Werk eines 
e-en Predigers. 2. Tim. 4, 5 [Thue, was einem Evan- 
gelisten obliegt. Eh!I; gw. in engrem Sinn — 
pretestantisch (s. d.): Von e-en, v. paritätischen od. 
Simultangymnasien. No#r#. 21, 43 rc., s. ferner evisto- 
lisch. isieren, tr.: evangelisch (s. d.) machen, 
z. B. (im altern Sinn). Keilersberg Narr. 52b 2c. 
rist, m., -en, —#: —en: 1) Verfasser eines Evange- 
liums in der Bilel: Die 4 E-en. C. 7, 207. — 
2) Preriger des — od. Verkünder eines — Evan- 
geliums, s. cvangelisch u. z. B.: Ap. 21, 8; ECyh. 
4, 11 2c.; Martinus Lutber, unwürdiger Ecclesiast u. 
E. zu Wittemberg. fulher 3, 10 3a; Von allen [Walden- 
ser-]) Gemeinden dle Barben, E“-en, Mocderatoren. Gutz- 
kow 3. 9. 128 c. — 3) (s. 1) verallgemeint: Ein 
Andrer bätie Gett gedankt .., das er 3 Elen [Ver- 
künder] seines Lebens bekommen. 3p. 54, 194 rc. u. 
auch, ohne Bezug od. Anspielung auf das Kirch- 
liche: E##en, jene öffentlichen Schreiber lin Havonnaj. 
Schirmer Aa##. 1, 158 c. -ista, m. [8 24, 11: 
Eoangelist: Zebannes E. istärium, n., —; ken 
[8 24, 2, n.]: Art Anhang u. Inhaltsverzeichnis 
zum Evangeliarium. eEistin, f.; —nen: weiblicher 
Evangelist. Wackern. 4, 28315. -isflria, f.LI/§ 24, 11: 
Beiname der heil. Jungfrau mit Bezug auf die 
frohe Botschaft des Eungelgrußes (s. Ave): Die be- 
rühmte Wallsahrtekirche der E. (notre Dame de la 
bonne annonciation). Nols Ins. 1, 16 ff.; 2, 59; 
113 2c. -ium, n., — -ken 18 24, 2, n.]): „frohe 
Kunde“ (s. Evangelien): Zeres Buch sollte v. Rechts- 
wegen eine Frohkunde, ein E. sein. Jahn V. 398; Dein 
Liebes- E. Rückert Bib. 35; Er predigt das große 
Natur-E. Crroinus Hist. 6, 197 2c.; nam. die frobe 
Kunde vom Erscheinen Christi als des Messias; 
die ganze Lehre von Christo; die seine Lebenege- 
schichte enthaltenden Bücher in der Bibel (rgl.: 
Evangelken·= Harmonie; Die Evangellken- 
kritik der Tübinger Schule. Mag. d. Ausld. 36, 
443b rc.); ein Stück daraus, wie es an Sonn= od. 
Festtagen in der Kirche vorgelesen u. erklärt wird 2c.: 
Das E. am ersten Ostertage 2c.; auch: ein Gottesdienst 
mit Vorlesung des E—##: Eins der ublichen 4 Evan- 
gelien sollte dert abgehalten werden. HSchmid 4, 53; 
Evangellen-Buch, s. Eoangeliarium, vgl. Peri- 
kope; Nie stand er auf der Epistel. Is. d.]) Seite res 
Altars, der linken, wenn er anf der Evangelien-Seite, 
der rechten, stehen sollte. Gutzzow Z. 3, 310 2c. — 
Evapor--äbel (lat.), a.: verdunstbar. atiön, 
1.; -en: Abdampfung, Verduntung: E-s-Bett 
in Salzgärten, wo man das Seesalz aus dem 
Meerwasser durch E. gewinnt, s. Scheuchenkurel 200. 
ator, m., s; ören: Vorrichtung zum Abdampfen, 
z. B. in Salz-, Zucker-Siedereien 2c.: Der Cle- 
land'sche E., welcher sowohl zum Abdampfen des Rüben- 
saftes als auch zum nachberigen fernern Koncentrieren 
des geklärten Saftes bestimmt ist. Karmarsch 3, 711 r#c. 
alörium, n., —; ĩen: der Abdampfungsmesser. 
Jieren, intr. (sein), tr.: abdampfen. — Svas-iön 
(lat.), f.; —en: das Eradieren; Ausflucht. it: 
er entwich, — bes. (nach Cieero) in dem Klimar: 
E., erüpit, excéssit, z. B. Scheir Bl. 3, 221. -ĩv, 
Evertuieren 
örisch, a.: als Ausflucht dienend e. — Evekliõn 
(lat.), f.; —en: Störung des Monds durch die 
Soune, wonach seine Länge in den Syzygien 
immer größer ist, als sie nach der rein elliptischen 
Bewegung sein sellte, u. in den beiden Quarraturen 
um ebensoviel kleiner. limow 584; Kädler 162; 
auch frz.: Crection lewerjöngl, z. B. Humbold' Kesm. 
2, 153. — Svelliékren (lat.), tr.: aus-, heraus- 
reißen. — Soemer te.: s. Eubem 2c. — Even- 
ement (frz. ewän'mäng), n., —; —6: Ereignis; 
Ausgang, Erfolg. - er# intr. (sein): sich er- 
eignen. — Svent (engl. iwênt), n., —: —6: Er- 
eignis 2c.: Wegen des untoward löntöwörr!] e. satalen 
Zufalls). pückier Südöstl. 3, 467. — Eoventail 
(frz. ewangtälf), m., —6; —6: Fächer: En lännl C., 
fächerförmig 2c.: Ellen-Aufmarsch, fächerförmiger. 
„liẽren, intr. (sein): fächerförmig aufmarschieren. 
— Eventil-ation (lat.), f.; —#n: Eventilierung. 
eren, tr.: durch Luftzug reinigen. — Svent- 
näl (lat.), a.: auf einen etwa eintretenden Fall 
berechnet; auch: Eventuell u. als Adv.: E-iter, 
nöthigenfalls: gesteigert, als Superl.: El#issime, 
im äußersten Fall, wenns gar nicht anders gebt, 
wenn nichts Andres übrig bleibt; im Nothfall als 
äußerste Möglichk. 2.: Die Regierung ist alse für die 
Annahme des Kommissionsentwurfs, erentueèll des 
Amendements L. . . . eventualissime würde auch 
der letzte Satz des Vorschlages des Abgeordneten J. nicht 
für unannehmbar gehalten werden. Nalß. 19, 603; 
Empfahl er 1) principäliter die Vorlage der Regierung; 
2) eventluäliter! den Kommissionsantrag; 3) erentna- 
lissime das Amendement K. "1, C1 2c.; E.-Beleb- 
nung, mit einem Lehen — für den Fall, daß es 
eröffnet wird; E.-Maxltme od. Princir, der 
Grundsatz, sofort alle möglichen Rechtsgründe für 
sich aufzuführen, damit — wenn auch einer od. der 
andre sich als nicht stichhaltig erweisen sollte, doch 
die andern als Stütze bleiben 2c. naliläl, f.; 
—en: ein möglicherweise eintretender Fall (vgl. 
Kontingenz): Anf alle Elen bedacht sein; Für alle E-en 
sorgen 2c. - nell: s. eventual. us, m. [8 24, 41: 
Ausgang, Erfolg, Ereignis: Der olnôm. Gott 
Bönus E., der die Mikgriffe .so oft wieder gut machen 
mus. W. 31, 30 2c.; E. docsbit, der Erfolg wird's 
lehren; E. stultörum magfster, der Erfolg ist der 
Dummen Lehrmeister; sie werden nur durch Scha- 
den klug 2c.; In evéntum, eventuell; ln mnem 
ev#ntum, auf jeden Fallze. — Sväêque (frz. ewät), 
m., —6: —: Episcopus (s. d.). — Ever: 1) s. 
Ewer. — 2) (engl. wwör) immer: För e. für (od. 
auf) immer, — nam, auch in Hoch-Rufen, z. B.: 
Old England löld inglänr]) for ever!, Alt-England 
lebe hoch! (für alle Zeiten] 2c.: E.-lAsling, 
immer dauernd; auch m.: ein geköperter Stoff aus 
Kammwolle, — auch bloß Lasting (s. d.). — 
Evernia (lat.), f. [8 24, 1): Art Moos: Die 
Evérn säure in E. prundstri. Katmarsch 2, 530.— 
Sver-siön (lat.), f.; -en: Umsturz. i, a.: 
umstürzend, auf Umsturz sinnend 2c. —t#####n tr.: 
umstürzen, umwälzend zerstören 2c. — Sverlulkren 
(scz. —a-—-), resl.: sich mannhaft anstrengen, sich
        <pb n="369" />
        Evestigation 
löblich mühen 2c. — Evestig-atiõn (lat.), k.; 
en: Ausferschung. - keren, tr.: ausforschen, auf- 
srüren. — Sper (ulat.), a.: aufwärts gerundet. 
Evi: s. Hari 2. — Spi-as (gr.); -äde, k.: 
s. Evan. — Spid--ence: s. Erirenz. -#nt ((lat.), 
a.: offenbar, augenscheinl. -enz, f.; 0: Über- 
zeugende Gewißheit, auch (frz.) éridence lewirängß] 
u. (engl.) z. B.: Wie nach engl.-amerikanischem Recht 
der Richter über einen Angeklagten gar nicht nach seiner 
Uberzeugung zu uribeilen bat, sendern nur nach Dem, 
was in eridence l###witenk = erwiesen]) od. in actis 
ist. Uat3. 20, 235. — ESovigil-atioön (lat.), k.; 
en: Erigilierung. -Teren, intr. (sein, baben): 
aufwachen, wachen; tr.: Etwas durch Nichtwachen, 
mit Lukubrationen —, übrh.: mit sorgsamem 
Fleiß fertigen 2c. — Svict-io (lat.), f. [8 24, 3, 
önis]: iön, f.; —en: Eoincierung: 1) Beweis, 
Uberführung: Sie schwatzen, verleumden u. voltern: 
für Beweis u. E—-##n mag die Kanzel sorgen. K. 10, 
176 c. — 2) rechtliche Entwehrung, wedurch man 
Jemand aus dem Besitz setzt: Esns-Klage; -Pro- 
ees 2c. — 3) die Gewähr der Schadloshaltung 
für den durch die Entwehrung (s.2) um den Besitz 
Kommenden; E-ns- Leifung, e-nis prastätio; 
E-ns= Anspruch 2c.; E. expréssa, austrückliche; 
solémnis, feierliche; täcita. siüillschweigende, sich v. 
selbst rerstehnde 2e. Soinc-ent, m.,—en, —; -en: 
der im Wege Rechtens Einen Entwehrende, ihn 
Ausklagende. -ĩbel, a.: erweislich, überführbar. 
Tkeren, tr.: 1) Etwas erweisen, darthun: Einen 
überführen. — 2) Einen im Wege Rechtens ent- 
wehren od. aus dem Besitz setzen, ihn ausklagen. 
— 3) Einem für den Fall der Entwehrung Gewähr 
leisten. — Spening (engl. iwening), m., —; -s: 
Abend: E. school (s. d. ) 2c. — Svios: s. Evan. 
— Soir-ation (lat.), f.: —#n: Entmannung. 
ĩẽren, tr.: entmannen. —Soiscer-atiön (lat.), 
f.; —en: Ausweidung. ieren, tr.: die Einge- 
weide herausnehmen, ausweiden, ausnehmen. — 
Svisch, a.: in der Weise der Era: Die Mädrchen 
standen meist in e-er Tracht [nackt]. Atndt Reise (in d. 
Zabren 1798 rvrc.) 3, 100. — Spit-äbel (lat.), a.: 
vermeitbar. -atiöon, f.; —en: Vermeidung 
Tren, ir.: vermeiren. — Soius: s. Eran. — 
Sviva: s. Eoviva. — Ephaf: s. Ewkaf. — Evo-- 
cieren (lat.), tr.: auf-, heraus-, voerrufen: rer- 
laden; bannen. — Svoe 2c.: s. Evan. — Svoc- 
äbel (lat.), a.: was evociert werden kann. ätio, 
f. [5 24, 3, önis): -ation, f.; —en: Evecierung: 
E. inferörum (mänium, mortuörom), Tottenbe- 
schwörung; E. milĩtiæ, Aufgelet der Mannschaft 
zum Krieg 2c.; E-n, Verladung vor ein (auswär- 
tiges) Gericht. -atorium, n.,-s; örsen (S24,2, u. 1: 
Vorlarungsschreiben. — Svol- üte (lat.), f.; —n: 
(Math.) eine Kurre, als durch deren Abwicklung 
(Erolutien) man eine andre entstanden ansehn kann 
(frz. déreloppse), vgl. Ant-E. - ution, f.; en: 
1) Abwicklung, s. Erolute. — 2) Entnicklung: 
Wie der organische Keim durch stete E“-en des Bilrdungs- 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Erenzb. 26, 3, 292; Uoat-3. 21, 
Ewkaf 353 
triebes seinen Kreislauf vollendete. FSchlegel GR. 159; 
E—s-Tbeorie, wonach in dem erũen Keim schon 
alle künftigen Generationen (ins Unendliche) ein- 
geschachtelt liegen u. gleichsam durch „Herauswick- 
lung“ daraus berrorgeben sollen 2c., vgl.: Infink- 
torist, Anhbauͤnger dieser Theorie. 3) Schwenkung: 
Bewegung — nam. (Kriegsk.) v. einer Trurre, 
Flotte 2e., wodurch sie aus einer Rufstellungeferm 
in die andre übergebt: E-#= Eskarre (I. d.) 
Marsch 2e.; auch: Mein Pferr ließ sich allerlei rer- 
fängliche E-#en zu Schulden kommen, die Sroren u. 
Peitsche nur mit Mübe zu sistieren vermochten. Fücler 
Süröffl. 3, 29 2c. — 4) (Muf.) die Umkehrung der 
Stimmen im derrelten Kentrarunkt. ulionitt, 
m.en, —5; —en: Anbänger der Erelutienskbeorie. 
- vente, f.; —n: eine Kurve in Beizug auf ibre 
Evolute (frz. développante). - ###en, tr.: aus-, 
ab-, entwickeln, entfalten; retl.: sich entfalten, 
ausbreiten, öffnen. — Svom-keren (lat.), tr.: 
vomierend (s. d.) von sich geben, ausbrechen. 
-ilion, f.; —-##: Eremierung. — Svönueh: (in 
Westafrika): Die Seile werden aus dem C.-Hibiscus 
verfertigt. Globus 9, 165b. — Sorika: in ugr. 
Ausspr. — Heureka (s. d. u. Archimeres). Hammer 
Memn. 311. — Sovulg-atiän (lat.), f.; Sen: 
Evoulgierung. -jeren, ir.: Eiwas unter die 
Leute bringen, ausschwatzen, ausfrrengen. — 
Evulfiön (lat.), f.; -en: Enrellierung. — 
Evofva (it.) — Vira! lebe hoch, z. B.: E. la 
Zioja: sdjbeja, es lebe die Freude]. Polko Schõr. 1, 
75; E-s auf die Freibeit ausbringend. Zodenstedt Erz. 
1, 202; Das Volk emrfing ibn mit E. Stegorodius 
Kors. 1, 223; Entzückt von den E— der Korsen. 221; 
198; E.-Rufe. 
20, 455; 508; Des E.-Rufens war kein Ende. 
21. 99; Eine vieltausendstimmige E.-Salve. 20, 
129 r. 
Swait (türk.), pl.: eriginale Werke, Ein- 
richtungen u. Urbeber. Hammer 1, 349.— Swamtr- 
Adalet (türk.): Gerechtigkeitsbefehle. Hommer 10, 
346. — Ewa-pka! (tichirrew.): eieroreio: Lullt 
in Schlaf u. Traum ibn, fingend EF.2e. Ettiligrath H. 
40. — Swd-gp-laeth (walis.): „Grütze= mit- 
Milch“. Nodenderg Wal. 31. — Swer (Ever), m. 
(n.). —; uv., —#: offnes, einmastiges Fahrzeug. 
Bobtik 271 2c.; Freiligrath 2, 273; Immermann M. 1, 
102 r.; nentr.: Ich mierbete mir ein E. u. 2 Schiffer. 
Heine 19, 291; Ein bleßes E. mit einem Verreck. 
Cichtenbera 98, 240 2c.; Ballaßt (l. d.)-E.; Fähr- 
E.; Ein großer Fischer-E. Brockes §, 187; Mübsam 
rurerten schwere Milch-C. vorüber. Gartenl. 14, 33 2a, 
zum Transrert v. Milch: Vosi-E. Schötze Solft. 1, 
305; Torf-E. ebd.; Schüching Verschl. W. 1, 10 rc.; 
E.-Führer, bes. den Waarentrausport zw. Land 
u. Schiff rermittelnd; = Segel; Tuch 2c. — 
Swkäf (türk.): fromme Stiftungen (s. Wakuf): 
Ein förmliches Erkaf.Ministerium [das sie verwaltet)]. 
Erenzb. 26, 4. 126, vgl.: Ews kaf-Nafiri l-Aufseher! 
Hammer 10, 346; Enka si Humabun kkaiserlich) Na- 
firi, Aufseher der frommen Stiftungen des Sultans. 
23
        <pb n="370" />
        Ewladi-Falihan 
354 
ebd.; Kutschuk (s. d.) E., kleine Kanzlei der frommen 
Stiftungen. 356. — Ewlädi-Talihan (türk.), 
pl.: die (den Zug eröffnenden) Troßfnechte 2c. ebd. 
— Eulka (türk.), pl.: die Heiligen. ebd. — 
Sulu: f. Awret. — Ewoks: s. Evan. — Sysat: 
s. Chilat. 
Ex (lat.): 1) prüp. (m. Abl.): aus ie.: s. e1: 
Ex ungue leönem, aus der Klaue (erkennt man) den 
Löwen 2c.; s. serner die abhäng. Wörter, z. B.: 
Ex abrüpto #c.; Ex vöto 2c.; zuw. auch m. abhäng. 
Adv. ie., nam.: Ex nünc, v. jetzt ab; ex tünc, v. 
da ab, z. B.: Eine Verwechslung v. ex nunc und ex 
tunc. Nal 3. 20, 249 2c.; Ex pést (s. d.), hinten- 
nach 2c. — 2) Adv.: aus, z. B.: Die Schieherei ist 
ex [zu Ende, vorbeis. volmann 136, vgl. (ulat.): 
Ex est collöquium [(das Kolloquium ist zu Endel. 
163 2c.; Ein Exleutenant u. Ex-Gesandtschaftssekretär 
[s. u.), mit dem es überall sonst ebenfalls ex ist. Spiel- 
hagen Hammer 5, 137 rc. U. so nam., entsprechend 
dem ci-devant (s. d.), als Bstw. vor Bezz. von 
Amtern, Titeln, Würden ie., z. B.: Exadelig. 
Kurhard Konst. 2, 25; So daß Necker vor Ablauf des 
J. 1790 als ein ex-, ador “, sehr ex-adorc ver- 
schwand. Scherr Bl. 1, 301; Der Er-Bräutigam. 
Hönig Klub. 2, 100; Er-Diktator. Ual- 20, 148; 
Die r-Fürsten; Er-General. Dalus. 15, 2, 521; 
Ein Ex. Gott. Heine Verm. 1, 69; Ex-Zesuit; Ex- 
Kaiser; Ex-König. Srenzb. 25, 4, 158; Er- 
Leutenant. Spirlhagen Pr. 3, 117; 1, 2; Er- 
Monarch. Grube Ch. 2, 259; Ex-Patriarch. 
püchier Südöstl. 3, 292; Ex-Regent. 290; Der Ex- 
Taikun soll noch immer in Yeddo sein. Ual3. 21, 211 
2c. Dazu scherzh.: Sle reden berächtig, die hohen 
Herrn, die E K'er v. Süden u. Norden. Berl. Mon- 
tagsz. 8, 6, die depofsedierten od. Er-Fürsten 1e. — 
Selten, u. nur scherzh., als Bstw. in Zeitw., 
nam.: Ex- lod. aus-] kneifen, sich davon, aus 
dem Staub machen, vgl. (seltner): Pfade, die 
zu den beliebtesten Erkneipen [Kneipen als Aus- 
fluchtsörtern] führen. DMus. 15, 2, 540 re.; s. die 
fremden Zsstzg im Folgenden: 
Exarerb-aliön (lat.), f.; —en: Erbittrung; 
Steigrung (wie Remission Nachlaß) bei Fieber- 
anfällen 2c.: Bergkrankheit mit ihren Symptemen, 
E-en, Remissionen, Krisen. VBerlepsch A. 234; Meißner 
N. 1, 107 2c. -eren, tr.: erbittern, verschlim- 
mern. — Eracerp-ation (ulat.), f.; -#en: Auf- 
häufung. ##ren, tr.: s. acervieren. — Erayger- 
alion, k.; —en: Vergrößrung, Ubertreibung. 
Satorisch, a.: übertreibend. -#ieren, tr.: Uber- 
treiben. — Eragil-alion (lat.), f.; —en: Eragi- 
tierung. eren, tr.: erschüttern, reizen, necken, 
tadeln, ausmutzen: Er mutzt’ es herfür u. cragitierts. 
tmher SW. 61, 303. — Exai c.: f. Exaͤ c. — 
Exräht, Eräct (lat.), a.: sorgfältig, genau, 
pünktlich 2c.; bes. auch: mathematisch genau: Die 
e-en Wissenschaften 2c. eur (—ör), m., —; —: 
Eraktor. Sheit, k.: das Eraktsein: Durch E. u. 
Ebrllchk. sich auszelchnend. Gartenl. 15, 682a; Die E. 
der Naturforschung. Nat 3. 19, 513 dc.; auch: Ober- 
Eranimation 
rechnungskammer, die mit außerordentlicher Exaktität 
die Rechnungen revidiert. Volksz. 15, 244; 16, 134. 
iôn, f.; —en: Ein-, Beitreibung v. Geldern; 
Erpressung 2c. ilüde (frz.), -ness (engl.), (.: 
Eraktheit. Jor, m., —#: Jören: Eintreiber von 
Geldern, Einkassierer 2e. —us, a.: erakt; voll- 
endet (s. Futurum). — Exahuĩeren (lat.), tr.: 
schärfen, spitzen, reizen. — Exäl-ma sgr., § 23, 
3, n., +#is); -Ks, f. [8 24, 3, uv.): das Aus- 
springen, nam. v. Gelenkfnochen. — Eralt-ädo 
(span.), m., —s; —#: „ein Eraltierter", Bez. der 
demokratischen Ultras im Ggstz der Moderädos. 
älio, s. § 24, 3, önis): Erhebung, Erhöhung, 
s. Crux. ation (lat.), f.; —en: Erhebung, nam. 
des Geists, des Gemüths, die Einen außer sich u. 
gleichsam über sich selbst hinaus versetzt: Es ist 
immer noch E-#s--Kraft, zumal auch beim Heer. 
Jomäler 7, 170. 6 (frz.), a.; eraltiert; m., —; 
—6 : ein Eraltierter. - eren, tr.; refl.: in Exal- 
tation versetzen. — Erämatös## (gr.), f.; 
is, f. [824, 3, uv.]: die Blutbildung, das 
Blutigwerden (auch Eraimat r.). — Sräm-en 
(lat.), n., —# ; uv., —8, kna (-Iine, zinas) (§ 24, 
3, n., inis!: Untersuchung, Prüfung, Verbör #2c.: 
Sich einem E. unterwerfen; Das E. absolvieren 2c#; 
Eig. sollte bei Exs lod. Examinibus] immer ein Publi- 
kum sein. Bahrdi 1, 111; Er qnält sie .. mit Erxaminen. 
Gerpinus Hist. 7, 257; Quälerei mit den Exramina'’s. 
Ual#3. 22, 91; Diese Erxamina. Kohl Pet. 1, 298 rr.; 
Abisturiinten= od. Maturitäts-E.; Doktor- 
E.; Klassen-E.; Konsistorial-E. Sahrdi 2. 158, 
Kranken-E., zur Aufstellung der Diagnose; 
Land-E. Gartenl. 16, 708a, für Eraminanden des 
ganzen Landes; Jährlich 2 Schul-E., das Oster-E. 
u. das Michaclis-E.; Staats-E Sich einem 
Verbal-E. unterwerfen müssen. Gartenl. 1 5, 219b ie.; 
E.-Regulative (Uals. 22, 99);Ordnung; E. 
rigorösum, streuge Prüfung; E. téstium, Zeugen- 
verhör ꝛe. — Erämié (gr.), k.; —(ehn: Blut- 
Leere, = Mangel; Verblutung (Exraimie). — 
Eramin-and, m., -en, —s; —en; -ändus, m. 
1824, 21: ein zu Prüfender. -aliön, f.; —en: —-: 
Prüfung, Untersuchung: E-s-Komnussion 2c. - ator, 
m., , ören; ören (§ 24, 3, öris): ein Erami- 
nierender: Es kam ein Sergeant heraus .., um ibn zu 
craminieren. . „Wie heißen Sie?" fragte der E. mügge 
Rom. 3, 4, 153 rc.; Der Haupt-E. Viedert Turg. 
Jäg. 257. -alörium, n., -6; ken 18 24, 2, n.]: 
Prüfungsrerein; ein Repetitorium (s. d.) als Vor- 
bereitung aufs Cramen. itren, tr.: prüfen, aus- 
sragen, in Verbör nehmen 2c. — Grämeisch (gr.), 
a.: an Erämie leidend. -on, m., —3; -es: ein 
Bollblütiger, auch Eraimen (s. plethörisch). — Us, 
a.: erämisch (Ergimos). — Srämitum Igr., § 23, 
2, n.]: Sammet. wei's Kost. 2, 529. — 
Eranastamosee (gr.), f.; —; is, (. I§ 24, 3, 
uv. : Erweitrung u. Offnung der Mündung von 
Blutgesäßen. — Eranastrophe (gr.), k.; —: 
Wiederherstellung, Genesung. — Sräͤnia (ulat.), 
f. [824, 1): Mastdarm-Vorfall (Archeptöma. vgl. 
Anus). — Eranim-alion (lat.), 1.; -en: Cnt-
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        Eranimieren 
seelung: Entmuthigung; tiefe Ohnmacht. ĩẽren, 
tr.: entseelen; entmuthigen. — Eranth-em (gr.), 
n., e); —e; -ma, n., —s; -ta [8 24, 3, n., 
-tis]: Hautausschlag, nam. hitziger (vgl. Impetigo). 
rmäl, a.: mit Eranthemen verbunden, dadurch 
gekennzeichnet: Eine milrere Form des E.-Tephus. 
Ual 3. 2t, 69 (birchon). -emätisch, a.: eranthemal: 
Eler Typhus. 45; ElIe Fieber 2c. -ematologié, f.; 
(eyn: Lehre v. den Eranthemen. se, f.; —n; 
ii, s. [8 24, 3. uv.): Ausbruch eines Eran- 
thems. — Exantl-ation (lat.), f.; —-en: Ans- 
pumrung. -##en, tr.: auspumpen, erschöpfen. 
— Sxapotheös-e (gr.), f.; —n; Sis, f. /I 21, 
3, uv. ): Entgöttrung (Ggstz Apoibeoses. — Er- 
äquatiön (lat.), f.; —en: Ausgleichung. — Er- 
aragma (gr.), n., —#; -ta (§ 24, 3, n., -tis]: 
Knochenbruch. — Sxaratiön (lat.), f.; —en: 
schriftl. Ausarbeitung. — Skxärch (gr.), m., Sen, 
(5); -en; -os, -us, m. I§8 24, 21: als Titel 
z. B. ein hoher Kirchenvisitator in der gr. Kirche; 
nam. aber der Statthalter des sog. Exarchäts, 
d. h. Mittelitaliens als einer Provinz des morgen- 
ländischen Kaiserthums mit der Residenzstadt Na- 
venna. — Exarentasmas, n., uv.; 0: im 
12. Jahrh. ein Seidenstoff in Süritalken: Das 
reich mit Kreisornamenten überdeckte E. Wtiss Kost. 2, 
225. — Exär-se (gr.), f.; —# -esis, f. [8 24, 
3, uv.]: das Herausnehmen der Eingeweide 2e. — 
Exärma Igr., § 24, 3, n., -tis]: Geschwulst. — 
Eararmieren (lat.), tr.: s. resarmieren. — 
Exarthr-ema (gr.), -Söma, n., —#; -ta I§ 24, 
3. n., -tis]; -Öfe, f.; —; -öfis, f. 1824, 3, uv.1; 
Exartikulation (ulat.), f.; —en: Aus-, Ver- 
renkung. — Exärpfis (gr.), k. I§ 24, 3, uv.]): 
Erschöpfung der Kräfte. — Exasciferen (lat.), 
tr.: aus dem Gröbsten arbeiten. — Exasper-älio 
(lat.), f. [8 24, 3, önis): Erbittrung; Verschär- 
fung, z. B. pœnæ, der Strafe. aliön, f.; en: 
Erasperatio. - ren, tr.: erbittern; ein Ubel ver- 
schlimmern, verschärfen. — Eräslu-ation (lat.), 
1.; —-en: Aufwallung 2ce. —r##, intr. (sein): 
aufwallen, aufbrausen, in leidenschaftl. Erregung. 
— Exatmosliôöp (gr.), n., —e); -##; ium, n., 
6; -len [8 24, 2, n.): s. Atmometer. — Exäüdi 
(lat.): „erhöre!“ u. nach einem Kirchengebei (s. 
Ds. 27, 7) Bez. des Gten Sonntags nach Ostern, 
vgl. für die Bez. der Sonntage in den Fasten bis 
Pfingsten folgende Versus memoriales: Invocävit 
wir rufen laut, Reminfscere, o wär’ ich Braut. 
Die Sculi gehn bin u. her; Letäre drüber nicht so 
sehr.]O Jücdica uns nicht so streng! Palmärum 
streuen wir die Meng'. ] Auf Oster-Eier freun sich hie 
viel Quäsi mödo géniti.] Misericördias brauchen wir 
All, Jubiläte ist ein seliner Fall.NCankäte freut der 
Menschen Siun, Rogäte bringt nicht viel Gewinn. 
E. uns zu dieser Frist, Spĩritus, der du der Letzte bist. 
G. 2, 238. — Ezaugur-atiön (lat.), f.; en: 
Erangurierung: Bei Inangurationen u. E“en, überall 
wurden die Augurn hinzugezogen. Guhl 2, 313. sẽren, 
tr.: Etwas seines heiligen, geweihten Charakters 
entkleiden, es verweltlichen (vgl. säkularisieren). — 
Ercentrisch 
Erauhtor-atiön (lat.), f. -en: Erauktorierung. 
Zikren, tr.: Einen des Dienstes, zunächst des 
Heerdienstes entlassen, ihn abranken, ihm den Ab- 
schied geben ꝛe. 
Erced-nt (lat.), m., -en,—#; en: ein Erce- 
dierender. - ieren, intr. (haben); tr.: die Grenze, 
das Maß des Erlaubten 2c. überschreiten, einen 
Crees begehen. — Ereel-entisimo (span.), m.: 
als Titel — Ercellenz (s. d.), auch abgekürzt: 
Dem Exmo Sesior 2c. Ammels Erb. 2, 107. ence 
(frz. ekßellängß,), f.; —s: Vorzüglichk., Ercellenz 
(s. d.): Par e., vorzugsweise, kat’ exochen (s. d.), 
z. B.: So konnte man einst das Neich der Römer den 
mittelmeerischen Staat par e. neunen. Dbiertelj. 48, 
242, der diesen Namen vorzugsweise vor allen an- 
dern ganz eigens verdiente; Nodenberg Par B. 300 ce. 
lencg (engl. ekbellenfi), f.; zencies: Excellenz. 
-lént (lat.), a.: ausgezeichnet, vorzüglich rc., 
auch: Excéllens, z. B. im Superl.: Viri ex- 
cellentissimi, bie ausgezeichneksten Männer 2c. 
— lSntia, f. [8 24, 1): Vortrefflichk., Verzüglichk. 
2c.à: blurälis (s. d.) excelléntiae 2c. —IEnz, f.; -en: 
Ercellentig (s. d.), bes. auch als Titel für hohe 
Staatsbeamte, wie Minister 2c.: Seine E. standen 
am Fenster. Gutzkow R. 1, 316; Mit Euer E. ist es 
ganz was Anders. Euer E. stehen so derb auf den 
Füßen. In Euer E. . . Gesicht ist keine Runzel 2c. G. 
6, 349 2c., vgl.: Wunderlich klingt es, wenn hier lin 
Uri] die Arzte „Herr E.“ genannt werden, was ver- 
muthlich aus Italien stammt. Grenzb. 24, 2, 298 (l. 
Eccellenza) 2c.; Unser E.-Herr. Holtei Treust. 1, 274 
#2c. Dazu: Nun hat es gar ge-excellenzt. Charv. 
2, 136, den Titel E. gesetzt 2c.; Dafür ward ich aber 
soviel be excellenzt [mit diesem Titel angeredet], als 
ob ich der erste Ordensgeneral wäre. Seume Sp. 239 2c. 
liren, intr. (haben): sich auszeichnen, hervor- 
thun 2c.: In Etwas e. 2c. -sitãt, f.; -—en: Höhe, 
Erhabenheit ꝛe. -fum s8 24, 2, n.]: die Höhe, 
z. B.: Glöria in excélsis Döo!, Ehre sei Gott in 
der Höbe! (suk. 2, 14) 2c. — Ercentreicität 
(ulat.), f.; —en: 1) das Ercentrisch-Sein u. Auß- 
rungen, Kundgebungen desselben, Uberspannt- 
heit 2c.: In dieser hpperbolischen Manier, worin die 
alten E-en mit neuen nicht beßren verurtbeilt wurden. 
Gödeke Gr. 929; Wer in dieser fieberheißen Zeit nicht 
gelebt hat, kann sich kaum einen Begriff machen .. von 
der wahrbaft fabelbaften E. sonst rubiger Körfe. 
Monatbl. 2, 590b; El-en u. Verrücktheiten. Schüching 
FrN. 1, 288 2c. — 2) (Math.) die Entfernung des 
Brennpunkts einer Ellipse 2c. vom Mittelpunkt: 
E. der Planetenbahnen. fitirow 189. ik, n., —; 
—&amp;: excentrische Scheibe, z. B. an der Steurung 
der Dampfmaschine: E.-Ring; = Stange cc. 
Tikum, n., —s; —# : Ercentrik: Die Zugstange des 
E-s. Bobrik 196a ꝛe. Sisch, a.: vom Mittelpunkt 
(Centrum) entfernt; auf die Ercentrieität (s. d. 2) 
bezüglich 2c.: EQTe Kreise, mit nicht gemeinsamem 
Mittelpunkt (Gyastz koncentrische); E-e Scheibe, deren 
Umrrehungspunkt nicht im Mittelpunkt liegt, — 
dazu dienend, rotierende Bewegungen in hin= und 
hergehnde umzuwandeln (s. Ercentrik); Kriegsk.: 
23°
        <pb n="372" />
        Erreptio 
356 
Koncentrischer u. e-er Angriff, jenachdem er sich auf 
einen Mittelpunkt richtet od., gleichsam ausein- 
anderklaffend, auf verschierne Punkte 2c.; Die e-e 
Bewegung der Planeten, die v. der Ercentricität ihrer 
Bahn bedingte, wodurch sie v. der Kreisbewegung 
mehr od. minder abweichen 2c.; übrtr. auf Geisti- 
ges: überspannt 2c. (s. Ercentrieität 1): E#e Per- 
sonen, Köpfe, Handlungen 2c. — Ercépt-io (lat.), 
f. [8 24, 3, önis!: 1) Ausnahme: Nülla rẽgula 
sine e-ne, keine Regel ohne Ausnahme 2c. — 2) 
(Rechtsspr.) Ein-, Gegenrede, Einwendung (ogl. 
Benefcium), Verantwortung des Beklagten, 2c.: 
Absque Smni e-ne, ohne alle Einwendung; Omni 
e-ne mãjor, über alle Einrede, über jeden Tadel 
erhaben 2c.; E. acceptilatiönis, Einrede der Em- 
pfangsbescheinigung; eæsãrea (s. d.); debiti illi- 
quidi, wegen noch nicht erwiesner Schuld; deül- 
cicntis fundamcnti agéendi, wegen mangelnden 
Klaggrunds; dilatöria, verzögernde; divisiönis, 
daß man nur für einen Theil, nicht für das Ganze 
der Fordrung aufzukommen habe; döli mäli, wegen 
Arglist, Betrug; dolöse Dersuasiönis, wegen arg- 
listiger Uberredung; erröris, wegen obwaltenden 
Irrthums; excussiönis (s. d.); föri incompeténtis 
od. jncompeténtis, wegen Unbefugnis des Gerichts; 
cautiönis, wegen noch nicht geleisteter Bürgschaft; 
compensatiönis, der Gegenfordrung; competéntiee, 
wegen des benefieium competentis (s. d.); 
lesiönis enörmis, wegen übermäßiger Ubervorthei- 
lung; nön numerätse pecũniæ, wegen Nichtzah- 
1. ung; peremptöria, peremptorische; plüris petitiönis, 
der zu hohen Fordrung; preescriptiönis, der Ver- 
jährung; satisdatiönis = cautiönis; veritütis, der 
Wahrheit 2c. iön, f.; —en: Excoeptio: Durch Er- 
richtung eines E-s [Aushahme] Gerichtshofes. pückler 
Suöstl. 3, 300 2c. ionäbel, a.: noch Einreden 
unterworfen, streitig, unentschieden, zweideutig. 
Sionéll, a.: eine Ansnahme enthaltend, machend; 
ausnahmsweise: Insofern als die e—e Stellung eines 
illegitimen Kindes in der Gesellschaft für sein e-#es Ge- 
schick prototypisch geworden. Ualß. 21, 67 „2c. -iv, 
a.: eine Ansnahme enthaltend; ausschließend; be- 
dingt 2c., als Adv. auch: E-e. -or, m., —6; -Eren 
1§ 24, 3, -öris): der das Gesprochne gleichsam mit 
der Feder auffängt, Geschwindschreiber. - u#, a.: 
ausgenommen, z. B. (im Ablat.): Némine excépto, 
Niemand ausgenommen; Excéptis exeipicndis, mit 
Ausnahme des Auszunehmenden. — Errernieren, 
tr.: absondern, ausstoßen, nam. die Auswirfstoffe 
des Körpers (s. Erkrement). — Ercer-pieren 
(lat.), tr.: ein Ercerpt, einen Auszug aus Etwas, 
aus Böüchern machen: Sein eiserner Excerpier- 
fleiß. Uat 3. 21, 191. pt, n., -(e)s; —oe; ptum, 
n., —; -Fta [8 24, 2, u.): Auszug aus einem 
Buch (vgl. Epltome): Exceerpten---Buch, 
-Sammlung; = Macher, Sammler 2c. -ptor, 
m., —;-tören (§ 24, 3, öris!: Ercerptenmacher 
(Ereerplerer): Den E. aller gelehrten Journale. Uat 3. 
21, 191; Den E. ohne Plan u. Ziel. 193 r. — 
Excess (lat.), m., -es: — (s. ercedleren): 1) Uber- 
schreitung des Maßes (Erorbitanz): Er liebt sie bis 
Exedra 
zum E., Üübermäßig 2c. — 2) Math., (. 1) Srhärl 
scher E., Uberschuß der 3 Winkel eines sphärischen 
Dreiecks über 2 Rechte. — 3) (s. 1) Ausschreitung, 
Unfug: E— begehn, verüben (vgl. — vralt. —:i 
Exrorbitantien verüben. Simplicissimus 1, 24920) 2c.; 
Amts-Ee, durch Amtsmißbrauch; Soldaten-; 
Straßen= lauf der Straße); = Studenten-Ee 
2c. it: s. eväsit. -ĩv, a.; übermäßig, übertrie- 
ben. -us, m. [8 24, 41: Maßüberschreitung, 
Ausschreitung: E. in mödo, Fehler in Ausübung 
od. Form einer Handlung; in exessu peceieren, 
durch Ubermaß. — Erchange (engl. ertschendsh), 
f.; —#: Aus-, Umtausch; Wechselbrief): Bill 
(s. d.) otf e.; Kaufmanns-Börse: Die Londoner 
Stock (s. d.) -E. Ual.3 20, 518 c. — Erchequer 
(engl. ertschéckör), m., —t —6; n., — —5 : Schatz-, 
Finanzkammer in England: E.-Bill (s. d.); Der 
Schatzgerichtshof, Court (s. d. 1) of E. Ual#3. 21, 
322 2c. — Exeid-enz (lat.), f.: —en: (Arzu.) 
das Ausfallen eines Glieds. -eren: 1) intr. 
(sein): herans-, aus-, entfallen; entfahren. — 2) 
tr.: aus-, herausschneiden. — Exeip-e (lat.): 
nimm aus! (bei Aufzählung v. Ausnahmen). 
Tindum (&amp;§ 24, 2, n.]): das Ereipieren: 4d e. 
(ét respondéndum), zur Beantwortung u. Wider= 
legung der Klage. -iendus, a.: auszunehmend, 
s. exciptas. Ticus s8 24, 3, n., Antis, Mz.: 
-Intial: bei Arzneibereitungen der die übrigen in 
sich aufnehmende, der Mischung Gestalt gebende 
Stoff (vgl. Constituens). eren, tr.: ausnehmen 
v. Etwas, als Ausnahme hinstellen; Rechtsspr. 
(auch o. Obi.): Etwas als Einrede geltend 
machen, der Klage entgegensetzen 2c. — Ereis-ion 
(lat.), f.; -en: Ercidierung, Ausschneidung, Aus- 
rottung. ür, k.; -—en: Ausschnitt. — Erceit- 
äbel (lat.), a.: erregbar. abililät, f.; 0: Er- 
regbark. -ans [8 24, 3, äntis, Mz. : -#ntial: 
Erregungs-, Reizmittel, vgl. incitans. = ät, m., 
en, —s; -en: der Gemeinschuldner im Konkurs. 
atiön, f.; —en: Erregung, Ermuntrung, An- 
mahnung, Auffordrung 2c. aliv, à.: erregend, 
anmahnend, antreibend 2c. —alorium, n., —; 
rsen 18 24, 2, n.]: obrigkeitl. Erinnrungs-, An- 
mahnungsschreiben (Impulsoriales). ifren, tr.: 
erregen, antreiben, anfeuern, auffordern 2c. 
Excal (lat.): „er möge gehn“, auch n., —; 
—6# : Erlaubnisschein, den ein Geistlicher einem zu 
seinem Sprengel Gehörigen in Betreff einer in 
einem fremden Sprengel vorzunehmenden Amts- 
handlung ertheilt; Ne (s. d.) e. régno- er darf 
nicht aus dem Reich! 2c. — Erer- (Ersekr-) 
abel (lat., frz.), a.: fluchwürdig, abscheulich. 
alion, f.; -en: Verwünschung, Fluch, Abschen. 
atorisch, a.: verwünschend. - ieren, tr.: ver- 
wünschen, versluchen. — Ered-ens llat., §24, 3. 
n., ntis; Mz.: ntia): Atzmittel. — Gredr-a 
(gr.), f.:; -en (Monatbl. 2, 3830b; Weifs Kost. 1, 838) 
[§J24, 11: eine Art Konversations-Saal, z. B. 
in den Thermen (Guhl 2, 129; 133); im alerandri-
        <pb n="373" />
        Exegese 
nischen Museum (Smus. 17, 1, 359); In den Girten 
zeigen sich Veranden u. Exerren. Nal# 22, 335; 311 2c.; 
auch: Seitengebäude in einer Kirche. — Sreg-ese 
(gr.), f.; —m: Erklärung, Auslegung, Interpre- 
tation, nam. der heil. Schrift. -es ieren, tr.: 
interpretieren, bes. die Bibel. -ẽsis, f. I§ 24, 3, 
uv. I: Eregese. -ẽt, m., —en, — S; —en: Einer, der 
eregesiert: Wo die rersch. Gamungen der Kunstdenk- 
mäler ihre besondern Elen batten. Curlius Pelop. 1, 
123; Kenner der Eregese. iikh , f.; 0: 
Kunst der Exegese (vgl. Hermencunk). -Ttisch, a.: 
zur Erxegese gehörig ꝛe. — Erckut- (Erschül--) 
#bel (lat., frz.), a.: ausführbar. - ant, m., en, 
—# „-en: Erekutor. —ürren, tr.: (s. exequieren) aus- 
führen; vollziehn, zur Aus= u. Aufführung brin- 
gen (z. B.; ein Musikstuck rc.); durch Gerichtszwang 
beitreiben; eine Hinrichtung vollziehn, hinrichten. 
Sio, f. [8 24, 3, iönis]: Vollstreckung: E. sen- 
téentig, ds Rechtsspruchs; Die E. ad facindum 
(s. d.); Ab e-ne anfangen, mit dem Ende, — mit 
der Hilfsvollstreckung statt mit der Klage 2c. -iön, 
f.; —en: Vollziehung, Bollstreckung, z. B. eines 
Urtheils, bes. eines Todesurtheils; nam. auch 
(Rechtsspr.): Hilfsvollstreckung, Gerichtszwang 
(z. B. Auspfändung rc.), so auch z. B. im Kriegs- 
recht: militärische Besetzung zur Erzwingung ge- 
stellter Fordrungen 2c.: Ebe die Liste der Restanten 
durch die Kalkulatur u. das E—-s-Bureau gegangen. 
Volksz. 16, 67; E-s-Kommandant, Kom- 
mando;-Mittel;-Ordnung; Recefß (s. d.); 
.Truppen;z-Verfahren; Dere-s-weise Abbruch. 
Parisius Volksfr. 1, 208 2c.; ferner z. B.: Mord- 
E. Murhatd Konstant. 2, 56; Eine österrcichische 
Prügel-E. BDbVitrietzj. 46, 273; Regquisitien der 
Staats-E. Erenzb. 24, 1, 150; Mag. d. Ausld. 
35, 538aà 2c. -Iv, a.: vollziehnd, aueübend: 
Die erxe od. E.-Gewalt (auch: die E-e); E.= 
Maßregeln; E.-Proceß, ein summarischer 
Proceß, in welchem sofort auf Erekution erkannt 
werden kann. -ive, f.; 0: Erekutiogewalt: Sereit 
zw. E. u. Volksvertretung. Ual.3. 2 1, 213 :c. - Ious, 
a.: erefutiv. -or, m., —#; zren [824, 3, öris: 
Vollzieher, Vollstrecker, z. B.: E. lestamémi od. 
Testaments-E. 2c.; o. Zusatz nam.: Vollstrecker 
des Gerichtszwangs, z. B. auch: Landes--C. kc. 
-orialis, a.: auf Exekution bezüglich, lautend 2c., 
z. B.: Executoriäle (mandätum) od.: executo- 
riäles (##ter#e). Befehl zur Erekution. örisch, a.: 
mittels Gerichtszwangs 2c. — Erel-ehmus, 
hhemus (gr.), m. I§ 24, 2J: das Heraneziehn 
z. B. eines Knochenstücks. — Exémp-el (lat.), 
n., —s; uv. : Beispiel, Muster: Ein Besenderes, in- 
sofern wir das Allgemeine in ihm anschauend erkennen, 
heißt ein E. k. 5, 384; Dein beiliges E. G. 4, 8; 
Zum E. 10, 131; Per E. Gouhelf Sch. 23; Man 
hat E. W. 20, 78; Ein E. an (von. Möser Pb. 3, 1) 
Etwas nehmen (bair.: sich daran erempeln. Schmeller 
1, 132; Ein E. lwarnendes Beispiel durch Ze- 
mandes Benrafungs statuieren c. Auch: E., Rechen- 
E., eine Aufgabe als Beispiel für die Einübung 
der Regel, z. B.: Additiöns-; Subtraktiöns-; 
Exequakur 357 
Multiplikatiöns= Divisiöns-; Regel- 
detri-E. 2c. -lãr, u., -(e)s; -e, Xen [8 24, 3, 
n., is, Mz. : ja): Muster: Ein E. v. einem Men- 
schen; (Buchdr.) die Schrift, die der Setzer zu 
setzen hat; ein einzelner Abtruck v. Büchern, 
Kupferstichen 2c.; auch ein einzelnes Stück in Be- 
zug auf eine Sammlung 2c.: Drei E-chen. Zelter 
2, 367; Ein Exemrlärchen Ihres Büchleins. Heine 
Reis. 2, 183 2c.Aushänge-E--e (aus den s. g. 
Aushängebogen). Lranke Kat. 131; Derikations- 
led. Widmungs-] E.; Frei-Ele. G. 27, 42, die 
der Verleger ohne Bezahlung weggiebt; Hand-= 
E., zum eigenhändigen Gebrauch des Vf., dem er 
seine Bemerkungen für spälre Auflagen 2c. einver- 
leibt; Pflicht-Ell bei der Behörre niedergelegt. 
Uats. 20, 276; Ein Pracht-E., ein bes. prächtiges, 
z. B. auch v. Stücken einer Sammlung u. verall- 
gemeint. -lärisch, a.: ein Exempel gebend: Erer 
lmusterhafter] Lebenswandel; E. lzum abschreckenden 
Beispiel] strafen 2c. larität, f.; 0: das Erempla- 
rischsein, Musterhaftigk. — lariter, adv.: erempla- 
risch. -le (frz. erängpie), n., —#; —#: Erempel, 
nam.: Par e., zum Beispiel (abgek.: p. e.). 
lisicieren, tr., intr. (baben): durch Beispiele er- 
weisen, erläutern; auf Etwas als Beispiel hin- 
weisen: Man hat auf Mecklenburg exemplificiert. Nal3. 
20, 137; 119 2c. ificatio, f. [8 24, 3, önis!: 
beglaubigte Abschrift: E. documemi, einer Urkunde; 
auch: Eremplifirierung: ein Beispiel als Beleg, 
als Etwas, worauf man sich berufen kann rce. 
— lifikatiön, f.; —en: exemplificatio: Das, wenn 
für dieses Institut die Garantie Seitens der Kommune 
ubernommen wird, darurch E-en herbeigeführt werden 
fönnen. Ual 3. 21, 23 2c., s. Bräcedens. -um I§821, 
2, u.): Erempel: Exempli cäüs #r od. grätia (abgek.: 
e. c.; e. g.), Beispiels halber, zum Beispiel; 
Exémpla — illustrant, Beispiele — erläutern, 
machen eine Sache klar; — (od. nömina) sunr 
odiösa (s. d.). -ul, u., —; —n: scherzh. st. 
Erempel: Mir zur gerechten Strafe, Andern aber zum 
abscheul. E. Spirlhagen Pr. 3, 34 . — Exemtp)t 
(lat.), a.: erimiert (s. d.): Die e“e Siellung der 
preuß. Staatsanwälte zur Justiz. Walrsrode Sternk. 
57 r. -io, 1. [8 24, 3. —önis): Befreiung von 
einer allgemeinen, Alle in einer Gesammtheil be- 
treffenden Verbindlichk. od. Beschwerde (s. Emnni- 
tät; Immunität; Franchise): auch: -ion, f.; -en: 
E#s Prätensionen, Ansprüche auf C. -us, 
a.: exempt: Abbas (. d.) e. — Erent-erifkren 
(gr.), ir.: die Eingeweide herausnehmen, aus- 
weiden. rifis, f. [§ 24, 3, uv.]); -erismus, 
m. [8 24, 21: Erenterierung. — SExcqu-, 
(Ersequ--) alur (lat.): „er vollziehe“!, — auch 
n., —s; —: die Belslätigung od. Genehmigung 
zur Vollziehung, nam.: 1) die landesfürstl. Be- 
stätigung räpstlicher Bullen: Der Verzicht auf die 
löniglichen Prärogative, auf Eid, Placet u. E. Grenzb. 
26, 3, 262; 266; Das Regium königl.] E., ohne 
welches keine päpstlichen Breren od. Bullen Gültigkeit 
haben sollten. Neumom Madd. 1, 78 u. — 2) die 
Anerkennung eines Handelskonsuls durch die Lan-
        <pb n="374" />
        358 Ercquent 
deeregierung, wedurch er zur Ausübung seiner 
Funktionen ermächtigt wird: Die Ertheilung des 
E.s als großbritannischen Vicekonsul für den norr- 
deutschen Bund an den Kaufmann W. 2c. Ual-. 21, 
61; Daß man den Konsuln v. Hannover das E. ent- 
ziebt. Volhsz. 14, 11; 13, 2072c. Zent, m., -en, ; 
en: Erekfutor. -#bel, a.: erequierbar: Der zu- 
erkannte Schadenersatz soll durch körperl. Haft e. 
sein. Ual3. 22, 115. Zibililät, f.; O: die Erequier= 
barkeit. -fä, pl. [824, 11: Erequien. TIen, pl.: 
Begräbniefeierlichkeiten; Seelenmesse: Die Korsen 
beerdigen sie nicht ohne E., ohne Lamento. Eregorovins 
Kors. 1, 209. —ren, tr.: vollziehn, vollstrecken; 
Schulden eintreiben; auspfänden 2c. (. exekurieren). 
Exer, m., -s; uv.: s. Ex 2. — Srcrcice (frz. 
bif'), n., uv.; —: Ubungsstack (nam. Mufs.). 
-kerbar, a.: einũbbar 2c.: Ein leicht ein#e-er Sol- 
rat. Nat#. 21, 227. —ikren (lat.), tr.: üben, bef.: 
in den Waffen üben: Soldaten e., rrillen u. intr. 
(haben): die Ubungen durchmachen: Einen unberen- 
tenden .. Exercier= od. Putzfehler lder Soldaten]. 
Schweder Scharnh. 153; Erereifer-Haus; Lager; 
Meister;-Platz; „Reglement 2c.; Die Sol- 
daten haben für heute au sererciert; Sie sind aus- 
ererciert (Cewald Genf 113c.) = vollständig ei nexerriert; 
Sich ein Musikstück ein-e.; Dieses Gefühl ldes Zusammen- 
haltens der Truppen] kann nicht einererciert, es muß einge- 
lebt werden. Volksz. 15, §80; Sich bineinee. in Etwas. 
Hein= Reis. 4, 4520c. ilälis, m. [824, 3, uv. ): ein 
Einzunbender (s. Rekrut). -itolio, f. 1824, 3, 
önis]: linng. Motion (weis Kost. 1, 1322) 2c. 
Zitaliön, f. zä-en: Ubung, gelehrte Untersuchung. 
—ilium, n. —: len [824, 2, n.]: Ubung, z. B.: 
E. religiönis, (freiz) Religionsübung; Exercitia 
spiritulia, geistliche (od. Andachts-) Ubungen, 
auch bloß: Erxercitien. Eupkow 3. 5, 211; 216 rc.; 
Priester-Erereitien. Nal3. 21, 419 cc.; Waffen; 
Schul-Ubung, nam. Ulersetzungen in fremde 
Sxrachen zur Anwendung u. Einübung der Re- 
geln (frz. theme, vgl. exercice): E.= od. Erer- 
einnen. Bvch- Heft;-Korrektur 2c. — Erxer- 
Lase (gr.), f.; —eyn: Ausarbeitung, Ausfüh- 
rung, bes. als rednerische Fiqur: die erweiterte 
Ausführung eines Begriffs durch Zusammenstellung 
v. sinnverwandten. — Excrgue (frz. egeerg), m., 
-6; —#: kleiner abgesonderter Naum unten auf der 
Kehrseite einer Schanmünze (Ueseite). Sulzer 4, 
2 15a; 1, 10 . — Ex(- )est: s. Ex2. — Erennt 
lat.): sie gehn ab (Ez.: exit), den Abgang von 
Personen zu bezeichnen: E. Sömnes (Alle ab) rc. 
Exfoli-alion (lat.), f.; —en: „Abblättrung“, 
Abschiefrung v. Knochen. atto, a.: (sich) schiefrig 
ablösend 2e.; n., (e)s;e: Mittel, die Erfoliation 
brandiger Knochen zu fördern: E.-Treran, die Dicke 
brandiger Knochen zu vermindern. —iẽreu, ir., 
refl.: (sich) abblättern, in blättrigen Schichten ab- 
lösen, abschiefern. 
Sxhal-atiön (lat.), f.; —en: Aushauchung, 
Ausdünstung ꝛe. rieren, tr.: aushauchen, aus- 
duften 2c. — Exhär 2c.: s. Exher 2c. — Exhan- 
Erilisch 
rĩẽren (lat.), tr.: aus-, erschörfen. -tiön, k.; 
—en: Aus-, Erschörfung (s. Arrrorlmation). -or, 
m., —8; estören: „Ausschöpfer“, Art Gebläse= 
nam. in Gaswerken: Ventilatoren u. E-en, vgl. 
Ertraktor. — Exhered, (Crhäred) -aliön (lat.), 
f.; —en: Enterbung. fäine, a.: enterbt; m.: ein 
Enterbter. -ĩeren, tr.: enterben. — Exhib-ent 
(lat.), m., -en, s; ven: der Ginreicher einer Ein- 
gabe 2c. ren, tr.: Ctwas heraus-, übergeben, 
einhändigen, einreichen, rorzeigen 2c.; retl.: sich 
als Etwas zeigen, bewähren 2c. iliön, f.; -en: 
1) Auf-, Ausstellung, Darlegung, Vorstellung, 
Vorzeigung r2e.: Theatralische E-en. G. 24, 153; 
Welches dem Dichter, wie dem Komponisten, Gelegenheit 
zu den schönsten E-en giebt, 33, 115 2c. — 2) (. 1) 
in engrem Sinn: eine Ansstellung, die veranstaltet 
wird, den Stand der Kultur im Allgemeinen oder 
in einem best. Fach zur Anschaunng zu bringen 
(oft — weil herrührend v. der Weltausstellung in 
London — in engl. Ausspr. exhitischen; Mz.: E-s), 
vgl. Exposition 1. — 3) Ausländigung: E-s- 
Klage sc. -ilioner (engl. —i#schener), m., —s; —: 
E—s: Stipendiaten in manchen Oxforder Kollegien. Kohl 
Engl. 3, 29 1c.; auch: Einer, der eine Ausstellung 
beschickt, Etwas dazu liefert 2c. itum (lat.), n., 
—#;-ita [8 24, 2. n.]: Eingabe, eingereichte 
Schift. — Exhilar- aliön (lat.), f.; —en: Gr- 
heitrung 2c. -ieren, tr.: auf, erheitern, ergötzen. 
— Erhört-atiön (lat.), f.; —-en: Ermahn: ung. 
aliv, a.: ermahnend. -atörium, n., —; sen 
(624, 2. u.): Ermabnungsschreiken. , f.; —: 
Ermahnungs-Rere, -Schrift: Eine Simmlng re- 
ligiöser E—n. AKeihner N. 2, 202. -i#ren, tr.: er- 
mahnen, ermuntern zu Eltwas 2c.- — Erhum-- 
atiön (nlat.), f. z-en: Leichenausgrabung. -ier#en, 
tr.: aus dem Grab hervorholen w.; übertr.: in 
Vergessenheit Begrabnes wieder hervorziehn. 
Exig-ränt (frz. —sbing), a.; vielverlangend, 
anspruchsvoll, ungenügsam: Ich glaube, noch kciner 
der E-esten zu sein. püchler Südöstl. 1, 94 2cc. Jent 
(lat. ism., en, —; —en: Einfordrer, Beitreiber 2c. 
enz, fz en: Ersorterni, Bedarf (s. E.-Etat) 
Forrrung. Grenzb. 21, 2, 236 16c.; Ob die Mebr? 
E. v. 50 fl. für elne wissenschaftl. Sammlung gerecht- 
fertigt. Ual3. 20, 553. -ibel, ibilis, a.: ein-, 
beitreibbar: Döbitum (I. dl.) exigibile, erigible 
Schuld. ibilitäl, f.; O: Eintreibbarkeit. e## 
tr.: fordern, verlangen, eintreiben (eine Schuld) 2c. 
— Erigu-ität (lat.), f.; 0: Geringheit, Gering- 
fügigk., Kleinheit, Winzigk. us, a. klein, ge- 
ring 2c.: Das exiguum ingeninm IGeistesman. el 
des Andern. Falmetayer OsW. 2, 356. — Eril 
(Erfib), n., —-(e)s: -e: Verbannung, das ge- 
zwungne Leben in fremem Land (s. Elend 1, Ss.): 
Das bittre Brot des E-s 2c.; bes. auch: die, babi- 
lomsche Gefangenschaft Ver Inren. -ren, tr.: 
ins Eril senden (s. erpatriferen): Die Erilierten. 
isch, a.: dem Eril — nam. der babilon. Gefan- 
genschaft — angehörig; Im Beginne des nach · c-en 
Zeitraums. Grätz Gsch. d. Zud. 3, 1: Weiss Kost 1, 
372; Die 3 nach-e-en Propheten. Herzfeld Osch. Jisr.
        <pb n="375" />
        Erilium 
II 3, 210 1c.; Die vor-e-en Anfänge. 301 rc. 
ium, n., —s; -ken [8 24, 2, nu.]): Eril. Sch. 
1017a. — Erililät (lat.), f.; 0: Dünnbeit, 
Magerk., Kleinheit, Schwäche. — Eximleren 
(lat.), tr.: v. einer für das Allgemeine geltenden 
Verbindlichkeit, Beschwerde 2c. ausnehmen u. be- 
frein; auch: Erimierter Gerichtsstand — Gerichtsstand 
erimierter Personen, s. Eremrt 2c. — Erxinaniliön 
(lat.), f.; —en: 1) (Arzn.) erschöpfende Entleerung 
u. Leerheit der Gefäße c. — 2) (Theel.) v. Chri- 
stus: seine Entäußrung der göttl. Eigenschaften. 
— Exiochi-on (gr.), n., —; -en: vorsiehnde 
Hüfte. -os, us, m., uv.; zen (§ 21, 2): Einer 
mit vorstehnder Hüste. — Erist-ence (enal. ens.): 
Eristenz, s. struggle. -ent (lat.), a.: eristierend, 
vorhanden, bestehend. enz, f.; -en: das Eri- 
stieren, Dasein, Besteben, Fortbestand, Unterhalt 
(vgl. Subsistenz) 2c.: Eine gesicberte E. baben 2c.; 
auch: die Art des Eristierens, Lebens: Das stark 
reiigiöse Gefübl, das dem Seemannsleben, wie allen ähn- 
lich gefabrberrobten E-en eigen ist. Salon 1, 606 ꝛe. 
u.: Jemand, der — u. sofern er — erlstiert, eine 
E. führt: Katilinarische (s. d.) E-en 2c.; E. berech= 
tigt; Dieses nur in einer Kilteternveratur v. mindestens 
Null-Grad e. fähige Geschörfchen. Berlepsch A. 159; 
E.-Mittel 2c.; Die Möglichk. der Fortl-E. Die 
Schein-E. Cartenl. 14, 236; Die Non- led. 
Nicht-] E. des Pblogistens. Sehler 5, 700 cc. 
enzlich, a.: auf die Exiñenz bezügl.: Vor-e-e 
Verdienste. Schücking Verschl. Wege 1, 151, die (nach 
der Lehre der Metempsychose) sich aus einer frühern 
Eristenz herschreiben. ren, intr. (haben): da 
sein, vorhanden sein, leben, bestehn (ogl. sub- 
sistieren) 2c. — Existim-atiön (lat.), f.; Sen: 
Schätzung, öffentliche Achtung, guter Ruf 2c. — 
Ex-it (lat.): s. exennt. -itiäl, -itiös, a.: ver- 
derblich, törtlich. -ilium [8 21, 2, n.: Unter- 
gang, Verderben. ilus, m. I§8 24, 41: Aus- 
gang, Cnde. 
Exealreät (lat.), m., —-en, —: -en; -us, m. 
[&amp; 24, 21: s. Diskalceat. — Sxcandesc-enz (lat.), 
f.; —en: Erhitzung, Hitze, Jähzern. -irren, intr. 
(sein): erglühn, in Hitze gerathen, entbrennen. — 
Ercapitul-nt (nlat.), m.,„—en, —; —en: ein Er- 
kapitulierender: Landwebr-E-en... Die E“en sollen 
in 15 Bataillonen. formiert werden. Uat. 3. 20, 235. 
eren, intr. (haben, sein): Entlafung vom 
Kriegsdienst — nachsuchen oder erhalten. — 
Erkarn-atiön, f.; —-en: „Entfleischung“: Harrey 
beriente sich biezu der E. der Organe .., um durch 
Klopfen der stark gekechten Organe ihre Gefäße bloß- 
zulegen. Manatbl. 2, 393b. -ren, isficieren, tr.: 
enr-, ausfleischen, schinden 2c. — Excav-aliön. 
(lat.), f.; —-en: Aushöhlung, Höhle: Eine E. in 
den porösen Kalksteinmassen. Ppückler Süröstl. 3, 492; 
Die tellen Höhl-E-en,] das düstre Troglorhtengewühl. 
G. 3, 62 1ic.; Ausgrabung ꝛc. -ãtor, m., —;: 
õren [8 24, 3, öris]: Einer, der — u. sofern er 
— ercaviert, Erdarbeiter 2c., auch (in engl. Ausspr. 
exkewẽt'r) m., —8; —8: s. Navigator. - ren, tr.: 
Errursion 350 
aushöhlen, ansgraben. — Erclam-atiön (lat.), 
f.; -en; —-: Ausrufung, Ausrus: E-s-Zeichen. 
Fieren, tr.: ausrufen, lant schreien. — Exelu- 
dieren (lat.), ktr.: ausschließen; ab-, aussondern. 
„siön, f.; —en: Ausschließung, Ansschlug. io, 
A.: ausschließend, ausschließlich 2c.: Ere Gesell- 
schaft, alle Nicht= Ebenbürtigen ausschließend 2c. 
Tive: 1) adv.: erklusiv, s. Ggstz inklusive, auch 
für die Fügxung. — 2) f.; 0: das Recht, das eini- 
gen katvolischen Michten zusteht, mißliebige Kar- 
dinäle bei der Parstwahl auszuschließen. ivisch, 
a.: erflusiv. -Hoismus, m., uv.; 0: erklusives 
Streben: Bis rie Cbriũenbeit den atbanasfischen E. 
fallen läfst. Kaolmerayer Gs W. 1, 52. sivität, f.; 
0: Ausschließlichk,. DMus. 15, 2, 540 c. sorisch, 
a.: erklusiv. — Erxkneifen 2c.: s. Er 2. — 
Ercogit-aliön (lat.), f.; -en: Erkegirierung. 
Keren, tr.: ansdenken, erdenken, erfinnen. — 
Erroction (lat.), f.: -en: Auskechung. — Er- 
rolièren (lat.), tr.: 1) anbanen, bearbeiten, aus- 
bilden, vervollkommnen. — 2) aus-, durchseiben. 
— Ercommuni-rieren, tr.: aus der Kircken- 
gemeinschaft ausschließen, in den Bann thun. 
ceation, f.; —n: Kirchenbann. — Ercori-ation 
(nlat.), f.; —en: Oberbaut-Abschürfung; Schin- 
dung: Ervreffung. -ätor, m., —s; ören [8 24, 
3, öris): Abdecker, Schinder. - er#n, tr.: aus-, 
ab-, enthäuten; ausbalgen; abrecken, schinden. 
— Ercorti-eren (lat.), tr.: aus-, entrinden, 
aushülsen, ausschälen. -kation, f.; —en: Erkor- 
tieierung. — Ercrement (lat.), n., —(e)8; -e: 
(s. ercernieren) Auswurfssioffe des Leibes: Darm- 
E 2c. iell, a.: auf Erkremente bezügl., davon 
herrührend 2c. (ogl. fäkal): Reinhaltung des Bedens 
von e-en Stoffen. Ua#3 20, 205. — Ererestc#enz 
(lat.), f.; —en: Auswuchs, Fleischgewächs 2c.: 
Mit der Geschwulst. Diese E. G. 21, 154 2c. — 
Excrẽt (lat.), u., -(e)s; —e: Erkrement. ĩẽren, 
tr.: aussondern, ausscheiten. ion, f.; —en: 
Aussondrung, Ausscheidung; Auswurf. örisch, 
a.: ausscheirend, aussonrernd. -um (§ 24, 2, u.]: 
Erkret. — Excruri-atiön (lat.), f.; -en: Mar- 
ter, Folter, Jual, Pein. Eren, tr.: martern, 
foltern e. — Errubaliön (lat.), f.: -en: das 
Nachtwachen. — Errüdit (lat.): als Unterschrift 
auf Kupferstichen mit dem Namen des Stechers: 
(X. X.) hat's gestechen — secülpsit (abgek.: exe.; 
sculps.). — Erculpöbel (nlat.), a.: entschult- 
bar (s. erkusabel). -atiön, I.; —en: Erkulvierung. 
ren, tr.: entschuldigen, rechtfertigen: v. der 
Schuld frei sprechen od. frei machen. — Ereür- 
rens (lat.), m. I§ 24, 3, ##ntis): Laufbursche rc.: 
Zwei . Primaner mußten die dienütbuenden Brüder 
machen od. die Erkurrentes (Ausläufer) sein. .. Den E. 
3P. Wahrb. 3, 33. nt,, m., —en, —s; —en: Er- 
kurrens. -enz, f.; —#en: Uberschuß. —s, m., Ses: 
—e: „Auslauf“, Abschweifung, nam.: zu einem 
Kommentar gebörige ausführliche Abhandlungen, 
die an Einzelnbeiten der zu erläuternden Schrift 
anknüpfen. „siõn, f.; —en: Streifzug, Ausslug,
        <pb n="376" />
        Ereurfus 
360 
bes. zu naturwissenschaftl., nam. botan. Zwecken: 
Botanische E-en. —fus, m. [8 24, 41: Erkurs; 
Erkursion. — Ercubel (lat.), a.: entschuld- 
bar (s. exkulpabel). ation, f.; —#en: Entschul- 
digung. atörisch, a.: entschuldigend. —e (frz. 
erküse), k.; —u: Entschuldigung, Ausstucht rc. (I. 
auch Stüs). —ez! (erküse): „entschuldigen Sie!“ 
„ieren, tr., refl.: entschuldigen. — Exc-uͤssio 
(lat.), f. 18 24, 3, önis!]: Rechtsverfahren des 
Gläubigers gegen einen Schuldner, um sich bezahlt 
zu machen: Exeptio od. beneficium e-nis, wonach 
der Bürge nicht in Anspruch genommen werden 
kann, ehe die E. gegen den eig. Schuldner ge- 
schehen. -ussiön, f.; -en: Excussio. üssus, 
a.; m. [8 24, 21: ausgeklagt; ein Ausgeklagter. 
jutieren, tr.: Einen e., die Erkussion gegen ihn 
einleiten; ihn ausklagen. 
Exrlex (lat.), m. [8 24, 3, Sgis]: ein 
„außer dem Gesetz“ Stehnder, u. zwar: ein darüber 
Stehnder (z. B. ein absoluter Negent) od. Einer, 
der sich wie ein darüber Stehnder gebahrt — u.: 
ein für rechtslos, vogelfrei Erklärter. 
Samatrihkul-atiön (lat.), f.; -en: Ermatri- 
knlierung. -#ren, tr.: aus der Matrikel (s. d.) 
streichen, Ggstz immatrikulieren. — Ermisseibel 
(ulat.), a.: ermittierbar. Zibilität, f.: 0: Er- 
mittierbarfeit. -in, f.; —en: Ermittierung. — 
Ermitlièr-bar, a.: der Ermission unterworfen. 
T-en, tr.: aus dem Besitz setzen, treiben, nam. auf 
dem Rechtswege. — Ermo: s. Excelentisimo. 
Exnexuatiön (ulat.), f.; —en: die Aufhebung 
des Nerus (s. d.): E-s-Ertlärung. 
Exr-ochas (gr.), f. [824, 3, öchadis): „Her- 
vorragung“, äußerlich vortretende Aftergeschw ulst. 
oche, f.; — 1) Erochas. — 2) Kat’ Exochen 
(zur' zPkoxz„) — par exccllence (s. d.) — 
Erorüst-e (gr.), f.; —: is, f. [8 24, 3, idisl: 
Blasen-Vorfall. — Erödese# (gr.), f.; —#; eis, 
f. [8 24, 3, uv.): Anschwellung, Geschwulst. — 
Er-odion (gr.), -odium, n., —6; ken (§ 24, 
2, n.): Ausgang, Ende, z. B. der Schluß eines 
Dramas (Exoros, s. Exeisodion); ferner: Die 
Alellanen kamen .. als Nachspiel (e.) der eig. Dramen 
auf die Bühne. Guhl 2, 313. Jodoo, f. (m.); uv.; 
odoi: 1) Erodium (z. B.: Dem leßten Stasimen 
folgte die E. Uosenkranz PoesGsch. 186). — 2) Ero- 
dus. -odus, m. I§ 24, 2): Ausgang, Auszug: 
Wir hatten uns dem E. angeschlossen u. gelangten 
ins Freie. Nodenberg Inscheil. 1, 71; Die Bänke sind 
troß des stattgehabten E. noch immer binreichend voll. 
Salon 2, 459; auch als Bez. des vom Auszug der 
Kinder Israel aus Agypten handelnden 2ten Buchs 
Mosis (s. Bamidbar). — Erxogentisch), a.: f. 
Endogen. — Eroidesis (gr.), f. [8 24, 3, uv. J: 
s. Erbdese. — Erol-eseirren (lat.), intr. (sein): 
veralten. -ẽt, a.: veraltet (s. obselet). — Ero- 
meler (gr.), n., —6; —#6: Austritt der Gebär- 
mutter (s. prolapsus uteri). — Exrömeis (gr.), 
f. 18 23, 3, idis!]: Art Chiton, der nur ein Arm- 
loch für den linken Arm hatte u. den rechten u. die 
Exoterisch 
halbe Brust unbereckt ließ, — v. Sklaven u. der 
arbeitenden Klasse getragen. Guht 1, 173; 2, 285; 
Weiss Kost. 1, 136 (vgl. Epomis). — Sxromologes-e 
(gr.), f.; —n; -is, k. [8 21, 3, uv. ]: Beichte 
(s. Konfession). — Ekömphalus (gr.), m. [8 24, 
2): Nabel-Bruch, -Vorfall. — Exoneirögmus 
(gr.), m. [§# 24, 2): Samenstuß im Schlaf ((. 
Pollution). — Eroner-akiön (lat.), f.; Sen: 
Cntlastung, Entledigung; Ausleerung durch den 
Stuhlgang. Kant 11, 1, 39 c. — Exonkö-ma 
lar., § 24, 3, n., tis!): Erhöhung; Vorragung; 
harte Geschwulst. sis, f. [8 24, 3, uv.]: Auf- 
getriebenheit, Anschwellung. — Erophthälm-ia 
(gr.), f. [8 24, 11; -ic, f.; —ehn: Angen-Vor- 
fall, das Hervortreten des Augapfels aus der Augen- 
höhle (Erorbitismus). — Exopt-äbel (lat.), a.: 
wiünschenswerth. —ĩeren, tr.: (herbei)wünschen. 
— Sxorabel (lat.), a.: sich erbitten lassend. — 
Exorbit-ank (lat.), a.: übermäßig, übertrieben 2c. 
anz, f.; (-en; zäntlen): s. Erceß 1; 3. -ismus, 
m., uv.; -lsmen [§ 24, 2): s. Exophthalmie. — 
Exorc-is Kren (gr., nlat.), tr.: böse Geister 
(Teufel) beschwörend austreiben, bannen (s. ent- 
dämonisieren). -ismus, m., uv.; -ksmen I§ 24, 
21): Teufelsbannung, nam. bei der Taufe. Ausld. 38, 
838bic. -ist, m., —en, —;en: Geisterbeschwörer, 
Teufelsbanner: Endlich war das arme, alie Reichs- 
gespenst erlöst, der große E. in den Tuilerien hatte das 
bannende „Ffinis Germänic“ gesprochen. Scherr Bl. 
2, 212 tc. U. bes.: Die Weihe im Papstthum, als da 
sie 7 Weiheln! haben ..; Hostiarium ss. Ostiarius), 
Lectorem, Erxorcistam, Acolyihum, Subdiaconum, 
Diaconum, Presbyterum. Lulher 6, 104a; E hieß, 
der den Teufel beschwöret vor der Taufe, welches jetzt der 
Täufer selbst thut. b rc. Zista. m. [8 24, 11: 
Erorcist. istat, n., —(eys; —e: die Weihbe zum 
Exorcista. -islisch, a.: zum Erorcismus gehörig, 
darauf bezüglich: E-##e Formeln ic. — Exoͤrd--iẽren 
(lat.), tr.: anfangen, anzetteln. -ium, n.,—: -len 
[§#24, 2, u.]: Eingang einer Nede 2c. (s. Prohmium), 
Einleitung, Vorbereitung: E. galeätum (s. d.). — 
Exoriäre (lat.): es möge aufsteigen: E. aliqufs 
nostris ex Gssibus ultor! (Uirgit Atn. 4, 625) — Ein 
Rächer wird aus meinem Staub erstehn. Sch. 45a, vgl. 
Plalen 6, 16 2c. — Erorferen, tr.: erbitten, er- 
flehn. — Erorn-ation (lat.), f.; -en: Aus- 
schmückung 2c. —lren, tr.: ausschmücken, ver- 
zieren. — Erorrhizus (gr.), a.: nacktwurzlig. 
— Erosmofse (gr.), k.; —n: s. Ggstz Endosmese. 
— Exostose (gr.), f.: —n eis, f. [8 24, 3, 
uv.]: Knochen-Auswuchs, -Geschwulst: E-is vẽra 
od. sölida, wahre, feste, Ggstz: spüria, cavernösa, 
tungösa, unechte, mil Hohlräumen, schwamm- 
artige 2c. — Sxastra (gr.), k. [8 25, 1): Vor- 
richtung, des gr. Theaters, wodurch den Zuschauern 
ein Blick in das Innre des Hauses eröffnet wurde. 
Uolenhranz Poes Gsch. 183 (s. Eltyklema). — Srot- 
Zriher (gr.), m., —á; uv.: ein nicht zu den 
Esoterikern (s. d.) gehöriger, „draußen stehnder“ 
Theilnehmer od. Genoß. brisch, a.: (s. eseterisch): 
Der populäre (e-e) Vortrag der gr. Philosoyhie.
        <pb n="377" />
        Exoteroman 
Schiegel GR. 225; Da dieser Dialog unter die e“en, 
d. i. unter diejenigen gehört, welche weniger für seine 
[Plato's!] auserwählten Zünger als für die immer zu- 
nehmende Menge müßiger u. wisbegieriger Lefer, bei 
denen ein gewisser Grad v. Bildung vorausgesetzt wer- 
den kann, geschrieben sind. W. 24, 155; Einer von 
den e-en Freunden. HB. 1, 153 2c. eroman, 
m., —en, (—§); —en: Schwärmer für Fremdes, 
Ausländisches (ogl. knglemng, auch: Erotiko- 
män. Dazu: E“ie, f.; eisch, a. sichämatofe, 
f.; -n; ichãmatösis, f. [8 24, 3, uv. : die 
Überfübrung „fremden Bluts“ in einen Körper 
(Transfusion). ihomän 2c.: s. Er#tereman. Sihon, 
n., —; zika: etwas Erotisches, nam.: erotisches 
Gewächs: Beim Gewächshause. Den scweren Duft 
u. Dunst der Erotika. Bazar 11, 78b. Tihosfsömphyfis, 
f. 18 24, 3, uv. ): Zusammen= od. Verwachsung 
mit einem fremden Körper. zihudenke, f.; 0 
Nicht= od. Mißachtung des Fremden. Sicum 
[8 24, 2, n. ]: Erotikon. Sisch, a. auslaͤndisch, 
ausheimisch (s. d. Ss.), nam. v. Pflanzen, die nur 
im Gewächshaus gedeihn. #ismus, m., uv.; 
-ismen: ausländisches Wesen u. Kunde od. Kund- 
gebungen eines solchen: Ihm etwas E. u. fremde 
Srrachen beizubringen. KAugust G. 1, 199. 
Expan-dikrren (lat.), tr., refl.: ausbreiten, 
ausdehnen. ibel, a.: ausdehnbar: Ervansible 
od. elastische Slässteter. sibilität, f.; 0: Aus- 
dehnbarkeit. sion, f.; —en: Erpandierung. G. 
21, 168 kc. (. Gats Kontraktion); E.-s- (od. Ex- 
pansiv-, Spann-) Kraft des Dampfes 2c. -H’w, Aa.: 
sich erpandierend: Nachhaltige innre Kraft u. e#e 
Wirksamkeit. fallmerayer Fragm. 1, VIII; Diese 
krückende Krast des Dampfes ist es, welche man die 
Srannkraft, E.-Kraft ed. Elasticität desselben zu nennen 
rflegt. Karmarsch 1, 147.— Expatri-ation (ulat.), 
f.; -en: Erpatriierung: Das Recht der E. Ua##3. 
21, 190, Auswandrung, Emigratirn. -ieren, 
tr.: aus dem Vaterland verweisen (s. erilieren); 
refl.: es verlassen, auswandern (s. emigrieren): 
Meine freiwillige Exratrü##erung. Mag. d. Ausld. 36, 
84a. — Erped-e (engl. expiv), f.: Abkürzung 
für Expedition 2c., z. B.: Nebst uns ex-pede Vefind- 
lichen. Wh Heine Weltr. 1, 15; Zwei andre „ex-pede“. 
12, vgl.: Zwei zur Erpeditien Gebörige. 11 2c. 
itur (lat.): „es werde ausgefertigt!“, auch n., 
—s; —#: Ausfertigungsorrre. +ens (§ 24, 3, 
-ientis, Mz. : -ential: Auskunftsmittel, Ausstucht. 
Sient, m., —en, (—8); —en: Einer der — u. so- 
fern " — Etwas cxpediert: Der E. eines Schrist- 
stücks 2c.; Der E. war nicht da lauf der Policeil. 
DMus. 15, 2, 177 2c.; Auswanderunge-(NMaur 16, 
16 5a); Büreau-; Policei-; Post-; Steuer-; Zeitungs-; 
Soll-E. rc., s. auch Sochiteur. -icren, tr.: ab-, 
ausfertigen, sortschicken, befördern: Einen aus der 
Wel ihn in die anrre Welt e. (s. spedieren). it, 
: hurtig, stink, sertig, ausrichtsam, anstellig 2e. 
Sileur [—örl, m., —s; —#8, —e: Expedient, z. B.: 
Post-E. Meißner Sir. 166, s. Spediteur. eition, 
f.: —-en; —§-: Ab-, Ausfertigung ((. Sveditlon); 
Ort derselben (vgl. Büreau): Post-; Zeitungs. 
361 
Experimentieren 
E. ꝛc.; ein zu einem best. Zweck unternommener 
Zug, Fahrt (s. Ervede): Entdeckungs-E-en. 
Vöppig Ch. 1, 15; Erobrungs= E.; Die nächtl. 
Grab-E. Jodenstedt Erz. 1, 99; Nordpol-E. 2c 
itionär, m., —e)s; Fe, : Erpedient (frz. 
Wihe32 m., —#; —8). itiv, a.: 
erpedit: Der e##e Äslulap hurtige Arzts. Semitasso 
Afr. 1, 110. Titor, m., —8, ören; ören [5 24, 3, 
öris!): Crperient: Peeben Uo##3. 21, 112 2c. — 
Expekt-nt 2c.: s. Ersp 2c. — Expkhtor-ans 
llat., § 24, 3, ols Mz. -Antial): den Schleim- 
auswurf soͤrderndes od. Brust(reinigungs-) Mittel. 
Sation, f.; -en: 1) Schleimauswurf, das Aus- 
husten. — 2 Herzens-Erguß, Crleichterung. 
ieren, tr.: Etwas aushusten; refl.: sein Herz 
(od. sich) ausschütten, dem Herzen durch Aussprechen 
Luft machen, sich aussprechen. — Expell-ens 
Ilat., 824, 3, n., entis, Mʒ.: -éntia]: ein Mittel, 
Etwas aus dem Körper fort-, abzutreiben. ieren, 
tr.: aus-, vertreiben; fortjagen; ausstoßen; aus- 
schließen; verwersen. — Erpen-dieren (lat.), 
tr.: auszahlen, auslegen, bezahlen. d, pl. 
[8 24, 1): Kosten, Auslagen (vgl. Spesen), bef.: 
Gerichtskosten: In expénsas kondemnieren od. ver- 
urtheilen; E. retardäti procéssus, Kosten durch Ver- 
zögrung des Rechtsgangs 2c. -sarium, n., —; 
len [8 24, 2, u.]: Kostenverzeichnis. Ssilatiön, 
f.; -en: E. (expénsi lätio), Eintragung einer Aus- 
gabe — wie aceehti lätio einer Einnahme — ins 
Rechnungsbuch, Scheinausgabe. sion, f.; —en: 
Auszahlung, Ausgabe. Jiv, : kost pielig. — 
SExrperfer, n., uv.; uv.: eig. ein Wort der 
Zauberkünstler (Ex, aus; verfekt, fertig), womit 
sie das zu Stande gebrachte Zauberstück verkünden 
(vgl. Hokuspokus, Firfax); rascher Streich: Ein E. 
mit dem Messer machen. Hosenjagd 59; (niedrd.) Ener 
olden lalten) Hex, wo wie) Meister Kilian der 
Henker] ehr makt een lihr macht einle. taneh 
11, vgl.: Ixperfix. — Erp.erientia (lat.), f. 
[8 24, 1): Erfahrung: E. öst oͤptima rerum ma- 
gistra, ist die beste Lehrmessterin. — erienz, f.zen: 
Erfahrung, Erfahrenheit. -erimont, n., + 
e: Versuch, den man anstellt, nam. um Beob- 
achtungen zu machen 2c.: Physikalische, chemische E-e 
1e.; Selbst-E. [das man selbst angestellt). Aonaibl. 
1, 312a; Voltaire mißbraucht das Drama zu bloßen 
eE#e Eichendorf Gich Dr. 86. erimentäl, 
: auf Erperimente gegründet, dadurch erläutert: 
6. Chemie; - Pathologie; -Physik 2c. 
-erimentalist, m.,en,-8; en: Einer, der sich auf 
Experimente stützt, nam. in der Arznei: Die versch. 
medieinischen Schulen der Animisten, der Vitalisten u. 
der E-en. Uais. 21, 210. -erimentator, m., —; 
ören [824,3, öris!]: ein Erperimentierender. srin 
1, 7,490. erimentteren, intr. (haben); tr.: Er- 
perimente machen, anstellen: Von dem Veobachten wird 
vorgeschritten zum E., zum Hervorrufen der Erscheinungen 
unter bestimmten Bedingnissen, nach keitenden Hypothesen. 
Humboldt K. 1, 67; Die Wassertropfen vereisen u. e. 
lbeweisen experimental] angenscheinlich die Bilrung 
des Hagels vor unsern Augen. Zerlepsch A. 136 2c.;
        <pb n="378" />
        Experimentum 
362 
Muß lavieren, e., tergiversieren. Holtei Ch. 1, 199 1e.; 
Experimentier-Geschicklichteit; = Kunst; 
Ein Regierungssrstem, welches man füglich ein Ex- 
perimentier-Regiment nennen könnte. Uat3. 20, 
467 2c.; Einem Etwas vor- e., ihm Experimente 
vormachen; es ihm durch Erverimente anschaulich 
beweisen 2c. Terimenlum 18 24, 2, n.): Erperi- 
ment (s. d. u. erux): E. in cörpore Vili, angestellt 
an einem werthlosen Körper, z. B. eine gefährl. 
Operatien, deren Ausführbarkeit man an einem 
zum Tode Verurtheilten versucht, eig. u. übrtr. 
Trt, a.: sach-, kunstverstindig, auch: Ein E-er; 
der EJ##e; die E-en; E-en-Bericht. Uat-3. 22, 127 
Serlise, f.; —: Untersuchung durch Sachverstän- 
dige. -ertisicren, tr.: eine Erpertise veransiakten. 
-erlus, a.; m. (§ 24, 2): erfahren; ein Er- 
fahrener: E. in ärte (s. ars 2); Expérto — crède 
(Kuperto) vd. erẽdite, glaublt) dem Erfahrnen! 
— Erpi-äbel (lat.), a.: versöhnlich, fühnbar. 
Sation, s.; -en: Sühnung, Büßung 2c.: Durch 
eine förml. E. ihren lder Erinnven] Händen entrissen. 
w. 18, 149. atorisch, a.: sühnend; als Sühne, 
Buße geltend: Der e— Tod Christi c. — Sxpil- 
alion (lat.), f.; —en: Plündrung, nam. Ent- 
wendung v. Erbschaftsstücken. -ator, m., —; ören 
1824, 3, öris): Plündrer; Erbschaftsdieb. —atus, 
a.: geplündert: Expiläta heröditas, geplünderte 
Erbschaft. - U#ren, tr.: plündern, bestehlen, berau- 
ben. — Expingieren (lat.), tr.: ausmalen, aus- 
schmücken, malerisch schildern. — Expir 2c.;„ s. 
Ers#2c. — Expis-eieren (lat.), tr.: „ausfischen“, 
ausfragen, erforichen. -katiön, f.; -en: Aus- 
fragung 2c. — Erplan-aliön (lat.), f.; Sen: 
Erplanierung. atio, a.: explanierend. -kren, 
tr.: auslegen, erklären, erläutern 2c. — Sxple- 
iẽren (lat.), tr.: ausfüllen, ergänzen. ment, 
n., -(e)s; —e: Ausfüllmitlel; Füll-, Flickwort 2c. 
- tiv: 1) a.: explierend. — 2) n., —e)s; Se: 
Füll-, Flickwert, auch: Expletikum 1§ 24, 
2, n.]). — Sxpl-iekeren (lat.), tr.: entfalten, 
auewickeln, klar darlegen, aus einander setzen, er- 
klären, erläutern 2c.; retl.: sich (seine Meinung) 
erklären, aussprechen 2c.; Einem Etwas vere. 
(Volksspr.). Gubkow Liesli 23 2c. Ticit: am 
Schluß v. Büchern, Hanrschriften 2c. (vgl. Finis), 
— Abkürzung v.: Explicitum Est volümen, 
die Schriftrolle ist ganz abgerollt, abgewickelt, zu 
Ende. -icilt, adv.: (s. Gastz implicite), -ieitus, 
a.: mit deutlichen, klar ausgesprochnen Worten, 
s. Contradictio. icalion, f.; —en: Explicierung. 
Zigçatio, a.: erplicierend. -irälor, m., —s; ören 
18 21, 3, öris)]: Erklärer. Nas# 22, 15. — 
Explodier-bar, a.: leicht erplodierend: Höchste-e 
Materialien. Dolk#3 17, 68 2c. 4 (lat.), intr. 
(sein, haben): laut knallend zerspringen, platzen, 
bersten, zum Ausbruch kommen: E-re (od. Schieß.) 
Baumwolle 2c.; Die Bombe ist cxplediert; Eine Pulver- 
tonne hatie in dem Augenblicke exploriert, als rc. 
Uaiß. 21, 357; Der Kessel des Damrsschiffs hat er- 
ploriert. Dotksz. 16, 98 2c.; auch tr., faktit.: Um 
Exponieren 
die Gewalt der Torpedos zu prüfen, werden ihrer 30 
unter die Fregaite gebracht u. vort exrlodiert werden. 
13, 22 2c., s. Erplosion. — Sxploi“t (frz. —oä), 
n., —6; —§: Groß-, Heldenthat: Das in rer Volks- 
phantasie die Thaten der Armee zu E- anschwellen. 
Uan3 19, 403 2c. —Mäbel, a.: nutzbar. kalion 
(—taßjöng), f.; —en, —: Ausbeutung, Nußsbar- 
machung, Ausbeute: Die ganze E. der Gesammtaus- 
gabe. Heine 20, 122; Die E. meines Namens. 
183; Wochenhufen Eo. 67. kikren, tr.: 1) ins 
Werk setzen, ausrichten. — 2) ausbeuten, für 
sich nutztbar machen: Daß er sie sonst zu Eigenzwecken 
erploitiert. Heine 20, 168; 180. — Explor-ateur 
(frz. —ör), m., —#s; —é, —e: Ausforscher, Kund- 
schafter. -alion (lat.), f.; —en: Erplorierung: 
Arztliche E. zur Aufstellung der Diagnose zc.; Krusen- 
stern, der Pionier der E-en in jenen Gewässern. Weker- 
mann 3, 38bꝛe. - aklörium, n., -6; ken (I 24, 2, n.]: 
1) — Dobkimastikon (s. d.). — 2) — Sonde (s. d.). 
Siren, tr.: auskundschaften, aus-, erforschen, 
untersuchend prüfen, sich von dem Stand u. der 
Beschaffenl eit Kenntnis verschaffen 2c.: Eine Er- 
plorserung des Amazonas I. Stromsl. Mag. d. Ausid. 
36, 10a 2cc. — SExplos-iön (lat.), f.; Sen: 
Erplodierung: Die Sicherbeitslampe zur Verhutung 
v. E-en im Bergwerk 2c.; Gas-; Pulver-E. 2c.; 
Mit den f. g. E-sMaschinen, welche ohnehin nur 
für die Fortbewegung von Geschossen anwenrbar sind. 
Globus 9, 25la. -ĩv, a.: erplodierend, leicht 
erplodierend: E#Te Stoffe 2c.; auch (Gramm.): Ele 
Laute, plötzlich herorrbrechende, indem der durch 
Sprechorgane bewirkte Schluß der Mundböble 
durchbrochen wird, — auch (Littera) exploslva, 
Ggitz: continug. -ivisch, a.: explosiv: Das er sich 
nicht e. äußerte. Scherr Bl. 3, 216 sin lautem Zorn-, 
Wuthausbruch). 300. — Srxpol-#ren (lat.), 
tr.: ausglätten, ausschmücken, verschönern. -itiön, 
Zitür, f.; —en: Erpolierung, z. B. durch Epitheta 
ornantia 2c. — Expön-ens (lat.), m. [8 24, 3, 
Gntis!): Ervonent: E. potentig; radicis, Potenz- 
Wurzel· Exvonent. nt, m., —en, —; —en: Zeiger, 
Anzeiger, z. B. (Math.): E. eines geomerischen 
Verbältnisses = Name rc., der durch Didision des 
Vorderglieds durchs Hinterglied entstehnde Quo- 
rient (s. oSwinden. 81); ferner: E. einer Reihe, die 
Stellenzahl in der Reihe anzeigend; nam. aber: 
E. einer Potenz (s. d.) od. einer Wurzel, den Grad 
der Potenz od. Wurzel anzeigend: Verhältnis-; 
Reihen-; Potenz-; Wurzel- E.; o. nähere 
Bestimmung E., gw. — Potenz.E.; ferner z. B. 
(Optik): Brechungs- E., das BVb. bezeichnend, 
worin der Sinus des Einfallswinkels zum Sinus 
des Brechungswinkels steht. pouilli 2, 124; 165 2c. 
Sential, a.: eine Potenz mit variablem Erponen- 
ten darstellend od. solche enthaltend: E.-Formel od. 
.Größe; „Gleichung; Kurre, deren Gleichung G.= 
Größen enthält; Rechnung 2c. entiell, a.: erpo- 
neutial: E—# Funktionen 2e. -ibel, a.: erponierbar, 
erklärbar 2c. ibililät, f.; 0: das Exponibelsein. 
„ĩcẽren, tr.: Einen (od. sich) od. Eiwas e., aussetzen, 
einer Gefahr 2c.: Das rem Licht exponierte Papier
        <pb n="379" />
        Export 
(bei Erzeugung v. Lichtbildern]. Karmarsch 2, 591; Eine 
Probeplatte gab . erü in 15 Sekunden ein auserpo- 
niertes Bild der Wolken. Volksz. 16, 210 2c.; Eiwas 
e., aus einanter setzen, auslegen, erklärend od. 
Übersetzend 2c. (Sch. 106b 2c.), darlegen: Das erste 
Gesetz des Dramas .., daß es eine rasch fortlaufende, 
logisch entwickelte, sorgfältig erronierte u. in einen be- 
friekigenden Schlut auslaufende Handlung hate. Ua#t. 
21, 21 2c.; Im Französischen überrarlierten u. über- 
exponierten sie Manche. G. 15, 15, sie übertrafen sie 
im Parlieren u. E. c. — Sxpört (engl. errert), 
m., —#s; (e), —en: Ausfuhr v. Waaren (I. Csito, 
vgl. Import), in Mz. — Ausfuhr= (od. E-) Waaren; 
ferner z. B.: E.= (u. Impert-) Artikel;-Beni- 
fikation;-frei;-Geschäft;-Haus;-Konro; 
Wgaren; „Zoll 2c.; Gerreide-; Total--; 
Waaren-E. c. äbrl, a.: dessen Ansfuhr frei- 
steht kexportierbard. -atiön, f.; -#en: Ervor- 
tierung (Errert). -ätor, m., —s; ören: Einer, 
der exporiiert, auch (engl.) Erpörter; frz.: 
Erporteur ltörl, m., —: —8; —, z. B. Guskow 
3. 3, 340. eren, tr.: Waren ausführen. — 
Expos#e (irz.), n., —#s; —: Darlegung, Aus- 
einandersetzung 2., nam.: eine Schrift, die solche 
enthält: Finanz- (s. d.) E. 2c. -ĩtio (lat.), k. 
[8 24, 3, önis!): Aussiellung 2c.: E. Sanctfssimi, 
des Allerheiligsten (in der röm. Kirche). -ition, 
f.; —en: 1) Ausstellung, nam. v. Kunst-, Ge- 
werbe-Ggsidn 2c. (s. Exhibnien 2), auch frz. z. B.: 
In der e. universelle lerposißjöng üniwerßeli). Uat-3. 
20, 325, Weltausstellung 2c. Dazu z. B.: Auch 
in die harmlosen Kinder Florens war der E-#s-Geißt 
gefabren. Rodenberg Par. B. 256; Der richtige Es- 
Reisende, wie er im Buch steht. Gartenl. 15, 421a 2c. 
— 2) die Auseinandersetzung, Darlequng 2c., — 
nam, auch in erischen u. dramatischen Dichtwerken: 
die Verführung der Vbe, aus denen als der Grund- 
lage sich der den eigentlichen Ggstd des Dichtwerks 
biltende Verlauf entwickelt: In seiner langen E-s- 
Erzählung. Cartenl. 16, 714b.— 3) Aussetung v. 
Kindern . — 4) die Lage v. Gebäuten u. deren 
Theilen 2c. — 3) (Photogr.) das Verfahren, wo- 
nach man bei Aufnahme eines Bilds die Platte ꝛe. 
eine gewisse Zeit lang den Einwirkungen der Licht- 
strahlen aussetzt. Karmarsch 2, 556; 591 2c. -itür, 
f.; —en: answärtige Kommandite, Faktorei 2c.: 
Minister Giskra gerenkt für Wälschtirol eine Art E., 
einen Statthaltereirath mit dem nöthigen Personal in 
Trient zu ctablieren. Uai3. 21, 259. — Expostul- 
atiön (lat.), f.; -en: Ervostulierung. -ĩeren, 
tr.: fordern; sich über Jemand beschweren, mit 
ihm streiten, hadern, ihn zur Rede stellen 2ce. — 
Expr-es (frz. ä), a.: errreß, bes. als Adv.: 
Ich hab's ihm e. lausdrücklich, eigens, abücchtlich) 
untersagt 2c.; ferner: Par e. — per expréssum 
(abgek.: p. expr.), durch einen eignen Boten. 
„iss (lat.), a.: ausdrücklich, eigen(s); zu be- 
sondrem Zweck dienend, bestimmt; mit besondrer 
Absicht so gemacht ꝛe.: Ein e-er Bete od. ein E-er 2c.; 
auch: Es seien Briefe mit einem E. angekommen. 
Spielpdagen Hammer 1, 245 2c. U. z. B.: (In Ame- 
Exskreation 
363 
rika) werden Gelrsenrungen vorzugsweise durch sog. E.= 
Komragnien besorgt. Der E.-Wagen. Sarkenk. 17, 
37 7a; Im allerschnellsien Tempo, dessen ein englischer E.= 
Trainls. d., ogl. Exz#a-Zug) fähig ist. Uol3. 20, 327; 
Einen E.-Train-Reisenden. Schückinz IrR. 2, 311 2c. 
-Effe, adv.: erpre: Pro c. pösitis, für ausdrücklich 
hingesetzt zu halten. -ession, f.; -#en: Ausdruck, 
vgl. (it.): Conespressiöne. mit Ausdruck, aus- 
druck“vell (nam. Mus.). -essiv, a.: austrück- 
lich, nachrrücklich. -e#s, a.: errreß: Expréssis 
verbis, mit ausrückl. Worten; Per##expréssum, 
s. exprès. -imĩẽren, tr.: ausdrücken, beschreiken, 
darstellen. — Sxprobr-ation (lat.), (.; 
Ausscheltung, Vorwurf. —iẽren, ir.: 
Etwas vorweifen, ihn auescheiten, tadeln 2c. — 
Exrprom-ittent (lat.), m., -en, —; Sen: ein Er- 
promittierender. ittikren, tr.: eine bestehnde 
fremde Schuld freiwillig übernehmen. isiön, f.; 
en: Errremittierung. -issor, m., -s; bren /324, 3, 
öris): Erprromittent. — Sxpropri--atioön (nlat.), 
f.; —en; —-: Erprorriierung: E#--Bestimmung; 
Gesetz;-Rechr 2c. -Uren, tr.: „enteignen“, Einen 
eines Grundstücks berauben, z. B. durch Beschlag; 
bes. aber: zum öffentl. Nutzen gegen gesetzliche 
Entichätigung. — Erpugn-übel (lat.), a.: 
überwindbar, s. Ggs: In-e., unüberwintlich. 
-atiön, f.; —-en: Erobrung 2c. ätor, m., —; 
ören [I 24, 3, öris): Erobrer, Uberwinder. 
i##ren, tr.: erkimpfen, erobern, überwinden, be- 
siegen 2c. — Expuls-iön (lat.), f.; —#en: Errel- 
lierung, Aus-, Vertreibung, Verjagung 2c.: Allen 
E-Prejekren der Ebrifienbeit zum Tretz. folmerayer 
GjW. 2, 191. -ĩv, a.: austreibend, abfübrend 2c. 
inum (§ 24, 2, n.]: erpulsives Heilmittel. — 
SExpun-gieren (lat.), rr.: ausstreichen, aus- 
löschen, tilgen. -klion, f.; —#n: Errungierung. 
— Erpurg-atiön (lat.), f.: -en: Expurgierung. 
leren, tr.: reinigen, säubern, z. B. von Jrr- 
thümern, Fehlern (berichtigen); den Leib rurch 
Abführungen (s. rurgieren); Einen, sich — rom 
Verdacht 2c. 
Sxrqui-rikten (lat.), tr.: aus-, nachforschen; 
nach-, aussuchen. -sĩt, a.: ausgesucht, auserlesen, 
vorzüglich: Der e-e Größenwahnsinn (s. grandeur) 2c. 
sitiön, f.; —-en: Aussuchung, Auswahl; Unter- 
suchung, Erforschung. 
Exrokul-ation (nlat.), f.; -#en: Errotu- 
lierung. -ieren, tr.: Akten, die zum Rechtssrruch 
verschickt waren, nach ihrer Rücksendung amtlich 
eroͤffnen, vgl. inretulleren. 
Exsecĩẽren (lat.), tr.: aus-, verschneiden. — 
Exsekrabel 2c.: s. Erekr 2c. — Elxfektion, f.; 
—en: Exseciernng. — Erfekut 2c.; Srsequ #.: 
s. Excet 2c., Exequ 2c. — Exsiec-ĩẽren (lat.), tr.: 
austrocknen. -ans I/§ 24, 3, n., -äutis; Mz.: 
-ntia): Austrecknungsmitiel. - ation, f.; en: 
Austrocknun g. —ativ, a.: austrocknend. —ator, 
m., — ; kren: „Austrockner“, Vorrichtung zum 
Austrecknen. — Sxsil 2c.: s. Exil . — Exskal- 
pferen, tr.ausschälen, aushöhlen. — Erskreatiön 
(lat.), f.; —en: das Ausräuspern, Aushusten. —
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        364 Erstribieren 
Erftr-ibièren (lat.), tr.: aus-, abschreiben. 
ZSiption, t.; -#en: Abschrift. — Ersot-ulion 
(lat.), f.; —en: Ersolvierung. pvièren, tr.: auf- 
lösen; losmachen; auszahlen. — Er(()pekt-ant 
(lat. ¾ m.) en, —6; -en: 1) Anwärter, Jemand, 
der — u. sofern er — eine Amwartschaft auf Etwas 
hat. — 2) Geldsammler für die Kurrendeschüler. 
Sanz, k.; —#n:: Anwartschaft. -altv, a.: in Aus- 
sicht sehnd, zur Anwartschaft bercchligend. alive, 
f.; —n: Aussicht auf Etwas, Anwartschaft. 
ĩẽren, tr.: Ctwas erwarten, hoffen, sich darauf 
Rechnung machen. Zivieren, tr.: Einen auf 
Etwas vertrösten 2c. — Ex#(pir-ation (lat.), 
f.; -en: Ausathmung (s. Etpure); Tod; Verfall- 
zeit. „ Eeren: 1) ir.: Etwas ausathmen; aus- 
hauchen. — 2) intr. sein): ausathmen, sterben; 
verfliegen; von einer Zeit, Frist: 3. Ende gehn, 
ablaufen. — Erspoli-ation (lat.), f.; —en: Be- 
raubung, Plündrung. Sieren, tr.: berauben, 
plündern. — Erspu-leren (lat. , tr.: ausspeien. 
Sitiön, f.; -#en: Ausspeiung. — Erbhtäfe 2c.: 
s. Etstafenr. — Erts)limul-aliön (lat.), f.; -en: 
Erstimulierung. püeren, tr.: aufstacheln, anspor- 
nen, anreizen. — Exylin-guieren (lat.), tr. 
auslöschen; tilgen, vernichten, abschaffen. 25 
f.; —en: Erstinguierung; auch: Ablöschung heißer 
Sieine mit kaltem Wasser. -hliv, a.: exstinguie- 
rend: E.-Verjährung, durch die Dine Fordrung od. 
Klage getilgt krastlos wird. — Exptipitalus 
(nlat.), a.: (Bot.) strunklos. #ulatus, à : ohne 
Neben= vd. Afterblätter. — Erlrp-aliön 
(lat.), f.; —en: Erstirpierung: E-s-Messer der 
Wundärzie . ztor, m., —6 ; ören (§ 24, 3, öris]: 
„Ausrotter“, nam. ein Ackergeräth, zum Aus- 
rotten des Unkraüts . Unterbringen des Samens 
(Schaufelpstus). eren, tr.: Etwas mit der 
Wurzel wegnehmen, aus-, wegschneiden, ausrotten, 
ganz fortschaffen 2c. — Ersytru-irren (at. » 
tr.: aufbanen; auf-, errichten 2c. — -htion, 
en: Erstruierung. — Ertnd-ät (lat.), 
—(e)s; Se: eine ausschwitzende Flüssigk.: E. vii 
rung bei Brandwunden 2c. atiön, f.; —en: Aus- 
schwitzung: Das Baden . ., weil es die Haut rein 
hält u. allen Exudationen einen ungestörten Fortgang 
sichert. durmeister Gsch. 570. aliv, a.: Ersudate 
herbeiführend: Ele Entzündung, vgl. Adhäsion 2. 
-ĩcren, intr. (sein): als Ersudat hervortreten, 
ausschwitzen. — Exsue--eiẽren (lat.), tr.: des 
Safts berauben, entsaften, aussaugen. lion, f.; 
—en: Ersuccierung. — Erful-ant, J 
-lation 2c.: s. Erul 2c. — Ersuper---anz (lat.), 
f.; —en: Hervorragung, Vorzüglichkeit. -ieren, 
intr. (haben), tr.: über Etwas hervorragen, es 
übertreffen. — Ersuscit-aliön (lat.), f.; en: 
Erfuscitierung. -icren, tr.; auf-, erwerken, er- 
regen, ermuntern 2c. 
Exta (lat.), bl. [824, 2, u.): Eingeweide. — 
Exlase 2c.: s. Eistase 2t. — Extempor-ä#l (lat.), 
n., e)s; —e, ken; -äalc (§ 24, 3, u., Mlis, 
Mz.: -Alial: eine Letstung aus dem Stegreif, nam. 
Erkernus 
eine derartige Ubersetzung in Schulen, als Probe 
über die Leistungsfähigkeit der Sch üler. T-än, -är, 
a.: ertemporiert. -r, adr.: aus dem Stegreif 
(s. tempus); n., —; —6: etwas Ertemporiertes: 
Censurwidrige E-s. püringer 204 r.; E.-Komödi- 
anten. Schütze Hamb. 14, ertemporierende (Steg- 
reifspieler) 2c. -ren, tr., auch v. Obj.: Etwas 
aus dem Stegreif, unvorbereitet machen, nam. als 
Einschaltung (vgl. improvisieren). — Exken-dieren 
(lat.), tr., refl.: (s. etendieren) aus-breiten, -deh- 
nen, -strecken; verbreiten; erweitern 2c. 5 ibel, 
a.: auskehubar 2c. bililät, f.; 0: Ausdehn- 
barkeit. - siön, f.;en: Ertendserung, Erstreckung, 
Weite, Umfang, Raumausdehnung 2c. sität, (.; 
0: das Ertensivsein, die Ausdehnung, der Um— 
fang: Wenn es ldas gemeine Wesenl zugleich diese ein- 
zelnen Fertigkeiten zu einer ebenso großen Intensität 
will getrieben wissen, als es dem Subjekt an E. erlässt. 
Sch. 1185b. sio, a.: sich ausdehnend (s. Ggstz 
intensiv); auf Raumausdehnung bezügl.: Ee sod. 
Raum-] Größe. i#, adv.: ertensiv. „visch, 
-ivus, a.: ertensiv. sor, m., —; -fören [8 24, 
3, söris]: „Ausstrecker“, Streckmuskel, Ggssz: 
Fleror, Beugemuskel. fum, n., —s; -sa (S 24, 
2, n. .:: eine ausführliche, amständliche Darstel- 
lung 2c.: Einem Etwas in exténso erzählen 2c.; 
nam.: * ausführliche Darlegung des Vermögen- 
standes mit Aktivis u. Passivis, bei Insolvenz. 
(engl.), m., —; 0: Erekutien verbunden mit 
Personalarrest. — Ertenn-ans llat., § 24, 3, 
n., -Antis; Mz.: Louial= Verdünnungemittel (s. 
Dilneneg. Lation, f ; -en: Ertenuierung. -ieren, 
: verd nnen; zanemergelu. entkräften. schwächen; 
vrrilslier ) beschönigend verringern 2c. — 
Exkéèri-eur (frz. —r), n., —8; —: das Außre, 
das Aussehn, die Außenseite, das Außenwerk (s. 
Ggstz Iotérieur): A re., tem Außern nach. 
oriläl, f.; Sen: Außenseite, Oberfläche. — 
Extermin-alion (lat.), f.; —en: Erterminierung. 
-ülor, m., „s; ören: Erterminierer. Slobus 4, 
20 Jacc.; Die abolitionistischen E-en. 6, 88; 8, 111bꝛe. 
rirren, tr.: über die Grenze treiben, des Landes 
verweisen; Etmas vertreiben. ausrotten, zerstören. 
— Ertren (lat.), a.: (Gaitz intern) äußerlich, 
draußen befindlich od. auf draußen bezüglich, aus- 
wärtig, fremd rc., auch substant.: Ein E-er, Mz.: 
Ele; die E-en, als Bez. für Angehörige einer An- 
stalt, die aber doch außerhalb derselben wohnen, 
z. B. soiche Hospitalärzte u. nam. solche Alum- 
zus- od. Pensionszöglinge (— Ertrancer 2c., s. 
Oppirane): Außerdem können 30—40 E-en krichtiger: 
E-e] am llnterricht Theil nehmen. DMus. 1 7, 1, 39 8 1c.; 
auch: Das Ele, die äußern Angelegenheiten 2c. 
Tat, n., —(e)s; —e: eine Bildungsanstalt, deren 
Zöglinge Erterne sind (Ggstz Alumnat): E#-e, d. h. 
solche Gomnasien, deren Jöglinge bei ibren Angebörigen 
wohnen. Mag. d. Ausld. 36, 5 1 Sa. rin m., —en, —; 
—en: 1) ein an äußern Schäden Leidender. — 2) 
ein Kranker, der nicht im Hospital wohnt, aber 
doch von dort aus Behandlung u. Arznei empfängt. 
-us, a.: ertern: Argumentum externum, ein
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        Exterritorial 
Grund, der v. einem außer der Streitfrage liegen- 
den Ggstd hergeleitet wird, Ggstz intérnum, der in 
der Streitsache selbst liegt. — Erterritoriäl 
(nlat.), a.: Extraterritorial: 1) außerhalb eines 
Territoriums befindlich. — 2) erimiert von den 
für das Gebiet geltenden Bestimmungen. eität, 
f.; 0: 1) Verbannung aus dem Vaterland. — 
2) das Erterritorial (s. d.) = Sein: Die E. (od. 
Extraterritorialität. Dolksz. 14, 293) der Gesantten. 
— Erkting 2c.; Sxtip 2c.; Extirp 2c.: s. Erst 2c. 
Ext-isper (lat.), m. I§ 24, 3, Jspieis]: Weis- 
sager aus den Eingeweiden (s. Exta) von Orfer- 
tbieren. -ispkcium, n., —; ken [5 24, 2, n.]: 
Weissagung eines Ertisrer. — Ertollieren (lat.), 
tr.; hervorheben, erheben, rühmen. — Extorquent 
(lat.), m., -#n —; en: Erpresser. - quièren, 
tr.: aus-, ab-, erpressen, erzwingen. siön, (.; 
en: Ertorquierung. -#or, m., —s; ztören: 
Ertorquent. — Extra (lat.): 1) präp. m. Acc.: 
außer, außerhalb, z. B.: E. jöcum (s. d.), lineam 
(s. d.), öordinem 2c., E. Hungäriam nön est vita 
si Sst vita, nn ẽst ĩta (außerbalb Ungarn ist kein 
Leben u., wenn eins ist, doch nicht so), Losungswort 
patriotischer Ungarn; Iliacés inträ murés peccätur 
et Cxtra (innerhalb u. außerhalb Ilion's Mauern wird 
gesünrigt) 2c. — 2) (s. 1) adv.: E. gebn, aus dem 
inne zu haltenden Wege, aus der Bahn des Rechten 
weichen (vgl. extravagieren), nam. in Bezug auf 
eheliche Treue 2c.; ferner wie außer als Bstw. in 
lat. — u. nam. nlat. c. — Zsszgn, s. u. in 
alphabet. Reihenfolge. — 3) adv.: außer dem 
Gewöhnlichen, besonders: a) Manche Beueeille 
Chamragner e. G. 16, 214; Wettete noch e. saußer 
der Hauptwettel. Hebel 3, 285; Der Pariser Taback 
war immer e. (. c). Iffland 5, 1, 5 c. — b) nam. 
in Zsstzgn, z. B.: E.-[Neben-]Ausgaben; Einen 
E.-Bajocco, einen Groschen Zubuße verdienen. 
Durangelo 38, s. u.: E.-Geld; E.-Belohnung; 
E.-Blatt, außerordentliche Beilage einer Zei- 
tung od.: bei außerordentlicher Gelegenbeit er- 
scheinendes Blatt derselben; Was E.= laußer- 
erdentlich Dummes; E.-Fahrt, außer der gw. 
Reihe od. Ordnung (vgl. E.-Zug. -Post, „Tour):; 
E.= lganz besonders] fein, s. finissimo; E.-Geld, 
das noch nebenbei, besonders gezahlt wird, z. B.: 
E.-Cbausséegelr. 9p. 20, 90; E.-Trinkgeld 2c.; Noch 
eine E.-Gratifikation von 1000 Kronen. Justd. 
38, 633b; E.-Kosten; E.liberal, außerordentlich 
freigebig. S. 19, 56; E.Post, die man eigens für 
sich nimmt, im Ggstz der gw. Post; Die großen 
Herren .. s gehn mit der E.-Post durchs weite Land der 
Liebe. K Schmidt Kom. Dicht. 172 (vgl. 2: E. gehen); 
Mit E.-Post, eiligst, vgl.: Diesen Morgen ist er dem 
Teufel e. Post sod. E.-Postl zugefahren. Sch. 119b ic.; 
Eine E.-Ration. Hausbl. (67) 1, 455; Die Zettel- 
kästen Jean Paul's mit ihren E.-Seiten, E.= 
Worten, E.-Silben. Nats. 21, 221; In dieser 
kurzen E.-Session saußerordentlichen Sitzungl. 
Ua#r3 20, 235; E.= sod. außerordentlich!] stark. 
Zelter 2, 306; E.-Strom (magnetischer, im Ggssz 
Extract 365 
zum Haurtstrom). Galle Tel. 56; Er batte sie zu 
einer E.-Tour aufgefordert. Spielhagen Pr. 7, 55; 
Aeihner Sans. 2, 44; potho NN. ", 111; 115 2c., 
sofern die Dame (außer mit ihrem Partner) noch 
eine Tour e. mit dem auffordernden Herrn tanzt; 
E.= lod. Neben-)Verdienst: „ Vergütung (s. o. 
Gratifikation); E.-Zug der Eisenbahn, außer den 
regelmäßig bestimmten (vgl. Errreszug) u. ä. m. 
— c) zuw. adjektivisch: Was Ertra's. Hachländer 
Stillfr. 2, 34; ohorn Schms. 139; EMületr F. 32; 
Elfr. Taura Ring 1, 175 2c. — d) zuw. sfubüanti- 
visch, skem. — E.-VPost.-Fabrt, z. B.: Der (Pestillon] 
wird sich alle Tage solche cine E. wünschen. Hollei Treust. 
2, 341; Gereiset mit E. 343 2c.; ferner in Mz. 
E.-Gelrer, z. B.: 4 Thaler per diem obne die 
E-s. WhH ine Weltr. 1, 17: 186; Achtbundert Fran- 
ken, die E-s nicht gerechnet. Leb. Bilder aus Par. II. 2, 
29 rcc. — 4) Soll mir jemals ein gutes Tbeaterstuck 
gelingen, so kann es nur auf voetischem Wege sein; denn 
eine Wirkung ad e. Inach außen], wie sie zuw. auch 
einem gemeinen Talente .. gelingt, kann ich mir nie 
zum Ziele machen. .. Nur die erfullite Kunst wird meine 
indiriruelle Tendenz ad intra lLnach innen] über- 
winden können. #ch. G. 6, 140. — Ertrad-ieren 
(lat.), tr.: (s. tradieren) Einem Etwas ausant- 
worten, ausliefern, aushändigen 2c. -itio, f. 
[#S 24, 3, önis]: Ertradierung: E. actörum, der 
Akten 2c. -ition, f.; —en: Extraditio: Die E. der 
Archivalien. Uat3. 21, 506; E-#s- Schein, wogegen 
Etwas, nam. eine Waare auszuhändigen ist rc. 
— Erlra-dos (frz. —s), m., uv.; uv. (auch m. 
lautendem 3): die äußre (konvere) Fläche eines 
Gewölbes, Gastz Intrados (s. d. u. Douelle, vgl. 
Dos 2). dossiert, a.: mit glattem, frei sicht- 
barem Ertrados, kuppelartig. — SErtraessenti-Al- 
(ulat.), -#ll, a.: außer-, unwesentlich (s. essen- 
tial 2c.). alität, f.; —en: Außer-, Unwesentlich- 
keit. — Extr- ahent (lat.), m., —#n, (—5); —en: 
Einer, der Etwas ertrahiert, nam. (Rechtsspr.): 
eine Ausfertigung aus dem Gericht. -ahieren, 
tr.: ausziehen, einen Auszug aus Etwas machen, 
z. B. aus Pflanzen 2c.: Die zue-den Theile. Karmorsch 
1, 136; Das E. v. Farbhölzern. prechll 5, 362 ce.; 
Die Extrahierung bei vermehrtem Drucke. 3 57 rc.; 
aus dem Rechnungsbuch: eine Rechnung aus- 
ziehn 2c.; (Math.): Eine Wurzel e., ausziehn zc.; 
(Rechtssrr.): eine Ausfertigung aus dem Gericht 
bewirken: Eine Vorlarung, Ciration, citationem; ein 
Mandat, mandatum e. ꝛc. Jait (frz. —), m., 
—38; —S: Ertrakt: E. d’absinthe (s. d.) 2c. — 
Extrajudiei-äl, är (ulat., s. Ertra 2), a.: 
außergerichtlich. — Ertra#ct (lat.), m. (n.), 
—(e)s; —-e: Auszug, nam.: 1) E. bez. den Inbegriff 
aller löslichen Theile einer Pflanze (od. eines Pflanzen- 
theils), der durch vorsichtiges Abdampfen mehr ed. 
weniger zur Trockne gebracht wird. Karmarsch 1, 735; 
Jenachdem der Auszug mit Wasser, Alkohol od. Aber 
bereitet ist, unterscheidet man wohl wässerige, geistige u. 
ätherische E-#. ebd. [Extrácta aquösa, spirituösa, 
##thereal; auch: Thierische Extraktivstoffe (s. d.) 
Sie werden in Wasser-E., Spiritus-E. u. Alko-
        <pb n="382" />
        Erlraction 
366 
hol-E. eingetheilt, senachdem sie in Wasser ic. .. loslich 
sind. Burdach Anthr. 22 2c.; ferner nach dem ertra- 
hierten Stoff, z. B.: Absinth= od. Wermuth- 
E., Extráctum absinthüz Belladonnen-E., 
Rxträctum Belladönnee; Kaffe-E.; Kalmus-. 
E. 2c.; auch: Blei-E., Extráctum Satürni, 
drittelessigsaures Bleiorydtc. ; Büschof-, Punsch- 
E. od. „Essenz (s. d.) 2c. Nicht selten nentr., 
z. B.: Das C. mittels des hydrostatischen Drucks ab- 
zusondern 2c. beechn 5, 355; Oken 3, 1584 2c. — 
2) Auszug aus Schriften, Büchern 2c.: Der E. ans 
dem Hauptbuch im sogen. E.-Buch 2c.; Akten-E., 
Ex trtctrum actörum 2c.; Mit Zeitung. Een. 
3p. Wahrh. 1, 43 2c. -ion, f.; —en: 1) Ertra- 
hierung, Luuchiehung, auch z. B. (s. Eriwakt 1): 
E-s-Arpparat. prechll 5, 356; Die E—-s-Presse, 
auch von ihrem Erfinder, dem Grafen Réal, die Real'sche 
Presse genannt. 355 rc. — 2) Herkunft einer Perfs., 
Stand 2c.: Ein Knabe aus vornehmer Familie, der sich 
die Wuth einiger Primaner v. der schlechtesten E. zu- 
gezogen. Bahrdt 1, 98 1e.; prägn. — gute Herkunft: 
Ein Mann von E. (vgl.: ven Familie, von Stand se.). 
—##, a.: einem Ertrakt (s. d. 1) zu Grunde liegend: 
Foureroy nahm an,. daß in allen Erxtrakten einc gemein- 
schaftliche Grundlage enthalten sei, dle er E.-Stosf 
nannte. .. Andre Chemiker haben dargethan, daß diefer 
E.-Stoff je nach der Natur des Stoffes, aus welchem er 
erhalten ist, sehr versch. Eigenschaften haben kann. Kar- 
marsch 1, 735; Unter thierlschen E.-Stoffen werden die- 
jenigen organischen Substanzen verstanden, welche sowohl 
in den Geweben, als in den Flüssigkeiten des Körpers 
aufgelöst vorkommen u. in denselben zurückbleiben, nach- 
dem . dle Proteinverbindungen niedergeschlagen sind. 
Burdach Anthr. 22 2c. (vgl. Osmazom). Jor, m., 
—#8; ren (§P 24, 3, öris]: eine Vorrichtung, 
Ekwas aus= od. herauszuziehn 2c., z. B.: Die 
leere, abgeschlossene Kupferhulse wird durch einen sicher 
wirkenden E. mit dem Offnen des Verschlusses ausge- 
worfen. Nal. 20, 423 2c.; auch — Erhaustor u. 
(engl.): Die s. g. hydraulic lheidrälickl e-s (hydrau- 
lischen E-en) zum Erßr¾vkv des Wassers aus den Kattun- 
stücken. Grube Ch. 1, 118. um (§ 24, 2, n.]: 
Ertratt (s. d. 1: 2). — Ertraliberäl, a., -ilät, 
: s. Extra 3. — Extramnndan (ulal. ), à 
* ——7 s. Ertra 2. — Ealrän (lat.), a.: 
ertern. -er, m., —6; uv.; us, m., uv.; een 
18 24, 21: ein Ertraner, Erterner: Die Ertraner, 
welche sich v. den Alumnen darurch unterschelden, daß sie 
Kostgeld bezahlen u. bei einem Lehrer im Hause wohnen. 
Dahrd! 1, 84; Sich bei einer andern Anstalt als Abitu- 
rieuten od. Extran en zur Maturilätsprüfung melden. 
Programm des Gymn, zu Uordhaufen (1854) 24; Ibre 
Zulassung als Ertranker. 25; Mit den anwesenden 
Alumnen u. Extranksern. Jahresber, über die Landesschule 
zu Psaria (1852) X 2c. — Exktraordin-är (lat.), 
a.: außerordentlich, außergewöhnlich, s. Ertra 2. 
-rius, à.; m. [8 24, 21: außerordentlich: Die 
Ellte des Feldherrn. .. Es bildeten dlese im Ggstzu 
Denen, die „in Erdine“ dienten, die extraordinarli. 
Weiss Kost. 1, 1085 rc.; (Proféssor) e., außerordent= 
licher Professor: „Als Professor“. .. Vorläufig e., 
Sxuberanz 
aber der ordinärius [s. d.) wird wohl nicht lange auf 
sich warten lassen. Spielhagen Pr. 4, 164 ic. — 
Extraparochiäl (nlat.), a.: nicht zur Parochie 
(s. d. u. Extra 2) gehörig. — Ertra-Pon- 
alion, f .; Sen: s. Extra 3. — Erllraterrilo 
riäl 2c.: s. Erterrit ic. — Ertra-Tour (irz. -tũr), 
f.; —en: s. Ertra 3. — Exkra-uterin (nlat.), 
a.; abnorm außerhalb des Uterus (s. d.) befind- 
lich, sich ausbildend 2e., auch: E-äl, eus, z. B.: 
E-al- Schwangerschaft, Concéptio e-a, s. Para- 
chesis. — Extraväg-ans (lat.), a. (§ 21, 3, 
Antis!: ertravagant; auch: Extravagäntes (od. 
die Extravagänten), die dem Corpus jnris ca- 
nonieci beigegebnen Sammlungen von Dekretalen. 
Sänt, a.: extravagierend. -änz, f.; -en: ertra- 
vagierende Handlung, Ausschweifung, Ungereimt- 
heit, Thorheit 2ce. ##en, intr. (haben): ab-, 
ausschweifen, ungereimt handeln, sich lalbern be- 
haben 2c. — Ertravas-ät (nulat.), n., —e)8: 
—e: ertravasierte Flüssigkeit, nam. Blut. alio, 
f. [(§ 24, 3, önis): Ertravasierung: E. sänguinie, 
Blutaus tritt; E. äéris — Emphysfem. aliön, f.; 
en: Ertravasatio: Blint-; Luft-E. 4c.; selten 
übrtr., z. B. von übersprudelnden Wortergüssen: 
Solche leidenschaftliche, wiewohl gar nicht übel gemeinte 
Elen, insofern sie über die gw. Grenzen der Freiheit 
hinansgeben. W. 30, 83. -rẽren, intr. (sein): von 
Flüssigkeiten, die normal in Gefäßen eingeschlossen 
sind (bes. vom Blut): durch Verletzung der Ge- 
fäße aus denselben heraus (Extra väsa) treten (vgl. 
ersudieren). — Exktraversiön (nlat.), f.; Sen: 
Ausscheidung v. Säuren u. Salzen. — Extrem 
(lat.): 1) a.: äußerst: Die e-#en Parkeien 2e. — 
2) n., —e) ; —e: das Außerste, der Endpunkt 2c.: 
Vermittlung der Ee; Man muß nicht immer zu den 
Elen greisen; Die Ele berühren sich, frz.: Les 
Xtrémes se touchent (läferträm ßẽ tusch) 2c. 
itäl, f.; —en: Ertrem: Die Freiheit brütet Kolesse 
u. C# nans. Sh. 10 z2a k. bußerste Verlegenheit t.; 
pl.: die äußersten Körperglieder, nam.: Hände u. 
Füße 2c, um I§ 24, 2, n.]: das Außerste, Er- 
trem: Ad ., zuletzt, am Ende; Aa extrẽma, aufs 
Nußerste; in estremis Isc. moméntisl, in den letzten 
Met (des Lebens), in den letzten Zügen, 
B.: Ein Testament in extremis 2c. — Ertri- 
Hieren (lat.), tr., refl.: aus-, herauswickeln 
(Ggssz intricieren). Shaliön, f.; -en: Ertrieie- 
rung. — Erlr-insecus ((lae- ), adv.: von außen 
her; außerhalb, auswärts, s. Ggstz intrinsecus. 
Söôrsum (nlat.), adv.: nach auswärts, nach außen 
G. B. Bot.). — Ertru-dieren (lat.), tr.: aus- 
stoßen, weg-, vertreiben. -Kôn, f.; —en: Ertru- 
dierung. — Erluber-Anz (#r.) .% -atiön, f.; 
—en: Geschwulst, Auswuchs. -iEren, intr. ((ein: 
an-, aufschwellen, auflaufen. — Erkumescenz 
(lat.), f.; —en: Anschwellung, Austrelbung, nam. 
von Knochen. ren, intr. (sein): auf-, an- 
schwellen. 
Exuber-aͤnt (lat.), a.: eruberierend. -nz, 
f.; -#en: Uberfluß, übtefülle, wuchernde Fülle,
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        Exuberieren 
Schwulst 2c.: Schädliche E. u. gelles Aufschießen des 
saflgeträngten Stammes. Laumerayer GsW. 1, 58. 
„eren, intr. (haben): in Uppiger, wuchernder, 
überreicher Fülle, in Überfluß vorhanden sein od. 
wachsen, schwellen 2c. — Exudenismeus (gr.), 
m., uv.; -en: Geringschätzung: geringschätzige 
Behandlung, z. B. der gegnerischen Einwürfe 2c. 
— Er0#ulänt (lat.), m., -en, (□s); —en: ein 
im Eril (s. d.) Lebender, Erilierter, lat. auch: 
Ex(s)ul, m. [8 21, 3, is]. — Exnleter--aliõn 
(lat.), f.; —en: Verschwärung (Ulceration). seren, 
tr.: schwären machen; intr. (sein): (ver)schwären. 
— Exssulĩẽeren (lat.), intr. (sein): im Eril 
(s. d.), in der Verbannung leben, auch z. V.: 
Emrfindungen, bei denen der Verstand ganz e. fern, 
aus dem Spiel bleiben] mus. Sch. 668b. — 
Ex(-ült-äbunt (lat.): „sie werden frohlocken“, 
— in Kirchengesängen re., z. B.: Die Bässe, die ihr 
e. .. hervorbrummelten. Gutztow R. 9, 79 2c., vgl.: 
Ex C)ültet („es frohlocke" — der Engel Chor), 
nach dem Anfangswort eine die Auferstehung 
Christi feiernde Hymne, die dem heil. Augustin 
zugeschrieben wird. -aliön, f.; -en: das Erul- 
tieren. -ieren, intr. (haben): frohlocken, jauchzen, 
Fabel 367 
jubeln. — Srund atiön (lat.), f.; —en: Uber- 
schwemmung. -ĩeẽren, intr. (sein): v. Flüssen 2c., 
über die Ufer treten, überschwemmend austreten rc. 
— Ex-uriẽren (lat.), tr.: brennen 2c. -ustiön, 
f.; —en: Verbrennung. — Erntori-um (ulat.), 
n., —6; -zen [8 24, 2, u.]): eine zu Heilzwecken 
künstlich bewirkte u. unterhaltne Eiterung (vgl. 
Fontanelle 2c.). — Erüvi-ä (lat.), pl. I§ 24, 11: 
eine vom Körper abgestreifte Hülle, z. B. ein Thier- 
balg, auch: E. viperärum, Bälge, die die Schlangen 
bei ihrer Häutung abgestreift 2c.; nam. auch: die 
dem erschlagnen Feinde abgenommne Rüstung als 
Siegesbente, auch verallgemeint; ferner: Die Bilrer 
der röm. Götter .. mit allen den ihnen eignen Attributen 
(e.). Weils Kost. 1, 1131. -en, pl.: exuvia. — 
Ervöto: s. Votum. 
Sbrer, m., —; uv.: ein holländ. Herings- 
schiff (ogl. Buis). — Eßri (skand.), f.; —s: Art. 
Weiss Kost. 2, 429. 
Sz hebr.), m., uv.;-im: Baum: Die Egchafim, 
dle silbernen Lebensbäume, welche die Thora-Rollen 
zieren. frankl Jer. 1, 137 (vgl. 1. Mos. 2, 9). — 
Ezan: s. Esan. 
- 
G 
S: der 6te Buchst. (vgl. A); in der Mus.: 
Bez. des Aten Tons der C-Dur-Tonleiter (s. A3, 
vgl. Fa; Fes: Fis): Die Fakchen u. Gakchen, wie er die 
Noten F und G benannte. G. 20, 139; F-Dur; -Moll; 
Schlüssel 2c. Als Abkirz.: F, k, als altröm. Zahl- 
zeichen = 40 (F; F 40000); ferner — Fähren- 
heit; fäc; fäster; fécit; Fellow (s&amp;llo; fkemininum; 
flat; filius; fin (s. d.), lfengl, fino; Flüor; 
fölium; förte; tugitirus; futürum 2c.; ferner: 
F. A. S., s. Fellow; F. B. S., s. Foreign; fco., 
franco; Fe (Chem.) = färrum; Febr., Februar: 
fec., fScit; ff., fecsrunt; finissimo; fortissimo 
(Mus.), sehr stark, daher: Aus dem Ff(Effeff) — 
Etwas verstehn; — Prügel, Schelte 2c.; auch: Das 
F bedeutet bel den Juristen die Pandekten. Nirolai 1, 
165 (wie es heißt, durch Abschreiber aus dem gr. 
Anfangsbuchstaben x entstanden); F. F., frätres; 
F. G. S.; F. H. S., s. Fellow; Fl., Flävins (röm. 
Name)); ül., Florin; f. J. a., flat läge drtis; F. L. 
S., s. Fellow; f. m., fölio mẽo; F. M., fiat mix- 
türa; fo., s., fol., fölio; fo. ro., fölio récto; fo. vo., 
fölio vérso; Fr., fräter; fr., franco; Frank; fre., 
fres., franels); F. R. S. (and A.) u. F. S. A., s. 
Fellow; f. s. A., ffat secundum ártem; Fut., futü- 
rum; F. W. 8S., s. fellow; fz., forzändo 2c. 
Fa (it., frz.): (Mus.) — F,. aretinisch u. 
z. B.: Aus Ut, Re, Mi, Fa, Sol u. La. Keller Fastn. 
1303; Die auf einem Kirchthurm in Sol, Fa sangen. 
Ptaten 5, 168 2c., vgl.: Ich will Euch be-fa-s##l- 
la-en setwa — aufsyielen. Schiegel Sb. 1, 145 2c. 
Hab-a (lat.), k. [8 24, 11: Bohne: Fäbs 
albæ, weiße Bohnen ꝛc. ärfer, m., —; uv.: 
„Bohnenesser“, scherzh. Bez. für Sänger. — 
Lab-el (lat.), f.; —n; chen, ein (Fäbelchen. Herrig 
23, 21; Wockern. 4, 16111); eine erdichtete Erzäh- 
lung (lat. käbula; frz. fable; it. favola), s. Ss.: 
1) Jede Errichtung, womit der Poet eine gewisse Absicht 
verbindet, beißt seine F. So heißt die Errichtung, welche 
er durch die Epopee, durch das Drama herrschen lässt, die 
F. selner Epopee, die F. seines Dramas. 1. 5, 358 cc. 
— 2) in engrem Sinn die sog. ésopische F.: Wenn 
wir einen allgemeinen moralischen Satz auf einen beson- 
dern Fall zurückführen, diesem besondern Fall die Wirk- 
lichkeit ertbeilen und eine Geschichte daraus dichten, in 
welcher man den allgemeinen Satz anschauend erkennt, so 
beißt diese Erdlchtung eine F. 388 c. Dazu z. B.: 
Der Wolf in der F., sprchw. v. Einem, der eben er- 
scheint, wenn man v. ihm spricht. Immermann M. 
3, 89 ꝛe., lat.: Lüpus in fäbula, s. Büchmann Gfl. 
120 re.; Die F. lehrt rc., lat.: Fäbula decet, gw. 
Schluß der F., womit die sog. Moral angegeben 
wird; Dies Fabelchen führt Gold im Mund: Weicht 
aus dem Recensentenhunde. B. 32b 2c. Auch (sofern 
F-n u. Sprchw. als Weisheit des Volks in Aller 
Munde sind): Israel wird ein Sprichwort u. F. sein 
unter allen Völkern lihnen als warnendes Beispüä
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        368 Fabel 
dienen]. 1. Kön. 9, 7; Jer. 24, 9; So wird Frank- 
reich, statt das Beispiel v. Europa zu werden, die F. von 
Europa. Forster Br. 2, 118; Ich bin schon zu lange die 
F. dleser Stadt, der Spottsucht Zeitvertreib. Goller 2, 
253rc. — 3) oft = Erdichtung im Ggstz des wirk- 
lich Geschehnen, Lüge, Märchen 2c. 2. Tim. 4, 4; 
Daß uns mit Fnoft ein Fremder täuscht, musß auch 
der Wahrheit schaden. G. 13, 333; Sich F-n aufbinden 
lassen. Immermann M. 3, 185; Wie die alte F. My- 
thologie) uns die Göttinewiger Reize malt. Platen 
4, 275 2c. — 4) Isstzg, z. B.: Die ältern ltaliän. 
Wald- u. Busch= F—u [1], Favole boschereccie. G. 
27, 482; Doppel-F. s1] eines Stücks. Geroinus Sh. 
1,95; 2, 385 2c.; Götter-F. [3], Mythe, Mytho- 
logie; Gräuel-F. [1; 31. Stohr Kalsrfr. 337; 
Helden-= F. 11), F. eines Heldengedichts; Pbbel- 
märchen u. Kinder--Fn# 2; 3). Heinse A. 1 277; 
Auf ewig schuf da holde Liebesfülle mirzur süßen 
Lebens= F. [1] jenen Augenblick. G. 10, 274, er er- 
schien der Phantasie als das ganze Leben erfüllend; 
Lehr-F. I2); Märchen-F. 11; 31. Heine Reis. 1, 
126; Schatten. F. (11, F. eines Schattenspiels. 
H. 15, 147; Thier-F. [2], die äsopische; 
auch [1), z. B. der Reineke Fuchs 2c. — 5) Als 
Bstw. z. B.: Die F.-Auen Sletliens [3, die in 
der Mythologie gefeierten). Kanhison 81; F.-Buch 
!12; 3), z. B. G. 11, 106; -Cyklus 2; 3rl; 
.,Dichter, „Dichtung 2; 31; F.-Epopee, 
Epos I2s3, E., worin Thiere die handelnden Per- 
sonen sind; = Gemisch. Lieck GsN. 6, 254; "* Ge- 
schichte, bes. [31 = Sagengeschichte, in der my- 
thischen Zeit, z. B. winckelmann 2, 507;= Gewebe 
130: Hans 5 Büchner Konk. 663b; Hebel 3, 107; 
Held 3], mythischer; auch: Einer der stark 
fabelt u. ausschneidet; -Kreis, -Coklus; -Land 
2; 3. Nodenberg Par B. 177; Sch. 2 fa 2c. (vgl. 
Reich,-Welt);-Lehre, nam. f#3) Mythologie, Göt- 
ter-L., vgl. . Lehrer. Aendelssohn Phäd. 167; 209; 
Lese, „-Sammlung; In f.-losen funmythischen, 
historischen) Zeiten. k. 1, 99; F.-Macher, z. B. 
12] fSagedorn 2, 84; auch 31), s. Fabeler; Den f.= 
mäßtgen 3] Ruhm u. das irrige Geplauder. Schone# 
37: Die Lichtwer'schen F.-Menschen. Kschmidt Kom. 
D. 352, wie sie in Lichtwer's F. „die seltsamen 
Menschen“ vorkommen; F.-Muse [2, F-n dich- 
tendes. Burmann Fab. V; Zur f.-reichen Unschuld des 
Wonnealters der ersten Welt. Hallmerayer Or. 1, XXXVI:; 
F.-Reich /21. Cichtwer 19; Weil er solche Wesen in 
das F.-Reich [3], ja in das Relch des Monstrosen ver- 
wies. G. 22, 371; F.-Sage 13, Mgthel. H. Pb. 4, 
297; Jarobs Phll. 28; = Schmied s2; 31. Monaibl. 
1, 311b, vgl.: Dem F.-Schmieder Asepus. Buischky 
Kanzl. 232; In der F. -Sprache [2] der Thierc. 
Hagedorn 2, 216; F.-Thier (2; 3), vgl. Wunder- 
Th. 2c.; F.= „Verrichtungen 13] der Götter. 9., 
durch die Mythologie ihnen beigelegte; F.Wahn 
131. G. 10, 295; Mein Vater spricht zuw. f.= weise. 
Tiechk 10, 43, in der Weise v. F—n; Asepens F.= 
Welshelt 121; F.-Welt /2; 31. G. 27, 475; 
33, 317; Platen 4, 288;-Werk 131, Fabelei. Creuz 
1, 123; haler Br. 2, 31 ic., auch [2], vgl. F.-Buch; 
aber 
Labliau 
Wesen 2; 31. Sch. 34 8a 2c.; Zelt [31, mythi- 
sche. Klinger 8, 344; Tiech Tischl. 2, 317; Der F.= 
Zucker 2 reckt oft eine bittre Lehre. Lichiwer 117 rc. 
-eles, s.; —eyn: das Fabeln, das Gefabelte: Er- 
dichtung, F. zum Ergößen. H. 9, 391; Daß die F-en 
eines alten Weibes voll tiesen Sinns sein könnten. 
Zschokkt 8, 135 2#c., auch: Das Gefabel. V. Ant. 
82 cc.; Fablerei. logan 2, 70 2c. —hler, m., 
—6; uv.: Einer, der Etwas fabelt, errdichtet 
(weibl.: F-in): Der Prahler,er, der F. u. Erzähler. 
Treiligrath H. 44 (vgl. Hableur); Mich alten F. Pre- 
teus, den Wundermannj. G. 12, 151; F. u. müßige 
Köpfe. Musäus M. 2, 95; Der ehklische F. [Dichterl. 
V. Hor. 2, 362; Ant. 1, 14 c. -elhaft, a.: der 
Fabel gemäß, wunderbar, unglaublich; auch: 
mythisch, erdichtet, s. Ss.; anch: Die F-igleit der 
Sage. Gervinus Hist. 7, 16 2c. -eln, intr. (haben), 
tr.: (s. Ss.): 1) äsopische Fabeln machen. Durmann 
F. VI; f. 1, 130 rc. — 2) Etwas erdichten. G. 8, 
370; Heinr Reis. 3, 188; v. 1, 20; Ov. 1, 68; 
354 rc.; auch: Dle gesabelte smythische] Göttin. 
Gehner 1, 147 2c. — 3) frre reden, phantasieren, 
faseln: Er fabelte gewiß in letzten Zügen. G. 11, 126; 
Sie meinte, Rosa fable aus einem Traum heraus. 
Tiech GiN. 1, 136 2c. — 4) Zsstzg, nam. zu 2, 
z. B.: Golrkrone, die ihr lder Schtanges der Aberglaube 
angefabelt. lind Schl. 13; V. Sh. 2, 578 2c.; Den 
so viel be fabelten Schauplatz. Westermann 3, 30b ꝛe.; 
Daß er an die Stelle, wo das unaufgelöste Problem 
liegt, gerne ein Phantasiebild hin fabelt. G. 3, 307; 
Rhadamantbys, den man aus dem Okeanos in den Hades 
Hinab gefabelt. V. Ant. 1, 217; Die Architeltur, deren 
Typen man jetzt in Waldlauben u. Felsengrotten nach- 
trägl. hinein fabelt, die man aber gewiß dort nicht zu- 
erst gefunden. Heine Sal. 1, 45; Was nach u. nach 
hin zugefabelt wurde. W. 18, 125 rdc. [s. 3); Wie in 
den neuern Literarhistorien wir wissen nich!, wem? noch 
immer nach gefabelt [2; 3 wird. Eichendorf Gsch. Dr. 
166 ꝛc.; Nun wird auch Memnon zum Afrikaner um- 
gefalelt. V. Ant. 2, 154; Kl. Od. 2, 96 2c.; Einem 
Etwas vor-f. [2; 3 2c.: Den allmäblich in die Vor- 
zeiten zurück gefabelten Stiftern. D. Ant. 2, 436, die 
man f-d dorthin zurückversetzte 2c. — Fäber (lat.), 
m. [824, 2, fübri]!: Schmied, Werkmann 2c.: Die 
Ingenieure od. das Korps der Fäbri. weiss Kost. 1, 
1090; Centüriae (s. d.) fabrörum; Das Fit fabri- 
ceindo f. lhuch Schmieden wird man ein Schmied; 
Ubung macht den Meister 2c., vgl. Docondo) finden 
auch auf den Krleger Anwendung. Mag. d. Ausld. 36, 
55 a; Süse qufsqne lortũnæ f., Zeder ist seines 
Glückes Schmied 2c.; auch als Cigenn., dazu 
z. B.: F.-Stift, Blei- St. aus der F Fkschen Fa- 
brik. — Fabius (lat.), m. [8 24, 8 Name, s. 
Cunctator. — Labl- (srz. fäb',), ".: —6 Fabel: 
F. convenne, eine nach (stillschweigender) Konven-= 
tion für wahr angenommne u. ausgegebne Fabel: 
Daß die Törtung auf Bonaparte's eigene Verantassung 
gescheben, ist nur eine antibonapartistische „f.convenne“. 
Scherr Bl. 2, 113; Bpron lehnt sich auf wider alle f—3 
convenues seines Landes, die geistlichen wie die welt- 
lichen. Creilschhe Hist. 330 2c. Sian (fahbljs), u., S;
        <pb n="385" />
        Fablier 
x: Art altfrz. Märchendichtung. ier (J, m., 
—#8; —§: Dichter v. Fabliaur. — FKäbr--ici#eren 
(lat.), tr.: Etwas verfertigen, durch mechanische 
Thätigk. erzeugen (daher v. geistigen Erzeugnifsen 
in tadelndem Sinn: Böcher f. 2c.; vgl.: Daß der 
Nuhm der Ristori ziemlich fabriciert ist. Nodenberg 
PartB. 163, gemacht, künstl. bewirkt), gw. nur v. 
einer Menge gleichförmig erzeugter transrortabler 
Ggstde (also z. B.: Lekomotiven, aber nicht: ein 
Haus f. ꝛc.). in, f.; -en: Ort, Anstalt, wo Waarcn 
durch die ineinandergreifende Thaͤtigk. vieler Men- 
schen od. der sie ersetzenden Maschinen im Großen 
gefertigt werden (vgl. Manufaktur, s. Gaspari 416 
c., s. auch Factory; #Müll 2c.), z. B. — nach dem 
Gefertigten —: Band-; Bleiweiß-; Drabt--; 
Essig-; Gewebr-; Glas-; Kattun-; Knof-; 
Maschinen-; Messer-; Nadel-; Papvier-; 
Voreellan-; Pulrer-; Stärke-; Strumpf-; 
Tabacks-; Tuch-; Uhren-; Zucker-; Zwirn- 
F. 2c. Auch v. f.-mäßiger Thätigk.: Mancher Fen 
befliß man sich da u. manches Gewerbes. G. 5, 5 2c.; 
auch übrtr., auf geistige Erzeugnisse, meist tadelnd 
cd. iron.: Das ist ein Märchen aus seiner F. 
[Mache 2c.); Der Verlag ed. vielmebr die F. jener 
Bucher. G. 20, 37; Zwar ist's mit der Gedanken- 
F., wie mit einem Webermeisterstück. 11, 18; Rari- 
täten aus meiner Gerdichten= F. Thamisso 5, 153 2c. 
Als Bstw. z. B.: F.-Anstal! (Tiec. Tischl. 1, 121); 
-Arbeit; „Arbeiter; -Besitzer,Herr;-Be- 
rrieb: -Bezirk; F-en-Blei, „Plombe (s. d.), 
ogl. . Stempel; „Distrikt;-Erzeugnis; -Ge- 
binre: . Gegend: . Gold, starkes Blatt-G. zur 
Vergoldung des Silberrrahts (od. Fabricierung 
tes sog. echten Golrdrahts). Karmarsch M. 1, 164; 
208; Herr; -Kinder sin den F-en arbeitendel; 
-mäßig; auch: Den Inbegriff der Gelehrsamkeit gleich- 
sam s-en--mäßig durch Vertbeilung der Arbeit behandeln. 
Kanl 1, 211; F.-Ordnung; ZOrt: = Platz; 
Plombe (s. d.); -Schule, für die F.-Kinder; 
Start; = Stemvel;= Wäsche, das Ent- 
schweißen der in der F. zu verarbeitenden Wolle. 
Katmarsch M. 2, 678; „Zeichen, Stemrel 2c. 
ica, f. [8 24, 11: Werkstatt 2c.; bei geist- 
lichen Stiftungen 2c., die Sorge für die In- 
stanthaltung 2c.; Pro f., zu den Unterhaltungs- 
fosien; In f-m sehöle, zur Erbaltung der Schule 
2c. Zicändo: s. Faber. ikant, m., en, (—6); 
en: Fabrik (s. d.) -Besitzer, -Herr: Gold= u. 
Silber-F. Möser Ph. 1, 32; Tuch-; Papier-F. 2c.; 
auch spöttisch: Bücher-F. 2c. ihät, n., —e)s; 
e: Fabrik-Erzeugnis: Die Robrrokukte ., die 
Halb-F—e. ., die fertige Waare. DAus. 15, 1, 74 r2c.; 
Das ist der bistorische Robstoff, den der Vf. der Tragbrie 
vorfand. Sehen wir setzt das pretische F., zu wichem 
er denselben verarbeirtet, an. Uail3. 8, 3. Sihatiön, 
s.; —en; —-#-: tie Erzeugung v. Fabrikaten; Fabri- 
cierung: Blech= (Kormarsch M. 1, 150); Parier-; 
Srielwaaren-F. 2c.; F—s= mäßig herstellen. Uat 3. 20, 
433; Das F—s = Bureau. Gartenl. 16, 59b 2c. 
ikatür, f.; —en: Fabrikation. -iker, m., —; 
uv.: (selten) Fabrikant: Der Hut= u. Strumpf-F. 
Sandels, Fremdwörterbuch. 
Facil 369 
Mõser Ph. 1, 32 ꝛc. -ique (frz. —x), f.; —s: Fa- 
brif. — Fãbul-a (lat.), f. [824, 11: s. Fab.l 
(oralt, auch: Zuhörer der Fabulen. Lischort B. 35b). 
nt, m., -en, —#: —en: Fabler. aliön, f.; -en: 
Fabulierung. r#en, intr. (haben): fabeln: 
[Ich habl von Mütterchen die Frohnatur su. Lust zu f. 
lerzählen, dichten). G. 3, 146; Zu f. u. zu schwarro- 
nieren. Immermonn M. 1, 333. -ist, m., -en, —; -en: 
Fabeldichter. Hogedorn 2, 206 2c. -õs, -58, a.; 
fabel-, märchenhaft. -osilät, f.; 0: Fabel- 
haftiqgkeit. 
Fagãde (frz. faß-), f.; —n: Vorder-, Stirn- 
seite eines Gebäudes. S. 1, 235; 24, 154 „.; Das 
August die ganze „Fassade“ des alten rerublikanischen 
Gebäudes stehen ließ. w. HB. 1, 118 2c.; vgl. (it.): 
Facciät-a (fatsch-—), f.; — od. mit deutscher 
Endung Facciat-e, Mz. : en. sorster St. 1, 27: 29 2c. 
— Lacch 2c.: s. nach Faki 2c. — Lacze (fäß), 1.; 
—s: Vorder-, Stirnseite (vgl. Front): F. machen, 
Einem die Stirn bieten, sich ihm kamrfbereit ent- 
gegenstellen 2c.; En langl f., die Ansicht v. vorn, 
im Ggstz des Profils od. der Seitenansicht: Ein 
Porträt en f. lim Vollgesicht) 2c.; ferner (Festgsb.) 
die vom Hauptwall hervortretende Linie: Gesichts- 
linie eines Bollwerks 2c.; auch: die Außenseite, 
Obersfläche; das Aussehn, die Gestalt der Dinge 2c.; 
(Karten'v.) das aufgeschlagne Kartenblatt; scharfe 
Ecke, Leiste bei Holzarbeitern 2c. (s. das Folg.). 
cn, tr.: F., ab-i. (abfasen, abfaßen, abfassen), ab- 
schmiegen, abschrägen, abkanten. Otte Kunstarch. 246 
2c.; Eisen auf dem Amboß umschlagen 2c.— Fäccu.: 
ĩ. Fax. — Facessĩeren (lat.), tr.: Einen f., ihm zu 
schaffen, Unruhe, Verdruß machen. — HParcti-äT 
(lat.), pl. [8 24, 1); -en, pl.: witzige Einfälle 
od. Reden, Schwänke, Schnurren. —5s, a.: witzig, 
drollig. — Facett-e (frz. faß-), f.; -n: die 
rautenförmig geschliffne Seite, Spitze od. Ecke 
eines Erelsteins od. Glases, Glanz-, Schimmer- 
Ecke: Auf dem Ober- u. Untertheile des Brillanten be- 
finden sich F- n, die nach ihrer versch. Lage Tafel, Kalette 
ls. d.), Stern= u. Quer-Z n genannt werden. Prechit 
4, 521 2c.j F-n-Schleiser. ikren, tr.: mit Fa- 
cetten versehen. — LFäch-erie (irz. fabsch-), f.; 
—6 : Verdruß, Argernis. -eurx (ö) a. — weibl.: 
—ense (—Ö|): ärgerl., verdrießl., beschwerl. fallend. 
ĩẽren, tr.: ärgerlich, ungehalten machen; refl.: 
es werden, sich ärgern 2c. — Fachinal, m., —; 
—§# : Gleichwobl weist diese Region nur Kruppel u. 
Zwerge dieser Pflanzengattung lder Holzgewichsel auf, 
einen sogen. F. Ausld. 39, 560a. — KPachine: s. 
Faschine. — Fäci- äl (lat.), a.: das Gesicht be- 
treffend: F. lod. Gesichts.]) = Linie; Nerr 2c. 
Tendum: s. facio. es, f. [824, 5): Gesicht, 
Anblick 2c.: In fächem, ins Gesicht, unter die 
Augen; Erklären wir Zeden prima fäcie lbeim ersten 
Anblick] für einen Lügner. Grenzb. 26, 2, 470; F. 
hippocrätica, das hiprokratische (s. d.) Gescchl, wie 
es Sterbende zeigen. 524, auch bildl.: Sie erkennt 
deull. die f. bippocratica dieser fimulierten Heiterkeit. 
Nat3 20, 275 2c.; F. leprösa, Gesichtsausschlag 2c. 
— Facil (srz. faß-), a.: leicht thunlich, umgängl., 
24
        <pb n="386" />
        370 Kaeilett 
leutselig c. — Facilelt: s. Fazilett. — Fäcil-is 
(Tat.), a. : leicht: Facilis ererneu- Arto (I. d. )c. 
Zität, 7* en: Leichtigk. (z. B. in der seltnen 
Mez.: 2 F-en, um zu diesen 9n zu gelangen, zu 
vermebren. Uat3. 22, 143, die Gelegenheiten) Ge- 
fälligk., Umgänglichk., Leutseligk. c. -itatiön, 
f.; —en: Facilititrung. -lièren, *“ : erleichtern. 
Hindernisse beseitigen, befördern 2c. — Farinell: 
s. Fozinett. — Täcin-or5ö#. (lat.), a.: verbreche- 
risch, ruchlos, lasterhaft. us [824, 3, n., risl: 
außerordentliche That, nam.: Schandthat. — 
Färio (lat.): ich thue, mache: F. t — dés od. 
fäcias, ich thue, damtt — du gebest od. thuest, eine 
Formel des röm. Rechts für eine Art des Kon- 
trakts; Nur in Bezug auf die execütio 44 faciéndum 
IErekution, mittels derselben Jemand zu zwingen, 
daß er Etwas thue, leiste) wünschen wir den Personal- 
arrest bribehalten. Uat 3. 21, 245. — Harit (lat.), 
n., —#: —#: das Ergebnis einer Nechnung. w. 10, 
299; Die Fs# solcher Berechnungen. Kohl A. 3, 374; 
Das Schluß-F. DMus. 15, 2, 263. — FTagc-on 
(fri. faßeng), f.; —6: Form einer Arbeit; das 
äußre Ansebn; Art u. Weise, Lebensart 2c. (vyl. 
Fashien), Mz.: Umstände, die man macht (ogl. 
Ceremonien): Nicht vlele F-s machen; Ganz ohne F 
(l. Sausfaçon) 2c.: Bleße F. de parler (-ẽ), Redens- 
art (die nicht so ernst gemeint ist) 2c.; F. od. Des- 
sin (s. d.) . Draht; F.-Eisen, z. B. halbrundes, 
ovales, dreieckiges. Karmarsch M. 1, 144; Den Vortheil 
der Schmelzbark. des Gußstabls auszunuten u. statt des 
Rohmaterials sogleich F.- Güsse berzustellen. Uai3. 20, 
127., Gußwaaren in best. F. ꝛt. onnerié, f.; 
—(eyn: das Modeln, Blümen der Zeuge. onneur 
(-ör), m., —s; —5 : Fagçonnierer. onnier (Jonjẽ), 
m., —8; —6 : Einer,I der viele Fagons macht (Ggasz 
Sanefagen). · onnĩcren, tr.: modeln, mustern, 
nam.: Zeugstoffe, Gewebe. HKormarsch M. 2, 300; 
391; 11 . (vgl.: Croffe — s. d. — faconnce) 
2c.; ferner bei Metallarbeitern: nach best. Form 
gestalten: Fagonnierter (od. Fagen-) Draht; Ge- 
schweifte od. fagonnierte Schlüsselröhre. Karmarsch M. 
1, 579 1e. 
Fäd-aise Erz. —ãse), äfe, f.; —n: Fadheit 
(s. d.). —e, a.: saft= u. kraftlos, schal, geschmack- 
los, abgeschmackt, lippisch 2c.: Mit f— n Tändeleien. 
Drne 1, 157; Mehlig u. f. ohne alle Würze. Burmeister 
9B. 2, 287; Das Alkali ist f. G. 39, 172; Das F. ist 
die dünne Nahrung des obhnmächtigen Gerchmacks. 
tSchlegel G. 67; Im Toneder sten Galanterie. 
w. 15, 10 2c. eur (—#), f.; —#: Fadheit. heit, 
f.; —en: das Fade-seln u.: etwas Fades: Die F. u. 
Leere mancher Menschen. Dulet Gr. 42; Geroinus Hist. 
7, 12; Doktor Specht, die geistreiche F. selbst. Sutzkom 
Diak. 192; Ich tange nicht zu len Fen, in denen man 
sich reizend findet. Sschohhe 8, 150 1e. in (— ng), m., 
—6; —&amp;: ein fader Mensch: Dlesen Ellenreiter u. F. 
Drachvogel Falst. 1, 120 2c. 
Fasner (nord. Myth.), m., —8; 0: F., FS- 
Drache: der Wächter des Schaßes (Herts) des Königs 
Sigurd. Kohnike Fr. 115; 389; Fafntr: Sein Name 
aus FéE.Ofnir (Schatzweber) entstellt. Simrock Myth. 385. 
Fainéant 
Fãgara (ar.), f.: —: ein Pflanzengeschlecht: 
Flügel-F. (in Südamerika), Stahlbaum. — Fag-in 
(nlat.), n.. —(e)s; 0: Bitterstoff der Buchnüsse. 
Sophrum s8 24, 2, n.)]: Buchweizen. — Fag-ot 
(frz. —ö), n., —8 : —; -ötl, m., n., -(e)s; -e, 
—6 : Reisbündel. Nauchlin Auzenss. 12a 2c., vgl. 
(engl.): Ein F. lipr. függött! Stahl 120 Pfunr. 
Eneyhl. f. K#ufl. 5 30 a 2c., — heute gw. nur: ein 
Blase-Instrument mit tiefen Tönen (Basson), aus 
2 über einander liegenden, zweifach zusammen- 
gezarften ausgebohrten Röhren v. Holz bestehnd: 
Etwas Gerämpftes wie dle Stopftöne eines Fes. Auet- 
bach Leb. 1, 228; Mit dem Horne das Fagöttchen. 
Echtermeyer 70; Hoboen, Fe. G. 3, 370; 16, 80; 
F—s dienen in der Regel nur als Verstärkung der Bisse. 
Jahn Mcz. 1, 262; Das F. fabe Mus. 124; Der den 
murrenden F.] zur Würde des Menschensangs bobst. 
Schubart 2, 315 2c.; Man unterscheiret das Chor= u. 
das Doppel= od. Kontra-F., das eine Oktave tiefer 
steht als jenes, darunter das Quart= u. QuintF., 
jenachrem es eine Quarte od. Quinte unter dem tiefen 
C umfasst, ferner das Tenor F. (od. Fagottino), das 
eine Quinte böber steht als das Cber-F. 2c.; F.-Blä- 
ser, „Spieler; „Rohr; „Töne ꝛe. Cotaille 
(al), f.; —s: Einfassung eines Damms mit Reis- 
bündeln. oltttnno, m., n., —; —, -cttini: 
Tenorfagott. - otlist, m., -—en, (s§); —#2: Fagott- 
bläser. — Fägus (#et.), f. [8 24, 21. Buche rc., 
s. Pbegos. 
Täham, m., —#: 0: F., kieser „Thee v. Bour- 
bon“, welcher es . mit dem chinesischen aufnehmen kann. 
Globus 5, 71b.— Fahding: . Fething. — Fähhad 
(ar.), m., —; —8 : *rdrdi*ne Gepard (s. d.), 
abiss.: Newer-Golgol. Drehm Hab. 50. — Eähr 
(ar.), m., —## : —# : Alle Mäuse heißen im Arab. F. 
63, vgl.: Das bunte Hörnchen, Sciürus multicolor, 
ar. F. el Sarjar (Baum.- Maus), abiss. Sakie. ebd. — 
ährenheit: Name eines Naturforschers: Der 
Nullpunkt des F.'schen Thbermometers trifft mit dem Tbeil- 
striche — 17½ der Celsius'schen [J. d.] Skala zusam- 
men. Der Schmelzrunkt des Eises ist auf demselben mit 
32, der Siedepunkt des Wassers mit 212 bez., so das 
also der Zwischenraum zw. dem Gefrierrunkte u. dem 
Siederunkte des Wassers hier in 180 Grade getheilt ist. 
Pouillet 1, 210. 
Faibl-age (frz. fähbläst’), f.; Fn: das Prägen 
zu leichter Munzen. —e (fälb'0, a.: schwach; n., 
—86; —#: die Schwäche (Falblesse), bef. Ein F. (od. 
Tendre , s. d.), eine Faitlesse für Zemanr baben, für 
ihn eingenommen sein, so daß man Alles, was er 
thut, gut findet 2c. -esse, s. : Schwachbeit, 
Schwäche (s. Foible), Obimnachtn „c. -iĩẽren, intr. 
(lein): schwach, ohnmächtig werden: tr.: schwüchen 
x. — Faĩence: s. Favence. — Faille (srz. füll). 
f.; —#: ein auch die Schultern bedeckendes Keof- 
tuch der Flamänderinnen 2c. — Faill-ibel, Uren 
(frz. fall—-: fall-ibel, zieren (s. d.). —#I. m., en, 
—6#; en: Fallit (s. d.). -ite, f.; —m: Falliment 
(s. d.). — Fainéani (fri. fäneing), a.; m., —; 
—#: nichtsthund; Nichtsthuer, Müßiagänger, 
Tagerieb 2c.: Unter den rois lreäl (—s Imüßtggänge=
        <pb n="387" />
        Fainéantieren 
rischen Koͤnigen]. Oppenheim Verm. 93; Ein griechi- 
scher F. [Drckf. Faitméant]. Kohl Sürr. 1, 165 2c. 
Iren, intr. (haben): faulenzen. -ĩse, f.; —n: 
Faulenzerei, Müßiggang. — Tair (engl. fer): 1) 
a.: schön 2c. (s. Night), auch z. B.: F. play srlẽ], 
ehrliches Spiel! 2c.; bei Wettrennen: Die Hinder-= 
nisse waren sebr schwierig, aber dennoch „f.“ lin der 
Orrnungl. Uat3. 21, 275 c.; Einen Panther in f. 
fight (feit] (in gleichem Kamrf) mit seinem Messer er- 
legt. Gertäcker WW. 3, 135, — auch als Bez. von 
Wollsorten, minder als fein, z. B.: 8 d für ganz 
seine Waare u. 751—77⅛ d für fülly bis good lgurd!] 
f.. .; f. Bengals fird bis zu 61/2 d zu kaufen u. good 
f. zu 6/4—7 d. Noi3. 20, 398 u. o. — 2) f.; — 
Messe; Markt, s. Fancx-F. — Kaire (frz. fär): 
tbun, machen 2c.: F. part lrär], miltheilen, s. 
Billet, Lettre 2c. — Lair-# (engl. ferl), f.; -ies: 
Fee (s. d., vgl. Peri): F.-Pipes (s. d.) 2c. — 
Fais-able (frz. fsäb'l), a.: thunlich. anre 
(ängß), f.; —#, —n: Leisiung, die Einem obliegt, 
bef.: einem Pachter anßer dem Pachtzins, Erleg- 
nis 2c. — Laisanderie (rz. fäsanzr-), f.; —8, 
—: Fasanerie (s. d.). — Faiseur (fri. f’för), m., 
——; — : „Macher"; der Etwas ins Werk setzt od. 
zu setzen bemüht ist; der Ausfübrer des Gerlanten 
(vgl. Agent) 2c.: Die Schelmerei der feinsten Mächler 
EF-s). G. 3, 183; F. d'affaires (dafär]!, Gelegen- 
heitsmacher; d'esprit stespr, Witzmacher, Witz- 
ling. — Faisserte (frz. fäß-), f.; —n, —: durch- 
brochne Korbmacherarbeit. — Fait (fri. fa), n., 
—8; —: That, Thatsache (vgl. Faktum), nam.: F. 
accompli (fätaccongriil, vollendete Thatsache (wegegen 
sich Nichts mehr machen lässt); Au lol f. (v. Etwas) 
sein, unterrichtet; Einen au f. lin Kenntnis setzen; 
F. v. Etwas machen, es treiben, sich damit wichtig 
machen 2c. — Toaite (frz. fär), f.; —: First des 
Hauses, auch: Fétte, f.; —n: wagerechtes Stück 
Zimmerholz, nam. das die Stuhlsäulen eines 
Dachs oben verbindende: Dach-, Dachstuhl-, Stuhl- 
Fette 2c. 
Täija (span. cha), f.; —: Binde, Schärre 
(vgl. fascia): In Seire gefärbte 5— (Schärren). 
Ausld. 39, 13b; Muntre Majes mit Scharlach- 
F-s. a; Der andalusische Dandy mit .. rosenrotber 
Seiden-F. 38, 521b; Globus 4, 106a; 136a 2c. 
Kar (lat.): thu, mach (s. Faksimile; Faktetum). 
— Lähäl (nlat.), a.: auf die Fäees (s. Fär) be- 
zügl. 2c. (vgl. erkrementiell): Das der gebrannte Kalk 
mit den F.-Stoffen ein trocknes Pulrer bildet. Dolksz. 
14, 294 . — Fak-iĩ (ar.), m., —; —8: Fakir: 
Hielt ein F., ein Marabut eine lange Rede. Schack 2, 
141; 291 2c. ir, m., —; —8, e, —In, ur.: mu- 
hamedanischer Bettelmönch. Hommer 10, 347 (F. u. 
Hakir, verächtlicher Wicht. ebd.); Mit dem Gelde 
ernährte er die halbverhungerten F. Monatbl. 2, 505b; 
Temrel u. Weohnungen für Guru u. F. öosa; Von 
F—s u. Guru's (mohameranischen u. Hindu-Priestern). 
Westermann 3, 531a; w. 7, 218 (vgl. Derrisch); 
Die Fen. 9, 153; 31; Den .. Dernischen, F—n rc 
98; Das höchste Gut gewisser F—n. 29, 331, vgl.: 
Fackor 371 
Diese fakirischen Zeichen u. Wunder. 33, 3 2c. — 
Tacchin (it. fackin), m., —s; —: Lastträger. 
VHthse N. 137;: Keihner Sans. 2, 163; Schw. 3, 
192 c., gw.: F—o. Hausbl. (67) 2, 166 dc., Mz.: 
Fi. Hamm Sb. 3 (Der Gewinnsucht gemeiner „ Fa- 
quini“" rreisgegeben. pücklir Südöstl. 2, 102) 2c. 
(ogl. Faquin); auch: Der gemeine Wollkrebs beißt 
F., weil sein Kleir Abnlichk. mit dem der venetianischen 
Lafiträger bat. Oken 5, 646. — Facciät 2c.i s. 
Facate. — Fakfimil-e (lat.), n., —#: —: „mache 
ähnlich!“ —, die genaue Nachbilrung einer Hant- 
schrift (Isograrbie) durch Druck od. Stich (Nebst 
vielen Faksimil ia v. Inschriften. Ausld. 39, 214), s. 
Cbromo-F., — auch z. B.: Des Holzschneiders Haurt- 
Gflicht, den F.= Schnitt des kunstlerischen Strichs zu 
liefern. Picisch Welt 1, 204 2c. keren, tr.: ein 
Faksimile v. Etwas liefern. Slobus 9, 2 40b; Uois. 
20, 473 rc. vgl. rhote-f. — Hact (engl.), n., —; 
—3 : Faktum: Jlatter (. d.) of F. 2c. Ja: j. Fac- 
tum. age (äsh), #.; —n: Bestellung der Stattbriefe 
u. der Packete .. kurch F.-Boren. H#chlbg.-Suel. Off. 
Inzeig. (1967) p. 38, s. d. Folg. -eur (—ör), m., ; 
—: Faktor 1 u. nam. 2; bes. auch: Der F. er. Brief- 
träger. ISohl Par. 1, 163. ice (□iß), a.: nach- 
gemacht, künfllich; angerichtet ꝛe. io, f. [8 24, 
3, iönis): Faftien. Weils Kol. 1, 1135 ꝛc. Tiön, 
f.; —en: eine für ihre Ansicht mit Leidenschaft 
agierende Partei, bes. volitisch, z. B.: Das Sparta 
v. Fen beunruhigt wurde. Sch. 102 0da ꝛc., doch auch: 
Die Virtuosen dieser Art hatten damals auch ihre Par- 
teien u. 5—en, so gut als man in unsern Tagen das 
Publikum zu London 2c. sich für Akreurs, Sänger 2c. 
.. in F-en theilen geseben hat. W. Luc. 4, 443 tc.; 
§— = Geist; = Genos; „Treiben, Wesen cc. 
Sionär, m., —s: —: 1) — Factionnaire. — 2) 
— Factionist. -ionist, m.,—en, —s; -en: Faktiens- 
Genos, ein zur Faktion Gehöriger. Jionnaire 
(r), m., —; —: Schildwache, Wachposten. 
ISohl Var. 1, 158; püchler Süröfil. 2, 310 2c. iös, 
a.: in der Weise einer Faktion (s. d.): Ihre fe 
Orrosition gegen die reutsche Verfassung. GErenzb. 24, 
1, 157 2c., auch o. Uml.: Als der Minister die In- 
surgenten als Fakti o# bezeichnete. Volksz. 14, 6 cc. 
Siollität, f.; O: fattioĩe Gesinnung, Faktionsgeist#c. 
Sisch, a.: thatsächl.: auf Thatsachen gegründet, 
beruhnd, darurch erwiesen 2c. iliv: 1) a.: F., 
f- us, ecaufativ(us), bewirkend; das Machen od. 
Bewirken bezeichnend. — 2) n., —e)s; Se: F., 
F—um (524, 2, u. J, F-es Zeitwort (Verbum f-um), 
auch Causatiolum) z. B.: Tränken ist ras F. v. trin- 
fen 2c. -or, m., 6, (-ören);-ören: 1) (Rechenk.) 
Bestandtheil eines Prorukts (s. d.), Vervielfälti- 
gungszahl; danach übrtr.: Etwas, durch dessen — 
u. sofern durch dessen — Wirksamk. ein Produkt 
erzeugt wird, es hervorgeht, vgl.: Die F-en, aus 
deren Multirlikation der fertige Mensch als Produkt 
herr orgebt. Spielhagen Pr. 5. 7; Er batte die Rechnung 
abgeschlossen, ohne das Musikantenblut u. das Dassel'sche 
Räuberblut .. als F-en auszusiellen. Coroinus Born 1, 
46 2c.; Haupt-Fen des Klimas. Scgänz. Uatur 6, 
16b k. — 2) sauch oft jambisch (— -8; -el: der 
24*
        <pb n="388" />
        Tactorei 
372 
den Prinzipal vertretende Geschäfts= od. Werk= 2c. 
Vorsteher, -Verwalter, = Führer (vgl. Agent 2c., s. 
Dernd D. Spr. in Pos. 56): Wer v. dem Eigenthümer 
einer Handlung, welcher derselben nicht vorstehen kann 
od. will, den Auftrag erbalten hat, seine Stelle zu ver- 
treten, wird F., Disponent od. Handlungsversteher 
genannt. Encykl. f. Koufl. 331a; F. (Handlungsvor- 
steher, Disponent, Komplementar, Prokura- 
träger, Institor). 332b; An der Spitze des 
1Druckerei-] Geschäfts steht rer Prinzipal od. der F. .. 
Beschäftigt der Prinzipal sich mehr mit dem Buchhandel, 
so hat sein Druckerei-F. ausgedehntere Vollmachten. 
Franke Kat. 119; In manchen Druckereien führt er 
auch die Prokurn .. u. heißt in diesem Falle Gesell- 
schafts-F. In sebr großen Geschäften fübrt der Ge- 
sellschafts-F. die obere Leitung. Fur die spezielle Leitung 
der Aufträge sind ibm Setzer= u. Drucker-F. bei- 
gegeben. 150 2c.; Die angestellten FSen, „Ferker“. 
Garlenl. 13, 526b [vielmehr: Ferger, s. Ferge, Anm. 
Ss.1; Der F. ist der Remplagant des Wirths, der den 
Fremden die Logis anweist 2c. Kohl Sürr. 1, 57; Der 
Rlercante di Campagna. .. Mit seinem F. (sattöre) 
zu verhandeln. .. Der „Fattore ist der eig. Führer 
der Gesammtwirthschaft. Ual3. 20, 317; Er war nur 
noch der F., d. h. der Geschäftemann seiner Auftrag- 
geberin. Uing Verl. Gschl. 3, 71; Das Schrecken der 
Fe in der Druckerei. Salon 1, 336; Sol fragte beim 
Einsteigen in das Schiff der F. svgl. Kenrukteur]. 
Temme Krim. 3, 59; So ist es im Interesse der Lords .. 
diese wichtigen F-e ldie Jockersl freigebig zu bezahlen. 
Zoller Renn. 59 ꝛe.; (engl.) Coal-f— ((61—. (Kohlen- 
Fe). Hohl Engl. 2, 10 2e. — 3) (s. 2) Tauben- 
F.,-Züchter. pröhle 3. 184. orki, f.; -en: Amt, 
Wohnung eines Faktors (s. d. 2); Waarennieder- 
lage, Fabrik: Es, ist eine vollständige Baum- 
wollen-F., d. h. es wird die Baumwolle roh in 
Arbeit genommen, gereinigt, gesponnen u. gewebt. Kohl 
Engl. 2, 252; Jeder Distrikt lin der Manufalturgegenr) 
hat seinen eigenen Factory-Inspector (F.-Inspek- 
tor). 256; In dem s. g. Factories-Regulation 
lregjulcschen!) - Act (F.-Regulierungs-Gesetz). 
255; Dem Factory System (F.-Süstem). 13, vgl.: 
Das Factory-system (Fabrik. System). 210; Han- 
delsniederlassung in entfernten Gegenden (ogl. 
Expositur): Zwei Handels-Fen lder Phönicier] im 
pers. Meerbusen. Humboldi K. 2, 162 1c.; F. (od. 
Kommissions-, Auftrags-) = Handlung re. orielle, 
f.; —: (Math.) Das Prorukt a (a-#d) aA 24) 
(a 3ch .. la--#n— 10 dl, dessen Faktoren n auf 
einander folgende Glieder einer arithmetischen Reihe sinr, 
bezelchnet man durch das Zeichen anl 4 u. neunt dieses 
Zeichen lod. vielmehr das Produft] eine F., deren Basis 
a, Exponent n u. Differenz od. Unterschied d ist. Ohm 
Syst. 2, 4 (vgl. Fakultät 3) 2c. rferen, intr. 
(haben): als Faktor od.: mit einer fremden Fak- 
torei Geschäfte machen, vgl.: Was ich lang thät 
„ erfacteriern" #mit meinem geschwinden Prakticier'n. 
HSachs 3, 2, 33a, erhandeln, erwerben. orn 
(engl.), n., —s (f.); zories: s. Faftorei. Jötum 
(lat.), n., —#s; —#: „Mach-Alles“ (s. Fac; Totum), 
Jemand, der in einem gewissen Kreise Alles in 
Facultät 
Allem ist, Alles besorgt, v. dem Alles abhaͤngt 2c.: 
Seine Lohnbedienten= u. F.= Natur. Schwegler (40) 
284 7 - um, n., —s; za, zen (§ 24, 2, n.]: 
(vgl. Dict-um, -us), das Gethane, Geschehene, 
That, Begebenheit, Thatsache 2c.: Nur wenig Ein- 
geweihte waren mit Fakt a [Fakt-en, -is] vertraut, die re. 
Donk Bild. 1, 315; Die Wahrheit des F.]—sl#zu kon- 
statieren. fichte Nic. 27; Aus der Ubereinstimmung der 
Fakten. Geroinus Hist. 6, 639; Sh. 1, 189; Nun 
nannte man die Erklärung ein F. u. das F. gar zuletzt 
eine Sache. G. 39, 313; Daß die Jury einzig 
über das F. (matter of fact) . ihr Urtheil abglebt. 
püchler Süröstl. 1, 377 2c.; ferner z. B.: Fäcta in- 
föcta réddi nén pôssunt, Geschehnes lässt sich nicht 
ungeschehen machen; Fäcta loquintur, Thatsachen 
reden 2c.; Fäcta concludéntia, Thatsachen, aus 
denen sich Etwas mit Gewißheit folgern lässt; 
Fäcta commünia, Handlungen, in die Kläger u. 
Beklagter gewilligt; F. od. delletum (s. d.) col- 
pösum, dolösum 2c.; F. natũræ, eine natürl. Be- 
gebenheit, Zufall 2c.; ferner: Es ist Fäácti (That- 
sache), ist immer so gewesen 2e. W. 30, 293; Rés 
(s. d.), species (s. d.) fäcti 2c.; Fäcto, durch die 
That, thätlich: Er ist de fäcto, aber nicht de jüre 
lthatsächlicher, aber nicht rechtmäßiger] Besitzer; 
De fäcto et dbsque jüre, thatsächlich, aber ohne 
Recht od. widerrechtlich 2c.; In fäcto, in der That, 
wirklich; Ipso fäcto;, eigenmächtig ꝛe. ũr, f.; 
—en: 1) die Mache, in Bezug auf Kunstwerke: 
Diese absolute Ode rer specifisch-musikalischen F., dieser 
Mangel an jeglicher organischen Entwicklung rc. DBlöner 
(1867) 4, 1, ogl.: Werin die reale Aufführbark., die 
„facture"“ Ltür] eines Dramas bestebt. Holtei Cb. 
1, 17 2c. — 2) Verzeichnis v. Waaren, die ein 
Kaufmann erhält, u. die Preisberechnung 2c., 
auch: Faktura (engl. invoice) F(—a)= od. F-en- 
Buch, Waarenberechnungsbuch. urier (irz. 
—ührs), m., —; —: der das Fakturenbuch führt. 
J uriceren, tr.: die Faktura v. Waaren aufnehmen, 
machen. — Fäeul-a (lat.), f. [8 24, 11: (vgl. 
fæx) ein aus gepreßten Pflanzensäften sich zu Be- 
den setzendes Mehl, Satz-, nam. Kraft-Mehl (vgl. 
Amylon). nt, a.: hefig, trübe. nz, f.; Fen: 
Bodensatz, Hefe. — Facült-as (lat.), f. [8 21, 
3, Atis): Fähigk., Befähigung 2c.: Das Erämen 
pro facultäte docendi lin Betreff der Unterrichts- 
befähigung] 2c. ät, f.; —en; —#-: 1) Fähiak., 
das Vermögen, Etwas zu thun od. zu wirken, sich 
in bestimmter Weise der Thätigk. kund zu geben 2c.: 
Kunst, Gesellschaft, Religien sind F-en, die vom menschl. 
Leben unzertrennlich, progressiv u. ewig wle das Leben 
selbst sind. Mag. d. Ausld. 564a 2c. — 2) auf Hoch- 
schulen, eine der 4 hergebrachten Hauptabkheilun- 
gen der dort gelehrten Wissenschaften, die sämmt- 
lichen dazu gehörenden Professoren, die Gelehrten= 
Bank, -Zunst, -Innung: Die tbeolegische, meri- 
einische, juristische, philosorbische F.; Die Akten an eine 
[Iuristen-] F. zum Srruch senden (s. F—s-Erkennt= 
nis); Er schickte nach ein, 2, 3, 1 Un'versitäten,er 
fragte bei ein, 2, 3, 4 Fren. B. 66b; Was wäblet 
Ihr für eine F.7 [der Ihr studierend angehören
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        Facultativ 
wollt]. S. 11, 77; 32, 424 2c.; F-6-Assessor; 
.Beschluß;-Dekan;-Erkenntnis; = Gelehr- 
samkeit, = Gelehrter; Der Fischer sagt uns 
Sachen, die man bei all' den großen F-#-Perücken 
nicht zu hören bekommt. Bahrd! 1, 258; F—s-Wissen- 
schaften 2c. — 3) (Math.) Die Faktorielle 
(s. d.), deren Basis u. Differenz 1 u. deren Exponent 
nm ist, heißt rie nte F. u. wird kurch n! bezeichnet, vgl. 
Ohm Spst. 2, 17 2c. atio, a.: wozu Einem die 
Möglichk. gegeben ist, ohne daß aber ein Zwang 
dazu obwaltet; in das Belieben od. frei gestellt: 
Das Ministerium hatte die Ausdehnung der obliga- 
torischen Punzierung vorgeschlagen, die Kammer 
dem Spstem der f—en Punzierung den Vorzug gegeben. 
Uat 3. 21, 37; Der Uhnterricht im Französischen ist f., 
nicht obligatorisch 2c. iftl, m., -en, —s; —en: Fakul- 
tätsgelehrter. — Facünd (lat.), a.: beredt. -ia, 
f. [8 24, 11; -ität, f.; 0: Beredtsamk., Wohl- 
redenheit, Rednergabe. 
Fäl (pers.), u., —s; —§#: Buch-Orakel. . Die 
überall herkömml. Orakelfrage an irgend ein bedeutendes 
Vuch, zw. dessen Blälter man eine Nadel versenkt. 
Im Orient finden wir diese Sitte gleichfalls in Ubung, 
sie wird F. genannt. G. 4, 240. — Lalak (türk.), 
ah, n., —#; —#: das Holz zum Festschnüren Derer, 
die die Bastonade empfangen, — u.: Bastonade, 
s. Phalange. — Fäland: s. Voland. — Falärica, 
f. [8 24, 11): Art Brandgeschoß der Alten. — 
LFalb-ala (it. 2c.), f.; —#; m., n., —6; —: ge- 
fältelte Streifen od. Banden Zeug 2c. auf Frauen- 
kleider, Vorhänge 2c. aufgesetzt, Faltensaum: Wir 
hatten keine F-s zu zerreißen. G. 34, 215; Mit brei- 
ter F. Goner 1, 40; Mit einem weißatlasnen Rock, der 
ein Flor-F. hat, das 2c. Bahel 1, 94 2c. Jel, f.; 
— : Falbala: Eine in viele Fälichen zierl. gelegte 
Schlerpe od. F. Böniger Sab. 360; Die goldene Rock- 
F. 360; Ein kurzes Röckchen mit einer F. G. 21, 
269; Eine Stola, unten mit einer dunkleren, reich- 
gestickten Falbel (instita) geschmückt. Guhl 2, 233; Die 
Fälbelchen u. Falten. BRücherl 6, 91; Weiss Kost. 1, 
973 ; w. 15, 9 2c. — Faleidisch (lat.), a.: Das 
e Gesetz léK Falcidia), auf Antrag des Volks- 
tribuns Falcidius (40 vor Chr.) erlassen, wonach 
dem Erben mindestens ½ des Nachlasses (rie f-de 
Quart, quärta Falcidia) gebührt, also höchs#ens 
3¾ auf Legate kommen dürfen. — Pale-ifer 
(lat.), m. I§ 24, 2, iferi): Sichelträger. -iförm, 
a.: sichelförmig gekrümmt (vgl. Falr; Falkare; Falk, 
als der Vogel mit krummem Schnabel u. Klauen). 
— Taldage: s. Foldage. — Faldett-a (it.), k.; 
ee: Die F. ist ein langes Gewand lder Korsinnenl, meist 
v. schwarzer Farbe, dessen hinteres Ende über den Kopf 
geworfen wird. Gregorovius Kors. 1, 236; 259 2c. — 
Zaldfee: s. Foldfee. — Falding (engl. fälring), 
u., —; —#: Art grobes Tuch. — Faldistöri-um 
(mlat.), n., —; zen [824, 2, n.]: Klappstuhl, — 
bes.: Bischofssessel der röm. Kirche. weils Kost. 2, 
132; 796 (vgl. Fautenil). — Falehäjuh, m., ; 
—3: ein Singvogel in Neu-Südwallis 2c., Certhia 
carunculäta. Ohen 7, 195. — Falérner, m., „6; 
uv. : F., F.() Wein, berühmter Wein bei den Alten 
PFalso 373 
(nach seiner Heimat in Kampanien). platen 2, 205. 
— Fali-e (türk.), n., —s; —6: Zündloch. Hammer 
10, 317. éT schi, m., —s; —#: Zündlochbohrer. 
cebd. — Falk-ade (it. 2c.), f.; —n : Sprung eines 
Pferds mit gekrümmten Hinterbeinen (s. faleiform). 
une, f.; —n: Art Geschütz, s. Falkonze, ett. 
enter, m., —e)s; —e; -enterer, m., —; uv.: 
Falkner, Einer, der die Falken zur Beize abrichtet. 
-ieren, intr. (haben): eine Falkade machen. -ôönc, 
m., —6; —: Falkaune. -onarius, m. [824, 21: 
Falkenier. -oner#c, f. -(e)n: Falknerei. onéttt): 
1) n., —e)s; —e: kleine Falkaune: Dich stört kein 
Schwedenjagen, . kein krachend F. Freiligrah SW. 
1, 451 2c., vgl.: Anstatt der Stück, so die Alten im 
Brauch gehabt, macht man setzunder [(1641) Groß- 
falken, Falken u. Falkinetten. Garzoni 6 573 2c.; 
Falke netten. Fleming 203; 584. — 2) m.: Eigenn., 
z. B. eines Bankiers in Neapel (1 1837) u. da- 
nach: F—á, pl.: neapolitanische Staatspapiere 
(Certifikate). — Halläeia (lat.), f. [8 21, 11: 
Täuschung, Trug: F. öptica, Augentäuschung. 
—ös, à.: täuschend, trügerisch. — Fallärira (lat.), 
f. [8 24, 1): Art Wurfspeer. weiss Kost. 1, 683. 
— Fall-ibel (it.), a.: der Täuschung, dem Irr- 
thum unterworfen (frz. faillible). ibilität, f.; 
0: das Fallibel-Sein, Fehlbarkeit (frz. faillibilité). 
Keren, intr. (haben): (kaufm.) zahlungsunfähig, 
bankerott werden — nam.: unverschuldet ((s. 
Encykl. f. Kaufl. 335a), umwerfen (frz. faillièren). 
Timent, u., -(e)s; —#e: das Fallieren, der Banke- 
rott; auch: Auf das große F. [Fehlschlagen] des letz- 
ten Versuches hin. Fallmerayer Gs W. 2, 492 r2c.; auch: 
F-o, MzZ.: F-i (vralt.: Falle ment. Fischact Garg. 
54b) u. m. frz. Endung u. Ausspr.: Fallisse- 
ment [ängl, n., —; —§, z. B.: 26 Fallissements, 
meist in förma päüperis. Hai3. 20, 507 2c., vgl. 
(scz.) Faillite (faljirl, f.; +—. -it, m., en, 
(s); —en: Einer der falliert, auch adjektiv: Ein 
f—er Kaufmann; Einstellung F-er im Aktirbürgerrecht. 
Vat 3. 21, 277 2c., frz. Faillit (falsl, m., —#6; —S. 
Sôr: ich trüge, täusche mich: Ni f., wenn ich mich 
nicht irre 2c. — Fallopisch, a.: nach dem Ana- 
tomen Gabriel Fallöpia (1 1562) benannt, z. B.: 
Der s-e Gang od. die f—e Wasserleitung im Schläfen- 
bein (Fallõpii canälis); Das f—e Leistenband (Fallõpii 
ligaméntum); Die f-en Röhren (Fallõpii tũbæ), 
Muttertrompete 2c. — PFalquteren (frz. falt-), s. 
falkieren. — Falf-är (lat.), m., —e); -e, —en: 
Fälscher, nam. v. Schriften, Urkunden 2c. (vgl. 
Aulterätor). G. 6, 169; F-ien. Gutzkow Z. 5, 329 r2c., 
oft: F-ius [§ 21, 21, z. B. Kog. d. Austb. 36, 
60 ba; Na#3. 20, 439 kc. (frz. faussaire). akliön, 
f.; -en: Fälschung. ett, n., —e)s; -#e: Kopf- 
stimme (frz. fausset): F.- (od. Fistel-) Sänger; 
Stimme 2c. eitist, m.—en, —; —en: Falsettsänger. 
i: s. Falsum. eisieseren) tr.: (ver)faͤlschen. 
ifikat, n., —e)s; —e: ekwas Gefälschtes. Aeißner N. 
1, 49. Tifikation, f.; —en: Fälschung. -ificätor, 
m., S; ören (§ 24, 3, öris): Fälscher. -ilöquinm, 
n., -6; ken [8 24, 2, n.]): Lüge. imönia, f. 
[§ 24, 1); -imonf, f.; -(e)n; -itäl, f.; -en:
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        374 Falstaff 
Falschheit, Trug 2c. o (it.), a.: falsch: F. Bor- 
döne (s. d. 1), frz.: Faur-Bourdon (fo burdönql, 
mehrstimmiges Tonstück mit einförmig gleichmäßi- 
ger Begleitung. — Halstaff (engl.), m., —#; —: 
eine v. Shakespeare geschaffne komische Figur, ein 
aufschneiderischer, feiger, liederlicher Mensch, aber 
voll Witz u. Humor. Dazu: Mit F.'scher Groß- 
sprecherei. Spielhagen Pr. 7, 238; F-jäden: So 
legt' ich mich aus, so führt' ich meine Klinge. Uuge Fr3. 
2, 29 2c. — FPFals-um (lat.), n., —6; za [§ 24, 
2, n.): ekwas Falsches, eine Fälschung, Betrug 
(gr. Kakotechnion): Crimen fälsi, Verbrechen der 
Fälschung; auch (Rechenk.) Rögnla fälsi, Falsi= 
Rechnung, ein Rechenverfahren, mittels dessen man 
aus einem fälschlich (od. vielmehr willkürlich) an- 
genommnen Facit das richtige entwickelt. u 
a.: falsch: Crimen fälse monẽtæ, Verbrechen der 
Falschmünzerei. — Fäl-# (lat.), f. [8 24, 3, 
-eis): Sichel, Hippe (s. falciform): F. arboräria u. 
vinitöria, Garten= u. Winzermesser; Die zum Ein- 
reißen der Mauern benutzte Muauersichel, F. murälis. 
Weiss Kost. 1, 1256; Die s. g. Fälces naväles 
zum Zerschneiden der Taue. 1263 tc. 
Fäm-a (lat.), f. (-—, zens); 0 s8 23, 11: 
das Gerücht, der Ruf, — nam. personif. (vgl. 
Ossa 2). Namier Myth. 166, vgl. Sch. 39b; Auf F-s 
tansendfach rauschenden Flügeln] wird's. schallen. 
1 Ca; Frau F. geht vor u. bläst des Helden Sachen .. 
aus. Fieming 139; G. 1, 238; Wie F. spricht rc.; 
auch: Sälva f., ohne Benachtheiligung des guten 
Rufs c. — Fm-es (lat.), f. [8 24, 3, isl: 
Hunger (s. condimentum), Gier (s. aurum), — 
auch personif.: Die Gönin F. wäre also die .. Muse, 
welcher wir die Werke eines Dichters zu danken hätten, 
der 2c. W. HB. 2, 155. — Fam-ilia (lat.), k. 
I§S 24, 11: die Gesammtheit der zu einem Haus- 
wesen gehörigen Personen, sowohl der Verwantten 
des Hausherrn (s. Familie): Päter u. mäter f—3 
(seltner famĩliæ), Haus-Vater (-Herr) u.-Mutter, 
s. weiss Kost. 1, 1013 2c.; F. caritätis, Liebes- 
Familie, -Brüderschaft (s. Familist) 2c. als auch die 
Diener, Leute des Hausherrn (vgl. Famulus): 
Diese Sklavenschaar theilte sich, jenachdem sie mit der 
Besorgung der Geschäfte auf dem städtischen Grund- 
stück ihres Herrn beauftragt war od. zur Bewirthschaftung 
der ländlichen Villen verwandt wurde, in eine f. 
urbäna u. f. rüstica. Guhl 2, 277; Wiiss Kost. 1, 
1021 2c.; dann auch (vgl. Sippe) eine zusammen- 
gehörige Genossenschaft, nam.: Glarlakorenschulen. 
in welchen famĩliæ gladiatörum gehalten wurden. 333; 
Thierbeindigerkunststucke, welche v. den famĩliæ vena- 
töria produciert wurden. 343 2c. -iliär, m., —en, 
—6; -en: ein Vertrauter, Hausfreund 2c.: Diener, 
— nam.: F. der Inqulsition. Uosenkranz Poes. Gsch. 
598; 601: Die Inquisitoren u. ihre F-en. Gutzkow Z. 
9, 131; 433 2c. Tiliär, a.: vertraut, in der Weise 
eines zur Verwandtschaft Gehörigen 2c., vgl. 
scherzh.: Rothschild behandelte mich ganz wie seines 
Gleichen, ganz famillionär ls. Millionär]. Htine 
Reis. 3. 299 2c. Ciliäricus, u.: für die Familia. 
dienend: Die céllæ familiäricoe. Hôniger Sab. 365, 
Familie 
in altröm. Häusern Zimmer für die dort arbeiten- 
den Sklaven od. Sklavinnen. -iliaris, a.: fa- 
miliär, nam.: Spiritus s., ein vertranter, dienst- 
barer Geist, z. B. w. 15, 295. Jiliarissferen, 
tr.: heimisch, heimelig, vertraut, gleichsam zum 
Familienglied machen (s. vomesticieren); bes. refl.: 
sich familiär, sich vertraut machen mit Jemand, 
auch: mit Etwas. eiliarität, f.; —en: familiäres 
Benehmen und Kundgebungen eines solchen. 
Ziliäriler, adv.: familiär. ilie, f.; —n: (l. 
familia) Hausgenossenschaft, die Gesammtheit der 
unter einem Hausvater stehenren Verwandten, die 
Verwandtschaft, Sippschaft, Sippe, das Ge- 
schlecht 2c.: Die heilige F., die heilige Jungfrau, 
St. Joseph u. das Christuskind, — auch: ein 
Gemälde derselben. G. 3 1, 160 ꝛc.; ferner: Von 
F. (wie: v. Geburt) = v. vornehmer, v. Adel. 
sewald W. 1, 248; W. 31, 5 34 rc.; auch übrtr. auf 
eine Abtheilung, die Verwandtes u. Ahnliches um- 
fasst,z. B.: Homer u. seine F. ldie Dichter]. is, 
137 w., zumal in der Naturgsch.: Zünfte ed. Fen. 
Oken 3, 29; Bhurmeister gB. 1. 68; Tropische Pflan- 
zen. F— u. 2, 207 2c., vgl.: Die große Charte bo- 
tanigue . . machte mir die F—-n- Verhältnisse 
augenfälliger. G. 27, 215; außerdem z. B.: Die 
Ur. F. ist der Urstaat. Dahlmann 2c. U. als Bstw. 
z. B.: F—-n= Abend, abendliche Zusammenkunft 
v. Fen--Gliedern (vgl. Gesellschaft, „Kränzchen, 
Kaffe, Thee 2c.); Absichten; „Ahnlichkeit; 
Angelegenheit;-Anhang; Alles hat ein bäus- 
liches F-n= Ansehen. G. 32, 1293; F-n= Anzeige; 
Archiv; Auftritt, Scene; -Auskrag, 
Schiedsgericht bei F-n-Streitigkeiten; = Bande, 
.Verbindungen; -Becher, s.-Kxrug;= Begräb- 
nis, Erb-B.; .-Berathung; „Besitzthum); 
Beziehungen, -Bezüge; -Bibel, als F-n- 
Inventar, oft zugleich als eine Art F-n-Archiv 
(ähnlich . Gesangbuch; Postille ic.); Bild; 
.Briefe; Im Schatten der alten F-n--Buche,]die 
vorlängst uns bekannt mit schon answachsendem Namen. 
v. 1, 20; F-n-Bund;-Drama; Eigenbeir, 
Eigenthümlichkeit, Schlag; = Elend; = Em- 
pfindung, . Gefühl; = Erbe (n.), Besitzthum; 
Ereignis; Fehler; „Feindschaft, Zwist; 
Fest; Fideikkommiß; Frage; = Freude; 
.Freundschaft (Herrig 31, 396); Gefubl. = Ge- 
heimnis: „Geist (vgl. „Gefühl); = Gemälde; 
Gerlchtsbarkeit; = Gesangbuch, s. Bibel; 
Geschichte; -Gesellschaft, vgl. Abend# . Ge- 
walt: „Glied, Mitglied: „Glück; -Grab, 
.Gruft;= Gut, „Besitzz Handel, Sache; Hin- 
del, Zwist; Haß; Faupt; -Inventar(ium); 
Kaffe, s. . Abend; -Klatsch; Kongreß; 
Krankheit; „Krängchen, s. Abend; Kreis, 
„Zirkel; Krug, „Becher; = Labyrinth (ls. d.); 
Leben; „. Leiden; Jene Verkummrung des Gemutbs, 
welche der f—m. losen Erziehung anhaftet. Tttiischkt 
Hist. 125; Unser Mariagesriel ward, wo nicht zum 
Stiadt-, doch zum F-n--Märchen. G. 22, 265; Fu- 
Mutier; -Nachricht; Name: = Notb; Ord- 
nung; = Pakt;-Paviere; = Pietät;-Postille,
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        Familienhaft 
s. -Bibel;Rache; „Rath, v. Fen--Gliedern zur 
F—n -Berathung; -Recht; Reise; „Rücksicht; 
Sache, Handel; Seene, uftriktt; = Schatz; 
Schlag, Eigentbumlichkeit, vgl.: Einen katholischen 
National- u. F-n. Schnitt. G. Slein 2, 188, F-nu- 
Sinn; = Spazierfahrt;= Statut;-Stiftung; 
Stipendium; = Stolz;-Stück (vgl. -Inventar; 
.Gemälde; Drama); xTafel, s. Tisch; auch — 
Stammbaum; Tag, s. Abenr; -dest; Tisch, 
für die F—-n-Glieder (ohne fremde, eingeladne 
Gäste); „Trauer; „Tros; „Trubsal; -Tu- 
gend;-ÜUbel;= Ubereinkunft;-Uberraschung; 
.Umgang;= Umstände, „Rucksichten;-Urkunde; 
.Vater;-Verbindung; = Verein; = Verhält- 
nis (s. o.);-Vermächtnis; = Vertrag, -Paktc.; 
Wappen; weise, in, nach Fen (z. B. C. 5, 
850; Oken 7, 582 2c.);-Wesen; --Wohnung; 
.Zirkel, Kreis; -Zug, Ibnlichkeit, auch: Kara- 
vane aus Gliedern einer Familie. S. 18, 4; 28 2c.; 
Zusammenkunft; -Zustand; -Z3wist cc. 
Silienhaft, a.: in der Art der Familie, ihr gemäß, 
darin herrschend 2c. Auerbach Höh. 1, 6; Sch B. 35; 
297; Leb. 2, 8; Gortenl. 15, 592a;z b; Gernzb. 26, 
4, 337; Harmann Nat. 1, 8; Nov. 2, 72 2c.; 
Figkeit. Perthes Leb. 2, 120; Scherr Stud. 1, 71#. 
-lkenthum, n., -(e)s; 0: Familienhaftigk., Fa- 
milien-Leben, -Wesen: Frieden des gluckl., bürgerl. 
s.Aletis Neap. 54 2c. Cilièrement (frz. ihljär'- 
mäng), adv.: familiariter. ilifl, m., -en, -##; -en: 
Anhänger der Liebesbrüderschaft (Familia cari- 
tätis), einer Sekte des 16. Zahrh. eille (frz. 
Zilf'), k.; —#: Familie: En lang] f., im Familien= 
kreise. „ilp (engl. fämmili), f.; zilies: Familie: 
F. cömpact. Familien-Verein,-Bund 2c. — Famis, 
m.: golddurchwirktes Seirenzeug. Heyst. — Famn 
(schwed.), m., uv.; -ar: Faden, Klaster, s. fathom. 
— HFam-ös (lat., -38, frz.), a.: ruhmvoll: 
vielbesprochen. G. 22, 247; 23, 95 rc., Nnam. als 
bewundernder Ausruf, wie prächtig. ausgezeichnet 2c. 
Holiti Es. 3, 163 (s. fashionable); Kreiligrath 2, 141; 
F. .. Das Reeept zu einer s—en Bowle. Spirlhagen 
Pr. 3, 127; 8967 1c.; auch: F-e., f.: Art Nelke, 
deren Blüthenblätter oben farbig, unten weiß. 
Sosität, f.; 0: das Famossein. ôfus, a.: fa- 
mos; auch — ehrenrührig, z. B.: Famösa dctio 
(s. d.); F. libéllus, Schmähschrift, Libell; Fa- 
mösum judicium, entebrendes Urtheil; cärmen, 
Schmähgedicht 2c. — Fämul-a (lat.), f. [8 24, 
1]: weiblicher Famulus (s. d.). -ant, m., -en, 
(—); -en: ein als Famulus Fungierender. Kanm 
11, 1, 73 2c. -atür, f.; —en: Funktion u. Amt 
eines Famulus. Sahrt 1, 18 cc. en, intr. 
(haben): dienen, als Famulus fungieren. Gernzb. 
25, 2, 214:; 434; 436 2c. -us, m., uv.; -i 
[8 24, 21: Diener, nam. — Amanuenfis (s. d.). 
G. 11, 24; 12, 85; Ein Affe, der bei einem Bio- 
graphen! als F. gedient. Namlter 2, 454; Wurden 
Amatoren, Virtuosen, Famuli u. Famuls der Musen. 
Wacktin. 2, 93321 (H.); Dann bleibt Er ler Schul- 
meister] nicht mehr F., s der die Agende tragen muß ldem 
Pfarrer]. 12231 (Langbein); Paracelsus. .. Sein F. 
Fanen 375 
w. 36, 13 ꝛc.; Sabbat-F. ldes jũd. Arztesl. tankt 
Zer. 1, 228. 
Tan-l (frz.), m., (n.) —(e); -e, (zäle): 
1) Leucht-, Feuerthurm: Einen F. zu bauen. Den 
Farv vollendet. Gregorovius Kors. 2, 213 2c., s. Fanar. 
— 2) (s. 1) Schiffslaterne. fronkl Zer. 1, 197 re., 
Schiffs-. F., bes. — Achter- Hinter-F., am 
Heckberd; ferner Diebs-F., Blendlaterne (Kuckuck; 
Schlunsfe)) Kraut-F., F. der Pulverkammer: 
Schlacht- F., zur Erleuchtung der Batterien. — 
3) (s. 1) Feuerzeichen, um Truppen zu allarmieren 
(s. d. u. Lärmüignal); Lärmstange 2c.: Diese beiden 
Fan äle. Milarch Strel. Hus. 62; 65 (F-e. 6 1) rc.; 
Die Kriegs-F-e begannen, auf den Grenzhöhen der 
reutschen Gauen zu lodern. Wochenhulen Tagb. 1 te.; 
Damrf- F., aus Stoffen, die viel Rauch ent- 
wickeln, um auch bei Tage weithin gesehn zu wer- 
den; Nachr-: Tag. F. — Lanam (vortug.), m., 
— ; s: ostind. Münze, z. B.: Steinragoren (/. d.) 
zu 12 F—s à 80 Cashes. Cneohl. f. Kauf. 5 45a 2c. 
(s. Paunchea), auch Fan-e, um. — Lanar (ugr.), 
n., —; e: Leuchtthurm (s. Fanal 1 u. Nos= Ins. 
2, 155) u. danach: das griech. Quartier in Kon- 
stantinopel: Die Paläste des, Pbanar “. Zinktisen Gsch. 
Griech. 3, 39; ZBtandis Gr. 2, 188 1c., s. das 
Folg. iöt, m., —en, (—#); -en: Bewohner des 
Fanars, nam. die aus den alt-edeln Geschlechtern 
v. Byzanz: Daß rieses niedergebeugte Geschlecht, diese 
v. einem abgelegenen Quartier benamseten F-en zu An- 
fang des 18. Jahrb.. an den ersten Stellen des 
Reichs hervortreten. C. 33, 329 (vgI. : Sie nah- 
men das Quartier ein, welches vom nabe belegenen Thore 
den Zunamen vom Fanal erbielt. 327), s. auch Lan- 
ders Kutr. 164. — Fanät-ica (it.), f.; -iche likel: 
Fanatikerin. Jausbl. (67) 2, 117. Siker, m., ; 
uv.: schwärmerischer Eiferer, nam. religiöser (vgl. 
Entbusiast): Der F. geht in der Schwirmerei bis zur 
Wuth der Zerfleischung seiner selbst u. Anderer im pby- 
sischen u. moralischen Sinne u. bewaffnet darum gern den 
weltl. Arm gegen Andersdenkende. W. 35, 135 2c.; 
weibl.: F-in (it.: Fanati-co, Mz.: Schi (kil; 
weibl.: T# ꝛc.). Tisch, a.: schwärmerisch-eifernd: 
Der Tuürke ist tief religiös, aber nicht mehr f. Frankl 
Zer. 1, 192; lat. fanäticus, frz. fanatique 
□ntl. Sisieren, tr.: in Fanatismus versetzen; 
intr. (haben): darin sein. ismo (it.), m., uv.; 
elsmi: Fanatismus, Begeistrung, Ertase: Alles 
bricht in ppramidalen Zubel. in „F.“ aus. Gutzkon 3. 
J, 7 2c., auch: Herr v. Pötzl war F. 164 2c. Cismus, 
m., uv.; -ismen: schwärmertscher (nam. Glau- 
bens-) Eifer (vgl. Enthusiosmus): Aus Inter- 
essen-- F. Ual 3#. 21, 221: Religions= F. Sch. 
9 2ce. — Tanch-on (frz. fangschöng), f.; —s: 
weibl. Vorname; danach: Art Damenkeeffüre: 
F.-= Häubchen. Lewald Genf 58 2c. Jonetle, f.; 
—n , —6#: Art feines Gebiäck, Kuchen. Scheible 
Kochb. 140 2c. — PFanrier (engl. fänßjer), m., 
—; —s6: Liebhaber v. Etwas: Flower- Ilär# 
f., s. Fleuriste. — Fanciüll-o (it. kantschu# rc.), n., 
s; —, -i: Kind. Schücking Künstl. Leid. 258 2c., 
vgl. Fant. — Fanc-##(engl. fänßi), f.; -ies:
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        Fancher 
376 
Phantasie (s. d. u. Fantaisie), Laune, Geschmacks-, 
Modesache 2c.: Geranien, nam. Fancles Im. best. 
Zeichnungl. Hackländer Heidh. 161 2c.; F.-Artikel, 
Modewaaren; F.-Fair lferl, Modewaaren-Markt, 
nam. (wie Bazar): ein zu Wohlthätigkeitszwecken 
veranstalteter Markt v. allerlei durch Beisteuern 
zusammengekommnen Verkaufs-Ggstdn; F.-Franchise 
(s. d.); F.= Goods lguddsl, etwa unfre Galanterie- 
waaren. Uodenberg InsHeil. 2, 87; F.-cloth kklöth! 
od. -weaving luwtwings, gemustertes, fagonniertes 
Zeug; F.-mantllila, Art gemustertes flockiges 
Mantelzeug. Zazat 13, 375; F.--net, gemusterter 
Spitzengrund; F.-tweel ltwill, Körper mit 2 
gleichen od. rechten Seiten 2c. -ner: s. Fancier. — 
Fandängo (span.), m., —; -S: span. Nationaltanz 
in 3¾ Takt mit Kastagnetten 2c. — Fandaröle 
(frz. fangd r2c.), f.; In: leichter provenzalischer 
Tanz in /8 Takt, auch: Farand-ole, ule. Düringer 
382. — Lankg-a (span.), f. —s: ein Hohlmaß#c. 
(s. Almud, Arroba), port.: Fanga. -ãda, k.; —#: 
ein Feldmaß: Die Yugada hat 6 Cahtzadas à 6 F-S. 
Die F. enthält 200 Quadrat-Braças. Entykl. f. Kaufl. 
739b. — Fanfar--e (frz. fangfär), f.; —n: kurzes 
schmetterndes Tonstück, Trompetentusch, Jagd- 
musik (s. Chasse), Trompetensignal zum Angrifs, 
für die Kavallerie 2c.; auch übertr.: Ihre lder 
Lerche] schmetternde Frühlings= F. Scheir Gr. 2, 
139; Kriegs-Fen. salmttayer Gs W. 2, 121; Die 
Triumph-##n unserer Partikularisten. Nat.3.#21, 
233:; Die aus gellendem Pfeifen u. Hurrahrusen eigen- 
thümlich komponierte Volls- F. Spielhagen Pr. 8, 
117 r. Sen, intr. (haben): in Fanfaren tönen, 
schmettern: Triumpht es wie f-de Trompeten. Schiller- 
denkmal 1, 120 (Scherenberg). —951 interj.: F.“ mit 
furchtbarer Gewalt u. donnerndem Hurrah mitten hinein 
in den Felnd! Gartenl!“ 14, 52 6a 21c. Jon (Cöng), m., 
—6; —#: Großprahler, Eisenfresser 2c. (vgl. Gas- 
cogner 2c.). onnädc, -onnerĩt, f.; —m: Prah- 
lerei, Aufschneiderei, Gasconade. onnkeren, 
intr. (haben): prahlen, aufschneiden r. — 
Fanfreluche (frz. fangfrlüsch), f.; —n: 1) Flitter- 
puß. — 2) eine böse Fee: Die rachedürstenden bösen 
Feen . .. Die Fanferluchen. w. 10, 234; 1, 17; 
249. — LHänga; s. Fancga. — Fanikren (frz.), 
intr. (sein): welk, falb, matt, glanzlos werden: 
Deren Ameublement jedoch, faniert u. mesquin, diesen 
stolzen Räumen nicht entspricht. pückler Südöstl. 1, 
331. — FHFanikät (nlat.), f.; —en: Tempel- 
Weihung (s. Fanum). — Fanhwas, pl.: Bez. 
der (europäischen) Fremden in China u. Japan. 
Westermann 3, 280a; Nach den Fanquais (fremden 
Teufeln) zu blicken. WHeint Weltr. 2, 108 (vgl. Fran- 
ken). — Fano, m., —#; —#: s. Fanam. — LSanon 
(frz. —öng), m., —6; —6 : etwas lappenartig Nieder- 
hangendes (vgl. Fahne), z. B.: Wamme des Rind- 
viehs; Walfischbarte; Fessel-Locke des Pferds rc.; 
nam, auch bei den kathol. Geistl. — Manivulum u. 
Orale; bes. Sucdarium, ein Zeugstreifen am Abt- 
stab. Weise Kost. 2, 705 2c.; ferner (Wundarzn.): 
Schienen bei Beiubriüchen 2c. — Länqnais: s. 
Fankwas. — Könt (it.), m., —(e)s; -e, (Finte); 
Fari 
Fäntchen, lein: ein junger Bursche, oft mit dem 
Nbnbegriff des Leichten, Lockern, s. Ss. (vgl. Fan- 
ciullo, Fantoecio). — Fantange: s. Fontange. — 
Fank-aiss (srz. fangtäs-), f.; —s; -asiẽ (it.); 
asf feren 2c.: s. Phantasie 2c. — Fanten, pl.: Zi- 
geuner in Norwegen. Solon 1, 231 f. — Fantörc- 
lino (it. —otsc-), m., —#; zini: Puppe; Mz.: 
Puppentheater. -io, m., -6; -i: Puppe (vgl. Fant). 
— Fanum: 1) llat., § 24, 2, n. ]: Tempel (vgl. 
profan): Unter Fäna begriff man zunächst die fur den 
Bau des Tempels bestimmten u. die zu ihm gehörenden 
Plätze, soweit sie konselriert worden waren. Wiiss Kost. 
1, 1208.— 2) s. Fanam. — Faquin (frz. fakeng), 
m., —8; —s: (s. Facchino): Wicht, Schelm rc.; 
Strohmann, nam. die Holzfigur, gegen die man 
bei Ubungen zum Turnier die Lanze einlegt 
(Quint-an, alne). -inerĩẽ, f.; —eyn; Sismus, 
m.; zismen: Schelmen-, Schurkenstreich. 
Fär: 1) llat., § 24, 3, n., Tis): Dinkel, 
Spelt, s. farina. — 2) (it.) thun, machen (auch 
fare): Das dolce (s. d.) F. niénte (s. d.); F. le 
côörna (s. d.). — TLard (it.): wird machen 2c., 
z. B.: Ltälia f. da (s. d.) S22. — Farad-an 
(engl. färrädeh), m. : Name eines berühmten Natur- 
forschers, der 1831 die Induktionselektricität (den 
Faradismug) entdeckte. -isalion, f.; en: die 
Anwendung der Induktionselektricität zu ärztl. 
Zwecken, s. Garienl. 14, 688 2c. — Faramusch: 
s. Farmassun. — Farand-ole (frz. farangdöl), 
onle (— ü), f.; —## : s. Fandarole. — PFaräng, 
m., —§#: —s6: (in Siam 2c.) = Franke (s. d. c), 
Europäer. Globue 6, 6b. — PHaras (arab.), m.: 
Pferd; Springer im Schachspiel. Peictmann Or. 
1, 160. — Farasöänge (yers.), f.; —n: per- 
sische Meile: Zehn Fn weit. Schac 2, 228, 
auch: Farsang, m.; Etwa 1 ½ Farsach. Petermann 
Or. 2, 252; 260; 171 c.; Parasange. — Farc-# 
(frz. sarß'), f.; —n: 1) (Kochk.) kleingehacktes 
Fleisch ꝛe. mit Semmel rc. entw. zur Füllung 
(zum s. g. Farcieren) dienend od. als selbständiges 
Gericht: Fisch-; Fleisch-F. 2c.; auch: Kalbfleisch- 
Farsch (m.). 3p. 21, 105 2c. — 2) (s. 1) gein 
Mischmasch von Allerlei“ (s. f. 11, 274), eine 
Komödie, die bloß Lachen erregen will, Posse 2c. 
Sch. 1226 a; auch übrtr. 185a; w. 30, 325) 36, 
4 2c. erte, f.; +eyn: Possenreißerei. -eur (—)), 
m., —#: —, —e: Possenreißer. -ieren, tr.: mit 
Farce füllen; vollstopfen 2c.; Fareiert, s. Dolmusch. 
— Pardelll) (it.), n., —#; uv.: Bündel; ein 
schwüäb. Tuchmaß v. 1080 Ellen. — Fardieren. 
(frz.), tr.: schminfen; verhehlen. — Fare: s. 
Far 2. — Farsarelle (it.), k.; —n#: kleiner 
Schmetterling, Motte. G. 12, 84; Du bist besessen, 
Fen sind dir in den Leib gefahren. 8. 23 (vgl. 
Grille 2c.; auch Farfarcllo, böser Geist). — 
Lärgard (pers.), m., —#; —: Abschnitt, nam. 
des Vendidad's, eines Theils der Zenravesia (s. d.). 
Rasenkranz Psch. 114. — Fargot (frz. —5), m., 
—# : —#S: in Belgien, Frachtst#ck v. etwa 11½ Ctlr. 
— Fari (lat.): sprechen, sagen: Der fromme Wunsch 
der juvenallschen lhorazlschen) Amme: Sépere et f.
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        Faribole 
qucd séntias (weise zu sein u. zu sagen, was man 
denktl. w. 29, 114 (vgl. HB. 1, 87). — TLaribole 
(frz.), f.; —n: Albernheit, Posse. — Farin, m., 
—(eys; e: ein als Pulver od. Mehl in den Handel 
kommender Zucker. Knapp Techn. 2, 181; Gelber, 
weißer F., F.-, Puder-Zucker 2c., vgl. Cassonade. -a 
(lat.), f. [8 24, 1): Mehl (vgl. Far): F. hördef 
præparãta, zubereitetes Gerstenmehl rc., vgl.: Die 
Stelle des Brots vertritt Farinha, d. i. ein Mehl 
aus Mais in den kältern, aus Mandiokwurzeln in den 
wärmeren Strichen. Ausld. 39, 1182a; 440a; Halb 
gedörrt u. noch weich ist das [Mandiok-) Mehl schon 
eßbar u. heißt Farinha reläda, ganz gedörrt Farinha 
sẽea. Okhen 3, 1597. inös, a.: mehlig; (Mal.) 
weißlich, mattfarbig. — Färing: s. Fierding. — 
HFäris (türk.), m., uv.; uv.: Reiter. Hammer 10, 
347. — Färkale: Silberpavian (s. d.). Brehm 
Hab. 58. — Färm (engl.), f.; Sen; m., —e)s; 
—#, —e: Pachthof, Meierei, Landbesitz in Nord- 
amerika. Kücnberger Am. 338 (fem.); 287 (masc.) 
cc., vgl. Ferme. — Farmassun, m., —8; —: F., 
d. h. lturk.] franc-magon ss. d.), Freimaurer. Grenzb. 
26, 1, 306; Farmason's. Unter diesem Worte, 
welches urspr. „Freimaurer" bez., verstehen sie die sitt- 
lich u. religiös verderbtesten Menschen. .Es ist das 
größte Schimpfwort in dem Orlent. Peittmann Or. 1, 
322, vgl.: Das Freimaurerthum .., auf persisch Fa- 
ramusch Chane (Haus der Vergessenbeit) re. Glodus 9, 
183b cc. — Färm-en (engl.), intr. (haben): als 
Farmer leben u. wirthschaften; Landwitthschaft 
treiben. -er, m., —s; uv.: Farm-Besitzer. erei, 
f.; —en: Farmerwirthschaft: F. erlernen. Ruppius 
Sürw. 11 ꝛc. — Farniente: s. Far 2. — Faro: 
1) (it.) m., —S; —#: Leuchtthurm, s. Pharus, vgl. 
Fanal; dazu: F. di Messina, die Meerenge zw. Süd- 
italien u. Sicilien (nach dem Cãpo di F., der 
Nordostspitze Sieiliens mit einem Leuchtthurm; 
auch F., sicilianischer Wein v. dort). — 2) n., —; 
(—8): a) Art Hasardspiel mit frz. Karten, auch 
Pharao (s. d.). — b) ein beliebtes Bier in Belgien 
von saurem Geschmack. Kormorsch 1, 224; Hausbt. 
(56) 1, 407 r4. — Farouche (sfrz. —sch’'), a.: 
wild, scheuꝛe. — Farräg-inös (nlat.), a.: einen 
Mischmasch bildend 2c. Jo (lat.), f. [5 24, 3, 
#inis): Mischmasch, buntes Allerlei zc. — Farrah! 
Ccelt.): F.“ F.“ (kämpft wacker, gleich Männern!), der 
Schlachtenruf der Irländer, woher das moderne Hurrah, 
Hurrahl abgeleitet sein soll. Na#3. 21, 279, vgl. 
rufs. Ura. — Färs-ach; -ang, m., —s; —: s. 
Farasange. — Färt (engl.), m., —6; —: Furz, 
s. F.-Cascher. — Färthing (engl. färdh rc.), m., 
—#8#; —# : „Vierding“ (. d. Ss., U. Fierding, Fjerding), 
1/8 Penny (s. d.). Nodenberg Ins. Heil. 1, 191. kale 
C□gall), m., —s; —s: Reifrock, — Verdrehung aus 
vertugale (s. d.). — Farte-catcher (engl. 
fäbrtkätscher)h, m., —##; —s: „Furz-Greifer, 
-Fänger“; Die F-s des Meisters verehren nach F.- 
Manier die Erkremente ihres Tale Lama. Scherr Mix. 
182; 226 (Reim: Klätscher); Stud. 2, 204; Bl. 
3, 334; 572 ½. — Lärt-or (lat.), m. (§ 21, 
3, öris): Einer, der Gänse 2c. stopft (nudelt) 
PFascinalion 377 
u. fett macht. Böniger Sab. 319. — FParnd: f. 
Marone. 
Häs (lat.), n.: Recht, Ggstz nẽfas, Unrecht: 
Pér f. Ct nstas, auf jede Weise, mittels Rechts u. 
Unrechts 2c. — Fasaän (gr.), m., —#(e)s, —en; -e, 
—en: ein hühnerartiger, wohlschmeckender Vogel 
mit buntem Gefieder u. verlängerten Schwanz= 
ledern, Phasiänus (d. h. der Vogel „vom Fluß 
Phasis“ in Kolchis): Der F. falzt, trommelt rc.; 
sprchw.: Du isst F-en u. achzest dabei; Wer Fen 
schießen will, muß sich still halten r2c. (s. Ss.) 2c.; Dcut- 
scher F. Auer-, Birkhahn r2c. (vgl.: Amsein u. 
Phasen. Waldis Es. 2, 31115, Reim: Hasen) rc.; 
auch v. ähnl. Vögeln: Fasänchen. Gartenl. 16, 
392; Fl(-#e#n)= Hahn;= Huhn, Henne; Küch- 
lein 2c., ferner z. B.:-Beller, Hund zur F-en- 
Jagd;-Ei; „Garten: „Gehege; Haus; 
Jagd; -Kraut, SOrobus vérnus rc.; „ Rauch, 
zum Locken, Ködern der F-e; Schnecke, Bücci- 
num austräle ꝛe.; „Schweif, auch der durch 
Stutzen ähnliche eines Pferds; Strauch, Colũtea 
arboréscens; Wärter, - Wärterei ie. Zsstzgu 
z. B.: Berg- F., deutscher F. (s. o.); Gold-F., 
Ph. pletus, auch z. B.: Mit ihren beiden decentesten 
Goldfasänchen [Mädchen]. Hollei Es. 2, 99; ferner 
für Goldstück (s. u.: Silber-F.); Meer-, See-F.; 
Pfau= #F., Ph. ä#rgus; See= F., st. Löffel-Ente; 
aber auch ein Fisch, Glatt-Butte (ähnlichen Ge- 
schmacks); Silber-= F., Ph. nyethsmerus; Silber- 
fasänchen. Gartenl. 16, 392b; aber auch: Wenn ich 
dir die blauken Goldfüchse od. Silber-F-en in die 
Schurze werfe. Berl. Monlagsz. 6, 23; Ur-F., deut- 
scher F. (s. o.) 2c. (-.ref. Döbei 1, 1 33 1c.), -eriff, 
f.; —+Xeyn: Ort, wo Fasanen gehalten u. gehegt 
werden (Fasangarten 2c.); Kunst ihrer Wartung 2c. 
— Fasces: s. Fascis. — Fäsch: s. fashienable. 
— Faschine (krz., vgl. fascis), k.; —n: Reis- 
bündel, Welle, wie sie nam. im Wasserbau u. bei 
Befestigungen gebraucht werden: Daß solchehemmen- 
den Gesetze den F- n gleichen. Anfänglich fließt das 
Wasser frei durch, aber nach u. nach führen Zeit u. Ar- 
beit so viel Sand u. Erde herbei, daß endlich ein fester 
Damm daraus wird. Börn## Par. 1, 299; Das die 
Deutschen den Franzosen für Vorfechter, für Schanzkörb' 
u. lebendige F—n dienen mussen 2c. Simplitissimus 1, 
33928 2c.; Batterie-; Deck-j Tracier= dd. 
Trancheée-Fn szur Markierung der auszuführen- 
den Laufgräben bei Belagrungen): Wasser- 
F—n 2c.; F—-n- Bank, worauf sie gebunden werden; 
.Bund;-Damm; Lebre, zur Bestimmung der 
gehörigen Form u. Grötze; „Messer c. — 
Fasching, n., —(e)s; —e: (obrd.) — Karneval 
(s. d. u. Ss.). — TLaschire: s. Chilat. — Fascia 
(lat.), f. [8 24, 1): Binde, s. tænia. iatiön, 
f.; —-en: Fasciierung -iĩeren, tr.: mit (od. wie 
mit) Binden umwickeln: Einen bandartigen (fas- 
ciierten) Stengel eines Kürbisses. Ual3. 18, 527 2cc. 
Sikel, m., —;; ur.; -iculus, m. (§ 21, 21: 
Bündel, etwas Zusammengebundnes: Akten= (. d.) 
F. 2c. -ihulseren, tr.: in Faseikel binden, heften. 
— Fascin-atiön (lat.), f.; —en: Fascinierung.
        <pb n="394" />
        Faseinieren 
378 
bezaubern, verblenden: Deren Blick 
durch die magische Gewalt des englischen Gestirns 
[Newion's] fasciniert worden. G. 39, 316; w. 3 
182 c. — JSacriola (lat.), f. [8 24, 1#: kleine 
Fascia od. Binde, Bändchen. Weiss Kost. 1, 993. 
— Faceis (lat.), m. I§ 24, 3. uv.]: Bündel, 
etwas Jusämmengebunknes, z. B. (von Papier) 
F. mãjor, Ballen; minor, Nies; nam. aber in 
Mz.: Die Fasces, im alten Nom das den höchsten 
obrigkeitlichen Personen von den Liktoren (s. d.) 
vorgetragne Bund Stecken mit Beilen (s. weiss 
Kost. 1, 1035; 1038); auch übrtr.: Das lesende u. 
urtheilende Publikum glaubt, wie das röm. Volk, seine 
Fasces geben u. widernehmen zu können, wem u. wann 
es will. w. HB. 1, 297 ꝛc. — Fasle, (Yöle: 
s. Phaseole. — Faseljan, m., 2 e, —6: 
(s. Grobianus) Faseler: Die F-s. Proyfen A. 3, 26. 
— Fashion (engl. fäschn), f.; —#: Fagen (s. d.), 
das Sein commo il kant in Tracht, Kleiderschnitt, 
Mode, Lebensart, Stand 2c. Jabililät (—# #—), f.; 
0: das Fashionable-Sein: Die F. ihrer äußern Er- 
scheinung. Dviertelj. 24, 305 2c. able (-eb'l): 1) 
a.: modisch, fein, der Welt u. Lebensart gemäß. 
Eichendorff GschDr. 88; Alles glatt u. f. [Reim: 
Säbels. Freiligrath Sw. 1. 230 2c., vgl. (holl.): Ich 
war nicht fatsoenlijk, nicht holländisch gekleidet. 
Hoffmann-F. Leb. 1, 264; Flotte Wiener, die man im 
Jargon der Kaiserstadt mit „fäsch“ bezeichnet, ein Wort, 
welches die brittische Abstammung schon vergaß u. ebenso 
wiencrisch deutsch geworden ist, wie „famos, klassisch“. 
Hollei Es. 3, 163; Da fuhr ein Fiaker vor, ein 
„fescher". Trenst. 1, 293; Die Putzmacherin ist 
fesch, kokeit. Kotalschen Std S. (1860) 191; Die 
zleschese", hubscheste von Allen. Salon 3, 197 (vgl. 
red 2c. — 2) m., — ; —: ein f-er Mann, auch 
Fashionist, m., —en, —; -en. — Fäss (ar.): 
Diese Handhaue heißt bel den Fellahs F. Ausld. 39, 
837b. — Kasait, m. , —(e); -e: s. Bailalit. — 
Fassion (lat.), f.; —en: Geständnis, Bekenntnis; 
bes. bei der Vermögensstener K. die Angabe der zu 
versteuernden Summe u. der darüber ausgestellte 
Schein. — HFafsag (walis.), n., —#s; —#: Als Aicht 
brannte ein Stuck geölten Torfs, F. genannt, in einer 
eisernen Gabel. Nodenderg Ins. Heil. 2, 184; Ein neues 
F. aufgesteckt. 185. — Zaslage (äsbe), f.; -n: s. 
Fustage. — Fasle (frz. fast'), m., uv.; 0: Pracht, 
Prunk, Gepränge. — Käflen (lat.), pl.: Fasti. 
— Fasler (engl.), a., KRompar. zu fast: schneller, 
z. B. (in der Abkürz.: f.) auf den Stellscheiben 
ggl. Uhren. — Fäsli, bl. [8 24, 21: im alten 
Rom, Verzeichnis der dres (s. d.) f. im Ggstz der 
nefasti, ein Kalender, Festkalender. z. B. der Pon- 
tifices F. minöres); auch eine dem Datum folgende 
Chronik, Sahrbuch, z. B. F. majõres od. Cahitolini, 
auf dem Kapitol aufgestellte marmorne Zeittafeln 
zum Gedächtnis wichtiger Daten u. Begeben- 
heiten c. — TLaslid- teren (lat.), tr.: Etwas stelzt 
verachten, verschmähen 2c. — is, u.: Ekel, Wider= 
willen erregend od. —: solchen hegend, zuhernd: 
stelz u. verächtlich herabsehnd 2c. iofilät, .; 
fastiriöses Wesen. -ium (§ 24, 2, u.]: i 
rren, tr.: 
Faltha 
Verachtung, Widerwillen, Ekel vor Etwas. — 
Talig-ation (lat.), f.; -en: Fastigierung. 
ckeren, tr.:; giebelförmig zusritzen. -ium, n., 
–6 -len [8 24, 2, n.]: Giebel (vgl. Aetom; Feen- 
ton vr.); ragende Spitze c. — Fasl-öso (it. 8 
(Muf.) prächtig, feierlich. —#ö# (frz.), a.: 
prächtig, prangend, hoffährtig. - us (lat.), m. 
!§T 24, 4): Stolz c. — Faß-ade, en; -elte; 
Son: s. Fag-ade c. 
Tat (frz. fä), m., —#; —#: Geck, Einfalts- 
pinsel (s. Fatuns). — LFat-a: 1) (lat.) pl. von 
fatum (s. d.). — 2) (it., vgl. 1 u. Simroch Myth. 
382) f.; ze: Fee (s. d.), bes.: F. (od. die Fec) 
Morgäna, die ihre Zaubermacht nam. in Luftspieg- 
lungen zeigt, u. daher auch: diese Erscheinung: 
Das die unter dem Namen F. Morgana bekannten Er- 
scheinungen eine Wirkung der Luftspieglung sind. Sie 
werden zu Neapel, zu Reggio u. an den Küsien von 
Sieilien beobachtet. Auf einmal sieht man in großer 
Entfernung in den Lüsten Ruinen, Säulen, Schlösser, 
Paläste, kurz eine Menge v. Ggsten, deren Anblick sich 
fortwährend ändert. .. Diese feenbafte Erscheinung 2c. 
Houillet 2, 570; „Als F. Morgana“.] Ja wrhl, als 
Kimmung u. Luftspiegelung. Bücker Col. 46; frankt 
Zer. 1, 377; Spielhagen Hammer 3, 21; Ein solch 
wunderliches Luftgemälde, daß F. Morgana felbst es 
nicht feltsamer hätte durch einander wirken können. G. 
16, 216 „2c., auch: Durch ein Prisma v. einem so 
gearteten Exemplar [Dovpelspatbl wurde man die be- 
wundernswürdigste F. Worga gna vorstellen können. 
37, 310 c.; Mz.: Das Auge sah in Allem nur die 
herrlichsten F. Morganen der Ahnung. Gutzkow 3. 
6, 47; Schön. Sinnd. 172 kc. U. : Wie leichte Wolken- 
gebilde u. Luftschlösser der Fec Morgana in Nichts dabin 
geschwunden. w. 32, 123 (u. Anm. 120) 2c., J. 
Hägring. al (lat.), a.: 1) verhängnis-, unheil- 
voll: Auf den f-en Feldern v. Mantinea. Falmtraher 
Mor. 1, 14 ½. — 2) widerwärtig: Eine s—e Race. 
Focster Br. 2, 531; Das ist f., eine —e Geschichte rc. 
üälc, n., —6: zällen s8 24, 3, n., is, Mz.; jal: 
(Recht öspr.) eine Frist, die eine Partei nicht ohne 
Verlust ihres Rechts verstreichen lassen darf, Noth- 
frist. -alis, a.: fatal (1), vom Verhängnis be- 
stimmt, ihm gemäß 2c.: Der Periorus f. der Statt 
Ubrera schien endlich gekommen. W. T. Merk (1779) 
1, 23; Faläle dimnum, ein vom Verhängnis be- 
stimmter, durch Vorsicht nicht abzuwendender 
Schade 1. alismus, m., uv.; 0: der Glaube 
an ein unvermeirliches Verhängnis in dem Schick- 
sal eines Jeden (vgl. Prédestination): Ausgehend von 
einem sidcrischen F. Nosenkranz Poes. Gsch. 112 2c. 
alist, m., —en, (-#): -en: Anhänger des Fata- 
lismus: Die Vorherbestimmung, die der Mobamedaner, 
der ausgebilderste F., Takdir nennt. Meihner Sanf. 2, 
37, auch: Die Potemik Tieck's gegen diese Fatalisti- 
ker [Vf. v. Schicksalskramen]. Grroinus Hist. 6, 
687. Dazu: F.isch geht es manchmal in der Welt 
zu. Meißner Nov. 2, 114. alität, I.; —en: 1) 
Fatalismus. — 2) fataler, unangenehmer Zufall. 
— Falrseieren: s. falis. ieren. — Kälha (ar.), 
f.; —§#: Die Unze ist das einzige Silbergeld in Marocco,
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        Fathom 
sie heißt arab. F., d. i. Silber u. hat einen Werth von 
etwa 2½ Sgr. Globus 6, 114b. — Fathom (engl. 
füdböm), m., —; -s: Faden, Klafter (s. Famn). 
— Fatieren (lat.), tr.: eine Fassion (s. d.) 
machen, abgeben. — Fatig-ant (lat.), a.: fati- 
gierend. - atiön, f.; -#en: Fatigierung. -e, k.; 
— : F., in frz. Schreibw.: Fatigue (spr. fauig, vgl. 
Intrige c.], ermüdende Beschwerde, Ermüdung, 
Strapaze 2c. -eren, tr.: F. (auch geschr.: fati- 
guieren), ermüden, langweilen, strapazieren 2c., 
auch: ein Werk durch allzu lang fertgesetzte Be- 
arbeitung matt machen, ihm die Frische u. Lebhaf- 
tigkeit benehmen 2c. — FHätiha (ar.), k.: F., El 
F., die Eröffnung (s. Ewlari), der Anfang, — 
nam. des Korans, das Hauptgebet der Mubame- 
daner, auch: Der Ischan (s. d.), dessen F. (Segen) 
od. „Hauch"“ er als unfehlbaren Talisman bei sich haben 
muß. Ausld. 38, 1034b; 1033b; Glodus 9, 71b; 
3 ba 2c. — LFatiscieren (lat.), intr. (sein): zer- 
lechzen, aus einander fallen, spack werden, ver- 
wittern 2c., auch: Diese Krostalle fate scieren nicht an 
der Luft. Minscherlich 1, 392; 2, 1, 59.— Fatsoenlijh: 
s. fashienable. — Falt-öre (it.), m., —s; —, ori: 
s. Fakter 2. -üra, f.; -Ure: 1) Faktur (s. d. 2). 
— 2) Zauberei, Beherung: Thun ihnen das böse 
Gesicht an u. allerlei F. Gregorovius Kors. 1, 201, vgl. 
feilico. — Fätu-iren (lat.), intr. (haben): albern 
sein, sich behaben. ität, f.; —en: Albernheit 2c. 
Zité (rz. fatuite), f.; —s: Der Gipfel jugendlicher 
Geckerei (f.). Jatobs Verm. 5, 17. — Eät-um 
(lat.), n., —: -za [§ 24, 2, n.]: Verhäng- 
nis, Geschick, Schicksal (s. Fata 2c., vgl. Nassib): 
Über uns waltet ein unbengsames F. Sch. 1 1 1a 2c. ; 
Fäta urgent, örbis rũit sdie Geschicke nahn, 
die Welt geht zu Grunde]), z. B. Falmerayer 
Gs W. 2, 66; Fäta viam invniunt ldie Geschicke 
finden ihren Weg], z. B. Schüthing ErR. 1, 186; 
Sic Sunt fäta höminum sso gehn die Schicksale der 
Menschens, so gingen sie roch nicht so krumm ! 2c. 
Habént sua f. liblli, Auch Bücher haben ihre Schick- 
sale, s. Büchmonn 152, val.: Auch Bucher haben ihr 
Erlebtes. G. 3, 177. — Fatuus: a.: albern; m.: 
ein Alberner: Das man ungluckliche an Körper u. 
Geist gleich verkrüprelte Wesen (moriönes. kätui u. 
fätusz) hielt, um sich an ihren blödsinnigen Streichen zu 
ergötzen. Guhl 2, 282 (s. Fat) 2c.; Ignis (s. d.) f., 
Irrlicht. 
Faubourg (frz. fobür), m., n., —8; —#8;; (.; 
—6 : Vorstadt: Das F. St. Germain läng sbermeng!, 
genannt le noble f., ist der Sitz des Arels 2c. #Kohl 
Par. 1, 1; In den aristokratischen Kreisen des Grün- 
walrer F. St. Germain. Spielhogen Pr. 7, 316; 8, 
941r c. — Faures (lat.), pl. [8 24, 31: schmaler 
Durchgang. Suhl 2, 79 ff.; 118; wiise Kest. 1, 
1175. — Faufilikren (frz. fo 2c.), tr.: verloren 
anheften; retl.: von Pers., sich anbängen, Ver- 
bindung anknüpfen 2c. — Tauc-on (frz. foköng), 
m., —; —#: Falke. -onnerik, f.; —, —(eyn: 
Falknerei. -onnier (J/#, m., —8; —: Falkner. 
onnière, f.; —#: Falkner-Tasche. — Faulde 
(frz. fölv), m., —s; —#: Meilerstätte. — Säün 
Faufsels 379 
(lat.), m., —e)8, —-en; —e (Schücking Kunstl. Leid 
19). -en: (Myth.) ein bocksfüßiger Waldgott von 
thierisch lüsternem Wesen; übrtr.: ein geiler, un- 
zuchtiger Menich; vrkl.: F—chen. w. 15, 112; 
Fäunchen. v. 4, 127; Fäunlein (s. Jäunnling) 2c.; 
F—en= artig ohne Thierheit. G. 12, 208; F§(—en). 
Blume, Satsrium; F-en--Chor; Beim F-en-Fest. 
W. 3, 155; F-en-Gelächter. C. Metkur (1779) 1, 
61; -Lied. KMandison 156; Das F-en-Ohr, das 
durch die häusl. Zucht .. durchstach. G. 27, 198; Das 
F-#enlRecht.. des Stirkern. W. 15, 301; F-en- 
Tanz. 20, 16 2c. a, f.; zen [8 24. 11: die Ge- 
sammtheit der auf einem gewissen Gebiet vor- 
kommenden Thiere u. ein Verzeichnis derselben 
(vgl. Flora): Seit jene boreale F. v. ihrem Terriko-= 
rium verdrängt worden. Ausld. 38, 866b; Die Floren 
u. Faunen der verflossenen Jahrtausende. Humdoldt K. 
1, 284; Wie sehr noch die Faunen der Wätder in dem 
Petersburg'schen Startgebiet die Oberhand haten über 
die Ceres u. Flora. Kohl Pet. 2, 61; Ihre Floren u. 
Faunen ganz abweichend von einander. Dierielj. 18, 
287 ½c.; Alpen-F.; Eine reiche Landtbier-.F. Jusld. 
38, 867a; Die Steppen-F. Kohl Sirr. 2, 133 2c. 
enhaft, - esh, a.: faunisch. -heit, f.; O: faunen= 
haftes Wesen: (Sol lacht noch die ganze F. aus den 
trunknen Augen. Siolberg 8, 96 2c. = in, f.; -nen: 
weiblicher Faun: Eine gräuliche F. liegt uber ihren 
beiden bockssußigen Säuglingen. Forster Ans. 1, 171. 
Sisch, a.: faunenartig: Ein lüsternes, beinahe f-es 
Licheln. Keißner N. 2, 103; W. 12, 326 vc. ist, m., 
—en, —s; —en: Kenner der Fanna. Tdünling, m., 
—(e)8; —#e: kleiner Faun: Frau Silene u. die Fe. 
Siolberg 3, 113; Monhilson 157, auch: Dec FSaunnn- 
culus ss 24, 21. w. 10, 122. — Fauss-aire 
(frz. foßir'), m., —; —: Falsar. e (fößy): fem. 
zu faux (s. d.), auch fubstantivisch, im Kartensp.: 
Eine F. (vd. f. carte) zuwerfen, eine werthlose Karte, 
für die man auf keinen Stich rechnen darf, also 
nam.: eine kleine Nicht-Trumpffarte, ferner z. B.: 
F. Alarme od. Alerte, blinder Lärm; F. Autagne 
[ckl, Schelnangriff; F. braie lbräl, Vorwall, der 
v. dem eig. Wall nicht durch einen Graben getrennt 
ist; F. démarche I-ärsch! od. mesure, falscher 
Schritt, falsche Maßnahme; F. Cauerre (s. d.); 
F. fenstre (senärr], blindes Fenster (s. u.: porte); 
F. gorge Is. d., gorsh'], falscher Busen; F.grossesse 
laroßes], falsche, vorgegebne Schwangerschaft; F. 
carte, s. v.; F. clef ltle], Nachschlüssel; F. cöte 
(kot), falsche Rippe; F. couche klküsch], Fehlgeburt 
(Abortus); F. manche (mängsch), Uberziehärmel; 
F. mesure Im’für], s. v. désmarche; F. monnaie (—näl, 
falsches Geld; F. page lrästl, Schmußtitel, gw.: 
Faux (s. d.) titre; F. pleurésie (s. d.); F. porte 
(rortl, blinde Thür (s. o.: fenstre); auch: ein ge- 
wöhnlich nicht benutztes, verschloßnes Thürchen 
— u. (Kriegsk.) Ausfalls-Thor,-Pforte; F. queue 
(t5), Fehlstoß beim Billard; F. ronte lrut), Weg, 
wodurch man sich ron dem vorgesetzten Ziel ent- 
fernt 2c.; F. sortie (Horti!, (Bühnenw.) Schein- 
abgang, um gleich wieder zu kommen 2c. e#, 
n., —8; —: s. Falsett. -eté, f.; —#: Falschheit.
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        380 Faussteren 
-eren, tr.: verbiegend, krümmend verdrehn ꝛe. 
— Fäuft (lat.), m., —#; -e; Jus, m. /§ 24, 21: 
Name, bes. eines in der Volkssage berufnen Zaub- 
rers, s. Gödeke Gr. 1, 421 ff.; Eine dramatische Be- 
arbeitung, die für das Volks= u. Purpentheater ver- 
wendet wurde u. Goethe zu seinem F. veranlaßte. 422; 
Sein (Gocthe's] F. erfaß te den geistig bewegten Men- 
schen, der alles Wissen versucht hat u. v. Allem unaus- 
gefüllt u. unbefriedigt, aus der Welt der Bücher u. des 
Forschens in die Welt des Genießens u. des Handelns 
vorschreitet 2c. 721; Das F.-Buch; Die F.-Sage 2c. 
Sisch, a.: in der Weise Fausts: Derf—e Titauismus. 
RNosenkranz Poes. Gsch. 719; Auf gut f. von Begzierde 
zu Genuß taumelu [s. G. 11, 1421. Spielhagen Pr. 3, 
165 2c. -ulus, m. (§ 24, 21: Eigenn., kleiner 
Faust: Nachkommen des weiland vom Teufel geholten 
Dr. Faustus, Fäüstuli pösthumi Tnachgeborne kleine 
Faustel. ebd. us: 1) s. Faust. — 2) a.: glück- 
lich 2c., s. Quod. — I. Faut (frz. föo): s. Comme. 
— II. Faüt: als Bstw.: F.,Fracht (frz. faux fret.) 
wird die Vergütung genaunt, welche der Befrachter eines 
Schiffes dem Schiffer zu gewähren schuldig ist, wenn er 
die ihm versprochne Ladung bis zu der im Kontrakt 
(Certe-Partie) best. Zeit nicht hat an Bord schoffen lassen. 
Encykl. f. Kauf. 1, 34 a #c.; auch: Wenn die Ladung, 
die schon eingenommen war, irgend welcher Umstände 
wegen an demselben Orte wieder ausgeladen werden 
muß, so sagt man: das Schiff hat eine F.-Fracht gemacht. 
Dobrik 302a. Te (sfrz. föt), k.; —s: Mangel z.: 
F. de r2c., aus Mangel an 2c., z. B.: F. d’argent 
(darshängl, an Geld; F. de mienxk imjöl, in Er- 
manglung von Beßrem; weil man nichts Beßres 
hat. — HFauteuil (frz. sotöll), m. (u.), —3; —: 
Lehnstuhl (vgl. Faldistorium): Das F., in welchem er 
lag. Keihner Says. 3. 161 2c.; Präsidentstuhl rc.; 
nam, auch: einer von den (40) Sitzen in der frz. 
Akademie (s. d. 2 u. Quarante): Als Ponsard sich 
um den F. bewarb. Mag. d. Ausld. 36, 429; Ueumon! 
Alb. 2, 140 2c. — Fäüt-or (lat.). m., —#; -ören 
[8 24, 3, -öris): Gönner, Begünstiger: F. delicti, 
eines Verbrechens. — Faür: 1) (lat.), f., als 
(ugw.) Ez. zu fauces (s. d.). — 2) (frz. fö), a.: 
falsch (weibl. fausse, s. d.), z. B.: F. air (fosärl, 
eine täuschende Ahnlichkeit; F. acacia (fosakäßjal, 
s. Akacie; F. argent (fosarshäng], Katzensilber; F. 
bond lböngl, falscher Prallsprung des Balls; übrtr.: 
Verletzung od. Nicht-Erfüllung seiner Pflicht: F.- 
bourdon, s. Falso; F. brillant lbriljäng], unechter, 
falscher Brillant od. Edelstein, auch übrtr. auf 
Schimmerndes ohne Gehalt 2c. (vgl. Harpelourre); 
F. emploi (fosangplos], falsche Rechnung, worin 
Summen als verausgabt aufgeführt werden, die 
es nicht sind; F. feu Iföl, Bllckfener als Schiffs- 
signal; F. fourreau (furrS], Futteral, worin erst 
das eig. Futteral sich findet; F. frais lfrSl. Neben-, 
Un-Kosten, Spesen; F. frère (frärl. falscher Bruder, 
z. B.: Französische Agenten, welche den Auftrag haben, 
sich den geheimen Komite's des Kongresses als k. frores 
(Spione) anzuschließen. Volksz. 15, 211; F. fret frätl, 
s. Fautfracht; F.-fuyant (fülfingl, Ausflucht; F. jour 
lihũr], falsche Beleuchtung; F. coup I##lI. Fehl- 
Tapus 
Schlag,-Stoß, -Streich; F.-monnasyeur lmonnäjör, 
Falschmünzer; F. pas lpäl, Fehltrilt, vgl. Polter- 
Paß: F. plafond I-öng], f. plancher (plangsche#l, 
Plafond, Decke, unter der eig. Balkendecke, zur 
Vermindrung der Zimmerhöhe; F. pli, Falte, wo 
keine sein sollte; F. pont lröngl, (seem.) die s. g. 
Kuhbrücke; F. saunage lhonäsbl. Salzschmuggelei; 
F. saunier lbohnjel, Salzschmuggler; F. titre ltit'r], 
Schmutztitel. — Fäva, f.; —: am Amgzonen= 
strom, ein Baum mit großen Schoten (vgl. Faba). 
Ausld. 39, 1130a. — Fav#--ole (lat.): seid geneigt, 
günstig!: F. Unguis, Ruf des Opferrriesters 2c., 
durch kein Mißwort die heilige Handlung zu stören 
— schweigt! 2c. (s. Odi). eur (frz. —ör), 1.; 
—s: 1) Gunst, Gewogenheit 2c.: Par f., aus 
Gunst; En langl k., zu Gunsten Jemandes 2c.; 
auch in Gunst stehnd, beliebt 2c.; A la f. de 2c., 
begünstigt v. Etwas, unter dessen Schutz 2c.; Sie 
haben jederzeit ein billet [s. d.]de f. für das Boudoir 
der pikantesten Cocotten. Wachenhusen Eva 75; Entrée 
(s. d.) de k., freies Entree als Vergünstigung; 
Jours (sbür] de f., F.= (od. Resrekt-, s. d.) Tage rc. 
— 2) Art schmalen Seidenbands zum Putz 2c., 
auch F-chen; Die „Favörgen“. Weise Erzu. 55, vgl.: 
Der Favör, Strauß v. Gold= od. Silberdraht, Lahn 
2c. . ., welchen die . Klosterkandidaten, sobald sie in 
ein Kloster ausgenommen waren, zum Zeichen dieser 
„Gunst u. Gnade" zu tragen pflegten, bis sie die weltl. 
Kleidung förml. auszogen. Noch kommen diese Favöre 
vor bei Hochzeiten, bei Primizen der Geistlichen rc. 
Schmeller 1, 579; Band mir einen prächtig glänzenden 
Strauß, „Favor“, um meinen Rockärmel. Bonner 
Leb. 1, 276; Nesteln, Baͤndeln .., so sie Farores 
neunen. Philandet 1, 27 c. — Favol-a (it.), f.; 
e: Fabel (s. d.). — Favonius (llat.), m. 
[824, 21: Frühlings-, Thauwind, s. Chelidonius, 
Zephyr, vgl. schwzr. Föhn (s. d. Se.). — Fäv-or 
(lat.), m. [8 24, 3, öris): = Faveur (s. d. 1; 
2, hier auch in jamb. Betonung): F. defensiönis, 
Begünstigung der Vertheidigung, die sie im Kri- 
minalproceß genießt; ln em, zu Gunsten, z. B. 
prölis od. prölinm, der Nachkommen. orabel, 
a.: günstig, geneigt, vortheilhaft 2c. -orĩ (fr.), 
m., —8; —: 1) ein Begünstigter, Günüling 
(weibl.: Favoritee, auch ein). — 2) (s. 1) breiter 
Backenbart: Gesicht, eingerahmt v. mächtigen, urvig 
wuchernden „F—#s“, welche man in Berlin , Haarkole- 
lelten" zu nennen pflegt. Garienl. 15, 267a; Hadkländer 
Heireh. 81 2c. rifferen, tr.: begünstigen. orik 
(it.), m., -—en, (—); —en: = Faveri 1, Liebling, 
— auch als Bstw., z. B.: F.l-Essen, -Gericht: 
Löckchen san Stirn u. Schläfe. Gacienl. 1 5, 727a; 
.Pferd; „Schrisésteller 2c. orike, f.; Iy: 
s. Favorl 1, z. B.: F.-Sultanin (s. d.); auch Rame 
v. Lustschlössern; Art Omnibus; Art Zeugstoff rc. 
oritin, f. en: s. Favori 1. oriliomus, m., 
uv.; 0: Günstlings-Herrschaft, -Stellung 2c. 
Natut 15, 99Dc. — Fav-oft (ulat.), m.,—en. —; 
—eln): zellenförmige Korallenversteinrung. = no, 
m. I§ 24, 2): Wabe; Kopfgrind mit honigähnl. 
Feuchtigkeit.
        <pb n="397" />
        Fax 
Far (lat.), f. [8 24, 3, fäcis): Fackel: F. ét 
tüba (— u. Trompete), Ridelsführer. — Fär, 
auch Fer (lat.), f. [8 24, 3, f#cis]: Hefe, Beden- 
satz 2c.; übrtr.: die auszuscheidenden Unreinigkeiten 
des Körpers: Das ich eine unzureichende Exoneration 
hake, das die zurückbleibenden u. sich anhäufenden fäces 
die Ursache eines benebelten Kopfes werden. Kank 11, 
39 2c.; ferner: die Hefe des Volks, der Menschen rc., 
die niedrigste, rohe Schicht 2c.: Man sieht sich doch 
v. den übrigen fScibus humanitätis [(der Menschheit! 
separiert. DMus. 17, 2, 187 2c.; Weil er .. wie in 
Platons Revublik, nicht wie in Römuli fæce (in den 
Hesen der alten Zeit Roms) srreche. W. 3, 262. — 
Taäre, f.; : Posse, dummes Zeug, lächerliche 
Gebäre, z. B. (s. Ss.): Tolle F.! Bönger; Noch weiß 
ich trefflich jere Fax [die die Here gebraucht hats. 
Neithard 236; Wenn nicht Kotzebue mit einer neuen F. 
dazwischen tritt. Zelter 2c.; bes. oft in Mz.: F-— u 
machen, schneiren 2c.; Schnurren u. F—n; Sräße u. 
Fen 2c.; V—nMacher. EMüler 1, 317 tc. (vgl. 
fascinieren u. z. B.: Mit Heren-Feren. G. 12, 65). 
rei, f.; -en: Faxe: Solche F-en. Cortenl. 15, 
322a. 
Fapäl: eine der azorischen Inseln — u. (m., 
—s; —#8): der Wein daher. — Fayne: F. ist ein 
schwerer Seidenstoff, welcher Ahnlichkrit mit pon-de-soie 
bat. Bazar 14, 84b. — Fayence (frz. fajängß), f.; 
n., uv.; O: F.. eine Thonwaare, welche mit einer 
undurchsichtigen weißen od. gefärbten Zinnglafur über- 
zogen is, folglich .. eine von dem Tbon ganz unab- 
hängige Farbe besitzt u. . häufßig mit kunstreichen Male- 
reien verziert wurde. Gegenwärtig wird vorzugsweise 
nur noch weiße 3 F. angefertigt. Im Frz. unterscheidet 
man F. italienne [—enn] u. F. five fin]. Die erstere 
ist die bier in Rede stehende eig. F., die letztere dagegen 
das bekannte engl. Steingut u. es wird daber auch im 
Deutschen wobl, obgleich mit Unrecht, das Letztere F. 
genannt. Karmarsch 3, 491 (s. auch Loza; Majolika): 
F.-Geschirr. Tieck Tischl. 1, 98. 
Tazend-a (Port. faß-), f.; —: Landgut 
(srau. Hacienda), nam. in Brafilien 2c. Ausld. 39, 
1182b; Globus 4, 47a; DMuls. 17, 2, 762 te.; F. 
rel, das königl. Gut, Staatsschatz. eir (ro), 
m., —: —: Besitzer einer Fazenda. Ausld. 39, 
1183; DAus. 17. 2, 760; 162 rc. — Fazzolett-o“ 
(it.), n., —s: -i: Taschen-, Hals-Tuch 2c.: Sie 
nähte an einem F. .., sie stickte Erwas in das Tuch. 
Gregorovius Kors. 1, 194; Wischte sich mit dem Fazo- 
lett'l die schweißrerlende Stirn. Schüching GrKais. 2, 
10 rc., vgl.: Ein Musselintuch (Fazzulet). Globus 6, 
238b; Ein Facilet. FKrancé Weltb. 213a; Hsachs 1, 
305b; 3, 1, 1976 ꝛc.; Ihr Fazinet. Simplicissimus 
4, 3422 2c., s. Stalder 1, 357. 
Fauté lfrz. feote], f.; 0: Lehenstreue. — 
Fẽ- ber (lat.), n., —#; uv.: vralt. st. Fieber. 
bricitänt, m.. -en, -s; -en: ein Fieberkranker. 
bricitieèren, intr. (haben): das Fieber haben, 
fiebern. -brifügium, n., —; ken 18 24, 2, n. : 
das Aufhören des Fiebers. -brifugum, n., 
— ;:; ga l8 24, 2, n.]): Fiebervertreibungemittel. 
bricula, f. [8 24, 11: Die tephorden Krankheiten: 
Fet 381 
Fleckiprbus .. u. F. Von Ch. Murchison .., deutsch v. 
W. Jölzer (Braunschw. 1868). brii, a.: siebrisch, 
fieberhaft: In f—er Aufregung. Junghuhn 5 1 2c.; auch: 
Mit einem f-ischen Aderschlag. Sch. 693 2c. bris, 
f. [8 24, 3, uv.): Fieber, z. B.: F. intermittens 
(l. d. ); duotidiäna (s. d.) 2c. — Fẽbru-a (lat.), 
pl. [8 24, 2, n. ]: zur Februnation Dienendes, bef.: 
die aus der Hant der Opferziegen geschnittnen 
Niemen in der Hand der Luperei (s. d.), die damit 
alle ihnen begegnenden Frauen schlugen, um ihnen 
den Segen der Fruchtbarkeit zu verschaffen. -är, 
m., —(e)8; —e: der 2te Monat des Jahrs, — von 
28, im Schaltjahr 29 Tagen, — Hornung: Die 
29ften F-e. Lichtenberg 5, 119 rc.; F.-Revolution 
ꝛe.; auch: F-ius [§8 24, 2). aliön, f.; Sen: 
religiöse Reinigung, Sühnung rc. 
Ferkrunt: s. fecit. — Leces: s. fex. — 
Feciäl: s. Fetial. — Krit (lat.): hat's gemacht, 
nam. m. einem Namen, unter Kunstwerken, Mz.: 
fecsrunt. s. Ipse. 
Fedawih (ar.), m., —: —8: Vollstrecker der 
Befehle des Scheich el Dschebel, auch: Die Dolche 
der Fedais, k. h. die Afsassinen s. d. I. Zazat 15, 
146a. — Feddan (ar.), m., —; —: ein Acker- 
maß: Im Niltbal wachsen auf einem F. (13¾⅜ engl. 
Acker) manchmal 400 Bäume. nuge Buckl. 1, 75; 
Grube Ch. 1, 222. — Lede: s. Febde. — Fedel-e 
(it.), m., uv.; -i: ein treu Ergebner, Vasall 2c.: 
Acht Schweizergarden u. 1 Fedeli des Senats. Uat3. 
21, 311. — Federal (engl. ferreräll), m., —s: 
—6#: ein Verbündeter, Federalist (lI. d.), z. B. im 
nordamerik. Bürgerkrieg F—#, Bez. der Unions- 
männer od. nordstaatlich Gesinnten, wie Keuföde= 
rierte, der Seressionisten od. Südstaatler. Gerstäcker 
Meis. 1, 285; 304 f. ifl, m., —en, —s; -en, —:2 
(s. Herrig 13, 355) in Nordamerika ur'vr. Name 
für die Partei, welche für die Centralbebörde mog- 
lichst große Macht verlangte, sräter National 
Republicans u. dann Wiigs genannt 2e., wie für 
die Gegenpartei, die für die Prorincialregierungen 
möglichst ausgedehnte Machtvollkommenheit ver- 
langte, die Namen Anti-Federalist, später Demo- 
crat od. Republican, bann Jackson-man, darauf 
Tory u. später Locofoco (s. d.) galten. — Fed- 
schaẽle (rerf.), f.; —s: ein gelbes Blümchen, Art 
Rannnkel. Dnnermonn Or. 2, 144. 
+#e: 1) (frz.) f.; —e)n: (Myth.) ein höheres 
weibl. Wesen von überirdischer Macht (s. Fata 2, 
Fei 2, Fere): Die alten F—u in den Rirterbüchern. 
Heinle A. 2, 188; Unter F-en. Taliemancn. Sch. 34 Sa;z 
Genien, F—n, Peris ks. d.), Dirs. w. 30, 18; F. 
Mab (s. d.); F. Morgana (s. d.); Gute u. bese 
Fen 2c.; Himmels-; Meer-, Wasser-F. kc.; 
F-(ehn-Arm. 3. 72b; = Geschichte; -Hand. Tieck 
Tischl. 2, 88; -Kind. Schlegel 1, 212; „König 
(l. Elfen-K.); = Königin. w. 20, 167; -Lanr. 
Sch. 22a; W. 19, 236; „Macht; „Mäirchen. W. 
12, 274; -mäßig. 1, 16; -Orer. Düringer 100; 
".Palast. W. 2, 14; = Schlo ö. G. 17, 160; Sch. 
20 7a cc.; „Thron. w. 12, 189; = Welt. G. 10, 
52; Kügge Rom. 3, 9, 55; Werk. W. 12, 25;
        <pb n="398" />
        382 Feed 
Wesen rc. — 2) (engl. fi), n., — —8 : Lehen 
(s. Feudum), Zins, Gebühr c. — Feed (engl fid), 
tr.: füttern; dazu: -er, m., —s8; —: Des 5—e, 
des Mannes, der die Fütterung u. Wartung der Hunde 
überwacht. Joller Renn. §9. -ing, n.: das Füttern: 
Der Füttrungssaal (f. room). 90 c. — H-(eynhaft, 
a.: seenmäßig, zauberhaft 2c.: Magisch u. f. Dur- 
meister gB. 2, 228 rc.; F-(gkeit. -(eyrki, f.; en: 
Zauberei, Feenwelt 2c. w. 19, 236; 253; 12, 28 
31 2c.; Féerĩẽ, auch: ein Bühnenstück, worin 
die zauberhaften Verwandlungen durch den Maschi- 
nisten die Hauptsache bilden. isch, a.: feenhaft, 
von Feen herrührend: Mit solchem s-en Unwesen. 
ETAGoffmann Ausgw. 7, 325 1e. — Feeler (engl. 
filer), m., —6; —#: F. (Fühler, Probierer) .., um 
auszuforschen, wie weit man mit seinen Behauptungen 
wohl gehen könne. Aohl Engl. 3, 71 2½. 
Heh, f.: -en; m., —e); —e: Grauwerk 
(s. #2.), auch F-e, f#.; F.-Werk; Schwarze F., F.= 
Rücken, der schwarzgraue Rücken; weiße F., F.= 
Wamme, der weiße Bauch; F.-Schlot, das 
Fell außen an den Scham-Theilen des sibirischen 
Eichhorns, vgl. peechtt 11, 35 (wo irrig Fewan als 
russ. aufgeführt ist). -en, a.: aus Fehwerk. Zink- 
gräf 1, 253.— Hehd-, f.; —n: 1) (deutsches Wort 
aus der Ritterzeit) Streit, Streitigk., erklärte 
Feindschaft, s. Se. — 2) (it.) richtiger: Fede: 
Bürgschaft, Versichrung, Geleitschein, Paß, s. 
Schmeler 1, 5112c. — 3) Zsstzg zu 2, z. B.: Burg- 
F., Bürgschaft. Irem. Wörlerb. 1, 363; Gesund- 
heits= F. od. -Pas 2c., wohl auch (doch vgl. 1): 
Ur-F., eidliches Versprechen, nam.: wegen erlitt- 
ner Unbill od. Strafe sich nicht zu rächen, s. Haltaus 
2001; Berlichingen 213; 272; G. 9,99; „Urpherde“ 
schwor er, nie zurückzukehren. Sch. 5 48a 2c. -en, rell. 
in Zsstg: Veref.; ver- ur-f. eine eidliche, schrift- 
liche Versichrung (Urfehde) geben. — Feh-#, #en: 
s. seh. — HFehn (T###en, Dé#n, Henn), m., n., 
—#e)s; —e; Se, f.; —n: (niedrd.) Brüch-, Bebe- 
Moor, bes.: sofern entwässernde Kanäle die Be- 
nutzung u. Bebauung ermöglichen, s. Ss. u. z. B.: 
Garienl. 16, 132a; Na#3. 18, 285; 597; 19, 130; 
Ualur 16, 203b; 210b; Beilage 3. Ualur 15, 9b ff.; 
niebuhr Nachg. 121; Westermann 3, 261 2c.; Höhen- 
rauch . ., in Holland Veenrook od. Veendamp. 
rbd. en, tr.: in einem Fehn graben, z. B. Ka- 
näle, Torf 2c.: Hat man das Moor wieder ausgegraben 
u. vecut aus. Uiebuhr Nachg. 257; Seine tief aus. 
gevennten Ländereien. 143. #ier, m., —8; uv.: 
Auf dem Kanal verschifft der F., wic der Kolontst nach 
Fehn (dem frles. Namen solcher Moorkolonien) heißt, 
seinen Torf. Garlent, 1 5, 775a; Beil. z. Natur 15, 10a 
2c. — Feh: s. Fes 
PHei: 1) (fries.) a.: dem Tod, Untergang, der 
Walküre (od. der „Fei“) verfallen. Hansen Schl. 2, 
67; 69; 75; 77; Wilkomm Pom. 2, 104 2c. (s. Ss. 
1. 126b; c). — 2) f.; -#en: Fee (s. d.): Eine böse 
F. Golier 1, 207 rvc., s. Se. 1, 122b dc., auch: Feie. 
ebd.; Diese Mecrfein /Ez. J. Simplicissimns 3, 2807; 
2822 2c. Ten, tr.: mit Zauberkrast ausstatten, 
bezaubern r., s. Ss. 1. 1.; Bellona's Bräut'gam, 
Fellow 
kampfgefeit. Tiek Makb. 1, 2 2c. — Feinam, m., 
—s; —-#: Kupfermünze in Surate. — Feine: s. 
Fenier. — Printe (frz. sengt), f.; —s, —n: Finte 
(s. d.). — PFeilig-eira (port. fetiß. ra), f.; —s: 
Zauberin: Wo rie berüchtigten F-s ihre sog. Man- 
dingas u. Quebrantas (Zaubereien) machen. Globus 4, 
47b, bei den Negern in Brasilien. eiro (ero), 
m., —6; —: Zaubrer. Jo, m., —6; —: Zauber 
(s. Fetisch, vgl. Fattura 2). 
PFerul 2c.: s. Fäcul 2c.— Fecund te.: s. Föc rc. 
Hel: 1) lat., § 24, 3, n., Jis): Galle: F. 
täüri, Ochsengalle. — 2) (ungr.) s. Meszely. — 
FHelaäpton, n., —s; —#: Bez. einer Schluß-Art in 
der ältern Logik, s. Käner Anf. d. Anal. 534. — 
Felar, n., —#; —: Art tscherkessisches Kleid. 
Hammer 10, 347. — Eoclbel (ital.), m —8; 
uv. : ein langhaariger Sammt (rgl. Plusch): 
Der Felpen, Felpel, Pelpel, Felp, F., Pelzsammet. 
Karmarsch M. 2, 480; T. 2, 860. — Kelfel 
(abessin.), m., —#; un: Art Nagethier, aus 
der Familie der Erdgräber, Bathyêrgus. Brehm Hab. 
63; 136. — Felk-#r# (it. —sche), a.: glückselig 
(l. felix), im Superl.: Feliefssim -o, weibl. 
-a, z. B.: Der Italiäner sagt: Felicfssima nötte 
[Nacht])! nur einmal, u. zwar, wenn das Licht in das 
Zimmer gebracht wird 2c. G. 23, 91. eitas (lat.), 
f. [8 24, 3, Atis): Glückseligkeit, auch personif., 
als Göttin (vrsch. Fortuna). ceitalion, f.; -en: 
Beglückwünschung, Glückwunsch. eiter: 1) (lat.) 
adv. zu felix (s. d.), glücklich; auch als Zuruf: 
Glück auf! 2c. — 2) (fr#. —#ite) gluckwünschen: 
Pour lpur] féliciter, um Glück zu wünschen, bes. 
auf Gratulationskarten, gw. bez. durch die Ab- 
fürz.: p. f. eitieren, tr.: beglückwünschen. — 
Felin (srz. feling), m., —6; —#: s. Ferlin. — 
Tel-ina (lat.), pl. [824, 2, n.): die katzenartigen 
Raubthiere. SZis, f. 1&amp;8 24, 3, uv. ): Kate, z. B.: 
F. doméstica, Hauskatze; F. löo, Löwe 2c. — Fel-ir 
(lat.), a. [§ 24, 3, icis): glücklich, glückselig ((. 
felice), s. Austria; Quod 2c.; auch als männl. 
Name. — Fella (türk.), m., —6; —, uv.: Offent= 
liche Ausrufer od. F. Lindau Walsh 1, 87, Herold 2c.; 
s. auch das Folg. — Féll-ach (ar.), -ah, m., 
—6# S, uv., -im, —in: -ache, m., —n; -n: arab. 
u. ägypt. Bauer (s. Ggstz Veruin): Bei den Fellabs. 
Ausld. 39, 837b; Jemehr seine Fellahin Lehm strichen. 
390a: Die ägpptischen Fellahs. fallmerayc# Gs W. 1, 53; 
Ein Fellah. 67; Diese Fellabs-Desertion. 65 (vnl.;: 
Sämmtliche Fellahschaft Agyptens. 82); Ven den 
Fellachlm. frankl Jer. 1, 375; Ein Fellache. Furect 
Pal. 8 0; Fellachen. 116; Die Fellahs. Globus 1, 293b; 
Die Fellah. 29 Sa; Agyptische Araber (Fellabbin). 3b 
(Fellabfrau; Fellahweiber. 293b); Fellachen. 7, 52#; 
Fellachenkinder. ebd.; Die Fellachen od. Fellahs. 12, 
49a; Ein armer Fellah, der sein Wasserrad rrebte. 
Spielhagen Pr. 3, 20 2c. — Fellin: 1) (ulat.) 
Zwei sebr äbnliche Saͤuren, F.--Säure und Cbolin- 
säure (s. d.). Burdoch Antbr. 65, s. Fel. — 2) (frz., 
felleng) s. Ferlin. — Felloplastik 2c.: s. Pbell je. 
— Fell-ös, -öfus (lat.), a.: Fallig, voll Galle. 
— Fellow (engl. —o), m., —##; —: Genosse; Mit-
        <pb n="399" />
        Fellowship 
glied: Mitglied des Verwaltungsrathes (F.). NUal 3. 21, 
289 rc. U. J. B. gelehrter Gesellschaften, oft als 
Titel abgekürzt, z. B.: F. A. S. — F. of the Anti- 
duarian Societv löw dhe äntikwäriän Hoßeriti), der 
antiquarischen Gesellschaft; F. G. S. — F. of the 
Geological sshiolödreshikäl, geologischen) Society; 
F. H. S. — F. of the Horticultural Ibortiköl#schöräll] 
SocietF, der Gartenbaugesellschaft; F. L. S. F. 
of the Linnean Society, der Linné'schen Gesell- 
schaft; F. R. S. &amp; A. — F. of the Royal Iröfäll] So- 
ciety and Associate länt ässöschsebtl, der königl. Ge- 
sellschaft (der Wissenschaft) u. Theilhaber, — etwa 
Mitglied der Akademie: F. R. S. L. &amp; E., der 
königl. Gesellschaft (der Wissenschaft) zu London 
u. zu Edinburg; F. S. A. — F. of the Society of 
Arts, des Kunstvereins, der Kunstakademie; F. W. 
S. — F. of the Wernerian fuwerntriänn, Werner'- 
schen] Society 2c.; ferner an den engl. Universitäten: 
Theilhaber einer Fellowshinp (s. u.) od. Stipendien- 
genoß, z. B.: 10 F-s (Kollegiaten). Kohl Engl. 3, 
41; Halb.F—e 42 (s Demy); F.-Commoners 
s. d.], die mit den Kollegen an einem Tische sreisen. 
Irl. 2, 171; Die Korporation besteht aus einem Pro- 
vost, 7 Senior Hßihnför, ältern!) F—s u. 28 Junior 
Idsbũnjör, jüngern) F—s u. 70 Scholars [Ekölloͤrs, 
Schülern I. Nodenberg Ins. Heil. 1, 50; F.- Com- 
moner, Pensionär. 51 (vgl. Sizer) 2c.; ferner als 
Bstw., entsprechend unserm Mit-, v. B.: 
Christian lkristönn], Mitchrist; -heir lärh, raolu 
erbe; student sstjũtent], Mitstudent rc. zuennlich 
auch — Bursche, Kerl . Ihip lschiprl, '1 
Genossenschaft v. Fellows (s. d.), nam. auf zunit 
verfitäten: F—s u. Scholarships (s. d.) ISkeller= 
schiprsl, vgl. Professorship 2c. — Felo (engl. filo), 
m.: F.-de-se sdißi]j, Selbstmörder, als Verbrecher. 
ê nic (sri.), f.; —é, —(ehn: Verbrechen gegen die 
Lehns-Pflicht,-Treue; Verrath 2c. Monaibt. 1, 31 8b; 
w. 10, 73; 318 2c. -nx (engl. fellöni), f.; -nies: 
Felonie; übrh.: Todesverbrechen. — Felouque 
(frz. —r), s.; —#: s. Feluke. — Felour (—#, m., 
2# Kupfermünze in der Berberei. Heyst, vgl.: 
Wirkliche Landesmünzen lin Marocco) sind .. in Kupfer: 
der Fels (in der Mz.: F'lus) u. der Kirat, v. welchem 
letztern 4 einen Fels ausmachen. Nach Kellv münzt man 
auch Stücke zu 4 u. 6 Flus. Encykl. f. Kaufl. 350b; 
auch Fluse, f., Fluz, m. u. Flouche [spr. flüsch!], s. 
Danime. — * ꝛe. : s. Felbel. — Fel-ũca, 
-ücca (ar.-it.), che Ipr.: ke); -üke, üche, 
f.: —n: kleines, in * Bauart den Galeeren ähnl., 
2mastiges Fahrzeug auf dem Mittelmeer. Bobtik 280. 
Fem-ale (engl. fimel), a.: weiblich, für das 
weibl. Geschlecht bestimmt 2c.: Loo ist noch kein hal- 
bes Zahr v. der F. Academy in Nasboille zuruck. Uup- 
pius Südw. 14, s. Academie 4. ella, Zina (lat.), 
f. [8 24, 1): Weibchen; Frau. Zinälia, pl. 
( 24, 3, n. J: bei den Römern, Binden um die 
Hber-, wie Crurälia od. Tibiälia um die Unter- 
schenkei. wen Kost. 1, 965, s. Femoralia. -inin, 
a.: weiblich (nam. in der Grammati)) n., ; 
—a: weibliches Wort. -inknisch, a.: weiblich. 
Tininum, —s; na [§ 24, 2, n.]: weibliches Wort. 
Fenn 
383 
Zinfnus, a.: weiblich: feminini göneris, weiblichen 
Geschlechts. -inisseren, tr.: verweibischen; auch: 
Etwas für Frauen bearbeiten u. ihrer Auffassung 
anpassen (vgl. infantisi ieren). -me (frz. fämm), k.; 
— : Frau: Sarabande (s. d.) pour lvur] f. et raur 
homme lömm], für Herr u. Dame 2c.; F. chie 
(s. d.); F. de chambre sschangb'r), Kammerfrau; 
F. de charge ischarsh'), Beschließerin, Wirthschafte- 
rin; F. de journée Ishurne], Arbeitsfrau, in Tage- 
lohn; F. de mnage (-äsh'I, Aufwartefrau 2c.; Bis 
vor Kurzem bezeichnete man in der Pariser Sprache eine 
verheirathete Frau der Gesellschaft mit f. honnéte son- 
nät!. Man sagt setzt f. du monde ldü möngd'] u. die 
Meisten legen auch hierauf vlel größern Wertb, weil sie 
einen Ehrgelz darin finden, zur monde [s. d. ] zu ge- 
bören, während die honnéteté (s. d.] ein antiqulerter 
Begriff ist. wachenhufen Era 42, vgl.: Es giebt aller- 
dings in Paris auch die f. pot-au-fen lpotofs], die 
Hausfrau; aber sie ist nur Ansnabme u. fragt sie nur, 
sie möchte ganz gewis auch lieber f. du monde sein. 
18; F. entretenne (l. d.); F. pudliqne lrüblik', 
öffentliches Weibsbild ze. — Fem-oräl, ralis 
(lat.), a.: auf die Hüften bezügl.: Femorälia, 
1.: Beinling (s. Feminalia). Weiss Kost. 2, 556; 
699 r2c. -ur 18 24, 3, n., -oris): Hüfte. 
Fen: 1) s. Fun. — 2) (ar.) wo: s. Muruwwe. 
— Lenc-e 2c.: s. Fenz. ibles (engl. fenßib'ls), 
p : Küstenwehrmänner. — Fener-atiön (lat.), 
6—en: Wuchertgeschäft). -äkor, m., —ören 
l 24, 3, öris!: Wuchrer. -feren, tr.: au Binten 
ausleihen, wuchern. — Fen-estrina (it.), f.; -s: 
eine Sorte Eisendrahts (s. Bordeon). —ötrage 
(frz.—äträsh,), f.; —n: Fensterwerk, die simmtlichen 
Fenster eines Gebäudes. Sötre [—J#’, f.; —: 
Fenster: Fausse (s. d.) f. 2c. — Len-ianismus, 
m., uv.; 0: Fenismus: Einen Enthusiasten des F 
Nal 21, 245 2c. ier (ir.), m., —6; uv.: Ber. 
der für Irland's Unabhängigkeit agitierenden Par- 
tei, ogl. : Sie nahmen den Namen F. v. einem irländi- 
schen Worte an, das Phönicier bed. u. die Hoffnung 
Frland's mit dem Andenken an seine ältesten Ansiedler 
verknürfen sollte. Dolksz. 13, 223; Andre führen die 
Benennung auf einen alten keltischen Helden Fenius 
Farsa zurück. 228; Feneaght, plur.: Fenee: ein 
Kämpe, Held, Riese. Dieses Wort im Plural wird lauf 
Manj zur Bez. feindlicher Eindringlinge od. ausländi- 
scher Räuber gebraucht, was mich [Dr. Kelly] zu der An- 
nahme fuhrt, daß diese Fenee# . die Fent v. Irland 
. waren. ebd. 2c.; Ein irischer König Cumhail .., er 
erhält den Beinamen Fionn (der Schöne, Blonde). 
Fionn mit seinen Anhängern od. F—u. Mag. d. Ausld. 
36, 298b rc.; Die alten Finians. Die nationalen 
Heroen Irland's werden mit dem allgm. Namen der 
feine od. fenior bez. Uodenberg Ins. Heil. 1, 318; 
39; 136 (vgl. Pbönirclubmen. 2, 228) sic.; Angriff 
einer F.-Bande. Uatß. 21, 52; Zum F.-Bunde ge- 
hören. ebd. -kerthum, n., —e)s; 0: das Wesen 
u. Treiben der Fenier. ibd.: 128; Dolhsz, 15, 296 
c. -isch, a.: zu den Feniern !7n darauf be- 
züglich, 13, 221 . Tis mus, m., uv.; 0: Fenier= 
thum. 16, 66 2c. -istisch, a. senisc. — Fenn rc.:
        <pb n="400" />
        Fennoman 
384 
s. Fehn ꝛc. — -omän, a.: fuͤr finnisches (finn- 
ländisches) Wesen und Sein schwärmend rc. 
Dem finnländischen Separatismus. .Bedeutun: ig rei 
f-en Agitation. Grenzb. 26, 3, 31 re., ogl. — für die 
Fortbild. — Angloman 2c. — Kurer, m.: (nord. 
Myth.) F., Fenriswolf, erzeugt v. Loke, dem Goit 
des Bösen. Mohnike Fr. 115; 108; Scherr Mir. 229; 
Simrock Myth. 115 ff.; 217. — Kenz (engl.), f 
en: Einfriedigung, namentl. in Nordamerifa. 
Gerstächer WW. 249: 3, 147; Scherr Pilg. 1, 224 crc.; 
Die sog. Zickzack-= F-en. Gerstächer NReis. 1, 40 
Wurzel. F-en saus Baumwurzeln]). 41 2c.; auch 
(nach engl. Schreibw.): Fenee u. z. B.: Zwischen 
den Lücken der 3 obern Feneerlegel. r. a. Nordamer. 
182 ie., vgl.: Fenceriding lfenßreidingl, d. h. 
auf dem Zaune zw. 2 versch. Grundstücken zu sitzen, von 
wo man bequem auf das eine od. andre gelangen kann, 
ist eln Ausdr. für politische Neutralltät, welche die Ent- 
scheidung des Sieges abwartet. Herrig 30, 215 — u. 
(in der engl. Diebsspr.): Fences, bie gestohlnes 
Gut kaufen. Garienl. 16, 202b. Zen, tr.: mit einer 
Fenz umgeben, einfriedigen: Fenzt ei Urwölder seine 
Felder in eine Hecke. Auerdach Leb. 1, 146 .; Mit 
einer Reihe starker Pallisaden ein gefenzt. Scherr Pilg. 
1, 191; Mir. 197 1#c. — Prodal 2c.: s. Feudal. — 
Heosff (engl. feff), n.: Lehen. m., —6;; —;: 
Belehnter: Die Scholarchen an dieser Schule [Blue#n 
hospital in Manchester), welche sonst gw. Trustees lBe- 
traute!] genannt werden, heißen hier F—s LBelehntel. 
Kohl Engl. 2, 239. 
+##r: 1) (frz.) n.: Eisen: F. à cheval lsch'wall, 
Pferde-, Hufeisen; nuch (Festgsb.): ein Außen- 
werk in runder Form. — 2) (lat.) trage, dulde! 
2c., 3. B.: F. ant feri; ne feriäris, feri!, ertrag od. 
schlag; damit du nicht geschlagen werdest, schlage. 
— Fera (lat.), f. 1/§ 24, 1): wildes od. Raub- 
Thier. — Feracilät (lat.), f.; 0: Fruchtbarf. — 
Ferälia (lat.), pl. [8 24, 3: Eine allgm. Erinne- 
rungsfeier an dle Manen der Dahingeschiedenen (f.) vom 
ganzen Volk jährl. am 21. Februar gehalten. Guhl 2, 
379. — Ferandin 2c.: s. Ferr 2c. — Feraͤra: s. 
Hawadije. — Ferdah: s. Teb. — Ferde (türk.), 
f.; —#: Art Vermögensstener. belermann Or. 1, 98; 
20. — PFerkdschte) (ar.), f.; —u: türk. Ober- 
kleid, Art Talar, Saloppe. GEethard W. 2, 249; Die 
Ferersch ist eln unentbehrl. Kleidungsstück der Levantine- 
rin rc. Globus 5, 336; Das Ende ihre Fe. ebd.; Ihr 
ü„Feretje“ u. Jackmack (Schleier u. Mantel). Grube 2,79. 
— Ler-#ndus, a.: s. Lex. Tetrum llat., § 24, 2, 
n. I: 1) Bahre, Sorg. —2) Nelignienbeheilter. Weiss 
Kost. 2,804.— Ferschin (ar.): Berbin, im Libanon 
F., in Beirut Balkla, beiden Beduinen Bugerde genannt, 
eine Art v. Klee, eßbar. Pelermann Or. 2, 114.— Leri-ä 
(lat.), pl. [§&amp; 24, 17: Feier-, Ruhetage: F. judi- 
ciäles, Gerichtsferien; F. caniculäres, Hundstags- 
ferien:; F. novemdiäles (s. d.) cc. lis, a.: auf 
die Festtage bezügl.: Libri feriäles, Verzeichnis der 
Feste der Märtyrer; Feriäle ollseinm, im Brevier 
die Festgebete an den einzelnen Wochentagen re. 
Sätus, a.: frei v. Geschäftsvornahmen rc., nam.: 
Téwpus feritum, geschloßne Zeit in Bezug auf 
Fermentkaliv 
Trauungen. — PFeridschi (türk.), m., —; —6: 
s. Ferersche. — Ferĩen, pl.: (s. feris) Zeit des 
Feierns in Schulen u. Gerichten 2c., wo im regel- 
mäßigen Gang der Beschäftigung od. Geschäfte Ruhe 
eintritt: Ganze, halbe F. ie.; Gerichts-, Justiz.; Schul., 
Universitäts-F. u. nach der Zeit: Herbst-; Hunrstags- 
Oster-; Weihnachts-F. 2c. — Lerik (ar.), n., —# 
—6: „Abtheilung“ v. Truppen (vgl. Division). 
Hammer 10, 347; 702; F.-Pascha od. Didvisionärs. 
703; F#—i-Bahrieh, Admiral, auch: Rang u. Einkom- 
men eines F., Generallleutenants. PDetermonn Or. 1, 58. 
— Feringhi, m., —#; —8: (s. Franke 1c) Den F—, 
d. h. Europäern lin Indienl. Globus 6, 148a. — 
Perio (lat.): ich schlage, prügle. Daher: Ein 
Argument aus F. W. Luc. 5, 19, wie: Arguméntum 
baculinum (s. d.), — mit Schlägen st. Gründen; 
doch vgl. Käsiner Anf. d. Anal. 534. — Ferka 
(arab.), f.: —s: Eine F. (Abtheilung, Sektion) 
helßt die Vereinigung mehrerer Duars (s. d.) unter 
einem Scheikh. Globus 6, 314b; 33823. — FPéer- 
rulum flatein., § 24, 2, n.]): Trage, Bahre. 
Weiss Kost. 1, 1134; ein Gang aufgetragner Spel- 
sen, bes.: das Hauptessen (im Ggs um Vor= u 
Nachessen) — Cäput ecœnæ. 1026; (vralt.): 
Opferpfennige für Geistliche, bei Tbuuslen — 
Ferl-in (frz. —ing), m., —: —#„ -ino, m., —9; 
eini: Name ältrer (kleiner) Münzen u. Gewichte, 
auch: Fel#lin. — Ferm (fez., it.), a.: fest, sicher 
(s. firm): Ein f—er Geschäftsmann. “mie Ne. 3, 9. 
218. Ja, f.; ze: Fermate. age (-äsh), f.; —n: 
Pacht-Geld, -Zins. ail (älj), n., — „; —;: 
(Wappenk.) Spange. Laillièrt (-ali-), a.: 
(Waprenk.) gespangt. — Lerman (vers., —), m. 
—e)s; -e, —: Erlaß des türk. Kalsers: F. Die 
versch. Arten desselben: 1) Teekid F., urgierender: 2) 
Istilam F., Bericht abfordernrer; 3) Tahssil F., Steuer 
eintreibender; 4) Tewoschih F., verleihender; 5) Sabt 
F., in Besitz setzender; 6) Daawet F., einladender; 7) 
Tedschdid F., erneuernder. Hammer 10, 347; Der erste 
Hattischerif, den die Pforte an ras serb. Naubgesindel zu 
erlassen geruhte. .. Erstes Restript des Zars der Os- 
manen. Dieser F. CUobernt 1, 184 2#c.; Der Begna- 
digungs. F. 2, 67 2c:; auch: Firmane des Groß- 
berrn. whmüner Ngr. 1, XXIX 16. -lia, a.: Diese 
Familie war „f.“, d. h. auf ewig aus dem türk. Reich 
verbannt. CMobert 1, 188; 2, 138; 142.— Fermat-a 
(it.), k.; ze; e, f.; —n: (Mus.) Rubezeichen, 
Halt (7), Bez., daß eine Note od. Pause länger 
gehalten werden soll, als sie ihrem Taktwerth nach 
gilt (frz. couronne): Wenn der Ton Riesen fer- 
maten aus lauter kleinen Tremolos hält. Gutzkow Z. 7, 
1 c. — Hérme# (frz. ferm 7), f.; —§. —n: Miierei, 
Pacht (vgl. Faru). 6, a.: geschlossen: 1# E3. 
# 2c.: s. Firmel 2c. -ement (Imenyg), ndv.: ferm, 
mit Festigk. „e. — Cermelije (ar.), f.; : Art 
Jacke mit kurzen Armeln für Mannspersenen, in 
Damaskus 2c. Peiermann Or. 1, 149. — Ferment 
(lat.), n., —e); —e: Gärungsmittel, Sauerteig 
ie., auch übertr. äbel, a.: gärungsfihig. 
abililät, f.: 0: Gärungsfähigk. ation, k.; 
en; —#-: Gärung 2c.: F#-Steff ie. atio, a.:
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        Fermentieren 
gärungfördernd. -ĩeren, intr. (haben): gären; 
tr.: in Gärung bringen. -um s8 24, 2, n.]: 
Ferment: Ferménta cognitiönis ausstreuen, d. h. 
Gärungsmittel für die Erkenntnis. k. 7, 425; F. 
morbi, Krankheitsstoff; F. ventriculi, Magensaft 2c. 
— Ferm-ets (frz.), f.; 0: Festigk., Standhaf= 
tigkeit 2c. (Firmität). -ier [-jel, m., —s; —#: Päch- 
ter (ogl. Farmer): F. gencral liheneräl!, Mz.: F. 
générauxlöl, (vralt.) Steuerpächter 2c. o (it.), 
— firmus (s. d. u. Canto). Joir (frz. —or), 
m., —6; —# : Bücherschloß, Klaufur; Stemmeisen. 
— FLernambüchh: Stadt u. Landschaft in Bra- 
silien. Dazu: Brasilische Baumwolle. — Die ge- 
schätzteste ist Pernambuco (F.). Kormarsch M. 2, 500 rc.; 
F.-Holz, Brasilienholz (s. d.). 55 20. — Fer -öce 
(it. ötsche), a.: (Mus.) wild 2c. ocität, f.; Sen: 
Wildheit, Roheit, Grausamkeit. — Ferönia 
(lat.), f. [8 24, 11: eine altitalische Göttin, s. 
auch Asteroid. — Ferradör (port.), m., —#; -es: 
Schmied; auch ein Vogel, s. Araponga, auch: Fer- 
reiro [-#ol. Auslond 39, 557b; Ohen 7, 109 2c., 
vgl. dagegen: Er ist wohl zu unterscheiden v. dem 
Blechschliger (Ferreiro), einem großen Laubfrosch (IIFla 
palmäta s. Fäber), dessen Stimme man des Abends aus 
den Wäldern u. Sümpfen vernimmt. Zurmeister gB. 2, 
269. — Ferrädsche (türk.), m., —s; —: wett- 
ärmliger Pelz (s. Kürk). Hammer 10, 347; 355.— 
Ferraill-e (frz. —älf), f.; —s: altes Eisenwerk. 
Scur Cör), m., —8; —s: Raufer, Raufheld. 
„ĩẽren, intr. (haben): mit dem Degen rc. rasselu; 
Händel suchen; heftig streiten. — Fer(rhand-in 
(frz. —ing), m., —; —6; -ine, f.: —6: Art 
Seidenzeug (s. Bureil, nach einem Lyonner Weber 
Ferrandin). inier (hnje), m., —#; —: Seiden- 
weber. — Ferrasch (ar.), m.: 2 Policeisoldaten 
v. dem F. Baschi geschickt. pelermann Or. 2, 260. — 
Ferr-ciro (port. —##ro), m. , -6; —: s. Ferrador. 
Sement (frz. —mäng), u., —6; -s: allerlei Eisen- 
Werk, -Geräth; Den Beschlag (f.). für ein Pferd. 
fKewald Genf 425. rous (engl. —öß), a.: eisern: 
Der Wellington.. ein f. duke (djük, Herzogl. Scherr 
Bl. 3, 511 2c. Jonniere (frz. jär), f.; —6: 
„Eisenhändlerin“, Name einer Mätresse Franz des 
ersten u. danach: ein metallnes Stiruband als 
Damenschmuck. — uginös (lat.), a.: eisen-haltig, 
aartig; rostfarben. = uginosität, f.; 0: das Ferru- 
ginössein. -uginösfum (§ 24, 2, n. J: eisenhalti- 
ges Heilmittel. -ügo, f. [8 24, 3, üginis!): 
Eisenrost. -um [8 24, 2, n.]: Eisen, z. B.: F. 
carbönicum (s. Crocus) 2c. -Umen (§ 24, 3, u., 
ũminis]: Kitt. - uminatiön, f.; —en: Ferrumi- 
nierung. -uminĩeren, tr.: zusammensschweißen, 
kitten 2c. — PFertil (franz.), a.: fruchtbar. 
„isĩeren, tr.: fruchtbar michen. -ität, f.; -#en: 
Fruchtbarkeit. — Fẽruer: s. Ferwer. — Ferula 
(lat.), f. [8 24, 1): Steckenkraut: Mit Lentiscus 
u. F. (0 ) bewachsen. Ross Ins. 2, 9; Ferul- 
stab. p. Ländl. 2, 308 2c.; Hirten= od. Bischofsstab. 
Weiss Kost. 2, 679; auch (wie Narther) Verband- 
schiene. — Ferv-ent (lat.), a.: glühnd, in- 
brünstig 2e. escièren, intr. (sein): erglühn, 
Sonders, Fremdwörterbuch. 
Festino 385 
entbrennen — in Zorn 2c. —eur (frz. —ör), k.; 
-s6: Gluth, Eifer, Inbrunst.-idor, m., —; —: 
Thermidor (s. d.). or (lat.), m. [824, 3, öris!: 
Ferveur. — Férwer (pers.), m., —#; —é, Uv.: 
In der pers. Glanbenslehre hat jedes erschaffene Ding 
seinen F., den Grundkeim u. die innre Einheit seines 
Wesens, der jedoch für sich zur Erschelnung gelangen 
kann 2c. Uhland Schr. 1, 8; Heeren 1, 271 ff.; 322; 
Den geflügelten Ferver (die Präexristenz). Petermann Or. 
2, 191; 255; Das Sonnenauge (der Sonnen-F.) u. 
der F. des Königs. 190 2c., s. Amschaspand. — Ferz 
(ar.), m.: „Wesier“, als wichtigster Stein im 
Schachspiel: Als dieses Spiel durch die Kreuzzüge nach 
Europa kam, machte frz. Galanterie aus dem F. vierge, 
woraus dann unsere Königin wurde, u. aus fll (Ele- 
phant] einen fou, den wir nun Laufer nennen. Peiermann 
Or. 1, 160; 31. 
Fés (türk.), n., m., uv.; uv.: rothe Mütze 
mit blauer Quaste, Tracht der türk. Soldaten, der 
Albanesen, der gr. Kleften, Pallikaren 2c. (nach 
der Stadt Fez in Afrika, vgl. Freiligrath SW. 1, 
147): Kränze um den F. gewickelt. pöccler Südöstl. 3, 
279; Albanesen mit faltiger Fustanella u. dem kecken 
F. DMus. 17, 2, 5 34 2c., auch: Ihre türkischen Febs. 
Westermann 3, 6 33a 2c.; Ein rother Feß. Frankl Jer. 
1, 45; Rothe Feß. Kohl Südr. 1, 81 2c.; Das rothe 
Müßtchen wird im ganzen Orient Feß genannt. .. Der 
Preis dieser Feñ. Murhard Konst. 2, 115 2c.; Die Tracht 
der Fustanella, des Fessi. Brandis Gr. 3, 2; Ein 
rothes, griechisches Fessi mit blauer Troddel. Ross Inf. 
1, 22 2c.; Die Fez u. Turbans. Gartenl. 15, 662a; 
Das rothe Fez. 790b; Den feinen Fez, den Sie als 
Griechin tragen werden. 16, 18a; Mit kokettem Fez 
od. Fes auf dem Haupte. Hollei Treust. 1, 289 2c. ((. 
Tarbusch); F. Nasiri, Aufseher der Häubchen. 
Hammer 10, 347 c. — 2) (Mufs.) f. A3. — 
Fescennĩn-us (lat.), m., uv.; zen s8 24, 21: 
F—en, fescenninische Gedlchte, (Cärmina) fe- 
scennina, Art etrurischer u. altrömischer Ge- 
dichte. w. HB. 2, 60; 104 ff. (l. saturnisch). — 
Fesch, a.: s. fashionable. — Fssche (ar., pers.), 
n., —6; —: Ein F. enthält nach Nabluser Gewicht 
20 Kantar; 1 Kantar 20 Rotl; 1 Rotl 12 Ulije; 
1 Ukije 80 Dirhem. Ptiermann Or. 1, 266. — Féses: 
(Mus.) s. A 3. — Fesiod (skand.), n., —; -s: 
Börse, Geldbentel. weiss Kost. 2, 412. — 
Fesifiĩ-sa, ha (ar.), f.; —s: F., F.-Mosaik, Mo- 
saif aus farbigen Glasstücken und Steinchen 
— opus græcum). Schack 2, 181; 199; 220 2c. — 
Fefs, m., u., uv. (—es); uv. (—e); -i, n., uv.; 
uv.: s. Fes 1.— Fesse-AMatthien (frz. feßmatjö), 
m., —s; —6: Pfandleiher, Wuchrer. w. 31, 110. 
— Fest-ilög (lat.-gr.), m., n., —e)s; —e: Ver- 
zeichnis der Heiligenfeste. in (frz. —eng), n., —; 
—#8#: Fest, Festmahl, s. Festino 1. — PFestin-a 
(lat.): eile!: F. lénte, langsam; mit Weile. 
Zatiön, f.; 0: Eilfertigfk., Eile. eren, intr. 
(haben): eilen; tr.: beschleunigen. — Fest-ino: 
1) (it.) m.p, —6; —#, -ini: Festin, nam.: Vier 
Festini od. Kostümbälle. Na# 3. 20, 109, vgl.: Auf 
kein Festin (so nennen sie die Redouten). G. 24, 250, 
25
        <pb n="402" />
        386 Feslio 
Festine. Es sind dies große maeskierte Bälle. 240 1c. 
— 2) s. Barocco, vgl. Kästner Anf. d. Analys. 534. 
, a.: festlich. -ivita, f.; 0: Feierlichkeit: 
Cn Imitl! f. — festivo (Muf.). Sivität, 
f.; —#en: Festlichkeit: Allerlei F-en mitmachen 2c. 
Son (frz. öng), m., —s; —, öne (C. 23, 54); 
Frucht= od. Blumen-Gehänge, -Gewinde (Guir- 
lande). natürl. od. in künstl. Nachahmung als Ver- 
zierung (vgl. Pankarrus; Sertum): G. 23, 54; Püc- 
ler Südöstl. 1, 426; Sch. 8 3a 2c.; F.--Galone 
(s. d.) 2c. onnieren, tr.: mit Festons verzieren: 
Mit Schlinggewäckhsen festennterte Verandas. Sonntagsbl. 
(65) 397ak.; (Stickerei): den Raum zw. 2 schmalen 
parallelen tracierten Linien mit dichten Knorflech- 
stichen bedecken. Algm. Musterz. (56) 2 2c. — Fefslüca 
(lat.), f. [8 24, 1!: Grashalm, — als Bez. des 
Unberdeutenden 2c.: Solange Groß u. Klein über alle 
F-s der Dogmatik frintisierten. C. Kerkur (1779) 2, 
26 ic.; als Pflanzenn.: Schwingel: F. ovina, 
Schafschwingel ꝛe. — Festum llat., § 24, 2, n.]: 
Fest: Pést f., nach dem Fest, d. h. zu spät; Fésta 
chöri (ét föri), Chorfeste (s. d.). — ## s. Fes 1. 
Fetahil, m.: F., Petähil, Gabriel, bei den 
Mandäern, der Schörfer der Erde (Demiurg). 
Petetmann Or. 2, 419; 150.— Tetal 2c.: s. Föt ic. 
— Fẽtawi: s. Fetwa. — Fẽte (frz. färe), f.; —n: 
Fest, Festschmaus: Geburtstags-= F. 1c.; F. 
Dien ldjöl od. F. du saint sacrement #dü fäng 
ßak'rmängl, Frohnleichnamsfest ꝛe. — Frtsalh): s. 
Fetwa. — Keth (pers.): Erobrung: s. Fethname. 
— Etthing (fries.), m., —(eys; —#: Auf den 
Halligen] vertreten dte Fl-e die Stelle der Brunnen, Be- 
bälter v. Schnee= u. Regenwasser. Ualur 16, 14 7 ff.; 
DMus. 16, 2, 36 ic., auch: Das Wasser zum Tränken 
des Viehs befindet sich hinter rem Hause in dem sog. 
Fehding, einer mit Bohlen überdeckten Grube. Uat#3. 
17, 259. — Foethname (pers.), n., —# „: —6: 
Siegesschreiben. Hommer 10, 346, s. Feth; Nahmeb. 
— Fetiäl (lat.), m., -en; -en; Zis, m. 18 2, 
3, uv.]: bei den Römern Art Priester, die bei 
Friedensschlüssen u. Kriegserklärungen thätig waren. 
Guhl 2, 317; Das Kollegium der F-en od. Staats- 
gesandten. Weiss Kost. 1, 1102; 1117 ff., vgl.: 
Päter (s. d. 1d) paträtus. — Lelikren (frz.), tr.: 
Einen f., ihm zu Ehren Feten geben, Festlichkeiten 
veranstalten 2c., ihn feiern. — Fétisch (port., s. 
feirico), m., —-es; -e: ein sinnlicher, irdischer Ggstd 
abgöttischer Verehrung, z. B. bei den Negern in 
Guinea 2e. (lreiligrah SW. 1, 1 u. bes. Slobus 9, 
193 fl., z. B.: F.-Bilr; „Glauben, gläubig; Hans, 
Hütte; -Mann, Priester; „Verebrer; „Wesen 2c.; 
Kriegs-F. 198a, vglI.: Grisgri; Zufn; Moondah; 
Msimo; Obl; Oganga 2c.): Jede Familie hat versch. 
Haus-Fe. Grube Ch. 2, 240 2c.; u. Ubrtr. G. 18, 
43; 342; w. 35, 137 ie. Cismus, m., uv.; 
ismen: Fetischdienst. Glabus 4, 170; Uot#3. 20, 
5 7S. Cistisch, a.: dem Fetischismus huldigend. 
Herrig 39, 135. — Fetus: s. Fötus. — Leél-wa 
(ar.), n. (m.), -6; —#, zawi: Urtheilsspruch eines 
Mufti (s. d.): Ein F. gab er. Daumer 2, 183; G. 4, 
Feuillant 
20; 21; F.-Sammlung (Fetawi). Hammer 7, 5985; 8, 
2 50; Emini (s. d.) F. 2c. 
Teu (frz. f5), n., —s; r (fö): Feuer: Dech 
fehlt ibm noch das F. sacré lßakré] der Eingeweibten. 
Uat 3. 20, 487, das heilige Feuer; F. 1üchant (s. d.): 
F. follet sfollẽl, Irrlicht re. — Feüd- (Ftod) -51 
(mlat.), a.: auf Lehen, aufs Lehenswesen bezügl. 
2c.; dem mittelalterl. Lehnswesen anhängend 2c.: 
Die s—e Partei od.: Die F-en 2c.; F. lod. Lehns- 
Einrichtung. Wackern. 4, 47315; „Gebräuche. ols Ins. 
1, 26; Institutionen. 25; „Nerus (s. d.); Recht; 
.Succession; -System; -Wesen 2c. älis, a.: feudal: 
Cüria f., Judscium feudäle, Lehens-Hof, -Gericht; 
Dẽbitum feudäle, Lehnsschuld; Suceéssio f., Lehns- 
folge 2c.; Feudäsia, Lehnssachen 2c. -alisieren, 
tr.: nach dem Fendalismus einrichten: Das Vh. 
zw. Arbeiter u. Arbeltsgeber müsse feuralisiert werden. 
U#n3 20, 48t; Volksz. 15, 246. alismus, m., 
uv.; 0: Fendal-Wesen, -System. alist, m., en, 
—;—en: Kenner des Feudalrechts (Feurist); Anhänger 
des Feudalismus. alistisch, a.: zum Feudalis-= 
mus gehörig, ihm anhängend. Uoalur 16, 2900b. 
alität, f.; 0: Lehens-Vh.: F—s-Ansrrüche. Schüching 
Verschl. Wege 2, 6; Princip. 7 26. üfler, n., —; 
uv.: unechtes Lehn, lehnsartiges Rechts-Vb. 
atarius, m., uv.; ken [8 24, 21: Lehnsmann, 
Vasall. ist, m., -en, —#;en: s. Femalist. Jum 
(# 24, 2, n.]: Lehen (frz. fief): Fsüqi — acqui- 
sitio, Lehens-Erwerbung; alienätio, -Veräußrung; 
amissio, Verlust; prirätio, -Entsetzung 2e.; F. 
edificü, ein Gebände als Lehn; antigunm: altes 
Lehn; apértum, erledigtes; äülicum, Hoflehn; 
ensunäle, Zinslehn;: dätum, verliehnes: de cämera, 
Lehn, jährliches Einkommen aus der Kammer; de 
cävea, aus dem Keller: devolütum, heimgefallnes; 
dotalĩtii, Leibgedingslehn; domésticum, Stamm- 
lehn; ecclesiästicum, Kirchenlehn; Extra (Ggi6 
Intra) cörtem. außerhalb (Ggstz innerhalb) des Ge- 
biets des Lehnsherrn; femininum, Kunkellehn; 
fräncum, Freilehn; gentile, Stammlehn; g(u)a- 
stäldie, s. d.; habitatiönis, eine Wohnung als 
Lehn; hereditärium. Erblehn; ignöbile, Unadliges; 
Intra (s. o. Extra). Ccörtem; castrénse, Burglehn; 
collateräle (s. d.); commüne. Sammtlehn: culi- 
näre, Küchenlehn; masculinum, Mann-, Schwert- 
lehn; mistum, gemischtes, das auf Männer und 
Weiber erbt: nöbile, Adelslehn; nörum, neues; 
oblätum, durch Ubertragung des Obereigenthums 
entstandnes; ofl#cii, Amtslehn; oppignorätum, 
verpfändetes; plebejum, rusticum, Bauerlehn (s. o.: 
ignöbile); s(a)cculäre, in weltl. Gütern bestehndes; 
urbänum, bürgerliches; venäticum. Jagrrecht als 
Lehn; vẽtus = antignum 2c. — Feuill-age (frz. 
foͤlljäsh'), f. (n.); —s, —n: Blätter-, Laubwerk: 
Perlgrauer Hut mit leichtem vieletten F. Salon 1, 635. 
aison (ãsong), f.; —: Belanbung. — Feuillant 
(srz. fölsäng), m., —+; —#, —en: 1) Art Cister- 
cienser (s. d.), weibl.: F-ine, — nach ihrem Aus- 
gangsrunkt Feuillans (in Languedorc). — 2) nach 
ihren Versammlungen in dem Klosier der F. (s.1) 
in Paris, — in der ersten frz. Nevolntion, eine
        <pb n="403" />
        Feuillankine 
politische Partei: Die konstitutionellen Moenarchisten, 
rie Feuillans. Scherr Bl. 1, 319; 355. -ine, f.; -6, 
—n: 1) s. Feuillant. — 2) — Feuilletage. — 
ismus, m., uv.; 0: in der Politik, die Ansicht 
u. das Behaben der Feuillauts (s. d. 2). — 
euill-e (frz. fölf), f.; —: Blatt: F. de placage 
[—HHI, s.. Fournier; F. de route srut], die Marsch- 
route angebendes Blatt; F-s Stoilées (s. d.); F. 
morte smoͤrt], welkes, falbes Blatt, auch als Farbe- 
Bez. (falb); F. volante l—ängt], fliegendes Blatt rc. 
elage (—##1üh), f.; —: Backwerk aus Blätterteig. 
Tetikren, tr.: durchblättern 2c.; refl.: sich blät- 
tern, in Blättern od. Schichten ablösen. -eton 
(—öng), n., —: —: eine Abtheilung in politischen 
Zeitungen für Mittbeilungen, die dem eig. Zweck 
rerselben ferner liegen: F.-Aufsatz; Kritik;-Nottz; 
Schreiker: .Stil 2c. -etonnist, m., -en, — ; -en: 
Feuilleton-Schreiber. Modenberg Bilr. VII. -etonni- 
slik, f.; 0: feuilletonnistische Literatur, Schriften 
2c. : Oberflächliche F. Uat3. 21, 263; Das Publikum 
spendete „ frenetischen Beifall-, wie sich die aus dem 
Franzöüschen übersete Wiener F. des beutigen Tages 
austrucken würde. Gutzyom Schön. Stund. 327 ce. 
„etonnistisch, a.: in der Weise der Feuilletonnisten: 
Das f-e Verflechten v. bistorischem Ernst u. topograrbi- 
scher Veranschaulichung. Monalbl. 2, 193b cc. étte, 
f.; —§, In: ein Flüssigkeitsmaß: Der Muid bat 2 
9—# à 2 Quartauts à 9 Setiers, Veltes od. Verges à 
8 Pintes à 2 Chovines. Encyhhl. f. Kauf 633a, vgl. 
auch Foglietta. 
Fer, m., —en, -es; -en, —e: Ein Vex iß eines 
jener eigentbümlichen Wesen, deren man in Oberöster= 
reich, dem Herzogthum Salzburg, in der Steiermark so 
riele findet, Menschen oft v. 25—30 Jahren. mit der 
Gestalt u. dem Verstande eines Kindes, Zwerge an Kör- 
per u. Geist; aber, den stark ausgebildeten Korf abge- 
rechnet, in keiner Weise eine Miß form aufweisend. in kei- 
ner Weise verkrürrelt od. durch ihr Außres den widrigen 
Einrruck hervorrufend, welchen die Kretins auf uns zu 
machen rilegen. Schücking GKons. 1, 121; Vexe. 211 2c.; 
oft aber auch = Kreiin (s. d.). Schmeller 1, 510 
(weibl.: Feckin); Wer nach Salzburg kommt, wird im 
ersten Jabr dumm, im 2ten ein F. (Kretin). Jahn Moz. 
1, 23; Kürnberger N. 2, 207 2c.; Wer aber solch ein 
Narr-F. in. Waldis Es. 1, 1 155, vgl. Veir. Se. -, 
f. z—n: 1) s. Fare. — 2) Fee, Elfe: Die Perle, die 
v. einer F. (Elfe) an das Obr einer jeden Schlusselblume 
gebängt ward. Hauer (s. Guhraucr Less. II, Beilage 1). 
-ismus, m., uv.; 0: Kretinismus. — Etz: 
s. Fes 1. 
Eia-eL (frz. ), m.. —s; —, uv.: 1) Name 
eines Heiligen, des Schutzratrons der Girtner, j. 
IKohl Par. 2, 1 ff. Dazu: Das F.Fest (3) — La 
Saint Ibengl F. — 2) die v. einem Unternehmer in 
Paris, der dort in einem Haus à Venseigne llang—- 
ßen] de St. F. Imit dem Schild des St. F.] 
wohnte, gegründeten städtischen Miethskutschen (s. 
Dicz 630): Die Fiarer, die sie hier lin Berlin] Droschke 
heißen. Auerbach Gv. 106; Die Fiakers. Murhard Konsi. 
1. 171; Die F—s. Rodenberg Sünrfl. 1, 37 rc. (. 
Citadine); auch = Miethskutscher: Ich pfisf alsbald 
Ficellist 387 
einem Iswoschtschik (Fiaker) und warf mich in eine 
Drosckke. Kohl Südr. 1, 33; Der Fiaker zuckte den 
Gaul an. König DFam. 1. 10 2c. — Füle (gr.), 
f.; —n: (Bauk.) Ubereck gestellte Thurmchen als 
Schmuck an u. auf Kirchen beißen F-n. Morgenbtan 
(1864) 242; Jkalte Gsch. des mod. Geschm. ½7; 
DMus. 15, 2, 50; Ua##3. 22, 59; Diese F—n# u. bohen 
Zinnen der Parlamentsbäuser. Schühing Fr. R. 1, 215; 
Die Giebelwand der Kirche mit ibren „Phbialen“ 2c. 
Bronckh. 1, 233 2c. — HFiäs-chetlo (it. —kètto), 
n., —s; —, chétti: Fläschchen: Das bauchig runde 
F. voll guten Lanrweins. Ua#3#. 20, 147 tc. (ogl. 
Flacon). -Tro, m., n., —3; chi ski]l. —: 1) Flasche 
auch als Maß, s. Barile. — 2) das Durchfallen, 
der Mißerfolg, nam. auf der Bühne (Gzst: 
Furore): F. machen; Bei den Italiänern gab es ebenso 
brillante F—s wie in der großen Orer. Heine Lut. 2, 
299 2c. — Ktat (lat.): es werde! es geschehe 7 2c., 
z. B. (auf Recepten): F. läge ärtis od. secundum 
Artem. funügemäß zu bereiten!; F. mixtüra, es ge- 
schebe die Mischung 2c.; ferner z. B.: F. insinuätio 
es geschehe serfolge] die Einhänrigung!; Er rer- 
stand den Jokusmit „F. höcus-pöcus!“ (s. d.). 
B. 23b 1c.; (sprchw.) F. applicätio (s. d.); F. 
justitia ét pörent mündus! Gerechtigkeit! u. gehe 
die Welt darob zu Grunde 2c.; auch subs.: Dann 
weirr das F. lder Ruf: es geschehe! — die Einwilli- 
gung]s v. 3000 Männern ertönen. Gartenl. 15, 639b; 
Möge Merkur dazu sein F. winken. w. Luc. 1, 298 r2c. 
ibel, f.; —: Abece= (od. Namen-) Buch 
(vgl. Bibel): Buchstabier-, Lautier- F.z Bil- 
der- F., mit Bildern; übrtr.: Bubftabiert in Lie- 
bes- F#! G. 12, 200 ie.; F.-Buch;: -Schüler, 
„Schütz 2c. ifl, m., -en, —s; —en: Fibel-, Abece- 
Schütz. suihet SW. 228, s. Fibulist. — Ei-ber 
(lat.), f.; —m: Faser, nam. als Grundbestanttheil 
organischer Körper, bei.: Muskelfaser; auch übrtr., 
s. Ss. u. z. B.: Fen im Denkorgan. Sch Gör. 1, 
Ss 2c.i Unzirtlich stumpf an innern Sinnen, ist ihre 
Lieb' ein bleßes F—n Sriel. W. 12, 196 2c. bra, f. 
18 24, 11: Fiber. bratiön, -brieren: s. Vibr ꝛc. 
brille, k.; —n: Fiberchen: Gleichstimmung ibrer 
Fibern u. F-n. W. 1, 173 :c. -brin, m., e); 
0: (-ine, f.; 0): Fasersteff: Blut-; Fleisch-F.; 
Pflanzen-S. (s. Gliadin). -brolith, m., -(e)s; -e: 
Faserkiesel. Onen 1,199. -brös, a.: faserig, bes.: 
reich an Muskelfasern: F-es Gewebe (tsla fibr ösa); 
Daß der Keltiberer der f—ste, der Kaledonier der 
knochigste Mensch seines Tyrus ist. Globus 9, 1393. — 
Fibul-a (lat.), f.; -(ehn [8 24, 1): 1) Schnalle, 
Broche :c. Euhl 2, 251 r#c.; Hafteln, F'bulen od. 
Spangen. Weils Kott. 1, 627; Die keltischen Fibuln. 
9% Fibulæ. 1093. — 2) Schenkelbeindorn 
(Perone): Schmerzen im Fuß. Die F. halb zer- 
brochen. KaAugust 2, 39. Latiön, f.; Sen: s. 
Insikulation. -ist, m., —en, —; -en: s. Fibelist. 
Luther 5. 237. 
Ticell-#e (irz. fisell'), f.; —s: Bindfaden. 
„fren, tr.: mit Bindfaden umwickeln. Tifl, m., 
—en, —; —en: Name einer Partei in Genf: Die viel- 
genannten F-en, welche man auch als die independenten 
25“
        <pb n="404" />
        388 Fichant 
Knownothings ss. d.] bezeichnen könnte. DMus. 15, 2, 
594. — Fich- ant (frz. sischäng), a.: bohrend: 
Feu lföl f., Feuer, dessen Geschos, v. der Flanke 
einer Bastion aus gehnd, die Face der nächsten 
trifft. —e, f.; —s: Pflock zum Lagerabstecken; der 
im Holz steckende Theil (Lappen) eines Thür= od. 
Feusterbands, auch umgedentscht: Fisch (s. d. 4 
Ss.):; Stift im Brettspiel (Fichet); Spielmarke 
(auch hier: Nie höher als den Robber Sieben, den 
Fisch einen Sechser spielen. Kladderadalsch-##al. 13, 
105; Macht zusammen grade 8 Fische. Hamb. Th. 2, 
193; Sie spielt Lhombre, aber das Fischchen nur um 
einen Krenzer. Nabner 4, 3838); F. de consolation 
lkonsolaßjong]l, in manchen Spielen, eine Marke, 
die man auch in Fällen des Nichtgewinnstes, gleich- 
sam als eine „Tröstung“ empfängt; danach übrtr.: 
Sind die Fürstenbesuche eine Huldigung für den Kaiser 
Napoleon III. od. sind sie im Grunde bloß eine Be- 
schwichtigung, eine f. de consolation, welche man dem 
Manne nicht verweigern mochte? Uat B. 20, 275; Aber 
anch diese letzte f. de consolation kann ulcht ernst ge- 
nommen werden. 21, 255 c. -et Ce), m., —#; — : 
s. Fiche. -ren, tr.: heften, befestigen, einbohren, 
einrammen 2c. — Fichtelit, m., -(e)s; e: ein zu 
den Inflammabilien (s. d.) gehöriges Mineral. 
Dviertelj. 48, 323. — Sichn (frz. fischü), n., S; 
—6: dreieckiges Hals= u. Busentuch für Damen. 
Dazu: F. Aarie Antoinette. Bazar 2, 251; Mit dem 
F. à la paysanne. Lewalbd Genf 88 r. 
Fidalg-o (port.), m.. —é; —#: Edelmann, 
span.: Hiralgo. -= uin, f.: —#: Adel. — Fid-e 
(lat.): traue!: F., scd cüi? vide! —, aber wem? 
schaue; s. auch fides. eihommifss, n., —es; —e: 
(Rechtsspr.) Erbschaft mit der Verpflichtung, sie 
einem Andern zu übergeben, u. zwar ganz (Uni- 
versal. F.) od. Einzelnes daraus (Singular..); nam. 
aber: Erbschaft, worüber der Erblasser auf alle 
folgenden Generationen hinaus Verfügungen ge- 
troffen, zumal sofern sie der Familie erhalten blei- 
ben soll (Familien-F.): In England bestehen keine Ma- 
jorate od. F-e, sondern nur Substitutionen auf höchstens 
3 Generationen. Grenzb. 26, 1, 287 12c.; F.-Stif- 
tung 2c. JZeihommissar, m., -e)8; -#e, „ken: 
Erbe eines Fideikommisses. eihommissarisch, 
a.: in der Weise eines Fideikommisses: F-e Sub- 
stitution. Volksz. 13, 273. -eicommissärius, m. 
([&amp; 24, 21: Fideikommissar. eicommissum [824, 
2, n.: Fideikommiß: F. famtlin, Familien-; 
particuläre, theilweises; perpstnum, immerwähren- 
des; singulärc, Singular-; universäle, Universal= 
Fideikommis. eicommillens, m. [8 24, 3, 
Entis!)]: der Erblasser eines Fideikommisses. 
Seinbieren, intr. (haben): für Etwas bürgen, 
gutsagen. ejüssio, f. 18 24, 3, önis]: Bürgschaft: 
F. succedũnea od. surrogäta, Rückbürgschaft #r. 
S#juss iv, n., —eys: -e: F., F-um 1824, 2, n. : 
Bürgschaft, Verschreibung. e#jussor, m., —6; 
ören [8 24, 3, öris]: Bürge. ejussorisch, a.: 
auf Bürgschaft beruhnd: F—e Sicherheit 2c. -ẽl, a.: 
(bursch.) munter, lustig: Ein f—es Haus. Alenche 
Parn. 2, 171 2c.; Herr Brnder, sei heut krenze f. 
Fiesieren 
Ausw. d. Lied. 250. -lis, a.: treu, gläubig: 
Fidöles, Getreue 2c.; auch: die Gläubigen = Chri- 
sten. -elislimus, a.: Allergetreuester (Titel des Kö- 
nigs v. Portugal). —Flitas, f. [8 24, 3, ätisj: 
Treue: F. feudälis, Lehnstreue. elilät, f.; -#en: 
fireles Wesen u. Treiben: Nach manchem Tanz, nach 
mancher F. Magdeb. Kommersb. 246 1c. cmféren: 
s. vidimieren. „: 1) f. [8 24, 3. is): F. idis), 
Saite; Art Tonwerkzeug, Leier 2c. Weils Kost. 1, 
1319. — 2) f. [8 24, 51: Glauben, Treue ((. 
Etiamsi), auch personif., als Göttin (z. B.: Das 
Opfer der F. püblica. Wiiss Kost. 1, 1110, s. u.), 
s. auch Asterold: F. documenti, Glaubwürdigkeit 
einer Urkunde; grsca, griechische Treue, d. h. bei 
den Römern — wie: punische — Treulosigkeit; 
implicita, unbedingtes Vertraun, blinder Glanbe; 
jurkdica, rechtliche Glanbwürdigkeit; carbonäria, 
Köhlerglaube; pastorälis, amtliche Glaubwürdigk. 
eines Geistlichen; plenäria (s. d.); püblica (s. o.), 
Beglaubigung durch einen Notarius publieus rc.; 
pünica, punische (s. o.: græca); sacerdotälis, vgl. 
Pastorälis; sponsalitia. Trene der Verlobten 2c.; Böna 
f., guter Glaube, Gystz mäla f.; Böns (Ggstz malz) 
fider Gmtio, Emtor, posscssio, posséssus, Kauf, Käu- 
fer, Besitz, Besitzer— im guten Glanben an die Recht- 
mäßigk. des Erwerbes (Ggstz: obgleich man um 
die Unrechtmäßigk. des Erwerbs weiß) 2c.; Böna 
side, in gutem Glauben, ehrlich 2c.; gesteigert: 
Daß die Regierung öptima fide gehandelt. Uot 3. 21, 
15 c.; Mäla #ide, treulos, hinterlistig 2c.; 8ü#b 
fĩde, unter Beglaubigung, z., B. pastoräli 2c.; 
Fĩdem haben, Glaubwürdigk.; In fückem, zur Be- 
glaubigung, z. B. cöpis, der Abschrift r., s. auch 
Confessio. — Fidibus, m., uv., —ses; uv., s: 
zusammengekniffter Papierstreif zum Anzünden v. 
Pfeisen, Cigarren 2c.: F. daraus machen. Weile Erzu. 
(1672) p. 318; Simplicifftimus 2, 30 823 2c.; F. knei- 
pen. G. Stein 1, 3; Mit brennenden F—-sen. Saton 1, 
338 1e.; Knall= od. Perkussions-F., mit Knall- 
silber bereitete Vexier-F., s. Karmarsch 2, 441; Ualur 
114, 275a.; F.= Becher 2c.— Fid -eren (lat.), tr.: 
auf Kredit (od. Fido) geben 2c. is: s. Fides 1. -ius: 
s. Döus. 0 (it.): 1) a.: treu: Pastor (s. d.) f.2c. 
—2)m., —S :0: Vertrauen, Kredit. ücia (lat.), 
f. 18 24, 1): Vertrann (s. Firuz); auch: Eine Art 
Verpfändung, die an die F. des ältern rôm. Rechts er- 
innert. Geenzb. 26, 4, 128 2c.; auch it. (spr. —#tscha): 
Con f., mit Zuversicht (Musik). uuciäliter, adv.: 
mit Zuversicht. nciarisch, a.: Frer (od. Treu- 
bands.) Erbe, Erbe eines Fideikommisses (s. d.). 
—- neinrius, m. I# 21, 2: fidueiarischer Erbe. 
üeit: (burschik.) Antwort auf den Trinkgruß 
Schmollis (s. d.): Hab mit dem Tode Smollis ge- 
“runken,] der sprach: F., ich heiñe Freund Hein. Seine 
Lied. 30 2c. -ucität, f.; 0: Vertraun. ũz, ., 
uv.; 0: Vertraun: F. haben auf Einen; zu Etwas 2c. 
Fies (frz. fiäff), m., n., —##: —: s. Feurum. 
Sant Cing), m., —#; —6: Lehnsherr. ataire 
ä#), m., —; —#: Lehnsmann. □#, a.: belehnt; 
verbunden m. Schimpfwörtern — Erz-, z. B. 
Fripon □öngd) f., Erzspitzbube c. ĩẽren, tr.: be-
        <pb n="405" />
        Field 
lehnen. — Field (engl.), n., —#; —6: Feld: 
Göld-f., Goldfeld 2c. — ier (frz. flär), a.: stolz, 
muthig, übermüthig. — Fier-a: 1) (span.), k.; 
— : wildes Thier: Obligar (s. d.) à la f. 2c. — 
2) (it.), k.; -e: Messe, Jahrmarkt. - ant, m.,en, 
—8#; —en: Kaufmann, der die Messe bezieht, Meß- 
gast. — Ffier-amente (it.), adv.: (Mus.) heftig, 
wild (s. fier), auch: Fisro; cön füerézza. — 
Fierding (dän.), n., —§; „s: ein Viertel (vgl. 
Fjerding; Farthing): Der F. — 40 Pfund dänisch lauf 
Islanr l. Eneykl. f. Kaufl. 2, 214a (vgl.: Der Faering 
zu 10 Pfund. ebd.). -har, m., —s; —s: ¼ Scheffel. 
— Hier-#zza (it.), f.; 0; —o, a.: s. fieramente. 
c-té (srz.), s.; 0: Stolz, Ubermuth. — Fiesla 
(span.), f.— #: Fest, Feierlichk. Ausid. 39, 120Sb; 
Die F-s de töros [Stiergefechte]. .. Diese aragoni- 
schen F—s, d. h. Feste, öffentliche Lustbarkeiten. Globus 
4, 98 2c.; Comedia de f., ein Stück, das zur Ver- 
herrlichung v. Hoffeierlichkeiten bestimmt. Rosenkranz 
Poes Gsch. 59 7 2c. 
Eigäle, f.; —§s: einmastiges indisches Fahr- 
zeug mit Segeln u. Rudern. Zobrik 286b. — Fĩ- 
garo, m., —#; —#: Name, bes. der Hauptverson 
l. in Beaumarchais'’ Lustspielen: Der Barbier v. Se- 
villa — U.: F—Ss Hochzeit r2c., s. Jahn Moz. 4, 192 fl.; 
danach z. B.: Mehlspeise à la F. Scheible Kochb. 
365; Billardspiel à la F. od. à la Pyramicke; Die 
Pieadores, mit Bändern geschmückt, in F.-Tracht. 
Kager 2, 1738, vgl. Globus 1, 136a ꝛc. — SFight 
(engl. feit), n., —s; —§#: Gefecht, Kampf rc., s. 
Prize-f.; Fair (s. d.) f. 2c. — Figseren (lat.), tr.: 
Flüssiges verdicken. — Fig-ment (lat.), n., -(e)s; 
—e; um (§ 24, 2, n.]): Abbildung; Erdichtung 
(vgl. Fiktion). - Ur, f.; -en; ürchen, lein; —en-: 
4) die äußre Gestalt eines Körpers, nam. nach sei- 
nen Umrissen: Fasst. v. Gasse, Haus u. GartenF. 
u. Lage ins Gesicht. W. 11, 201; Sie hat — Übrtr. 
auch: Sie ist (s. 6) — eine hübsche F., ist hübsch ge- 
wachsen. — 2) (Math.) ein v. Linien begrenzter 
Raum: Grav-, krummlinige F. rc.; auch: eine zur 
Veranschaulichung des zu Beweisenden 2c. dienende 
Zeichnung (vgl. 3). — 3) Gestalten, Zeichnungen 
u. Bilder, oft sofern sie zur Veranschaulichung 
einer Darstellung in Worten dienen, z. B.: Ein 
Buch mit vielen in den Terxt eingedruckten F-en; mit 
F—en= Tafeln rc.; scherzh. auch in ganz lat. Form: 
Wie Fig ür a lder Augenschein] lehrt 2c.; aber auch 
allgm., z. B.: Wedgewood .. kam auf den Gedanken, 
dle antiken Kameen in Porcellan nachzuahmen, indem 
er weiße Relief-Fen aus blauem Grunde heraushob. 
Jfalke Gsch. d. mod. Gschm. 353; lIn der Damast- 
weberei] sieht man den Grund dunkel u. die F. hell. G. 
37, 359; Das Muster wird im Gasßzdes Grundes die 
F. genannt. Karmarsch M. 2, 391; Für solche Fälle 
wird außer dem Einschuß für das Grundgewebe (Grund- 
schuß) noch ein besonderer, nur in der F. zum Vorschein 
kemmender Einschuß (F.-Schusz) erfordert. 455; 
F.= Fäden. ebd. (vgl. brochieren 2); In dem Auf- 
schweisen der F. mittels einer besondern farbigen Kette 
(F.-Kette im Ggst zur Grundkette). 461 r.; Zu 
Kreuzen, Pyramiden u. andern Figürchen zurechtgeschnit- 
Figural 389 
ten. Kohl Irl. 1, 97 2c. — 4) So auch z. B. im 
Schachspiel die Steine, weil sie Verschiednes dar- 
stellen (s. 5): Schach-F.en (vgl. dagegen: Dam- 
brettsteine). Ferner die Bilder im Kartenspiel, 
wozu zuw. noch die Zehn u. das Aß gerechnet wer- 
den: Drei Tricks u. 1 F-en (s. Honneur 2) re.; 
(Wappenk.): Alles, was sich außer der Tinktur in 
den Sektionen findet 2c. — 5) im engren Sinn in 
den bildenden Künsten, für: menschl. Gestalt, 
Person: Ein prächtiges Stück [Gemäldel, worauf, mit 
F-en in Lebensgröße, die Wahl des Herkules geschildert 
war. W. 15, 38; Die Haupt-, Neben-F-en einer 
Gruppe; Die F—en waren auf 9 Juß berechnet u., ob- 
gleich 12 Personen sitzen ., daher als Halb-Fen 
anzusehen sind. G. 31, 74 ff. (s. demi-figure) 2ec.; 
Die zerbrochenen Figurchen. 20, 69; Gips-; Mar- 
mor-; Wachs-F.; Nippfigürchen. klein, auf den 
Nipptisch zu stellen 2c. — 6) Daher auch sonst - 
Person, bes. in Bezug auf die äußre Gestalt: Eine 
riesenhafte F., die Treppe heraufsteigend. G. 19, 6; 
Eine kleine F. humpelt herum. Tiec N. 5, 174 2c.; 
ferner: Wenn die Haupt-Feen sich entfernen. G. 15, 
151; Die Neben-Fen eines Schauspiels; Stehende 
Theater-, Lustspiel-F-en 2c. Daher auch: Eine 
F. spielen, machen, sich so u. so darstellen (s Ss.) u. in 
prägn. Sinn o. Artikel: F. machen [Etwas vor- 
stellen, bedenten J. Sch. 1 8 5 a ꝛe.; Niedlicher als wohl- 
gestaltet; Taille, aber keine F. k. 7, 147 rc. — 
7) (Tanzk.) der v. den Tänzern beschriebne Weg, 
nach seiner best. Gestalt. G. 14, 26 re.; Es giebt 
versch. Tanz-F-en: Kreis= od. Cirkel-; Diago- 
nal-; Diametral-; Schlangen-F-en 2e., s. 
hüringer 120. — 8) Mus.: a) Ton-F., das an 
versch. Stellen mit wechselnder Modulation wieder- 
kehrende Stück einer Melodie: Die sich wendende 
Begleitungs-F. Jahn Moz. 4, 418. — b) die 
Zergliedrung melodischer Hauptnoten in Noten 
geringern Werths (wohl wegen der durch die zur 
Bez. nothwendigen Linien u. Striche auf dem 
Notensystem entstehnden F-en). — c) Die Chlad- 
ni'schen (s. d.) Klang-F-en. — 9) Rede-F., Bild, 
übertragner, uneigentlicher Ausdruck, beldliche 
Darstellung; auch die versch. Wendungen, als For- 
men u. Gestaltungen der Rede, v. den Gramma- 
tikern mit best. Namen bez.: Ohne F. u. unverblumt 
v. der Sache zu reden. ZB. 136b; Wenn man nicht zu 
den Eseln gehörte; so wurden die Ritter lvom Orden 
zum grünen Esell nach einer abkürzenden Rede-F. be- 
nannt. Immermann M. 1, 200; Es muß der Zinskauf 
eine F. u. Anzeigen sein, daß die Welt dem Teufel ver- 
kauft sel. futher 1, 314b; Nun soll ja das alte Testa- 
ment des neuen F. od. Vorbild sein. 6, 322b (s. Fi- 
gurismus); Wenn die Ahnlichk. nur mit wenigen Wor- 
ten gleichsam angezeigt wird, so heißt die F. eine Me- 
tapher; wird sie ausgeführt eine Allegorie. Mendelssohn 
4, 1, 177; Wobei die Klägerin weder Rede-F-en 
noch Thränen sparte. W. 16, 52 2e. ßra, f. /S 24, 11:: 
Figur, s. d., nam. 3. -uräbel, a.: bildsam, ge- 
staltbar. urabilität, a.: Bildsamkeit, Gestalt- 
barkeit. = ural, a.: mit Figuren versehn, figuriert 
(nam. v. Musik): F.-Gesang, -Musik, -Stimmen, sich
        <pb n="406" />
        390 Figurant 
um den Cantus firmus bewegend (vgl. Mensural). 
Suränt, m., —en,— -en: Pers., die bloß siguriert: 
Die Noth, der nicht mit bohlen Namen, J—en gedient 
ist, die die That will, nicht das Zeichen. Sch. 366a; 
w. 3, 156 tc.; bes. auf der Bühne (s. Comparse), 
nam. im Ballett: die Nicht-Solotänzer, weibl.: 
F—in. Düringer 421 2c. uratiön, f.; -#en: Fi- 
gurierung, Bildung, Gestaltung, Belebung u. 
Ausschmückung durch (Ton= od. Rede-) Figuren, 
bes.: die Begleitung einer feststehenden Melerie 
mit einer od. mehrern polyphonen Stimmen re. 
juratĩv, a.: bildlich: Mit solchen sen lHiere- 
glorhen- Schif. Globus 6, 10 ga 2c.; vorbildlich. 
c—uräto (it.): figuriert, — nam. (Mus.): Canto 
(s. d.) f. -Uren, a.: in Zsstzg.: Da bekommen rie 
Gestalten etwas Wachs-Fes [Wachsfigurenartigesl. 
Aurtbach Ab. 157; Sch V. 101 c. Turiéren: 1) 
r.: a) bilden, gestalten, darsiellen: Wie Geister rie 
Gewächse f. Tiec 2, 177 vc., auch refl. z. B.: Das 
sich alle Dienstleute mehr od. minder nach ihm bildeten 
u. fizurierten. Tischl. 2, 5 2c. — b) Etwas in best. 
Figur darstellen od. es mit Figuren (s. d., nam. 
3; 8) schmücken, verzieren: In viclen Hondwerken 
u. Gewerben steht dem Glatten das Figurierte (Pasüge) 
gegenüber; Die gemusterten, faconnierten, dessinierten 
od. figurlerten Zeuge, Bilrgewebe. Karmarsch M. 2, 
391 r2c.; Neue Arten v. Diehbänfen, Kunstrrehbänken, 
Figurierbänken u. anderer Drehmaschinen. Uchlen 
Hrw. 231 (vgl. guillochieren) 2c.; Figurierte Musik rc.; 
auch (Malh.) : Figuricrte Zahlenreihen, gewisse, nach 
best. Gesetz gebildete, s. Kästner Anfangsgr. der Anal. 
515 ff.; Ohm Syst. 2, 24 ff. 2c. — c) Etwas sinn- 
bildl. dar-, vorstellen c., s. 2. — 2) intr. (ha- 
beu): eine Rolle spielen; eine Figur machen od. 
Figur (s. d. 6) machen; ein Lückenbüßer sein, der 
nur seine Figur hinzustellen hat, ohne eig. mit- 
handelnee Pers. zu sein (s. zigurant). -ũrig, a.: 
in Zsstzg.: mit so u. so beschaffnen Figuren ver- 
sehn: Eine schwarzsQe Vase.Eine Kanne in sehr 
graciôsem rotb.f—em Stil. Na## 2 1, 135 ꝛc. urine, 
f.; —##: Figürchen, z. B. in Landschaftsbildern 2c.; 
auch z. B.: Die zahlreichen neuen Kostüme, die sämmt- 
sich nach Pariser Fen gearbeitet sind. Uais3. 20, 459; 
Hachländer Eign. Welt 1, 220 2c. -urismus, m., 
uv.; 0: die Ansicht, wonach die Begebenheilen des 
alten Testaments die des neuen vorbedeutend dar- 
stellen u. vorbilden (s. Figur 9, suther; Typologie). 
Furist, m „Fen, —6; -en: Figurenbildner; Tänzer 
in Figurentänzen; ; uhanger des Figurismus 2c.i s. 
auch Laurist 2c. ürlich, a.: beldlich, mneigentlich 
(s. Figur 9): Daß alle Menichen f. sprechen u. Eulen- 
spiegel es cigentlich nimmt. G. 3, 249 2c.; Die Fkeit 
res Ausrrucks 2c.; seiten: Mit s—en [Figuren dar- 
stellenten) Reliefs. weise Kost. 1, 286. „urön 
(span.), m., —#; -es: Die Comedias (s. d.) de f., 
in denen ein Industrteritter oder eine ähnliche Karika- 
tur den Mittelpunkt ausmacht. Rosenkranz Poes. Gsch. 
596 2c. 
Fihl (ar.), m., —#; —6#: Der afrikan. Elephant. 
ar.: F.; tigrisch: Dokhen; amharisch: Heremat; in 
Mensai Harmasahn. Bithm Hab. 67; Bei den Persern 
Filature 
heißt er Pil, bel den Arabern Fil. 
Marfil U. Ferz. 
Tich-elfackel, adv. (s. #e.: fackeln, vgl. firfaxr): 
sich rasch, unstät hin u. her bewegend 2c.: Daß du 
sogleich f. [fir, im Nu] mit ihrem bösen Leumund feriig 
bist. Fraz Men. 51; Dem F. Leirziger Stirentchen. 
S Ic. -fach, m. (n.), —6; 0: 1) Ruthe, Ruthen-, 
Staupenschlag 2. Melisus Sal. 232 (Fitzfatz. 11 40c. 
— 2) das Hin= u. Herziehn, Winkelzug, Aus- 
flucht 2c.: Ihr ungereimtes u. lächerliches F. Jahn 
Moz. 1, 16; Soviel F-s. v. Sb. 3, 45. Jachen: 
1) tr.: mit der Rutbe schlagen 2., z. B.: Abef. 
Kaeligus Sal. 232. — 2) intr. (haben): Winkeleüge, 
Ausstüchte machen: Wie gewanrt er um die Wabrbeit 
fickfackt! v. Ant. 2, 91. Dazu: Fickfacker [Be- 
ltrüger 2c.). b. 190 1c.; in. Gome Dorigala 83 r.; 
ei. V. Ant. 2, 91; Proceffickfackereien. 
Droylen A. 3, 122 ic. — DSict-, Fikt-il, Zilis 
(lat.), a.: vom Tepfer gebildet, thönern, irden. 
ile, n., —#; -illen E 24, 3, u., is, Mz. lial: 
Töpfergeschirr. Sio, k. [8 24, 3, iönis): Erdich- 
tung, erdichtete Annahme: F. jüris, eine im Rechts- 
wesen gelroffne Erweltrung eines Gesetzes, wonach 
dasselbe auch für best. Fälle wirksam wird, für die 
es eig. nicht vorgesehen war (nach der erdichteten 
Annahme, als seien dieise Fälle die im Gesetz vor- 
gesehnen od. doch ihnen gleich). - iön, f.; Sen: 
Fictio. G. 21, 196; 33, 143 Lc. Rechts.v. 
(Fictio jüris! 2c.; Pbantasie, S- Vermoge. 
Wodern#4, 96 32 2c. -Iv, a.: auf Fiktion beruhnd: 
Die rein f-e Person seines Helten. Mrißnet Sanf. 1, 
VII: Die Hinwegräumung der f-en Schranke, welche 
die Mainlinie heißt. Unn 3. 20, 290: 21, 297: Bosin- 
Kranz Poes Gsch. 277; 365; 383; 199 rc. us, a.: 
erdichtet: Ausemi ((. d. ) fleta ꝛe. — Fieus 
(lat.). f.; m. [8 24, 4 u. 21: Feige (Baum und 
Frucht): 2 cärica, die gemeine; banyäna od. in- 
dica, Baniane; religiösa, die heilige; svcomörns, 
Sykomere 2c. — 2) Feigwarze: F. vensrea, ve- 
nerische r2c. 
+il: 1) s. Fihl. — 2) (frz.), m., —; —6: Fa- 
den, Draht, z. B.: F. seier (s. pv) K. — Fi- 
ladiere (srz. - ärk), .; —W: Art rlattberiges 
Flußfahrzeug mit Segeln. — Fil-agramm, n.: 
s. Filigran. - ament, n., -(e)s; -e: -amentum 
!# 24, 2, n.1: Faren, Faser (ogl. ötber): (Boet.) 
Staubfaren. Tunda (it.), f.; —#, zände: Man 
nennr die Anstalt, worin das Hasfpeln lder Seide] ge- 
schicht, eine F. od. Scidenspinnerei, (frz. flature. 
Karmarsch M. 2, 773; Große F—s.Ausld. 39, 
185 a ꝛc. — Fil-äo (port.), m., —8; —8: Streit- 
kolbenbaum (Casuarina). Ohen 3, 354; GSlodus 5, 
31b; F.- Bäume. 66b. är, a.: durch Fäden be- 
stimmt 2c.: s. F.-Guemon. Catöjo (it.), m., n., 
Globue 6, 115a, s. 
—6 —, 6i, öi: Spinn-Nad; -Mühle: Die Srinn- 
u. Zwirumuhlen. . Diese Anstalten nennt man Filatoi 
od. Torcitoi. Ausld. 39, 19 5a. atorium, n., —; 
len: Seidenzwirnmüble, F., Seiden-F. Karmorsch M. 
Moulinieranstalten, Filarorien. T. 3. 233 rc. 
—s, —u: Art Halbseiden- 
; , —: Spinnerei, s. 
2, 780; 
Satrice (frz. —iß), f.; 
zeng. ature I— 8 .
        <pb n="407" />
        Ffildschan 
Filanda. — Fildschan (ar.), m., —8; —6: kleine 
Tasse, zu Scherbet, Kaffe 2c. Globus 5, 339b; 
Petermann Or. 2, 94 (auch Finrschan. edd. u. so, wie 
Tassa, eine Art weiblichen Kopsputzes. 1, 343). 
Fil-et (frz. —): 1) n., —#; —8: a) eine weibl. 
Handarbeit, Knötchen, Netzgestrick (val. Lacis). 
Sch. 189a; 190brc.: F.-Nadel; -Stricken, Strickerei 2c. 
— b) (Kochk.) F—e nennt man die Lungen= od. Mürbe- 
braten v. allem Schlachtroieh u. Wildbret .., ferner die 
Brüste des Geflügels. .. Die fest am Bruftbein haf- 
lenden schmalen Fleischstreifen beißen .. zum Unterschiere 
o. senen größern J—s mignons iminjöngl. Wenn 
man einen Fisch ausschneidet, d. h. das Fleisch desselben 
vem Rückgrat loelöfst, so nennt man die beiden großen 
Stücke, welche man durch diese Procerur erhält: F—s. 
Schneidet man diese großen Stücke in kleinere Stücke, so 
werden diese ebenfalls F—s genannt. F—s nennt man 
ferner das in kotelettförmige od. ovale S#tücke geschnit- 
tene Fleisch r. rohem, gekochtem od. gebratenem Wild, 
Schlachtvieh od. Geflügel; längliche, schmale Streifen, 
rie man v. Fleisch od. Wurzeln, Nudeln, Semmeln, 
Heringen, Apfeln 2c. geschnitten bat, beißen ebenso. 
Scheidle Kochb. 7; Rinder -F. od. Murbebraten. 134; 
Schweins-Fs. 181 1c. — c) Schraubengewinde. 
— d) Plätichen, in Gesimsen. — c) eingelegte 
Holzardern — 2) u., —8; —, -en: Goldstriche 
u. Verzierungen auf Bücherbänden u. die Stemrel 
dazu: Filéten, die breiteren insbesondere Band-Fen. 
prechtt 3, 29; Borten-; Franz-; Schlangen-; 
Spitz= F-en c. — Efli-a (lat.), f. [8 24, 1; 
Dat., Abl. Mz. Abus]: Tochter: F. legitima, le- 
gitime; naturälis, natürliche. - äl, u., -(e)s; 
: eine Tochter-Anstalt, d. h. eine v. einer Mutter- 
Anstalt ausgegangne, gegründete. S. 33, 128; 
Nols Ins. 2, 59; 3, 106; HSpiertelj. 18, 106 2c.; 
F.-Bank; -Gemeinde; Geschäft, Handlung; Kirche; 
Magazin; Mission (s. d.); = Mufeum (s. d.); 
.Schule ꝛe. áster, m., —;; uv. [8 24, 2. ástril: 
Stieffobn. -atiön, f.; —#en: Kinrschaft u. das 
darauf gegründete Vh.; Herstammung in grader 
Linie, auch übrtr.: Mit den Erscheinungen neben 
einander wußte ich Nichts zu machen, bingegen mit ibrer 
F. (Herleitung aus einander] mich eher zu benehmen. 
G. 27, 195; 21, 168; Herrig 40, 7; DAus. 16, 
2, 72; W. 35, 19 2c. — ilibeg (schott.), m., 
—5; —: Kilt (s. d.), Schurz der Bergschotten aus 
Tartan (s. d.). — Filicit, m., -en; -en: Farn- 
krautversteinrung, s. Filir. — Filidhe: (F., irische 
Barden,] die sowohl für ren religiösen Gesang, als fur 
das Schlachtlied (rosga-catha) angestellt waren. Nosen- 
Kranz Poes Gsch. 215. — Fil-ière (frz. —jär), f.; 
—#8#, —n : Zieh-Eisen, für Draht 2c.; Schneid- 
Eisen, zur Verfertigung v. Schraubenspindeln; 
Registerhobel für Orgeln 2t. „Uren, tr. .: 1) 
zu Fäden ausziehn, spinnen (s. moulinieren) 2c.; 
auf einen Faden reihn, anfziehn: Die Häuser sind 
in einförmigen Reihen, wie ein Regiment Soldaten 
au filiert. Kohl Pet. 2, 274 2c. — 2) (Mufs.) Einen 
Ten f., allmählich anschwellen u. dann wieder sinken 
lassen. — 3) (Karten'p.) Seine Karten f., sie lang- 
sam hinter einander aufdecken; Eine Karte f., falsch 
Eiltrieren 
391 
spielend unterschlagen (s. Volte): Der das F. er- 
fand. .. Alle Grecs ss. d.] sollten ihm ein Monument 
errichten. Klinger Spiel. 15: Einen Franzosen zu Grunde 
f. [f-d zu Grunde richten]. 22; Es ist ausfliert 
lmit dem F. vorbei! .., meine Rechte ist gelähmt. 
100. iförm, a.: fadenförmig. Zigrän, n., 
—(e)s; —e: F. (ilagramm), gitterartiges Draht- 
gestecht, nam. aus Gold= u. Silberdraht, zur Ver- 
zierung (F.-Arbeit. Karmarsch M. 1, 549 2c.); aber 
auch auf dem Drahtgitter der Papierform zur Er- 
zeugung des s. g. Wasserzeichens u.: dies Zeichen 
im Papier; F.- oder Pettiner- ss. td. ] Glas. 
igränen, a.: aus Filigran: Ein Krönchen 
aus —em Silberdraht. 5Schmid 5, 409, 411. 
igranisieren, intr. (haben): Filigranarbeit 
machen. igranist, m., -en, —s: —en: Filigran- 
arbeiter. Na# 3. 20, 433 . — Pilipp-o, m., S; 
wzi: F., frübere mailändische Silbermünze v. 712 mai- 
länd. Kourant-Lire. Cnenkl. f. Kaufl. 35 1a (gerrägt 
v. den sran. Königen Philirv). — Filius (lat.), 
m. s8 24, 2; Voc.: fili!: Sohn (vgl. Filia): F. 
legitimus; naturälis 2c., s. auch albus 1. — Fil-ix 
(lat.), f. (§ 24, 3,-icis): Farnkraut. — Fill-age 
(frz. fülljasb'), f.; O: Jungfernstand. -e, f.; —: 
Techter, Märchen: F. de boutique (butill, Laden- 
mamsell; F. d'honneur sdonnör], Ehren-, Hoffräu- 
lein; F. de joie lihodl, f. publique spũblit], Freu- 
denmädchen, öffentliche Dirne; Die Damen aus dem 
Demimonee, die F—s de marbre Imarb’r] u. was noch 
tiefer rangierte. Hackländer Eign. Welr 1, 288; auch 
bloß: Wo vornehme Frauen das Perückentragen den 
Freudenmä#dchen u. F—s überließen. Böniger Sab. 12 1 1c. 
ktte, f.; —s: junges Märchen. — Fil-oche (frz. 
—öfb!.), f.; —: Art Gewebe. ochf#ert, a.: so ge- 
webt. oselle, f.; —: Flock-, Florettseire. — 
Filou (frz. —), m., —3; —#: Ganner, Sritzkube; 
Erz-F., s. fieffé 2c. —te#ric, f.; —s, —eyn: Gau- 
nerei. —t###n, tr., auch o. Obj.: betrügen, gau- 
nern 2c. — FBilt-er (frz.), m., n., —; Uv.: 
Seiber: Die zweckmäßig gefermte Substanz, rurch 
welche die Flässigkeir hinrurchgeht, indem sie die festen 
Theile auf od. in derselben zurücklässt, heißt das F. 
(Fillrum). Precht! 6, 91 (ogl. Kelatorium), z. B. 
nach der zu filtrierenden Sukstanz, z. B.: 
Wasser--F. 106; Kaffe-; Zucker-F.; ferner 
nach dem Stoff des F-s, z. B.: Filz-; Kohlen-; 
Papier-; Stein-F. rc. U. nach der Art der Ein- 
richtung 2c. z. B.: Ein ungemein wirksames 
lZucker-] Filtrum ist das Rabmen-F. Sarmarsch 3, 733; 
Schnell-F., zum schnellen Filtrieren; Stern- 
F., sternförmiges Pavier-F. 2c. -ern, tr.: durch 
ein Filter laufen lassen, seihen, siltrieren (s. d., 
vgl. kelieren): Aus den Dichtungen Melière's das 
großarrige Gemüthsleben dieses Heros herauezu'f. 
Mag. d. Ausld. 34, 194b. rät, n., -(e)s; -—e: die 
filtrierte Flüssigk. Ausld. 39, 125a 2c. ratiön, 
f.; —en: Filtrierung. -S#r#eren, tr.: filtern: Der 
Rasen filtriert die schlammigen Theile ab. UNaur 16, 
251lb 2c.; Etwas durch-f.; Den letzten Rest des ver- 
derblichen, aus dem enthufiaftischen Eurora ei nfiltrierten 
Hellenentandes. Kalmerayer Gs W. 1, 272 (s. in-f.) 2c.;
        <pb n="408" />
        Filtrum 
392 
Filtrler-Apparat (pecchil 6, 100); -Bassln 
(Kermarsch 1, 792);-Gefäß (Prechit 6, 96);- Ha- 
dern (-Lumpen, zu Papier. Karmarsch M. 2, 810); 
Heber (piechtl 6, 100); Kohle; -Kübel (107); 
!. Papier (93); -Stein (96); Substanz (94); 
lVorrichtung (Karmarsch 3, 732) 2c.; Filtrie- 
rungs--Art (prechit 6, 103) 2c. --rum, n., —#; -ra 
1§ 24, 2, n.]: Filter: Solche Filzfiltra. Karmarsch 
1, 786 cc., s. Philtinm. — Fil-um slat., &amp; 2, 
2, n.): Faden. Jure (frz. —ür), f.; —: Ge- 
spinst. — Filzität, f.; 0: Filzigkeit (ogl. 
Albertät 2c.). 
Fimbria (lat.), f. [8 24, 11: Faser, etwas 
Fasriges, Franze 2c. — Fimmel, m., —s; uv.; 
chen: (s. Se.): 1) (s. Femella) bei Hanf und 
Hopfen die tauben Pflanzen, d. h. nach der Volks- 
anschauung die „weiblichen“ — (während der Bo- 
taniker sie als die männlichen zu bezeichnen hat). 
— 2) (Bergb.) starker Eisenkeil, der zw. die Klüfte 
des Gesteins getrieben wird, stärker als die s. g. 
Federn; auch: Hammer zum Einschlagen v. Pfäh- 
len in Weinbergen 2c. 
Lin: 1) s. üno 2. — 2) (frz. feng): a) k.; 
—6: Ende (s. finis): A la k., am Ende (vgl. entio); 
Und dann la f. de tous les romans Itu lä romängl, 
das Ende aller Romane. pächler Südöstl. 1, 2 13 2c. 
— b) a. (weibl.: üne, spr. fin') fein, z. B. von 
Waaren (s. Double 2c.); serner: Mot lmol f., „fei- 
nes Wort“", Ausspruch, dessen volle Bedeutsamfeit 
sich erst tiefrem Nachdenken erschließt 2ce.; Das k. 
mot [die wahre Bedeutung, den eig. Zweck] der 
ganzen Angelegenheit kennt man noch nicht. Nat 3. 21, 
256 r„.; (Kochk.): Fines Herbes ssin serbl, feine 
Kräuter. Scheibte Kochb. 8 2c.; Fine lamo et belle 
lourchette (sin läm e bäl' furschett! ist zunächst der 
Mann, welcher die Klinge fein u. die Gabel gut zu füh- 
ren weiß. Bazar 14, 14b 2c., auch: Fine lamc, ein 
verschlagnes Franenzimmer 2c. äl: 1) a.: a) am 
Ende befindlich, den Schluß bildend 2c.: F.-Be- 
schluß; Cadence (s. d.) od. Kadenz; -Leiste 
(Buchdr.) 2c. — b) einen Endzweck betreffend, die 
Absicht bezeichnend 2c.: F-e od. F.-Konjunk- 
tionen; In Adverbialsäßen des Zweckes (F.-Süötzen). 
fehrein Schulgr. 360; F.-Zusammenhang rc. — 
2) n., —(e)s; —e: Finale: So ist doch immer das F., 
daß der Mensch auf sich zurückgewiesen wird. G. 22, 
235 rc. (vralt.: In der F. des Gesangs od. Lieds 
sangen sie 2c. fimb. Ahron., s. Hoffmann-4. Kirchenl. 
143). -äle, n., —#; —8, uv.: Beschluß, Schluß, 
Ende, — nam. (Musik): ein Tonstück als Schluß 
eines größern Ganzen, bes.: großes Ensemblestück 
als Aftschluß in Opern: Muster v. F—- u. Düringer 
421:; Zn dle beiden großen F—#. Jahn Moz. 4, 211rc. 
alis #eren, tr.: beendigen, abschließen. alität, f.; 
0: Schließlichkeit; Zweckbestimmung. — Fin-ance 
(frz. ängf'), 1.; —#: s. Finanz; auch: Finanz-Welt, 
Leute, s. bes.: Haute.F.; scherzh. in lat. Abwand- 
lung: Bezüglich finäncibus vastris seurer Fi— 
nanzenl. Lausbl. (66) 4, 197 2c. -anciiell (angßell,, 
a.: finanzlell: Eine —e Sommität. Meihner Sans. 
4, 132. -ancier (-anghle), m., —; —6: Finanz= 
Finieren 
mann. -ancĩẽren (-ngß—, intr. (haben): Finanz- 
operationen machen, Geld schaffen 2c. -anz, k.; 
en: in der ältern Spr., auch in Cz., gw. in 
schlechtem Sinn — Wucher, Betrug, Kniffe, 
Ränke 2c., sehr häufig; heute gw. in Mz.: die 
Einkünfte, das Vermögen eines Staats, dann auch 
Ubrtr. auf Privatpersonen; u. als Bstw., z. B.: 
F.-Abtheilungen; = Anstalt; „-Behörde; 
Charlatan (s. d.), = Charlatanerle; De- 
partement (s. d.); = Etat (s. d.); Der F.-Mi- 
nister legte das F.- Exposé vor. Uol 3. 21, 33; F.= 
Fach; „-Gesetz; Hoheit, die Gesammtheit der 
Befugnisse der Staatsgewalt in Betreff der F-en; 
Intendant. Frankt Jer. 1, 3272;-Jahr, vgl. Etat- 
Z.; Kalamität. Galen G. 3, 321; -Klemmez; 
Kollegium; -Kunst; = Lage. Gutzkou 3Z. 7, 
203;-Mann. G. 17, 355; 33, 327; Den Werth 
einer Sache f.-mäßig beurtheilen. Nabner 4, 300; F.= 
Maßregel; = Minslster (s. d.).Ministerium: 
Die kleinlichen F.-Nergeleien. Uat3. 21, 189: F.= 
Noth; -Operarion (s. d.); Die v. 1809—1813 
crlassenen österreichischen F.-Patente. Scherr Bl. 3, 
190; F.-Periode des Budgets;-Plan, Pro-, 
jekt;-Politik;-Prokurator, s. Fiskal;-Rarh 
im F.-Kollegium; „= Sache; Spekulation; 
Stand (Mecch's Br. 1, 88); Tableau (s. d.); 
.Verwaltung. Grenzb. 24, 1, 1599;Welt (de 
F.-Männer). Volksz. 16, 123;-Wesen; - Wirth- 
schaft;-Wissenschaft 2c. änzen, intr. (haben): 
financieren; wvralt. auch (s. Finanz): Vortheln, be- 
rücken, f. u. lügen. ##ogau (s. f. 5, 224) u. o.; dazu: 
Flnänzer (ei); auch noch: Spekulant u. Finänzer. 
Scherr Stud. 1, 269 (s. Financier); Die ganze öster- 
reichische Finanzerei war ein fortgesetzter Banke- 
rott. Bl. 3, 190 [Finanz-Verwaltung, -Wirth- 
schaft, in tadelndem Sinn]; u. z. B.: Mit selchen 
finanzischen (betrügerischen) Stücken. HSachs 3, 
2, 2524 ½c. — Pinass-erie (frz.), f.; —eyn: 
ränkevolle Feinheit, schlane Ränfe. eur l-orl, 
m., —6; —: Einer, der Finasserie treibt. -ĩẽren, 
intr. (haben): mit Finasserie verfahren 2c. Scherr 
Bl. 3, 118 2c.; auch z. B. tr., m. Angabe der 
Wirkung: Metternich finassierte Osterreich aus dem 
napoleonischen Lager glucklich in das der Verbündeten 
hinüber. Sid. 2, 162. — Sindschan; s. Filrschan. 
— Fine (it.), m.: Cnde, bes. Mus., z. B.: Dã 
(s. d. 2) cäpo dl f. 2c. (s. auch #n 2). — Eines#'-# 
(frz.), f.; —n: Feinheit; Schlauheit (vgl. 3 nasse- 
rie 2c.). -ing (engl.), n., -z: —: Impaß (s. d.) 
beim Whistspiel. — Finéster, n., —; 0; eine 
geringe Sorte Seide. — Fingan (ar.), m., —S: 
—&amp;# : Tasse: Einen „F. Gahwa“, ein Porcellantäschen 
Kaffe, trinken. Globus 1, 530. — Fingerglass 
(engl.), u., uv.; —es: Eine kleine Bowle od. F., 
wie es die Engländer nennen, um sich die Hände darin 
zu waschen. püchter Südöstl. 1, 458. — Fing-ibel 
(lat.), a.: erdenkbar, eingebildet, scheinbar. 
eren, tr.: erdenken, erdichten, vgl. Fiklion; Finte. 
— Finian: s. Fenian. — Fin-i (frz.), a.: fertig: 
Jeu (s. d.) f. -ren (lat.), tr.: beendigen, fertig 
machen: Finker (od. Wälz.) Maschine, zum Ab-
        <pb n="409" />
        Finis 
runden der Zähne bei kleinen Rädern, in Uhren 2c. 
fiarmarsch M. 1, 605 2c. is, m. 6. 24, 3, uv. J: 
Ende, z. B. in Büchern (ogl- Explicit); F. Polönis 
(Polens); F. corönat öpus, krönt das Werk; Sie 
haben auch geruht, in fine finörum (falsch st. fmium) 
sich ein Todesurtheil zu verbitten. Schüching Bronckh. 2, 
316 rc., zum letzten Schluß r2e.; auch: das 
Außerste 2c., z. B.: Wo Essen u. Trinken. der F. 
bonörum sdas höchste Gut] ist. w. 15, 167 2c.; 
End-Zweck: F. primärius U. secundärius, Haupt- 
u. Neben-Zweck 2e. Tifh (engl. finnisch), tr.: 
fertig machen, zurichten, appretieren: In ihren 
großen F-ing shops, Zurichtewerkstätten. Kohl Engl. 
2, 130 2c. -issage (frz. —äsh'), f.; —n: die letzte 
Bearbeitung —, z. B. im Zuspitzen der Näh- 
nadeln das Abziehn einer Uhr e. -isseur (50, 
„ —6; —Ö: 1) Jemand, der nach einer Skizze 
Din Desst in im Detail ausführt, bes.: Modelleur, 
Musterzeichner 2ce. — 2) in der Baumwollmanuf.: 
die Feinkratze, Rein-Karde, vgl. entsprechend in 
der Wollmanuf.: Finisseuse (□—öf.|], Lrcken- 
maschine. — Finissimo (it.), a.: Superl. zu 
fino: höchstfein (vgl. ertra-, supra-fein). — Finĩt-o 
(it.), m., —s; —#, -i: Rechnungsabschluß. —-us 
(lak.), a. beendigt, geschlossen; bestimmt: Tem- 
pora hoita, die best. Zeitformen des Verbums 
(s. Ggstz Infinitiv) ꝛe. — PFinkeljöchem (jüd.= 
deutsch): Schnaps, Fusel. Güniher 467; 945; prut 
Holb. 611, s. Cornelins, vgl. als Umdentung des 
hebr. Jajin (Wein): Weil er guten JZöchem hatte u. 
ihm der Wein nicht überzwerch im Faß lag. Hebel 3, 
227; Vom besten Söchem. FHimplicissimus 3, 22927 2c. 
— Fino (it.): 1) a.: fein (s. finissjmo). — 2) 
präp.;: bis; abgekürtt sin, z. B.: Fin al segno 
KI. d.) 2c. — Zinochett-or (it. 2 m., —; 
: s. Brighella. — Fint-e (it.), f.; -In; Schen, 
bein: (s. singieren; Feintez vgl. KSchiltr Mud. Gl. 17b): 
etwas auf Täuschung Bercchnetes, indem sich da- 
hinter eine andre Absicht verbirgt, nam. im Fechten 
ein Stoß od. Hieb, mittels dessen man einen andern 
Körpertheil treffen will, als den man treffen zu 
wollen scheint; übrtr., theilweise — nam. orkl. 
— sich vermischend mit der Verkl. v. Fund, vgl.: 
Wirerlegung der listigen „Fin d lein“. k. 12, 20 5 r2c.; 
Ich hielt es für eine F. Immermann M. 1, 339; Sch. 
109b; 21 3a 2c.; Die Glossen . . , die v. Juristen- 
finichen handeln. richtwer 152; Setzte ihm alsdann nach 
einer Sekunden-F. eine Quart über den Arm. Heinse 
A. 1, 228 2c.; Die s—n-volle vorher studierte Rolle. 
B. 2 2aà 2c. Jo, à siert: Cönto (s. d.) f. 7c 
Fiöc-co (it. ), m „ —6; -chi □kiI: „Flocke“, 
Quast, — nam. als Pferreschmuck: Vorreiter u. 
Stallmeister, Alles in Fiocchi u. großer Gala. Schückhing 
FrR. 2, 189; Die Rofsse en langl Hoecchi, die Lakaien 
in Gala. 282 2c. — Fiöco (it.), a.: (Mus.) leise, 
schwach. — Fion (frz. fiöäng), m., —s; —#: Die in 
den Werkstätten lder Künstler) so gangbaren Ausdrücke 
F., chic (s. d.), deren die Franzosen sich so häufig be- 
dienen, wenn sie von ihren Genrebildern reden, von ihren 
sflüchtigen Erzeugnissen jeder Art 2c. Hagen Ratz. 1, 
227 ff. — Fiord: s. Fjord. — Fior (it.), e, 
Firmel#yn 393 
m., uv.; -l: Blume (vgl. Fleur; fios); auch: F 
di Francia frändschal, von Frankreich, — Art 
brochierter Atlas 20. -ĩn: Agröstis vulgãris ist das 
F.-Gras der Landwirthe. Oken 3, 102. Fino, m. ; 
eini: Gulden, s. Florin; Ponto 2. -iĩto, a. : (oem 
Gesang) koloriert. -itür, f. -en: Gesangsverzie- 
rung zur Bewährung der Bravour (s. Koloratur): 
Prangende Fen-Gewinde. Uat 3. 21, 101; Die 
Kantilene mit dem sie umschimmernden F-en-Sch mr uck. 
18, 515 2c. 
Fique (span.), 
(der Agave u. Buccal, die sog 
272 rc. 
Firäghi bel vefa (türk.): Verkauf mit dem 
Vorbehalt des Rückfaufs. Grenzb. 26, 4, 128.— 
Hire (engl. feir): Feuer: Ohne pöcket f. [Feuer= 
zeug]. Hollei Treust. 1, 25 2c. — FirEnk-i (fürk.), 
pl.: Franken (s. d. 1c), d. h. Oceidentalen, Eurv- 
f.; —8: Die langen Bastfasern 
. F. Grenzb. 24, 1, 228; 
päer. islan, n., —8; 0: s. Frankistan. — Kirk, 
m., —#; —: dän., schwed. Kupfermünze. — 
Firhäta' (türk.), f.; —s: Fregatte. — Firkin 
(engl. frkin), n., 5 —6 : Bei Bier ist 1 Tun. 
24 F— od. 216 [I—= 9 241 Gallons. Encykt. f. 
Kaufl. 5 29b; Das F. ist bei Butter 56 Pfunr, bei Seife 
64 Pfund. 530a. -man, m., —s; zmen: F., Kaffe- 
schenk in Berlin sagt man Budiker. Herrig 43, 117. 
— Eirl, m., -e)s; —e: Kreisel: Weil sie sich 
dreht, wie ein P—chen. Weißt Kom. Op. 3, 274 2cc. 
Tesanz, m. , e); -e: (s. Ss.): (vralt.) Art 
Tanz; ein leichter, windiger Palron, Geck, Laffe 
(F-er, m.); Tand, Possen, Flitterkram re. 
(F-ere#, f.), vgl.: So firlefänzen u. mit Worten 
umherschweifen. Lulher 2, 149b 1c.; Firlefänzisch, 
a. V. 4, 168 2c. — Firlot (förlot), m., —; —6: 
ein schott. Hohlmaß (ungefähr = 1 engl. Busshel, 
s. Kolherby Schott. Wört. 65): Der F. wird in 4 Pecks 
zu 4 Liplplies eingetbeilt; 1 Fs machen einen Boll, 
deren 16 auf einen Chaldron gehen. Encykl. f. Kaufl. 
1, 75 1b. — Firm (lat.), a.: fest, sicher 2c. (l. 
ferm u. firmen). —a, f.; zen, —#§#: (kaufm.);: die 
geschäftl. Namensunteischrift; der Name eines 
Geschäftshaufes: Das Geschäft unter der alten F. 
fortführen 2c.; Einem F. (od. Procura) geben, ihn be- 
vollmächtigen, für das Geschäftshaus gültig zu 
unterzeichnen 2c.; Firmenschreiber. (eiyziger 
Idressb. (1865) 21 S8a 2c.; Wenn eine [Handels-] Ge- 
sellschaft sich auflöst, so haben die Liquidatoren der bis- 
herlgen nur als Liguidations-F. (Stralzie- 
rungs= F.) zu bezeichnenden Firmen ihren Namen bei- 
zusügen. Sludenrauch Lehrb. des österr. Hdlsrechts (Wien 
1863) 77 k. Tamént, n., —eys; (—e): immels- 
feste. Sir. 4 3, 9 (vgl. 1 Kof. 1, 6) 2c.; Die f.feste 
Vils inértiæ des .. rõm. Prinzips. Gutzkow Z. 3, 216 
2c.; F.= Stein, f. Element E. amentaál, a.: das 
Firmament betreffend. — Firman (—: . Ferman. 
— Eirm-änt, m.,—en, —-#; -en: Einer, der für die 
Firma unterzeichnet (sirmiery: Stralzierungs. 
F. 2c. e, adv.: firm (auch firmiter). ellyn 
(lat. ), tr.: einsegnen, in der röm. u. gr. Kirche, 
ein Kind mit Chrisam salben u. mit einem neuen 
Namen belegen (vgl. konfirmieren), s. Ss.; auch:
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        Firmieren 
394 
Flrmil) ung; vralt. auch: Warum ist Das kelne 
Fermelung, wenn Einer sich selbst fermelt kuther 
6, 84b; Fermel (k.). 2, 165b 2c. Dazu: Firm- 
Binde od. Tuch; = Name; -Pathe (obrd. 
Götte). ren, intr. (haben): im Namen einer 
Handelsgesellschaft unterzeichnen. -ilät, f.; 0: 
f. Fermeté. Titer: s. fme. -us, a.: fest: Cämtus 
(s. d.) f.2#. — Firnis (frz.), m., —#e „se: 
(s. #2.): 1) Flüssigkeit, womit man Ggstde über- 
zieht u. die, getrocknet, ihnen Glanz verleiht, sie 
vor Einwirkung der Feuchtigkeit u. der Luft schützt; 
auch einzelne zu F. benutzte Harze, z. B. eine 
Sorte Bernstein; Trockner F., Wachholderharz rc. 
Isszgn z. B. nach den Bestanttheilen, dem Ge- 
brauch 2c.: Amine= Bernstein-; Dammar-; Goldlack- 
lzum Lackieren v. Messing]; Kepal-; Lack-; Leinöl-; 
Maler-; Mastir-; Ol-; Radter= (bei Kupferstechern 
zum Uberziehn der zu radierenden Platte]; Sanda- 
rach-; Schellack-; Terpentin-; Tischler-; Weingeist-F. 2c. 
Als Bstw. z. B.: F.-Baum, -Snmach; -Berei- 
tung;-Buff, Art Pilz, Lysürus chinénsis, wie 
gefirnisst glänzend;-Fabrikte.; Glanz,= glän- 
zend; Spille, ein Baum, Stagmäria verniciflua; 
Stein, Bernstein zu F.; = Sumach, Uhüs ver- 
nieĩfera; „Tuch, Wachs-T. ꝛe. — 2) übrtr.: 
Etwas, das einen Ggstd anders — gw.: glänzen= 
der —, als er in der That ist, erscheinen lässt: Das 
wirkl. Leben verllert oft dergestalt seinen Glanz, daß 
man es manchmal mlt dem F. der Fiktion wieder auf- 
frischen muß. G. 21, 186 u. o.; seltner: Mit trü- 
bem F. gegenwärt'ge Freuden u. mit der Sorge 
grauem Spinnenflorer Hoffnung relzendes Gebild 
umnebeln. 6, 356. -sen, tr.: mit Firnis (s. d. 1; 2 
überziehn; glänzend erscheinen lassen: Ein ganz Ge- 
birge scheint, gefirnisst von dem Regen,] ein grünender 
Tapet. Haller 4 3 2c.; Etwas auf.; auf-f.; be-f.; Die 
Magnetnadel zu über- f. fichtenberg 1, 301; Wir lassen 
.. doppelt überef. lglänzend erscheinen) den Ruhm, 
den euch der Franke Jab. Schligel Haml. 4, 7 2c. er, 
m., -6; uv.: Einer, der firnisst, vgl.: Ein Maler. 
Vernisseur lwernissör]. möser Ph. 1, 186 2c. — 
Firole (frz.), f.; —n: ein schneckenartiges Thier, 
Pterotrachca, s. Oken 5, 514; perty 157 2c. — 
Firfst (engl. först), a.: erst, z. B. (vgl. Prlma) 
bei Angabe von Waarensorten 2c.: Die Accepte be- 
trachlet der vorsichtigste bill-broker . . als f.rate lrekl, 
erster Klasse. Gartent. 15, 4579a 2c.; ferner, z. B.: 
Einen, der sowohl in den Humanioribus als in der 
Mathemgtik bei seinem Baccalaureatseramen in die erste 
Klasse kommt, neunen sie in Orford einen Double ((. d.) 
F., einen Doppel-Primus. Kohl Engl. 3, 26; in Be- 
zug auf das Trainieren v. Pferden: F. sweat swetl, 
erster Schweiß. Joler Renn. 18; F. trial k(treiels, 
erste Probe. ebd. 2c. — Firuseh (ar.), f.; —#: Tür- 
kis-Grube. Olobus 12, 166b. 
Fios: (Mus.) s. A 3; auch: Dadurch kam er 
endlich ins F., womit man im gemelnen Leben andeuten 
will, daß die laudesübl. Ausgleichungsmittel zu mangeln 
anfangen. Holtei Ob. B. 1, 78 2c.; F.= fälschl. st. 
Phys-Harmonika, s. d. — Fisell 2c.: s. Ficell rc. 
— Fisematenten, pl.: leere Flausen. Benedir 6, 26; 
Fistel 
Hollei Es. 2, 109 rc., s. Ss., vgl.: Vlsipatenten. Waldie 
Es. 1, 3, 76 U. dazu Sandvose Sprchw.-Lef. 132. — 
SFifett: F.- od. Fustlik (s. d.) = Holz. Karmorsch 2, 
71; F.-Ol 2c. — Fi,oh (engl. fisch): Fisch: F.- 
sauces. IKohl Par. 2, 30; F.-monger, j. M. 2c. 
-er, m., —#; —#: Fischer; auch Name fsschfressen- 
der Raubthiere: Der kanadische Edelmarder, Pekan. 
Die engl. Pelzhändler verkaufen ihn unter dem Namen 
Wood-shock, black-fox od. f., welcher letztere Name 
schon viele Irrthümer veranlasst hat, da auch die kana- 
dische Fischorter daselbst so heißt. Prechtl 11, 13. — 
Fisis: (Mus.) s. A3.— Eisc, Fisk-äl (lat.), 
m., —(e); —en; Se, (zäle): 1) Rechtsanwalt, der 
über die Gerechtsame des Fiskus wacht: Hof-; 
Zagd-; Kammer-; Rechts-F. 1c. (vgl.: Finanz., 
Kammerprokurator). — 2) Staatsanwalt (scherzh.: 
Wenn ich .. Einen als Druckfehler-F. meiner Werke 
besonders besolde. 3p., Wachern. 4, 9607). — 3) 
(vralt.) auf Universiläten, der Eintreiber der Ho- 
norare (Instigator) 2c. — 4) (vgl. 2) ein Vogel, 
der kleine Dorndreher od. Neuntörter, Länius 
collürio. per 237. — 5) als Bsiw. — fiskalisch, 
z. B.: F.-Gerechtlgkeil, Gerechtsame des Fis- 
kus; -Lasten. Uot3. 21, 246, die der Fiskus auf- 
legt;= Steuer- od.- Funktion. Reumont Madd. 1, 
56; 57 c. alät, n., —(eys; -e: das Amt des 
Fiskals. -alin, m., —en; —en: Hofhöriger der 
Landesherrschaft. -alisch, a.: 1) den Fiskus be- 
treffend, ihm an= od. dazu gehörig 2c.: F Interessen 
wahrnehmen. Grenzb. 26, 3, 211; Derfe Standpunkt. 
Unt 3. 20, 27; 21, 169; Noch er ist die Bestimmung 
v. No. 3. 22, 11; Fle Plackereien. CUobert 2, 75 1c.; 
J—e Güter, worauf der Fiskus, als ihm verfallen, 
Ansprüche hat 2c. — 2) den Fiskal u. sein Amt 
betreffend, dazu gehörig c.: Eine Sacke ist f., so 
daß der Staatsanwalt als Kläger darin auftreten 
muß ic. alis seren, tr., auch o. Obj.: Etwas 
als fiskalisch (s. d. 2) behandeln. -alität, f.; 0: 
das Fiskalischsein, nam.: das Bestreben, die Ein- 
künfte des Fiskus zu vermehren: Der Finanzminister 
wies darauf hin, daß das Gesetz die Bevölkerung um 
2½ Millienen entlaste; es könne also rarin keine F. 
erblickt werden. NUal3. 21, 213; Die F. der Post. 20, 
27; 22, 52 c. ärius, m., uv.; -ärken (§#24, 21: 
Schuldner des Fiskus: Pächter von Staatsein- 
fünften. -us, m., uv.: 018 24, 21: Staats- 
Schatz, -Kasse; Strafkasse (s. konfiscieren); der 
Staat als Besitzer v. Vermögen u. als juristische 
Persönlichkeit 2c.: Sie dem preuß. Gesammt.-F. 
einzuverleiben. Grenzb. 26, 3, 167. — Lisol-e, f.; 
—n s. Phaseole. -ra (it.), f.i -re; -re, (.; 
— n0s: kleines venetianisches Rennschiff. — Fiss-il 
(lat.), a.: spaltbar. -ilität, f.;0: Spaltbarkeit. 
Sipede,) m., —n; —n: Thier mit gespaltnen Klauen, 
Ogstz: Solipere (ovd. Solidungulum, Einhufer). 
- ür, f.; -en; üra, f. (§S 24, 11: Spalt, Niß. 
— Fisft-el (lat.), f.; —m: 1) „Röhre“, verhärketes 
tiefes Geschwür mit engem Eingang u. röhren- 
förmigen Kanälen (gr. Herörhera). Zsstzg, s. 
üstula u. z. B.: Ich weinte immerfert, so daß ich mir 
eine Tyränen-F. zuzog. Immermann M. 1, 231 1c.;
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        Fisteln 
F.-Messer zu F. Operationen. — 2) Kopf- 
stimme (s. Falsett). G. 29, 18 rc.; F.= Sänger: 
Stimme. eln, intr. (haben): durch die Fistel 
(s. 2) singen, sprechen; so tönen 2c. Klence Gsp. 1, 
17; Winterseid Gem. Dicht. 1, 206 2c. - ula, f. 
[8 24, 11: 1) Fistel (1), z. B.: F. äui, Mastrarm-; 
dentälis, Zahn-; lacrymälis, Thränen-; uréthra, 
Harnröhren-Fistel 2c. — 2) Die Pansflöte od. F. Weils 
Kost. 1, 1318; Unter F. verstand man nun nicht mehr 
die Pansflöre, sondern eine kleine Pfeise, etwa nach Art 
des Flageolett. 2, 816. — 3) eine Röhre, wodurch 
man den Abendmahlswein einsog, um jedes Ver- 
schütten desselben zu verhüten (auch: Arönda; 
Calamus; Cänna; Pipa; Sypho). 168. Julie#en, 
intr. (haben): fisieln (vralt., scherzh. : Fistilier- 
schnabel, Nase. Weise Lustrern. 252). Julös: 
fistelartig: 5—e Geschwüre 2c. 
Fit: 1) (engl.) m., —s; —: Anfall, etwas 
ruckweise u. plötzlich Kommendes, s. Boutade. — 
2) (lat.) wird, z. B.: F. fabricändo fäber (s. d.) 
u. — einigermaßen dazu als Ggstz: Non f. pota, 
näscitur, man wird nicht Dichter sturch Ubung 2c.l, 
sondern wird als solcher geboren 2c. — Eita 
Nẽgest, m. : in Abessinien, das Gesetzbuch. Garunt. 
15, 699b. — HEitildschi (türk.), m., —#; —o: 
Luntenmacher. Hammer 10, 347. — Fitre (ar.): 
Gabe an die Armen am Beiramssesle. Peiermann 
Or. 2, 300. 
Fivan: s. Fun. 
Fix: 1) a.: a) (lat.) fest, unbeweglich zce. 
(s. fK#): F-es Gehalt, Ggss der veränderl., zu- 
fälligen Sporteln; Kauf auf #—e Lieserung, d. h. auf 
Liefrung an einem -en, best. Tage. Soling 27 
(1. firen); F. Geschäft 2c.; F-es Laugensalz (ältre 
Chem.), feuerbeständiges, Ggstz: fluchtiges; F-e 
Luft (ebd.), eig.: jede Gasart, die, ihre elastische 
Form verlierend, ein Bestandkheil fester od. Üüssiger 
Körper geworden, nam.: die zuerst entdeckte, die 
Kohlensäure; F.-- od. f—e Iree (s. d.) 2c.; Diesen 
Widerstreit des F-en u. Beweglichen. G. 39, 97; Un- 
muth ist eine bewegliche Schönheit. . Dadurch unter- 
scheiret sie sich von der -en Schönheit 2c. Sch. 1108bec.; 
5F. - Sterne, im Ggstz zu den Planeten, die ihre 
gegenseitige Stellung (in den s. g. Sternbildern) 
nicht ändernden, mit eignem Licht leuchtenden 
(dann auch: die Nachahmung v. Sternen in der 
Feuerwerkerei. Karmarsch 1, 776); F.-Stern-Himmel; 
F.-Stern-Welt 2c. — b) (wohl deutschen Stamms, 
s. Ss., vgl. Firfax): rasch, flink, Etwas leicht zu 
Stande bringend, gewandt, tüchtig, fertig 2c.: F. 
u. fertig; Ein tüchtiger, s—er Kerl; F-e Jungens. F. 
aber ist ein Prärikat, unter welchem eig. sedes Lob be- 
griffen wird; f. heißt treu, aufrichtig, ehrl., freunrlich, 
bescheiden u. auch nuchtern. Salon 1, 720 2c.; Außen f. 
ltüchtig scheinend] u. iunen nir 2c.; Meister F., ein 
Hauptkerl (s. 2). Schweinichen 1, 157, vgl. spottend: 
Meister Ir F., wie er bisher das Roß unterm Schwanz 
gezäumt. Patattlsus GrWund. 292, s. Irrerfir 2c.; 
Der Kommissionär. Er ist der F. u. Fertig für alle 
Diejenigen, welche keine Dutzenre dienstbarer Geister um 
sich haben. IAohl Par. 1, 164 ꝛc.; F.-Färberei. 
Held 395 
Prechil 9, 321 2c.; Ein kleiner, f.-fingriger bebender 
Pinselmann. .. Den Finger-F. 3. 64a; Einen 
finger-s—en Versifer. Holtei Ch. 1, 160; F.-finge- 
rig. D. Ant. 1, 163 2c.; Ein F.-Redner. Doalsz. 
16, 12, der gleich mit einer Rede bei der Hand ist. 
— 2) m., es; uv.; —#: (s. tb, vgl. Hurtig) 
Name von (Schäfer-) Hunden, Köter, Spitz: 3Ip. 
28, 40; V. Georg. 215; Sh. 2, 25 1c.; Schäfer-F 
B. 299a; Seinen F.-Köter. Gortenl. 16, 5 4a 2c. t, 
m., -en, —8; Sen: ein Firierter, nam. im Steuer- 
wesen: Mit Eintritt der Frration ist der F. von Ein- 
reichung der Brauversteurunge deklarationen 2e#. befreit. 
Entyhl. f. Kauf 352b. -ation, f.; —en: Firie- 
rung, z. B.: in der Photographie. Karmoarsch 2, 
591 2c.; Steuerabfindung (Pauschalierung, F.). Ual# 3. 
20, 280; Steuer-.s--Verträge zw. 
der Steuerverwaltung u. Brauerei-Inhabern wegen Ent- 
richtung der Braumatzsteuer. Entykl. f. Kauff. 352b; 
F—s -Periode rc.; Gehalts- F. 2c. ativ, a.: 
festsetzend, bestimmend 20. dtor, m., —;: ören: 
Einer, der — u. sofern er — Etwas firiert, auch 
z. B.: Ganz bes. thätige F-en der Kieselere ũnd die 
kleinsien vegetabilischen Gestalten. Burmeister Gsch. 45; 
gB. 2, 80 :c. (frz. fir), a.: s. fir 1a, z. B.: 
Prix lpril f., fester Preis; Einen Jour (shür] f. Gutz- 
kow 3. 9, 39 1 te., sestgesetzter Wechentag als 
Empfangstag, an dem man Giste bei sich sieht 2c. 
en, ir., auch v. Obi.: (Börsenspr.) Dieses Ver- 
kaufen v. Papieren, die man noch nicht besitzt, auf einen 
spätern firen Termin, mit der Absicht also, dieselben erst 
anzukaufen u. sich zu decken, nennt man auch: in blanco 
verkaufen, à découvert (ungedeckt) verkaufen od. gemein- 
hin f. Saling 28, ähnlich z. B. auch: Getreire f. 2c.; 
Ob es sd. alie Hausj Ostreicher hat zu stark gefixt, ob 
es zuviel in Sraniern hat verwichst. Kladdetadalsch 20, 
206a 2c. -er, m., —# ; uv.: Giner, der firt: Dieses 
elende Mäkler-, F.= u. Jobbergeschlechr. Ring Vrl. Gschl. 
2, 17. - sar, m., uv.; —: Hokuepekus (s. d., 
vgl. Exrerfer; sickelfackel: fr 1b). iĩtren: (s. 
fir 1a): 1) tr.: a) fest haften machen, befestigen 2c.; 
Minels einer äußerst schwachen Vergoldung das Amalgam 
mehr zu befestigen, das Bild [Daguerrotyr] zu f. Kar- 
marsch 2, 5812c. — b) Etwas festsetzen, bestimmen: 
Das Gehalt f.; Firierung des Gehalts 2c.— c) Einen, 
Etwas fest ins Auge fassen, scharf u. durchdringend 
ansehn. — 2) retl., z. B. (s. 1a) Das Bewegliche 
firiert sich so 2c., nam. auch v. Pers.: sich häuslich 
fest niederlassen. w. 36, 22; 31 2c. -ität, f.; 0: 
das Fir (s. d. 1a; b) -Sein; Die F. [Ständiqk.) 
der Wendestunde. Ausld. 39, 1007b; Feuerbeständig- 
keit. -um, n., —; za [8 24, 2, n. ]: eine firierte 
Geldsumme: Sxorteln außer dem F.; Steuer-F. ꝛc. 
r, f.; -en; üra, f. [8 24, 11: das Fest- 
machen 2c. —us, a.: fir (ia): Sedes fixa, fester 
Wohnsitz; Fl#um salärium, festes Gehalt; Fixa 
vineta, das Erd-, Niet= u. Nagelfeste 2c. 
Eiäll, n., —Xe)s; —#e, —er: Fseld (s. d.): Nor- 
wegen bis in die weit entlegensten F-en hine'n. Salon 
3, 694. — Eield, n., -e)s; -e, -#er, —: „Feld“, 
in der skandinav. Halbinsel, hohe Berg-Fläche, 
-Ebne: Felsenmassen des Gebirges, hoch oben zu schma-
        <pb n="412" />
        396 icrding 
len F—en od. Bergebenen sich abplattend. Ab chirmer 
AAHL. 1, 4; Das F. Westermann 3, 140b; 3b; 
Wasserfälle kommen von den meisten F-ern herunter. 
Zu 2c.; anch: Fjell, z. B.: Zu hohen wilden Fjellen. 
1 36a; Die Tinden (s. d.) der Fortun-Fjellen 137a rc.; 
Bei den schwed. Fjell- od. Gebirgs-Laxpen [(Lapp- 
laͤndern]. Globus 4, 375a. — Eierding (schwed.), 
m., —8; —6: (vgl. Fierding) ein Hohlmaß — 
½¼ Spann (s. d.) — ½ Tonne. Encykl. f. Kaust. 
113a. — Tiörd, m., -(e)s; -e, -en, —8, Fjörde: 
in der skandinavischen Halbinsel: 9#—e sind tiefe u. 
steile Schluchten an Festlands= od. Inselkusten. Jusld. 
39, 19 3a;z Jütland, nur an den vielen Fiords dichter 
bewohnt. Dahimann Dän. 1, 129; Von den Jökuln zu 
den Fiorden] durch das däu'’sche Inselland. Kreiligrath 
SW. 1, 6; Unsre Fjörde u. Berge hier. Weßermann 3, 
ga 2c.; Norwegens Fierdenküste. Monalbl. 1, 67a MK. 
labärius (lat.). m. [§ 24, 2): Sklave, der 
mit Pfauenwedeln Kühlung zufähel. Böniger Sab. 
470. — HFläbbe (holl.), f.; —nu: alte Silber- 
münze (— 2 Gr. 8 Pf.). — KFlabell-atiön (lat.), 
f.; S-en: Lüftung gebrochner Glieder. ikren, 
intr. (haben), tr.: fächeln, weteln. fera, f. 
[8 24, 11: Sonnenschirm Fächer tragende 
Sklavin. Böniger Sab. 409. Sif#nss a.: wedel- 
förmig. - um I§ 24, 2, n.]; Ficher, Wedel. — 
Slad(d)ũse: s. Faunse. — Tlag (engl.), u., ; 
—6#: 1) Flagge. — 2) Art Stein zu Cstrichen 2c., 
. Llandeilo. — Tlagell (lat.), n., —e)6; -e: 
Geißel. -ant, m., -en, —S; —en: Geißler, Geißel- 
bruder, s. gofimann- 1 Kirdeul. 133 fl. Dazu: Sie 
begingen einen wahrhaften Herensabbatb v. —ischen 
Orglen. Dolhstz, 17, 190. antismus, m., uv.; 
0: Thun und Treiben, Wesen der Flagel- 
lanten. Salon 3.290. -aria, f.; ĩen [8 24, 11: 
Peitschenstrauch. ation, f.; —en: Geißlung. 
ator, m., —s8; bren 24, 3, öris]: Geißler. 
-ieren, tr.: geißeln. -iförm, a.: peitschenfoͤrmig. 
„umn 5 24, 2, n.): Geißel; auch als Pflanzenn.: 
F. säncti Thõmæ, der geißelförmige Bärlapp; 
ferner s. Cymbalum 2. — Slagcoléttt) (erz. 
slahsh-), n. (e)s; —e, —#: F., flautino, kleine Flöte, 
nam. zum Abrichten v. Vögeln; ähnlich klingendes 
Orgelregister; Nachahmung des Flötentons auf 
Geigen. zist, m., en, —6; —en: Flageolettbläser. 
— Flagit-aliön (lt. ) f.; —en: dringende 
Mahnung. ätor, m., —; ören [8 24, 3, örisl: 
drängender Mahner, Forrrer. eren, tr.: 
dringend mahnen, fordern. — Slasili- ös #lat. ), 
schändlich 2e. -um (§ 24, 2, u.): Schand- 
thar &amp;c. — HSlagorn-erik (frz.), t.; —-ehn: 
Ohrenbläserei, niedrige Schmeichelei. -rur l-örl, 
m., —s; —e: Ohrenbläser, Schmeichler. — #### 
tr., intr. (haben): Einem, Einen f., ihm niedrig 
schmeicheln. — Klägr-ans (lat.), a. [8 24, 3. 
-ä#ntis)]: offen vor Augen liegend 2c.: Crimen k., 
Verbrechen, wobel man den Thäter ertaprt. (so dap 
kein Leugnen moͤglich); in flagränti lauf der That) 
ertaxpen, frz.: en flagrant délit lang flagräng 
delil. -ank, a.: s. tagrans, z. B.: In f-em Wider= 
spruch mit gen Thatsachen. Na##. 21, 196 2c. „änz, 
Flanell 
f.; 0: Hitze, Heftigkeit, Inbrunst 2c.; auch: das 
Flagrant-Sein, Unleugbarkeit: Die F. des Ver- 
brechens 2c. -ièren, intr. (haben): glühn, ent- 
brannt sein 2ꝛc. — Hlaireur (frz. flärör), m., 
** Schnüffler, Spürnase, z. B. als Spitz- 
name für Policeibeamte: Sogen. F—s, Riechinspek- 
toren, durchwandern ganz Paris. dazaor 15, 214a k.; 
F. de cuisine Hüilsin), de table (tdb'I), Schmaroter 
ie. — Elacc-escentia (lat.), f. [8 24, 11: 
Erschlaffung, Schlafkheit: F. pulmönum, Lungen- 
lähmung 2c., auch: Flacceseenz, f.; —en. 
esciren, intr. (sein): erschlaffen. -id, a.: 
schlaff, welk. -idität, f.; —en: Schlaffdeit. 
— FHlacon (erz. -ing). n. (m. Aurrboch Höh. 
3, 127; Hachländer Skl. 1, 104 2c.), —#: —;: zier- 
liches Fläschchen, nam. Riechflischchen (ogl. 
Fiaschetto u. W. 36, 51): Geschliffene F—s mit 
Odeurs. Schüching FrR. 2, 183; Mit Essig= u. Ätber- 
F-s. Verschl. Wege 2, 229. — Elam-ant (frz. 
—än9), m., —; —: -ant, m., —, —en; -e, -en: 
ein hochbeiniger Sumpfrogel v. „flammendrrether 
Farbe, Pbeenicöpterus, auch: Flambart (m., 
—8; —e). Frisch 1, 272a; Flammenrether; Fläming 
(m., –6; Se). Biehm Bitr 167; Hab. 412 u. gw.: 
Flamingo, m., —; beau (flangbõ), m., 
—6; —, —: Fackel; seher geakert Flämberg 
(fe. ), m., —e); -e: breites Ritterschwert, s. Ss. 
u. z. B.: Mit einem ungeheuren zweihändigen F. be- 
wehrt. Scherr Bl. 3, 188 kc.; selren: Einen F-en. 
FX Jun. 344 2c. — Flamb-eren (irz. flungb—), 
(Kochk.) Gestügel rc. über einer Flamme 
uengen- Scheidle Kochb. 8. Jopänt (ajäns). a.: 
flammend, flammenartig: In dem s. g. F.= Stile. 
Hackländer Heideh. 140, der spätgothische Stil des 
15. u. 16. Jahrh. in Frankreich mit flammen- 
artiger Ornamentik an Säulen, Fensterbegen v. — 
Tläm-en (lat.), m. [824, 3, änis): Opferpriester, 
s. Guht 2, 303 ff.; Weise Kest. 1, 1100 ff., z. B.: F. Diä- 
lis, des Iupiter; Martiäls. des Marsc.— F laming, 
—: s. Flamant. — Flaminica (lat.), f. [8 24, 11: 
die Gattin eines Flamen (s. d.), als Priesterin 
einer weibl. Gottheit, B.: F. Diälis, als 
Priesterin der Zuno. Weiss Kost. 1, 1100; 1109. 
— Hlämmeri, m., n. (Scheibte Kochb. 392), —S; 
—#S : Art Mehlspeise, engl. tlummer # (sommoru, 
aus walis. Uymry, s. auch fan. — Flamm-elte 
(fri.), f.; —n: Schröpfschnäpper. -um lat., 
8 24, 2, n.]): ein „füammenfarbner" 2c. Schleier: 
Ein Schlcier, in älterer Zeit F. genannt, sräter jedoch durch 
Ricknium bez. Weiss Kost. 1, 977; 1018; Pouqucoille 1, 
2, 3242c. „ieren, kr.: Etwas flammen (s. d. 3c. as.), 
ihm ein stammenartiges Aussehen geben: Eme Leiste f. 
mit Kerben 2c.; s. chinieren. — Flan (frz. flang), 
m., —8; —#: Art Rahmtorte: auch: F. de riz (ri, 
Reis) als Umdentung von Flammeri (s. d.). — 
Flanchet (flangschẽ), u., —#; * Lendenstück. — 
Flanoll (irz.), m., „C(e)s; —-e: leichter, wenig 
gewalkter u. nur einmal gerauhter Stoff aus 
Streichweolle (s. Boi; Gelgas), auch in ganz frz. 
Schreibweise: Flaelle (f.), z. B. de sants 
(bangtel. #Kohl Par. 2, 33— Gesundheits-F.,
        <pb n="413" />
        Flanerie 
woraus man s. g. Gesundheitsjacken — die auf 
dem bloßen Leib, unterm Hemd getragen werden 
— fertigt. — Flan-erik (frz.), f.; —+eyn, „s: 
das Flanieren: Die Causerie ist eine Art F. IKohl 
Par. 1, 37½c. Trur Cbör), m., —6; —8, e: Einer, 
der staniert: Ihr sorgenlosen F—S. 9; Die Fs der 
Boulevards. 202 2c.; Allerdings heißt im Deutschen der 
F. ein Strolch od. Pflastertreter: die deutsche Sprache 
ist ehrlich grob. Aurrbach SchV. 222. -ĩeren, intr. 
(haben): schlendern; zwecklos gaffend, in behagl. 
Beschaulichkeit die Straßen durchziehn: Flanier- 
gerte. Schert Bl. 2, 282, leichter Spazierstock, 
s. Badine. — Flan--c (irz. fläng), m., —: —6: 
Flanke. Re, f.; —n: (s. Ss.): 1) eig., bei Thie- 
ren die Dünnung, der Theil zw. der Lende, der 
letzten falschen Rixpe u. der Hüfte. — 2) übrtr.: 
Seite: Das Tonele ging an der linken F. Auerdach D. 
1, 104 2c.; nam.: a) von Schiffen, Bauwerken, 
zumal im Festungsb.; v. Gebirgen — Streichungs- 
linie 2c.: Kalk-F#n der Hochgräte. Tschudi Th. 169 r2c. 
— 5) Kriegsk.: das äußerste Ende des Flügels 
eines Heers 2c., auch übrtr.: Dem Feind auf einer 
andern Seite damit in die Fen fallen. k. 12, 514 tc. 
keur (—hör, auch nach frz. Schreibw.: flan- 
aqueur), m., —#; —, —e: Plänkler. Enst Biegr. 
3, 59; Herumstreifer. -kieren (auch geichr.: 
flanquferen): 1) intr. (haben, sein): umher- 
streifen. gebel 3, 135 2c. — 2) tr.: Kriegsk.: a) 
eine Festung mit Seitenwerken versehn. Stahr Rev. 
3, 68. — b) von der Seite bestreichen, beschießen. 
— 3) Als Bstw.: Flankierfeilen (limes à 
efflanquer), den Messerfeilen ähnlich, zur Aus- 
arbeitung der Zähne an den Getrieben. Karmarsch M. 
2, 374 (bei Uhrmachern). — Hlasch-encktt, 
„inétt, n.: Flageolett, s. d.: Eine Drehorgel, in der 
Volkssprache Flaschinettl genannt. Globus 4, 82b. — 
Flaskine (ungr.), f.; —n: Cisternen .., welche die 
Griechen von ihrer flaschenförmigen Gestalt F—u 
(idoez#h'gtc) nennen: große, runde, sorgfältig aus- 
gemanerte Bassins, mit einer halbkugelförmigen Kurrel 
überwölbt 2c. Augsb. Z. (14) 1938b. — KFlät (engl.), 
a.: flach: Jene eigenthüml. Kasten, die F.-Boote, 
auch Archen /s. d. 12] genannt. Gerstäcker Meis. 1, 
372. — Flatt-erfé (frz.), f.; —eyn: Schmeiche- 
lei, Liebkosung. --eur Cör), m., —8; —: 
Schmeichler. -üren, intr. (haben), tr.: schmei- 
cheln: Einem (Körike Mart. 52), Einen (3p. 11, 
117) f.; Flattier= (od. Lavier-) Feuer, im 
Porcellanofen das gelinde dem Scharf= od. Glatt- 
F. vorangehnde F. Rarmarsch 3, 520. üse, k.; 
—n: (Volksspr.): 1) Flatterie. Hausbl. (1865) 4, 
101; Keißner Schw. 1, 50; Flatusen. Bibra 2, 31 kc. 
— 2) Haube mit „flatternden“ Bändern: Mit des 
Großraters Perücke u. der Großmutier „Flarduse . 
Garienl. 14, 724a. — Flät-ulent (lat.), a.; blä- 
hend; blähsüchtig. - ulentia, f. [8 24, 11; 
Tulenz, f.; 0: Blähsucht. = us, m. I§ 24, 41: 
Blähung. — Fläüt-ändo (it.), adv.: flötend, 
flötenartig. -e, f.; —n: Flöte: Könnt' ich blasen 
auf der F. Platen 2, 61 c. no, n., —; eini: 
Flageolett. Jo m., —#8; -i: Flöte (s. Flute): 
Hlexivisch 397 
F. dolce (s. d.); F. itälico (lod. Flaut-= 
Baß), ein Orgelregister; F. piceolo (s. d.), 
Pickelflöte: F. trarérso, Querstöte 2c. — Flav- 
escént (lat.), a.: gelblich. cier#e#n, intr. 
(sein): ergilben, falb werden. Tet (frz. —e), n., 
—: —# : Art dünnes, glattes Wollenzeug (s. 
Lingette 2). 
Flebil-e (it.), a.: kläglich (nam. Muf.). 
ZSis (lat.), a.: beweinenswerth, kläglich 2c.: Ob 
ihm nur das Benefscium (s. d.) flebile zusteht, bei der 
Bewilligung von Geldern Ja zu sagen? Uat . 2 1, 189. 
— Sleche (frz. flesch'), f.; —m: Pfeil; (Festgsb.): 
Pfeil-, Feldschanze, bestehend aus 2 unter einem 
Winkel von 60—900 zusammenstoßenden Brust- 
wehren (auch: Bonnetie): Ein Kartätschschuß aus der 
„Flesche" zw. Schanze 2 u. 3. o #ena Erinn. 118.— 
Eléct-ämus (lat.): lasst uns bengen: F. genna, 
die Knie. ere: beugen: F. si neques superés, 
Acherenta movsbo, kann ich die obern Götter nicht 
beugen (rühren), so werd' ich den Acheron in Be- 
wegung setzen 2c. erba, a.: was sich flektieren 
lässt (eribel). -iren, tr.: beugen, biegen (in-f.), 
nam. (Sprachl.): ein Wort abwandeln (s. dekli- 
nieren, konjugieren). — Fléns (lat.), a. [8 24, 3, 
flntis): weinend, s. Rusticus; eine Art Büßer der 
alten Kirche; daher: Fléntes, die erste Bußstation 
vor der Kirchenthir. — Klesche: f. flache. — 
Flétr-I (frz.): verwelkt: Les Iläl! F—s, Spitzname 
der Legitimisten. IAohl Par. 1, 5. -iẽren, tr.: 
welk machen; des Glanzes, der Frische berauben; 
entstellend beflecken; brandmarken. issänt (-äng), 
a.: fletrierend. issieren, tr.: stetrieren: Da kom- 
men nicht nur die Fuß= u. Fingersritzen der Damen mit 
färbenden u. —den Ggstdn in Verührung. Morzenbl. 
(1839) No. 16, 2. — Elétt, m., —; —8; alte 
dän. Silbermünze (— 26 Silbergroschen). — 
Fleur (frz. flör), f.; —s8: Blume; auch bilrl.: 
Der petit crärs ist die f. [Blume, Blüthe] der Gene- 
ration. Wachenhulen Er. 106 1c.; ferner: A f. de, im 
Niveau von 2c., z. B.: Auf den tiefen Batterien, die 
das Meer à f. d'eau ldöl bestreichen. pückiec Südösil. 2, 
59; 3, 318 2c., im Wasserspiegel od.: zw. Wind 
u. Wasser. -et C), n., —#; —: 1) Rapier. — 
2) Florettseide 2e. -tten, pl.: Schmeicheleien, 
Galanterien. Herrig 17, 359 2c. (Floretten. Ertytag 
Soll 3, 130); Lieblingsgedanken eines Komronisten, 
die er oft anbringt 2c. -ĩ, a.: blühnd, frisch, ver- 
ziert. ist, m., —en, —#; —en: Blumenliebhaber 
(Florist): Fen od. sengl.] flower-fanciers. 3 Kohl Par. 
2, 19 c. Jon (ong), m., —§s; —: Blumen als 
Verzierung, s. Vignette u. z. B.: Der Rand der 
Schüssel mit kleinen schöngebacknen Fas von Blätterteig 
belegt. Scheible Kochb. 161 2c. — Slrüte (nierrd.), 
f.; —n: F., Fleutschiff (vralt.), Art schwerfälli- 
gen dreimastigen Lastschiffs (s. Ss.), auch: Flöte, 
Flüte, frz. füte. — Flex-ibel, a.: flektierbar: Ein 
scharfer poetischer Blick u. eine eigenthümlich flerible 
Phantasie. Eichendorf GschDr. 114; Die nicht (od. 
un., in-) fen Redetheile 2c. Cibilität, f.; 0: 
Flektierbarkeit. -iön, f.; -en: Flektierung: F—#- 
Endung; F-s-fähige Redetheile. -kvisch, a.; zur
        <pb n="414" />
        398 Flexor 
Flerion gehörend, dienend 2c.: Das 2ter in Therr 
(stbloß f. Simrock Myth. 278; Herrig 44, 170; Unef-es 
Kompositions-s. Kehrein Schulgr. 132 2c. Jor, m., —; 
eören (§ 24, 3, -öris): Bengemuskel, s. Extensor. 
Sür, f.; en: Flektierung. 
Eli-boot, n., -(e)s; -e, böte: Art offner, 
schnellsegelnder Zweimaster. Dobtik 2914a (fyboat). 
büflier, m., —##; uv.: einer von den die Spanier 
beunruhigenden Seeräubern der westind. Gewässer 
im 17. Jahrh.; auch verallgemeint (v. Fliboot od. 
aus engl. freebooter, Freibeuter), s. Boucanier. 
Dazu: Flibustkerthum ist die eig. Lebensbewährung 
aller dieser am Meere wohnenden Völker. Gutzkow 3. 
5, 275 c. — Slickher (schwed.), f.; —: Mädchen. 
Dazar 14, 273a. — Klicherment! interj. zur Bez. 
von Staunen, Bewundrung 2c. (s. Sakrament). 
Fmöner 1, 320; wan Stammb. 10; 52 2c. — lint 
(engl.), n., —e)s; —##: Feuerstein, Spatheisen= 
slein 2c. (s. Ss. Flins; Flinte): Das grüne F. ist reich 
an edeln Erzen. Rodenberg Wal. 240 2c.; F.-Glas, 
bleihaltiges Krystallglas (wozu man sich früher des 
Fenersteins st. des Sandes bediente, s. Karmarsch 2, 
117); Feuersteinmühlen, F.-mills. Kohl Engl. 1, 76. 
— Flip (engl.), n., —# —#: ein Motrosengekränk 
aus Bier, Schnaps u. Zucker. — Flisse, m., n; 
—I : poln. Schiffsknecht auf einer Wittine (s. d.): 
Die Kochfeuer der F-u# u. Dschlmken Is. d. ]. Hausbl. 
(65) 4. 152; 150; Die Wachtfeuer der Fen an der 
Welchsel bei Danzig. Uais. 19, 453; 477 2. — 
EFlizür (wend.), f.; —en: Die F., ein über Bust, 
Schultern u. Rücken reichendes Band, 3—4“ breiter 
Leinwand. Willkomm Gau 95. 
Flöd-brot, n., „(e)s; —e, bröte: (in Nor- 
wegen): Harter Brotkuchen, F. Westermonn 3, 5a c. 
— Slohata, f.; —6: ärmelloser Rock der Alba- 
nesen 2c.: Flok e ta. CRobeti 2, 102 (= Gunjatz, der 
Montenegriner); Die Flokkade der Hirten. Brandis 
Gr. 1, 149. — õhi (skand.), n., —; —: ein 
flockiges Zeug, Filz. Weise Kost. 2, 403. — Flokr, 
n.: (bei den Skalden) ein kürzeres Lob= od. Dank- 
lied. Nolenkranz Poes. Gsch. 305. — Flömmte)ri: 
s. Flammeri. — Slor (lat. 2c.): 1) m., —e)s; 
e; (f.; Sen): a) der Zustand des Blühne, 
die Zeit des Blühns, eine Gesammtheit blühnder 
Dinge (s. Flora), eig. Gewächse; dann v. Allem, 
dem eine Blüthe zugeschrieben wird. Zustand des 
Gedeihns 2c., s. Ss. u. z. B.: In F. sein, stebn, 
kommen, bringen 2c.; Die auf zahlreiche Nelkenstöcke ver- 
wendete Sorgfalt versprach den mannigfaltigsten F. G. 
18, 333; Den F.] der Mägrlein. 11, 159; sDie 
Flamme] leuchtet rasch in kurzem F. 12, 43; Die 
Möncherel kommt wieder in lbren grassesten F. Stumt 
Sp. 167 2c.; weibl. z. B.: Die Hyaziutben-F. zu 
sehen. .. Nur dle Jongulllen standen jetzt in der F. 
Uiebuhr Nachg. 92; Dusch Verm. 351 2c.; auch: Von 
Weltem anzuschauen, ] wle Tulpen lm Flur. w. 10, 
187 2c. — b) (span.) Blume, s. Aire 2 2c. — 
e) die feinste Sorte des Indigs: F. (llores), im 
Ggstz zum Sobre (s. d.) u. Corte (s. d.). Peech#l#8, 
24; ferner F., F. Safsrau st. Safflor (s. d.). — 
d) Zsstzg (ogl. 2): z. B.: Die Alpen-F. lod. 
Klora 
Flora). Humboldi K. 1, 375; Ibr seinen Aurikel- 
F. zu zeigen. Palleske Sch. 1, 356; Ich fand sie unter 
Blumen-Fe-en. Daumer 1, 71; In ibrem vollen 
Blüthen-F.]. die Erde. whmüller 1, 239; Die 
schönste Blum' im Fenster-F. Jisi doch dein Angesicht. 
Gonschall Gött. 27; Der köstlichste Georginen F. 
Wachenhusen Zig. 384; Wie Alles in Deutschland seinen 
HauptF. in den untern Spbären hatte. Gecoinus Hist. 
7, 206; Die Hyacintben-F. in Harlem. orkter 
A. 3, 31; Kräuter-F. G. 4, 137; Die erste große 
Land--F. I.Flora), das Material des Steinkohlen- 
geblrges. Zumboldt K. 1, 303; Der schönste Mäd- 
chen-F., eln wahres Tulpenbeet. W.; Einen schönen 
Nelken-F. zu erhalten. G. 20, 41; Wie aus einem 
Schusse ein voller Rosen= F. lbervorgebtl. SBinkel 
44; Erst der Tulpen u. nun der Rosen-F. (s. 2) 2c. 
— e) Als Bstw. (vgl. 2), z. B.: Ein famoser F.= 
Besen. 6 Smidi Devr. 190; MAMeyt Ries 379 2e., 
burschik. v. einem prächtigen Mädchen, s. Vallmonn 
49; 180 2c.; ferner: Ein schützend F. Dach webten 
dir die Zweige. SKlei 1, 55 „c.; F. Saffran (s, o). 
— 2) m., -es; (-e), Flöre: (s. Ss.): a) leichtes 
dünngewebtes Zeug v. Seide, Nesselgarn, Wolle 2c. 
(s. Krepp) zu mancherlei Gebrauch, nam. als 
Tranerzeichen, zu Schleiern 2c.; übrtr., wie 
Schleier: Mit F-en behangen. Auerbach D. 1, 353; 
Mit schwarzen Flören bebängt. Börne ParB. 1, 64; 
Die Gegend deckte mir ein trüber F. [Nebell. G. 1, 1; 
Alles trat hinter den F. der Entfernung zurück. 16.225; 
Einen dünnen F. über Das zu werfen, was 2c. Kant 
Antbr. 18 2c. (Flur. Moschetosch Sittenw. 1, 89) rc. 
— b) die haarartige Decke der sammtartigen Zeuge 
(Pel, frz. poil), s. Karmarsch M. 2, 477 2c. — c) 
Zsstzan z. B. zur Bez. der Arten: Besatz“; Golr--; 
Doppel- od. Krepp-; Milch-; Muschel- (getreiftern; 
Seiden-; Silber-; Wollen-F. ic.; ferner z. B.: Ke- 
rallen. (od. See.) F., Art Koralle, Alillepora 
cellnlösa, von f.-ähnl. Aussehn; Es tbeilte der 
Nacht-F. sich, tief sanken zu Thale die Nebel. platen 
4, 15; Der Sinn ist noch umwotben v. trübem Ne- 
bel- F. Chamisso 1, 166; Sie ziebet einen Nennen- 
F.dem Amazonenbutchen vor. EMKuh; Aurera#s 
Rosen-F.,] er ibre Stirn umbüllet (versch. 1 cl. 
pfeffel Po. 3. 25; Unterm Schauer F. der Grabnacht. 
Sch. 1b; Des Märchens Schleier-- F. G. 1, 193; 
See= F., s. o.: Korallen-F.; Durch leichte Wolken- 
Flöre. Mauhisson A. 14, 161; Abendweolken-F. Rücker! 
Rost. 105b 2c. — d) Als Bstw. (vgl. e u. flören 
II 2e), z. B.: F.-Band; = Binde; -Fliegen, 
Neuröptera Metzflügler, darunter bes.: llemeröbius, 
— mit häutigen, wie F. durchsichtigen Flugeln); 
! Gespinst; Gewand; Gewebe ; Haube; 
Hülle; -Hut, bes.: f. umwundner; Kappe; 
Kleid; „Lelinwand, Art baumwollnes Zeug; 
Schleler; Schürze; „Seide, Florelt= S. 
(s. d.);Sluhl, Web-St. für F.: -Tuch;um- 
wunden; verbüllt; = Weber 2c. a, f.: 1) 
—4, zen(); en 18 21, 11: die Blumengöttin: Da 
sie v. dem hebren Gatten Floren u. den Lenz empfing. 
B. ib; Florens Schätze. Grube Cb. 1, 102: Dies 
Wunder v. Hirschseld's Kunst, v. . Floren]der Mutter
        <pb n="415" />
        Floralisch 
der Grazien selbst zum Wohnsitz gebaut. W. 15, 128; 
Selbst für die Heben u. die Floren. 3, 177 cc.; 
s. auch Asterolid, z. B.: Der innerste der kleinen Pla- 
neten, F. Nat 3. 22, 165.— 2) f.; zen: (s. Flor 1a) 
eine Fülle blühnder Gewächse, nam.: die Ge- 
sammtheit der in einem best. Bezirk sich findenden 
Pflanzenarten u. ein Verzeichnis derselben, Floristik 
(s. d., vgl. Fauna): Die Kastanienbäume gebören zu 
der südl. F. 3 Kohl Par. 2, 18; Eine eigne Veilchen- 
F. besitzt Paris. 15; Die Steppen-Faung erscheint 
so arm an Geschlechlern u. Arten wie die Steppen-F. 
Kahl Südr. 2, 133: Daß ihre Floren u. Faunen ganz 
abweichend von einander sind. DPierleli. 48, 287; 
Torf- F. 300; Alpen.F.; Tropen-.F. 2c. Lalisch, 
a.: auf die Blumengöttin bezügl., bes.: Die f—en 
Spiele. Ramler Myib. 156 -Lüdifloräles (Weise 
Kost. 1, 11 30) od. Florällen 1112; lat. Llorälia, 
pl. [8 24, 3, n.]). -amör, m., —#; —: Blumen- 
name (— Flöos Amöris. Blume des Amor) = Ama- 
ranth (s. d.); ferner: Die bochrothe Abart ldes Hah- 
nenfamms]) nennt man F., Celösia coccinea e: s. 
Flos. -ral, m., —#;: „Blüthenmonat“, s. Bru- 
maire. -: „mögest dn blühn!“ = mög es 
dir wohl ergehn 1 2c., z. B.: Unserm Leiermann Apoll 
ein F. zutrinken. Magdeb. Kommersb. 281 2c. en; 
m., —8; Tc: (vralt.) eine urspr. in Florenz mit 
einer Blume (Lilie) geprägte Münze, — dann 
übrh. Gulden, z. B. futher 8, 2 62b rc., heute gw.: 
Florin (s. d.) u. vgl. fl., als Abkürzung für Gulren. 
Sen: I) a.: aus Flor (s. d. 2 a): Ein flornes Hale- 
tuch. G. 16, 90; Der e Schleier. V. 1, 109 2c., 
vgl. florig. — II) als Zeitw.: 1) intr. (haben): 
(vralt.) blühn. waldis 2, 6067. — 2) tr.: a) mit 
Flor (s. d. 2) bekleiden, auch: flören. Kreytag Bild. 
1, 42 (vorher: Zwei Kapläne ließen sich schleiern). — 
b) mit Flor (s. d. 1) bekleiden, gw. nur in Zsstzg. 
— c) den Pfahl an den s. g. Läufer der Ramme 
binden (an-f.), mittels des „Flor--Taus". Dazu: 
Flormeister, der das An-f. besorgende Arbeiter. — 
Zsstzg. (s. Ss.), z. B.: Ane f. [2cI. — Bee: f.: 
a) I2 al Des Himmels großer Hut] beflorte sich zur 
Feier. Blumauer 2, 77; Der Gram um sie beflort dein 
Augenlicht. 5. 68a 2c. — b) (2b] beblümen: Gir- 
ten, bereit, auf mein Lächeln sich zu be-f. Uüchert Mak. 
1, 51. — c) [2c|:„ Wasserb.: Boden u. Wände 
v. Schleusen mit Pfosten beschlagen. — Ent= f.: 
a) I2 al entschleiern. Daumtt H. 1, 122; Golden 
glänzt mir der entflorte Tag. Kosegorten Rh. 3, 319 rc. 
— b) I/2 bl: entblumen 2c.: Wie kort des Gottes 
Liebe' meine Jugend einst entflort. Bückert 1, 21; Die 
v. dem Winter entstoreten Gärten,] wicder aufs Neue 
beblüm sie, o Lenz! 2c. — Uber= f.: a) Ial Srät- 
herbstnebel, kalte Träume über-f. Berg u. Thal. Heine 
Reis. 2, 306; Hungari 1, 58; Uberflortes Ange. IP. 
22, 17; 2, 132 2c. — b) I2b] Wenn der Lenz mit 
regem Weben neu die Fluren überflort (selten). — 
Um-= f.: 1) I2 aJ Schon lang umflort sein Angesicht 
gehelmer Gram. Ilringer D. 226 2c. (s. S#; auch: 
Umfl d ret. Rüchert Nal. 8); Dieses gramumflorte Herz. 
Heine Rom. 145; In der leidumflorten Kavatine. Uat.3. 
18, 391; Den nachtumflorten Blick aufhellen. Kühne 
Hlorin 
399 
Freim. 305; Die schlafumstorten Augen. Spielhagen 
Reih. 1, 40; Den wolkenumfloreten Himmel. Whhum- 
boldt 1, 359 2c.; Seine schroffen Zacken starrten unum- 
stort in die Luft. Waldau Nat. 1, 4 2c. — b) [2 al 
Wenn die Auen, neugeboren,] sich mit Blumen rings 
um-f. (selten) 2ce. -enec (frz. —ängß), m., uv.; 
—s: Art Tafft (s. d.): Marzellin, F. od. Doppeltafft. 
Karmarsch M. 2, 789 (s. auch Avignon); Halbtafft, 
Halb-F. (mi-f.) hat seirene Kette u. Schuß v. Baum- 
wollgarn No. 50—60. ebd. 2c. -enlin Cangteng), 
m., —8; —: Art Gebäck, gefüllter Kuchen. Scheible 
Kochb. 410. „entine (Cangtin'), f.; —, —n: Name 
v. Seidenzeugen (Florentiner Atlas 2c.). Tentiner, 
m., —#8; uv.: Jemand aus Florenz (weibl. F-in); 
ferner vor Hw., wie florentinisch, a., z. B.: 
F. Arbelt, Mosail; F. Flasche, mit Abflußrohr zur 
Trennung zweier sich nicht vermischenden Destillate, 
s. prechtl 10, 407; F. (od. Karmin-) Lack. Karmarsch 
2, 344; F. Ol, feines Baumöl 2c. -nz: Stadt in 
Italien: Dich hat, F., dein altes Etruskervolk/ mit wah- 
rem Fug dich „blühende Stadt“" genannt 2c. Plalen 2, 
155 (Dazuvralt.: florenzen, Päderastie treiben, 
s. f. 11, 323; Florenzer, Päderast. Fischar! Bien. 
168b). —es, pl. zu flos (s. d.), nam auch (Chem.), 
wie Blumen (s. d. 2h, ##.), Blüthe, zur Bez. für 
feinst vertheilte Stoffe (durch Sublimation 2c.), 
z. B. F. antimönü, Spießglanz-; bismüthi, Wis- 
muth-; cüpri, Kupfer-; plämbi, Blei-; stänni, 
Zinn-; süulphuris, Schwefel-; 2mei, Zink-Blu- 
men 2c. Ecenz, k.; —en: Blüthenstand, s. In-f. 
t(4), n., —eys; —e: F., Fleuret (s. d.): 1) Ra- 
pier. — 2) F., F.--Selde, Filosell 2c., die aus den 
Seidenabfällen bereitete Seide, vgl.: Aus Lucern die 
unter dem Namen Fantaisie bekannte gesponnene Seide 
(seirenes F.-Garn). Encykl. f. Kaufl. 69 3a, s. Karmarsch 
M. 2, 785; Geköperte Seidenbänder sind die s. g. F.= 
od. Zwilchbüänder u. das Frisoletband, welche aus 
schlechter Seide, oft aus F.-Serde verfertigt werden. 
796 rcc.; auch F., (vralt.) ein gemustertes kamm- 
wollnes Zeng. 752 2c. -étte, f.; —n: vralt. frz. 
Silbermünze: s. auch Fleuretten. -ibus: (Dat. u.) 
Abl. pl. v. Hos (s. d.), bes.: In f. sein, leben 2c., 
in Blüthe, in frohem Gedeihn, in Flor 2c. (l. 
florieren): Da ging's in F. [flott! her. Simpliciflimus 
1, 21813. „ĩd, a.: blumig, blumenreich. ida: 
einer der südl. nordamerikan. Freistaaten; daher 
als Bez. einer Sorte Baumwolle: F. od. Pensacola. 
Karmorsch M. 2, 499. idität, f.; 0: der blumige, 
blühnde Zustand. ren, intr. (haben): blühn, 
in Flor (s. d. 1 a) od. in floribus (s. d.) sein. 
Ziser, a. [824, 2, -feri!: blumentragend. -ig, a.: 
flor (s. d. 2) zartig, zähnlich 2e.: Sonnenstrahlen mit 
eignen f-en Schleiern. Maur 4, 398b 2c. „ilegium, 
n., —; ken [8 24, 2, n. ): Blumen-, Blüthen= 
lese; auch als Titel v. Sammelschriften (vgl. An- 
thologie; Spicilegium 2c.). -imän, m., -en, (); 
en: ein leidenschaftlicher Blumenliebhaber. Dazu: 
F-ĩẽ, f.; f-isch, a. (vgl. Mante; Angloman 2c.). 
Zin (-#ng), m., —; —6: (s. Floren U. fiorino), auch 
in deutscher Ausspr. u. Abwandlung, z. B.: Gold- 
Feaus der Regierung Eduard's III. Nat3. 21, 263.
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        400 Horiffant 
ZSiffänt (-äng), a.; blühend. ist, m., -en, —6; 
—en: s. Fleurist. istik, f.; -en: s. Flora 2: Die F. der 
einzelnen Gebiete. Uatur 15, 3160. — Elös (lat.), 
m. I§ 24, 3, löris): Blume, Blütbe 2c.: In flõre 
od. in flöribus (s. d.) sein 2c., vgl. Flor 1. In vie- 
leu botan. Namen, z. B. F. africänus, Sammt- 
blume; äris, Luftpflanze; cüculi, Kuckucksblume#c.; 
auch Chem., s. fiores. -kel, 1.; —m: Blümchen: 
Seidne F-un u. Flügeldecken. 3p. 17, 131 :c., nam. 
aber: Redeblümchen, inhaltloser Klingklang 2e. 
eln, intr. (haben): Floskeln machen. Droyfen Ar. 
1, 88; Zelur 2, 192 2c. -euläria, f.; zken (§ 21, 
1]: Blumenthierchen, Art Infusorien. - kulieren, 
intr. (haben): floskelu. - kulös, a.: floskelreich. 
rulus, m. I§ 24, 21: Floskel. — Flötsam 
(engl.), n., —#; —#: s. Lagan. — Flott-eur (frz. 
—ör), m., —s; —§, —+: Das Schiff ward durch An- 
bringung v. lustleeren Kästen (F—#) am Bauche so weit 
erleichtert, daß sein Tiefgang nur noch ein Meter am 
Vordersteven betrug. Nat3. 21, 187. ren, intr. 
(haben): schwimmen, schweben, schwanken: Fde 
lschwebende, Ggstz konsolirierte)! Schuld 2c. Tille 
(ille), f.; —m: kleine Flotte, kleines Schiffsgeschwa- 
der: Artillerie= (C. 25, 227); Voot= (Garient. 16, 
104a); Ruder= (ebd.); Norrsee= (Grenzb. 26, 3, 416) 
F. 2c. -isl, m., -en, —; —en: Matrose, nam. der 
Silberflotte. ität, f#.; 0: (burschik.) slottes Le- 
ben. — KFlou (frz. flü), a.: (Mal.) weich, ver- 
schwimmend 2c. — Klouche (fluschl, f.; —6: s. 
Felour: Danime. — Flower (engl. flau'r), f.; —: 
Blume: In F.-, lace- and wicker -wor k (in Blu- 
men-, Spitz= u. Flechtwerl). Kohl Engl. 1, 84. — 
Flowing (engl. flöing), a.: fließend (s. Wel.). 
lu- at (ulat.), n., —e)s; —e: (Chem.) fluß- 
saures Salz k/. Fluor). Jid, a.: flüssig. 
idisikation, f.; —en: Flüssigmachung. idität, 
f.; 0: das Flüssigsein; das Leichte, Fließende der 
Redeweise 2c. -idum, n., —#; zida (§ 24, 2, n. J: 
etwas Flnssiges, ein flüssiger Körper: Wir suppo- 
nieren nur ein s. g. Nerven-F., wie wir ein elek- 
trisches F. od. ein Licht. F. annehmen. Zurmeister gB. 1, 
257. — FEluktu-ation (lat.), s.; ken: das Fluk- 
tuieren, Schwankung 2c.: Die jährl. Ampliture der 
F. der Temperatur 2c.; Wird die Regierung zu Koali- 
tlonen, zu F-en gedrängt. Uat Z. 21. 60; Temme Krim. 
N. 6, 70 2c.; F. ldas Schwarpen] eines Geschwürs rc. 
—ren, intr. (haben): wogen, wallen; hin u. her 
schwanken; schwappen 2c. ös, a.: wogend, wal- 
lend, sich heftig bewegend 2c. — Flüm-en llat., 
8. 24, 3, inis]: Fluß: F. dicéndi, Redefluß. 
Zincl(I), m., —; —: verfülschter Safffor. — 
lummer-##, m., —##; -zies: s. Flammeri. — 
Tlunkeg (engl. flänfi), m., —; —8: F... klenst- 
barer Geist. Bertentengeist u. Bedlententhum beißt dann 
F- i sm. Gartenl. 16, 295a. — Alüor (lat.), n., 
—6; 0: 1) Arzn. — Fluxio (l. d.). — 2) (Cbem.) 
ein Element, das nam. im Flußspat (F.-Kalcium) 
sich findet: F.= Wasserstoff, Fluß(srat)säure; F.= 
Ver ie. —escenz, f.; 0: die Eigenschaft des 
Fluoreseierens: Einen schönen blauen Schiller zelgen 
auch manche violelten u. grunlichen Varietäten des Tluß- 
Fob 
srates, nam. v. Derbrshire, u. deshald schlägt Stokes 
vor, dieses Pbänomen, welches man früher nicht ganz 
rassend innre Dispersion genannt hatile, mit dem Namen 
der F. zu bezeichnen. IMullet Pb. 1, 638. -escieren, 
intr. (haben): Der Körver ist fX, wenn die Vibration 
seiner ponderabeln Atome mit ter Einwirkung der er- 
regenden Lichtstrahlen aufhrt. 655; 639 2c. Jid, 
n., -(e)s; Se: ein einem Oryd — wie Fluorür 
dem Oryrul — entsprechendes Fluor-Metall oder 
Haloidsalz (s. d., vgl. Chlori): Kupfer-F. Mitscher- 
lich 2, 2, 204 2c. -ine, s.; O: Fluor. — Klufse, 
f.: —n: s. Felour. — Fluͤstr-a (lat.), f.; zen 
[S 24, 1): Art Polyren od. Mvosthiere. Burmeißer 
gB. 2, 87. -Iinen, pl.: die Familie der Flusiren. 
ebd. — Flate (frz. flür), 1#.; —. —n: Flöte (vgl. 
flauto), z. B.: F. à bec od. douce lrüßj, Schnabelflöte 
(s. dolce); d'amour sdamũr], „Liebesflöte“, eine kleine 
Terz tiefer als die gw. Querslote od. f. traversidre 
□□iär']l r.: s. ferner Fleute. — Sluvi-äl (lat.), 
a.: auf einen Fluß bezügl. 2c.; bes. v. Pflanzen: 
in Flüssen wachsend. lilis, a.: auf Flüße be- 
züglich 2c.: Nävis (s. d.) f. — Flür-io (lat.), f. 
[8 24, 3, J#önis!): das Fließen 2c., nam. (Arzn., 
s. lusß 5 Se. u. fuxus): F. (od. flüor) véntris, 
älvi od. stömachi, Bauchfluß; F. fiigida, seröfer 
Schlagsluß ꝛe.; (Math.) — Differemial (s. d.). 
Tioôn, f.; —en: Fluxio: F-en- lod. Differential.] 
Rechnung. ionär, m., —(e)s; —e: (Arzu.) ein mit 
Flüssen (s, d. 5 s.) Behafteter, dazu Geneigterc. 
Sus, m. [8 24, 4): das Fließen, der Flus, nam. 
(Arzu.), vgl. fluxio, z. B. F. äUrium, Ohrenüns; 
ccelsacus, Milchruhr; hremorrhoidälis, goldne Ader; 
lochizlis od. lochi5örum, Kindbetterinnenreinigung; 
ménstruus, monatliche Reinigung 2c. — Eluz: 
s. Felour. 
l (engl. flas), n., —s (k.); ülies (fleis): 
„Fliege“; Art schnell dahinstiegenden Wagens. 
Garienl. 14, 109; Kohl Engl. 1, 63 2c. boat 
bon, n., —; —: s. Fliboot. -er, m., —: —6, 
uv. : ein gleichsam „dahin sliegendes“ englisches 
Rennpferd, s. Zoler Renn. 21; Eins der wunderbarsten 
fliegenden Pferde, f. 49; 50; 59 2c. ing, a.: flie- 
gend, s. z. B. Buttress. sishing (-äisch—. n., 
—#; —: das Angeln (Fischen mit einer Fliege od. 
anderm Inseft an der Angel). Hommer Sb. 95. — 
Elsch (schwzr.), m., uv.; 0: eine Gebirgsschicht: 
Cocen-Bildungen ., in F.-- u. Nummuliten-Gesteine 
unterschieden. Derlepsch Alp. 8; Rauher sandiger Schiefer 
der F.-Zeit. ebd.; Als ein Gemisch v. grünem od. grauem 
Talk mit kohlensaurem Kalk u. Quarz tritt in der Schweiz 
der dort bäufige schieferige F. u. F.-Schiefer auf. Dur- 
meister Gsch. 203; Oken 1, 679 k#r. 
né, n., —s: —: Fahrzeug der Zapanesen zum 
Küstenhandel. Dobrik 2 8 9a, vgl.: Fne. 589b. 
To, m., —; 0: Die lin Chinal am allgemeinsten 
verbreitete Religson ist die des Fo, welche nichts Anderes 
ist als die in Inrien entstandene u. in China umgeänderte 
Lehre des Burrha s. d.], den die Chinesen Fe nennen 2c. 
Kriegn 1, 24 (s. Bonze; vgl. Fobi rc.). 
ôb: Einzelne kaufmännische Chifferntelegramme 
sind schon jetzt gebräuchlich, so z. B. das Wort F., wel-
        <pb n="417" />
        Höderal 
ches als Bezeichnung für die Anweisung free on board 
lfri ön börr ), frei an Bord, gilt. Gartenl. 15, 62a. 
Töder-äl (lat.), a.: bundesmäßig, den Bund 
betreffend 2c. (s. förerativ): Ein wabrhaft f—es Prin- 
eir, das des Bundesstaates.. Die Reinbeit des F.= 
Prinzipes. Kag- d. Auslb. 34, 426b 2c.; auch in 
Bezug auf den Bund des alten u. neuen Testa- 
ments: Die F.-Theologie; - Metbede 2c. 
SCalisièren, tr.: in einen Bund, Staatenbund ver- 
einigen. -alism(us), m., uv.; 0: Föderativ- 
svstem. alist, m.—en, — ; —en: Anhänger des Foͤ- 
deralismus. alistisch, a.: dem Föderalismus an- 
bängend. Mag. d. Ausld. 34, 425b; Scherr Bl. 2, 
104 2c. -ation, f.: —en: Verbündung, Staaten- 
bund 2c.: Für das gemeine Beste der ganzen F. Euro- 
rens. Jo Köller 7, 248; Der großen Völker . F. 
244 2c.; F—#6-Fest 2c. -ativ, a.: zu einem Staa- 
tenbund vereinigt, auf solchen bezüglich 2c.: Das 
alle Vhe der Schweiz einem Einhektsstaat widerstrebten, 
das die Natur selbst dem Lande die f—e Verfassung vor- 
gezeichnet. Scherr Bl. 2, 106 2c.: F.-Staaten; 
Srstem 2c. ren, tr.: verbünden, zu einem 
Staatenbund vereinigen. — Föd-us llat., § 21, 
3, n., -eris!: Bund. 
Tösfel (ar.): Die Frucht der inrischen Nuß, F. 
hindi. Peiermann Or. 2, 131; Globus 6, 253b. 
Togaräte, f.; —n: Art Brunnen mit Gale- 
rien in der westlichen Sahara. Globus 6, 253b. 
— F69g-# (engl.), m., —: —: Dumm- 
kopf: Du scheinst noch ehrliche Grarheit in der Poli- 
tik zu suchen; bier würde man dich einen öld kalten! 
f., in Italien einen codino nennen. Mag. d. Ausld. 36, 
s0a. — Foglictt-a (it. fell-), f.; -e; , f.; 
—nü] : ein Maß für Ol, Wein 2c. — Flasche 2c., s. 
Botta, Feuillette u. z. B.: Eine frische Fa zu leeren. 
Garienl. 16. 225a; Bodenstedi E. 1, 207; Sucht Trost 
hinter den strobumflochtnen F-en. Schücking Künftl. Leid. 
20 2c. Jo, m., — ; ei: die erste Violinstimme, die 
zugleich die andern obligaten Stimmen mit enthält. 
Fõhi, m., —; 0: ein chin. Herrscher u. Ge- 
setzgeber 2c., auch Fuhi (Krick 1, 8). — oft ver- 
wechselt mit Fo. f. d. u. z. B. w. 29; 331; 421 
ic.; dazu: Fohismus. Jp. Wahrh. 4, 322 ff., 
Lehre des Fohi — dd. des Fo (dann richtiger: 
Foismus). — Foi (frz. fod), f.; 0: Glaube, 
Treue: Ila k., meiner Treu! 2c. 
Tokäl (lat.), a.: den Fokus od. Brennvunkt 
betreffend: F.-Distanz (l. d.), LLänge (Kädler 353), 
Weite 2c. — Focälia (lat.), pl. [8 24, 3, n.]: 
Bandage um den Hals, Halsbinde. Weiss Kest. 1, 
965. — TLohära (ar.), m., —; —6: ein Schrist- 
Gelehrter u. Zauberkundiger. — KHökos, -osch 
(ungr.), m., uv.; uv.: langer Stock: Fokesch. 
Garienl. 16, 329a; Fokos: ein starker Stock mit einer 
kleinen Hacke v. Stahl od. Messing, auf dessen Stiel sich 
die Landleute ihre Schulren einschneiden. Greguss Ungar. 
Volksl. 54 (Kerbstock). — Focöso (it.): s. fuocoso. 
— Fõkul (schwed.), m., —s; —: Gleticher der 
standin. Hochgebirge. — Fökünd- (Fecund-) 
atiön (lat.), f.; —en: Befruchtung. i#ren, tr.: 
befruchten, fruchtbar machen. ität, f.; 0: Frucht- 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Folio 401 
barkeit. us, a.: fruchtbar. — Förus (lat.), 
m. [8S 24, 21: Herd. weils Kos. 1, 1168 2e.; 
Brennpunkt: Hauxt-F. eines Brennsriegels, einer 
Linse, s. Pouilet 2, 115; 145 21c.; F.-Distanz. 
Uani 3. 19, 150. 
Tolatre (frz. —tr), a.: muthwillig, schi- 
kernd 2c. -r# f.; +eyn: Schäkerei 2c. — Löld- 
age (engl. —ersch), n., uv.; —s: Hürden-Recht, 
.Schlag. ser [—il. n., —s: —: Hürden-, Trift- 
geld. — FToli-ant (ulat.), m., —en, —#;: -en: 
Buch in Folio (s. d. : Dieser F-e. G. 23, 113 rc. 
Dazu: Den ricken rreifoliäntischen Barle sin 3 
dicken F-en]. Chamiso 5, 163 2c. atiön, f.; Sen: 
1) Foliterung. — 2) (Bot.) Blattentwicklung. — 
Folichon (frz. schöng), m., —: —8: Schäkrer. 
— I. Tolfe (frz.), f.; —#: Thorbeit; Narrheit; 
Wobnsinn: F. raisonnante lräsonnängt"'], Wabn- 
finn, worin Metbede herrscht, man v. irrigen 
Voraussetzungen aus Vernunftschlüsse macht. upi- 
iaval 36, 380 2c.; Adieu, aimable (s. d.) f.! lleb- 
wohl, liebenswürdige Thorheit, Frählichkeitl, 
z. B. Uing Verl. Gschl. 3. 110 ꝛc.; auch F. d’Es- 
pagne (s. d.). — II. Fôli-e (lat. .), f.; —n: 
1) (s. Karmarsch 1, §31; prechl 6. 261) verschiedne 
durch Kunst dargesiellte Arten dünner, glanzender 
Blätter, z. B. Leim= od. HausenblasenF. (. 
Gelatine) u. noch häufger v. Metall, das dünnste 
Blech, z. B. Zinn-F. od. Stanniol, baurtsächl. 
zum Belegen (Foliieren) der Sriegelgläser (daher: 
Spiegel - F.); Kurfer- .; Messing-- F., 
Rausch-, Knittergeld; Echte u. unechte Gold- u. 
Silber-- F. z. B. zu F.= Flittern. ĩ. Katrmarsch 1, 
836 vgl.: Diese dunkelglänzenden F.-Blumen. Tica 
Tischl. 1, 2752c.; Die gefärbten Metall-Sn dienen 
nam. als Unterlage gefaß ter Edelsieine, um deren Glanz 
zu erhöhen 2c. Ubrtr.: Der Neider steht als F. des 
Glücks. G. 13, 276; 15, 18 2c.; Den als Lob-F. 
untergelegten Eigentatel. 9p. 1, XXX 2c. Gulge: 
Drachrs 9, 318; 358 2c.). — 2) das Blatt in einem 
Buch, nam. Handelsbuch, s. Folium. kOeren, 
tr.: 1) mit einer Folie (s. d. 1) versehn, bef.: 
Sriegel f., mit Stanniol belegen 2c. — 2) die 
Folien (s. d. 2) eines Buchs beziffern (wie ragi- 
nieren der Seiten): Von 1—10 feliiert, nicht ragi- 
niert. Jahn Moz. 4, 692; Jacobs Verm. 7, 434 rc. 
o, n., —; —s: — Folie 2, eig. Ablat. v. folium 
(s. d.), bes. in der Verbindung: In f. eig., v. dem 
größten Format eines Buchs, indem jedes Blatt die 
volle Hälfte eines Bogens ist; danach auch übrtr. 
(s. Ggstz Duedes): Ein Narr in F. lein sehr großer). 
ECSchrͤder Samml. 4. 4, 40 u. o.; dann auch als 
Nomin. 2c.: Das Buch ist F. Il.Format!; bat so u. so 
viel F-s 2c. Als Büw. z. B.: Einen Banr von 300 
enggerruckten F.-Blättern od. 600 F.-Seiten 
durchzulesen; In das F.-Stammbuch eines Kunst- 
freundes: Die Weisheit wohnte sonst auf großen F.= 
Bogen. Sch. 100b; Sein rastriertes F.-Schreib- 
b uch. IP. Wahrb. 1, 59; Das F.-Format wird 
manchmal ternionenweise gerruckt u. beißt dann F.= 
Duern, Tritern, „Quatern, uintern, 
. Sextern, nach der Anzahl der einzelnen Begen, 
26
        <pb n="418" />
        402 Folium 
welche vor dem Heften in einander gesteckt werden. 
Prechll 3, 328 2c. In Zsstg z. B.: Bücher in 
Groß-, in Klein-F.; Noten schreibt man oft in 
Quer-F. 2c.; auch: Ein Bank. F. od. Folium 
(s. d.) haben ce. -um, n., — ; zen [8 24, 2, n.]: 
Blatt, z. B.: Fölia äsari, Haselwurz-- ; lãũri, Lor- 
beer-; ennæ, Sennes-Blätter: allein nam.— 
Nardenblatt, Spikenarde, s. Böniger Sab. 206; 
125, auch: F. ámbulans, das wandelnde Blatt 
(Art Fangheuschrecke) 2c.; ferner (s. Folie 2; Folio): 
das Blatt in einem Buch, z. B.: Fölio möo, bei 
Angabe der Blattzahl, nach meiner, d. h. nach der 
v. mir gebrauchten Ausgabe; Folio récto, Ggstz 
vérso, auf der ersten (Gagstz: 2ten od. umgewen- 
deten) Blattseite 2c.; Folken in den Büchern der Ham- 
burger Bank. . Diese Folĩenzahl. .. Banktheilnehmer, 
d. h. solche, die in den Büchern der Bank ein elgnes F. 
lod. Bank- F.] hatten. Encykl. f. Kaufl. 77b; Die 
hauptbuchsfellen 1 66a. — Göllcthing (rän.), 
.In., —6: —# : der Volks-Thing (s. d., vgl. 
Stänteng Reichstag: Der F. hat den Traktat uber 
den Verkauf der westindischen Inseln genehmigt. Volksz. 
16, 22; Das F. 13, 302. — Fölla (span.), (. 
—#: s. Entremes. — Foll-e: 1) (frz. föll’) weibl. 
zu kon (s. d.): Die f. du logis ldü loshil, wie der 
naive Montaigne die Phantasie nennt, spukt in meinem 
Kopf. pächler Sudöstl. 1, 433, die Närrin des Hau- 
ses 2c. — 2) s. follis. -et Co, m., —; —: F., 
Esprit (s. d.) k., Kobold, Neckgeist; Feu 1# K. 
Irrwisch 2c. — Fölli, m., —; —s: eine vralt. 
türk. Münze (etwa = 2 Thlr.). — Follihel 
(lat.), m.p, —#; uv.: kleiner Schlauch, Balg 2c. — 
Folliculaire (frz. —ülär), m., —8; —é: verächtl. 
Bez. eines Jonrnalisten, Tageblättler 2c. — Foͤll- 
ihnlär (lat.), a- Follikel betreffend: F.-Ge- 
schwulstc. -iculus, m. /§ 24, 21: Follikel. 
Sis, m. [§ 24, 3, ur.1: Schlauch; Balg; wind- 
gefüllter Ball (Guhl 2, 274; Weilss Kost. 1. 1322) 
ꝛc.; In tölle, in Bausch u. Bogen, z. B.: Ver- 
trinken soll er seine Sorgen] specifice, in folle nicht. 
Magdeb. Kommersb. 119; Bewllligung in folle. Ua#. 
22, 24 2c. — 5öllowor (engl. okr), m., —; —6: 
Folger, Nachfolger 2c.: 24 Temperance-Banden mit 
ihren F—-S. Kohl Irl. 2, 84. 
Lomalhänk (ar.), m., —8; 0: ein heller Stern 
im „Mund des (südl.) Fisches“. Mädler 416; 
419 ie., auch Fomahänd. Gehler 2, 262; Foma. 
haut. Humboldt Kosm. 2, 486. — Foment (lat.), 
n., -(e)s; —e: warmer Umschlag 2e. alion, f.; 
en: Bähung. alio, a.: zum Bähen rienend. 
ieren, tr.: bäben: warm halten (auch übrtr.). 
—# (span. ), m.: Ministörio del f., Ministerinm des 
Innern; zum Minister des Innern (f.). Ual# 3. 21, 
520 te.; Delegädos del f., Civilstatthalter für die 
Policeiverwaltung. -um I§ 24, 2, n.]: Foment. 
— Fömin 2c.: s. Femin rc. 
Fonc- (frz. fongßẽ), a.: bei Farben, dunkel 
(f. Gastz clair): Bleu (s. d.) f. K. ier (□Ci5, u.: 
auf Grundbesis gegründet, z. B.: Crédit (s. d. 1c) 
s. — Fond (frz. feng), m., —#6; —s: Grund, Bo- 
den, Grundlage #rc., (seem.): Bas lbal—f., Meeres- 
Fontanelle 
bank, die so tief unterm Wasser liegt, daß Schiffe 
gut darüber fortkommen können u. die sich nur 
durch Lothen finden lässt, Ggstz: Haut [—ol f., Un- 
tiefe 2c.; Hintergrund einer Bühne; der innre 
Raum einer Kutsche: Der F. od. das Interieur mit 
6 Plätzen. Gartenl. 16, 5 82a 2c.; (Kechk.) die kurze 
Brühe v. gar gemachtem Fleisch od. Fisch (Fleisch., 
Fisch F.). Scheible Kochb. 8 2c.; F. d'or, Brokat 
mit Goltgrund 1e.; Au lol f., im Grumee, Eigent= 
lich 2c.; s. anch Foends. — Kônda (span.), f.; —#: 
Hötel: suftige Zimmer in der F. (Gasthhaus). Ausid. 
38, 670b; Sahlioane 8; 17; Globus 4, 103b :2c. — 
Fönda-co (it.), m., —; —s, chi (k#I: Magazin; 
Einkehrhaus, z. B. (in Sieilien): Ich zog in den 
F., das Absteigequartier der Maulthiertreiber (arabisch 
Funduk). Uol. 3. 18, 421; 419 (ogl. T 150). — 
Fondament-o (it.), n., —#; —s, -i: Fundament 
(s. d.), bes. (Mus.): Gruntbaß. — Fond-ant 
(frz. fengdäng), m., —##; —: etwas leicht Schmel- 
zendes, z. B.: Glasstus; auch eine Art Zucker- 
werk, Bonbons. Salon 1, 373. erĩẽ, f.; —(ehn, 
—: Gießerei, Schmelzhütte. -eur Cörx), in. .„8; 
—6, —e: Gießer, Schmelzer. — Fondiĩẽren rz. 
fongd 2c.), tr.: fundieren. — Fondjiwära (jaran.), 
m., uv., —s; uv., —6: erster Minister des Mikado. 
Vat . 21, 87. — Fonds (fri. föng), m., uv.; 
uv. (in Gen. u. MzZ. gw. mit lautendem s): 
Grundbeütz; Grundkapital, die einem Unterneb- 
men zu Grunde liegende Summe 1c. (engl. fund); 
auch übrtr. z. B. auf geistiges Vermögen, das 
Jemand besitzt (ogl. Talent 2c.), auf seinen innern, 
sittl. Gehalt 2c.; ferner: Staatspapiere (insofern 
sie auf bestimmte F. angewiesen sind od. waren, — 
engl. funds): Inländische u. fremde F.; F.-Börse; 
Geschäft;-Handel; = Spekulation 2c.; A 
f. perdn [—dül, so daß das fuͤr Elwas hingegebene 
Kapital nicht zurückgezahlt wird, s. Leibrente u. 
v. B.: Eine Million à f. perdu zur Unterstutzung der 
Armenverbänre, Unn3. 21, 61 v. Zutzg. z. B.: 
Der Amortisations- od. Tilyungs.F.; Do- 
mestikal-F.; Gesammt-= F.: Nur ½ des Land— 
F. für Immigration, dagegen 277 für Amortisation ven 
Kolonialbends. Nal 3#. 20, 447; Den Landeefond 
inkamerieren. Grenzb. 26, 3, 514; Der Laudemial- 
son d. 166; Die Turkei, welche über einen böchst kost- 
baren Natur-F. gebietet. Ua#. ##. 21, 175; Sre- 
cial. F. ie. — Fondu (frz. engrü): F.= od. Iris 
(s. d. 5 a) „Druck 2c.; weibl.: F-e, f.; —#: (Kochk.) 
Art Backwerk, das „geschmolimen“ Parmesankife 
enthält, s. Fonrus. Scheibte Kochb. 106 f. — Fon- 
duktlli): s. Funduk. — Föner #2c.2: s. Fener 2c. — 
1ön-ieulum llat., § 24, 2, n.]): Fenchel. ile 
# 2n. 3, n., Alis, Mz. : lia): Henstall e. -um 
&amp; 21, 2, u.]: Hen: F. græcum, Friechisches Hen 
(Art Klee). — önhes, m., uv., uv.: s. Guereza. 
— Fonelionnairc * —ir), m., —#; —#: Funk- 
tionär ((. B ). — Tont-aine, äne (frz. fongtän, 
f.; —u: Qnelle, Srringguelle, Springbrunnen. 
— Fontanell (mlat.), n., —(e)6; —#: 2c, k.: 
—m: 1) eine künstlich bervorgebrachte eiternde 
Wunde zur Ableitung schärlicher Säfte, Flußloch
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        Fontange 
(vgl. Erutorlum). Zinkgräf 1, 220 2c.; auch übrtr.: 
Jeder Tag legte eine frische Erbse in das F. meiner 
Plage, damit es offen bleibe. 3p. Fat. 2, 150 2e.; 
Diese beständige Silber - ##e [Abzugsquelle des 
Silbers, die es aus dem Lande leitetj. Uor3.#18, 
565. — 2) die häutigen Stellen am Kopf Neu- 
geborner, wo die Knochen noch nicht zusammen- 
gewachsen sind, der Schlagbrunnen, vgl. Bregma. 
— Tontange (frz. fongtang'h'’), f.; —m: Art hoher 
Kopfrutz (nach der Herzogin v. F—#): Das terrassen- 
förmige Haar u. Spitzengedäude der F. J #alke Gich. 
d. Gschm. 298; Alüoer Meklbg. 3, 321; Korgenbl. 
(1839) No. 28, 1; F. 2, 13;187 c.; Mit Reif- 
röcken u. Fantangen. G. 34, 215. — FSonlinällen 
(lat.), pl.: altröm. Brunnenfest. 
Tool (engl. fül), m., —s; —s: Narr. — Scap: 
„Narrenkappe“, als Bez. englischer Papiersorten. 
Karmarsch M. 2, 870. — oot (engl. füt), m., -8; 
feet (fit!: Fuß, nam. als Langenmaß: Ein Yard hat 
3 feet zu 12 inches. -man, m., —s; -men: Die 
eig. Bedienten sind Valet u. Laufbursche (F.). Garkenl. 
16, 295a, s. Pedissequus. 
FSoͤp (engl.), m., —; —#: Narr, Geck, Zier- 
affe; auch als Eigenn.: Aus denselben Augen] mus 
Heffnung Seladon und F. Verzweiflung saugen. W. 
25, 228. 
Fõra: s. Forum. — Forain (irz. —#ng), a.: 
fremd r2c., vgl. foreign; foras. — Foram-en slat., 
8 24, 3, n., nis): Lech, Offnung. Iniser, m., 
— (uv.); einiferen [8 24, 21; ieinisera, f.; 
uv. [8 24, 1): Mikroskopische Gescherschen, welche 
um ihren nackten, schleimig weichen Leib eine siebartig 
durchlöcherte Kalkschale bilden u. daher den Namen F-en 
erhalten haben. Gartenl. 15, 732a; Fen od. Polg#= 
thalamlen genannt. SBurmeister Gsch. 255; Die [Struk- 
tur] eines F. Ausld. 38, 641b; Erhaltung der alten 
laurenzischen F-a. 6 42a 2c., s. Lentikulina. -iniseral, 
a.: aus Foraminiferen gebildet, bestehnd 2c.: Ein 
großes j-es Riff. 642b 2c. -inös, a.: voller Löcher, 
löchrig. — Föras (lat.), adv.: hinaus, — wie 
foris draußen, vgl. forain; forensis 2; fuora 2c. — 
Forbearancc (engl. ferberenß5), n., uv.; 0: Da 
der Redner den Parteien Verträglichk,. empfabl (so über- 
sctzen wir sein englisches F., welches wir, wie er meinte, 
weder in unsrer Sprache, noch in unserm Gemüth ha- 
ben). Uai3. 21, 277, vielmehr: die Sorgfalt, alles 
Krankende zu vermeiden 2c. — Lor-gat ((rz. 
forßä), m., —s; —#: Galeerensklave. -ce (ferß): 
1) f.; —n, —: Stärke; Jemandes starke Seite: 
Gleichwohl ist das Schlachtenbilr nicht seine F. Noden- 
berg Par. B. 303; Ein Walzer .„das ist so meine F. 
Spielhagen Pr. 4, 64 2c.; F. od. F.-Karte, Karte, 
die man nur mit einem Trumpf stechen kann. S. 
1, 33 ꝛe.; Gewalt, Zwang 2c.; Slaison lmäsöng! 
de f., Zwangs-, Zuchthaus; auch: F., ein Gefäng- 
nis in Paris 2c.; F. majeure [□hörl, eine über- 
legne Macht od. Gewalt, der man weichen, sich 
fügen muß, wogegen man Nichts vermag; à tonte 
ltut! f., mit aller Gewalt; par f., mit Gewalt, s. 
Parfortce 2c. — 2) a.: s. forsch, z. B.: Seln f—3 
Wesen u. seine renommistischen Rerensarten. Kohl Pet. 
Forestiera 
403 
1, 67 2c. , a.: forciert, gezwungen, — bes. 
im Lhombre, 3. B.: Vom Spadille f. (Phombre 34), 
wo, wenn Alle gevaßtt, Derjenige, der die Spadille 
hat, srielen muß; Dieses Tourns, welches Alles 
außer Solo foreiert, nennt man . F. partont (tül. 
ebd.; ferner im Bostonspiel: Misdre (s. d. 3) 
#—e. ein für die Bezahlung höheres Spiel als 
Misdre allein. — Förc-eps (lat.), m.; k. 
[S 21, 3, ipis!: Zange, nam. des Geburtsbelfers, 
auch übrtr., z. B.: Meinen Haupt= F zu meiner 
Bücherschreiberei. IP. Wahrh. 3, 197; serner: Man 
sagte: nach Art einer Zange fechten, förcipe et sérra 
prœliãri, wenn ein Heer im Fechten sich also tbeilte, 
raß es den Feind in der Mitte fassen u. eben diese Of- 
nung machen konnte, wenn es, vorwärts im Gefechte be- 
griffen, im Rücken sollte angefallen werden. Wincktlmann 
Gsch. d. Kunst 1, 90; Erikämpes Paratäris, bei den 
alten Griechen diesenige Schlachtordnung der Kriegs- 
schiffe, in welcher fie ein latein. V bildeten, dessen untre 
Spitze gegen den Feind gerichtet war. Die Röômer 
nannten solche Schlachtordnung F. u. Forfex. Bobris 
268a. — Forcier-en (frz. forß-), tr.: zwingen, 
erzwingen; erstürmen, durch Gewalt nehmen; Et- 
was aufs Außerste treiben, es übertreiben 2c.: Et- 
was Forciertes, Gezwungnes, Ubertriebnes; Forcierte 
(od. Eil-) Märsche; Epoche der forcierten Talente. G, 
32, 425 r2c.; So forcierte er den unvergleichl. Gaul mit 
einem furchtbaren Sprungrhne allen Ansaß über den 
mindestens 15“ breiten Kanal. päckler Südöstl. 1, 173, 
trieb, spornte, sprengte ihn hinnber, zwang ihn, 
hinüberzusetzen; Die Paribe bei Mockau zu f. Monaibl. 
2, 5 Söa, den Ubergang zu erzwingen, durchzusetzen; 
Gelang es endl., rie Barre vor der Becea des Arno zu 
f. Hamm Sb. 103, sie auszusegeln 2c.; auch 
(Karten'p.) z. B. im Whist 2c.: den Gegner durch 
Ausspielen einer Foree zwingen, Einem den Stich 
zu lassen od. zu krumpfen; ferner: An den meisten 
Ortern forcieret (bezwinget) Casco .., d. h. man kann 
.. damit Den, der ein Fragspiel hat, zwingen, daß er 
selbst Casco spielt od. daß er passen muß. khombre 36 2c. 
(s. Forcc). theit, f.; S-en: forciertes Wesen, 
Thun 2c.: Die aus der Geniereriode nachzuckende F. 
Gödeke Gr. 1, 1122 v.— Loregone (eng-t. förgonn), 
a.: vorhergegangen, fertig, abgemacht: Gran''s Er- 
nennung war eine vorher längst ausgemachte Sache, à 
läl f. conclusion konkljüschen!. Uat3. 21, 259. — 
Toreign (engl. förrin), a.: fremd: Die 3 Buch- 
staben F. B. L., „F. British Legion“ lbrittisch lishenl. 
frankl Jer. 1, 187, briktische Fremdenlegion; F. 
osfice öffiß), Ministerium des Auswärtigen 2c. 
-er, m., —#; —#: ein Fremder, Ausländer (Nicht- 
Engländer), 9ohl Par. 1, 17; Schüdhing IrR. 1, 
281 2c. — Torcl#e, f.; —n: ein lachsartiger Fisch 
1c., Ss. — Torens#s (lat.), a.: 1) aufs Forum 
od. Gerichtswesen bezüglich: Medicina f., gerichtliche 
Arzneikunde, s. auch Corona 2: Mit den großen 
sorensen Rednern des Alterthums. Walesrode Sternk. 
55. — 2) (s. foras; forain) fremd; auch subst.: 
Ein F., ein Fremder, Auswärtiger, der sich in einem 
Lande, Gebiet re, aufhält, wohnttc. — Torestièr-a 
(it.), k.; -ze: [Röm.] Nationaltänze, den Saltarello, 
26“
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        404 Torestiere 
dle F. Uat3. 21, 107 2c. -t, m., —6; -i: ein Frem- 
der, Ausländer. 19, 601; 20, 121; Westermann 3, 
5390 rc. — Torsait (frz. ä), m., —# : —6; 10 
uͤbel-, Missethat, Verbrechen. — 2) Af., 
Bausch u. Bogen; nach einem Überschlos im Gan- 
zen. — Forsanlerté (frz. —angt), f.; —e)n, —6 : 
Ausschneiderei, Marktschreierei. — Körs-er (lat.), 
f.; zicis: Zange (s. forceps). cula, f. 1824, 1]: 
Zänglein, Zängelchen. — LForsoro: s. Rottolo. — 
Toris (lat.): 1) f. [8 24, 3, uv.]): Thür. — 2) 
adv.: ((. bora F. pösiti, Exkommunicierte 2c. — 
Trk-e, .; In (s. As., vgl. Furke): (Landw., 
seem.) große Gabel: Hen-, Mist-F. 2c. -el, f.: —n : 
(weidm.) Stallstangen mit Gabeln zum Auflegen 
der Leinen u. Aufrichten des Zeugs; (bergm.) 
gabelförmiges Eisen zum Abheben der Scheiben, 
Steine, Schlacken 2c. eln, tr.: auf die Gabel 
spießen; (weirm.) von Hirschen 2c.: auf die Hörner 
spießen (ugw. vom Eber: Wo foilelt er in Bauers 
Feldü 44 "er Kladderadalsch 22, 9/6). — Forlane 
(it.), s Art lustiger Bauerntanz in Venedig. 
— Tori.a m., —6; -i: ägypt. Rechnungsmünze: 
Der Metino (s. d.) wird .. in 8 Vorbi od. 6 Ferli 
eingetheilt. Enchkl. f. Kaust. 2, 5a. — Forlörn (engl.), 
a.: verloren: Ein Piqnuet Cromwell'scher Reiter, das 
Vordertreffen derselben, das man in der militärischen 
Sprache jener Tage the f. hope ldhẽ f. höpl nannte. 
Salon 1, 524, „die verlorne Hoffnung“, vgl. En- 
fants perdus 2c. — Törm-a (lat.), f. [8 24, 11: 
Form (s. d. Ss.): Die allerscharssinnigste Wierlegung 
in f. W. 4, 138, eine förmliche, in aller Form, — 
verstärkt: in Sptima Tbester] f.; ferner: In f. con 
susta, in gewohnter, herkömml. Form; In f. pa- 
tente, in kundmachender Form, durch öffentl. An- 
schlag; In f. päüperis, als Armensache, nach dem 
Armenrecht (3. B. Ual 3. 20, 507 „c.); In k. pro- 
bänte, in beweisender, rechtskräftiger Form rc.; 
Prõ f., nur der Form halber; der Form zu ge- 
nügen; zum Schein, z. B.: Ein solcher Mann ist 
nicht pro k. Großwessir. W. 10, 299 2c.; Das Abend- 
mahl süb uträque f. (od. specie), unter beiderlei 
Gestalt, s. Utraquist 2c. -äbel, a.: bildsam. 
-abililät, f.; 0: Bildsamfeit. -aggio ti. ddsho), 
m., —S; saggi: Käse, z. B.: F. parmigiano 
(-ishänel, Parmesankäse 2c. al (lat.), a.; sich 
auf die Form, — im Ggstz des Inhalts, des Ma- 
terialen —, beziehnd: F.-Philosophle, v. der Form 
des philosophischen Erkennens handelnd; Das 
Real prinzip der lchin.] Poesie war u. blieb dle Faml- 
lienpietit. . Das F.-Prinzip wurde der Reim. Nolen- 
kranz Poes. Gsch. 44 „c.; ferner: F.-Steine (od. 
Stucke), Stücke Steinsalz, v. den F.- Stein- 
hauern in regelmäßige Form gehauen (in Wie- 
liczka 19“ lang, 7“ breit, 10“ dick), s. Scheuchen- 
stuel 80. alr, n., —# ; ken [8 21, 3, u., Alis, 
Mi. ial: 1) ras bie Form Betreffende, im Ggstz 
zum Inhalt u. bes. in Mz.: Förmlichkeiten: For- 
malienklauber. Kaut Hart. 1, 372 2c. — 2) Das 
man die goldene Spange an dem Schultermantel (Dlu- 
viäle), welchen in Italien der Papst die Bischöse u. 
Kardinäle tragen, F. u. Rationale nennt. Weise Kost. 2, 
Tormieren 
684. Jalisisren, tr.; intr. (haben): Etwas in 
strenge Form bringen, sich streng an die Form hal- 
ten; refl.: Sich üuber ** f., aufhalten, Glossen 
machen ic. aliomus ., uv.; 0: das Haften 
an der Form ohne tiefres Eindringen in den In- 
halt (vgl. Formenschematismus). Jalist, m., Ten, 
(—#); —en: Einer, der an der Form er. den For- 
men hängt, dem Formalismus od. den Formali- 
täten huldigt 2c. aliläl, k.; —-en: Förmlichkeit 
(s. d. Ss.): Die Eingangs.F.en sinr nierergeschrie- 
ben, Jahr u. Datum 2c. Schüching Bronckb. 2, 107. 
liter, adv.: (s. Gastz materialiter) förmlich; in 
aller Form 2c. — Löôörmand (dän.), m., —#: —S: 
„Vormann“, Führer, Anführer, z. B. eines 
Books. Gartenl. 16, 106a, s. Grind. — TForm-äria 
(lat.), f. 185 24, 11: in Klöstern eine Nonne als 
Muster, Heiferin u. Wächterin der andern; ihne:: 
Arius, m. [/§ 21, 2): bei Mönchen. äl;, 
—e)8; #: zunächst v. Papier, u. zwar soreht 
von ren ganzen Bogen als von den durch Falzen 
daraus gebildeten Blättern: die Größe u. Form, 
d. h. das Verhältuis v. Breite u. Höhe, — bei 
den Papiermach., s. Karmarsch M. 2, 964 ff. U. z. B. 
Lexikon-F. (s. Emoisin) 2c.; in der Buchtr., s. 
Prechtl 3, 324 ff., z. B.: Patent-= od. Plakat-; 
Folio-; Zuart-; Otov. Duodez-; Sedcz- 
F. ie., auch: Lang-, Orrindr., Ouer. Quari— 
fermat 2c.; ferner z. B.: Schiller-F., nach einer 
beliebten Ansgabe v. Schiller's Werken (in Oktar); 
Die sich bedquem auf der Reise mitführen lässt, eine Aus- 
gabe im Taschen-F-e. 5. 7, 190 ꝛe., vgl. auch: 
Man hat nicht nur mebrere F.= Bücher ans der ältern 
Zeit, sondern die F.-- Lebre wird auch in den meisten 
Schriften über Buchrruckerkunst ausfubrlich bebandelt. 
prechtl 3, 327 2c.; F.-Bildner, s. Aletteur 2c.; 
auch: die Stege zur Ausfüllung des leeren Raums 
zw. den Kolumnen in der Form (Holz.Fe. Frankhe 
Buchdr. 32); ferner z. B. v. Bildern, Photogra- 
phien 2c., . Kabinetts.; Visitenkarten.F. Un3. 
20, 441 u. ä. m.; zuw auch verallgemeint, z. B.: 
Eine Laute in kleinem F. .., bequem u. tragbar. G. 
18, 279 cc., s. Decrescendo-; Duodez.F. #c. 
Latiön, f.; -en: Formierung, Bildung, Gestal- 
tung 2c.; (Kriegsk.): F. des Heers, der Schlachtord- 
nung — Aufstellung; (Gerlog.): F., Gebugs.E. 
(Grurre), eine Gesammtheit v. gleichzeitig, in der- 
selben Epoche entstandnen Bildungen: Bas#lt-; 
Globosen-: Kreide; Subapenninen-; Tegel--. 2c. 
alious, a.: Nisus (s. d.) f., Bildungs-, Gestal- 
tungstrieb ie. - ätus, a.: geformt; in best. Form 
abgefasst: Lüllere# formäl — epistolæ (l. d.) 
canõnieæ. (krz. förm), s.; —., —##: 1) Form: 
Pour lbur] la f. = pro forma ic. — 2) (bei Pfer- 
den) Schwiele am Kronenbein. ll, a.: fermal; 
förmlich, — als Adv.: Hement I—’mängl. — 
Hormic-ĩcus (ulat.), a.: Acidum ficum, Ameisen- 
säure, eine Verbindung v. Formvl u. Sauerstoff. Kar- 
nerg 1. 126 2c. -il, m., —en; -en: Versteinrung 
Ameisen ((. formien). Lormidabel ((at.), 
: furcht-, granenerregear, schrecklich 2e. — For- 
mirren (lat.), tr., refl.: formen (s. d. ##.); auch
        <pb n="421" />
        Formica 
(Buchbind.): Ein Buch (ab-)f., dem Deckel die ge- 
hörige Größe geben 2c.; (Kriegsk.): Die Solraten 
f. sich, stellen sich in Reih u. Glied 2c.; Formie- 
rung [Formation] res Basalts. Kohl Irl. 391 2c. — 
Formic-a (lat.), f. [8 24, 11: Ameise: Spiritus 
färum, Ameisenspiritus 2c. —atiön, t.; -en: ein 
Gefühl in der Haut, wie v. kribbelnden Ameisen 
erregt (frz. fourmillement, vgl. Myrmecismus; Mrr- 
mekiasis). — Förm--ös (lat.), a.: wohlgestalt, 
schön. osikät, f.; 0: Wohlgestalt, Schönheit. 
jula, f. [83 24, 11: 1) Formel (s. d. Ss.): F. 
dispensatoriälis od. officinälis, eine Vorschrift zu 
Arzneien, die als offieinell, in den Apotheken ohne 
Weitres dispensiert werden, — Ggstz: extempo- 
ränea od. magisträlis, zu Arzueien, die nicht vor- 
räthig sind, wozu es vielmehr eines verschreibenden 
Arztes bedarf 2e.; F. juramenti. Eidesformel: F. 
concördi (s. d.) 2c. — 2) (im Mittelalter) Chor- 
stuhl (= stallum, stallus). Weils Kost. 2, 900. 
Tulär, n., —e)s: —e: vorgeschriebne Weise einer 
Handlung, Rede, Schrift; das Schema — u. eine 
Sammlung v. Schematen: Das F. eines Kaufken- 
teakts, eines Wechsels od. Wechsel-F. ꝛc. ulärisch, 
a.: dem Formular gemäß, formelmaßig. „nlarist, 
m., —en, (—5); —en: Formelmensch, Formalist, 
Schematist: Einem solchen F-en u. politischen Postill- 
Reiter (s. d.). Wackernogel 3, 77637. „ule (frz. 
-üle), f.; —# : Formel. -ullĩeren (lat.), tr.: 
in eine best. Ausdrucksform fassen: Ihre Menita u. 
Bedenken bestimmt zu f. Uot. 3 21, 183. — Formßl 
(nlat.), n., —e)s; 0: (Chem.) der Grundstoff 
(l. Hyle) v. acidum formicicum (s. d.): F.-Super- 
chlorid, s. Chlereferm. — Förnal (poln.), m., 
—6 ; —#: Knecht bei den Arbeits= (od. F..) Pferden 
auf Landgütern. Beind Pos. 65; Goltz 1, 363; Pol- 
nische F-s-Bravour. 2, 372, vgl.: Arbeitsrferde, hier 
Fornalka genanut. 370; Den kaschubischen Bauern 
u. ihren Fornälkis od. Knechten. Globus 1, 237a; 
Der Fornälki. b. — Forneiro (pert. —ro), m., S; 
—§ : ein südamerik. Vogel, der sein Nest aus Thon 
hart wie Stein (pedra) in Form eines runden Back- 
ofens ((lorno) baut, auch: Pedreiro. Auslb. 39, 1130b. 
— Fornic-ant (lat.), m.,en, —s; -en; -ärins, 
m. [8 24, 21; -ätor, m., —; ören (§ 24, 3, 
öris]: ein Unzüchtiger, wegen Unzuchtsvergehn in 
Untersuchung Besindlicher, vgl.: — antin, f.; —ne#n; 
ria, f. [1824, 1; -ätrir, f. [§ 24, 3, leis): 
solche Weibsperson. atiön, f.; -#en: Hurerei. — 
Fornjötr, m., —#8; 0: ein Frost-Riese der alt- 
nord. Mythol. Simrock Meth. 140. — Förnprda- 
lag (altnord.), n., —#; —: die alliterierende 
Strophe v. 4 durch die Cäsur gekheilten Langzeilen 
der Edda, vgl. Liodahatn, Strophe, deren 2te u. 
Ate Langzeile der Cäsur ermangelt. Nosenhranz Poes. 
Gsch. 295; 305. — FKorsch, a.: (s. force 2) kräf- 
tig, stark, derb, imponierenden Auftretens 2c., s. 
Volmann 181: Es macht der Kranke sich gerne vor den 
Leuten f. Gotthelf G. 415; Ein #e##(strammer! 
Bursch; F-e, junge, reiche Taugenichtse. Gattenl. 14, 
112a; Arminen u. die „f—eren" Germanen. 13, 831b 
.; auch — nam. in Berlin — mit Umlaut in 
Fortuna 405 
der Steigrung: Stelzer, förscher) fährt kein ange- 
stammter Herrscher. Kladderadallch 20, 170b; Berr. 
Kontagsz. 7, 42 2c. -ität, f.; 0; forsches, burschi- 
koses Wesen. volmonn 182. — Forféli, m., —; 
0: (nord. Myth.) „Vorsitzer", — der Sohn Bal- 
dur's, Rechtsstreitigkeiten vergleichend. Simrock Fr. 
202; Möth. 343. — Fort (frz. för): 1) a.; stark: 
s. Esprit u. z. B.: F.-Band, Art starkes Tafft-- 
band. prechl 1, 4121 2c. — 2) n., —; —S: kleine 
Festung, Schanze, Kastell: Starke Batterien u. Erd- 
F—é anlegen. Sander Vürgerk. 52 4 2c.; auch, in den 
nordamerik. Indianerländern: Art Bleckhaus zum 
Behuf des Pelzhandels 2e. Auch in engl. Ausspr. 
(ort): Mote, Dun (s. d.), Rath u. Carn, welche das 
Volk unterschierslos Dänenfestungen, Dane-F-s nennt. 
Nodenderg Ins. Heit. 1, 242. — Tortäna, f.; —: 
ein frz. Tanz des 17. Jahrh. Weltrmann 3, 547b. 
— Loört-e (it.), a.: stark, z. B.: Aus dem besten 
u. schwersten Weizen, gräno f. G. 23, 345 2c.; bes. 
(Mußik) gesteigert: fortlssimo, sehr stark (Ggis 
piäno, pianfssimo), s. als Abkürzung f. u. fl. auch 
substantiviert: Das F. od. Piano, Dolce od. Furioso 
zu beobachten. G. 35, 410; Ich will dem Geb. Rath u. 
Louisen Sourden [Dämpfer] auflegen u. Karin rielleicht 
noch ein F. geben, so wird's ja wohl ins Gleiche kommen. 
Sch. 1, 7 3 1c.; Ein Klavier mit F.= (u. Piano-) Zug 
ꝛe. -ement (frz. —mäng), adv.;: stark, nachrrück- 
lich. -epiäno, n., —#; —#: F., Pianoförte, Piäno, 
Klarvier, dessen Saiten durch Anschlag v. Hämmern 
erlönen u. so ein leichtres Forte u. Piano ermög- 
lichen. G. 35, 440 2c. -eresse, f.; —n: Festung. 
ifilc)teren, ir.: stark, fest machen, befestigen. 
isikalion, f.; —en: Befestigungskunst; Festungs- 
werk. isikatorisch, a.: auf Fortifikation bezüg- 
lich: Der im s-en Fache gänzlich unwissende General. 
Grenzb. 26, 2, 369; F-e Anlagen. Uat 3 2 1, 263. — 
I. Förtin, m., —#: —6; ein türk. Getreiremaß: 
Der F. wird in 4 Killows (Kisloz od. Quillots) einge- 
theilt. Enthkl. f. Kaufl. 26 5ba. — II. Fort-in (ftz. 
-ing), m., —#; —s: schnell aufgeworfne Feltschanze 
(s. Fort 2). -ior (lat.), a.: stärker, — Kompar. 
zu fortis —, im Neutr.: fSrtius (824, 3, Jöris): 
Schluß a fortiöri, der, für Etwas v. geringrer Wirk- 
samk. erwiesen, um so mehr für Etwas v. stärkrer 
gilt. is, a. I/§ 24, 3, uv.]: stark, tapfer 2c.: 
Förtes fortüna (ádjurat), den Muthigen hilft das 
Glück. isfimo: s. forte, z. B.: In allen Tonarten, 
Tempi, sammt dazu gehörigen Dolces u. F—s. Cartenl. 
16, 90a (Selbst bei den Fortissim is. Not 3. 21, 281). 
iter, adv. zu fortis (s. d.): F. in ré, suäviter in 
möcco, stark, fest in der Sache, aber milde, sanft in 
der Art der Ausführung. Ua#3. 21, 259; 390 rc. 
Zitüdo, f. [8 24, 3, dinis): Tapferkeit 2c. — 
Fort-üito (lat.), adv.: zufällig. -#itus, a.: 
zufällig: Cäsus f., Zufall. - Un, f.; (-en): 1) 
(vralt.) s. Fortune; auch = Sturm, s. Ss. u. z. B. 
Wickram Rollw. 1111; 1086 2c. — 2) (selten) in Mz. 
— Gläcksgüter, Reichthümer 2c.: Noch waren die 
großen F-en nicht durch die Wirkung der wider die Fidei- 
kommisse gerichteten Gesetzgebung zersrlittert. Beumont 
Alb. 1, 179. -Una, f. [8 24, 11: die Glücksgöttin
        <pb n="422" />
        Fortunatus 
406 
(ar. Toche), s. auch Asterold; das Glück, in seinen 
Wechselfällen, nam. das günstige (rrsch. Felicitas); 
s. Fortis; Faber, ferner z. B.: Brüta od. cckea f, 
ras unvernünftige, blinde Glück; Ad (Iin) meliörem 
fem, zu (bis zu) bessern Glücksumständen 2c.; Auf 
der F. ihrem Schiff] ist er zu segeln im Begriff. Sch. 
32 ka; Wir sind Soldaten der F.; wer as Meiste bie- 
tet, hat uns. 396b (s. Fortune) 2c. - unälus, m. 
(SI 24, 21: der Glückbegünstigte, — auch als 
Eigenn., zumal der Held eines deutschen Volks- 
buchs: Foriunati Wünschbütlein wie auch ein Glücks- 
lod. F.-) Säckel. Chamiso 4. 245; F.-Hülchen. W. 
32, 390 2c. -une: 1) (frz. —ün), f.; —s: — dor- 
tung (s. d., auch Fortun), z. B.: Das Madame F. 
nicht umhin konnte, den rverlassenen Geliebren noch 
einmal fluchtig anzulächeln. Scherr Bl. 3, 34 5 2c.; Er 
sollte so wabnsinnig sein u. seine F. von sich sioßen? Sch. 
196b .; A la f., auf gut Glück; A la f. du pot 
mitessen 2c., was die Kelle giebt; Bonne lbönnl f., 
gutes Glück; bes. auch: Glück, das ein Herr bei 
Damen macht, z. B.: Er hat Sie wie eine leichte Er- 
obrung u. sich im Lichte eines Menschen lod. hommel 
à bonnes fs betrachtet. Schüching KünstlLeid. 186 rc.; 
Homme löms] de f., Einer, der klein angefangen 
hat, aber in gute Glücksumstände gekommen; Sol- 
dat Holräl de f., ein Mann niedern Stands, der 
sich im Kriege zu hohen Ehren aufgeschwungen 
(ogl.: Das er sich weder eines alten adeligen Geschlechts 
noch eines Soldaten von Fortun v. solchem Namen zu 
erinnern wuste. Simplicilfimus 3, 20821; 4, 3075; 1, 
5931 2c., vgl. Fortung, Schlus); Dasß sie gearbeiter 
haben, pour refaire leur krür refär lör] f. Lum wieder 
zu Vermögen, zu Glücksgütern zu kommen]. ö#oht- 
Par. 1, 5 4 2c. — 2) (engl. förthsch'n), n., —#; —6: 
Glück; Vermögen 2c.: F.-tellers (Wahrsager). 
Kohl Engl. 1, 45. — Lôr-um, n., —#; -a llat., 
8 24, 2, u.]: 1) Marktrlatz (vgl. Agora), s. Guhl 
2, 145 ff.; Da die sämmtl. Kaiser fora an der Nord- 
u. Oftseite des großen F. Romänum lagen. Die kleineren 
Märkte .., ausschließlich zu Verkaufsplätzen bestimmt. 
Die meisten dieser Verkauferlätze, die man gemeinbin 
ebenfalls Föra, u. zwar je nach den auf ihnen gesetzlich 
auszustellenden Waaren, F. piscatörium [Fischmarktl, 
F. olitörium [Gemüsemarkt], boärium [Rinder- 
markt] 2c. nannte. Weils Kost. 1, 1213 2c.j In föro 
(püblico), auf offnem Markt, Ggstz: Intra parietes 
(privätos). — 2) (s. 1) Gericht, —-Hof,-Stand 2c.: 
F. apprehensiö#is (s. d.) od. deprehensiönis; de- 
licti comm'fssi, die Gerichisbark. des Ortes, wo ein 
Verbrechen begangen; domic#ll# od. habitatiõnis. Ge- 
richtshof des Wohnorts; extéruum, ausländischer, 
Gastz intérnum, inländischer; (inlcômpetens, 
(un) befugter: cambüle, Wechfelgericht; contr tus, 
Gerichtshof am Ort des Vertragschlusses; originis, 
am Heimathsert; privilegiätum, bevorrechteter 
Gerichtestand (Erimierter): ri sita, Gerichtsort 
der in Anspruch genommnen Güter; suprömum, 
oberster Gerichtshof 2c. — Förward (engl.), 
adv.: vorwärts 2c.: Sog. F.-Officiere (der nordamerik. 
Flottel... Sie haben daruber zu wachen, daß rie Ar- 
beuen in ihren versch. Dienstzreigen v. den ihnen zuge- 
Jourgonnieren 
tbellten Leuten wohl ausgeführt werden u. find für die- 
selben verantwortlich. Westermann 3, 32b ic. — Forz- 
a#ndo (it.), äto, adv.: (Mus.) verstärkend, ver- 
stirkt, — auch sforzéndo 2c., rinforzäto 2c., abgek.: 
fz., sf., rfz. 
Foss-a (lat.), f. [8 24, 17: Graben, Grube, 
Rinne, — nam. in der Osteologie. -il: 1) a.: 
aus der Erde gegraben, nam. von Versteinrungen; 
auf solche bezügl. — 2) n., —e)s; -#e, —#en: aus 
der Erde gegrabne Körper, Mineralien u. Ver- 
steinrungen. -ilil, m., -en, —; —en: Kenner von 
Fossilien. -or, m., —#: ören /&amp;24, 3, örisl: ein 
Gräber, Schanzgräber 2c. orier (frz. —ohris), 
n., —; —: ein Flächenmaß in Wart 4½ Acker 
-ula, f. [8 24, 11: kleine Fossa. 
Föt-al (lat.), a.: auf den Fötus bezüglich: 
Bei der ersten Bilrung im F.-Zustande. Burdach Anthr. 
367 2c. Jation, f.; —en: Bildung des Fötus. — 
Föt-or (lat.), m. I§ 24, 3, -öris): Gestank, s. 
Böniger Sab. 211. — Fötus, m., —#es; se 
[5 24, 41: das Kind im Mutterleibe, s. Embr#o, 
nam. in bereits vorgeschritiner Entwicklung: #-se. 
#. Wabrb. 1, 136. 
Fou (srz. fü), m., —s; —: Narr; Läufer im 
Schachspiel (s. Ferz). — Foudre-# (krz. füht): 
1) m., n., —#: —6, uv.: Fuder, Jioßes Weinfas. 
— 2) f. , 3: Blitz, Donner. -ogant (-oajäng), 
a.: donnernd, niederschmetternd 2c.: Diese ## 
Suada. Spielhagen Reih. 2, 251 c. -opièren, intr. 
(haben), ir.: donnern; niederdonnern; wettern, 
fluchen 2c. — Tou-##t (fri. fus), m., —; —8: 
Ruthe, Peitschenschnur, Peitsche, Reitgerte 2c. 
-eklé: geveitscht, s. Crzme 1. — Foug-äde (frz. 
fug-), fe, f.; —n: Flattermine (s. d.). -ucur 
Cö), a.: aufbransend, hitzig 2c. — Fouilleur 
(frz. fuljör), m., —s; —s: Schanzgräber. — Foul 
(engl. fäll), a.: „faul“, schlecht, unbrauchbar 2c. 
Gerkäcker NReis. 1, 66; Der bösen Gase wegen, bier 
the (dhel f. air seẽr] (die faule Lust) genannt. Kohl 
Engl. 2, 33 2c. — TLoulard (frz. fulär), m., —; 
—8: leichter Seidenstoff, gw. mit buntem Muster, 
doch z. B. auch: Bloufe u. Rock v. blauem F. dazar 
11, 295a 2c.; Taschen-, Halstuch daraus. — 
Foule (frz. fül), f.; —s: Menge, Haufe, nam. v. 
Personen; der große Haufe 2c.: En langl f., in 
Menge. — Foundation (engl. fauneschönn), f.; 
— : Gründung, Fundierung 2c.: Die Members not 
on the f. [die nicht fundierten Mitglieder), r. h. 
der größte Theil der Studenten. Kohl Enil. 3. 31 rc. 
— Fourage 2c.: s. Feurr 2c. — Tourbe# (irz. 
furb'), m., —#; —s: Betrüger, Schelm. eriĩt, 
f.; -eyn, —: Betrügerei, Schelmstreich. — 
Tour-chette (frz. furscken), f.; —. —#: Gabel: 
Silberne F— n. Housbl. (66) 1, 181 2c., s. auch fin 2b. 
gon C□göng), m., —#; —8: 1) bedeckter Wagen, 
bes. zum Transport v. Sachen, z. B. zur Beförd- 
rung des Küchengeräths auf Reisen u. im Felde 2c., 
gw. zweirädrig; auch: F.-Schlitten. Gattent. 16. 
32 6b 2c. — 2) Ofengabel. -gonnieren, tr.: 
„mit der Ofengabel schüren", umwühlen. —
        <pb n="423" />
        Fourier 
Fourĩẽr 2c.: 1) s. Furier 2c. — 2) (furje) m., ; 
0: Eigenname, bes. eines bekannten Socialisten. 
Dazu: #-ist, m., —en, (—8); —en: Anhänger 
desselben, s. Phalanstere. — Lourmill-ement 
(frz. furmillimäng), n., —#: —#: s. Formikation. 
—#ren, intr. (haben): wimmeln. — Fourn---ier 
(frz. furn-), n., —(e)s;: -e: (Tischl.) F. (od. 
Fournure, f., frz. plaque; feuille de placage), dünne 
Platte feinen Holzes zum Belegen von gröbrem 
(dem s. g. Blinrbolz): 3Zakaranra-:; Maba- 
goni-; Nusbaum-F. od. Fournure 2c., dann auch: 
Masse- od. Stein-F., „Fournure, ans einer 
Mischung, die man aus Leimwasser, gebranntem 
Kalk u. erdigen Farbsteffen zusammenknetet u., 
getrocknet, in dünne Blätter schneidet, s. Karmarsch 
M. 2, 250 cc.; F. (od. Fournure-) . Blart, PPlatte; 
Breite;-Hammer, zum Feütklopfen des leim- 
besürichnen F—s; -Holz;-Maschine, beim Four- 
nieren runder Stücke diese fest mit Band zu um- 
wickeln;-Platte; Säge; Schneiremasch'ne 
2c. W ren, tr.: 1) (Tischl.) mit einem Fonurnier 
(I. d.) bekleiden: Mathtsius Sar. 54a; Fo)urnierte 
Arbeit, F(ournierung. Karmarsch M. 2, 240; 
Manche flache Ggstde mussen auf beiden Seiten fo)ur-= 
niert werden (Gegen f(o)urnierung). 244 „. — 
2) allgm.: mit dem Nöthigen versehn, z. B.: 
Mehrere wohl fournierte Schlaffüuben. püchter Südöstl. 
1, 149 2c.; Etwas liefern 2c. risscur Goͤr), m.. 
—#8 ; —-s, -e: Liefrer, Lieferant v. Lebensbedarf ꝛc. 
Da er werer im Hôötel, noch einem F. Erwas schurdig 
ist. kro Wolfram Golrk. 1, 70 2c. Titeur Cör), m., 
—s; 5: Fournisseur. iture (ürt), f.; —: Lief- 
rung; das zu Etwas Nöthige, die Zuthaten; Gar- 
derobengelt des Bühnen-, nam. Balletpersonals. 
—-#ure (□ür), f.; —n: s. Fournier. — Fourpence 
(engl. förrenf): s. Penny. — Fourr-age (frz. 
furräsb), 1 Vieh-, bes. Pferdefutter, nam. 
beim Heere; F.-Magazin; Mannschaft, four- 
ragierende 2c. -ageur Cör), m., —; —, et: 
Einer, der fourragiert. -agikren, intr. (haben), 
tr.: Fourage herbeihelen, nam. auch plündernd, 
verheerend 2c., danach auch übrtr. (vgl.: Ein 
Srion zeigt's ihm an,] das die Turken futra- 
gieren. Prinz Eugen 2c.); Kommt aber berein der 
Kieselschlag u. four agiert mir an einem Tag. G. 7, 
180 lverheert mir der Hagel die Erntel 2c.; Ein 
Land ab. f., das Futter abmähen u. fortholen; Das 
ganze Dorf war bereits aus fourragiert. Wachenhusen 
Tagb. 102; Minister, Officiere, Prinzen [durch f. die 
Provinzen. Aschmidt Kom. 201 2c.; Trockne Four- 
ragierung, aus der Schenne gebolt, grüne (or. 
Grun.) Feurragierung, von den Wiesen weg 2c. 
Die JFouragierstränge v. den Sätteln 1e3gensache 
Gartenl. 15. 523b c. — au (-ö), m., n., —; —: 
Scheide, Futteral: Faus (s. d.) f. 2c. ier □ih: 
s. Furier. - ure (ür), f.; —#: Futter von Pelz; 
Pelzwerk; Pelzmantel; (Waprenk.) Grauwerk, 
Hermelin“ (Schiff.) Erickerhaut 0. — Fountre 
(frz. fürr) 1: als derber Fluch 2c. Dazu: Diese 
souternden Franzosen. Schücking Bronckh. 1, 64 ꝛc. 
Foora (lat.), k. I§ 24, 11: Grube, z. B. 
Frack 407 
Bot., Anat. c. — Fopikren (lat.), tr.: bähen, 
wa##m halten, hegen ꝛc. 
Tör (engl.), m., uv.; —#s: Fuchs. -hound 
C□haunr), m., —; —# : Jagdhund auf Füchfe. Zour#e 
Renn. 91: Master (s. d.) of F-es. hunting 
(bönming), n., —s; —s: Fuchs-Zagd, Jagen: Ein 
ganzes Jagdlanr, F.-Ceuntry köntril. 107 2c. 
Toper (srz. foajs), n., —s;: —#: Herd:; Minen- 
herd: — nam. aber: neben einem Koncertsaal od. 
im Theater ein Saal od. Gang zum Promenieren 
fürs Publikum 2c. Ual#20, 187; Wachenhusen 
Zig. 55 2c. 
Frã (it.), m.: Abkürzung von fräte, Bruder, 
vor den Namen v. Mönchen 2c.: F. Päolo Särri. 
w. 36, 70 k. (s. frai), auch z. B.: F. Diäolo“ 
I., Bruder Teufel“], als Name eines berühmten 
Räuberhauptmanns u. danach auch antonomastisch, 
z. B.: Frierenschlüsse der Regierungen mit den S. 
Diarolo's der Lanrstraßen. Cutzkon 3. 8. 123. — 
Fradützen: s. Romanus. — KFrag-il (lat.), 
a.: zer-, gebrechlich ꝛe. ilität, t.; 0: Zerz-, 
Gebrechlichkeit. -ment, n., cjs; —e: Bruch- 
siück: Holz-Fe. Jmmermenn M. 1, 186 rc., nam. 
ron Schriftwerken 2c. mentarisch, a.: als 
Bruchstück, bruchstückweise 2c. -mentieren, tr.: 
zerstücken: So zerhackt u. fragmentiert. Tits 3, 15. 
menkist, m., -en.—##; -en: Verfasser od. Heraus- 
geber von Fragmenten, 2c. — Eragr= #nt (lat.), 
a.: wohl duftend. anz, f.; 0: Wohlgeruch, 
Duft. — Fraicheur (fsfrz. frähschör), f.; —6: 
Frische, angenehme Kühle 2c. — räi (sran.), 
m. — Fra, z. B.: F. (od Fray) Pdro. -le, m., 
—; —&amp; : Ordensbruder, Mönch (vgl. von Ritter- 
erden: freile, verkürzt frei). - lecto (Hi-), m., 
—; —s: Mönchlein, Pfässchen; auch Art Affe in 
Peru #c. Ausld. 39, 1237à ꝛc. — Frais Erz. frä), 
Dl.: Kosten: Da er Alles nicht obne große faux 
(l. d.) t. zu Stande trug. Goͤdthe Gr. 8722c. — 
Frais-e (frz. fräse), f.; —, —: 1) Halskrause: 
Sorgfältig gefältete dre sen . vcimm Nov. 356. — 
2) ein mit den Spitzen gegen die Feinde gerichtetes 
Pfahlwerk um Erdschanzen 2c. — 3) Schneirräcer 
od. „Fräsen " (—s), auf der Stirn feilenartig gehaune 
od. eingekerbte Rädchen, welche . in drehende Bewegung 
gesetzt werden 2c. Karmarsch M. 1, 216; 60 5 r2c.; auch 
— Senkkolben, Versenker. 266. -en, tr.: 1) 
krausen 2c. — 2) mit einer Fraise (2) versehn. — 
3) (l. Fraise 3): Maschinen, worauf die Keilnuthen in 
die Achsen gefraist werden. Gartenl. 14, 590; Maschinen 
zum Schneiren, Hobeln u. F. des rohen Sanrseins. 
Uat3#. 20, 580 2c.; Man bringt durch Bohren od. 
Ein-F. die für die Feder erforderlichen Vertiefungen, lim 
Stiock des Regenschirme! an. Prichtl 11, 565 c. -tétte, 
f.; —n : kleine Fraise. — Fraras (frz. —k), 
m., uv.; uv.: Lärm; lärmendes Getöse, Auf- 
sehn ꝛc. w. 33, 191. — Fräck (frz.), m. -Oe:; 
—##, -e, Fräcke; Fräckchen, lein: (s. Ss.): ein 
kurzer, leichter, vorn ausgeschnittner Leibrock, heute 
gw. als Gesellschafts= u. Galla-Anzug, früher als 
Ggss eines solchen, s. nam.: Zum Sourer förmlich 
vorher eingelaren, glaubte ich mich in Galla setzen zu
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        Fraction 
408 
müssen, fand aber Alles da ohne eig. Putz, die Kava- 
liere alle in F—§s, einige sogar in Stiefeln 2c. (Salon 2, 
287). 34utichardi 2c. (ugw. fem.: Mit einer ver- 
schabten Fracke. Musäus Ph. 3, 175). Zsstzg zur Bez. 
der versch. Arten u. Moden, z. B.: Ball-; Galla-; 
Hof-; Jagd-; Phantasie-; Sack-; Salon-; Sommer-“; 
Tuch-; Werther svgl. G. 14, 96] -F. ꝛc., zuw. auch 
— Jemand im F.: Der schwarze F. redete mich an; 
Die Griechen, die Serbier sind lauter solche Nicht-F—s. 
Schlegel DMus. 2, 135 c. Dazu: Ge= od. häufiger 
be-frackt, mit einem F. bekleidet, vgl.: Ein 
Frackischer. 5Schmid 4, 67 2c.; Mit dem gelb- 
frackigen Postillon. Garienl. 13, 374a 2c. — 
Fraect-iön (lat.), f.; —en: Brechung; Bruch (in 
der Rechenkunst) u. bes. in Parlamenten: eine 
durch Gemeinsamfeit der Ansichten verbundne u. 
in gleichem Sinn stimmende Parteigenossenschaft. 
Gartenl. 16, 310b 2c.; Fs-Berathung; -Putriotismus 
(s. P.); Sitzung 2c. - Ur, f.; —en: 1) die gw. 
deutsche Druckschrift (s. Antiqua) u. z. B. nach den 
versch. Kegeln (in aufsteigender Größe, s. prechtt 
3, 283 ff.): Diamant--; Perl--; Nonpareille-; Kolo= 
nel-; Petit-; Bourgeois-; Garmond-; (kleine u. grobe) 
Cicero-; Mittel-; Tertia-; Tert-; Doppel-Mittel-; 
Kanon-; Missal-; Sabon-F.#2c.; auch im Schreiben: 
die Nachahmung der deutschen Drucklettern, übrtr. 
(sofern das so Geschriebne bes. stark hervortritt 2c.): 
F. sprechen, in starken, klobigen Ausdrücken. Gliobus 
11, 154a; Spindler Stadt 1, 19 2c. — 2) F., 
Fractüra s824, 11, Knochenbruch. - urseren, 
tr., refl.: entzwei-, zerbrechen, namentl. von 
Knochen. -us, a.: gebrochen: Crimen sretæ 
päcis pũblicæ, Verbrechen des Landfrieden-Bruchs. 
— Frälsfe (schwed.), k.; —n: Stenerfreiheit: F.= 
Mann, Besitzer eines steuerfreien adligen Guts; 
Ränta (-Rente), Zins, den die Bauern ihrem F.-= 
Mann geben; „Mlagor, Abgabe der Edelleute an 
die Krone, Kirche 2c. — Framb-oise (frz. frang- 
boäs'), f.; —#: Himbeere. -ösieé, f.; —eyn: Art 
Ausschlagkfrankheit, wobei sich schwammige, him- 
beerähnliche Auswüchse bilden (Beerschwamm, Erd- 
beerpocken). — Frame (engl. frem), k.; —: Form, 
Gestalt it.; Rippe, Spant eines Schiffs. Grenzb. 
26, 4, 250 2c.; Aus F.= od. Bretter-Häusern. Gartenl. 
17, 376b c — Främe-a (lat.), f.; zen s824, 11: 
eine Waffe der alten Deutschen, Wurfspieß rc.: 
Als die v. den Germanen zumeist geführte Waffe eine 
besondere Art v. Speeren, die, Frameen genannt, mit 
kurzen, schmalen, jedoch sehr scharfen eisernen Spitzen 
bewehrt 2c. Weise Kost. 1, 638; Stockdegen. — 
Hramer (engl. fremörr), m., —6; —# : Abfasser 
einer Schrift rc. Kohl Engl. 3, 70 2e. — Fran-ais 
(krz. frangßä), a.: französisch, u. m. :„ Franzose; 
— weibl.: F-#e □Häsf], z. B.: à la f##e, nach 
französischer Weise 2rc., auch: Die F-e, Art Kontre- 
tanz. Düringer 224; Eine neue Tour in der F-e begann. 
Spirlhagen Pr. b, 138; Tanzte die neuesten F-n. 
ETAHoffmann Zach. 67 „c. Sceer (it. franisch 2c.), 
a.: französisch: Chitarra (s. d.) f.; Die furia (s. d.) 
f. reschino [-esk-, m., —; — (ni);: florenti- 
nische Silbermünze = 3 Paoli. Enecykl. f. Kauft. 
Franke 
355a. cescõne, m., —s; — (ni): — 10 Paoli 
ebd. ; vgl.: à 5 Lire. Hausbl. (67) 2, 173. -chement 
(frz. frangsch'mäng), adv. zu franc: frei u. frank, 
offen, aufrichtig. chife: 1) (frz. frangschi#s), k.; 
0: a) Freimüthigkert, Offenherzigkeit 2c. IAceht 
Par. 1, 21; Französische F., deutsche Reserve. 31 2c. 
— b) das Freisein od. die Eremtion (s. d.) von 
Lasten 2c., solches Vorrecht: Post-F., Portofreiheit, 
u. zwar: aktive, für abgesendete — u. passive, für 
empfangne Briefe 2c. — 2) (engl. fräntschis), k. 
(n.); uv.; —s: — 1b; nam.: Wahlberechtigung, 
Wahlrecht — u.: Das, worauf es sich gründet: 
Die Sätze der f. sind so nierrig, daß man kaum sieht, 
wie sie noch effekivoll erniedrigt werden können. Zununft 
1, 55; Alle Die zuzulassen, welche durch wissenschaftliche 
Prüfungen ihre Befähigung bewiesen, educati. mal 
(s. d.) f. Srenzb. 26. 2, 362; Wahlrecht für Mietber 
v. Zimmern, lolgers' llörshörs]) f. 363; Eine Reihe 
von s. g. fancy (s. d.) —##.., z. B. daß Jeder, der 
gewisse Prufungen bestanden, eine Stimme haben sollte. 
26, 1, 292 2c. eiäde (frangß ), f.; —n: ein Ge- 
dicht, das einen Franz als Helden feiert; auch das 
alle 4 Jahr zu feiernde Stiftungsfest der frz. Re- 
publik in der ersten frz. Nevolution. ein (-eng), 
n., —s; —6: F., F.-Papier, Velin (s. d.). iis 
(engl. fränßis), m.: Name = Franz. Dazu: F.= 
Boot, Art eisernes Rettungsboot. Garient. 14, 
341a. Zeisatiön (frz. frangß ), f.; —en: Franci= 
sierung. -eis ieren, tr.: französisch, zum Franzosen 
machen, so umbilden (s. französieren). -iskäner, 
m., —65; uv.: F., F.-Mönch, Minorit (s. d.), Bettel- 
mönch aus dem von Franciskus (od. Franz) v. Assist 
1208 gestifteten F.-Orden (s. seraphisch); F.-Kloster 
r.; auch F. (-Birne), eine Sorte Birnen. — 
Frangee (frz. frängsh, auch gespr.: fränje), f.; 
—n : oben in einem Saume zusammengewirkte, 
wimperartig herabhangende Fäden als Verzierung, 
Fadensaum (s. Fran-se, -ze): Ein Himmet von rothem 
Damast, v. güldnen F—n wohl gefasst. HSachs 4, 2, 
102b 2c. - jeren, tr.: mit Frangen besetzen. — 
Frängi, m., —#; —#: Franke (s. d. #c), d. h. im 
Orient = Orcidentale, Europäer, Frankl Jer. 1, 
182; Der F.-Arzt. 314 2c. — Frangipane (irz. 
frangshipän'), f.; —6: nach einem Eigenn., z. B.: 
Art kremegefüllten Gebäcks; Art Pomade; Art 
saftiger, dickschaliger Birnen. — Fräünh: 1) a.: 
(s. Ss.) frei, in Bezug auf Personen, von keinem 
Zwang beschränkt; grade u. offen, — bes. ver- 
bunden mit frei u. dies verstärkend, doch auch sonst; 
zuw. ganz frz.: franc (spr. fring), s. Etrier; 
Franko 2c.; Francmagon 2c. — 2) m., —&amp;, —en; —, 
en: eine frz. Münze: 1 F. od. franc (spr. frang] 
hat 10 Decimes od. 100 Centimes; Ein 20-F—#- 
Stück 2e. Auch Schweizer Münzen. — Francatu 
(frz. —tü), m., —#; —: Art Daueräpfel. — 
Kranhalür (it.), k.; —en: Frankierung: F.= 
Zwang 2c. — Fränhe, m., In; —n: 1) Eigenn. 
zur Bez. v. Bölkerschaften: a) ein zuerst um die 
Mitte des 3. Jahrh. auftretender deutscher Volks- 
stamm: Das F—n-Reich unter Karl dem Großen rc.; 
Alt-F., s. alifränkisch. — b) (s. a) die Bewohner
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        Frankieren 
Frankreichs, gw.: Franzrsen; doch nam. zur Zeit 
der ersten Revolution F—n, Neu-, West-F-n ge- 
nannt; z. B. auch in Sch' Zungfr. v. Orleans 2c. 
u. noch: Behüt uns vor dem F—-n. Kinr. Herwegh 1, 
12 1 2c., s. auch Franz. — c) v. der Zeit der Kreuz- 
zuge her, im Morgenland jeder Europäer (auch 
Feringhi, Firenki. Frengi, vgl. Farang, Frangi, Fankwas; 
Frankistan): Die hier eingewankerten Jnren meist Fen. 
1rankl Jer. 1, 251; Die Fen in Pera. Murhard Konst. 
1, 191; Daßich ins F—n-Land möcht schaun. nach Ithaka. 
Whmäner Ngr. 1, 13 2c. Dazu: Lingua (s. d.) 
fränca 2c. — d) (s. a) ein Bewohner des frän- 
kischen Kreises, eines der zehn Kreise, worin 
Deutschland bekanntlich bis 1806 eingetheilt war 
u. der noch (abgesehn von der veränderten politi- 
schen Eintheilung) Franken heißt, s. Schmeler 1, 
615; G. 9, 38 2c. — 2) (vralt.) Die Feder-Fn. 
fischart Garg. 127a, die franken od. freien Feder- 
fechker 2c. — Frankikren (it.), tr.: eine Zusen- 
dung franko (s. d.) machen: Un frankierte Briefe, 
Packete 2c.; Frankier- (od. Frankatur-) Zwang rc. 
— Fränk-in, f.; —nen: weibl. zu Franke 1, 
z. B.: (s. d. ie) Ihr Franken, nein F—nen. Grics 
Tass. 11, 61. -isch, a.: auf die Franken (s. d. 1, 
nam. 1a; d) bezugl. .aus Franken stammend, dort 
besindl.: Dief f-e Menarchie unter Karldem Gr.; Die f-e 
LGgst thurinzischel Saale; Fer (orsch.: französis her) 
Wein, auch als Rebenforten: groß- u. klein= f. 2c., 
auch (s. Franke 1c): Avauien, denen die s-en Frauen- 
zimmer lin Konstantinorel! ausgesetzt sind. Murhard 
Konst. 1, 191 2c. Ferner: Altef., alterthümlich, 
veraltet (vgl. gothisch), z. B.: Der die Lucken seiner 
alt-f—en Garderobe mit neumorischen Lappen ausflickt. 
G. 14, 82; Gryphius Sg. 16; HSachs 1, 37 1a; G. 
1, 107 c. Danach auch: Altfranke, m., eine 
a.-Ye Pers. Kl. 12, 6; B. 114b; 5. 13, 346; Kuläus 
Ph. 1, 162c. — Franhkifslan, n., —; 0: im 
Orlent, das Land der Franken (s. d. 4c), der 
Oceident, das nicht mahomedanische u. griech.= 
kathol. Europa;z zuw. auch m. — Franke, z. B.: 
Der Orientale bewundert an dem F. sein Wissen 24.. 
aber er bält ihn für gottlos 2c. CUodrrt 1, 13. — 
Francmag- on (frz. frangmaßöng), m., —s; — 
Freimaurer (s. Magon; Farmassun). -onnerli, (.) 
0: Freimaurerei. — Franco (it.): 1) a.: frän- 
kisch (s. Franke 1c). 2) adv.: kostenfrei für 
den Empfänger von Briefen, Waaren 2c.: Ich 
liefre den Weizen f. Berlin; F.-Fracht; F. valüta 
#c.; F.-Kouverts, F.-Marken fur Briefe 2c.; Er 
nahm den Brief zusammt dem F.-Porto, um ihn auf 
die Post zu tragen. Kant SW. 11, 23; F.-Zwang, 
wonach Sendungen frankiert werden müssen 2e. — 
Krankolin (it.), m. , —e)5: —e: Art Feldhuhn: 
Die Sippe der F-e in mehrern Arten. Brehm Hab. 383; 
Ein od. das andre F.-Huhn. 386 2c.; Ohen 7, 584 rc. 
— Franko-män, m., —en, —: en: ein für das 
Wesen der Franken (s. dl.) Schwärmender, vgl. 
Galloman. Dazu: Fie, f.; F-isch, a. onis keren, 
tr.: nach Weise der Franken ummodeln, umge- 
stalten; Die gebilreten, d. h. die frankonisierten Griechen- 
Ellaven. CRobertt 1, 52; Mit den f-den Reformatoren. 
409 
Franz 
2, 9; 276 2c. — Frauf (Fränz) r, f.; -n: s. 
Frange, z. B.: Mit jenen Flören, Krerven, Fen. C. 
15, 176; Mit ganz schmalen gekrausten, offnen 
Fränschen. Allgm. musterz. (55) 71b; Wegen der 
6 Kreuzer wird man sich das Muul nicht in F-n sent- 
zwei 2c.] beten. Gartenl. 14. *3 Stroh-F n um 
die Beriben. Ilustr. Zeil. 34 6a 2c. u. (mit z) 
z. B.: Wenn wir auch ehe unerhebliche u. unmerk- 
liche Franzen an seinem [Homer's] anliken Gewande lin 
der Ubersetzungl einbußen. 5. 139a; Wenn durch ihres 
Netzes Franzen [Wimpern)] ihr Auge blitzt. freiligrach 
1, 291; G. 19, 188; 23, 16; 350; 26, 7; Platen 
2, 17 2c.; Eigenthümliche Haut franzen lbeim Frosch- 
fisch]. Dogt Oe. 1, 278 2c.; Franzenangehänge lder 
Kaulquappenl. Weiße Kinrrfr. 8, 36. -en: 1) tr.: 
frangieren: Ein Polvp mit gefran zten Fangarmen. 
2, 83. — 2) intr. (sein): sich in Frangen auf- 
lösen, ausfasern; zumeist: Aus-f. — 3) Zsstzz nam. 
zu 1, z. B.: Ause f.: a) [2] Ausgefcanfte Band- 
Enden. Algm. AMusterz. (55) 1 deb c.; Shawl, der vor 
Alter ausgefran zt war. Harlmann Unst. 1, 156 2c. — 
b) (I##in Gestalt von Frangen ausschneiden; bildl.: 
Die ausgesranzten laus zgezackten] Ufer. Meißner Schw. 
2, 193. — Be-f., z. B.: Auf golrbefran z ter Otto- 
mane. Frciligrath 1, 125; Wenun sie sich mit Pferde- 
schwänzen befranzten. IP. 15. 86 2c.; Eine die Seebucht 
befransende Terrasse. Büchner Mensch. 27 2c. — Unter- 
halb ein gefranzt mit Fransen eingefasst). Weiss 
Kost. 1, 39 2c. — Die beiden mit Silber#ings um- 
franzten Flügel. Sanders Kutr. 121. — Braunseiden 
ver franzet. Weder Anna 359. — Vom zer franzten 
Inselsaume bindurch zum Kern des festen Lanrs zu 
dringen. Hüchert Col. 2, 9 c. Ticht, -ig, a.: mit 
Frangen versebn, ge-, befranzt 2c.: Eine Reihe 
franziger Lappen am Hals c.; Des Terpichs gold- 
franzigen Rand. Grabbr Hann. 149; Wo das Felsbett 
silber fransicht überhängt der Wasserfall. Uückert Ausw. 
611 „. — Fränz: 1) a.: französisch: Er schreibet 
Brief in F. Wernike 77; Daß man ein f—-es Herz füur 
deutsche Brüste pacht. Withof (AMendelsf. 4, 1, 160) rc., 
selten außer als Bstw. (vgl. 2), z. B.: F.-Band, 
n., Art schweres Tafft-B.; m.: Einband ganz in 
Kalbsleder mit Vergoldung (FHalb-F.-Banr, wo nur 
Räcken u. Ecken ledern); -Baum, niedriger, am 
Spalier geze ner Obst- V. (so: F.= Apfel, = Birne, 
Kirsche, -Obst 2c.);-Bohne, Zwerg-, Kriech- 
B.; -Branntwein, Kognak, aus gegornem 
Traubensaft;-Brot, feines Weizenbrot, Rund- 
stück (s. Franzoll); auch eine mit Ragout gefüllte 
Semmelpastete;-Erbse, Kriech-E. (vgl.-Bohne); 
(FSahrar französisches Kauffahrteischiff;Filet 
(s. d. 2), zu F.-Bänden; -Geld, französische 
Münzen, bes. in größern Stücken; Gold, Art 
hellfarbiger Goldblättchen: = Gulden, französi- 
scher; Holz, gespaltnes Eichen-H. ; Nußbaum- 
H. aus Frankreich, Encykl. f. Kaufl. 367b; -Land, 
Frankreich. 3p. 37, 152; „Leinen, ungebleichtes 
Futter-L. Karmarsch M. 2, 639;-Mann, Franzose 
(meist verächtl., s. 2), männisch; -Obst, s. 
Baum; Perle, unechte; = Scharlach, Kermes- 
Sch.; „Thaler, s. „Geld; Gulden; -Ton, bei
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        410 
Franze 
Orgeln 2c. eine tiefre Stimmung als der Kapellen- 
T.; „Topas, Rauch-T.; Wein, leichter frz. 
Weiß-W. 2c. — 2) m., —en; Sen: Franzose, bes. 
m. verächtl. Nbnsinn, s. Ss. u. z. B.: Der leichte 
F.en-Aff. Haler 113, Nachahmer der Franzosen; 
F—en-Brauch,= Mode, Sitte rc. (Vgl. auch 
Franz, Fränzchen als männl. Vorname, auch 
— bes. die Vrkl. — als weiblicher — Frauciska u. 
als Mode-Bez. für eine Art Weste: Im Fränzchen 
u. schwarzen Rock. G. Stein 1, 43). So: s. Franse. 
Sen: 1) s. ebd. — 2) intr. (haben): nach Franzen- 
art sich benehmen, modeln, ein Franzenaffe sein 2c.: 
Wer franzet od. brittet. G. 4, 59 2c. (s. französeln). 
enthum, n., -(e)s; 0: Franzen-Art, -Wesen. 
Heine Reis. 1, 319, s. Franzthum. Cisch, a: franzö- 
sisch. A#chmidt Kom. 215; 225 c. -öll, n., —; 
—6# : (in Odessa) gutes Weißbrot (s. Franzbrot). 
Kohl Südr. 1, 92; Die deutschen F.-Verkäufer. ebd. 
öse, m., —n; —n: 1) ein aus Frankreich Gebür- 
tiger (ovgl. Parlemih): Die F—n, die Bewohner 
Frankreichs; Der F. ist höflich, geistreich, gewandt rc.; 
Ihr sprecht schon fast wie ein Franzos. G. 11, 113, 
so liederlich ꝛe., auch F—# — französische Esffekten, 
z. B. Saling 21 2c. — 2) pl.: Lustseuche (Syphilis; 
NMôrbus gällicus; Lües vensrea; frz. Mal de 
Naples), s. Agricola Sprchw. 477; Zu der Zeit des 
Anfangs der F-n, d. i. im Jahr vierzehnhundert sieben- 
zige u. achtzige. Paracelsus Wund. 328 2c.; Oder zögen 
wir gegen die Fen zu Felde — ich kenne einen Doktor, 
der sich ein Haus von purem Ouecksilber (der Haupt- 
arznei gegen die Seuche]) gebaut. Sch. 109b#c. Zuw. 
auch übrtr. auf Krankheiten des Viehs, die ähnl. 
Erscheinungen bieten, nam. beim Rindvieh: Perl- 
u. Stlersucht (auch — wenn mit Abmagrung ver- 
bunden — Hunger-F— u); Finnen der Schweine; 
Hitzblattern der Hasen 2c.; F—n Holz, Pocken-, 
Gnajack-H. (als Heilmittel gegen die Krankheit) rc. 
-öselei, f.; -#en: französelndes Wesen, Thun 2c. 
Prus GfchTh. 232 ꝛe. Söseln, intr. (haben): ((. 
franzen 2). Dorow 2, 89; Uat.. 19, 66. ôosenthum, 
n., -(e)s; 0: (s. Franzenthum): Das eingedrungene 
F. König Kl. 3, 54. Tosrrei, f.; -en: Französelei, 
Gallomanie 2c.: Scherr Bl. 2, 265 (selten v. tadeln- 
den Nbnfinn: Die F-en — französischen Angelegen- 
heiten. G. 28, 288). -ösicren, intr. (haben): 
französeln; tr.: französisch machen, umgestalten 
(s. gallisieren 1). Eichendorf Gsch Dr. 124; In Curem 
französierten Berlin. I. 12, 2 333c.; Die Kostumtrachten 
auf dem hiesigen [Pariser] Theater sind so durch franz- 
siert, daß sie nicht mehr kenntlich sind. Slurz 1, 58 2c. 
ösig, a.: mit den Franzosen behaftet (von Vieh 
u. Menschen), syphilitisch, venerisch. -öfin, .; 
—nen : Pers. weiblichen Geschlechts aus Frankreich; 
auch = Bonne: Das es unter allen Ubeln für Er- 
zichung u. für Kinder kein giftigeres giebt als eine 
Haus.F. IP. 1, 36 2c. -ölilcch, a.: aus Frankreich 
stammend, anfs Volk der Franzosen, ihre Sprache, 
Sitten 2c. bezüglich, Diesem gemäß 2c.: Das ## 
Volk; die sB-e Sprache, Literatur, Kunst; F-e Erzeug- 
nisse, Waaren, Weine, Sitten; F. sprechen, sich kleiren; 
Die f-e Krankheit (Franzosen); F.-veutsches Wörter- 
Fravardegan 
buch; —e Bäckerei, Brote, Dächer 2c.; F-er Abschied, 
saps adieu (s. d.). Ifftand 5, 3, 117; Auf gut f. sich 
empfehlen. Blumauec 2, 72 at.; Destouches zog das 
Lustspiel über einen noch fern Leiflen. . 7, 78, fran- 
zösierte es noch mehr 2ce. Zuw. — franzölig (s. d.): 
Du lahmer, —er Schmied! Gryphius Sq. 32 cte. 
ösling, m., —(eys; e: Französlehler. Danzel 
Less. 283. -thum, n., —e)s; 0: Franzenthum. 
G. 1, 312 c. — Frapp-önt (frz.), a.: frappie- 
rend, auffallend, schlagend: F-e Abnlichkeit 2c.; Das 
Pikante ist, was eine stumpfgeworrne Einbilrung krampf= 
haft reizt; das Fe ist ein ähnlicher Stachel für die Ein- 
bildungskraft. FSchlegel GR. 67. -é, a.; fraxpiert, 
bes. : in Eis od. kall gestellt (— f. de glacc, s. d.): 
Eine Flasche Sekt, aber vom besten u. f. Spielhogen Pr. 
6, 111. #eren, tr.: „schlagen“, erschüttern, 
stutzig machen, befremden 2c.; auch: Wein 2c. f., in 
Eis, kalt stellen 2e. — Frascataner (it.), m., 
—6; uv.: Jemand aus Frascati bei Rom (s. C. 
23, 161), auch: Wein dorther: Wo der gute rotbe 
F. verschenkt wird. Schücking Künstl. Leid. 6 2c.; Fin, 
Frascati erin, auch verallgemeint: Gärtnerin. — 
Fras-ro (span. .), m., -6; -s: Flasche, — auch 
als Maß, z. B. in Rio Janeiro c. —quera, k.; 
—6: Flaschen-Futter, -Keller. — Frät--e (it.), 
m., —6; -i, uv.: Mönch (s. Fra, vgl. Pater 1d): 
Die F. Gutzkow 3. 8, 10; 9, 355 rc. Scllo, m., 
—6; -élli: Bruder, Mönch (s. Ben-F.). er (lat.), 
m. [8 24, 3, Tris): Bruder, auch Genoß, Ordens- 
bruder 2c.: F. arvälis, Einer aus dem Priester- 
kollegium der Arvalen (s. d.). Guhl 2, 318 2c.; F. 
germänus, leiblicher Bruder; calendärius, Kalands-= 
(s. d.) Bruder; consaoguinsus, Bruder v. Vaters 
— wie: aterknus, v. Mutter Seite c.; Frätres 
matru5öles, Söhne v. Schwestern, wie patrusles, 
von Brüdern; Frätres minöres, Minderbrüder, 
Minoriten 2c. -ernéll, a.: brüderlich. —ernisaliön, 
f.; -en: Verbrüdrung: F.Fest 2c. Ternisseren, 
intr. (haben): sich verbrüdern, brüderlich mit 
einander umgehn 2c. Cruitas, f. 18 24, 3, ätisl: 
Fraternität; Fratriägium. Ferniläl, (.; 0: 
Brüderlichkeit, frz.: Fraterniteé (l.), s. Egalité. 
-ria: s. Phratria. icelli sit. —itsch-)., pl.: Art 
schwärmerischer „Brüder“, die sich aus dem Fran- 
ciskanerorden entwickekt. -ringium (mlat., 8 24, 
2, n.): Erbtheil nachgeborner Brüder. riccelli 
Tit. -riisch-], pl.: Fratieelli. -rieida (lat.), m. 
18 24, 11; Sriride (frz. —id ), m., uv.; —S: 
Bruder-, Geschwistermörder. -rieidium, n., —; 
ken [8 24, 2, u.): Geschwistermord. — Frau- 
dation (lat.), f.z-en: Betrügerei, Ubervortheilung. 
dator, m., —# ; dren (§ 24, 3, öris): Betrüger. 
jdatuo, a.: betrogen 2c., s. Annona. dulent, 
a.: betrügerisch. = ulenz;, f.; 0: betrügerisches 
Wesen. dulös, a.: krugvoll: Der fraurulse 
Vertrag. Nal3#. 21, 516. -Ss, f. [8 21, 3. dis!):: 
Betrug, Täuschung: F. Sptica, Gesichtstäuschung; 
Pin f., frommer Trug, Trug in wrhlmeinender 
Absicht 2c.; In fräückem. zur trügerischen Ver- 
letzung, z. B. lẽgis, des Gesetzes; ereditõrum, der 
Gläubiger 2c. — Fravardegän, pl.: bei den
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        Frag 
Parsen, die letzten 10 Tage des Jahrs als eig. 
Festzeit, in der die Geister (Fravashis od. Fro- 
hars) zum Besuch res Haufes geladen werden. Ausld. 
39, 35a. — Frän #2c.: s. Fral. — Frajädo (span. 
fraß-), k.; —: Bett-, Pferde-Decke; grober Mantel 
der Männer in Meriko rc. 
Eredaine (frz. -än'), k.; —6: lustiger, aus- 
gelaßner Streich. — Fred-on (frz. —öng), m., 
—# : —: kurze Noulade im Gesang. onnement 
(mäng), n., —s; —: Gesumm, Gemurmel. 
-onnĩeren, tr., auch o. Obj.: trillern, trallern, 
vor sich hin summen 2c. — Freedm-an (engl. 
frikd'), m., —s; zen: ein freigelaßner Sklave: 
Das Freedmen = Bureau snach dem Bürgerkrieg der 
nordamer. Union ]. Gtenzb. 26, 1, 91; Gerlläcber 
AMeis. 1, 319; Volksz. 16, 11 2c., auch: Der Freee- 
men-Board bkbördl. Salon 2, 205. — Free-hold 
(engl. fribohld), n., —s; —: freies Lehn rc., auch: 
Das Weichbild od., wie die Engländer sagen, the f. 
ground lgraund] (der Freiheitsgrund) der City von 
Yerk. Kohl Engl. 2, 106. holder (□hohlrör), m., 
—s; —6: wahlberechtigter Grundeigenthümer. 
man, m., —; zmen: Freimann, s. Burgess. 
soiler (Heelör), m. N; —s: „Freiborenmann“", 
Partei in Nordamerike, die den Grundsatz vertritt, 
daß jerem wirkl. Anbauer ein freies Areal vom 
Staat zugewiesen werden soll. -krade strẽd'], m., 
—6; 0: Freihandel. —trader liredörl, m., —; -S: 
Freihändler. Na3. 20, 57 1c., ogl. Manchesier 1. 
— Eregatt-e (frz.), f.; —: 1) ein scharfgebautes 
schnellsegelndes 3mastiges Orlogschiff mit einem 
Kanonendeck: Das Charakteristische der F. ist die Voll- 
schifftakelage u. dle eine Batterie. Grenzb. 26, 2, 25 5 2c.; 
auch ein fregattisch gebautes u. getafeltes Kauf- 
fahrteischiff: Dampf-; Kauffahrtei-; Kriegs-; 
Schrauben= F. (vgl. Korvette) 2c.; F—-n-Kapi- 
tän; = Mannschaft; -Takelage . — 2) F.; 
Fregattlen) vogel, ein Seevogel, TachFpetes ãqui- 
lus, engl. man-of-war-bird, frz. tailleur. Tisch, 
a.: nach Art einer Fregatte. -on (öng), m., 
—; -õue, m., —#; —8: ein frühres (span. 1 
venet.) Fehrzeng zum Truxpentransport. riim 
589b. — Frei 2c. (Frei ri s. Frey 2c. U. Fras2c. 
— FErelatikren (frz.), tr.: Wein f., schmieren, 
anmecken, fälschen. — ren-ellie, f. -elisch, 
: s. phr 2c. — Frengi, pl.: (s. Franke lc): Die 
. Auen. 38, 1081b. — ren-iere (it.), m., —; 
ri: in Korsika, ein rem Brautzug (Cörteo) voran- 
gehnder Züngling, der den Freno, einen bänder- 
geschmückten, mit vielen Spindeln umgebnen 
Spinnrecken (das Symbol der Fruchtbark. 9 trägt. 
Eregorooius Kors. 1, 196. -0, m., ; -i: 1) s. l. 
Vorige. — 2) Zaum. — Frequ-Ent (lat.), a. 
häufig; viel-, starkbesucht, wo viel Verkehr herrscht 
ie. Zentänt, m., -en, (—8); —en: Einer, der 
Etwas — z. B. die Messen — frequentiert, regel= 
mäßig besucht. -entatiön, f.; -en: Frequentie= 
rung. Sentatio, n. p (e)8; —: F., Frum Gen. 
F-ums u. § 24, 7, * Wiererholungswort, nam. 
ein Zeitwork, das ein öftres Thun austrückt: Verba 
f-a. Zumpt Lat. Gr. 8§ 231. -entièren, tr.: einen 
Eries 411 
Ort rc. sleißig, regelmäßig besuchen, dort Stamm- 
gastsein. -enz, f. z-en: Häufigkeit; öftre Wiererkehr; 
zahlreicher Besuch, Zulauf, häufige Benutzuug, 
z. B.: F. der Eisenbahn 2c.; Bei der angenommenen 
Minimal-F. des Kanals. Cren),. 24, 1, 144 :2c. — 
Frere (frz. frär), m.p, —s; —z: Bruder (s. frater): 
F. de lait I(d), Milchbruder; Mit solchem Parvenũ 
ist er f. et cochon se koschön 3I. Sollei Treusft. 2, 115; 
Globus 6, 28 8b 2c.; „Bruder u. Schwein“, — auf 
dem vertrautesten Fuß; Faux (s. d.) f.; Mon lmöngl 
f., mein Bruder, s. , Monfrer -. Pruß Holb. 457 ff.; 
F. ignorantin (s. d.); F. terrible lib'I], in Frei- 
maurerlogen der Bruder, der die be zunehmen= 
den durch Schrecken prüfte. — Frest: Fraise. 
— Frefh (engl. feesch), a.: frisch 2c. r f. man 
lburschikos! — Fuchs, ein Neuling der Smenten= 
schaft (in Orford). Koht Engl. 3, 16. — Fris-co 
(it.), a.: „frisch“: F.= Anekrote, eine noch frische 
(Ggĩtz: aufzewirmte) 2c.; auch n., —; —, -ken: 
F., F Gemälre, „.Malerei, Frisch-Mälerei 2c., 
Kalkmalerei auf frische, nasse Tünche (s. Seroinus 
Hist. 7, 61); Al f. malen 2c., s. Euhl 2, 215 2#c.; 
bildnl.: Male, o nordischer Barde [Shakesreare!, alle 
Seiten u. Wände dieses Temrels in dein unsterbliches F. 
H. (wadern. 1, 43029% — Fresons (frz. —öng), 
pl.: kleine an die Frifur geheftete Kochhen. — 
ressaͤde, f.; —n: (Icherzh.) Fresserei, Gastmahl, 
wobei es ufs Frefsen abgesehn itt. Seller 4, 177. 
— Frelte (altirz. frat), m., —3; —s: „First“, 
Giebel, Giebelhaus 2c.: Zene alten, f—s genannten 
zweidachigen Bürgerhäuser. Lewald Genf 124. — 
Fret (irz.), m., —#; —#8: Schiffsfracht: Faux 
(s. d. ) f., s. Fautfracht. - eur Cör). m., —s; —3, e: 
Schiffsverfrachter, vgl. Coalfreighter. -#eren, tr.: 
ein Schiff verfrachten, verchartern. — Fretill-ant 
(frz.-Ujäng), a.: zarplig, voll regen Lebens, sich leb- 
haft bewegend 2c. - Ieren, intr. (haben): fretillant 
*PvPê zapveln, zucken, sich regen 2c. — Trétta (it.), 
; 0: Eile: Cön f., I. affrettando. — Frrtum 
11 8 24, 2, n.]: Meerenge. — Frêp, #: 
s. Frat. — Freß-C(a, k.; —; 0: (nord. Myth.): 
F. (dentsch Frouwa), die Göttin der Schönheit u. Liebe. 
Simrock Fr. 191, auch: Gelb ist Freja's Haar. 
Mohnike Fr. 5 2c., entsprechend der röm. Venus (vgl. 
Freitag — Dfes Veneris r.; s. auch Vanadis; 
Gerra; Frigg); s. auch Astereid. Zr, m., —; 0: 
F. (deutsch Frö), der Brurer der Freyja .. als Sonnen- 
goit. Simrock Fr. 196, auch: rej, Frefr. Aohnise 
Fr. 13; 116. 
Friä: f. 
zerreiblich. 
— Friäb-el (lat.), a.: 
ilität, f.; 0: Zerreiblichkeit. — 
Frĩagem (portug.): Kälte: Ich litt von der 
tempo dõ f. (kalten Zeit) durchaus nicht. Globus 
7, I78b. — Frian-d (franz. ftiäng), m., 
—6; —S : Leckermaul, Wohlschmecker (ogl. Gour- 
mand, s. Fricoteur). ise, . z--, —: Leckerei. — 
Fridap (engl. freide), m., —#; —6: Freitag: 
Good lgütrl F., „der gute Freitag“, Karfreitag. 
Grubt Ch. 1, 143 2c. — Frfedrichsd'or: s. Dor. 
— Fries (s. Ss., vgl. frisieren 2c.):; 1) m., —es; 
—#: ein Wollenzeug, dicker u. langhaariger als 
Frigg.
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        412 Friese 
Tuch, stark gewalkt, 
schoren, Flaus, frz. frise, engl. coating. — 2) m., 
n., -es; —e; Se, f.; —m : im antiken Säulen= 
gebälk der mittlere Haupttheil-, der, zw. Architrav 
u. Kranz liegend, die Querverbindung andeutet; 
ähnl. auch z. B. die Einfassung v. getäfelten Fuß- 
bören, v. Thürfeldern 2c.; nam. auch: die Ver- 
stäbungen bei Kanonen, hier: Boden-; Miteel.; 
Hinter-; Kopf. F-eln). —#n, a.:; aus Fries (s. d. 1): 
F.er (od. fric whener) unterrock dc. — Frigg, f.; —; 
0: (altnord. Myth.) F. (deutsch Fria) ist Oein Ge- 
mahlin. Simtoch Fr. 195; F., welche stets v. Freyja 
unterschieden wird. 378. Ja, f.; —s; 0 = Frigg. 
HMohnike Fr. 5; 116 iec., s. auch Asterold. — 
Friggitor-e (it. friosh-—), m., —s; —, zi: 
Krapfelbäcker, s. Fril(tarnole. — Erg-id „a.: 
kalt, kaltsinnig, gefühl-, herzlos 2c.; der Liebes- 
Glut, -Brunst bar 2c. Tidarium, 5 s6; ken 
18 24, 2, u.]): Zimmer für kalte Bader (vgl. Cal- 
ddrium, Tepidärium). Guhl 2, 129, auch Natätio 
od. Pisckna genannt. weiss Kost. 1, 1238 c2c. 
Zidieèren, tr.: kühl, kalt machen. idität, f.; O: 
das Frigidsein. -idus, a.: — frigid, z. B.: So 
verdiente sie den Namen der Tugend ebensowenig als die 
Kenschheit eines frigidi et maletüciäti [Bezauberten, 
durch Hererei, nam. durch das sog. Nestelkn#pfen 
Impotentenl. w. 29, 253 ꝛe. -us S 24, 3, n., 
-oris): Kälte: Dessen [Deutschlands] Frigora u. Gran- 
himmel 2c. Kohl Pet. 2, 263. — Frisoles (span. 
—h -), pl.: Art Bohnen (Phaseolen). Hollonit 133, 
s. Westermann 3.52b; F. colädas (durchgeschlagne —I. 
Grube Ch. 1, 303, mit der Erklärung: gestoßene, mit 
Sirup abgekochte Erbsen 2c. — Trir-andrau sfrz. 
—angö), u.; —#; —, — (□ö#: gespicktes u. ge- 
dämpftes Stück Feisch- F.xx v. Hirsch. Schrible Kochb. 
198; 117 ie. andelle (-angd—), f.; —n. —#: ge- 
backues Feischplätzchen, Netzwurst. affé, n., —S: 
—## assér, f.; —#: ein Gericht aus kleingeschnitt- 
nem Fleisch mit versch. Zuthaten: Huhner-F.; F.= 
Sauce 2c. (s. Gibelotre). - assicren, tr.: zu Frirasse 
hacken, auch bildl. -oteur (—-ctör), m., —6; , 
—e: Einer, der leckern Gerichten nachjagt (vgl. 
Friand), bes. als Nachzügler beim Heer (Gartbruder, 
s. Schmeler 2, 68): Marodeurs od. F—s, welche den 
franz. Armeen zu folgen pflegten. Nat3. 20, 263. — 
Frikl-ion (lat.), f.; —en: Reibung: F—-Feuer- 
zeug, Reibzündhölzer: F—s-Räder, „Rollen, 
Walzen. Karmarsch M. 2, 66; 3 müller Phys. 1, 
30 2 2c.; Diese vielen innern Partei-Fen. Bastiano 
53. -Öörinm, n., —; ken [824, 2, n.]: in 
Bädern, Räumlicht. zu Nbreibungen für die 
Badenden. Frimaire (frz. **) m., 6 
s. Venmaire. — Fringibren (srz.), tr. vaus= 
wringen“. — Fringilla (lat.), 1. 18 21,w 1 
Fink, — eine Gatt. Singvögel. — Frip-erie 
(frz.), f.; Xeyn, —#: Trödel, -Waare, -Kram. 
Sier (J5, m., —; —#: Trödler, Altkänfler, Trödel- 
händler, — weiblich: Fripidre [Här]. -on 
Cäng), m., —6; —6: Spitzbube, Gauner, Schelm 
1. siefl); weibi.: Friponno [—mnnj. nnerié, 
; (e)u, —6;: Gaunerei. onniftren, tr. u. ohne 
aber wenig gerauht u. ge- 
Trivolilät 
Obi.: betrügen, (be)gaunern. — Fril- age (i#Z. 
-ash'), f.; —m: Gitter-, Lattenwerk. -e, n., —; 
—6 „ s. Drap, Schluß. eur (-ör), m., —S; —. 
e : Haarkräufeler (vgl. Coiffeur): Theater-; Herren-; 
Damen-F. Büringer 436 ff., — weibl.: F-in, auch: 
Friseuse lösel, zmneist: Frisier-Mamsell ce. 
— Eren, tr.: kräuseln, krausen, z. B.: Die Haare, 
die Perucke, den Kopf, Einen, sich f., die Haartracht 
ordnen (s. Fris.eur, „ur 2c.); Sonst pflegen sie immer, 
das Gekämmte zu f., das Frisierte zu kräuseln. G. 34, 
278; Eine gewaltig au ffrisierte Dame rc.; ferner 
z. B.: Tuch f., aufkratzen u. die Haare durch Hitze 
krausen (vgl. Fries 1); Ein Kleid f., auf= f., mit 
Band 2c. kraus, faltig besetzen; (Kochk.) Etwas 
kraus auszacken; (Tanzk.) Ein Pas f., etwas bogen- 
förmig machen. -oir# (Joãr), n., —6; —: Art 
Treibpunze mit kleinen halbkugelförmigen Grüb- 
chen (grains). Karmarsch M. 1, 359. Colet Ccteh, 
u., —8; —# : F., F.--Band, j. Florett 2. Jon (öng), 
m., —6 : Art gekraustes Wellenzeng (ral. 
Fries). — Frissen (ungr.). interj.: vorwärts. 
Schirmer AaHL. 1, 123. Friss-on Oirz. —öng), 
m., —s; —: Schauder. „onnement (Jmäng), n., 
—s; —S: das Schaudern, leichter Schauder. 
onniteren, intr. (haben): schautern. — Frilfür 
(irz.), f.; -en: (s. frisieren) 1) F., Haar. F., 
Haartracht: Damen-; Herren-; Mode-F. 2c. — 
2) krauser, faltiger Besatz für Dmentletrer: Ein 
Kleid mit 3 F-eu 2c. — Frika 2c.: Fritta 2c. — 
Frith Lengl. frith), m., uv.; —8: Meerbusen. — 
Fril-Ellus, -illus (lat.), m. [18 21, l; Wuͤrfel- 
becher. Guhl 2, 266. — Frill- H (tt.), we: s. 
Fritte. arnolr, m., —m:; —#: grinnitoree Der 
Patron aller Krirarvwelen, d. h. Gebacknesmacher 2c. 
G. 23, 264. -ala, 1. .; -ãte: in der Pfanne in Fett 
gebacknes Gebäck 2c.: Briet Teig in Ol. . Diese 
Frit ata. Frankkl ger- 1, 286. Je, f.; —n: h) 
(Kochk.) Frittata, Frittura: Wie die italiänischen 
Köche ihre köstlichen F-#n#aus dem Gehirn ven allerlei 
Thieren bereiten. Riemer G. 1, 344 rc., vgl.: Frit- 
ters. Seume Sp. 113. — 2) (Glash.) F., Glas- 
F., die durch Glühn zusammengebackne Masse des 
Glassatzes u. Dem Ähnliches: F—u- od. Glas-Por- 
eellan. Kacmarsch M. 2, 914 2c. -en, tr.: bis zum 
Anfang des Schmelzens u. Verglasens glühn. 
886; Die Materialien werden bis zur teigigen Kon- 
sistenz gefrittet, die Fritte 2c. T. 2, 114 2c.; Quarz- 
masse, deren gefrittetes Ansehn 2c. Burmeißter Gsch. 239; 
210; Humboldt K. 1, 277 2c. -Ura, f.; —, zuren: 
(s. Fritte 1) Der eigenthümliche Fettgeruch der italiäni- 
schen F. Garsenl. 15, 525b; Allerlei Fritturen v. Früchten 
u. zartem Fleisch. Duxangelo 37. — Friture (frz. r), 
f.; —#: in Fett (Ol, Butter 2c.) Gebacknes. pödier 
Süröstl. 2, 69 ff.; das Backsett. Scheible Kochb. s 
— Frĩv-ol (lat. 2c.), a.: kleinlich, nichtig, leicht- 
sinnig, leichtfertig, des sittl. Halts ermangelnd, 
schtüpfrig. olisièren, ir.: in frivoler Weise be- 
handeln. Kladderadatsch 21, 215b re. olilät, t 
en: 1) frivoles Wesen; frivoles Thun, Treiben, 
Gebaren, solche Außrung, Kundgebung (eigth. 
z. B. Uosenkranz Pees. Gsch. 394). — 2) eine durch
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        Frivolus 
Handarbeit gefertigte Art leichter Spitzen zum Be- 
sab; Bei der F-en-Arbeit. NUal3. 21, 495. Colus, 
: frivol, bes. (Rechtsspr.) Frĩvola — appellätio; 
erecpue unbegründete, nichtige — Appellation; 
Ausfiucht r2c. 
+rô: s. Frehr. — Fröhar, m., —6; —;: s. 
Fravardegan. — Hroideur (frz. froarör), f.; —: 
Kälte, Kaltsinn. — Frölic (engl.), n. (m. Cer- 
Nächer NReis. 1, 290), —;: —5: Lustbark., „fröh- 
liches“ Fest. — Fromage (frz. —äsh'), m., uv.; 
—6: Käse, vgl. formaggio. — Fronde (srz. fröngd'), 
f.; —§: „Schleuder“, Name der Oppositionspartei, 
während der Minderjährigk. Ludwig's XIV, auch 
verallgemeint vgl. Fronvdation. Echermann G. 
1, 217. — Frondesc#enz (nlat.), f.; -—en: das 
Sich-Belauben der Bäume. ĩẽren, intr. (haben): 
sich belanben, Blätter bekommen, ausschlagen. — 
Frond-eur (frz. frongdör), m., —6; —8, e: ein 
Glied der Fronde (s. d.), ein Owvosttionsmann, 
Unzufriedner: Wie faul es mit der Gesinnungstüchtig- 
keit gewisser F—s steht. Oppenheim Verm. 97. eren, 
intr.- (haben), tr.: sich als Frondeur behaben, 
kund geben 2c.: Wogegen ich einst mit leichten Waffen 
frondierte. Heine Sal. 1, VII; Die Regierung f. 1c. 
— Frond-ös (lat.), a.: dichtbelanbt. osikät, 
f.; 0: Dichtbelaubtheit, Laubfülle. — Frönk: 
4) (lat., it.), f.; —en: „Stirn“, Stirn-, Vorder- 
seite eines Gebändes, Heers rc. (vgl. Face): Das 
Haus hat 10 Fenster (in der) F.; Vor der F. der Skene- 
Wand. .. Die vor der Skenc= F. aufgespannte Hin- 
terdekoration. Guhl 1, 304 r2c., s. F.= Loge; Par- 
lor 2c.; F.-Moräne 2c.; Niederjagt die F. der Ma- 
jor. Sch. 7a; Als die beiren Kaiser die F-en entlang 
ritten. Naiß. 20, 50 4 2c.; F. machen gegen Einen od. 
Etwas, ihm die Stirn, Spitze bieten; sich dagegen 
zur Wehr setzen 2c.; s. F.= Linie;-Marsch cc.; 
Ein Scheinmanövre, dem eine so ganz veränderte F.= 
Stellung folgte. meißner Schw. 2, 179 2c.; Der 
F.-Schirm (für die Belagrerl. Weils Kost. 1, 1256, s. 
plütsus 3; verallgemeint auch in Zstzg: Hinter-, 
Rücken-F., die der eig. (od. Vorder-) F. entgegen- 
gesetzte Seite (Hinter-, Rückseite) v. Geländen 2c.: 
Mit seiner Hinter-F. lehnte das Haus an Gärten u. Park- 
anlagen. #ügge Rom. 3, 1, 31; Schinkel hatte dem 
langen Saal an der Hinter-F. das reinste Nordlicht ge- 
sichert. Ual3. 21, 61; „Entspricht seine ldes Buckligen!] 
Vorderseite der angenehmen Rücken= F. 7“ Der Onkel 
wollte ihr bemerken, daß frons die Stirn heißt, man 
folgl. nicht Rucken. F. sagen kann. Hausbl. (65) 4, 4. 
— 2) (in frz. Ausspr. fröng) m., —; —+: F. d s. 
(frongtafröng), Stirn gegen Stirn; De f., von 
vorn; in einer Reihe, neben einander; En lkangl 
l., im vordern Glied c. äl, a.: auf die Stirn 
od. Stirnseite, Front, bezüglich; n., —e)#; -e, 
—en od. (frz., spr. frongtäl) m., —: -zaur (öl: 
Stirnschmuck; etwas zu Heilzwecken vor die Stirn 
zu Bindendes, z. B. solcher Kräuterkissen; Altar- 
tuch, Behang des Hochaltars 2c. Als Bstw. z. B.: 
F.= Lod. Stirn.) Arterie; -Bein 2c.; auch F.- 
(od. Front-) Marsch, mit unveränderter Froni 2c. 
Sale (lat.), n., —; zällen [8 24, 3, n., —lis, 
43 
ruflrieren 
Mz. -lia): Frontal. „ãtus, a.; m.: für die 
Front od. Vorderseite bestimmt? nam.: solche ver- 
zierte Platte v. Hohlziegeln. Weiss Kot. 1, 823. 
ce, f.: —n: Front. ière (frz. frongtjär), f.; 
—n, —# : Grenze eines Lands, Gebiets. — 
Krontign- Tac (frz. frongtinjick), an (-äng), m., 
—s; 0: Art weißer Muskatwein aus der Gegend 
v. R — Front-ispiee (frz. frongtispiß), m., 
uv.; —s; ispieium (mlat.), n., —#; ken s8 24, 
2, n. 1; Zispu u. u., es; Se: Giebelseite eines Ge- 
bäudes, bes.: der mittlere, giebelförmig vorsprin- 
gende Theil eines Baus; Titelkupfer od. verzierter 
Titel eines Buchs. -on (frz. frongtöng), m., —; 
—#: Giebeldach; Fenster-, Thürgiebel. — Froltl- 
ement (frz. +mäng), n., —s: —#: Frottierung. 
jeur (—ör), m., —#; —6, —e: Einer, der frottiert, 
z. B.: Ein F., d. i. der gefährl. Mann, der die Par- 
“ glatt wichst. Riechl NN. 30. -euse (öse), 
f.; —m, —§: weibl. zu Frotteur (s. d.), nam. 
auch: 8 Bad-Reiberin. Jieren, tr.: reiben, z. B.: 
Ins Bad nunmehr! u. seid Ihr da genüglich] gewaschen 
u. frottiert, dann 2c. W. 10, 297 2c.; bohnelryn 2c.: 
Frottier-Bürste 2c. is (—), m., uv.; uv. 
(mit lautendem s): Unterreibung, Untermalung: 
An der Farbe rächt sich das Dekorationsmäßtge ihrer 
Behandlung; die dünne Unterreibung. Das sogen. F., 
dessen Hanptfarbe Asphalt ist, mußte durch Stehenlassen 
alle feinen graugrünlichen Mitteltöne hergeben. Tpiersch 
Welt 1, 159. Joir (—odr), m., n., —6: —: 
Frottier-Lappen, -Bürste 2c. — Frouwa: s. 
Fredja. 
Trüg-al (lat.), a.: in Bezug auf Speis' u 
Trank der Mäßigk., Genügsamk. huldigend — u.: 
ihr entsprechend: F-e Personen; F-es Leben, Abend- 
brot 2c. alität, f.; 0: das Frugalsein. es, 
pl. Gu früfx) Früchte, z. B.: (Nôs numerus sumis.) 
fruges consümere näti, (wir gehören zum großen 
Haufen,) der nur da itt. die Früchte zu verzehren. 
Zifer, a. [824,2, iferil: fruchttragend. — Krnit 
(krz. frut), m., uv.; —#§: Frucht, auch: Meer- 
früchte. 1— de mer nennen sie alle die frisch aus 
dem Meere kommenden eßbaren Muscheln, Anstern u. 
sonstige Schalthiere. Grube Ch. 1, 183, s. frutto. — 
Fruct-idör (frz. frükt-), m., —#; 6: s. Vrumairc. 
Sisieeren (lat.) intr. (haben): Frucht tragen. 
Sisthation, f.; —en: Befruchtung: F—s-Organe. 
Junghuhn 85 2c. Jo (port.), m., —s; —6: Frucht: 
F. dõ Cönde, s. Abacate 2c. - näriä, pl. /§ 24, 11: 
Fruchtpflanzen. - narius, m. 18. 24, 21: Nut= 
nießer, Nießbraucher. i- : fruchtbar, er- 
giebig, einträgl. vosität, f.; 0: Fruchtbarkeitte. 
uce, m. I§ 24, 41: Frucht, Ertrag, Nutzen: F. 
inecrti, ungewisse Früchte; industriäles, des Er- 
werbs, Fleißes; in héerbis, auf dem Halm; con- 
sumti, verzehrte: pendentes, noch hangende: per 
cépti, geerntete; percipiéndi, erst zu gewinnende; 
primi änni, Einkünfte, Ertrag des ersten Jahrs 2c. 
— Frustr-a (lat.), adv.: vergebens: Umsonst, d. h. 
grätis, aber um so weniger f. Whh##nen Erbth. 171. 
Fatiön, f.en: Vereitlung. -akto, a.: vereitelnd, 
täuschend. ieren, tr.: vereiteln, täuschen. —
        <pb n="430" />
        414 Frustum 
Früstum llat., §&amp; 24, 2, n.]: ein Stück v. Etwas, 
ein Bissen. — Früto (span.), m., —#s; —: Frucht, 
Ertrag: Die f. g. F—s mayöres smas-] — größern 
Früchte — mit welchem Ausdruck der suramerik. Land- 
mann die Kulturfrüchte der Plantagen: Kaffe, Kakao, 
Zuckerrohr, Baumwolle bezeichnet. Ausld. 38, 80 1a. 
Hrüll-o (it.), m., —#; -i: Frucht; Ertrag 2c.: 
Tütti frütti, „allerlei Fruͤchte“, das Allerlei — ein 
Mischgericht; auch als Titel v. Büchern 2c.; 
Frütti di märe, eßbare See-Erzeugnisse; See- 
sische ꝛc.; Weder Fische noch andere s. g. frutti di 
mare. Tfameroyer GsW. 1, 200; Ho#länder Heideh. 
188; Uols Ins. 2, 126 (s. Fruit). Auch (Mz.) 
Frütt-a, e, Obst als Nachtisch 2c. 
Fũ (chin.): 1) Ein Fu od. Distrikt der chines. 
Provinz .. wird v. elnem besondern Tau--Tai reziert. 
Globus 6, 1200 2c. — 2) Die Chinesen unterscheiden 
rie Gedichte: in Fu, unbilrliche . .; in Pe, verbild- 
lichende ..; in Hing, die Gedanke u. Bild verknüpsen. 
Rosenkranz Poes. Gsch. 48. — Füang, m., —#; — 
eine Münze in Siam, s. Phainung. — Fuäri (pers.): 
dan nennt die unter dem Sultan Selim geprägten 
Piaster Selimi, die andern F. Petetmann Or. 2, 145.— 
kuchsein (nulat. für-, f.; —## 8 24, 1); -Iĩe, 
f.; —n: eine Gatt. Zierpflanzen (Zicr-Wilche) mit 
vielen Sorten, — benannt nach Leonbard v. Fuchs 
(1 1366): Die gemeine F., Füchsia coceinea 2c.; 
Ein Tuff Fuchsias. Bazar 13, 167a; Arten v. Aurikeln, 
Fuchsien. IKohl Par. 2, 19 1c. in, n., —0)8; 0: 
(Chem.) ein prachtvoll rother Farbstoff, den man 
durch Erhitzen v. Anilin (s. d.) mit wasserfreiem 
Zinnchlorid erhält: Anilinpurpur, F. Naluc 14, 227; 
Uel3 18, 527; 19, 138 c. — Luchtaje: Turtel- 
tauben, in Damaskus Stetife, hier in Suk, wie in Bag- 
dad F. genannt.“ Petermann Or. 2, 143, vgl.: Lach- 
tauben, die man Puchta nennt, in Hille nannte man 
sie Fuchte. 207. — Lucil--#e (it. suhtsch-), n., 
—6; —§#. -i: Flinte (. Fusil). Gregorovius Kors. 1, 
156; 269 260. — Aucit (nlat.), m.,-en, —#; -e(n): 
Fucus (s. d.)-Versteinrung, Vhyeit. — Fuddra (engl. 
födti), m., —s; —#: F. od. Doppel-Pica, Kupfer- 
scheidemunze in Bombay, deren 50 eine Rupie ausmachen. 
Cncykl. f. Kaufl. 369a. — Fue: s. Fne. — Fuego 
(span.), m., —#; —# : Feuer: Um die Tageszeit des 
Feuers, die Stunde des f., d. b. der größten Hitze, wie 
man in Andaluslen sagt, ruht Jedermann u. hält 
Siesta. Globus 7, 230a. — Sneéro (span.), m., 
—s; —: Statut, Satzung eines Gebiets, einer 
Ortschaft und die darin festgestellten Rechte: 
Außer der Kenntuls der spanischen Städte= 
auch die der nlererländischen Kenren. Geroinus Hist. 7, 
462; Ulnsre geheiligten F-s## (Privilegien). volbsz. 16, 
247 2c.; dann auch: Die Casa de la Junta, wo die 
Stände, F—s genannt, alljährlich sich vereinigen, es ist 
Dies ein altes Vorrecht der baskischen Provinzen. 
Pastiano 324. — Kuérte (span.), a.: stark, z. B. 
Guaröpo (s. d.) f.; Pöso (s. d.) f. od. düro (s. d. 
1; 2) u., statt Dessen, alleln: So versplelt der 
Arriero lin Venczuelal seinen F. (Thaler). Ausld. 39, 
607b 2c. — FSusu, m., —6; —6# : s. Bonze. — 
üg-a: 1) (lat.) Flucht: Fũgæ suspeclus, der 
Ktullonia 
Flucht verdächtig; F. (od. hörror) väcui (s. d.), 
die Flucht (od. der Abscheu) vor dem Leeren, z. B. 
auch: Sie sagten Alles Dies bloß in f-m väcui. 
w. 3, 179, der Leere, der Langweile zu entfliehn 2c. 
— 2) (it.) f.: zhe: Fuge (s. d. 1 3 ss.) od. „ge- 
fügtes Tonstück“ (G. Zelt. 1, 122). acitäl (lat.), 
f.; (-en): Flüchtigk., Vergänglichk, 2c. -al, a.: 
vgl. centrifugal, z. B.: Die Kugelsrritze ist die Stein- 
heil'sche F.Maschine. .. Das Princip ist der Centri- 
fugalschwung. Volksz. 15, 101; Ein Planspiegel. der 
sich durch eine F. Uhr in der Richtung der Gestlrue 
dreht 2c. -ãto (it.), n., —#; —#, zati: ein fugen- 
artiger Satz in einem größern Tonstück. Uonz. 21, 
33; sobt Kat. 113. helte, f.; -n: eine kurze 
Fuge, die nur eine od. 2 Durchführungen enthält. 
ebd. ren, tr.: fugenartig komvonieren od. 
setzen. Fitiv (auch in franz. Ausspr., fasb-), 
a.: flüchtig ꝛce. — Füi (lat.): ich bin ge- 
wesen, dazu: fusti, füit; füimus, fufstis, fus- 
runt (du bist —, er ist —; wir sind —, ihr seid —, 
sie sind — gewesen), z. B.: Fuimüs Troés lkfuit 
Iliumet ingensglöria Tsücrorüm], gewesen sind 
die Troer, lgewesen Ilium u. der große Rubm der 
Teukrer], vgl. Sch. 320. — Fükaa (pers.): Bier: 
Ein Glas F. (Vier). Mag. d. Aus!d. 35, 58 # ; 
Uosenkranz Poes. Gsch. 37826c. — FSuc-oĩden (nulat.), 
pl.: die fucnsartigen Pflanzen: Seealgen (F.). Bur- 
meister Gsch. 132 „2c., auch: Die ursprunglich wobl 
zuerst gorbandenen Meergewichse, die Fucoldéeen. 
159 2c.: Die Schieser u. Sandsteine enthalten F, nam. 
Fücus intricätus u. Fücus Targiöni, man nennt res- 
halb dies Glied auch F.- Sandstein. Oken 1, 680 c. 
Jolog, m., -en, —# —en: Kenner der Seegewächse. 
Dazu: Fe#f.; f-isch, a. ꝛt. us, m. [8 24, 
21: (See-) Tang, die Gatt. der Algen: F.-Bänke, 
f.bewachsne Bänke im Ocean, s. Durmtister 9B. 2, 
82; auch F. — Orseille (s. d.) u.: Schminke, s. 
Böuniger Sab. 47; Humboldl K. 1, 328. — Lülg- 
ent (lat.), a.: leuchtend, blendend. -nz, f.; 0: 
Glanz, Schimmer. id, a.: sulgent. — ur (/8 24. 
3. n., is]: Blitz. —url, a.: auf den Blitz be- 
zügl.: Von den F.-Büchern. SGumdoldt Kosm. 2, 
417, Aufzeichnungen der Fulguratoren enthaltend. 
„uratiön, f.; —en: das Blitzen, Wetterleuchten; 
das blitzende Leuchten des geschmolinen Silbers 
beim Schluß der Treibarbeit (der Stilberblick). 
—urätor, m.. —6; ören (§ 24, 3, örisl: bei den 
Tuskern u. Römern ein die Blitze beobachtender 
Priester, „Blitzschaner“. Humbotdi K. 2, 169; 117. 
— uritm., -en.—(eys; -en, —e: Blitz-Röhre,-Sin- 
ter. — Fulig-inös (lat.), a.: rußig. inofikät, 
f.; 0: Nußigkeit. Jo, f. [8 24, 3, -inis]: Ruß, 
— auch: Eine feine Schwärze v. gerulvertem Blei- 
glanz (galdne de plomb), die wie Ruß aussicht u. auch 
wohl schlechtweg Ruß (k.) genannt wurde. Döniger Sab. 
22. — Füll (engl.). a.: voll, vollständig: Int. 
[Gast halt] dress, in vellem Anzug od. Putz 2c. 
— Füll-o (lat.), m. [8 24, 3. önis]: Walfer: 
Dipsacus f-num, Walker= od. Weberdistel; Trra 
sf-num, Walkerde 2c. önia, f. 18 24, 11: Walk- 
Anstalt, -Mühle rc., s. Guhl 2, 235; Weiss Kost. 1,
        <pb n="431" />
        Fullp 
943. — Füllg (engl.), adv. zu full (s. d.), z. B.: 
F. fair (s. d.). — Fülmar, m., —§#; —6: Eis-, 
Sturmvogel. Oken 7, 386, auch: Fulmer. Hmidt 
Meeresst. 64; 86 2c. — Fülm-en slat., § 24, 3, 
#inis): Blitz, Donnerschlag. icolön (frz. fülmi- 
kotong), m., —s; 0: Schießbaumwolle. -inän: 
F.-Säure, Knallsäure; F.- sod. knall-] saures Queck- 
silberoryd 2c. inans, a. llat., 8 24, 3, ántis!): 
fn#allend: Kürum f., Knallgold 2c. -inänt, a.: 
fulminierend: Sle hat dem Ungetreuen ein f-es Ulti- 
matum gestellt. pückler Süröstl. 1, 241; Eine e 
lwohl nur Drekf.: „fulminate“) orätio prö dömo. 
Solon 3, 343 rc., s. auch falminans. Zinat, n., 
—e) s e: ein knallsaures Salz: Theer, F., Pulver. 
Uoi3. 19, 405. -inaliön, f.;-en: Fulminierung. 
Zinferen, intr. (haben): blitzen; wettern; heftig 
toben; drohnd, sluchend sich ereifern; den Bann- 
strahl schleudern; (Chem.) mit heftigem Knall er- 
plodieren 2c. — Fülse: s. Pul. — Füm, m., —S; 
0: (in Brasilien) Der schwarze Taback, F. genannt. 
Elobus 11, 123a; Die F.-Pfeifen. b. ria (lat.), 
f.; Zzärsen [8 24, 1): Pflanzenn., Erdrauch. 
Dazu: Fumärsäure. rium, u., —; zärsen 
[§ 24, 2, u.): Rauchkammer: Rauchfuiß. arole 
(it.), f.: —m: die an Vulkanen aufsteigende Nauch- 
säule. BZurmeister Gsch. 76; Wir tressen fast überall 
Schwefelwasserstoffgas 2c. . in den Fen an. 92; 83 
Ergänz. z. Ual. 9, 32a; Die F-i (Schwefelgasquellen). 
Humbot#t KlSchr. 1, 82 2c. — Fümba, f.; —s: in 
Afrika, Schlassack aus doppelten Matten v. Palm- 
blättern. Martius Livingst. 1, 105. — Fum-et (frz. 
füme), n., —6; —: der Duft, die Blume des 
Weins; der den Hautgoat (s. d.) v. Wild beglei- 
tende u. ankündende Geruch (Wildgeruch, das 
Wildenzen, Wildsen 2c.). -eur (#), m., —8; 
—6: Raucher (v. Taback). -ĩẽren, intr. (haben): 
rauchen; tr.: räuchern; düngen. igation (lat.), 
f.; -en: Räucherungen. w. 16, 98 2c. -igferen, 
tr.: (be)räuchern. — Fuming cchin.), m., uv., 
—s; uv., —#: ein Kandidat, der das 2te Eramen —, 
wie Hienming, der das erste bestanden (Jenes — 
einen Namen im Departement —; Dies = einen 
im Dorf habend), s. wyheine Weltr. 2, 167. — 
Füm-ös (lat.), a.: räuchrig, dunstig. us, m. 
1§ 24, 21: Rauch, Dampf. — Fun (chin.): F., 
Fen. Fivan, Candarin, Condorin, Condryn, Toque, als 
Rechnungsmünze; als Gold-, Silber= u. Probier= 
gewicht in China ꝛe. Cuchkl. f. Kaufl. 1, 369b; 
216b; 261a. — Funalis (lat.), m. [8 24, 31: 
Seil zum Anschirren v. Thieren, wo deren mehr 
als zwei vor den Wagen gespannt wurden. wWeiss 
Kost. 1, 1329. — Funambul-e (frz. funangbül), 
m., -6; —8: Seiltänzer: Mz. auch: Seiltänzer- 
theater. Nodenberg Par. Bild. 45; 48. -ist (ulat.), 
m., -en, —; -en: Seiltänzer. —us (lat.), m. [824, 
23: Seiltänzer (fundmbuli, sche#nöbats). Guhl 2, 
279, vgl. Neurobat. — Luncrion (span.), f. ; -es: 
Funktion, „Verrichtung“, nam, der Stierkämpfer, 
das Stiergefecht. Globus 4, 102b 2c.; Dieses Wort 
F. hat in Spanien eine ungemein elastische Bedeutung; 
irgend eine Amt= od. Dienstverrichtung, eine Waffenthat, 
Funduk 415 
etwa eln Sturm od. eine Schlacht, ein Fest zu Ehren 
eines Heiligen, jede öffentl. Feierlichk. überhaupt, ein 
Schauspiel, eine Höflichkeitsbezeigung, ein Stiergefecht, 
ein Begräbnis, — Das Alles ist eine F. 6, 1970b. — 
Tund (engl. fönd'), n., m., —s; —# : s. Fonds. — 
Fündo (lat.), f. [8 24, 17: Schleuder. weils Kest. 
1, 1073. — Fund-amenl (lat.), n., -(e)s; *: 
Grund, Grundlage, nam. eines Baues (in vralt. 
Umdeutschung: Fullmund, vgl. lat. fulméntum, 
Stütze r.) u. übrtr. G. 23, 190; 27, 43 20.; Etwas 
aus dem F. verstehn. Hebel 3, 184 2c.; Die Onader- 
F.e der Häuser. Monalbl. 2, 570a; Als ob die Ur- 
JF—e der Erdrinde zerborsten wären. Berlepfch 18. 
amental, a.: als Grundlage dienend: §F. (yd. 
Grund-) = Abstand, z. B. einer einzutbeilenden 
Skale, nam. beim Thermometer zw. Siede= u. 
Gefrierpunkt des Wassers (pouilel 1, 209); Ar- 
tikel;-Baß; -Bedingung; .-Begriff; Ge- 
setz (FSchlegel GR. 191); Kenntnis; -Philo= 
sophie (s. d. u. Archologte); = Sterne, helle, 
ihrem Ort nach ganz genau bestimmte als Grund- 
lage astronomischer Beobachtungen u. Ortsbestim- 
mungen, s. z. B. Ausld. 39, 1083a 2c.;-Stimme, 
Bas; -Versuch. IMäler Phys. 2, 184 4c. 
amenläle [8 24, 3, u., lis, Mz.: lia]: Lehrbuch 
der Fundamentalkenntnisse, Elementarbuch. Zahrdt 
1, 252. amenlieren, tr., auch o. Obj.: das 
Fundament zu einem Bau legen. GScenzb. 26, 3, 
102; Polksz. 14, 18 2c.; Die Schwierigk. der Fun- 
damentierung. Kohl Pet. 1, 16 2c. amentum 
18 24, 2, u.]: Fundament: F. agéndi, Klage- 
dividéndi. Eintheilungs-; probatiönis, Beweis-Grund 
„c. alion, f.; —-en: Gründung: Stiftung, nam. 
eine s. g. fromme 2c.: Fs-Akt; Bei den F—-Aus- 
grabungen der Brücke. Ausld. 34, 472a; Die in 
den F—s- (od. Stiftungs-) Briefen angewiesenen F-s- 
Kapitale; Zu f—s-mäßigen Erziehungszwecken 
verwandt. Grenzb. 26, 1, 42; F—s -Urkunde cc. 
Salist, m.,—en, —##; —en: Einer, der die Wohlthaten 
einer Fundation genießt, z. B.: Civil= u. Militär- 
F-en in der Ritterakademie zu Liegnitz, s. den Jahres- 
bericht (1852) p. 17 ff. -alor, m., —; ören [/§24, 
3, öris): Gründer, Stifter. — Lundibulät-or 
(lat.), m., —6; -ören [8 24, 3, ris): Schleu- 
derer. Weils Kost. 1, 1073, s. Funditor; Fustibalator. 
— Fundieren, tr.: gründen; stiften; auf be- 
stimmte Fonds (s. d.) — od.;: die Fonds zu Et- 
was anweisen u. sie feststellen 2c.: Bauten Städte, 
fundierten Schulen. Unge Buckle 1, 42; Dle fundierte 
Schuld der Vereinigten Staaten. Saling 88; Nal.3. 21, 
263 rc.; Die Fundlerung meines sorts. Hausbl. 
(66) 4, 217 2c. — Tundit-or (lat.), m., —S; 
ören [8 24, 3, öris]: Schleuderer. Weils Kost. 1, 
1088, s. Fundibulator. — Fuͤnduk (ar., türk.): 
4) n., —8; —#: s. Fondaco. — 2) Haselnuß, auch 
ruff., s.: F-i, die größte Art v. Haselnüssen. Kohl 
Pet. 1, 151; Südr. 2, 326. — 3) (s. 2) Name 
haselnußgroßer Goldstücke, s.: Wirklich geprägte 
ltürk.) Münzen sind in Gold: Zechinen (Seguins), 
Fonduks od. Fondukli, auch Adllé genannt, zu 
5 (anfänglich 3/82) türk. Piastern. Encyhl. f. Kaufl.
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        Fundus 
416 
264a; 2, 5b; Fundukli . . Dukaten (s. d.) von 
150 — 160 Aspern. Hammer 10, 347; Der Dukate 
F. (zu einem Drachma) 32 Plaster. 712, vgl. Rubi 
(s. bei Heyst auch: Fundnllo?). — Fündus (lat.), 
m. [8 24, 2): — Fond (u. Fems): F. dotälis, ein 
Grundstück als Mitgift; F. instrüctus, eingerichtete 
Meierei 2c. — Funebree (frz. fünäb'’r), u.: auf 
Leichenbegängnisse bezügl.; traurig, trübe, düster 2c. 
Sis (lat.), a.: = funèbre, z. B.: Léctus f. od. 
trielinium funsbre, Paradebett. Guht 2, 376; 379; 
110; Landätio f., Leichenrede. 377; Epula funsbres, 
Todtenmahl. 379.— Funechoregraph (lat.-gr.), 
m., -en, —s; —en: Beschreiber, Lehrer der Seil- 
tanzkunst. Dazu: F-ic. f.; K-isch, a. — Funer- 
aire (srz. süunerär), n.: funèbre: Das die nemeischen 
Exriele f. waren, bei denen die Richter in schwarzen Ge- 
wändern erschienen. Pũckler Südöstl. 3, 1433; Dasf. 
Anseben des Ganzen. 131, lat.: funerärius. 
älfen (lat.), pl.: Beerdigungs-Anstalten,-Kosten. 
at, m., —-en, —#; -en: ein Beerdigter. = ation, f.; 
en: Beerdigung. eren, tr.: beerdigen, bestat- 
ten. — Inn-est (lat.), a.: unheil= bringend, 
-zvoll, traurig 7e. — Fung-ibel (lat.), a.: 
(Rechtssrr.) —e Sachen, solche, die durch ein glei- 
ches Maß v. Sachen der gleichen Qualität sich 
vollständlg ersetzen lassen, wie z. B. die Kon- 
sumptibilien. -ieren, iotr. (haben): amtlich, in 
Amtsverrichtungen thätig sein 2c. — Füng-ia, f. 
[§ 24, 1): Pilzkorall. Oen 5, 1 56 2c. -in, n., 
—e)8; 0: Pilzstoff. 2, 1138. -inen, pl.: eine 
Gruppe Polypen, Lithopbyten, die nur mit der 
fleischigen Rinde festsetzen, aber nie die eingenommne 
Stelle verlassen. Burmeister Gsch. 371. -it, m., 
en, —s; -eln); Funginenversteinrung. —52, u.: 
schwammig. osität, f.; 0: Schwammigkeit, 
schwammiger Auswuchs. —us, m. 18 24, 21: 
Schwamm (s. d. Ss.): 1) (Bot.) Pilz 2c., z. B. 
F. chirurgrum, der gemeine Vovist (als blut- 
stillend) 2c.; Nach dem s. 9. F. Felsen, einer mitten 
im Meere stehenden Pyramide, auf der gewisse 
Schwämme wachsen, deren blutstillende Qnalität sehr ge- 
priesen wird. pückler Südöstl. 1, 455. — 2) schwam- 
mige Auswüchse u. Wuchrungen im thierischen 
Körper: F. artienlörnm, Glied-; hæmatödes, 
Blut-; mammärum, Brust-; medulläris, Mark-; 
GEssöns, Knochen-Schwamm c. — Tnunikular 
(nlat.), a.: auf Seile bezugl., daranf beruhnd: 
Seine F.= od. Seil-Maschine. Gehler 3.549.— Kunktiön 
(lat.), f#.; —en: 1) Thätigkeit, Verrichtung in 
einem best. Wirkungskreis, nam. amtliche: ferner 
v. Organen als Theilen eines Organismus #c.: 
Jemand ist in F. (od. fungiert) als Richter, als Zeuge, 
als Pastor 2c.; Daß wir die Kirchen besuchten, wo F-en 
gehalten werden. G. 23, 190; Bei den päpstl. F-en, 
bes. in der sirtinischen Kapelle. 24, 266 2c.; In der 
menschl. Seele lassen sich gewisse Hauptrichtungen der 
Thätigk. od. Hanpt-Fen unterscheiden 2c. Jurdach 
Anthr. 367; Einer besondern Seelen-F. 370; 
Nicht Zeugen-Feen in ihrer eignen Strafsache ver- 
richten. Grenzb. 24, 1, 245 rec., s. auch Fiskal-F. — 
2) (Math.) Insofern der Werth einer veränderl. Größe 
Turie 
rurch den Werth einer andern veränderl. Größe bestimmt 
wird od. v. diesem abhängt, nennt man jene eine F. v. 
dieser. So sinr z. B. X o; log. X; sin. X Fen von kx, 
d. h. sie ändern ihren Werth, wenn x den seinigen 
ändert, u. zwar jede nach einem ihr eigentbüml. Gesetze. 
Minding Diff.-Rechn. 1, 1; Algebralsche. rationelle.., 
irrationelle. .. Die logarithmischen, exponentiellen und 
trigonometrischen F-en. 2 2c. är, m., —e)8; —e: 
Jemand, der — u. sofern er — in Funktion 
(s. d. 1) ist. Geenzb. 25, 1, 195; Pielsch Welt 1, 
286; Alle „ Funktion aire“" des Gouvernements. püdler 
Südöstl. 2, 205; Den „Groß-Funktionoir". 70. 
ell, a.: auf die Funktion eines Organs bezügl.: 
Die fe u. organische Störung des Auges. Salon 1, 
315; Garienl. 15, 536b :2c. -iercn, intr. (haben): 
in Funktien sein, fungieren (vgl. offieiieren): Wo 
das Gehirn seine Arbeit aussetzt, nur mit einer zuckenden 
Tbätigk. funktioniert. Meihner Sans. 3, 141; Ual#3. 
21, 121 ½. — Fünctus (lat.), m. [8 21, 2): in 
Rom, Bez. Derer, die wirklich im Amt fungierten, 
im Ggstz der bloßen Titularbeamten. Weils Kost. 1, 
1053. — Fün-us llat., § 24, 3, n., reris); 
Leiche, Leichenbegangnis. — Fuõ-co (it.), m., 
—6 ; chi [li]: 1) Feuer, bes. (Mus.): Cön f. 
f(uhocöso, mit Feuer, feurig. — 2) Feuer-Statte, 
.Stelle, z. B.: In der Feuerstellensteuer, der Tassa 
dei fnochi.. . Jeder F. od. jede für sich bestebende 
Haushaltung war .. anf 1½ Ducati geschätzt. Reumont 
Mard. 1. 56 ff. — uor# (it.), adv.: heraus, 
z. B.: Fnora rufen lim Theaterl. G. 23, 90 2c.; 
draußen 2c.; auch als präp. = anßeri(halb): F. 
di z. B. Banco (s. d.). —u##to [—usch—, a.; 
m., —s; Iti: Verbanntter): Weiland Minister von 
Toscana u. jetzt F. Gregorovius Kors. 1, 127. — Für 
(lat.), m. [§ 24, 3, is!): Dieb. acität, f.: 0;: 
Diebs-Neigung,-Hang. — Furacäno (span. 2c.), 
m., —6; —#: Orkan (s. d.). Hausbl. (66) 1, 70. — 
Fureur (frz. fürör), f.: —#: Wuth:e.; auch — Furore 
(s. d.): Wir machten mit unsrer Extravaganz F., wie 
man es nennt. Tieck Tischl. 2, 183. — Fuͤrfur (lat.), 
m. [8 24, 3, -is): 1) Kleie: F. amxgdalärum, 
Mandel-; secalinns. Noggenfleie 2t. — 2) Hant- 
abschurpung. ation, f.; —en: Kleien-, Schur- 
pengrind. — Für-i, f.: 0: (mundartl.) — Furi-g, 
çtzcbt s. Schmeller 1, 553; Etliche wollten sie gleich in der 
ersten F. todt schießen. Kimplieissimus 1, 5029; Die 
Kriegck. F. ist an der Donau los. Sch. 324b ce. 
ia: 1) (lat.), f. [8 24, 1): Rachegöttin, s. 
Erinnys c.; auch — 2 u. z. B. F. infernälis, ein 
Wurm, der wüthende Schmerzen macht (Höllen- 
furie) 2c. — 2) (it.), f.: O: Wuth, rasender Eiser, 
Ungestüm 2c.: Ein altes Welb, das noch die F. der 
Ingend hat. mählbach Erzb. Job. 1, 2, 141:; Bei der 
F., mit welcher unser Antomedon sein Gefäbrte dabin- 
rasseln ließ. Ual3. 20, 117; Eine mobilisierte Natio- 
nalgarde, welcher die f. francese, der coup de chien, 
wie die franz. Generale sagten, feblten. 386 2c. 
Sibünd, a.: wüthend: Er ruft ganz s—e. Scherr 
Mir. 233 2c. ic, f.; —n: 1) (s. furia 1) eine 
Erlunys: Die Fen . .: Alekto, Megära, Tisirbone. 
G. 12, 31 ff.; 13, 35; 57 .; bildl.: Die V-n des
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        Furienhaft 
Kriegs. Chümmel 2, 244 rc. u. v. Pers.: Ohne, wenn 
mein Arm sie wehmuthsvoll umschlang, wie keusche 
##n sich in Gekahr zu meinen. w. 12, 184 2c. Zsstzg.: 
Ein Scheusal, eine wahre Keuschheits-F. MKeihner 
N. 2, 101 2c.; Die Kriegs= F. zu entfesseln. Uat-. 
19, 214; Gutzkom 3. 5, 294; Scherr Bl. 2, 279; 
Durch Sachsens Kreise zog) die Krieges. F. Sch. 34 3a 
dc.; Wie eine Rache= F. Spirlhagen Hammer 5, 220 
„c. Als Bstw. z. B.: Ein so f-m - mäßiges An- 
sehen. w. 2, 243; Mit dieser F—n Schlange im 
Busen. 22, 318; F—m = Tanz. Düringer 418; Diesen 
—nl Taumel. Gregotovius Kors. 2, 30 2c. — 2) 
(s. furia 2) In großer F. ist sie fortgegangen. Freytag 
DW. 367; Und rennt in einer F. nach. Iffland 5, 3, 
45; Eine unbekannte Welt, wie es dieser Halbbogen 
trot aller F. neuerer Wissenschaft u. Reisekunst gewisser- 
maßen bis zum heutigen Tage geblieben. Monatbl. 1, 
3164; wolimann Mem. 2, 285 2c. enhaft, a.: 
furienmäßig: Ihr f—es Gekreisch. Gartenl. 15, 4552; 
17, 355b; Uatß. 20, 207; Bei der s#en Wutb dieses 
Weibes. Rodenderg Ins. Heil. 1, 226. — Lurier, 
m., -(e)s; -e (frz. fourrier, spr. furje): an Hofen 
ein Bedienter, der die Befehle des Hofmarschalls 
ausrichtet, nam. in Bezug auf Versorgung ankom- 
mender Gäste, Hof-F.; Kammer-; Reise-F., Herberge 
u. Verpflegung des Hofs auf Reisen besorgend 2c.; 
ferner (Kriegsw.): Unterofficier, der das KRommiß- 
brot austheilt u. für das Quartier der Soldaten 
sorgt; F.- Schüutz 2c.; Daß man dem Zufall uberlassen 
hat, den F. zu machen. G. 17, 390 2c. -en, tr.: Sie 
in eine bequeme Herberge ein- f. leinqguartieren 2c.l. 
Weder Anng 186; Schweinichen 3, 107 ½c.er, m., 
—; Uuv.: Furier; auch: Hesrerus, der Sternen Ein- 
F. Opitz W. 2, 68 rc. — Kuri-ös (lat.), a.: wü- 
thend. Gartenl. 16, 19a; frSchröder Samml. 2, 2, 
49 2c., auch: furi 58. öso (it.), adv.: (Mufs.) 
wild, stürmisch; n., —6; —: solches Tonsiück. — 
Fürc-a: 1) (lat.), f. [8 24, 11): s. Forke, auch: 
z. B. —= Gabelkeichsel. weiss Kost. 1, 1329; Durch 
Stäupung in der F., einer üuber Nacken u. Armen ge- 
bundenen gabelförmigen Holzklammer. 1343 1c.; fer- 
ner: Er setzte sich in eine Furke [Gabelast] des Baums. 
St#ing 1, 144. — 2) (walach.) Spinnrocken. Sio- 
dus 7, 20b. -ula, f. [8 24, 11: gabelförmige 
Stange 2c., s. Kaudinisch. — Furlong (engl. för-), 
n., —S; —s: ½ engl. Meile. — Furnare (engl. 
förneß), n., m., uv.; —: Backofen: In der Haupt- 
start, die sich . aus einem ausgebrannten, glühenden 
F. in eine große Wasserp fütze verwandelt har. Humdoldt 
Bergh. 3, 206. — Furnier 2c.: s. Fourn 2c. — 
Furnologfté (lat.-gr.), f.; —(ehn: Lehre vom 
Ofenbau. — Für -or (lat.), m. [8 24, 3, 6ris!]: 
Wuth, Tollwuth, Raferei 2c.: F. amatörius, Lie- 
beswuth; posticus, dichterische Begeistrung; teu- 
tönicus, Berserkerwuth; transiörius, vorüber- 
gehnde Wuth; uterinus, Mannstollheit (Hostero- 
manie) 2c. öre (it.), m., n., —6; f.; 0: toben- 
der, rauschender Beifall: F. [Ggstz: Fiasco] machen; 
Die große F., die er hier erregt. Heine Lur. 2, 278; 
281 r. — Für-tim (lat.), adv.; -#iv, a.; -tive, 
adv.: heimlich, verstohlen, diebisch: Die Quartaus- 
Sandets, Fremdwörterbuch. 
Fuflanelle 417 
gabe, die nur eine fe ist (Nachdruckl. Herrig 414, 103 2c. 
-tum (§ 24, 2, n.]): Diebstahl: F. attentätum, 
versuchter; domésticum, Haus-; manifsstum, offen- 
barer; nocturnum, nächtlicher: non exhibitum, ver- 
leugneter; periculösum, gefährlicher; primum, 
erster; qualificãtum, gualificierter (s. d.), bes. 
straffälliger; rei commünis, eines gemeinschaftl. 
Besitzes: reiterätum, wiederholter; slmplex, ein- 
facher Diebstahl. -ünket, m., —s; uv., In; 
lnenlus, m. (§ 24, 21: Blutschwär, Blindling 
(s. Dorbien, Hämatapostem, Karbunkel). — Furze 
(engl. förs), n.: Die Hecken bestehen aus f. (Stech- 
ginster). Kohl Irl. 2, 49; 429, s. Whin. — Fufa 
(lat.), f. &amp; 24, 11: s. Brevis. — Küsecina (lat.), 
f. [8 24, 11): Dreizack, nam. als Waffe der 
Retiärker (s. d.). Guyl 2, 337; Weiss Kost. 1, 1146. 
— Tusec (frz. fus), k.; —s8, —: Zünder, Bran- 
der einer Bombe (s. Amroulette; Gorge); Rakete 
(I. d. 1); in Federuhren die Schnecke, worum die 
Kette sich windet. — Füselker: s. Fusilier. — 
uslibilis (lat.), a.: zerfließlich 2c.: 841 fusibile 
uring, zerfließliches Harnsalz, s. mikrokosmisch 2c. — 
4ufil (frz. füst), m., n., —s; —s: „Feuergewehr“, 
Flinte (s. Fucile): F. à deux coups lrö fül, Doppel- 
gewehr 2c. -ilier, m., —e)s; —e, —S (auch in ganz 
frz. Ausspr.: -ilse, m., —s; —): gewöhnlicher 
Fußsoldat (s. Muskerier, vgl. Grenarier 2c.). —ilieren, 
tr.: die Todesstrafe miktels Erschießen an Jemand 
vollstrecken: Das Sabrieren, Guillotinieren u. F. ihrer 
gefangenen u. wehrlosen Gegner. Scherr Stud. 2, 297. 
Silläde (□ilj), t.; —: Gewehrfeuer. Semilasso 
Afr. 1, 113 1c.; das Fusilieren. eillette (-ilj, 
f.; —n, —: kleine Rakete (s. Fusée). — Fusion 
(lat.), f.; en: 1) Guß, nam. v. Erzen. — 2) 
die Verschmelzung zweier Systeme, zweier Par- 
teien ꝛe. u.: das Ergebnis solcher Verbindung. 
Dazu: F-ist, m.,-en, —; —en: Anhänger der F. 
— u.: F-istisch, a.:: ihr anhängend. Volksz. 13, 
280. — Flfst-a (it.), f.; —, e: eine veraltete 
Art langen, niedrigen Ruder= u. Segelschiffs (srz. 
fuste). — Kustage (-äsbe), f.; —: Sämmtliche Füsser 
u. Tonnen eines Schiffs heißen zusammen Fustasche. Zobrik 
279b, vgl. Justerte; Furaille; (kaufm.) Das, worin 
Waaren verrackt, „gefasst“ sind, auch Fastage (vgl. 
Package, Kleirage 2c.). — Kustagno (it. -injo), 
m., —: —: Barchent — urspr. in Fostat d. i. 
Kakro gefertigt, s. Diez 157, frz. futaine, engl. 
fustian, nach Hepe 2c.; dazu auch d. Folg., vgl.: 
Dann tragen sie ldie Kreolinnen in Ducatan] den 
Fustan, ein weißes Gewand, das mit blauen, gelben 
od. rothen Stickereien verziert ist. Globus 12, 318b.— 
ustanéll-a, f.; —; -e, f.; —n: ein ursprüngl. 
albanesisches Kleidungsütück, s.: Was vor Allem den 
Sobn der albanesischen Phis (Clans) auszeichnet, ist 
der Phistan, welcher an den Kilt der alten Celten u. 
an die kurze Tunika der röm. Soldaten erinnert. Der 
Phistan or. die F-a besteht aus 122 schräg geschnittenen 
S#tücken Tuch, welche nach unten, wo sie unzählige Falren 
bilren, breit zulaufen. Diese ungefähr 2 Fuß lange 
Tunika, welche mit durchbrochener Seidenstickerei ge- 
schmuckr ist, schmiegt sich mittels eines Gürrels um die 
217
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        418 uste 
Hüften. CUobert 2, 90; 102; Albanesen . haben die 
Tracht der F-a, des Fessi u., was dazu gehört, geadelt. 
Diese Palikarentracht. Brandis Gr. 3, 2; Albanefen 
mit saltiger F-#e. DMus. 17, 2, 534; püchler Südöstl. 
3, 278; (Griech.] Nationaltruppen .. v. den Baiern 
nur kurzweg die Fustanell-Bataillons genannt. 
2, 108; Die weißen F-en haben es ebenso eilig auf 
dem Schlachtfelde zu erscheinen als die buntfarbigen Röcke 
der Bergschotten. Salon 1, 371. — Fuste (frz. füst), 
f.; —é: s. Fusta. — Lusterik (frz. füst.), k.; 
—eyn: Die große F. lin Geufl, (fie führt ihren Namen 
v. den Faßbindern, welche früher dort ihre Werkstätten 
hatten). tewald Genf 21, s. Fustage. — Füsti (it.), 
pl.: „Stengel, Stiele“ bei Rosinen und ähn- 
lichen Waaren, — dann verallgemeint (auch n.): 
das Unbrauchbare, der Abgang einer — verun- 
reinigten od. beschädigten — Waare (portug.: 
Peo): F.--Rechnung, Berechnung des Abzugs 
für das F. (vgl. Gerbelur, Refactie). — Fuflian 
(engl. föstschän), m., —s; —#: Gattungsname für 
Barchent, Manchester u. ähnl. Baumwollzeuge. 
Karmarsch 1, 878, s. Fustagno u. Bombast, auch 
Corduroy. — Fuslibal-ator (lat.), m., —#; ören 
[8 24, 3, öris!]: ein Schleudrer mit Fustibalis, s. 
Fundibulator. us, m. I§ 24, 2): Stockschleuder 
(Schleudermaschine), weise Kost. 1, 1073. — 
Füstle, f.;z —: das Kind eines Weißen u. einer 
Mustie (s. d., vgl. Quarteron). — uflig-atiön 
(mlat.), f.; —en: Ausstänpung 2e. . leren, tr.: 
ausprügeln, stäupen. — Fuüst-ih (engl.), n., —; 
0: F., das Holz v. Rhüs cötinus. Karmarsch 1, §80; 
2, 73; Fisett= od. F.- Holz. 74. #n, n., —e)8; 
0: gelber Farbstoff im Fustik. — Füta (türk.), 
f.; —#: Schürze. Hammer 10, 347. — Fuloaille 
(frz. fütélji), f.; —#: großes Faß; allerlei Fässer, 
Faßwert (s. Fustage): Double (düb'II f., Doppelfaß, 
wo das eig. Faß noch in einem andern leicht ge- 
arbeiteten sich befindet. — Futaine (frz. fütän), 
f.; -6: s. Fustagno. — Füten, m., —; 0; in 
China, Japan 2c., Gott der Winde. Elobus 12, 
266b. — ut--il (lat.; frz. füt-), a.: nich- 
tig, unbedentend, läppisch. -ile (lat.), n., 
—s; -klia: ein beim Opfer der Vesta übliches 
Gefäß mit weiter Mündung, unten zugesvitzt, so 
das es gar nicht gestellt werden konnte, s. weiss 
Kost. 1, 1352. ilität, k.; —en: das Futil-Sein 
Gaard 
u.: etwas Futiles. is, f. [8 24, 3, uv.]): Art 
Gießgefäß. Weiss Kost. 1, 1291. — Tüto, k.; 0: 
eine japanes. Gottheit. Globus 12, 266a. — Fuͤtsch, 
a. (vgl. it. fugge, aber auch wutsch. Ss.): fort, weg, 
verloren: Die Leute sagen, Resli sei f. (verloren). 
Gotthardi G. 118; Wer bei Vingt-un über 21 Augen 
hat, ist f. 2c.; auch: Sonst geht alle Liebe „p futsch“. 
tiönig Saalf. 2, 251; Wilkomm Banko 2, 241 
(= bankerott). — Futteral, n., —e); —#: 
(l. Ss.) steiswandiges Gefäß, dessen hohler Raum 
der Form des zur Verwahrung hineinzuthunden 
Ggstds entspricht: Brillen-; Geigen-; Hut- 
F. 2c.; Die Verfertigung der F-e, Brieftaschen, Parp- 
küstchen u. dgl., in welcher das Geschäft des F.= 
Machers bestebt. prech#u 6, 327 ꝛc.; auch: Diese 
Raupen lder Schaben] machen entweder Gaͤnge in 
Pflanzentheile od. bauen sich F-e aus versch. Stoffen. 
Ohen 5, 1183; F.-Macher. Die einen machen ihre 
F.e aus bloßer Seide, andre aus Haaren, andre aus 
Blatthäuten: a) Seiden-- F-e 2c. 1217 ff. — 
Lutür (lat.): 1) n., —e)s; —#e: Futurum (I. d.), 
auch in frz. Ausspr. (fütür) n., —#; —s, z. B. auch: 
Das F. autérieur langteriör]) od. passé = Futurum 
eraktum. — 2) (frz. fürür), m., —#; —#: der Zu- 
künftige, Verlobte, — weibl.: Future (fütür', 
f.; —, lat.: Fntüra, f. [8 24, 1]. Abile, n. 
[8 24, 3, lis, MzZ. : UAiaf: was unter einer nicht 
eingetremen Bedingung geschehn sein würde. 
Zition, f.; O: das künftige Sein, Werden. —uQm, 
n., —6; za s8 24, 2, n.]: (Sprachl.) Lempus 
(s. d.) der Zukunft: Das einfache F. od. F. simplex; 
Das vollendete F. od. F. exäctum, (. auch Paulo- 
post-F. Jus, a.: zukünftig, z. B.: 4d futüram 
memöriam, zum kiünftigen Gedächtnis; In kutü- 
rum; pro futüro, fürs Künftige, s. Contingens zc.; 
auch: F., der Zukünftige, Verlobte 2c. (s. Futur 2). 
— Fug-ant (frz. füssäng), a.: fliehend, s. auch 
Faur-F. ard (ãr). m., —#; —6: Flüchtling, Aus- 
reißer. — Auzul (pers.), m., —6; —#: Jemand, 
der, gewandt u. geschmeidig, sich überall Gewinn 
zu verschaffen weiß. Globus 9, 18 3a. 
lgi-a, f.; zen: (nord. Myth.) angeborner 
Schutzgeist eines Menschen. Simroc Mrtb. 392 
(ogl. Genius). — Fhrk, Se, m., —n; —n: eine 
dän. Scheidemünze = 1/192 Thaler. 
G 
G: der 7te Buchst. (vgl. A); in der Mus. Bez. 
des öten Tons der C-Dur-Tonleiter (s. A 3, vgl. 
Ges; Gis): G. Dur;-Moll; -Saite; Schlüf- 
sel 2c. Als Abkürz.: G., als allröm. Zahlzeichen 
100 (60 = 400000); ferner G., Gajus (röm. 
Vorname, auch Cajus); Gummi 2c.; Ga., Georgia 
(nordamerik. Staatenname); Gent., Gentleman; 
gl. m., gloriöse memöri: Gn., Gumus (röm. 
Vornamc, auch Cn##us); Gr., Gran; gran., grä- 
nula; Grm., Gramm; gr. m., grösso mödo G. T., 
gẽnio tuteläri; gtt., gutta# 2c. 
Gäa (gr.), f.; 0: G. (Gea), die Erde, als 
Göttin (röm.: Tellus); Erdkunde, als Titel von 
Schriften 2c., s. auch Aregäum. — Gaärd (daͤn. c.), 
m., —§#: —: Gehöft, Landgut (vgl. Sumbotdt K. 1, 
388). Westermann 3, vb; I1 1 a 2c., auch: Da lag der
        <pb n="435" />
        Gaban 
G. noch in tiefem Schlaf. 132a [die Bewohner des 
G-s6]; G.-Häuser. 11b; Auf den Höfen der größern 
G.-Herren. 10b; Sb. 
Gaban (frz. -äng), m., —#; —: Negenmantel, 
it. Gabbän-o, m., -s; —., -i. — Gabänie, k.; 
—n : Art Gitarre der Hottentotten. Grube Ch. 2, 
250. — Gabaniza, f.; —: s. Kapanidscha. — 
Gäbar, m., —s; —: Sing-Sperber. Brehm Hab. 
45. — Gab-äre, -aͤrre (frz.), k.; —n: Name v. 
kleinen Fahrzeugen: a) — Patasche (s. d.); b) 
plattes, breites Segel= u. Ruderschiff v. geringem 
Tiefgang, auf Flüssen u. an Häfen, auch als 
Lichterschiff;c) Baggerprahm, s. Dobrik 589b, vgl. 
freiligrahh SW. 1, 83; Hartmann Letzt. Tag. 240; 
Semilasso Afr. 1, 262; Volksz. 15, 191.— 
Gäb(b)ata (mlat.), f. [8 24, 1): Art Ol-, 
Hohllampen. Weiss Kost. 2,786. — Gabbr-o (it.), 
m., —s; —: Art plutonisches Gestein (s. Cuphotid). 
Oken 1,500 2e. -onĩt, m., -(e)s; —e: Skapolith. — 
Gab-ela (span.), f.; —: Steuer, z. B. Schlacht- 
steuer. #rankl Zer. 1, 197. élla (mlat.), k. 824, 11: 
Steuer: G. emigratiönis, Abzugsgeld; hereditäria 
od. hereditätis, Erbschaftsstener 2c. elle (frz. 
äl), f.; —§: (indirekte) Steuer. Neumom Madd. 
1, 57 ff.; namentl. Salzsteuer; Salzmagazin. 
— Gabiän Cing): Ort in Frankreich (bei Beziers): 
G.-Ol, dort v. einem Fels tropfendes Steinöl. — 
Gab-ier (frz. Je), m., —#; —#: (seem.) der Aus- 
guckler) im Mars (Guetteur). -ion (iöng), m., 
—8; —# : Schanzkorb. Sionnäde, f.; -n: Korb- 
schanze. — Gäbriel (hebr.), m., —s; 0: Name 
eines Engels. #uh. 1, 19 rc. (vgl. Fetahil); männl. 
Vorname. 
Gach--eur (frz. gahschör), m., —; —##, —e: 
Sudler, Schleudrer. #i##, tr., auch o. Obij.: 
sudeln, schmieren; Waaren verschleudern. Eis 
(D, m., uv.; uv.: Schmutz, Patsche, worin man 
sich befindet 2c.: Welch ein G. hobt Ihr in Deutsch- 
land! Raumer Br. Frankf. 2, 9 2c. — Sachupin-e, 
-o (aztekisch gatsch 2c.), m., —s; —8: = Chaxpeton 
(s. d.): Die Niedermetzelung der G-es, d. h. der in 
Europa geborenen Spanier. Mag. d. Ausld. 36, 512b; 
Alle Spanker als verhaßte Gos (sie haben diesen Spitz- 
namen auch heute noch in Meriko). Globus 6, 76b. 
Sada, f.; —5: 1) (ar.): a) Hochebene in der 
Sahara. Globus 5, 138a. — b) Das Holz des, Gharha- 
Baumes“, dessen Kohlen die beste u. anhaltendste Gluth 
geben, daher sie v. den arab. Dichtern so oft als Bild der 
heißesten Liebe angeführt werden. Petermann Or. 2, 89; 
134; 470 (eine Leguminose, vielleicht Ammodendron 
Sivẽrii). — 2) (o. Mz.) Die syrische Glücksgöttin G. 
Noach Thar. 40. — Gadacz (slaw. ätsch), m., uv.; 
uv. : Wahrsager. Weiss Kost. 2, 324. — Gc(h)adaẽr 
(ar.), m.: Einen sehr schön gefiederten Vogel, Gi od. 
Abu G. od. auch Karün genannt, welcher mir in dem 
Libanon unter dem Namen Werwar bekannt geworden 
war. Petermann Or. 2, 143. — Gadär (türk.), m., 
—#; —: G., eine Art v. kurzem Schwerte, das unter die 
Gurte des Rosses geschnallt wird. Gerhard W. 2, 223, 
agl.: Ghaddäre, ein Säbel, am Sattel fest zu. 
machen. Hammer 10, 347. — Gadida (nlat.), (. 
Gaillarde 419 
!&amp; 24, 1): dorschartige Fische (s. Gadus): Die 
Schellfische u. andre Gadidæ. Globus 4, 58, auch: 
Cad-Inus, m. I§8 24, 2); gr—otdes c. — 
Gadljar (serb.), m., —#; —6: Ein Dudelsfackpfeifer 
(G.). Coloj 2, VI; Gerhard W. 2, 231.— Gado- 
linit, m., —(eys; —e: ein nach dem Mineralogen 
Gadolin benanntes, aus kieselsaurer Pttererde u. 
kieselsaurem Cer= u. Eisenorydul bestehndes seltnes 
Mineral. Oen 1, 200; 9224. — Sadfte)ho, m., 
—; —#8s: „Weißer“, bei den Zigennern Bez. der 
Nichtzigenner. Gartenl. 15, 712a. — Bädus 
(nlat.), m. [8 24, 21: eine Gatt. Fische, Dorsch 
2c., 1. B.: G. merlängus, Wittling (Gadden, 
auf Helgoland). — Gädus, m., uv.; uv.: in 
Agypten gebrannte Thongefäße für die Tauben= 
schläge. Globus 12, 52a. — Gaf, Gafsan, m.: bei 
den Mandäern, Name v. Höllenfürsten. perermann Or. 
2, 451, vgl. Krun. — Gaffot, f.; —s: Art afrik. 
Schildkröte. Srehm Hab. 5 4. — S(h)afir, m., s; 
—6: 1) s. Rabia. — 2) Protektor. Globus 5, 362b. 
— Safl-ah , ok (skandin.), m., —; —: Art 
kleiner Wurfspieß mit leichtem Eisen. Weiss Kost. 
2, 427. 
Sagät (gr.), m., —e)8; —#e: Pechkohle, 
schwarz, v. glänzendem Bruch, zu Schmucksachen 
verarbeitet. Karmarsch 2, 1; 1, 356 2zc. (s. Zet 2, vgl. 
Agat): G.-schwarz 2c. — Sags#e# (frz. gäsh'), f.; 
—8, —n: Pfand: G. d'amitiẽ [-ijel, Freundschafts-; 
d'amour ldamürl, Liebespfand rc., s. auch Mortgage; 
ferner: Besoldung, Gehalt, nam. v. Offieieren u. 
Schauspielern: Die Damen . spielen ohne G. mit. 
G. 11, 8; Düringer 451 2c.; Jahres-; Monats-; 
Wochen-G. 2c.; Choristen-G.; Gratis-(s. d.); 
Sustentations= (s. d.) G.: G-n-Abzüge; 
Etat; Rollen= u. G-n-Neid. Schütze Hamb. 237 r#c. 
keren, tr.: s. engagieren. Zist, m., -en, —6; en: 
Einer, der in Gage, in festem Gehalt steht. — 
Sagliärd-a (it. gali-), f.; —#, ze; zk, f.; —#: 
Art Tanz, auch: Lebhaftere italiän. Tänze, wie die 
Gaillarde. Westermann 3, 547a. — Gagn-é (frz. 
ganje), a.: gewonnen (Ggstz perdu). -edenier 
[—##enjel, m., —; —S8: Handarbeiter, Taglöhner. 
Te-petit (□p', m., —6; —s: umherziehnder 
Scherenschleifer. -eur (-ör!, m., —#; —#: Ge- 
winner. — Sagpa: s. Gatya. 
Sahn: s. Buhme. — Gahntt, m., —(e)s; -#: 
s. Automolith. — Sähwe: — Kaffe, s. Fingan. 
Sai (frz. 93), a.: heiter, lustig, z. B. (Mus.) 
— allegro (it. gãjo). — Galbe (ar.), f.; —: eine 
Lotusart. Peiutmann Or. 2, 144. — Gaie (serb.), 
f.; —#: seidne Festtags-Hose der Süd-Dalmatiner. 
Globus 6, 238a. — Gai-ement (gaiment, gämäng), 
adv. zu gai. -F#% (gaité, gäte), f.; —#s: Heiterkeit, 
Munterk., Ausgelassenheit 2c.; De g. de coeur 
lkör), aus Muthwillen 2c.; in vralt. Schreibw.: 
Daß man de „gayet“ de coeur verliere. W. HB. 1, 
300. — Saillac (frz. galjäkl): Stadt im Departe- 
ment Tarn — u.: m., —§; —§: Wein v. dort. — 
Saill-ard (frz. galjär), m.t, —6; —-#: 1) lustiger, 
ausgelaßner Gesell 2c. — 2) (seem.) Kastell, 
Schanze des Schiffs. -ärde, f.; —n, —#: 1) Art 
27“
        <pb n="436" />
        420 Gaillardise 
lustiger Volkslieder. — 2) s. Gagliarde. — 3) 
(Buchdr.) eine Schrift v. 8 Punkten (s. Bour-- 
geols 1b). Prtchtl 3, 264. ardise, t.; —n, —: 
Lustigk., Muthwillen, Schäkerei. — Saiment: s. 
gaiement. — Gäistih: s. Gerstik. — Gãĩta (ar.), 
f.; —s: Sackpfeise. Scho 2, 83. — Gäitan 
(türk.), m., —#8; —s: schnurbesetzter Soldatenrock. 
— Gaité; Gaijo: s. Gai 2c. — Sajula (ar.), f.; 
—6: Damensattel. 
Sala (span.), f.; —8; (frz.) m., —6; —8: 
Prachtanzug für die bei Hof Erscheinenden (val. 
Fiocco); Hof-Fest im Prachtanzug: En langl g., in 
G.; In größter G. 35uiger Sab. 114; Er war in 
großer G. Prutz Mus. 1, 298; Unter dem Gepränge 
einer bunten Hof-G. Musäus M. 1, 27; Ball-; Groß.; 
Kour-; Ordens-; Tafel-; Traner-G. 2c.; G.-Degen; 
Kleid; -Kour; TLiorce; -Nacht (Grube Ch.1, 136), Tag; 
Tracht; -Unisorm 2c. — Galago, m., —6; —s: Gs 
(Langfußaffen). Ausld. 38, 514 a; Die kleineren groß- 
öhrigen Arten lv. Nachtaffen), die man Gs nennt. 
Brehm Bild. 126; Ohen 7, 1722 f. (Gummithier, als 
Gummi fressend). — Galahl-it (gr.), m., —e) s; 
e: Milchjafpis. -odendron, n., —; ra s8 24, 
2, n.): Kuhbaum: Der Milchsast des G. (Pälo de 
vacca, wie ihn der Kreole nennt). Grenzb. 24, 1, 349. 
ometer, m., n., —#s; uv.: Art Aräometer (s. d.) 
für Milch, auch Laktometer (s. Prechil 1, 338); Lakto- 
od. Galakto-skop, m., -(e)s; —e. ophäg, m., 
—en, —6; —en: „Milchesser“, Einer, der sich haupt- 
sächl. von Milch nährt. Kohl Südr. 1, 161. 
Sôphoron I§ 24, 2, n. ]: Milchabsondrung för- 
derndes Mittel. -orrhöa, f. [8 24, 11: krankhaft 
vermehrte Milchabsondrung 2c. — Sälam: Staat 
in Afrika (in Senegambien). Dazu: Bässia buty- 
räcca . Mungo Park's Butterbaum, der Shea heißt 
u. die für das Innere v. Afrika so wichtige G.-Butter 
liefert, ist wahrscheinl. dieselbe Gattung. Ohen 3, 912, 
auch Bambarra-, Bambuk-Butter. — Gal-amment 
(frz. —mhaäng), adv. zu galant. -än (span.), m., 
—e)s; —e, —8: Liebhaber, Buhlelr). -anden, 
ßpl.: Galans lgalängsl: 1) Bandschleifen zum 
Putz. — 2) überzuckerte Pomeranzenschalen 2c. — 
Saländer: s. Kalander. — Salanes seren, intr. 
(haben): als Galan hofieren 2c. Herrig 37, 445 
Galantisieren). — Galänga (nulat.), k. [8 24, 11: 
Galgant (s. d.). — Galant (frz., auch —ng), a.: 
wacker, ehrenwerth, gute Lebensart habend, — in 
der Verbindung: G. bomme lgalangtömms, s. galan- 
tuomo; schmuck, schmucken Aussehns (In seiner 
relchen, sehr g. aufgestellten Sammlung. G. 23, 370; 
„Wir in Felndes Land] mußten derweil uns schlecht be- 
quemen.“ ] Man sieht's Cuch nicht an, Ihr seid g. Sch. 
321b 7c.); sein, artig, nam. gegen Damen; auch: 
ihnen schön thund 2c.: Ein g—er Herr; Gecken u. 9—e 
Bengel. Sch. Göd. 1, 263; Fremd in g-er Kunst. 
Zochariä 1, 53 2c.; euphem.: es mit Liebeshändeln 
leicht nehmend; freien, ungebundnen Betragens 
im Umgang mit dem andern Geschlecht (vgl. — 
ohne den beschönigenden Sinn —: buhlerisch, ver- 
buhlt, liederlich 2c.): Frauenzimmer, 9—e u. spröde. W. 
Galeasse 
4, 136; Die er z-eg-en Mädchen. Sioppt 2, 119 2c., 
auch: Eine 9#e (venerische) Krankheit 2c. Ferner 
(veraltend): Der g—e Sil in der Musik, der leichte, 
ungebundne, gefällige — im Ggstz zum streng ge- 
bundnen (der Kirchenmusik, vgl. kanonisch). Sub- 
stant.: Die Ge, eine seine Sorte kleiner Pfirfiche. 
Oken 3, 2064; Der G. de nuit (galäng de nufl, ein 
Gesträuch, dessen jasminartige Blumen Nachts 
duften, Céstrum noctürnum. 986. -erit, f.; —eyn: 
1) Artigk.; Höflichk.; Schmeichelei, nam. gegen 
Damen (ogl. Fleuretten). — 2) Liebeshandel, — 
beschönigender Ausdruck für Liederlichkeit 2c.: G.= 
lvenerische) Krankheit; G.-Sünden rc. — 3) 
nam. als Bstw. v. Lurus-Ggstdn zum Putz u. zur 
modischen Ausstattung der seinen Welt: Wie auch 
das alte Schlachtschwert sich allmählich verfeinerte, bis 
es endlich ein alberner G.-Degen wurde. Htint Sal. 
1, 72; G.-Geschäft;-Händler; Die Franzosen, 
die für die G.-Waaren den doprelsinnigen Begriff u. 
die tausendfältige Form erfunden. Nodenberg Par. B. 
241 (vgl. Fancv-Goods). cheit, f.; —en: galantes 
Wesen u. Thun (s. Galanterie 1; 2): Ein wackrer 
Kerl, der Giulio Romano! könnt er sich der G. nur 
entwöhnen. Ochlenschläger Corr. 55 2c. in (angiengl, 
m., —s; —: ein gegen Damen übertrieben galanter 
Herr, Süßling 2c. -ine Cangt-), f.; Sn, —#: ein 
seines Gericht aus zartem Fleisch mit Glare u. 
Aspik 2c.: G. v. Kapaun od. Huhn. Scheible Kochb. 
210 dc. Sisieren Cangt-), intr. (haben): s. gala- 
nesieren. Cismus, m., uv.; zismen: Schein-, 
Flitter-Bildung, -Kenntnis. — vomo (it.), m., 
; Ss, -uõmini: Ehrenmann (s. Galant homme): 
So wahr ich ein G. bin. Frankl Jer. 1, 53; Gartenl. 
11, 778a; Schüching Künstl. Leid. 224; Die Briganti 
sind Galantuomini, die Kindern kein Leides zufügen. 
216; 246 2c. — Galate-a (gr.), f.; -6, zens: 0 
[824, 11: weibl. Name, z. B. (Myth.) einer 
Nereide, deren Liebe zum Acis des Polyphems 
Eifersucht u. Rache erregte 2c., s. auch Asterold. — 
Galatine, f.; —n: Gelatine, s. d. — Galäunc: 
s. Galone. — Galär-as (gr.), m., uv.; 0; e#r, 
I.; (-en): Milchstraße am Himmel (Via läctea). 
— Salban (hebr., lat.), n., —#; 0: ein Dolden= 
gewächs u. das davon gewonnene Gummi (Murter-, 
G.-Harz). Sir. 24, 21 (Galben. 2. Kof. 30, 34). 
-um, n., —; 0 §8 24, 2, n.]: Galban: Körner., 
Mandel., Thränen-G. k.; G.-Harz: Ol. — Galbazan 
(türk.), m., „s; —: G., d. h. Fälscher. Gartenl. 17, 
25 4a. — Galder (altnord.), m., —#s; ur.: Zau- 
ber-Spruch, -Lied: Nicht Runen bring’ ich mit noch 
Zauber-G. Mohnike Fr. 10 3 rc., alich: Galler. Nosen- 
garanz Psch. 305, s. Vall-G. — Galcea (lat.), k. 
1824, 11: Helm; Mars (unseemännisch: Mast- 
korb). — Gale-äs (it.), f.; —sen; -asse, 1.z —n: 
1) früher im mittelländ. Meer die größten — den 
jetzigen Linienschiffen entsrrechenden Kriegsfahr- 
zeuge: In der venctianischen Flotte gab es einen eignen 
G-assen-Admiral u. jeder G-assen-Kapitän mußte 
schwören, mit seinem Leden dafur einzustehen, es stets 
mit 25 feindl. Galteren aufzunehmen. DVobrik 305b, 
vgl.: Galeatzen. Ffischart (DBiblioih. 10, 374370)—
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        Galeatus 
2) bei den nördl. Völkern ein kleines Schiff mit einem 
großen u. einem kleinen Besahnmast. DVobrik I. 1.; 
Vrsch. Gattungen Zweimaster: der „Schooner“, dessen 
hinterer Mast der höhere; die „Gallias“, deren vor- 
derer Mast der höhere ist u. die „Brigg“, welche 2 gleiche 
Masten hat. fanbe Kön. 1, 20; Ein kleines Küstenschiff, 
halb Schooner, halb Galeas. Westermann 3, 237: Am 
Bord der Schooner-Galeas. 240b. — Galealus 
(lat.), a.: gehelmt: Prölogus g., exôrdium galeä- 
tum, gehelmte, geharnischte Vorrede 2c. — Gäleb 
(oabess.): das isabellkehlige Frankolin. Brehm Hab. 
223. — Sal-e, f.; -eyn: vralt. st. Galere 
(s. d.). Jel. 33, 21; LSimrock Gudr. 1132; F. Sb. 2, 
350; w. 33, 395 2c.; G—-n-würdig /Galerenstrafe 
verdienend). Lischart Garg. 273 2c. —öFc: s. Galere. 
Teide, f.; —n: kleine Galere: Die „Gallerde“. 
Hausbl. (65) 4, 230. — Galen, m., —s; (-e): 
männl. Name, bes. eines sehr berühmten griech. 
Arztes (geb. 131 nach Chr.), auch antonomastisch 
(vgl. Hirpokrat 2c.). -icum (§T 24, 2, u. J: ein 
einfaches (galenisches) Heilmiltel. -ismus, m., 
uvp.:; 0: die Lehre Galen's, ist, m., -en, —#;-en: 
Anhänger Galen's, z. B. des Galenus Abrahams- 
sohn de Haen, der eine Sekte der Wiedertäufer grün- 
dete. — Salen-t (gr.), m., —e)s; —e: Der G. 
od. Bleiglanz. Mamr 16, 176, vgl.: Gemenge des 
Bleischweifs mit Bleiglanz haben öfter ein streifiges An- 
sehen u. gelten für streifigen Bleiglanz, GalGÖna striäta 
der älteren Mineralogen. Die Schweden nennen dies 
Vorkommen Strip malm IStreif-Erzl. Oken 1, 427. 
joĩd, n., —ey)s; —e: Krystall v. ähnl. Form wie 
der Bleiglanz. — Gälenok (russ.), m., —#; —: 
ein Hohlmaß — (engl.) Gallon (s. d.). — Sale- 
nus, m. [8 24, 2): Galen: Dét (s. d.) G. opés 2c. 
— Saleo-machie (gr.), f.; —eyn: Katzenkrieg, 
Katzbalgerei. mgpomachté, f.: Katz= u. Mänse- 
Krieg (vergl. Batrachomyomachie). — Galeon 
(Saliön, Saljön, Salliön), n., —(e)8; -e: 
gallerieartiger Vorbau am Schiffsvordertheil. Vobrin 
306b. e (sran.), f.; —n: (s. 30 a) früher, große 
span. Kriegsschiffe: Galliönen. Sch. 275b; Dir rrohen 
dlese Gallionenheere. 20 a 2c., nam. auch die 
Schiffe der span. Silberflotte (vgl. Karacke, Register- 
schif). -lle, f.; —n: Art Infusionsthierchen, 
Kahnthierchen. ist, m., —en, —#; —en: Theilhaber 
am Handel der span. Galeonen. — Gale--opithẽtus 
(gr.), m. [§ 24, 21: „Katzenaffe“, Art Halbaffe 
mit Flughaut, Flatterkatze (fliegender Maki). -öpsis, 
f. [824, 3, uv.]): eine Pfl., „Katzengesicht“, Hanf- 
nessel. — I. Saleöt (lat.), m., —en; -en: Die 
Traumdeuter (Gen hießen sie damals in Siieilien). 
Kolser Cic. Weisf. 823. — II. Gal-t (it.), 
eölt (Cict, iött), m., -en; -en; -eôllo, m., 
—8; zebtti: Rudrer auf einer Galere, Galerensklav: 
Im Gallioten-Paradies lauf den Galeren] das ganze 
Eisenmagazin Vulkan's binterherschleifen. Sch. 109a. 
röte, -eölte (Ciöte, -iötle), f.; —m: 1) Art 
kleinrer Galere. — 2) ein rundgattiges Fahrzeug 
mit der Takelage einer Galeasse (s. d. 2). — 3) 
Bombardier-G., s. Bombarde. — kra, (.; —#: 
Galere; auch (span., port.): ein verdeckter Wagen. 
Galerie 421 
Glabus 5, 2a; 7, 227b (s. Tartana) ꝛe. kre 
(xre, ital.), f.; —n: 1) sfrüher die wich- 
tigsten Orlogsschiffe, Ruderfahrzeuge mit latein. 
Segeln 130 — 140“ lang, an jeder Seite mit 
30 Rudern, deren jedes durch 5— 6 Mann in 
Bewegung gesetzt wurde, u. zwar zumeist v. ver- 
urtheilten, an die Ruderbänke angeschmiedeten 
Verbrechern (s. 2a), wie in Häfen des Mittelmeers. 
auch G-n als Gefängnisse dienen. Zobrik 306; 
Vogue la galère! lwög la galär'], vgl.: Lassen wir 
der G. ihren Lauf! mag sie sehen, wie sie mit Wind u. 
Wellen zurechtkommt. Tiec Tischl. 1, 326 te.; Die 
scheiternde G. Sch. Göd. 1, 195; Beim Anblick einer 
Freunds-G. 282; Bastard- (s. d.) G.; Die 
Halb-Gen sz. B. der schwed. Scherenstottel führen auf 
jeder Seite nur 16, höchstens 20 Ruder. Dobrik 30 6a; 
Pracht-G. G. 23, 89; Bemannt er seine Raub- 
G— u. Etlmüller Herbst. 1, 161 2c.; G-n-Sklave, 
Sträfling (vgl. 2 u. Galeot; Fore#at); Ein Pro- 
dukt des g—-sträflichen Witzes. Gartenl. 16, 235a 
2c. — 2) (s. 1): a) übrtr., in Bezug aufs harte 
Loos der G-n-Sklaven: Arme Sklaven auf der Kul- 
tur G. Freiligrath SW. 6, 322; Froh, aus der G. eines 
Lexikographen loszukommen. Forster Br. 1, 219; G. 14, 
75; Die Frohn u. die G.] der Schreibstub’. Sch. 322a 
1e. — b) Art Qualle, Physãlia, Arethüsa. Ohen 
5, 198. — c) Gen-Ofen, langer Ofen zur Auf- 
nahme einer größern Anzahl Retorten, die mit 
ihren Hälsen zu beiden Seiten hervorragen (etwa 
wie die Ruder einer G.) c. — SGaler-i#a (span. 2c.), 
f.; —#: Galerie: Hahnenkämpfe in eigens zu diesem 
Zweck erbauten Kampfhallen, den sog. G—s lin Vene- 
zuelal. Aueld. 39, 60 9a 2c. -ir (frz.), f.; —en: 1) 
(Bank.) im Innern eines Gebäudes od. Baues 
ein Raum, dessen Länge die Breite bedeutend über- 
trifft, z. B.: Die Soserhsbrunnen, ein riesiges Quarrat 
mit sanft absteigenden Wendel-Gn. fallmerayer Gs W. 
1, 42 1c.; ferner als Korridor, als Halle zum Auf- 
u. Abgehn dienend, nam. aber auch zum Aufstellen 
v. Kunstwerken, so: Bilder-, Gemälde-6.ä; 
National- G. Grenzb. 26, 3, 99 2c., daher auch 
solche Sammlung selbst: Die Dösseldorfer G. 3p. 2, 
146; Wie es endl. Modeton wurde, eine G. od. doch 
ein Kabinett zu haben od. wenigstens sein Haus, seine 
Villa mit Gemälden zu möblieren. W. 35, 212 u. o.; 
auch übrtr., z. B. als Büchertitel: G. berühmter 
Männer 2c.; Eine solche G. v. Charakteren. G. 39, 
296 2c.; Natur, in deiner Bilder-G. Göckingk Lieb. 
141 2c. — 2) ein mit einer Brüstung umgebner 
Gang, nam. in Schaufspielhäusern die Reihe Plätze 
vor od. über den Logen, bes. der letzte wohlfeilste 
Platz: Auf der Dreibatzen G. unserer Tbeater. 
Börne 2, 359 2c.; dann auch: das diesen Platz gw. 
einnehmende Publikum: Ein Stück für die G. od. 
fürs G.-Publikum, Sonntagsstück, vgl. Paradies, 
Olymp, God (Schluß). — 3) (Schiff.) vorspringen- 
der Balkon am Hintertheil eines Schiffs: Achter- 
od. Hinter-G.; Seiten-G. 2c. — 4) (Kriegsk.) 
lange, schmale Gänge zu den Außenwerken, Minen- 
gang; Magistral-G. od. G. magistrale Imashisträll, 
Hauptgang der Kontreminen unterm bedeckten Weg
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        422 Galericum 
am äußersten Rand des Grabens. — Galéricum 
[&amp; 24, 2, n.1: Perücke. Weiss Kost. 1, 990 r. — 
Galérne (frz.), f.z —m: im nordwestl. Frankreich: 
der Nordwestwind. — Salerön, m., —6; es: 
Art Tanz in Venezuela. Globus 5, 244b. — 
Galeropic (griech.), t.; 0: Orpyopie (s. d.). 
— Galerte: s. Gallert. — Galerus (lat.), 
m. I§8 24, 2): Kopfanssatz der römischen Cha- 
raktermasken. weiss Kost. 1, 1140; der römischen 
Gladiatoren. 1146 2c.; ferner: G. rüber, der rothe 
Kardinalshnt. 2, 687. — Galet (frz. galê), m., 
6; —6: runde Kiesel des Meerstrands; Glas- 
Perle, -Koralle; Laufrädchen (Friktionsrolle) für 
den Blockwagen der Sägemühle 2c. — Galékta 
(it.), f.;ze: Brotkuchen, Schiffs-Brot,-Zwieback 
K. : G. (weißes Biskuit) .. G. kauen. Gartenl. 14, 
4ob ic., auch: Wie Galetti (Schiffszwieback). Kehl 
Sürr. 1, 100; Die Galetti= u. Makaronl-Fabriken. 
110 2c.; Galettes-Bäcker. Nliohl Par. 1, 20 4 2c.; 
s. ferner Gallette. — Galgant (—), m., -(e)s; 
—e: Name v. Pflanzen (s. Galánga): Nährender G. 
(—. v. Od. 4, 60 3 2c.; Deutscher G., Schœnus ma- 
riscus; Wilder G., Cärex acüta, vulpina 1c.; Trau- 
ben-G., Hellsnia; Zier-G., Hedychium. — Gali, 
n., —#; —§: auf den Fidschi-Inseln, eine einem 
König unterworfne Ortschaft. Globus 5, 61a. — 
Galiläi: berühmter ital. Naturforscher (1564— 
1642): G.'s schlese Ebene. .. Zur Anstellung der 
G.'schen Fallversuche. pouillet 1, 42 2c.; Bel dem 
G.'schen Fernrohr besteht das Okular aus elner einfachen 
Zerstreuungslinse. 2, 212 2c. — Galll)ima-free 
(frz.), 1.; —# : Art Frikassé; wirrer Mischmasch 2rc. 
„t(h)ias, n. (K. 13, 136; w. 3, 50; 12, 130; 36, 
45 1c.), m. (Kant SchE. 39; pückler Südöstl. 3, 42): 
verwirrtes Geschwätz, Unsinn; = (türk.) Magha- 
lata (s. d.). — Gal-ion 2c.: s. Galeon rc#. 
Ziöndschi (türk.), m., uv.; uv.: Matrosen auf 
Galeonen od. Kriegsschiffen: Die G. od. Seesoldaten. 
(Lindau Walsh. 1, 88; G.-Aga, ihr Oberst. iot 
2c.: s. Galcot. — Salipot (frz. —pö), m., —6; 0: 
Das nach beendlgter Aufsammlung des flüssigen Terpen- 
tins nachträgl. noch ausfließende am Stamme eintrock- 
nende Harz kommt unter dem Namen G. in den Handel. 
Karmarsch 3, 458, vergl. Barras; Bifon. — 
Gal(histhzel (ungr.), ma., —##; 0: Vitriol, s. 
Schmellir 2, 29, auch G.= od. Galißen-Stein 
(bes. — Zinkvitriol. Onen 1, 305); ferner: G.- 
Pfünnleln, als Pfl., Rannuculus dcris. — 
Gal(l)iwäte, f.; —n: G. or. Gallwetten, eine Art 
kleiner Ruderfahrzeuge, welche in dem ostind. Archlpel 
auch zum Kriege gebraucht werden. Dobrik 307b. — 
G(h)aliũn: f. Kalian. — Säll-a: 1) s. Gala. — 
2) (nlat.) s. [8 24, 11: Gallapfel (Galle), z. B.: 
Gálla türcicn, türkische Galläpfel. Oen 5, 154 32c. 
Sat, n., —e)8; —e: gallussaures Salz. — 
GSallat-a, -on: s. Calade, on. — Galldr: s. 
Galder. — Gäll-ech (hebr.), m., —6; —6, 
(öchim): (jüdelnd) ein christlicher Priester. 
Hebel 3, 363, eigentl. „ein Geschorner", Ton- 
surierter. — Gallego (span. galf-), m., -8; —6: 
ein Gallicter; der aus Gallicien wehnde warme 
Gallinackus 
Nordwest. — Galle, m., —n: —#n: s. Gallus 3. 
— Gallerté: s. Galerie. — Sallert, n., —)s; 
-e; f.; -en; erte, f.; -n (s. Ss.): tie aus den 
leimgebenden Materien des thierischen Körpers 
durch Kochen entstehnde quabblige Masse (s. Gela- 
tine; Colla 1): Flsch-G.; Fleisch-G-e (Oemazom). 
Nach der Ahnlichk. auch eine Gatt. Aftermoose, 
Tremélla, z. B.: T. néstoc, Err-G. ꝛc. Als Bstw. 
z. B.: G.-Auflösung; -Baum, Art Butter- 
baum, Bässia longifölia; „Flappe, Art Moos, 
Tetráspora gelatinösa 2c.; Von den Sagen der alten 
Pbönizler, daß das Meer jenseits der Säulen des Her- 
kules eine dicke g.-artige Beschaffenheit haben solle. 
Das G.-Meer. Zurmeister gB. 281 (vgl. Lebermeer. 
S5.); G.-Säure; = Suppe 1#c. Terthaft, rtig, 
a.: gallertartig (gelatinös). — Galléite (it.), (.; 
—n: Kokon (s. d.) der Seidenraupe. Karmarsch M. 
2, 765; Flockseide; s. auch Galette. — Sallia 
(lat.), f. [8 24, 1): Gallken, bei den Römern 
Bez. der im Norden u. Nordwesten vom eig. Ita- 
lien gelegnen u. v. Celten (s. d.) bewohnten Län- 
der, im engern Sinn — G. brabcäta (s. d.), das 
heutige Frankreich. — Galliämb (lat.), m., Sen; 
—en; aus, m., uv.; -zen (§F 24, 21: Lieder, Verse, 
wie die Gallen od. Korybanten sie bei ihren Feüen 
sangen, bes. in Bezug auf das Versmaß: Der G-us 
setzt zu dem vollstänrigen anakreontischen Verse noch 
einen andern anakreontischen, aber unvollständigen hinzu: 
m SDaraus kann aber, mit den 
oben erwähnten Freiheiten, werden: — – — 
— 
— und dies ist die Form, unter welcher Ca- 
tullus seine G-en gemacht ic. Zumpt Lat. Gr. § 538, 
s. Wackern. 2, XVI. Tisch, a.: in der Form der 
Galliamben. — Gallieini-um (lat.), n., —#: -zen 
18 24, 2, n.]: Hahnen-Ruf, -Schrei, -Kräh; 
Morgendämmrung. — Sall--icism (frz.), m., uv.; 
—en; zieismus, m., uv.; ismen 1824, 21: s. 
Anglicism. -ien, n., —; 0: s. Gallia. er, m., 
—6; uv.: 1) Bewohner Galliens. — 2) . Gallus 3. 
— Gallkeren, tr.: (Färb.) mit einem Dekokt von 
Galläpfeln behandeln 2c., z. B. Karmarsch 2, 192; 
493; 3, 195 2c. — Gallihkän-isch, a.: auf die 
katholische Kirche Frankreich's, wie sie sich dem 
röm. Stuhl gegenüber eine Art Unabhängigk. u. 
Selbständigk. bewahrt, bezuglich, dazu gehörig r2c.; 
In gren Kreisen. Nat . 21, 268 r2c. iemus;, m., 
uv.; 0: Eine neue gallikanische Kirche. Sich an die 
Sxitze dieses verjungten G. stellen. 240 2c. — Galli- 
cola (nlat.), m. I§ 24, 1]: Gallwespe (als in den 
Galläpfeln wohnende). — Gällic-omän, m., en, 
(—79)); -en: ein für gallisches Wesen Schwärmender, 
auch Galloman, vgl. Frankoman u. Angloman 2c. Dazu: 
Gallioco) män-is, sch. -us, a.: gallisch: 
Bllum gällicum, der gallische Krieg 2e.:: Môörbus 
g., s. Franzosen 2. — Gallima 2c.: s. Galima 2c. — 
Gallin-a (lat.), k. 1§ 24, 1!1: Huhn, Henne: 
Albæ (s. d. 1) g—# filius; auch (it.) als Name 
eines Pferds. Oubyom 3. 9, 280 2c. ücens, a.: 
zum Hühnergeschlecht gehörig, z. B.: Gällus g., 
Haus-Hahn, -Huhn; (Kves) Gallinäce## od. die
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        Gallinago 
Gallinaceen, die hühnerartigen Voͤgel. -ãgo, 
f. [8 24, 3, Aginis!]: Heerschnepfe. azo (span.), 
m., —6; —: der amerik. Trappengeier od. schwarz- 
körfige Urubu. Okten 7, 164. -eẽlla, „ula (lat.), 
f. [§ 24, 1!: Rohrhuhn. — I. Salliön 2c.z s. 
Galeon 2c. — II. Salli-oln), m.: nach Ap. i8, 
12 ff. ein „Landvogt in Achaja“, der Religions- 
streitigkeiten, als nicht vor das weltl. Forum ge- 
hörig, v. seinem Richterstuhl abwies. - nismus, 
m., uv.; 0: eine der erwähnten Weise Gallio's 
entsrrechende Ansicht, — im Munde religiöser 
Eifrer — Indifferentismus. -onist, m., en, —8; 
—en: ein dem Gallionismus Huldigender. — 
Galliöt 2c.: s. Galeot 2c. — Säll-isch, a.: zu 
Gallien gehörig, darauf bezügl. 2c.: Der g-e Habn 
(s. d. 10 Se. u. Gallus 1; 2) als Bez. u. Symbol 
des frz. Volks. is#een, tr.: 1) gallisch umfor- 
men (französieren): Eine halbgallisierte Grenzmark. 
Ual 3#. 21, 365; Eine deutsche Familie, die ihren 
Namen Mittelberger gallisierte lin Berryerl. Salon 1,334. 
— 2) (s. chaptalisieren, petiotisieren) Gallisierte Weine. 
Dazat 13,3 766; Gerkäcker Meis. 1,252.— Gallit, m., 
—en, —s; -eln): Gallapfelversteinrung. — Sallito 
(Kran.), m., —#8; —6: ein dem Zaunkönig äbnl. 
Vegel in Chili. pöppig Cb. 1, 158. — Sallitppie, 
f.; 0; ein v. Galli (in Mailand) angegebnes Ver- 
fahren, auf Holzplatten, die mit einem Uberzug v. 
Schlemmkreide u. Kleister versehn find, zu gravie- 
ren u. davon mittels der Buchdruckerpresse Abzüge 
zu machen, — vgl. (in Bezug auf Fortbildungen) 
Daguerrotep 2c. — CEalliwate, Salloche: f. 
Galiw 2c.; Galo 2c. — Saällo (sran.), m., —; —8: 
Hahn: Eine cancha (s. d.) de g—s; Der Cirkus für 
die Hahnenkämpfe (Colisso de g—s). Grube 1, 298 cc. 
— Galloglaͤssen, pl.: Aus Ulster's Morästen wuchsen 
die trotzigsten Kernen (Artkämxfer), die furchtbarsten G. 
(Bogenschützen). Nodenberg Ins. Heil. 2, 225; 1, 56; 
Die Kernen u. die G. Sch. 556b, vgl.: Galloglasses, 
das schwere Fußvolk, mit furchtbaren Schlachtbeilen be- 
waffnet, die den stärksten Panzer od. Helm zersplitterten; 
Kernes, leichte Infanterie. Nal3. 21, 279; Seine 
Galloglohs, wie diese Herren auf Frisch ihre Mi- 
lizen, ihre Vasallen u. Knappen nannten. Kohl Irl. 2, 
421; Jedrer Galloglogh. 423 2c. — Sallomän rc.: 
s. Gallicoman 2c. — SGällon (engl.), n. (m.), —#; 
—6: engl. Hohlmaß für trockne u. flüssige Gastde: 
Das Imperial limpfriäl! Standard G., als Einheit 
des engl. Hohlmaßes rc. Cncykl. f. Kaufl. 5 29a c. — 
Sallo-phäg, m., —en, s; -en: „Franzosenfresser" 
(s. Anglo-, Germano-phag). phil: 1) a.: fran- 
zosenfreundl.: Unser g—es Ministerium. Volksz. 16, 
108. — 2) m., —en, —s; —en: Franzosenfreund. 
„phobĩe, k.; (-#en): Angst vor den Franzosen. 
romänisch, a.: aus der Verbindung, Verschmel- 
zung des Gallischen u. Romanischen entstanden. 
DMus. 15, 2, 238. — Sallösche: s. Galoche. — 
Sallus (lat.), m. [5 24, 2): 1) Hahn, z. B.: 
G. gallinäcsus (s. d.). — 2) Gallier; auch „galli- 
scher Fechter“, eine Art Gladiatoren mit gallischer 
Bewaffnung (auch Myrmilleo). Guhl 2, 358. — 3) 
verschnittner Priester der Cybele (s. d. u. Berechn- 
Galop(phieren 423 
thia): Diese Korybanten (l. d.] v. dem phregischen 
Flusse Gallus Galli genannt. Ramter Myth. 5; w. 19, 
356 tc.; auch: Die sog. Gallen, die zum Temxel 
gehörigen u. der lsprischen] Göttin gebeiligten Kastraten. 
w. Luc. 5, 338 ff.; 315 rc., auch als Ez.: Ven einem 
Gallen. .. Dieser Galle. 339; ferner: Korybanten 
u. Gallier. Wackern. 4, 29042 (Hamann). — 4) als 
Bstw.: Die Galläpfel= od. G.= Säure. Karmarsch 2, 
11 (vgl.: Phrogallussäure od. Brenzgallussäure 2c. 
ebd.); G.-saure Salze ie. — Sallwette: s. Gali- 
wate. — Salmare Cäß), f.; —: ein leichtes, 
wenig gewalktes tuchartiges Zeug, vgl. Levantin 3. 
— Salmes, m., -(e)s; 0: (s. Karmia) G., natär- 
liches kohlensaures Zinkorpd, das Haupterz für die Zink- 
gewinnung. Karmarsch 2, 13; 3, 662; M. 1, 38; Das 
Zinkglaserz, Kiesel-G. enthält Zinkoxyd, Kieselerde 
u. Wasser. ebd.; Ofen-G., der beim Schmelzen 
zinkischer Blei= u. Silbererze sich an die Wände 
des Ofens anlegenre G. (vgl. Turia) r2c.; G.- 
Grube (King Verl. Gschl. 2, 35); -Zhaltig 2c. 
Sisch, a.: galmeihaltig. — Saloche (frz. —ösche), 
f.; —n: Uberschuh, auch geschr.: Galösche (minder 
gut: Gall--oche, osche u. Kalosche), vgl.: Viele lin 
Damaskus] tragen über den Strümrfen rothe Schuhe, 
Galäschin vd. Galäschin (Kaloschen 2). pelermann Or. 1, 
150. — Sal-on (frz. —ong), m., —; —5; -öne, 
f.; —m: Gold= u. Silberborte, Tresse (vralt.: Mit 
Galaunen verbrämt. Simplicilsimus 1, 733; 3, 1313; 
Schollel 852 ½c.): Atlas-; Band-; Feston-; Lahn-; 
Lioree-; Massiv-G. 2c. onieren, tr.: betressen: 
Feingalonierte Bedienten. Gutzkow R. 8, 58 2c. — 
Sal-op (frz. -5), m., —; -s: Galopp (s. d.). 
-opim □peng), m., —; —#: 1) Laufbursche c. — 
2) Ordonnanzefficier: Als G. des Brigadegenerals. 
Chomas Fallm. 17 2c. — 3) ein vralt. Maß — ½ 
Setier (s. d.). — -öpp, m., —e)s; T, —: (l. 
Ss. Orth. 1030): 1) der aus einer Reihenfolge von 
Sprüngen bestehnde Lauf, nam. bei Pferden die 
Gangart, wo 2 Beine weiter ausgreifen als die 
beiden andern: Rechter G., wo die rechten Schenkel 
weiter ausgreifen; Linker G.; Falscher; kurzer; ge- 
streckter G. ꝛc. Ubrtr.: Es geht mit ihm im G. lsehr 
schnell] zu Ende 2c. Zstzg. z. B.: Ven dem Huf- 
G. herumgeschwenkter Rosse losgewühlt. B. 164 a; Mit 
scharfem Jagd-G. geritten. Hockländer Seld. Kr. 107; 
Der Küster-G. besteht darin, das vorn Pferde zu ga- 
loppiercn, hinten zu traben scheinen. falke Th. 2, 48a 
(s. Entrepas); Dies Geschöpf lrer Hengstl geht immer 
nur gelassen einen juristischen Trab, ich will sehen, daß 
ich ihn zu einem raschen Lebens-G. anrege. G. 18, 
118; Auf einem ruhigen Pferde im sanftesten Schul- 
G. Hausbl. (65) 4, 57; Rastlos schnaubend im Voll- 
G. der Keckheit. K Schmidt 2, 442 2c. — 2) ein rascher 
walzerähnl. Tanz im / Takt — u.: die Musik 
dazu; selten sem.: Das Motire einer Galoppe dd. 
Volka. Kekner Röm. 63. optphäde, f.; —-n: das 
Galoppieren; kurzer Galopp (s. d.), nam. auch 
als Tanz. -ôöppen: selten statt galoxpieren. 
optpyt#eren, intr. (haben): im Galorp gehn, 
reiten; Galopp tanzen: Sie polkte, walzte u. galox- 
pierte. Scherzer Nat. 318 ½.; übrtr.: Die g—de Lungen-
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        424 Salosche 
sucht [die einen sehr schnellen Verlauf nimmtj. 
Iffland 5, 2, 35 ꝛc. Zsstzg. z. B.: Fort-g.; Dasß 
er der Spur der Angelika nach galoppierte. Jris 8, 904 
(vgl.: Keinen Reitersknecht, der mir nachgaloppen 
möcht, s. Ss.); Uberstolze, störrige Gäule gerathen hier 
schon beim ersten Anlauf in unzeitiges Bäumen od. sie 
ver-g. sich. Heine Lut. 2, 18, oft übrtr.: Sich ver- 
g., Etwas thun, was man eig. nicht wollte od. 
nicht sollte, z. B. Hamb. Ch. 2, 272 2c.; Einem vor- 
g. 2c. — Galösche: s. Galoche. — Galonbrt (srrz. 
—.ube), m., —s; —: eine kleine gell tönende Pfeife, 
2 Oktaven höher als die Querpfeife, s. Weils Kost. 
2, 851. — Galt: s. Gault. — Salütha (hebr.), 
f.: das Exil; die im (babyl.] Eril lebenden Juden: 
Resch G., ihr Haupt, s. Grattz Gsch. der Ind. 3, 33 2c. 
(vgl. Gohles). — Salvän-isch, a.: v. Galvani 
(Professor in Bologna, 1 1798) herrührend; auf 
die v. ihm entdeckte Elektricitätsentwicklung durch 
Kontakt bezügl., darauf beruhnd 2c.: E Batterie; 
Ströme; Vergolrung * isicren, tr.: den Galva- 
nismus auf Etwas wirken lassen: 1) es dadurch 
erregen; auch übrtr. z. B. (vgl. elektrisieren): So 
galvanisierte er seinen Muth. #meißner Sanf. 1, 175; 
Wachenhusen Zig. 301 2c., nam.: etwas Abgestorbnes 
unwillkürliche Zuckungen machen lassen, als ob es 
noch lebe: Das Papstthum ist jetzt ein Leichnam, den 
Nichts mehr zu g. vermag. Mag. d. Ausld. 36, 5530 rc.; 
Zu einem vorübergehenden Scheinleben aufgalvanisiert. 
Kladderadatsch-al. 20, 53; Warum man den Leichen- 
stein v. jenem alten Lustspiel abgewälzt u. es wieder ans 
Lampenlicht empor galvanisiert habe. Uat 3. 9, 3; Das 
mühevoll durch Intrigen u. Russengold heraufgalva- 
nisierte Scheinleben der Morea-Griechen. Falmeraytr 
Gs W. 2, 136 „dc. — 2) (seltner) gälvanisch ver- 
golden 2c.: Ofen u. Kamine bronziert, voliert, ge- 
schliffen, galvanisiere ic. Uais. 21, 249. Siomus, 
m., uv.; 0: die Gesammtheit der Erscheinungen, 
in renen durch Kontakt Elektrieität entwickelt wird; 
die Lehre davon; das diese Erscheinungen Bewir= 
kende. Zität, f.; 0: Galvanismus. G. 37, 243. 
Jo, m., —6 —: galvancgraphische Druckplatte: 
Die Abbildungen für diese außerreutschen Ausgaben 
schicken wir in Gs an die betreffenden Redaktionen. 
Dazar 14, 3836. Joglpphie, f.; —e)n: f. 
Glyphographie. ographie, f.; —(eyn: die 
Vervielfältigung in Tuschmanier gemalter Bilder 
dadurch, daß man auf galvanischem Wege sie in 
Kupfer vertieft kopiert u. so Druckplatten erzeugt. 
Dazu- Galvanographische Bilver ic. ohauslih, 
f.; 0: 1) galvanisches Atzen, Gravieren einer 
Metallplatte zum Behuf davon zu machender Ab- 
drücke. — 2) die Anwendung der durch den galva- 
nischen Strom in einem Platindraht erzengten 
Glühhitze zum Kauterisieren u. ähnl. wundärztl. 
Operationen. -okanterium, n., —#; ken I§ 24, 
2, u.): eine galvanokaustische Verrichtung st. des 
Kauteriums (s. d.). -okauslisch, a .: der Galva- 
nokaustik (s. d. 1; 2) angehörig rc. Somagnkiisch 
1e. : s. Elektromagnetifh ic. Tomelallurgis, f.; 0: 
das Verfahren, aus Metallsalzlösune gen usttels des 
galvanischen Stroms die Metalle in regulinischem 
Gamas 
Zustand zu gewinnen (vgl. Galranoplastik). Fort- 
bild., s. Metallurg 2c. Jomrter, m., n., —; uv.: 
Werhzeng, die Stärke des Galvanismus zu messen 
(s. Multiplikator). Schtltn Kab. 11; Vertikal--G., 
wobei die Magnetnadel um eine horizontale Achse in 
einer vertikalen Ebne sich drehen kann, ebd.; Horizon- 
tal- G. ebd.; Instrument, welches unter dem Namen 
des Spiegel- sod. Reflex-, s. 138 ff.] G— u. 
des Marine-G—-sfür das atlantische Kabel als 
Sprechinstrument dient. 56; Das Schiffes-G. erhielt 
dann einen stärkern, das Land= G. einen schwächern 
Strom. 105 2c. Dazu: Galvanometreir, f.; 
isch. -oplastih, f.; d: die Galvanometallurgie, 
entw. um Ggstde der Plastik massiv in beliebiger 
Anzahl abzuformen od. lals Galvanostegik) 
Metallggstte mit einem uͤberzug eines andern 
Metalls zu versehn, also z. B. sie galvanisch zu 
vergolden, versilbern, verkupfern 2c. Dazu: Gal- 
vanoplöästisch, a., zur G. gehörig; dadurch er- 
zengt 2c. -opunktür, f.; -en: Akupunktur (s. d.) 
verbunden mit *“ des Galvanismus. 
Soskop, n 8 Galvanometer. Dazu: 
Glisch. -osiegir,v 7. *r*P Galvanoplastk. 
Gam, m., 2 —6&amp; : ein pers. Längenmaß 
(3 Schrit)h. — Gemache fe-. äsche): s. Gamasche. 
— Samänder, m., —6; uv.: Name v Pflanzen, 
bes. Tsücrium, z. B.: Berg-G., T. montänum; 
Edel-G., T. chamädrys; Knoblauch-G., T. scôördium; 
Wiesen-G., Verönica chamädrys ic. (Gam änderlein. 
Hedel 2, 201).— Samasch-, (Kamasch-Y)e (frz.), 
f.; — : Fußbekleidung, die, über den Schuh ge- 
zogen, auch den untern Theil des Beins bedeckt, 
gw. an den Seiten zuzuknöpfen, nam. bei den 
Solraten, s. S###.; auch sprchw.: G-n lwie Man- 
schetten) vor Einem haben — Angst ꝛe.; Leder- 
(Ausld. 38, 521b); Tuch- (CBabtri 2, 91) Gn iec. 
Als Bstw. nam. in Bezug auf pedantische Pein- 
lichkeit im Soldatendienst (danach auch verallge- 
meint), vgl.: Im prenß. Htere hat .. eine unverhält- 
nismäßige Werthlegung auf Gleichförmigkeit u. Straff- 
heit .., mit einem Worte eine gewaltige K. geherrscht. 
Beitzke Frh. 1, 513; 62; K-n. Dienst. tbd.; Gn- 
Dienst. V. Ant. 1, 366 c.; Gen-Held. Garienl. 16, 
386b 2c.; Wie die K-n--Knöpfe behaupten. Schwegler 
(16) 1062; Meißntr Schw. 8, 33 (vgl.: Kein K-u- 
Knopf ist im Dorf, noch weniger der Mann dazu. Hebtl 
3, 307; auch scherzh. Bez. für grabe Graupen); 
Die ganze militärische Paradedressur u. die G-n-= 
Knöpferei. Jkalke Gsch. d. Gschm. 291; K-n-Kudpfe- 
rei. Scherr Bl. 2, 12 8 2c.; Der strengste militärische 
K-n= Pedant. Grenzb. 25, 4, 494; K-n-Ritter, 
Ritterthum. Heine 17, 184 2c. enthum, n., 
—(e)s: 0: Zorfthum, Pedanterie des Gamaschen- 
dienstes: Im sardinischen Heere alles unnüße K. ver- 
mieden. Leipz. Zeil. (1860) 5268a. rn, intr. 
(haben): als Gamaschenperant sich behaben u. 
operieren: Natürlich kamaschierte der Herr Gencral in 
Pegau u. anderwärts gemächlich herum, so daß Bertrand 
mit seinem Korps glückl. vor ihm an der Saale eintraf. 
Scherr Bl. 3, 288. — Gamask, n.: Die Tracht der 
Romanen ist ein weißes weites Hemd (gamasc) .., das
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        Gamba 
über den weiten leinenen Gatven (ismenje) getragen 
wird. Mther Konv. 2, 761a 2c. — Gamb-a (it.), 
f.; e: Bein: Viöla di G., Kniegeige (Gambe, vgl. 
Violoncell). -ade (frz. gangb-), f.; —n: Luft- 
srrung, Karriele, Narretei. adferen, intr. 
(baben): Gambaden machen. —e (it.), f.; —n: 
Viola di gamba. — Gamber-Ello (it.), m., -; 
-Elli: kleines Krebschen, Garneele, Garnat. Jo, 
m., —6#; -i: Krebs (aus gr. kammeros vgl. Gam- 
marus). — SEambett-a -it.), f.; -e: ein Getreide- 
maß in Genua (s. Mina 1). -e, f.; —n: Art 
„langbeiniger“ Schnerfe, auch: Gambtt.= Was- 
serläufer. — Gämbia: Fluß in Afrika, razu 
z. B.: G.-Läöwe. — Sämbir, m., —s; —: eine 
Pil., Uncaria g. u. das Ertrakt derfelben, die s. g. 
Térra japönica (vgl. Katechu), diev. den Malaien 2c. 
mit Betel gekaut wird, s. Ausld. 39, 724a; Oken 
3, 862; Gütta (s. d. ) G. Encyhl. f. Kausl. 100b. 
— Sambist, m., -en, —s: -en: Sxieler auf der 
Gambe (s. dK). — Gambit, n., —(e)s; -e: im 
Schachsp. die Spielart, wobei in den ersten Zägen 
Etwas vpreisgegeben wird, im engren Sinn ein 
Baner, u. zwar Königs= od. Damen-G., jenach- 
dem es der Bauer des König= od. Damenläufers 
ist, s. hüzun Schach 8a; Er frielt Schach, narũrlich G. 
Keisner N. 2, 153. — Sambrinus, m.: ein sagen- 
hafter flandrischer König als Erfnder res Biers. 
— Gamtbu (ikr.): G.-Baum, Rosenapfel. öfer 
Urw. 97. — Samelion (gr.), m., —; 0: (s. 
Anthesterion): G. bieß zu Arben der Menat, dessen 
größter Theil in unsern Jänner fiel u. seinen Namen von 
den Hochzeiten (Gamellen) hatte, die in diesem Winter- 
moenat am bäufigsten zu sein pflegten. w. 21, 336. — 
Samelöte, m., —; 0: in Venezuela, ein Gras 
mit messericharfen Blättern. Globus 5, 245a; b. — 
Gamin (frz. —meng), m., —8; —8: (s. Herrig 40, 
229) Gassenjunge 2c.: In einem Pariser G. feckt 
mehr Geist. Spielhagen Pr. 8, 7; Scherr Stud. 1, 253 2c. 
— Sämme-a (gr.), n., —; —: 1) der 3t0= Zuch- 
des gr. Alphabets (7, 1), entprechen dem G, v 
Digamma. Danach z. B. in der Matb. Bez. erl. 
best. transcendenten Funktion, s. Minding Diff. 1, 
241 :c. — 2) (s. 1) Name von Schmetterlingen, 
nach einer Zeichnung auf den Flügeln: Jöctua od. 
Geomstra gämma, s. Oen 5, 1265 f. u. Papllio 
C älbum (das weiße C od. das kleine Komma). 1424. 
— 3) (s. 1) G. (Gamme), urspr. Bez. des mit dem 
großen 6 beginnenden guidonischen Tonsystems; 
Tenleiter — Sammar-ollth (gr.), m., -e)s; 
: Krebsstein (s. Astakolitb). olög, m., -en, S; 
* Kenner der Krustaceen. Dazu: G# * 
g-isch, a. 2c. -us, m. sg 24, 21: eine Gatt. 
Ringelkrebse od. Afeln, z. B. G. pülex, Floh- 
krebs 2c., vgl. Gambero. — Gamme, f.; -n: 1) 
s. Gamma 3. — 2) Zelt der Larpländer. Grube Ch. 
1, 9; Kohdl Südr. 1, 101 (vgl. Lawo). — Samo- 
logis (gr.), f.; —e)yn: Lehre v. der Ehe. noké. 
; -e)n: Lehre, Kenntnis von den Ehe-Gesetzen u. 
reh — Sampilön, m., -e)s; —e#: ein 
(unbeñimmt, welches?) wilkes Thier. Simrock Gurr. 
101, vgl. Senccke Wörterb. 1, 453; 461. 
Sangrifler 
San-ache (frz. zäsch'), f.; —, —#: 1) der 
obre, breite Theil an der Unterkinnlade eines Pferds. 
— 2) Dummkorf, s. Schur * 3, 334. Lachse, 
f.; 0:; -achismus, m., uv.; 0: Dummköpfigk= 
Hehn. — Sanaderka C ran.), f.; —s: Herde. 
Elobus 4, 99b; T 5 vgl. Devisa. — San- 
asche, -asse f.; —n: Ganache 1. — Gancho 
(srau. gäntscho), m., —s: Haken, z. B. Globus 
1, 142a 2c.; auch: Kuorler. 12, 343; Schlepver 
(der den Srielgaunern die zu rupfenden Vögel zu- 
schleppt). 1dd. — Sünd ((eelt.), n., -(e)s; -e: 
(s. Ss. u. Auslb. 39, 22 8Sa) Felsschutt: Gerölle, 
womit Etwas überschüttet wird, vgl.: Rüfe, Sltein- 
rieseten, Gan te od. G'schürten. Berlepsch 41. (-an: s. 
Gonra). Scke, f.; —n: Schutt-, Blockwall bei Glet- 
schern, s. Morcne. Sen, tr.: in Zsbg: Ver-g. (ver- 
gan ten). mit Gand überschütten. Stalder 1, 420. — 
Sandhärwa (ind.), m., —s; —# : Diese Gs ge- 
bören mit den Nomrben 1 Apiaras] zu den guten 
Geistern, sind die bimmlischen Heerscharen, Genien der 
Musik u. andrer Künste; doch sind sie beiderlei Geschlechts. 
Ihres Königs Kitraratba n. Höser Urw. 91; DAMus. 15, 
2, 634. Dazu: Die formlose G.-Che, wie sie der 
Fürst mit Sakuntala abschließt, eine freie Ebe der 
Neigung. 617 2c., vgl.: Durch eine Ehe gandorva. 
beine 19, 143 2c. — Sandim (frz. Jangkeng), m., 
—3: —6: ein lächerlicher Dandy (nach einer Baude- 
ville-Person). wachenusen Ev. 63. — Sändfur, 
m., n., —s: 0: das große Religionsbuch der 
Buddhaisten, s. Genschur. — Sandüra, k.; 
—6# : eine Art Dalmatika als Tracht afrifani- 
scher Frauen. Ausland 38, 50a. — SEöne-o 
(lat.), m., —s, -önen; zönen [58 24, 3, önis!: 
Schlemmer, Prafer. — Gaͤn-aw hebr.), m., 
—s; —, -öwim: (jüdelnd) Dieb, auch: Der 
Gannew (achurkl. Gartenl. 16, 123b. -fen, tr., 
auch o. Obj.: stehlen; auch (Weinb.): Die Pflan- 
zung durch Miegung od. Senker. „b- „g. Kecht Weinb. 
(1835) X. er, m., —8; ub. Diebe Ganver. 
# Adelsb. 17. — Ganges, m.: Strom in 
Indien, den Hindus als heiliger Flud— geltend 
(e. 1, 200 2c.; personif. als Nymphe Ganga, 
Gemahlin Schiwa's); auch als golrreich gepriesen: 
Alle Schätze des Paktol's u. des G. w. 23, 27 2c.; G.= 
Reh, s. Aris 2c. — Sanlg)küro, m., —#; —: in 
Japan, Theehaus. WHeint 1. 281; 2, 6; 9 2c. — 
Güängli-tis (gr.), f.: 0: Ganglien-Entzündung. 
-on, n., —; zen [§ 24, 2, u.): 1) Uberbein; 
krankhafte Nervenanschwellung 2c. — 2) Knoten 
in den Nervensträngen 2c. : Gänglien-Knoten; Kugeln; 
Nerven; -Sostem, dessen Hurtss im Unterleib ist; 
Zelle 2c. -onitis, f.; 0: Gangliitis. —5s, a. 
voller Gunglien“ . — Gangrän-a (gr. ), . 
[8241]-e,—n(Arzn)derhe1t,;eBrandO 
übrtr.: Ergreift rie fecherte G.,|die unmesterentet. 
das Herz. Lirdge Er. 1, 70 ꝛt. escenz, f.; —#en: 
Übergang in die Gangräne. -#n, intr. (sein): 
gangränös werden. rbss a.: von der Gangräne 
ergriffen, branrig. - öse, f.; S; -õsis, f. [8 24, 
3, uv. ): Gangränescenz. — Eängrifter (schwed.), 
pl.: Hünenbetten, dän. Jättestuer (Riesenbetten), schwed.
        <pb n="442" />
        Ganieren 
426 
G., — megalithische [J. d.] Gräber zur Beisetzung einer 
Familke od. eines Stamms. — Ganiferen, tr., auch 
o. Obj.: beim Lhombrespiel: Einem den Stich 
lassen, damit er am Spiel bleibe, s. Gano. — 
Eanksker, m., —8; uv.: G., G.-Baum, Elc#ocärpus 
ganitrus. Ohen 3, 1195. — Sanivet (frz. — we), 
n., —6 6: chirurgisches Messerchen. — Ganjawas 
(türk.), n., uvr.; uv.: kleines Fahrzeug. — 
Ganküro: s. Gangk 2c. — Gannew: s. Ganaw. 
— Gäno (frz.): beim Lhombre — laß mich ans 
Spiel. — Sanold-en (gr.); Ses, pl.: eine 
Familie v. Fischen mit „glänzenden“, emaillierten 
Eckschuppen. — SGünsa, f.; —: Art Tabackspfeife 
der Mongolen u. Chinesen. Gartent. 15, 519b; 
52lb rc. — Sänsibra, m., —s; —s: „Schatz- 
meister“, d. i. Einer, der die „Ginsa“, den Schatz 
od. das große Buch (Sidra rabba) inne hat, — 
ein Oberpriester bei den Mandäern. Petermann Or. 
2, 464, vgl. 447; 115; 117. — Gaͤnt: 10 n., 
’(eys; -e: s. Gand. — 2) m. (Schlegel Rich. II. 2, 
2; Schwab 392), —e); —#e; f.; -en: gerichtlicher 
Verkauf an den Meistbietenden (aus lat. in quan- 
tum?, wie hoch?, vgl. it. incanto, frz. encan), 
nam. bei Zahlungsunfähigkeit eines Verschuldeten, 
Konkurs, s. ss. Dazu: G.= (od. Versteigrungs--) 
Haus; G.-Mann, Konkursiser: G.-(od. Konkurs.) 
Masse; G.-Meister, Auktionator; G.= (od. Kon- 
kurs-) Proceß; G.= (od. Auktions-) Register; G.= 
(od. Konkurs-) Verfahren 2c. — Sänt-am, -äng, 
m., —6; —: Name indischer Gewichte u. Hohl- 
maße, s. Encyhl. f. Kaufl. 373b; 544b; 559a; 
655b 2c. — Gantelet (frz. gangtel), m., —; —6: 
Panzerhandschuh; Art wundärztl. Handbinde. — 
Gänten, intr. (haben): die Gant verfügen; Um 
Etwas g., bei einer Gant darauf bieten 2e. Ssstzg. 
(s. Ss.) nam.: Ver-g.: Etwas verg. (Nbuf.: ver- 
gantern, z. B. Heine Rom. 234; Spielhagen Dün. 
194; Reih. 2, 221), versteigern, verauktionieren; 
Einen (Einem. Ileris Pit. 22, 210), sein Vermögen 
ver-g., in Konkurs erklären, z. B.: Während man in 
Süddeutschland vergantet wird, kommt man in Nord- 
deutschland in Konkurs. Auerdach Sch V. 220 ꝛe.; auch 
intr. (haben): sich bankerott erklären: Das so viele 
Leute ver-g. Gouhelf Sch. 233 r2c.; s. ferner: ver- 
ganden. — Gantferen (srz., auch: gangt-), tr.: 
behandschuhen: Gelb gantierte Hände 2c. — Gän# 
c.: s. Ganf 2c. — Gangmed (gr.), m., —e)s, 
-ens; -e, -en; es, m. [8 24, 3, S8): 1) (Myth.) 
ein schöner Jüngling, den Zupiter zum Mundschenk 
erkor u. den sein Adler — od. er als Adler — zum 
Olymp emrortrug: Es muß ihm Ganymedens Hand 
zum Nektar die Pokale schwenken. Hagedorn 3, 191, 
f. Ramler Myth. 189; V. Il. 20, 232; w. 33, 
391 ic. (vgl. G. 2, 64). — 2) antonomastisch für 
Mumschenk, z. B.: Einer der schwarzen GT. Hausbl. 
(66) 4, 394; Zwei Ge machten sich sehr Viel zu 
thun, mir fleißig einzuschenfen. w. 12, 263; Die Gen. 
15, 126 2c. — 3) verhüllende Bez. für einen Züng- 
ling als Ggstd der Knabenliebe od. Pöäderastie 
(Lustknabe): Giton, ein aus dem Petronins bekannter 
schöner Knabe v. der übel berüchtigten Klasse, welche von 
Garsr)as 
den Griechen G-en u. von den Römern Catamiten ge- 
nannt wurden. 314, vgl.: Knaben zum G.-Dienst 
bei Tisch (1) u. Bette. Böniger Sab. 301, s. Pathiker; 
Cinäde 2e. — Ganza, m., —; —# : in Pegu, in 
Indien, eine ältre Scheiremünze aus einer Kupfer- 
u. Zinnlegierung. 
Gaol (engl. dsbel), n., —6; —#: Gefängnis: 
Das Grafschaftsgefängnis count-g. lkaunt—] — in allen 
Hauvtstädten der engl. Shires findet man dieses immer 
von dem City-g. lHßitti— (Stadtgefängnis) geschieden. 
Koht Engl. 2, 108. -er, m., —#; —#: Kerker- 
meister. — Sa“on (bebr.), m., —; -zönim: G. 
(Ubersetzung des vöm. Excellentia) war das übliche 
Ehrenbeiwort der Gelehrten in Palästina, die als Schul- 
Oberhäupter eine bedeutende Stellung einnahmen. 
Zu den berühmtesten dieser G-im. Mog. d. Ausld. 
36, 475a 2c. 
Gäpp-e, f.; —m: Sommerrock des Laprländers 
(aus Wadmal st. des Rennthierpelzes). Grube Ch. 
1, 5. Sie, f.; —: mit Rennthierpelz besetzte Tuch- 
kappe des Lappländers. 6. — Schhara (ar.), m., 
—s; —# : Wollsack, die Wasserschläuche hineinzu- 
stellen, um das Verdunsten des Wassers zu hin- 
dern. Gtobus 5, 136b. — Garabäto (span.), 
m., —6; —#: Haken, z. B. mit der Machete (s. d.) 
als Werkzeug zur Entwaldung. Crenzb. 24, 2, 
946 r.; Harpune 2c. — Saramänt, m., —en; 
—en: im Alterthum ein afrikan. Volk, — als Bez. 
roher Barbaren, s. w. 13, 24; 29, 81; 22, 309 2c. 
— Gäramond: s. Garmond. — Garance (frz. 
ängf'), f.; —: Krapp, Färberröthe: G. robée, 
„beraubter' (holld.: bervofde) Krapp, der der äußern 
Haut u. der Wurzelfasern „beraubt“ vd. davon 
befreit ist, — die beste Sorte. Karmarsch 2, 481; 
G. non Inöng! robẽe, unberanbter (unberoofde) Krapp. 
cbd.; G. grapfe. ebd. eux (-5), n., uv.; 0: ein 
aus den Rückständen des bereits einmal zum Färben 
gebrauchten Krapps durch Behandlung mit Schwe- 
felsäure ausgezognes Farbprodukt. 488. in (-eng), 
n., —#: 0: ein aus dem gemahlnen Krapp durch 
Behandlung mit Schwefelsäure gewonnenes Farb- 
produkt: Die färbende Kraft gut bereiteten G—s ist 5 
bis Jmal größer als die des Krapps. ibd. — Garant 
(frz.), m.,—en, —; —en — u. (in frz. Ansspr.—in) 
m., —§; —#: Bürge; Gewährsmann; Jemand, 
der — u. sofern er — für Etwas haftet u. Gewähr 
leistet re.: Das Aurufen der auswärtigen Gen der 
Bundesakte. TCreilschke Hist. 231; Grenzb. 26, 3, 1431c. 
i, f.z +e)n: Bürgschaft, Gewähr, Gutsagung, 
Haftung 2c.: Kollektiv-G. aller Kontraktmächte. 
116; Zins- od. Zinsen= G. 2c.; Wenn die Pforte 
nicht die suzeräne, sondern eine G.-Macht wärec. Ual3. 
21, 176; Die G. Summe würde sich .. auf 
138, 750 Thlr. belaufen. Grenzb. 21, 1, 144 tc. 
ieren, tr.; intr. (haben): bürgen, Gewähr 
leisten, haften für Etwas: Der Baugesellschaft eine 
Minimaleinnahme zu 9. ebd. 2c; vralt.: Guarenti- 
giteren, z. B.: Urkunden, sie beglaubigen 2c. — 
Garapé: s. Mayn. — Gartlrhäs, m., uv.; 
uv.: 1) in Ungarn: „Groschen“ — Kaiser- 
roschen, d. i. ½0 Thaler od. ½% Gulden.
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        Garbanzo 
— 2) in Ostindien, ein starkes Baumwollen- 
zeng. — Sarbanzo (span.), m., —8; —: 
Kichererbse: Eine Kumpe mit Gs. Heine 18, 123 rc., 
auch Carabanzes. — Sarbelage (frz. —äsh'), k.; 
—#8: Waarenabgabe, nam. bei Ausfuhr nach der 
Levante. — Särbelikren, tr.: (Bergb.) den Eisen- 
stein durch Schlagen mit Helzhämmern auf dem 
Rennherd zur Schmelzung vorbereiten (vgl. gerbu- 
lieren). — Garbiĩn (it.), Jo, m., —6; 0: Süd- 
westwind (vgl. Libcecio; Africus). — Gaͤrbo (it.), 
m.: Anstand, bes. (Mus.): Con smit] g. — 
Garga 2c.: s. Garza. — I. Garce, m., —; 
—s: Getreidemaß u. Gewicht in Indien (auch 
Garßa, Gursey). Encyhl. f. Kaufl. 373b; 546; 
b ic. — II. Gar-ce (frz. garß), f.; —6: lieder- 
liche Dirne, Metze. qon (□höng), m., —; 
—#5: Junggesell: Er hat sich nicht verheirathet u. 
ist g. geblieben. 95 Kohl Par. 1, 89; En lang) g. leben rc.; 
Aufwärter, Kellner; Schob das Silbergeld zurück: 
pour spur] le g. (für den Kellner]. Hol#ei Treust. 2, 
363 2c.; G. de bontique lbutikl, Ladendiener rc., 
val. (im Mittelalter): Der lturnierende) Herzog, um- 
geben von der Dienerschaft, den Garzunen od. G-s. 
Weiss Kest. 2, 650 2c. -Conniere (onnjär#, f.; —6: 
junges Mädchen, die die Mannsleute liebt u. auf- 
sucht. -gLonnieren, intr. (haben): Päderastie trei- 
ben. — Särcy, m., uv.: —: ein poln. Getreide= 
maß, s. Garniec. — Gärde (frz. gärd’'): 1) m., 
uv.; —#: Wächter, Bewahrer ½.: Ein G. du corps 
ldü kör!, Einer von der königl. Leibwache; Acht 
Schweizer-G—n lod.-Garrisften . Hat3. 21, 311; G.des 
sceaux ldaßol, Großsiegelbewahrer 2c., s. d. Folg. — 
2) f.; —n s (s. prendre): Wache, Leib-, Schutz- 
wache; Heeresabtheilung von ausgesuchter Mann- 
schaft: Die alte G. stirbt, doch sie ergiebt sich nicht; Die 
Potsrammer G. c.; Die g. du corps len kör], be- 
rittne Leibwache (vgl. 1) 2c.; Grand' (grängd-]) g., 
Reiterkorps als Schutzwache des Heers vor Uber- 
rumplung; G. avancée □angße], Vorposten rc.; 
G.-Artillerie;-Grenadier;-Kapitän;-Kü- 
rassier;-Leutnant;-Officier;-Regiment; 
Soldat 2c.; Dem Zug vorauf sendete man eine 
Avant-G. (s. d.). Rũstow gK. 184 2c.; Bürger- 
(od. Municipal-) G.; Ehren-G.; Grenadier-G. 
König Zer. 1, 216; Hatschier-G. G. 20, 231; 
Hundert= od. Cent= (s. d. t1b) G.; Kommu- 
nal-(od. Bürger-) G.; Leib-G. (od. .Guardi. 
Simplieissimus 2, 692; Zinkgräf 1, 9 5 2c.): Kleine Kerls 
von der damals spottweis s. 9. Löffel= G. Uiemer G. 
1, 336; Schüching Bronckh. 3, 113 (vgl.: Die s. g. 
Löffelbande. Ammermann 12, 88, — Uu.: Der Löffelbund 
Anno 1530. Das waren die Edellent v. Saroven, 
deren jeglicher ihm zu einem Zeichen einen Löffel anhenkt, 
ihres Vermuthens, die Genfer in einer Suppen zu essen. 
Stumpf 596b; 76 4arc.); Municipal-(od. Bürger-) 
G.; National-G.; Officiere, die der ital. Nobel- 
G. angehören. Gutzkow 3. 7, 129 rc. Sbonnet 
lbonnel, m., n., -6; —s: Mützenüberzug. -boutique 
lbutik), f.; —#: Ladenhüter. chasse lschäff), m., 
uv. ; —s: Hegereiter. —feu s-foöl, n., —s; —: 
Kamingitter, Ofenschirm. sou s-fũ], m., n., 
Gardist 427 
—86; —: Geländer. côte (—köt!, m., —8; —6: 
Küstenwächter. -magasin s-sengl, m., — ; —: 
Magazin-Verwalter. -maläde, m., uv.; —: 
Krankenwärter. -manche (-#mängsch'], m., uv.; 
—s: Uberziehrmel. -meuble I#öb'II, n., —; 
—s: Geräthkammer. — Garden (engl.), m., ; 
—s: Garten: Die Obst= u. Gemüsegärten u. dle Treib- 
häuser. . Diese Bezirke lim Parl] sind es, was der 
Engländer eig. Girten (g—s) nennt. Der zur Fußpro= 
menade best. Theil der Besitzung beißt pleasure-gronnd. 
(s. d.). Grube Ch. 1, 103. — Garde-nappe (frz. 
gardmnäpp), f.; —s: Strohgeflecht 2e., zur Schonung 
der Tischdecke, unter Flaschen, Schüsseln r2c. zu 
legen. „robe, f.; —n, —#s: 1) Ort, wo Kleider 
aufbewahrt werden: Mäntel u. Hüte in der G. ab- 
legen 2c.: G.-Märchen. Gartenl. 16, 295a 2c. — 2) 
die Gesammtheit der Kleidungsstücke: Der kurze 
Mantel, der gw. seine ganze G. ausmachte. W. 22, 77; 
36, 33 re.; bes. (Bühnenw.): Die Verwaltung der 
G., des G.-Wesens liegt dem G.-Direktor ob; 
G.-Bücher; -Geld, das einzelne Bühnenglieder 
zur Anschaffung ihrer G. erhalten; Inventa- 
rium; Lokal; Ordnung; -Personal; 
. Stück:e.; Bauern-; Militär--G. 2c.; Trauer- 
Gnu. Gutzkew 3. 5, 268. — 3) Anlleidezimmer im 
Schauspiel, z. B.: Ballett-; Chor-; Da- 
men-; Herren-; Statiisten-G. c. — 4) an 
Höfen r2c., das Bedientenzimmer; auch: Diener- 
schaft. — 5) (euphemistisch) Abtritt: Musste ich 
nicht in Karlsbad einen Gulden für den bloßen G-n- 
Schlüssel geben? 9p. Fat. 2, 151 ½c. Trobier 
(#. m., —#; —: (Bühnenw.) Garderobe- 
Aufseher, = Verwalter 2c.: Ober-G. 1c.; weibl.: 
Garderobidre l-Härel. Gutzkow Z. 2.286; 4, 270; 
Garderobidren lin den Vestiairen]. Wachenhusen Ev. 86. 
„vue □-wül, m., „s; —8: Licht-, Angenschirm 2c. 
Gard-ez [-#|: Achtung! bewahrt, schützt! re., 
bes. beim Schachsp.: G. od. G. la reine lränj, die 
Rönigin (vgl.: Schach). -iän (it.), m., —(e); 
e: G., Gu ardian, Hüter, Wächter, z. B.: Hafen- 
wächter. Uols Ins. 2, 63 (vgl. 62) 2c. — bef.: 
Vorgesetzter eines Klosters, nam. bei den Franzis- 
kanern 2c.: Der Provinzial-Guardian. Gutzkow 3. 
5, 199. Sien (frz. Jeng), m., —s; —#: Wächter, 
Hüter, Aufseher, z. B. der Garderobe (1). Noden- 
berg Par. B. 363; 368 2c. -ren, tr.: bewachen, 
beschirmen 2e. — Gardine, f.; —: Vorhang an 
Fenstern, Umhang an Betten 2c.: Sie stritren öfters 
sich selbst hinter den G-n [des Betts, s. u.: G-n- 
Predigt r2c.]. w. 12, 45 2#.; Flor-G-n. 11, 206; 
Tüll-Gn 2c.; scherzh.: Zum ersten Mal entbehrte 
sein Gefängnis der eisernen Gen [Gitter]. Glagau 
Reut. 41 2c. Als Bstw.: G-n-Bettistelle); Wann 
der Mann hadert u. das Weib Umhangs= od. Gn- 
Meß hört od. dem Mann zu Morgen liest. Weidner 
225, heute zumeist: G-n-Predigt, Straf--P., die 
ein Ehegatte dem andern hält. Gouhelf U. 2, 319; 
Immermann M. 4, 177; Ischohhe 8, 339, vgl.: Mir 
die erste G-n-Scene zu machen. Gutzkow Z. 8, 53 cc. 
— Gardist, m. „—en, —s;en: Einer v. der Garde 
(s. d. 2): Leib-G.,-Wichter. Hebel 3, 320; Mu-
        <pb n="444" />
        428 Gare 
nicipal- G. IAohl Par. 1, 201 2c. — Gare (frz. 
gär)!: vorgesehn! aufgeschaut 2c., s. Omelette. — 
— Garclka, m., —s; 0: G., kleinrussisch für 
Wodka, Vranntwein. Kohl Sürr. 2, 185; 57; 1, 8 2c. 
— Gargalismus (gr.), m., uv.; 0: das Kitzeln. 
— Gargar-isation (gr.), f.; —en: Gurgelung. 
„isiẽren, tr., refl.: (sich) gurgeln. -isma, n., 
—# ; -ismen [8 24, 3, n., 4tis): Gurgelwasser. 
iomus, m. [8 21, 2): Gurgelung. — Gargôt- 
age (frz. —äsh), f.; —n: Sudelkocherei. , k.; 
—n -s: Speisehaus, Garküche für den gemeinen 
Mann (vgl. Popina); verallgemeint: Wirthschaft, 
in der man schlecht u. unreinlich isst. -ier (—##, m., 
—8; —#: Wirth, Beüitzer einer Gargote, weibl.: Gar- 
gotidre I—jr'], Sudelköchin 2c. -ĩẽren, intr. 
(haben): in — od. wie in — schlechten Speise- 
häusern essen 2c. — Gargonill-äde (frz. —gülli-), 
f.; —n: ein geschnörkelter Tanzschritt. -e, f.; —n, 
—: das wassersreinde Ende eines Springbrunnens, 
einer Wasserrinne (Drachenkopf). étte, f.; -n: 
langhalsige Flasche, woraus die Flüssigk. gurgelnd 
fließt. — Sargousse (frz. -uiss), f.; —s: Karduse 
(s. d.). — Sarguran (Cäng): s. Gourgouran. — 
Gargüsse: s. Karagenz. — Gäri, m., —8; —8: 
in Indien — 4000 Rupien (s. d.). — Garia 
(arab.), f.; —s: Sklavin. Globus 7, 53b. — 
Garibäldi, m.: berühmter italiänischer Volks- 
u. Freiheltsheld (In dem schlappen G.-Hut. Hausbl. 
— 65 — 4, 318) — am Rhein Bez. sauren Weins, 
s. Gartenl. 15, 695b, vgl. Rambaß. — Sarita 
(Kran.), f.; —s: Wache, Schilderhaus vor einer 
Festung: Als wir an der G. (Barridre) vorüber in die 
Stadt einfuhren. Kollonittz 105. — Schhariwäla: 
s. Dakatiha. — Sth)ärk (arab.), m., —6; —6: 
eine Staude mik dickem Stengel, aus welchem ein 
weißlicher, den Augen schädlicher, aber zum Färben 
der Haare gebrauchter Saft reichlich fließt. perermonn 
Or. 2, 159. — Garle (litth.), f.; —n: Art 
Waseserlilie. Goldammer Litth. 179. — Garlir: Art 
Leinwand, Butzelleinwand. Encyhl. f. Kaust. 50Sa. 
— Sarmond (öng), m., —#8; 0: (Buchrr.) südd. 
Bez. für Korpus (s. d.), nach dem frz. Schrift- 
gießer Clande Garamond (1 1561). franke Kat. 38; 
39; Prechtl 3, 261. — Garnächa (span. -ätscha), 
k.; —#: Name spanischer Trauben u. Weine. — 
Garn-ät, m., —(e)8; -#e: 1) (seem.) G., Stag- 
G.: eine Art Talje od. Klappläufer, welcher an dem 
großen Stage über der großen Luke angebracht wird, um 
nicht gar zu schwere Lasten damit aufzuheißen. Dobrik 
309b. — 2) Art kleiner Krebse, Krabben, Palsmon 
squllla (s. Bouquet); Der italiänische G., Nica 
edülis 2c., s. d. Folg. -(e#le, s.; —n: Zene klein- 
sten eßbaren Schalthiere, die G#n od. Granaten. 
Salon 1, 436; Die G-n, Crängon vulgäris. Oken 
5, 636 cc.; (vralt.) Gramatelle. Keisersberg Post. 170 
(frz. crevette). — GSarnéren, tr.: seem. st. 
garnieren (s. d.), auch verkürzt: neeren, s. Dobrik 
bosa, vgl. 309b.— Garnet (engl.), n., —6#; —: 
Granit. Keht Engl. 3, 119. — Garneh# (russ.), 
m., uv.; uv.: ein Getreldemaß: Der Tschetwert 
hat 8 Tschetwerik à 8 G. Encykl. f. Kausi. 6S ##, vgl. 
Garrat 
(voln.) Gärniec -#njetzl, Gärch, als Getreide= u. 
Flüssigkeitsmaß in Polen u. Galizien. 373b 2c. — 
Garn-# (frz.), a.: garniert, meubliert: Chambre 
(s. d.) g-e; In einem ehrbaren Hötel (s. d. 1) g. 
Spielhogen Pr. 8, 85, wo Fremde Chambres g-es 
sür die Zeit ihres Aufenthalts finden: Maison 
lmäsongl g—ie, Haus mit zu vermiethenden Chambres 
es 2e. -ĩẽren, tr.: mit der nöthigen Zubehör 
od. Ausschmückung versehn, einfassen, besetzen, 
z. B.: Eine Egerla überalls mit Grazien garniert 
lgeschmücktl. w. 3, 182 12c.; Ein Zimmer g., meublie- 
ren; Ein Schiff g. (od. garnceren), die inwendigen 
Seiten u. den Raum mit Planken belegen; auch: 
den Boden des Raums mit Reisern, Holzstücken, 
Wollsäcken 2c. belegen, s. Bobrin 309b; (Kochk.) 
Speisen g., mit den dazu gehörlgen Beilagen u. 
Verzierungen belegen u. ausschmücken. Scheible 8 ze.; 
ferner nam.: Damenputz, Kleider, Hüte 2c. g., besetzen. 
rung, f.; —en: das Garnieren — u.: das dazu 
Dienende (Garnitur): Spitzen= G—en. Gartenl. 13, 
56 2a 2c. Zifaire Sär), m.t, —; —# : Zemand, den 
man zur Zwangseintreibung einer Kontribution c. 
bis zu deren Erlegung wo einlagert. isön, k.; 
—en: Truppen-Besatzung; Standort v. Truppen: 
Ge)-Anditeur (s. d.); -Dienst, Ggstz Feld-D.; 
-Kirche; Das Gs-Leben war ihm langweilig ge- 
worden. Spielhagen Pr. 4, 39 (s. o.: -Dienst); G(s)g= 
Prediger; „Schule rc.; Die ganze Miliz= G. 
Püchler Südöstl. 3, 280. Sisonferen, intr. (haben): 
in Garnison liegen. Zitür, f.; S—en: (s. Garnie- 
rung) Das, womit Etwas garniert ist, z. B. der 
Besatz bei Damenputz: Die G. des Kleids; Blon- 
den-; Spitzen (s. u.); Tüll--G.c.; Hut-G. 2c.; 
ferner: G. neunt man die Sachen, mit welchen man 
die Speisen belegt u. verziert. Scheible Kochb. 8 rc.; 
ferner: das Beschläge, der Beschlag, z. B.: Die 
Feinkratze unterscheidet sich von der Vorkratze dadurch, 
daß die G., der Beschlag (d. h. die Bekleidung v. Draht- 
bäkchen) aus feineren u. enger stehenden Zähnchen ge- 
bildet ist. Karmarsch M. 2, 516 ie.; Die jetzt sehr häufig 
bei Jagdgewehren vorkommenden, mit G-en r. braunem 
u. schwarzem Holz od. Horn versehenen Schafte heißen 
im Handel Kapuzinerschafte. Prechil 6, 539; Ka- 
puziner-G. ic.; auch allgm. — Einfassung r2c.: 
Von zerbröckelten Mauer--G-en umgeben. Dazat 14, 
1a 1c., vgl. (s. o.): Der in 1000 gothischen steiner- 
nen Spitzen= Geen kokettierende [Thurmjl. Lalon 2, 
219; ferner: eine Zusammenstellung von versch. 
Stücken als Ganzes, z. B. von zu einander passen- 
den u. zusammengehörigen Schmucksachen (Die 
Sommer.G. ihrer Ringe. Böniger Sab. 392; Ring- 
G-en. 394 1c.); ein Eßbesteck 2e.; auch: eine Reihe 
eingesetzter Zihne 2e. — Garo (lchin.), n., —8; 
0: Zweierlei Aloe-Holz, das beste Calambac sod. Kilam), 
das andre G. Oen 3, 1709 ff. — Garosmant 2c. 
s. Gastromant 2c. — Gaͤrra-Ali (abess.), m., —S; 
—6: Art Regenpfeifer, arab.: Karawahn. Brehm 
Hab. 224. — Garrat: Alle Innerafrikaner verstehen 
das Gärben vortrefflich. Sie beuutzen dazu die Schoten 
der G.= Mimose. 106: Kbarrat Mimose. 175; Aus 
nierern Strauchmimosen, G. od. Kharrat. Brehm Bild.
        <pb n="445" />
        Gars(r)ocha 
136. — Garsr)och-a (span. Sötscha), f.; —: 
Lanze zum Stacheln der Stiere bei Stiergefechten, 
s. auch Salto. Jon, m., —; -önes: kleine Lanze 
zum Stiergefecht. — Sarkthöttt)-e (span.), k.; 
—n: Halseisen am Pfahl zur Hinrichtung durch 
Erdroßlung. Nat3 20, 161; Scherzer Nat. 365 rc. 
-er, m., —, uv.; —#: Garrottierer. Cartenl. 16, 
294a; 17, 202b; Nach Art der Gs niedergeschlagen. 
Schulles Süd. 2, 170 2rc., auch: Garoteur lört, 
m., 6; —#. kren, tr.: 1) mittels der Garrotte 
tödten: Fusillaren u. Garottierungen. Grenzb. 
25, 1, 213 2rc. — 2) von Riubern, die ihre Orfer 
jählings überfallen u. niederschlagen od. sonst ihr 
Schreien unmöglich machen: Zum Schutz gegen die 
Garokttierer. Upitaval 36, 77; Gt#c#stächer Neis. 2, 
194 rtec., s. Garrotter. — Garrua (massauisch), m., 
—6; —#: das Männchen einer Art Antilope (Sirep- 
siceros Küdu), das Weibchen: Nellet. Brehm Hab. 
66. — Särr-ülitas (lat.), f. [8 24, 3, ätis): 
Geschwätzigk.: Von der G. senilis Igreisenhaften]. 
Scherr Bl. 2, 524. ulität, f.; 0: Geschwätzigk. 
-„ulus, m. I§ 24, 21: Schwätzer; Heher. — 
Garter (engl.), m., —#; #: (Knie-), Hosenband: 
G.-Orden, frz. ordre de la jarretidre. — Gartinc, 
f.; —n: ein Feld mit Gartenrecht. — Sartsherrie 
(engl. —scherri): eine Sorte od. Marke Roheisen. 
Uai. 20, 401 2c. — Garüda (ind.), m., —#; —: 
ein großer Adler, Reitvogel des Wischnu. Söser 
Urw. 91; 6. — Garum llat., § 24, 2, n.]:: eine 
appetitreizende Füchbrühe der Alten. Oken 6, 199. 
— Garzétt-a (it.), f.; ze: der kleine Silberreiher 
(vgl. Aigrette), vgl.: Ein Schwarm od. Volk dieser 
Stelz= u. Wasservögel ist am Apure unter dem Namen 
Garcero bekannt, weil darin die Reiher Garcas 
vorherrschen. Unter den Kranichen, Garcones cre. 
Globus 5, 2 46a, sämmtlich richtiger mit z statt c. 
— Sarzüne, m., —I# -n: s. Gargçon. 
Sas, n. (m., z. B. w. 33, 111), -es; Se: 
(Chem.) Luftart (frz. gaz): Van Helmont (###1 6441, 
welcher sich zuerst des Woris Ge bedient hat 2c. Hum- 
boldi K. 2, 385; Stoffe, die beim gewöhnlichen Luft- 
druck u. den natürlichen Temperaturnnterschieden luft- 
förmig bleiben, nennt man G-e, permanente nennt man 
sie dann, wenn sie sich weder durch Druck noch durch 
Kälte tropfbar darstellen lassen. Burmeisttr Gsch. 155; 
Koercible G-e, die durch Druck od. Abkühlung 
tropfbar-flüssig werden 2c.; Chlor-G.; Gruben- 
G., die sich nam. in Steinkohlengruben sammelnde 
Luftart, schlagende Wetter, Sumpfluft; Sauer. 
stoff= od. Orygen-G.; Stick(stoff)- od. Nitro- 
gen-G.; Wasserstoff= od. Hydrogen-G.; 
Kohlenwasserstoff-G.; Schwefelwasser- 
stoff--G. 2c. Ohne Bstw. versteht man im gw. 
Leben meist das zur Beleuchtung dienende G., 
Leucht-G., wovon es versch. Arten giebt, nam.: 
Steinkohlen-G., ferner z. B. (s. Karmarsch 2, 
43 ff.) Harz-; Holz-; Ol--G. 2c. Als Bstw. 
z. B.: G.-Anstalt;-Art;-Bad;-Behälter; 
Beleuchtung; = Brenner; -Douche (s. d.); 
Flamme; förmig; Heizung (HKarmarsch 2, 
50); -Kandelaber; Krug; -Lampe; La- 
Gassatim 429 
terne; „Leitung; --Licht; -Messer (m. od. 
.Ubr); Im G.-Raume des werdenden Planeten. Bur- 
meister Gsch. 155; G.-Reflektor (s. d.); „Neser- 
voir (s. d.); Röhre; „Uhr, „Messer;-Bulkan, 
G. ausströmend; -Werk 2c. — Sthasa (ar.), 
f.; —#: heiliger Kampf. Hammer 10, 347 (auch 
Ghasirscha, m.; Geral). Dazu: Ghäsi, Sieger, 
Kämpfer im heiligen Krieg. ebd.; 1, 604; 8, 218 2c.; 
auch als Name einer Goldmünze: 60000 Gold- 
stacke. . Die 60000 Gbasi lin Agyptens. fallmerayer 
Gs W. 1, 60. — Gase: s. Gaze. — Saf#l (ar.), 
n., e)s; —e; -e, f.; -n: eine orientalische 
Dichtform, ein kürzeres — wie Kassice ein längres 
— Gedicht, in dem alle graden Zeilen mit der 
ersten reimen: Die Form des Gs. Daumer 1, VIII; 
Kanzonetten u. Ghaselen. Heine Rom. 225; Gee. Plalen 
2, 13;1; Das Ghasel. Rosenkranz Gsch. Poes. 359; 
Ghaselen. Schac 1, 20; Das G. 2, 52; Von den 
Gasellen umsprungen) u. von den, Ghaselen umklungen. 
Rüchert Mak. 1, 97 2c. -enhaft, a.: gaselenartig: 
Ghaselenhaft gleichtönend. frankl Zer. 1, 361 2cc. — 
Gasélle: s. Gazelle. — Gäsen, tr.: behufs der 
Appretur Baumwollzeuge mit Gas sengen. Karmarsch 
M. 2, 561. Zsstzg.: Ver-g., kr.: in Gas ver- 
wandeln; refl.: zu Gas werden, in gasförmigen 
Zustand übergehn: Indem das kehlensaure Ammoniak 
sich in der Hitze vergast. Karmarsch 2, 479 2c.; Zur 
Verqgasung des .. Kohlenstoffs. Liebig Th. 81 rc. 
— Sälich: s. Gawaze. — Slh)äs-i, m., —s: —5; 
Zidscha, m., —s; —#6 : s. Gasa; Gawaze. — Gas-- 
isicieren, tr., refl.: vergasen. -isihatiön, k.; 
—en: Vergasung. -ig,, a.: gasartig: Die g-en 
Erhalationen. Hausbl. (65) 4, 362; Die Lehre von dem 
g—en Urzustande der Welt. Kolaischen St. d. 3. 139 re.; 
auch: Die vor-#g—e Zeit. DMus. 15, 1, 307, ehe es 
Gasbeleuchtung gab. — Gasc-ogne (frz. —ön): 
Landschaft des sudwestl. Frankreichs, deren Be- 
wohner (Gascogner) als Aufschneider gelten 
(s. Hagedorn 2, 85 ff.): Der Ton der G. voll Ruhm- 
redigkeit u. Prahlerei klang in seinen Außrungen wieder. 
Erenzti FrBoden 1, 113. -ögnern, intr. (haben): 
fanfaronieren. Scherr Bl. 3, 218, auch: gasc- 
onnieren. w. 11, 75; -onisièren 2c. -on(n)ade, 
f.; —: Fanfaronade. t. 7, 21; w. Merck 2, 72. 
-onisch, a.: aufschneirerisch. — Gaso-chemic, 
f.; —(ehn: Chemie in Betreff der Gase. i#ter, m., 
n., —: ur.; -litrum (5 24, 2, n.]: ein nach 
Grundlage des Litre eingetheilter Gasometer. 
-meter, m., n., —s; uv.: Gasbehälter, zugleich 
als Maß (s. Gasmesser). Karmarsch 2, 40 2c.; „Daß 
mir plötzlich ein Licht aufgegangen ist". Warum nicht 
ein ganzer G. ? Uing Verl. Gschl. 4, 121 2c. -phrion, 
n., -s; ken: Feuerzeug, in dem ein Platinschwamm 
durch darauf strömendes Wasserstoffgas sich ent- 
zündet (Tachyryrion od. Schnell-, gw.: Platina= 
Feuerzeug). -õs, a.: s. gazeux. — Gasso (perf.), 
m., —s; —#: eine Münze: Mamudis zu 20 Gs 
Kourant.. Werih eines Mamudi 6 Sgr. 7 Tf. 
Encykl. f. Kaufl. 373a ꝛc. — Sassatim (deutsch- 
lat.): G. (p. 21, 41; Simplicilstimus 1, 42 822 2c.), 
— auch: gassaten (Hollei Es. 1, 232) od. kassä-
        <pb n="446" />
        430 Gastaldia 
ten (Schweinichen 3, 71) gehn — gasseln (s. d. Ss.; 
Meißnter Stein 13; 164)0, durch die Gassen ziehn, 
nam. nächtliche Ständchen bringend, fenusternd rc., 
s. Cassation (vgl.: Gasselgeher. Elst. v. Taura Ring 
2, 156 2c.). — Sastaldia: s. Guast 2c. — Gaster 
ic.: s. Gastr 2c. — Gästgispar (schwed.), m., S; 
e: „Gastgeber“, Gastwirth, nam. in Stations= 
häusern (s. d. u. Stjud). gard, m., —6: —e: 
Stationshaus, wo der Reisende Wohnung, Ver- 
pflegung u. Pferde findet. Bazaor 15, 63c. — 
Gastieren (deutsch-lat.): gasten (s. Ss.): 1) tr.: 
Leute als Gäste bewirthen, traktieren; auch o. 
Obj.: ein Gastmahl ausrichten, schmausen; ferner 
— herbergieren, Gastwirthschaft treiben 2c. — 
2) intr. (haben): als Schauspieler Gastrollen 
geben: Damit in Deutschland umher-zu-g. Deotient 3, 
390 r. — Gastonaildos (span.), m., uv.; uv.: 
Kassonade (l. d.). — Sästr-, (Gaster-) algie 
(gr.), f.; —eyn: Bauchschmerz. anax, m., uv.; 
0: Verdauungsthätigkeit - äphetes, m., uv.; etai: 
Kleinere Wallgeschosse od., Bauchspanner" (Gastraphetai). 
Weiss Kost. 1, 915; Rüstow 9K. 403. Temphraxis, 
f. [8 24, 3, uv. ): Magenüberladung. JZiciomus, 
m., uv.; 0: 1) gastrischer Zustand. — 2) ärzt- 
liche Ansicht, wonach die meisten Krankheiten gast- 
risch sind. -icus, a.: gastrisch. -ilög, m., -en, ; 
-en: Bauchredner (Ventriloquist): Gie, f., Bauch- 
rednerei (orsch.: Gastro log). -imärg, m.,en. ; 
—en: Fresser, Schlemmer: G-iEe, f.; g-isch, a. 
Sisch, a.: auf den Magen bezüglich, von dort aus- 
gehnd 2c., nam. in Bezug auf Krankheiten u. 
Krankheitszustände: Ges Fieber, Fsbris gästrica 2c. 
-lis, f. [8 24, 3, uv.]): Magenentzündung. 
-obranchus, m. [8 24, 2)]: „Bauchkiemer“, Art 
Knorpelsische. obrosis, f. [8 24, 3, uv.]: 
Magendurchlöchrung. -ocele, f.; —n: Magen- 
bruch. -odünia, f. (§ 24, 11; -oduniẽ, f.; 
—(ehn: Magenweh. -oläter, m., —#; uv.: Bauch- 
diener; dessen Götze der Bauch ist (s. Gastroman). 
olatric, f.; 0: Bauchdienst. -olith, m., —; 
e: Magenstein. -olog, m., -en, —; -en: Gastro- 
nom; G#é,f. g-isch, a. (vrsch.: Gastrilog). 
Somalacik, f.; —eyn: Magenerweichung. -omän, 
m.,en, —;en: Einer, der für den Bauch schwärmt 
(Gastrolater): G-ie, f.; g-isch, a. Jomänt, m., 
—en,——en: Einer, der wahrsagt — aus dem Bauch 
od.: aus bauchigen, wassergefüllten Gläsern 
(Garosmant): G#ik, f.; gisch, a. -onm, m., 
en, (—5#); —en: Kenner, Freund der feinen Koch- 
kunst u. höhern Tafelfreuden: Er ist eig. mehr 
Gastromane als G-e. Wachtnhusen Zig. 22 :c.; G.ie, 
f.; g-isch, a. -opatheiéc, f.; —(epn: Magen- 
leiden. operitonitis, k. [8 24, 3, uvr.): Cnt- 
zündung des Magens u. Bauchfells. ophan, n., 
—(e)8; —e: Art Heilmittel für Magenkrankheiten. 
Gattent. 15, 40b. ophil, m., —-en, —; Fen: 
Bauchfreund, Schwelger. -opoden, pl.: „Bauch- 
füßer“, eine Gatt. Schnecken (vgl. Cephalopoden 2c.). 
ortrrhhaphié, t.; —en: Bauchnaht, bei Bauch- 
wunden angewendet. - orrhagie, f.; —+eyn: Blut- 
Erbrechen aus dem Magen. sfis, k. [8 24, 3, 
Gaule 
uv. : Magenkrankheit. oskopié, f.; -(eyn: 
Untersuchung des Unterleibes, dazu: Gastrosköpisch. 
osoph, m., -en, —; —en: Gastronom: Gi##, 
f.; g-isch, a. Tostenöse, f.; —n; Joslenosis, 
f. [§ 24, 3, uv.): Magenverengung. -öfleus, 
m. (§ 24, 2): Stichling. -otomie, f.; —(eyn: 
Bauchschnitt. otpmpanitis, f. [8 24, 3, 
uv. ): s. Thmpanitis. -ozöon, n., —: rozöen 
[§ 24, 2, n.): „Bauch-“, Schleimthier (Myrczöcn) 
2c. — Gafür: Aus roher (ungesottner) Seide werden 
die Dünntuchbänder verfertigt, welche, wenn sie ganz 
glatt, nur mit Leisten v. gesottener (entschälter) Seire 
versehen sind, auch G.Bänder heißen. prechn 1, 422, 
vgl.: Gaze= u. Dunntuchband. Karmarsch M. 2, 796. 
Sateau (frz. —t5), m., —#; — Ctö, —t68): 
Kuchen, z. B.: G—X pralinés □ne], Blätter- 
Mantelkuchen. Scheible Kochb. 443; C— renversés 
(rangwerßel, gesturzte Blätterkuchen, ebd. ie. — Gate- 
enfant lgat= angfäng!, m., —s; —6: Einer, der — 
u. sofern er — ein Kind verzieht. -métier lmehtiel, 
m., —s; s: Einer, der das Handwerk ruiniert, 
als Pfuscher od. Schleudrer 2c. — Satha (skr.), 
f.; —§: Schon unter den Brahmana's der vedischen 
Hymnen finden wir Gs: Sangstrophen, die einzelne Groß- 
thaten alter frommer Fursten od. des grade lebenden Fürsten 
zum Ggsid hatten. Nosenkranz Psch. 68. — Gäthas 
(pers.), pl.: die 3 Schalttage in den Fravardegan 
(s. d.). Ausld. 39, 35a. — Gathering (engl. 
garh-), f.; —#: Zusammengattrung, Zusammen- 
kunft 2e. Gortenl. 17, 2Ja. — Gatta: f. Gutta 2. 
— Gallièren (deutsch= lat.), tr.: (Hüttenw.) 
versch. Erze behufs der Schmelzung mischen 
(„gatten“). Karmorsch 1, 570; 2, 510 c.; Gattiernng. 
658 2c. — SGatg-a (ungr.), f.; zen: In flattern- 
den Galyen (weiten ungrischen Beinkleidern). Gartenl. 
14, 29a; Einen Schafpelz uber seinem Hemd u. der G. 
16, 329a c., vgl.: Das weite Beinkleid v. Leinwanr, 
gagya. Grube Ch. 1, 73 w., s. Gamast. 
Gauche (frz. gösch'), a.: link, links; linkisch: 
Benehmen dort sich ja nicht g. [Reim: Logej. Kladdera- 
daisch 20, 1906. -ric, f.; Aeyn, —S: linkisches 
Wesen u. Thun. — Gäücho (span. gäutscho), m., 
—8; —#s: Abkömmling der Spanier in den Pampas. 
Globus 5, 3a; Gerllächer WW. 10; Ein freier G. 
28 1c.; G.-Hütte (s. Ranche). 259, „Woh- 
nung. 3. 1; G.-Soldat. 11; Wächter. 39 2c. 
— Gaud--ämus (lat.): „lasst uns froh sein!"“, 
— bes. als Anfang eines bekannten Studenten- 
lieds: G. igitur,] jürenss dum sümus weil wir 
noch jung sind) c.; Das G. anstimmen 2e. -#teren, 
tr., refl.: freuen: Sich des ewigen Lebens g. Heine 
Lut. 2, 120; Wie königlich ihn der Zirkel v. Menschen 
gaudierte. Stiling 4, 62 2. -ies (engl. gris), pl.: 
G. beißt in den Kollegken [Orford's ein Festtag. Kodl 
Engl. 3, 49. -ium (lat.), n., —#; -zia /§ 24, 2, 
n.]: Freude. Sch. 606a 2e.; Seelen--G. 107b. 
— Gauer: s. Giaur. — Gaufr-age (frz. gofrasb), 
f.; —u: das Gaufrieren (entstellt: Grassage). 
Sieren, tr.: auf Zeuge, Bänder ꝛe. Muster ein- 
pressen. Karmorsch M. 2, 788; 802; Gaufrier- 
maschine. bd. — Gaule (360), f.; —#: weibliches
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        Gauger 
Negligékleid aus Baumwollstoff in Cayenne re. 
Globus 12, 10 4a. — Sauger (engl. gersher), m., 
s; uv.: Eichungs-, Steuerbeamter. Nodenberg Ins. 
Heil. 2, 202. — Ganlois (frz. golod), a.: „gal- 
lisch“, altfranzösisch, — (vgl. altfränkisch); auch 
n., — verallgemeint für: alterthümliche Srrache, 
z. B.: Indem ich mir eine Art v. deutschem G. bildere. 
w. 11, 109 rc. — Gault (engl. gält), m., —8; 
—6: G., ein provinzialer Ausdruck für eine Reihe von 
Lagern aus Thon u. Mergel zw. dem obern u. untern 
grunen Sandstein od. für ein thoniges Glied der obern 
Kreidebildung, fast Dasselbe wie der tiefere Pläner v. 
Sachsen. Büchner Mensch. 9; Den G. od. Galt 
der Engländer. Burmeister Gsch. 254. — Gäür: s. 
Giaur. — Säüri, f.; O: (ind. Myth.) das Weib 
des Siwa. göser Urw. 91; 96. — Sal-urt: s. 
Giaurt. — Säüfsap-e lat., §24, 3, n., is, MzZ.: 
gausäpia); -um 12, u.]: bei den Römern ein zot- 
tiges Wollenzeug u.: Kleid daraus, s. Böuiger Sab. 
364; Weiss Kost. 1, 963; 975. — Scthhäut, m., 
—9; —: in Indien: Treppe, die zum Fluß hinab- 
führt. Ausld. 38, 66 3a; Ual3. 21, 581 . — 
Gaüting, n.t, —#: —#: ein Gewicht auf Sava (über 
14 Pfund). — Gäütschen rc.: s. kautschen. 
Savacine (frz. —##n), f.; —s: (Web.) am 
Zampelstuhl die mittels eines Ohrs an die Latzen- 
schnur (od. Gavacinfdre, f., srr. —är) auf- 
gezogne kurze Schnur mit den Schleisen. Kormoarsch 
2, 434 ff. — Gäve: 1) (frz. gäw'), m., uv.; —: 
Bergstrom in den Pyrenäengegenden. — 2) In 
Hamburg werden die feinen Justen G. Malja genannt. 
Enthkl. f. Kauft. 45634. — Soövelkind (engl. 
—Meeind'), n., —6; 0: das (nam. in Irland übl.) 
Erbrecht, wonach der Grunrbesitz des Vaters gleich- 
mäßig unter die Kinder getheilt u. zerstückelt wird. 
Grenzb. 26, 1, 287; Nodenberg Ins. Heil. 1, 90 2c. — 
Savetie (frz.), k.; —s, —n: vergoldeter Silber- 
draht. — Saveur (frz. —ör), m., —; —#: Einer, 
der das Atzen der jungen Tauben besorgt: G. des 
pigeons sdã pishöngl. Ausfd. 38, 1144b. — Gavial, 
m., —(e)s; —e: Die dünnschnauzigen Krokodile od. Gee. 
Oken 6, 679; Die Gangeskrokodile im Indischen G-e 
genannt. Globus 12, 150a.— Gavötte (frz.), f.; —n: 
ältrer frz. Tanz in /8 Takt u.: die Musik dazu od. im 
Charakter derselben (s. Suite). Düringer 508; Wester- 
mann 3, 547a 2e. — Gc(h)awãze (e), f.; -n: 
ägyptische Tänzerin (vgl. Almeh): Den üxpigen 
Reizen tanzender Gen. Spielhagen Pr. 7, 180, auch: 
Die Ghawazie's v. Agypten. 5, 139 2c., vgl.: Zierlich 
hüpft die erste Gasich. DMus. 17, 1, 665 u. bes.: 
Am zahlreichsten ist allenthalben in Agypten der Stamm 
lder Zigeuner!, welcher mit dem Namen Ghawzzi 
bez. wird. Er hat fast in allen größern Städten 
seine in allen Künsten der Verführung wohlbewanderten 
Vertreterinnen. .. Alle Ghaziemädchen wählen ohne 
Ausnahme das leichte Handwerk der Tänzerinnen 
Der Mann einer Ghazieh ist selten mehr als ihr Diener, 
der die Flöte bläst od. die Handtrommel schlägt, wenn sie 
tanzt 2c. Globus 4, 122b. 
Sag ꝛe.: s. Gat. — Saz: s. Gas. — Gäza: 
s. Gasa. — Saz-äna, -äva, f.; —: eine ostind. 
Geber 431 
Silbermünze (etwa 1 Gulden). — Sazda, m. 
—; —— : in der Bulgarei, ein zu beherber #ender 
Fremder, „Gast“. —lih, m., —#s; 0: Der G. or. 
die Verpflichtung, jerden Gast (gazda), der auf einen 
Ferman od. in kaiserl. Angelegenbeiten reist, zu beher- 
bergen. CRobert 2, 201 2c. — Saze (frz. gase), k.; 
—n : ein dünnes netzartig gewebtes Zeug (urspr. 
aus der syrischen Stadt Gaza): Die G., die sie 
hier u. da umwallet, nicht verhüllt. W. 20, 314; 11, 
162 2c.; Umschattet v. flatternder Gase. 3, 110 r2c.; 
Damast-; Draht-; Glanz-; Seiden-; 
Spitzen-G. 2c.; Blaßblaues Kleid v. Donna- 
Maria-G., einem durchsichtigen, damals neu erfund- 
nen Seirenstoff. Gutziow Z. 8, 51; G., auch eine Art 
Tressen 2c.; G.-artige Zeuge; G.-Band (s. 
Gafür); = Grund; -Musselin (mit gekochter 
Tramg als Einschuß, s. Kormarsch M. 2, 790); 
Stuhl, Web-St., dessen Haupteigenthümlichk. 
der s. g. Perlkopf ist;-Tritt c. — Sazell-e (ar.), 
f.; —n: Art gehörnter Wiererkäuer, ähnlich der 
Gemse (st. Gemse, z. B. Sch. dob; Berg-G. Reit- 
hard X), s. Antiloxe, nam. Antilope dörcas, den 
Morgenländern ein Bild weiblicher Schönheit, s. 
Umbttit Lied der Liebe 37 2c., auch Gaselle. Rügktri 
Mak. 1, 97 2c.; Mit den g—n -äugigen Huris. 
Rosenhranz Poes. Gsch. 358; Gasellenaugige Cirkas- 
sierinnen. w. 19, 312 :c.; G—n-Pfeife (s. Mon- 
aulos; Monokalamos). Weiss Kost. 1, 890; Bezoar-= 
G., A. öryx; Kropf-G., A. gutturösa 2c. enhaft, 
a.: gazellenartig 7c. — Saz-Letier (frz. gasetie), 
m., —; —: Zeitungs-Schreiber; = Händler. 
-ette, k.; Jn, —: Zeitung. Tettrer (engl. gas- 
lettir), m., —s; —s: Zeitungsschreiber 2c.; auch: 
Zeitungs-Lerikon (Nachschlagebuch für Zeitungs- 
leser 2c.). Globus 4, 247a; Naval (s. d.) 6—s. 
Kohl Engl. 3, 265 2c. — Gaz-eux (frz. gass), a.: 
gashaltig, gasig, weibl.: gazeuse I—öÖf#I, z. B.: 
Limonade gazeuse, Brauselimonade. Mag. d. Ausld. 
36, 498a; pücklter Süröstl. 1, 150 2c. — St(hhäz-i, 
Sidscha: s. Gasi 2c. — Sazieren (frz. gas-), tr.: 
mit Gaze verhüllen; verschleiernce. — Sazo-litre 
2c. : s. Gaso 2c. — Saz-on (frz. gaseng), m., ; 
—# : Rasen, Rasenplatz. onnieren, tr.: berasen. 
Sazophplä-cium (gr.), n., —s; -cken /§ 24, 2, 
n.]; -kion, n., —s; eklen: Schatzkammer, auch 
in Klöstern, Kirchen. — Sazopprion: s. Gase 2c. 
— Scug (ar.), f.; —#s: Razzia (s. d.), um Skla- 
ven zu fangen: Die Ghazwas. Gtobus 11, 261b; 
263b. 
Ge (Ie), n., —; —: mongolisches Längen- 
maß. — Gra: s. Gäa. 
Sebang: G., G.-Palme, ein Baum auf Java- 
c., Cörypha Gebang. Uatur 14, 267a2c. — Geber, 
m., —6; —n: Die noch jetzt übrigen Bekenner der alt- 
prersischen Lehre, die unter dem Namen Parsi's oder 
Guebern [spr. Gebern] in Persien u. Indien leben, 
schreiben ihm lZoroaster] ein Buch zu, welches der Zend- 
Avesta, d. i. das lebendige Wort heißt 2c. Kriegk 1, 122; 
Aus dem Altpersischen entstand das Parsi od. Guebri 
od. die v. den Parsi's oder Guebern gesprochene Sprache. 
118 ꝛc.; G. 4, 170; Zwei Gn, Bruder u. Schwester.
        <pb n="448" />
        Gedakede 
W. 8, 200; Als Parsen od. G-n, wie uns die rohen 
u. unduldsamen Anhänger Mohamed's nennen. 19, 199, 
m. Anm.: Gn, Ghebern, Guebern, bei den Türken 
Ghsaur, Ungläubige 2c. 356. 
Gedahee s. Augur 2. — Gedal (türk.), 
m., —8; —#: s. Gasa. — Ged-enli Kürk.). pl.: 
berittne Chiengarel des Sultans. cklin, f. 7: 
auserwählte Haremsfrau, s. Dscharia. „ikli, m. 
ein Belehnter: G. Säim, belehnte Pfortenbeamte; 0. 
Suäma, Pfortendiener; G. Tschäusch, belehnte 
Tschausche. Hommer 10, 347. Tidäüla: G. Mukatäsi 
(s. d.), Kontrolleur der Abgaben. 
S"h)e#: geschmoliue Butter (in Indien). 
Ausld. 38, 988. — Seese (engl. gis'), pl. zu 
goose (s. d.): Gänse. — Sth)kczis (tschippew.): 
die Sonne. freiligrath * 313. 
Sefrion, Sion, f.; —#s; 0: (nord. Myth.): 
die Göttin der Zungfraun. mehnihe Fr. 116; 34; 
G. . bedeutet die Meerestiefe. Himrock Fr. P198; 
Mytb. 379; als „Nane v. Schiffen rc. 
S-hafie, k.; —m: Art Süßwasserschildkröte 
(Pentonyx 6.). Brehm Hab. 54. — GSéhé, m., —; 
—6: Klippdachs. 67 (s. Aschkoko). — Sehenna 
(hebr.), f.; 0: eig., ein geogr. Eigenn.: ras Thal 
(hebr. Ge) Hinnom, dem Molochsdienst geweiht 
(s. 2. Chr. 28, 3; 33, 6); daher: Ort der feurigen 
Qual, Hölle: Eine Art v. G., ein Ort der Verdamm- 
ten. Keibner N. 1, 123; Der die entflammte ! G. 
scheut. Scha 155 tc.; auch bei den Mandäern (wie 
Scheol) der Rachen des Ur (s. d.). Peiermann Or. 
2, 453 rvc. (vgl. altfr. gehene — gene, s. d., eig.: 
Qual, Folter 2c., dann: Zwang). 
Sein (gr.), n., —(e)s; 0: (Chem.) ein 
schwarzbrauner Extraktivstoff der Ackererde: Humin 
u. Huminsäure, G., G.-Säure. Schulz-Flecih 161. 
Geira (port., gera), f.; —s: ein Ackermaß (Morgen). 
Enchai. f. Kaufl. 520b0. — Geirsodd (nord.): 
„Schwertesspitze“, die Selbstverwundung, durch 
welche sich die alten Nordländer den Tod gaben. 
Mohnike Fr. 116; 95. — Heif-on (#. ), n., —S; 
-a: Karnies (#. d. u. Guhl 1, 12; Weiss Kost. 1 
822). — Geistik (gr.), f.; (□— og: *1 Epirographie. 
— Geislreichisièren, intr. (haben): geistreich 
thun, sich so gebaren, nach Geistreichheit haschen 2c. 
Auerbach Tag. 28; SchV. 261; Höhe 3, 110 r#c. 
Selada, m., —§; —: Art Pavian. Brehm Hab. 
90. — Gelasinen (rr. ), pl.: die Lach-, vordern 
Schneidezähne (déntes gelasini). -domus, m. 
[8 24, 2): das Lachen, zumal krampfhaftes. — 
Sclate (türk.), f.; —m: „Kübelgebühr“, eine wa- 
lachische Auflage. Hammer 10, 347. — Gelalin-e 
(frz. sh.—, k.; 0: Gallert (s. d.), bes. in fester 
Form, meist tafelförmig: G.-Tafeln, auch Leim- 
folien [s. d.] od. Glaspapier genannt. Karmarsch 2, 
72. Jieren, intr. (sein): zu Gallert werden. 12; 
Uais. 20, 11 2c., auch: gelatinisieren. einös, 
a.: gallerkig. — Gelöe (sh—), f., (n., —6); —, 
—n : 1) Gefrornes, Eis: Sowohl tie Sußigk. als die 
Kälte der Gn haben. 3p. 2, 177 2c. — 2) Gallert; 
eine mit Gallert od. Gelatine bereitete Speise, 4. 
Scheible Kochb. 412 ff. — 3) mit Zucker dick ein- 
Gendre 
gekochter Fruchtsaft, best.: Frucht--G. 520 ff., 
dazu z. B.: Apfel-; Himbeer-; Johannisbeer-; Preisel- 
beer-; * 2c. — Geũd (lat.), a. talt. 
Zität, ; 0: Kälte. — Geloskopte car. ), f 
—nt Fleobaihlent übers Lachen. — Selsomin-o õ 
(it. osh-), m., —s; -i: Zasmin (s. d.). 
Gelsonim-o (it. dsch , m., —s; —, -i: Auperrem 
kennt .. die Commecia dell’ arte noch eine Menge sol- 
cher komischen Masken u. fast eine jede Stadt hat eine 
lokaleigenthumliche .., so existiert der Lagitano, Gian- 
gurgulo, Mezzetino, Tartaglia, G., Pascariello, Giro- 
lamo, Coviello, Truffaldino 2c. Büringer 628; Rom 
stellte sich in den Stutzern Don Pasquale u. „Gelso- 
mino“ dar. Uosenhranz Poes Gsch. 551. — Gelürüz 
(türk.): wir kommen. Peietmann Or. 1, 21. 
Semaro (hebr.), f.; O: der die Erklärung der 
Mischna (s. d.) bildend= Theil des Talmuds (s. d.). 
Uosenkranz Poes Gsch. 353. — Gemell-i (lat.), bl. 
[8 24, 21: Zwillinge. -iones, pl. [§ 24, 3): in 
der fathol. Kirche Metallkrüge zur Handwaschung 
der Priester. — Gemit (holl.), n., —6; —: 
„Gemäß“, altes nirkernin. Flüftigkeitsma aß'; bel- 
gisches Flächenmaß (— 300 — Quadratruthen). — 
Semi (türk.), n., uv.; —ler: Schiff, z. B.: Ba- 
sirgan G., Kaufaahrteischiff i2c., s. auch Gönüsu. — 
Semin-ation (lat.), k.; -en: Verdopplung. #i, 
pl. [8 21, 21: Zwillinge, — auch als Sternbild 
(s. Arkes 2): a Geminörum (Cästor), 6 Gemine- 
rum (Pöllug). Mädler 116. Jieren, tr.: verzwie- 
fachen, verdoppeln. — Semm-a (-at.), t. &amp; 24, 
11: Erelstein (s. Gemme), bef.: ein Stern dritter 
Größe = « Coröns (s. d. u. Ariarne). T 416. 
ation, f.; -en: das Knospen. G. 36, 9. -e, f.; 
—u Ecelsteine, nam. kunstvoll geichniee ( Kunst- 
edelsteine“. G. 31, 312), s. Guhl 1, 197; preoch 4, 
524 (s. Intaglio; Kamee): G—n#-Abdruck; Kerf 
(Gutzzow Z. 1, 50); Sammtung ꝛc.; Chartit= 
(s. d.) G. zc. -ula, f. 18 24, 11: s. Plũmula. 
Genaebre (ar.): eine Pfl., mit weißen, dicht 
neben einander stehenden Blüthen, dickem Stiel 
u. fetten, zackigen Blättern. Peietmana Or. 2, 144. 
— Genant (frz. shönäng), a.: genjerend (s. d.), 
genierlich, lästig, beengend; das freie. ungezwungne 
Wesen hemmend od. hinrernd. — GSendarm (Ce) 
(frz. shangd-), m., en, —6; -en, —6: urspr. eine 
Art schwerbewaffneter Reiter (ens — s. d. — 
d’armes), jetzt gw.: Policeisoldat (ogl. Landjaͤger, 
Distrikt- od. Strickreiter; Carabiniere 2c.), — oft 
geschr.: Gensd rc., vgl. (in Tuol): O' Standäri 
(Gen). Gartent. 14, 79 8a ꝛc.: Die Fuß- (Gas#: 
beritinen) Gen Gräuelthaten der polnischen Hänge- 
G-en [die, im Auftrage der geheimen Regierung, 
die Polenfeinde aufhängten]. Gartenl. 15, 715b; 
Der patrouillierende Land- G. Schücking Akt. 2, 132e. 
Scric, f.; —(ehn: Gesammtheit v. Genkarmen: 
G.-Etappe; Korps, „Mannschaft 2c.; Fuß= G. 
gis teren, intr. (haben): Gendarmerie einführen. 
damit schalten 2c. Aueld. 38, 117 1b1c. — Gending, 
m., —6; — : zierlicher Wasserkrug, auf Java. 
nam 14, 269b. — Gendre (frz. tangd m., 
uv.; —6: Schwiegersohn. I#ssohl Par. 1, 97 ff. —
        <pb n="449" />
        Gene 
Gene (frz. shän’'), f.; —n, —: (s. Gehenna) Zwang, 
den man sich — od. Einem Etwas — auflegt rc.: 
Obne od. sans lßäng] g., ungezwungen, gradezu 2c.; 
Allerlel unangenehme G-n.Kohl Pet. 2, 89. — 
SIhyens: s. Mahn. — GSenealög (gr.), m., 
en, (—#5); -en: Einer, der sich mit Genealogie 
beschäftigt. #&amp;, f.; —ehn: Stamm-Baum, 
Tafel, Geschlechtsregister: die Wissenschaft, die 
sich damit beschäftigt; ein Werk darüber. isch, 
a.: auf Genealogie bezüglich: Keine gen noch 
beraldischen Einwendungen. w. 31, 106 2c. eTist, 
m., —en, —8; —en: Genealog. — Seneanöm, 
m., —-en, (—6); —en: Einer, der sich mit Geie 
beschäftigt. .i, f.; —(ehn: Lehre (oder Buch) 
von den Naturgesetzen, die sich in dem Wesen 
der Stamm= u. Geschlechtsgeneoffen kundgeben. 
Sisch, a.: auf Geneanomie bezüglich, s. Gutzkow 
Schön. Stund. 167. — Sener-a: s. Genus. -ãl 
(lat.): 1) a.: die ganze Gattung angehnd, be- 
greifend, allgemein, allgemeingüitig (s. generell, 
Ggstz sveci-al, ell); hauptsächlich 2c., s. nam. 3; 
auch frz. génér- al lipr.: sheneräl), Mz. aurx 
(Krr. —5), z. B.: Den Procureur (—urör] g. pückler 
Süröstl. 3, 247, vgl.: Der königliche G.-Proku- 
rator. 242 2c.; auch: En lang] gé#néral, im All- 
gemeinen, im Ganzen, überhaupt; ferner engl. 
(spr. dshnneräll), s. Comité. — 2) m. Ce)s, 
(-en); S-e, (-en), —, ale: Oberhaupt, Bez. eines 
bohen Rangs, somam. : a) Geistlicher G., Ordens- 
G., Oberhaurt eines geistl. Ordens: 3Zesuiter= 
G. G. 24, 132 c. — b) o. Zusatz gw. (Kriegsk.): 
Befeblshaber eines Heers od. einer größern Heeres- 
abtheilung: G. en chef (s. d.); G. der Infanterie, 
der Kavallerie; Brigade= (s. d.); Divisions- 
(s. d.); Ex= (s. d. 2); Infanterie-; Kaval- 
lerie-G.; Ober-G. G. 12, 253; Den Parla- 
ments-G. Ludlow. w. 36, 98; Ein sehr tapferer 
Reiter-G. Vz 3, 183 2c.; Um den König versam- 
melten sich viele Generäle. G. 25, 144; Unter den 
Gs. G. Steln. 170; Einen melner Gener äle. Heine 
Nom 55; Zwölf Gener äle. König Kl. 2, 287; Große 
Gs. Mendelslohn 4, 2, 347; Große Ge. ebd.; Hier 
stehen meine Gs. Sch. 343a; Kann Das geschehen, 
meine G-s.. Sie, meine G-e,sei'n Richter! b; 
Gefolge v. Gener älen. Stahr Rep. 1, 310; Die Gee. 
2. 4 c. Schwzr.: Eines G-enSiealsfield Leg. 2, 
112; 141; Vom Geen. ebd.; 3, 241; Wenn der 
Feind den G-en angreift. 2, 192; Alle G-en. Zim- 
mermonn Nat. 17 2c. — c) Name einer Tutenschnecke, 
Bandtute, Cönus generälis 2c. — 3) Als Bstw., 
nam. zu 1, z. B.: Ich hatte G.-Beichte gethan und 
G.-Ablas erhalten. Niehl NN. 39, allgemeinen, 
auch: GE.-Absolution. Mtißner N. 2, 198; G.= 
Adjutant (2b1, s. d., „Adjutantur (s. d.); 
Advokat (s. d.); = Aecise; -Auditeur (s. d.), 
Auditor /2]; -Bas (s. d. 4);= Beichte, s. o. 
Ablaß; „Bilanee (s. d.); -Debatte (s. d.); 
Direktor (s. d.), = Direktorium; -Diskus- 
sion; -Distanz (s. d.); -Etat (s. d.); -Feld- 
marschall [20);= Felrzeugmeister [2b]; -Ge- 
waltiger, Heeres-Profoß (s. d.). Ense D. 2, 
Kandere, Fremdwörterbuch. 
Generalist 
433 
188; Simplicissimus 1, 2129; = Gouverneur 12b!1 
od. Jusrektor;-Hvpvothek (s. d.); -Inspektion 
(s. d.); „Inspektor, vgl. Genverneur; -Inten= 
dant (s. d.); -Intendantur; = Kapitän I2bj), 
s. Monitor 1; -Kavitel, Versammlung aller 
Stifts-Mitglieder 2c.: = Karte eines Landes 2c., das 
allgemein Wichtige enthaltend (Ggstz Srecial-K.); 
Eine G.-Kollation, wo dir ldem Tod] Groß und 
Kleln .. in Rachen fliegen sollen. Sch. Dör. 112, eine 
Hauptmahlzeit; G.-Kommando; = Konfulat 
(l. d.); Kontrelle, -Kontrol(lyör; -Kours, 
s. K. AaF: -Courtk sengl. dshennerällkohrt], in den 
Staaten der nordamerikan. Union — Parlament; 
-Leutnant (s. d.) [26]; = Major (s. d.) (2bl: 
Marsch (s. d.), Signal der Vergatterung für 
alle Trupren; = Nenner, der Haurt= od. gemein- 
schaftl. Nenner für verschiedne Brüche; -Oberst 
[2b1:-Pächter, Gesammt-P. für die Grundstücke 
od. Einkünfte einer ganzen Provinze;-Parrdon 
(s. d.); „ Pause (s. d.); = Probe, Haupt-P., 
die letzte, der eig. Aufführung vorangehnde;-Pro- 
fof (s. d.); Prokurator ss. d. u. 11; Quar- 
tiermeister [20);-Quittung (s. d.);Regel, 
Haurtregel: -Register (s. d.); -Revue, übers 
gesammte Heer; = Staaten (s. état 3), z. B. in 
Frankreich. G. 33, 124 (états généraux) 2c., bes. 
aber die niederländ. Stände; ugw. als Ez.: Der 
Funfte war Amsterdammer G.-Staate. Wall Stammk. 
13; G.-Staatsanwalt, -Prokurator; G.-Stab 
(vgl. état 5), die dem G. [2b] zur Ausführung 
der höhern Geschäfte zugeerdneten Officiere, dazu: 
Aus den Berichten seiner [Cäsar's!) G.-Stabler u. 
Legaten. Mag. d. Ausld. 36, 393b; Die Herren G.-= 
Stäbler. elft. v. Taura Ring 2, 68; G.-Statt- 
halter; = Superintendentl(ur), s. d.; -Ver- 
sammlung; -Vikar — (s. d.) 2c. -ät, n., —e)s; 
e: Generalswürde, Oberbefehl. Sch. 92 5a. -: 
1) (lat.), n. [8 24, 3, is, Mz. : ia): etwas All- 
gemeines: Der Herr Aktuar schreibt zuersi die Generalia 
nieder. Schücking Bronckh. 2, 289, die Eingangs- 
formeln des Protokolls 2c. — 2) (frz. sbeneräl), 
f.; —#: Generalmarsch; allgemeine Landesverord- 
nung. Cement (mäng), adr.: im Allgemeinen, 
überhaurt. — Seneralffe (span. je 2c.), n., —s; 
—#: maurischer Sommerpalast (in Granada). 
Bastiano 243; Scha 1, III; 2, 339 2c., vgl.;: 
Gnihalariffe. Diese Schreibart des Italiäners 
kommt dem arab. Dschennat al arif, d. h. Garten des 
Baumeisters, näher als die gewöhnliche spanische. 339; 
Slobus 8, 107b (s. Gennah) 2c. — Eener-älin, 
f.; —men: Gemahlin eines Generals. alisation 
(lat.), f.; —en: Generalisierung. alisätor, m., 
—8; ören: Generalisierer: Aristoteles war ein gebore- 
ner Lehrer, ein G. ersten Ranges. Ualur 15, 1804. 
alis eren, tr., auch o. Obj.: verallgemeinelryn, 
allgemeine Regeln aufstellen 2c. (s. Ggstz partiku- 
larisieren). püchler Smöstl. 3, 334; Upitaval 36, 
366; w. 23, 270 2c.; Unfre Generalisierungs-= 
Manie. päckler Süröstl. 1, 106 2c. alissime, f.; 
—n : Art Hyacinthe. alissimus, m., uv.; mi 
[824, 2, m.]: Obergeneral. -alist, m., en, —s; 
28
        <pb n="450" />
        Generalität 
434 
—en: Bekenner des Christenthums im Allgm., der 
die Verschiedenheiten der Sekten im Besondern als 
unwesentlich betrachtet. -ität, f.; -en: 1) All- 
gemeinheit (Ggstz Speeialltät). — 2) Generalschaft 
(s. d.): Generals-Würde; Generalstab. aliler, 
adv.: im Allgemeinen, überhaupt. lschaft, (.; 
en: s. Generalität 2: Aus dem engbegrenzten Gesichts- 
u. Gedankenkreise königlich preußischer G. mehr u. mehr 
herausgedrängt. Scherr Bl. 2, 131 2c.; Der Herzog, 
obschon Napoleon über seine preußische G. höchllch er- 
bittert war. 274 2c. älim, adv.: = generaliter. 
atio, s. 1824, 3, önis): Zeugung, Erzeugung 2c.: 
Man hat die Eutstehungsweise neuer fremder Organis- 
men in andern ohne Keime u. Eier Urbildung (g. origi- 
nürin s. Sqnivoca) genannt. ZBurmeister Gsch. 323, 
auch: G. spontänca, s. Epigenese. -ation, f.; -en: 
Zeugung; die zusammengehörigen Glieder in der 
Reihe einer Geschlechtsfolge, sowohl in Bezug auf 
einzelne Familien als auf das gesammte Menschen- 
geschlecht; das durchschnittl. Lebensalter einer Ge- 
schlechtsreihe, ein s. g. Menschenalter 2re. (Ugw.: 
Grüße die Gen Mandach. J##müler 7, 106, die Fa- 
milie). -atko, a.: zeugend, auf Zeugung bezügl. 
Salor, m., —; ören: Erzeuger; Dampfkessel bei 
Dampfmaschinen; Ofen zu künstl. Gasbereitung 
zwecks Heizung. Karmarsch 1, 581. él, a.: ((. 
general 1) allgemein, allgemeingültig. Pvierteh 
48, 239 ꝛe. Zeur (srz. shenerö), a.: s. generös. 
Sl#ren (lat.), tr.: erzeugen, hervorbringen. 
Sisikation, s.; —en: Zurückführung der Arten auf 
Gattungen (vgl. Generalisation). is: s. Genus. 
— Genkrisch, a.: auf das gesammte Geschlecht 
od. die Gattung bezüglich, ihnen eignend 2c.: Gee 
(od. Gesammt-, Gattungs-) Namen; Bezeichnungen, 
Unterschiede 2c. (vgl. Bastz speeifisch) — Gencr-(os), 
—5 (frz. sh#rc.), a.: edel-, großmüthig; sreigebig rc. 
osilät, f.; 0: Edelmuth, Freigebigk.; seltner: 
Eine Atmosphäre von Gener ö sität. Wachenhusen Ev. 19. 
—öso (it. dsh rc.), a.: edel, nam. vom musikal. 
Vortrag: geschmackvoll 2c. — Gen-se (gr.), f.; 
—1: Entstehung, Erzeugung, Entstehungsgeschichte: 
Über Basalt-G. G. 27, 359 2c. osimänt, m., 
—en, —;en: Einer, der die Geschicke einer Menschen 
aus besondern Umständen bei dessen Geburt wahr- 
sagt. Dazu: G#### f.; g9Wisch, a. (vgl. 
Genethliolog). sis, s. [8 24, 3, uv. ): Genese. 
(Schiegel GR. 119 ½.; nam. auch das (die 
Schöpfungsgeschichte enthaltende) erste Buch Mosis, 
s. Vamirbar. — I. Genet (engl. dstennit), m., —; 
—6: Art spanischer Pferde. Zoltr Renn. 33, vgl. 
Genette 2; Ginete. — II. Gensk (srz. shend), #., 
—6; —: Ginster: Die Plaine des C—s (Region der 
Pfriemenkränter) u. des Malpays. Grube Char. 2, 5. 
— Genelhli-ahon (gr.), -acum, n., —#; zaka 
I§ 24, 2, n.): Geburtstagsgedicht. -olog, m., 
en, (—8); —-en: Nativikätsteller (s. d., vgl. 
Genesimant). Dazu: Gi. f.; g9—isch, a. — 
Genoelisch, a.: auf die Entstehungsweise bezügl.: 
G-e Schurerung (w. 24, 173), Definitien 2c. — 
Genel-ious); rix: s. Genit 2c. — Genelle 
(irz. shenett'), 1.; —n, —6: 1) ein Raubthier und 
Genie 
sein Pelzwerk, — auch (in deutscher Ausspr.) 
Genette, Genekt-, Genist-, Ginsierkatze. — 2) (Reitk.) 
la g. (span.: a la gineta), nach türk. Weise 
(nam. mit kurzen Steigbügeln). — Eenevr-e 
(frz. shenäw'r), m., —6; —s: Wachbolderbrannt= 
wein (s. Juniperus), auch Genidore; engl. (ver- 
kürzt) Cin, s. auch Tom. etle, f.; —n: Wach- 
holderwein. — Genial (lat.; ost in frz. Ausspr.: 
sh 2c.), a.: Genie (s. d. 2) bekundend. C. 22, 
348; Dle gee Dichternatur Klopstocks. Gödeke Gr. 1, 
651 re., auch: Ze regelloser, desto g-er. tbd. (. 
Genie 2c). is, a.: 1) genial. — 2) ehelich 2c.: 
Léctus g., Ehebett. Guhl 2, 208; Epulee geniüles 
— Cẽna nuptiãlis, Hochzeitsmahl. Weiss Kost. 1, 
1020. Sisch, a.: genial. G. 1, 208; 4Schlegel GR. 
114; 209 2c.; auch: Damals lin der s. g. Genie- 
periode] manifestierte sich's ldas Genie] nur, indem es 
die vorhandnen Gesetze überschritt, die eingeführten Re- 
geln umwarf u. sich für grenzenlos erklärte. Daher war 
es leicht, g. zu sein. 22, 380 (s. Genie 20). Jität, 
f.; —en: das Genialsein; schöpfrische Geistes- 
thätigk., -Kraft: Die Periede der Kraft-G. Scherc 
Bl. 1, 429 (s. Krastgenie) 21c. — Gen-ie (ri. 
# c.), n. (m.), —6; —86, (-en): 1) (l. Ss.) ugw. 
st. Genius (s. d. 1), masc.: Vielleicht setzt unver- 
merkt ein freunrlicher G.sich bei der Arbeit ihm 
aufs Knie. W. 11, 158; 20 r2c. u. MzZ.: Der Mensch- 
helt bolde „Genien" (C—M). SMettau Gd. 1, 108 
(vgl. Genken). — 2) (s. 1): a)j die eingeborne 
schöpferische Geisteskraft: Das Talent ist die Voraus- 
setzung des G. Danzel 139; G. diejenine Kraft des 
Menschen . ., welche durch Handeln u. Thun Geses u. 
Regel giebt 2c. G. 22, 379 ff.; Daß das eig. Talent 
Nichts sein kaun als die Sprache des Gs. Lav. 95; 
G. u. Talent werden wohl am besten so unterschieden, 
daß Jenes auf die Erfindung u. Dieses auf die Nach- 
ahmung bezogen wird. Gutztow G. 39; Darin ist Zeder- 
mann einig, daß G. dem Nachabmungsgeiste Jänzlich 
entgegenzusetzen sei. Kant Kr. d. Urtb. 181; Anthr. 
159 ff.; Mendelssohn 1, 2, 310; 17; 3P. 11, 60 ff. . 
Zuw. minder genau — Talent (s. d.), geistige An- 
lage: Ohne selbst G. zur Musik zu Laben. G. 17, 3 2c. 
Ugw. masc.: Den G. u. das Maß der Fähigkeiten 
der jungen Leute aufs genaneste zu erforschen. W. — 
b) ein Mensch von G. (a): Solchen Dichter v. der 
Gunarde] Gottes nennen wir G. Heint Rom. 221; Kant 
Antbr. 159; Das G. will mehr thun als sein Vor- 
gänger, der Asse des Gs nur eiwas Andres. k. 1 109; 
Mendelslohn 4, 1, 9 . Ugw. masc.: Das nur der 
G'. solche Einsälle hat. MW. Luc. 1. XXIV 2c. u. Mz.: 
Daß solch ein Zug v. je u. je ein Stemvelerhabener 
G-en war. Z. 31a (versch.: Genken). — c) zuw. 
tadelnd, vgl. gentalisch. G. 22, 380 ff. u.: Ob der 
Welt durch grosse G—#s im Ganzen sonderlich gedient 
sei #., mag hier unerörtert bleiben. . Aber ein Schlag 
v. ihnen, G.-Männer (besser G.-Affen) genaunt, 
bat sich unter senem Ausbängeschilde mit eingedrängt, 
welcher die Sprache außerordentlich v. der Natur begün- 
stigter Körse führt, das muhsame Lernen u. Ferschen für 
stümperbast erklärt u. den Geist aller Wissenschaft mit 
einem Griff gehascht zu haben, ihn aber in kleinen Ga-
        <pb n="451" />
        Seniehaft 
ben koncentriert u. kraftvoll zu reichen vorgiebt. Kan 
Anthr. 161 (s. d: Kraft-G.); Ein liererliches G. 
Danzel 266 (s. d: Kneip-G.); Ein gutem Rath nicht 
folgendes überspanntes G. Fichte Nic. 15 ꝛc. (s. e: 
G.-Reise) 2c. — d) in Zsszgn z. B.: Künnler--, 
so: Bildhauer-, Dichter-, Maler-, Schau- 
svieler-G. 2c. la;z b]; Erz-G. lbl; Er ist ein 
Kneip-G. sel, aber auch: Sein Lied „die 3 Reiche 
der Natur“ ist voll echten Kneip-G# sa]. Danzel 
125; Die jungen Kraft-Gs sc der Sturm- und 
Drang-Periode 2c.; Wehe dem griech. Kunst-G., wenn 
es vor dem Genius der Neuern Niches weiter voraus 
hätte. Sch. 1132b (s. auch 3); Original-G. sa; 
bzel; Ein Sprach-GE. lbl, wie Mezzefanti; Wäh- 
rend Goethe für ras Universal-G. Ibl gilt. Monatbl. 
2, 355a tc. — e) Als Bstw. z. B.: G.-Affe, 
s. e: Einen Berufs-- u. G.-Genossen. Unt 3. 21, 
243;-Minner, s. c: äßig, genial; Die aus 
der G.-Periode nachzuckende Forriertheit. Gödekr 
Gr. 1, 1122 (vgl. d: Kraft-G.): Wenn Einer zu 
Fuße, ohne recht zu wissen, warum u. wobin 7 in die Welt 
lief, so hieß Das eine G.-Reise u., wenn Einer etwas 
Verkehrtes ohne Zweck u. Nutzen unternahm, ein G.= 
Sweich (s. d.). G. 22, 350; Cine affektierte G.= 
Schwärmerei. von der G.-Seuche angesteckt seJ. 
Kant SW. 11, 51; G.-Streich, Streich, wobei 
man sich über das Hergebrachte hinwegsetzt (l. o.: 
E.-Reise). 5. 195b; Spielhagen Pr. 4, 11 r2c.; Diesen 
anuken humoristischen G.-Streich, durch dessen Zauber- 
kraft. zw. das Schöne u. Erhabene ein Fratzenhaftes 
bineingebildet wirt. G. 31, 393; Seine [Waiblinger's] 
G.-Sucht. platen 7, 85; G.-Wesen lin der deut- 
schen Literatur, s. o.: G.-Periodel. Eödcke Gr. 1, 
651 rc., vrich. 4. — 3) (s. 2) der Gerst, die geistige 
Eigenthümlichk. eines Volks, einer Zeit, einer 
Sprache 2c.: Das G. better Svprachen völlig außer 
Acht gelassen. Engel 8, 106; K. 12, 211; Kendetssohn 
4, 1, 247 2c. — 4) Ingenieur (s. d.) -Kunst, 
-Korps 2c.: Ein junger Haurt vom u. von [s. 2a] G. 
Hausbl. (60) 3, 2 2c.; Das Corps du fkor dül g. od. 
G.-Korps (s. d.); G.= (od. Ingenieur-) Officier; 
Truppen; -Wesen (rrsch. 2e) 2c. haft, a.: 
genial, auch: Der Graf ist v. seiner Gigkeit ganz 
umgekehrt. v. Br. 2, 60 ꝛc., vgl. (ugw.): Der 
genselle lsh—I Mozart, s. John Moz. 4, 46 5 2c. — 
Sensen, pl.: s. Genius. — Genikr-en (frz. shrc.), 
tr., resl.: Einem, sich Gene (s. d.) anthun, auf- 
legen: Ich bin nicht gern geniert. G. 11, 37 2c.; auch 
(m. pleonast. Verneinung im abhäng. Satz): 
IWo ich! mich geniert habe, meine Lanrkarten nicht 
aufzunageln. 20, 122 2c.; auch: Daß er mit ihr auf 
einem freunrschaftlichen, un genierten, oft nonchalan- 
ten Fuße steht. Meihner Sans. 3, 151 rc. (So ganz 
„unschenirt“. Tiech Tischl. 2, 46 rc.); Von übertriebner 
Ebrfurcht dd. Geniertheit in Gegenwart der aller- 
böchsten Personen. OBank 2, 337 12c.; Ungeniert- 
heit. fock Rüg. 2, 4; Golen G. 3, 77; Geroinus 
Hist. 6, 12 2c. -lich, a.: genant: Es ist rir wohl 
sebr g. prut Mus. 1, 200; Das hat eig. etwas Ges. 
Hachländer Sold N. 12, 114 2c. — Senfsschaft (sh—), 
f.; 0: Geniehaftigkeit. Horser Br. 1, 222 2c., vgl.: 
435 
Senius 
Männer, welche das Genikthum abwehrten. Kürn- 
berger N. 1, 243 2c. — Genidore (frz. sbeniäwrr), 
m., — ; —s : ĩ. Gendèrre. — Senikul-atiön (lat.), 
f.; -en: Kniebengung. #kert, a.: knieförmig ge- 
bogen. — Seniogräph, m., S-en, (—8); —en: 
Schriftsteller über die Genien. Dazu: G-iẽ, (.; 
Lehre davon; glisch. — Genipa, k. [8 24, 11: 
eine Pfl., s. U##ur 15, 14 a; Ohen 3, 986 2c., vgl.: 
Bemalen sich die Botokuden mit dem Saste der Geni- 
paba schwarzblau. Ausld. 39, 1186b; Der Geni- 
payer (G. americäna). Moger 2, 11 82 2c., s. Huikoch. 
— Genist-a (lar.), f. [8 24, 11; -e, f.; -# 
Name v. Pflanzen, auch Genstler), Ginstler), G-a 
tinetõria, Färbe(r)-Ge; G—a scopäria, Besen- 
G-e 2c.; Hobe Heide, braune Ge. SIchlegel Sh. 3, 
11; V. 1, 20; 183; Georg. 2, 43 4 2c.:; auch ver- 
allgemeint = Gestrürp: Der Wachbolderbaum in 
der Wuste ., an sich eine arme Ge, die ihm indessen 
Schatten gab. H. 9, VII, so sich vermischend mit 
dem (deutschen) neutr. (s. Ss. 2, 143a), vgl. auch 
für Ginster neutr.: Sittige dein Auge an unserm 
Besenreisig, an dem gelben Gee, das ic. Thümmel 4, 
221. — Eenik-äiia (lat.), pl. [8 24, 31; 
alsen, pl.: die Zeugungs-, Geschlechts-Theile, 
.Glieder. -ĩv, m., —#e)s; -e: (Sprachl.) der 
2te Kasus (l. d.), auch: Einen in den G. stellen Lin 
die 2te Stelle, einem Andern unterordnen]. pz 3, 
157 2c. -ous, m. I§ 24, 2): Genitiv, auch: 
Genetivus; wortspielend: Per genitirum (durch 
Geschlechtsverbindung], z. B. ins Amt kemmen 2c., 
vgl. Datirus. Jor, m. 1§ 24, 3, öris]: Erzeuger. 
„rix, f. [8 24, 3. —rieis): Erzeugerin, auch: 
Gene trix. ür, f.; -en: Geburt (vgl. Primr-, 
Sekundo-G. 2c.); auch — Nativität (s. d.). — 
Geni- ünenlus (lat.), m. s8 21, 21: kleiner 
Genius: Wie ibr armer G. in'n Zügen liegt. Füller 
Fanst. 28. us, m., uv., —„es: —.e, en (§ 24, 
21: 1)(Myth.) Schutzgeist eines Menschen, Volks, 
Orts ꝛc., der des Geschützten Wesen u. Schick'al 
leitend bestimmt, oft als Flügelkind dargeñellt 2c. 
(s. Ramler Moytb. 198, vgl. Dämon: Dschinn; Frlgia; 
Lar; Peri; Genie 1 2c.), auch verallgemeint, wie 
Geist (s. d. Ss.): das in Etwas waltende, sich in 
Etwas leitend wirksam zeigende Princiv 2c. (s. 
Genie 3): Das ist gegen den G. unsrer Srrache 2c.; 
Was in das Buch mit ehrnem Griffel schonder G. der 
Zeiten eingetragen. Chamisso 4, 55; Sokrates sprach 
v. einem Genio, der ihm ins Ohr sagte. . Vielleicht 
verhält sich der G., von dem Sokrates sprach, zu den 
Geniis .., wie 2c. Claudius 1, 22 ff.; Sie [Natur u. 
Kunstl sind antik als Genlen kostümiert, denn was man 
so Genie kurzweg genannt, nicht immer ist es, wenn 
man's braucht, zur Hand. G. 6, 380; Die Poesie ist 
Eingebung... Man sollte fsie weder Kunst noch Wissen- 
schaft nennen, sondern G. 3, 234; 2, 54; Man srricht 
v. einem verrückten u. liederl. Genfe [s. d. 2cl, aber 
nur v. einem G. der Menschbeit, der Kindheit, des Chri- 
stenthums, der Weiblichk. Goitz 1, 316; Sie zahlten 
dem kosmorolitischen G. ihres ldes deutschen] Volkes 
den schuldigen Tribut. Hartmann Peét. XIII; Die Jungfer 
Eurepa ist verlobt| mit dem schönen G-se sder Frei- 
28“
        <pb n="452" />
        436 Gennah 
heit. Heine 17, 131; k. 8, 218; Sch. 93a; 94a; 
Nicht mach uns da Gespenster weiß,] wo nur die Gé- 
nien hausen. Schwab (46) 455; Wenn die guten Fuür- 
sten Gse sind,die in menschl. Gestalten] unter uns 
das Götteramt verwalten. W. 12, 140; Daß er seinen 
G. habe, so gut als Sokrates. .. Auf die Stimme mei- 
nes G. zu lauschen. 9, 13; Folgt er zuletzt dem Rath 
des schwarzen G. [Dämons, des Acmodil. 11, 231; 
Unter den Peris od. guten Genien. 19, 163; 161; 
Als einen Halbgott od. G. Luc. 6, 69; Das mag der 
G. v. Beiden wissen,] der Gott der menschl Natur, der 
mit uns / geboren wird u. stirbt 2c. HB. 2, 142; Nach 
einem Glauben der Römer hatte jeder Mensch seinen 
eigenen G. .. Die Genii der Weiber hießen Inno- 
nen. .. Wer Lust hatte, glaubte entweder 2 Genien, 
einen weißen u. guten, dem er alles Glückliche — u. 
einen bösen, schwarzen, dem er alles Widerwärtige, was 
ihm begegnete, zuschrieb od. nur einen, der (wie Horaz 
hier sagt) weiß u. schwarz zugleich ꝛe. .. Daher die 
Redensarten: einen erzürnten G. haben; seinen G. be- 
sänftlgen; seinem G. gütlich thun u. dgl. 2c. 170; Dem 
G. indulgieren. 1, 16 2c. Zssögn z. B.: Aus den 
spartanischen Wäldern, da wird wie ein Adler der alte 
Landes-G. sturzen mil unserm Heere. Hölderlin H. 2, 
22; Ihnen Marco Polo . als seekundigen Führer u. 
Reise-G. auf die Fahrt zu geben. Monatbl. 2, 315; 
Ein edler Meister ., durch seinen Schöpfer-G. 
entzückend. Sch. 318a 2c. — 2) ein vom G. Be- 
geisterter: Mensch von schöpferischer Geisterkraft 
(s. Genie 2b, hier Mz. gw. nur Gse): Schädlicher 
als Beispiele sind dem G. Principken. .Er ist der Erste, 
aus dessen Seele die Theile als ein ewiges Ganzes zu- 
sammengewachsen hervortreten. G. 31, 5; Der Eng- 
länder bewundert das ungleich größere Verständnis des 
vaterländischen G—ses [(Shakespeare] in Deutschland. 
Hartmann Pet. XIII; Den unsterblichen Gsen, die auf 
dlesen .. Planeten . herabgesandt worden. Beinse K. 
1, 16 2c. — Gennah (ar. ofb 2c.), n., —# 0: 
Paradies, s. Dschennet. — Grnoife (frz. shenoäf), 
f.; —s: „Genueserin"“: Art Backwerk. Scheible 
Kochb. 471; ferner — Genovina. — Gen-ou sfrz. 
shenn), m., uv.; — sshenns: Knie: Ag—, knie- 
fällig. -onillère (uljär), f.; —#: Kniestück am 
Harnisch 2ce.; Brüstung einer Schießscharte. — 
Genovin-a (it. st), f.; ze: „Genueserin“; 
genuesische Goldmünze: Doppia di Genova od. G. 
Encykl. f. Kaufl. 377b. — Genre (stz. shüng'r), n., 
m., —8, uv.; —#: Gattung: Das g. canaille (s. d. 
uU. encanaillisieren) 2c.; Tous les g—s sont bons hors 
le g. ennuyeux stu lä shäng'r ßöng böng ör l# h. 
angnüföl, vgl.: Jeder G. sei gut, nur nicht der lang- 
weilige. mügge Standp. 50; Sie ist groß in ihrem G., 
aber ihr G. ist klein; Der G., in welchem dies Sltück 
geschrieben ist. AAugust 1, 264; Der anekdotenhafte 
G. Dank 2, 170; Ein recht gutes G. G. 26, 7 1 rc.; 
bes. (Mal.): Derjenige Kreis v. Darstellungen, welchen 
man mit dem Ausdruck des G. zu bezeichnen gewohnt 
ist. Es ist dies das Gebiet des allgemein Menschlichen 
in dem einfachen. Lattungsmäßigen, gleichblelben- 
den Flusse des Lebens, als ein Allgemeines aufgefasst n. 
dargestellt. Stahr Jahr 1, 353 vc. (vgl. Ethograrh); 
Gentio 
G.-Bild, eine Seene aus dem gw. Leben dar- 
stellend („Sittenbild". 2, 168), auch übrtr. auf Per- 
sonen aus solcher Seene: Trautmann zu Grete, die 
ihm präsentiert: Fi, unser hübsches, kleines G.-Bild- 
lein. Gutkow Königsl. 130; G.-Gemälde; 
.Maler(ei); = Stuck (Nodenberg Par. B. 304) 2e. 
haft, a.: gattungshaft; in der Weise eines 
Genrebilds: Werke landschaftlichen u. g-en Charakters. 
Salon 3, 159; Macaulay hat nur Auge für das Ge 
in der Erscheinung des Mannes. Westermann 3. 61 3a#c. 
— Gens: 1) (lat.) f. [8 24, 3, gentis): Geschlecht 
der Stammgenossen 2c.; Volksgeschlecht rc. : Wenn 
er die Nationen in Langschärel, géntes dolichocöphala, 
u. Runrschädel, gentes brachycöphalee, eintheilt. Jur- 
meister Gsch. 575 2c.; Geschlecht in Bezug auf Adel 
u. Nang, z. B.: Die Patricier majörum u. minõ 
rum géntium, v. altem (hohem) u. jüngrem 
(niedrem) Adel, s. auch Deus; Contribuens; toga- 
tus 2cc. — 2) (frz. sbäng), pl.: Leute: G. de lettres 
llétter, die sich mit der Literatur beschäftigen rc. 
darme: s. Gend ce. — Genf eli, m.. —6; —: 
ägypt. Goldmünze. — Gente (span. j-), f.; 0: 
Volk, Leute (l. Gens 1; 2): G. 4 piê (s. d.). — 
Genteel (engl. efbentil), a.: nobel (s. d., ogl. 
gentil). Spielhagen Pr. 2, 31; Meine Wohnung sei 
nicht g. genug. Zw. Stunde 51 rc., Gg'G: Un-g. 
heil, -ität, -nefs, f.; 0: das Genteelsein, gen- 
teeles Wesen. — Gentiän-a (lat.), f. 18 24, 11; 
c, f. : —m: Pflanzenn., s. Enzian. -in, u., —e)s: 
-e: ein Bitterstoff in der Wurzel v. Gentiäna 
lütea 2c. — Gent-il: 1) s. Gentilis. — 2) (frz. 
shangt-) a.: (s. genteel) fein, niedlich, nett, artig 
„2c.; Die un-g—en Anspielungen. Gutzkow 3. 2, 329, 
auch (subst.): G—s, beliebte Elsasser Weine. ilen: 
s. Gentilis. ilezza (it. oshent-), f.; O: Adel sc.; 
Feinbeit, Höflichk., Artigkeit 2c.: Die angeborene 
G. rieser italiänischen Landleute. LKewald Villa R. 1, 
13; Daß der Hötelwirth so wenig Aufmerksamfeit u. 
G. gezeigt. Uat3. 20, 147; 347 1e. ilhomme (frz. 
shangtiljömm), m., uv.: —#: Edelmann. w. 31, 
115 ff.; Wie ein g. en sabots lang siaböl der Bretagne. 
Schücking Bronckb. 2, 41, ein Edelmann auf Holz- 
schuben. ilhommerté, f.: —8, —n: der Stand 
eines Gentilbomme, der Adel. w. 31, 117 2c.; in 
engrem Sinn: der niedre Adel. Mag. d. Ausld. 36, 
1 60 a (vgl. Noblesse); auch: kleines Landhaus eines 
Adligen. -ilis (lat.), a.: 1) einer gens (s. d.) 
angehörig, darauf bezügl. 2c., z. B.: Die Gentiles 
(od. Gentilen) im alten Rom batten alle denselben 
Geschlechtsnamen (nömen gentilsfeinm) cc.; XGõ- 
men gentile, Volksname: Die ursrrunglich dem 
Gentilkult des Lupercus gewidmeten Lupérei. Weils 
Kost. 1, 1112 2c. — 2) beidnisch:; Heide (s. Etbniker). 
ilismus) m., uv.: 0: Heidenthum. Iilitas, 
f. [8 24, 3, tätis); Jililät, f.; 0: 1) Das Ver- 
hältnis der gentiles (s. d. 1) unter u. zu einander 
— u.: ihre Genossenschaft, Gesammtheit (Ver- 
wanrtschaft). — 2) das Heidentbum. eillesse (Irz. 
sbangtiljeis), f.; —é: Feinheit, Artigk. 2c.; artige 
Kleinigf., Posse 2c. -io (vert.), m., uv.; —6: 
Die Gs od. beirnischen Indianer. Globus 7, 142a.
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        Genlleman 
—leman (engl. Thentlmann), m., —s, uv.; —, 
-lemen: ein unabhängiger u. feiner Mann, ein 
Mann von Stand u. Anstand, von Bildung, von 
Ehre 2c.; Herr (vgl. Lady — Dame 2c.): G. born 
and bred (s. d.); Unter G.'s. Holiti Treusi. 2, 364; 
Wissen Sie, Herr, was man in meiner lengl.] Sprache 
einen G. nennt u. was die Quintessenz eines G. ist? 
Ehre, Wahrheit! Ihr Deutschen habt den Namen so 
wenig wie die Sache. Spielhagen Zw. St. 176; W. 
31, 116; Die Jagd bebt die Distanz zw. dem G. u. 
dem Nobleman auf. Zoler Nenn. 133 (vgl. Geniry); 
Ein g.-commoner (s. d. 4), auf engl. Universi- 
täten, Student, der v. eignem Vermögen lebt; 
G.-Usher (s. d.) c., s. auch Dschintelmin. 
lemanlike Cleit), a.: in der Weise eines Gentkle- 
man, dem Wesen eines solchen ent'prechend rc.: 
Mit einer gewissen gen Herablassung. Gutzkom R. 3, 
292; 2, 125; Heine Lut. 2, 96 2c., vgl.: Den franken, 
gentlemännischen Anstand. Soalssield Leg. 1, 
148 2c.; Dem offenen, gentlemännlichen Beneh- 
men. Gutzkom R. 8, 312. -ryu, f.; 0: der niedre 
engl. Adel: Mit Nobility, G. u. Handelslenten. 
Gartem. 16, 295b; Mitglieder der Nobility (s. d.) 
od. auch nur der G. DAus. 17, 2, 221 :c. — Genu 
klat., § 24, 4, u.]): Knie, s. Flectamus. l, a.: 
das Knie betreffend. lerion, f.; —en: Knie-= 
beugung; kniefällige Verehrung: Seine Gen dem 
neuen Götzen des Tages zuwenden. fallmeray#er Gs W. 2, 
10 2c. — Gen- uin (lat.), a.: natürlich, lauter, 
echt ꝛe.: Ein Diktum der Bibel sei nicht g. Bahrdl 1, 
254 2c. uUinität, f.; 0: Echtheit, Lauterfk. -us 
(F 24, 3, u., eris]: Geschlecht, Gattung: Das G. 
umfasst sämmtliche species (s. d.) od. Arten; Obwobl 
gewisse Genera nach u. nach aussterben. Zurmtistet 9B. 
1, 302; 307; 310 .; Diese Speeles des G. hömg. 
Spielhagen Pr. 7, 253 rc., s. auch irritabilis 2c.; In 
genere — generell (s. d. u. Ggstz: in spöcie) 2c.; 
bes. auch: das grammat. Geschlecht, z. B.: 6. 
masculinum, femininum, unsütrum, commüne, epi- 
ccknum r2ce.; Hauptwörter generis neutrius 2c.; Beim 
Zeitwort untersch. man das G. activum, passfrum, 
imẽdium rc. 
EGeo-biolög (gr.), m., -en, —#; en: Einer, 
der die Lehre vom Leben der Erde kennt (s. Gäa; 
Biolog). Dazu: G-ĩẽ, k.; 9-isch, a. blästen, 
pl.: „Erdkeimer“", Pflanzen, die beim Keimen die 
Kolyleronen unter der Erde lassen. ntrisch, 
a.: (Sternk.) aus dem Mittelpunkt der Erde be- 
trachtet: Der Ort, welchen ein Himmelskörper, von der 
Sonne aus gesehen, am Firmament einnimmt heißt 
sein heliocentrischer Ort ..; derjenige aber, den sie, v. 
der Erde aus gesehen, einnehmen, heißt der g-e u. so 
kann man jeren Himmelskörrer in Gedanken zum Stand- 
punkte der Betrachtung machen, wodurch man seleno- 
centrische, jovicentrische u. a. Orter der Welktkörper 
erhält. Mädler 61; Der g—e Durchmesser ldieses Jupiter- 
mondes) ist 0,7911; der jovicentrlsche 17°“ 335“, 
der wahre 475 Meilen. 252 ff. chosis, f.; —eyn: 
Beschüttung mit Erde (Erdbad) zu Heilzwecken. 
Schhlih, f.;—en: geveyklische Maschine. - e#lissch, 
a.: das Kreisen der Erde versinnlichend. -ehklon, 
Geomechanik 437 
n., —; kla, klen: Geochklik. = däs fé, f.; —eyn: 
Feldmeßkunst; Lehrbuch derselben. dät, m., Sen, 
—8 ; en: Feldmesser. - dätisch, a.: zur Geodäsie ge- 
hörig. — Seöde, m., —n; —n: Klapperkein. 
— Grö-dpnämik, f.; -#en: Dynamik in Bezug 
auf feste Korper, Ggitz Hydrodhnamit 2c. „dt, m., 
m—en, —; -eln)): Wasserthier, das sich in lnfthaltiger 
Erde am Wasser einbohrt. Ausld. 39, 1216b, vgl. 
Aeroryt, Hydrodht. - genké, f.; —(ehn 2c. s. Geogo- 
nie 2c. - gnofik, f.; —eyn: Lehre u. Lehrbuch über 
Zusammensetzung u. Bau der Erdrinde: Noch haue 
mich die zwar höch'st löbliche, aber doch den Eindruck der 
schönen Erdoberfläche vor dem Anschauen des Geistes 
zerstückelnde G. nicht angelockt, noch weniger eine phan- 
tastische Geologie mich in ihre Frrsale verschlungen. 
G. 22, 357, vgl.: Während die G. sich damit begnngt, 
das relative Alter der sedimentären Schichten u. die 
Eigenthumlichk. jeder einzelnen scharf u. diagnostisch fest- 
zustellen, sucht die Geologie den Entwicklungsgang 
des Erdkörpers nach allen seinen Richtungen zu ergründen 
u. jede Exoche desselben allseitig zu beleuchten. Burmeister 
gB. 1, 300; Oken 1, 175 1c. -gnoöst, m, Sen, -6; 
—en: Kenner der Geognosie. -gnöflik, f.; (en): 
Geognosie. —guöslilch, a.: auf die Geognosie 
bezügl.: Ge Horizome (s. d.), Gebirgsformationen, 
die zur sichern g—-en Ortentierung (s. d.) dienen, z. B. 
Oken 1, 573; 713; Orbktognostische u. g-#e# Gespräche. 
C. 27, 242 2c. — gonfé, f.; -(ehn: Lehre von der 
Entstehung der Erde (vgl. Koemogenie ie.). Dazu: 
Geogön-isch, a.: darauf bezüglich; ill, m. 
(—en, —; —en): Kenner, Lehrer der G. 2c. -graph, 
m., en, (—8#): —en: Kenner der Geographie, 
Erdkundiger, Erdbeschreiber. -graph'#e, f.; —(ehn: 
Erdbeschreibung, Erdkunde — u.: Buch darüber: 
Mathematische; phrüsche; politische G. 2c.; Kinder= 
G. [G. für Kinder]. Wockern. 1, 19120; Die Pflan- 
zen-G. berüucksichtigt rie Verbreitung lder Pflanzen] nach 
Familien, Geschlechtern u. Gattungen durch alle Zonen 
der Erde. Ohen 2, 299, s. Humbold' K. 1, 486; 
Universal- u. Special-G., wovon jene die ganze 
Erde umfasst, diese aber nur einen gewissen größern oder 
kleinern Theil der Erde behandelt. Gaspori Einl. 4 2c. 
— gräphisch, a.: auf die Geographie bezüglich: 
Ge-e Länge, Breite eines Orts 2c. -graphus, m. 
18 24, 2): Geograrh. Clobus 1, 246b. -hndro- 
gräph, m., -en, —; —en: Gergraph, der nam. auch 
die Hpdrographie berücksichtigt. Dazu: G#, f.; 
grisch, a. -khklik 2c.: s. Geoeykl 2c. — Geol-e 
(frz. sbol), f.; —s: Gefängnis, Kerker. -ier (#h, 
m., —8; —: Gefangenwirter, Kerkermeister, 
Schließer. Garienl. 13, 792b. — Se#ôg, m., 
en, (—8); -en: Kenner der Geologie. -logĩẽ, 
f.; —ehn: Lehre, Lehrbuch vom Erdkörper, nam. 
von der Entstehung, Bildung u. Zusammensetzung 
desselben (s. Geognosie; Geogonie). — lögisch, a.: 
auf Geologie bezüglich. -mänt, m., —#nS; en: 
Art Wahrsager aus Punkten u. Strichen auf dem 
Erdboden. Dazu: Diovinationskunste der Astrologie, 
G-iie 2c. W. 30, 22 (vgl. Punktierkunsil); Glische 
Bücher. 36, 22. mechänik, f.; —en: Mechanik 
(s. d.) der festen Körper, wie Hpdromechanik od.
        <pb n="454" />
        Geomeler 
438 
Horraulik der slüssigen u. Pneumatik der luftförmigen. 
„mẽter, m., —#; uv.: Kenner der Geometrie; 
Feldmesser (vgl. Arpenteur). Spielhagen Pr. 3, 86; 
Daß die Regierung den G. für jede landwirthschaftliche 
Konsolidatio##sgesellschaft bestätigt. .. Konsolira- 
tions-G. Grenzb. 26, 3, 237 ½.; auch: eine Gatt. 
Naupen, deren Fortbewegung ähnlich ist wie die 
der Finger beim Spannenmessen, — u.: die sich dar- 
aus entwickelnden Schmetterlinge, — auch Spannen- 
messer, Spanne, Geömetra, m. 1824, 1]. - metrik, 
4. eyn: Raumgrößenlehre — u.: Buch darüber. 
„mẽtrisch, a.: auf Geometrie bezüglich, dazu ge- 
hörig; auch: Arithmetische (s. d.) u. 9—e Verhält- 
nisse 2c. „montographfé, f.; 0: die Kunst des 
Relief= od. Prägedrucks für Landkarten 2c. mus, 
m., uv.; uv.: Erd-, Taschenmans. -nôöm, m., 
—en, (—6); -en: Erdbaukundiger. Dazu: G## 
f.; g—-lsch, a. -phäg, m., —en, —#; —en: Zene Völker 
am obern Orinoco sind G-en, d. h. sie haben die Ge- 
wohnbeit, Erde zu essen. Globus 4540; G#e, s.: das 
Erde-Essen. phosih, f.; (-en): Lehre (u. Lehr- 
buch) von den physischen Erscheinungen im Erd- 
Innern. plästik, k.; 0: Kenntuis von den Erd- 
Erhebungen u.-Senkungen u. die dadurch bedingte 
Gestaltung der Erdoberfläche; Im Allgemeinen herrscht 
in dem östreich. Alpenverein der Sinn für die G. noch 
vor. Nalurwis. Literalurbl. (Beibl. z. Matur 1966) 13b. 
Iplästisch, a.: zur Geoplastik gehörig: G.-land- 
schaftliche Schildecung. Uamr 15, 413. ponté, f.; 
0: Feld-, Landbau. pöônicus, a.: auf Geoponie 
bezügl.: Geopönica, Titel dahin gehöriger Schrif- 
ten; Geopöniei, Vf. solcher Schriften 2c. -oräma, 
n., —; men s8 24, 3, tis): Ubersichtsbild der 
Erde, als eine Art Panorama, — eine große Hohl- 
kugel, in deren Mittelpunkt stehnd der Beschauer 
die orographischen u. hydrographischen Vhe im 
Großen erblickt, vgl. Glokus. — Geörg (gr.), 
m.: Eigenname („Landbauer“, vgl. Agricola), 
z. B. eines Heiligen u. als Tauf-, Vorname, s. 
G. 34, 13 ff.; G.-d'or, s. Dor 2c.; auch engl. 
(spr. dshordsh), z. B.: G. noble Inöb'II, eine Gold- 
münze mit dem heil. G. im Gepräge 2c. -icus, 
a.: auf den Landbau bezügl.: Virgil's Georgica, 
Gedicht vom Landban. -ine, f.; —n: 1) weibl. 
Eigenn. — 2) Art Blumen (v. Wildenow nach 
dem Naturforscher Georgi in Petersburg benannt) 
— Dahlie (s. d.): Gruppen von Gen u. dunkeln 
Astern. Meihner Sans. 1, 294; Schücking Verschl. W. 
2, 246 r.; Der köstlichste G-n-Flor. Wacheahusen Zig. 
384. -ophĩl, m., -en, (-6); -en: Freund des 
Landbaus. — Geo-shop (gr.), m., -en, (—#); 
—en: Einer, der die Vorgänge unter der Erdober= 
fläche, bes. in Bezug auf Temperatur-Vhe, be- 
obachtct. Dazu: Glie, f.; 9—-isch, a. Katik, 
f.; —en: Statik (s. d.), angewandt auf feste Kör- 
per, wie Acrostatik auf luftförmige u. Hyrrostatik auf 
stüssige. Dazu: Geostisch 2c. tereopläflik, 
f.; (-en): Relief-Darstellung v. Theilen der Erd- 
oberfläche. prechn 1, 90. Dazu: Geostereo- 
plästisch. -tehtonih, f.; —#en: Lehre, Lehrbuch 
von den Lagrungs= u. Struktur-Vhen der Gebirgs- 
Germania 
glieder u. den Störungen im ursprüngl. Bau der 
Erdrinde. -thermomeler, m., n., —; uv.: 
Thermometer zur Beobachtung der Temperatur in 
versch Tiefen der Erde. 
Gepard (fri.), m., —#; —, —e: Jagdleopard, 
Cynailürus, z. B. C. jubätus (Chittah); C. guttätus 
(Fahhar); auch: Der inrische Gu epard od. Jagrtiger 
(Felis jub ta). Humboldt Kosm. 2, 425; 191. — 
Gephprismeus (gr.), m., uv.; zen [5 24, 21: 
Spotirete. — Gepner, m., —8; uv.: Reiter- 
mantel. Gartenl. 15, 615b; 616a 2c., vgl. Feisch 
1, 34% b. 
Geralh) (hebr.), f.; —: 1½0 Sekel (s. d.). 
2. Mof. 30, 13: 3, 27, 25 tc. — Serän-iackeen 
(gr.), pl.: die Pflanzenzunft der Geranfen. -ĩt, m., 
en, —#; -en: Ait Versteinrung (Kranichsaugen). 
Sium, n., —s; —, -len 18 24, 2, n.]): 1) Art 
Pflanzen, „Kranichschnabel“ (s. Erodium): Die 
feinen Adern der Gs. IKohl Par. 2, 22 1c. — 2) 
Kran. — Gérant (frz. sberäng), m., —§; —6 — 
u. (mit deutscher Ausfpr. der Endsilbe) m., Sen; 
en: verantwortlicher Gesihäftsführer, z. B. auch 
bei der Herausgabe von Zeitschriften 2c.: Associé 
(l. d.) g. vd. complementaire einer Kommandite od. 
Hanrelsgesellschaft 7c.; Der Verwalter od. G. der Plan- 
tage. Ausld. 39, 105 lb. — Gerbe (frz. sbärb), f.; 
—8# : „Garbe“, auch Etwas in Garbenform, bei 
Springbrunnen, Feuerwerken 2c. — Gerbel-, 
Serbul-#ieren, tr.: (kaufm.) aus trockner Waare 
das Unreine auslesen, sie zum Verkauf bereiten 
(vgl. gärbulieren, doch auch span. garbillo, Sieb, 
s. Grabelage). - Ur, f.; —n: das aus Waaren 
ausgelesene Unreine (Grabeau): Der Mäusemist u. 
Gerbelur will sich doch immer mit unter den Pfeffer 
mengen. Mauhestus Ltbr. 105a; Sar. 238b 2c.; Abzug 
wegen Verunreinigung der Waare (s. Funi). — 
Gerboa: s. Jerbea. — Eerda, f.; 0: (neord. 
Myth.) G., die Gemahliu des Goltes Frej, die schönste 
der Göttinnen. Mohnike Fr. 116; 5; Limcock Fr. 195; 
Mvh. 68 ff., auch Gerdur. — Cérga, f.; —6: 
(in Südamer.) Uber der Schulter Ires Bergmanns! 
hängt die G., ein klelner Mantel. Globus 5, 11b.— 
GSergo (it. sch-), m., —#: 0: das Rothwälsch, 
die Gaunersprache (s. Jargon; Argot). — Sth)eriah, 
f.; —s: G., Gurrah, ein Längenmas in Bengalen. Die 
G. hat 2 Augullos zu 3 Zarbes u. 2 G- machen 
!1 Haut sod. Hit, Cubit od. Arm aus. Entykl. f. 
Haufl. 385a. — Geridon: s. Guer c. — Gerieren 
(lat.), tr.: führen, verwalten (s. Gerant); refl.: 
sich führen, benehmen, für Etwas ausgeben. — 
Seriot, m., —#; —: im südwestl. Afrika: Zaub- 
rer: Kein G., kein Grisgri u. keine Zauberrutheer- 
weckt ibn. Fceiligrath SW. 1, 154. — Gerle (sberl), 
f.; —##: Weinmaß in Neuschatel. Cncyhl. f. Kaus. 
380a; 598a. — German (engl. dsbeemen), n.: 
deutsch, z. B. äuch: G. silver (hilwer), Neusilber; 
G. steel (stil!, Gärbstahl 2c. -e (lat.), m. , In; 
—n: Bez. der Deutschen bei den alten Römern. 
Senthum, n., -(e)s; 0: das Wesen, Eigentbüm= 
liche der Germanen, germanisches Wesen. ia, f.: 
1) [8 24, 1): Deutschland: Von der nebulösa
        <pb n="455" />
        Germanien 
luebligen]) G., bei dessen [st. deren, — wie bezogen 
auf das nentr. Germanien] frigora ie. Kohl Pet. 2, 
263. — 2) (span. chermanla) Rothwälsch (der 
„verbrüderten“ Gauner, s. germanus u. Herman- 
dar ic.). en (lat.), n., —s 0: Germania;: 
Wirf die lühmende Deurschbeit i weg u. sei ein G. H. 
15, 279 2c. CZisch, a.: zu den Germanen gehörig, 
— weitern Umfangs als reutsch, s. Simrock Myth. 
3 2c., vgl. indo-g. 2c. is feren: 1) tr.: dem Ger- 
manenthum einverleiben, germanisch machen 2c., 
Gastz: Die östlichen Departements völlig zu ent-g. 
Uai3. 21, 312. — 2) intr. (haben): den germani- 
schen Typus an sich haben: Ein Kennzeichen der blon- 
ren (g-den 2) Usün. Humboldi Kosm. 2, 121. Tism. 
m., —-en; -en; Zismus, m., uv. ;-ismen (§24, 21: 
val. Anglieism. -ist, m., -en, —S; —en: Kenner deut- 
schen Rechts, reusscher Srrache, Geschichte 2c. — 
oft gegenübergestellt den Romanisten (s. d.). Dazu 
.: G.ische Studien ie. -itas f. [5 24, 3, 
itatisj; jität, f.; 0: das Vh., die Verwandt= 
schaft von Geschwistern, Geschwisterlichk. - omän, 
m., —-en, —S; Sen: Schwirmer für Germanisches (s. 
Angloman L.). Dam: G#e f. ophäg, m.,-en, -s; 
—en: „Deutschen-Fresser“, -Hasser: Dieser brittische 
od. hochschottische G-e. Monalbl. 2. 575b; Glie, k. 
ophll, a.; m., -en, —#; —en: Germanen liebend, 
.Freund. G-ie, f. Jophob, m., -ens; -en: Einer, 
der das Germanenthum fürchtet, scheut: Im Bunde 
mit den G-en Rieger, Slarkovsky 2c. für Czechisicerung 
der Universität zu stimmen. r 26, 1, 153; G.ie, 
f. 2c. us, a.; m. [8 24, 2): 1) von denselben 
Eltern stammend; leibliches Geschwister (Brurer). 
— 2) deutsch; ein Deutscher. — Germek (perf.), 
m., —s; —: Art Melone. Peicrmann Or. 2, 226. 
— Sirmeen llat., § 24, 3, n.. #nis]: Keim. 
Sinal (frz. sherm-), m., —#§; 0: s. Brumaire. 
ination Cat.), f.; Sen: das Keimen, Keimzeit. 
-inativ, a. keimend. iniren, intr. (haben): 
keimen, sprot nsen. — Germ'üd (türk.), m., —; 
—§# : schwerer Damast, leichter Poplin. Hammer 10, 
247, vgl.: „Germusets, pl., buntgemusterte 
Hülbseirenzeuge in der Levante“. Heyse. — 
Seroköm-ie (gr.); -ih, k.; 0: die Lehre vom 
dültetischen Verhalten für Greise. -on, -ĩum, 
n., —s; -ken [8 24, 2, n.]: Verpflegungsanstalt 
für Greise, Hospital. —Gsrondif (frz. sherong 2.), 
m., —s; —: s. Gerunrium. — Errönt (gr.), m., 
en, —en: „Greis“, Altester, Senator (s. d. u. 
Gerusia 2c.): Mittels ihres Oberhaupts, des griech. 
Geen od. slawischen Stareschinen. CKRobert 1, 53 ce., 
s. Demo-g. cokomton 2c.: s. Gerekomion. okratfe#, 
f.—e)n: Herrschaft der Geronten; dazu: Geronto- 
frärisch, a. otöron, n., —; * ärculus (s. d.) 
senĩlis. — Gerra (span.ch- p, ; —s: Flüssig- 
keitemaß auf Minorca. — —lees (lat.), 
n., — ; en I§ 24, 2, u. ]: in der lat. Grammat. 
eine Verbalform für die Casus obliqui des Infi- 
nitivs, auch: Mödus gerundivus, frz. Gérondif, 
was aber in der frz. Grammatik auch das Partici- 
pium Präsentis (nam. mit vorgesetztem en) bezeich- 
net. — Serüf-ia (gr.), f. [5 24, 11: der Rath 
Schyetto 439 
der Geronten (s. d.), Senat, z. B. im alten 
Sparta (Kriegk 1, 279) rc. u. in neuen Griechen- 
land (Drandis 2, 19 5) 2c. —E, f.; +eyn: Gerufia. 
— Gervillia, f.; —: Art foste Muschel — u. 
nach dieser, als geitmuscheln: G.-Schichr. Ausld. 
39, 586a. — Girpon (gr.), m., —#: 0: (Myth.) 
ein vom Herkules befiegter Riese mit 3 Köpfen u. 
3 Paar Armen: Aus des Riesen G. sdreifachen Armen. 
w. 12, 169. 
Sés: 1) (türk.) Pfeilspitze; die Weite eines 
Pfeilwurfs. — 2) (Mus.) G., Geses, s. A 3.— 
Geschem (bebr.), m., —s; 0: der Regen; Gebet 
darum, s. Tal. — Gesell, f.; —#; Der .. Leopard, 
welchen die Abissinier G. od. Gusella nennen, ist dunkel- 
graubraun gefärbe u. schwarz gefleckt. Zrehm Hab. 106. — 
Gespöôns, m., u., (f.)) —en; en: der, die Verlobte 
(s. Spons c.), auch: Gemahl, zuw. auch v. Thieren 
u. verallgemeint = Gespan (s. Ss. 2, 1145b, 
vgl. Ispan uU. Palatin 1), auch Gesronst, weibl.: 
Gin; ferner: Ehe-G, val.: ebegesponslich. 
Scherr Graz. 1. 115. — Gest (lat.), m., —e)s;: -e: 
Geste: Das Zusammenschlagen der Hände. .. Dieser 
G. Tharobs Verm. 5, 602. Ja, pl. [8 24, 2, 
n.]: Thaten: G. Romanörum (der Römer) — 
Titel eines Buchs aus dem 12. od. 13. Zahrh. 
ation, f.; —en: Tragung; Zeit der Traͤchtigkeit 
od. Schwangerschaft. -atörius, a.: tragbar, f. 
Crux. -e, f.; —n: Gebärde, Kerperbewegung als 
Ausdruck des Gefühls 2c. (Gestus): Er machte den 
Verfolgern eine G., welche unter der Bez.: „Zemandem 
einen Esel bohren“ bekannt ist. Spieldagen Pr. 5, 10; 
Das, was sie vortrug, mit Gn zu begleiten. G. 15, 
190 r. iltulatlön, f.; —en: Handbewegung, 
Geste. ikulätor, m., —3; ören: Ciner, der 
gestikuliert; Gauür." ihulatörisch, a.: panto- 
mimisch. ikulikren, intr. (haben): Geier 
machen. Sio, f. [8 24, 3, äönis]: Führung rc. 
G. prõ berede, das Sich- Benehmen als Erbe, das 
stillchweigende Antreten einer Erbschaft. -iön, f.; 
—en: Gestio. -or, m., —s: -Uren(S 24, 3, -Sorisl: 
Träger, Gerant: G. fsüdi, Lehns-; negotiörum, 
Geschäfts-Träger. -us, m. 8 23, 41: die Art, 
wie man sich trägt od. hält, Geste (s. d.): Die in- 
divirualisierenden G. k. 7, 20; Er macht G., wie beim 
Sanktveitstanz. Sch. 108b. — Geü (it. dsb--), m.: 
Jefus: Nur den Befehlen des Al G. sollte er folgen. 
Gutzkow Z. 6, 256, des Jesuitenordens. 
Sete-Erte (abess.), m., —s: —#: Wander- 
falk. örehm Hab. 207. — GSettat-öre (it. esch-), 
m., —s; —, öri: Zemand mit zauberkräftig 
bösem Blick (. Malocchio). Globus 4, 156b; Einen 
G. .. Die Furcht des Volks vor dem „bösen Blick“. 
Nat3. 21, 101 2c., auch: Ein mit dem bösen Blick 
Behafteter. ein „, Zettatore“. Gutzkow Z. 8, 60; Zetta- 
tore. .. Diese können Krankheit u. Tor anblicken. 144 ze. 
jũra, f.; -Ure: Das hier gegen die „jeittatura“ (den 
bösen Blick; ubl. Zeichen zu machen, das darin besteht, 
2 Finger als Horn auszustrecken, far le corna. Volksz. 
16, 120. — Sthyétto (it.), m., n., —;.—: 
das Judenviertel, die Judengasse, — auch v. Ahn- 
lichem: Enrlich errichterte Paul IV. den Indenzwinger
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        440 Geßtze 
od. den G., ein Name, der wahrscheinlich aus dem tal- 
mudischen Ghet gebildet ist, welcher Absondrung heißt. 
Es war am 26. Zuli 1556, als die Zuden Rom's in 
diesen G. zogen. Bank 3, 96 (Eregorovius); Ist nicht 
Deutschland der G. Europa's? Hörne F.zfr. 23; Der 
G. Gutzkom 3. 8, 28; Aus dem G. Von (. Kompert; 
Die unglückl. Urbewohner [Sudamerika's!) wurden in 
abgesonderten G's wie eingesperte Sklaven gebalten. 
Mag. d. Ausid. 34, 10 za 2c. — Setze: s. Chize. 
Seum llat., § 24, 2, u.): Name von Pfl., 
Nelkenwurz: C. urbänum 2c. — Senumatik (gr.), 
f.; □en): Lehre (Lehrbuch) vom Schmecken 
(Geustk). — Seüse, m., —n; —n: nach frz. gneux 
lgol, Bettler, — Bez. der gegen die Spanier ver- 
bündeten Niederländer, s. Sch. 823b; Grn- 
Pfeunlg. ebd. (Gösen. Fischaci B. Vb 2c.); Der 
Wasser-G. Ffischort SW. 1, 110, Kaper gegen die 
Spanier ꝛe. — Seu siodgsphorite (gr.), k.; 
—(ehn: schmerzhafter Reiz der Geschmacksorgane. 
„sis, f. 18 24, 3, uv.]): das Koüen, Schmecken. 
„slili, f.; (-en): Geumatik. „fisch, a.: auf den 
Geschmack bezüglich. 
Gha rc.; She 1c.; Shi 2c.; Ghu rc.: f. 
Ga 2c.: Ge 2c. 
Siädi (esh s. Kaste. — Giällo (it. dschärc.), 
a.: gelb; auch z. B.: Der g. autsco (s. d.). 
orino, n., —#; 0: eine Malerfarbe, Neapelgelb. 
— Gian (it. dschin), m.: Hans: G.-gürgulo, 
(„Haus Gurgel“), der kalabresische Hanswurst 
(s. Gelsonimo u. Covkello); auch eine Art großer 
sicil. Trauken. — Siardinäria (it. dschard-), t.; 
0: die Loge der Gärtnerinnen bei den Karbonari. 
— Gigür (lürk.), m., —s, —en; —s, -en: (. 
Geber) Unglaubiger, Bez. der Nicht-Moslemin. 
CRobtei 1, 70; 2, 50; Er empfing den verhaßten 
Gjauren. Petermann Or. 2, 84 ꝛc., auch in der 
Schreibw. Giaours. reiligrahh SW. 5, 182 ꝛe.; 
Gauer. Doumer 2, 137; mutrhard Konst. 1, 242; 
2, 5 2c.; vgl.: Kaur, Gaur, G., Djaur, Kiaffir, Kaffer 
nennen die Türken Jeden, der nicht ihrer Religion ist. 
Gerhard W. 2, 212; Daß ein Bethaus er den Ka--urn 
baue. 37 2c. -isch, a.:: zu den Giaurs gehörig: 
Geer Unterthan. fallmeray## Gs W. 1, 79. — Siaürt 
(türk.), n., —s; 0: geronnene saure Milch: Mit 
Kaimak, G., Käse u. Myzethra bewirthet. Augsb. 3. 
(44) 193 7a# 2c., auch: Jaourt. Westermann 3, 39 2a; 
Gäurt. Brandis Gr. 1, 117 2c.; JZaurt. Lindau 
Walsb. 1, 143; 144 (117 Drckf.: Juart) 2c. — 
Shiazzern-o (it. glae-), m., -S ; -i: Art Panzer= 
hemd. Weiss Kost. 2, 646, auch: Jazerinle), s. d. — 
Gibbär ((0—, m., —s; —s: Art Walfisch, Baliana 
bhyFsalus: Die Fischer von Saintonge neunen sie G. 
wegen des Höckers auf dem Rücken, worauf die Finne 
steht. .. Aus dem Worte G. ist .. Zubarte u. end- 
lich gar Jupitersfisch entstanden. Oken 7, 1041. 
— Gibbeh (ar. ## , m., —§; —&amp;: liber dies Alles 
wird endlich der G., ein Rock von beträchtlicher Länge, 
gezogen, dessen Armel bis auf die Hanr reichen. Weiss 
Kest. 2, 235, s. Zuba 2. — Gibberisch (engl.), 
n., uv.; 0: Rothwälsch. Bazar 15, 174b rc. — 
Gibb-on (shibböng), m., —8; —#, öne (Ohen 7, 
Sildrur 
1818): Art langarmiger Affen, s. Golof. — 
Sibbös (lat.), a.: bucklig. -ität, f.; O: Buck- 
ligleir, Buckel. — Eibbfit (esh-), m., -en, —8; 
—etn): ein Gestein aus der Sivpschaft der Diaspere. 
— Gibbelin (it. ksh-), m., -en; —en: im Mittel- 
alter, Anhänger der Kaiserpartei in Italien, im 
Ggstz der Athänger des Paxstes, der Welfen od. 
Guelfen. Auch Giebeling. plalen 5, 268, vgl. (im 
Munde eines RNömliugs): Das Gbibellinen- 
thum ist der Herrscher des Tages. .. Wir sind rurch u. 
durch hibellinisiert. Gutzkow 3. 2, 191; 1982c., 
vgl. 1. 370. — Gibelbite (frz. sh.-), f.; —s, —n: 
Art Frika sée. — Eibus (frz. sbitü), m., uv.; 
uv.: Cylinderhut: Seinen Pariser G. zum Einklappen. 
Gutzkow Z. 2, 337; Sonnlagsbl. (65) 105 a. — 
Gideon (hebr.), m., —s; —§: Name, ein Nichter 
in Israel. nicht. 6, 11 2c.; auch ein dem Herkules 
(I. d. 4) ähnl. Käfer. Oken 5 1916.— Gidshelik, 
m., —8; -s: türk. Schlafrock. — Sis#sme (linkh.), 
f.; —5: religiöses Lied, Ggstz Daina (s. d.). Ual-3. 
21, 313. — Sig (engl. gigg), n., m., é (k.); 
—8 : 1) In den kleinen, hinien offnen Kabrioletis (sog. 
Ge). Gertächer WW. 3, 138; SGutzkom 3. 3, 176; 
In unser G. zu gelangen. Kollonitz 30; Das G. rwal 
Emv. 1, 158 ꝛc.; Eine solche kleine einspännige G. 
fiohl Engl. 1, 220; In einer kleinen G. 3, 90. — 
2) ein klinkerweis gebautes Brot, 16—27“ lang, 
zum schnellen Rudern, auf Kriegsschiffen u. großen 
Kauffahrern. Bobrik 590a; Die G. des Geschwader- 
chefẽ. Dreuß. Erp. 1, 259: Hinter dem Heck lbängtj] die 
Kapitäns-G. 224. — Eigäntk (gr.): 1) m., en, 
(—s); —en: Riese, Rerfe, — nam. auch (Myth.) 
als Himmelsstürmer: Als die Erre die Gen beroor= 
brachte, den Untergang der Titanen [s. d.] zu rächen u. 
den Juriter des Throns zu entsetzen, überwand er sie 
u. stürzte sie in den Tartarus. Ramier Myth. 8; 2222c.; 
Geen-Muth. Gubkow 8, 94 r. — 2) a.; riesig: 
Die g-en Felsmassen. Scherzer Nat. 159 2c., gw.: 
gigantéesk. Geroinus Hist. 6, 199 :c.; gigäntisch rc. 
ogonté, f.; —en: Zene erdische Eczählung ven der 
Entstehung der Riesen (G.). Simtcoch Mrtb. 16. 
-ographsie; -ologis, k.; —eyn: Beschreibung, 
Geschichte der Giganten. -omachik, f.: —eyn: 
Kampf der Giganten (gegen die O#ympl##r). 
Sosteologis, k.; —(ehn: Lehre von den Riesen- 
knochen, s. Mammuth. — Sigliät-o (it. rshill-), 
m., —6; —, -i: Florentiner Goldgulden. John 
Moz. 1, 193 r. (urspr. „mit einer Lilie“ im Ge- 
präge) = 6 Franks. — Sigotl (frz. sbigs), m., 
—#; —#: Hammelkeule: Art Armel an Damen- 
kleidern in Kenleuform, rben weit, unten eng. — 
Gigua: s. Caguang. — Gigue (frz. shig’), 1.; —+: 
Art Tanz in 58 Takt u. die Musik dazu, auch 
Gianc. Sulzer 2, 419b, engl. Jig (s. d.); vgl. auch: 
Spielte den Gick auf dem Klavrier. Metck Br. 2, 162; 
Guigue à deux Igig’ a döl. Westttmann 3, 547b.— 
Gthhilal (türk.), m.: die ägyptische Kornliefrung. 
HSammer 10, 3417. — Cthilämo, pPl.: chinef. 
Seidenzeuge. — Gildonia (mlat.), k. 19 24, 11: 
Gilde. K#ösr Pb. 2, 29. — Gildrur (skand.), pl.: 
Schlingen zum Fangen des Wildes. weise Kost. 2,
        <pb n="457" />
        Gilet 
451. — Gilet (frz. shlle), n., —; -s: ärmellose 
Jacke, Weste. G. 32, 105 1c.: G. bydrostatique 
lirrostatikl, Schwimmjacke. — Sillie (sh 2c.), m., 
— : — : Ein schottischer Lieblingsdiener od. Zäger od. 
Reitknecht (die mittelalterl. Bez. G. entsrricht einer Art 
Mittelding zw. Kuaxpe u. Page). Volksz. 15, 213.— 
Gilt: s. Lavezzo. — Gimian (türk.), m., —; 
—S : geebe Stubenteppich. — Eimil (nord.), m., 
—; (Myth. ) der Himmelspalast der ernenten 
# simres di. 19:; Moth. 175 c. — Gimp, 
n., —; —# : „Gefänguis (in Abifünien). Grenzb. 25, 
3, 139. — Gimpe, f.; —: Gimpf, m., -(e)s; 
* s. Guimpe 3. — Sinec (chin.), n., —S; 
Art Getränk. Sladderadallch 20, 21 1a. — Sin, 
m., —s; —§ : 1) (chin.) ein Gewicht — Kattv. 
Enchkl. f. Kaust. 2185. — 2) (engl. d#binn): " 
Gendvre; Das Porter= u. G.-Publikum. Kohl Ensl. 
2, 227; G.-Punsch. Gutzkom 8. 2, 128; 131 cc.; 
G.-shop, Schnapsladen. Schirmer Aa### 1. 148 2c. 
— 3) s. Dschin. — Gina: s.Ogina. — Ginesille, 
k.; —: Name einer bösen Fee (2): Dennoch sielltet 
ibr mit allem guten Willen mehr Unheil an als 
20 Gu.-Ww. 3, 210. — ESinéèt-a (span.ch-), k.; 
—s: Stierkämpfe u. Ritterspiel. Globus 1, 9 # 2c. 
e, m., —5 „ —#, -n: leichter Reiter, val. Genet. 
— Gingal: . Dschingabl. — Gingang, m., #; 
—S8, e: Gugl I. d., vgl.: Die dengalische Seire 
G. Ohen 3, 1953. -en, a.: aus Gingang: Ge 
Schürzen 2c. — Ginger (engl. ribindsher), m., —; 
0: Ingwer: G.-beer lbir!, Ingwerbier, auch: 
Mit G.-pôp u. Stachelbeerwein. Ausld. 38, 1010a; 
G.-bread lbredrl, Ingwerbrot 2c. — Eingero, 
m., —s; —: (in Abess.) Silberpavian. Bithm Hab. 
58. — Gingham (engl.), m., -s; —: ein urspr. 
aus Indien stammender Baumworllstoff (Kingam) 
mit eingewebten Farbenstreifen od. buntkarrierten 
Mustern, theils glatt, wie Leinwand (englische, 
schottische, Wiener Leinwand), theils geképert (Köper- 
G.). Karmarsch 2, 119. -et , m., —; —: ge- 
streiffe, geblümte Baumwellzeuge — Singi-- 
brachium (ulat.), n., —s; 0 18 24, 2, u.): 
Scharbeck an den Armen. pedium, n.. ; 0 
[8 24, 2, n.]: Scharbeck an den Fußen. — 
Eingiras, pl.: ostineische Seidenzeuge. — 
ESinglpm-odilch (gr.), -oidälisch, a.: durch 
Gewindgelenke verbunden. -us, m. I§24, 2, m. J: 
Gewind-, Scharniergelenk. — Eindb)go, t —: 
Art Baum in Japan (Salisbüria). Ualur 15, 3027a; 
G. biloba lzweilappige G. J. G. 4, 80. — Eingras: 
s. Linorie. — ESinnistan: s. Dschinnistan. — 
Sinnungagap (nord.), n., ###;0:(Myth.) Chaos 
(s. d. u. Imir): Da noch Nichts war als ein örer 
unerfüllter Raum, G. genannt, wörtl.: Gaffen der Gäh- 
nungen 2c. Simrock Myth. 1 3 2c.; So zerrann die mate- 
rialiftische Philosophie in ein gähnendes Nichts ., in ein 
trostloses „Gaffen der Gähnungen“ (g.), von welchem 
in alter Zeit die Sibylle der germanischen Bibel, die 
Völa der Erda, orakelhaft geredet. Scherr Bl. 1, 200. 
— Einnus (lat.), m. I§ 24, 21; bei den Alten, 
ein Bastard v. Maulthier u. Stute. Oen 7, 1232. 
— Sinsa, f.: s. Gansibra u. Sirra. — GEinfeng 
Eirant 441 
Cchin. sö-), m., -e)s; —, —e (Ohen 3, 1855): 
eine Pflanze, Pänax, dereu Wurzel früher als 
fräftiges Reizmittel berühmt war. — Sioi-a (it. 
dsh-), f.:; -Je: Jubel: Freude: Erviva (s. d.) od.: 
Viva la g.! fienzel cl. Fr. 3, 258. rosamente, 
adv.; ofétto, oso, a.: (Mus.) lustig. munter. 
— Giocond amente (it. riho-), adkr.) rvole, 
fo, a.: nam. (Mus.): anmuthig, auch: Con 
giockondésza, mit Anmuth, vgl. Jucundilät rc. 
— Giocos-amente (it. dĩho-), adv., Jo) a. 
scherzend, tändelnd (nam. Muf.), s. Jocus. — 
Giöp (rhätisch): Zwergwachholder. Verlepsch Alp. 
88. — Siorgin--o (it. rihordsh—-), m., —8; —, 
-i: G., ehemalige gennesische Silbermunze v. 1% Lire 
fuori di banco. Encykhl. f. Kaufl. 386a. — Siörn- 
äta (it. dsbo 2c.), f.; -Ile: Die G., das * 
(der Morgen) bat 100 Tãvole. 737a. Jo) m., uv. 
-i: Tag: G. grässo (s. d.) u. mãgro 2c.; A g. 
taghell, z. B.: Durch Gaskandelaber à g. erhellt. 
Mag. d. Ausld. 36, 197b; Uat 3#. 20, 204 c. — 
Giovin--e (it. rihöw—): 1) a.: Die g. Itälia ver- 
suchte, den Nationalgeist zu heben. Gienzb. 26, 3, 381, 
das junge Italien, die Partei desselben. — 2) m., 
us.; i: junger Mensch. Hamm Sh. 32 ꝛc. 
Gips ꝛe.: s. Gyors ꝛc. — Gips-hn (engl. ꝛitwh, 
m. * uv.; -ies: Zigeuner(in), — eig. 
„Agypter“, val. (türk. ) Kibti, ngr. Gevtis 2c. — 
Sique (frz. sbu), f.; —#: s. Gigue. — Eiraf, (.; 
—6: 50 Hiebe mitr der G. enen Nilrferrveitsche. i 
16, 159, in Abessinien, vgl. Schambock. — GEiraffe 
(ar.; frz., auch sb-), f.; —#: ein afrikan. Thier, 
zu den Wiederkäuern gehörig, Camelopärdalis 
giräffa, Kamelparder 2c.: Dann schreitet majestätisch 
durch die Wuste die G. . . Sieh! wie Schuelle des 
Kameles es mit Pardelhaut vereinigt! Kreiligrath 
W. 1, 236 ff., vgl.: Ein Zwitter von Kamel|. 
Panterthier. W. HB. 2, 64 „2c. (Ugw.: Die Haut 
eines Girafen. Muthard Konst. 1, 190), s. Mir 2c.; 
auch: Art Damenfrifur (s. Mariton); ein Stern- 
bild des südl. Himmels 2c.: G-n-Fortepiano, 
von kurzem, aber hohem Bau. — auch: G. (Kabi- 
Pe, Ggĩtz Flugel 2c. — Giraĩ (mongol.), n., 
; —#: Zelt, s. Mai tschung. — Eiralda (span. 
5W.. f.; —#: Wetterfahne; ein Thurm in Sevilla: 
Diese Minaret hat sich in der berühmten G. erhalten, einem 
viereckigen, seines frühern Kugelschmucks entkleideten 
Thurm- Schac 2, 2412; La G. (374 Fuß) mit ihren 
2 Glocken. Bastiano 168; Die rechteckige Form der G. 
finrer man wieder in den Minarets v. Marocco 2c. 167. 
— Girandee (frz. shirängd'), f.; —n, —: viel- 
röhriger Springbrunnen; Feuerwerk eus vielen 
vertikal verbundnen Raketen 2c. olc, f.; -n; 
Sirändol-a asth—-d, f. 3e: — Girande, nam- 
als Feuerwerk (prechn 6, 65; Das Abbrennen der 
Ga auf St. Pietro. Uat3. 21, 311; Zu der auf 
Mutternacht angesetzten Hochzeits-Ga. Gutzkow 3. 
8, 37 2c.); Armleuchter: Eine G-e von 3 Kerzen. 4, 
186; Von dem neuen Tag, den 100 G-en] durch 20 
Zimmer strahlten. w. 12, 28 2c.; Perlen-, Diamant= 
schmuck. Böniger Sab. 391; 410 2c. — Girant 
(it. dsh-), m.)—en, -s; Sen : Jemand, der — u. so-
        <pb n="458" />
        442 Girard 
fern er — einen Wechsel giriert (s. d.), Indossant. 
— Girard (frz. sbirär), m., —s; —: Art Lampen, 
s. Qninquet. — Girasol (frz. shiraßöl); (it. 
hiraß öle), m., —§; —Ö#: Art Schmuckstein, s. 
Arular; auch: Orientaler G., ein opalisierender 
Saphir. prechtl 4, 516. — Eirät (it. dsh uc.), 
m., -en, —;en: Indossat (s. d. u. girieren). — 
Eiravölt-a (it. dsh), f.; ze: Kreis-Lauf,-Win- 
dung 2c.: In zahlreichen Schlangenwindungen (Tour- 
niquets, Giravolte). Berlepsch 260. — Girib (pers.), 
m., —#; —s: ein Längenmaß — 1066 Ellen. — 
Sch)hiribizz-o (it.), m., uv.; -i: wunderlicher 
Einfall, Boutade, — bes. (Mus.): überraschende 
Sprünge u. Ubergänge (vgl. Capriccio). — 
Giriẽren (it. osh-), tr.: (kaufm.) einen Wechsel 
auf einen Andern übertragen, umschreiben, indos- 
sieren (s. d.): Derjenige, der einen Wechsel giriert, ist 
der Girant; Der, auf den er ihn giriert, der Girat 2c. 
(s. Giro 2); auch z. B.: Daß mich das Haus Fresen- 
borg dem Hause v. der Toll zu giriert u. zur Ausgleichung 
einer Rechnung benutzt lwie einen Wechsell. Schüching 
Verschl. Wege 1, 192. — Gthh)irha: G.-Weizen 
per Tschetwert à 10 Pud 13½ Rubel. Um. 20, 
575 2c. — Girl: 1) (russ.) m., —#; —: Off- 
nung od. Durchbruch in dem Peressip (s. d.) 
oder der Nehrung eines Limans (s. d.) oder 
Haffs. Kohl Südr. 1, 37; 114; 2, 77 rc., s. Erik 2. 
— 2) (engl. perl) k.; —#: Mädchen: Toung liöng! 
g., junges Mädchen, — auch — Halfterfisch, s. 
Grisette. — Stro (it. e#sßh-), m., n., —; —: 1 
ein starker, röthlicher Süßwein v. Sardinien. — 
2) „Kreislauf, Tour“: Trat er eine große Reise — 
il gran g. (die große Tour], wie die Italiäner sagen 
— durch Italien nach Griechenland an. Schwegler 
(16) 898 ie. — 3) (s. 2) kaufm.: das Girieren 
(l. d.) eines Wechseis, Indossament (s. d.), z. B.: 
G. in blänco (s. d.) od. in biänco, Blanko-G. 2c.; 
G.-Verbindlichkeit, Wechsel-V. des Giranten 
2c.; G.-Bank, Depositenbank (s. d.), in der 
Denen, die Geld od. edle Metalle hinterlegen, 
Kredit auf die Bankbücher eröffnet wird, so daß 
„m Kreise“ der zur Bank Gehörigen, d. h. Derer, 
die ein Bankfolio haben, Zahlungen durch bloßes 
Ab= u. Zuschreiben auf den bezügl. Banffolios 
bewirkt werden, s. Konalbl. 1, 176b; Westermann 3, 
329b rc.; G.-Geld od. Valuta, auch bloß G. 
(ogl. Banko), nam. in Augsburg, Geld, das 27 
Proeent besser ist als Kourant. — Girasle (frz. 
shlröf'l), m. : s. Ciou. — Girölamo (it. dsh 2c.), 
m., -6; 0: s. Gelsonimo; Capitano 2c. — Sironde 
(irz. sbiröngd’), f.; 0: ein Departement in Frank- 
reich — u. danach in der ersten srz. Revolution 
eine gemäßigtere republikanische Partei: Die Irea- 
listen v. der G. Scherr Bl. 1, 320, vgl.: Links sißen 
die Jakobluer, zu welchen sich damals noch die Fraktion 
der Girondins lshirongrengs] hält. . Arme Giron- 
disten! 319; 351 f. ꝛc. — Gironélte (frz. shiru-), 
1.; —#: Wetterfahne, — auch als Bez. eines 
Wetterwendischen. #ik, s.; —#: wetterwendisches 
Wesen, Thun. — Gis, Eis: s. A 3. — Gisl 
(poln.), t.; —; -ärzi, m., —#; -e, uv.: s. Dura; 
Glacieren 
Gusla. — Gitän-a (span. ch-), f.; —: Zigeune- 
rin (s. d.); Zigeunertanz. Jo, m., ; —#: 
Ztgeuner; Betrüger 2c. — Eilarre: s. Guit ie. 
— Gilche (tschippew.): groß, z. B.: G. Gümee, 
m., Groß-See-Wasser. Freiligrath H. 39; 99; 313 rc.; 
G. Mänito, der große Geist, der Herr des Lebens. 
ebd.; 11; 267. — Giton, m., —##; —8 : (s. Gang- 
med 3) Thümmel 5, 1922c. — Sindecca (it. dĩh-), 
1.; 0; bei Dante, der Nachen Lueifers. Grenzb. 25, 
2, 57. — Sinl-io (it. ofhül-), m., —; —8, = 
1-i1: Silbermünze (Zũlĩer) in Rom, Florenz re. 
— Eiünnt-a (it. dshünta), f.; ze: Verbindung: 
Die nationale G. in Rom. Volksz. 15, 223, auch: 
Die von Garibalrl gegrünkete Zunta (s. d.) in Rom. 
232; Die Nationaljunta lin Romj]. Naz 20, 
468 rc. — Giurüffi (ngr.), n., —#; —: So griffen 
sie ldie Klephten] zu den Säbeln u. sturmten mit ihnen 
auf die Reihen ihrer Feinde los. Ein solcher verzwei- 
felter Durchbruch hieß in ihrer Sxrache ein G. 
Gstovoovoe). Wh-müler Ngr. 1, XXX VI. — Ginft- 
amoente (it. ost—), adv.: recht; billig; v. Rechts- 
wegen. -zia, f.; 0: Gerechtigk. (s. Goufalenkere). 
Siziere, m., uv.; eri: Justitiar (l. d.); Nach- 
richler; auch (z. B. in Ragusa) Marktauffeher. 
Globus 6, 46a. So, à.; recht, angemessen, passend. 
— Giv, m., —; 0; bei den Mandäern, ein jüng- 
rer Bruder des Krun (s. d.), ein Höllenfürst. 
Petermann Or. 2, 451. 
Glabelle (ulat.), f.; —n: der haarlose Raum 
zw. den beiden Angenbrauen. — Glace ((frz. 
gläß), f.; —#: Eis: Frappé (s. d.) de g. 2c.; künst- 
lich bereitetes Eis, Gefrornes; dann auch etwas 
wie Eis Glänzendes, z. B.: Spiegelglas: G-s 
coulces lkule, gegoßnes; souffEes el#uffle, geblase- 
nes; bes. aber (Kochk.): G. heißt die zu einem flus- 
sigen Sirup eingekochte Fleischbruhe. Schrible Kochb. 9; 
Man glaciert die Galantine recht sauber mit Fleisch- 
G. 210; Auch giebl es eine Zucker-G. Diese besteht 
aus der Mischung v. feingestoünem Zucker mit Eiweiß, 
Citronensaft, Wasser 2c. 9; Viele Backwerke werden 
mit einer Glasur Is. d.] — G. od. Zuckerguß — über- 
zogen. Eiweiß-Glasur (G. royale) 2c. 132; ferner: 
G. d'argent lrashäng], Art schwerer weißseidner 
Stoff mit einbrochierten Silberblumen w. -é&amp;, u.: 
glaciert (s. d.), auch fubst.: Das G., glänzendes 
Gold= vd. Silber-Gespinst 2c. u. bes.: G. od. 
G.-Hanvschuh, glacierter od. Glanzhamschuh, 
z. B.: Durchgetanzte Seidenschuhe u. zerrissene G-8. 
Uodenberg Par. B. 86; In Lackstieseln u. tadcklosen 
G. Spirlhagen Pr. 7, 125 (mit doppeltem Drekf.: 
Glages). -eriẽ, f.; -hn: Spiegelgießerei. 
ialist, m., —en, —#; -en: Gletscher-Kenner. ier 
Cie), m., —6; —: 1) Einer, der Eis, Gefroernes 
fertigt u. verkaust: Die Namen der besten Väͤtissiers 
u. Gs. IKohl Par. 1, 201; Ca#ient. 15, 509b „:c. — 
2) Glelscher (s. d. Ss.] nennt der Tireler Ferner, der 
Nomane Vadret. der Unterwalliser u. Saveparde g. 
Dtilepsch A. 189 2c. -ière (jär). f.; —# : Giskeller. 
-#eren, tr.: zu Glace (s. d.) mochen; mit Glace 
(s. d.) od. einer spiegel-glatten u. -glänzenden 
Fläche überziehn od. mit solcher erscheinen lassen
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        Glacĩes 
(s. glänzen 2 Ss.): G. heißt das Uberzlehen des Flei- 
sches, mancher Gemüse, Fische 2c. mit Fleischglace ver- 
mittels eines Pinsels. Kuchen u. Torten werden mit der 
Zuckerglace überzogen 2c. Scheible Kochb. 9; 436 2c. 
(ogl. Glasur): Die glaeierten Maronen. Salon 1, 378 
c.; Leder zu Handschuhen g.; Glacierte (od. Glac-) 
Hanrschuhe, vgl.: Das nach der beschriebenen Weise be- 
reitete Handschuhleder wird auch, wenn es für Haudschuhe 
auf der Narbenseite verwendet wird (glasierte Hand- 
schuhc) glasiertes Leder genannt .., weil es auf der 
Narbenseite glatt ist; durch Uberstreichen mit Eiweiß, 
Gummianflösung rc. erhält es auf dieser Seite leicht 
einen Firnisglanz, desgleichen auch durch gewöhnliches 
Glätten. Prechil 9, 316, s. auch lasieren. — Glacics 
(lat.), f. I8 24, 5]: Eis: G. Maria, Marienglas, 
Glimmer in Tafeln. — Glacis (frz. glaßi), n., 
uv.; uv. : 1) Festgsb.: Abdachung. nam. die von 
der Brustwehr des bedeckten Wegs gegen das Feld 
zu sich verlierende. — 2) Zuckerssed.: trichterför- 
mige Erweitrung des Kesselrands, auf die der ver- 
schüttete Zucker zurückläuft. — 3) Maler.: eine 
auf dunklem Grund aufzutragende helle Farbe (s. 
lasirren). — Glagon (frz. glaßöng), m., —; —: 
Eisscholle; ähnliche Verzierung an Gebäuden. — 
Gladel (skand.), m., -s; uv.: Art Gurtmesser. 
Weiss Kost. 2, 429. — Gläd--iätor (lat.), m., —8; 
ören /§ 24, 3, öris]: Fechter in den röm. Schau- 
kämpfen. Guhl 2, 335 ff.; G-en-Kämpfe. 152; 
Schild. 335; -Waffen. ebd.;-Gewandtheit. Nodenberg 
Ins. Heil. 1, 218. Siatörisch, a.: glariatören- 
haft, in der Weise v. Gladiatoren 2c.: Ge Spiele, 
lüdi gladintörii 2c. Ziatür, f.: —en: Gladia- 
toren-Kampf, -Gewerbe 2c.: Die G. mus für rohe 
Tapferk. eine große Anziehungskraft gehabt haben. 
Obank 3, 312 ꝛc. - olus, m. s8 24, 21: kleines 
Schwert; auch als Pflanzenn.: Schwertel. -ius, 
m. [8 24, 21): Schwert: Glãdii — jüs ct potéstas, 
das Recht zu Hinrichtungen (durchs Schwert); 
pœua, Enthanptung æ. — Glagöl (Tlaw.), m., 
—6; —s: das Wort; Verbum od. Zeitwort; im 
altflawaischen Alphabet der dem God. (gr.) Gamma 
entsprechende Buchstabe (cr); auch ein altslawisches 
Alphabet (Glagolitza, f.; glagolitisches Al- 
phabet, Ggstz eyrillisches), vgl.: Glagoliten, Dal- 
matier, die für ihre Bibel das glagolitische Alpha- 
bet anwenden. Dobrowsby's Slavin 156 2c. — 
Elaire (sfrz. glär), f.; —s: Schleim; Eiweiß, 
Eier-Klar, vgl.: Das halbflüssige Glahr od. Eiweiß. 
Oken 4, 30 6 2c. -eux Cö), —ös, a.: schleimig. — 
Glaive (frz. gläw), f.; —n: s. Gleve. — Gland-el 
(lat.), f.; —m: Drüse (gländula), nam. Halsdrüse. 
isörm, a.: eichelsörmig. - ula, k. 18 24, 11: 
Drüse (s. Aden): G. buccälis, die Backenspeichel- 
drüse; G-ulæ axilläres, Achseldrüsen; cooglome- 
rätc, zusammengesetzte Drüsen; lacrymäles, Thrä- 
nendrüsen; mammäris, Brustdrüsen; mesentörüs, 
Gekrösedrüsen; parötides, Ohrendrüsen; pituãriæ, 
Schleimdrüsen 2c. — ulös, a.: drüsig, drüsenhaft. 
Sulosität, s.; 0: Drüsigkeit. — Glans, f. (§24, 
3, gländis): Eichel. — Elär 2c.: s. Glaire 2c. — 
Slas-ieren (deutsch-lat.), tr.: glasig machen, mit 
Slene 443 
einer Glasur (s. d.) Üüberziehn, val. auch glaeieren 
u. z. B.: Bauersungen mit glasierten [schmutz-, rotz- 
glänzenden) Rockirmeln. Gersläcker NReis. 1, 116. 
Auch z. B.: Bleiglasierte Töpxfe. Karmarsch 3, 489; 
Töpfe aus. g., inwendig g. 2c.; Ubrtr.: Sein Magen 
ist ausglasiert (vgl. ausgepicht 2c., s. glasuren. -ũr, 
f.; —#n: glasartiger Uberzug, z. B. in der Töpfe- 
rei, auch der dazu dienende Stoff: Es felgt das 
Glasieren. Die Hauptingredfenzien der gewöhnl. 
Töpfer-G. sind Bieiglätte u. Lehm od. Kieselsand 2c. 
Kiarmarsch 3, 187; Zum Mahlen der G. dient die G.= 
Mühle. .. G.-Blei. 188 2c.; Blei-Geen. 1899; 
M. 2, 921; Undurchsichtige weiße G., Zinn-G., 
Email. 922 2c.; G.-Erz, Bleischweif 1c.; ferner 
z. B.: G. od. Email der Zähne rc. u. (Kochk.) s. 
Glace, z. B. (s. Scheidle Kochb. 432 ff.): Apfel- 
sinen-; Chokoladen-; Citronen-: Eiweiß-; 
Punsch-; Schnee= laus Eiweißschnee); Spie- 
gel-; Spritz= Izum Bespritzen v. Torten ꝛe.1; 
Wasser-G. auf Backwerk; Verziert sie mit farbiger 
Zucker-G. Bazar 14, 226. -ren, tr.: glasieren 
(l. d.): Verglasurte Sandsteine. G. 10, 229 :2c. — 
Glauber: Name eines Arztes (1 1668): G.= 
Salz, 8Säl miräbile Glauböri, neutrales schwefel- 
saures Natron, als Abführmittel dienend 2c. it, 
u., —(e)s; 0: ein Doppelsalz, schwefelsaures Na- 
tron verbunden mit schwefelsanrem Kalk. — 
Glau-Tcedo (nlat.), f. [8 24, 3. dinis); -köm 
(gr.), n., -(e)s; —-e; -Roöma, n., —; -ta [8 24, 
3, n., tis): eine Augenkrankheit, der grüne Staar. 
T#komalisch, -hkomatös, a.: mit dem Glaukom 
behaftet. conie (frz. glokont)), f.; 0: der obre 
„Grünsand“, Quadersandstein durch Mergel zu- 
sammengekittet (it. Macigno), s. Burmeister Gsch. 252; 
254. -Kofe (gr.), f.; —n; -öfis, f. S 24, 3, uv. :: 
Entstehung des Glaukoms. us, m., uv.; uv. 
[8 24, 21: Name v. Pers., bes. eines prophetischen 
Meergotts: Name verschiedner Schnecken. Oken 5, 
360; 382; 399; Die G. perty 157. — Glav-ã 
(slaw.), f.; —é#: Kopf, Haupt (s. Golawa). -är, 
m., —en; -en: Familienhaupt. CBober 1, 74; 96; 
104 2c. Tnitza, f.; 0: Kopfsteuer. 2, 6. — 
Glagpmore (engl. glemör), n., —#; —: das breite 
schottische Schwert. 
Elkba (lat.), f. [S 24, 11: Scholle, Erd- 
scholle: Glẽbæ addictus od. adscriptus, ein an die 
Scholle Gebundner, eig. u. Ubrtr.: Alle entlaufenen 
glẽbæ adscripti [Leibeigenel. Kohl Sudr. 2, 21; 
Leute, welche sich so vielen Gefahren . unterzogen 
haben, um uns andern glẽbæ addictis Wunrerdinge 
nach Hause zu bringen. w. 21, 244 c. -õs, -3, 
a.: voller Schollen, klumpig. — Slee (engl. gli), 
n., -s; —&amp;: Art altengl. Lieder: Jene Gs u. Ma- 
drigals. Salon 1, 391; Dreistimmige Kanons, hier G-s 
genannt. Grube Ch. 1, 136 2c. — Elén (gäl.), n., 
—8; —#: Schlucht, Thal, gw. vegetationsloses (vgl. 
Strath, meist kultiviertes). Ausld. 39, 914b; Globus 
7, 307a; G. heißt soviel als Thal. Kohl Irl. 2, 7; Drei 
wilde Gs. 692c. — Glẽne, f.; —: 1) (vralt.) Glen, 
Lanze, Wurfspieß: Hauptmann N., der legt die Glän ein. 
sischari Garg. 254b; Uof Th. 66; Spleß u. Glen.
        <pb n="460" />
        444 Glengarrp cap 
Wadckern. 1, 105440%; 10539 ic., auch — Lanzen- 
träger: 300 Gleen seinem Vater zu Hilf gegen die Eid- 
denossen geschickt. Stumpf 690a ac.; mhd. glen, zigzzan 
aus glævin, s. Gleve. — 2) (gr.): a) Augapfel, 
Pupille. — b) (Anat.) flache Gelenkpfanne in 
einem Knochen. — Slengarrg cap: die Mutze des 
schottischen Nationalkostüms. Uat 3. 21, 392. 
Slen-itis, f. [8 24, 3, uv.]): Entzändung rer. 
Linse im Auge. oidäl, -oldisch, u.: eine Glene 
(l. d. 2b) bildend: G-: Verriefung 2c. — Gleiss- 
ria (lat.), f. 1§ 24, 1): „Bernsteininsel“. Hum- 
boldi K. 2, 410. -um, n., —8; 01/ 24, 2, n. : 
Bernstein. 411 (vgl. Elektrum). — Slenhomeker 
(gr.), m.,n., — ; uv.: ein Aräometer (s. d. u. Fort- 
bild.) als „Mostmesser“. prechn 1, 310. — Slevc, 
f.; —##(srz. glaire): Schwert, Spieß, Lanze (vgl. 
Glene 1): Ritter in vollständiger Rüstung mit 
Schwert u. G. Schücking Bronckh. 1, 216, s. Wackern. 
1, 103415 2c.; auch — Lanzenträger, Lanzner, s. 
Fcisch 1, 354 ff., vgl.: Gleffner. Brlichingen 10 rc.; 
G—-n= Bürger, vgl. das verächtlich gewordne 
Spießbürger, s. Ss. 1, 244c. 
Gli (it. tji): 1) Mz. des männl. best. Artikels 
vor Vokalen od. (s. lo] einer mit s beginnenden 
Konsonantenverbindung, z. B.: Gli erröri, die 
Irrthümer; Gli stravnieri, die Fremden; Virano gli 
spösi! les lebe das Brautpaar]! Nar3. 21, 198 7., 
mit Präpos. verschmelzend, z. B.: agli läljil — 
a gli; dagli = da g.; legli = di g.; cogli 
— con gli; negli = in kgli;pegli — per g.; 
sugli = sug. — 2) persönl. Fw. der 3. Pers. 
in der Mz. (sie) u. im Dat. der Ez. u. Mz. lihm; 
ihr; ibnen), auch — vor andern persönl. Fw. — 
mit diesen (mi eingeschobnem e) verschmelzend: 
Glielo, glieli, gliela, gliele, gliene. — 
Gliad'n (gr.), n., —(e)s; 0: Kleber .. in 2 beson- 
dere Sioffe, Pflanzenfibrin u. Pflanzenleim (G.) zerlegt. 
siarmarsch 2, 434. — Glis (lat.), m. [8 24, 3, 
glirisl: Ratz, Bilch, Siebenschläfer, — verallge- 
meint: Nagethier. — Gliss-ade (frz.), f.: -n: 
das Gleiten, auch als Tanzpas; eine freichente 
Finte beim Stoßfechten 2c. -ando (it.), adv. 
gleitend, — nam. (Mus.) v. Passagen, die man 
durch rasches Gleiten eines Fingers über eine Reihe 
v. Tasten spielt. -äut (frz. —äng), a 1 gleitend, 
schlüpfrig, bedenfl. -icälo (it.), a. (BMuf. )0 in 
sanft hingleitendem Vorlrag. — “m—i (nerd.), 
m., —;: 0: (Myth.) der „glänzende“ Gerichtssaal 
Forsetis im Himmel. — Glob-e (frz. glob'), m., 
—s; —n, —: Kugel (s. Globus); auch z. B. als 
Titel einer Zeiischrifl. G. 33, 127 ½.; (Fesigsb.) 
G. de compression Ikongrresssöng], einc kiefe, stark 
geladne Mine zur Zerstörung der feindl. Kontre- 
minen 2c.: Dieses Buchlein ist kein g. de compres- 
sion, sind lauter Flatterminen. G. 3, 36. -ist, m., 
-en, — -en: Arbeiter an der Zeitschrift le Globe. 
G. 33, 126 2c. -ös, a.: kuglia, kugelförmig, aus 
Kugeln bestehnd; auch: Die Geen (od. Globo- 
siten), eine Abtheilung der Ammoniten: Gen- 
öremotirn- Volut, m., -en, —; -e#n): s. globes. 
olitäl, Kugligkei#t, Kugelsorm. „ulär, 
Sloria 
a.: kugelförmig, auch: Blitze in Form v. Feuerkugeln. 
.. Die globuläsren Blitze. Humboldt K. 1, 363 2c., 
G.= Taktik, Kriegskunst mit Feuerkugeln re. 
ulärta, f.;; ken [§ 24, 11: Kugelblume. ulin, 
ccjs; 0: Das G. ist eine eigene Merifikation des 
Ponc welche in Verbinrung mit dem Blutfarbeũofs 
(Hämatin) die äußere feste Rinde der Blurkörrerchen bilrer. 
Burdach Anthr. 21. ulit, m., en, ; —#: Käfer 
mit keulenförmigen Fühlhörnemn. zutss, 8 : 
globos. -ulus, m. 18 24, 2): Kügelchen, z. B.: 
Glöbuli ferruginösi od. martiäles, Zlartis, od. ge- 
nauer tãrtari martiãti (Miischerlich 2, 2, 32), aus 
Weinstein mit Eisenfeile bereitete Kugeln zu Stahl- 
bädern 2c.; Glöbuli sänguinis, Blurkügelchen ꝛc. 
Jus, m., uv., —ses; uv., „se, zen [8 24, 
Kugel, z. B.: In mangeschliffnen SGilchgteon 
brennende Flammen. Garttnl. 15, 734b ꝛc.; bes. aber 
Erd-, Himmels-, Well-Kugel u. deren Nachbil= 
dung: G. .. Man bat v. demselben bekannrlich 2 Gat- 
tungen, den Himmels- u. den Erd-G., v. welchen 
jener die Oberfläche des Himmels u. dieser die der Erde 
darstellt. rzinrow 20; Hmmmelsgloben. Mädler 11; 
Die Gse. friötag Soll 3, 280 rc. (ogl. Georama; 
Hemiglob; Keniglob 2c.); G. cœlẽstis, Himmelstugel; 
G. terréstris, Erdkugel, vgl. auch: Als schwämme 
gar kein selches Ding, wie unser G. terrägusus im 
bimmlischen Oceanus. W. 33, 39 3 2c.; auch als Titel 
v. Büchern 2c., z. B.: G., illustrierte Zeitschriit fur 
Läönder= u. Völkerkunde v. K. Andrer 2c.; ferner: G. 
(imperiälis), Niichsaviel (. d. Ss.). Wtiss Kol. 2, 
595 vc.; auch: l# glõbo, in Masse, ingesammt „c.: 
Die östreichische Censur will meine Bücher pér solrdum 
u. in globo verbielen. vo mülltr 7, 164. — C oire 
(frz. gloãr), f.; O: Ruhm (s. Glorie): An die Stelle 
der innerl. Ehre ktrat] seine (des Frz.] ganz äußerliche 
G. cichendorff Gsch Dr. 87; Den chauviniülschen nach G. 
dürstenren Sidele. Mal ## 15, 153; Wenn die Worte 
g. u. palrie ihn begeistern. 20, 263; Das frz. Velk 
einzulullen unter dem Sirenengesange v. Dame G. 231; 
Scherr Bl. 2, 108 ꝛe. — Elockenist, m., en, 4: 
en: der das Glockenspiel srielt. — CGlöm-erätus 
(lat.), u.: kuglig, knäuelförmig, — bes. botanuch, 
zur Bez. des Biüthenstands. eris, f.: -eriden 
18 24, 3, -erĩdis]: „Kugelthier“", Schalen-Assel. 
Terulus, m. 18 21, 2): Knäul, — nam. botan. 
- us 1824, 3. u., eris]: Knaul, Stöpsel v. Crar- 
pie 2c. (ogl. Kenglomerat rc.). — Glonin, n., 
(e)s; 0: Das Srrengöl ist ein Gircerin, m welchem 
die 3 Atome des veitretdaren Wasserstoffes ersetzt sind 
durch Untersalpetersäure .. od. wie man es nennt. Nitro- 
glyccrin, G. Natur 15. 2063.— Glor (lat.): Ruhm, 
Gloric, — als Bstw.: G.-reich können wir's nicht 
finden, g.-- arm maq's wehl sein. Claudius ", 99; Der 
Glanz, der J.= reich ihn umgiebt. G. 6, 56; 19, 411 
„2c.; Kaiser Karl's 3.-wurrigen Cnkel. Sch. 24ba ie. 
-i, f.: ñ. Glorie, z. B. EMüllr F. 30; Schoidenttißer 
120 2c.; G.= Harz, Gleriat. -ia, k.: zken (§ 21, 
11: Glorie (s. d.): Durch den Nausch der G. Uo#t3. 
21, 23; Auf dem windigen Triumrbwagen der Vüna 
leitelu! G. w. 30, s 2c.; G. unindi, der Welt, 
z. B.: Sie tränsit Iso vergeht] g. mündi. freiligrath
        <pb n="461" />
        Sloriat 
SW. 6, 130; peiermann Or. 2, 150 sc.; auch: G. 
mündi. eine sehr schöne Tulpe, vgl.: G. rubrörum 
lier Rothen], schön rothe Tulre; G. mätris sder 
Mutter], schöne Seemuschel 2e.; ferner z. B.: 
Omnia 4d od. fn mejörem Dei g-m, Alles zur 
größern Ehre Gottes; In majörem pätrie g—m 
lzur größern Ehre des Vaterlands) Grenzb. 26, 3, 
153 rc.; ferner als Anfang v. Lobgesängen, z. B.: 
G. in excslsis (s. d.) Déo 2c.; G. pätri, filio ét spi- 
ritui säncto fn söcula seculörum, Ehre sei dem 
Vater, dem Sohn u. dem heiligen Geist in Ewig- 
keil! 2c. Danach auch neutr.: Das od. ein G. an- 
stimmen (val. Tedẽum 2c.); Das Krrle .. das ge- 
sammte G. Ual 3. 22, 113; Starosten, die beim G. den 
Säbel ziehen, beim Sankius ihn wieder rasselnd in die 
Scheide stoßen. Monatbl. 1, 1 63a. iät, n., —; 0: 
Das Lärchenbarz wird genennt Terventin Is. d. .a 
etlichen Orten Gl öriat. Stumpf 60 ra, s. Stalder 1, 
455; Das Harz, Glörket u. dgl. Parocellos Wunr. 
120b 2c. „ie, f.; -n: höchster Glanz u. Ruhm; 
Heiligenschein; bildliche Darstellung des offnen 
Himmels mit den Engeln 2c., als Himmelsglanz 2c. 
G. 12. 294; 13, 100; 21, 167; 33, 183; Sch. 
24a; w. 28, 379; 20, 314 u. dazu Anm. 359 2c.; 
auch z. B.: Die G. v. mehrern farbigen Ringen, 
welche man um die Flamme eines Kerzenlichtes erblickt. 
Imũler Ph. 1, 775 2c. u. (Feuerw.): Zusammen- 
stellung v. Brändern in Figuren, s. Karmoarsch 1, 
116 2c. Zsstg z. B.: Märtyrer-G. Guskow 3. 
4, 210; Unsre militärische Parade-G. Uat.#21, 
143 2c.; als Bstw., z. B.: G—nl Schein; Ein 
Strahl der G-n--Sonne Frankreichs. 3 Kohl Par. 1, 
54 ꝛc.; Sein g—m##- volles Les. W. 2°, 3 86 ꝛc., auch: 
Die g.-volle Sendung einer mächtigen Kirche. König Kl. 
2, 20. -enhast, a.: glorienartig, v. Himmels- 
glanz erfüllt 2c. Cutowm K. 3, 96; Indem ihr Gesicht 
etwas G-es annahm. Winlerfeld Gem. Dicht. 1, 320 2c. 
-fta (f ran.), f.; —s: Gartenlaube: Obstgarten. 
Globus 6, 162b. ctt, n., -(e)s: —e; ctte, f.; 
n: Laube 2c.: Alles überragend, erhebt sich rie sogen. 
Gee, der Raum für die ungebrochen aufgezognen Hinter- 
u. Zwischengardinen der Dekoration. Gartenl. 14, 7 71b; 
Die Linde trug die sog. Ge, einen hölzernen Rund- 
bau, der sich, mit Bänken verseben, um den mächtigen 
Stamm schmeegte u. zu welchem eine Art v. Stiege als 
Trepve führte. Holtei Es. 1, 17; Das schwebende G. 27; 
Das G., vulgo die G-e. 107: Die Schönburger Gee. 
Ders. (Salon 2, 567); Hilm Reib Em. 2. 193 2c. ieur 
(franz. —5), a.: s. gloris. „isicieren, tr.: 
verherrlichen. OZank 2, 272 „c. isikatiön, 
f.; -en: Glorificierung. -ikkren, intr. (haben): 
prahlen, großfrrecben. G. 9, 27 2c. sola, 
f. [8 24, 1): eine kleine ed. kleinliche Glo- 
rie, Rühmchen. iöle, f#.; — : Glorien-, Hei- 
lizenschein: Die lautere, jungfräuliche Hoheit, welche 
sie wie eine G. zu umschweben schien. AZecher Rabbi 1, 
1, 158; Das Unternehmen, welches .. der G-e Bona- 
parte's den letzten Glanzschliff gab. Scherr Bl. 1, 406. 
Siös, -iös, a.: glorien-, ruhm-, glanzvoll, herr- 
lich 2c. iösa, f. I8 24, 1]; iöse, f.; — : Name 
v. Pfl., Prachtlilie ꝛe. iöfus, a.: 1) glorios: 
Glossitis 445 
Iäter (s. d.) gloriösa [die Mutter Gottes in Glo- 
rie. G. 12, 307 2c.; Gloriõsæ memöriz, ruhm- 
reichen Angedenkens 2c. — 2) großfrrecherisch: Der 
Miles (s. d.) g., Bramarbas 2c. — Glösa (iran.), 
f.: —#: s. Glosse 2. — Glöss-a (gr.), f. I#824, 11: 
s. Glosse 1. - adör (srau.), m., —##;-es: Glossa- 
tor: auch z. B. auf Minorka, Singer bei einem 
poetischen Wettstreit. Suzer 2, 58la. Jagra, n., 
—; 0: Zungengicht. algié, f.; —Xeyn: Zungen-= 
schmerz. anthrar, m. [5 24, 3, acis]: Zungen- 
krebs. -är, n., —(e)s; —e, eu: Worterbuch, 
nam. zur Erklärung dunkler minder bekannter 
Wörter. — Slöffaret (engl.), n., —#; —: ein 
„glänzender“ Stoff aus Seide u. Wolle. — Gloss- 
arium llat., § 24, 2, u.): Glossar: G. etymoléö- 
gicum, etymologisches 2c. -ätor, m., —; ören 
18 24, 3, öris): Verfasser v. Glossen, nam. zu 
Rechtsbüchern. -alus, a.: mit einer Zunge ver- 
sehn, nam. als Ordnung der Insekten (mit faden- 
förmiger Rollzunge): Schmetterlinge, sostematisch 
Glossäta ed. Lepidöptera genannt. Burmeiter Gsch. 
397. Je, f.; —n: 1) erklärende, erläuternde Be- 
merkung zu einem Tert: Rand-G-n (Glösss mar- 
ginäles), sofern sie am Rand beigesügt sind; Inter- 
linear-Gn, glössainterlineires 2c.; Die Gen im 
Korpus Juris. G. 9, 30; Lichtwer 151 2c.; Ein Glös- 
lein einschieben. Auläus Pb. 1, 77; Seine Gen zu, 
über Etwas machen, fvöttische, tadelnde Bemerkungen 
ꝛc.; Mit einer blauen Glosß wie mit einem Vorbang 
überzogen. Lischart B. 35b, mit einer falschen Er- 
klärung (vgl. blauer Dunstc.); Müssen sich mit folchen 
Angst- Gen .Angstglesen “] u. Nolhreden so lausicht 
u. bettelisch behelfen. Lulder 1, 509b 2c. Dazu: Sie 
bakten das Büchlein berand glosset. 20 müler Lind. 
1, 21, ihre Rant-Gn dazu gemacht 2c.; Etwas 
ver glossen. Zinkgrẽf 1, 159, durch eine G. ver- 
drehn 2c. — 2) die voetische Ausführung eines 
Themas in der Weise, daß jede Strophe — gw. in 
Deeimen (s. d. 20) — mit einem Vers des Themas 
schließt od. (seltner) beginnt: Wie in sranischen Lie- 
dern, die sogen. G. den gegebnen Geranken, die Letra, 
variiert. DAus. 17, 2, 25; Glösas, die Variation 
eines Themas mit Einflechtung der urfrrüngl. Worte in 
die versch. Wendungen.. Die G. wurde recht cig. die 
Grundform der sran. Lorik. Das in seiner Betrach- 
tung schwelgende Gefübl kehrt immer wieder nach den 
verschierensten Reflerionen zu seiner Grund stimmung zu- 
rück. Nesenkranz Poes. Gsch. 5 34; Uhland 189 ff., vgl. 
ploten 1, 291. -Em, n., „(e)s; —e: -ma, n., 
—## : -## S 24, 3, n., -tis]: ein einer Erklärung 
bedürftiger Ausdruck u.: die Erklärung eines 
solchen. -ren, tr.: 1) Glossen (s. d. 1) zu einem 
Tert machen, eig.: Glossierte Rechtsbücher 2c. u. 
übrtr: Wie man . über ras sonstige äußere Benehmen 
des übrigens sehr geschätzten Plotho glossiert. G. 20, 
250 rc.; [Das wars nicht unbemerkt u. un glossiert ge- 
blieben. W. 1 1, 189 2c.; Die Glossierer des Korrus 
Juris 2c.; Du Gebetglossierer. DBibl. 11, 372293 
2c. — 2) eine voetische Glosse (s. d. 2 u. Motto2) 
über ein Thema machen. Zeuterweck Asth. 2, 90; 
Platen 4, 139; 140; Uhland 189 2c. -ihis, f. [823,
        <pb n="462" />
        446 Glossocele 
3, Uuv. : Zungenentzändung. ockle, f.; —n: 
Zungenvorfall. Jodeésmus, m. [824, *!• Zungen- 
band. Jogräph, m., en, en: Gloss enschrelber! 
G.iie, (., Thätigk. eines Gren; gisch, a., dar- 
auf tezügl. Colalis, s.; Ch) (bibl.) das „Neden 
mit Zungen“ (s. d. Ss. u. 1. Kor. 14, 4 ff.; Ap. 
2, 4 ff. 2c.); auch: Glottolalie. Soleg) m „Sen, —#; 
—en: G., Glottolog, ein Sprachkundiger. Dazu: 
Gle, f. ꝛe. -olusis, f. 18 24, 3, uv.]: Erschlaf- 
fung u. Lähmung der Zunge. omän, m., en, 
—en: G., Glottoman, Einer, der die Wuth hat, 
fremde Sprachen zu sprechen, für dieselben schwärmt. 
Dazu: Ge##k f.; g-isch, a. omänt, m., -en, S; 
en: Einer, der aus der Zunge rn- Dazu: 
Gäie, s.; g-isch, a. ôncen## (§ 24, 21: 
Zungengeschwusst. -onöm, m., u, „e —en: Ge- 
setzgeber auf dem Gebiet der Sxrache. Dazu: 
Gi&amp;, f. — Grammank; g-isch, n. opelra, (.; 
zopetren [8 24, 11: vrseinertr Haifischzahn, 
„Zungenstein“. kopharhugens, Zunge u. 
Schlundkopf betreffend: Nérvus g. woplegie, f.; 
—(eyn: Zungenlähmung. -opteris, f. [8 24, 3. 
uv. ): Art Farnkraut. -oplölis, k. (521, 3, uv. : 
Curze. ) Zungen-Vorfall (s. Paragloss). oshopie, 
z-Leyn: Untersuchung der Zunge. -ospamnus, 
m. [8 24, 2): Zungenkrampf. oltomie, "(4 
—oe)n: Anatomie (. d.) der Zunge 2c. — Glölk-is 
(gr.), f. 1824, 3, idis): Stimmritze (vgl. Erl-g.). 
olale 2c.: s. Glosso 2c. — Glonl -on (frz. glu- 
töng), m., —#; —6: Schlinger, Vielfraß. -onneric, 
s.; (Ten): Gefräßigk. 
Gluant (frz. glüsng), a.: klebrig. — Glub-- 
dubdrib (eugl. gleberöbbrritbh), n., — ; 0; in 
Gulliver's (l. d.) Reisen ein Zauberland- renzel. 
Dicht Fr. 3, 232. Stuchist, m., Sen, 6; -en: An- 
bänger des Tondichters Gluck, im Gast zu denen 
Piceint's (den Piceinisten, s. Coin). — Glüchwi 
(rufs.), pl.: Tonnen voll mit den bei den Russen so be- 
liebten rothen Beeren, die sie G. nennen. Kohl Pet. 1, 
123. — Glüm-a, Ella (lat.), f. [/§ 24, 11: 
Eiell Balg bel Gräsern. — Eluläen (ar. ), 
: dle Gesäßmuskeln. — Elut-en llat., § 24, 
-¾l rn., -inis]: Leim; Kleber. in, n., —0e)s; o: 
Knochenleim. Burdach Anthr. 21. inans, a.: 
klebend; n. [8 24, 3, ántis, Mz.: äntin): Klebe-, 
Bindemittel. Zinalion, s.; —en: das Zusammen= 
leimen. —inaliv, u. zusammen- leimend, -klebend. 
Zinikren, intr. (oaben), tr.: zusammenkleben, 
leimen. inös, a. klebrig, leimhaltig v.e 
Eln- -erria (r. ), f.; ken [8 21, 1): Pflanzen= 
name: Süß-, Mannagras. -eerid, n., —½; 
—e: Fette, — nach der ihnen gemeinsamen Basis, 
dem Glycerln. Uamr 15, 204 a. erin, n., —) ; 
0: Olsüß, ein bel der Verseifung der Fette ent- 
stehnder süßschmeckender Körper. ebd.; Karmarsch 2, 
178; 3, 255 1c.: Nitro-G., Spreng- vi. s. Glonin. 
Sein, n., —##; 0: G., G.,, Suß., Bervll (s. d.) 
Erde. Teine, f —u:einePss.,Knollen-Erbfcic. 
«chrem,pl eine Pflanzenzunft, vgl.: Der 
Dust der Glpeĩnlen. femald Genf 134. Teion: s. 
Giytion. -eium, n., —#; 0: das Metall der Gly- 
Enidia 
cin-Erde, s. Beryllium. oßl, n., -(e)s; 0: Liryl, 
— das Radikal des Glycerins: G.-Orb# er. Lirvl- 
Orbd. Uatut 15,204b. -cpFhag, m., -en, -s6; eln): 
Süßeseer Näscher: Glie, l., Näscherei; Fisch, 
genäschig. gehpiron, n., —: 0: das Vitter- 
säs. Schrrhiza, f. [8 24, 1): Süßholz, Liqui- 
rĩtia (vgl. citibej. Teprrhizin, n., -(e)s; 0: ein 
in der Süßholzwurzel enthaltner Stoff. hion, 
n., —6; 0: Süßhelz. -ko (ngr.), n., —6; -sa: 
Süßigk., Konfitüren (vgl. Dulee re.): Mit dem 
obligaten Tschibuk u. der G.= ur- Kenfittürenschale. 
Gorienl. 17, 249b. „ochöl: G.-Säure, ein an der 
Galle enthaltner Stoff. * n., —e)s: 0: ein 
in der Leber enthaltner, eeiche, in Zucker diemelln 
der Stoff. -oinöspne, t.; 0: „Weinsüß“, ge- 
löschter Kalk in Pulverform die überschüssige Säure 
im Wein zu neutralisieren. U#ns. 21, 419. -hohöll, 
n., —s; 0: Leimzucker. -omêler: s. Gleukometer #c. 
— Glnhon (gr.), m.: Name, bes. eines griech. 
Dichters; dazu: Gllen ischer Vers (vérsos gly- 
cônäus), nach dem Schema – (um die 
letzte Sille verfürzt: nherekrätlscher Vers u. damit 
unverbunden zusammengestellt: priaprischer Vers, s. 
Zumpt Lat. Gr. 9842).— Eiptb-erhh (gr.) 2c.: 
s. Glucy 2c. skop, n., —Ceye; Werkzeug zur 
Prüfung des Zuckergebalts einer Füfügt. mittels 
der Cirkularpplarisatinn. — Elßph (gr.), m., 
en, —(e); Sen, —e: (Vank. Sällt (s. Triglerb). 
anon, n., —6; zana I§ 21, 2, n.]): Grabstichel, 
Meißel. -ih, f.; (Ten): Glyptik, Kunst mit dem 
Grabstichel zu arbeiten (vgl. Anaglophbik, Ciselier= 
zun 1c.). issch, a.: zur Glyphik gehörig. —-ogen, 
F e)s; 0; ogène (frz. —hön), n., —; 0:; 
½ Mittel n. Methode für Stahlplatten zu ra- 
dierten Zeichnungen. Karmarsch 1, S1. -ographié, 
f.; -(eyn: ein Verfahren, galvanoplastische Plat- 
ten statt der Holzschnitte zum Abdruck auf der 
Buchrruckerpresse herzustellen (Galvanoglhrhie). Kar- 
marsch 2, 22; Ual#3. 20, 195 1c. — u.: die so er- 
zeugten Abdrücke. Damu: Glirbegräpb, m., 
—en, —&amp;d ;en: der so arbeitende Künstler: isch, a.: 
durch G. hergestellt 2c. — Elßpl-en (gr.). pl.: 
Erzeugnisse der Glyphik, d. h. geschnittne Steine, 
Skulpturen 2c. Eih, f.; (en): Glyphit. 
Sognossé, f.; 0: Kunde der Glypten. Cograbh, 
m., -en, —; —en: Beschreiber v. Glypten. Dazu: 
G-ie, f.; glisch, a. -ölepis, f. 21, 3, Epidis!]: 
eine Gattung Fische (Ganoiden) mit gefurchten 
Schuppen. Durmtister Gsch. 462. Solperma n., 
—# ; men s8 21, 3, u., Ais!: Samenkern mit 
Furchen. thek, .; ; -en: Sammlung r. Glypten. 
Gnaphalium lur. „824, 2, n.]): Nuhrkrant. 
— Gnalh-algie (gr.), f.; -(e)u: Kinnbacken-, 
Backenschmerz. -on, m., —6 „ nen (/&amp; 2i1, 3, 
-önis]: Schmaroter (s. Parasit): Von den Gen, die 
um die Tafeln der Reichen sumsen. W. 1, 110 2c. 
Toncuralgie, f.: —eyn: Nervenschmerz er Backen, 
Gesichtsschmerz (Presopalgie). orghagte, f.; d1 
Mundböhleublutung. T-ospasmus, m. 1554. 2 
Kinnbackenkrampf c. — Endia deat. ), f. 18 21. 
11: 1) Venus, als die in Gnidus (od. Anius)
        <pb n="463" />
        Gnocco 
verehrte, die gnidische (knidische) Göttin, vgl.: Die 
Nymphen zu Gnid [Reim: schiedl. w. 3, 130. — 
2) eine Pfl., Nadelzeidel. — GCnöc-co (it.), m., 
—6; cchi lki!: Kloß; Art Mehlspeise. platen 7, 67. 
— ESnöm (gr.), m., e)s, -en; —en, —e: 
Erdgeist, Kobold (s. Elementargeist). Kreiligrath 
SW. 6, 288; Elnen verhutzelten G-en. Sutzkom 
Z. 3, 171; 162; Mauhison 116; 205; Der An- 
blick des häßlichen G-en. w. 1, 120; 257; Geizig 
wie ein G. 11, 172 2c.; Der Kammer-G. der schönen 
Colisichette. 15, 187; Zwerge u. Erd-Gen, vom Volke 
Schrättli genannt. Verlepsch 32 2c.; G-en= artig (s. 
das Folg.). -e, f.; —n: Sinn-, Denk-, Lehr- 
spruch: G-#en-artig (s. Gnem); -Dichter; -Dich- 
tung 2e. enhaft, a.: wie ein Gnom, gnomen- 
artig: Das g—e, wahrhaft verkruppelte Aussehen so vieler 
Fobrikkinder. Diertelj. 21, 5 1c. -ide, f.; —n: weib- 
licher Gnom. w. 1, 257; 12, 228. Eih, f.; 0: 
gnomische Poesie. Kosenkranz Voes. Gsch. 161. -iher, 
m., —6; uv.: Gnomendichter. Ros Jus. 2, 130; 
Schlegel GN. 199 2c. -in, f.; —nen: Gnomide. 
Tisch, a.: Denksprüche enthaltend, darauf bezüg- 
lich 2c.: Gc Elegie. Nolenkranz Poes. Gsch. 160. 
Solög, m., -en, -S; -en: Gnomiker, Gnomensamm-= 
ler 2c.: G-ie, f. Herrig 27, 194; Uosenkronz Poes. 
Ösch. 161 1c.; isch, a. 353 2c. Jon, m., — —S, 
zöne (Kinrow 658; Mädler 590) [824, 3, -is]: eine 
auf dem Horizont senkrechte Säule, durch deren 
Schatten die Alten die Höhe der Sonne maßen; 
Zeiger der Sonnenuhr u. diese selbst. weiss Kost. 1, 
1219; Filar-G., sosern ein herabhangender Faden 
die Mittagslinie bez. ꝛe. önik, f.; Sen: Lehre 
u. Lehrbuch v. den Sonnenuhren. önisch, a. 
zur Gnomonik gehörig: In den meisten 9—-en Schrif- 
ten. mädler 589. — Snö-se (gr.), f.; —#: Er- 
kenntnis, s. Gnosis. -seolög, m., -en, —; en: Er- 
kenntnislehrer, Metaphysiker (s. d.). Dazu: Glie, 
f.; g—isch. -sis, f. 18 24, 3, uv.]): Erkenntnis, 
bes.: die tiefre Einsicht in Religionswahrheiten, 
deren in den ersten Jahrh. des Christenthums die 
„Gnostiker“ als Eingeweihete sich rühmten, be- 
ruhend auf der platonischen, nam. neuplatonischen 
Philosophie. ticismus, m., uv.; 0: Lehre der 
Gnostiker. tiner, m., —s; uv.: s. Gnosis. 
„slisch, a.: zum Gnostieismus gehörig. - Kologis, 
f.; 0: Gnosticismus 2c. thi: erkenne: G. seautön 
ldich selbst), — Inschrift des delphischen (s. d.) 
Tempels. w. 29, 163; Er ward in einer einz'gen 
Nacht] zum J#W# coz#e in Chloens Arm gebracht. 
3, 55; Sch. 692a 2c. — GCnü, n., —6 ; —6: Art 
südafrik. Antilope, G.-Thier. 
Go (engl.): gehn; geh! 2c., s. shopping rc.: 
Go ahead! lähédd, geh — od. immer — vor- 
wärts!] Das ist unsre lder Nord-Amerikaner] National- 
derise. Westermann 3, 572b te., dazu: Der srrichwört- 
lich gewordene GOo-aheadfsm lder Amerikanerl. Mag. 
d. Ausld. 36, 68a, die Marime, ungebeugt immer 
vorwärts, immer drauf los zu gehen. 
Sobar (ar.), n., —; —: „Staubschrist“ für 
Zahlen, wobei für die Nullen Punkte dienen: Man 
schreibt im G. 3. statt 30; 4. statt 400, 6. statt 
Soelette 447 
6000. Humboldt Kosm. 2, 456. — Sobee: s. Haisan. 
— EGobel-et (frz. —), m., —#; —#: Becher, nam. 
auch als Geräth der Taschenspieler: Joueur (shuör] 
de 8—8, Taschenspieler, Eskamoteur 2c. -ette, f.; 
—s: kleines Fahrzeug mit Masten. — Sobelin 
(frz. —eng), m., —s; —#: Name einer berühmten 
Teppichweber-Familie u. danach: eine berühmte 
Texpichfabrik in Paris u. die daraus hervorgehn- 
den Teppiche, s. IAoht Par. 2, 22 ff.; Uodenberg 
Par. B. 280 c.; Gs, Gs-Tapeten od. Niererländer 
Tapeten. Das Gewebe derseiben ist leinwandartig; die 
mit großer Kunst ausgeführten bild". Darstellungen 
(Landschaften, Porträts, historische Scenen rc.), welche 
alle Frciheit der Zeichnung, allen Farbenreichthum u. fast 
allen Effekt v. Gemälden darbieten, entsteben durch die 
Farbenabwechselungen im Einschlage, welcher so dicht 
angeschlagen ist, daß er die . Kette gänzlich verdeckt. 
AKarmarsch M. 2, 755 2c. (vgl. Arazzo: Spalernoi); 
In Petit-point od. G.-Stich. Uat## 21, 195. — 
Gobe-Mlouches (frz. gobmusch), m., uv.; uv.;: 
Fliegenschnäpper, als Name v. Vögeln (Auscicapa, 
s. Oken 7, 71), Eidechsen (6, 613), Pflanzen ((. 
Dionäa 2) 2c.; auch v. Personen, die leichtgläubig 
Alles aufschnappen, maulofsfen od. maulassend da- 
stehn 2c. — Gobern-aciön (span.), f.; -es: Re- 
gierung, — auch n.: Regierungsgebäude: In dem 
G. (Ministerium des Innern) angekommen. Uat.3. 21, 
478 2c. Jador, m., —s; —es: Gouverneur. AMels 
Erlebt. 2, 107. — Gch)õbi (mongol.), f.: Bunge 
sagt v. dem Wort G., es sei ein Homonbm v. Sahara 
ls. d.] u. der Mongole bezeichne mit diesem Worte den 
Ggstz v. Changai, worunter eine Gegend rerstanden 
werde, die reich sei an fließendem Wasser u. Walrbcklei- 
dung. Humboldl Bergh. 2, 27; 29 ꝛe. — Göbler, 
m., —6; uv.: in Nordamerika, der wilde Trut- 
hahn. Hausbl. (66) 4, 61. 
Sod (engl. gödr), m., uv.; —s: Gott: G.damn 
(s. d.), häufiger Fluch u. Schwur im Munde gewöhn- 
licher Engländer, daher: Die Coddäms, man berient 
sich empörenderweise nun einmal bier lin Paris] noch bäufig 
dleses Namens für die Engländer. IKohl Par. 2, 30 rc.; 
G. save Hdew’'] the sdhẽ] king od. queen lkfwinzj, 
Gott erhalte den König (vod. die Königin), An- 
fang der engl. Nationalhymne r.; Die G—s, Göt- 
ter, — scherzh. auch: das Publikum auf der Gale- 
rie (s. d. 2) oder dem sog. „Olymp“ (s. d.) 2c. — 
Gode Kawoolo: (in Ceilon) Fischer zw. Felsen, 
s. Karawe. — Sodet (frz. —), m. , —6; —: 
Napf; Gießloch. Heyse (s. Jet). — Sodivrau 
(frz. -wö), m., n., —#; —: (Kochk.) Wurstpastete. 
— Sodmiché (frz. ischs), m., n., —#s; —#s#: Werk- 
zeug aus Gummi für onanierende Frauenzimmer. 
— Sodr-on (frz. —öng), m. (n.), —; —: ei- 
förmige Verzierung an Silbergeschirr, Bauwerken 
ꝛe. onnkeren, tr.: mit Godrons versehn. — 
Södscho, k.; —6: (in Abessinien) Hütte v. Baum- 
zweigen u. Hochgras. Garienl. 1 5, 69 82 1c. 
Soel (hebr.), m., —#; —: G., G. hadäm, 
Bluträcher (s. 4. Mos. 35, 12 ff.). — Göelak, n., 
—8 ; —§#: ein Pfeffergewicht auf Sumatra = 1½ 
Pfund. — Goelette (frz.), f.; —. —n: Ein
        <pb n="464" />
        448 Goet 
Schooner, bel den romanischen Seevölkern eine G. Grenzb. 
260, 2, 253; Gu. Ross Ins. 2, 23; 28 2c., s. Goleta U. 
Dobrik 614b.— Gotft (gr.), m., -en.—„en: Zanb- 
rer. * f.; —+eyn: Zauberei, Geisterbeschwörung. 
Zisch, a.: zur Zauberei gehörig *7# 
Göffr. (it.), m., —#: —#, -i: Tölpel, — auch 
als krm. Figur des ital. Theateré. 
Sôg (bebr.): G. u. Mageg (rie Namen der 
Propheten für die äußersten barbarischen Pölker. Czech. 
38; 39). H. R. 7, 363 2c.; G. u. Magog mit seinen 
Horden rüttelt an den Thoren. Saumeraer GsW. 2, 20. 
— Gogaille (frz. —älj), f.; —: Schmaus, Ge- 
lage. — Sogänt, m. —: —s: Die gewaltigen 
Wettertannen, im Woagrtlande Gs genannt. Ccchudi 
Th. 257. — Gögni (Sogi), m., —#: —: G- 
(Jognis) Einsierler, Bußende bei den Indiern. W. 9, 
302; 98, vgl.: Jogi u. Fakir, die durch wunderrelle 
Kasteiungen zu Herren der Naturkräfte sich emvrorschwan- 
gen. Monatbl. 2, 505b; Jogi u. Jati. 5090. — 
Gögumbaschi (türk.), m.: Flaschenträger. Ham- 
mer 10, 348. 
Gohei (jap.), n.: s. Mia 2. — Gohles 
(hebr.), u., uv.; 0: Exil: Wir sind ja im G. 
Heine 19, 43, s. Galutba. — Göhr: s. I. Chor. 
Göi (hebr.), m., —#s; Géljyim: ein Nicht- 
Jude (vgl. Ethniker): Hebel 3, 18; Nach Art der 
Gojim. (allmerayer Gs W. 1, 176; Gejim u. Reschölm. 
Heint 19, 2 32 2c.; Die Gokm. Simplicilsimus 4, 12227; 
* Z. 2. 185 2c. (val. Paragei); Schab- 
bes-G., als Aufwärter am Sabbath, zu Verrich- 
lungen, die den Inden an diesem Tage untersagt 
sind rc.; weibl. Gölte, f.; —. — Goinfr-ade 
(frz. goengir 2c.), f.; —m: Schlemmerei. -S, m., 
6 ; —#: Schlemmer, Fresser. 
SEösn tenekke (türk.): Baumwollpflanzungen. 
Hammer 10, 348. 
Solam (rers.), m.t, —#: —#: — Kawas (s. d.). 
Prtictmann Or. 2, 237. — Golalsch, än (slaw.), m., 
—en; —en: Die Gen (die „nackten“ Kinder). Mit 
diesen Gen, den Sanekulotten u. Kommnnisten des 
Orients 2c. CUobert 2, 68; auch: Golatji. 210 
(Bez. der Haiduken 2c.). — Golawa (slaw.), k.; 
—6: Haupt 2c. (s. Glava ½.): Consul reipublico, 
d. b. G. (Haupt) war .. ein reicher Bulgare. Kohl 
Sürr. 2, 14 ꝛe., vgl.: Die Wegulen sind auf russ. Art 
in Woloste eingetbeilt, in welchen sic ihre eigenen Go- 
lowas (Häupter) u. Starschinas (Allesten) haben. 
Gtobus à, 117b. — Goldsield (engl. gölrfib#lr), n., 
—6; —#: Goldfeld. Globus 4, 96a, vgl. digging. 
— Cölem Gebr. ), m., —6; —6: „Klumren“: 
Diese Gs sind Figuren aus Thon nach dem Ebenbilde 
eines Menschen abgedruckt, über welche das gebeimnis- 
reiche u. wunderkräftige Schemhamphoras I. d.] 
gesrrochen, auf dessen Stirn das Wort Amäth (Wahr- 
heit) geschrieben, wedurch sic lebendig werden u. zu allen 
Geschäften zu gebrauchen wären, wenn sie nicht so schnell 
wüchsen, daß sic bald stärker als ihre Schöpfer sind. So 
lange man aber ibre Stirn erreichen kann, ist es leicht, 
sie zu törten, es braucht nur ras N vor der Stirne aus- 
gestrichen zu werden, so bleibt bloß das letztre Mäth 
stehen, welches Tod bez., u. im Augenblicke fallen sie 
Somorrha- 
wle eine trockene Thonerde zusammen 2c. Arnim 95 ff.; 
srankl Prim. 67; Gutzow 3. 6, 166; Well er über- 
haurt nie gelebt habe, sonrern ein G. gewesen. Salon 
1, 627; Eine kernlose Hülse, ein G., ein Sruk. Schiert 
Bl. 2, 253 c. — Soleta (span.), f.; —#: s. Goe- 
lette: Zur G. (Schooner). Grenzb. 24, 2, 908. — 
Gölf (it.), m., —e)s; -e: Meerbusen: Ge.e u. 
Buchten. G. 24, 5; Der G. v. Meriko 2c.: Der Naua- 
torialsirem. .. An den Küsten Norramrrita“s wirt er 
nordösil. u. hewirkt bier die unter dem Namen des G.= 
Stromes sebr bekannte u. gefürchtete Strömung rc. 
Burmeister Gsch. 17; Den Ursrrung des berübmtesten 
Meeresstroms .., des Florira-- od. G.-Stiroms 
Konatbl. 1, 69h; Von der g.-besrülrten Zene. 
Freiligroth SW. 1, 85; Diese Reise ist so sicher u. die 
Arbeit der Matrosen dabei so gering, das die fren. 
Seeleute diesen Theil des atlantischen Oceane den 
Frauen-G. (el golfo de las damas) nannten. 
Joh müler Vhes. 2, 831 2c. — Gölgas, m., ur., 
(—Ues): uv., (see):; buntgedruckter Flanell. Cne-Al. 
f. Kaufi. 392b. — Gölgatha (Lebr.), n.. —#„ —: 
der Oit v. Christi Kreuzigung (Calv. rienbers). 
mauh. 27, 33; An elnem Ort .. der im Volkemunde 
G., d. i. zodrtoy, Schädel. Karitolinm bies 2c. fal- 
mereber GW. 1, 253 2c.: verallgemeint (auch m. 
Mz.): Hat man die „Schäteln#ä#tten untersucht auf 
denen Heroen zu Grunde gegangen? hat man die Gs 
beleucktet? #eißner Sanf. 3, §0 2c. — Gölgol: ĩ. 
Fabbar. — Soliath (hebr.), m., —s: —s: ein greß- 
sprecherischer Riese der Philister — s. d. 1— (1. Sem. 
17, 4 fl.); auch verallgemeint u. z. B.: G.= sriesige] 
Lokomotiven. Weslermonn 3, 6390 2c. Jerik, f.; 
eyn: Großfsprecherei: Heransgeforrert durch obige 
G. Mag. d. Aueld. 36, 691b. -ide, m.. —n: -n: 
Neben den größten Käfern, den rrachtrollen Gn. Jur- 
mrister Gsch. 126. — Solkönda, n., —: 0: Statrt 
u. Reich in Indien, berühmt als Hauptkund ort für 
Diamanten: Alle Relchtbümer Gs. Gortenl. 13, 
575b; Mandison 99 2c., auch: Was Golkond u. Ssam 
Reiches senden. w. 20, 299. — Sollatsche: ĩ 
Kolatsche. — Gölogan, m., — ; —8: kleine Munze 
in Rumänien: Zu einem G. (Kreuzer) ras - 
Jlu#tt. Atit. 16, 314. — Golohk, m., —: —: In 
den Wildern des innern Bengalens giebt cs2affen. welche 
G. od. wilde Menschen beißen. Oken 7, 1819, s. Gib- 
bon. — EGolöptp): s. Gbeler. — Golowũ: s. 
Golawa. — Solubac Cätsch): Kelumdalscher 
Mücke. pP###mann Or. 1, 5 (egl. Ohen 5, 744). — 
Golubée; (russ.), m., no.; uv.; ein rufs. Natie- 
nallanz. — Golünda: G.-Nanen überzirbn in gan- 
zen Schwärmen oft die [Kaffe-] Pflanzungen lin Ceilonl. 
Wyheine Weltr. 1, 156. 
Soôma, n.: G. lacra, in Guvana, das Gummi- 
barz der Gummi-Haden. Oben 3, 1371. — Gomi, 
n., —# 0: Das tägl. Hauptgericht der Mingrelier nã 
das G., eine Art v. Hirsegrütze. Kohl Smr. 1, 286. 
— Gomor (bebr.), m., —#: —: j. Erba 1. — 
Gomörrh-a (bebr.): Sodom (s. d.) u. G., (bibl.) 
2 Stärte, auf die Gott ibrer Sünden halber 
Schwefel u. Feuer regnen ließ (1. mof. 18. 20 fl.; 
19, 24 1e., bei Zunz rc. ldem Urtert gemäßer] Se-
        <pb n="465" />
        Gomorrhisch 
döm u. Amsrah), verallgemeint, z. B.: Als Sitten- 
sturium des Sodom u. G. von Paris. J Kohl Par. 1, 
203 2c. Cisch, a.: Die seromitische u. gomorrische 
Keuschheit (iron. J. Luther 5, 283a. — Somph--iais 
(gr.), f. 18 24, 3, uvr.): das Stumpfwerden der 
Zähne durch Säuren 2c. (s. Ss.: eilen, Anm.). 
öfe, -öfis, f.; 0: die Einkeilung, Befestigung 
der Zähne im Kiefer (Inklavation). — Somphrena 
(nlat.), f. [8 24, 1): Kugelamaranth. — Gömp 
(chines.): G. [Guerilla-] Krieg. WhHecint Weltr. 
2, 279. 
Goͤn-agra (gr.), n., —6; —: Kniegicht, vgl. 
Pedagra. atfalgié, f.; —eyn: Knieschmerz. — 
Göônda, f.; —8, uv.: kleine Münze in Bengalen, 
vgl.: 4 Kauris (s. d.] — 1 Gunda 20 Gunda 
— 1 Pun [s. d. I. Eneyhl. f. Kaufl. 209b. — Göônd-# 
(it.), f.; —: ein nam. in Venedig übliches Ruder- 
fabrzeug mit kleinem Zeltdach (Kasten) in der 
Mitre. Bobrik 318a;: G. 1, 277; Das Wort G. 
nehme man aber nicht im traurigen venetianischen Sinne, 
bier bez. es ein tustig-bequem gefälliges Schiff. 18, 
283 te. Die schwarzen G.-Käfige sin Venedigl. 23, 
69; In dem G-Käsichen. 24, 301: G.-Modell. 
23, 60; Mag . auf trüben Lustkanälendie G.= 
Flagge wehn. monhison 137 te.; auch nach d. 
Abnlichk.: Die beiden Lakaien, die wieder in ihrer G. 
saßen. Bozar 13, 321c, hinten in der Kutsche 2c.; 
Als würde er v. einem Ballon in die Wollen getragen, 
blickte er, wie ans dessen G. HGrjmm Unüb. 1, 146 rc.; 
G., eine Archenmuschel, Arca modfiolus; G.-= 
Bohne, eine ind. Pflanze, Samardüra 2c. (ehler, 
m., —s; uv.: Gondel-Schiffer, Führer: Die G. 
u. Fergen. Gorzoni 69 4b; Unfre Gonrler. Garienl. 16, 
140 % ie., auch: Eine Gondel; bemannte sie mit einem 
halben Dutzend rascher u. starker Gondeliers. Kohl 
Pet. 2, 273 (auch gespr.: — jes); Der Gonde-= 
lierer. Musãus M. 1, 40 2c., vgl. frz.: Gondo- 
lier lgongdohlsel, m., — ; —s od., in deutscher 
Ausspr.: Der alte Gondolfer [Neim: Zier). 
Platen 1, 221; Dann stört mich kaum im schweigenden 
Reviere .ein Ruf der Gonvoliere. 2, 114 ꝛe.; it.: 
Gondolisr-e, m., uv.; uv., i, — vgl. (wo 
versch. Ausspr. möglich ist): In Venedig die Gon- 
toliere. G. 21, 303. Feln, intr. (sein, haben): in 
einer Gondel fahren: Nach Paris zu g. Kladderodalcch 
20, 92a; Bis zur innersten Hafenspitze hinein-g. 
Fallmerayer GsW. 1, 19; Während ich im goldnen 
Horn herumgondelte. Or. 1, 3 2c. Jola, f.; -ole: 
Gondel. Jole, k.; —n: Gondel: Neben venctiani- 
schen Gen. Zazar 14, 144b. olier 2c.: s. Gondeler. 
— Göndschur, m., n., —#;0: Gandsur (s. d.): 
Ein Eremplar des heiligen Buchs der Lamalten, des be- 
rühmten G. Kohl Pet. 1, 211, vgl. Danrdschur. — 
Sonedi, m., —;; —#: Scheidemünze in Tripolis. 
— Gonsalön (it.; auch frz. gongfalöng), m., —; 
—6: Banner, „Kriegsfahne" (altd., s. Schmeller 1, 
533 r2c.): Das s. g. vesslllo dél gonfalöne, eine Stan- 
darte des heil. Markus. Globus 6, 236aä; Man über- 
gab ihm den G. des Volkes, welcher weiß, mit einem 
rothen Kreuz in der Mitte geziert war. platen 5, 271. 
Sicrät, n., +Xe)s; —e: Amt, Würde des Gonfa- 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
449 
loniére: D. G. (Banneramt). die höchste Würde des 
Staats sder florentin. Republik!. Monatbl. 1, 142a. 
erc, m., —#: —8, eri: Banner-Träger, -Herr, 
oberste Magistratsrerson in den ital. Republiken: 
Es geziemt dir [St. Markus!], jener umflutheten 
Stadt G. zu sein. 2, 309; Heine Lut. 2, 63; Vor 
dem G. délla giustizia [dsbust-l, dem höchsten Richter 
der Republik. Zank 1, 353 sc., auch (frz.) COonfa- 
lonier lgengfalenjel. — Göng (chin.), n., —; 
—8: Art Becken, als Tonwerkzeug: Wird die Glocke 
u. ein eben daselbst befindliches G. geläutet. Whheine 
Weltr. 2, 153; Globus 7, 326b; Mag. d. Ausld. 36, 
285b; Wenn der laute Klang der G—s vom Thurm 
verhallt. DMus. 16, 2. 183 2c., auch verdoppelt: 
Glockengut. . . Zu Becken, Gong-Gongs der Cbi- 
nesen. Milscherlich 2, 2, 231; Die chines. Tam-Tam 
od. Gong-Gong. prechtl 3, 156, auch geschr.: 
Jung, Yung 2c. — Göng(lh)en, m., —#8s: —#: Art 
jaranischer Gottheiten. Elobus 12, 266 4. — 
Gönger, m., —; uv.: auf den fries. Inseln, 
Bez. für Spnkgestalten ertrunkner Seefahrer, die 
sich zeigen, um ihren Tod kundzuthun. Hansen 
Schl. 86; 128; Kog. d. Ausld. 31, 689a 2c. — 
Söôngoleis, m., uv.; uv.: ein Baum, Baobab 
(s. d.). Globus 11, 230a. — Göngora (span.): Lũis 
G. de Argöte . erfand für die ernste Poesie einen höhern 
Stil, den estilo [s. d.lto, worin er die Sprache seltsam 
verzerrte .. u. den er, um ihn völlig vom gewölnl. Stil zu 
unterscheiren, mit mythologischer Gelehrsamk. überlud. .. 
Seine Anhänger, die Kulturisten (s. d.) übertrieben 
natürlich die Ubertreibungen seines Argotismus (s. d.) 
Die Tendenz der Gongoristen. Uosenkranz Poes Gsch. 
584; 701; Witige Gleichnisse u. Künsteleien aus 
G.'s Schule. Humbold!' Kosm. 2, 63; Gongoris- 
mus, der forcierte Stil der Gongoristen (Cul- 
teranismus). — Söngr-öne (gr.), f.; —n: 
Auswuchs am Hals, Kropf. -os, us, m. I/§ 24, 
21: knorriger Auswuchs. — Göngpi-#e (gr.), f.; 
—n : Pille. —us, m. [8 24, 2): Keimknoten. — 
Goni-atit (gr.), m., -en; -en: Goniatites, 
das älteste Geschlecht der Ammoniteen (s. d.) 2c. Dur- 
meister Gsch. 456; L. v. Zuch's Abhandlungen über die 
Ammoniten u. G-en. Ergänz. z. Uatur 9, 35b; Humboldt 
K. 1, 290, s. Arkes ꝛe. omster, m., n., —; uv.: 
Werkzeug zum Messen v. Winkeln, nam. v. denen, 
die 2 Flächen eines Krystalls mit einander machen: 
Ein G., welches nach der Art seiner Anwendung An- 
lege-sauch: Hand-] G. genannt wird. Oken 1, 71; 
Das Reflexions-G., durch welches der Winkel der 
Flächen durch abwechselnde Sviegelung eines Ggstds vor 
denselben gemessen wird. 75; Pouillet 2, 107 (vgl. 
Theodelit). -ometrik, f.; —(ehn: Lehre, Lehrbuch 
von der Winkelmessung, vgl. Trigonometrie. 
ométrisch, a.: zur Goniometrie gehörig. — 
GSono--rele (gr.), f.; —Z: Samenbruch. -pöum 
[&amp; 24, 2, u.): samenerzeugendes Mittel. -rhöa, 
f. [8 24, 1); Srrhös, f.; —eyn: Tripper, auch 
Medorrhöe, vgl. Blennorrhöe. zemic, f.: —e)n: 
häufiger Samenverlust ꝛe. — Söntschik (russ.), 
m., —; —# : Viehtreiber. Kohl Südr. 2, 216. — 
Gönüllü (türk.), pl.: beherzte Freiwillige. Ham- 
29
        <pb n="466" />
        450 Good 
mer 10, 348; G. Gemilcheri, Freibeuterschiffe. ebd. 
(s. Gemi). 
Good (engl. güdd), a.: gut; n., uv.; —6; 
Gut, z. B. Fancy (s. d.) G-s 2c. — Soolette: s. 
Geelette. — Goose (engl. gus), s.; geese (s. d., 
gis): Gans: Wilde Scevögel, St. Cuthbert'’s Geese. 
Kohl Engl. 2, 67 rc. 
Schhoräb (ar.), m., —6; —: Eine Art Raben 
od. Krähen, G. genannt. Peiermann Or. 2, 141.— 
Görah, f.; —#: ein hottentottisches Tonwerkzeug. 
Globus 12, 239b, auch: Görra. 335b (mit Beschrei- 
bung).—I. Gordl (poln.), m., —lenz—len: „Berg- 
bewohner“", Bewohner der westl. Karpathen: Der G. 
.. ist lelcht, schlank u. gewandt. .. Das Gebirgsbeil des 
G-len 2c. Wp. Volksl. der Polen VIII. — II. Göral, 
m., —6; —#: die himalajische Zwerggemse, Anti- 
lope g.: Der G. Indiens. Brehm Hab. 166; 181. — 
Gorami, m., —#: —: auf JSava, eine Art Fische, 
Osphrömenus Glfax. Oben 6, 239. — Görbot 
(russ.), m., —#; —#: G. nennen sie ldle Steppen- 
bewohner! einen Verg, Gorbötschok einen Hügel, 
Prlgorbok elnen Vorberg 2c. Kohl Südr. 2, 71; 65. 
— Gördeisch (lat.), a.: v. dem phrygischen Kö- 
nig Gördius herrührend rc., nam.: Der 9—e Knoten, 
dessen Löser nach einem Orakel der Uberwinder 
Asiens sein sollte n. den Alerander der Gr. — 
zerhieb; oft übrtr.: etwas Unlösbares 2c.: Ein 
9—es Problema. Uhland 199 2c. -ius, m. [824, 21: 
1) s. gorrisch. — 2) Drahtwurm, — weil er sich 
oft in einen unentwirrbaren Knäul verschlingt, s. 
Oken 5, 555. — Gördo (span.), a.: dick, s. 
Cascabel. — Gorge (franz. görsh'), f.; —s: 
„Kehle“, Hals u. Brust, Busen (Scherr Bl. 1, 429), 
vgl.: Aus falschen Locken, fausses Is. d.] ges. Sch. 
1114a; Hohlkehle; Schlund, Schlucht, Tobel 
(Berlepsch A. 67), Engpaß; Kehle, Eingang einer 
Bastei, eines Außenwerks sc.; G. de fusce (s. d.), 
Hals eines Bombenbranders; G. de pigeon Ivishöngl, 
Taubenhals-Farbe od. = farbig (s. kolombin) 2c. 
Tret (Crô), m., —6; —: Leitrinne, ein wundärztl. 
Hilfs-Werkzeug, das bei Operationen (v. Fisteln; 
Steinschnitt 2c.) dem in eine tiefliegende Höhle 
einzuführenden eig. Instrument den Weg bahnt. — 
Görgo (gr.). f.; —#; 0: Medusa (s. d. u. Gor- 
gone): Die G. lst furchtbar u. der Schrecken ihres Blicks 
st entsetzlich. Schüching Verschl. W. 2, 233; Perseus 
mit dem G.-Hauvt. Spielhagen Pr. 8, 125 1c. — 
Gorgogl-io (it. gorgölio), m., —#: -i: s. Volli= 
tore. — Gorgonee (gr.), f.; —: (Myth.) Bez. 
dreier Schweslern Euryale, Stbeno u. Merusa (s. d.), 
zumal der letztgenannten: Wie der G. furchlbares 
Haupt] in Perseus' Faust den wild empörten Scharen 
das Leben stracks durch selnen Anblick raubt. w. 20, 
119 2c. ien, n., — 0: Das Hau#t der Meruse 
(G.). Grenzb. 26, 4, 46, s. Agis. ia, f.; -ken 
18 21, 11: Hornkoralle. isch, a.: gorgonenartig 
(gorgönenhaft), schrecklich; versteinernd. — 
Gorilla, m., —#; —6: Art menschenähnlicher 
Affen aus der Sippe der Trogloyhten. Na#ur 11, 
3340: Der G. od. Ngina, wie ihn die Neger am Ga- 
bun nennen. 346a; Der Njl (G.). Globus 7, 17b; 
Sothik 
pe## 330 c. — Göris, m.. uv.; uv.: kleine ben- 
galische Münze. — Goröch (russ.), m.: Erbse: 
Erbsenbreie (Gorochowoi-Kissel). Kohl Per. 1, 141. 
— Görod (russ.), m. (s.), —s; —#: Stadt: Die 
Ujäsdni G. Kreisstadt). Südr. 2, 27 (s. Grad; Gror). 
Snitschi, m., —s; —#: Stadtvogt 2c.: Als G. 
(Policeimeister) der Stadt. Nar3. 20, 155. — Go- 
rögin, m., —s; —#: (in Japan) Staatsrath. 21, 
211. — Görra: s. Gorab. — Gorrion (span.), 
m., —6 ;-es: der span. Sxerling, mit dem Bei- 
namen Nolinsro (der Müller), weil er sich an 
Flüssen aufhält. #rehm Hab. 342. — Gorschi, 
pl.: pers. leichte Reiter, beständig im Feld lagernd: 
G.-Baschi, ihr Oberst. — Gorfedd (celt.), n., 
—s; —s, uv.: Druiden= u. Bardenversammlung 
(vgl. Eirsteddfod). Globus 12, 152b ff. 
Göôös: f. Kos. — Gös (türk.), pl.: Schiffs- 
werften. — Sose, m., —n —m: Art Tabacksyfeife 
der Agypter. Gartenl. 15, 519a. — J. Gosen, n. 
—; 0: die fruchtbare östl. Gegend v. Niederägyp- 
ten, worin die Israeliten wohnten. t. Mol. 15, 
10 ff.; auch antonomastisch: Die Uberschwemmungen, 
indem sie das Memeldelta zu dem ostpreuß. G. machen. 
N#n 21, 123. — II. Göf-en, -i (russ.), pl.: 
Hof-Faktoren. Heyse. — Göspod (russ.), m.: 
Herr, Gott, vgl.: Wie Cospodi pomilui ibr Abend- 
u. Morgengebet ist. Kohl Pet. 2, 20, Herr, erbarm 
dich; Grube Ch. 1, 65; 66 (vogl. Bogomilen) 
Gospodi gosnitui sin der Walachei]. Gilobus 12, 
328b 2c., vgl. (in Ragusa): Sechs sog. Nachtberren. 
Gospari nocni. Globus 6, 46a. är, m., —#; -6, -e: 
Hoipodar (s. d.): Ich Wojewore u. G. der Moldau 
(Heerführer u. Herr). Kohl Sürr. 2, 21. -in, m., 
—6; —#, -a: Herr, — nam. als Titel, vor Namen. 
Pet. 1, 165; 2, 10 20. — Gossppium llat., § 2, 
2, n. ): Baumwolle. — Gost truss.), m., uv.: 
—i: „Gast“, fremder Kaufmann: Auf Rechnung der 
ausländischen Gäste (innostrannije gostui). Kohl Pet. 
2, 16. -innoĩ, a.: auf Gäste, fremde Kaufleute 
bezügl., dazu gehörig 2c.: Die großen Kanfballen, in 
denen immer das Wichtigste alles Dessen, was eine 
Stadt verhandelt, aufgestapelt ist, nennen die Russen 
Gostinnose Dworni, Gasthöfe. In jeder einiger- 
maßen bedeutenden Stadt Rußlands giebt es einen solchen 
G. Dwor (s. d.). 1, 108 ff.; 8s2; Den G.-Dwor- 
Kaufmann. 67; 2, 361; Globus 9, 26 3a, vgl. Rädi. 
Gotairo (japan.), m., —6; : Der G. od. Regent 
des Landes. Whbeine Weltr. 1, 226; 227; Globus 12, 
231b 2c. — Golh-e, m., —n; -n: einer der ältesten 
deutschen Vollsstimme, zerfallend in Ost- u. West- 
Gn; zuw auch für Pers. v. gothischem (s. d.) Wesen: 
Wie häßlich findet er die Gu seiner Zeit!) Doch febirs 
der Pbantasie wohl an Gelegenbeit, auch Gn selbst 
zu Griechen zu erbeben? w. 3, 242 2c. Jenthum, 
n., —(e)s; 0: Gothik: Doch sind die großen Zensier 
im Widerspruch mit dem G-e. Koht Südr. 1, 271 2c. 
Zik, k.: 0: gothische (s. d.) Weise, nam. in der 
Bankunst (vgl. Vrzantinik 2c.): Bald hieß es: hie 
G., hie Antikc! Falk Gsch. des Geschm. 370:; 76; Die 
strengeren Bilrungen dentscher Früh-G. Uot 3. 22, 59; 
Die Formen gehören der Spät-G. an. 63; Die G.,
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        Gothiker 
die die Natur, den Wald nachahmt. Schücking Verschl. 
Wege 1, 130; Salon 2, 450 1c.; zuw. auch — 
gothisches Bauwerk, Gebäude, z. B. v. der Kirche 
Notre Dame: In dem Schatten der berrlichen G. 1, 
408 c. ikher, m., —; uv.: ein der Gothik Hul- 
digender: Zeder G. v. strenger Observanz, bes. die ultra- 
montanen Neu-G. Nat3. 21, 65. Cisch, a.: den 
Gothen eigen, v. ihnen herrührend od. ihnen zu- 
geschrreben 2c.: Die g-e Srrache; Ulfilas ubersetzte 
die Bibel ins Ge; Aueèbreitung des west-g—-en Reichs 
über die prrendische Halbinsel; Ost-g. 2c.:; Die g-e 
lod. reutsche, z. B. G. 31, 3) Bankunst 2c.; (Buchdr.): 
Die g—e Schrift (S. 294), bei den Engländern Black 
genannt, ist eine mehr od. weniger getreue Nachahmung 
der alten g-en od. Mönchsschrift. prechtl 3, 272; Ge- 
wöbnliche, schmale u. verzierte G. Frankt Kat. 37 cc. 
(vgl.: Welche Schrift gar alt u. ganz gotblän- 
discher Buchstaben ist. Stumpf 3 60a). Oft mit 
tarelhaftem Nebensinn, nam. des Schnörkelhaften 
od. auch des Rohen, Rauhen, Barbarischen re. 
(ogl. altfränkisch ic.), z. B.: Der eckige, schnörkelvolle, 
mit einem Wert g—e Charakter der deutschen Schrift, 
der uns an ibren Ursprung aus der s. g. Münchsschrift 
erinnert. Gedike Du VIII; Ein kindischer, mönchischer, 
9g—er Witz. f. 11, 136; Uabner 3, 5; In einer so 
schwankenden, unbiegsamen, breiten, g-en, rauhklingen- 
den Sprache. Sch. 2 80; Sulzer 2, 133b; Ein alltäg- 
licher Geranke in einem g—-en Puß v. schallenden Wor- 
ten. W. 7, 119 2c. -oman, m., -en, „s; en: 
ein für die Gothik Schwärmender: G-iẽ, f. 
Abechker Rabb. 2, 1, 2; Gisch, a. c. — Götme, 
Götne (ar.), m., —: —: Art Schleichkatze, die 
Zebra= od. gestreiste Mangusta (s. d.). Brehm Hab. 
61, s. Ichneumon. 
Gouache (frz. gnäsch), f.; —: Wassermalerei 
mit Deckfarben, Detrempe, it. Guäzzo (vgl. Aquarell): 
G.-Landschaften, sowohl auf Kalk als Leinwand 
u. Brettern. . Ich habe viele v. denen, die auf Kalk 
gemalt waren, in G. koriert. G. 30, 264; G.- 
Malerei cc. — Soualeufe (frz. gualös'), f.; —: 
Manche G. .. mit ihrem Blumentorfe unterm Arm. 
Illohl Par. 2, 15. — Gouffre (frz. guffr), m., 
—6; —#: Schlund: G., der Schriften verschlingt 
u. wieder auswirft. Wachern. 4, 7562 1e., (. auch 
Guffer. — Soujat (frz. gushä), m., —#8; —: 
Troßknecht. — Soulard (gulär), m.: fran- 
zösischer Wundarzt des 18. Jahrh. Dazu: Das 
drittelessigsaure Bleioxyd .. bildet das Exträctum Sa- 
türni, mit etwas Weingeist vermischt, das G.'sche 
Wasser, welches in der Chirurgle als äußres Heilmittel 
häusige Anwendung findet. Karmarsch 1, 292; Franz- 
branntwein u. äqua G-i. Spielhagen Pr. 4, 159. — 
Soulu (frz. gulüä), m., —6; —8: Vielfraß. — 
oum, m., —; 0: der Heerbann der den Fran- 
zosen verbündeten Araberstimme in Afrika. — 
Sourgandine (frz. gurgangd-), f.; —n: Metze, 
liederliches Weibsstück. — Sourd-#(e) (gurd), m., 
—6; —#§é4; in Haiti — Piaster od. Dollar zu 100 
Cents. Scherzer Nat. 315; 326; Encykl. f. Kaufl. 
645a. -in Ceng), m., —; —s: ¼ Gourde. ebd. 
— Gourgouran (frz. gurguräng), m., —; —#: 
Souverneur 
451 
G., Gurguran, Gargura, Art indischer grosartiger 
Seidenzeuge. — Sourman-d (frz. gurmäng), m., 
—8#; —#: Einer, der gern viel u. gut isst (vgl. 
Friand), auch übrtr. auf andre als Gaumengeniisse: 
Alle übersättigten Musik-Gs. Garienl. 1 6, 16 4a. 
dise, f.; —n: Gefraßigk., Feinschmeckerei, Lecker- 
bissen. — Gourmas (frz. gurmä), m., uv.; uv.: 
unterirdische Kanäle in den Salzgärten. Karmarsch 
2, 461. — Sourmeet (frz. gurme), m., —: —: 
Jemand, der eine Weinzunge hat; auch st. Fein- 
schmecker (vgl. Geurmand): Ein Mahl, das den ver- 
wöhntesten G. entzuckt hätte. Heigel Wo 139; „Geur- 
mé's“". Salon 2, 639; Er liebte . nicht g.-feinen, 
aber somptuhsen u. gesunden Hausmannstisch. 3, 698. 
eterte, (.; 0: Feinschmeckerei, Leckerei: Es in Dies 
der Gipfel der G. 157.— GSourmette (frz. gurmett), 
f.; —6: Kinnkette des Pierdegebisses. — Son-#t 
(frz. gũ), m., —s:; —8: Gesch wack (s. Gust.o, us): 
Chacun (s. d.) a son g.; Das beißen sie in Frankreich 
eine Uniforme luniform] de g., wenn Einer auf seine 
eigne Hand sod.: nach seinem eignen Geschmack was 
Buntes trägt. G. 8. 1 35 2c.; Sie sehen aus wie eine 
Pariser Dame an dernier so dernje] g. Hleist Bül. 
223, hach dem tetzten Geschmack, nach der neuesten 
Mode 2c.; Haut (s. d.) g. -ter s-iẽel. n., —; —: 
Vesperbrot (s. d.). t#eren, tr.: Etwas kosten, 
schmecken; Geschmack an Etwas finden, es billigen, 
gut heißen; o. Obj.: vespern (s. d.). — Gontte 
(rz. gutt), f.; —: 1) Tropfen (. gutta 1): G. à 
g., Tropfen auf Tropfen 2c.; G. d’or. „Gotdtropfen“, 
Name eines weißen Burgunderweins; G. sereine 
(ßerän]), s. gutta serena 2c. — 2) Gicht. — 
Gouvern-able (frz. guwernäb'l), a.: lenkbar, 
regierbar. ail -älj), m.p, —#s; —#: Steuerruder, 
Steuer. -ante, f.; —n: 1) Erzieherin, Hof- 
meisterin 2c. (s. Geuverneur 3, vgl. Bonne; Mastresse). 
— 2) (selten) Die Kaiserin blieb in Begleitung der 
G., wie in der Martinique die strenge Gattin des Gou- 
verneurs Is. d. 1; 2) genannt wurde. Bollonitz 57. 
Säntenhaft, a.: in der Art einer Gonrernante: 
Meinen Brief u. dessen g-#en Cbarakter. Hartmann N. 2, 
159 2c. äntenthum, n., —(e)s; 0: Leben, Thun 
u. Weise einer Gonvernante: Das Sklavenleben des 
Gs. Gutzkom Z. 7, 151; Einen kleinen Anflug v. G. 
Ual# 19, 336 ꝛc. e, k.; —: s. Gererno 2. 
Sement C□’ ’äng), n., —: -6: Regierung: Statt- 
halterschaft; Regierungsbezirk 2c.: G-s-Stab (s. 
Geuverneur 2) 2c.; auch z. B. (holld.): Ein großes 
Gebäude, het Gs-Huis [—-hausl. Junghuhn 36, das 
Regierungs-, Statthalterschafts = Gebände 2c. 
Tementäbel (’'mangt-), a.: gouverrable: Die 
gutmuthigen, gelehrten u. gouvernementablen Niemetz. 
f#allmerayer GsW. 2, 112; Geld macht den Menschen 
stolz u. un-g. 1, 58 2c. -ementãl (—mangt-), a.: 
v. dem Gonvernement, v. der Regierung abhängig; 
ihre Ansichten vertretend u. ihnen huldigend 2c.: 
Sie aus der Sklaverei .. des gen Richterthums er- 
lösen. Kag. d. Ausld. 36, 452a. Dazu: Anschaunn- 
gen des Gismus. Grenzb. 26, 2, 80, der g-en 
Art, Weise 2e., auch: In der Gität. volksz. 16, 
41 . Teur (Cör), m., —s; —, —e: 1) der in 
297
        <pb n="468" />
        452 Gouvernieren 
einem Gouvernement die Regierungsgewalt ver- 
tretende oberste Beamte, Statthalter, Landvogt 2e.: 
Cioit= u. Militär--G.; Die Frau Gein.. Die 
Governatrice lit. Sitsche). pückler 3, 431.— 
2) der oberste Militärbefehlshaber der Hanptstadt 
od. einer Festung: Der G. mit seinem Gouverne- 
mentsstab ꝛe.; General-G. Cobert 2, 195; Ober- 
G.; Von dem Unter= G. des Towers. Hausdl. (67) 
2, 11 2c. — 3) Exrzieher, Hofmeister: Prinzen- 
G. ic. Eren, tr.: verwalten, lenken (auch o. 
Obi.), vgl. regieren u.: Daß gegen den konstirutie- 
nellen Grundsatz: Le roi regne et ne gouverne 
pas slõ r renj een' guwern pa, — der König re- 
giert, aber gouverniert nicht] der König die eig. 
Triebseder der Politik u. die Regierung nur das Werk- 
zeug sei. Kag. d. Ausld. 36, 165a. — GSovern- 
atörc (it.), m., —s; —8, —In, ri: — Gouverneur 
(1; 2). Gregorovius Kors. 1, 32; 2,249; 261; Pückler 
Süröstl. 2, 131, vgl.: Die Governatrice. 3,1312c. Jo, 
m., — -s, -i: 1) Gouvernement: Dasröm. G. Ual 3 
20, 137. — 2) (kaufm.) eine Mittheikung, wo- 
nach man sich zu achten, zu richten hat (Nachricht), 
frz. gouvern, z. B.: Pér (gräto) g., zu (beliebiger) 
Nachachtung. — Soviérno (f ran.), m., —; —s: 
Geuvernement. — Sogav-a, f.; —6; e, f.; 
—n : s. Guajave. 
Grääl: s. Gral. — Grab-eau (frz. —5), n., 
—6 ; Ir: s. Gerbelur. „elage (-äsh), f.; —: das 
Sieben u. Reinigen einer Waare. — Grabuge 
(frz. —üsh), k.; 0: Gezänk: auch ein Kartensriel, 
s. Rapuse. — Gräücch -isch (lat., gräch-), a.: v. 
den Graecchen herrührend, sie betreffend 2c.: Die 
9—en Unruhen 2c. Us, m., uv.; -en (§ 21, 21: 
Name einer Familie des semprönischen Geschlechts 
in Nom u. bes. die beiden Brüder Tiberius u. Gajus 
Semprsnius G., die in ihren Kämpfen für die Be- 
rechtigung der untern Volksklassen ein tragisches 
Ende fanden: Die Mutter der Gracchen, sprchw. Bez. 
einer edlen Frau, die in ihren Kindern das größte 
Kleinod erblickte; Qufs tulerit Gracchés de ssdi- 
tiöne qdueréntes?, wer ertrüg es, wenn die Gracchen 
sdie selbst Aufruhr Anstistenden) über Aufruhr 
klagen? ꝛc. — Grace (frz. gräß), f.; —: ((. 
gratia): 1) Gunsi, Gnade (vgl. Pardon) 2c.: Par 
laus] g.; De g., mit Vergunst 2c.; Jours I(sbür 
de g., Respekt (s. d.) -Tage; Coup lkul de g., 
Gnadenstoß, — eig.: den der Henker dem Verur- 
theilten giebt, seinen Qualen ein rasches Ende 
machend 2c. — 2) Anmuth, Grazie. — 3) Dank: 
G. à Dieu Idföl, Gott sei Dank. — 4) De bonne 
lbeunl, — Gstz: mauvaise Imowäs g., gern — 
Ggstz ungern. — Eracht (niedrd., holl.), k.; 
—en: Kanal, nam. in Holland. (eeiligralh 1, 102; 
Jahn M. 162; Biebuhr Nachg. 31 te.; In den Mi- 
niaturc-Gen. Gartenl. 17, 1203 ꝛe. (ahd., mhd. 
graft, v. graben, vgl. achter neben after 2c.). — 
Gräei-a (lat.), f. [8 24, 11: Griechenland. 
-en, n., —#; 0: Griechenland. w. 15, 13 2c. — 
Graciennes (frz. graßjenn), pl.: Art starker, 
weißer Leinwand. — Graeil (lat.; auch frz. —#l), 
n.: schlank, geschmeidig, schmächtig. iläl, k.; 
Eradieren 
0: Schlankheit, Schmächtigkeit. — Graci-ös 
(lat. 2c.), a.: anmuthig, holdselig, reizend. G. 31. 
392; Gracios. 391; Eine gar graziose Orerette, 
24, 102; Sie tanzte gra ziös. Gartenl. 16, 25b. 
osilät, f.; 0: Anmuth; Hulr; Gewogenheit. 
Soso (span.): 1) a.: graciös, — vgl. in it. 
Schreibw.: Mezart's Temrotezeichnung ist nicht An- 
dante, sondern Graziose. John Moz. 4, 101; Die 
Rolle des Engel Grazioso Ispan. J. G. 27, 375 2c. — 
2) m., —§: —: (Bühnenw.) Der span. Srafmacher, 
der G. Deorient 1, 248; Düringer 537; In dem bur- 
lesken Element verfeinerte Lope den parvo. d. b. 
Rüpel, indem er die Züge des possenreißerischen Bobo, 
des einfältigen Hirten od. Bauern: simple u. des 
furchtsamen Bedienten in seinem C. verschmolz, den er 
zuerst in seiner Francesilla anwandte. Rosenhranz 
Poes Gsch. 602. — Gräc-isièren, tr.: Etwas nach 
griech. Art modeln, formen, bes. (auch o. Obj.): 
seine Redeweise (griechenzen, vgl. bellenisieren). 
ismtus), m., uv.; -ismen [5 24, 21: griech. 
Spracheigenheit, nam. wo sie ungehörig in einer 
andern Sprache auftritt (s. Anglicismus, vgl. Helle- 
nismus): Gräcismen u. Latinismen. Rasenkranz Psch. 
634. Jität, f.; 0: die Eigenthümldichk., das Wesen 
u. die Art des Griechischen. — Gräd: 1) (slaw.) 
m., —s; —: Stadt, Burg (s. Gorod, vgl. Polis, 
Akrerolis u. Stadtenamen wie Belgrad, Weiß- 
Stadt, Weißenburg; Stargrad od. Stargard, Alt- 
stadt, Altenburg 2c. u. Nowgored, Neustadt, Neuen- 
burg 2c.): Die flawischen Stärte sind noch, nach Art 
der Urstärte, aus 3 versch. Theilen zusammengesetzt: 
dem G. od. der Festung, welche den ganz abgesonrerten 
obern Stadttheil bildet; dem Varosch or. der Unter- 
stadt, dem Gewerbs= u. Handelsviertel ..; endlich der 
Palanka, dem 3ten Stattkreise, der den Varosch um- 
Jiebt u. die v. der niedern Volksklasse bewohnten Vor- 
stärte in sich schließt 2e. CUoberr 1, 31; 2, 63; 116; 
120; 122; 193; 188 2e. — 2) m., -es: -e, uv.: 
aus lat. gradus, s. d. u. Ss. 1, 611406 ff. -a (span.), 
1.: —s: Stufe, Stufensitz 2e. (s. Gradin): Die 
Plätze lbeim Stiergefecht) unmittelbar über od. binter 
den Delanteros beißen G-s, Stufen, Binke, die noch 
höhern Tendidos, Gerüste. Globus 4, 103a ie. -akim 
(lat.), adr.: stufenweise, allmählich. atio, (. 
[8 24, 3, önis]: siufenweise Erhöhung; Auf., Ab- 
stufung; Stufengang: Steigrung 2c.: Aus sieiner- 
nen od. marmornen Materialien v. unten auf die Stufen- 
erhöhung #es Theaters], g-nes, verfertigt. Guhl 2, 
155 1c. alion, f.; -en: gradatio (vgl. auch 
Klimar): Die G-en# [Abstufungen!] ieser launigen 
Mischung. Schlegel GR. 202. — Gradbvole (it.), 
a.: anmuthig (bes. Mus.). — Grad - iation 
(nlat.), f.; —en: Grarierung; Grad-GEintbeilung 
(Grarnatien). -eren, tr.: 1) Salzsied.: Die Soole 
g., durch Verdampfen des Wassers in der Luft am 
einen höhern Grad des Salzgehalts u. der Siede- 
würdigk. bringen: Grarier- Faß; . Haus; 
.Herd;= Pfanne; Röhre;-Wanr: = Werk 2c., 
s. Grarierung. — 2) Geld g., färben, d. b. den ans 
legiertem Golt gefertigten Waaren ein hochgeld- 
gelbes Ansehn geben durch Kochen in der s. g.
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        Gradierung 
Golrfarbe (Grarierwasser). — 3) bei der 
Schnellesigfabrikation die säuerbare Flüssigk. in 
rem Säurungsgefäß (Grarierfas) auf den Grad 
der Esügsänrung bringen, s. prechn 5, 326 fl. 
jierung, f.; —en: das Gradieren, s. d., nam. 1: 
dazu: Dorn-G., wobei die Soele durch hohe 
Dornwände trörfelt, u. zwar jenachdem Dies bloß 
an deren äußern Flächen od. auch durch ihr Innres 
geichieht: Flächen= u. kubische G.; ferner: 
Pritschen= G., wobei die Soele in flachen langen 
Rinnen langsam dahinfließt: Tafel-G. in Über- 
einanderstehenden seichten hölzernen Behältern, s. 
prechn 12, 265 ff. en (frz. —ing), m., —s6; —8; 
inäta (it.), f.; äte; -inr, f.; —n: (s. grada): 
Stufensitz., Bankreihe 2c. — Graditamente (ie.), 
adv.: — gradevole. — Gradions (lar.), m. 
[8 24, 2): Beiname des Kriegsgenes (s. Mars). 
D. Ov. 2, 371. — EGräd-Oo (it.), m., uv.; -i: 
Grad, Seufe: Di g. in g., sinfenweis; Di g. 
ascendéente lasch-I u. descendénte sdesch-], in auf- 
u. absteigender Stufenfolge, nam. v. der Tonleiter. 
G(h)rädsche (türk.), pl.: schwarze, durchdringende 
Augen. Hammer 10, 317. — Grad- ual (nlat.): 
1) a.: auf einen ed. auf die gradus (s. d.) bezüg- 
lich, bes. als Bitw.: G.-Disputation, -Disser- 
tarion ꝛc., zur Erlangung eines akademischen 
Grads 2c.; ferner: G.-System in Betreff der Erb- 
folge, nach der Nähe des Verwanttschaftsgrares 
(ugl. Linealsostem) 2c.; ferner: G.-Vsalm, Stu- 
fenpsalm, Stufengesang, eig. u. zunächst Uber- 
tragung des hebr. Schir hamaaloth, das als Uber- 
schrift für pl. 120—134 rorkemmt u. versch. er- 
klärt wird (s. Gestnius s. v. —#—), heute in der 
kathol. Kirche: ein bei der Messe, während der 
Priester auf den Altarstufen stebt, gesungner Ge- 
sang (s. 2).— 2) n., —e)s; —e: Grarualpsalm: das 
Buch der Grarualrsalmen. - nale, n., -s; -s824, 
3, n., -uãlis; MzZ.: -uälia): Grarnal (s. d. 2): Ein 
G. fur Männerstimmen v. Orlandus Lassus. Nal 3. 21, 9 3; 
Nach dem G. schritt der König zum 2ten Mal zum 
Hechaltar. 20, 266. nät, m., -en, —; —en: ein 
Graruierter (engl. graduate, spr. grärrjuebt): Die 
Scholars werden aus der Zahl der Unrer-Geen ge- 
wählt. . Der Unter-G. Rodenberg Ins. Heil. 1, 51, 
vgl.: Diejenigen Studenten (students), welche noch 
gar keinen Grad genommen haben, heißen Untergradu- 
ates (Nicht-Graduterte), die andern aber G-es (Graru- 
ierte). Kohl Engl. 3, 23. uation, f.; -en: Gra- 
duierung, Gradation. uéll, a.: grad-, stufen- 
weise. -useren, tr.: 1) nach Stufen od. Graden 
abtheilen, bes. durch Fertigung einer Skala (s. d.): 
Das G. der Thermemeter besteht darin, daß man 2 fire 
Punkte auf der Röhre markiert u. den Zwischenraum in 
gleiche Theile theilt. Douillet 1, 209; Eine brauchbare 
Graduierung sder Aräomekerl. prechn 1, 322 ff.; 
Grarnierungsmethoren. 324 2c. — 2) Jemand g., 
ihm einen akademischen Grad ertheilen: Der erxi- 
mierte Gerichtsstand der Graruierten. -us, m. 
[8 24, 41: Grad (s. d. Ss.), Stufe, eig. u. übrtr.: 
Von der untersten bis zu der obersten Sitzstufe (g.). Guhl 
2, 155; Die Sitreihen (G. od. Subseéllia). Weiss Kest. 
Eräeus 453 
1, 1231; G., das Lesepult in Kirchen; G. äd Par 
ndssum. Stufe zum Parnaß, — als Titel von 
Hilfsbüchern zum Versemachen 2c.; bér g., üufen- 
weise; Die verschiernen g. acadsmici, akaremischen 
(Würde-) Grare, wie der des Magisiers, Dektors 2c.; 
Prö grädu risvurieren, zur Erlangung eines akade- 
mischen Grads 2c.: Die 3 G. comparatiönis, Ver- 
gleichungs-Grade, , Stufen sind der G. positivus (s. d.), 
der G. comparatikus (l. d.) u. der G. superlativrus 
(I. d. ) 2c. : Die G. admonitiönis, die Stufenfolge der 
Warnungen u. Verweise, die den g. peenitentiäles. den 
Stufen der Kirchenbuße, vorangebn; G. cotgnatiönis, 
Verwanttschaftsgrade, darunter: G. probibitus, 
verbotner Grad, — in Bezug auf Ebeschließung #. 
— Gräe (Jr.), f.; —n: eine Alte, Greifin, altes 
Weib: Es könnte . Mebr binter rieser alten G. sein, 
als ihr Anseben ankunrigt. w. 19, 210 2c., bes. 
(Myth.) Name der Phorkyaden (s. d.). — 
Graffage (—##b-, f.; —n: s. Gaufrage. — Graff- 
iãlo (it.), -ito, n., —#: ti: = Sgraffito (. d.). 
— Srast, f.; —en: s. Gracht. — Gräge, f.; 
—n: eine giftige Schlange, Trigonocsphalus. Globus 
12, 137a. — Gräfe (gr.), f.;—n : Gräe. G. 12, 
171. — Grain (srz. gring), m., —s; —§: Korn, 
z. B. Essence (s. d.) de petits g-s 2c.; auch 
als kleines Gewicht (s. Gran); ferner: Der 
Seidenspinner.. Aus den Eiern desselben, welche 
man zuweilen fälschlich Samen, gewöhnlich aber 
Gs, Ifrz.:#) ges, graines, lengl.:| seed Ifrfl, 
ges lgrehns] nennr. Karmarsch M. 2, 764 re.; ferner: 
die balbkugligen Erhöhungen u. Vertiefungen in 
Treibrunzen, s. Frisoir u. G.-Punzen (irz. grénoirs) 
1, 359 2c.; ferner z. B.: G. d'orge (dorsh'l, Gersten- 
korn, auch als Name von Zeugstoffen m. gersten- 
kornähnl. Punkten 2c. u. z. B. für Dreh-Stähle 
u. = Haken mit 2 schrägen in eine Spitze zu- 
sammenlaufenden Schneiden. 294; 295 u. ä. m. 
(l. Grosgrain). -e lgrän], f.; —: Samenkern, 
Korn, s. grain u. z. B.: G—s d’Arignon (s. d.), 
Avigneon-Körner, -Beeren (zum Gelbfärben), vgl.: 
Man macht auch durch Abkochen mit Bleiweiß eine grün- 
lichgelbe Farbe, welche im Handel unter dem Namen 
huile (ümnll de g. vorkommt u. ven Olmalern gebraucht 
wird. Ohen 3, 1745 2c.; G. de l’anse llängs'), der 
eßbare Kern v. Omphälea diändria; G-s musquses 
(müskel, Moschus= od. Bisamkörner (Gräna möschi), 
die Samenkerne von Hibfscus abelméschus 2c. 
-f#en, tr.: G., gränieren, granieren, mit punktierten 
Linien zeichnen. — Graiss-age (frz. gräßäfb), f.; 
—n: das Graissieren. -e, f.; —: Fett. -ren, 
tr.: einfetten. — Grä-eänieus (lat.), a.: grie- 
chisch, nach griech. Weise: Töga (s. d.) gracänica, 
s. Himatien. -koman (gr.), m., —en, —#; -en: ein 
fürs Griechenthum Schwärmender (s. Anglomanrc.; 
Hellenoman). Dazu: G.i##f.; 9-isch, a. 2c. 
Srulus, m. I§ 24, 21: „Griechlein“, griechischer 
Schwadronneur 2c. w. 4, 12 u. dazu Anm. 244; 
13, 257; 29, 329; Luc. 4, 19; Böniger Sab. 285; 
311 r#. - us, a.: griechisch Oem.: Grieche): Grsca 
sunt, non legüntur, Das ist griechisch, Das wird 
nicht gelesen, — von Etwas, das man als zu
        <pb n="470" />
        454 Gral 
schwierig bei Seite laͤsst; Græca fides (s. d.); 
Opus græcum. /(. Fesifisa; Ad caléndas (s. d.) 
græcas 2c. — Grãl (altfrz.), m., —(e)s; e: kost- 
bare Schale, nam.: Der beilige G. (it. sänto 
catino), nach mittelalterl. Sage die, worin Christi 
Blut aufgefangen worden, als wunderwirkendes 
Heiligthum von der Ritterschaft der Temrleisen 
(s. d.) gebütet, s. Ben#e### Mhd. Wörterb. 1, 563 u. 
das dort Angeführte. — Gräler (schwed. grälma- 
kare), m., —#; uv.: Einer, der in Kleinlichkeiten 
u. kleinl. Zuständen sich vergeblich abarbeitet, s. 
Arndt Ber. 103. -ei, f.; —-en: Wesen u. Thun 
eines Grälers: Uber die irdische Quälerei u. G. er- 
haben. ebdd. — Gram: (im Königreich Berma): 
Pferdefutter. Austd. 39, 996a. — Gramanzen, 
intr. (haben): (vralt.) Krimskrams von Worten, 
Redensarten machen, s. frisch 1. 36 6Ca; Simplicissimus 
1, 15816; 4, 16215 2c. — Gramatelle, f.; —# 
s. Garnele. — Gräm--en llat., § 24, 3, n., 
Tinis): Gras. — Gramhus: s. Grampus. — 
Gram-igna (it. -inja), f.; -zinne: Gras, bes. 
Knauelgras, Däctylis glomeräta 2c. ignôöne, m., 
— 0: Sörghum haleppense wird in den Apoibeken 
benutzt unter dem Namen G. Ohen 3, 107, einekn 
(lat.), pl.: Gräser, Grasarten. inns, a.: aus 
Gras bestehnd, s. Corona 2. — Gramm (gr.), 
n., m., —6; e, —s: ein Gewicht, s. Gramm-a, . 
— &amp; 21, 3, tis): etwas Geschriebnes, Schrift, 
Schriftzeichen, Buchstabe; auch: ein attisches Ge- 
wicht (Grammärion) = 2 Obolen (vgl. Gramme). 
Taire (frz. —är), f.; —s: Grammatik, engl. 
Gráämmar, s. School. ärion, n., —8; ken 
[8 24, 2, u.]: s. Gramma. -atküs (gr.), m., uv.; 
zateks: Schreiber, Sekretär. Beemi Asch. 17. -alik, 
f.; —en: Sprachlehre; seltner verallgemeint: Die 
G., die ich mir (fur die Schauspielkunst! ausbildete. G. 
27, 126, vgl.: Regeln für Schauspieler. 35, 435. 
alihalisch, a.: zur Sprachlehre gehörig, darauf 
bezüglich 2c. (s. grammatisch): Ge Fehler; Der auf 
solche Weise ausgenuchterten [frz.] Srrache lwurdel eine 
9—ee Zwangsfacke oktropiert. Eichendorsf Gsch Dr. 80; 
Einen g-en Kurfus durchgemacht. Spielhagen Pr. 7, 
31 2c.; Un-g. Calikaffer, m., —; uv.: ein 
schlechter Grammatiker. Gtenzb. 24, 1, 3606. 
Sliher, m., —: uv.: 1) Kenner, Lehrer der 
Grammatik; Verfasser einer Grammatik, — lat. 
Grammäticus I§ 24, 21: Seinen griech. Haus- 
grommatikus. W. Luc. 5, 106. — 2) (ugr.) Die 
Rechnungssuhrung u. den Briefwechsel mit den Bebörden 
pflegt in den größern Klöstern ein dafür angestellter 
Schreiber, Grammatikös, zu besorgen. Ihre G. 
Drandis Gr. 3, 215 ff., vgl. Ross Ins. 3, 105 2. 
alisch, a.: grammatikalisch: Un-#g—#e#Ausrrucks- 
weisen 2c. atismus, m., uv.; ismen: Gramma= 
tik, grammatische Vorschrift, mit dem Nebensinn 
des Starren, Pedantischen 2c.: Man lese die Schlan- 
genwindungen des logischen G. Herrig 22, 106. atift, 
m., —en, —§#; -en: Lehrer der Grammatistik. gerrig 
42, 220. -alistih, f.; —(en): bei den Alten, Lehre 
(u. Lehrbuch), richtig zu schreiben, zu lesen u. zu 
sprechen. -alit, m., —ey)s, —en; -e(u): ein Fossil, 
Granat 
Art Hornblende Tremolit). Ohen 1, 264. atolalrié, 
f.; en): Buchstabendienst. -atolog, m., -en, —; 
—en: Einer, der Grundsitze zur Abfassung von 
Sprachlehren aufstellt u. entwickelt; ein Kenner u. 
Beurtheiler des Werths von Hanrschriften od. 
Manuskripten, — dazu (in beiren Berdr.): Geie, 
f.; g-isch, a. -alomanie, f.; 0: Das ist . 6. 
(Buchstabensucht). Scheller Deutsch-Lat. Ler. XXXIV. 
Kleinigkeitskrämerei in Bezug auf Buchstaben. 
e (frz. gramm), m., n., —#; —, uv.: G., Gramm. 
die frz. Gewichtseinheit, wovon Bielfaches durch 
Zsstzg mit den griech., — Bruchtheile durch Zsstzg 
mit den rôm. Zahlen nach dem dekadischen System 
bez. werden: Deka-, Hekto-, Kilo. G. (10; loo; 
1000 G.) —; Deei-, Cenri-, Milli-G. (/10; 1 200; 
½/1000 G.); Das Gramm ist ras Gewicht eines Kubik- 
centimelers reinen Wassers im Zustand seiner größten 
Dichtigk. 9üller Phes. 1, 9. -ĩt, m., -en, —); 
-eln): s. Grammatit. - Graͤmpus (eugl.); m., uv.; 
uv.: Art Delphin (s. d. 1), Delphinus örca 
(Drckf.: Grambus. Chandler KlAs. 2). — I. Gran 
(it.), a.: rerkürzt st. grände, groß (rgl. grand), 
z. B.: G. Signöre lbinj—, ein großer Herr od.: 
der Großherr; G.-justizlére des Königreichs. Uat.#. 
18, 117. Oberrichter; II g. giro (s. d. 2) 2c. — 
II. Gran (lat.), n., m., -(e)s: -e, uv. (nach 
Zahlw. als Maß-Best.): Korn, Körnchen; rauach 
Bez. eines kleinen Längenmaßes (#/12 od. ½10 Zell) 
u. hoch öfter kleiner Gewichte, z. B.: Das Gewicht 
der Seidenprebe wird in Geen (grains) ausgerrückt, 
deren 24 einen Denier (s. d.) machen. Sorviel G. 
die Probe wiegt 2c. Karmarsch 3, 232; Die Erel- 
steine. .. Das dabei ubliche Gewicht ist der Zuwelen- 
karat, der in 1 Zuwelen-Gee zerfällt. Der Zuwelen- 
G. verhält sich zum Arotheker-Gie (dem 240sten 
Theil eines Lothes) wie 5 1,52: 72,9 2. Prechtl 4, 5 30 rc. 
(s. Strurel). Vrsch. m. Uml.: Grän, n. (m.), 
—es; —e, uv., als Gold= u. Silbergewicht — 
½68 Mark = ½ Gran (beim Gold). Auch übrtr.: 
Die ein Gran Praxis für schwerer erkliren als ein Pfund 
Wissenschaft. Garienl. 14, 784 a; Kein großer Geist ohne 
einen G. von Narrheit. G. 29, 214; Wenn ich nur um 
ein halbes G.] Dem od. Jenem Tort gerban. Uicoloi 
1, 12; Tiek Crmb. 3, 5 2c.; Bei dem ganzen Gränchen 
Ehrlichkeit, das Sie mir zutrauen. Merck's Br. 1, 200 2c. 
(span.), f.; —#: Samenkorn 2e.; Kochenille 
(s. d.) — urspr. für einen Pflanzensamen gehalten: 
G. fina od. mestöque u. G. silréstra, wilde Koche- 
nille. Karmarsch 2, 457. adfer: s. Grenadier. 
dilla (span. —ilja), f.; —#: 1) Passionsblume. 
— 2) Im Beginn der Regenzceit tritt lin Venczuckal 
eine jahrige Graspflanze, die G., auf, welche eine Hoͤbe 
v. 4° in der kürzesien Zeit erlangt. Giobus 5, 246a. — 
adillo (ilse), m., n., —#: 0;: s. Grenarill. adin, 
n., —C(e)S: 0: ein aus der Wurzelrinde der Gra- 
nate gezogner Stoff. adita, f.; —: Granat- 
ärfel. Grube Ch. 1, 291; 286 2c. -älsen, pl.: 
gekörnte Metallmasse, bes.: Rosettenkurfer. - arius, 
m. I§ 21, 21: Aufseber über den Korn-Boden od. 
. Speicher, Kastenschreiber 2c. —at, m., —(c)8; Je#: 
1) Name verschiedner Schmucksteine, ihrer chem.
        <pb n="471" />
        Granate 
Zusammensetzung nach hauxtüchlich: kieselĩaure 
Thonerde mit kiefelsaurem Eisenoryrul, — im gw. 
Leben nam. 2 Abändrungen ravon: Der erle er. 
ortentalische, sorische (richtiger: firianische) G., Almandin 
(s. d.) u., wenn v. tiefrunkelrether Farbe auch Kar'unkel 
(s. d.) genannt u.: Der eceirentalische, böhmische, 
ceilanische G. er. Prrep (s. d., vgl. Hra#rinib), s. 
Aarmatsch 2, 197; 3, 411; 5. 11, 115; Ohen 1, 155; 
441 (s. Heloin); prechll 4, 536; 546 .: Chrom- 
oryr= Eisen-; Gold-; Mangan-; Tben-G. 
ꝛe., nach hervortretenren Bestandtheilen, ferner 
Fluß-G., aus Flußsand gewaschen: Der f. g. 
Pech-G., Kolorbonit, dessen Krestalle u. Körner hiufig 
ein geflossenes Ansehen baben. Oken 1, 161 2c. — 
2) — Garnat (s. d.) od. Garnele. Dovidis Kochb. 237. 
— 3) — Granate 1 (s. d.). — 4) nam. als Bstw. 
auch = Granate 2 (s. d.). — 5) Als Bstw., o. 
Bem. zu 1, auch in Bezug auf die Farbe rc., 
z. B.: G.-Arfel [3]; = Baum I3]; -Blenrde, 
Zinkblende in der dorekgedrischen Kroktallform des 
G-#;-Blüthe (3); = Borr (od. . Brot), ogl. 
Diamanrbore;-Branntwein 131, über G.-Apfel 
abgezogner; = Fels, aus Gxn bestehndes Gestein; 
Fink, Fringilla granatina, m. g.-rethem Schna- 
bel; „Flus, Glasfluß zur Darstellung unechter 
G-e; = Gestein, Fels;-Hagellá], aus Haubigen 
geschohne Granaten; Hiefe, Xylocärpus grand- 
tum, mit Früchten wie G.-Arfel;-Kanone 1/41, 
s. Pairbans;-Kartätsche (41. s. Shrarnel;-Kern 
[31; -Kolibri, Tröchilus granatinus, mit g.= 
rotber Kehle; -Krrstall (bei volger EE. 477: 
Granater); = Kugel [4]; „Pflaume, Casczria, 
mit zahlreichen Samen, wie im G.-Apfel; roth 
(11; 31;-Saft; = Schale: a) 131; b) [1] G., 
der ausgeschlägelt ist. prechl 4, 516; „Schnur, 
Halsschnur 2c. von G-en; = Stein — G. u.: 
G.-Fels; = Stück l4], zum Schießen von Geen, 
Art Haubitze; . Vogel, s. Fink u. Kolibri; 
Wasser, s. Branntwein 2c. äte, f.; —n: 1) 
Pünica, nam. P. granätum, ein Baum u. dessen 
apfelartige Frucht mit zahlreichen rothen Samen- 
körnern, — Granat-Arfel, -Baum, auch z. B.: 
Blüht die Birne. . ., dann Granat u. Feige. V. 
Ländl. 1, 128 2c. (s. Margarant); Zwerg. G., P. 
näna 2c.; G-n-Blüthe; = Kern 2c., s. Granat 3. 
— 2) (s. 1) Kriegsk.: Gn (mit Puler u. Brant- 
zeug gefüllte Hohlgeschesse). Uat3. 19, 324; G. 20, 
122; Hackländer Soer Kr. 1 58 2c., vgl. Bombe, s. Gre- 
nadier; Fall= od. Lege-G-n, die man an einer 
Linie fallen lässt: Hand-G. od. G. schlechthin, mit 
der Hand geworfen; Haubitz-G., aus Haubitzen 
geschoffen; Karrärsch-G., Shrapnel; Srurm- 
G., beim Stürmen gebraucht 2c.; Potz Bemben u. 
G—n!, häufiger Fluch. — 3) (s. 2) Kochk.: Art 
Fleischkloß, gefüllt mit Fricandeaur, Ragout, 
Farce 2c. Scheidle Kochb. 157; 190; 208 2c. — 4) 
(s. 1) etwas Kugel-, Arfelförmiges als Zierat: 
Die Blechmütze mir der G. darüber. Schücking Bronckb. 
1, 222. — 5) — Granat 1 (u. zwar ist dies mehr 
in der Ez. üblich, dagegen in der Mz.: G-n). — 
6) st. Garnat, Garnele (s. d.). - atièr: s. Grenarier. 
Srandeur 455 
atill: s. Grenarill. .atina, f. [8 21. 1): Gra- 
natsink. -atoeder, m., —: uv.: ĩ. (Rbemben.) 
Dodekaeder. — Grand: 1) (frz. gräng) a.: groß, 
— weibl.: grande Igrängr'!: G. ibun; sich g. 
machen ꝛc. u. z. B. von frz. Papiersor#ten (s. Kar- 
marsch M. 2, 565 ff.): G.-Aigle läq'II, 36½“ breit, 
24% %% boch; G.-Carré, 20½“ u. 1612“; 6. 
chapelet lschar'l#l. 3 11½“ u. 22“; G. Colombier 
lkolongtjẽl. 3 13/4“ u. 2111“; G. Compte kköngtl, 
20“ u. 15½“; G.-Cornet ffterné, j. u. J, 173/8“ 
u. 13½“: G-e Fleur-de-Lis Ilbr d'IIL. 31“ u. 
22“; G.-Jésus lbesäl, 26%° u. 1912“; G-Licorne 
llikern) à 1a Cloche kklosch!, 19“ u. 12“-; G. 
Lombard llengbär], 241/2“ u. 20“ G.-Messel 
s-⁊it], 12 u. 15°; G.-Mondesmenge, s. n. ], 137/ 1. 
31½¼“; G. Raisin lrfengl, 222/8““ u. 117; 6.- 
Royal lreajell, 222/3“ u. 175/6“ G.-Soleil 
(bolel 36“/ u. 245• 9““ 2c.; ferner 3. B.: G. an- 
tique (s. d.); G.-Aumönier. ĩ. Almosenier:; G. 
bien vous fasse! lbjäng wu fäßl, wohl bekomm's!, 
z. B. Schücking 2, 51 (vgl. Contentement); G. 
casco (s. d.); G. cordon [engl, s. d.; G. 
cornet lkorne], s. o.; auch Art Orzelregister 
(Zinkenzug); G.-croix lksod], Großkreuz (in 
einem Orten); G. Dien (i. d.); GC.-Duc krückl, 
Großherzog; G. mafstre lmärr], Großmeister; G. 
merei (l|, großen (od. schön) Dank; G.lod. 
grandel mere lmär], Großmutter; G-e misere 
(s. d.); G. mode lmerl, sehr (in der) Mode; G. 
monde lmengr'l, s. o.; auch: die große, vornehme 
Welt, — u. so nach dem Geschlecht von Welt, zw. 
fem. (s. monde, frz. masc.), vgl. — verleitet durch 
den weibl. Artikel —: Die sogen. grande monde 
wollie v. der demi-monde durch Einfachbeit sich unrer- 
scheiren. Sartenl. 15, 79 5a (s.: Die beau- Inicht: 
belle) monde); Die g-e nation lnasjengl, die 
große Nation, — als Bez. der Franzosen. Sächmann 
19; G. pere lrär, Großvater; G. prévötf-zöl, 
Generalrrofoß; G. Seigneur Ebenjr]!, großer, 
vornehmer Herr; auch = Großherr (Sultan); 
En langl g-#e tenue l##nül, s. d.; Ein Leben g. 
train streng] führen. Wechenhusen Zig. 31, in vollem, 
raschem Zuge; Der den Posten des G.-Veneur 
lw'när, Oberjägermeister! am Hofe ausfüllenre Ferst- 
meister. Schücking Bronckb. 2, 259 u. ä. m. — 2) 
(engl. gränr’') a.: groß, vornehm 2c., z. B.: Der 
G. Stand, ein großes Proscenium, das den ganzen Renn- 
xlatz lin Ersom] beberrscht. Zoller Renn. 17 2c. - am, 
f.; —z: Großmutter, auch — kosend — Granlmam, 
Granz 2c. äbpität (lat.), f.; 0: lange Lebens- 
dauer. (span.), m., —: —n, (-s): (ogl. 
gran I) Einer der Großen des Reichs in Sranien. 
Sch. 213; 27 6a 2c.; vralt. auch m. lat. Abwand- 
lung (s. grandis): Aus den Grandibus des königl. 
Hefs in Sranien. Koscherosch 3, 296 2c. -ee (engl. —), 
m., —s; —: ein Großer des Reichs: Glucklicher 
als mancher G. Kohl Engl. 1, 3. eur (frz. grangrör), 
f.; —: Größe, — auch als Titel v. Bischöfen r2c.: 
Jemand . G., Eminenz u. Ercellenz zu schelten Inennenl. 
w. 31, 102 ꝛc.; ferner: Der erguisite Größenwahn- 
sinn, manis Is. d.] des Iräl g—-s... Unter den mit
        <pb n="472" />
        456 Grandezza 
der monomanis ss. d. ], des g—s behafteren Personen. 
Volksz. 15, 124 r. -enta (it.), f.; 0: G. span. 
grandeza (vgl. frz.: grandesse, spr.: grangdeß), 
— Größe, Großheit, Hoheit; Ganz Italien zebrte 
von der avfta g. der wellherrschenden Roma. Treilschbe 
Hist. 594 „2c.; Würde eines Granden u.: ein ihr 
entsprechendes — nam. gravltätisches — Benehmen, 
Wesen 2c.: Die siecilianische G. Nail3. 18, 419; 
Gartenl. 13, 275b 2c. Dazu: Elne nackensteife u. 
9- fte Aja Erikette. Scherr Sind. 2.240. Tislorus, 
: großblumig: Cäetus g. 1c. iös (it.), a 
großeriig, in großem Stil zc. G. 21, Oc6 : 12, 
231. Siosität, k.; (-en): grandioses L Vesen, 
Großheit, Großartigk. 26, 86 2c. Eis (lat. 9 a. 
groß. isimo (span.), a.: Superl. zu grande, 
groß, z. B. auch (weibl. : Grandisima) fluchte der 
Mestize. —n Pench. 2, 25 (vgl.: Große Mutter 
Gottes! 2c.). ison (engl.), m., —#;: -6: der Held 
eines engl. Nomaus von Nichardson, s. w. 28, 
91 ff.; G. der Zweite v. Z. C. Musäns .. Musäus 
erscheint hier als Gegner gegen das romantisch-moralische 
Hochgefuhl, das sich aus den Romanen Nichardsons in 
die Gemüther einschlich. Die G-äden. Scroinus 
Hist. 6, 1092c.; auch: Ein Hut à la G. Abecker Rabbi 
2, 1, 55 „2c. -issimo (it.), a.: Superl. zu grande, 
groß, — bes. auch beim Vostonfpiel zur Bez. eines 
Siichspiels, ohne daß eine best. Farbe für Trumpf 
erklärt wird, was noch höher gilt als die s. g. beste 
Farbe: 7 Stich G. ansagen, spielen 2c. — Gränd-o 
(lat.), f. [8 24, 3, -#nis!: Hagel; Hagel= od. 
Gerstenkorn am Auge. — Gran-en' Choll.), pl.: 
Körner, Getreide (im Handel). -étto (it.), m., 
—6; —6, -étti: in Neapel r2c. kleine Münze — 
½2# Grano (s. d.). eeren, tr.: s. grainieren; gra- 
nulieren. ik (poln.), uv.; uv. (—8): Das Pfund 
(Funt) hat . 92i10 Gran Granéw od. 50688 6. 
Cneykl. f. Kaufl. 756a. -it (it.), m., e)s; -e: 
1) ein krystallinisch-körniges Gemenge von Feld- 
spat, Quarz u. Glimmer, die unterste Stelle in 
der Reihenfolge der normal gelagerten Gebirgs- 
formationen einnehmend (s. Garnet). Burmeister 150; 
187:; Volger EE. 486; G. 40, 201; Der llrvater alles 
Gesteins, der alte G. 31, 27 1.; auch übrtr., mit 
Bezug auf die Danerhaftigkeit, Festigk. 2c., z. B.: 
Daß er es in dem G. seiner Worte u. Reime verkörpert. 
DViecitlj. 23, 172 c.; After- od. Halb-G., s. 
Granitello; Gang-: Gebirgs-, Haupt-G.; 
Hornblende-G., s. Syenit; Schörl-G.; Schrift= 
G., s. Pegmatit; Ur-G. ic.; G.-Block; „Decke; 
. Dom (s. d.); -Fels; Form; Gang; Ge- 
blrg;= Gestein; Grus; Konglomerat; 
Kuppe; -Lava (s. d.); --Marmor; „ Masse; 
. Porphyr; Seine (Napoleon's) G.-Scele. Scherr 
Bl. 3, 344. — 2) ein gesprenkelter Wollenstoff. 
Salon 2, 636 2c. Tita: s. Granito. Zitell(o), m., 
—; O: feinkörniger, glimmerarmer Granit (Aplit). 
-ilen, a.: aus Granit. Sch. 56bie., auch Ubrir.: Der 
Charakter sollte starrer u. granitner sein. D#mas. 17, 1, 21; 
Ual 3. 21, 531 c.; Jene schwarzen ur-gaen Riesenberge. 
Gregorovius Kors. 271; An des Poles urgranitner Feste. 
Strachwiy 161 2c. -ilig, a.: grauitartlg Grankt= 
Graphisch 
haft): Die Granitlaven u. alle g-en Gesteine. Bur- 
meisler Gsch. 71. „Itisch, a.: granitig: Ge Laren. 
62; 70; Die gSen Augitgesteine. 190; S. 10, 226; 
261 r2#. Stto, m., uv.; -iti: Granit; auch: Art 
Citronen- -Geirernes, vgl.: Bei einer Schale , Gra- 
nita“, einem sußen Schnee, den ich allem Eise vorziehen 
lernte. Gutzto# Sch. Stund. 60. -itoĩd, m., -es, -en; 
e, —en: granitähnliches Gestein. Srchorsoin Kors. 1, 
124. — Granihb-a (slaw. v .¾ ; O: Grenze. an3. 
20, 177. -er, m., —#; uv. : Grenzer (s. d. 5.): 
Die Rheinländer sind die G. der Deuschen gegen den 
mächtigen eroberungssuchtigen Westen. Augsb. 3. (1844) 
2076a ic. — Oranjustiziere: s. I. Gran. — 
Gran(n)am: s. Grandam. — Grän-o: 1) (it.) 
m. , —#§#, uv.; -zi: Korn (s. d. Ss.), o. Zusatz 
nam.: Weizen- Oen 3, 389; G. düro, Bartweizen. 
390; Aus dem besten u. schwersten Weizen, . förte 
genannt. G. 23, 34 5 2c.; aber auch: G. d’ndia vd. 
türco, türkischer Weizen, Mais; G. usro od. Sara- 
eẽno [—sche—, Heidekorn, Buchweizen ꝛe.; ferner 
— Gran II, als Gewicht ##r.; auch als kleine 
Münze: On Naavel) in Kurfer: Stucke zu ½1 u. 1 G.; 
zu 2½ u. 5 Grani. Cucykl. f. Kaufl. 595b; 619a 7 
— 2) R ) m., —##, uv.; —6: (. 1) Kern, 
Körnchen; ferner; Blartergeschwür, z. B. Grenzb. 
24, 1, 318 u. -ów (poln.), m. ; —# : Gran 
(s. Granikow). — Grant (engl. ), n., —; —S: 
Zugeständnis: Bewilligung 2c.: Bedeutende parlia- 
mentary g—s (Parlament-Vorschüsse). Kohl Irl. 2, 140. 
— Gränth (ind.), m., n., —s; —#: Buch, nam. 
Religionsbuch: Adi G., erstes Buch.. Der Adi G. 
ist in Versen geschrieben 2c. Monalbl. 2, 50 da; Desima 
Padischah ka G. ldes 10ten Herrschers Buchl. Dieses 
Buch wird von den Sikh fur eben so beilig gehalten wie 
das Adi G. selbst. 509a. — Gran-ulation (nlat.), 
f.; —en: Granulierung. -uliẽren, tr.: körnen, 
z. B.: G. (lörnen), die Operation, durch welche man 
ein Metall im geschmolzenen Zustand in mehr od. weniger 
kleine Theilchen zerkleinert. . Um leicht schmelzbare Me- 
talle .. fein zu körnen, bedient man sich der Gra- 
nuhnerbuchfen Harmarsch 2, 198 2c. uulik m., 
—(ey)s; —e: Art Granit. -ulös, „ulös, ugkornig. 
-osttäl, f.; 0,: Körnigkeit. -ulum 18 21, 2, 
n. J: Koͤruchen: in gränulis, in kleinen Körnern. 
-jum (§ 24, 2, u.): Korn: Gräna, Körner, 
Samen, Beeren 2c.: Cum gräno sälis, mit einem 
Korn Saiz (d. h. mit etwas Wiß, Urtheilskraft 2c.). 
W. 15, 288; 36, 105 2c. — Gräng: s. Grandam 
u. Ale. — Granzipör-o (it.), m., —: -i: s. 
Poressa. — Grão (port. r m., —#; —: 
„Korn“, Gran (s. d.): Die Polegada [Daumen, 
Joll] har 1½ Dedes —i- daun Dedo 4#—8 (Gersten- 
körner). Eneyhl. f. Kaufl 520b; Oitavas (. dd 
3 Escrupnlos à 21 Gs. 521a u. aͤ. m. — Grap, 
m., —6; —&amp;#: 2= u. Zmastige Fahrzeuge in den o#t- 
inrischen Gewässern. Bobtik 31 9a. — Graph- 
(eidion (gr.), n., —#; ĩen; -on, n., —; -cia: 
Griffel, Schreibstift 2c. ö ; 0: Shrrikten; 
Zeichenfunst; diplomatische Scheisikunke. Sisch, 
a.: durch Schriftzeichen dargestellt 2c.: Die uns die 
Feder des Dichters mit J-er Geschickichkein heraufbe=
        <pb n="473" />
        Graphit 
schwört. Mag. d. Ausld. 36, 323b ꝛc.; auch: die 
Schriftzeichen betreffend: Im Reim, der durchweg 
sehr sorgfältig, wenigstens g. genau, behaudelt ist. Herrig 
42, 211; Ein logischer od. grammatischer od. g-er od. 
typographischer Grund (für die Schreibweise). 22, 229 
ꝛe.; ferner: durch Zeichnung dargestellt, darauf 
bezüglich: Die g—en Künste, wie Holzschnitt, Stahl- 
stich 2c. .- m., -(e)s; —: Reißblei (s. black- 
lead), ein aus Kohlenstoff bestehndes Mineral, 
nam. zu Bleistiften u. Schmelztiegeln gebraucht: 
G.-Cement, zum hermetischen Verschluß von 
Dampff'sseln 2c.; = Grube;-Mohr, Aäthiops, 
(s. d.) g-æ; -Stift, s. o.; -Tiegel (s. o.) 2c. 
ium, n., —s; -ien (§ 21, 2, n.]: Grapheion. 
odröm, m., —;e: Schnellschreiber (vgl. Steno., 
Tachy-graxh). Dazu: G-iẽ, f.; g-isch, a. olith, 
m., -(e)s: —e: Tafelschiefer. -omster, m., n., 
—S ; uv.: Winkelmesser. otppie, f.; —eyn: das 
Drucken, der Druck von einer Zeichnung. Ausld. 
39, 209b ff.; Gartenl. 11, 2108. Dazu: Grapxho- 
töp, m., —en; Sen: der die G. übt; eisch, a.: 
darauf bezüglich. — Grap--uel (engl.), m. (n.), 
—s; —: Dregg= od. Bootsanker; dann auch eine 
Maschine zum Angeln u. Heben eines emporzu- 
holenden submarinen Kabels. Gartenl. 14, 626b; 
Mag. d. Ausld. 35, 59 23 2c. -pe (krz. grärp), k.; 
— : Traubenkamm; Tranbe; G. de raisin lräsengl, 
auch: Traubenhagel (Art Kartätiche). -pin (—#ng), 
m., —S; —: Enter-Dregg,-Haken. — Graptolkih 
(gr.), m., —(e)s, —en; —-e, -en; -us, m. 
[§ 24, 2): ein versteinert, nam. in den silurischen. 
Grauwacken vorkommendes Thier, in der Form 
dünner, schmaler Sägeblätter, s. Burmeister Gsch. 
445; Gen-Schiefer ꝛe. — Gras (frz. gra), a.: 
fett (s. grasso), Ggstz maigre lmäg'#l, mager, auch, 
wie Dies v. Fasten-, Jenes v. Fleischspeisen u. in 
Bezug darauf: Jours (s. d.) g. (Ogstz maigres), 
Fleisch= (Ggitz Fasten-) Tage, bes. die letzten des 
Karnevals, ĩ. Nardi g.; Beeuf (s. d.) g. — 
Gräschnewiki (russ.), pl.: Heiß-Wecken (s. d. 
Ss.), ein Fastnachtsgebäck. Kohl Pet. 2, 153; 208; 
336; G.-Bäcker; = Verkäufer. ebd. — Grafs 
(engl.), n., uv.; -es: Gras: G.-cloth (flöthl, 
Gras-Tuch, -Leinen, ein leinwandartiger Stoff 
aus Chinagras (s. Tschn-ma). — Grass-alion 
(lat.), f.; —en: das Grafsieren. ätor, m., —; 
ören [8 24, 3, öris!]: Einer, der viel umher- 
schwärmt u. Ausschweifungen huldigt 2c.: Gunther, 
der unselige, frühverwelkte G. Herrig 39, 161 2c. — 
Grassepieren (frz. —-), tr., auch o. Obi.: 
lorchen (s. d. Ss.), den Laut „r“" ohne Vibration 
der Zunge, als Gaumen= od. Kehllaut sprechen — 
U.: von diesem Laut: so tönen: Das, grass ä jirende" 
r, welches die Araber baben. Semilasso Afr. 1, 48. — 
Grassieren (lat.), intr. (haben): um sich greifend, 
sich wo verbreiten od. verbreitet sein: Die dort gede 
Epidemie; Das Schäferdrama grassierte vorzüglich als 
Singspiel an den Höfen. Uolenkranz Poes. Gsch. 718; 
In Wien g. andre französische Phrasen als in Berlin. 
DVierielj. 1 8, 272 ꝛe. (vrsch.: kursieren). — Grafs- 
rloth: s. Grass. — Er#sso (it.), a.: — gras 
Grakulalor 
457 
(frz.): Magro u. g. Fasten= u. Fleischspeisen) 
unter einander essen. platen 7, 95; Giörno (esb—, 
Fleischtag ꝛe. — Gräsus (gr.), m. [8 2j, 21: 
Bocks-, Schweißzgestank (s. hireus). — Sräli-a 
(lat.), k. [8 24, 1: Gunst, Huld, Gnade: An- 
muth (s. Grazie); Dank: G. g— m pärit, Gunst 
zengt Gunst; Böna g., mit gutem Willen, mit 
Dank: Ex msra — aus bloßer —, ex speciäli g., 
aus besondrer Gnade; lng—m,, zu Gunsten; #léa 
g., mir zu Liebe, meinethalb; Annus (s. d.) grätia, 
Gnatenjahr; Crätig exspectatira. Anwartschaften; 
Grätiasägo od. dico) = (ich sage) Dank. S. 10,171; 
daher neutr.: Das Gratias, die Danksugung, nam. 
Gebet nach Tisch (rgl. Benericite), z. B. G. 14, 
263. äl, n., —(e)s; -e: Erkenntlichkeit(sbezei= 
gung), Dankgeschenk, Trinkgeld 2c.: Allerlei Gra- 
z iale u. Douceurs. 3p. Wahrh. 1, 113. -ãno (it.): 
s. Dottore. -än(us), m.: Name, z. B. eines 
Mönchs, von dem das Decrstum Gratiäni (der erste 
Theil des Côrpus jüris canönici) herrührt 2c. as, 
n., uv.; uv.: s. Gratia, Schluß. sieleren, tr. 
2c.: Einem Etwas aus Gunst verehren, schenken; 
ihm einen Gefallen erweisen 2c. sikaliön, k.; 
—en: die Einem gewährte Vergünstigung, Beloh- 
nung, Geschenk 2c.: Noch eine Ertra-G. von 
1000 Kronen. Jusld. 39; Gelr-G. DVirttielj. 47, 
319 2c. — Gratikulkeren (irz.), tr.: mittels 
eines Netzes ab-, nachzeichnen. — Gratin (frz. 
+ng), n., —s; —: die Topfscharre; etwas 
ähnlich, wie die Topfscharre, Gebratnes, Grati- 
niertes (s. d.), nam. derartige fareierte Ge- 
richte: G. ven Bekassinen. Scheible Kochb. 228; von 
Kalbsmilch. 161; von Zander. 275 rc.; An löl g. zu- 
bereitet. Gutzüo# Z. 1, 24. — Graking (engl. gret), 
f.; (n., —5): —#: Rösterwerk (s. d. Ss. u. Bobrik 
572b): Alle Luken mit Gs zugeworfen. Preuß. Erp. 
1, 235. — Erakinkeren (frz.), tr.: (s. Gratin): 
G. beißt Sreisen, bes. solche, welche von Farce bereitet 
sind od. einen Überzug v. Semmel, Käse 2c. haben, in 
gelinder Ofenbitze backen, so daß sie unten u. oben eine 
leichte bräunliche Kruste erhalten. Scheible Kechb. 9. — 
Srat-iös (lat.); -ioilät: s. Graciös 2c. Tiôfus, 
a.: graciös; auch: auf Gunst u. Gnade beruhnd 
2c.: Titulo gratiöso, durch Schenkung 2c. eis, 
adv.: unentgeltlich, s. frustra: G.-Gage (s. d.), 
die Officiere 2c. als Gratifikation außer ihrer 
eigentlichen Besoldung empfangen. — Grätr 
(ikald.), m., uv.; uv.: ein Klaggesang. Kosen- 
ranz Psch. 305. — Gral(u)ist, m., —n, —; 
—en: Einer, der Etwas — namentl. Unterricht 
od. Kost — umsonst empfingt. -unĩt, a.: als 
freiwillige Gabe, — auch in frz. Ausspr., z. B.: 
Don (s. d. 2) g., vgl. (lat.) als Afv.: Gratüfto; 
als Ew.: Gratüitus. z. B.: Mensa gratüita, 
Freitisch, freie Kost. Dazu: Gratuität, (.: 
Freiwilligkeit einer Gabe, unverdiente Gnade 2c. 
c#uläntk, m., —en, (—6); —en: Einer, der — u. 
sofern er — gratuliert, weibl.: G-in; auch (u. so 
beim Folg.) Kon-g. -ulaliön, f.; Sen: Glück- 
wunsch: G—s--Brief, Schreiben; -Gedicht; 
Wunsch 2c. -ulätor, m., —8; ören [8 24, 3,
        <pb n="474" />
        458 Gralulatorisch 
öris]: Gratulant. -ulatõrisch, ulalörius, a.: 
auf Glückwünsche bezüglich, sie enthaltend rc.: 
Lpfstola gratulatöria, Gratulationsbrief rc. 
c#ulièEren, intr. (haben): glückwünschen: Einem 
(zu Eiwas) g.; Du kannst dir dazu g., dich darüber 
glücklich preisen, freuen 2c.; zuw. auch tr. (wie 
beglückwunschen): Einen g. Heine Sal. 1, 191. —- Us, 
a.: angenehm, lieb 2c.: Eine persöna (s. d.) gräta. 
— Grav (lat.): s. graris. ämen s8 24, 3, n., 
minis]: Beschwerde, die man über Etwas führt 
od. zu führen hat: G. de futüro, über Drohndes, 
zu Erwartendes; irrslevans, unerhebliche; conti- 
nuum, dauernde; successlrum, über sich Wieder= 
holendes. - amin#eren, intr. (haben): Beschwerde 
führen, erheben. -ans [8 24, 3, n., Antis, Mz.: 
-äntial: gravierender (s. d. 2b) Umstand. ation, 
f.; -en: das Gravieren (s. d. 2a; b). -lus, in. 
[&amp; 24, 21: ein Gravierter (s. d. 2a; b). Se: 1) 
(it.) a.: (Mus.) ernst, gravitätisch, — als Tempo= 
Bez. etwas weniger langsam als lento, — auch 
(adv.): g-mente u. als Superl.: gravfssimo, 
höchst graritätisch. — 2) (frz. gräw) a.: = gravis, 
bes.: Accent (s. d. 3) g. -èdo (lat.), f. IS 24, 3, 
dinis!]: Schwere in den Gliedern, Schnupfen. 
— Gravelüre (frz.), f.; —, —-n: Zote, saftige 
Rere 2c. — Grave-mente (it.): s. grave. olent 
(lat.), a.: übelriechend. — Graves, m., uv.; 
uv.: Bordeauxweine (nach der Ortschaft Grave im 
Departement Gironde): G.-Wein. — Graveur 
(frz. -wör), m., —#; —, e: Verfertiger gravierter 
Arbeiten: Die Ge, Ciseleurs 2c. Uehlen Handw. 227 
(vgl. Petschierer). — Gräv-ida (lat.), f. 1824, 11: 
eine Schwangre. Sidferen, tr.: schwängern. 
„iditas, f. 18 24, 3, tätis); -idiläl, f.; -en: 
Schwangerschaft, — Gravirren, tr.: 1) (frz.) 
mit dem „Grab“stichel arteiten: Wappen u. Namen 
in das Petschaft g., ein-g., genau (nach der Vorzeich- 
nung) nach-g., aber auch: Das Nach-G. Lnachbessernde 
G.] gegossner Arbeiten, um die im Gusse nicht ganz 
scharf u. rein ausgesallnen Theile auszubessern. Karmarsch 
M. 1, 126 1c.; Graviereer, s. Graveur; ungen; 
Gravier-Arbeit; = Bureau (s. d.);-Kunst rc.; 
-Eisen, auch: Werkzeug der Zahnärzte zum Aus- 
graben der morschen Theile aus Zähnen, vor dem 
Plombieren 2c. — 2) (lat.): a) Einen beschweren; 
benachtheiligen; in seinem Recht kränken, verletzen: 
Sich durch (od. über) Etwas graviert fühlen 2c. — 
b) Einen als belastender Umstand, ihn verdächti- 
gend treffen: Am meisten graviert ihn sein Fluchtver- 
such; Ist er bei dem Verbrechen auch graviert7, vgl.: 
Weil solche Sorglosigk- ihn als Bibliothekskeamten 
schon hinlänglich in graviert. Hoffmann-K. Leb. 2, 282. 
lich, a.: gravierend (s. d. 20): Neue 9—e That- 
sachen. Ueujahrogr. 220. — Gräv-igräd (nulat.), 
a.: schwer u. langsam einherschreitend, auch fubst.: 
Die plumpen Niesenthiere od. Gen, welche in sich die 
Eigenschaften der jekigen Faulthiere u. Gürtelthiere ver- 
binden. Durmeister Gsch. 540 2c., vgl. Tardigrad 2c. 
Simeter, m., u., —; uv.: Art Aräometer (s. d., 
auch Fortbild.). -is, a.: schwer; erust; gewich= 
tig 2c.; serner vom Ton: tief (Ggstz acutus, s. d. 
GEredina 
u. Accent 3), auch subst.: Der G. iffimo (it.): 
s. grave 1. -ila, f.; 0:= Gravität, bes. (Mus.): 
Con g. = grave 1. -itas (lat.), f. [8 24, 7, 
-tätisl: s. Gravität. -ilät, f.; 0; feierlich-ernstes 
Wesen, Würde 2c.: Es lebte noch Etwas in ihm von 
der altrömischen Graritas, von jener G., die sich Zeit 
nimmt 2c. Uai. 20, 347; Spielhagen Pr. 5, 87 rc.; 
auch als vralt. Anrede: Ew. G., Ew. Eminenz! 
Scheffel Elk. 7. itation, f.; 0: Schwerkraft, die 
allgemeine Schwere: Das Gesetz der G. Burmeister 
Gsch. 134 2c.; Gs-Gesetz. itälisch, a.: mit Gra- 
vität. -ilieren, intr. (haben): durch die Schwer- 
kraft anziehnd (auf Etwas) wirken. — Gravure 
(frz. Wür), f.; —§, —u: Gravierkunst u.: Erzeug- 
nis derselben, auch für: Kupferstich 2c.: Bucher, 
Gen 2c. Viedert Turg. Zäg. 78. — Gravy (engl. 
grewi), n., —#; O: Das Gefäß mit G. od. Fleischbruhe 
bis oben gefüllt. Ma#3. 21, 357. — Eröäzi-a (it.), 
f.; ze: = Gratia (s. d. u. Grazie 1; 2): Cöo g. 
od. graziöso; (Muf.): anmuthvoll 2c. al: s. 
Gratial. c, f.; —n (s. Cratia) nam. (vgl. Charis): 
1) Anmuth: Durch diese unwiderstehliche G., die ihren 
Lastern selbst etwas Gefälliges u. Liebreizendes giebt. 
Ihre Untugenren unter dem Schleier der G. [vgl. 2] 
zuletzt sogar liebenswürdig zu finden. W. 23, 267; 
UÜberall mit Gn (s. 2) garniert. 3, 182; 5, 196; 
Sch. 1112b ff.; Mit G. un infinitum. G. 1, 91 2c.; 
aber auch: Daher kommt alles Ubertriebne, alles Ma- 
nicrierte, alle falsche G. 24, 5; Nachgeahmte od. ge- 
lernte Anmuth, die ich die theatralische u. die Tanz- 
meister--G. nennen möchte. Sch. 1114a; G—-nlos. 
w. 19, 261, aumuthlos, ungraziös 2c. — 2) (I. 1) 
Huldgöttin: Die Gönin der Schönheit. von den 
Halrgöttinnen od. Gu begleitet. 1108b; Die Gn, 
Gratien od. Charitinnen, Göttinnen der Anmuth beißen 
Agläia (welches meist wie Aglaja ausgesrrochen wird), 
Thalia (s. d.), Enphrespone. Statt dieser letzten wird 
auch zuw. Pasithea (s. d.) genannt u. für die jungste 
der Gnausgegeben 2c. Mamler Myth. 78 ff., s. auch 
Hegemone; Peitbo. Bönniger Sab. 168; Zu Orchemenos 
stistete ein alter König Eteokles zuerst die Verebrung 
der drei Gen. .. Daber heißen diese 3 Gu ausschließ- 
lich die ctevkleischen. 169; 164 2c.; Den G-n 
opfern. W. 5, 196; 3, 63 (s. Tb#); Ven unstrer 
G—n-Malerin Angelika. 8 5 2c.; dann auch (bpper- 
bolisch) v. anmuthigen Personen r2c. u. (im Gegen- 
sinn): Von den Gn, die im Kocht [s. d.] sich baden. 
10, 30 = Furien. -enhaft, a.: graciös. Eisft. 
Coura Ring 2, 69. õs, öso: s. Graci 2c. 
Gre (sfrz.), m.; 0: Wille, Neigung 2c., bes.: 
Bon (s. d.) g., mal g. 2c. — Greasse (engl. guusy), 
n., uv.; —#: Fett, Schmier. -er, m., —#: —W: 
Damals vertrieben die Dankces . alle span. Amerikaner 
od. G—s (Schmierfinken), wie sie dieselben nannten. 
Auslbd. 39, 1236a. —, a.: s. Bath 2. — Grrat 
(engl. gret), a.: greß, z. B.: G. Britaio (s. Bri- 
tannien);: The g. bulk (s. d.); G. charter (s. d.) 2c. 
— Grebe (sfrz. gräb'), f.; —: Art Taucherrögel, 
deren weißes Gefieder als Pelzwerk dient, Silber- 
taucher: Mit G. besekt. Salon 1, 253; Sammet- 
vitchonra mit G.-Besatz. 377. — Gredina (mol-
        <pb n="475" />
        Green 
dauisch), f.; —§: Obst-Garten. Kohl Südr. 2, 35. 
— Erren (engl. grin), a.: grün. -back, m., —; 
—6 : „Grünrücken“, Bez. für die nordamerikan. 
Kassenscheine, Staatsnoten: Die sog. G—s (als Ge- 
sammtheit werden sie auch legal tenders, gesetzliches 
Zahlmittel od. Currency, zur Unterscheirung v. Geld 
genannt). Gartenl. 16, 56a; Man zahlt in „Laub- 
fröschen“ (G—s). Globus 6, 88a; 91b; Uo##3. 18, 610; 
21, 146; Votksz. 13, 270; 272 2c. Thoufe lhaustl, 
n., uv.; —6: Gewächshaus. 3Kohl Var. 2, 17. 
(Jroom lrüml, n., uv.; —#: in Schau 'pielhäusern, 
ein Zimmer als Anfenthaltsort für die augenblick- 
lich nicht auf der Bühne beschäftigten Künstler 
(Konversationszimmer): Die Schauspvielerin binter dem 
Vorbang im G. Room zu srrechen. Uodenberg Sündfl. 1, 
191 2c. — Ereffe (frz. greff), m., uv.; —: 
Kanzlei des Gerichts. -ier □##, m., —8: —8: 
Gerichts-Schreiber, -Sekretär. — Greffikren 
(frz.), tr.: (Gärtn.) impfen, vfrrofen. — Ereg- 
arine (nlat.), f.; —n: Ein mikreskopisches Schma- 
rotzeribierchen lim Haarj], genannt G., d. h. in Herden 
auftretendes Infusorium. Garienl. 15, 79a; Uat 3. 20, 
151, vgl.: 30 versch. Haarproben, v. denen er 20 
gregarinös lvoller G-n] fand. ebd. rius, a.: 
zur Herte, Gesammtschar gehörig: Mliles g., ge- 
meiner Soldat 2c. -ätim, adv.: herden-, haufen- 
weis. : s. Grex. — Greége (frz. grfh'), a.: 
roh, unverarbeitet: Von der unverarbeiteten Rohseire, 
Soie l(Hodl gr ð ge. Natl 3. 21, 95; Im gebaspelten Zu- 
stande führt die Seide den Namen rohe Seire, Rokseire, 
Grez seide, grège, greze, soie gr &amp; ge, soie non- 
ouvrée (nonnuwrél, engl. raw silk f(rä Pilfl. Karmarsch 
M. 2, 776, vgl.: Grezleinwand, rohe, ungebleichte 
Leinwand, it.: Tela grez za od. greggia lgredshal, 
s.: Crezleinwand .. unter dem Namen Tele greggie 
stark nach Italien versandt. Eneykl. f. Kauff. 50 2b. — 
Eregör (gr.), m., —; 0; Zius, m., uv.; 0; 
männl. Name, bes. v. Päpsten, darunter G. XIII., 
als Verbefferer des julianischen (s. d.) Kalenders 
(1582), nach dem der Kalender „neuen Stils“ 
(s. d.) der gregoriänische heißt; ferner: Gus= 
Fest, ein Fest der Schulkinder im Freien; Holz, 
das Holz der Steinweichsel u. diese selbst, s. Maha- 
leb r2c.; s. auch Chirurg. — Greif (gr.), m., —(e)s, 
—en; -e, —en: (s. Ss.): 1) G. (od. Gryph, z. B. 
f. 11, 337; Niroloi 2, 84), ein fabelhaftes geflügel- 
tes Wesen (vgl. Cherub; Simurg), zuw. wie Hirvo- 
gryph (s. d., d. h. Ros-G.), z. B. kreiligrath SW. 
1, 209; Sch. 98b 2c., nam. aber als Schäte hütend 
(s. auch G. 27, 176), so auch übrtr.: Der Schatz 
.., da ihn bei Tag u. Nacht ein alter G., der selten 
schläft, bewacht der Vormund des Schönen]. w. 11, 
189 ꝛc.; auch ein Orden: Den gelten G-en umge- 
hangen. pückler Verst. 1, 29. — 2) (l. 1) G., G.- 
Geier, Vültur grÿphus, der Kondor, der größte 
Raubvogel, — oft, wie auch 1, umgedeutet auf 
das deutsche greifen (S packen 2c.). — Greinen: 
Sie bauten ihre Schraubendampfer besser aus norwegi- 
schem G.-Holz als aus westfälischen Eichenstämmen. 
Schüching Verschl. W. 1, 19. — Grec (frz. greck), 
a.: griechisch; m.: ein Grieche (— zu Beidem 
Grenetis 459 
fem.: Grecque — gräk; auch: Ala Crecque, 
nach der griechischen Mode, z. B. 7alke Gsch. des 
Gschm. 353 (s. Mäander); w. 15, 222 und: 
b„Grekken “ aus verschierentlich zusammengesetzten 
graden Linien. Humbold! (Mager 2, 1255), Verzierungen 
v. Thongefäßen, — wie in Großgriechenland), 
subst. auch (wie im Deutschen: Grieche): ein fal- 
scher Svieler, z. B.: Ein Aventurier .., nicht besser 
als ein G. Jazar 14, 78a; Wachendusen Eva 87; Klinger 
Sriel. 15; 16; 93 2c.; Für alles Das heißen wir nur 
After--G. 31 2c. o (it. gréfo), m., uv.; Grechi 
lki!: Grieche; auch: Nordostwind: Kapitän, der G. 
erhebr sich. hamm Sh. 61. — Grolin (frz. greleng), 
m., n., —8; —: ein etwas dünnres Kabeltau 
(Pferdeleine. — auch: Grelien, Greling, m.). 
— GErelot (srz. grelö), m., —s; —3: Schelle, 
Glöckchen; auch: Etwas v. ähnlicher Form: Ein 
Tüllbut .., mit Gs umgeben. Bagar 13, 167a. — 
Greluchon (frz. grelnschöng), m., —; —#: der 
heimlich begünstigte Liebhaber einer v. Andern 
unterhaltnen Frau. — Sremi-ale (ulat., § 24, 
3, n., Alis; Mz.: -alia: Tuch, womit der Schoß 
des messelesenden Prälaten bereckt ist, während er 
sitzt. o ((pan.), m., uv.; —: Greminm. -um, 
n., —; zen [824, 2, n.]: Schoß; Genossenschaft, 
Korroration, Kollegium 2c. (nam. füdd.): Die 
liberalen Gremien (Wablkörverschaftenl. Mas. 21, 95; 
Die Handelskammer der Pfalz unzweifelhaft das be- 
rufenste G. 137; Derl. Montagsz. s, 10; Er könnte ein 
ganzes Handels-G. zum Besten haben. Meihner Schw. 
5, 85 2c., s. Ingremiation. — Grrnache (äsch), 
m., —6; —: ein starker, dunkelrorher, dicker Rouf- 
sillon-Wein. — Grenad- (frz. —#), f.; .s#:— 
Granate 1—4. -ier, m., —e)s: —e, —: Kriegek.: 
(urspr.) Granatenschleudrer (in veralt. Form: 
Granatier), dann Bez. für eine Gattung auserlese- 
ner Truppen (s. Musketier): G.-Bataillon; 
-Hauptmann;-Komragnie;-Korps;-Mütze 
2c.; Garde-Gee. Scherr Bl. 3, 519 2c.; scherzh. auch 
G., v. Frauenzimmern, wie Dragoner 2b (s. d.); 
ferner: ein Vogel: Der G. or. karische Kardinal, 
Löxia örJX. Oken 7, 278 u. : ein Fisch, Coryphæna 
rupéstris. 6, 162 2c.; ferner (seem.): G.-Block, 
ein einscheibiger Block, zum Durchscheren der 
Bauchgordings. Bobrih 1 13a 1c. -ill, m., —s; -#e: 
ein Baum mit kostbarem, hartem Holz: G.-, Grana- 
till-, rothes Ebenholz. Karmarsch M. 2, 57; Eine Art, 
die bes. harr ist, bez. man mit dem Namen Eisen-G. 
ebd. Cille (frz. —ill), f.; —n, —#: Granadilla 
(s. d.). -in Ceng), m., n., —s; —: kleines Fri- 
candean (s. d., vgl. Granate 3). -ine, f.; —s: Art 
Seide zu schwarzen Spitzen 2c.; Art Seidenzeug; 
Art damastähnlicher Leinwand. — Gren-age (irz. 
—ãĩh'), f.; —s: Die sogen. G. od. glänzend „körnige“ 
Vergolrung der Uhrentheile. Nat 3. 19, 190; 21, 71 ·2c. 
Saille (-ill), f.; —s: kleine Körnchen, z. B. Vogel- 
dunst. Jaillteren, tr.: Metall granulieren (s. d.) 
zu Schrotkörnern 2c. -elièeren, tr.: Leder 2c. kör- 
nen (z. B. bei der Chagrinbereitung); auch z. B.: 
Grenelierte Striche ldes Pinsels). Uat3. 21, 551. 
-etis (-#en), m., uv.; uv.: gekörnte Rändelung
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        460 Erenoble 
v. Münzen rc. u.: die Vorrichtung zur Erzeugung 
dieser Nändelung. — Grenoble (frz. —öb'l), m., 
uv.; —é#: Art dunkler weißgestreister Nelken (nach 
der Stadt G.). — Grenoir (frz. -r), m., —S; 
—# : Grain-Punzen. — Gressorius (lat.), a.: 
zum Schreiten dienend: Dés (s. d.)g. — Grede 
(frz. gräw'), f.; —s: flaches, kiesbedecktes Ufer, 
Strand, — nam.: Der G.-Plaß in Paris, der 
Nichtplatz in der ersten franz. Revolution. — 
Grerx (lat.), m. (t.) 1§ 24, 3, grgis): Herde, 
Schar: Gestehe laut, von welcher grege du bist. 
Tieck Tischl. 1, 38; Die Schauspieler waren gw. in 
Truppen (greges, caterva.) vereinigt. Weils Kost. 1, 
1135. — Greze (frz. gräf): Grez-Seire, s. Grége. 
Eribane (frz.), f.; —s: kleines flaches Küsten- 
schiff. — Griblélle (frz.), f.; —#§. —n : mit Fleisch 
umwickeltes Fleischstück, das auf dem Rost gebraten 
wird 2c. — Grid-o (it.), m., uv.; -a: Geschrei, 
— nam. in Korsika, das Klagegeschrei um den 
Gestorbnen. Gregorovius Kors. 2, 29. — Eo 
(frz.), m.p, —# —#: erlittne Unbill u.: Beschwerde 
darüber. — Grietchen (holl.), n., —#; uv.: Das 
Segel des Besahnmasies (G.). Junghuhn 21, vgl.: 
Kreuzbram-Segel, das Gretchen. Bobrik 631a. — 
Griffen, pl.: Abkömmlinge v. Negern u. Mu- 
latten. Hrose. — Grissonn-age (frz. —äshe), s.; -n: 
Geschmier, Sudelei. -ur (ör), m., —6; —8, Se: 
Schmierer, Sndler v. Schriftsteller. -ieren, tr. 
(auch o. Obj.): schreibend schmieren, sudeln. — 
Grigri, m., —§: —S: ein südamerikan. Vogel, 
Rhamphästos aracäri. Ohen 7, 376. — Grihöäslha 
(str.), m., —6; —s: der Brahmane (s. d.) als 
„Familienvater“ u. Mann, im Ggstz einerseits 
zum Brahmatschari (s. d.), andrerseits zum Jati 
(s. d.). — Grildrig, m., ; —s: in Brobdingnag 
(s. d.) Bez. für Spielpuppe: In Ailliput ein unge- 
heurer Bergmensch ist darum Gulliver in Brobdingnag 
ein G., der in eine Puxpenschachtel gesperrt wird. Frenzel, 
Dicht Fr. 3, 237. — Grill-ade (frz. grilli-), f.; 
—s, —n: auf dem Rost gebratnes Fleisch u.: die 
Bereitung desselben. - age Cäsh), f.; —n: 1) 
(Hüttenw.) das Rösten v. Metall, Röstarbeit. — 
2) bei der Arpretur v. Baumwollzeugen, das 
Sengen od. Brennen derselben zur Beseitigung 
der Fäserchen. — 3) Feuerrost u. ein Gakterwerk 
v. ähnl. Form, — so auch (Bauk.): Nost (s. d. 
Ss. 7b), Pfahlrost. -e: 1) (grillj) f.; —#: Feuer- 
rost, Eisen-Gatter, -Gitter (s. Grillage 3). — 2 
s. Grylle. -Uren, tr.: auf dem Rost braten; Erz 
rösten; Baumwollzeuge appretierend sengen (vgl. 
kareien). — Grilliseren, intr. (haben): „grillen= 
hafte“, wunderliche Einfälle vorbringen, spinti- 
sieren 2c.: Das ganze Dorf .. grillisierte viele Zeit 
v. wegen dieser Neuigkeit. Jurmeister Fab. 166; Wir 
wollen darüber nicht weiter g. u. richten. G. 23, 193. 
— Grim-a (skand.), f.; —6: eine maskenartige 
Bedeckung des Gesichts. weise Kost. 2, 110. -ace 
(lrz.—aß), f.; —S; -asse, (—: —n: eine unnatürlich 
erscheinende, oft absichtl. Verzerrung der Gebärde, 
daher Bez. v. etwas Unwahrem, Erheucheltem, 
leerem Schein ze., s. Ss.: Gnu schneiden, machen; In 
Grief 
Griselt 
Gn ausbrechen. G. 14, 29; Leere Gen. 18, 181; 
Die Verziehung ldes M ndes] muß nicht bis zur G. 
geben. L. Gal. 1, 4; Indem Alles, was bei den Griechen 
Natur war, bei ihnen zur G. geworden. Platen 5, 11; 
Der Thor vermengte stets Gefuhle mit G-n. W. 11, 
245; 13, 45 c.; Eine schiefmäulige Dulder-G. zu 
schneiden. Heine 17, 125 2c.; auch Art Stachelschnecke, 
Mũrex änus. -dssenhast, a.: grimassenartig; mit 
(od. voller) Grimassen 2c.: G-igkeit. Laeier, 
assier (aßje), m.p, -s; —#: Grimassen-, Gesichter- 
schneider. -arlen (-aß-, alffieren, intr. 
(haben): Grimassen machen. Enget 8, 207; G. 30, 
392 ꝛe.; auch tr.: Etwas erheuchelnd zeigen, mit 
übertriebren, unwahren Gebärden zur Schau 
tragen: Grimassierte Freundlichk. Tiech Tischl. 2, 134. 
— Grimel-in (frz. —ing), m., —#6; —#8#: Knauser, 
Knicker beim Spiel u. inage Cinäsb), f.; —n: 
Knauserei beim Spiel; etwas durch Abknapien u. 
Knansern Gewonnenes. — Grind, m., —s; e, 
—6: 1) Walfischherde (Ga#nt##nl. 16, 1040) u. dann 
auch: das einzelne Thier, best.: Grinde-Hval 
(lota; Ohen 7, 1084 ed. Grindewal. 1079, 
Delphinus mélas); Hörte er . Grindabur schreien, 
was anzeigte, daß ein Boot einen Haufen dieser Tbiere 
entdeckt habe 2c. 1080; Grindebud, die Nachricht, 
daß G#ee sich zu zeigen begannen. . Der eig. Fang od. 
Grindedrab. Garienl. 1 6, 10 4a; Einen seg. Grinde- 
Formand [Vormannj], d. h. einen für dicse Zagd 
durch Wahl auf je 3 Jahre ernannten Anfubrer. 105. 
— 2) (schwed.) Heck: Zuweilen war die Straße durch 
„ Ge“ versperrt, welche Banerkinder öffneten. Sazar 15, 
64a. — Gringo, m., —#s; —s: (in Peru) Die wil- 
den Gs (Fremden). Ausld. 16, 105a. — Griölte 
(frz.), k.; —§, In: schwarze Weichselkirsche. Oken 
3, 2051; auch: Art roth u. braun gefleckter Mar- 
mor. — Griph (gr.), m., -e)s, —en; -e, en; 
Tus, m. I§ 24, 2): „Netz“, daher Bez. für 
NRäthselaufgaben, womit man Jemand zu fangen 
sucht, vgl. Logogriph. — Gripp-e (frz.), f.; —n: 
eine sehr Viele „greifende“ (epidemische) Schnupfen- 
krankheit, Bronchialkatarrh (s. Influcnza): Ich bin 
mit einem kleinen Husten u. Schnupfen der G., die viel 
Unheil angerichtet hat, glücklich entwischt. G. 30, 272; 
Platen 7, 275. -iĩeẽren, tr.: „grivsen“, stibitzen, 
mausen. — Griqua, m., —#; —#: Einem G., einem 
Schlangenzaubrer. Periy 206, vgl. Pfolle. — Gri-s 
(frz. gri), a.: grau (vgl. greis), weibl.: grise (gris): 
G. de lin slengl, flachsblüthefarben (graublan): Petit 
g.: Grauwerk. Prechn 11, 34; Ventre (s. d.) St. g. 
lwangt'r ßeng gri]! als Fluch u. Betheurungsformel. 
Ww. 31, 159 r2rc.; s. auch Lettre 2. saille (□äh, 
f.; —#s: eine Mischung brauner u. grauer Haare zu 
Perücken 2c.; Kamaken (s. d.) -Malerei in Grau 
od. in Braun (vgl. Cirage); auch: Gläser en lang! 
k., dle mattgrauen weiten Schalengläser, deren man jetzt 
sich zum Champagner bedient. Gartenl. 11, 357b. 
ftre (—sätr), a.: ins Graue spielend. — Griseio 
(rischo), m., —: —#: G. or. Abuqnelz (I.: Abukelbl, 
eine Igypt. Silbermünze v. 30 Medine. Cncyhl. f. Kauf. 
3917b. — Grifett (it.), m., —(eys ; e: ein leich- 
tes, graues Wollenzeug (g-o); graues Hauskleid
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        Erifekta 
(Grisette). —a, f.; —#: ungebleichte span. Leinwand. 
e (frz.), f.: —n, —#: s. Grisett, — u. (nach der 
gw. Kleidung) — Bez. für Näbterinnen u. äbnl. 
Arbeiterinnen. Salon 3, 119, zumal insefern sie mit 
einem sog. Freunde in einer zeitweiligen wilden 
Ebe leben (s. Titi): Eturiants mit ibren „Frauen“, 
Kommis mit ihren G-n, der bessre Ouvrier mit feinem 
Mädchen. Spielhogen Pr. 5, 135 2c.; Die Gnu- 
Wirtbschaft in Varis u. andern großen Städten rc.; 
auch (Bühnenw.) als Bez. eines Rollenfachs, für 
Gn u. ähnlich leichtlebige junge Midchen; fer- 
ner: Der Halftersisch Chstodon capisträtus . in 
Weñindien, wo er auch Demoiselle u. G. beißt, bei den 
Engländern eben'o: Toung girl. Oken 6, 211. — 
Griĩsẽeum (mlat.), n. [8 24, 21: Grauwerk. Weits 
Kest. 2, 530. — Grisgri, m., —: —#: (im äqua- 
torialen Westafrika) Amulette or. sog. Gs. Elobus 
9, 194a: reiligrach —W. 1, 154, s. Geriet. — 
Erisonnäde (frz.), f.; 0: das Kauderwilsch 
(s. d. Ss. — Cbhurwälsch, der Graubündner, frz. 
Grisons). — Grivelfert (frz.), a.: weiß= u. 
graugesprenkelt. — Grim--e (rufs.), f.; -n; 
erka, f.; —: -é#nnik, m., —s; —; aIna, f.; 
— : ein Zehnkovekenstück. 
Groat (engl. gret), m., uv.; —: eine engl. 
Muͤnze (—= 1 Pence, vgl. Grosen). — Gröbi-an, 
m., —e) ; —e, —, (uv. Sch. Gôr. 1, 215): grober, 
ungeschliffner Kerl. G. 1, 108: Fin wahres derbes 
Groliänchen. 34, 355; Ich G. (—), der ich war. 
Müllner 7, 113; Der G. von Sudelkech. D. 3, 9 3 rc. 
-änisch, a.: in der Weise eines Grobians. KRollten- 
hogen Fr. 525; Limplicissimus 3, 1074; Nicht nur die 
4 Keule, sondern auch den irenischen Stoßregen zu 
banrhaben. Scherr Bl. 3, 552 2e. ⅜ anismus;, m., 
uv.: ismen: Grobheit: Worauf der Freiberr .. den 
tlasũschen G. von sich gab. .. Aber mit Grobianismen 
richtet man in der Regel Wenig aus. 300; 1, 1892e. 
änus, m. [8 24, 2): Ein Schlagwort für diese 
Gattung erfand Seb. Brant in dem heiligen G., ein 
Name, der sich rasch ausbreitete u. haften blieb rc. 
Gödeke Gr. 366; Plumre Grobiani. Simplieillimus 3, 
17 628; Sanlist G. Wicktam 9 37 rc., vgl. (s. Ss. 2, 
831b) als ähnliche Bildungen: Bauer, 
Dummbdeyr--, Fasel-, Liedleyr-, Murr#ian. 
— Erörer (engl. —Fßer), m., uv.; —8: Ein G. 
ed., wie man in Deutschland sagen würre, Materialist 
(l. d. u. Erieier). Uedenderg Wal. 255. — Sröd 
(poln.), m.: Burg (s. Gered, Grad): G. [Burg-, 
Adels-] -Gericht 2c. — Gröf, m., —5; —: ungr. 
Ausspr. für Graf. Schirmer AaHL. 1, 121 :e. — 
Erög (engl.), m., —#; —: ein Getränk aus Rum, 
heißem Wasser u. Zucker (vgl. grosgrain; Kas): Drei 
steife G—s. Gutzkow Z. 3, 171; Marrosen-G. Scherr 
Bl. 1, 107. — GErogn-ard (frz. gronjär), m., 
—s; —#: bärbeißiger Murrkorf, Brummbir 2c.: 
Die alten . G—# [Gardegrenadierel. 3, 519. -eur 
(-ör), m., —6; —#: Grognard. iẽren, intr. 
(haben): grunzen, murren, brummen, seine Un- 
zufriedenheit kundthun. — Sröm-a (lat.), k. 
18 21, 1): ein Werkzeug zum Felrmessen u. Ab- 
stecken des Lagers, s. Weise Kest. 1, 1253; 1331. 
Brossarias 
461 
ätik, f.; O: die Kunst des Felrmessens u. Lager- 
absteckens. ätiker, m., — s uv.; - älicus, m. 
[§I 21, 21: ein der Gromatik Kundiger, sie Uben- 
der. — Gröng-o (it.), m., —; -hi: ein Fisch 
(Mreraal). Gregorooius Kors. 1, 115. — Groom 
(engl. grũm), m., —s; —: eleganter Reitknecht: 
Der Jockey ist nur für rie Rennrferde, der Reitknecht g. 
nur für die Reitpferde. Gartenl. 18, 295a; Zwei schot- 
tische Ponies .., eine Kalesche u. einen kleinen G. 
Schücking FrR. 2, 52; Gutzkow Schön. Stund. 120; 
Zoller Renn. 32 2c.; ferner z. B.: G. in waiting 
luwéting], Kammerjunker. Uains3. 21, 606 2c. — 
Gröot: s. Gret. — Graos (irz. grö): 1) a. (weibl. 
grosse. grös): groß, stark, dick. grob 2c.: 6. 
(Ggstz petit, s. d.) point (s. d. 1b); G-se aven- 
ture (l. d.); 6—e Nonpare lie (. d.) 2c. — 
2) m., uv.; uv.: a) G. beißen richte taftartige Ge- 
webe, welche im Schus u. in der Kette bes. starke (mebr- 
fache) Firen entbalrend u. d ber wie mir einer Art regel- 
mäßigen Kerns b. deckt ed. (falls dicke mit dünnen Fäden 
abwechseln) gerirrt erscheinen 2c. Karmorsch M. 2. 779, 
z. B. (s. bd.): G. de Berlin lieng!; de Naples 
Irär']! od. de Tours ltur] (vhl. Kamelott; Meir; 
Pereline): G. de Pologne □ôn)’l: G. d'lspahan #.; 
so auch G.-de-Naples- (od. de-Tours-) = Banr; Das 
Gro--e-Tourse]. Kleit. Ctwald Vill. R. 1, 260 2c. — 
b) Gewicht: Der Güste Tbeil der alten krz. Tror-Mark 
u. in einigen Kantonen der Schweiz der ste Tbeil einer 
Unze. Eneykl. f. Kauf. 398a. — c) Münze in Neuf- 
chatel. rdd.; auch — Groschen. — 3) n., uo.; 
uv.: a) die Hauptmasse (l. Gres 2): Das G. der 
Armee, Haurtheer: Nachdem ich das G. meines Ge- 
räckes vorausgeschickt. püchlir Südöstl. 3, 258 2c. — 
b) im Ggss zu Detail (s. d., nam. 2): Etwas im 
Großen u. Ganzen als Gesammtbeit: Werüber ich 
Ibnen bier meine geringe Meinung en lang!l g. mitge- 
tbeilt. w. 30, 303; Waaren en g. (it.: in grosso) 
kaufen, rerfaufen; En-g. sod. Engres-, s. d.] od.: 
G.= od. Grosso-Handel, Händler 2c. — o) bei 
Einigen filschl. st. Gres (s. d. 1). — Gröich, 
m.: s. Grossus. — Groseille (irz. —el), f.; —: 
Sohannmisbeere: G. verte lwitl, Stachelbeere: auch 
adjektivisch als Farb-Bez.: Schwarzseirenes Kl ir mit 
g. Arlasstreifen. Salon 1, 379 (s. Grofularia). — 
Grosgrain (frz. grebgreng), m., —; —: Cndere 
setzt wenig er. gar nicht mebr vorkommende slatte Steffe 
laus Kammwolle] find: der Etamin .., der G. 2c. Kar- 
marsch M. 2, 50, — auch in veralt. Umdeutschung: 
Grobgrün (s. d. Ss. u. z. B. Zazar 1 4, 22 a 2c.); 
engl.: Grogernm, Grogram (Irr. gröggrömm], — 
wonach z. B. der gw. damtt bekleidete Abmiral 
Vernon bei den Matrosen den Sritznamen 20t4 
Grg führte, der dann auch, als er den Matrosen 
statt des reinen Rums ein Gemisch mit Wasser 
reichen ließ, dem Mischgetränk zu Theil wurde, s. 
Grog. — Gröso: s.. Grueso. — Ströfs, n., es: 
—e, uv. (als Maß-Best. nach Zablw.): 1) zwölf 
Dutzend od. 144 Stück (frz. grosse, fsvan. gruesa): 
Zwei G. Stablfedern 2c. — 2) = Gros 3a: Das 
mittlere G. bei dem Kriegsbeere. Wadern. 3, »7 46. 
Fagrana (it.), k.; O: Grosgrain. - ärias (span.),
        <pb n="478" />
        462 Grossato 
pl.: grobe Sackleinwand. -ãto, m., —#; zöti: 
eine Münze in Ragusa z2c. Encykl. f. Kaud. 661b. 
Sc: 1) s. gros; grosso. — 2) f.; —# : Protokoll 
bei Versteigrungen 2c. vhorn Schmi. 81. Jerie 
(frz.), f.; —Aeyn, —: 1) grobe Eisenwaaren, wie 
sie der Grobschmied fertigt. — 2) Engroshandel. 
vesse (iss), f.; —s: Schwangerschaft: Fausse 
(s. d.) g. -Eito (it.), m.t, —: -étti: kleine ital. 
Münze, z. B. in Nagusa. Cncykl. f. Kaufl. 66 1b 2c. 
Sier (—#c), m., —# —; -Kee, m., —; uv.: En- 
groshändler (Gressist). -irelé (frz. —Mär'ss), f.: 
—6: Grobheit. isl, m.p, -en, —# -en: s. Grossier. 
To (it.): 1) a. —= gros (s. d. 1, auch 3), vgl. 
grossus, z. B.: Pso grésso, schweres Gewicht: 
Libbra od. lira gróssa. schweres Pfund c.; Wie 
man sich in Rom angewöhnt, Alles grandios zu den- 
ken ..; denn man giebt den Römern Schuld, daß sie nur 
von eöse grösse sgroßen Dingen] wissen u. reren 
mögen. G. 24, 104 2c.; auch: In grsso sod. en 
gros] kaufen, verkaufen; G.-Handel, Händler ce. 
— 2) m., uv.; --i: a) als Münze, j. Bajoeco 2c., 
vgl. Grossns Grueso. — b) als Gewicht: Die 
Tibbra mstrica (das Kilogramm) bat 10 Once (Hekte- 
gramm) à 10 Grössi (Dekagramm) à 10 Denäri 
(Gramm) à 10 Gräni (Decigramm). Encykl. f. Raufl. 
555b. Tulär 2c.: s. Grosular 2c. Us (mlat.), a.: 
groß, dick 2c.; m. 18 24, 2): als Name äitrer 
Münzen (Dickmünzen), — vgl., als daraus her- 
vorgegangen, frz. gros, it. grosso, span. grueso, 
deutsch: Groschen (danach auch ruff.: Grosch, ein 
Zwelkopekenstück, vgl. Grusch), niedrd.: Grot (s. 
groat). — Grosc(sulãr (nlat.), m., —e); —e: 
grüner Granat. Oen 1, 159 (nach der „Stachelbeer- 
farbe“). ia, t. len [824, 1): — Groseille (s. d.), 
das Pflanzengeschlecht der Stachel= u. Johannisbeeren 
c. (Ribes): Grossularien. 3, 1905 (richtiger mit ein- 
fachem f, vgl. Diez 184). — Grot (nierrd.), m., 
-(e)s, —-en:; Se, -en (nach Zahlw. uv.) (s. Grossns): 
Name v. Münzen, z. B.: Bremen rechnet nach Reichs- 
tbalern zu 72 G-en à 5 Schwaren in Golde. Enc#hl. 
f. Kaufl. 16 1b, vgl.: Wir wurden sogleich in das ehr- 
würdige Grotenthum mitten hineingeführt: sie woll- 
ten uns für unsern preuß. Silberthaler nicht 66 G-en 
Gold geben. Sonnlagsbl. (65) 397a; ferner in Ham- 
burg: 1 G. vlämisch (als Nechnungsmünze) = ½ 
Schilling Banko, s. Encykl. f. Kaufl. 10 2a; in Amster- 
dam: ein Pfund vlämtsch = 240 Groot bolländisch. 
22a c. — Grotest#(it., frz.), a.: nach Art der 
Grotesken (s. d.), v. abenteuerlicher Zusammen- 
setzung od. Gestalt: G.e, arabeskes (s. d.) Laubwerk. 
f. 11, 337; Zupiter in einer grot tesken Gestalt ..., 
woran .. Alles .. aus den versch. Thieren . seltsam 
geung zusammengesetzt ist. w. 23, 114 2re.; dann als 
Bez. für eine Art des karrikierten niedrig-Komi- 
schen: Geschichte des G.-Komischen v. Flögel (1788); 
Der 9—e Tanz ist der humortstische Zweig der Tanzkunst. 
.. Der G.-Tauz. .. G. -Tänzer. . . Ihre Be- 
wegungen sind sämmtlich mehr Sprünge als feine ge- 
regelte Pas. Düringee 5 42 2c. -e, f.; -n: in den 
bildenden Künsten, aus phantastisch willkürlich ver- 
bundnen Tleilen zusammengesetzte Verzierung, — 
Gruppieren 
benannt v. den Grotten, worin Urine, der Wieder= 
beleber dieser Art, dgl. Bildwerke fand (ĩ. S. 28, 
63, vgl. Menstrum, Grylle), dann auch verallge- 
meint: Mit den reizenren Gen des göttl. Meister 
Ariosto. FSchlegel GR. 206; Seine voetischen Gn. 
Thümmel 2, 236; Karikaturen u. G-n. W. 9, 15; 35, 
2t1: 36, 251 2c. — Erött-e (it.), f.; —n: zier- 
lich gewölbte Höhle, s. Ss., auch z. B.: Bein- 
(Mager 2, 12524) od. Knochen-; Berges-; Dem- 
mer-; Felsen-; Kunst-; Muschel-- Imit 
Muscheln verzierte); Natur-; Wunrer-G. 2c. 
G-n. Werk (Kunst-G. ] c. fh: s. groteff. — 
Grouillemen! (frz. arulfmäng), n., —; —6: 
Bauchknurren. — Ground (engl. gräünd), m. 
(n.), —; —#: Grund (u. Boden): Nicht alle bei 
den Kohlenwerken, sondern nur die in ihnen, under 
lönder] g. Lunter der Erde, unterirdisch) Beschäftig- 
ten. Kohl Engl. 2, 30 2c.; Pleasure rlesber] g.. Lust- 
garten, kleiner Park 2c.: Mit dem grünn Rasen- 
teppich, den die Enaländer allentbalben so gern in ibren 
Pleasure-g—# anbringen. I##ohl Par. 2, 10 re.; fer- 
ner: G., ein ostindisches Feldmaß v. 2400 □"— 
Mauneb (s. d.). — Group (frz. grü), m., uv.; 
—6 : wohl rerpackte u. versiegelte Geld-Rollen. 
-Säcke, s. Enenkl. f. Kouf. 39 8a. 0, ieren: s. 
Grurpe 2c. — Gronfe (engl. grauf'), n., uv.; uv., 
—6 : G., Birk= od. Heirebubner ü#nd im Norden Englands 
zahlreich. Nal3. 20, 367 (Die G.l-]Saison. ebd.); Im 
August. wenn das G. streicht. Gadlönder Heideb. 20 1. 
Grub (engl. gröbb), m.. n.. —#: 0: Zehruna, 
Kost: Ob ich meinen g. (Essen) an Bort verdienen wolle. 
Gerstächee WW. 211. — Grukf-a (sran.), f.; —: 
s. Gres 1. -0o, a.: — frz. gros 2c.; nam. auch 
m., uv.; —§#: Die Libbra (Munze in Navarraj theilt 
man in 10 Grösos ed. Gs à 6 Mauararedis. Cnchkl. 
f. Kauf. 621a. — Grüm-en (nlat.), (.; 0: 
das Gerinnen. -ös, a.: geronnen, klumrig. 
us, m /§21, 2): Haufen, Klumven, etwas Ge- 
ronnenes. — Grundieren, tr.: den Grund, wor- 
auf Etwas hervortritt, kunstgemäß zubereiten: Et- 
was zu Vergoldendes, zu Bemalendes, die Platte zum 
Kupferstich g. od. gründen (s. d. 6 Se., vgl. Karmarsch 
M. 2, 221; 223 vc.). Dazu (Kattundr.): Grun- 
dier-Maschine (pecchli 8, 139).- Salz:,##m#h 3, 
68 9), s. Prärarier-Salz. — Grüpp## (irz. groupe), 
f.; —: Grürpchen, lein: 1) eine Vereinigung ein- 
2elner Ggstde, die sich dem Auge od. dem Geiste 
als ein zusammengehöriges, v. Andern sich bestimmt 
absonderndes Ganze darstellt, s. Se., z. B. auch: 
Baum-; Berg-:; Felsen-; Insel-; Lage- 
rungs. G. (s. Gebirgsformation) 2c.: Schlus-G., 
auf der Bühne beim Aktichluß (rgl. Schlustablean); 
Stern-G#n.L#com 180 ff. 2c.: Eine Reibe v. Bu- 
dungen, die sich 9-#= weise ersetzt baben. Humboldi K. 
1, 63; 155 2c. — 2) s. Kroure. -ieren, tr.: in 
Grupven zusammenstellen; rell., intr. (hbaben): 
sich zu einer Gruppe ordnen, gestalten: Eine Figur, 
gegen die eine andre, mit Vlumen gekrönet, nicht wohl 
g. möchte. f. 6, 146; 8, 255 te.; Etwas uͤm-g., 
anders g., g—d umstellen: Dieses vermittelt eine be- 
ständige Umgrupplerung ihrer Bestandtheile. Volger
        <pb n="479" />
        Gruppo 
EE. 140 ꝛe.; Gruppierung, das G. u.: die da- 
durch entstandne Gruppe: Man schreibt die Vortreff- 
lichkeit der rafaelischen Grurpen besenders der Pyra- 
midal gruxrierung zu. Hüringer 514. Jo (it.), m., 
n., —s; —#, -i: Gruppe: Das jenes G. mit der 
Abbildung nicht ganz zusammenstimmt. FJatobs 
Verm. 5, 433; 435; 414 ff. — Gruich (türk.), 
m., uvr.; uv.: (s. Grossus) als Münze — 
Piaster (v. 40 Paras). Encyhl. f. Kanf. 264 a; Ist 
es wirkl. 5 Piaster (pesch g.)2 Nols Ins. 2, 85; auch 
Gurusch; s. Kara-G. — Grütia (mlat.), f. [8 24, 
1): das Verflößen einzelner Bäume od. Stämme: 
Jus grũtiæ, das Recht dazu, vgl. ratis. — 
Grupnerc (frz. grüjär): Ortschaft im Kanton Frei- 
burg (eutsch Greierz), daher: G.-Käse od. G., 
: Art Schweizerkäse. 
Grwn (walis.: grun), m., —s; —#: G., Feen- 
ring (v. Gras) im Felde. Uodenberg Wal. 100. 
Eröllee (lat.), m., —; n; -us, m. (§ 2, 
21: 1) Grille (s. d. 1b S8.), d B. Gryllns grxl- 
Iotalpa, Waulwurfsgrille, Werre 2c. — 2) Anti- 
rbilus .. malte einen gewissen Gryllus in einer solchen 
Maske u. Stellung, das er (wie sein Name lautete) eine 
Grille vorzustellen schien. Dieser Einfall fand .. Nach- 
ahmer u. man nannte diese Art v. Grotesken Grillen 
(vorddo#). w. 35, 211; Lauter ägyrtische Grellen u. 
chinesische Fratzenhäuserchen. k. 10, 213 (s. plinius 
II. N. 35, 10). — Erz (gr.), m., —eys, Sen; 
e, -en: s. Greif. äa, f. [§ 23, 11: Schnabel- 
auster. Oken 5, 382, bef. . arcuäta, nur verstei- 
nert vorkommend. „ĩt, m., c)s, -en: —e, en: 
versteinerte Gryphäa-: Über demsellen Zechstein. Ge# 
1e. DMus. 1 7, 2, 4%3 c.; G-en -Kalk unschließt 
Millionen der Gryphæa arcuata 2e. Oken 1, 703; 
Durmeister Gsch. 475. ösis, Grpposis, f. (§ 24, 
3, uv. : kralienartige Krummung der Nigel. 
Güa, m., uv.; —#: Im Hanrel mit den Negern 
lin Guincaj rechnet man auch nach Moco's (tie dortige 
Benennung fur den dän. Thaler) zu 48Dame (Stuver), 
96 Pah od. Tabo (kdän. Schilling) à 20 Boß 
(Kauri's). 2 Thaler werden ein Cabes genannt, 
8 beißen 1 G., 16 ein Guenno u. 32 ein Bendo. 
Encykl. f. Kaufl. 100a. — Guachamäca (span. 
-atsch-), f.; —s: ein Giftstrauch in Venezuela r.e 
Sionn, 5, 14%. — Gnachäro (span. —atsch-), 
.uv.; —: Einer, der viel klagt u. winselt; da- 
ber Name eines südamerik. Höhlen= u. Nachtvogels, 
Steatörnis (Fettvogel), s.: Die große Cueva od. die 
Felshöhle von G. Der G. hat die Größe unserer 
Hühner, den Rachen der Nachtschwalbe (des Ziegenmel- 
kers), den Wuchs der Geier 2c. Hier wird bei einem 
Feuer das Feit der jungen, eben erst getörteten Vögel 
geschmelzt. .. Es ist .. unter dem Namen der Butter 
od. des Ols (manteca od. aceite) vom G. bekannt, 
halbflussig, rurchsichtig u. geruchlos.. Bei Offnung des 
Krorfs u. des Magens der jungen Vögel in der Grotte 
finden die Eingebornen mancherlei harte u. trockne Kern- 
fruchte, die unter der seltsamen Benennung der Körner 
od. Semilla del G. ein berühmtes Mittel gegen das 
Wechselfieber liefern 2c. Humboldt (s. Mager 2, 117 ff.). 
— GCuäche (span. -ãtsche), m., —#;—#: ein brasi- 
463 
Guarana 
lian. Vogel, Savira (Orfolus hæmrrnous). Oken 7, 
323. — GSuaeita (sfran. — #), f.; —: s. Guasso. 
— Gnadamacilkro (svan. —#-), m., —# —: 
Verfertiger feiner (vergoldeter 2c.) Lederwaaren. 
Globus 7,226a. — Guadeloupe (lüp: westind. In- 
sel, reich an Zucker: kaher! G.-Zucker od. G. Kormarsch 
3, 706.— Guadna, f.; —s: Bambusrohr. Grenzb. 
24,2, 945. — Guaj- ah, n. s8; -s6: eine Pfl., Guafa- 
cum, bes. officinãle: G.-Baum; Harz; Holz, s. Fran- 
zosenbolz. — Suajave (sran. ) f—n.emePflan- 
zengatt., Pisidium, bes.: P. biriferum u. pomi- 
ferum, auch die Frucht (pan. Guaxãvo): Govav- 
a, . e. Burmtistet gB. 2, 292 ff.; Gujave. Oken 3, 
1954 ff., vgl.: Berg-Gujave, Campomanẽsia. 1953 
II. Guayäbo silvéstre — Carea arbérea. 1929. — 
Guajera (svan.), f.; —#s: in Brasilien, die Beeren- 
zwetsche, Chrysobalänus icäco. 2045. — GSunaca- 
mano (sban. —jo), m., —# —s: s. Ara 1. — 
Guacari, m., —#8; —#: in Brasilien ein Fisch, Art 
Panzerwelle: Loricäria plecistomus. 6, 52. — 
Guäco (span.), m., —s; —: eine Pfl., beilkräftig 
gegen Schlangenbisse 2c., s. Huaeo. — Snamasäen 
(wan.), m., —## — : Name v. Fischen: G. äpe = 
Osträcion quadricornis. Oken 6, 110; G. gnãra = 
Diodon hyFstrix. 117. — Gnamba, f.; —: Trink- 
börner, die sog. G—s, die man auf Reisen in Brasilien 
gw. mit sich führt. Ausld. 39, 5593. — Guana, f.; 
—6: Die unter dem Namen G—s bekannten zu dem Ge- 
schlecht der Eirechsen geb örigen Reptilien. 1151b0; Gs 
od. Leguane am Spieß bratend. Bank Bild. 1, 98; 
Grubt Eb. 2, 24, s. Oken 6, 602: Guano u. Iguana. 
— Suanabeno (span.), m., —8; —#: Flaschen- 
baum (s. Anona). Ohen 3, 1256. — Guanäho 
(frau.), n., —6; —#6#: Das G. od. peruanische Schaf, 
Camélus läma. 7, 1245; Globus 5, 6b; Felle vom 
G., jener Lama-Art, die so seidenweiche Wolle bat. 
Gerstäcker Pench. 2, 255;: G.-Felle. 1, 10 2c. — 
Guandira, f.; —s: Art Fledermäuse in Brasilien, 
Vespertilio hastötus. Ohen 7, 967. — Guäno 
(peruan.-svan.), m., —#8; 0: Vogelmist, wie er 
sich in mächtigen Lagrungen nam. auf den Südsee= 
Inseln der peruanischen Küste findet, s. Burmeister 
Gsch. 430 2c.; Den sonderbaren Vogeldünger, G. de 
pajaros lräch—I. Humboldi Bergh. 1, 239 (Ao. 1830); 
Es giebt 3 Varietäten v. G., die rotbe, bräunliche u. 
weiße (G. röjo, parduzco y blänco). 241 (auch: 
Huano): G.-Dunger; -Düngung; Insel; 
Lager (s. Huanera) 2c.; nach dem Fundort z. B.: 
Chile-; PeruG. 2c.; erner Vogel-G., im Gass 
zu Fisch= u. Fleisch. (od. Saladero-) G., 
Kunstprodukten aus massenhaften Abfällen von 
Fischen u. Fleisch bereitet 2c.; s. auch Guana. — 
Guao, m., —#; —#: Baum in Westindien, Como- 
lädia dentäta. r%n 3, 1774. — Guaperua, f.; 
—6: in Brasilien, Name v. Fischen, Löphius histrio. 
6, 77; Balistes vetula. 101. — Gnäpo (ipan.), 
m., 4 —&amp;: ein feiner Herr, Stutzer. Glodus 11, 
200b. — Guäara, f.; —: Name von Fischen, 
. B.: G. capema; Coryphæna hippurus. Oken 
6 218; G. pücu, Scomber thynnus. 193; G. 
Tereba, Cäranx fällar. 191 c. — GSuarän-a,
        <pb n="480" />
        Guarani 
464 
m.. —;: 0: Pãsta G., in Brasilien, Paste od. 
Pastille aus dem Samen v. Paullinia sörbilis. 3, 
1337; Globus 6, 92b. -Zi: s. Brasilica — Gua- 
räpo, m., — ; —6: G. fukrte, gegorner Zuckerrohr- 
saft. das Bier der Südamerikaner. Grenzb. 24, 1, 226. 
— Gnard (engl. glüärd), m., —6; —#: Wächter, 
Aufseher, z. B.: Der G., der [Eisenbahn-] Aufseber. 
Kohl Engl. 1, 1. ar: s. Reja. alpalle (it.), m., 
uv.; —§#: ein „die Schultern deckender“ Schleier. 
ein: s. Warrein. ia: 1) f.; 0: Wache, Hut, 
auch: Die G. esrica itschi—. Gutzow 3. 9, 306, 
Bürgerwehr r2c.; bes.: Vormundschaftsamt für un- 
mündig Belehnte. — 2) als Ausruf: Da wird hin- 
ter mir laut gerufen: G.! Guardiah! aufgerasst: Vor- 
sicht! Globue 4, 147a. Tian: s. Garrian. infänte, 
m., —6; —8#: Reifrock, eig. für Schwangre. — 
Gunarentigikeren, tr.: s. garantieren. — Gnariba, 
m., —#; —6: Art Brüllaffe in Brasilien. Oken 7, 
1731; 1737. — Guarillicre (it.), m., ur.: -i#: 
Die Gii, d. h. zur Verstärkung berangezognes Landvolk, 
welches .. für 30 Soldi täglich den Kampagnedienst be- 
sorgte. Uat3. 21, 289, vgl. Guetillere. — Guärto: 
s. OQuarto. — Snässo, m., —#; —8: Name der 
chilen. Landleute. Gerstächer Pench. 1, 29; 32 2c., 
weibl.: Guacĩta. 34; Die Gs u. Guacitas. 70 ꝛe. 
— Gunaflaldi-a (mlat.), f. [8 21, 11: bei den 
Longobarden, Amt des Landeshauptmann: Fẽũdum 
g—#e, Belehnung damit. — Snalinajo, m., —S; 
s. Cachicame. — Gudve, m., —; —: Art 
südamerikan. Bäume: G.-Bzume. Globus 7, 141b. 
— Guare (span. Säche), f.; —s: in Meriko, die 
epᷣbaren Hülsen v. Acäcia esenlénta. Ohen 3, 1700. 
— GEnagavo (sran. —afä), m., —; —: s. Gua- 
jare. — Guapᷣco sspan.), m., —: —#;: s. Barranca. 
— Guagüco (srau. —ajü-), m., —s; —#: f. 
Baünco. — Guazimo, m., —#; —#: Der G. mit sei- 
nem dicken Bastie, der, geschält u. gespalten, ein Binde- 
miltel liefert, se gefügig, wie Hanffären. Grenzb. 21, 1, 
351, vgl.: Guazuma, Bastard-Ceder (Zubröma). Oken 
3, 12041. — Suczu, m., —: —s: in Südamerika 
Bez. hirschartiger Thiere, z. B.: Ein Thier (Weib- 
chen] des G.-Viru od. braunen Spießhirsches, Sübnlo 
simplicornis. Beehm Bilo. 11, vgl.: Das Catinga- 
Neh, Cérvus simplicôrais. In Paraguay heißt es 
CG.-bira. Oken 7, 1283; G.-pita (rother Hirsch), 
C. rülus. ebd. (s. u.); G. pücu (großer Hirsch), C. 
paludösns. 1292; G.--ti (weißer Hirsch) od. G.- 
(kleiner Hirsch), C. campéstris. 1286 re., vgl.: Cn- 
g.-apara, das weiße Reh, C. campéstris. 1286; Cu- 
g.-Ité, das rothe Reh, C. rüfus. 1253 (s. o.); da- 
gegen, wohl nur auf einem Irrthum beruhnd: G.- 
ara als Bez. des amerik. Löwen in Paraquay. 
1590, vgl.: Chibi-g. — Ocelot. 1596. — GCua- 
zuma: s. Guszime. — Guczzo: s. Gouache. 
Güba (walach.), f.; —s: dichter Wollenmantel. 
Gartenl. 14, 79a. — Cchhübar (-türk.): kleine 
Schrift. Sammer 10, 318. — Gubern-ähel (lat.), 
n., —6 ; uv.; -culum 18 24, 2, n.]: Steuer- 
ruder. -ätor, m., —6; ören (§F 24, 3, örisj: 
Steuermann; dann — Gonverneur (1; 2), z. B. 
CRobert 2, 114. Dazu: Die gubernatörische 
Gueze 
Partei. 121, die des G-s#2c. iäl, a.: auf das 
Gubernium bezugl., dazu gehörig 2c.: G.-Präsi- 
dent. Gutzkowm Z. 3, 110 1e.; Rath. Meißner Sanf. 
1, 250 (vgl. Regierungsrath) 2c. Tium, n., —; 
Szlen 18 21, 2, n.]): Regierung, Gouvernement: 
Ihn vor dem hoben G. zu entschulrigen. Gutzkow 3. 2, 
147; Das G. der wesllichen Provinzen zu ubernebmen. 
5, 243; Das der Russe es [Volen] nur noch als ein 
G., eine Previnz betrachtet. CUobert 2, 165. 
Gudöth (russ.), m., —6; —s: rusfische Fiedel 
(mit 3 Saiten). 
Gus (ri. gẽ). m., uv.: —: Furt, durch einen 
Fluß. — Gneber (g6—: s. Geber. — Guelsen: 
s. Welfen. — Gucmül, m., —#: —8#: G., Huemul, 
ein dem Maulesel ähnl. Thier in Chile. — Guenno, 
m., —5; —S: s. Gua. — Gucnon (fri. genêna), 
f.; —s: eine Gattung kleiner, bunter, langschwän- 
ziger, kurzschnauziger Affen aus Mittelafrika. Okten 
7, 1803. — Gucnot (genö), m., —: — : Dolden-, 
Weichselkirsche. 3, 2019. — Guepard (36—-): s. 
Gerard. — Guerkza, f.; —5: Art Affe in Abes- 
finien: Einem Maki mit geringeltem Schwanz, der 
bald Fonkes, bald G. genannt wird. Oken 7, 1776. — 
EGueridon (fri. geriröng), m., —s; —# : Art Kan- 
delaber. — Gucrill-a (ipan. gerilja), f.; —#: G. 
(Gnerrilla), der „kleine Krieg“, welchen gegen den 
ins Land gedrungenen Feind die Einwohner in be- 
wäffneten Hausen v. allen Seiten ber führen — u. 
in Mz.: die so kämpfenden Volkshaufen: G—ls)- 
Bande; = Chef; Sranien als Flügelmann v. Eu- 
ropa mit seiner G—-s-Flinte. König Jer. 1, 267; 
GC(#) -Krieg; -- Mannschaft; Solraten; 
Truppen 2c. -kro, m., —: —#: Guerillasolrat. 
Globns 9. 252a; Uor. 20, 314: Westttmann 3. 534a 
vgl. Gnarilliere. — Guerle (gerle), m., —#: —: 
Art ostindischer Kattun. — GEuerre (rz. ger), 
f.; —#: Krieg: Billard à la g. srielen, als Gesell- 
schaftsipiel für 3 bis 9 Persenen, s. hombre 211 (vgl. 
Cbasse; Poule 2); Nom (s. d.) deg. ikro (it.), a.: 
kriegerisch 2c.: Der Schlußsatz, ein Allögro g. Uel3. 
22, 77. Tilla 2c.: s. Guerilla. — Gnerta (sran.), 
f.; (—): Valencia-. in der durch ibre Fruchtbarkeit 
weltlerühmten Ebene, der „paradiesi#schen G. (Garten). 
DMus. 17, 2, 533, s. Huerta. — Gueric, Guese, 
f.; —n: f. Gucze. — Guc-t (frz. ge), m., uv.; 
—&amp;# : Scharwache; Losung (mot du g., ms r —. 
-#ttabel, a.: wachpflichtig. -tteur [-l, m., —; 
—§ : Aufrasser, Auflaurer (s. Gabier). ttfren, 
tr.: Einem auflauern: Einen od. Etwas ab- 
passen 2c.; intr. (haben): Wache halten, schildern. 
— Gueule (srz. goͤl), f.; —s: Maul, z. B.: G. 
rouge lrusbl, „Rothmanl“, ein Fisch Haemülon 2c.; 
auch: Zu Ende des 1 1. Zahrb. Mäntel mit rerbgesirb= 
ten Pelzzipfelun, Gũlæ od. Gs genannt. Weils Kost. 2, 
530 dc. Jer, f.; —, —n: ein Maulvoll: Pobel- 
rede 2c.: Nachahmer, welche durch dic geschmacklesesten 
Gn die Epoke weiter binausschieben, wo die deulsche 
Literatur den Grad v. Humanität erlangen wird rc. 
Dünzer KAng. 165. — Gucuse lgeufel, m, —n: Sn; 
Gueur (85), m., uv.; uv.: s. Gense. — Guzze, 
f.; —n: Die Guerze, Guese, G. ed. Guz, ein lvers.)
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        Gufser 
Ellenmaß ist 436 frz. Linten od. 0,98354 Meter lang. 
Encykl. f. Kaufl. 37 3a. 
Süffer, m., —s: uv.: (chwzr.) Erböhung; 
in engtem Sinn: Schutt v. Sand u. Steinen, 
nam.: Steinwälle der Gletscher: G.-Linien. Jur- 
meister Gsch. 53; Oken 1, 
den beutigen Tag r. den Glelschern niedergebenden lan- 
gen Steinreiben, mit dem Eigennamen Goufferlinien 
bezeichnet. G. 40, 291. 
Süguri (ind.), f.; —: 
Wasierrfeife, deren Tabacksbebälter v. 
gebildet wird. Globus 5, 39a 2c. 
Guid-e (frz. gu), m., —: —é6, —n: Fübrer, 
Wegwelser, Leiter 2c.: Am Borr Karl Neterson als 
G. Ausld. 39, 1039a, vgl. Leose 2c. sauch engl. 
(srr. gien), s.: Das grüne G.-Boek lbückl. Uoden- 
berg Wal. 277; Murrar u. andre Gen. Vaisß. 21, 
11 2c.): (Kriegsk.) Art Leibwache des komman- 
dierenden Generals, bes. aus= u. vorgebildet, bei 
Rekegnitionen zu dienen 2c.: Hinterber die tollkubnen 
Gn u. zuletzt die Garrekürassiere. Uedenberg VarB. 
112 :2c. Jon (Cöng), * —s; —#: kleine Standarte 
u. Standartenträger; Signalflagge: bei Geschrieb- 
nem eine Fabne als Zeichen für eiwas Einzuschal- 
tendes (F). — Guidõnisch, a.: s. aretinisch. — 
Guignon (frz. ginjöng), m., —s; —6: Unalück, 
Pech im Spiel 2c. — Sunuigue: s. Gigue. — Gnild 
(engl. gil)), f.; —#: Gilde: G.-ball lhäll, „Gil- 
denhalle“: (Die chinesüschen Kaufleute]) unlerbielten in 
London zablreiche eigne Waarenbäuser (Stabibof, 
Steelvard od. G.-ball). Weiss Kest. 2, 544, — jetzt: 
das Rathhaus in London. — Gunildive ((krz. gil- 
riw), f.; —-s: Zuckerbranntwein, Tafia (I. d.). — 
Suillador (gilsarör), m. uv.: —8: Art oitindi- 
scher Taschentücher. — Guillaume (fri. giljöm), 
m., uv.: —6: Eigenn. „Wilbelm“; Sims-Hobel. 
— Guillemels (frz. gilsime), pl.: (Buchrr.) An- 
führezeichen, Gänsefüßchen (.—").— Euillemot 
(giljemö), m., —5; —: Art neretscher Vegel, Co- 
IFmbus grylle u. C. trõile. s. Ohen 7, 136; Glo- 
dus 6, 309a c. — Gnilloch- (frz. giljöschh. f.; 
—n: G. (guillochis), die durch Guillochieren ber- 
vorgebrachte Verzierung auf Metallstächen — u.: 
ihr Abrruck: Von den blauen G-u auf der Rückieite 
der lZehnthaler-] Neten. DVolksz. 14, 32 2c. rren, 
tr., auch o. Obj.: G., r. b. Darstellung rertiefter 
Linien, welche mittels eines fritzigen Werkzeugs auf den 
Arbeitsstücken lrurch Dreben]) bervorgebracht werden. 
Karmarsch M. 1, 234; Man nennt Guillochferung, 
guillochierte Arbeit (guillochis) eine eigenthümliche, 
der Gravierung verwandte Verzierung, welche aus feinen 
od. starken, in Metallflächen durch eine Grabstichel-Sritze 
eingeschnittenen Linien bestebt u. mittels eigener Guil- 
lochiermaschinen, machines à guillocher, tours à guil- 
locher lrgl. Figurierbank] bervorgebracht wird. 305; 
428 2c. is Cyh, m., n., uv.; uv. (mit lauten- 
dem 8): Guilloche. — Guillokin-äde (frz. gili--), 
f.; —m: Gnuillotinierung. e, f.; In: Körf- 
maschine mittels des Fallbeils, — zu deren Ein- 
fübrung in Frankreich der Arzt Guillotin durch 
seinen Antrag vom 10. Okt. 1789 in der konsti- 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Die G. rauchen eine 
einer Kokceschale 
618 2c.; Die noch bis auf 
Gül 465 
tuierenden Versammlung den Ansieß gegeben; 
nach einer Abnlichk, auch v. einer Art großer Schub- 
od. Fallfenster ohne Fensterkreuz: Die tief binab= 
gebenden G-n-Fenster. Schücking Verschl. W. 1, 11; 
SrN. 1, 330 2c. -ren, ir.: mittels der Guille= 
tine hinrichten. -omän, m., Sen, (—8): —en: 
Einer, der für rie Gurllorine schwärmt. Dazu: 
Gie 9—isch, a. — Guimberge (fri. genz- 
bersh'), f.; —n: Schlussteinzierrath an gotbischen 
Gewoͤlben. — Guimpe (frz. gengr), f.; —: 1) 
Brust-, Vorkuch als Nonnentracht. — 2) ärmel- 
loses Leibchen unterm Kleid, als Damentracht. — 
3) G. (Gimre, Gimrf), vom Po#amentier gefertigte 
Besatzschnur: Gürtel v. starker G. or. Guirure. Zazar 
11. 295a. — Guin-##: 1) (01— geogr. Eigenn. 
für ein Kutenland Afrikas, zerfallend in Ober= od. 
Nerr. u. Nierer= od. Sü-G. Dazu i. B.: G.- 
Fieber; = Golr; -Gras, Pänicum mäximum. 
Ohea 3, 105, vgl. G.-Korn, Hôll#us sorghum. 
Kartins Liv. 1, 181 (s. Marira); G.-Körner, 
!.Pfeffer, Samen v. Habzklia sthiöpica; G 
Taube, Stieteknas guinsa Br#ehm Hab. 222: 
Wurm, Filäria medinénsis 2c. — 2) (endl. 
ginni) = 1; f.; —: eine engl. Geoldmünze — 
21 Sbilling Sterling (uripr. aus G.- -Gold), frz. 
guinge. -ẽt (frz.), f.; —. —n: 1) f. Guinea 2. 
— 2) Baumwellzenge, wie sie zum Tauschhandel 
in Guinea dienen. — Gningan (frz. genggäng), 
m., —; —: Gingang. — Eninget (irz gengat, 
m., —; —: Art Kamelott. — Guinguette (rz. 
gengzett, f.; —, —# : Land-Schenke, = Kneipe; 
Lankhäuechen: Art Lanrkutichen für die Umgegend 
v. Paris. — Guipure (frz. girür), f.: + * 
Spitzen auf Cartisane. — Guiĩra, f.; in 
Brasilien 2c. Name v. Vögeln, z. * acanga- 
tära, Cüculus gufra. Oken 7, 2271; G. cchrebs, 
Cértbia, „ßcränea (Guitzuit). 192; G. pänga od. 
pünga, Ampelis carunculäta u. variegäta. 10 f.; 
G. tangelma: Orfolus ieterus. 316 :2c., vgl. GusO 
rĩrĩe, Art kleiner Enten in Venezuela. Globus 5, 2462. 
— Guirland-e (frz. girlänlgyre), f.; —n: Fes#en: 
Blumen-; Frucht= (püchler Süröstl. 3, 245) G. 2c. 
„ĩẽren, tr.: mit Guirlanden rerzieren. -#inc, (.; 
—no : Art buntes Gewebe. — Enitarr-## (irz *# 
f.; —n: ein Tonwerkzeug, dessen Saiten (meist 6 
an der Zahl) durch Reißen mit den Fingern zum 
Tönen gebracht werden, s. Kitbara, Citber, vgl.: 
Heißet der Gott des Gebirgs nachstehn der Gitarre das 
Felrrobr. V. Ov. 2, 209 (im Urtert: cithars 
submittere ednnas) 2c.; auch, bei G. 12, 25 (vgl. 
21; 24) gleichbedeutend mit Mandoline (s. d.) 2c.: 
E# . Begleitung; - Geklimper; = Schule; 
Sriel (er) 2c. -kro (span., CSlobus 11, 194b), 
m., —; —; Sist, m.,—en, (—8); —en: Guitarren= 
spi ieler. — Guitauit, m., —;:; —: Zuckervogel 
(. Guira Cœreba). — Eusäve? s. Guajare. 
Sül (rers.): Nose, vgl.: Güleh — Fuchs- 
schwanz u. ähnl. Blumen. petermann Or. 2, 245; 
Güleh Nerrufije („Neujahrsrese“ Herbstzeitlose. 
252; Die der Kernblume ähnliche blaue Blume beißt 
bier Gul i kasni. 227. Dazu: G.-Chane, Resen- 
30
        <pb n="482" />
        466 Gula 
haus des Serak. Hammer 10, 348 (v. wo aus der 
berühmte Hattischerif (s. d.) vom 3. Nov. 1839 
datiert, vgl.: Dem Gülchane-Tensimat (i. d.) gegen- 
über. falmerayer GsW. 1, 6; Die Karte des Gül 
Hane hat den traurigen Stand gebessert. Frankt 
Zer. 1, 244); G.-Scherbeti, Nosensorbet. Hom- 
mer 10, 318 2c., s. Gulistan, Inlev. — Güla: 1) 
(lat.), f. [8 24, 11: Schlund, Kehle, s. Guenle. 
— 2) (ungr.) f.; —#: Herde, die den Sommer 
über Tag u. Nacht im Freien bleibt: G.-Hirt 2c.; 
Gs-, Gulasch-Fleisch, mit Kümmel, Zwiebel 
ꝛe., Hauptgerichten der G.-Hirten; dann auch ver- 
feinert, s.: Ungarisches Gullaschfleisch. Scheible 
Kochb. 139. — Sülabi (pers.), m., —s; —#: Art 
Melone. peermann Or. 2, 226. — Gulaien (russ.), 
intr. (haben): sich schlendernd ergehn, spazieren: 
Wie würden wir schen g.! Kohl Südr. 2, 104; Das 
Schauteln u. G. beginnt. Pet. 2, 206 2c. — Ceh)u- 
lämie (türk.), m.: Ibrik (s. d.)g., Kammerwöärter. 
Hammer 10, 349. Sie: Knabengebühr. 348. — 
Gulan# (russ.), f.; —: Spazier-Gang,-Fahrt. 
156 ff.; 146; 213 2c. — Gülasch: s. Gula 2. — 
Gulch (engl. göltsch), m., uv.; -es: Goldgrube, 
die zu Tage liegt: Sämmtliche Minenarbeiter in Mon- 
tana beschränken sich jetzt auf die Placer od. G.-Diggings 
(s. d.). . In allen G-es, in Tiefen v. 6 — 50, ist ein 
Liegendes 2c. Ausld. 39, 973b; Ihr G. ist reich an 
Gold. 97 ba 2c. — Gülltchhane: s. Gül. — 
Gch)ũle (ar.), f.; —u: Die G., ein Nachtgespenst des 
arab. Volksglaubens in der 1001 Nacht häufig als Men- 
schen überfallenres u. zerfleischendes weibl. Ungeheuer. 
Gelenius s. Vv. Es Daumer 1, 50; 315. — 
Güleh; Guli: s. Gul. — Sulistan (pers.), m., 
—#6#: —#: Nosengarten (s. Gul). w. 20, 24 2 rc., 
auch als Titel eines Werks v. Sadi (s. Uolenkranz 
Poeschsch. 3091). — Guͤlle, f.; —n: Wasserkrug 
aus porösem Thon, in Agypten. Glohus 7, 522; 
Güllen. 11, 118a. — Gulliver (engl. g961I—), m.: 
der erzählende Held in Swift's bekanntem Werk: 
G.'s Reisen (s. Lilliput rc.). — Gillsche, m., —6; 
—6: ein aus Schaf-Fett u. Mehl bestehndes kleines 
Küchlein. Ausld. 38, 1083a. 
Güm: 1) n., — : —8: in Nordafrika, ein Auf- 
gebot v. Kriegern. Globus 5, 131à; 132b c. — 
2) (engl. gömm), n., m., —; —#: Gummi 
(s. d.) u.: Gummipstanzen, z. B.: Mit Bundeln 
v. G.-Blättern lin Australlen!. Globus 4, 24 2; 
Die Eukalppten quellen v. Harz; Blue-G. (Eucalyp- 
tus globösus) liefert riesige Stämme zu Hafenbauten. 
83b rc.; Der dicke Wald mit seinen Riesenstämmen, 
alle ans Roth= G. bestehend. Naur 15, 95a 2c. — 
Guͤmbo, m., —#; —s: in Nordamerika, Bez. der 
Kreolen, nach ihrem Lieblingsgericht. Grube Ch. 2, 
63. — Gümisch (kürk.): Silber: G.-Cbanc. 
Silberbergwerkf. Lammer 10,348. — Gümlin (türk.), 
m—m., —8; —: Hemde. — Gümma: s. Tarbusch. — 
Gümmi (lat.), n., m., —6; —6: 1) ein dem 
Pflanzenschleim nahverwandter, im Wasser zu 
klebriger Flüssigk. löslicher Pflanzenstoff: Das wahre 
G. kommt lm Handel nur in 2 Abänrrungen vor, als 
arabisches lod. G. aräbicum, s. Kaakuhl] u. als Sene- 
62. 
rl——— 
Gunter 
gal-. G., welche beire fast in reinem G., v. frz. Che- 
mikern wohl arabine genannt, besteben. Karmarsch 2, 
206; Der arabische od. Senegal-G. Prechil 5. 420. 
— 2) (s. 1) Im gw. Leben nicht immer v. den im 
Wasser unlöslichen Harzen geschieden, s. 3; 6. — 
3) (s. 2) nam. auch — Federharz, Kautschuk 
(s. d.), best.: G. eldstieum. — 4) (s. 1) zuw. auch 
v. nichtpflanzlichem Klebstoff, z. B. im Seiden- 
kokon. Anapp Techn. 2, 637 (s. degummieren). — 
5) Zsstzzn z. B.: Der Akroĩdes [s. d.)-G. Am- 
möniak. ls. d. 2) G., G. ammontacum; Basserin 
(Pflanzenschleim), nach dem Bassöra-G. so genannt. 
Dasselbe kommt ferner als Hauptbestandtheil des Tra- 
gantbs, ferner im Pflaumen-, Kirsch= u. Aprikosen- 
baum-G. vor. Harmarsch 1, 111; Austräl- G. 
11), aus Australien stammend. 2, 206; Döktor- 
I. d. 2) G.; Kino- A. d.] G.; Kirsch= G., s. 
Bassora-G.; Kutira-G. von Asträgalus gümmifer. 
Ohen 3, 1628; Mästirx l. d.)-G.; Pflaumen- 
(baum)= G., s. Bassora-G.; Radker- G. 13rs, 
Kautschuf zum Radieren, — nam. in besondrer 
Zubereitung; Senegal--G., s. [1], v. Acäcia 
vorek od. senegal; Stärke-G., s. Dertein; 
Tragl(akhänth- G., G. tragacänthe (s. d.) 2c. — 
6) als Bstw. z. B. (s. nam. Oen Reg. 171): 
G.-Apfel, CallophyFllum;= Baum, z. B. Schüching 
FrR. 1, 270; Distel, Cärduus gummisera; 
Gütt (G. gutta), ein G.-Harz v. den Gummi- 
gutt-Bäumen od. Stalagmites (s. Gutta 2 u. Ogina): 
Hade, Vismia, nam. V. baceifera (s. Goma); 
haltig; Harz, erhärtete Pflanzensäfte, die G. 
u. Harze 2c. enthalten. Kormarsch 2207; --Knecke, 
Bölax; »Lack (s. d.) od. G. läcce; „Lösung; 
.Möhre, Opöpanax; -Nobe, Ceratopstalum; 
Panpier (Mag. d. Ausld. 34, 1547b), gummiertes: 
Pflaster, als Zug-Pfl. 2c.; -Rock (31. priuß. 
erped. 1, 240, s. Mackenkosh;-Schelfe [1], Acseia; 
Schuh (3j. Karmarsch 2, 401, aus Kautichuk; 
Thier, s. Galago; Traganth, s. (5); Wir- 
belkraut, Asträgalus gümmiser: „Zeug 13r, I. 
Mackintosh 2c. keren, tr.: mit Gummilösung be- 
streichen 2c., z. B.: Taftbänder g. Karmarsch M. 2, 
Sot; Gummier-Rahmen. edd. -ig, a.: gummi- 
artig, -haltig: Ge#Er#aktivstoff. Mener Konv. 1, 
87a ie. -SS, a.: gummig. — Gümruk (türk.): 
Mauth: Ein Teskere (Schein) für den G. (Zoell). 
VPeietmann Or. 2, 163; G.-Emini. Intendant der 
Mauth. HSammer 10, 348. 
Gun: 1) (ind., auch geschr. Ghun) eine mit 
buntem Papier aufgeputzte Pagede aus Bambus, 
zur Feier eines Festes (das YMemse heißt). Glodus 5, 
39a. — 2) (engl. geann) n., —1—# : Feuergeschos: 
Von den Kanonenbooten, den g.-boats lbötsl der engl. 
Maschinen. .. Von g.-véssels I. Schiffen. Erenzb. 26. 3, 
147; 26, 4, 69; G.-powder, s. p. — Gunda: j. 
Gonda. — Gungelneiß: s. Neitz. — Güniaß, m., 
uv. : uv. (s. Flekata): serbischer Mantel mit Armeln, 
ohne Kragen. Gerhard W. 2, 244, auch (slowakisch) 
Gunfa. Slodus 7, 43b. — Gunng (engl. gönni), 
n., —6; 0: Jute (s. d.). — Gunter 1c. s. 
Logometer
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        Gur 
Gür, m., —6; —: weißes ostind. Baumwollen- 
zeug. — Süraks, pl.: Art Zitz (s. d.). — 
Güran: s. Assireta. — Gürba (ar.), m., uv.; 
uv.: Ledersack. Ausld. 38, 1091a. — Gürguran: 
s. Gourgouran. — Sürmet, m., —s; —#: G. So 
heißt der Hauptmann, welcher üuber jede Schiffsbeman- 
nung v. Laptots (s. d.) gesetzt wird u. den sie insgemein 
selber wählen. Globus 9, 198b. — Güro: s. Kola. 
— Gurrah: s. Geriah. — Gurre (ar.): ein Vo- 
gel, Caprimülgus tristigma. Brehm Hab. 208. — 
Gursap: s. Garce. — Gürsgiran (türk.), m.: 
Schlägelspieler. Hammer 10, 318, auch Matrakrschi. 
357. — Güru: 1) (ind.) m., —; —S; bei den 
Burddhisten u. Sikhs (s. d.) ein geistl. Lehrer. Globus 
6, 147a (vgl. 7, 320b); Grenzb. 25, 1, 308; Die G., 
d. i. die Doktoren der Wissenschaft. Grube Ch. 2, 129; 
Monolbl. 2, 50 5a; 506a; b ff.; Nosenkranz PoesGsch. 
42; Westermann 3, 53 1a ic., vgl.: Sie kommen immer 
auf Ihre Gurkas u. Sicks [Gs u. Sikhs zurück. 
Gausbl. (67) 1, 292 ꝛt. U. Bei wichtigen, alle Burger 
od. Glaubensgenoffen [der Sikhs] betreffenden Angc- 
legenheiten, werden die Häurter der Gangemeinde zu 
einer Versammlung nach Amritsir beschieden, welche 
Gurumata, Versammlung des Lebrers genannt 
wird 2c. KMonatbl. 2, 510a. — 2) Kola (s. d.) od. 
G.-Nus. Globus 9, 1995. — Gurusch: 1) s. Grusch. 
— 2) (mongol.) m., uv.; uv.: Art Antilope, 
Pröcapra gutturösa, chines.: Whang Yang. Globus 
8, 4a. 
Eusche (rufs.), f.; —n: eine eigth. Vorrich- 
tung zu möglichst dichtem Abschluß der ruff. Ofen, 
auch Winschke genannt, s. Karmorsch 2, 256. — 
Gusella: s. Gesella. — Süsih, m., uv.; uv.: auf 
Borneo, alterthümliche Thonkrüge mit Thier- 
fignren. Ausld. 38, 1050a. — Guskewa-## 
(tichierew.), das Dunkel. Freiligrah H. 181; 313. 
— Gusl-a (slaw.), k.; —s: Die G. scheint ein echt 
slawisches Instrument zu sein. Diese plumpe Gutitarre 
ist v. hartem Holze mit Kupfer beschlagen, in Form einer 
balben Birne gestaltet u. mit einem Halse versehn. .. 
Sieben bis 10 Saiten v. Pferdehaaren, die mit den 
Fingern angeschlagen werden, sind über einen Resonanz- 
boden v. feiner Thierhaut ausgespannt u. damit ist das 
ganze Instrument fertig. CUobern 1, 51; 42; Globus 
J. 1 6 va 2#c., s. d. Folg. u. Huslje. , m., —8; 
—8 : ebd.; Ihre lder heidn. Slawen] Rhapsoden od. 
G—s.. Diese Sänger begleiten ibre Gesänge mit einem 
sehr einfachen Instrumente, der Gusle 2c. DMus. 17, 2, 
242 rdc., poln. Gislarzi, s. Dura. -e, f.; —: Ein 
blinder Bettler spielte eine kleine monochorde Kniegeige, 
die G. der Serben. Frankl Jer. 1, 91; Gußle, ein 
musikalisches Instrument, in Form einer Zither, aber nur 
mit einer aus mehrern Pferdehaaren bestehenden Saite 
bezogen. Es wird mit einem Bogen, der auch mit 
Pferdehaaren bezogen ist, gestrichen 2c. Gerhacd W. 
2, 22b; G. 33, 303. Ti (rufl.), f.: Art liegender 
Harfe mit Drahtsaiten, die mit den Fingern ge- 
rissen werden. Grude Ch. 1, 63. — Sust-ätio 
(lat.), f. [8 24, 3, önis]: die Vorkost zur eig. 
Ceena. Guhl 2, 259 ff., auch: Gustus. Weiss Kost. 
1 1026. Gustatiön, f.;-en. ren, tr.: an 
Gw# 467 
Etwas Geschmack finden, s. goütieren. -o (it.), 
m., uv.; -i: der Geschmack, z. B. v. Dem, was 
genossen wird: Dieser G. lres Weins] war nicht eben 
die kuftigste Blume. Kohl Sürr. 1, 202 2c.; nam. 
aber: der Geschmack des Genießenden, — den er 
an Etwas findet: Mit welchem G. die Leutchen ras 
Geschäft betreiben: WhGHeint Weltr. 1, 23; Es ist eben 
ein eigener G., wie ihn die Reichen oft haben. meißner 
Sanf. 1, 326; mufäus Gärtn. 16; fEschröder Samml. 
4, 3, 50 rdc. (auch span., s. gustus); Con g. od. 
gustöso, mit Geschmack (bes. Mus.). —ös, a.: 
schmackhaft; geschmackvoll. us, m. (§8 24, 41: 
Geschmack: De güstibus nôn Est disputändum, 
über den Geschmack ist nicht zu streiten; span.: 
Söbre gusto no hay lät] dispüta 2c.; s. auch: 
Gustatio. — Gütt-a: 1) (lat.), f. [8 24, 11: 
Tropfen: G. cav#t lapidém Inon vi, sed säpe ca- 
dendol, höhlen doch Tropsen den Stein lsnicht durch 
Kraft, durch stetiges Fallen!, s. Büchmann 145 rc.; 
vgl. auch (s. Tropf 1 2 Ss.): Das Gutt, vralt. — 
Apoplerie. Germania 7, 414 ff.; auch: ein tropfen- 
ähnlicher Fleck, z. B.: G. infäntum, Flechtengrind 
der Kinder; G. rosäcea, Kupfer im Gesicht 2c. u., 
als Verdunklung des Auges; G. opäca, der graue 
Staar; G. seröna, der schwarze Staar (wobei das 
Auge äußerlich ungetrübt erscheint), s. goutte. — 
2) (malalüsch) f.; —s: Gummiharz: G.-Pflanzen 
(od. Guttiferen); Gummi (s. d. 6)-G. od.-Gutt 
(auch — umgedeutet auf 1 —: gütts); G. Gam- 
bir (s. d.) u. bes.: G.-Percha lpértschal, der ver- 
dickte Saft der Thonändra gutta. Schellen 14; Kar- 
marsch 2, 210 ff.; Uatur 14, 286b; Von G.Percha- 
Baͤumen. .. Die G. Jusld. 38, 1049b; In Singapur 
war die Substanz unter dem Namen Gitta Taban 
betannt. .. Durch Versehen erhielt sie in Eurora den 
Namen G. Percha (pertja), womit man in Singapur 
ursprünglich ein ähnliches, aber schlechteres Predutt be- 
zeichnete. Die Tabanbäume (lsonändra g.). 6.= 
Bäume. 39, 725b; Die Gatta Pertscha. Slo- 
bus 6, 92a; 9, 128bꝛc.; G.-Percha-Röhren; Stöcke 2c.; 
auch v. ähnl. Massen, z. B.: Jene aus Leim u. 
Sirop bestehende gallertartige elastische Masse, aus wel- 
cher die Buchrrucker ihre Walzen gießen, mit Blei= od. 
Kremser-Weiß versetzt. Man konnte aus einem aus 
dieser Masse, der sog. G.-Percha, hergestellten Kopfe 
durch Ziehen u. Drücken jede Fratze machen. Gartenl. 
, 713a ꝛc. ätim (lat.), adv.: tropfenweis. — 
Sutter (engl. go#n—), m., —;—#: Leute, die den 
einzusalzenden Heringen Kiemen u. Eingeweide 
herausnehmen, sie „kaken“ (holl.), Kaker. Slobus 
4, 5ga. — Guttif ren (nlat.), pl.: Gutta- 
(s. d. 2) Pflanzen. -ula, f. 824, 1): Tröpfschen. 
— Guttural (nlat.), a.: mittels der Kehle aus- 
gesprochen: G-e od. G.-Buchstaben, -Laute. -e, f. ; 
In: Kehllaut. — SGütt-ürnium (lat.), n., —; 
sen (§ 24, 2, n.]): eine Art Tropfgeschirr. weiss 
Kost. 1, 1291. -us, m. s8 24, 2): Kännchen mit 
engem Hals. ebd. — Guwäre (türk.): Bienen- 
steuer. Hammer 10, 348. 
Gwodhan: s. Orhin. — Gwr (eelt., gur), m.: 
Zu einem G. Cyfarwydd od. weisen Mann zu gehen 
30“
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        468 Gwyetyn 
u. ihn um Rath zu fragen. Uodenberg Wal. 113. — 
GSwuetinyn, n.: Balken, womit die Schutzwache der 
Braut den Bräntigam u. sein Gefolge auszu- 
sperren sucht. 307. ç 
Snal-on (gr.), n., —##; za: Brustvanzer. 
Guhl 1, 261. — Syalulät (ungr.). f.; —: Hobe- 
lei; Schaffung neuer Wörter. Globus 11, 3370 2c. 
— Spges, m.: ein lydiischer Hirt, der mittels 
eines unsichtbar machenden Rings sich zum 
Thron anfschwang. Chümmel 2, 217; w. 2, 2; 
18, 145; 21, 182 rc. — Gümn asial (nulat.), 
a.: auf Gymnasien od. Gelehrtenschulen bezüglich, 
dazu gehörig 2c.: G.-Bildung; -Lehrer; 
Schüler 2c. Jasfärch (gr.), m., -en, (—8); 
—en: Oberaufseher eines Gymnasiums (. d.), z. B. 
im antiken Sinn. Guht 1, 238; Weils Kost. 1, 792 2c. 
Casiarchik, f.; —eyn: Die G. bestand darin, daß ein 
einzelner reicher Bürger in eben derselben Weise lwie bei 
der Choregie für den Chor] für die Kämrfer bei einem 
öffentl. Festfriel sergte. Kriegk 1, 414. asiäst, m., 
en, (—#8); -en: Schüler eines Gymnasiums, — 
nur noch selten im antiken Sinn: Da Niemand 
weiter in der Schule solche goymnastischen Ubungen treibt, 
als ich u. er, so sind wir im alten Sinn die einzigen 
G-en darin. 3p. (Wackern. 1, 94939). sion, 
Täsium, n., —#; len |§ 21, 2, n.: bei den alten 
Griechen, Turn-Schule, -Platz (Guhl 1, 106 ff.; 
235 ff.; w. 22, 29 2c.), heute gw.: Gelehrten= od. 
lateinische Schule: Ven evangelischen, v. parilätischen 
od. Simultangomnasien. Uat 3. 21, 13; Vor- (od. 
Pro-) G. 2c., vgl.: Nichts kann den Unterschied zw. antikem 
u. modernem Leben schärfer berausstellen als die Bed. des 
Gymnasions fur den Zweck der Jugendbildung hier u. dort 
in so ganz versch. Sinne. DMus. 17, 2, 191 c. -st, 
m., -en, (—3): —en: Lehrer der Gymnastik. Guhl 
1. 238. aflih, f.; (-en): (s. Agenistik) Leibes- 
übung, Turukunst: Heil= G., ihre Anwendung zu 
Heilzwecken (Kinesi- alrik, pathie, therapie 2c.); 
Die virtnosistische Finger-G. (riwald Genf 379. 
astikon, n., —; ka: Vorrichtung zu gymnasti- 
schen Ubungen (im Zimmer). fslisch, a.: zur 
Gymnastik gehörig, auch: Spiter wurren die Sprung- 
übungen in den Kreis gömnischer Agonen aufgenom- 
men. Guhl 1, 210; Die gymnischen u. bipvischen Wett- 
fämpfe. DMus. 1 7, 2, 198, lat.: Certämina gym- 
nica. -ẽsos, m., uv.; Esoi: Schildgerüstete ed. 
Peltasten u. die Ungerusteten od. Gymnesei. Weiss Kost. 1, 
771. -Et, m.en, (—):-en: leichtbewaffneter Sol- 
dat. ##asel Tenoph. 7, 978, s. Psilos. opädsen, 
pl.: ein Fest mit gymmschen Ubungen in Sparta. 
Weiss Kost. 1, 794, — u.: die Turnlieder (s. HOage- 
dorn 3, 207). Jopode, m., —n; —n: Barfüßer. 
Tosophist, m., -en, (—6); —-en: Geen, d. i. die 
, nackten Weisen", wurden gw. v. den Griechen die indi- 
schen Brahmanen genannt, u. vermuthl. bloß die Ein- 
siedler der strengsten Art unter ihnen, die sich aller Ve- 
quemlichkeiten entäußerten. W. 18, 353; 15, 307; 1, 
125; 29, 243; BVrachmanen u. G-en. Gumbotdt 
Kesm. 2, 198 2c. olspéerm, a.: nacktsamig (s. 
angiospverm): Die Kryptogamen u. G-en. Zustd. 39, 
te, m., — — : Zilteraal, Gxymnötus, 
GSpps 
nam. G. elCetrieus. Humdoldt Ans. 1, 33. — Gyn- 
ärk#a (gr.), pl.: Menstruatirn, auch: Gonäkeia. 
Fäckon (w. 21, 115; 22, 119 1.). -äcéum (6, 
261 tec.), n., —s; ken (1, 24; Heeren 1, 434 2c.) 
&amp; 21, 2, u.): das Frauengemach des griech. Hau- 
ses (vgl. Harem), auch Gynäk. ## (w. 4, 246), 
ouĩtis (Ausld. 39, 1112b); Gynaik-ion; 
„onktis (cuhl 1. 199). -äcismus, ähismus, 
m., uv.; ismen |§ 24, 2: weibisches Wesen, Ge- 
baren. -äkokkratié, f.; —(enn: Weiberregiment. 
Fäthholög, m., en, (—); —en: Kenner der dem 
weibl. Geschlecht eigenthümlichen Zustände, nam. 
in ärztl. Beziehung. Dazu: Gie, k.; —ehn: 
Lehre, Lehrbuch davon; Gisch, a. ähkoman 
m., Sen, (—§): -en: EGiner, der weibertoll ist. 
Dazu: Seine (Suriters) G-ie. W. 23, 111; 24, 
335; Gisch. -äkomäfst, m., -en; -en: Mann 
mit weiberähnl. Brust: G-#os. äkomörphlischt, 
a.: wie ein Weib gestaltet. -ähonftis, f. §. 21, 
3, uv.]: s Gynäckum. Gastz: Andronitis. -äkonom, 
m., -en, (—); —en: Gen, obrigkeitliche Personen 
zu Athen, denen die Polizei des weibl. Tbeils der Ein- 
wohner dieser großen Stadt anbefohlen war. W. 241, 
305; 22, 182. äkophog, m., -en, (—8); Sen: 
„Weiberfresser"“: [Er sieht) das aanze schöne Geschlecht 
für gute Beute an. Es wimmelt Hef u. Start v. sol- 
chen G-en. w. 15, 209. Jäkophonisch, a.: mit 
weiberähnl. Stimme. ändria, pl.: bei Cinni die 
Klasse der gynandrischen Pflanzen. andrik, s.; O: 
Zwitterschaft, das Gynanrrisch-Sein. ändrisch, 
a.: zwitterhaft; v. Pflanzen (s. Dichegamie), bei 
(inn#: mit Staubbenteln, die am Griffel hangen. 
-anthröpos, m., uv.; poi: -anthröpus, m. 
18 21, 21: ein Mensch, der ein Zwitter int (l. 
Anrrogru re.).atresiéc, f.; —ehn: Atresie (s. d.) 
der Mutterscheite. — Spöngnclet (ungr.): G., 
„Perlenleben", gewöhnlicher Ansdruck in Ungarn für 
den Soldatenstand. Geeguss Ungar. Volksl. 80. — 
ECyp-astos (gr.). m., uv.; toi: „Geieradler“, 
Bartgeier. ogeranus, m. 18 24, 21: „Geier- 
kranich“, ein Vogel (Sekretär, Schlangengeier). — 
Ehvs (gr.), m., —es; —e: G., Givs (s. d. ##., 
auch Orth. 152), schwefelsanrer Kalk: G. brennen, 
ihn durch Erbitzen vom Krystallisationswasser be- 
frein; G. gießen, aus G., der, mit Wasser an- 
gerührt, zu Brei wird, Ggstde (G.-Figuren) for- 
men r2c.; auch: ein aus G. geformter Ggsid: Ihr 
Handwerk nach G-en (G.-Modellen 2c.] erlernt. Htinst 
A. 1. 15; Der G. ist dem Künüler abgekauft worden. 
Wcumbotbt 3, 341 #. Zsstzg zur Bez. v. G.-Arten, 
z. B.: Höblen- od. Schlotten-G. Ohen 1, 
733, vgl. Jurmeister Gsch. 236; Mebl- G., ver- 
witterter (G.= Erde)) Schaum-G., aus lose ver- 
bundnen schurrigen Theilen: Schiefer= G., 
schiefrig (G.-Srat); Stink. G., mit bituminösen 
Theilen: Strabl= G., strahlig 2c. Als Bsliw. 
z. B.: G.-Abdruck: „ Abgus: „Arbeiter: 
W-artia;z „Berg;z= Bild; „Blume, Srat; 
Boden: -»Brei; = Brennerlei); . Bruch (Ugl. 
.Grube: Stein-B.);-Büste; Decke. gegipste eines 
Zimmers; -Druse; Erre (s. Mehl= G.);
        <pb n="485" />
        Gypsen 
»Estrich; Figur, -„Figurenhändler 2e.; „Form; 
Gebirge;= Gestein; = Gießer (ei); . Grube, 
s. . Bruc, Kalk, Srar-K.; Kelle, der G.- 
Arbeiter; Korf, vgl. .Buste; -Kraut, Gypsö- 
phila; -Krrstall;-Lager; Marmer, Stuck 
(s. d.), „marmorn (s. m.); -Masse:; „ Mebl; 
.Mergel;-Modelt; Mörtel; -Muble, zum 
Mahlen des G-es; -Ofen, zum G.-Brennen; 
Sinter; „Spat; Stein; „Stock, G. in 
stockkörmigen Lagern; Waare; -Wandrc. en: 
1) tr.: mit Gips überziehn: Aus steif gegirften u. 
bemalten Sälen. Gutzkow R. 1, 278 :c.; Welche Ge- 
wächse gorst man vorzugsweise gamm Ackerb.-Chem. 
71, mit Gips düngen 2c.; Eiwas, z. B. Wiänre 
be= g.; Wegnahme der Begirsung. Gudrauer Less. 
2, 87 2c.; Gebrochne Glieder ein= g., um sie unbeweg- 
lich in derselben Lage zu erbalten 2c.; Die Decke über-g.; 
Flaschen, welche man sehr serssam ver girft mit Girs 
verschlessen)] batte. Heinke Petr. 1, 94 2c. — 2) a.: 
aus Girs: Bekränzung, es mochte um ein gipfenes er. 
ein lebendes Haurt sein. G. 15, 157. I. ##ernr, 
m., —s: uv.: Girs-Arbeiter,-Gießer. ern, a.: 
aus Gips: Die gipsernen Büsten. 3p. 31, 34 2c.; 
Dabilitation 460 
auch — gipsartig, z. B.: Ihr Geruch kam ihm so 
kalkig u. g. vor. Imm. tmann M. 2, 105, gypsbaft, 
gypsig (od. besser mit i statt v). um (* 24, 2, 
n.]: Givs: G. ustum, gebraunter 2c. — GHr- 
atiön (nlat.), f.; S-en: Drehsuchtr, Schwintel. 
ogontt, m., —e)s, —en: —e. -en: s. Cbara. 
öm, u., —es: —+:2 -öma (§ 21, 3, n., isj: 
elwas Kreisrundes, Schüsselförmiges 2c. omant, 
m. en, (—); —en: Wahrsager, der zum Behuf 
der Wahrsagungen magische Kreise zient 2c. Dazu: 
Gikf g-isch, a. 2c. Jophäg, m., en, (—8); 
en: Einer, der im Kreis herum ini, als Tischgänger 
vd. als Schmarotzer. —58, a.: kreisförmig gewun- 
den. -olköp, m., n., —e) 5; —e: ein Apparat zur 
Veranschaulichung der langsamen Drehung einer 
Rotationsachsie: Ein Fesselsches G. ###üler Pb. 1, 
259. otröp, m., —(e)s: —e: Aprarat zum Wen- 
den elektrischer Ströme: Stemwender er. G. Garienl. 
15, 60b; Pomünl 1, 159 2c. (auch Kommurator. In- 
rersor 2c.). -ovag, m., -en; en; -övagus, m. 
[8 24, 21: ein bertelnd Umberziehnder. -us, m. 
[§S 24, 21: Kreis, Windung rc., z. B. der Därme, 
auf der Oberftäche des Gehirus 2c. 
H 
1#: der Ste Buchst., vgl. A u. für die Mul. 
nam. A 3. Ats altröm. Zahlzeichen: H = 200; 
ferner als Abkürzung: H. (Crem.) = IIxdro- 
genium; h. — häbet; hérba; hömo; h. a. -höc 
aänno od. hũjus änni; H. 6G., s. Pretestant; h. e. 
-höc st; Hg. = Hyxdrärgrrum; h. 1. = höc 
lõco; hüjus löci: H. L. d. C. = Bera locõque 
consusto: h. m. = höc méense; hüjus mensis; 
Hon., ĩ. bonourable; h. s. — höc séusu; H. S., 
s. sestertius; H. s. e. — hic situs est; h. t. — 
höc témpore 2c. 
Hä (vers.), n., —; —#8: Hymne, s. Jeeschne. — 
Haarill, m., -en, (—); —en: Haarkünstler, Haar- 
fräusler, Friseur 2c.: Die stolzen Benennungen der 
rz. H-en, die von .. Académies de cheveux IHaar- 
akademien! zu srrechen pflegen. Böuiger Sab. 129. — 
Jabä: ĩ. Baruch. — Habanera: s. Havannahera. 
— Jabaräh (ar.), m., —#.—#: ein sehr weiter, 
tie Figur ganz verhüllender Uberwurf der Frauen- 
zimmer, s. weiss Kest. 2, 262 ff., vgl. 3zar. — 
Zabassi, m.: Art indianischer Leinwand. — 
Habba ((rersf.), f.; —: ein Gewicht, s. Man 2. 
— Heabbelbaäbbel, f.; uv.: Cigarre: Die Hinrus 
rauchen ibre H. ed. kauen Betel. Slodus 5, 95a. — 
HGäbbet (ar.): H. el genne, ein elhaltiger Same 
eines Baums. pee#rmann Or. 2, 39. — Bab-ras 
(lat.): du habest! cd. : habe! —, z. B.: H. cr- 
pus sden Körrer], in der engl. Rechtsspr., eine 
richterl. Vererenung zur Uberliefrung einer Per- 
son, z. B.: So gab ihm der Richter einen writ of 
lritt öw h. côorpus, d. h. einen Befehl, auf Grund 
dessen ihm seine Gemablin ausgeliefert werden mußte. 
Garient. 15, 815b: Er wurde vermittels eines H. cor- 
pus den 7. Nev. 1653 dem Kings-Bench-Gericht über- 
liefert u. des Hochverraths öffenrlich angeklagt. W. 36, 
100 :c. Dazu: Die H.-Corrus-Akte (r. 1679), 
ein Staatsgrundgesetz, worin, zum Schutz der 
persönl. Freiheil, die Bekingungen für den Erlaß 
eines H. corpus aufs genaueste u. rengste fest- 
gesetzt sind, — auch verallgemeint, v. ähnl. 
Staatsgrundgesetzen zum Schutz der versönl. Frei- 
heit. Ferner: H. tibi! hab, behalt es dir sich 
will' nicht haben], — auch: schreib es dir selbst 
zu1 2c., — ent'rrechend in der 3. Pers.: Häbeat 
sibil, er möge es sich behalten, sich selbst zuschrei- 
ben 2cc. -kmus: „wir haben“, z. B.: H. päpam 
I. d. #c. — m., uv.; uv.: (Volksfrr.) Rausch: 
Ins neue Jahr einen kleinen H. mutbringen. Hollei 
Lammf. 1. 195. -ent: sie haben, z. B.: Habént sua 
fälea libélli, s. Farum (Schluß). -: „er bat“, — 
n., nv., —3; —: (kaufm.) im Ggsstz zu Deber (s. d.) 
ed. Sell — das Haben, z. B.: Ihr fingt eine neue 
Rechnung an, aber, indem ihr euer altes Debet aus- 
löschrer, ließt ihr das alte H. stehen. DVietielj. 18, 47. 
— Haäberdasher (engl. —ascher), m., —: —: 
Kurzwaarenhäntier, vgl. Perlar. — Habil (frz.), 
a.: geschickt, fähig 2c. Zität, f.; —n: Geschick- 
lichkeit, Fühigk., das Im-Stande-Sein, — nam. 
(Rechtsipr.) z. B.: Die H. zur Suceession, Surres- 
sionsfähigf.; H. eines Zeugen, das nach dem Gesetz 
zu gültigem Zeugnis Befähigtsein 2c. italion, 
f.; —en: Habilitierung: H—4 -Schrift, womit
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        470 Habilitieren 
Jemand sich als Doeent habilitiert. -ilĩeren, tr.: 
besihigen, retl., auch: sich als fähig ausweisen, 
nam. zum Halten v. Vorlesungen an einer Univer= 
sität als Docent, — durch Disputation über eine 
s. g. Habilitatlonsschrift. — Habill-S (frz. abilje), 
a.: gekleidet 2c.: Im schwarzen Ilabit h. [Gesell- 
schaftsanzug]. Gutzow 3. 5, 339; Morgenbl. (1839) 
No. 8, 3. Tement (mäng), n., —#§; —#: Kleidung, 
Anzug. ren, tr.: ankleiden, putzen; auch 
(Kochk.): geschlachtete Thiere zur Zubereitung in 
der Küche putzen, fertig machen. — Habit (frz. 
abi; meist in deutscher Ausspr.), m., n., —c; 
e, xer: Kleid, Tracht: Der schwerfällige theatralische 
H. Lorster R. 1, 30 3 2c.; Nonnen u. Mönche in ihren 
Hern. Alerie H. 2, 1, 80; In ihren rothen u. weißen 
Fest-H-ern. 2, 2, 182; Im Haus-H. W. 11, 
178; Das knappe Jagd. H. Freiligrolh SW. 1, 83; 
Ein zierlicher Nacht- H. w. 15, 213; Professor- 
H. Ticck A. 1, 303; H. habillé (s. d., — abitabilse). 
— Habit-abel (lat.), a.: bewohnbar, wohnlich. 
abilität, f.; : Wohnlichkeit. -äculum 1§ 24, 
2, n.): Wohnung; (seem.): Kompaß= od. Nacht- 
haus. - ant, m., -en, (—#); —en: Ein-, Bewohner. 
-ation, k.; —en: Wohnung, Wohnungsrecht. 
#eren, tr.: bewohnen. — Habit-ude (frz. 
abilüd.), f.; —n, —s: Gewohnheit: Gewanthheit. 
—% ( üs), m., —6; —s: Stammgast: Jedes Theater 
hat seine H—#. Gartenl. 15, 783a; IKehl Par. 1, 
202 ꝛc. Jucll, a.: zur Gewohnhelt geworden, 
ständig ꝛe. — nieren, tr.; refl.: an Etwas gewöh- 
nen. -us (lat.), m. 18 24, 4): die Art des 
dußern Erscheinens, Sich-Behabens, die Haltung 
.; auch — Habit (s. d.): II. nõn fäcit mönachum, 
die Tracht macht nicht den Mönch (das Kleid macht 
nicht den Mann); Pér häbitum infüsum, durch 
innern Trieb ie. — Habl-eriẽ (frz.), f.; —(eyn: 
Aufschneiderei re. -eur (-ör), m., —;; —6: Groß- 
sprecher, Ansschneider, Prahler. — Habronem 
(gr.): als Bstw.; arttheilig 2c.: H.-Malachit (s. d.). 
Haeendado (span.), m., —§; —#: Besitzer 
einer Haelenda (s. d.), Guts-Grundbesitzer. Ausld. 
39, 83b. — Jach## (frz. (hasch'), t.; —#: Hacke, 
Art: Der Orden de la II. od. die Damen von der Art. 
Weiss Kost. 2, 722 2c. —6), n., —#; —: ein Gericht 
aus hachiertem Fleisch, Fisch re. -####ren, tr.: 
hacken, bes. (Kochk.): mit dem Wiege= od. Gängel- 
messer hacken, gängeln; ferner nam. in Zeich- 
nungen 2c. — schraffieren (s. d.). -is (□D n., 
uv.; uv. (mit lautendem s): Haché. ure Cür), 
f.; — —# : Schraffierung. — HJaciénd-a (span., 
haß-), f.; —, -en: Landgut, Meierei (vgl. Canuco): 
Ein paar H-s..Wohulich eingerichtete Hacienden. 
Gerstäckher WW. 258; Pench. 1, 86 2e. -rro, m., 
—#6; s: Besitzer einer Hacienda (vgl. Hacendado). 
26; 27; Meis. 2, 59 2c. 
Vadar (ar.), m., —; —„: (s. Ggstz Beruin) 
— Fellah (vgl. Herbert). — Had'barim (hebr.): 
s. Bamirbar. — Hades (gr.), m., uv.; 0: die 
Unterwelt u. ihr Herrscher (s. Ades, Aires, Pluto). 
— Hadgi: s. Hadsch. — Hadidi (türk.), m., —; 
—: Schmied. Hammer 10, 318. — Hadsaf (pers. ): 
HLagal 
Art kleiner Ente. Ptittmann Or. 2, 124. — Hüdsch 
(ar.), m., uv.; uv.: Wallfahrt (nach Mecca) — 
u.: die Pilgerkarawane, Wallfahrtzug: Das Be- 
steigen des Arafatberges.. Dieses, der eig. H. u., die 
daran theilgenommen haben, d. h. die in die Ausrufungen 
Lebeik Allahum! befiehl, o Gott (womit auf Abra- 
ham's exemplarische Gehorsamkeit hingedeutet wird) mit- 
eingestimmt haben, werden als autbentische Hadschi 
anerkannt. Jusld. 38, 1036 a; Pracht des syrischen H., 
der alljäbrlich von Damaskus nach Mecca zieht. Globus 
4, 34a; 11, 305a; Geube Ch. 2, 176; 186; Pelermann 
Or. 1,82; 91 (s. anch Dfu; Omra 2). Dazu: In die 
Kaaba eingemauert ist der s. g. schwarze Stein Had- 
scher al assrad, das Sanctum Sanctorum des Islam. 
Ausld. 38, 81 Sa c.; Der Hadschi (Pilgerl. 1; 
Ist er 2mal beim Grabe des Propbeten gewesen. 
Des Deppel-Hadschi. Hfalmerayer GsW. 1, 176; Der 
weiße Turbau eines Harschi. Kohl Südr. 1, 225; 
Meccapilgrime od. Hadschis. 269, vgl. Peltimann Or. 
2, 85; Harschi Aiwat, s. Karagenz 2c. (auch geschr.: 
Elnen Hargt v. Jerusalem. fKrankl Jer. 1, 328 u. 
Hagt); Mz. auch: Die Hadscharsch (Pilger). 
Ausld. 38, 820 a cc.; Harschikarawane. Stlobus 
7, 287b. — Hadschal (arab.), m., —6; —6;: 
Repphuhn. petermann Or. 1, 81, s. Hagal. — 
Hadschar (ar.), m., —#; —s: Stein, z. B. 
im Schachspiel, d. h. Bauer. 160; ferner z. B. 
H. ben Sehre, ein als gegen Vergiftung wirksam 
geltender Stein. 2, 133 2c. — Hadschse (zürk.), 
pl.: Schilde. Hammet 10, 318. — Hadschi: f. 
Hadsch. — Hadschib (ar.), pl. zu Hudschab: Kim- 
merer: H.-ol-Hurschab, Kämmerer der Kämmerer, 
Erz-, Oberkämmerer (in Agypten). Hammer 10, 318. 
— Hadschisch: s. Haschisch. 
djjasi (ar.), m., —; —s: Barfüßer. — 
HGasike: Ströme; H. maje, Ströme der Gewässer, 
— nach den Mandzern, die reine Atherwelt von 
der Lichtwelt trennend. Peietmann Or. 2, 449. — 
Hasis (ar., —), m., uv.; uv.: Einer, der den 
Koran auswendig weiß: Man benannte solche Per- 
sonen mit dem Ehrennamen H. u. dieser ist unserm Dich- 
ter als bezeichnender Hanpxtname geblieben. G. 4. 199; 
Mohammed Schemsedrin, die Sonne des Glanbens, mit 
dem Beinamen H., der Bewahrer des Korans, weil er 
dies heilige Buch von einem Ende zum andern auswendig 
wußic. Daumer H. 1, II; Uosenkranz Pres. Gsch. 393 2c. 
— Lafnarwadmal: s. Warmal. — Hafradrötlin 
(nord. Myth.), m.. —6; O: Thorr (l. d.). Simrock 
Myth. 276. — Hastar 2c.: s. Haphtar 2c. 
HJag, m., —#; 0; bei den Mandaͤern, einer der 
Höllenfürsten (vgl. Krun), dessen Frau Mag heißt. 
Peiermann Or. 2, 451. — Hägab (hebr.), k.: 
2. Mot. 11, 22 (nach dem Urtert, Art eßbarer Heu- 
schrecken). — Hagada (bebr.), s.; 0: H., „Ge- 
sagtes“ nannte man die in versch. Formen erscheinende 
Auslegung der Schrlft, nicht als eine tberlogisch gelebrte 
Exegese, sondern als eine poetische, gnomelogische Her- 
menentik. . Solch hagädische Dichtungen. Nolenkranz 
Poes. Gsch. 353; Mag. d. Ausld. 35, 149b; Gebet- 
bücher .. Haggorahs genaunt, d. b. Bücher der Legende 
lam Passahfestl. Salon 3,475.— Hagäl (abifs.): Perl-
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        Hagar 
huhn. Brehm Hab. 223, s. Hadschal. — Hägar: Name, 
z. B. (hebr.) f.: die „Gestohene“ (s. 1. Mos. 16, 
8, vgl. Hedschra), die Mutter Ismael's 2c.; ferner: 
H.-Presse, eine Art eiserner Buchdruckerpressen. Kar- 
marsch 1, 400 ff. — Hag-ard, -art, m., en, —8; 
—en: H., H.-Falk, ein erst nach mehrmaligem 
Mausern gefangner u. deßhalb schwer zu zähmen- 
der Falke, Wildling, s. frisch 1, 394 2:c.; daher 
auch als Ew.: Hagard (frz. agär): störrig, wild, 
scheu u. verstört 2c. — Haggädah: s. Hagäda. — 
Hagi chafhi): s. Harschi. — Hagi-äsma (ngr.), 
n., —s; —a: geweihtes Wasser, Weihwasser; hei- 
lige Quelle: Gern sammelt sich das Volk bei den Hta, 
bei den heiligen Quellen. Salon 1, 464. Jograäph, 
m., -en, (—8); -—en: Lebensbeschreiber der Heiligen 
(Hagiolög). Dazu: H-##., ihre Lebensbeschrei- 
bung; h-isch, a., darauf bezüglich. - ögrapha, 
pl. [8 24, 2, u.): „heilige Schriften“, nam.: 
Man theilt die Bücher des alten Testaments in den 
Pentateuch (hebr.: Thora), die Propheten (hebr.: 
Nebiim) u. die H. (hebr.: Ketubbim od. Chetubim), 
vgl. das aus den Anfangsbuchst. der 3 hebr. Wörter 
gebildete Thenäch (— altes Testament). -olatrieè, 
f.: Heiligen-Verehrung,-Dienst; Hagiolätrisch, 
a., darauf bezüglich. -olög, m., -en, (—); —en: 
Hagiograph; H—#i#e, s.; h-isch, a.; H-ium, n., 
—5 ; (len): Heiligen-Kalender. omachic, f.; 
Cen): Kampf gegen die Heiligen-Verehrung; 
Hagiömachus, m. [§ 24, 21: ein sie Bekämpfen- 
der. opncumätik, f.; (-en): Lehre vom heiligen 
Geist (Hägion Pnenma, s. d.) od. von heiligen 
Geistern: Hagiopneumätisch, a.: darauf be- 
züglich. opolitik, f.; 0: s. Sakropolitik. 
osideron, n.: s. Agiosideron. Jiölih, f.; 
0: Heiligungs-, Beßrungslehre: Hagiötisch, 
a., darauf bezüglich. — Hagnkuma (gr.), 
n., —#; 0: Keuschheit. — Hägring (schwed.): 
der nord. Name für Fata (s. d.) Morgana: Ein 
Gesicht, gewebt aus Gold u. Gluthen. H., so nennen 
wir dies Himmelszeichen. Mohnikt Fr. 104, vgl.: Luft- 
spieglung nennen wir dies Himmelswunder. Simrock 
Fr. 157. » 
Hahä:1)AusrufterUberraschung.—-2) 
(f.1)n.,—s;-s:(inderengl.Gartenkunst)Man 
bricht die Gartenmauern an einigen Stellen ganz weg, 
um hier u. da eine völlig freie u. unbeschränkte Aussicht 
ins Gefilde zu gewaͤhren. .. Solche, überraschende Aus- 
sichten gewährende Offnungen nennt man Hs. Hohl Pet. 
1, 23; Slurz 1, 26 2c., vgl.: Ich stehe vor einem 
Oha, über das ich nicht wegzukommen weiß. Thümmel 
7, 58. 
Haidingerit, m., -(e)s; —e: Eisenantimon= 
erz. On 1, 439. — Haid-üd (türk.), m., —; 
—6: Haiduk (s. d.), Räuber. Hammtr 10, 348. 
-ük, m., —en, (—#); —en, (—): 1) in Serbien, 
Montenegro 2c. Näuber (vgl. Klerhthe). Cuo## 
73; 160; 164; Als die Momken frische H-en- 
Köpfe aus den Bergen brachten. 173; Einem Hen- 
Schmause beigewohnt. 178; 2, 110; 204 1c., vgl.: 
Das Haidukenthum . in Serbien. 212; Globus 
11, 310 rc.; Räuber (serbisch u. türkisch: Hajduk, 
Hach 
Hajruzi). Gerhard W. 2, 275, vgl.: Floh sie 
wie vor . einem Hajdamaken (Räuber). Salon 
3, 106 (in Galizien); 159; 162 r. — 2) 
leicht bewaffneter ungarischer Soldat. — 3) 
auf ungarischen Gütern: der Schaffner, Vogt. 
Grude Gar. 1, 86. — 4) Diener in ungarischer 
Tracht, als Läufer, Sänftenträger 12c.: 41 Lakaien 
u. 8 Heiducken. G. 20, 230; Daß Ihre Antichambre 
v. Heiducken u. Pagen wimmelt. Sch. 20 Za 2c.; Kam- 
mer-z Leib-H. 2c. — Haie (frz. ä), f.; —: 
Hecke, Zaun r2c.; auch (vgl. Spalier) eine v. Men- 
schen gebildete Gasse als ehrender u. deckender 
Schutz für die Hindurchschreitenden: Die Soldaten 
en längl h. aufstellen 2c. — Haik (ar.), m., ; 
: ein schnurbefestigtes Kopftuch in Nordafrika 2. 
Globus 6, 314a c. — Hatloh, n., —6; —: auf 
Sumatra ein Längenmaß — 1 Yard. — Zäiman 
(türk.), m., —#; —#: Wanderhirt. — Haine (frz. 
än), f.; —s: Haß: Ein Gefühl, welches ein geistreicher 
Franzose treffend une ün] h. respectueuse s-õs'] nannte. 
Schücking Bronckh. 2, 264, einen achtungsvollen 
Haß. — Hair (engl. her), n., uv.; —#: Haar: 
Eine mit Riesenlettern sich ankündigende H.-dressing 
Institution [(—ijüschen!. FrR. 1, 191, Friseur-An- 
stalt ꝛc. -rord, m., —S; —#: Art gerippt erschei- 
nender Baumwollzeug mit farbig gestreifter Kette, 
s. Karmarsch M. 2, 553. — Häffan: H., H.-Thee, 
eine Sorte grüner Thee, in China Gobee genannt. 
Encykl. f. Kauf. 730a, auch geschr.: Der beliebte 
Hyson u. alle andern Arten von Thee. 3 Kohl Par. 2, 31. 
Gajd-amah, m., —en; -en; -üch cc.: 
s. Haiduk 1. — Hajje: Leben (s. Chajim), — bei 
den Mandäern: H. karmäje; H. tinjäne u. H. tlithäje, 
das erste Leben (eine Emanation des Mana — s. d. 
— rabba); das zweite Leben (eine Emanation des 
ersten) u. das dritte (eine des zweiten), s. Pricrmann 
Or. 2, 448 ff., vgl. Manda. 
Här (lat.): Ablat. zu hæe, dem fem. zu hic 
(s. d.), z. B.: II. lẽge, unter dieser Bedingung; 
H. (od. sic) itur ad ästra, auf diesem Wege (od.: 
so) steigt man zu den Sternen 2c. — Zäc: z. B. 
H. est vollintas gubérnü#, Das (Solches) ist der 
Wille der Regierung. Stägrmann Ens. 82, vgl.: Car 
tel est notre plaisir ꝛc. — Hähem (pers.), m., 
—6 ; —#: Der Palast des H., des Gouverneurs lvon 
Ispahanl. petermann Or. 2, 229; Einen H. od. Mute- 
sellim (s. d.). 59. Zakim (ar.), m., —; —: 
ein Weiser (vgl. Chacham); Richter; Arzt: Den 
fränkischen H. (Arzt). Ausld. 38, 1053a 2c.; Der 
Hekim. fallmerayrr GsW. 2, 459 ꝛc.; H.= (od. 
Hekim-. Ausld. 39, 222a; Hammer 10, 349; Peler- 
mann Or. 1, 15) Baschi, Leibarzt; H.-Efendi, 
erster Leibarzt; H. Scheri, Gerichtsverwalter 2c.; 
Dem Vicekönig von Agypten wurde der Titel Hekim 
el Missr [Agyptens] verliehen. Dolksz. 15, 110 1e.; 
Suchr el H. (Arzt-Adler), ein Vogel, Helotärsus 
ecaudätus. Brehm Hab. 207. — Läch: 1) (türk.) 
m.: Wahrheit, Recht, Gott. Hammer 10, 348. — 
2) n., verbunden mit Mack (s. d.) zur Bez. des 
Durcheinander von Schund u. Pöbel: Vor H. u. 
Mack. 5. 64b 2c.; Was für ein H. u. Mack (Sprach- 
471
        <pb n="488" />
        172 Zaknin 
gemenge] sie unter einander machen. Simplieilsimus 4, 
16319 rc., vgl.: In ihrem Sacke,# worin sie allen 
Schofel luden) unterm andern Hackemacke. Rüchert 
1, 158; Hackegemacke. Prut Woch. 59. — 3) 
(engl.) n., —#s; —s: H.; Häckney I-ne], n., ; 
—8; Hackney-Coach lkötsch) = Droschke. Torus 
Engl. 1, 132 ie. — Zahnin: ein afrikan. Volk. 
Dazu: H.-Pfeife, Art Tabacks-, Wasserpfeife. 
Garienl. 15, 520b. 
Hälablath (ar.), f.; —s: eine weiß= u. gelbe 
Wüstenblume, deren Nauch als heillräftig gilt. 
Petermann Or. 2, 116. — Halacha (bebr.), k.; 0; 
Die Prosa wurde . von dem poetischen Stil unter- 
schieden, der den Namen H., Glanzrede“ empfing. Uolen- 
kranz Pocs. Gsch. 353. — HLalage (frz. aläst’), f.; 
—nD: das Ziehn, Trecken od. Treideln v. Schiffen; 
Lohn der Schiffszieher. — Haläh (ar.): es geht, 
s. Keif. — Halal-i, interj. u. n., —#; —: 
(weidm.) Ruf u. Hörnerkon beim Ende der An- 
jagd: Ankeuchen schon die Hunde,] Herr Gett. zum H. 
freiligrath 2, 204; Der Sechzehn-Ender hat vollbrocht, 
das H. soll klingen. .. Ein Toast der Jagd, halli, 
halloh! Rabr Meklbg. (18) 21 r2c., vgl.: Läuft an den 
Büschen umher u. klopft mit dem gewöhnl. Geschrei 
daran. Halglala, hussab! Weise Kom. Or. 3, 67 2c. 
ren, intr. (haben): Halali rufen, die Hunde 
anfrischend 2c.: Mie hall alierte er! Hiede#nt Turg. 
Jäg. 131. — Halander: s. Higblanrer. — 
Hälang, m., —#s; —s: Der H. od. das Elen-Thier 
(l. d.). Matur 4, 6a. — Hälawa: s. Halwa. — 
HalbiEren, tr.: halben, hälften. — Halch-, 
(Aleß-) one (gr.), f.; 0: 1) Myth.: die Gattin 
des Géyr, die nach seinem Tode, eben'o wie er, in 
einen Eisvogel verwandelt wurde. Oken 7, 221; 
auch st. Eisvogel: Ein Meervogel, Hälcyon ge- 
nannt it. W. Lur. 5, 265 ff., s. Ame damnée. Cindau 
Walsh. 1, 108. — 2) Astron.: Den eptischen Mittel- 
runkt dieser lder Plejaden-] Gruppe bildet der augen- 
fällig bellste Stern derselben, A. Will man also die 
Benennung Centralsonne an einen einzelnen Stern 
knupfen, so hat dieser unter allen übrigen der Gruppe 
die größte Wahrscheinlichkeit für sich 2c. Mädler 110; 
Eine eigenthüml. Volksbenennung der A. ist die „Gluck- 
benne mit den Küchelchen“ 2c. 149. -önisch, a.: 
still, ruhig, — wie (der Sage nach) das Meer zur 
Brutzeit der Halcyonen (s. d. 1): Eine suße Stille, 
gleich der Sulle des Meers in den h-en TLagen, ruht 
auf meinem Innern. w. 21, 231; 22, 13; 18, 322; 
Ein ganzes JZah. bundert voll h-er Tage. 32, 172; Die 
h—e Stille, welche mein Gemuth umgeben. 16, 119; 
Luc. 5, 266 ff. 2c. Jontt, m.. -en, —: —#(n): Art 
versteinerter Schwämme. -önium, u., —s. ĩen 
!§24, 2, n.]: Art Korallen, Meerkork. ##en 5, 
118 kc. — Halebi: s. Arschin. — Haleblib (ar.): 
eine gelbe Blume, deren Samen als Mittel gegen 
Augenleiden der Pferde gilt. Peirtmanu Or. 2, 311. 
— Hale###s-on (gr.), n., —s; -a: Art größrer 
Becher. Wriss Kest. 1, 147. — LHal-ro#d (nlat.), 
m.. -en; Sen: heringsartiger Fisch. Globus 9, 16b. 
krula, f. [8 24, 11: Anchovis. Ohen 6, 370. 
-cx, m. [8 21, 3, Scis): Hering. 318. — Halen 
Hallore 
(türk.), n., —s; —s: Zug, Trurp. Murhard Konst. 
2, 33. — Hals (engl. häf), a.: halb: lI.-b lood 
(blorr), Halbblut: H.-bred (s. d.); H.-dollar 
(l. d. );; H.-(Gstz: Full) dress, Hauskleidund#; 
H. Eagle (s. d.): H.-holyday (l. d. H. 
crown (l. d.); II. pay (I. d.): II.-penny 
lberennil, halber Penny (s. d.); H. quärter-- 
dollar (s. d.) 2c. — Halibästa: s. Bubme. — 
Jalibi#n): s. Arschin. — Zalidrac -o (gr.), m., 
— zönen I§5 24, 3, önis]: Seedrache, — fossile 
Meereidechsen. Burmeister Gsch. 151; 197 1c. — 
Halieül-ik (gr.), f.; 0: die Kunst des Fischfangs; 
(übrtr.) Uberredungskunst. ika, pl.: vom Foch- 
fang handelndes Werk, Gedicht. -isch, a.; auf 
den Fischfang bezüglich. — Haligräph (gr.), m., 
—en, —s; —en: Beschreiber von Salzwerken; 
Hie, f., Beschreibung davon; Hisch, a.: dar- 
auf bezüglich, s. Halograb 2c. — Halikore 
(gr.), f.; —n: „Seejungfer“, s. Dusong. — 
Halimet-#e##(gr.), m., n., —s; uv.: gra- 
duiertes Mabgläschen zur halimetrischen Bier- 
probe (mit il. Karmarsch 1, 225). -riẽ, f.; 0: 
Bierprobe durch Bestimmung des im Bier lösbaren 
Kochsalzes. —-risch, a.: zur Halimetrie gehörtg, 
darauf bezüglich. — Jelina, f.; —#: der slowa- 
kische Hirtenmantel. Gatunt. 1 5, 522a; Ein brauner 
Mantel von grobem Fuz (S.). Slobus 7. 13a. — 
Halinthesis (gr.), f.; 0: Art Ringkamr’f, der 
noch von dem am Boden Liegenden fortgeführt 
wurde. weise Kost. 1, 901. — Haliot-is (gr.), 
f.; -kden: eine Gatt. Schnecken, „Meerohr“. 
Ohen 5, 116. s. Panit. — Saii#t-#en (lat.), tr.: 
auehauchen. —5, u.: bunstig. -us, m. [8 24. 41: 
Hauch: II. sänguinis, Blut-Dunst rc. — Halilt)za 
(hebr.), k.: die bei Nicht-Eingehen der Leotrats- 
ehe (s. d.) vorgeschriebne Ceremonie des Schuh- 
ausziehens 2c. (5. Mof. 25, 9 ff.): NUais. 2 1, 3 21 2c., 
genauer nach dem Hebr.: Chalizab, s. Priermann Or. 
i, 219. — Halkgon ꝛc.: s. Halchyen 2c. — Hall 
(engl. höl), f.; —s: Halle, Gerichtshof 2c. — 
Halla: 3alla! or. H.! fürkischer Schlachtruf, soviel 
als: mit Gott! Gerhard W. 2, 238; Jallab: Brurer, 
stürmet auf die Feinde! 60 (vgl. Wüllab), auch: Durch 
Ausstoßung des tatarischen Wortes: H., gab der Zar 
in Nowgorod das Signal zu einer allgemeinen Schläch- 
terci. Schrer Mir. 95. — Hallage (frz. Palläste), 1.; 
—nN : Markt--. Stand-, Burengeld. — Hallali: s. 
Halali. — Halle (srz. äll), f.; —: Halle (s. d. 
Ss.), nam.: Verkaufshalle, Bude: Brach in den 
Kellern des Pavillon No. 12 der Pariser Central-= 
H., wo dir Bultier, die Käse u. die Gemuse lagern. Feuer 
aus.. Die armen Hen-Frauen. . Der Thbeil der 
H., wo der Brand stattfand. Unt 2 1, 322 ½; Die 
Poissardes od. die Dames de la b. [Fischweiber od. 
Höterinnen]. dank Bild. 1, 349; IKoht Par. 1, V 2c.; 
I. in gage I—a#fb'! des Käl h—s, grobe Pöbelsvrache 
(wie die der dames de la h.). — Hallelujah c.: 
s. Alleluin 2c. — Hallimeter 2c.: f. Lalm c. — 
Lällhär! (schwed.), m. —##: —e, —: Knecht des 
Stationswirths zur Befordrung Reisender. Bazar 
15, 69c. — Gallör-e (telt.), m., —; —n: „Salzs
        <pb n="489" />
        Hallorenschaft 
bereiter“, Salinenarbeiter in Halle an der Saale. 
Senschaft, f.; (-en): eine Gesammtbeit v. Hallo- 
ren. Hefekiel Schell. Mor. 1, 158. — Hallub (ar.), 
m., -s; —s: Schwein (s. Haluff), — als Schimpf= 
wort (ogl. Kelb). Slebus 3, 115a. — Hallucin- 
atiön (lat.), f.; -en: eine auf krankhafter Erregung 
beruhnde Sinneswahrnehmung, wonach man Un- 
wirkliches, bloße Phantasiegebilde für wirklich u. 
wesentlich häll (v l. Vision): Kaum weggescheucht, be- 
gann die Welt der K-en aufs Neue ver ihm zu spielen. Keiß- 
ner Sans. 2, 5; Scherr Bl. 2, 321) Verkörperte u. greifbar 
gewerdene H-en. Schüching Künftl. Leid. 25; 204; In 
meinen Fieber-S—en. Spielhagen Hammer 2, 151; Ge- 
sichts-, Gehörs-H-en 2c. feren, intr. (haben): 
Hallucinationen haben. — Hal-o (lat.), m., 
— ; -zönen (§ 24, 3, önis): s. Halon. — Zal- 
ochemĩẽ (gr.), f.; (—-en): Chemie (s. d. u. Vort- 
bild.) der Salze: Halochemisch 2c. -ödes, n., 
uv.; uv.: Dernstein. -ogen, n., —e); —e: 
Salzbilder, bei den Halokt##alzen. ogräph, m., 
—en, —: —en: Beschreiber von Sa zwerken, s. 
Haligraxh. Dazu: H-###. f.zb-isch. -oĩd, n., -(e)s; 
e: H., H.-Salz, ein nicht sauerstoffhaltiges Salz: 
Verbinrungen des Cblers, Zeds, Broms u. Fluers nebst 
denen des Crans mit den Metallen. Diese Salze, welche 
also keinen Sauerstoff enthalten, sind von Berzelius H.= 
Salze genannt. .. In Sillen, wo ein u. dasselbe Mrtall 
2 Orrtationsstufen, welche beire sich mit Säuren ver- 
bincen, deren eines also Orrd. das andre Oxerul genannt 
wird u. wo dieselben mit Wasserstoffsäuren zu H.-Salzen 
zusammentreten, bez. man die dem Or#d entfrrechende 
Verbindung, indei man dem Namen des Salzbilders die 
Silbe id, die dem Orrrul entsrrechende Verbindunz 
aber, indem man die Silbe ür anbängt. Karmarsch 3, 
78 (1. Brom-, Chlor-, Cyan-, Fluor-, Zod-id, ur); 
in engrem Sinn: H. — Chlormetall, s. Oen 1, 
305; Eisen-H. od. -Chliorur. ebd.; Kurfer-H. od. 
Chlorid. 306. -olog, m., -en, —S; —en: Kenner der 
Salzie. Dazu: Heie t. (l. Halochemie):; h-isch, a. 
-omant, m., -en, —s; —en: Wabrsager aus Salz- 
häuschen 2c. Dazu: S-is. f.; Hisch, a. 
ometer, m., n., —; uvr.: Salz-, Gradierwage 
(Haloskor). Dazu: Halomerre ie, f., Beüimmung 
des Salzgehalts (ogl. Hal:metrie); zisch, a. — 
HDal-on (gr.), f.; önen: 5., Ha'o, Hof um 
Senne, Mond 2c.; Kreis um die Brustwarze.2c. 
— Halo-uitrum (gr.), n., —; 0: Manersalpeter. 
phöten, pl.: Salzrilanzen. Humboldi Bergh. 2, 25. 
„skõp, m., —(e)5; —-e: Halrmeter. Dazu: H-# 
f.; h-isch, a. —technie, -töchnih, f.; 0: Halur- 
gie. -héchniker, m., — ; uv.: Halurg. —technisch, 
a.: halurgisch. -xglin, n., —eys; 0: Art 
Sprengpulver. Na#3# 20, 203. — Halt-er (gr.), 
m., zren: zeren [8 24, 3, Sris): Das rie Griechen, 
um ihrem Körrer beim Sprunge Schnell= u. Schwung- 
kraft .. zu geben, sich ter H-en (Carzsr) berient 
haben. Die Gestalt dieses unseren Hanteln ähnlichen 
Turngeräthes. Guhl 1, 211 2c.; Bei den Mucken scheint 
das bintere Flügelvpaar sich in 2 Fäden mit Kolben, die 
man daher Schwingkolben (H-es) nennt, verwandelt zu 
haben. Oken 5, 719.— Haluff-#Abu-Charn (ar.), 
Hamasa 473 
m.: Warzenschwein, s. Aria 2; Halub. — Halw-a 
(türk.), n., —s: —: Honigkonfekt, Zuckerwerk. 
Hammer 10, 348: Keren Hsi, sich wie Flachs spin- 
nend; Ssabun 5—si, aus Amylon, seifenähnlich: 
Sulabije H-ũ, s. Sillabub; Ollu H-fi, Torten-H., bei 
Beertigungen herumgegeben; Susam H-si, aus 
Sesam; Kataif H—si, in Form v. Nutceln; Büsch- 
min-H. od. Büschmanise, „wolliges“, flockiges aus 
Keten. H. 2c. ebd.; H.-Ssobberi, 5., Fest 2c., vgl.: Dieses 
[Konfekt aus Himmeis-Mauna, s. d.] wird perfs. Kesen- 
Eübin, arab. Haläwa men as semä, d. i. Süßigzkeit 
von dem Himmel genannt. petermann Or. 2, 30 5 2c.; 
Der türk. Name für solche Soireen ist Kbalva 
veressi. Kbalva heißt ein harter mit Henig ge- 
süßter Teig, der den Eingeladenen angeboten wird u. 
nach welchem die Abenrgesellschaft den Namen fuhrre. 
Zur Khalra zugezegen. Glabus 5, 339a; 3413; b 
(Mit dem Kbalva. b); Der Alwarschija (Alwg- 
verkäufer) darf mit dem Lieblingsessen der Serben u. 
Türken, der Alwa, nicht feblen. 12, 132b 2c. 
Sädschi, m., —; —: Kenditer. -et, n., —; 
— : Gesellschaft mit Zuckerwerk. 
HDam: 1) (engl.) m., —s: s: Schinken. — 
2) (hebr.) Noah zeugte 3 Söhne, Sem, 5. lbem. 
Zunz! u. Jarhet(b). 1. Mos. 6. 10. Dezu als Nach- 
kömmlinge: Die Semiten, Hamiten, Zapbetiden 2c.: 
Derch amitischen, semitischen u. arischen Völfergrurren. 
Globus 9, 5 44 2c. — Häm-a: 1) (lat.) f. 
[8 24, 11: Art größrer Eimer. Weits Koft. 1, 
1342. — 2) (gr.) adr.: zugleich, auf ein mal. 
achromik, f.; —(eyn: Druck mit versch. Farben 
zualeich. -adrpäde, f.; —n: Dryade (s. d.), die 
„mit ihrem Baum zugleich“ entsteht u. vergebt. 
ädrgas, f. [8 24, 3, Fadis): 1) Hamadrpade. 
— 2) Art Affe, Silberravian. — Hämagög-isch 
(gr.), a.: blutentziehnd. .um § 21, 2, u.1: 
blutentziebndes Milrel. — Zamähm (ar.), m., 
—: —S: Felsentanbe. Brehm Hab. 222. — HLam-äk 
(frz.), m., —: —8: intianisches Hängebel#te (ogl. 
Cbinchorec). Bücken Cel. 2, 31; 106; Westermann 3, 
112a; Lasst den Wilden in seinem H. liegen. W. 29, 
292 r. Tra (iwan.), f.; —s: Hamak: In seiner 
Hängematte; denn in Ecuador werden diese 5—5 so auf- 
gehangen 2c. Gerhächer WW. 3, 173. — Zamäl, m., 
—5: 0: ein Stein am Koxpf des Widders. — 
—S&amp; : feines, weißes ostindisches Baumwollenzeng 
auch: Hamer-e, »is. — Zamandschi, m., — : — 
H., H.-Baschi, Badeanfseher; H.-Karün, Badeauf- 
seberin. — Bämanthus (gr.), mw. [8 24, 21: 
Pftanzengattung, Blutglitze. Okin 3, 542. — 
Uamära, f.; —s: (in Agyrten) Eine griech. Kneipe 
ot. H. Globus 7, 52b. — Hamartik (gr.), k.; 
—+eyn: Sünde; Sünrhaftakeit. — Jamäs-a7 
(ar.), f.; -zen: Die Hamasen. H. heißt arab. Tarfe##- 
keit. Weil aber das erfte Buch einer lerischen Anrhelegie 
Abu Temman's so betitelt ward, so ist dieser Name als 
ein rechnischer in Gebrauch gekommen. Ein Lieder- 
buch: El H., auch die große H. genannt 2c. Kosenkranz
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        Hämatapolslema 
474 
Pecs. Gsch. 131; 744; Schack 1, 10 2c. — Hämat-, 
(Bäm-) apostema (gr.), n., —, eme /§ 24, 3, 
n., tis!: Blutgeschwür. -Emesis, f. 18 24, 3, uv. : 
Blut-Erbrechen, s. Meläng. -in, n., -(e)s; -e: 1) 
Blutfarbestoff, s. Globulin; Kruorin. — 2) Das rolhe 
H. kommt aus dem Kamreschen= od. Blauholz. Oken 2, 
129, s. Hämatoxhlin. — 3) s. d. Folg. -inon, n., 
—#85 ; 0;: antiker Porporino, eine harte, undurch- 
sichtige, politurfähige, rothe Glasmasse. Uat 3. 20, 
457 ꝛc. -it, m., e); -e: „Blukstein“, Roth- 
eisenstein. -oerle, f.; —: Blutbruch. -ochrom, 
n., —e)8; 0: das Blutroth. -öd (es), old (es), 
a.: blutig. -ogräph, -olog, m., —en, —6; Sen: 
Einer, der über das Blut, seine Erzeugung, Cir- 
kulation 2c. lehrt, schreibt. Dazu: d#ik, f.; 
h-isch, a. Johathärtienm [8 24, 2, n.]: blut- 
reinigendes (od. hämatokathartisches) Miktel. -ohrat, 
m., -en, -6; -en: blutiger Gewaltherrscher. Dazu: 
H## f.; h-isch, a. -olog r2c.: s. Hömatograph. 
öm, u., -C(e)s; —e: Blutgeschwulst. -omant, 
m., -en, —;-en: Einer, der aus der Blutbeschaffen= 
heit den Krankheitsverlauf vorhersagt. Dazu: 
H-##e f. zh-isch, a. -opathis, f.; —(e)n: Blut- 
Leiden,-Krankheit. -opathisch, a.: auf Blut- 
leiden bezüglich. -opatholog, m., —en, —#; -en: 
Lehrer von den Krankheiten des Bluts. Dazu: 
H.ie, f.; —(ehn: Lehre, Lehrbuch davon; hlisch, 
a.: darauf bezüglich. -ophilié, f.; —eyn: Nei- 
gung zu Blutungen. Jophobie, k.; 0: Blut- 
schen. -oplanẽsis, f. [§ 24, 3, uv.]): abnorme 
Bluteirfulation. -opoersis, f. [8 24, 3, uv.]:: 
Bluterzeugung. Joporlisch, a.: bluterzeugend. 
ops, m. § 24, 3, ätopis): Jemand mit blut- 
unterlaufnem Auge. optsié, f.; —(ehn: das 
Blutspeien. -orrhöc; -oxhysis, f.; 0: Hi- 
morrhöe. ôse, osis, f.; 0: Umwandlung des 
Nahrungssafts in Blut. okopté, f.; -eh)n: 
Blulbeschauung. oslatik, f.; Sen: Lehre, Lehr- 
buch von der Blutbewegung. —ostatienm /§ 24, 
2, n. : blutstillendes (od. hämatostatisches) Mittel, 
s. Enämon, Ischämon. Totheologik, f.; 0: Lehre 
v. der Versöhnung Gottes durch blutige Opfer. 
ornlin, n., —e)s; 0: H., das im Blauholz (Iæ- 
matérxylon campechiänum) enthaltne Pigment. 
Karmarsch 2, 220; H.-Krystalle. ebd., s. Hämatin 2. 
-urese, ur, k.; 0: das Blutharnen rc. — 
Hamatus (lat.), a.: mit Angeln versehn, s. 
Lorica. — Hamawi, f.; —6: Art Aprikosen in 
Damaskus 2c. Peitrmann Or. 2, 178. — Hamär-a 
(gr.), f.: Wagen, auch: Das Fuhrwerk des Land- 
manns ist immer noch die altgrlech. Hamäxis. CUoberl 
2, 30, vgI.: Kleine Wägelchen Amarides. Weiss 
Kost. 1, 895. obier, m., —#S; uv.: Hamarobit. 
obtl, m., -en, —6; —en: Einer, der herumziebend 
auf dem Wagen lebt, Wagen-Nomade: Das er sie 
ans H-en zu Agrikultoren umschuf. Kohl Südr. 1, 153; 
Der Tabuntschik . kann weder Fußgänger noch H. sein, 
sendern einzig u. allein Hippobit ([Einer, der auf 
dem Roß sein Leben verbringtl. 2, 181. — 
Hamed-, -is, m.: s. Hamon. — Hamit (ulat.), 
mm., —en, —; -e(n): 1) hakenförmige Schneckenver= 
Vanane 
steinrung. Namr 16, 266a. — 2) s. Ham 2, auch: 
hamitisch — Hamlet, m., —: —: Name, bes. 
des Dänenprinzen in Shakespeare's gleichnamiger 
Tragödie: Wic hat Shakefreare seinen H. vorgezeich- 
net? Seine schwankende Melancholie, seine weiche 
Trauer, seine lhälige Unentschlossenbeit 2c. G. 17, 3 1 2r., 
auch antonomastisch u. dazu z. B.: Alle Heine'schen 
Lieder .. mit ihrem modernen Hamletiemus. Uat3. 
21, 309 ꝛc. — ZHamma sgr., § 24, 3, n., aäiis): 
Band, nam.: ein Bruchband; auch Maß (von 
40 Ellen). — HLammad (ar.): Art Saueramr fer. 
Pelttmann Or. 2, 144. — Hammada (ar.), 1.; 
0: „die Durchglühte“, Name der Wüste. Slodus 
6, 305b. — Hammal (türk.), m., -s; —: Last- 
träger. 1, 147a. — HLammer (ar.), m., —; 
—s: Esel (s. Chamer): Ein weißer Stein, Mogh 
el h., d. i. Eselsgehirn. Peiermann Or. 2, 303. — 
HQammoni-a (nlat.), f.; —s, zens; 0: Hamburg 
(bes. personif.). — Häm, (Hämat-) odiasmus 
(gr.), m., uvr.; ; -odie, f.; 0: das Stumpf- 
werden der Zähne. odpnamik, f.; —en: Häma- 
tostatik. Jodpnamometer, m., n., —; uv.: 
Werkzeug, die Kraft der Bluiströmung zu messen. 
oglobin, n., —(e)s; 0: die Rinde der Blut- 
körperchen (s. Globulin). Kag. d. Ausld. 39, 29b. 
ometer, m., n., —; uv.: Arzgometer (s. d.) für 
Blut. -opälh ꝛe., oplasie: s. Hämatey 2c. 
Sorrhagie, corrhök, f.; —(e)n: Blut-Sturz, 
Fluß, -Abgang. orrhoifdal, a.: auf Hä- 
morrhoiden bezüglich 2c.: H.-Akfektion; . Be- 
schwerden; „Fluß, Himorrhoiden: Gefäße, 
Knoten (s. Esoche); -Leiden; .- Mittel 2c. 
orrhoidalisch, a.: hämorrhoidl. -orrhoĩda- 
liomus, m., uv.: 0: das Wesen eines Hämorrhol= 
darius: Dem besorgnisvollen H. Knesebeck's erschten es 
unthunlich 2c. Schert Bl. 3, 300. orrhotdarius, 
m., uv., —ses; ken, —se [8 24, 21: ein an Hi- 
morrhoiden Leidender, nam. auch in Bezug auf 
die diesen Leidenden gewöhnliche Gemüthsver= 
fassung, ihre Besorgnis, den Mangel an Wage- 
muth 2c.: Die strategischen Bedenken, welche die Fabii 
Cunctatores des Hanuptquartiers, voran der Erz. H. u. 
General von dem Knesebeck . geltend machten. 298; 
In den Kreisen höherer Staatshämorrhoidarii. Mir. 
38, vgl. Gartenl. 1 5, 542a. orrhosfden, pl.: die 
goldne Ader, Blutfluß aus dem After; auch: 
Blinde H., stockende, ohne Blutfluß. -orrhöĩdes, 
pl.: Hämorrhoiden: II. aälbæ, „weiße“, wobei nur 
Schleim abgehl, GOgstz sangufner, „blutige“; II. 
cucre, blinde 2e. -orhoshop, n., —e); : in 
ältern Kalendern 2c., das Aderlaßmännchen od. die 
Angabe der zum Aderlaß günstigen Tage 2c. 
oflal 2c.: s. KHämatost 2c. — Hämrah, f.; —8: 
ein afrif. Trepenbaum, Adansönis (s. d.) digiläts. 
Globus 4, la; 11, 259a, s. Baebab. — Hamsin: 
s. Chamsin. 
Han: s. Chan 1b. — Hanäke, m., —n: -S: 
Art Lchechen, die sich für Ureinwohner Mährens 
halten: Die Hen-Tracht grellreih u. ein weiter blauer 
Mantel daruber. Globus 4, 495, vgl.: Der, das 
Honäckel (an der untern Drnan): ausländisches
        <pb n="491" />
        Hanap 
u. uUnansehnliches Pferd. Schmeller 2, 198. — 
HJanap (frz.), m., —#6; —: Napf, Becher: Den 
wunrervollen H. Oberons. W. 36, 52. Ter (engl. 
hännäper), n., —s: —: Schatzkammer, Staats- 
kasse. — Hauasca, k.: Die Inrianer nennen die 
gröbere u. gemeinere [Lama-Wolle] H., die feinere Kumbi. 
Ohen 7, 1248. — Hanbalit (ar.), m., -en, —en: 
eine orthodore Sekte der Sunniten (s. d.). Peietr- 
mann Or. 2, 131. — Haͤnd (engl.), u., —s; —#: 
die Hand, auch als Maß: Das Palm hat 3, das H. 
4. . Zoll. Encykl. f. Kauftl. 5 29a ie.; H.-loom, s. L. 
— Handicap (engl.), n., —5; —: H. nennt man 
es, wenn bei irgend Etwas, wo es um die Wette gebt, 
die Vortbeile durch Vorgeden ausgeglichen werden. Bei 
einem H.-Rennen also nehmen Pferde v. allen Altern 
u. Kräften Theil, aber die Reiter werden gewogen u. 
nach den Kräften der Pferde verschieden beschwert rc. 
Herrig 35, 19, s. Na### 18, 45; H. zw. Schach- 
Srielern ungleicher Kraft. Volksz. 16, 234; H. .., 
Rennen, wo man die Chancen des Siegs zw. den Kon- 
kurrenten auszugleichen sucht. Zedem Pferde nach 
seinem Alter, seinen Verdiensten u. seinen Siegen Mehr 
od. Weniger auflegen, Das ist eine sehr delikate Funktion. 
.. Der renommierteste Händicapver, wie man Das 
nennt 2c. Zoller Renn. 52 ff.; Das f. g. Beaten 
(s. d.]-H. Es rennen alle in diesem Jabre auf der 
Berliner Bahn abgelaufnen Pferde, welche keinen Sieg 
erreicht hatten. Na#3. 21, 287 2c. — Handieren: 
s. hantieren. — Handjar: s. Hantschar. — Handjia, 
m., —8; —§: Der H., der bulgarische Wirth. CUoabert 
2. 175. — Handle (engl. händ’l), n., —s; —: 
Das, woran man eine Sache anfasst, Handhabe, 
Griff, Stiel: Ein Mann mit einem großen Titel od., 
wie man englisch zu sagen vflegt, with a luwidh äj h. 
to stu] his name InEml. Nat.3. 21, 5, mit einem An- 
hängsel am Namen 2c. — Zandschär (ar.), m., 
—; —: türk. Seitengewehr: Das rer H. zwei- 
schneidig u. grade, kürzer u. dolchartig ist, wäbrend der 
Jatagan einschneidig u. nach der Schneide etwas ein- 
wärts (sichelförmig) gebogen ist. Gerhard W. 2, 239; 
Etankl Zer. 1, 33; 317; Ein kurzer Siäbel od. H. 
CRobert 2, 9 5 2c., vgl.: Handjar, eine Art Dolch. 
Globus 5, 103a; Candschar. Semasso Afr. 1, 55; 
118; Kandjar. Gartenl. 16, 330b; Cangiar. Uat#. 
20, 123 c. — Zändschi: s. Chanrschl. — Band- 
some (engl. hänßömm): 1) a.;: hübsch. Spielhagen 
Pr. 3, 183. — 2) m., n.: s. Hansom. — Landg- 
warps (engl. währps), pl. : weißes Tuch. — 
Hanesit, m., -en; —en: Anhänger einer orthodor- 
sunnitischen (s. d.) Sekte: H-en. Es finren sich 
jedoch auch Schafeiten. Petermann Or. 1, 232; 2, 131, 
vgl.: Die Hanefys, eine der 4 rechtgläubigen Sekten 
der Moslems. Geude Ch. 2, 169. — Hane-Cääljes 
(boll.), pl.: weiße indische Monfseline. — Hang- 
man (engl.), m., —s; zmen: Henker. Spielhagen 
Zw. Stunde 51. — Hänia (ar.), k.; uv.: Nischen 
vertieften sich in die Mauern, größere, welche mit Polstern 
bedeckt, zu Ruhesiätten dienten (II.), kleinere, in welchen 
Wasserkrüge standen (Taka). Schack 2, 346; 324. f. 
Abhamia. — Hanjär: s. Handschar. — I. Lsank 
(engl.), m., n., —#; —# : als Garnmaß — Strähn, 
Hopale 475 
Schneller: 30 S6—s auf 1 Pfund (1 H. hat 800 Ellen). 
Gtubt Ch. 1, 147 2c. — II. Hane (lat.): Aec. zu 
hæc (s. d.), z. B.: H. veniäm petimusque da- 
müsque vicfssim, diese Gunst fordern wir, wie wir 
sie Andern zugestehn ꝛe. — Hanli cchin.), m., 
—s; —s: Der studiert habende, sich selbst durchaus be- 
herrschende Staatsbeamte, der H. Uosenkranz Poes. Gsch. 
40. — Hanna#e: s. Hanake. — Hanneman, 
m.: 1) s. Hanuman. — 2) als Spottname 
für Däne: H. am Sund. Globus 6, 288a. — 
Hanneton (frz. —öng), m., —#; —#: Mailäfer, 
auch als Bez. einer gelbbraunen Farbe, s. Biemarck. 
— Hännibal, m., —s; —, -(he I&amp; 24, 3, ibalis): 
Name, bes. des berühmten Karthager Feldherrn, vor 
welchem Rom (im 2ten punischen Kriege) erzitterte. 
Daher als Schreckruf drohendster Gefahr: II. ad 
(od. häufiger: änte) pértas, H. steht vor den 
Thoren 2c.; Dies Schwert weicht keinen H-len [Reim: 
fallen]. Hagedorn 3, 186; Bei den H-#en. Cäsarn. 
w. 15, 214 [Reim: fallen!. — Häns-a: 1) (ind.) 
m.: „Gans"“, Schwan. Häfer Urw. 9; Der 
Königs-H. soll eine bes. rrächrige Art sein, schneeweiß 
mit scharlachrothen Flügeln. ebd. — 2) (goth.) f.: 
Schar, Genossenschaft, — nur noch übl. zur Bez. 
des bekannten, Mitte des 13. Jahrh. unter Lübecks 
Vorsitz begründeten Handelsbunds, s. S#s.) auch: 
Hanse, f., vgl.: Die Hänsestärte. Dazu: 
Hanseät, m., -en, —#; en (älter: Hans), Genoß 
der H.; Bürger einer H.-Start ##r.; (scherzh.: 
Pralhanseat st. Pralhans. Droysen Ar. 1, 367); 
Hanseätisch, a., auch: Mit hänsischen Schiffen. 
Sch. 78 23 2c., vgl.: Das reiche Memel blieb buren- 
hansisch laußerhansisch: außer dem H.-Bund;. 
Creitschte Hisi. 33 2c. — Hansom (engl.), m., —; 
—# : (s. Handsom) Art 2rädriger Wagen mit hinten 
hoch oben sitzendem Kutscher. Gartenl. 14, 110; 
Uodenberg Sünrfl. 1, 37; Zaltt Renn. 6; H.-Cab 
(s. d.). Schüching FrK. 1, 189 1c. — Hauswurstiäde, 
f.; —mm: Hanswurst-Spiel, -Streich 2c. Schütze 
Hamb. 135; Seume Spaz. 117 re., vgl. öhnl.: In 
diesen Kasperliäden. Jahn Moz. 1, 599 2c. — 
Hantikr-en, intr. (haben), tr.: zunächst: mit den 
Händen, — dann allgm.: geschäftig sein; ein Ge- 
werbe treiben; einen Handel treiben; sein Wesen 
treiben; wirthschaften, lärmen, voltern; mit Etwas 
umgehn od. umüehn, handhaben 2c., s. Ss. -Jer, 
m., —6 ; uv.: Handwerker, Händler, Handeltrei- 
bender 2c. ebd. ert, f.; —en: Gewerbe (in ver- 
ächtl. Sinn): Bei der H., dem Rechtsverdrehen. 
Gutznow R. 1, 22. -lich, a.: handlich. Kohl Alv. 
2, 107. Tung, f.; —h: Gewerbe, Handel, Ge- 
schäft 2c. — Hänum (türk.), f.; —8, uv.: s. 
Chanum: Die H. od. türk. Frauen. Globus 5, 33 5a; 
In den Harems der reichen Türken besitzt jede H. ihr 
eignes Zimmer. b; Türkische Damen (H), Christinnen 
(Kokonas) u. Jüdinnen (Bulitzas). 338a; 33 6a c. — 
Hanuman (ind.), m., —#8; 0: Ein Bild des f. g. 
„ Affengottes“ H. Blobus 7, 2 2à. 
Haömoa (pars.): s. Soma. 
Hapale (gr.), f.; —n: Seidenaffe. Olen 7, 
1767; Sene graciösen H.-Arten. Ausld. 39, 123 7a 2c.
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        476 Hapar 
— Hepar (gr.), adv.: einmal: H. Eiremen-on 
(n., —#8; za), ein Wort rc., das nur ein einziges 
Mal vorkommt = H. Legömen-on (n., —6; a), 
auch in Bezug auf Sachliches, z. B.: Der Satan. 
ist in dem Gedicht [Hiob] für das ganze alte Testament 
ein eben solches &amp;Gnes epntenroy 1. Legomenon] als 
die Ebenbildlichkeit der ersten Menschen mit Gott, die 
auch nirgends sich fruchtbar erweist. Nolenkranz Pres Gsch. 
317. — Faphlhär-a (hebr.), f.; zen, zolh: 
Stücke aus den Propheten, die außer den Wochen- 
abschnitten des Penkaleuchs beim Gottesdienst in 
der Synagoge verlesen werden; Die „Haftaroth“. 
Hai. 22, 311. — HLapl-öôfe (gr.), k.; —n; 
Sosis, f. [8 24, 3, uv.]): Vereinfachung. 
Soiomrs, f.; —(ehyn: einfacher Schnitt. — 
Happelourde (frz. —ürd’), f.; —s: — Faux (s. d.) 
brillant, eig. u. übrtr. — Zäpping (engl.), n., 
—8#; —: H. ist eine grobe im Nortbumbrischen übliche 
Kleidung des Volks. fiohl Engl. 2, 45. — Haplisch 
(gr.), a.: den Tastsinn betreffend: H—e# Täu- 
schungen, s. Pseurapbie r2c. 
Laquet (fr. (Oacke), m., —#s; —: Rollwagen. 
Garäbnih (russ.), m., —s; —: die lange 
Peitsche des Tabuntschiks (s. d.) od. Pferdehirten. 
dohl Sudr. 2, 53; 182: 201 ½. — Haradsch #c.: 
s. Char 2c. — Barahäsi (ar.), f.; —s: „die sich 
Schützende, Vertheidigende“", Art Mimose. Behm 
Bile. 163. — Haräl# (türk.): Tribut der Giaurs 
an die Moslem. — Jara-Käri (japan.), n., —; 
—8: (Sie sollen, gemeinen Verbrechern gleich, enthaup- 
tet werden, ohne das Vorrecht des H. (der Selbströdtung). 
UalB 21, 239 (l. Samurai), gw.: Diese übten so- 
gleich die Hara-kirri (schlitzten sich den Bauch auf). 
Myh###ine Weltr. 1, 228; 229; Die Harra# kirri. 2, 
197 2c. — Harckehe: s. Korari. — Zäran (ar.), 
m., —8; —#: Harem (s. d.): Komm vor itzt nur mit 
in meinen H. f. Nath. 2, 3 2c., vgl.: Vei Todesstrafe 
verboten, sich diesem Heiligihum, H. esch'scherif genannt, 
nur zu nahen. Peiermann Or. 1, 198; s. Globus 11, 304b 
ic. -baschi, m., —8; —: Näuberhauptmann. CUobeit 
2, 14; 18 2c. (vgl. Bandit .). -i, m., —s; —: Der 
Dieb heißt (bei den Bedninen] H.; so heißen auch die den 
Beduinen zu berühren verbotenen 3 Dinge: Schwein, 
Aas u. Blut. Mager 2, 15218; Hammer 10, 318. — 
Harangu-e (frz. —ing), f.; —#, In: feierliche 
Rede. eur (—ör), m., —; —&amp;, —e: Ciner, der — 
u. sofern er — haranguiert. -ren, tr., auch o. 
Obi.: eine feierl. Rede, Anrede halten; viel u. 
mit Emphase sprechen 2c. — Hjarar (türk.), m., 
—6 ; —#: größre Hecresabtheilung (v. 4—12000 
Mann), s. Ghamit. — Haras (srrz. (h)arä), m., 
uv.; uv. (mit lautendem s): Gestüt. — Harasim 
(rus.), m.: Taufname: Wie am Tage des heiligen 
H. (Erasmus, 4. März) die Saalkrähen v. Süden an- 
gezogen kommen, weßhalb er auch der Krähenheilige 
beißt u. an seinem Feste ein Weizengebäck in Form von 
Krähen gebacken wird. . . In den H. Semmeln. 
Globus 7, 378a. — Hjarassiren (frz.), tr.: ab- 
matten. — Hartel-eur (irz. (harßelör), m., —; 
—6: Necker, Plagegeist. -ren, ir., auch v. Obj.: 
necken, durch fortwährende Augriffe nicht zur Ruhe 
Darem 
kommen lassen 2c.; auch (Gärtn.): H—#e Aurikeln, 
deren Ring mit den Jahren die Farbe wechselt. — 
Hard (engl. r.), a.: hart 2c., z. B.: H. biseuits 
(I. d.); H-ware luwer], kurze Waare (Qnin- 
eaillerie), s.: Cutlery-ware (Schmierewaaren) lschnei- 
dende Instrumente) . . andre kleine Gastee aus Eisen. 
u. Metall, welche die Engländer mit dem gemeinschaftl. 
Namen b.-ware bezeichnen. Kohl Engl. 1, 11; 30; 
69 2c.; Die H.-ware-makers Imskörrs) (Quincaillerie- 
waarenarbeiter). 77 2c.; H.-Shells lschells, Hart- 
schalen), Parteiname in Nordamer., Ggstz: Soft= 
Sbells [Weichschalen]. Herrig 30, 215 c; auch 
holländ. — schnell ic.: Ein sogenanntes II.-draven, 
ein Wettrennen im Traben Is. d. 1b Ss.). Hoffmann-. 
Leb. 1, 267; H.- dravers, Pferde, die ausdanernd 
im schnellen Trabe sind; 5.-Looper, Schnell- 
Läufer 2c. — Harde: 1) (rän.) f.; —n: ein 
mehrere Birke (s. d.) umfassender Bezirk: Enthielt 
Deinemark 191 H-n (Bezirke). Mehrere Hn bilreten 
einen Syssel. Grenzb. 24, 1, 254; In der ganzen Land- 
schaft od. H. Hansen Schl. 197; 71 cc. — 2) (i#z. 
(hlärd'), f.; —§: a) ein Truxp Rothwild. — b) 
eine Koppel Jagdhunde u.: das sie zusammen- 
koppelnde Band. — c) nam. in Mz.: K.eidungs- 
stücke. — Hard-i##(frz.), a.: beherzt, kühn, dreist, 
verwegen. Tiesse (Jes), f.; —s#. —n: Kühnheit, 
Dreistigk., Verwegenbeit. — Häre (türk.ö), n., 
—8; —#: schillerndes Seidenzeng. Hammer 10, 348. 
— Häred 2c.: s. Herch r. — Larel (hebr.), m.: 
Hef. 13, 15, „Altardach“ (Zunz). vil. Arsel. — 
HZarem (ar.), m., u., —#; — (uv.); Jarem, m., 
n., —es; —e:; eig. (l. Cherem. Haram. Harim 2c., 
vgl.: Maharram, s. Marranv) etwas Gebanntes (s. 
bannen 44 Ss.), unantasibar Heiliges, z. B. der 
Moscheenverhof, s. Hommir 10, 318; ll-ein 
dolabi, Kasten der beiden heiligen Stänen (Mecca's u. 
Medina's). 319; Chadimul h ein, Diener dieser bei- 
ligen Stälten. 3412; nam.: das (Fremden unzu- 
gängl.) Frauengemach (s. Enderun; Gynäccon; 
Odalik) u.: die Bewohnerinnen desselben 2c.: 
„ Frauenzimmer“, was genau, wie H., ein weidliches 
Wesen u. ein Zimmer der Frauen bezeichnen kann. Austd. 
38, 1058b; Zedes küurk. u. peis. Haus zerfällt in 2 
streng geschiedene Wobnungen .., deren eine das Se- 
lamlik ls. d. u. Mabeln] v. den Männern unr die 
andre der H. von den Frauen bewohnt wird. H. ded. 
ursprunglich Zusluchtsort, geheiligte Stäne u. es wird 
nicht nur die geweihte Wobnung der Frauen damit bez., 
sondern auch die Franen selbst. welche eine Hausgenossen= 
schaft bilden 2c. Dodenkedt (Wenermann 3, 599), Uber- 
wachung der Frauen in den Darèmen. ebd.; Frauen aus 
versch. H-en. 600a: 1allmeray#er GsW. 1, 200; Das 
weibliche u. männliche H. mit ausgesuchten Exemplaren 
weißer u. schwarzer Tarbe. 63; In marmornen Hen, . 
umglänzt v. Diademen. Frandl Zer. 1, 115; In ienen 
morgenländischen H—s. H. N. 7, 72; Das H. Kohtl 
Sudr. 1, 231; Der H. 233; Heirathen Sie, wie ein 
Sultan, einen ganzen H. zusammen. Mügge Rom. 3, 
10, 325; Cic## Tischl. 2, 190; W. 20, 123 2c.; Der 
Geister. H. ist gesrrengt,] der Fraun zum Liebesdienst 
verdammt. Gouschau Gött. 12; Einen Beschüler.
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        Harenk 
Einem solchen Ehevogt eines Roß-Hs. IV. 1, 22 c.; 
Die 5—s-Königin. w. 20, 290 ie. — Lärenk 
(slaw.), m., —; -s: Topf. Weils Kost. 2, 324. — 
Här-ephil (gr.), m.: erdichteter Name, etwa — 
„Ketzerfreund“ (Häresiorhil) 2c. Haler 112. -esiärch, 
m., -en. (—): —en: Ketzerhaunt, Erzketzer. 
esiè, f.; —eyn: Ketzerei. -eliolög, m., en, 
—: —en: Kenner der Ketzergeschichte (G#i, k.). 
Dazu: Hisch, darauf bezüglich. esiolögium, 
n., —8; ken [§ 24, 2, n.]): Ketzerverzeichnis. 
esiomaftir, m. [8 24, 3, aftigis): Ketzer-Geißel, 
Verfolger. esiophil, m.t, —n; en: s. Härepbil. 
„esis [8 24, 3, uv.]: Ketzerei. -stiker, m. —; 
uv.; ticus, m. [8 24, 2: Ketzer. — Härf, 
m., —§; —: s. Divino 2. — Harken-eit, n., 
—(e)s; -e: s. Arranetta. ist, m., Z#n, (—): —en: 
Harfen-Svieler,-Schläger: H-in, Harfenmädchen. 
— Hargö! (bebr.), m.: Art Heuschrecke. 3. Kot. 
11, 22. — Zäri: 1) (ind.) m.: Ein Tempel des 
H. od. Wischnu (s. d.). Monaibt. 2, 50Sa. — 2) f.; 
—6 : ein auftralischer Baum, Spondias düleis u. 
dessen eßbare Frucht (auch: E-Vi). Zurmeister gB. 
2, 301, vgl. Ohen 3, 1779. — Harkero: s. 
Arriero. — Haricot (frz. —+5), m., n., -s; —: 
Schminkbohne: Ragout v. Hammelfleisch, Rüben 
2c. — Hariolatiön: s. Ariolatien. — Harim, 
m., —s; -e, —#: Harem (s. d. u. Divan 2a). — 
Harir (ar.), n.: Seide: H. Nasiri, Aufseher der 
Seide. Hammer 10, 349. i, m., —3 —: Seiden= 
händler, — auch Name, z. B. des berühmten 
Makamendichters. — Harle-kin (it.), m., -(e)s; 
e, — quin (frz. —keng), m., —s: —6: (s. Se.) 
1) der gewandte Spaßmacher im Lust'riel, im 
buntscheckigen Kleide (G—#s-- Jacke, s. Centunculus); 
5H-—s-Streich. = Posse 2c. — verallgemeint: 5., 
Hans H., wie Hans Narr, Possenreißer 2c.: Ein Har- 
leguin v. einem Bemrerlein [Name]. Spielhagen Pr. 
8, 40; Gine Art v. pbhilosorhischem Harlekin. W. 31, 
107 2e. — 2) übertr.: a) Art bunter Wollenzeuge. 
— b) ein Schmetterling, Geomstra grossulariäta. 
— c) der schwarze Speckkäfer, Gaukler. — d) Art 
Wanze, Cimex stölidus. — e) der kleine dänische 
Hund, Cänis variegätus. — f) Art Knabenkraut, 
Orchis mörio 2c. kinäde, f.; —n (auch mit qu 
st. k): Harlekins-Spiel, -Posse,-Streich r2c., auch: 
Possenreißerei u. Harlequinage l—kinäshel. Kohl 
Pet. 2, 154. — Harmamära (vers.-gr. 2c.), k. 
[S 24, 11: Art pers., rings durch Gardinen ver- 
schließarer Wagen. Weiss Kost. 1, 1328. — Har- 
masahn, m., 3; —#: s. Fihl. — Harmaättan, 
m., —; 0: ein afrikan. Gluthwind. — Harmon- 
ia (gr.), f. [8 21, 1): Harmonie (s. d.), auch: 
weibl. Name, z. B. die Gemahlin des Kadmus. 
Ramter Myth. 367 rc., s. auch Asteroĩd. Ticcello (it. 
itschello), n., —#;: Elli: Art Saiteninstrument mit 
harmonika-ähnl. Ton. Cichörd Cit-), n., -(e)s; 
e: Art Saiteninstrument in Form eines aufrecht- 
stehnden Flügels, dessen Saiten durch Reibung 
eines Cylinders ertönen. f.: -ehyn: (s. Ss.) 
das Zusammenstimmen sich auf einander beziehnder 
Harmonisch 477 
Dinge od. Wesen u.: das so Zusammenstimmende, 
nam.: 1) (Asthet.) das Zusammenstimmen der ein- 
zelnen Theile eines Kunstwerks zu einem Gesammt- 
eindruck. — 2) (Mus., vgl. 1; 3) das gleichzeitige 
Erklingen zusammenstimmender Töne (Tccord, 
s. d.) u.: eine zusammenstimmende Folge von 
Accorden (im Ggstz zu Melerie, als einer Auf- 
einanderfolge v. Tönen), sofern sie ein Ganzes bil- 
den (dazu: H.-Lehre od. Harmonik); zuw. 
minder genau: ein wohlklingendres Tonstück übrh. 
u.: der musikalische Wohlklang, s. Sulzer 2, 470 ff. 
— 3) (Mufs.) eine Vereinigung v. Blas= (im Ggsz 
zu Streich-) Instrumenten — u.: eine nur von 
Blasinstrumenten vorgetragne Musik: H.-Kon- 
cert (vorsch. 7); = Musik 2c. — 4) allgm.: Zu- 
sammenstimmung, z. B. (vgl. 2): H. der Farben. 
G. 37, 260; Die Farben-H. 3, 263; MisH. 
Sulzer 1, 478a (s. Dis-H.); Die H. der Sxpbären, 
v Il. Spbärenmusik 2c.; Das dein Ich für die große H. 
des Makrokosmus seltner Wallungen fühle als fur die 
Mißlaute seines Mikrokosmus. 3p. 2, 110;: Die rri- 
stabilierte (s. d.) H. 2c. — 5) (ftheole g.) H. (seltner: 
Konkordanz) der Evangelien od. Evangelisten, Evan- 
gelien H., die Ubereinstimmung der Evangelien- 
berichte über alles Christum Betreffende, — auch 
ein Werk, das diese Zusammenstimmung nachweist 
od. in einer die versch. Berichte vereinigenden Er- 
zählung vorführt. — 6) Eintracht: In der besten 
Harmonie mit einander leben; Die H. der Familie 
stören; Eine Liebe der Somprathie, eine H. der Herzen. 
w. 4, 167 (vgl. 2). — 7) häufiger Name geselliger 
Bereine: H.-Ball;-Koncert (vrsch. 3) 2c. — 
8) (Anat.) eine Verbindung v. Knochen mit fast 
ganz glatten Rändern. #re# intr. (haben): zu- 
sammen-, Übereinstimmen, in Harmonie sein; mit 
einander umgebn; tr.: Man möchte Amrhion's Cither 
nehmen, die Trümmer noch einmal zusammenh. 
lrurch die Harmonie der Löne zusammenbringen!. 
Gregorovius Kors. 2, 259. -ik, f.; —en: Lebre, Lehr- 
buch v. der Harmenie (s. d. 2), vom musifalischen 
Wehlklang. Siha, f.; —s, zikcn: Name verschied- 
ner Tonwerkzeuge, z. B.: Glas-H. (vgl.: Töne.., 
wie sie Franklin's Glocken nie entschwollen. Kofegarten 
Vo. 2, 191; Eine jener alten u. echten Harmoniken, die 
Bensamin Franklin erfunden haben soll. Gutzkow Z. 1, 
82); Klavier-H.; Die Töne der Munr-H., der 
Blasebalg-H. u. der Phyhs--H. J° Müller Phys. 1, 
142; ZiebH. (s. Accordion) 2c. ihal, a.: 
(Math.) auf harmonische (s. d. 3) Theilung be- 
züglich: H.-Punkte, s. vScbinden 242. ion, n., 
—6 : —#: s. Harmonium. Lisch, a.: 1) der Harmo- 
nie gemäß, zilwammenstimmend:; Unsemmerrisch, aber 
nichtdestoweniger b. Pücler Südöstl. 2, 310; Liebe 
findet nicht statt unter gleichtönenden Seelen, aber unter 
h—en. Sch. 755b 2c.; Wenn aller Wesen un-h-e 
Menge verdrießlich durch einander klingt. G. 11, 9 r2c. 
— 2) (I. 1) Akust.: Die h-en Täne sind diesenigen, 
deren Schwingungszahlen sich wie die Reihe der Zablen 
1. 2, 3, 4, 5 2c. folgen. Pouillet 2, 45. — 3) (s. 2) 
Math.: Drei Gräößen heißen h. proportionirt, wenn die 
erste sich zur dritten (geomekrisch) verhält, wie der Uber-
        <pb n="494" />
        Harmonisieren 
478 
schuß der zweiten über die erste zum Uberschuß der dritten 
uber die zweite, s. vSwinden 102 ff., auch über den 
Grund der Benennung. Dazu: #e Theilung, 
Punkte einer Linie; H-e Strahlen, die v. einem Punkt 
aus durch die h-en Punkte einer Linie gelegt sind 2c., 
s. 2S#teiner, die geometr. Konstruktion 2c. 6 ff. 
Sisi#eren, tr.: harmonisch machen, in Einklang 
setzen rc.; bes. (Mus.): Eine Melorie h., mit har- 
monischer Begleitung (mehrstimmig) setzen. Garienk. 
17, 216a 2c. ifl, „., n,—#; —2n: ein Harmonie- 
verständiger in der Musik, Malerei 2c.; auch: 
Einer, der — u. sofern er — sich in Harmonie 
mit Zemand befindet, z. B.: Bis ich als magnetisch- 
gestrichner Hellseher .. die guten Bissen, die mein 
Streicharz! vor mir kant, bei leeren Zähnen ihm ab. u. 
nachschmecke mit der obligaten Zunge als vorbestimmter 
H. mit seinem Geschmack. IP. (Wadeen. 4, 919)). 
il m., -en, —; -en: Mitglied einer v. dem Wür- 
temberger Rapp in dem nordamer. Flecken Har- 
mony gestifteten Sekte. -ium, n., —#; —#8: Art 
Harmonichord (s. d.): Etne Reibe Pianos u. Har- 
monions... Saufte Töne eines Hs. Gartent. 15, 
392a. — Harmöst (gr.), m., -en, —#; —en: Gon- 
verneur bei den Lacedämoniern: Der lacer ämonische 
H.-e v. Büyzanz. Jocods Verm. 7, 70, vgl. Hipparmost. 
— Harmolom (gr.), m., —(eys: —e: Kreuzstein, 
zu den Zeolithen gehörig, häufig in sich durch- 
kreuzenden Krystallzwillingen. Oen 1, 173 :c. — 
Haro (frz.), n.. — —6: Zetergeschrei. — Ha- 
roja, f.: —#: s. Aria 2. — Härpa (lat.), f. 1#8 23, 
1): Harfe. — Härpagso (gr.--lat.), m., —6; 
z-önen s8 21, 3, önis]: Art Enterhaken. Weiss 
Kost. 1, 915: 1263. Jon, m., —#; —6#: Geizhals 
(auch als Eigenn.). w. 25, 165, wie Härvar. 
164; 3, 131 r0. — Larpäst-on, -um #gr., § 24, 
2, n.): Art Ballspiel. Guhyl 2, 274; Weifs Kost. 1, 
905. — Härpe: 1) (gr.), f.; —n: Hippe. 1, 
271: Jarabs Verm. 5,462.—2) (frz. (bhärp'), f.; —#: 
Harfe. ggi 2.: s. Arpegg 2c. -it, m., -en; en: 
versteinerte Harfenmuschel. — Harpeus, f.: s. Har- 
püse. — Larpic: s. Harppe. — Darpoôkrates (gr.), 
m., uv.; 0: der Gott der Verschwiegenheit bei den 
Agyptern, gr. auch Sigalien. — Harpün (engl.), 
m., —(e); -e: Harpune (s. d.). G. 23, 397; 
Zelt. 4, 340; Humboldi (Wachetn. 4, 117215) 21c. 
age (i#b), f.; —n: das Harpunen. e, f.; —n: 
eiserner Wurfspieß mit scharfer Pfeilsvitze an einer 
Leine, zum Fang v. Seethieren: Bär= od. Bören-] 
H., kleinre, für Eisbären, Walrosse 2c.; Fletbs- 
H., für Walfische, s. Bobrik 79a: Flinten-H., ab- 
geschossen, st. geworfen 2e. Ten, tr.: harpunieren. 
S#ume Gd. 219. — fer, m., —5; —e: Harpunen- 
werfer. Bobrik 3 Züb rc.; auch ein Vogel mit spitzem 
Schnabel, womit er, aus der Luft auf die Fische 
zufahrend, sie anffpießt, Täntalus jaculätor, Har- 
punenreiher. —ieren, tr., auch o. Obj.: die 
Harvpune werfen; damit ktreffen. -ĩtrer, m., ; 
uv.: Harpunier, z. B. Bobrik 72 1a c. — Har- 
päse, t.; —n: (seem.) Harz, womit vor Fäulnis 
zu bewahrende Theile des Schiffs bestrichen werden, 
holl. harpuis, Harpeus, seltner: Die Harz- 
Hafardieren 
veuse vom Bregang ist belnahe abgewaschen. H5 2midt 
(Hausbl. 56) 1,453.— Harpb-#, ie (gr.), f.; —n: 
geslügelte, raubgierige Unholrinnen, auch bildl.: 
ADecker Rabb. 1, 1, 34; 2, 1, 221; C. 12, 175; Romler 
Myth. 237; w. 1, 3: 12, 47 c., vgl. v. Il. 16, 150 2c. 
u.: Die Augen-Fledermäuse (Pteropus) wurden in der 
neuern Zelt auch Vamxyre genannt u. die Alten scheinen 
sie unter dem Namen der Harryien . bezeichnet zu 
haben. Ohen 7, 983; 991 2c.; auch Art Aldler, 
Fälco harpFia. 7, 151; Der Tyrann, Spizäölos 
tyrännus, gilt neben der Harvpie für den grausamsten 
aller geslugelten Räuber Brasiliens. Brehm Bild. 39. 
Tenhaft, a.: harpyenartig. GCutow Unterh. (54) 2, 
727. — Harr (pers.): eine Art kleiner bunt- 
gefiederter Enten. Petermann Or. 2, 124, vgl. Horr. 
— Harrahirri: s. Harakirri. — Zärras: 1)s. 
Rasch. — 2) als Eigenn.: H., der kühne Springer ie. 
Dazu: Sie hatte einen wabren H.- prung im 
dußeren Bekenntnis gemacht. Garlenl. 17, 196b :2c. — 
Harschier, m., —(e)s: -e: Hartschier (s. d.), 
Gensdarm. pPestalazzi 4, 6 rc. — Harfela, f.; —: 
ägypt. Gewicht = Oka = 100 Drachmen. Encyhl. 
f. Kaufl. 6113. — Hart: s. Hard. — Hartebeest 
(boll.), n., —(eys; —e: „Hirschthier“, Antilöpe 
cääma. Ohen 7, 1389; Ein Dutzend H-c. Moarlin 
Liv. 2, 212. — Harlschier, m., -(e)s; S#e, —6 
(s. Arciere): Art berittner Soldaten, Leibtrabant ze.; 
Die H-e. Aleris H. 2, 1, 149; Wie kommen wir durch 
die H—s# u. Garden? Sch. 396b; Die H-e. Kaumct 
Tasch. II 5, 229; Dem Haurtmann der H-####20 2c. , 
s. Halschier. — HGaruf, m. : Das vers. Stummel= od. 
Fetlschwanzschaf., ar.: Hbaruf. Brehm Hab. 66. — 
Garnja: s. Aria 2. — Harüfp-er (lat.), m. 
1&amp; 24 3, Sicis): etruskischer Wahrtager u. Zeichen- 
deuter: Ausspruch Kato's, daß kein H. einen seiner Kol- 
legen, ohne zu lachen, ansehen könne. Guhl 2, 315, 
vgl. (darauf anspielend): Angur (s. d.) äügurem. 
Gutkow Z. 8, 33. cium, n., —; ken s8 24, 2, 
n.]: Wahrsagung aus der Oyferschau. — Har- 
wäni (türk.), n., —s; —#: H., das span. Mantel- 
kleid, das heute die Stelle der Staatskleider vertritt. 
Hammee 10. 349. 
Hasan: 1) s. Chasen. — 2) Uterwurf v. einem 
Sbawlzeng, welches man H. Ghuli Kban nennt. peter- 
mann Or. 2, 257. — Hasärd: 1) (frz., — in ganz 
fri. Ausspr. asär), m., —s: 0: Zufall, das Ge- 
rathewohl, Glücks= od. Wagesriel: Es ist nur ein 
Schlump od., was die Franzosen IIazard nennen. (eib# 
niv (Wackern. 3, 101619); Um v. Dem zu leben, was 
ihr Geit Hazard in den Schoß wirft. Wachenhdulen Ev. 
64; Ein gewagtes Sxiel, ein böchst zweifelbaster Hazard. 
Westermann 3, 639b re.; H.= Spiet,Spvieler kc.; 
Par h., zufällig; A tont lin] h., auf gut Glück 2c. 
— 2) südd. st. Haß (s. d. Ss. Anm. ); Groll rc.: 
Es ist ja Christeupflicht, daß man keinen H. auf einamer 
bat. Auerbach Dorfgsch. (IV) 2, 308; Hassard 2c. 
-ieren, tr., auch o. Obi.: aufs Gerathewohl Et- 
was thun, wagen: So hasardiere ich doch die gefährl. 
Rede. Cicch Tischl. 1, 244 rc., auch rell., m. Angabe 
der Wirkung: Da srekulieren wir ins Gelag binein u. 
hazardieren uns zu Grunde. Hamb. Ch. 2, 357 2c. —
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        Haschee 
Hasch-, .iren: s. Hach 2c. — Hasch-asch, m., 
uv.; uv.: Die Liebhaber des Hanfrauchens, die sogen. 
H. Hausbl. (60) 3, 450 2c. -isch, m., uv.; 0: H. 
Das Wort bed. ganz einfach Kraut im Allgm., wird 
aber insbesondere v. unserm gw. Hanf gebraucht. 
Der Orientale genießt H., um Gesichte hervorzubringen, 
die ihn in das Paradies zaubern. 172; Kaffehäuser, die 
s. g. Mehschasch, in welchen die gemeinen Leute H. 
genießen. 480 (s. Bang; Bengali; Dawamest; Schiera, 
auch: Kef): Sich der Leidenschaft des Opium= od. H.= 
Rauchens ergeben. Ausld. 39, 90 6a (der indische Hanf, 
Hadschisch. 839a); Gortenl. 15, 520a; UatZ3. 21, 
106. H. bez. im Allgm. Gräser jeder Art, insbesondere 
aber versteht man darunter ein Berauschungsmittel. 
Es wird bereitet aus den Samenkörnern des indischen 
Hanfs 2c. Peiermann Or. 1, 565; Sedes Krant, was der 
Araber H. nennt, wird in Ispahan Alef genannt. 2, 
227; Man kennt in Ispahan 2 Arten v. Theriak od. 
Orium, den die Mubammedaner in den Tabak mischen 
u. mit demselben rauchen. Die eine beißt Chesch- 
chäsch (dies ist der Name des Mobns) ., die andre 
Art heißt Benk. . Dies ist wahrscheinl. der in Shrien 
u. Arabistan bekannte H., welcher aus dem Samen der 
Cännabis indica bereitet wird. 226; 306 2e., vgl.: 
Haschischet, das Bilfenkraut; daher: Haschischin, 
die Assassinen [s. d.). Hammer 10, 349. — Hafsel- 
ant, m., -en, —#; en: (i. Ss.) ein Hans Hase, — 
possierlicher, spaßhafter Mensch, Geck, Laffe, Groß- 
sprecher 2c. heren, intr. (baben): Männchen 
machen, Possen, Scherz, wilden Lärm treiben rc.; 
Sein Vermögen, seine Zeit ver h., h-d, leichtfertig 
durch-, hinbringen 2c. — Hasirän: s. Ab 1, 
Schluß. — Häsit-ation (lat.), f.: -#en: das 
Häfitieren. - Uren, intr. (baben): schwanken, an- 
stehn, zögern, stocken, anstoßen 2c., auch: Hesi- 
tieren. pöchler Suröftl. 1, 80. — Lashoräth: s. 
Sitoron. — Hasn-adar, Se: s. Chafine. — Hafsa- 
gai: s. Assagas: Nicht die Art, sondern die Hassagave. 
Globus 11, 219b. — Hafsas (arab.), m., uv.; 
uv.: Märchenerzähler, Essamir (s. d.), auch: 
Rouabs, Tassas. Uolenkranz Poes Gsch. 368. — Haf- 
soch (engl.), n., —s; —#: eine Matte als 
Knierelster in Kirchen 2c. — Hast-a (lat.), k. 
[8 24, 1: 1) langer Sreer, Spieß, — auch als 
Zeichen öffentlicher Versteigrungen dienend: Ad 
h— m (püblicam), zur (ösfentl.) Versteigrung; Eiwas 
kommt süb h., unter den Spieß (zur Versteigrung, 
s. subbastieren). — 2) Die H. beträgt die Länge vom 
Ellenbogen bis zur Sxitze des Mittelfingers, etwa 16“. 
Elobus 12, 218b. -ãtus, m. [8 24, 21: urspr., ein 
mit der Hasta Bewaffneter; dann: ein Fußsoldat 
aus der ersten Reihe des Treffens: Daß die hästa 
nur noch den Triariern als Waffe verblieb, während die 
hastäti u. principes ras kurze pillum ls. d. ] erhiclten. 
Guhl 2, 354; Westermann 3, 11 9a 2c., s. Legion. — 
Häft (schwed.), n.t, —; —ar: Pferd: Nya H-ar! 
frische lneue] Pferde! Jazar 15, 64b. 
Hat: 1) (ind.) n., —: —: s. Geriah. — 2) 
(ar., türf.), m., —5; —: Hatlt), Chatt, das Schrei- 
ben, Erlaß des Sultans, auch H. od. Hate#i m. 
nachfolg. Ew.: Humajum (kaiserlich) od. Scherif 
Bausierer 479 
(erhaben), z. B.: Der H. Humajum. .. Der H. 
frankl JZer. 1, 173; 126; 221; Der kaiserliche H. 
Humasum. 252 2c.; Nach Erlaß eines H—##v. Seiten 
des Großberrn. Grenzb. 26, 1, 300; In dem berübm- 
ten H. v. Gülhane vom 2. Nov. 1839. ebd.; Bei all 
den H—s. 302; Trotz des Hatti Hamaynn. 92; 
(26, 4, 127); Begleitet v. 3 kaiserl. Hatts. UNa3. 
21, 227; Den H. Humasum vom 3. Febr. 1856 rc. 
20, 121; Die Bestimmungen des Hatti Humayum. 
233 2c.; Der Hattischerif v. Gülhane vom 3. Nov. 
1839. 19, 469: Der erste Hattischerif, den die 
Pforte zu erlassen geruhte. CBabert 1, 184; 187 2c.; 
Ross Ins. 2, 63; Ausführung des H. Humabums. 
Dolksz. 1 5, 60 rc., vgl. Chatt-scherif. Hammer 
10, 342 2c. — Hatchet (engl. —schit), N.t, —: —#: 
Beil: H.-Braun, eine rothbraune Malerfarbe, 
der Niederschlag eines Kupfersalzes in der Auf- 
lösung des blausauren Eisenkalis, s. Prechil 2, 26. 
— Hate (frz. är), f.; 0: „Hast“, Eile: A la h., 
in Hast; Avéo leckl h., en Langl h., schnell:e. — Late- 
lette (frz. atleit), f.: —s: geröstetes Spießbrätchen 
u.: die Bratspießchen. -reau (—ö), n., uv.; —x: 
gerösteter Leberschnitt. — Hathör (ägypt.), k.; 
—en: Venus (o. Mz.). Mag. d. Ausld. 35, 574b 2c. 
— u.: Venusdienerin. 515b. — Hati 2c.: s. Hat. 
— Halo (span.), m., uv.; —: Viehzüchterei auf 
den Anden (s. Estancia). — Haträsch (türk.), m., 
uv.; ur.: Aufgebot an die Grenzvölker in Kroa- 
tien u. Bosnien. — Hakroll (engl. —#l), n., ; 
—6: H—S, eine Art warmer mit Butter bestrichner Sem- 
mel. Grubt Cb. 1, 112 wohl: Hotrolls. — Hat- 
schertf: s. Hat 2. — Hatschfer, m., —(eys; —e: 
s. Hartschier. Berlichingen 215; Die H.-Garde. G. 
20, 231 r#.; auch an manchen Orten — Policei- 
soldat, Gensdarm. Hebel 3, 105; 231; 242 te.; 
Heer. 173 ꝛc. — Halt 2c.: s. Hat 2. — Hatta- 
rath Zoräah (hebr.): s. Morenu. 
Hau: s. Pai mariri. — Zaubert (frz. Ghebär), 
m., —#; —s: „Halsberge“, Kettenhemde als 
Panzer. Weiss Kest. 2, 638.— Haubitz (böhm. 2c.), 
m., n., -es; —e: Haubize. ade, f.; In: 
Beschießung mit Haubitzen. Kauguk 1. 185. 
e, f.; —n: grobes Geschütz, den Ubergang 
von den Kanonen zu den Mölrsern bildend: 
Zwei Kompagnien mit zwei Berg-H-n. Whöeine 
Weltr. 2, 90. — Haudedsch (türk.), f.: 0: 
Kamelsänfte. Hammer 10, 349. — Hauhäü, m., 
—#; — : s. Pai mariri. — Haulin (chines.), 
m. , —8; —6: der vierte u. höchste, einen Sitz 
in der kaiserlichen Akademie gebende Grad. 
WhScint 2, 171, vgl. Tsinß. — Haüsch (ar.), n., 
uv.; uv.: Landgut, Pachthof in Algier. — 
Hausikr-en, intr. (haben): 1) Waaren v. Haus 
zu Haus feil bieten: Mit Etwas h. gehn; Das Derf 
ab-, durch-h. ic.; Hausier-Gewerbschein; 
.Handel; Händler: „Jude 2c. — 2) (vralt.): 
a) z. B. auch v. Marodeurs: Kamrieren u. h. Sim- 
plicilsimus 1, 107 2c. — b) wohnen: Etliche h. in 
den großen, hohen Bäumen. S Künker (Kurz 2, 177a); 
Scultetus (f. 8, 308). — C) hausen, wirthschaften, 
poltern. -er, m., —s8; —#8: Einer, der hausiert,
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        Hausse 
Hausierhändler: Die Meßzger- od. H.-Post. Corvinus 
Born 1, 226, Briefbefördrung durch H. c. — 
GZauss-e (srz. (bbs ), f.; —: 1) erhöhende Unter- 
lage. — 2) das Steigen der Börsenpapiere (Ggstz 
Baisse): A la h. srekulleren 2c. — öl, m., uv.; —: 
Ringkragen. Zen, tr.: Börsenpapiere in die Höhe 
treiben, s. baissieren. -ier (/#4), m., —#s: —: Spe- 
kulant à la hausse (s. Bull 2). — Zäüflue (lat.), 
m. I§ 24, 4): ein Trunk, soviel man mit einem 
Mal niederschluckt, — bes. v. Arzneien. — Häuß- 
mann (frz. ößmann), m., —#s;—6: Name, — bes. 
des Präfelten v. Paris, der die Stadt durch Neu- 
bauten fast umgeschaffen. Danach antonomastisch: 
Als den eig. Kanalisator u. den kleinen „H.“ Frank- 
furts. Na##. 22, 296. — Häüt: 1) (ind.): s. 
Geriah. — 2) (franz. (h)0), a.: hoch, — 
weibl.: h-e (h)öt): De h. en bas (s. d.); En 
lang] h., in die Höhe, hinauf; H. et puissant le 
püißängs, „hoch u. mächtig“, frühere Bez. der Ad- 
ligen, z. B.: Weil der Zufall sie v. keiner h-e et 
puissante Dame auf den Namen eines ihr .. an- 
getrauten h. et puissant Seigneur Ißenjör] geboren 
werden ließ. W. 31, 105; Den übrigen weiland LlsS 
et puissants Seigneurs. 104 2c.; ferner z. B.: H.= 
Barsäc, H.-Brionlbriöngl, H.-Preignac lvren- 
jäckl, H.-Sauterne (sotärn] 2c., Namen v. Bor- 
deaurweinen 2c., s. Medoc; außerdem z. B.: H.= 
Bois lboäl, s. Hobee (u. Hoboist); II.-de-chansse 
lschötz. Hose; H.. Domaine ldomän's, Oberhoheit 
des Regenten über mediatisierte Fürsten; H.-Fond 
(s. d.); H.-geüt lgul, „hoher Geichmack“ (. M, 
518). d. h. pifanter, so bef.: der eigenthüml. 
Wilrgeschmack (vgl. Fumet): H.-Relief, im 
Ggstz zu Basrelief-(s. d.) 2c.; ferner sem., z. B.: 
Eine Tochter der Ilaute-Finance löt-finängß, 
bohen Finanzweltl. Hausbl. (66) 4, 11; Ratz. 18, 
527 r2ec.; H-e-Contre (lköngt'r]), Alt-Stimmec, 
Sänger; ll-e-lisse, s. Gastz Basselisse; H—e- 
marce (s. d.): Genug v. diesen Narrheiten, die ja 
auch weiter Nichls als h##e nouvreanté snuwotẽ, 
neueste, jüngste Neuigk.] sein wollen. Nat#3.20, 
439; II--taille (äl], hoher Tenor (Ggstz 
basse-taille); A b voix lwos], mit lanter 
Stimme; II- volce lwolel, Kreis der Vornehmen: 
Die h-e volce des Städtchens. Gartenl. 1 3, 657b ce., 
vgl.: In der h### Cocotterie (s. d.]. Wachenhusen Er. 
81; Die h-e Bicherie [s. d. )l. 36 ꝛe. Lain 
((b)olengl, a.: hochmüthig, stolz, — weibl.: II.e 
I—än'], u. so auch gespr., mit dentscher Verläng- 
rung durch Flerion: Mit einer h-en Verachtung. 
Rodenberg Ins. H. 1, 19. -e: s. haut. -emenl 
(—’mängl, adv.: hoch u. laut, ohne Rückhalt in der 
Außrung 2c. sse, f.; —8: Hoheit, — Titel des 
Sultans (vgl. Altesse). - cur (-ör], f.: —: Hoheit, 
Würde: Die 10 Gebote sind freil. auch nicht mehr à la 
h. dn jour ldü shur, auf der Höhe des Tages, der 
heutigen Zeit, — Iron. J. Naumer Frkf. 1, 93 rc.; 
Stolz; Hochmuth 2e. — 1janßn, m., —: —e: 
Fossilien, die zu der Sippschaft des Leurits ge- 
böoren (benannt nach dem frz. Mineralogen Sauy, 
1 1822);: Kali-- H. od. italischer Ö. Ohen 1, 181; 
480 
Geautontimorumenos 
Natron-H., deutscher H., Spinellan u. Nosean. d2dd.; 
Westermann 3, 61 8b. 
HQävan, n., —#;—; altpers. Weihwassergefäß. 
weise Kost. 1, 310; 314. — Havuaͤnn-alh): 
Hauptstadt v. Kuba; dazu: H.--Zucker od. 5., 
nach der Stadt H., von wo die Verschiffung statt- 
findet. Karmarsch 3, 706; Gelber H. zu 33 sh. Uot3. 
20, 401 ꝛe.; H.-Cligarren. püaler Süröfll. 3, 
43; Zünden wir uns eine frische H. an. Gortenl. 16, 
306b; Spielhagen Pr. 2, 182 ꝛc. Jahkra, f.; „s: 
Art Tanz. Ha#iano 112; 134; 191 ff., vgl.: Ha- 
banera (merikan. Nationaltanz). Hollonitz Mer. 
167. — Havarie: s. Avarie. — Lave: f. Are. — 
Haveloch (engl. bewlck), m.: Name, — eines be- 
ruhmten brittischen Generals in Indien. Wektermonn 
3, 53 2a ꝛe.; danach eine Art Rock od. Uberwurf: 
Sie umhüllten sich mit ibren Hes, Plaids r2c. Bastiano 
24; C. v. Stt Geb. des Gl. 1, 100 2c. — Laverié: 
s. Avarie. — Bavildär (ind.), m., — #: —s: Unter- 
offieier. Westetmann 3, 523b 2c. — Havitfuki, u.: 
in Japan, die Strafe der Kreuzigung. Kog. d. Ausld. 
36, 33a. — Havresac (frz. (h)aw'rßäck), m., —; 
—6: „Hafersack“, Tornister. 
Hawadize (ar.): Art kleiner Wasserröge! mit 
langem, krummem Schnabel: Ernige nannien sie 
Ferära, Andere H., noch Andere Kerräsch. pelermann Or. 
2. 125. — LHawädschi (ar.), m., — ; —6: eig. 
„Kaufmann“, — danach Bez. für die Eurrrier 
in Agypten 2c. Globus 12, 523; 51b.— Hawamal, 
n., —; —s6: das „Lied des Hohen“ (T. h. 
Odins), — ein eddisches Gedicht. Simron Myoib. 
269. — Hamäri (kurd.): Kriegsgeschrei. Petec- 
mann Or. 2, 28. 
CGäßti: s. Dominge. — Hazard 2c.: s. Hasard. 
— Hazwäresch: s. Pehlewt. 
Head (engl. berr), n., —s; —: „Haurt“: 
Eines der Häupter der Kollegien (D—s of colleges 
((ölledsbis). Koht Engl. 3, 12; 28 (s. Visitor) #c.; 
Die Direckteren der engl. Gelehrtenschulen haben den 
Titel II.-master. 2, 241: Der II.-master (Direk- 
lor) der Schule. 1, 34; Die H.-Mäster u. Nebenlebrer. 
Uat3 19, 476 2c.; Die Vorgebirge b.-lanuds. 
HKohl Irl. 2, 108 2c.; II.-righr: lreitl, n., v. der 
nordamer. Regierung ausgestellte Anweisung auf 
eine Strecke Staatsland 2c. — Hrallh (engl. Leih): 
Gesundheit: Board (s. d.) of h. — Heap (engl. 
bip), m., —#; —#: Haufen. Gerscker Meis. 1, 79. 
— Hear (engl. hir): hört! — Ruf bei einer Rede, 
wodurch die Hörer das Gesagte als sehr beachtens- 
werth bezeichnen wollen, — auch II. him lihn!). — 
Learlh (engl. bärth), m.: Herd: Den II.-stone 
(ston, -Steins, die steinernen Platten vor dem Herre. 
Koht Engl. 2, 171. — Heant-ognosie (gr.), f.; 
0: Selbsterkenntuis. G. 3, 225, s. Autognesie. 
Tonomfe, f.: s. Autenomie ꝛe. ontimorumemte, 
f.; 0: das Wesen eines Heautontimorumenos, 
Selbstqnälerei. G. 3, 129. Tontimorümenos, 
m. [/§ 24, 21, uv.; nen: Selbst-Peiniger, -Quaͤ— 
ler: Die Heantognosie unserer modernen Horochonrristen, 
Humoristen u. Heantentimorumene n. 3, 225, — eig., 
der Titel eines Lustspiels v. Menander, das wir
        <pb n="497" />
        Heaven 
noch in Terenzens Nachbildung besitzen, s. w. 21, 
134; 336. — Hcaven (engl. heww'n): Himmel. 
ln (ih, a.: himmlisch: Porter heißt tus h. wét, 
das himmlische Naß. Soartenl. 16, 170b re. 
HJebdom-adäl (gr.-lat.), a.: wöchentlich, — 
auch: H-isch. -adär, m., —e)s; —e: Wochner, 
Einer, der — u. sofern er — den Wochendienst, 
die Wochenaufsicht hat 1c.: Der zeitige H., Aksunkt 
Dr. M. Programm aus Pforta 1852 p. X 2c., auch: 
N-ius (§ 24, 2). as, f. [8 21, 3, ömadisl: 
Woche. — Höbe (gr.), f. —n: (Myth.) die Göt- 
tin der Zugend u. Munrschenkin der Göttin. w. 12, 
238; 20, 302; 33, 391; 3. 177 (vgl. Ganymed; Ju- 
venta 2c.); danach auch verallgemeint, z. B.: Schöne 
H. .. reiche mir die Nektarschale so voll wie einem 
Olpmpier! (Aristipp an Lais.) 22. 236 rc. u. übrh. 
Schenkin: Eine der H-ndes dustern Kellers. Spiel- 
hagen Pr. 8, 49 (vglI.: Die 3 Viermamsells. 14) 2c., 
s. ferner Asterold. — Hebechsa, f.; —s: eine Fest- 
speise der Mandaͤer, auch — wegen der vielen In- 
gredienzien — Settinije (aus 60 bestehnd) genannt. 
PDeiermann Or. 1, 121. — Debet-keren (lat.), tr.: 
stmurf machen, abstumpfen. ilt, m., -en, —s; -en: 
stupider Frömmler, s. pückler Süröstl. 1, 96; 2, 5; 
Bei einer H-in, vulgo Frömmlerin genannt. Semitasso 
Akr. 1, 249 2c. ude (sfrz. (bbebetür), f.: Stumpf- 
heit, Stumpfinn. „üdo, f. [8 24, 3, üdinis]): 
Stumpfheit: II. déntium, der Zähne; visus, des 
Gesichtsc. — Hebr--eln, intr. (haben): hebräisch 
sprechen, jüreln, mauscheln (s. d.). Simplicilsimus 
4, 19028 1e. -äer, m., —s; uv.: H., Ebräer 
(1. Mos. 40, 15 2c.), Nachkomme vom Stammvater 
Eber (s. 1. Mos. 10, 21 ff., vgl. Sesen#ius s. v. 
u. 2), Inde, Israelit: Krorte= (s. d.] 
H. 2c.; auch — Kenner des Hebräischen. al#cilät, 
1.; —en: Kenntnis des Hebräischen; Eigenheit des- 
selben 2c. - d#icus, m. I§ 24, 2): Hebräer, bes. 
Kenner des Hebräischen. -äisch, a.: auf die 
Hebräer — nam. ihre Nationalität u. Sprache — 
bezügl., sie betreffend 2c.: Die h-e Sprache; Im 
Hen#c. aisi#eren, tr., auch o. Obj.: nach dem 
Hebräischen formen, modeln, vgl. judafsieren. 
-aism, m., —en; —en: Eigenthümlichkeit des 
Hebräischen, vgl. Anglicism; auch: Im frätern H-us 
LHebräischl. Gesenius Wörtrb. 55 Sa 2c. 
Zedajaäge (türk.), f.; —#: Geschenkgebühr. 
Hammer 10, 319. — Zeder-allat.), k. 1824, 1]: 
Epheu. acsen, pl.: exheuartige Gewächse. -in, 
n., —e)s; 0: ein im Samen des Epheus enthalt- 
ner Stoff. — Hedgär (türk.), n., —; —8; hei- 
liges Gebiet. Grenzb. 26, 4, 134. — Hedhert 
(ar.), m.: Fellah (s. Ber#nin). — Hediclidi (ar. 
hedshelidsh): H.= (Balanites-) u. Akacienbäume. Globus 
4, 3b. — Hedön (gr.), m., —; —: fingierter 
Eigenname zur Bez. eines Lüstlings. w. 25, 182 2c. 
Siker, m., —#; uv.: Aristirp. Seine Anhänger wer- 
den Cyrenaiker genannt, auch H., von Hedone, Wollust. 
24, 282 ff.; 21, 256 (vgl. Epikuräer) 2c. -ismus, 
m., uv.; 0: die Philosophie des Aristipp. -ist, m., 
en, —#s; -en: Hedoniker, vgl.: Aristipp, Stifter der 
h-ischen Schule. Mag. d. Ausld. 34, 339a cc. — 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Heimskringla 481 
Zedra (gr.), f. [824, 11: Sitz: After. — Hed- 
schäme (ar.): Außerlich wird bäufig das Schrörfen, 
H., angewandt, welches auch in dem Orsent die Barbiere 
verrichten (raber sie Herschschäm genannt werden), 
so wie das Brennen, Kal genannt. Petermann Or. 2, 
305. — Jedschin (ar.), m., —s; —#: Reit-Kamel 
(l. Kamel). 1, 302. — Okcdschra (ar.), f.; —: 
Weggang, Auswandrung, — genauer: Hrrschret 
(s. Hammer 1, 572; 5, 697; 10, 349; 676 2c., s. 
Hagar, vgl. Hegire; Mohagrin), nam. der Weggang 
Mohammed's v. Mecca nach Medina, — als Be- 
ginn der mohammedanischen Zeitrechnung; danach 
verallgemeint, z. B.: Bis zu dem denkwürdigen Jahr 
1793, der H. der Czernogorzen. Cabert 1, 95. — 
Hed-Hchroum sgr., § 24, 2, n.]: Arzuei, ange- 
nehm v. Farbe, Aussehn 2c. path'e, f.; -eyn: 
Zustand des süßen Behagens. -phän, m., 
—(e)8; Se: ein arsenikreiches Blanbleierz. Oken 1, 
377 v. —Bsma /§24, 3, n., -tis]: Das, wodurch 
Etwas schmackhaft wird; Würze; versüßender Zu- 
satz zu einer Arznei 2c. 
Hefti-äner, m., —s; uv.: Scherz-Bez. für 
Jemand, dessen Weisheit hauptsächl. in seinen ge- 
schriebnen Heften beruht. 
ODeg-emon (gr.), m., —, önen; —, önen: 
Führer: An Zeus Meilichios u. Herkules H. zu 
glauben. W. 23, 21; Der ganze Heerbann, den die 
Halbinsel ihrem Heen stellt. Curlius Pel. 1, 115 r2c. 
T-emonc, f.; 0: eine der Grazien (s. d.). C. 
12, 30; Hederich Myth. 1215. emonik, fl.; 
—(ehn: Führerschaft, nam. die eines Staats in 
einem Staatenbunde: Die H. zur See ging v. Sparta 
auf Athen über. Kriegk 1, 387; W. 23, 225 2c. — 
HZegir-a (bestb-, f.: Hedschra (s. d.): H. ist um 
Nichts besser ausgesrrochen u. geschrieben als Mahomet 
st. Mohammed 2c. Hammer 10, 676. eEire (ir), f.: 
Herbelot's Wörterbuch .. Nun mußte der frz. Gelehrte 
orientalische Wörter der nationellen Aussfrrache 
aneignen .. welches denn auch in deutsche Kultur 
berüberging. So sagen wir noch H. lieber als Herschra, 
des angenehmen Klanges u. der alten Bekanntschaft 
wegen. G. 4, 335; Der Jahrestag meiner H. von 
Karlsbad. 24, 106 2c. — Heglik, m., —s; —6 : H., 
H.-Baum. Auskd. 38, 8913. — Hegümen -os (gr.), 
m., uv.; zoi: Abt, s. Igumen. 
Behẽne, m. , —; —#: Die Zahl der Moskitos, 
der Sancudos, der H—#, der Sandfliegen u. ähullcher 
Divteren. Scherzer Nat. 67, vgl.: Die kleinen giftigen 
Stiche der Henchengs, einer winzigen Mückenart lin 
Ecuaror]. Gerstäcker WW. 3, 255; 309 2c.; Jegenes. 
Keyer Konv. 11, 763a. 
Hei! (russ.): vorwärts! — Ruf des Tschn- 
maks. Kohl Sürr. 1, 26. — Zeiduck: s. Hairuk. 
— Heihat (türk.), pl.: die Steppen. — Beilöt: 
s. Helot. — Heimärmen-e (gr.), f.; zai: Schick- 
salsgöttin, Parce (s. d.). w. Luc. 6, 400. — 
Heimdal (nord. Myth.), m., —; 0: H., den 
Wächter der Himmelsbrücke. Limrock Myth. 83; 
321 ff., vgl. Bifröst. — Heimskringla (nord.), 
f.; 0: Weltkreis. Kohnike Fr. 107; 109, auch als 
Name eines Werks v. Snorre Sturleson (711241), 
31
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        482 Tjeiri 
s. Rosenkronz Voes. Gsch. 307; Simrock Fr. 197 2c. — 
— Hekri (ar.), m., —#: —6: Laufkamel, s. Malhari. 
— Hekitihi: auf Neuseeland, Art Halsschmuck 
(Amulett) aus Nephrit. 
Hekate (gr.), f.; —é, —Uus; 0: eine Göttin 
der Unterwelt, Zanbergöttin 2c.: Drelnamig-Drei- 
gestaltete, dich ruf ich ..Diana, Luna, H. G. 12, 
138. — Zekat-ombäon (gr.), m., —;0: Mo- 
natsname. w. 21, 197 r2c., s. Anthesierion. -mbe, 
f.; —n: großes Opfer, — eig. u. zunächst von 
100 Stieren: Dank- (v. Od. 17, 50); Fest- 
(1, 25); Sübn= (3, 144) H. 2c.; übrir.: Plalen 6, 
17; H-n von Menschenopfern hingeschlachtet. W. 30, 
63. ömpedon, n., —#; da: ein Gebäude von 
100 Fuß Länge 2c. Guhl 1, 25. -omphonte, k.; 
—(eyn: Tödtung von 100 Feinden. -mpolisch, 
a.: 100 Stärte haltend. -ömpplisch, a.: hundert- 
tborig. -önch (ehir, m., zonch (E)iren; -onchlẽ)iren: 
Centimane. onch ()krisch, a.: hunderthändig. 
ontade, f.; —n: das Hundert. -ontärch, m., 
en, (—#); —en: Hauptmann über Hundert, Cen- 
turio. -onlarch'#, f. - (ehn: Centurlat. -oflhlon, 
n., —#; la: Gebäude mit 100 Säulen rc. — 
Gekim: s. Hakim. — HLekla, f.: —#s: s. Hötull. — 
Gchtare), m., n.,; —#: ein Maß —= 100 Ares 
(I. d., vgl. Hetto-liter r.). — Hcht-ih (gr.), k.: 
(—en); -ica, 1. 18 24, 11: Schwindsucht. ziher, 
m., — ; uv.; --icus, m. /§ 24, 2): ein Schwind= 
süchtiger. -isch, a.: schwinrsüchtig (frz. Ctique): 
Hles Fieber; H-e Röthe ie. — Hcktocdrisch (gr.), 
a.: „sechstelflächig", von Krystallformen (vgl. 
hemkerrisch). — Ochto-grämm, -liter, meler, m., 
n.: (s. Deka) je 100 Gramm (s. d.), Liter (s. d.), 
Meter (s. d.). — SBchtor (gr.), m., —: —6: 
1) Eigenn., bes. des tapfersten trojan. Helden, 
auch antonomastisch: Ein H. in der Schlacht,ein 
Paris bei ren Schönen. W. 12, 171 2c. — 2) ((.Ö 1) 
Karobube im Kartenspiel: Den Cäsar, H., Karl u. 
David. Uachel 6, 300, s. phoRunge 1, 250. — 3) 
(s. 1 u. Achill 2) ein Schmetterling. — 4) Art 
Leistenschnecke, Mürex lämpas. Ohen 5, 487. — 
5) Hundename. 
Hel: 1) (nord.) f.; 0: H. ist Göttin der Unter- 
welt, später als Hölle sachlich gefasst. Simrock Fr. 195; 
Myth. 348. — 2) (mandäisch) ein den Nelken 
ähnl. Gewürz. Peiermann Or. 2, 121. — Helado 
(span.), a.: gefroren; durch Eis gekühlt: Ver- 
schiedene Arten gekühlter Getränke, bebidas heilädas. 
Globus 7, 2280. — HZel-ena (gr.), f.; 5##; (Ce); 
I-#, f.; —, —ns; (-n) ): weibl. Name, bef.: 
die v. Paris entführte schöne Gattin des Menelaus, 
um die der trojanische Krieg entbrannte, die 
Schwester der Dioskuren (s. d., vgl. Elmsfeuer): 
Laß dann mich [Parls] vor dem Volk u. den fslreitbaren 
Held Menelaos küämpfen um H. rc. V. Il. 3, 70; 
154 ff.; C. 12, 78 ff.; 163 ff.; antonomastisch: 
O Fluch dem Tag, da dieses Landes Kuste] gastfreund- 
lich diese H. [Maria Stuart] empfing. Sch. 406. 2e.; 
lEs war Helenens Brust u. Atalantens Knie. W. 20, 
237 21c#.1; auch (s. Achill 2): ein Schmetterling. 
Ohen 5, 1410. „enienne Ifrz. —u#-, f.; —6: Art 
Belikonier 
kleingemustertes schweres Seitenzeug. -enkn, n., 
—s6; 0: Art Stärkemehl in der Wurzel von 1nula 
helénium rc. (Inulin). -enĩt, m., —e)8; —e: 
Sonnenstein, s. Arular. -enium /&amp; 24, 2, n. J: 
eine Pfl., s. Alant 2. enus, m. [8 21, 21: ein 
Sohn des Priamus, ein Wahrsager; auch (s. 
Achill 2): ein Schmetterling. — Helepol-is (gr.), 
f.; --eis: „Städte-Elnnehmer“, Art kolossales 
Breschwerkzeng, Belagrungsmaschine. Nüto# aK. 
425; Weiss Kost. 1, 847. — Helheim: s. Niflbel. 
— Hel-iä# (gr.), k. (§ 24 1]: ein Kriminal- 
gericht in Athen (s. Delrhintum 1): Die H., dle ibren 
Namen v. der Sonne hatte, weil sie sich gleich nach Auf- 
gang der Sonne u. an einem Orte, den die Sonne be- 
strablt, zu versammeln pflegte. Sch. 1027b; w. 31, 
363 rc., s. Heliast. -face, adr.; heliakisch (od 
heliäeisch): Ein Stern geht h. auf, unter. -iäde, 
m., —; Sn; f.; —n: (männl. od. weibl.) Nach- 
kömmling des Helios, bes.: Phaethen's Schweslern, 
welche man .. On nennt. Bamler Mhth. 95. -ikisch, 
a.: Die Alten nannten h-en Aufgang eines Sterns sein 
erstes Erscheinen in der Morgendämmerung (nachdem er 
einige Monate in den Sonnenstrahlen unsichtbar gewesen 
war), hen Untergang sein letztes Verschwinden in der 
Abenddämmerung. Kädler 597. - hacus, u.: helia- 
kisch: Ortus h. Theliakischer Aufgang]. Echlee 1. 176; 
Occäsus h. I-Untergangl. 4, 415. -iänthemum 
[# 24, 2, n.]: Sonnenröschen, Cistus (. d.) h. 
Siünthuc, n., uv.; -iänthen: Sonnenblume. 
irisch, a.: die Sonne betreffend, auch: belistisch. 
belisch, vgl. heliakisch. - kasis, f. 1824, 3, uv. ): 
Helidfis (s. d.). -iäst,m., —en, —#; -en: Geschwer- 
nenrichter im alten Athen: Es wurden durch rie 
Archonten aus der Gesammtheit der Burger 6000 
ausgelost, um für das laufende Jahr den Richterstand zu 
bilden. Diese Bürger, welche die H-en hießen 
wurden unter die 10 bestehenden Gerichtshöfe vertbeilt 2c. 
frirgn 1, 310, vgl.: Hella hieß ein öffentl. Gebäure 
zu Athen, wo das höchste Gericht über Staatsbändel u. 
Staatsverbrechen, 9w. aus 500. Bürgern bestebend, 
seine Sitzungen hlelt. Diese Richter hleßen daber He 
w. 24, 296 re.; Das Gericht, vor welchem Sokrates 
angeklagt wurde, war höchst wabrscheinlich das belr- 
ästische. 314; Ein paar beliastlsche Figuren. 22, 
207; dremi Asch. 24. s. Heliän. — Hélice (irz. 
eliñ'), f.; —#: — Helir (s. d.): Die Konstruktion 
mit elnziehbarer Schraube, h. rentrantlel. Crenzb. 26, 
4, 9 5 2c. = (nlat.), m., —en, —8; -eln): Verstein- 
rung von Schnecken, Helir-Arten. ·ĩtisch, a.: 
schnecken-, schraubenförmtg.--olde, f.z-n: Schnecken- 
linie. omekrik, k.; (-en): Lehre, Lehrbuch von 
den Schneckenlinien, Spiralen 2c. (vralt.: Heliko- 
sorbie). — Flih-on (gr.), m., —#; 0: ein Berg 
in Böptien, als Sitz der Musen geltend (vgl. Par- 
nas; Aganlpre): Wenn Sagen Hs nicht lügen. Sch. 
Göd. 1, 195; Ich habe meinen Weg durch einen 
Strich des H—s, wo keln Lateiner mir voranging, selbst 
gebahnt. w. HV. 1. 283; 2, 66 2c. Jonide, f.; 
—n : Muse. -önfer, m., —6; Ur.: Die spinner- 
arligen Schmetterlinge theilt man in Parnassser od. 
Rundflügler, H. od. Schmalflügler u. Ritter od. Breit-
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        Delikisch 
flügler, s. Oktn 5, 1402 ff. ifch, a.: auf den 
Musenberg od. die Musen bezüglich 2c.: Die Be- 
geisterung serhebt dein Herz zum b-en Schwung. Sch. 
Göd. 1, 321 2c. ius, a.; m. I/§ 24, 21: heliko- 
nisch; Helikonker. — Helikosophiè: s. Helike- 
metrie. — Zel-iocéEntrisch (gr.), a.: auf den 
Mittelpunkt der Sonne bezogen (s. geccentrisch). 
Linrow 795; auch: Die h-e Lehre des Aristarch. Ausld. 
38, 1195b, wonach die Sonne im Mittelpunkt 
steht. iochröm, n., —e)s; -#e: (Photogr.): 1) 
Die Anwendung des sogen. H., d. i. graues Silberpulver 
zur Besefligung von Rissen in Negativen. Nalß. 21, 85. 
— 2) ein durch die' Sonne selbst (nicht durch be- 
sondre Kolorierung) farbiges Lichtbild. Dazu: 
H.ie, die Kunst, solche darzustellen (bis jetzt nur 
erstrebt). -iogabäl; m., —#; -e: syr. Name des 
Sonnengottes (Elagäbalus) u. danach eines durch 
seine Ausschweifungen berüchtigten röm. Kaisers 
(218—222 n. Chr.), der früher Sonnenpriester 
war, — auch antonomastisch: Ihre Neronen u. H-e. 
Spielhagen Pr. 7, 143 r2c., auch: Was hat nun euer 
Sultan, euer Kalif, Sardanapal u. Heliogäbalus 
vor diesem Wilren voraus? w. 29, 292. iognöst, 
m., -#en, —6; —en; -iognösliker, m., —; uv.: 
Sonnenanbeter. iograph'#e, f.; —(eynn: 1) Son- 
nenbeschreibung, Topographie der Sonne c. Dazu: 
Einen schwarzen Fleck in 700 der heliographischen 
Breite. Mädler 125 r. — 2) eine eigth. Benutzung 
der Photographie zu Abrrücken, nam. durch die 
Kupferdruckpresse u.: die so erzeugten Abrrücke: 
Diese Erfindung der Photograrhotypie konkurriert im 
Wesentlichen mit der Photolitograrhie u. der H. Nat 3. 20, 
195 2c. Dazu: Das heliographische Verfahren 
der königl. Staatsdruckerei. 21, 23; Der beliograrhisch 
dargestellte Strafsatz der Zehnthalerscheine. 85 2c. 
Siocärpus, m. s8 21, 2): eine Pfl. iolatrie, 
f.; O0: Sonnen-Anbetung, -Dienst. -iolith, m., 
—(e)s; —e: Sonnenstein. iolithographte) (.; 
-(e)n: Lithographie von Photographien (s. Helie- 
graphie): Photolithographien (s. d.) u. H-n, wie sie 
hier genannt werden, nach lebenden Objekten. Nat 3. 20, 
441. iometer, m., n., —s: uv.: „Sonnen- 
messer“, z. B.: 1) eine Art Mikrometer (s. d.), 
z. B. zum Messen des Durchmessers der Sonne u. 
andrer Himmelskörper dienend: Der Becbachter, der 
durch eln H. od. einen prlsmatischen Doppelspath den 
Durchmesser der Planeten bestimmt. Humboldt K. 1, 
19 2c. — 2) Um annähernd die Wärmeabsorption in 
der Atmosphäre zu bestimmen, hat Herschel ein Instru- 
ment konstruiert, welches er H. genannt hat. pouillet 2, 
430, genauer: Heliothermometer 2c. iophobié, f.; 
0: Scheu vor der Sonne. oplastik, f.; 0: eine 
Art der Heliographie (s. d.), wobei die Abdrücke 
durch die Buchdruckerpresse erfolgen; s. ferner auch: 
Photoplastk. Dazu: Helioplästisch 2c. -ios, 
m., uv.; 0: die Sonne; der Sonnengott ((. 
Apoll 2c.). G. 5, 97; 10, 272; 314; Sch. 5 ga; W. 
22, 232 r2c., auch: Des Helius (lat. Sol), eines Sohns 
des Titanen Hyperion (s. d.). Uomler Myth. 94. 
Siösis, f. [8 24, 3, uv.]: (s. Insolation) das 
Sonnen; der Sonnenstich. iofköop, n., —#)8; 
Hellene 483 
: zur Beobachtung der Sonne (mittels Blend- 
gläser vor dem Okular) eingerichtetes Fernrohr. 
Tiostät, m., n., —eys; Se: eine Vorrichtung, 
vermittels deren ein durch einen Spiegelrestektierter 
Sonnenstrahl trotz des sich ändernden Stands der 
Sonne unverrückt dieselbe Richtung behält: Das 
H. Pouillei 2, 112. -öt, m., —en, (—5); —en: 
Sonnenbewohner. w. Luc. 4, 162 ff. iothcologis 
c. : s. Brontotheologle. iothermomeker, m., n., 
—8; uv.: s. Heliometer 2. -iötisch, a.: s. heliarisch. 
otröp, m. (n.), — (ehs, —en; —e, en: 1) lauch- 
grüner Chalcedon (s. d.), gw. mit rothen Punkten 
(engl. blooäkstone). — 2) eine Pfl., Sonnen- 
wende, Heliotröpinm: H-en. IKohl Par. 2, 12.— 
3) ein Werkzeug zu geodätischen Vermeffungen, die 
auf weite Entfernungen sonst schwer sichtbaren 
Signale durch ein Bild der Sonne in einem dreh- 
baren Planspiegel ersetzend. iotppié, f.; -(ehn: 
s. Phototvrie. Sisch, a.: s. heliarisch; heliakisch. — 
HZelitarté (ungr.), m. —6; —: Alter (s. d.) 
Ego. — Hélius, m. s8 24, 27: s. Helios. — 
Hel-ir (lat.), f. [8 24, 3, Jiecis!: Schnirkel- 
schnecke u.: Etwas v. ähnl. Windung, Schnecken-, 
Schraubenlinie 2c., anch: Ephen. — Zelk-ologie 
(gr.), f.; -(ehn: Lehre, Lehrbuch don den Ge- 
schwüren; dazu: Helkolögisch, a.: dazu ge- 
hörig ꝛe. -öma [8 24, 3, n., +is]: Geschwür 
(s. Uleus). —öse, f.; —; —öfis, f. 18 24, 31: 
Geschwürbildung, Eitrung. -ötisch, a.: geschwür- 
artig. — Zelkt-icum Igr., § 24, 2, n. J: helfti- 
sches Mittel, Zug-Pflaster 2c., s. Vesikatorium. 
Sisch, a.: blasenziehnd 2c. — Zelkßdri-on, · um 
(gr.), n., —#;: zen [8 24, 2, n.]: Geschwürchen. 
— HZelkpsmométer, m., n. —8; uv.: Anzie- 
hungsmesser. — Hell-anodikes (gr.), m., uv.; 
iken: „Hellenen-Richter", nam.: Kampfrichter bei 
den olympischen Spielen. follmerayer GsW. 2, 434; 
Kriegk 1, 267; Weiss Kest. 1, 179 2 2c. (s. Agonotbet); 
ferner bei den Lacedämoniern im Krieg, Richter 
über die Streitigkeiten unter den verbündeten 
Kriegsvölkern. -as: Das mittlere Griechenland. 
führte in der früheren Zeit des Alterthums den Namen 
H., welcher später zur Bez. des gesammten Griechenlands 
diente 2c. Kriegk 1, 155 2c., auch fem.: Die künf- 
tigen Archäologen der heutigen christlichen H. Koss 
Ins. 2, 5 8 2c.; In dem untersten Theil von Italien, 
welchen die Griechen die große H. nannten. W. 32, 280. 
— Holle, f.; —s; 0: (s. Hellespent). Sch. 60a. — 
Hellebärde, f.; —n: Helle= od. Helm-Barte 
(s. d. as.) als alte Kriegswaffe (vgl. Partisane). 
G. 12, 8 2c., auch für H—n-Träger, z. B.: Die 
Ungarn verlangten zur Unterstützung 50 deutsche Spieße 
od. H-u. Raumer Taschenb. 9, 114 2c., gewöhnl.: 
Hellebard-fer, m., e)s; —e; ·ĩẽrer, m., S; 
uv.; seltner: ist, m., -en, —# -en. König Leb. 1,9. 
— Hellebor-iemus (gr.), m., uv.; 0: eine Nies- 
wurz-Kur. Jus, m. I§ 24, 2): Nieswurz (s. Anti- 
chra): Die golrne Dose — denkt nur! denkt! —, die 
König Friedrich mir geschenkt, die war — was Das 
bedeuten muß? | statt voll Dukaten vell H. k. 1, 9. 
— Hellen-e (gr.), m., —; -n: Bewohner von 
31“
        <pb n="500" />
        484 Oellenica 
Hellas (s. d.), Grieche, s. Kriegk 1, 163, vgl. 170 
u.: Wo das Hauthum noch in seiner Kindheit lag. 
CKoberi 2, 112; Slobus 9, 20 9a 2c. Zica, pl.: 
„Hellenisches“, — z. B. Titel eines Geschichts- 
werks v. TKenephon. isch, a.: griechisch; aus der 
Zeit der Hellenen 2c.: liberreste vor-h—er Cwvilisation. 
Monatbl. 2, 382b. -ismus, m., uv.; -ismen: 
1) Gräcismus (s. d.). — 2) (o. Mz.) das griech. 
Idiom in der Färbung, wie es in der Septuaginta 
(s. d.) u. den Schriften des neuen Testaments 
herrscht, — u. (m. MzZ.): Eigenthümlichk. dieses 
Idioms (vgl. 1). — 3) — Hellenenthum: Den 
Muhammedanismus dem H. voranzustellen. Kosenktanz 
Psch. 27 1e. Tist, m.,—en,—#;;en: 1) Kenner des 
Griechischen. — 2) hellenischer Inde (s. Hellenis- 
mus). Dazu: Hische Sprechweise 2c. Joman 2c.: 
s. Gräkoman. otämfen, pl.: Die attische Symmachie 
(s. d.) hatte in dem Spnedrion eine Tagsatzung, in den 
H. ein Bundesschatzamt. Treitschke Hist. 522. — 
Gellespônt (gr.), m., —(e)s; 0: „Meer der 
Helle“, die, nach der Sage, meerüber auf 
einem goldnen Widder mit Phriros (s. d.) 
fliehnd, dort herabsinkend ertrank, die Dar- 
danellen (s. d.). — Helminth-agögum I#gr., 
8 24, 2, u.]: wurmabtreibendes (helmintba- 
gögisches) Mittel (Anhhelmintieum. -en, pl.: 
Würmer, nam. Eingeweidewürmer (s. Enthel- 
minthen). —Fasis, f. (§ 24, 3, uv.): Wurmkrank- 
heit. -icum I§ 24, 2, n.: s. Helminthagogum. 
Sisch, a.: auf Würmer bezüglich. -olifth, m., 
en, —(e)s; —-en): „Wurmstein“: Dichter Kalkstein 
entbält bäufig Versteinerungen u. bisweilen Schalen fossiler 
Muscheln, welche mit lebhaften rothen u. grünen Farben 
spielen (opalisierendex Muschelmarmor, Lumachello, H.). 
Ohen 1, 233. -olög, m., —-en, —s; —en: Wurm- 
kenner. Dazu: H## f.; h-isch, a. otppolith, 
m., —(e)0, -en; -eln): Stein mit Wurmabdruck. — 
Helô-Dbes (gr.), f.; uv.; -ppra, f. 1824, 11: 
Sumpffieber. — Uelod- us (gr.), m., uv.; zonten: 
s. Ororus. — Heloĩse, f.: s. Abälard. — Helos 
(qr.), m., uv.; uv.: „Nagel“, Leichdorn. — 
Gelösis (gr.), f. 18 21, 3, uv.]: Drehung, Augen- 
verdrehung, Schielen. — Delöl (gr.), m., en, 
(—6); -en: im alten Sparta, leibeigner, rechtloser 
Knecht, — (. Kricgk 1, 277 ff.; Sch. 1022 1e.; 
Heiloten. Rüslow 9K. 26 2c. (s. Krypteia; Penest), danach 
verallgemeint: Dem dumrfen Pfaffenglauben, welcher 
die Menschen statt zu sreien Bürgern dieser Erde zu H-en 
einer surernaturalistischen Welt erzieht. #pielhagen Pr. 
8, 74 2c. -enhaft, a.: in der Art von Helorten, 
rechtlos-knechtisch. -enlhum, n., —(e)s; 0: recht- 
lose Sklaverei 2c. Uai3. 20, 575; Zum Scheinbunds- 
He. Grenzb. 26, 2, 50 5 ꝛe., auch: Helotikè, f. — 
Hielolis (gr.), f. [824, 3, uo.): Weichselzopf. — 
HOelöt-isch, a.: belotenhaft 2c. -iomus, m., uv.; 
0: Helothenthum. IHhHahn Per. 1, 19 2c. — HLelu- 
alion (lat.), f.; —en: Schlemmerei. = kren, intr. 
(haben): schlemmen, prassen. Jo, m. 18 24, 3. 
-önis): Schlemmer. — O(elvel-ia (lat.), k. 
(S 21, 11; -ĩen, n., —#; 0: die Schweiz. -ĩer, 
m., —; uv.: Schweizer. zisch, a.: schweizerisch. 
Hemikranium 
— Helvin (nlat.), m., —e); -—#: H., tetraedrischer 
Granat, ein zu den Spießglanzblenden gehöriges 
Fossil. Oken 1, 441. 
HLHémer -a (gr.), f. 21, 17: Tag, s. Avopbras. 
alopie, f.; —e)n: „Tagsichtigk.“, ein Leiden des 
Sehergans, wonach dies zum deutl. Sehn der 
hellsten Belenchtung bedarf (Dämmrungsblinrbeit). 
Salopisch, a.: dämmrungsblind. -alöpo, m. 
[8 24, 3, #alopis): ein Dämmrungöblinder. 
-öbius, m. [§ 24, 2): ein der Ephemera (s. d. 2) 
ähnliches Thier, Blattlauslöwe. -odröm, m., 
en, ey: —e(n): -—odromus, m. [§ 24,2 J: „Tag- 
läufer“, Art Schnell= u. Dauerläufer bei den Alten, 
als Bote 2c. -Jologium, n., —; ken /I 24, 2, n. 1: 
„Tagezeiger“, Kalender. opathik, f.; —eyn: 
Leiden, das bes. bei Tage hervortritt, Nachts sich 
weniger geltend macht ꝛc. — Lemerösee (gr.), 
f.; —m: eis, f. [8 24, 3, uv.): Zähmung. — 
em-i (gr.): halb, — in Zsstzg: -ianlhröp, m., 
—en; Sen: ein Hülbmensch, ein Mensch in halb- 
thierischem Zustand (Hi#ik f.), vgl. Ealiban. 
icephälisch, a.: halbkörfig. -icöphalus, m. 
[§ 24, 21: Mißgeburt mit halbem Korf. -ichkel, 
m.. —; uv.: Halbkreis, etwas Halbkreisförmiges. 
Zichhlisch, a.: halbkreisförmig. -ichklium, n., 
—S; sen [/§ 24, 2, n.]): Hemicykel: Das Tribunal, 
welchem er die Form eines H., jedoch von einer etwas 
wentger als hall kreisförmigen Krümmung gegeben. Guhl 
2, 139; Die halbrunden, steinernen, für eine gröñere 
Anzahl Personen bestimmten Bänke, hemie elia. 1 #2 2c. 
ichelus, m. [§ 24, 21: Hemienkel. -idodrkaeder, 
n., —: uv.: bemiedrisches (s. d.) Dodekaeder, be- 
grenzt von 6 gleichen Rhomben. -ieder, n., —#: 
uv.: hemiedrischer Kivstall 2c. iedric, s.; 0: 
das Hemiäêdrisch-Sein od.-Werden eines Krystalls: 
Die H. Es kommt bei Krystallen häufig vor, das die 
Hilfte der Flächen einer ein fachen Gestalt nach best. Ge- 
setzen in selchem Maße ausgerehnt ist, das die andre 
Hälfte der Flächen vollkommen verschwindet. Solche 
Krystalle vennt man Halbflächen od. hemierrische Kir- 
stalle. Wir müssen hier der H. erwähnen, weil re. 
Imũlte Phys. 1, 93; Zusammenbang zw. Girculor- 
polarisatien u. H. 902 ꝛe. -Edrisch, a.: Solche 
[Kepstall-] Formen baben nur die Hälfie od. ein Viertel 
der Flächen der ursrrüngl. Gestalt u. werden bee ed. 
tetartokdrische Formen genannt, wäbrend man die 
ursprünglichen Formen homokfrrische lod. bole- 
eEdrische, panlokdrische] nennt . ., z. V. das 
Tetraeder heißbt darum auch Hemioktakder. Oken 
1, 38; Von den h-en Gestalten dieses Systems sind die 
Rhomboeder od. Hemidorekaeder ausgezeichnet. 
51 2e.; auch: Nechts= u. links-b#-#e#Krstalle, 
jenachdem die Ausdebnung der Flächen der Grund- 
form rechts= od. linkshin vor sich ging. IMültt Vb. 
1. 902. Tielliplisch, a.: in Ferm einer halben 
Ellipse. -iglobe, m., —n: —n: Halbkugel: Der 
Erde Hn #cc. Platen 1, 61; Die Ö—n..., worauf man 
sitzt. rdd., vgl. Hemisphärec. ihomites, m. uv.; 
uv. : eine Gatt. der Cystideen. Burmeiter Gsch. 418. 
ikränia, s. [824, 11: -kränium, u. —8; 
kränken (§ 24, 2, n.I: halb= (od. ein-) seitiges
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        Hemimerris 
Kopfweh, Migraine. meris, f. [8 24, 3, uv.]: 
eine Pflanze. ina, f. I§ 24, 1): s. Ampbera. 
Siobölion, n., —; ken: halber Obolus (s. d.). 
Sioktaeder, n., —s: uv.: s. bemierrisch. -ionus, 
m. [8 24, 2): Halb-, Maul-Esel (ogl. Ohen 7, 
1233). iopieè, -iopfié, f.; 0: das „Halbsehn“, 
eine theilweise Verfinstrung des Gesichtsfeldes durch 
schwarzen Staar. -iplegi, -iple#ris, f.; —eyn: 
halbseitige Apoplerie (s. d.). iprisma, n., —; 
men§ 24, 3, u.,tis): hemierrische Formehombischer 
Prismen. ipteron, u., —#; ra; -iptere, f.; —n: 
„Halbflügler“, eine Ordnung der Insekten (s. d. u. 
Rhynchot), zerfallend in Hetererteren (Ungleichstüg- 
ler) u. Homopteren (Gleichstügler). -iptérisch, a.: 
halbflüglig. -ipterolög, m., —en, - ; -en: Kenner 
der Hemipteren. Dazu: H—ie, f.; b—isch, a. 
Sisphäre, f.; —n: Halbkugel (vgl. Hemiglobe). 
platen 7, 309 c.; auch: Das Hemisrhär. 5. Ph. 
3, 22; 49; 4, 48. ilphärisch, a.: halbkugelig. 
Sistichium, n., —;: ken /§ 24, 2, n.]: Halbvers, 
verkürzt: Hemistich. Titalänton, n., —; ta: 
ein halbes Talent, als Münze. itönium, n., —#; 
ken s5 24, 2, n.]): (Mus.) ein halber Ton. 
itropik, f.; —(ehn: Nach dieser . Verrrebung der In- 
diviruen an einander hat Hauy die Zwillingskre stalle auch 
mit dem Namen H. belegt. Ohen 1, 65. itropisch, 
a.: halbgewendet, um die Hälfte verschoben. — 
Hémloch (engl.), m., —s: —5: Schierling, — 
auch: H. od. H-s-Tanne, Schierlingstanne, Pinus 
canadénsis. Gtubt Ch. 2, 55. 
Hen: 1) s. Chan 1b, Schluß. — 2) (gr.): 
Eins: Wo ich denn, bes. in der Botanik, auf cin # 
ci uck IH. kai Pan, Eins u. Alles] gekommen bin, 
das mich in Erstaunen setzt. G. 24, 99. -ade, f.; 
—n: Monade ss. d. 1), auch: Einer, im Ggltz zu 
Dekare 2c. — Jjencheng: s. Hehene. — Dendaze: s. 
Enrese. — Zendekagr.): elf (s. den; Deta). - gön, 
n.. —(e)s; —e: Elfeck (s. Polrgon U. Fortbild.). 
-IEllabus, m., uv.; -s#llaben [8 24, 2): „Elf- 
silbler“, ein elfülbiger Vers, z. B.: Die italiänischen 
Henurekasyllaben lwie in der Ottave Rime 2c. J. Herrig 
25, 242, nam, der f. g. pbaläcische, nach dem 
Schema: —— . Fauch die in diesem Met- 
rum z. B. von Katull u. A. gedichteten Tände- 
leien, s. Zumpt Gr. § 843. — Hendeküh (ar.), 
n.: eine Pfl. mit eßbaren Blättern. Pttetmann Or. 
2, 114. — Zendia-dpin (gr.), n., uv.; uv.; 
Udos, f.; ur.: „Eins durch Zwei“, rednerische 
Figur, wo ein Begriff durch 2 Substantive bez. 
wird. — H#ng- ki (chin.), m., —; —: Oberrich- 
ter. Globus 5. 319a.— Henne (ar.), f.; 0: Alkanna 
(s. d.): Zeder Nagel mit H. rotbgefärbt. Gartenl. 16, 
332b; Henneb. Slobus 4, 147b 2c.; Das Färben mit 
Henna. Pe##monn Or. 1, 153; 275; 2, 132; FKranskl 
Jer. 1, 350; Weifs Kest. 2, 264 ff. — Oennequin, 
f.; —#: Art Agave: In Ducatan unterscheiret man 
2 Abarten, die aschqui-H., welche den besten Sisal- 
hanf, u. die Sacqui-H., welche den meislen liefert. Globus 
4, 34a, vgl. Kabulla. — Henö-sis (gr.), k. 
I!§J 24, 3, uv.]: Vereinigung, Versöhnung. tik, 
t.; 0: das Streben nach Henosis. -tikon, n., 
Heptandria 485 
; ka: etwas auf Henosis Abzielendes. tilsch, 
a.: auf Henosis hinzielend 2e. — Heuri (irz. 
(hhängri), m., —; (—): Heinrich: H. dor, f(. 
Dor; H. quatre (kätt’l, der Vlerte, — auch: Bart- 
büschelchen im Grübchen der Unterlippe, z. B.: 
Schnauzbärtchen u. ein siutzerbafter H. Quatre. Gartenl. 
15, 19b c.; H. quint lkeng] od. cind lö#ngl, der 
Söte, Bez. der Legitimisten sod. Henriquintisten]l 
für Heinrich v. Chambord: ferner (engl.) z. B.: 
Die 14mal schießende Henry Rifle lhénnri reif'l!. 
Eine Heury-Büchse. Gerstäckher NReis. 1, 224 ff. 
-ãde, f.; —n: ein Gericht auf einen Heinrich, 
z. B. das Voltaire's auf Heinrich IV. 
Geortolog--ir (gr.), f.; —(ehn: Lehre, Lehr- 
buch v. den Festtagen. -ium, u., —#; -ken [8 24, 
2, u.1: Festkalender. 
Hep: s. hip u. berr. — Hep-ar sgr.olat., 
824, 3, n., atis]: Leber, — auch z. B. (Chem.): 
H. antimönii. Spießglanz-, sülphuris, Schwefel- 
Leber 2c. - atalgis, f.; —(eyn: Leberleiden. atica, 
f. 18 24, 1): Leberblume. äticum [8 24, 2 n.]: 
Mittel gegen Leberleiden. -ätisch, a.: die Leber 
betreffend ꝛc.; auch: der Schwefelleber ähnlich: 
H-es Gas, b—e Luft. Gehler 2, 397 (jetzt gw.: Schwe- 
felwasserstoffgas); Scharf b. schmeckende Substanzen. 
Hirzel Chem. 101 2c. atisation, f.; —en: 5. der 
Lunge, krankbafte Umwandlung in eine leberähnl. 
Masse. -atit, m., —e)s; —e: Stucke [Schwerspatbl, 
welche beim Zerschlagen einen heratischen Geruch ent- 
wickeln, nennt man H. Ohen 1, 273. Jatftis, f. 
l8 24, 3, uv.): Leberentiündung. atocele, f.; 
—: Leberbruch. -ochsilis, f. [8 24, 3, uv.]: 
Gallenblase. — atochstisch, a.: die Galleublase be- 
treffend. -atogräph, m., —-en, —#: —en: Einer, der 
über die Leber schreibt. Dazu: H-ié, f.; bSisch, 
a. atoskopfe, f.; —(eyn: Leberbesichtigung 
(3. B. bei Opfern 2c.). atotomie, f.; —eyn: 
Anatomie der Leber 2c. — Hephäst-os (gr.), 
-us, m. [8 24, 21: der Gott des Feuers, Vulkan: 
Welchen des Nordens Hos geschmieret, der hinkende 
Wieland. Simtoc Fr. 20 2c. — Zephthemimer-es, 
is (gr.), f.: s. Cæsura. — Qepp!: Ruf zur 
Verhöhnung von Juden (Hebriern): H., b. ins 
Felr, ihr Beschnittenen! Drorsen Ar. 1, 310; Guskom 
3. 3, 86 nc., s. auch bip. — [jeppurinnis (litth.), 
m., uv.; uv.: „Huttanz“, eine Art nur v. Mäd- 
chen getanzter Kontretanz. Na. 21. 227. — 
HQept-a (gr.): sieben. achörd (auch gespr. 
-Mörr), m., —#e); —#e: siebensaitige Leier; eine 
Reihe von 7 Tönen der diatonischen Touleiter; 
Septime (s. d.). - ader, n., —s: uv.; -ardron, 
n., -s; dra: 7flaͤchiges Polyerer (s. d.). ardrisch, 
a.: in Form eines Hevtaecders. - akmrron, n., 
—8; (ra): Siebentagewerk (nam.: das der Schöp- 
fung, nach der inosaischen Urkunde), vgl. Hertameron. 
T-agon, n., -(e)s; —e: Siebeneck, vgl. Pelggen 
u. Fortbild.: H-äl-Zahlen; h-isch. - agnisch, 
a.: (Botan.) mit 7 Staubwegen. -ãmeron, n., 
—8; —#: s. Dekameron. -ämeter, m. , —; Uv.: 
Vers aus 7 Füßen, vgl. Herameter. andria, 
pl.: siebenmännige Pflanzen, s. Monändria 27.
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        486 Deplaphyllisch 
aphßllisch, a.: siebenblättrig. -ärch, m., en, 
(—#); —en: Herrscher in einer Heptarchie. archie, 
f.; -(ehn: ein Neich unter 7 Herrschern, ihre 
Herrschaft, bes.: Die H. der Angelsachsen in England, 
— vgl. (hybridisch): Die Einführung einer Sept- 
archte in Östrelch. DMus. 1 5, 2, 669. aspllabisch, 
a.: 7silbig. - ateüch, n., —(ehs: -e: das Penta- 
teuch (s. d.) mit dem Buch Josua u. dem der 
Richter. — Zeptisax (skand.), m., uv.: —#e#: Art 
Bartart, Picke. Wriss Kost. 2, 431, s. Sachs. — 
Cer-a (gr.), Se, f.; —s, zens; 0: (Myth.) die 
Götterkönigin, — bei den Nömern Juno (s. d.) : 
Die hoheikblickende Here. V. Il. 1, 551; Die lilien- 
armige Here. 59 5 2c. -älon, u., —# ; -ãla: Tempel 
— u. in MzZ.: Fest — der Hera; auch: Ein 
Heräon. Rofse Ins. 2, 17; Das Fest der Heräa. 
Weiss Kost. 1, 791. akls, f.; —n: ein den 
Herakles besingendes Gedicht. -ahlsion, n., —s; 
kla: Tempel des Herakles. Nos Ins. 2, 17. ahles, 
m., uv.: (-aklésse): Herkules (s. d.). -aklide, 
m., —n; —n: Nachkomme des Herakles. KrichR 1, 
217:271 2c. -ahlit, m., —#; (-e): s. Demokrit. 
— Heräld-e, m., —n; —n: (s. Herold): Wappen- 
kenner: Bei diesen unbekränzten Gräbern) mag der H. 
sich wundernd weilen. Klopsock Od. 1, 190. -ih, k.; 
—en: Wappenkunde, Heroldskunst, Werk darüber 
(vgl. Blason). -iker, m., —s; uv.: Heralde. 
-isch, a.: auf Heraldik bezüglich. — Heräon: 
s. Heraion.— Zrb-a (lat.), f. (§ 24, 11: Kraut. 
arisatiön, k.; —en: Herbarisierung. -aris ièren, 
intr. (haben): Kräuter, Pflanzen sammeln ((l. 
botanisieren), auch von Bienen: Blüthenstaub eintra- 
gen. -arist, m.,—en, —s; —en: Pflanzen-, Kräuter- 
sammler. arium, n., —S; ken 18 24, 2, n.]: 
Pflanzensammlung, z. B. als Titel botanischer 
Werke, — nam. aber: II. (rivum), eine Samm- 
lung getrockneter Pflanzen zu botanischen Zwecken 
(TIGrtus siccus). -ärius, m. [8 21, 27: Herbarist. 
-ätim, adv.: H. gehn, herbarisieren. — HZerbed 
(pars.), m., —s; —s: Lehrling bei den Magsern 
od. pars. Geistlichen, auch Hirbed, s. Destur. — 
HDerbergi##ren, tr.: (behherbergen. -er, m., —; 
uv. : Herbergswirth. — Herb-escent (lat.), a.: 
krautartig, spressend. esciẽren, intr. (haben): 
krantartig sprossen. iserisch, a.: Kräuter hervor- 
bringend, kräuterreich. -ivor, a.: auf Pflanzen= 
kost angewiesen od.: aus solcher bestehnd 2c.: Die 
bald gemischte omnivore, bald streng karnivore, bald h—-e 
Nahrung. Burmrister Gsch. 418 2c.; bes.: Die Hen, 
Pflanzenfresser. mag. d. Au-sld. 35, 608b (tc. 
orisation, orisseren, orift: s. Hecb arisation r. 
—Ös, a.: kränterreich. — Heércia (mlat.), k. 
1824, 11: dreiarmiger Kirchenleuchter. — Herchn-- 
ia (lat.), f. [S 24, 1): der Harz. isch, u.: zum 
Harz gehörend 2c. — Here: s. Hera. — Gered- 
keren, tr., auch o. Obi.: erben; ein Schiffs- 
partner sein. -#ipeta, m. [8 24, 11: Erbschleicher. 
itär , a.: erblich. itas, f. [8 24, 3, itätis]: 
Erbschaft: II. r#lei commissäria, anvertraute; 
kutüra, künftige; jäcens, liegende, unangetretne; 
pactitia, vertragsmäßige. -ität, f.; -en: Erb-- 
HQermandad 
schaft; Erbrecht. -ilisren: heredieren (s. d.). — 
Urrehel (türk.): H. chörirsch u. richil, äußerer u.: 
innrer Grad der Muderris= sod. Professoren= 
Stellen. Hamme 10, 319. — Qeremat, m., —S; 
—8 s. Fihl. — Qer-es (Iat.), m. 1# 24, 3, -sdisl: 
der Erbe: II. ab intestäto, Intestaterbe; ex ässe, 
alleiniger; institürus, der testamentlich eingesetzte; 
leglitimus, necessärius, Pflicht-, Notherbe; preci- 
biens, der Etwas voraus hat; substitütus, After- 
erbe; lestamentärius, Testamentserbe; universälis, 
alleiniger od. Hauplerbe 2c.; llersêdis institütio, 
Erbeinsetzung rc. Gerisson (srz. (hderissong), 
m., —s; —6: Igel: Frifur à la h. 2c.; auch: ein 
mit Eisenstacheln versehner drehbarer Balken als 
Verschlusß von Thoren 2c. — Herikl-age (frz. 
(hyeritäsh), f.; —: Erbschaft. — e##e#, tr.: erben. 
— Herkolekton-ik, f.: —en: Befestigungs-, 
Verschanzungskunst. -ilsch, a.: darauf bezüglich. 
— FJerk-ul (lat.), m., —s: 0: s. Serkules: Die 
Säufen H-z. fappe 2, 37. Tulänisch, a.: aus der 
im 3. 79 u. Chr. mit Pompeji u. Stabiä durch 
einen Vefuvausbruch verschütteten u. dann seit dem 
vorigen Jahrh. wieder ausgegrabnen Stadt Herku- 
lanle)um stammend r2c., vgl. vomrejanisch. ules, 
m., uv. ; -se(n) 18 24, 3, -ulis): 1) (Muth.) H., 
gr. Heralles (s. d.), ein von Hera (s. d.) verfolgter 
Sohn des Zeus u. der Alkmene (s. d.), der 12 
schwere Arbeiten vollenden muste u. schließlich als 
höchster Heros u. Gatte der Hebe seinen Sitz auf 
dem Olymp unter den Göttern einnahm. Als 
Schwur: Beim H.! ed.: Mẽ hérculem (Spicldogen 
Pr. 3, 90); Ae II.; Mehercle. Die Siulen des 
H. (Colimna Hérenlis), nach der Sage an der von 
ihm gegrabnen Verbindungsstraße des Mitielmeers 
u. des atlantischen Oceans aufgerichtet (s. Abvle): 
Jenseits der Säulen des H. (fenber Säulen des Briareus, 
des Agäon u. Kronon genannt) an dem westl. Ertrande. 
Humboldi K. 2, 190; Zenseits der H.-Säulen. 166; 
152 r.; H.-Arbeit (s. z. B. Augias); Keule. 
auch eine Pfl., Kanthöxylon cläva Hérculis. — 
2) (s. 1) ein Sternbild, vgl. Algethi. — 3) Zemand 
von großer Körperkraft, Slärke: Einige Paare neuer 
Errrei u. Herkulesse n. w. 22, 13; Die sogen. 5.= 
Stärke, da eine Reibe von Männern, auf den Schul- 
tern einer ersten Reibe stebend, abermals Frauen u. 
Jünglinge trägt, so daß zuletzt eine lebendige Pyramie 
entsteht, deren Sritze ein Kind 2c. G. 16, 120; ferner 
übrtr. auf Geisiiges: Wunrerkuren unsers meririni- 
schen H., wie ihn [Paracelsus) Helmont nennt. W. 30, 
11 krc. — 4) Der H. (Oryctes h.) ist der giößte be- 
kannte Käser im sürl. Amerika. Ohen 5, 1816; H.= 
Käfer r. üleus, a.: herkulisch, auch: H. mörbus, 
Exrilepsie. -ulisch, a.: dem — od. einem — 
Herkules eignend, Jemäß 2c.: He Gestalten. G. 31, 
303; Auf ibren Reisen zu den h-#en Samten. Hterrnel, 
650; Die h.-e Arbeit. w. 21, 360; Ke Schultern 
22, 22), Hinre (11, 235) :c. Tulischo, m. 
[&amp; 24, 21: kleiner Herkules: auch Eigenn., s. W. 
15, 319 c. — Germoa (gr.), k. 18 24, 1|: 1) f. 
Herme. — 2) im Mittelalter, Art Religuienbehälter. 
weils Kest. 2, 801. — ljermandad (pan.), k.;
        <pb n="503" />
        Hermanubis 
—es: Bruͤderschaft, bes.: La sänta h. od. die heilige 
H., Art Sicherheitspolicei. Salon 2, 138 ac., auch 
fröttisch von der nicht span. Policei, z. B. Kuge 
Fr3. 2, 331. — Herm-anübis (gr.): s. Herme. 
-äon, n., —#; zäa: ein guter Fund (als Besche- 
rung des Hermes, s. d.). aphrodissk, k.; 
(en); -aphrodiemus, m.: s. Hermapbroritismus. 
-aphrodit, m., -en, (-): —en: 1) (Myth.) ein 
Sohn des Hermes u. der Aphrodite, der mit der 
ihn in Liebe umschlingenden Nymphe Salmäcis 
in Eins verwuchs. — 2) (s. 1) Zwitter: Die Auster 
üü ein H. Slobus 4, 90b 2c.; G. 12, 113; Simpliciss- 
mus 1, 6716; Einem jungen H-en .. , eine Art von 
rlatonischem Anrrogyn fs. d.]). w. 22, 167. 
-aphroditisch), a.: zwitterhaft, s. biseruell. 
phroditismus, m., uv.; 0: Zwitter-Zustand, 
Biltung. apöllto, äres, arpökrates, 
athene ꝛc.: s. Herme. -e, f.; —#: Pfeiler, ober- 
harb v. menschl. Figur: Das er so unbeweglich wie 
eine H. stehen blieb. W. 19, 334; 22, 20 8 2c.; Da er 
noch wie eine Herma stand. 15, 167 u. Anm. 311; 
vgl.: Man nennt dgl. Terminusbilder auch Termen. 
Bei den Alren hießen sie H-n von dem Wort Herma, 
welches eine Unterstützung, einen Grundsiein bed. Unter- 
stutzte die Herma das Brußtbild eines andern Gottes als 
z. E. des Arollo, der Athene .., so nannte man sie 
Hermapöllo, Hermathene. War die Bilrsäule 
des Eros .. u. des Herakles . unterwärts eine Hermg, 
so hieß sie Hermeros u. Hermerakles sauch: 
Hermäres, H. des Aresl. Auch die igy##schen Görter 
Anubis u. Hurpokrates fuhren als halbe H-—n ren Namen 
Hermanübis, Hermharpökrates... Von den 
s. 3. Hen ist noch zu bemerken, daß man Statuen der 
Görter findet, die zugleich einige Kennzeichen des Hermes 
od. Merkurius tragen, daber Viele die Benennung der- 
selben v. dem Numen Hermes herleiten u. alsdann die 
Vereinigung dieser Goitheiten sinnbilrlich erklären 2c. 
UNamler Mylh. 152 ff.; Grenz-Hxn. Curnus Pelop. 
1, 125; Roth u. schwarz angestrichene Vhantasie- 
n. Guskowm Schön. St. 253. Fias, m., uv.; O: 
Hermes. v. Or. 10, 277: 331 2c. — HZermelin, n., 
(m.), +eys; —#e; hen: 1) (l. Ss., vgl. Schme#er 2, 
237 ff.; Vonbun 106 2c.) Wiesel, — nam.: das 
große, Mustéla erminea (G.-Wiesel), bis auf 
die schwarze Schwanzspitze, im Sommer rothbraun; 
im Winter, wo es das kostbare Pelzwerk (2) liefert, 
weiß, s. auch Laschitzen. — 2) der Pelz des Thiers 
(1), womit Mintel u. Kopfbekleidungen auszu- 
schlagen, früher Vorrecht der Fürsten, Bischöfe 2c. 
war: H.-Fell;-Kragen;-Mantel; Pelz; oft 
in Wavren, vgl.: Gegen-H., ein Feld v. schwar- 
zem Grund m. weißen (ülbernen) Schwinzchen 2c. 
Ubrtr.: Weil sie ren H. ihres Rufes etwas befleckt 
harte. Hartmann BB. 30 5. — 3) Pferd v. schwach- 
gelber Fürbung, nam. auch an Mähne u. Schweif. 
— 4) Pers. v. weißer, zarter Farbe. G. 31, 335.— 
HQerme-enküt (gr.), m.,—en, —;en: Dolmetscher, 
Erklärer, Ausleger, nam. der Bibel. Dazu: Hiik, 
f.: Erklärung, —kunst; Werk darüber; hläisch, 
darauf bezügl. -erakles, -eros: s. Herme. -es, 
m., uv.; 0: (Myth.) — Merkur (s. d.): Apoll 
HQeroenthum 487 
zerbricht die goldne Leier u. H. seinen Wunderstab. Sch. 
99b 2c. (s. Karuceus); H. Legios (s. d.), der Gott der 
Redner 2c.; ferner: H. Triemegistus („der Zmal 
Großte"), ein mythisches Wesen bei den Agyptern, 
als Urguell der geheimen Wissenschaften, nam. der 
Alchemie geltend: Und wir“ er ein Zzmal größerer 
Wumdermann als der zmal größte H. selbst. W. 18, 
195. etik, fk.; 0: Alchemie. -tiker, m., —; 
uv.: Alchemist. -etisch, a.: auf Hermes (s. d.), 
— nam.: Trismegisius bezüglich, z. B.: Das Hee, 
Mostische, Kabbalisiische. G. 2 1, 166; Er hatte sich in 
Agorren mit der b—en Pbilosophie bekannt gemacht. W. 
17, 14; Den h-en Cirkel — die Unendlichkeit selbst. 
24, 213, s. 23, 274 r. u. noch gw.: Her [voll- 
kommen dichter] Verschlus. Karmarsch 2, 265; Wäh- 
rend Frankreich seine Grenze fast h. verschlossen hatte. 
DVietitlj. 17, 362. — Dermitage (fh), f.; -n: 
Eremitage (s. d.). — Zermödhr (nord. Myth.), 
m.: H., der schnelle, Oein's Sobn .. Hermödur. 
FSimrock Mrth. 86. — Hermoglöph (gr.), m., 
en, —s; -en: Hermenverfertiger, Bildhauer: H.ik, 
f., Bildhauerkunst; h-isch, a., bilrhanerisch 2c. 
— Herni-a (lat.), f. [8 24, 11: Bruch, als die 
Octsverändrung von Eingeweiden, wobei sie durch 
regelwidrig erweiterte od. neugebildete Offnungen 
innerhalb der allgm. Bedeckung aus ihrer normalen 
Lage heraustreten: H, inguinälis, Leistenbruch; 
incarceräta, eingeklemmter 2c. -älis, a.: auf einen 
Bruchschaden bezügl.: Annulus h., Bruch-Ring, 
-Ränder 2c. —ogräph, -olög, m., —en, —; —en: 
Einer, der über Bruchschäden schreibt, lehrt r2c. 
Dazu: H# f.; —ehn: Lehre, Lehrbuch darüber; 
b-isch, a.: darauf bezügl. —53, a.: mit einem 
Bruchschaden behaftet. Jolöm, m., -#en, (—3); 
—en: Enner, der Bruchschäden operiert, Bruch- 
Schneider, -Arzt; auch: sein Messer 2c. Dazu: 
H#e f.; —e)n: die betreffende Operation u.: die 
Lehre davon; h—isch, a.: dazu gehörig 2c. — 
HZero (gr.), f.: weibl. Name, bes.: eine Venus- 
priesterin in Sestus, die Geliebte Leander's zu 
Abydos, der von dort zu ihr allnächtlich über den 
Hellesvont hinüberschwamm, bis er dort seinen Tod 
fand u. fie verzweifelnd sich ins Meer stürzte. 
namter Moth. 10; Sch. 59 k. — Herödes (gr.), 
m.: männl. Name, bes. von Fürnen über Zudia- 
u. nam.: der Veranstalter des bethlehemitischen 
Kindermords (Kand. 2. 10), so als Prototyp von 
Graufamkeit: Das mag ihm H. lder Henker 2c.) 
ranten! Sch. Göd. 1, 244; Der ist H. oft, der uns 
Johannes scheint. w. 25, 190 2c.; So überherö- 
desten alle Andern den H. in graufamster Weise. 
Volksʒ. 14, 79.— Herö-e, m., — ; —n: s. Heros: 
Jeder H. handelt unzurechnungsfähig. Gutzsowm 3. 1, 
229; Ein unvergleichlicher H. Aohl Engl. 2, 243; Das 
die überlebenden Angebörigen einen rheuren Verstorbnen 
als H-n ebrien. Koss Ins. 2, 18; Wie ein H. gebaur; 
wie ein H. schrut er einher. Schüching Bronckb. 1, 12 1c.; 
bes. gw. in Mz. : H-u res Geistes in Poesie u. Philo- 
sorhie 2c.; H—-n-Kult der Verstorbnen. ols Ins. 2, 
193 rc. -enhaft, a.: in der Weise eines Heros 
(heroenmäßig, herrisch). -enthum, n., e)5; 0:
        <pb n="504" />
        488 Heroĩde 
Wesen, Thun, Zeitalter der Heroen 2c. Weiss Kost. 
1, 691. -üde, k.; —: 1) H- n, Heldinnen wurden 
dle Schülerinnen des Pylhagoras genannt. w. 32, 130; 
Verxzeichnisse der H—n od. phthagorischen Frauen. 284 re. 
— 2) poetischer Brief, worin ein Dichter eine aus 
Sage od. Geschichte bekannte Persönlichk. ihre Ge- 
fühle aussprechen lässt: 5—n. erotische Eleglen myhhi- 
scher Personen, eine der gemachtesten Dichtarten, die sich 
ersinnen lässt. Ovid vindiciert sich die Ehre ihrer Er- 
findung. Bosenkranz Poes. Gsch. 213. -in, f.; -n#en: 
Heroĩne. -ine, f.; —m: weiblicher Heros, heroen- 
haftes Frauenzimmer r.: G. 12, 65; 232; Bea- 
trice wird aus einer H. zu einem zaghaften, schwachen 
Weibe. DMus. 17, 2, 300 2c. Dazu: Weibliche Fi- 
guren mit h—ahaftem Anstrich. NalB 20, 457 te. 
Siscch, a.: einem Heros angemessen, auf Heroen be- 
zügl. 2c. (vgl.: helden , heroen-, herolnenehast, 
„mäßig rc.): Das h—es Helden-] Zeitalter; H-e Peesie, 
Heldendichtung; H-er Vers, der Heldengedichte, 
z. B. bei den Alten der Herameter; H#e Figur, bei 
den Bildhauern, über natürl. Größe, ohne kolossal 
zu sein; He (kühn gewagte] Minel 2c.; Ein Mäd-- 
chen, v. prächtiger Gestalt, mit jerem h-en Reiz begabt, 
der sie zur Darstellung einer Medea od. Circe geschickt 
machen kann. W. 23, 235; 29, 321; 32, 281 te., (. 
hyper-h. -isferen, tr.; zum Heros erheben: Zenes 
Vergöttern, wle dies H. Gervinus Hist. 7, 127; Das 
Bild eines heroksierten Einwohners v. Andros. os Inf. 
2, 17 2c.; Eine Schlange als Symbol der Herolsie- 
rung. ebd.; 18 ce. iemus) m., uv.; 0: das 
Herolschsein (Heroenhastigkeit 2c.), Heldenmuth 2c.: 
Dies Beispiel eines beinahe unnatürl. H. W. 32, 287. 
jistisch, a.: auf Heroen bezügl., heroisierend: Die 
h—e Deose. Westermann (1863) 620b. — Herold 
(—), m., —(e);e; (-in, f.; -nen): (s. as.) 
öffentlicher Ausrufer. Sch. 843b; Er gebot Hen 
(—2) v. hellaustönender Stimme,] rings zur Ver- 
sammlung zu rufen. V. Od. 2, 6; Eine H-in (aus- 
rufend). Ar. 3, 31 2c. Nam. eine unverleßl. Person, 
deren Amt es ist, Elwas feierl. anzukünden, z. B. 
dem Feind den Krieg od. Botschafken ic. u der bei 
den Alten z. B. das Geleit der Gäste, das Ord- 
nunghalten bei Volksversammlungen rc. oblag; 
im Mittelalter nam, der verpflichtete Aufseher bei 
Turnieren u. andern feierl. Vorfällen, der die 
Wappen u. Ahnen untersuchen (vgl. Heralrik) u. 
in streitigen Fällen den Ausspruch thun mußte (in 
ältrer, umdentender Form Ehrenhold 2c.); jetzt nur 
noch bei bes. feierl. Gelegenheiten; auch übrtr.: 
Verkündiger: Die Eule kreischt, H. (—) der Nacht. 
Freiligrach Ven. 36; Das Worten ist nahenden Thaten 
ein H. G. 5, 106; 9, 13; Die Nachtigall allein,] die 
Hin der Liebe. üler ic. Zsstzg z. B. (vgl. Bote, 
Verkünder rc.): Freuden (Siolberg 11, 98); Frie. 
dens-; Götter-([Merkur. Schleget Haml. 3, 11; 
Kampf- (Ihahn Par. 1, 326) od. Kampfes- 
(325); Kriegs-; Reichs- H. k. Als Istw. 
z. B.: H-#- Amt; -Bild, Figur lheraldischel; 
Kunst, --Wissenschaft [Heraldik]; Pflicht; 
-Stab; Würde te. Auch H. — Heher, Pr# 
glandäria-schaft, f.; —en: Hereldswürde 2c. — 
Heseliat 
HDQeromän (gr.), m., -—en, (—#); Sen: ein für 
Heroenthum Schwärmender. Dazu: H-# k.; 
h-isch, a. — HDeron (gr.), m., —#s: Name, bes.: 
eines gr. Naturforschers (im 3. Jahrh. vor Chr., 
in Alerandrien). Dazu: H-s.- Ball, eine Flasche, 
Ballon, woraus durch Komprimierung v. Luft ein 
Wasserstrahl emporspringt: Wenn man die Einrich. 
tung trifft, daß die Luft im 9—3 -Ball rurch den Druck 
einer Wassersäule komprimiert wird, so erhält man einen 
H-s-Brunnen. JMäler Ph. 1, 216.— Lero-olög 
(gr.), m., -en, (—); —en: Einer, der über Heroen 
Kunde giebt 2c. Dazu: In Mythologie u. Ha#. 
Gervinns Hist. 7, 370; Hisch, a. pon, n., —s: za: 
Heiligthum eines Heros, nam. sein Grabmal re.: 
Das Grab hieß ganz allgm. H., auch wenn es nicht die 
Form eines Tempels hatte. Guhl 1, 95; Freistehende auf 
Säulen ruhende Tempeschen (Heroga). 96; Rols Ins. 1, 
136; 3, 139; Das dorische Gebälk eines Hs. 2, 65, 
ogl.: Rudera alter Tempel u. Her öums. püchler Sür- 
östl. 3, 231.— Her os, m., uv.; -den, (—ie): Halb- 
gott; vergötterter Held des Alterthums; ein über die 
gewöhnl. Menschen weit hervorragender Mann (s. 
V. Ländl. 1, 193), in Ez. selten Heroe (s. d.), da- 
gegen in Mz. selten: H-se. Auch: H.-Kultus, 
VBerehrung; Mit seiner ausgedonnerten H.-Rolle. 
Scherr Stud. 1, 192 4c.; Der russ. Kulrur-H. 
Garienl. 13, 632a; Das Pelöpion, in welchem der ge- 
feierte Stamm H. Pelops eines unnnterbrochnen Kul- 
tus genoß. DMus. 17, 2, 195 2c. — Heröllr-at 
(gr.), m., —; —e, -en; -atus, m. 18 21, 21: 
Name, bes. eines Ephesers, der — nur um seinen 
Namen auf die Nachwelt zu bringen — den Tem- 
pel der Diana zu Ephesus, eins der 7 Wunder- 
werke der Welt, in Brand steckte; danach antone- 
mastisch. Kohl Engl. 2 85 2c. — Herotheiomus 
(gr.), m., uv.; 0: Heroenkultus. — Deroum, 
n.: s. Heroon. — Zerp-es (gr.), f. [8 21, 3. 
tis): eine Hautkrankheit, Flechte. —ẽlisch, 
a.: flechtenartig. -etogräph, etolög, m., 
—en, (—§8); —en: Einer, der über Flechten und 
ähnliche Hautkrankheiten — u.: der über kriechende 
Thiere (Reptilien) schreibt, lehrt. Zu Beidem: 
H-#e. f.; heisch, a. -ogräph, m., —en, 
(§); Sen: ein kriechend Schreibender. i, 
f.: kriechende Schreibweise. — Herra-düra 
(span.), k.; —#: ein mit glühndem „Eisen"“ ein- 
gebranntes Zeichen, nam. der Kampfstiere ((. 
Novillo). Globus 1. 102 2c.; Hufeisen. mienta, 
s.; —: Eisengeräth; Schmiedekunst. 9, 291b. 
— Herschel, m., —s; uv.: Name, — berühmter 
Astronomen; auch — Riesenfernrohr (wie Fr. W. 
H. sie fertigte): Ihr, das Auge beangt durch zeigende 
H. Klopfock 7, 22. — Herse (frz. iherö'), f.: —5: 
Egge; Fall-, Schutzgatler. — Hersili-a (lat.), 
f.; —s, zens; 0 8 21, 21: weibl. Name, (. Ora 2a. 
Herlha, k.; 0: hänfige Bez. einer Göttin 
(Erde, Tellus) bei den allen Deutschen, nach Tacitus 
Germ. 10, wo aber die richiuge Lesark Nerthus ist. 
— sôrva: s. Erve 2. 
Hes, -es: (Mus.) s. A3. — Deseliat (yerf.), 
pl.: possenhafte Erzählungen. Uosenkranz Voes. Gsch.
        <pb n="505" />
        Hesitieren 
391. — Besitieren: s. häsit 2. — Hsper (gr.), 
m., —s; 0: Hesperus: H. u. Aurora zogen wech- 
selnd auf am Himmelsbogen. Sch. 59b 2c. ria, (. 
[8 24, 1!: 1) ein nach Westen (wie Thule nach 
Norden) gelegnes Land, Hesperken (Hesperidenland), 
bes.: H. mägna, Italien; II. ultima, das äußerste 
(an den Säulen des Herkules), — Spanien, auch 
bloß: H., s. Weiss Kost. 1, 675. — 2) s. Asteroĩd. 
— 3) schabenartige Falter. Oen 5, 1389 cc. 
-riden, pl.: Elftens holte Herkules aus den Girten 
der H. in Afrika die goldnen Apfel, die der Venus beilig 
waren u. die ein nie schlafender Drache bewachte. 
Die 5. werden v. den Meisten für Töchter des Hesperus 
oder auch der Hesperis, einer Tochter desselben ge- 
halten. Namler Myth. 286; An dem westl. Erdrande, 
auf dem Wege zum Elysium u. den H. Humboldt K. 2, 
180; Das zauberische Land der H. w. 22, 358; 19, 
14 .; H.-Apfel [Orangen]. Gutzkow Bl. 1, 32 32c.; 
Dieser Thalkessel, wo Citronen. Oliven u. Granaten voll- 
auf wachsen, könnte unter besserer Pflege ein wahrer H.= 
Garten werden. CUoben# 2, 128 c. Teridin, n., 
—(e); 0: ein Stoff in den Schalen der Citronen, 
Pomeranzen. Feridisch, a.: in der Weise der 
Hesperidengärten, darauf bezügl. 2c.: Das Höchste 
aller architektonischen u. h—-en Pracht. Kohl Sudr. 
1, 274 2c. krien, n., —#; 0: s. Hefperia 1, 
z. B.: H-s [taliens] goldne Küste. w. 20, ö rc.; 
Die schönen Lierer . , die goldnen Aofeln gleich ein 
neu H. uns duftend bilden. G. 13, 100 rc. Teris, 
f. [5 24, 3, Sridis): Nachtviole. -erisch, a.: auf 
Hesperus, auf den Westen, auf Hesperien, auf die 
Hesperiden bezüglich; ihnen eignend 2c.: Unter dem 
griech. u. h—en Himmel. Humboldt Kosm. 2, 88 re.; 
Wildnisse verwandelten sich in h—e Gärten. W. 3, 70. 
us, m., uv.; 0 (§ 24, 2): der Abendstern (auch 
personif., s. Ramter Myth. 161; 442, vgl. Lucifer, 
Venus): In H. Glanz. Sch. lb 2c.; Westen. — 
HZ#st-ia (gr.), f.; 0: Besta (s. d.). Namer Myth. 
79; W. 3, 155 2c., s. auch Asterold; ferner bei den 
Pythagoreern als Bez. des „Weltherds“, Central-= 
seuers. Humboldi Kosm. 2, 139. kasis, k. I§ 24, 
3, uv.): Die H. .. war die bei besonderen Festen statt- 
findende Veranstaltung eines Gastmahls für die Bürger 
der einzelnen Phylen. Kricgk 1, 114 2c., s. Liturgie. — 
Lefus, m. [8 24, 2): Kriegsgott der Gallier. — 
HDesoch (ihast, m., —en, —#;: —en: „Ruhender“, 
Mönch aus einer quketistischen Sekte des 14. Zahrh. 
HZet (holl.): das: H. Gouvernements-Huis. 
Junghuhn 36 2c. — Hetaika, f.; —s: gefärbte russ. 
Leinwand. — Hetär-e (gr.): 1) m., —n; -#: 
Genosse, Freund 2c.: Das Agema (s. d.) der Hu ꝛe. 
— 2) f.; —-n: ein Frauenzimmer, das freiern Um- 
gang mit Minnern pflegt (s. Aspasia; Laits); Buh- 
lerin 2e. Guhl 1, 213; w. 32, 431; 24, 287 rc.; 
H-n--Künste. 23, 381, vgl.: H-nthum. Gartenl. 
17, 394b. Jia, f.; -ken: Hetärie: Den gehei- 
men Umtrieben der H. Salon 1, 375. ##E, k.; 
—#e)n: Genossenschaft, z. B. im alten Athen: 
Jene Hen u. Synomosien [Gilden 2c.. Gttvinus Hist. 
7. 178 te.; bes. aber eine politische Verbrüdrung, 
die die Erhebung des neuern Griechenlands zum 
Heteromorph 489 
Ziel hatte: Die geheime Verbrüderung (H.). Brandis 
Gr. 2, 10; 20; Zinheisen 1, 12; 212 ff. u. danach 
auch z. B.: Als in Bulgarien sich eine große gebeime 
Verbindung bildete. Diese gehelmnisvolle bulgarische 
H. CUoberl 2, 216. ist, m.,—en, —## -en: Milglied 
der Hetärie. 217; Brandis Gr. 2, 6 c. — Heter- 
archse (griech.), f.; —(ehn: Fremhdbherrschaft. 
Jobiograph, m., —en, —8; -en: der das Leben eines 
Andern beschreibt (vgl. Autobiograph); H-#, f.; 
—en; Hisch, a. Jobränchium, n., —; ken [824, 
2, n.]: Die Schnecken theilt man in Lungenschnecken 
(Pulmonäta); Kammbkiemer (Ctenobräáänchia) mit 
kammförmigen Kiemen in einer Höhle am Eingang des 
Mantels u. Heterobränchia, mit Kiemen v. sehr versch. 
Bildung u. an versch. Stellen, s. Lurmeister Gsch. 380. 
obrauchus, m. I§ 21, 2): Büschelwels. Oen 6, 
86. orcreus, m. (§ 24, 2): Fisch mit einer aus 
2 ungleichen — wie Homocercus aus 2 gleichen — 
Hilften gebildeten Schwanzflosse. Burmeister Gsch. 
460, vgl.: Mit homocerker Schwanzflosse. 180. 
Sochrölsch, a.: verschiedenfarbig, bunt. Jochrö- 
nisch, a.: anders-, fremdzeitig. -odör, a.: von 
dem herrschenden Lehrbegriff in der Religion ab- 
weichend: Orthodor (s. d.] od. h. gläubig. w. 31, 
90. Jodorté, f.; —en: heterodorer Glaube (s. 
Dissenrer 2c.). —odröm, m., e)s; -e: H., vectis 
heterödromus (Ogstz homödromus, Homodröm), 
zwei= (Gyst ein-) armiger Hebel. -odgnämisch, 
a.: verschierenmächtig, nam. (Bot.): mit ungleich- 
langen Staubfäden. Togamik, k.; 0: das Hetero- 
gamischsein. -ogämisch, a.: Sind alle Blümchen in 
einem Köpfchen v. gleicher Natur, entw. Zwitter od. 
Staub= od. Samenblümchen, so heißen sie gleichgaktig 
od. homogamisch, sind sie v. versch. Nakur, so 
heißen sie ungleichgattig od. h. Oken 3, 713. ogen, 
a.: ungleichartig (Ggstz homogen): H-####(S. 38, 
166 rc.), Heität (39, 354 rc.), f., Ungleichartigk. 
Togencon, u., —; ea: ein Heterokliton (s. d.), 
dessen versch. Formen auch verschiernes Genus 
haben. Zumpt § 97. ograph, m., -en, (□); 
—en: Einer, der v. der hergebrachten Orthographie 
abweicht. Dazu: H-## #z h#isch, a. oharpisch, 
a.: verschieden-fruchtig, -samig. ohliton, n., 
—s; ta: ein Substantiv mit Kasus nach verschied- 
nen Deklinationen. Toklikisch, a.: nach der Weise 
eines Heteroklitons; sonderbar, bizarr 2c. -okrasi, 
f.; -(ehn: abnorme Säftemischung: Hetero- 
krätisch, a., an H. leidend (vgl. Dyskrasie 2c.). 
olaliè, f.; —eyn: 1) eine krankhafte Verändrung 
des Sprachvermögens, wonach man auf gewisse 
Worte sich nicht besinnen kann, sie mit andern ver- 
wechselt 2c. — 2) abnorme Verändrung in der 
Stimme (Heierophonie) 2c. omllisch, a.: vom 
Blüthenstand in Trauben: einseitig, Ggstz homo- 
mällisch, allseitig. -omaskalos, m., uv.; loi: 
Gewand mit einem Armel: Eteromaskalos. Weiss 
Kost. 1, 136. -omörph, a.: Absolut gleichartig zu- 
sammengesetzte, hinsichtlich ihrer chem. Konstitution ganz 
identische Körper, die völlig versch. Eigenschaften u. 
Krystallformen haben. Man nennt solche Körper iso- 
merische ., im Ggst der isomorphen, auch he.
        <pb n="506" />
        490 Heleromorphit 
Oken 1, 133 2c.; in der Krystallographie auch — 
hemitropisch. Auch: Hisch, a. Dazu: H#iémus 
GIsomerismus), m., das Vorkommen h-er Körper. 
omorphft, m., -(e)s; —#e: Federerz. Jonom, 
a.: 1) Ggstz zu autonom (s. d.). Dazu: So er- 
scheint der dargestellte Ggstd nicht mebr als durch sich 
selbst bestimmt, sondern H-#ié ist da. Gödeke Gr. 939; 
fSchligel G. 211, auch: Heterotelic ic. — 2) Ggitz 
zu homonöm = wo in allen Theilen u. Beziehungen 
sich dasselbe Gesetz kundgiebt, z. B.: Die h-e (voll- 
kommne] u. die homonome sunvollkommne] Meta- 
morphose der Insekten ljenachdem das Zunge v. dem 
vollkommnen Insekt verschieden od. ihm ähnl. istl, 
s. Burmeister Gsch. 395. Dazu: Die Hität der 
Körperringe.. Solange die Homonomität den Topus 
der Gliederthiere beherrscht, haben alle Ringe des Kör- 
pers gleichen Bau 2c. 387; 384 1e. opathik, (.: 
1) Allopathie (s. d.). — 2) krankhaft veränderte 
Reizbarkeit. ophonie, f.: s. Heterolalie 2. 
Tophthalmie, k.; -(ehn: Verschiedenheit der bei- 
den Augen, z. B. in ihrer Farbe. ophthongié, 
f.; —Xeyn: abnormes Sprechen, bes.: das Bauch- 
reden. -ophüllisch, a.: ungleichblättrig. -opla- 
sic, f.; -ehn: abnorme organische Bildung. 
opode, f.; — : Art Mollusken, Kracken. -öpkik, 
f.; -en: Augentäuschung. orerte, f.; —eyn: s. 
Cissa. -orgänisch, a.: einem andern Sprachorgan 
angehörig. -orrhöthmisch, a.: in abnormem 
RNhythmus. orehütkhmus, m. I[§ 21, 21 ab- 
normer Rhythmus (s. d.), bes. des Pulsschlages. 
ôöscius, m. I§ 24, 21: s. Amxhiseius. otelik, 
f.: s. heterenom 1. Jothetisch, a.: transcendent. 
Sotömisch, a.: ungleich gekerbt 2c. ozetäse, f.; 
—n: 1) = Paradoromanie (s. d.). — 2) verfangl. 
Frage. — HLetman (poln.), m., —s; —: s. Ala- 
man. schaft, k.: -en: die Würde eines Hetmans, 
sein Gebiet 2c.: Die unzähligen kleinen Kosackenstaaten 
u. H-e.ohl Südr. 2, 242 ic. — HZétta (skand.), 
f.; —#: eine den Unterleib bedeckende Art Ober- 
kleid. Weiss Kost. 2, 109 ff. 
Heü: 1) (lat.) ein Ausruf, nam. des Schmer- 
zes, z. B.: II. dölor (s. d.); II. h., fugäces, 
Pösthume, DPösthume, labüntur änni! ach, stüch- 
tig, o Posthumus, gleiten die Jahre dahin 2c. — 
2) (holld.) f.; —en: H., Heüde (schwed.: Hoy), 
ein kleines, einer Schmack ähnl. Fahrzeug. Bobrik 
337. — Heure (frz. ör), f.; —s: Stunde: Nahm 
einen Wagen à h h. [nach der Stunde zu bezahlen]j. 
Dazat 15, 62c; A la bonne lbönn] h., zur guten 
Stunde, — auch = wohlan!; nun immerhin, 
meinetwegen c. — Heureha: s. Archimer; Evrika. — 
Heur-eusemen! (frz. örös mäng), adv.: glücklicher- 
weise. W. 15, 117 2c. eur (), a.: gluckl., — 
weibl.: heureuse löröf). — Heurist-ih (gr.), (.; 
—en: Kunst, Methodik der Erndung. ilch, a.: 
aufs Ersinden, aufs Finden v. Wahrheiten, Lehr- 
sätzen 2c. hinleitend. 
Hev-ai (abiss.): Affe: H. Semal (Himmelsaffe), 
ein Vogel, Helotársus ccaudätus. Prehm Hab. 207. 
e: H., Hoba, Silberpavian. 58, vgl.: Hobe. Ohen 
7, 1775. — Bevca, m.: Der H., ein Gummibanm, 
□ awatha 
v. welchem man Kautschuk gewinnt. Slobus 4, 53b. — 
Hewer (engl. juörr), m.p, —; —#: „Hauer“: Die 
gw. Kohlenhauer, h—s. Kohl Engl. 2, 2 6 rc., s. Pik-ax. 
Her-achörd (gr., — auch gesbr. körd), m., 
—(e)8; —e; (s. Heptachord ꝛc.) ein Gsaitiges Ton- 
werkzeug; eine Reihe v. 6 Tönen der diatonischen 
Tonleiter; Serte. -akder, n., —; uv.; -dedron, 
n., — ; dra: 6flichiges Polyeder (s. d.), bes. — 
Würfel (s. Kubus). aedrisch, a.: in Form eines 
Hergeders. -akmeron: Herameron. agon, n., 
-(e)s; -—e: Sechseck, ogl. Polygon u. Fortbild., 
z. B.: H-al-Dodekageder (. d.); „Zahl 2c.; 
Hisch. -agräamm, n., —(e)s; —e: Schrift von 
6 Zeilen. -aghnisch, a.; -agönium I8 24, 2, 
n. : s. digynisch. -akisohtasber, u. (m.), —#; uv.: 
eine Krystallform, begrenzt v. 48 gleichen ungleich- 
seitigen Dreiecken. Oken 1, 16. ahistetrarber, 
n. (in.), —S; nv.: die hemiedrische Form des Herakis= 
oktaeders. -ämeron, u., —5: —#: j. Dekameron. 
ämeter (—— (. 13. 650), m., —5; ur., (— 
9 Schlegel 1, 5): ein 6füßiger Vers (s. Trimcter. 
w. HB. 2, 223!), nam. der daktylische des gr. u. 
röm. Evos: In dem H. steigt des Seringqueils flüssige 
Sch. 2c., Nur die Un-H sschlechten H. II machen mich 
verrrießlich. V. 1, 6. Dazu: Den Homer aus seiner 
widerwärtigen Verherametrung [(Ubersetzung in H. zu 
reiten. Min###witz: Heramétrische Ulbertragung 2c.; 
Herametrist, m., —en, —; -en: ein H.-Macher, 
Schreiber, CMerkut (1799) 1, 138 ic. -ämitus, 
m. [8 24, 2): s. Dimit9. andria 2c.: s. Mon- 
ändria c. -angulär, u.: sechswinklig. -apekalisch, 
a.: mit 6 Blumenblättern. aphöllisch, a.: 
üeblättrig. -apla, f.; —#s: ein Werk mit 6fachem 
Tert, — in 6 Srrachen, nam. derartiges Bibel- 
werk, auch: Dieses Stammbuch, das eine Polozlotte 
(s. d.), wenigstens H. v. Sxrachen sein sollte. p. 
Wahrb. 1, 161. äpodon, u., —; da: Thier met 
6 Füßen. apödisch, a.: 6füßig. aplolon, n., 
—3; ta: ein Nomen mit 6 Kafus. arch, m. r2c.: 
vgl. Heptarch 2c. Tallichon, n.p, -6; cha: Gzeiliges 
Gedicht. allhlon, n., —s; la: Bau mit 6 Säu- 
len; auch: Der Temrel ist ein Herastöl. püchler 
Sudöstl. 3, 366 2c., vgl.: Ringsum einen Por##kus, 
hexastFlos peripteros [J. d. ). Monalbl. 2, 357a. 
asthlisch, a.: GÖsäulig. -algllabisch, a.: Gülbig 
c. — üris (gr.), k. [8 24, 3, uv.): Habitus. 
Hezam (ar.), m., —#: —§8: ein Shawl als 
Gürtel des Kaftans. Weise Kost. 2, 235. 
Hharuf 2c.: s. Haruf 2c. 
Hiabüri, n., —; —#: in Zapan, die Strafe 
des Lebendigverbrennens. Mag. d. Ausld. 36. 33a. 
— Hialur (stand.), m., ur.; uv.: „Helm“. 
weit- Kost. 2, 425. — Hialus (lat.), m., ur.; uv. 
([&amp;#2 41: gähnende Klust, ungusgefüllte Lücke 2c.; 
Es ist Anticipation eines zukunftigen Standes, die . 
solange wie die Menschen nicht wie die Engel Genes 
sind .., in dem Leben elnes Jeden .. immer einen wun- 
derbaren H. macht. W. 36, 92; Herzen Mem. 2, 116 
rc.; bes.: Zusammenstebß eines auslamenden mit 
einem anlautenden Vofal. — Hiawätha (ire-
        <pb n="507" />
        Hibernal 
kesisch), m., —s; 0: (bei den nordamerik. In- 
dianern) der Weise, der Lehrer, Sohn Mudjekeewis' 
(des Westwinds) u. Wenonahs. Keeiligrath H. 311; 
38, #l. XIII. 
Hibern-äl (lat.), a.: winterlich, vgl.: Cästra. 
hibérna, f. Castrum. ation, k.; (ken): Winter- 
schlaf. — Hibern-in (lat.), f. [8 24, 11; 
-en, n., —3; 0: Irland. Zicism, m., uv.; 
en: H., Hrus, irische Spracheigenthümlichkeit. 
(ogl. Anglicism). il ieren, tr.: verirländern: Bis 
auf das Unterfutter meines Rockes war ich hibernisiert 
labgerissen wie ein Irländer]. Nodenberg Ins. Heil. 2, 
252. — Hibil, m., — 0: bei den Mandiern, 
der gefeierte Sohn des Manda (s. c.) de haffe, — 
mit dem Beinamen Siva (der Glanz). p### 
Or. 2, 449. — Hibr-id (lat.), a.: hibridisch: 
Hen, h-e Wesen: Erfahrungen eines franz. H#briden= 
zuchters. Auslb. 38, 10 a c. -ida, m., f. 1824, 11: 
Mischling, Blendling: Durch Vermischung verschiere- 
ner Gattungen bei der Bestäubung entstehen Mittelbil= 
dungen, welche man Baßartrflanzen (HFbrida) nennt. 
Ohen 2, 254 2c.; Vox h., ein Wort, das aus Thei- 
len besteht, die verschiednen Sprachen angehören. 
idation, f.; —en: Erzeugung v. Hibriden. Aus:d. 
39, 1191a. idisch, a.: blendlingsartig: H.-#e# Ge- 
schöpfe, Pflanzen, Wörter 2c. Zidität, k.; -en: das 
Hibririschsein; ein hibridisches Wesen: Mischlinge, 
Hobridititen will die Natur nicht fortpflanzen. Globus 4, 
380b. isch, a.: hibrid. 
Hichching (chin.), m.: Das erste Eramen wird 
unter Aussicht des ältesten Professors der Literatur, des 
H. (Verbesserer der Gelehr samk.) oder Kiaunru (Lehrer 
der Gebote) abgehalten. Mhheine Weltr. 2, 167. 
Hidage (engl. heidersb), n., uv.; —#: Hufen- 
Geld,- Steuer. — Hidälg-o (fran.), m., —; 
—8 : (s. Fr# algo) sranischer Edelmann: Der tolle H. 
aus der Mancha IDonguixrotel. Spielhagen Zw. Stunde 
36 rc. Jothum, u., —(e)s; 0: Wesen eines Hi- 
dalgos: Mit fran. H. Danzel 305. nia, k.; 0; 
Adel. — Hide (engl. heie'), n., —; —: Hufe 
(Felrmaß). — Hid-rur (frz. (Hir5), a. (weibl. 
eufe, spr. ös); —5s, a.: scheußlich, häslich 2c.: 
Sich in „hireuse“ Trümmer lösen. Kohl Südr. 1, 103. 
— Hidr-Ja (gr.), pl.: Schwitz-, Hitzblattern. 
ohrktika, pl.: kritischer Schweiß. -önofus, m. 
18 24, 21: Schweißfieber. - opoktikon, n., ; 
ka; -opokticum [§ 24, 2, n.]): Hirrotikon. 
ôpgra, f. [/§ 24, 11: Schweißfieber. osis, f. 
[&amp; 24, 3, uv. ): das Schwizen. -olikon, n., —; 
ko: -öticum (§ 24, 2, n.]:: hirrotisches Mittel. 
Sötisch, a.: schweißtreibend. — Hidschrek: f. 
Herschra. 
Hiem-l (lat.), a.: winterlich. — Hien-ming: 
s. uming. — Hier-acit (gr.), m., -en, —-s; -e(u): 
„Habichtsstein“, Art Sandstein. äcium 1§ 21, 
2, n.): Habichtskraut. -apöle, m., —; n: im 
alten Griechenland, die Kultusverkreter der Ge- 
meinde, s. Weiss Kest. 1, 782. -arch, m., Sen, 
(—#8); -en: Anhänger der Hierarchie. -archĩe, f.; 
—en: 1) Priester-Herrschaft, -Regiment, -Staat. 
— 2) die Rangordnung der Würdenträger — Be- 
Hierologie 491 
amten, — zunächst der Kirche; dann auch verall- 
gemeint: Die politische, militärische H. 2c. archisch, 
a.: der Hierarchie (1) gemäß 2c. tlikon, n., 
—8; ka; -aticum (§ 24, 2, n.): s. Bema. atisch, 
a.: den Heiligthümern od. den Priestern eignend, 
gemäß 2c., bef.: Der h-e Stil, der in den aͤltesten 
griech. Skulrturen herrichende u. nam. auch für 
die Weihgeschenke später festgehalten: Die h-e Be- 
handlung der Formen. Naiß. 18, 56 5 2c.; ferner: Die 
h-e Schrift war diejenige, deren sich die lägopt.] Priester 
beim Schreiben gw. berienten. Kriegk 1, 91, s. Hiero- 
glerhisch. -obötanon, n., —; na: Botanik in 
Betreff der in der heil. Schrift vorkommenden 
Pflanzen. -odiadkonus, m. [8 24, 21: ordinier- 
ter Mönch in der gr. Kirche. -odräma, n., —; 
men (§ 21, 3, n., tis): Drama, dessen Stoff der 
heil. Schriftc. entlehnt ist. -odül, m., -en, (); 
—en; -odule, f.; —: Heiligthum-, Temrel-Die- 
ner u. -Dienerin bei den Alten; auch noch Bez. 
der niedern Kirchendiener in der griech. Kirche. 
Toglpphe, f.; -n: heilige Bilderschrift der alten 
Agypier; oft Ubrtr.: ein Zeichen, das geheimnis- 
vollen ed. tiefen Sinn in sich birgt od. bergen 
soll 2c.: Wie gläubig deutete ich diese freunklichen H-n! 
Hölderlin H. 1, 35; Selbst der leersten H. berentenden 
Inhalr zu geben. Whumbold.l 3, 117; Wie eine goldne 
H. am Himmel. püchler Suröstl. 3, 501; w. 32, 279 
(selten: Lernef im Hieroglöph der Sterne sein 
glerienrolles Los. 28, 356) 2c.; Reitreitsche, mittels 
welches Griffels er seine Wünsche den Leuten in sehr 
leserl. Buckel-H- mittheilte. VhHtine Weltr. 1. 35; 
(Diakritische od.) Determinatio-PHn. Globus 6, 
109b; Eine solche Syllabar-H. tbd. rc., H-n- 
Text. 110a; „Inschriften. 111b; „Entziff- 
rungen. ebd. 2c.; H—-n Schrifr. Kriegk 1, 89 2c.; 
Shakespeare .. deuter nur die gebeimnisrolle H-n- 
Schrift. Eichendorff Gsch Dr. 68 2c.; auch: Ö—-n-Kalt, 
s. Hippurit 2c. oglöphenhaft, a.: in der Weise 
v. Hieroglyrhen 2c. oglphih, f.; (-en): Hiero- 
glyrhen-Kunde r2c. Schückhing Vrschl. Wege 1, 118. 
ToglHphisch, a.: aus Hieroglyphen bestehnd; 
hiereglyphenhaft 2c.: Die hleratische Schrift war nur 
eine Akkürzung der h-en od. der erste Ubergang der 
Agoypter vom Zeichnen zum Schreiben. Krirzk 1, 59; 
Elobus 0, 211a; Griechenlands] bloß nach rem Stumpf- 
sinn h—e Schrift. Plaien 2, 237. JSogramm, n., 
—e) s; —e; -ogrämma /§ 24, 3, u., -tis]: (ge- 
heime) Priester= (hleroglyphische od. hieratische) 
Schrift. Dazu: H-##tisch, a.; H-atist, m., Sen, 
—#8; -en: ein Priesier als Bewahrer u. Aufzeichner 
heiliger Urkunden 2c., auch: Kollegium der H-aten. 
Globus 7, 29b. Jograph, m., —en, (—#§); Sen: 
Beschreiber heiliger Dinge. -ögrapha, pl. (§ 21, 
2, n.]: sinnbildl. Darstellung heiliger Dinge. 
Sographis, f.; 0; heilige Geheimschrift: Beschrei- 
bung heiliger Bräuche 2c. okerpr, m., uv.; 
ykes: (im heutigen Griechenland) Preriger, — 
nach ngr. Ausfpr. Jẽrotirix. Brandis Gr. 3, 219. 
Tokrät, m., -en, (—#8); -en: Hierarch. Dazu: 
Hiẽ, fk.; h-isch, a. ologke, f.; —eyn: eine v. 
heiligen Ggsten handelnde Nede, Predigt, Segens-
        <pb n="508" />
        492 Hiĩeromant 
spruch, Einsegnung ꝛe. omänt, m., -en, Cs); 
—en: Wahrsager aus Opfern. Dazu: Hfe, f.; 
bsch, a. -omnemon, m., —##; önen: Tempel- 
verwallter bei den alten Griechen. Weils Kost. 1, 182. 
on, n.,— 6; -a: Heiligthum, Tempel 2c. -ophant, 
in., -en, (—86); -en: der Ofeenbarer heiliger 
Dinge, Oberpriester der Mysterien 2c. Sch. 70b; 
Hymnus, den der H. od. Vorsteher des Heiligthums dem 
Einzuweihenden vorsang. 1016a; w. 18, 359; 32, 
190; Dem göttl. H-#en der Akaremie [Plato, — 
spöttelndJ). 24, 198 c.; Die H-in Diotimg. 23, 
265 rc., auch: H-#e, f.; Mit der h-ischen u. pro- 
pbetischen Infel geschmückt. Luc. 3, 227 2c. ophpla- 
rium, n., —# ; ken 18 24, 2. n. ]: Sakrtstei. 
öphplar, m. [824, 3, acis): Sakristan. — ophr, 
n., —s; 0: „heiliges Feuer“, Blatterrose ##. 
-oshõp, m., —en, —s; -en: Hieromant: Heie (w. 
23,22); hlWisch. oflole, m., — ; n: Besondre, Be- 
kleirer der Götterbilder"“, H-n od. Stolisten bedienten 
sie gleich lebenden Wesen lbei den Agypternl. Weiss Kost. 
1, 118, auch: Hieröstol-os, m., uv.: 2ol. 
olhch, 1.; —en: Heiligen-Kästchen, -Schrein 
(vgl. Monstranz). othet, m., —en, (—#); #n: 
Einführer, Anordner heiliger Bräuche. ötihk, f.; 
—en: Lehre vom Heiligen, v. Heiligung 2c. 
Hiss u Hiraset (türk.): die Hut. Hammer 
10, 319. 
Digh (engl. hei), a.: hoch: Mit low ll] or 
h. wages luloshis) (nierrem od. hohem Lohn). Kohl 
Cngl. 1, 86 rc. Schurch (tschertsch), s.; 0: die Hoch- 
kirche (s. anglikanisch). H##man, m., -S; z-men: An- 
hänger der Hochkirche. -land, n.: Hochland, bes. 
das schottische, vgl. als Ggst: Die gesegneten Low- 
lands flölands, Tiefland). Aueld. 30, 915b cc. 
lander, m., —#; —: Hechländer: llalunders 
(IIK Koht Irl. 2, 121. lise lleif!), n.: hohes, 
vornehmes Leben: Zu weit ins H. des Prunks mit sich 
gezogen. König 20, 199; 313; Uat3. 20, 101; püchler 
Südöstl. 1, 283 2c.; In seinen II.-Kreisen. Schüching 
IrN. 1, 228 2c. -priest, m., —6; —8: Hoher- 
priester, z. B. bei den Mormonen. Gartenl. 17, 
2 6b. Ihyeriff lschärriffl,m.,: —#: Ober-Sheriff 
(s. d.): Der Sitz des H-s der Grafschaft. Kohl Engl. 
2, 107; 1. 82. spirils, pl.: angeregte, lebhafte 
Laune: Nach einer Stunre, die er in h. verplanderle. 
püter Sudöstl. 3, 476. eward (lli#ar m.: 
Overrichter 2c.: Auch im Processe gegen die Pairs 
wird der König durch den H. allein symbolisch vorgestellt. 
Hausbl. (67) 2, 446 te.; Zum zeitweiligen Großbos- 
meister Lord II. ebn.; Dem Kanzler zur Seite sleht der 
Seneschafl (II.) der Universität. Kohl Engl. 3, 12 ꝛe. 
wag luwel, m.: „Hochweg“, Lantstraße: Es giebt 
in engl. Bez. U—s u. by-waxs, Landstraßen u. Virinal= 
wege. König 20, 212; H.-man, Straßenränbder. 
Kohl Engl. 2, 109 (MzZ.: H.-men); H. robberses, 
Straßenräubereien. 1, 19 c. — DLiguera (span.), 
f.; —: Feigenbaum; auch: Crescentia cujete. 
Man glaubt, der Baum sei aus Afrika nach Amerika ge- 
kommen, daher heißt die Frucht Calebasse de Guiuce, 
wo sie Iluchamona beißt, in Meriko II., in Brasilien 
Cujete, auf den Karafben Cohyne, in den frz. Kolonien 
Bimcros 
Coui. Ohen 3, 1015, vgl.: Bienen, die in den hoblen 
Stämmen der Higuerötes ihren Honig ablegen. 
Grenzb. 24, 1, 351. 
Hiisi (finn.), m., —§: 0: das böse Prinziv. 
Rofenkranz Psch. 299. — Hl-aa (ipan. bicha), 1.; 
—4 : Tochter: Einc h. del pais od. Landestochter zur 
Frau genommen. Gerkäcker Pench. 1, 221. o, m., 
nv.; —: Sohn. 
Oic (lat.): 1) dieser (weibl.: hac, sächl.: 
höc), i. B.: H. niger ẽst, hunc tü, Romäne, ca- 
vẽto! Dieser ist schwarz; ver Diesem, Nömer, hüte 
dich! 2c. — 2) hier, z. B.: II. hæret äqua, hier 
stockt das Wasser — hier hapert'e 2c.; H. Hhödus, 
h. sälia!, vgl.: Hier ist Rhodus! Tanze, du Wicht! 
G. 3, 69; II. sĩtus öst, hier liegt begraben 2c. — 
Gikhajeth (ar.), f.; —: erdichtete Erzählung. 
Rostnktanz Poes. Gsch. 366, vgl. Kursat. — Hichor- 
(engl.), m., —; —&amp;, -zies: ein Baum, Jüglans 
olirz förmis u. ölba. Okta 3, 1751 ff.; Wo Eichen 
u. Hs standen. Gertäcker WW. 231; Der echte ame- 
rikan. H. Wistermann 3, 572b; H.-Stab. Salon 3, 45. 
Zilal (ar.), m., — —: ein Halbmond von 
Diamanten als weibl. Kopfrutz. Weils Kest. 2,267. 
— Dilär-en (lat.), pl.: Freudenfest. -ität, 1.; 
0: Heiterkeit. -odie, f.; —eyn: Freudengesang. 
Sotragödc, m., -n: —n: Verfasser v. Hilare- 
tragödien. Uosenkranz Poes. Gsch. 208. -otragödĩe, 
f-j —: Art Travestie der Tragödien: Rbinton aus S#- 
rafus.. . Seine größte Wirksamkeit fand er in Tarent weß- 
halb seine Gattung auch die tarentimsche hieß; die Römer 
.. nannten sie auch die rbintonische; ibr Sonrername, 
H., wurde als gleichbedentend mit Pessenreißerei, Pbloa- 
kograpbie, genommen. 205; fschlegel GR. 206; P-n 
vd. Mischspiele v. Scherz u. Ernst. Weifs Kost. 1, 795. 
— Hilde (nord.), f.: H. ist eine der Walkuren, die 
sräter zur Kriegsgönin erwuchs 2c. Simrock Fr. 190; 
20; Moth. 39 3 2c., auch: Hildur. Mohnike Fr. 15. 
— Dildebrand, m., —s: männl. Name, z. B. 
der frühre Name des Papstes Gregor VII. ( 1083), 
der erfolgreich für die Herrschaft des Pontifikats 
über die deutschen Kaiser kämpfte. Dazu — nach 
Cor. ries (11550, s. frommann DMundait. 2, 21) — 
Hs-, gw.: Hilverts-Griffe, Praktiken, Kniffe 
(doch s. Erisch 1, 15206 u. Ss. s. V. SilfReve). 
iomus, m., uv.; 0: das Streben für Herrschaft 
des Pontisikats. — Hildur, f.; 0: s. Hilre. 
Himai-os (gr.), m., uv.; zoi: Lied beim 
Brunnenziehn. Uolenkron) PEsch. 156. — Qimaiet 
u Hiänet (türk.): die Schützung. Gammer 10, 347. 
— Himanteligm-o (gr.), m., uv.; zei: Art 
altgriech. Sriel: Das (noch beut hie u. da neübte) 
Riemenstechen od. der H. Weiss Kost. 1, 997. — [imar 
(türf.), m., —#: —: Esel. Hammer 10. 319 (rgl. 
Cbamor). — 1sjim- as (gr.), m. 1824. 3, äntis): 
Niemen, bes. (s. Cestus 2): Der Faustlämpfer um- 
wand beide Hinde mit einem Riemengeslecht, r’eeeg. 
(nim intesl 7v. Guhl 1,247. — Himãli-on (gr. &amp; 184), 
n., —; za: ein oblonges Gewebe als Uberwurf 
für Männer u. Frauen. 177 ff.; Ausld. 39, 1116b; 
Weise Kost. 1, 708; 711; 960 cc.; Das leichte H., die 
seg. Töga Gracänica- 2, 14. — Himeros (gr.),
        <pb n="509" />
        Hminbad 
m., uv.; 0: wie lat. Cupĩdo Bez. für den Liebes- 
gott (Eros) od. dessen Geschwister: Zwei Liebesgötter 
als Pothos u. H. (Verlangen u. Sehnsucht). Uat3. 20, 
548; Ramier Moytb. 69; w. 21, 331; Wie geschickt 
auch Pothos u. H. die Gestalt ihres Bruders anzunehmen 
wissen mögen, mich werden sie in dieser Verkleidung nie 
wieder bintergehen. 89. 
Hinbad (ar.), m.: Name, in einer Erzählung 
der 1001 Nacht ein Armer gegenübergestellt dem 
reichen Sinbad. Spielhagen Pr. 6, 43. — Dind- 
awi, -i, n., —#; 0: die Sprache der modernen 
Dichtkunst in Mittel-Indien. Kriegh 1, 35. Ju, 
m., —6#: —6: Indkser. 26. ustäni, n.t, —#; 0: die 
Umgangssprache der gebildeten Indier 2c.: Das H. 
wird v. den Enuropäern auch die bramanische Sprache, 
das Dewanagari, das Nagri od. (mit sehr falscher An- 
wendung dieses Wortes) das Mongolische genannt. 35. 
-#Wthum, n., —(e)s: 0: das Wesen der Hindus. 
Globus 7, 23a. — Bing cchin.): s. Ju. — Hinc 
(lat.), adv.: v. hier: H., inde, v. hier u. v. da; 
v. beiden Seiten 2c.; H. illæ läcrime, daher diese 
Thränen — da liegt der Hund begraben, s. w. HV. 
1, 295. — Zinn-# (engl.), n.. —#; -ies: Die 
singing hinnies (Art Kuchen) in Northumberland. Kohl 
Engl. 2, 52. — Hintow (türk.), m., —6; —6: 
Kobelwagen, Staatskutsche. Sammer 10, 349 (vgl. 
Kalesche. Schluß). 
Hiob (hebr.), m., —6; —6; bibl. Eigenname 
u. danach Bez. eines Dulders 2c., (bei Zunz 2c. in 
näherem Anschluß ans Hebr. Ijob, auch: Pro- 
ben,] die einen Job zum Toben zu bringen fähig 
wären. W. 15, 127 2c.): Arm wie H., auch: Blin- 
der H. 3. 476a (vgl. Blinder Jost. frommann 3, 
4 rc.); H—-#= Post Unglücksnachricht, s. Hiob 1, 
14 f.]), z. B. G. 9, 34; 35, 240 1c.;-Thräne 
od. Thränengras, Cölk läcrima (auch Christus-, 
Moses-, Marien-Thräne). — Hiölt (skand.), m., 
—# : —: „Halt“, Schwertknopf. Weils Kost. 2, 
428. 
Dip! (engl.), interj.: als Aus-, Zuruf ꝛe.: 
Ein zmaliges Niesch, niesch, niesch! das lbei den Berg- 
schotten) unsrem englischen H., h., h. entspricht. Bazar 
14, 112a; Ließen sie den Raum v. nicht enden wollen- 
den H., h., Hurrab's widerhallen. Naiz. 20, 159 2c., 
vgl.: Mit Hep, hep, hurrah! tranken diese adligen 
Kreise die Gesundheit des Königs. Treilschke Hist. 3 80 rc. 
— DBippa-gogus (gr.), m. (/IS#24, 21: Transport- 
schiff zum Ubersetzen v. Reiterei. Weiss Kost. t, 
1262 c. -grét, m., —en; —en: Die Exhoren lin 
Spartal] ernannten aus der Zahl der jungen Männer 
3 H-en, v. denen sich ein jeder 100 Altersgenofsen aus- 
wählte lrie s. g. Ritterl. Nülow gK. 39. — HDippäh 
(neuseel.), n.: Die Feinde seines H. or. seiner Horde. 
w. 29, 376. — Bippalus, m. [8 24, 2): Monfun 
s. d.); malafisch musim, der h. der Griechen. Hum- 
boldt K. 1, 479; 2, 433, vgl. Passatwind. — Hipp- 
anthröp, m., -en, —##; -en: „Pferdemensch“, Cen- 
taur. - aphesis, f. [S 24, 3, uv. ]: die Aphesis (s. d.) 
od. der Ablauf der Pferde auf der Rennbahn. 
Cuhl 1, 121; 2, 153. Tärch, m., -en, (s); 
—en: Kavallerie-Oberst. -archte, f.; —(e)n: 
Hippokrakiker 493 
Würde, Amt eines Hipparchen — u.: die ihm 
untergebne Reiterei (Brigade). - ärdion, n., —;: 
ĩen (§ 24, 2, n.]): Von dem H. ldes Aristotelesl, das 
man für den Jagttiger (Guepard) hält. Humboldl K. 
2, 191; 427. Larion, n., —#; klen: Pferdchen, 
nam. (s. Hirpotberium): Füllen mit 3 Zeben, wie sie 
bei dem urweltl. „Hrparion“ gefunden worden nd. 
Dolksz. 16, 76. armöst, m., —en, —s; -#en: (in 
Sparta) Befehlshaber einer Mora (s. d.) Reiter. 
Ruͤstow gK. 94. Jas, f.: Ritterstand; auch als 
Name einer Art Ringkfampf: H. u. Kpbetinda. Weiss 
Kest. 1, 904. -eläph, m., —en; -en: -élaphus, 
m. [8S 24, 21: „Pferdehirsch“ (Art Antilepec). 
Humboldt Kosm. 2, 191; 127. Jiäde, f.; —n: Bild- 
säule einer Reiterin, Amazone 2c. iäter, m., 
—#; uv.: Pferdearzt. iatriéc, iätrik, f.; 0: 
Pferdeheilfkunde. itrisch, a.: zur Hippiatrik ge- 
hörig 2c. isch, a.: auf Pferde, Reiter bezüglich: 
Die gymnischen u. h—-en Wettkämpfe. DMus. 17, 2.198. 
Tobit, m.. —-en, —s; -en: s. Hamarobit. oboch, 
m., -en; —-en; obösca, f. [8 24, 11: Pferde-, 
Lausfliege. Oken 5, 762 ꝛe., auch: Mozquitos, 
Hippoboscen. Humbold! (Wadern. 4, 116832). 
Tocentanr, m., en, (—#); —en: Heen, Pferidecentau- 
ren, v. welchen man vorgiebt, daß sie Centauren zu Vätern 
u. Pferde zu Muttern gehabt. Namter Moth. 207. 
odamisch, a.: die Pferdebändigung betreffend. 
Sodamuo,m. [§ 24, 2): Pferdebändiger. -—odrom, 
m., —e)s; —e: Pferderennen u.: Bahn, Platz 
dazu. Guhl 1, 118; 2, 329; Am Ziel des Hes. Sch. 
72b; w. 22, 29 2c. Jödromos, -ödromus, m. 
[8 21, 2|: Hippedrom. -ogröph, m., Sen, 
—es; -en, —e: „Reß-Greif“ (s. d.), Flügel- 
pferd. minchwitz Asch. 2, 68; Von H-#en., bie 
verschmähn, der Erde Grund zu stampfen,] flatternd 
aber durch den Ather schweben. Platen 1, 275 2c., nam. 
auch vom Musenrferd (s. Pegasus): Preten baben 
H-e. Salon 1, 225; Sch. 98a; Sattelt mir den H-en, 
ihr Musen! W. 20, 5 2. -ohamp, m., en, (—#):en: 
„Meerroß"“, als Reit= u. Wagenthier der Meer- 
gottheiten: Die H-en u. Tritonen. Uat 3. 21, 3; 
Einen gestügelten Hren. noss Ins. 3, 21. II—us, 
uv. -se [8 24, 2). püchter Süröstl. 2, 227, auch: 
Art Nadelsisch. Oken 6, 96. Jocäsianum sg 24, 
2, n.): Roßkastanie, — aus der Familie der 
Hippokastaneen. oköm, m. , —e)8, —en; 
—eIn): Pferde-, Reitknecht. okräs, m., uv., 
—ses; uv., —se: ein heilsamer Würzwein, eig. 
Hypotras, doch angelehnt an den Namen des be- 
rühmten gr. Arztes Hippokratles) (1 gegen 377 
v. Chr.), z. B.: Hilft kein Hippskrates, so hilft 
der H. Hagedorn 2, 168; 263 2c., vgl.: Den Namen 
jener künstl. Weine, als Pigment, Klaret, Sinopel, 
Hipokrat u. Lautertrank. Uehlen Hrw. 210. okrät, 
m., —en, — : —e; ökrates, m., uv.; uv. I§ 24, 
3, Uv. ): s. Hirpokras u. vgl. Galen, — als Bez. 
für Arzt: Unfre H—e müßten ganze Plantagen Nieß- 
wurz erschöpfen, wenn 2c. Sch. 102b; 692a; Die 
H-en erschöpften sruchtlos Kunst n. Müh. W. 3, 
135 2c.; Schickt dle .. milzsüchtigen Gesellen .. den 
Söhnen des H-es zu. 19, 84 2c. okrätiker, m.,
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        494 Hippocraticus 
—; uv.: Anhänger des Hippekrates. -ocrälicus, 
a.: hippokratisch, bes.: Facies (s. d.) hippocrätica. 
okrälisch, a.: in der Weise des Hippokrates, v. 
ihm herrührend, aus ihn bezüglich 2c.: Das h-e 
Gesicht, wie es, nach Hippokrates' Schildrung, Sterbende 
zeigen 2c.; Dieser h-e Arzt seiner Ebre. Nat 3. 21, 
67; Zu den stärksten Mitteln der h-en Methode greifen. 
Spielhagen Zw. St. 87 2c. Johratismus, m., uv.; 
0: Lehre, System des Hippokrates. okrkne, 1.; 
0: Quell dichterischer Begeistrung, durch den Huf- 
schlag des Pegasus (s. d. u. Aganippe) entsprungen, 
wörtl.: „Roßbach“. -olith, m.—(e), -en; -eln): 
Magenstein bei Pferden. -olög, m., en, (—5); 
—en: Pferdekenner 2c. Dazu: H-#ifh-isch, a. 
olßl, m., —; (—e); -olplus, m., uv.: (e); 
[8 24, 2): Name, bes.: des Theseus Sohn, den 
seine ihm ihre Liebe antragende u. v. ihm zurück- 
gewiesene Stiefmutter Phädra ins Verdterben 
stürzte, s. Namler Myib. 330; Sch. 609 ff.; Den 
Hus mit ihr zu machen. W. 23, 384:; Meine Haus- 
Rolle fertzufrielen. 299. Jomachik, f.; —eyn: 
Kampf zu Roß. Jomän, m., Sen, (—6); —en: 
leidenschaftlicher Pferdeliebhaber. Dazu: H#ié, 1.: 
Schwärmerei für Pferde; h-isch, a. -ömane, 
f.; —n: eine Pflanzengatt., bes.: H. mancindlla, 
mit giftigem Milchsaft. omäncs, n., uv.; 0: 
Füllengift, s. v. Georg. 197. -omanl, m., en, 
—6; —en: Wahrsager aus dem Pferdegewieher 2c. 
Dazu: HiE f.; bh-isch, a. omölg, m., Sen; 
—en: Pferdemelker. Kohl Sürr. 1, 164. önar, 
m.: ein gr. Satiriker. Rosenkranz Poes Gsch. 161: 
H. batte eine so scharfgesritzte Zunge, daß Cicero 
ein bipponakteisches Lob Ipracönium hippo- 
nactsumsj u. eln Pasquill für Spnonpma nimmt. W. 
Luc. 6, 67 re., s. auch Cheliamb. opatholog, m., 
—en, —6; -en: Patholeg (s. d.) in Bezug auf 
Pferde; dazu: H#e, f.; h-issch, a. Jopkra, 
f. [8 24, 11: Mantelsack. -ophäg, m., en, —; 
—en: Pferdefleischesser: H###e, f., das Pferdefleisch- 
essen; h-isch, a., darauf bezügl.: In der h.ischen 
Gesellschaft. Uat 3. 21, 71. Topode, m., —n; -—n: 
Pferdefüßler. -opodisch, a.: mit Pferdefüßen. 
opölamus, m. (n. A#ewald Lav. 1, 8), uv., „ses; 
uv., —s (Odank 3, 220), opölomi (Kag. v. Ausld. 
36, 526b), copölame (Ual3. 21, 211): Flaß-, Nil- 
vserd (s. Behemoth): Mit der H.Peitsche. Falmeraher 
GsW. 1, 67, s. Giraf; Schambeck. osandale, f.:; —n: 
„Pferdeschuh“, Art Hufeisen ohne Nägel. 
therium, n., —; ken /824, 2, n.]; ein fossiles 
pferdeartiges Geschöpf. Durmeiser Gsch. 540, s. 
Hrparicn. Jölthorus, m. § 24, 21: Beschäler. 
olomie, f.; —(ehn: Anatomie (s. d.) in Bezug 
auf Pferde. -otroph, m., -en, (-6); S-en: Pferde- 
züchter: H-ie, f., Pferdezucht. - Ur: als Bstw. 
in: H.-Säure, ein Bestanttheil im Harn der 
Pferde u. übrh. aller pflanzenfressenden Säuge- 
thiere. -üris, s. [824, 3, üridis!): „Roßschweif“, 
Art Farren (vgl. Equisetum), als Zunft: Hippurid- 
en, een. -urit, m., —en, —s; -e(n): Art fossiler 
Thiere: Am bezeichnendsten sind für die Kreidegliebder 
die s. g. Rudisten od. H-en kolben-, trichter- od. röhren- 
Historie 
förmige Kalkgebilte ꝛe. Burmtister Gsch. 477 (Hippu- 
rĩtes. 478); H-#en- Formation, -Kalk, auch: 
Hieroglyrben-; Kaprotinen-, Rudisten-, Schrattenkalk, s. 
Derlipsch A. 31. -Tus, m. I/§ 24, 2): das Flimmern 
des Anges rce. 
Qirasel: s. Hifs. — BHirbed (rers.), m., 8; 
— „ s. Herbed; Destur. — Hirc-in (lat.), n., -(e)s; 
O: H., H.= Säure, Bestanttheil des Schaftalgs #2c3 
-inus, a.: vom — dd. wie vom — Beck her- 
rührend: Ödor (s. d.) h., s. d. Folg. 2c. -ismus, 
m., uv.: 0: Bocksgestank (hireus, gräsus). — 
Hirgili (moldauisch), m.: Pferdeherde. Aohl 
Südr. 2, 53, vgl. Tabun. — Hirka (ar.), f.; —: 
Mantel: H. i Scheris, des Scherifs (Mohammeds). 
— Hirc-océrpus (lat.), m., uv.; ven s8 24, 
2): wie griech. Tragelaxhus („Bock-Hirsch“), 
eine groteske Verbinkung, der in der Wirk- 
lichkeit Nichts entspricht, Chimäre, w. 30, 11; 
Luc. 6, 429 2c. —53, a.: bockartig stinkend. 
-ulation, f.; Sen: geiles Wuchern des 
Weinstocks e. -us, m. I§ 24, 21: Ziegenbock; 
Bocksgestank. — Birlas (walis.), m., uv.; uv.: 
Trinkhorn, Becher. Rodenbetg Wal. 226. — 
HOirquilälilas, f. [8 24, 3, ätis]: meckernde (od. 
Bocks-) Stimme. — HDirfüt (lat.), us, a.: 
struppig, zoltig. 
His: 1) (Mus.) H., Hisis, s. A3. — 2) 
klat.) Dat. u. Abl. der Mz. v. hie (s. d. 1) in 
allen drei Geschlechtern, z. B.: His non obstänti- 
bus, ohne daß Dies dagegen gilt, — trotzem, 
nichtsdest'weniger 2c. — BDiskias (hebr.), m.: 
Name, bes.: eines Königs v. Juda; srrchw.: Ich, 
alter H., Iffland 15, 1, 44. — Hispän-ia (lat.), 
f. /J 24, 1); -en, n., —: 0: Spanien. 
isiren, intr. (haben); tr., refl.: (sich) nach 
spanischer Weise modeln 2c.: Glätte unsrer b—den 
Dichter. Geroinus Hist. 6, 651; Wenn die Morisken 
sich mehr hifpanisiert hätten. Schan 2, 112; Konatbl. 
1, 331 àa c.ism, m., uv.; -en 2c.; -oman 2c.; 
vgl. Angl-ieism, oman 2c. — Disp-id (lat.), 
Tidus, a.: ranh, borstig. — Hifsa (tiirk.), .; 
—4: Lehnsantbeil. Hammer 10, 319. — 
iodromik (gr.), f.: —eyn: das Fahren mit vollen 
Segeln; Schiffahrtskunde, Anweisung dazu. Sion, 
n., —;; -ia: Gewebe, Tuch, Segelluch. - ogenese 
(Ualur 15, 17Sa), -ogeniéc, f.; 0: die Bildung der 
Gewebe des thierischen Körpers. ogräph, m., 
—en, (—): en: Beschreiber der organischen Ge- 
webe. Dazu: Heie, f.; h—isch, a. — Difloire 
(frz. istoär), f.; —#: Geschichte: H. scandaleuse 
(stangralösl, Skandalgeschichte 2c. — Histo-log 
(gr.), m., —en, —##—en: Lehrer der Kunde von den 
organischen Geweben od. der H#ie. Hisch, u., 
darauf bezüglich. -nomik, f.; (en): Lehre, Lehr- 
buch v. den Gesetzen in der Bildung u. Fortent- 
wicklung der erganischen Gewebe. — Histor-ia 
(gr.-lat.), f.; ken [§ 24, 11: Geschichte: 2. Cht. 
13, 22; 21, 27; 1. Mart. 9, 22. Davon ich die 
5— m bler nicht erzäbl aus Sitt u. Scham. S. 6, 
65 1c.; H. naturälis, Naturgeschichte 2c. -ĩe, f.; 
—na : Geschichte: Die H. Rom's 2c.; Allerlel Han er-
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        Hilloriette 
zöhblen 2rc., auch vrkl.: Reich an allerlei Hist örchen 
u. Anekrölchen u. Pasquillchen, ohne ein Wort v. der 
Sache. k. 2c. (vgl. vralt.: Erzählte ihm allerlei 
Storgen. Simplicillimus 2, 19217). Znstng3c. z. B.: 
Du, Früchtchen, hast alse doch schon dein Liebes- 
bistörchen bier angezettelt. Hamb. Ch. 2, 379; 
Lit(t)erar= (Scherr Mir. X), Lltot)erär--, 
Litl(t)eratur-H.; Mit meiner Reformations-) 
H. 30% Müller 7, 104; Teutsche Kaiser (l)) u. Reichs- 
H. v. Bünau; Diese San-H n, W. 21, 334 re. Als 
Bstw., z. B.: H-n-Buch;-Malerlei); Schrei- 
ber 2c. Zictte, f.; —: Geschichtchen, kleine Er- 
zählung. -ileren, tr.: s. bitorisieren: Den Charak- 
ter eines ganzen Volkes in einer bistoriierten Allegorie 
zu rersonifirieren. W. 22, 212. Cik, f.: (en): 
Geschichtsschreibung. Scherr Mir. 171 ff.; Fine 
unterthänige Spucknars- H. Stud. 2, 23. Liker, 
m., —#: uv.: Geschichts-Forscher, -Kenner, 
.Schreiber: Natur-H. Humdoldi Kosm. 2, 225 2c., 
Kenner ie. der Naturgeschichte. ihotheologie, 
f.; 0: Beweis für das Dasein Gottes aus der Ge- 
schichte. -iens: 1) m. s8 24, 21: Historiker. — 
2) a.: histerisch. -iogräph, m., -en, — ; —en: Ge- 
schichtsschreiber: H-##e, f.; hisch, a. -omathis, 
f.; 0: Geschichtserlernung. Zisch, a.: geschicht- 
lich; der Geschichte gemäß, angehörig rc., auch: 
Aus vor-h#er vulkanischer Asche. Bucmeister Gsch. 19 5 2c. 
visĩeren, tr.: als historisch auffassen, darstellen 2c. 
(s. historiteren): Der Heimskringla, des großen norki- 
schen Geschichtsbuchs, worin die Götter historisiert, d. h. 
als Menschen aufgefasst sind. Simrock Fr. 197; Mötb. 
329; 3522c. — DBist-os (gr.), m., uv.; zoi: Baum 
des Webstuhls; Mastbaum. -otôom, m., -en, —; 
en: Zerleger der organischen Gewebe: H-ĩe, f.; 
bisch, a., vgl. Histeleg #c. — HBistri-o (lat.), m., 
—; -õnen [8 21, 3,-önis): Schauspieler (s. Cänti- 
cum), Gaukler, Tänzer in den Pantomimen (s. weits 
Kost. 1, 114 3): Kinären, Hnen. W. 18, 4 7 2c. — DHi 
(ar.): Hier braucht man bloß den Sand wegzuräumen, 
um die Feuchtigkeit zu fassen u. man leitet sie dann in 
wasserrichten Kanälen in die Felder. Solche Orte heißt 
man Ahsa (Singular: H.). Ausld. 39, 852b. 
HBitake (ar.), f.; —6: Schmarotzermilan, 
Mllrus parastticus. Brehm Hab. 207. — BDitha 
(böhm.), k.: —§#: Die Böhmin ummickelt den Korf mit 
der unentbehrl. H., einem farbenreichen großen Woll- 
tuch. Bazar 13, 51a. — Hitopadẽsha (str.), k.: 
„heilsame od. freundl. Unterweisung“, als Titel 
eines Buchs. Nosenkronz Poessch. 82. . 
Hiüpr (skand.), m., uv.; uv.: Art Uberrock, 
Jupe. Weiss Kost. 2, 408. « 
HivernageCfrz.iwernäsh’),f.;—n:llber- 
wintrung,v.Sclvifsenxc.;HafendazU.-Hish: 
s.Chleb.—HnäsS:s.Noffa. 
Hoåx(engl.höhx),m.,uv.;-es:FopPerei, 
Täuschung, namentl. als Börsenmanöver. — 
Goa#t)zin, m.p, —; —: das Strauß-Baumhuhn. 
Een 7, 599. 
HQöb-a, e: s. Heve. — Zobãl (ar.), m., ; 
0: — Baal (s. d.). Globus 11, 304b. — Zäbbes 
(engl.), m.: ein Philosoph (1588—1679), Verthei- 
Losifferen 495 
diger des rolitischen Absolutismus (Gobbesianis- 
mus, m.). — Hobõ-e (frz., s. haut-bois), f.; —n: 
ein helltönendes Blase-Instrument mit Griffen (vom 
eingesirichnen c bis zum dreigenrichnen f): H—, 
Fagotte 2c. G. 8, 307 ꝛe., auch: Oboe. sobt Kat. 123; 
Uaomier 307. ist, m., -en, (—8); -—#n: Hoboen- 
bläser, — dann allgm.: die den Solraten vorauf- 
ziehnden Musikanten: H-en-Korrs 2c. 
Hoche (frz. (besch): H.-vot lro], n., Art 
Ragent. H. queue kköl. f., Wirrsterz, Bachstelze. 
Joda: s. Oꝛa. — HZodeg--ẽse (gr.), f.; In: 
Tesis, f. [8 24, 3, uvr.): „Wegeweisung“, An- 
weisung zur Erlernung einer Wissenschaft, zum 
Studinm. -t, m., -en, (—8); en: der den in 
einer Wissenschaft, beim Studium zu gehnden Weg 
zeigt. H-#i s. Hedegese; h—isch, a., darauf 
bezugl. — HGöder: s. Hẽtur. — Höd'#e (lat.), 
adv.: heute: H. mihi, erds tibi, heute mir, mor- 
gen dir. -rnus, a.: beutig: Dves h., der heutige 
Tag; Ab hodiérno, vom heutigen (Tag an) 2c. — 
Hoditolög (gr.), m., —en, (—68); en: Einer, der 
Lehre, Anweisung zum Reisen giebt: H-##n 
hisch, a. — Zodjet (türk.), m.p, —s: —: Besitz= 
urkunde. GSrenzb. 26, 1, 128. — Hodo-meter 
(gr.), m., u., —#; uv.: Wegemesser, eine Vorrich- 
tung zur Berechnung des zurückgeleglen Weges. 
humboldt Kosm. 2, 470. Dazu: Horomstrefe, 
f.z; zisch, a. planfeé, f.; —cyn: Abweichung 
vom rechten Weg. — HZödscha: s. Sberscka. — 
Bödur (nord. Mytb.), m., —; 0: H., Hökbr, 
der blinde Bruder Baldur's, den er auf Lofi's An- 
stiften, ohne es zu wollen, tödtete, s. Simrok Myoth. 
85; 100; 331 2c. 
Hoed (holl. bud'), m, —8; —, uv.: Stein- 
kohlenmaß 2c.: Der H. bat 38 Maaten u. 6 H. sind 
= 5 Cbalrrons in Newcastle. Eneyhl. f. Kaufl. 132b. 
— Hock (hell. hüt), m., —; —: Winkel, Ecke 2c. 
(Effekten Is. d. 2)-H. 2c.); vorragende Land-Sritze, 
Ecke; Fischangel 2c. (s. Hul Ss.). -er, m., -; 
uv.: Art nordischer Lastschiffe mit einem Haupt= u. 
einem kleinen Besahnmast: H.-Jachr, Art Ein- 
master, zum Hummerfang 2c. 
Hof- iẽren, intr. (baben) 2c.: (s. a5.): 1) 
veraltend: a) sich in fesil. Geielligkeit freun, 
schmausen 1c. 5. 12, 247; Schaidenreißer 7 Sb; 6 Sachs 
G. 1, 227; 229 2cc.; Geld ver-h. 136 :c. — b) 
(s. a) zur Erheitrung, Kurzweil bei sestl. Ge- 
lagen 2c. beitragen. S. 2, 120 2c., nam. v. Spiel= 
leuten: musicieren. Schaidenreißer 26; 65Sachs 2, 1, 
30d rc., auch übrtr.: Wonniglich hofierte# Vögel 
Schar mit suß= u. schönen Tönen. Ds.; Das er Gott 
hofiert Tpreist, lobt] u. danket. futher 5, 355b; 6, 
4b ꝛe. — c) tr. (s. 2): Einen mit Branntwein F., 
traktieren. — d) stattl. Hof halten, stolzieren, 
prangen 2c. — 2) Einer Persen h., ihr den Hof 
machen, zu Gefallen leben, schmeicheln 2c. 3er. 1, 
30; Weish. 14, 21; forster Br. 1, 179; G. 7, 173; 
#ch. 105b; V. 4. 113. — 3) (urspr. als scherzh. 
Wortspiel) „auf den Hof gehn“, seine Nothdurft 
verrichten. 9. 27b; G. 1, 171 2c.; Wer ein Hekate- 
bild gottlos behefiert. Droysen Ar. 3, 141 2c. -isiẽreu
        <pb n="512" />
        496 Hösud 
tr.: höfisch machen. Arndi Erinn. 140. — Höfud 
(nord.), n.: Haupt. band, n.: Haupt-, Stirn- 
band. Weiss Kost. 2, 415. stasir, m.: Hauptstab 
(im Stabreim): Zwel dgl. Reimstäbe, Liodstafir, 
müssen in der ersten Hälfte der Zeile vorkommen; der 
dritte u. wichtigste, nach welchem jene bestimmt werden, 
muß vorn in dem 2ten Halbverse stehen. Der Reimstab 
in der Nachzeile beißt daher Hauptstab, H., während dle 
beiden andern in der Vorzeile Beistaben (Studlar) 
genannt werden. Bolenkranz Poes Gsch. 296. 
HUögg-ro (skand.), m.: Parierstange. Weiss 
Kest. 2, 127. spiot, m.: „Hau-Spieß“. ebd. — 
Hogier (frz. esbis), m.: männl. Name, auch 
Ogier. — Bez. für Pik-Bube im Kartenspiel. 
PhORunge 1, 256.— Hogohead (engl. höggsbedr'), 
n., —#: —8: Orhoft, Faß v. 3 Eimern 2c.: Ein 
großes Zuckerfaß. Das riesige H. Gartenl. 13, 69 6a. 
Izbong (chin.): Blumenwein. Globus 5, 319a. 
— Hoc: 1) (lat.) neutr. zu hie (s. d.), z. B.: 
IIöc Est (h. e.), Das heißt od. ist; H. häbet, Das 
bat er weg, — Ruf des Volks bei den Gladiatoren= 
kämpsen, wenn Jemand einen tödtl., Hieb empfan- 
gen 2c., danach verallgemeint 2c.; Ad h. eigens, 
zu diesem (bestimmten) Zweck, z. B.: In Bauwerken 
„ad h.““ Grenzb. 26, 3, 103; Einsetzung eines Mini- 
steriums ad h. volksz. 14, 12; Sie wurden jedesmal ad h. 
erwäblt. W. 24, 296 1e.; Post (s. d. I) h. ie. Ferner als 
Ablat. zuhie u. h., z. B.: II. Anno, in diesem Jahr; 
D. löco, an diesem Ort; h. ménse, in diesem Monat; 
h. scnsu, in diesem Sinn; h. témpore, zu dieser 
Zeit v. — 2) (frz., s. 1) ein Kartenspiel — u. in 
demselben: eine Karte, die der Gegner nicht stechen 
kann. — Zöôch (engl.), m.: Hochbeimer u. nach 
ihm alle Rheinweite sind II.; Teres u. danach alle spa- 
nischen Weißweine sind Sherry; Oporto und aller 
iberische Rothwein ist Port. Gartenl, 16, 170b. — 
Hôöcca (vers.), f.; —: ein Gewicht (s. Man 2; 
Oukije). — Hökabas (türk.), m.: Taschensrieler. 
Dammer 10, 349, vgl. Hokuspofus. — Uorco;, m., 
—s:; —: das gemeine Baumhuhn, Cräx aléctor, 
in Mittel= u. Süramerika, auch Curassolw). Ohen 
7, 600; Erenzb. 24, 1, 273 2c. — Hocopöco, m., 
—#; —6: in Nordamer. ältrer Spitzname für die 
Rückschritts-, wie Locofoco (s. d.) für die damaligen 
Fortschrittsmänner. — Höhul) (skank.), m., 
—; S: kappenartiger Hüftmantel. weiss Kost. 2, 
412, auch Hekla. ebd. (vgl. Heufe, Heife. Se.). 
brökur: s. Okulbrökur. — Lokus, m.: H.= 
Pokus. AGrtoih 119 ie. - Vöhus, interj.; m., n., 
nv.; uvr.: (s. Ss.) Ausruf der Gaukler u. Taschen- 
spieler, bei fhren Zauberkünsten (vgl. Hockabas, s. 
Abrakadabra; Experser; Firfar 2c.): Flat (s. d.) h.1; 
Daß H. lwie aufs Zauberwort, schnell] Au'changie- 
ren. G. 6, 69; Sobalt Sie bereintraten, H.! ward ein 
andres Gesicht daraus. Hamb. Th. 2, 246 tc.; als 
Hw.: Zauberei, Taschenspielerei, Gankelei, Fare 
2c., z. B. neutr. G. 6, 334; 11, 96; 108; 18, 
233; 38, 23; 39, 311; Wenn uns der Staat. das 
Lehns-H. erlassen wollte. 17, 279; f. 6, 8 tc.; 
masc.: Börne 3, 300; Sie werden henute ihren H. 
lUnsinn, dummes Zeug] am Freistuhl machen. Immer- 
Holotonie 
mann M. 4, 113; k. 13, 129; Spielhagen Dün. 217: 
Tieck Tischl. 2, 218; V. Ant. 1, 163 1c., vgl.: Das 
mus nicht ofes boks, wie aus der Taschen gehen. 
Rachel 8, 114; Ihr Ockes Bockes Possen treiben. 
Schuppius (Wackern. 3, 71112). 
Hölda, s.; 0; eine altd. Göttin: Se wurde rie 
altgermanische Göttin H., die milte, segensreiche Be- 
schüßerin der Fluren .. eine Teufelin, ein unbeilbringen- 
des Wesen, eine Unholdin. Slahr Weim. 214; Doch 
hat auch H. Elben im Gefolge, die nach ihr die guten 
Holden heißen 2c. Simrock Mpth. 416; 413 2c.; 
vgl.: Die Hulden, sie kommen v. durftiger Jacr, |i#. 
lasst ihr sie trinken, wie's ihnen bebagt,] dann sinr sie 
euch holr, die Unholden. G. 1, 1 80 2c. U. verächtl.: 
Spricht Frau Hulda, die lgegen Gott klügelnde] Ver- 
nunft. Cuiher SW. 61, 114 2e. ; Frau Holle schüttelt 
ihr Bett aus, Volksspr. = es schneit 2c., vgl. auch: 
Im Westerwald wächst ein Moos mit langen Fäserchen 
gleich einer Haarflechte u. beißt: Hollezorf, in West- 
falen neunt man eine einzelne Locke, die sich vorn herous- 
drängt, Holle. DMul. 1 5. 2. 478 2c. — Jôlh: s. 
Hulk. — Höllandra (moldauisch), f.; —#: ein 
Tanz: Lcbhafter ist rie H., die v. jungen Männern u. 
Frauen gelanzt wird. Kohl Südr. 2, 57. — Gölle: s. 
Holda. — Höllow (engl. —lo), a.: hohl: Durch 
Cementieren in dem s. g. Schweiß= od. Wärmeofen 
(Hohlfener, II.-f##feirl). pechu 5, 216, in der 
Eisenfrischerei. — Höllphoch (engl.), n., —#: —: 
Malve, Nosenpappel. Kohl Engl. 2, 181. — Zölm 
(skandin.), m., -(e)s; -e: (s. Ss.) Erderhörung, 
Hügel, nam.: kleine, hoch übers Wasser ragende 
Insel od. Halbinsel; auch (nach seiner Lage) ein 
Schiffswerft; H. Gang, Zweikampf (auf In- 
seln 2c.). Uhland Schr. 1, 29 1 2c., auch (spöttelnd): 
Dieses Duell. .. Der kurze H.-Gang mit Salomon 
Strauß. Heine 20, 335. — Jölm-os (gr.), m., 
uv.; oi: Trog u. trogartige Gerätbe. Weils Kost. 
1, 868; 9221. — Hol-obranchsen (gr.), 11.: 
Fische „mit vollkommnen Kiemen“. ocdrisch, 
a.: s. Gystz bemierrisch. ogräph, n., m., —e)8; 
—e: ein v. Jemand nicht bloß unterzeichnetes, son- 
dern ganz u. gar geschriebnes (b-isches) Schrift- 
stück, Holögraxbum (§ 2i1, 2, n.]). okädüf#, 
n., —(e)8; —e: Mandopfer: Sie verbrennen, wie 
ein H., die öden Bücher. Keißner Sans. 2, 98 2e., 
auch: H-#um 8 24, 2, n.]). -omeriäner, m., 
—;; uv.: Jemand, der behauptet, der Geist eristiere 
in bestimmtem Raum u. zwar in allen Thbeilen 
desselben. -omster, m., u.,— uv.: Meßscheibe, 
Pantometer. opholtal, a.: für das gesammte 
Licht: H.-Reflektor (s. d.). osérisch, a.: 
ganzseiden, vgl.: Gewebe, bei denen der Aufzug aus 
irgend welchem Gesvinst u. nur der Einschlag wirklich 
aus Selde bestand, die Holosérica bießen. Weiss Kost 
2, 15, s. Sericum. osiderisch, a.: ganz eisern. 
-osterigue □##). m., —#; —#: eine ähnl. Vorrich- 
tung wie das Aneroldbarometer. Nals. 20, 580. 
Toshmphplis, f. [8 21, 3, uv. J: vollständiges 
Zusammenwachsen, v. Knochen. othürion, n., 
-s; ĩen [8 21, 2, n.): Spritzwurm. Oben 5, 581, 
s. Trepang. otonke, f.; —(eyn: Starrkrampf.
        <pb n="513" />
        Hololonisch 
Solönisch, a.: starrkrampfige. — Holwäni-Kira- 
(türk.): Dörferzins (in Agypten). Hammer 10, 
349. — Hölg (engl.), a.: heilig. -dap (—el, 
m., —; —#: Fest-, Feiertag: H-s, Ferien; Acht 
half lhass h—s (Galbfeiertage). Grube Ch. 1, 143. 
Hõma (pers.)) s. Soma. — Homagi-äl 
(mlat.), a.: aufs Homagium bezuglich: Seine 
Majestaͤt unfrer h-en [Lehns-] Treue u. Ergebenheit 
versichern. Nat 3. 18, 569 2c.; H.-Eid; -Geld; 
Pflicht;-Steuer 2c. Um, n. /I 24, 2, n.): 
Huldigung (s. Hemmage); Lehns-Pflicht, -Eid rc. 
— Hoömbre (span.), m., uv.; —#: Mensch, 
Mann: Stupßer aus dem Volk, s. g. majos, welche eig. 
keinem best. Stande zugezählt werden. Bei uns würde 
man sie Bummler nennen; hier heißen sie h., Mensch, 
womit man Jedermann völlig hergebracht titulieren 
kann. Bastiano 311 349 1c.; s. Lhbombre. — Home 
(engl. böm), adv.: heim; n.: das Heim, Heimath, 
Haus: Wie sie das ganze h. mit herausgebracht. 
Hausbl. (65) 4, 2341; Die h.-Tonsumption 
lkonßömschönn] (Hausverbrauch) in England. Kohl Engl. 
1, 94. — I. Lömer: s. Chomer. — II. Homeèr 
(ar.): Abu'l H., ein kanarienvogelähnlicher gelber 
Vogel. Peiermann Or. 2, 143. — III. Homẽr 
(gr.), m., —s; —e: berühmter gr. Dichter, auch 
antonomastisch: Zu malen, was ich da empfunden,! 
dazu hat kein H. die Farben noch erfunden. W. 12, 11, 
auch in voll-gr. Form: Vem Namen Ho. G. 1, 
263, lat.: H-us [8 24, 2): Der Hus-Kopf als 
Siegel: Treuer, alter H.! Sch. 92b. -ide, m., —n; 
—n: Daß auf der Jusel Chios eine Sängerfamilie der 
H-n gelebt hat, die sich mit der Epik des trokschen Krie- 
ges vorzügl. beschäftigte u. nach welcher später auch an- 
dere nicht zu ihr gehörige Rhapsoden den Namen v. Hen 
bekamen. Nolen kranz Poes. Gsch. 110; Kriegk 1, 331; 
H. zu sein, auch nur als letzter, ist schön. G. 1, 263; 
Sch. 95 b. -Hdisch, a.: v. den Homeriden stammend 
ꝛc.: Die h-en Hymmnen. Rosenkranz Poes. Gsch. 144. 
Sisch, a.: v. Homer herrührend, ihm eignend, auf 
ihn bezüglich re.: Wir besitzen als h. noch 2 Gerichte, 
die Ilias u. die Odyssee. 140 r2c.; Die ganze Sage u. 
ihre epische Gestaltung ist vor-h. gewesen. 139; Nach- 
h-e Dichtungen der Cykliker 2c.; Hes Gelächter. Uat-. 
22, 49 2c., mit Bezug auf Jlias 1, 599 (Odyss. 8, 
326), vgl. danach: Das unauslöschliche Göttergeläch- 
ter. Heine Lied. 360. is fren, intr. (haben): dem 
Homer nachahmend dichten: Homerisch sein sollende 
Zustände in gleichfalls mehr od. weniger ungeschickt h-der 
Weise zu besingen. Ellsen Polygl. 87 rc.; tr., auch: 
Einen als den Homer, den Dichtervater, das 
Dichtermuster preisen 2c.: O Aristoteles, wie würdest 
du den neuen Sophokles h.! 2e. Wackern. 4, 45046 (H.). 
Sist, m., —en, —; —en: Nachahmer des Homers. 
Sität, f.; 0: „Homerheit“, das Wesen Homer's, 
die charakteristische Eigenthümlichkeit desselben: 
Was die H. des alten griech. Barden ausmacht. W. 36, 
130. omastix, m., uv.; —e: s. Zollus. Jos, 
„us, m.: s. Homer III. — ZHomieidi-um (lat.), 
n., —; -zen (§ 24, 2, n.]): Todtschlag: H. dolö- 
sum (s. d.); casuäle, zufälliger, unvorsätzlicher; 
culpösum, wobei den Urheber eine culpa trifft; 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Domogramm 497 
necessãrium, in der Nothwehr begangen, Ggstz: 
voluntãrium ꝛc. — Homit-cẽt (gr.), m., -en, (); 
en: 1) Jünger: Das Aristirr, folange Sokrates lebte, 
für einen seiner Freunde u. H-en vom engern Ausschuß 
galt. w. 24, 257. — 2) = Hemiletiker. elik, f.; 
(en): Kunst (u. Lehrbuch) der Kanzelberedtsamk. 
tiher, m., —#: uv.: Lehrer — u. Ausüber — 
der Homiletik. -etisch, a.: zur Hemiletik gehörig, 
ihr gemäß 2c. iär, v., —6; —en: Homilien= 
sammlung: Das H. des Bischofs v. Prag. Grenzb. 26, 
1, 211, auch: H-ium s8 24, 2, n.]). -ĩẽ, f.; —= : 
„Unterhaltung“, Erklärung eines Bibelabschnitts 
als Predigt. Pfeffel Vo. 3, 175. — Zöminem ꝛe. : s. 
Homo. — Hommage (frz. ommäsk), f., n., uv.; -6: 
Huldigung:c., s. Hemagium. — Somme (frz. ömm)), 
m., uv.; —6: Mensch, Mann: L'homme propose 
et Dieu ss. d. ] dispose 2c.; I. d’affaires lraffärl, Ge- 
schäftsführer; Haushofmeister; de fortune (s. d., 
vgl. ebd.: H. à bonnes fortunes); de cour lkurl, 
Hofmann, Höfling; de lettres sleit'r], Gelehrter, 
Einer, der sich mit der Literatur beschäftigt ((. 
Gens 2); de main lmengl, handfester Mann; de 
dualité kkalitel, v. Stande: d'esprit l-ril, v. Geist; 
d’état ldetäl, Staatsmann; H. du monde (s. d.) 2c. 
— HDôm-o (lat.), m. [/§ 24, 3, Jnis!: Mensch, 
Mann: IH. propönit, Däus dispönit, der Mensch 
denkt, Gott lenkt; H. süm: humäni uthil ams 
allsnum püto, ich bin ein Mensch u. halte nichts 
Menschliches mir fremd; Ecce (s. d.) h.; II. sil- 
véstris, Waldmensch (s. Orangutang); H. téstis di- 
lüri# („der Mensch als Zeuge der Sünrfluth"), fossiler 
Mensch, — ein Name, den Scheuchzer dem Frag- 
ment eines Knochengerüstes gab, das in der That 
das eines Riesensalamanders war. Mag. d. Ausld. 
34, 471, s. Burmeister Gsch. 518 2c.; Diese Species des 
Genus h. Spielhagen Pr. 7, 253 2c.; Arguméntum od. 
demonsträtio dd höminem (od. gr. kat’ anthröpon, 
— Ggstz kat' alethsian, s. d., od. : ád veritätem), 
ein Beweis, den Gegner schlagend zu überführen, 
zu widerlegen 2c.; Das Argument ad hominem. W. 
2, 217; ferner: II. ahẽni — Ggstz sül — jüris 
(s. d.), Jemand, der unter fremder Gewalt steht; 
H. növus (s. d.), Emvorkömmling: H. Smnjum 
horärum, der sich in alle Zeiten zu schicken weiß; 
H. pröprius, Leibeigner; H. süi (Ggstz allsni) jü- 
ris, ein selbständiger Mensch; H. trium litterärum, 
„Mensch v. 3 Buchstaben“ = Fur (s. d.), Dieb 2c. 
— Hom -orenirisch (gr.), a.: koncentrisch, — 
ein gemeinsames Centrum (HSomocentrum I/824, 
3, n.)) habend. oc, a. 2c.: s. Heterocercus. 
Sodröm te.: s. Heterorrom. Cokdrisch 2c.: s. 
Hemled-er, rie ꝛc. -oelhnĩe, 0: Volks-, 
Stammgenossenschaft, Verwandtschast. Jokthnisch, 
a.: vom selben Volk stammend 2c. ogamie, k.; 
0; -ogämisch, a.: s. heterogamisch. — ogen, a.: 
gleichartig (Ggstz heterogen). Dazu: Heftät 
((almmerayer Gs W. 2, 124), Hität (G. 38, 166), f.: 
Gleichartigkeit. -ogrämm, n., —e)s; —e: etwas 
mit gleichen Buchstaben Geschriebnes, zumal bei 
verschiedner Aussprache, wie z. B. Anfang= und 
Schlußwort in folgendem Pentameter: Gebet den 
32
        <pb n="514" />
        498 Homogroph 
Armen! Das ist frommer als bloßes Gebet ꝛc.; auch: 
etwas v. gleichen Linien Begrenztes 2c. ogräph, 
m., —(e); —e: ein Werkzeug zum perspektivischen 
Zeichnen. Joio :c.: s. Homöo 2c. Jolög, a.;: 
gleichnamig, einander entsprechend, z. B.: Dieh-en 
ld. h. die beiden Verder= od. die beiden Hinter-- 
Glieder einer Proportion; Die h-en Stücke kengruenter 
Figuren 2c. Tologation, s.; —en: Homrlogierung. 
Tologis, f.; —en: Ubereinstimmung 2c.: Be- 
kenntnisschrift der griech.-katholischen Religion 
(vgl. Konfession). Jologieren, tr.: einer nicht ge- 
richtl. Akte gerichtliche Kraft geben. -ologümenon 
8 24, 2, n.]: biblische Schrift v. allgm. aner- 
fannter Echtheit. -omallisch, a.: s. beteremallisch. 
Somörph 2c.: s. isomerrh 2c. onoôm 2c.: s. bete- 
renom 2. Jonm: 1) a.: gleichlautend, — nam. 
v. Wörtern, die dabei versch. Bed. haben, vgl. 
homõophon; parondm 2c. — 2) n., e); -c, en: 
a) h-e Wörter; Räthsel über solche. — b) zuw. 
st. Synonym: Bunge sagt v. dem Worte Gbobi, es 
sei ein H. von Sabara 2c. Humboldt Bergh. 2, 29. 
Sonpmir, f.; 0: das Homonymsein, z. B. als 
Schlüssel für die ägypt. Hieroglyphen. Slobus 6, 
1096 ff. onßmik, f.; -#en: Sammlung v. Ho- 
monymen. npmon, n., —s; ma: Heomonym. 
Lonßmisch,-onpmus, a.: homonym. öo graphik, 
f.; 0: Art lithographischen Uberdruckens. 
Someris, f.; eyn: Empedekles u. Anaragoras 
nabmen Hn an, d. i. gewisse kleine Partifeln, aus denen 
die Elemente selbst erst entstanden seien durch Scheirung 
des Unähnlichen u. Zusammenfugung des Ahulichen. W. 
19. 355; 93; In Ewigk. wird weder .. aus euren 
Atomen Is. d.] noch aus euren Hn eine Welt heraus- 
kommen, wenn ihr keinen Geist zu Hilfe nehmt. 13, 
84 u.; Hom oi omerien. G. 36, 209. 5omörph, 
a.: ähnlich gestaltet: Die segenannten isomor- 
ohen ss. d.], in der That aber h-en Substanzen. 
Onen 1. 131. Dazu: Hl.isch, a.; H-e. f.; 
H-ismus, m., s. Isemerph 2c. öon, n., —; 
-Sa: etwas Ahnliches, Gleichnis. -50 räth, m., 
en, (—#); -en: s. Ggitz Allepatb. Dazu: His, 
H.ik, f.; h-iôsch, a. -5phön, a.: ähnlichlautend 
(ogl. bomonem). Dazu: H-a, pl.: solche Wörter; 
H-i## f., das Abnlichlauten; H-ik, kf., eine 
Samml. h-er Wörter; h-isch, a., h. öoptoton, 
n., —#; ta: ein Wort in gleichem Kafus. -öolis, 
f. [§ 24, 3, uv.]): Verähnlichung; Vergleichung; 
Belehrung durch Gleichnisse. oteleüton, n., 
—#8; ta: Klangübereinstimmung im Schluß von 
Sätzen od. Wörtern (vgl. Reim). Solon, a.: 
v. ähnlichem Ton od. Accent, auch: h-isch. Dazu: 
H.i s.: das H.-Sein 2c. Jophäg 2c.: falsch st. 
Omerhag (s. d.). —ophon, a.: ein-stimmig, könig, 
od. mit bloßem Accompagnement: Wührent Händel in 
seinen polyphonen (s. d.] Chören eine bewundernswertbe. 
Größe u. Erhabenbeit erreicht, wird er in seinen b-—en, 
vft ganz einfach gehaltnen Chorsätzen oft volksthumlich. 
Uat3. 21, 217, auch: Heisch. Dazu: Hik, f.: 
die Gleich-, Einstimmigk., Eintönigk., z. B.: Wo 
fugenartige Sätze die H-ie unterbrechen. Ual 3. 22, 113. 
ophhllisch, u.: gleichblättrig. optere, f.; —n; 
HDongroise 
ôpteron, n., —#; ra: s. Hemipteren. otön, a.: 
gleichtöonig, auch: Hdisch. Dazu: Hi##,.: 
Gleichtönigkeit. -öllslia, us K, f.; 0: die Wesen- 
ähnlichkeit — nam. kirchl. in Bezug auf Christus 
n. Gott — u. hier unterschieden v. der Hemüseia 
od. iẽ, Wesengleichbeit ed. Kensubstantialität 
(s. d.), — die erste v. den Arianern (s. d.) od. 
Hemöusi-änern, zsten behaurtet, die letztre dagegen 
nam. auf Betrieb des Athanasius, v. der ortho- 
doren Kirche od. den Homusi-änern, -zästen. 
In diesen Wörtern findet sich auch die gr. Schreib- 
weise on statt u. ferner die Schreibw. u. Ausspr.: 
oi statt 5, vgl.: Hätte die christl. Kirche des Aten, 5ten 
u. öten Zahrh. neben dem Spiritualismus des Abbana- 
sius auch die rationalistische Weltansicht des Areios er- 
tragen u. sein Homoiusion als freie Kirche neben 
sich dulren können, wäre der Islam wahrscheinlich nie- 
mals bervorgetreten. follmerayer Gs W. 1, 52; Neben 
dem Homusien des Agypters Athanasins auch noch 
den theologischen Geranken des Diakonus Arius zu er- 
fassen. 2, 195. — Domünc-io (lat.), m. I§ 21, 
3, Jönis)]: Menschlein, bes. verächtl.: Für uns 
h—nes des 18. Jabrb. w. 36, 161. ulus, m. 
[8 24, 2): Menschlein (s. nam. auch G. 12, 95 ff.): 
Wir überlassen die absolute Rechthaberei den literarischen 
Hemunculis 2c. Uor3. 21, 477. — Homũsia 2c.; s. 
Homönsta. 
Qön (ungr.): Heimath, Vaterland: Die lrari- 
kale! H.-Partei. Volksz. 14, 217 2c., s. Honred. — 
Hon-est (engl. önncst), a.: ehrlich, auch: H. 
Ainers Imeiners), der gewöhnl. Name der Golrfäger 
an dieser (kalifern.]) Küste. Ausld. 38, 91 4 a. -éflas 
(lat.), f. [8 24, 3, atis): Ehrenhaftigkeit 2c.: 
II. püblica, die öffentlich anerkannte; guter Ruf. 
ellieren, tr.: mit Ehre, mit Ansehn bekleiden. 
Sestine, s.; —i: ein weißes Vortuch bei den 
Annunciaten (Nonnen). püringer 805. -Eflus, a.: 
ehrenhaft 2c.: Das Vemistum, das IIonéstum. ras 
Decörum. W. 29, 4102; auch Superl., als Titel: 
Honestfssimus., hochachtbar 2c. —tt, a.: 
anständig, rechtschaffen, ordentlich, tüchtig, bieder, 
nicht knickrig, sich nicht lumpen lassend c. (Ggstz 
mal-b., s. benorig) 2c.: In den Katalogen lder Obst- 
gärtner] findet man wohl lauter b—e Namen (für die v. 
ibnen bezegnen Obstsorten!. G. 15, 137 r2c., auch in 
einer minder der deutschen Ausspr. ent'iprechenden 
Schreibw. (s. Ss. Orth. 10): Honnet, z. B. pru# 
Mu. 2, 146, vgl. frz. honnêéte. z. B.: Honnséte- 
homme sonnät ömml. Biedermann; Femme lfümm] 
honnẽte. eine verbeirathete Frau der Gesellschaft, 
s. Monde. ettabilität, f.: 0: honettes Wesen od. 
Thun. Hamb. Lh. 2, 333 2c., vgl. frz.: Honnéteté 
lenndtetel, s. Monde. -eur: s. Henneur. — Höng 
(chin.), n., —s: —#: Kaufmannszunft, die mit 
Fremden handelt: Gegenüber den eingebornen Kauf- 
leuten, die in Kompagnien or. H—s# sostematisch ere- 
rierten. WhHeine Weltr. 2, 290; 5.Kaufleute. 
Encnhl. f. Kaufl. 217b „#c.; auch = Waarenhaus, 
Magazin. Meyer Kenv. 9, S31a. — Hongr-o: 
s. Ongare. oife (flz. (bbengreäs), f.; —: Ungarin; 
ungarische More: d la h.; ungarischer Tanz. —
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        HDönk 
HGönk (skand.), m., —#; —: Haken. weiss Kest. 
2, 428. — Honn-ete, -èleté (frz.): s. Henent 2c. 
-rur (onnör), m., —; —s: 1) Ehre; Ehr-Erbie- 
tung, -Bezeigung z2c.: Ich danke für die Ebre u. den 
„ Honeur". Hrut Holb. 196: Die H##(es Hauses) 
machen, gegen die Gäste die dem Wirth zukommen- 
den Pflichten erfüllen; Par h., ehrenhalber; Einen 
Wechsel acceptieren pour frür] ’h. — de la leitre 
Itettr! od. — de l’endossement llangdess'mängl, zu 
Ehren — des Ausstellers — od.: eines Indossanten; 
Affaire (s. d.); Lsgion (s. d.); Foint (. d.) d’b.; 
Wir sind Anna réparation [hHöng] d’b. schuldig. Holiti 
Treust. 2, 184, eine Ehrenerklärung 2c. — 2) Figur 
(s. d. 4) im Kartenspiel, nam. Whist: Zwei Tricks 
u. — deux h-s (dsonnör! —, quatre (Fätl’r] h-s, 
— 2 od. 4 Figuren 2ce. — Honni (frz. (hönni), 
A.: ehrles, infam 2c.: H. soit Iöcdl qui Ikil mal yF. 
pense lvanaßl!, cin Hundsfett, wer Arges dabei 
denkt!, — z. B. als Devise des Hosenbandordens 
ꝛe., s. Büchmann 206. — Uön-or: 1) (lat.) m. 
1§J 24, 3, öris): Ehre, Ehrenstelle, Ehrenamt 2c.: 
II-es mütant möres, Ehrenstellen ändern das Be- 
nehmen; H-is cäbsa „vd: dd, in h-em, ehren- 
halber, zu Ehren; Ad h-es, dem Nang nach, 
z. B.: Zum General der Kavallerie ad h-es ernannt. 
Un# 3 21, 219 sc.; Sälvo h-e (oft abgek.: s. h.), 
unbeschadet der Ehre, des Resrekts gegen die Hörer, 
sei es gesagt! —, mit Resrekt zu sagen 2c. — 
2) (it. onör), vralt. st. onöre (s. d.), im ältern 
Kaufmannsstil: Accert per b., Ehrenaccept, u. 
zwar: per h. od. per onor — di Iléttera od. del 
giro les— — pour T’honnenur (s. d.) de la lettre 
od. de T’endossement 2c.: H.-Tage, Resrekttage 
(s. d.) bei Wechseln 2c. oräbel, a.: ehrenwerth; 
ansiehnlich rc., s. honourable u. amende. -ordnt, m., 
—en, (—6); -en: Einer, der einen Wechsel per honor 
(l. d. 2) accertiert (Interrenkent), — während Der, 
zu dessen Ehre u. für dessen Rechnung er acceptiert, 
der Henorat heißt, s. Encybl. f. Kauf. 436a; 449b; 
451b 2c. -orär, n., —e); -e: Ehrensold; Geld 
für geistige Leistungen, sofern diese eig. mit Geld 
nicht bezahlt werden können: ürztliches H.; Schrift- 
steller- S. 2c., auch: H-ium /§ 24, 2, u.]; als 
Bstw. z. B.: Als H.-Generalkonsul. Uat3. 21, 
75. Jorät, m., —en, (—); —en: ein Gelehrter, 
Honorierter, bes.: obrer Ordensgeistlicher; ferner 
s. Henorant. oraliön, f.; -en: Honorierung. 
orätior, m., — ören [5 24, 3, öris]: ein 
„Geehrterer“ [Kompar. zu honorätus, vgl. als 
Superl.: honoratfssimus, höchst geehrt)], 
Einer aus den höhern, vornehmern Ständen: Bei 
einem Dorf= H. 3p. Wahrh. 3, 402, gw. in Mz.: 
Die H-en; Derf= H-en. Garienl. 16, 168a. Dazu: 
Die ganze Honoratiörenschaft des Stättchens. 
Auerbach Landh. 1, 36 2c. orikren, tr.: ehren; 
einen Ehrensold zahlen; (kaufm.) Einen Wech- 
sel ꝛc. h., per honor zahlen; (seem.): Eine 
Klirre 2c. h., ihr ausweichen. orisice, ach., 
orfficus, a.: ehrenvoll, rühmlich. rig, a.: 
ehrenhaft, anständig 2c. (s. bonett), — Cgstz: 
Das Malhonette, Un-h-e war ihm tief verhafst. Gutzkow 
Hora 499 
Börn. 114. -os, m. s8 24, 3, bris] — honor, 
z. B. H. häbet õnus, Würde hat Bürde r2c., auch 
rersonif.: Den ITemrel] des H. u. der Virtus. Guhl 
2, 14 2c. -o(n)rable (engl. önnörabb'l), a.: ehren- 
werth, edel 2c., auch als Titel, gw. abgek.: Hon., 
z. B. An Stelle des . Hon. Gerarr Noel. Ual3. 
21, 506 2c. — Honl-e (frz. (Dôngr), f.; —6: 
Scham; Schande. -reur (—5), a.: Scham erregend 
od. emrfindend r2c., weibl.: honteuse I—Ö# J. 3z. B.: 
Die partié (s. d. 1a) honteuse, Theile, die die 
Scham zu verhnllen gebietet, — des Körpers u. 
verallgemeint, z. B.: Die partie honteuse meines 
Tagebuches. Chümmel 2, 236; Ein ungeratbner Sobn, 
die partie honteuse rieser Familie, ein Glied, dessen 
sie sich zu schimen hat 2c. — Hônved (ungr.), 
m., —#§#: —s: „Vaterlandsvertheidiger“ (s. Hen), 
ungr. Lankwehrmann: Ein H.-Vfer d. MKeihner 
Schw. 4, 242; Der H.-Oberst, Präses des H.= 
Centralausschusses. Ual 3#. 21, 335; Den H.= 
Ball zu besuchen. 97; Der H.-Verein. . Die ganze 
Hschaft (H.-Genossensch ftl. ebd. 
Book (engl. büt), m., —: —#: Haken: Die 
Koblenkörbe an den H. (FSaken) setzen. Kohl Engl. 2, 
32 u. — Hooka: s. Huka. — Hooker (engl. 
bük-): s. Hoeker. 
Hõpa, m., —; 0: s. Karagenz. — Hope 
(engl. bör): Hoffnung: The forlorn (s. d.) b. 
— Höpl-a (gr.), pl.: Waffen. tik, f.; 
(-en): Bewaffnungslehre. -l. m., —en, (—); 
—en: Nach Arr der griechischen, schwerbewaffneten Bür- 
germacht er. der sog. H-en. Kriegh 2, 111; Bremi Asch. 
24; Lafel Kenorb. 7, 901 2c.; Die derische H-en- 
Pbalanr. RBüsowm gK. 3 2c.; auch: H-es; Mz.: 
Hi. pückler Sürößtl. 2, 160. Dazu: Nicht bJisch, 
sondern mit leichten Waffen gerüsiet. Uüstow gK. 93 2c. 
Lochrisma, n., —; —#ta: Waffensalbe, — die 
Waffen damit zu feien 2c. -omach, m., Sen, (—); 
—en: ein Schwerbewaßneter, auch: Heplömach= 
us, m. [8 24, 2J. Weeils Kost. 1, 1147. Tomachik, 
f.; —eyn: Kampf in voller Rüstung; Kunst des- 
selben, Taktik. -omeler, m., n., —; Uv.: eine 
Vorrichtung zum Messen des Pferdehufs, um da- 
nach einen genan passenden Beschlag zu formen. 
Dazu: Hepleomstreis, f., das Messen des Hufs; 
isch, a., darauf bezüglich. -otheke, f.; -n: 
Waffen-, Rünkammer. — Hoppelpöôppel, m., 
—s; uv.: Hopelpobel war ein Getränk von Thee, 
Eigelb u. Kirschgeist, echtrussischer Art. Ke##ner Bild. 
222 ff. (vgl. Lait de poule). Bei Chamisso 5, 211 f. 
auch scherzh. Bez. eines Remans v. orsch. Vifn, 
etwa — Mischmasch. 
LGoqueton (lrz. (heckteng), m., —s; —6: 
(bralt.) Amtsrock der Policeidiener u.: diese selbst. 
HQör, m., -s; 0: s. Horus. — Hor-a: 1) 
(finghalesisch) m., —; —#s: ein Elerhant, der zu 
keiner Herde gehört (engl. rogue). Spieß Exp. 68. 
— 2) (rumänisch) f.; —s: Art Lied: Die H. ist 
mebr beitern Charakters lals die Doinal, sie ist .. ein 
Tanzlied 2c. k. A. Staufe Romanische Poeten p. XI; 
Einen Rundtanz, eine H. Slobus 12, 29 1a. — 
3) (lat.) k.; zen [8 24, 11: Stunde, Zeit, Zeit- 
32“
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        Horama 
500 
punkt: H. rũit, die Stunde, Zeit eilt; Wie nahe die 
Malerkunst . der H. ihrer schönsten Blüthe durch ihn 
gebracht worden. W. 22, 329 r2c.: H. locöque consuEto, 
Zeit u. Ort, wie gewöhnlich; Iöris subsecivis, 
in den Nebenstunden; llöre#e canönic od. regu- 
läres, die kanönischen Hören, in Klöstern die Gebets- 
stunden u. die Stundengebete (nämlich Matutin; 
Prim; Terz; Sert; None; Vesper u. Complet, s. 
Schmeller 2, 649), dazu: Ilöras singen; Horen- 
gesänge. Gutzhow Z. 8, 195; H.-Sang. Scheffel 
Ekk. XI 2c.; ferner Hõræ od. die Horen, Göltinnen 
der Zeiten, Jahreszeiten, Stunden, der Ingend- 
blüthe, Anmuth rc., s. Namter Moth. 193, vgl.: 
Nachher zählete man ibrer viere, welche Eiarene, 
Therine, Metoporike u. Cheimerine sollen 
geheißen haben. . Die Frühlingshoren Erinen, 
die Sommerhoren Kanthen, die Herbsthoren 
Oporinen u. die Winterhoren Cheimerken. 
Hederich Mytb. 1291; Da du geberen wurdest, tanzten die 
Horen um dich herum. Namler Myth. 183; Frühlings., 
Herbst-, Sommer= u. Winterhoren. ebd.; Die H., welche die 
Blumen hervorbringt. 157; Führt der gleiche Tanz der 
Horen freudig nun den Lenz zurück. Sch. 55a; 99b 2c. 
— HDoräma: s. Orama., — Horärius, a.: auf 
die Stunden bezüglich: Annulus h., Stunden= od. 
Deklinations (s. d.) -Kreis r2c. — Hor-alius 
(lat.), m. 18 24, 2); -a;z, m., uv., —ens -e: 
Name, z. B. eines berühmten röm. Dichters 
(Onintus H. Flaccus), danach auch antonomastisch. 
— Hörd--acsen (lat.), pl.: gerstenartige Pflan- 
zeu. -kolum s8 24, 2, n.]: Gerstenkorn, am Auge 
(gr. Kritbe). -um (/§ 24, 2, n.]: Gerste. — 
Dôre, f.; —n: s. Hora 3. — Horeb (hebr.), m., 
—# ; 0: die nordöstl. Anhöhe des Sinai (s. d., 
vgl. 5. Mos. 4, 10 ff. u. 2, 19, 18 ff.); danach 
auch ein Berg in Böhmen als Versammlungsort 
der Horebsten, einer Partei der Hussiten (s. d.). — 
JZor-iomogräph (gr.), m., —en, (—8); en: 
Einer, der — u. sofern er — die Grenzen eines 
Landes beschreibt. Dazu: H-i## f.; h—isch, a. 
ismus, m., uv.; -ismen: Begrenzung eines 
Begriffs, Definition. -izönt, m., -(e)s; —e: 
Grenz-, Um-, Gesichtskreis, eig. (s. Kiurow 12; 
7962c.)u. Ubrtr.: Das geht über seinen H., Fassungs- 
kraft; Die Alten, die .. den H. meiner geistigen Wunsche 
begrenzten. G. 21, 115; Die trüben Stunden, die 
keinen H. umzlehn. 13, 298; 231; Das Reich Gottes 
liegt jenseits des dsthetischen H—s. (Schlegel GR. 196; 
194; Mithridates ging, wie eine neue Sonne, über dem 
politischen H. auf. w. 30, 321 te., s. auch: Geo- 
gnostische H-e#zc.; Deinc ldes Todes] Bucht am Abend- 
H-e. Manhisson 59; Heiterkeit des Seelen= Hes. 
HGrimm Unübrw. 1, 20 3 rc.; liber h.= lose Sieppen 
gewandert. Schücking VrschlW. 2, 307 2c. Sizoutal, 
a.: wage-, wasserrecht, wasserpaß, söhlig (vgl. 
vertikal): H.-Ebne,-Fläche; Linte;-Parall= 
axe; .= Projektion (s. d.); = Uhr,. Sonnenuhr 
auf einer H.-Ebne;-Wage, Wasserwage 2c. — 
Hôrkios (gr.), m., uv.; 0: Beiname des Zeus 
als des über die Heiligk. der Eide Wachenden. w. 
23, 137.— Hormäsdes: s. Ormuzv. — Hormiga 
Horror 
(span.), f.; —s: Ameise: Tésca (s. d.) deh— 1c.— 
OQôrmos (gr.), uv.; uv.: 1) Art Reihentanz. Euhi 
1, 301. — 2) s. Naulochos. — Hörnist, m., en, 
(—):—en: Hornbläser: Alp-H. Alphorn-Bläserl. 
Bertepsch 328; Stabs-H., zum Generalstab gehö- 
render; Wald-H. 2c. pipe (engl. reiv), m., —#: 
&amp; : f.; —s: Art Matrosentanz: Eine H. Geräcker 
NReis. 2, 40; Tanzte einen H. Hamm Sh. 95. — 
Hor-odiht (gr.), m., -(e)s; —e: Stundenzeiger, 
vgl.: Cylindrus B-icus. Tograph, m., Sen, 
(—s); -en: Annalist; s. auch Horologiegrarh 2ce. 
olög: 1) m., —en: -en: Stunden-Verkünder, 
Ausrufer. — 2) n., —(e)s: —e: Horologium. 
-ologiogräph, m.. en, (-6); —en: Einer, der 
über die Uhrmacherkunst schreibt (auch Horograrh). 
Dam: Hziké,. f. (vgl. Gnemonik): b—isch, a. 
-ologisch, a.: Uhren betreffend, darauf bezügl.: 
Meisterstück h—er Kunst. Gartenl. 15, 351. ologium, 
Mn., —# ; ken /S 21, 2. u.): 1) Skundenzeiger, Uhr. 
— 2) in der gr.-kathol. Kirche ein Buch mit den 
Stundengebeten od. Horen. — Zoromäsdes: s. 
Ormuzd. — Horomet-er (gr.), m., n., —#; uv.: 
Stundenmesser. -rĩt, —(eyn: Stundenmessung. 
risch, a.: daranf bezüglich. — Joröpter (gr.), 
m., —s; uv.: die Ebne, worin alle die Punkte 
liegen, die man bei einer best. Stellung beider 
Augen nur einfach (nicht doppelt) siehl. Gehler 2, 
652. — Horosköp (gr.): 1) m. en, (—6); 
en, (—e): Einer, der das H. (2) siellt. — 2) n., 
—(e)s: —e: Beobachtung vom Stand des Himmels 
bei Jemandes Geburt, sofern die Astrologen daraus 
das Schicksal des Neugebornen zu lesen suchen 
(s. Durdach Anthr. 421): Einem das H. (od. die Nati- 
vität) stellen, z. B. w. 12, 321 2e.; So sagt mein 
H. 190 rcc.; auch übrir., vgl. Prognestienm. Iẽ, 
f.; —eyn: Kunst, Anweisung, das Horeskor zu 
stellen. -ium, n. . —; ken I/§ 24, 2, u.): das 
Horoskop. — Hoͤrr (pers.): H. od. Batet mose, 
Art größrer Enten (vgl. Haer). Peietmann Or. 124. 
— Horr-end (lat.), a.: grauenerregend, schreck- 
lich ic. -seleren, intr. (haben): schaudern: tr.: 
verabschenen, vgl. ver-#h. — Jôrräum llat., §&amp; 21, 
2. n. ): Speicher. Guht 2, 303; 359. — Horr-eur 
(frz. orrör), f#.; —#: Abschen; etwas Abscheuliches, 
Gränel 2c. -ü bilis (lat.), a.: horrend, z. B.: 
Czike hat (horribile dietu) gar keine Religion. Spirlhagen 
Pr. 3, 32, schrecklich ist's, zu sagen; Horribile visn, 
ein schreckl. Anblick 2c.; auch in deutscherer Form: 
Gorribel, vgl. frz. hborrible lerrib'tI, als adv.: 
Jment [-mängl. Eibilikribrifar, m., -es, uv.; 
-e: die Hauptperson in einem Lustsriel v. Andr. 
Gryph (s. Kurz Liter. 2, 390a), eine Art Bramar= 
bas, u. danach antonomastisch: Junkerei u. Flunkerei, 
welche aus dem vrenß. Offirierstande eine Sammlung v. 
Don Ranudos di Collibrados u. H-en machte. Scherr 
Bl. 2, 125. keibilität, f.; 0: Schrecklichkeit, 
Fürchterlichft. -id, a.: starrend; ranh, struprig; 
graus, schauerlich 2c. idität, f.; 0: das Horrid-= 
sein. -ipilatiön, f.; —en: Fieberschauer. or, 
m. [§ 24, 3, -öris!: Abschen, Schauder, Cnk- 
setzen: Man sagte, die Natur habe einen h. vücui
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        Hors 
IAbscheu vor der Leere, vgl. fugal. Pouille 1, 109; 
Den h. naturälis (naturl. Abscheu] der menschlichen 
Natur vor Laternenpfählen. w. 31, 46 2c. — HLors 
(frz. (h)õr), prüp.: außer, — z. B. Tous les 
genres (s. d.) sont bons h. le genre ennuyxeng; II. 
decombat lkongbäl, kampfunfähig; Man ist niemals h. 
de la conversation I—aßjöng, s. d. . IKohl Par. 1, 34; 
H. de la loi lloäl, außerm Gesetz, vogelfrei; II. de 
saison Ißäsängl, außer der Zeit, un zeitgemäß; I. con- 
cours (s. d.) 2c. -Ddꝰoeuvre (öw’I, n., uv.; uv.: 
Bei-, Nebenwerk, Zugabe, z. B. auch zu den Haupt- 
gängen einer Tafel. Gußkow 3. 2,119: Mit dem Namen 
II. bez. man alle kleinen Gerichte, welche man unmittelbar 
nach der Suppe auf die Tafel giebt. Scheible Kochb. 105. 
— Horse (engl. hörf), n., uv.; —s: Pferr, 
. B.: Die h. training establishments (trening 
estäblischments), Pferdetrainieranstalten. Zoller Renn. 
32 c. -guard C□gjärd), f.; —8: berittne Garde: 
Bei den Officieren unserer H-s. Meißner N. 2, 113; 
auch: als Name eines Regierungs-Gebäudes in 
London. Salon 2. 148 2c. —man, m., „s6; zmen: 
Reiter. -manship Cschirr), f.; 0: Reitkunst, 
das Reiten: Von der edlen Kunst der h. Zoller Renn. 
81 2c. -wap (uwe), m., —s; —s: Pferdeweg (Ggstz 
Fußweg). Kohl Engl. 2, 32. — Horta-men llat., 
8 24, 3, n., minis]; -tio, f. (§ 24, 3, Snis!: 
Ermuntrunglsmittel), Ermahnung. —## -lörisch, 
a.: ermahnend, ermunternd. — Horkensi-a (ulat.), 
f. [8 24, 11; -e, f. (8, zens); —n: weibl. Name; 
Art Blume, Hydrängeah. — Hortièren (lat.), tr.: 
ermahnen. — Hört-ikulltür (lat.), f.; -en: 
Gärtnerei, Gartenkunst: 5P-ist, m., —-en, —#; -en: 
Kunstgärtner. Jolög, m., —en, (—8); Sen: ein 
Gartenkundiger: Hie, f., Gartenkunde; b-isch, 
a., darauf bezüglich. us, m. [8 24, 21: Garten: 
II. stecus, getrockneter Herbarinm. — Hõrus, 
m. [8 24, 21: ein ägypt. Gott, Sohn des Osiris 
u. der Isis. Ramler Myth. 256, auch Orus; Hor. 
Hos (ar.): ein Mittel zur Betäubung von 
Fischen, um sie leicht zu fangen, auch Sehr Semek 
genaunt. Peiermann Or. 2, 133, vgl. Kockelskörner rc. 
— Hosianna (hebr.), interj. (n.): Ausruf des 
Lobes u. Preises. Manh. 21, 9 r2c., vgl. hebr. pl. 
118, 25 u. dazu: Das H., das die Leute Christo 
singen. So heißt nu Hosia: „hilf!“ od.: „thue 
Hilfe!“, das Na hintendran lautet flehlentsllich. Mit 
der Zeit ist solch Wort Hosia verwandelt u. haben 
Osanna daraus gemacht, zuletzt auch Weibebilre u. 
Glocken Osanna täufen u. nennen lassen. Lulher 5, 6 La; 
Ein bimmlisches Hosänna. Hammer Memn. 134. 
— Dôsna-reimr, sterti (skand.): Hosenband. 
weiss Kost. 2, 107. — Dôsp-es (lat.), m. [5 21, 
3, Itis): Mit ihrem H. .. Es bed.: Fremder, wie: 
Hausherr; Gast, wie: Wirth. Holiei Treust. 1, 61 rc.; 
Prö höspite, als Gast od. Hospitant. -ice (irz. 
ospis), n., uv.; —s: Hospitium. iläbel, a.: 
gastlich, gastfrei: In Begleitung seines hospitablen 
Wirths. Saton 2, 668; Die fremden Konsuln sind nicht 
von h-er Laune. Scherzer Nat. 300. ifäl: 1) a.: 
hosritabel. — 2) n. (m. Weidner 250), —Ce)8; 
Ce. Baumer Tasch. II. 5, 255), -itäler: Pflege- 
Bosteria 501 
haus, u. zwar z. B.: Armen-; Invaliden.; 
Kranken. H. (od.-Haus, vgl. Nosokomien): Kinder- 
H., Waisenhaus ꝛe.; Burger-; Militär--; 
Schiffs- H. 2c., auch: Felr od. fliegendes H., ein 
dem Heer folgender, zum Transport der Verwun- 
deten eingerichteter Wagen mit einer Abtheilung 
Wunndärzte 2c.; verkürzt Spital, Srittel, vgl. auch 
Lazareth; Hötel-Dien 2c. Als Bstw. z. B.: H.= 
Apotbeke; = Arzt;--Vrand, eine Form des kalten 
Brands bei Wunden, wie sie nam. ansteckend in 
überfüllten Hospitälern auftritt; „Bruder, sj. 
Hofritaliter; -Fieber, Lazareth-F. (vgl. -Bram); 
Kirche; -Kleidung; Meister, in Klöstern rc.; 
Pfleger, Verwalter, „Versteher; - Schiff, bei 
einer Kriegsflotte:-Verpflegung c. -italärius, 
m. [824, 2): Hospital-Meister, -Pfleger. -itälker, 
m., —; ur.: — Hospitalarius u. Hospitaliter. 
Zitalit, m., -en, (—#); —en: der in einem Hospital 
Aufnahme gefunden; weibl.: H-in. italilät, f.; 
0: Gastlichkeit, Gastfreiheit. -italiter, m., S; 
uv.: barmberziger Bruder aus einem Orden, dessen 
Hauptpflicht mit die Armen= u. Krankenpflege ist, 
weibl.: H-in. Düringer 911 ff., — bes.: die Johanniter 
(l. d.): Gegen das 3. 1050 war es, wo. der gott- 
selige Gerhard Tum in Jernsalem die Leitung eines 
Hospitiums übernahm, welches zur Aufnahme, zur Be- 
herbergung u. Pflege v. Pilgrimen bestimmt u. der Ob- 
hut des heil. Johannes des Täufers empfohlen ward. .. 
Diese (Gemeinschaft] konstituierte sich nun förmlich als 
ritterlich-geistlicher H.Orden. .. Die H. waren unter den 
eifrigsten Vorkämpfern u. verrichteten Wunder des Helren- 
muths 2c. Naumer Tasch. II. 5, 254 ff.: Groß-H. 
302 (vgl. Sch. 1106b u. 82b). itänt, m., en, 
(—); en: Hörgast in einer Vorlesung 2c. itieren, 
intr. (haben): Hospitant sein. -itium, n., —; 
zilken (§ 24, 2, n.]): Gastlichk., Gastfreundschaft: 
H. püblicum, s. Proxenie; ein Haus zur gastl. Auf- 
nahme für Reisende, bes. als geistl. Stiftung, 
Kloster (s. Hospitaliter): Wir haben kein H., wie die 
Patres auf dem Gotthard. G. 14, 231; Berlepsch 1 51 rc. 
—Z n., -es; —e: Hospitium; auch (burschik.): 
ein Rundgesang, bei dem jeder ein Lied zu singen 
od. ein Glas zu krinken hat. volmann 229; Kladde- 
radatsch 7, 138; H.-Licter 2c. — Hospodär (slaw.), 
m., -(e)s, —en; —e, —en: „Herr“, bes. als Titel 
für die Fürsten der Moldau u. Walachei (vgl. 
Gosrodar u. Hospoda, s. Batja): H. od. Rarscha? 
lrussischer od. türk. Basall, — der König von 
Hellas]. Falmerahet Gs W. 2, 103; Jere dieser lserb.] 
Genossenschaften (bratstwa) od. Stämme hat einen 
Vorsteher, Knees od. H. genannt 2c. Cobert 1, 152; 
Diese H-e. 15 3 2c.; Der H-en Partei. 166; Der alte 
Hren-Bund. .. Die Hee. 180; Des H der Wa- 
lachei. 2, 209; Zum H. od. Woda der Watachei. 
murhord Konst. 1, 226; Hs-Würde. 227 2c. t, 
n., +e): —e: Würde u. Bereich eines Hospodaren, 
vgl.: In Bukarest . ., wie in der ganzen Hospoda-= 
rẽ i. Aurhard Konst. 2, 55. — Host-agium (mlat.), 
n., —; 0 8 24, 2, n.]): Ein-, Standlager. al 
(span.), n., —; Ses: Gasthaus. Globus 4, 1 la, 
vgl. Hötel. -eria, f.; —#: Gasthaus, s. Osteria.
        <pb n="518" />
        502 Hofslia- 
— Hölli-a (lat.), k.18 24, 11): kleines Opfer- 
thier: Opfer (s. Guhl 2, 319; Wiiss Kost. 1, 1127), 
vgl. Victima. rius: s. Ostiarius. Ze, f.; —# 
— Hostia; (kirchl.) Abendmahlsbrot (vgl. Oblate; 
Venerabile)) H—n = Behälter. Weiss Kost. 2, 771. 
— Hôfl-il (lat.), a.: feindlich, auch: h—is, 
z. B.: H—i änimo, mit feindl. Sinn 2c. u. adv.: 
b-iter. ilität, f.; —en: Feindseligk. -ililium 
[&amp; 24, 2, n.): Kriegsstener. -is, m. [58 24, 3, 
uv.): Feind, s. Peregrinus; Etiamsi rc. 
ôöl (engl.), a.: heiß, z. B.: H. time lteinil, 
heiße Zeit, die Zeit regsten Verkehrs. Zoler Renn. 
64 2c.; H.-bed lberdl, n., Treibbeet: Nach Paris, 
diesem „Treibhaus von Laster u. Bosheit", diesem „h.- 
bed of vice (weiß! and wickedness“. IKohl Par. 2, 
39; 1, 4 2c.; II.-house lbaus, Warmhaus: H.- 
cockles lkeckels! — (irz.) main chande, ein Spiel. 
wobei Jemand, dem die Augen zugehalten werden, 
so lange Schläge aushalten muß, bis er den 
Schlagenden richtig errathen, der dann an seine 
Stelle tritt; H.-roll, s. Hatroll; II. spur (spörri, 
Heißsrorn, s. Büchmann 66 2c. — Hoôt-el (frz. 
otel), n., —#; —: (s. Hostal, Hotell): 1) großes, 
vornehmes Gasthaus, z. B.: Im H. de Bariere 
[-#l, de Pologne I-önjl, de Saxe Iharl 2c. logieren, 
im bairischen, polnischen, sächsischen Hof od. Gast- 
haus 2c.; H. garni (s. d.) 2c. — 2) ein imposantes 
Haus mit vielen, großen Zimmern 2c.: Das auf- 
gebrachte Volk bat sein ldes Gesandien] H. gestürmt. 
Sch. 432a rꝛe.; Im preuß. Botschafter-H. Wohnung 
nehmen. Ual 3#. 20, 230; Gesandtschafts-5.; 
Minister--H. ic.; H. de ville lwil] Stadt-, Rath- 
haus: H.-Dien ldjöl, großes Krankenhaus, z. B. 
in Paris 2c.:; Im Hospital von Harderwyfk .. Im H.= 
Dien von Harderwyk. Junghuhn 4; H. des invalides 
(l. d. ); II. des ventes (s. d.); Mastre (s. d.) chh. rc. 
elier (otelje), m., —#s; —: Gastwirth, Höôtel-Be- 
sitzer, — weibl.: Hötelidre (-är]. —CI(n., -(e)s; 
—e: (mit lantendem h) deutsche Form für Kötel. 
-ellerĩẽ, f.; —+eyn, —6: Gastwirthschaft, Gasthof. 
— Gotri(skr.), m., -6; -s: der ein Opfer darbringt. 
Nosenkranz Psch. 66. — Hottenlött (holl.), m.. 
—en, (26); -en: Name der Landeseinwohner an 
der Südspitze Afrika's. Burmeitter Gsch. 588 ff.; Eine 
unter dem Namen der H-en- Schürze bekannte Ver- 
längrung ihrer innern Schamlippen. ebd.; Die bellen 
Feuer glühn im H-#en - Kraale. (reiligrach SW. 1, 
236 rtec. (vgl. Kaffer); übrtr.: rohe, dumme, 
stumpfsinnige Menschen 2c.: Ein H-en= Leben; 
Hen-Wirthschaft 2c., vgl.: Sie halten es keine 
4 Wochen im Furstenthum aus, ohne sich aus dieser 
Hei wieder fortzusehnen. Zschokke 8, 21 2c.; Die 
Außen-Enden beruhren sich .., unmäßige Freiheit als 
H-erei. 248. — Höbtr (skand.), m., uv.; uv.;: 
„Hut“. Weiss Kost. 2, 410. 
Gonäri (hu-, n., —#: —6: s. Huarlo. — 
OQouhah (bn—): s. Huka. — Loule (srz. (hũl), f.; 
—s: (seem.) Dünnung, Deining: Der sz. See- 
mannsaustruck für diese starke H. ist un rat löng ral 
de mer. Dastiano 304. — Hound (engl. haund), 
m., —s; —#: Jagdhund: Des Stäg-. (Hund zur 
Luapri 
Hirschjagd) u. des Föx-h. (Hund zur Fuchsjagd). Zoler 
Renn. 92. — Hour (engl. äür), f.; —s: Stunde: 
So folgt denn lim Parlament] den großen Stunden der 
Debaite das Intermezzo der sog. „kleinen Stunden“ 
little Ilitt1] h-s. Salon 2, 459 ic. — Honri (hü-#: 
s. Huri u. Huario. — House (engl. hauf), n., uv.; 
—# : Haus: II. of detention (s. d. 2); I. of em- 
mons — Gygstz: of Lörds od. Peers spira], das 
Haus der Gemeinen, Unterhaus, Ggstz: das Haus 
der Lords, Oberhaus; Mansion (s. d.), Oyster 
(l. d.) -. 2c. -breaking (breking], n., —; —;: 
Haus-Einbruch (v. Dieben). Kohl Engl. 2, 212. 
hold lhoble], f. (u.); —#s: Haushaltung, Familie: 
H.-coals (s. C); Das II. Suffrage Ißöffrirsch]), d. b. 
Stimmrecht aller ILouseholders [Familienviter 
od.: Jemand, der einen eignen Herd hats. u#n. 
20, 110; 100 uc.; H. word, Alltags-, oft gebrauch- 
tes Wort, s. Büchmann 96; „Abr el Kerim“ (Diener 
des Barmberzigen, — als Name des Afrikareisenden 
H. Barth] war ihnen ein h. word geworden 2c. Ual.3. 
15. 55 railing: s. R. — Honpuhnhm, m., uv.; 
—: in Gulliver's (s. d.) Reisen Name für die Pferde. 
renzel Dicht Fr. 3, 198; Erhabner H.! Hagedorn 2, 
36 re., alich: Die Swiftschen Huyunhnhuhms. w. 
31, 276; 558; 29, 513: Die berühmten Huynhuhms. 
15, 322 2c. 
Hovel (engl. böwwil), n., —s; —6: ein Schup- 
pen, Schoxpen. Kohl Engl. 1, 73. — Howadji, 
m., —#: —8: (in Agypten): ein Fremker. Wyheine 
Weltr. 1, 13. — Hoßh: s. Heu 2. 
Hrôdr, m., —; —s: (bei den Skalden) Lob- 
lied, s. Maerd. — Hrölta: s. Rotte. 
Uuc# f. —5: Grabstätte der alten Peruaner. 
— Huacapona, f.; —s: Art hoher Palmen. 
Ausld. 39, 1235a. — Lunarcha I- accal]: Des Inkas 
stolzester Titel war H. cuvac, d. b. Freund der Armen. 
Elobus 1, 194b. — Hucco, m., —: —6; (s. 
Guaco): Den H., senes beruhmte Gegenmittel gegen 
den Schlangenbiß, dessen Abart, der H. aguado, den Bis 
toller Hunde beilen soll. Ausld. 39, 1231b.— Huaman-- 
gutno, m., —: —6: Die H—, Leute aus der alten 
Stadt Huamanga lin Peru]. .. In den Tagen der Inkas 
hatten sie eine Art von Privllegium, die Hauristadt 
Cuzco mit Zwergen, Possenreißern, Komödianten u. 
Gauklern für den Hof zu versforgen. Jetzt zieben die 
zs auf den Jahrmärkten umher u. spielen eine Rolle 
bei den geistl. Processionen 2c. Globus 7, 2900b. — 
Luämu, m., —#: —#: ein großer Fisch in der 
Gegend des Amazonenstroms. Vastus gigas od. 
AMälus osleoglössum, auch: Pafsi u. Pira recou. 9, 
1 30a. — Luananas: H.-Enten. 131b. — Hucno, 
m., —§; —: 1) s. Gnuane; dazu: Huanera, k., 
Guanv-Lager, wo die Massen bergmännisch abge- 
baut werden. — 2) eine Palme, deren Blätter zu 
Flechtwerken dienen. Ausld. 38, 99 9#a. s. Zirajara. 
— Hnario, m., —s: —: H, auf dem mitiellaͤnd. 
Meere in den Buchten u. Flumundungen als Vergnu- 
Kungsfahrzeuge gebräuchliche Bocte kK. Bobrik 59 0a, 
auch Houla)ri. Heyse. — Quanri, m., —: —: 
Hauptmann, bei den Indianern am Amazenen- 
strom. Globus 8, 154a.
        <pb n="519" />
        Hubertus 
Hubertus, m. I§ 24, 2): Name, bef.: Der 
beilige (od. Sankr) H., Patren der Zagd; H.-Zag 
am H.-Tag (3. Nov.); H.= Orren 2c. — Jububat 
Nasiri (türk.), m.: Aufseher der Körner. Hammer 
10, 349. 
Undhüd (ar.), m., —#; —, ur.: Wiedehopf. 
Breym Hab. 211: G. 4,. 34; 35; Vet##rmann Or. 2. 81. 
— Hädschab: s. Harschib. — Züe (auf Neusee- 
land): Kalebasßenrflanze. Slobus 1, 220. — 
Husba, f.: —: Fruchtmaß in Tunis — 35 Liter. 
— Luemül, m., —5; —#: s. Guemul. — Zuenug: 
(in Südamer.): es ist gut. Gertächer Pench. 2, 277, 
auch: Cüme. 2bd. — Luerta (span.), f.; —8: (. 
Guerta): Einige Lanrbäufer lagen in dieser H. (Feucht- 
ebene). Balliano 229; Globus 4, 6Ga; 11b; 106b; 7, 
228 2c., s. Labrader 1. 
Hugenött, m.,en, —s; —en: Name der Refor- 
mierten in Frankreich, Kalvinist (s. Eizuenet). 
— Hügin (nord.), m., —: 0: Zwei Raben, H. 
u. Munin, Geranke u. Exrinnerung, sitzen auf Orin's 
Schultern u. flüstern ihm ins Obr. Simrock Fr. 196; 
Mrtb. 212, vgl. 297. 
Hühnerolög, m., -en, (—#8); —en: bibridische 
Form für Hühner-, Federviel-Kenner, -Züchter, 
z. B. Cutztow Schön. Stund. 117 2c. Dazu: #Jiik, 
f.; Pisch. 
Hui (boll. beu): s. Hen 2. — Büia, f.; —: 
ein Vegel auf Neufeeland. Ausld. 39, 1214a. — 
HLuile (krz. ü#ll), f.;. —s: Ol, z. B.: Ancheris, 
Sardines à P’h. lin Oll; H. de graine (s. d.), 
de marmotte (s. d.) 2c.; auch, wie Ol, zur Bez. 
ölricker, farbiger Liköre (s. d., vgl. Créme): Ole. 
Als Beisriel mag dienen H. d’anisette. Karmarsch 2, 
602 rc. — Huilliche (□itsche): s. Vehuenche. — 
HZuimba, m., —; —# : Der H. Gomdax) mit seiten- 
artiger Wolle lin Peru). Ausld. 39, 1234b. — 
Luillier (ifrz. üje), m., —; —#8: 1) Saaldiener 
für Aurienzzimmer, Gerichts-, Parlaments= ed. 
Kammerützungen 2c. Gartenl. 16, 311a: Kammer- 
9 in schwarzenn Frack u. Kniebesen. Salon 1, 325 1c. 
— 2) Art Hilfsbeamter der Juftizrerwaltung: Die 
Stellen eines H. bei dem königl. Dirriktsibunal. 
o Hüller 7, 451; Notare, Avoués, H—. Ut#3. 22, 76 
2c.; H. priseur (s. d.). — Buĩto, m., —; —: 
Aus dem Holz des H. ed. Jaguastrauckes mackt man lin 
Perul Löfel u. mit den Früchten färbt man die Haare 
schwarz. Globus 7, 150b. — Inktoch : Sie krinkt einen 
Aufgus v. H. ed. Geniva (s. d. ) -Arfeln, wäscht sich mit 
dem adsftringierenden Wasser dieser Rubiacee. s, 152. — 
uitzilopöschtli, m., —; uv.: Göte der alten 
Menkaner, dem sie Menschenorfer schlachteten. 
Fallmeray#e#r Or. 1, XXV; Huitilerotchli. Mag. d. Ausld. 
36, 512a Vitzlirutzli (s. d.). 
Hüjus (lat.): Genit. zu hie (s. d. 1) in allen 
Geschlechtern: H. änni, löci, ménsis, dieses Jahrs, 
Orts, Monats 2c. 
Hüba (ind.), f. (n., +): —: Eine schöne H. 
od. indisches Nargileb (s. d.] mit langem, silbertrabti- 
gem u. elastischem Robr. Austd. 35, 666a; 990a; 
Gartenl. 15, 519b ff. 2c., auch geschr.: Heokalb) u.: 
Aus einem greßen Hrukah rauchend. Semilaso Afr. 1, 
HBZumanität 
503 
127 #t., s. Hukwa. — Lüker: s. Heeker. — 
Buckster (engl. bertrr), m., —; —8; : —: 
Hôker, Hökerweib. nohl Engl. 2, 52. — DHükun 
(Crürk.), pl.: Abgaben, Rechte. Lammer 10,349.— 
Hükumet, n., —; —#: erbliches Sandschak (I. d.). 
ebd. — Zükwa, k.; —s: Zuweilen bestebt rer Wasser- 
bebälter [der Kalian, s. d.] aus einem Flaschenkürbis 
(Kakab der Verser, H. der Chinesen). Gatital. 15, 519a, 
s. Huka: Nargile. 
Hülda: s. Helra. — Hülk (engl. hölt), m., 
—(e)s, —-en: -en: S., Holt (s. d. Ss.), Art früher 
gebräuchlicher Lastschiffe; altes, abgetakeltes Schiff, 
bei. auch: mit einer Vorrichtung, Schifse zu kiel- 
bolen, Masten einzusetzen, Kanonen ein= u. auszu- 
laden 2c. — Hülu (vers.): Art großer, saftiger 
Pfürüche. prurmann Or. 2, 226. 
Hum-ai (türk.), m. —; —: Königsgeier. 
Hammer 10, 319. -ajum 2c., a.: königlich, kaiser- 
lich, s. Hat. — Zumän (lat.), a.: menschlich; 
menschenthümlich: menichenfreundlich; leutselig; 
v. allgemein wehlwellender Gefinnung. a: s. 
human-o, -us. iöra, pl.: schöne Künste u. 
Wissenschaften, sofern sie die Ansbiltung des Men- 
schen fördern, insenderbeit die alten klassischen 
Srrachen als Bildungemittel, wie sie dies fast 
ausschließlich bei der Wiederbelebung der Wissen- 
schaften am Ende des Mittelalters waren: Sowebl 
in den Humaniöribus als in der Matbematik. Sohl Engl. 
25. il #e#en, tr.: vermenschlichen, menschlich, 
gebildet machen, sittigen; nam. auch: die Elemente 
des Humanismus (s. d.) als Bilrungsmittel auf- 
iebmen, anwenden 2c.: Die Realschulen baben sich 
mebr u. mehr bumanisiert u. dadurch den Gemnasien 
Fleichgestellt. Uat3. 20, 471 2c. -ismus, m.. uv.; 
0: das Erziehungsspstem, wonach die sog. Huma- 
niora (s. d.) als das Haurtbilrungsmittel der 
Jugend angesehen werden, wie in den sog. lateini- 
schen Schulen, den Gymnasien: Streit des H. und 
Pbilanthrerinismus (. dJ v. Nielammer 2c. eist, 
m., —en, -s: —en: Anbänger des Humanismus: 
Einer, der die Humaniora treibt. ilisch, a.: auf 
die Humaniora bezüglich, dazu gebörig: H. gebilrer. 
Globus 9, 202b; Die h-en Bestrebungen. Göde#e Gr. 
132 ꝛc. Sitär (auch firz. : taire, ĩpr. ümanirär): 
1) a.: auf Humanitär, — auf den Stand, die Bil- 
dung, den Befand der menschl. Gesellichaft bezüg- 
lich, dahin abzielend 2c.: Die h-e Absicht. Frankl Zer. 
1, 11; H-e Sturien. Garienl. 15, 792a; Für ratrio- 
tische, gemeinnützige u. H—e Leistungen. Unz. 21, 389; 
Ich bege ein großes b—es Inc-eresse für das Sriel. 
S#üding rR. 1, 255 . — 2) m., —; —8: Es find 
Poilantbroren, Humanitaire, die den socialen Mis- 
siänden abzubelfen wünschen, um den Besand der bürgerl. 
Gesellschaft zu sichern. Freiligratud SW. 6, 316. 
Zitarismus, m., uv.; 0: das Streben u. die An- 
sicht der Humanitäre. -itas, f. [8 24, 3, Stäti-): 
Menschbeit: Fsces (l. d.) humanitätis 2c. Menschlichk. 
(Ii. das Folg.): Sie lriese Wissenschaften] schärfen den 
sénsum humanitätis Humanitätsgefühll. S. (Wader— 
nazel 1, 49038) 2c. ität, f.; 0: Menschlichk., das 
Humansein; die einzelnen menschl. Tugenden in
        <pb n="520" />
        Humano 
504 
einem Einheitsbegriff, u. zwar als Ggstz der thie- 
rischen Natur, zusammengefasst; herrschende Ge- 
sinnung, den Menschen im Menschen zu ehren u. 
zu lieben, s. fichte 7. 322 ff.: H—s-Bestreben; 
.Freund; = Gefühl; -Rücksicht Comüer 7, 
362) 2c.;-Sturien, s. Humaniora 2c. -0 (Wan. 
um —; weibl.: —a), a.: auf Menschen bezüglich 
. (s. Comedia); human. us (lal.), a.: mensch- 
lich ꝛc., z. B.: Hômo (. d.) süm, humäni 2e. — 
Humät-io (lat.), f. [8 24, 3, iönis!); -iõn, f.; 
—en; Beerrigung. — Humble (irz. öngb'l), a.: 
niedrig; bescheiden; gebersam, ergeben 2c. — 
Humbug (engl. bömbögg), m., —§; —: Auf- 
schneirerei, zur Täuschung des Publikums in eigen- 
nütziger Absicht, Puff. -en, intr. (haben): tr.: 
Humbugs machen, betrügen: Er behumbugte die 
Pbilanihroren. Globus 12, 381b. „ er, m., —; uv., 
—s: Einer, der Humbugs macht. Sertenl. 15, 250a 
(egl. Barnum). -ler, m.: Humbuger: H., zu 
reutsch Schwinrler. 13. 671b. — Huméct-aus 
Ilat., § 24, 3, -äAntis, Mz. : Antia): anfeuchtendes 
Heilmittel. -ation, f.; —en: Anfeuchlung 2c. 
kren, tr.: anfeuchten, benetzen. -ĩv, a.: an- 
fenchtend. — Hümer -äl (lat.), a.: auf die Schul- 
ter bezüglich ꝛe. -ale, n., —S; — § 24, 3, -Tiis, 
Mz.: Alia): Schulteistück, z. B. als Theile der 
altröm. Rüstung. Suht 2, 354; Weils Kost. 1, 1065 
2c.; ferner: Schultertuch im Ornat fatbolischer 
Geiütlichen (ogl. Epemadion). us, m. [824, 21: 
Schulter. — Humeur (frz. ümör), f.; —#: Ge- 
müthsstimmung, Laune (vgl. Humor): Bonne 
(bönnl, gute. — Ogitz: mauvaise Imowäf’] h., böse, 
s. auch chien. — Qumdd (lat., frz.), a.: feucht. 
aliön, f.; 0: Anfeuchtung. eren, tr.: an- 
feuchten, netzen. -ität, f.; 0: das Feuchtsein, 
Nässe. — Lumi#nubatiön (lat.), f.: —en: das 
Liegen auf bloßer Erre. — Hümil-iant (lat.), 
a.: erniedrigend, demüthigend w. -iät, m., en, —; 
en: ein „Gedemüthigter", — Name v. Mönchen 
aus einem im 12. Jahrh. gestifteten Orden: Der 
v. ihm (Carlo Ber.omeo] aufgebobene H-en-Orden. 
Berlepsch 294; Guykow Z. 9, 374 (vgl. Weiss Kost. 2, 
709) 2c.; H-in, Art Nonnen. iation, I.: -en: 
Demüthigung. leren, tr.: demüthigen, kränken. 
Zis, a. [8 21, 3, uv. I: niedrig; demüthig. -ität, 
f.; 0: Niedrigk., Demuth ꝛe. — Humin (nlat.), 
n., -(e)s; 0: ein schwarzer Humus-Stoff (vgl. 
Ulmin u. Gein), der u. A. H.-Säure enthält. — 
Hummoch (engl. bömm-), n., —##; —: Die [Kerall-] 
Riffe setzen sich im Innern der Halbinsel IFloridal fort, 
wo sie Hugelreihen v. 5—10“ Höhe bilren, die H. 
Mag. d. Ausld. 35, 148äà; Jusld. 39, 1099a ie.; 
auch — Pack= (s. d.) Eis. 1040b. — Zümmnz 
(ägypt.): H., eine Art Wicken, rie sowohl grün als ge- 
roͤstet viel gegessen wird. Ausld. 38, 1103a. — Hum- 
or: 1) (lat. —), m. [824, 3, -öris]: Feuchtigk., 
nam. des menschl. od. thierischen Körpers, z. B.: 
II. äquöns (öculi), die wäsrige Feuchtigk. des 
Auges:; II. entäricns, Darmsaft: lI. erystallinus, 
der Krystall-Linse; H. labyrinthi, des Labyrinths 
im Ohr; H. Morgägni, die Morgagni'sche Feuch- 
HZuracan 
tigkeit (zw. Kiystall-Linse u. Kapsel); H. vitrsus, 
Glasfeuchtigf, des Auges 2c.; H-es pecbcäntes, 
schädliche Feuchtigkeiten ꝛe. — 2) (—) m., —e)s; 
—e (s. 1, vgl. Temperament 2c.): a) Laune, die vom 
Augeublick abhängige Stimmung: In gutem, in 
lösem, übelm H. sein; Einem den H. verderben 2c.; Der 
berüchtigte Galgen-H. eines Delinquenten. Ohunk 
Bild. 5, 57; Ua 19, 112; Riehl Gsch. 1, 130 rc. 
— b) (Aühet.) die auf theilnehmendem Gemüth 
u. heitrer Weltanschauung beruhende dichterische 
Darstellung menschlicher Schwachheiten u. Thor- 
beiten, s. ss. -orãl, a.: auf die humores. — 
seltmer: auf den Humor (s. d. 2) — bezüglich: 
H.= lrheumatisches) ieber; H.-Patholog, An- 
hänger der H.-Pathelogie (s. d.), wenach die 
Krankheiten hauptsächl. in den Feuchtigkeiten des 
Körvers ihren Grund haben — wortspielend: Böln# 
3, 95 2c. oris fren, tr.: humoristisch bebandeln. 
orift, m., -en, (—8) -en: 1) (selten) launischer 
Mensch: Hrrochonrristen, H-en 2c. G. 3, 225 ic. — 
2) Schriftsteller v. Humor (s. d. 2b). 18, 310 rc. 
Dazu: H.isch, a.: in der Wiise eines H-en. 31, 
393 2c. — Zumös (lat.), a.: humusreich. Schutz- 
Tleeth rat. Ackrb. 178. — Humpbach (engl. bemr- 
bäck), n., —s; —s: Höcker, Buckel: H. Whale 
lbuwel!, Art Walfisch (Pfockfisch), O#en 7, 1000, 
auch: H.ell whale. pöppig Ch. 1, 23. — Hũmus, 
m., uv.; 0/§ 24, 2): Moder der Damm-Erde: 
Die Pflarzen absorbierten die Kohlensäure der Mimo- 
srhäre u. lieserten nach ihrem Abüerben die H-Theile, 
welche sich der Erde beimischten 2c. Schulz-Eteih rat. 
Ackrb. 149; Die unter dem allgemeinen, we tumfassenden 
Namen H.-Körver begriffenen Substanzen. 161; H.= 
reich, „Jarm 2c. 
HZundred (engl. hönd-: hundert, — n., —; 
—6: die „Hundertschaft“, Gan einer engl. Graf- 
schaft. Kohl Engl. 3, 56 2c. weightl (uwrt), n., 
-s; -#: Centweight, Centner. 2, 38. — Hune 
(frz. (Gün), k.; —s: s. Perroquet 2. — Häneh 
(pers.): ein wohlriechendes, weißblühndes Kraut. 
Prtrmann Or. 2, 217. — Bũnita, m., —: -s: bei 
den Penchuenchen (in Südamerika), ein Fremder, 
Weißer. Serstächer Pench. 1, 15; 18 2c. — Hunka: 
Grablügel . . Zene kegelformigen, 10—50“ beben Erd- 
bügel. .. Der Türke nennt sie Tere, der Bulgar H. 
(Hunnenstill). Cobe#t 2, 190 (vgl. Kunengrab). — 
Hnnher (engl. bönk-), m., —; —: Old II—S8, 
Parteiname in Nordamerika. Hereig 30, 215. — 
Hunk (engl. bönt), k.; —s: Zagd: Mente Hundc. 
Ter, m., —#; —s: Zäger, Weidmann: Als sports- 
man u. parforce- h. Hausbl. (66) 4, 205 2#c.; 
Saqtpferd. Zolet Renn. 98 2c. ing, n., uv.: —;: 
die Jagd, das JZagen mit einer Hundemeute. 87; 
Forx-H. (uchsjagd). 88 rc.; Das Jagrterrain, H.-Nield 
(blrl. 99 c. -Sman, m., uv.: -smen: zäger; 
nam. Ausseher der Zagdmente. 114 2c. 
lHupih! gellender Nuf. Geiöchr WW. 3, 118. 
Huracän, m., — : — : (auf Kuba) mächtiger 
Wirbelwind. Scherzer Nat. 313, s. Orkan, auch: 
Diesem Hurican v. Redensarten. Kofah Sed. 5, 9 1 2c.; 
Hurricane- Sturm-] Deck. Odank 2, 153. —
        <pb n="521" />
        Hurdle 
Hurdle (engl. hörd"), f.; —s: Hürde: Das große 
H.-Rennen. Auerbach Höh. 3, 109.— Zurdp-Eurdg 
(engl. hördigördi), f.; —s: Hz int rer verächtlichste 
Name für deutsche Tanzmärchen in den zahlreichen 
Minenstärten v. Kalifornien 2c. Gartenl. 13, 311a; 
Srenzb. 25, 2, 373 12c. — Huri (ar.), f.; —s: 
Paradiesesjungfrau, — auch geschr.: Houri, vgl.: 
Die Horris (so srrach er das Wort aus). Semilasso 
Afr. 1. 117. — Hurican: s. Huracan. — GQurleg 
(ir. hörli): H.-Sriel (Ballsriel). Rodenderg Ins. Heil. 
1, 306 c. — Hurluberlu (irz. Chmlüberlü), adr.: 
Burliburli 2c. (s. burr, Anm. Ss.), über Hals u. 
Kovf. — Lurlp (engl. börli), -burlꝑ (—trlh, n., 
m., —s; —§: Wirrwarr, überstürzte Eile, Getm- 
mel, vgl. Ss. I. 1 — Hurmäne, pl.: in Oũgali- 
zien eigens geformte Stücke Sutsalz. Scheuchenkuel 
131. — Dürralh) (—), interj.: lauter, wilder 
Freuden= u. Grußruf (s. Farrab, Ura, val. Husso), 
auch als sächl. Hw., z. B. in Mz.: Begeisterung, 
die sich in ungemäßigten H—s Luft machte. Kohl Irl. 1, 
125 rc.; z. B. jambisch (s. Ss.): B. 14b; frriligrath 
Garb. 169; Körner 29b 2c. — U. trochdisch 3. 20a; 
Freiligrath Pol. 1, 64; Sch. 12a; Uhland 509 2c.; Ein 
Kesalen-H. Scherr Bi. 3, 220. -en, intr. (baben##: 
hurra rufen: Cirläcker BlW. 126; Großes Hurrah. 
.. Unter unenrlichem Hurraben. Scherr Bl. 3, 22 2c. 
— Hurricane (engl. hörrikehn): s. Huracan. 
HZüsa!: hussa. 3. 303b. — Hufar (ungr.), 
m., —en. —; —en: 1) „Zwanziger“, — leichter 
Kavallerist in ungrischer Tracht, mit krummem 
Söäbel u. Pistolen bewaffnet, auch in manchen 
Ländern (ogl. Gensdarm 2c.) derartige Polireisol- 
daten. (Auch: Huss ar. Hagedorn 1, 205 2c.; schlef.;: 
Der Husä re. Hollei Lammf. 1, 151; Im Husiren- 
Armel. 2; 18 2c.): H#en- General (Scherr Bl. 1, 
399);-Jacke: „Oberst;-Pferd:-Regiment; 
Säbel 2c.;-Wildheit. Gutzkow 3. 1, 150. — 
2) (s. 1): a) st. H-en-Pferd: Wober habt Ihr das 
Pferd?" Es ist ein ausgemusterter H. leißner Schw. 
4, 242 c. — b) (vgl. Dragener) ein derbes, keckes 
Frauenzimmer. frommann 3, 356. — c) ein wildes, 
unbändiges Kind 2c. — 3) Zsszg z. B.: Bibel 
(s. d.) -H., „Reiter, Einer, der immer die Bibel ci- 
tiert; Brot-H. (bursch.) — Kümmeltürke, Stu- 
dent, der nicht aus der nächsten Heimath weggeht. 
Diezmann Weim. 95; Distrikts (s. d.) -H.; Der 
Kammer-H. össfnete die Thür. Kühlbach Erzb. Joh. 4, 
1, 254 ꝛc., vgl. Kammerhairuck, ähnl.: Leib--H. 
Corlenl. 16, 325b cc.; Schlitz-H., scherzh. für: 
Mädchen; Den vortreffl. Ur-H-en Blücher. Schüching 
Bronckh. 2, 5 2c. -enhaft, a.: in Husarenweise. 
Garlent, 16, 129a. isch, a.: husarenhaft: Mit 
mordlich h—em Einhauen auf den deutschen Datio u. Ac- 
cusativ. Arndl Erinn. 211; 187; Raumer Br. a. Frkf. 
1, 286; Scherr Bl. 1, 399; Liech Tischl. 1, 349 2c. 
— Huseini (rers.): Art Melone. Ptiermann Or. 2, 
226. — Züfs! interj.: Ruf, wemit man Hunde 
c. hetzt: H. San!, Anruf, die abzufangende Sau 
auf die Schweinsfeder zu treiben 2c. — Hüssfach) 
(—), interj.: Ruf des Antreibers, Jagd--, wilder 
Freudenruf 2c., auch als sächl. Hw. (vgl. Hurra), 
Gnacinthen 505 
z. B. jamb.: H., b.! raschöl, raschöl!Koake 
die Erre gebören soll. prutz Woch. 118; Sch. Gir. 1, 
187 2c.; troch.: Küuner 2, 34; Ein lautes H. scholl 
bacchamisch durch den Saal. w. 20. 123 r2c., vgl.: 
Mit Horridob u. Hussafsa. 3. 7la;z Hobussa. 
Gtabbe Nap. 291 rsc.; auch in engl. Orthegr.: 
Huzzalb). Droysen V. 1, 35; Mufäus Ph. 2, 1 33 1c. 
en, intr. (haben): hussa rufen. — Hufssär: s. 
Huĩar. — Hussit, m., —en, (—8); —en: Anhänger 
des auf dem Koncil zu Konstanz (1413) verbrann- 
ten böhmischen Reformators Zob. Hus: H-en- 
Kriege; Dieser HS—-en- Sinn. Tieck Tischl. 1, 98 2rc.; 
Hisch, a. — Hüfslie (slaw.), f.; -s: ein alt- 
slaw. Tonwerkzeug (l. Gusla 2c.). Weils Kest. 2, 324. 
— HLuslings (engl. bö-), pl.: Versammlungsort 
bei Parlamentswahlen: Den Marktirlatz versperrend, 
wie bei den engl. H. Gesch. Cõsar's 1, 196. 
Lupfalla, m., —; —: in Peru, lei geisil. 
Maskeraden, ein Vegelmensch, mit Kattunfittigen 
auf dem Rücken u. wie ein Habicht schreind. GSlobus 
7, 290b. — Hupghnhm rc.: s. Hourb##m 2c. 
Huzüle, m., -—n; —n: Neben dem Hn (russ. 
Gebirgsbewohner). Salon 2, 102, in Oügalizien. — 
Huzvaressch: 1. Pehlewi. — HBuzzalh): s. Hussa. 
JZoklugolf (skand.), vem Wohnhaus abgeson- 
derte Schlafkammer. Weiss Keñ. 2, 419. 
Hwõ: Getreitemaß in China. 
Uspacinth (gr.), m., —(e)s; —e: 1) Name, 
z. B. (Myth.) ein Liebling des Apoll, den eine 
Wurfscheibe tödtete u. aus dessen Blut eine Blume 
(I. 2) entsproß: Keine Blume . , die einst, wie H., 
ein schöner Knabe war. W. 10, 10; 22, 327. — 2) 
(s. 1) eine Blume: Wenn sich der H. mit seiner Blüth' 
entbricht. sfleming 124, ogl. 3, heute gw.: H-e. — 
3) Name v. Edelsteinen, bes.: Die intensiv rotben u. 
vomeranzgelben Abänderungen ldes Zirkons; heißen H. 
Ohen 1, 151; Karmarsch 3, 411 2c., doch auch (s. 
Pre#ch#t 4, à 16 ff.) = Irokras u.: Orientaler H., ein 
Sarhir, mergenroth 2c.; ferner: H##eu farb. Nun ist 
ja H., beide die Blume u. der Stein gelb od. golrfarb. 
suther SW. 64. 21 2c.; H.- roth. G. 23, 368 rc.; 
im ältern Deutsch: Zächant, z. B.: Mir Jachänten 
besetzt. Eumüller Herbst 1, 233 2c. „x f.; —n; -chen, 
lein: eine Pfl., mit schönen glockenförmigen 
Blumen, Hyacinthus, mit vielen Arten, auch auf 
ähnl. Pflanzen ausgedehnt (vgl. Hacinth 2; 3): 
Viele dustente Glocken, o H., bewegst du. G. 1, 305; 
Die H., blau, wie deine Adern. Tiek Comb. 4, 2 2c., 
auch (ogl. bvacintben 2): Die Hn ihres Haars. Dau- 
mer 1, 123 ꝛc. (Nbuf.: Jahzinke. Mufäus M. 5, 
11); Acker-H., H. comösus; Bisam--H., H. race- 
mösus; Feder-, Acker-H.; Garten--H., H. orien- 
tälis; Herbst-H., Polypänthes (s. Tuberose); Ko- 
rallen--H., H. monströsus; Kugel-, Trauben-H.; 
Lilien-H., Scilla Hlio-hyacinthöos; Muskat-, 
Bisam-H.; Schorf-, Acker-H.; Stern-H., Scilla 
itälica; Trauben-HP., H. botryöldes 2c. Zen, a.: 
1) v. Hyacinthen: He blubende Kränze. Guhl 1, 
210; V. 3. 11 2c. — 2) hyaeinthenfarbig, so (nach 
Homer) nam. v. der Farbe des Haars — dunkel 
u. glänzend: H-es Haar fällt uber das Haupt. platen
        <pb n="522" />
        506 Hgacinthus 
4, 31 2rce. - , m. sg 24, 2): Hyacinth 1—3, 
z. B.: Der Trauben-H. lewegt rie Glocken. 2, 53 
c, gr.: H-os. — Lpäden (gr.), pl.: Tochter ldes 
Atlass, welche nach ihrem Brurer Hhas tie H. genannt 
werden u vom Juriter unter die Sterne versetzt wurden. 
.. Wenn sie über den Horizont kommen, verkunrigen sie 
beftigen Regen. Bamler Moth. 230. — Ina-HGpha, 
f.; —#: ein Baum in Guyana, die süße Milch- 
sunge, Tabernamontäna ütilis. Ohen 3, 1039. — 
Quahinlh 2c.: f. Hvacinth 2c. — Spal-it (gr.), 
m., —(e); —e: Glas-Opal. 1, 146; H.-Glas, eine 
glasartige Masse zu Kunstgefäßen. -itig, f. 1824, 
3, uv. ): Glashant-Entzündung. disch 2c.z s. 
hhaloĩdisch. ographik, t.; —eyn: die Kunst, auf 
Glasplatten Zeichnungen zum Abdiuck zu äßen — 
u.: derartige Abrrücke. -oidea, f. [824, 11: 
Glashaut im Auge. Toidisch, a.: glasartig. 
ophan, m., —)s; —e: Art durchüichtiger od. 
durchscheinender Adular. ophanik, f.; -(e)n: die 
Kunst der Malerei auf Glas r2c. mit untergelegter 
Zinnfolie 2c. u.: dadurch Erzeugtes. -osiderit, 
m., -(e)s; —e: Eisen-Chrysolit. -olppie, f.; 
-Oeyn: Hyalographie. franke Kat. 125. -ürg, m., 
—en, s); —en: Glasmacher. Dazu: H-i##e, H.ik, 
f., Glasmacherkunst; h-isch, a., darauf bezüglich. 
— Hpäu-e (gr.), f.; —n: ein verwegnes, grau- 
sames, gieriges Raubthier mit sich sträubender 
Möähne längs des Rückens, ähnlich wie „Schweine“= 
borsten, Hysna: Die gefleckte H., II. erocũta; die ge- 
streifte H., H. striäta, vgl.: Höhlen- od. fossile H.; 
Sagd-H. od. H—-n- Hund, Cänis pietus 2c.; Übrtr.: 
Der entsetzliche Hai, des Meeres H. Sch. 64a; Da wer- 
den Weiber zu H-n wilden Unthierenl. 80 # #2c., 
vgl.: Mit b—nhafter Gier. Nodenberg Ins. Heil. 2, 
251 2c. — HLuaziath 2c.: s. Hracintb. 
Güöbla, f. [8 24, 11: im alten Sicilien Name 
eines blumen= u. daher bienenreichen Bergs u. 
mehrerer Stärte. Dazu: H.-Honig. piaten 1, 
335; Dem die Rede wie hybläischer Hruig r. den 
Lippen floß. W. 18, 170, vgl. hemettisch. — Hub- 
odönt (gr.), m., —en; -en: odüs, m. 18 24, 
3, sedöntis): Gattung fossiler Fische mit konver ge- 
krümmten Zähnen. Durmeiter 9B. 1, 307; Gsch. 
480. -öm, n., le: —e; --öma, n., —#: -##; 
ôfe, f.; — : -osis, s. [8 24, 3, uv. ): Höcker, 
Buckel. — Uübr-id 2c.;: s. bibrid 2c. is (gr.), 
f.; 0: (s. Anäreia) Die H., die Uberhebung. Wester- 
mann 3, 312b. 
Ind-arthrose (gr.), f.; —; Jarthrösis, k. 
1§ 24, 3, uv.]: Gelenkwassersucht (Hrrraribren). 
-alide, f.; —n: Wasserblasen im thierischen Kör- 
per u.: darin befindliche Blasenwürmer (s. Oken 
4, 109; 5, 544 r2c., auch: Hödatis, f.): H-n. 
Mele, s. M. 1. —atina, f. 1824, 11: Art In- 
fusorien. 36. -atite, f.; —n: Sternkorall mit 
wellenförmigen Streifen. -atochlorus, a.: was- 
sergrünlich. -atochrous, a.: wasserfab. alodisch, 
a.: wässerig. -alogenesis, s. 824, 3. nv. I: Wuasser- 
Entstehung, -Erzeugung. -atophil, m., e)e: 
-e; -alophilus, m. [8 21, 21: Anhänger der 
Kaltwasserheilanstalten. -atöse, f.; —n; -altosis, 
Undriasiologie 
f. (§ 24, 3, uv.): Wassersucht. ätrisch, a.: 
wasserähnlich, wässerig. -atofhöp 2c.: s. H#rro-= 
skop c. -er, f.; —m: Hydra (s. d. 1; 2). -ra, 
f. [8 24, 1]: 1) Waserschlange. — 2) (f. 1) 
Myth.: Die lernsische H., ein v. Herkules bezwung- 
nes vielköpfiges Ungethüm, dem an die Stelle eines 
abgeschlagnen Kopfs immer 2 wuchsen. Kamler 
Mrth. 281 2c.; bildl.: Der H. der Revolurion auf den 
Nacken getreten. Gutzzon R. 9, 300 re.; Die Hrrer. 
w. 31, 370 . — 3) (l. 1) das Sternbild der 
Wasserschlange. — 4) eine Gatt. nackter Polvpen, 
Armpolypen. Durmeister Gsch. 370; Oken 5, 62 2c. 
rachne, f.; —n: Wasserbläshen, auf der Haut, 
im Mund 2c. räcidum [8 21, 2. u.): Wasser- 
stofffäure. -radation, f.; -en: chem. Verbindung 
mit Wasser, Hydratbilrung: H. der Schwefelsture. 
3 Mäuer Pb. 2, 118. -ragögisch, a.: Purgkermittel 
b—e (wasserabführende) u. ekkoprotische (kotbabfüh- 
rende). Kant 11, 1. 39. rälme, f.; 0: Salzwasser. 
rängea, f. /§ 24, 1]: Pflanzengatt., s. Hortensia, 
als Gesammtheit auch: Horrangeen. rangium 
1824, 2, u.): Lymrhgefäß. #t, m., Sen: 
—en: Wasser-Pumve r2c.: Grundstück, das mittels 
H-en überflutbri war. Garienl. 16, 506h. rärchus, 
m. I§ 24, 2: s. Zeugloron. rar gillet, u., —e)s; 
—e: ein zu den Thonerden gehöriges Fossil, auch 
Lasionit, Wavellit. „rargprum sg 21, 2. u.): 
Quecksilber. Dazu z. B.: Horrargoreiasis, 
Föse, ösis; f.: Queckülber= (od. Merkurial-) 
Siechthum 2c. -rärlhron, n., —#: ra: s. Hrrar- 
throse. -rat, n., —(e)8; —e: eine chem. Verbind. 
mit Wasser: Vereinigt sich Wasser mit Saͤuren vder 
Basen, so wird es H.-Wasser genannt u. die Verbin- 
dungen selbst heißen H—e. .. Kalt-H. .. Kalt-H. 
Hirzel Ch. 36; Die Schwefelsäure sewohl wasserfrei, als 
in 3 versch. Vhen mit Wasser vrerbunden. Duas erste 
H. .. Das 2t2 S. Das 3te H. Millcherlich 1, 351; 
So bestehr die oberste Schicht aus Eisenoryd H., die 
2te .. aus Ersenorydexprul-H. u. die unterste aus Eisen- 
orydul. H. 2, 2, 19; Schwefel.-He. Humboldt K. 1, 
14 2c. -räulih: 1) f.: (en): Hydromechanik. — 
2) (engl. heirrölick), a.: bydraulisch: Die sog. h. 
extractors (s. d.). Geube Ch. 1, 118. ränliker, 
m., -6; uv.: Hydromechaniker. -rnñlicus, a.: 
hydraulisch: IIydräülicum horolõgium, Wasseruhr; 
Die Wasstrorgel. .. Diese Orgel (öc#or, upav- 
z&amp;2C Srganon hy-Jrällicum) war nach dem Prinzix der 
Sorinx konstruierr. Guhl 1, 232. rülisch, a.;: 
durch od. im Wasser, nam. durch den Druck des- 
selben od. (verallgemeint) trepfbarer Flüfügkeiten 
wirkend: H-er Kalk od. Möriel, s. Beton u. Karmarsch 
2, 664; He Presse. 285; 2 müler Pb. 1, 99; Der 
bee Wirder od. Stoßbherer. 331; Zu montan--b-en 
Zwecken. Westermann 3, 63 5a c #raulifl, m., —en, — : 
-en: Hydrauliker. -rencephalus c.: fl. Herre- 
rerbalus. repigastrium, n., —: ken [8 21. 2, 
n.]: äußre Bauchwassersucht. -ria, f.; -rsen 
[&amp; 24, 11: weitbauchiger, kurzbalsiger Krug zum 
Wasserschörxfen. Gurt 1, 159. 205 f.; Ua:3. 21, 
121 2c. riäde, f.; — : Wastsernomrhe, v 1. Na- 
jare (auch: Hörrias). riasiologie, k.; —(eyn;
        <pb n="523" />
        HBydriasis 
zrĩasis, f. [8 24, 3, nv.]; -rilih, 5 —en: 
Waßeerheilung u. Lehre kavon. #riöd, n.: Mit 
Wasserstoff bilret das Jod H.-Säure. Karmarsch 2 2, 303. 
F riske, f.; —n: kleine Hydria (s. d.). Guhl 1, 159; 
Weiss Kost. 1, 871. -röa, f. [8 24, 1): Hydatide. 
robal, m., —en, (—s); —en: Wassertreter. 
rore#le, f.; —n: Wasserbruch. rorephalon 
[8 24, 2, n.); rocephalus, m. s8 24, 21: 
Wasserkopf. -roeéramt sidroßerãm): s. Alearraza. 
Srochlor, n., —s8; 0: Chlorwasserstoff: H.= lod. 
Salz- Säre; Sahzsaures od. whur Ammecniak. 
Prechil 12, 199 2c. orölt ; deyn: Bauch- 
wassersucht. -rocgän, n.: H.-- zure, Cyanwasser- 
stoff, Blausäure. #roderma [&amp;# 24, 3, n., -tis]: 
Hautwassersucht. rodpnamik, *7 en: Lehre, 
Lehrbuch v. den Bewegungsgesetzen der Flüssig= 
feiten. -rodßt, m., -#en; -en: tauchendes Luft- 
thier. Ausld. 39, 1216b. roelklrisch,) a.: Den 
galvanischen Strom. Weil aber dieser Strom nur 
rurch die Vermittlung flüssiger Leiter zu Stande kommen 
bann. so wird er auch als h-er Strom ber IMũler Pb. 
2, 199. -roelektrisiermaschine, f.; —n: Arm- 
strong hat die beim Ausströmen des Dampfes frei wer- 
dende Elektri,itit zur Konstruktion einer Glektrisier- 
maschine beuußt, welche er H. nennt. 114. -roextrah- 
teur (— örl, m., —s; —§, —e: Centrifugal-Trocken- 
maschine (s. d.). rogäfler, m., —s; uv.: Bauch- 
wassersucht. -rogen, n., -(e)s: 0:; Weftrseef, 
auch H-Z#um; H.-Gas. Dazu: Hiert, a.: mit 
H. verbunden; Hisatiön, k., Verbindung mit 
H. -rogeolõg, m., —en, (—); —en: s. Neptunist. 
Dazu: Hlie, f.zh—-isch, a. -rogräph, m., Sen, 
—s; —en: Einer, der die Gewässer der Erde be- 
schreibt 2rc., bes. in Bezug auf Schiffahrt: Solche 
Küsten muß der H. vorzugl. ins Auge fassen. Wetermann 
3, 31b ꝛc. Dazu: Heie, f. Dobrik 347b; Hische 
Karten, Schilrrungen, Werke 2c., vrsch.: Heisches Pa- 
pier, das so präpariert ist, daß eine Schrift mit 
Wasser darauf lesbar ist. prrchtl 10, 652. 
zroherbir ()s; 0: s. Eurion. rohardiée, 
—en: Ferzbentelwassersucht. rohönion, n., 
—8;; len: Wasserstanbbad, Douche. —rokhräninm, 
n., -s; ken: Gehirnwassersucht. -rolog, m., 
-en, (-— 5); —en: Einer, der v. den chem. Bestand- 
theilen der versch. Quellen, Brunnen u. sonstiger 
Wasser handelt. Dazu: Hie, f.; h-isch, a. 
- rolögion, -rolögium, n., —; ken I§24, 2. n. : 
Wasseruhr. rolßt, m. )8; —e: im Wasser 
lösliche Mineralkörper. -romän, m., -en, (—3); 
en: Einer, der fürs Wasser schwärmt, nam. als 
Heilmiteel, — vat. Ggstz Hrrrophobe. Dazu: 
H-##e f.; h#isch, a. -romänt, m., Sen, C); 
—en: Einer, der aus dem Wasser wahrsagt. chai- . 
H—ie,fh—c1ch «romcchanclt,f(-en) 
Geomechanik, vgl. Herro. rnanar, #ant. Dao# 
vr m.; hydromechänisch. -romel, n., m., 
—s; 0: Meth. -romelon, n., —8; 0: Apfel-, 
Qnittemrank (ogl. Cider u. Melikrat). romtleõr, 
mn., —e)s; —: meteorologische Vorgänge, r e 
durch den Wasserdampf * Atmosphaͤre erzeugt 
werden. Dazu: Hatton, s. Meteoration. 
HOodrothermisch 507 
zrometer, m., .,— uv.: Wasser-Aeser Maß, 
s. auch Aräemeter *! Fortbilo. -rometra, f. [824, 
1): Gebärmutter-Waßersucht. -ronie ½ 0: 
die Kunst, Stoffe wasserdicht zu machen. ro 
orꝑgeẽn, n., —eys: 0: ein Gemenge v. 2 Maß 
Hydrogen u. 1 Maß Orygen: H.-, Knall-Gas; 
H.-Gas-Mikroskor, wobei zur Beleuchtung ein 
im Knallgasgebläse glühe:d gemachtes Kalkstückchen 
(Drummond'sches Kalklicht) dient. -ropälh, m., Sen, 
-s; —Sen: Wasserarzt: Hlie, k., Waseerheilkunde; 
hä##sch, a., darauf bezüglich. -rophan, m., e)s; 
We: Der H., auch Weltange genannt, ist gemeiner Opal, 
der begierig Wasser einsaugt u. dabei vornbergebend 
rurchsichtig wirt. Oaen 1, 147, l. auch: Porophan. 
Prechtl 1, 537. -rophĩl, m., —s; —e, -en: Wasser= 
freund, vgl. Lutrerhil 2c. -rophilit, m., Sen; 
—en: Versteinrung eines Horröphilus, m. 
[824, 2), d. h. Kolben-Schwimmkäfers. -rophöb, 
—en; —en: Einer, der das Wasser scheut, z. B. 
als Getränk: Ein echter H-e.#Umgekehrt bei allen 
Hrrromanen. IKohl Par. 1, 191 2c., — nam. aber: 
ein an der Wasserschen (H-ie, Hundswuth, Ly- 
känche, Phengorbobie; Phengprron; Phobedirsen) 
Leidender. rrophor, m., (e)s: —e: Wasier- 
träger; Wasserschlauch. rophorke, f.; —en: 
Ein in Arben v. Frauen gekeiertes Fest der H. ldes 
Wasserit oͤpfens]. Weiss Kost. 1, 870. ropßthalmie, 
; Aey)n; -rophthalmus, m. 198 24, 21: Augen- 
kasneha: -rophpläcium, n., S *2 s. Phby- 
loeiun. -rõpisch, a.: wassersüchtig. -ropisiẽ, 
.; le)n: Wasserkucht. zropit, m., e)s; e: 
* ueticit. kropneumaticch, a.: auf Bewegung 
"*5 Wassers durch Lufrezuck bezüglich rc.: 
Her Arparat, zum Auffangen v. Gas unter Was- 
ser; Das h-e Seostem .. auf der Alpenbahn anzuwen- 
den. Uat3. 21, 107 2e. -ropnenmoniẽ, f.: Aen: : 
Lungenwassersucht. -oposse, f.; O: das Wasser- 
trinken (nam. ärztlich). -ropot, m., Sen, (5); 
—en: Wassertrinker. —-ro, m. |6 24, 3, röpisl]: 
ein Wassersüchtiger; Wassersucht. ropfie, f.; 
Toe)n: Wassersucht. -röpticum (X 24, 2, n.]: 
Mittel gegen Wassersucht. -ropüll, m., —(e)8; 
—e: Der H. als Gartenspritze. Uet 3. 21, 419. 
- rosarcharum (&amp; 24, 2, n.]: Zuckerwasser. 
rofar kockle, f.; —: Fleischwasserbruch. - oshoôp: 
1) n., —e)5; *": : Hpttemeter Hydrologium. — 
2) “ „ -C(ey)s; -#e: Muellenfinder, Dazu: H-ic, 
f.; h-isch, a. Lohhalit z -en: Lehre, Lehrbuch 
vom Gleichgewicht nurirn ogl. Geostatit. 
5-#er, m. Heeren 2, 542. roflätisch, a.; zur 
Hydrostatik gehörig, darauf beruhnd: He Wche, 
s. Aräometer; Der durch die 10“ hobe Flüssigkeitssäule 
entstehende h—e Druck. Karmarsch 1, 736; He od. hy- 
draulische Presse ic. - rotachpmeler, m., n., —; 
uv.: Waslergeschwindigkeitsmesser. -rotechnik, 
—en: Wastserbankunst u.: Buch darüber. 
Dazu: H-er, m., Hodrotekt, m.,Pen,S; Ten: 
Wasserbaukönsiler; Hyrrotichnisch, a., auf H. 
bezüglich. -rotheologit, f.; —eyn: Erkenntnis 
Gottes aus dem Wasser, s. Brontotheologie 2c. 
rolherapfe, f.; 0: Wuasserheilmethode. —rother-
        <pb n="524" />
        508 Hodrothion 
misch, a.: Durch h-e Wirkung, d. h. die Wirkung 
heißen Wassers unter starkem Druck. Ua#lur 16, 30 1. 
röthion, n., —#: 0: Schwefelwasserstoff: H. 
Gas; H.-saures Ammoniak. Petchtl 6, 371 2c. 
rothörax, m. [8 21. 3, racis): Brustwassersucht. 
rozöon, n.t, —; Jozben: „Wasserthier“, Qualle, 
s. Physalia. -rür, m., n., —#; e: Wasserstoff- 
verbindung. 
Ayt-ios (gr.), m.: Regenspender, Beiname 
des Zeus. nos Ins. 2, 90 rsc., auch Ombrios, lat. 
Pluvrius. -omeler, m., n., —6; uv.: Werkzeug, 
die Menge der an einem Orte fallenden Negenmenge 
zu bestimmen (Ombro-, Pluvie-, Uro-meter). Dazu: 
Hyeto= 2c. metric, I., Regenmessung; metrisch, 
Aa., darauf bezüglich. -oshöp, u., —e)6; —e: 
Hyetometer. Dazu: H-#f.; hJisch, a. 
Ing-a (gr.), f.; -s, kens; 0 (8 24, 11: H. 
od. Hgia, gr. Kygela u. Hygiela, die Göitin 
der Gesunrheit. Bamler Mrth. 211. isch, a.: hy- 
gienisch. -eismus, m., uv.; 0: Hygiene. -eist, m., 
en, —#; —en: Hygkenist. - rologie, f.: Hygiene. 
Sia: s. Hgea.idisch, a.: hygienisch. pücller 
Süröstl. 2, 19. -iastik, f.; —en: Hygienik. ira, 
-ieia, f.: s. Hogea u. Asterold. iene 2c.: s. Hr- 
gieue 2c. —icne, 1.; —m: Gesundheitslehre (Diälẽtih, 
auch: Förderer der Wohnungs-Hygienik. Ualß. 20, 
237. Dazu: Hgienisch, darauf bezügl. Grenzd. 
26, 1, 188; Hausbl. (67) 2, 174, daneben: h#- 
gieinisch. Salon 1, 518; 553 2c.; Hyglenist, 
m., -en, (—#8#): —en: Einer, der sich mit der H. 
beschäftigt. Gtenzb. 26, 4, 188. Siohomts, f.; 
—(eyn: Gesundheitspflege. -ionöm, m., -en, —S; 
—en: Sanilätsbeamter (s. d.). Ross Ins. 3, 122. 
Dazu: He, f.; h-isch, a. Lngr-obaromter 
(gr.), m., n., —#: uv.: das Baromcter, sofern 
sein Stand v. dem Wassergehalt der Luft abhängt. 
orlehktromfler, m.. —s; uv.: ein Hygrometer 
(s. d.) an einer Elektrisiermaschine, sofern deren 
Funkenlänge mit dem Feuchtigkeitsgrade der Luft 
abnimmt. IMũutr Ph. 2, 109. -oeudiomẽter, m., 
n., —#; uv.: Endiometer (s. d.), in Bezug auf die 
Feuchtigkeit der Luft. okollfrium, n., —#; ken 
[5 24, 2, n.: flüssiges Augenheilmittel. -olög, 
m. , —en, (—); —en: Einer, der v. der Feuchtigk. 
der Luft handelt (Netiologg). Dazu: Hlie, k.; 
bisch, a. - om, n., c); -e; - öma [S 21, 3, 
n., tis): MWassergeschwulst. -ometcor 2c.: s. 
Hydrometeor 2c. Jometer, m., n., —#; uv.: eine 
Vorrichtung, den Feuchtigkeitsgrad der Luft zu be- 
stimmen, z. B.: Das v. Saussure angegebene Haar- 
H. 3 müller Ph. 1, 839 ff. (vgl. Notiometer; Psychre- 
meter). Dazu: Hygrometreiie, f., die Bestim- 
mung des atmosphärischen Wassergehalts 2c.; 
Fisch, a., darauf bezüglich. Jon, n., —; za: 
das Feuchte, die Feuchtigk., — bes.: Augen .., v. 
jenem Glanze umgeben, den die griech. Dichter das H., 
das schwimmende Auge neunen. fcankl Jer. 1, 281; 
W. 23, 11; 24, 331 2c. Jophöb 2c.: s. Hydrophob 
. ophkhalmie, k.; —c)n: Anugenentzündung 
mit starker Flüsügkeitsabsondrung. -oshöp, u., 
—ehs; —e; Hygrometer. osloprcilät, f.; 0: das 
Domenopt 
Hyygroskovischseln: Die H. der Erden. Schulz-Ker#th 
VIII. —oskopisch, a.: Solche Körrer, welche den 
Wasserramrf aus der Luft anziehen, heißen h-e Körver. 
Imũlet Ph. 1, 225; He od. wasserverschluckende Eigen- 
schast. DVierietz. 18, 302 rc. 
Ianhes (engl. heits), pl.: gewalkte Bettdecken. 
Onl-n (gr.), f.; äen: waldige Ebne, Wale- 
region: Die Selva od. H. des Amazonenstroms. Globus 
8, 1 Ca; Eine schmale Ebene vereinigt die H. des Ama- 
zonenfsiusses mit den Pampas v. den Buenos-Ayres. Hum- 
bold Ans. 1, 13; Weiss Kest. 1, 510 re. -dosaürus, 
m. 18 24, 21: eine riesige fossile Eidechse in den 
Walderschichten. Ausld. 38, 31öb; Burmeistte Gsch. 
504. ärch, m., —en, —##; len): „Steff-Beherr- 
scher", nam. als Bez. für Weltgeist. — Hhlas, 
in., uv.; (uv.): (Myth.) ein schöner Züngling, 
den die Nymphen eines Gewässers zu sich hinab- 
zogen. G. 30, 453; Bamler Myth. 337; Einen H. od. 
Hpacinth (s. d. 1). w. 22. 327 kc. — Dhhl-e (gr.), 
f.: (-ai): Wald: Holz; Stoff, Grund-, Urstoff 
(ogl. die Endsilbe z. B. in Arbbl, Fermy! 2c.). 
— Inllr: s. Pbyle. — ÖGgl-öbier (gr.), 
m., —s; uv.: Waldbewohner. Jogenelsis, k. 
&amp; 24, 3, uv.]; -ogenie, f.; 0: Stoff-Bildung, 
.Erzeugung. -ognosiẽ, f.; (en): Stoffkunde. 
ologie, k.; (-en): Stofflehre. -onömisch, a.: 
waldbewohnend. -opathismuc, m., uv.; 0: die 
Lebre, wonach der Materie Gesühl innewohnt. 
ophäg, m., —en, —§: en: bes. als Name einer 
äthiop. Völkerschaft: Der Stamm der Hen, die sich 
v. Derunterfallenden Baumsrüchten, v. Kräutern . . u. 
selbst v. den zarten Enden der Zweige erhalten. Httten 
2, 358. otheismuc, m., uv.; 0: Pankheismus 
(s. d.), die Lehre v. der Göltlichkeit der Materie 
od. des Alls. Dazu: Hylothesst (m., en. —S; 
en): eisch, a. -otropiéc, fk.: (en): Stoffwandel. 
-ozotsmno, m., uv.: 0: die Ansicht, wenach der 
Materie ein innres Leben einwohnt. w. 25, 379 
(vgl. Materlalismus; Organozoismus). Dazu: H## 
lezoist, m., —en, —#: —en: Anhänger des H.; 
-isch, a.: darauf bezüglich, ihm gemäß. 
Hümen (gr.): 1) m., —; 0: §. Gome- 
mn äus), der Gott der Ehe. Bamier Moth. 196; H., o 
Hymendios, o jauchze dieser Vermählung. Guhl 1., 
210; H. . O Hymensos. 3Koht Par. 1, 102; An 
Hs Statt krönt Amor ihren Bund. W. 20, 182 rc. — 
2) n., —#; (—6): das Zungfernhäutchen. är, k.; 
—n: Art riesiger Bäume in Südamerika 2c., IIe- 
n s. Oken 3, 17105; Wadeern. 4, 1165½ -atos, 
-äus, m., uv.; zen [85 24, 2): 1) f. Hemen. — 
2) Hochzeitslied. G. 33, 141; Haogedorn 3, 212; 
Unter Anstimmung des HymenäKos. Gun 1, 209 
(ursch.: Epiihalamium). -ilis, f. [8 24, 3, u#.): 
Entzündung einer Haut, nam. einer innern, frei- 
liegenden. -ogräph, - olög, m., n, (—): -en: 
Beschreiber der versch. Häute des Körpers. Dazu: 
Hie, f.; b-isch, a. oplere, f.: —: Hymen- 
opteron: Die Piezaten od. H— u. Jurmeister Gsch. 3 97. 
ôpleris, f. [§ 24, 3, Sridis): eime Gatt. Farn- 
kräuter. 441. opterolöôg, m., -en, (—S#): Sen: 
Naturkundiger, der sich mit den Hymenepteren be-
        <pb n="525" />
        Bymenopteron 
schäftigt. Dazu: Hie, f.; h-isch, a. -Spteron, 
n., — Zöptle)ren 18 24, 2, n.): „Hautflügler", 
Insekten (s. d.) mit 4 häntigen Flügeln, wie die 
Bienen 2c.: Einige Nachtfalter u. Homenovtren. Zur- 
mrister gB. 2, 73. otöm, m., —en, —: -en: Zer- 
gliedrer der Häute des Körvers, dazu: H.ie, f.; 
b-isch, a. — Bymettisch (gr.), a.: vom Gebirg 
Hymettus in Attika, bes.: H-er Honig, vgl. bobläi- 
scher. — Uhmn (gr.), m., -en, uv.; -en: Hymne 
(s. d.): Wo er dem Gott des Tages einen H. entgegen- 
sang. W. 18, 5; Diesen hochzeirlichen Hen zu singen. 
Luc. 1, 355 2c. -ärium, u., —#; ken I§ 21, 2, n. J: 
eine Sammlung kirchlicher Hymnen. e, f.; In: 
H., Hrmnus (s. d.), Hochgesang, Loblied, nam. 
auch religiöses, liturgisches zu Ehren der Götter 
od. Gottes: Die bomeririschen H-#n.o###kranz Poes. 
Gsch. 144 „2c.; Wenn die Monatsberichte immer nur 
Hn sind über die Vortrefflichk. eines solchen Kindes. G. 
15, 14; 10, 257 2c.; Feier-H. Sternberg Kl. 
Rom. 1, 99; Freibeits-H-en. ellsen Polgl. 
1, 350; Eine Jubel-H. von solcher bacchantischer 
Freibeitslust. Spicthagen Pr. 8, 37; Sch. 61a 2c.; 
Kriegs-H. Ellilen Polvgl. 1, 346; Singen wonnevolle 
Lenz-H-—nu. Mũgge Rom. 3, 4. 111; Die Pius-H. 
[H. auf Papst Pins IX.]singend ed. Erviva's auf 
die Freiheit ausbringend. Bodenstedt E. 1, 202; Das 
Kirchengesangeartige der Revolutions-H. sder Mar- 
seillaise. Scherr Bl. 1, 441; Siege sH. 2c. 
Tenhaft, a.: hymnen-mäßig, zartig 2c. -ih, f.; 
0: Hymnen-Dichtung, -Poesie: Orrbische 5 
Einen Nachball der priesterl. H., welche die Stiftung der 
alten Kulte begleitete. Rolenkranz Poes. Gsch. 137; 
138; 337 . Tisch, a.: hymnenhaft, der Hymnik 
eignend, darauf bezüglich: Die h-e, als die begeisterte 
Sxrrache des religiösen Gefübls. 744. -ifl,m.,—en, —; 
—en: Hymnenrichter. Jogräph, m., -en, (— 5); 
—en: Hymnist, Hymnolog; dazu: Hiie, f.; 
b-isch. Jolög, m., -en, (—#8);: —en: Einer, der 
sich mit der Hymnik, nam. mit der Geschichte u. 
Literatur des Kirchengesangs (mit der Heie) be- 
schäftigt. Dazu: Hie, f.;j h-isch, a. — us, m., 
uv.; zen [S 24, 2): Hymne: Artemis .., höre den 
H., an Wendrungen reich! plaken 2, 347; Der orpbische 
H. Uofenkranz Poes. Gsch. 144 2c.; Der ambrosianische 
H.; IIymmni epistölici (s. d.) 2c. 
HIg-oldisch, -ödisch, a.: schweineähnl.; sau- 
rüsselförmig. -ophthalmus, m. [8 24, 27: Einer 
mit Schweinsangen. osegamfn, n., -e)s; 0: 
Stoff im Samen v. Hyoseyfamus niger. -ofehamus, 
m. s8 24, 27): Bilsenkraut, bes.: H. niger, 
schwarzes. otherium, n., —; ken [824, 2, n.: 
ein fossiles schweineartiges Thier. 
Onp: s. Malum 2. — H#yp agöge (gr.), f.; 
—n : gelinde Abführung. -akticum, n., —; ika 
s8 24, 2, n.]: leichtes Abführungsmittel. — 
Ippäll-age (gr.), f.; —n: „Vertauschung“, nam.: 
Redesigur, wodurch die Beziehung eines Worts zu 
einem andern verwechselt wird, z. B.: Den Tisch 
abwischen ist eine H. (od. Metonymie) statt: den Staub 
(vom Tisch) abwischen. -aktisch, a.; auf einer 
Hypallage beruhnd, mit Anwendung einer solchen 
Hpperbole 509 
2c. — Ippante (gr.), k.; 0: in der gr. Kirche — 
Lichtmese. — Hppapoplerie (gr.), f.; —(eyn: 
leichte Apoplexie (s. d.), Hrrorlerie. — BLpparion, 
n.: s. Hirrarien. — Hppafpist (gr.), m., en, —s; 
—en: Die aus Adligen besiebende Garde zu Fuß od, die 
königl. Leibwache lbei den Mracedeniern] führte den 
Namen Pezetären, d. h. die Freunde od. Genossen 
zu Fuß u. wurde wegen ibrer langen Schilder oft auch 
das Korrs der Hen, d. h. der Schildtragenden genannt. 
Kriegk 2, 113. — Oßpate (gr.), f.: 0: die tiessie 
Saite des altgr. Tenwystems. — Oppälhr-a (gr.), 
f. (§ 24, 1): Ta#, d. h. ein Temrel ohne Dach. 
Ausld. 38, 831a. -äl, a.: v. Banwerken: dach- 
los, unter freiem Himmel: Anlage P—er Temrel. 
Beisriele b- er Cellen. Cuhl 1, 31; H.-Tempel. ibd. 
on, n., —s; -a: hyräthraler Temrel, auch: Ver- 
schierne Formen u. Gattungen eines Hrrätbres. ebd.; 
2, 15 r. — Dxpelä-on (gr.), n., —#; -à: Ol- 
hefe. 
SIßper (gr.): Vorsilbe = über, auch wie dies, 
im Sinn v. allzu 2c., das Ubermaß, das Ubertriebne 
2c. bezeichnend, z. B. in losen, leicht in mehrenden 
u. zu verstehnden Zssögn wie: Als Verfechter seiner 
b.= aristokratischen Ansichten. Hollii Treust. 2, 61; 
Ein H.-Aristokrat; H.-Bureaukratismus u. 
H.-Dogmatismus. volksz. 16, 294; Hdogma- 
tische u. b. bureaukratische Tendenzen. Nal . 21, 
586; H.-Christ. HVotz SP. 70 (s. Uber-Cbrif); 
In h.--bereischen Metaxbern. Cichendorf Gsch Dr. 
110; H.-Idealismus. Spielhagen Pr. 5, 235; Er 
gehört zur h.-konservativen Partei. Uats. 21, 
394; H.-Kritik, allzustrenge, veinliche 2c.: H.- 
Kritiker; h.-kritisch; H.-Kultur. Uing Verl. 
Gschl. 3, 106; In der b.-lovalen Verfammlung. 
114:; Ein faßst b.-moderner Gedanke. Mag. d. Ausld. 
34, 353a; Dieb.-naive Sentimentalität. Nal. 21, 
323; Das H.-Originelle. Uolenkranz Voes. Gsch. 
584; H.-orthoder; H.-Orthodoxie; H.-roe- 
tische Erwarrungen. Holtei Treust. 1, 318; Liecck 
Tischl. 1, 274; In dem h.-revolutienären Sinn. 
Geroinus Hist. 6, 197; H.-sentimen tallität); H.= 
Skerticeismus; H.-Utilitarismus cc., s. das 
Folg. — Apperäkrier, m., —s; uv.:: s. Diakrier. 
— Hpperämirs, f.; (-en): Blutüberfülle (s. 
Plethera). — Gpperästhes-e (gr.), is, f.; 0; 
Uberempfindlichk., zu große Reizbark. (Hrrerere- 
thisie). — Hpperb-afis (gr.), f. [8 24, 3, uv.1; 
Saton, n., —; ta: Wortoersetzung, s. Inrersion. — 
Ioperbel (gr.), f.; —: „Uberschuß": 1) (Math.) 
eine Figur, die ntsteht, wenn bei einem Dovpelkegel 
beide Kegel v. einer Ebne geschnitten werden, s. El- 
lipse 2. — 2) Übertriebner, vergrößernder Ansdruck, 
Ggstz: Diasyrm. -haft, a.: in der Wesseciner Hyper- 
bel (s. d., nam. 2), hyrerbolisch: In kolofsaler Hdig# 
keit kam Keiner dem Danton gleich. Scherr Stud. 2, 99. 
— Spperbibasm-us, uv.; zen [8 24, 2, m.]1: 
Accent-, Wortversetzung (vgl. Hrrerbasis). — 
Gnperböôl- (gr., frz.), f.; —: Hyperbel (s. d. 1 
u. nam. 2): Eine schreckl. H. [Ubertreibungj. 
Wadern. 4, 7930; w. 16, 5; Die Linie, die nach dem 
Ausdruck des Aristoteles zw. der H. u. der Ellixse der
        <pb n="526" />
        510 Uopperbolik 
moralischen Unrichtigk. mitten durchgeht u. die Linle der 
Tugend ist. HB. 1, 266 2c. ik, f.; 0: Hy- 
perbelhaftigk., Ubertreibung: Mit echt orkentalischer 
H. Frankl Zer. 1, 29 2c. Tisch, a.: hyperbel-hast, 
zartig: 1) (s. Hperbel 2) H. u. ghaselenhaft gleich- 
tönend. 361.— 2) (s. Heperbel 1) H-e Kurven. IMüller 
Ph. 1, 872 ff., auch: H-e Logarithmen (s. d.), die sog. 
natürlichen, wegen ihres Zusammenhangs mit der 
Quadratur der Hyperbel, s. vawinden 111. 
Sisieren, tr., auch o. Obj.: übertreiben, in Hy- 
perbeln sprechen 2c.: Sie, deren Lieblichk. zuh. sdle 
Göttersprache selbst einst unzulänglich war. W. 3, 182; 
30, 83. To#d, n., -(e)s; -e: ein Körper, wie er 
durch Umdrehung einer Hyperbel um ihre Achse er- 
zeugt wird (Rotations. H.). ode, f.; —n: hyper- 
bolische Kurve. — Hpperbor-äcr, er, m., —8; 
uv.: bei den Alten, Bez. der Bewohner des äußer- 
sten Nordens (vgl. Cimmerier). Humboldt K. 1, 176; 
W. 18, 358 2c., auch wie Barbar 2c. W. Lue. 6, 68; 
Beide gewahrten in mir einen wahren H., der v. den 
neuesten poetischen Schulen Deutschlands kein Wort 
wußte. Bülow Kl. 26 2c. äisch, ceisch, a.: nor- 
disch 2t. — HIpperbulic, f.: 0: Ubermaß von 
Willenskraft. — Hgoperchrom-asie (gr.), k.; 
—(eyn: Dieses Uberschießende der Farbe haben wir H. 
genannt, woraus sich denn die Achromasie [s. d.] un- 
mittelbar folgern lässt. G. 37, 105; 122; 39, 131. 
lisch, a.: auf Hyrerchromasie bezügl.: Die h-en 
.. Versuche. 37, 122 c. — Igpercineticus (gr.), 
a.: auf Uberreizung beruhnd 2c.: Necätio (s. d.) 
ypercinstica 2c. — pperdulie (gr.), f.: s. Dulie. 
— ODnpperemelis (gr.), f. [8 24, 3, uv.]: über- 
mäßiges Erbrechen. — Upperenerg#-# (gr.), f.; 
0: allzugroße Energie (s. d. 2e.). -isch, a. — 
Lnperephidröf-e (gr.), f.; —# Eis, 1. /§ 23, 
3. uv.]: übermäßiger (kolliquativer) Schweiß. — 
Inpererethissc, f.; —ehn: s. Heperästhese; Ere- 
tbine. — Hnper-ide, m., —#; n: eine Gattung 
Krebse. Burmeister gB. 2, 92 2c. -#ion (gr., —), 
m., —§; 0: Name, bef.: Des Helins (lat. Soh), eines 
Sobus des Titanen H. Uberhaupt wird der Sonnengott 
v. den Pocten oft Titan, oft Helins, zuw. auch H. ge- 
nannt. Kamler Mvth. 94; Welche die Rinrer dem leuch- 
tenden Sohn 5—8 (—9)schlachteten. V. Od. 1, 8; 
12, 176; 346 2c.; auch ein Saturntrabant, s. 
Diene 2. — Opperkalalehtisch (gr.), a.: f. 
akatalektisch u. hypermetrisch. — Lnperkr-ise, f.; 
—nU : allzuhestige Krisis. ilih , t.; S-en: allzu- 
scharfe, ungerechte Kritik. 31#u#r. Zeit. (1847) 403b 
2c. (s. v. Hyper). — Hpperolog--isch (gr.), a.: 
über die Vernunft hinausgehnd. iomno, m.. 
uv.; men: etwas Hyperolrgisches. — Loperm- 
eler (gr.), m., — ; uv. /§ 21, 2, etri]: hyper- 
metrischer Vers. = trisch, -etrus, a.: hyperkata- 
lektisch: Erlanbt er sich reorsus hypermetros, d. h. 
solche, welche mit ihrer Schlußsilbe durch Elision in den 
folgenden Vers hinuberreichen. Zumpl Gr. 5 818. — 
Onpernöa (gr.), f. /§ 214, 11: Krankheit, wobei 
das Gehirn übermäßig affieiert ist. — Igperocha 
(gr.), f. 18 24, 11 der nach Besriedigung der 
Gläubiger noch bleibende Uberschuß, bes. bei Ver- 
GSppobolimäus 
steigrung v. Pfändern. — Upperö-on (gr.), n., 
—8; -a, zen: Ober-Gallerie eines Tempels 2c. Weiss 
Kost. 1, 820.— Gpperostös-e (gr.), f.; —m; Gis, 
f. I§ 24, 3, uv.]): Knochenwuchrung. — Dpperox-- 
pd (gr.), n., —e)s; -e: Stweroryd (s. d. u. 
Oxyd). „uditcren, „ugenĩeren, tr., resl.: (sich) 
zu einem Hyperoryd verwandeln. I#genisalion 
Endatiön), f.; —en: Hyperoryhdierung. — 
Loperpatlh-ie (gr.), f.; 0: übermäßige Em- 
pfänglichk. für Einwirkungen, nam. für Krank- 
heiten. isch, a.: ein Zustand der Hyperpathie. 
— Cgnperphölisch, a.: über das Natürliche 
binausgehnd, übernatürlich. w. 29, 235. — 
Unperfark-öm (gr.), n., —e)s; -e; -öma [§23, 
3, n., -tis]; -öfc, f.; —n; -õsis, f. 24, 3, 
uv.): wildes Fleisch, Fleischwuchrung. — 
Uppersöph-ie, f.; O: Uberweisheit, Superklug= 
heit. -isch, n.: überklug. — Hppersthẽn (gr.), 
m., -(e)s; -: Art Takksilikat (s. Diallag): Felsen 
v. Labrador, Felrsrath u. H. Ausld. 38, 64 13; H.= 
Fels besteht aus einem körnigen Gemenge v. Labrador 
u. H. Oken 1, 499; H. (Paulit). .. Man verarbeitet 
ihn, seines Farbenschimmers wegen zu Dosen 2c. Die 
Steinschneider nennen ihn labradorische Hornblende. 
262; Peechn 1, 537; Dviertelj. 10, 194 2c. ic, f.; 
0: Uberfülle der Krast (s. Stbenie). -isch, a.: 
aus Hypersthenie herrührend, dafur zeugend. -ofc, 
f.; —; -osis, f. [8 24, 3, uv. ): hyperühenische 
Entzündung. — Ugperlhomte (gr.), f.; O: über- 
müthige Tollkühnheit, nam. als Geistesstörung 
aufgefasst. — Uppertön-ie (gr.), f.; —(eyn: 
Uberspannung. isch, a.: überspannt. — 
Hppertröph-ier (gr.), f.; —eyn: übermäßiges 
Wachsthum, nam, einzelner Körvertheile (Poly- 
trophic, Ggstz Atrophie); auch bildl.: Trotz jcner ge- 
lehrten H. Ellisen Polygl. 153, überwuchernde Ge- 
lehrsamleit. -isch, a.: im Zustand der Hyper- 
trophie 2c. — Gpgperulililarismus: s. Hoper u. 
Utilitarismus u. s. w. 
Upphäma Igr., 824, 3, n., tis): Blutunter- 
laufung. — LDphen (gr.), n., —: —#: „In- 
Eins“, das grammat. Zeichen der Vereinigung od. 
der Synizese (s. d.). — Hupu-obãt (gr.), m., 
en, —#; -en; -öbates, m., uv.:; uv.: Schlaf-, 
Nachkwandler. Jobalesis, f. [8 24, 3, uv.]; 
obalis, f.; 0: das Schlafwandeln. -ologie, f.; 
(—en): Lehre vom Schlaf: Hypnolögisch, dar- 
auf bezüglich. -opathik, f.; -(ehn: krankhafte 
Verändrung des Schlafs. ophodik, f.; eyn: 
das Aufschrecken aus dem Schlaf. -opsochic, f.; 
0: Seelenschlaf. o, m., uv.; 0: H., der Gett 
res Schlafes. Guhl 1, 44. öse, f.; —: lis, f. 
(§ 21, 3, uv. I: Einschläfrung. -ölicum, u.. —#; 
ifa [&amp;* 24, 2, n.]: Einschläfrungsmittel, Schlaf- 
trunf. otisch, a.: einschläfernd. — Uppobalis 
(gr.), f. 1824, 3, uv. I: Unter-, Grundlage, Fuß- 
gestell. — Hppobiüôm-us (gr.), m., uv.; en 
s8 21, 2, m. J: die Zurückführung einer Gleichung 
auf einen niedern Grad. — Lpppob-olon (gr.), 
n., —; ola: Zuwachs od. Nachtrag zu dem v. der 
Chefrau eingebrachten Heirathsgut. -olimäuo,
        <pb n="527" />
        Ippochonder 
a.: untergeschoben. — IBppochönd-er (gr.), m., 
—s; uv.: 1) Hyrechondrie. 1#3 2, 14: 2c. — 2) 
Hyrecchondrist. -riacus, m. I§ 24, 21: Hyro= 
chondrist; a.: s. malum 2. rialgte, f.; —eyn: 
Schmerz in den Weichen. riafis, f. [8 24, 3, 
uv.]): Hypochondrie. -rĩẽ, f.; —(ehn: Milz'ucht; 
Grämelei auf Verletzung der Nerventhätigk. des 
Unterleibs beruhnd (vgl. Hesterie): Ubrigens labe. 
rierte der Mann an einer somatischen, rsochischen u. re- 
ligibsen H. Bahrdt 1.-93. -rion, -rium, n., —; 
--rien [§J 24, 2, n.]: das „unterm Brunknorpel", 
unter der Herzgrube Liegende, der Unterleib sammt 
den Eingeweiden, w. 22, 360; 24, 322; Das 
Ibnen eine nachrrückl. Erschütterung der Hyro#chondrien 
heilsam sein dürfte. 35, 47. Trisch, a.: 1) auf die 
Hyrochondrien bezügl.: H-er Schmerz 2c. — 2) an 
Hypochondrie leirend, milzsüchtig, gramelnd. -rist, 
m., —en, (—8); —en: ein Hypochonrrischer. — 
Igppochork-ma gr., § 24, 3, n.. tis!): „sis, f. 
18 24, 3, uv.]: Stuhlgang, Leibesöffnung. — 
Cppochthön (qr.), m., —eys; —#e: „unterirdi- 
scher“ Molch, Olm (s. Preteus). — Hppöch-gma 
Lar., § 24, 3, n., tis); -Efis, f. [5 24, 3, uv.]: 
grauer Staar, s. Kataratt 2. — #ppoepkloide: 
s. Cekleire. — Asppodema (lgr.), n., — ; -ta 
( 24, 3, n., +is]: die („untern Fuß zu bin- 
dende") Soble, Sandale. Guht 1, 190; Tobem 1, 
30 (s. Oranke): s. ferner Hrrothema. — Igpo- 
dermätisch (gr.), a.: subkutan (s. d.), unter der 
— od. unter die — Haut, z. B.: He Injektion 
(s. d.). Mag. d. Ausld. 36, 29b. — SIgpod-(esis 
(gr.), f. (5 21, 3, ur.),ma /§ 24, 3, n., 
#gis]); -ésmus, m. [8 24, 21): die Sandale (s. 
Hepodema) u.: die Befestigung, das Anlegen der- 
selben. — Ixpodiakonus (gr.), m.: Subdiako- 
nus (s. d.). — Apppodiasitole (gr.), f.; In: 
ein kleines Trennungs-, Intervunktionszeichen, 
Komma. — Ögpodidäskalus (gr.), m. I§ 24, 
2): Unter-Lehrer. — Ippodröm (gr.), m., —e) ; 
—e: bedeckter Ort zum Spazierengehn (orsch.: 
Hippodrom). — Cppogästr-algie (gr.), f.; —(eyn: 
Bauchschmerz. -icus, -isch, a.: auf den Unter- 
leib bezügl., s. Pãries. ium, n., —; -ken (I 21, 
2, n.): Unterleib. — Ogpog-äum (gr.), oon, 
-Fon, n., —# ; Zien, zein, zeen (§ 24, 2, n.]: unter- 
irdisches Gewölbe, Katakombe 2c.: Die Hrregeen. 
Gervinus Hist. 7, 437 2e. — Hopoglöf-is (gr.), 
f. [8 24, 3, -idis): Geschwulst „unter der Zunge“ 
(Frosch). us, a.: unter der Zunge, z. B.: Ner- 
rus h. c. — Inppogrammalgr., 824, 3, n., -tis]: 
Unterichrift; Inschrift am Säulenfuß 2. — Hpo- 
#nisch (gr.), a.: s. exigrnisch. — Oppokärpisch 
(qr.), a.: unterm Fruchtknoten befindlich. — 
LGopohasteri-on (gr.), n., —#; za, zen: Unter- 
satz, Untersatzgefäß. weiss Kest. 1, 876, s. Hrrekrete- 
rien. — Ippokauft-on (gr.), -um, n., —; za: 
gewölbter Raum mit Feuerherd zum Heizen drüber 
liegender Räume, in Bädern #c. Suhl 2, 130; Weiss 
Kost. 1, 12358. — Sppokor-ismo (gr.), n., S; 
-ismen [824, 3, n., tis); -ismus, m. [824, 21: 
kosender, schmeichelnder, beschönigender Ausdruck 
Sgposlasis 511 
(s. Eurbemismus). ilihon, n., —s; ka: Kose-, 
Verkleinrungswort (s. Diminutiv). — Hppo- 
hosmẽt: s. Kesmet. — Hppohras: s. Hirrekras. 
— Sppokreteri-on (gr.), n., —: zen (§ 24, 2, 
n. I: Hevokreteria, d. b. weite, flache Schusseln, äbnlich 
den Untersätzen unsrer Punschbowlen, wurden zum Auf—- 
fangen der überfließenden Flüssigk. unter die Krateren ge- 
stellt. Guhl 1, 161, s. Hrrokasterien. — Lppökr- 
isiẽ (gr.), f.: —(enn; -ifis, f. [8 24, 3, uv. J: 
Gleißnerei, Scheinbeiligf. - it: 1) m., en, (—); 
—en: Gleißner, Heuchler 2t. — 2) a.: heuchlerisch: 
Veweise der Kargbeit des U—en Bocharioten. Ausld. 38, 
10% ca c., gw.: h-isch. — Bppolpri--on (gr.), 
um, n., —; zen [8 24, 2, n. ]: Steg der Leier 
u. ähnlicher Saiteninstrumente. — Lppamis 
(gr.), f.; -(eyn: Achselböhle.— Ippomimnesk-on 
(gr.), m. . —##: önten: in der gr. Kirche ein Diener, 
der bei einem geistl. Gericht die Eingaben (Memo- 
riglien) annimmt u. überreicht. — Hopomnema, 
n., —s: —+a, —te: Memorial: Denlschrift; Prote- 
foll. -tiötes, m., uo.: uv. (s. Nols Ins. 2, 132); 
togräph, m.. —en, —s; -en: Verfasser v. Hyro= 
mnematen: Protokollführer. — Hppomöchli-on 
(gr.), -um, n., —s; -en: Dreh-, Stützvunkt des 
Hebels: auch bildl. Falmetener Or. 1, XXXVI. — 
lippomorié (gr.), f.; —e)n: ein kleiner Grad v. 
Narrheit od. Geistesstörung (Sparren). — Sppo- 
nokm (gr.), n., —e)s: -e; -a, n.)—5 ; -ta 22, 
3, n., tis!): Vermuthung, Verdacht 2c. — 
Cppophaf-is (gr.), f.; —eyn; -is, f. I§ 24, z, 
uv.): das Schlafen mit halboffnen Angen, vgl. 
Lagorbilalmie. — Ippophst (gr.), m., -en, (—5); 
—en: orakelkündender Prie#ter ꝛe. — Sppöphora 
(or.), f. [§ 24, 1): 1) s. Fistel 1. — 2) Einwand, 
Einwurf, s. Anteb. — Hppophbll-isch (gr.), a.: 
unter den Blättern wachsend. -ohärpisch, a.: mit 
hyrophyllischen Früchten. — Ippoplerik (gr.), 
f.; —eyn: s. Herapoplerie. — Igpopsalma I#gr., 
8 24, 3, n., +is]: in der Liturgie der dem Gesang 
des Geistlichen resvondierende Chorgesang, s. Dia- 
ralma. — Sppophlhmen: s. Hyrothema. — 
Inporchem (gr.), n., —eys; X+; -Sa s 23, 3, 
Mn., tis!: Tanz-, Reigen-Lied. -atisch, a.: auf 
die Hyvorcheme bezügl., dazu gehörig ꝛe. — 
Gnpörrhpfis (gr.), f. [8 24, 3, uv.]: das Herab- 
rinnen. — IOgpose- (Sgposk-)enion 2c.: s. Eri- 
skenien. — Spposori-on (gr.), n., —#: zen: Das 
H. des Sarkorhags mit der großen lorischen Juschrift. 
Augsb. 3. (14) 1937b. — Sgpospad r2c.: s. Ana- 
spad 2c. — Appöst-äe (ar.), f.; —: 1) Boden- 
satz. — 2) das zu Grunde Liegende, die Grund- 
lage, das Wesen, Substanz 2c.; bes. auch kirchl.: 
Die 3 H-n [Personen] der Dreieinigkeit; auch verall- 
gemeint: eine Person als Erscheinungsform eines 
Wesens: Wo der Hötelier zu gleicher Zeit der Kellner, 
der Hausluecht, der Koch u. der Lohnbediente ist und 
für jede dieser 1 .Hn seiner Persönlichk. eine eigene Be- 
zahlung verlangt. Gutzkow Schön. Stund. 2; Die me- 
derne H. der ewigen Jüdin mordet nicht mehr. 159. 
Sasiren, tr.: das Obj. als Hypostase, als wesent- 
liche Grundlage für Etwas dar-, hinstellen. -asis,
        <pb n="528" />
        Ippostathme 
f. [8 24, 3, uv.): Hypostase. -athme, f.; —n: 
1) Bodensatz. — 2) Grundlage, Fundament. 
älisch, a.: eine Hypostase (s. d. 2) bildend, 
wesentlich, substantiell 2c.: Ein nicht immer glück- 
liches Streben nach Festhaltung der h—en Eigenthümlich- 
leit des 40pog, so daß sich manche (Kirchen-[Väter sub- 
ordinationlstisch u. ditheistisch ausgesprochen. Theolog. 
Ouariolschr. (1867) 1, 98; Als ein angezeugter, einge- 
goßner u. eingefleischter, mit ihrei ganzen Wesen unzer- 
trennlich u. (wie es die Theologen nennen) h. vereinigter 
CEharalter. w. 31, 117 ꝛc. — Hgposthen-i&amp; s.; 
0: Mangel an Kraft (s. Astbenie). Lisch, a.: 
kraftlos ꝛe. — Dgpoflöl-on (gr.), n., —#; a: 
bedeckter Säulengang, Porticus. — Uppotaktisch 
(gr.), a.: untergeordnet, abhängig, nachfolgend 2c. 
— BSgpotenüse (gr.), f.; —n: die größte Seile 
eines rechtwinkligen Dreiecks: Der rothagereische 
Lehrsatz od. sog. Magister mathéseos, daß das H-n- 
Quadrat gleich der Summe der beiden Kathelenquarrate 
2c. — ASppoth’--erikren (gr.), tr.: Etwas h., ver- 
b., hypothekarisch verpfänden, eine Hypothek dar- 
auf aufnehmen 2c.; auch — in vermeinter Korrekt- 
heit (vgl. musi e ieren zu Musik 2c.) —: Ein Lotterie- 
Anlehen .. u. wurde dasselbe auf mehreren böhmischen 
Besitzungen des Fürsten hyrothe iert. Nat.3. 21, 323. 
-eh, f.; —en: Pfandverschreibung auf unbeweg- 
liche Güter zur Sichrung des Glänbigers; das da- 
mit verbundne Pfandrecht; die Anleihe auf solche 
Verschreibung 2c.: Geld auf H-en leihen; Es stehen 
auf diesem Haus 1000 Thaler zur ersten u. 1500 
Thaler zur 2ten H.; er will noch Geld zur dritten H. — 
od.: eine dritte H. — ausnehmen; Eine H. eintragen 
lassen, löschen 2c.; H-en-Assekuranz (s. d.): 
Banken, Geld auf H-en gebend;-Bebörde; 
Buch, obrigkeitlich geführtes Buch über die auf 
Grundstücke hypothekarisch eingetragnen Ford- 
rungen; Gläubiger (s. Ingrossarius 2c.);-Ord- 
nung; Schein; -Schuldlner); Versich- 
rung, Assekuraz;= Wesen 2c.; General-; 
Srecial-H., s. das Folg. # s. [8 24, 11: 
Hypothek: Süb h. bonörum, unter Verpfändung 
der Güter; H. conventionälis, vertragsmäßige H.; 
II. generälis, allgemeine H., Verpfindung des Ge- 
sammtvermögens, Ggstz speeiälis; II. jadiciälis, 
gerichtliche H. ; H. legälis, die nach dem Gesetz v. 
selbst eintritt, od. täcina, stillschweigende ꝛe. ekür, 
m., —(e)s; —e: hyrothekarischer Gläubiger. 
-ekärisch, a.: auf eine Hypothek gegründet, be- 
züglich ꝛe. -’arius, a.: hypothekarisch; m. 
18 24, 21: Hypothekar. ke, f.; —: 1) Hypo-= 
thek. — 2) Ermahnung, ermahnendes Gedicht: 
Paränese (s. d.) od. H. Uosenkronz Pocs. Gsch. 160. 
kieren: s. hypothecieren. — Upgpothema (gr.), 
n., —; -ta 18 21, 3, n., -tis]: Untersatz: Das 
Rhyton wurde behufs seiner Füllung auf einen Unter- 
saß (onchy##a, vozzbnn, M006 gestellt. 
Cuhl 1, 165, vgl.: Die Rhyta. .. Für sie auch beson- 
dere Untersätze od. H-t wohl nur Drckf.: Hypode= 
matal. Weiss Kost. 1, 880, vgl. Hypekreterion 2c. — 
Igpolhenar (gr., §8 24, 3, n.,-Snaris: der an= u. 
abziehnde Muskel des kleinen Fingers. — Oppöth-— 
512 
Hosflerolith 
ẽse (gr.), f.; —: ein angenommner Fall od. Satz; 
eine Annahme; Voraussetzung, v. der man aus- 
geht z. B. bei mathem. Beweisen (vgl. Thesis), 
nam. auch zur Erklärung v. Phänomenen r2c. 
üller Pb. 1, 3; 5. Natb. 4, 2 2c.; vrkl.: Ein er- 
grübeltes Systemchen ek. Horotheschen. Heine Reis. 
1, 103 2.; Unsere allzeit fertige HS-n. Krämer. sintew 
558; Lorsler Br. 1, 299; H-n Krämerei ctc. 
.eiren, tr., auch o. Obj.: eine — od.: Etwas 
als eine — Hypothese aufstellen. esis, f. [8 21, 
3, uo. ): Hypothese: Ex hyrpothesi, der Voraus= 
setzung gemaß; In hypöthesi, in Anwendung auf 
den vorliegenden Fall. -etisch, a.: auf einer 
Hypothese beruhm: Die Anwendung seines b—en 
Aperçus durch die Erfahrung durchzuführen. G. 3 
234 . -rion, n., —#; -zeta: etwas Hyrothetisches, 
eine Annahme. — H#ppotrachkli-on (gr.), um, 
n., —s; zen [824, 2, n. ): Hals des Säulenknaufs. 
Guhl 1, 8; Weils Kost. 1, 822. — Bypotrimma 
lgr., § 24, 3, n. . -tis]: eine pikante Brühe, 
Tunke 2c. — ppoölr-opr (gr.), f.; n; 
-opiäsmus, m. 1§9 24, 2): Krankheitsrückfall. 
ôpisch, a.: v. Krankheiten 2c., leicht wiederkeh= 
rend. — HSppotppös-e (gr.), f.; —; eis, l. 
[/&amp; 24, 3, uv.]: Veranschaulichung; veranschau- 
lichende Darstellung 2c.; kurzer Abriß. — np- 
orßd (gr.), n., —ey; —e: Suboryd (I. d. u. 
Oret). — GUgpozeüris (gr.), s. [8 24, 3. uv. 1: 
eine Periode, in der jedes einzelne Glied sein eig- 
nes Verbum hat. — Hppozoisch (gr.), a.: unter 
den paläozoischen (s. d.) Gebilden liegend. — 
Lopozoma (gr., § 24, 3, n., Ais): starkes Tau, 
womit der Bauch des Schiffs untergürtet wurde, 
um das Auseinanderfallen der Planken zu verhüten. 
Guhl 1, 288. — Uppf-elolög (gr.), m., —en, —; 
—en: Großsprecher, Prahler. Dazu: Hlie, (.: 
b-isch, a. -istar ser,mG S : eine Sekte des ilen 
Jahrh. ologie, s.; (-en): Lehre vom Erhabnen: 
Hyrsolögisch, a.: darauf bezuglich. Sma 
Is 21, 3, n., -tis]: Erhabenheit. ometrik, f.; 
—eyn: Höhenmessung. - ometrisch, a.: auf Hypso-= 
metrie bezügl., dazu gehörig 2c. -ophönisch, a.: 
hoch-, lantstimmig. os, n., uv.; 0: Erhabenheit. 
Ohr-akotherium, n., —; ken [8 24, 2, n. J: 
ein fossiles schweineartiges Thier. Burmeiser Esch. 
531. -ax, m. s8 24, 3, aeis]: Klippendachs. 
535. — Hüörna (skand.), f.; —#: Art Bartart. 
Weiss Kost. 2, 430. 
Unlon: s. Haisan. — Dösop: s. Isepr. — 
Chll-era (gr.), f. I§ 21, 11: Bärmutter: Nach- 
geburt. „Teralgia, f. [824, 11; -eralgiss (.; 
eyn: Bärmutterweh. erergie, s.; —teyn: 
Nachwirkung, v. Heilmitteln 2c. —erik, f.; (en): 
eine der Hyprochondrie der Minner entsrrechende 
Krankheit der Franen. rik, f.; (ken): Hyslerie. 
Suling 1, 36. krisch, a.: an Hyslerie leidend, 
darin begründet 2c., s. Clavus. ertis, f. § 21, 
3, uv.): Bärmutterentzündung. crockle, s.; 
—nü : Bärmutter-Bruch. -erodg#nic, s.; +eyn: Hy- 
steralgie. -erogen, a.: sräter entstanden, Ggitz son- 
genetisch. -erolith, m., —en, —(e)8; -e#n): Die Hing-
        <pb n="529" />
        Hysterolithiasts 
kracken, Terebrãtula. .. Es giebt eine große Menge 
versteinerter Gattungen, welche unter dem Namen H-en 
bekannt sind. Oktn 5, 504; 1, 757 (s. Sririferen). 
„erolithĩasis, f. [§ 24, 3, uv.): Steinbildung in 
der Bärmutter. #rôg, m., —-en, —s; -en: (s. 
Deuterolog) Schauspieler, dem die letzte Rolle zu- 
fällt. -erologis, fk.: —(ehn: 1) Rolle des Hystero= 
logen. — 2) — Hoesteron-Proteron. -eromaniẽ, 
f.; (en): Furor (s. d.) uterinns. eromöchlicn, 
n., —s; ken: Art geburtsbilfliches Instrument 
(Hebel). -eron, n., —s; zera: das Spätre, Nach- 
folgende; Nachgeburt: H.-Vröteron, n.. das 
„Hinten-vorn“, eine Umkehrung der natürlichen 
Reihenfolge, bes. als rednerische Figur, vgl.: Pri- 
rosterität u.: Was der Prosa ein unverzeibliches Hinterst- 
zuvörderst wäre, ist dem wahren roetischen Sinne Norb- 
wendigk. 2c. G. 32, 158; 39, 246 c. „ eropathie, f.; 
(eyn: 1) Hysteralgie, bes.: Hysterie. — 2) Deutero-= 
Jatromechanik 513 
pathie. -erophör, m., —(e)s; —e: Gebärmutter- 
träger. -cropläsma, n., —;: mens824, 3, n., tisl: 
plastische Nachbiltung der Gebärmutter, nam. zur 
Veranschaulichung ihrer Verändrung in den versch. 
Starien der Schwangerschaft. -eropôtmus, m. 
[8 24, 21: ein Tortgeglaubter, der wierer ins 
Leben tritt, — sei es ein Scheintoedter od. ein Ver- 
schollner. -eropröton, n. —; —: Hysieron= 
proteren. -eroptõsis, f. (&amp;§ 21, 3, uv. I: Proläpsus 
(. d. ) üteri. - crofkopke, f.; —eyn: Untersuchung 
der Gebärmutter mittels des Gebärmuttersviegels. 
erolom, m., —eys; —#: das Messer zur Heie, 
dem sog. Kaiserschnitt, vgl.: H-otok#iEC. f.. Geburt 
mittels des Kaiserschnitts. — Opflricta# (gr.), 
f. [824, 3, uo.); -icismus, m. s8 21, 21: 
Stachelschwein-Aussatz. -ix, f. [8 24, 3, icis]: 
Stachelschwein. 
J 
I. J-), der 3te Vokal u. ote Buchst. (wie der 
Konsonant j der 10te). Als Zahlbuchst. in den 
s. g. röm. Zahlen = 1 (s. C 3). Als Abkürzung 
z. B. I. — Jod; i. = in; ib., ibid. -ibidem; 
I. C. — Jesus Chrfstus; Jülins Cisar, ICtus — 
Jurisconsiltus; id. — idem; i. e. — id Sst; J. 
H. S., s. Zesus; III. — illistris; auch: der Staat 
Illinois (in Nordamerika); Imp. — Imperätor; 
Impsrium; Imperativus; Impter)f., Imperfectlum); 
Impr. — imprimätur; incl(us). — inclusive; 
I. N. D. — in nömine def; Ind. = Indicfati- 
vus), auch: der Staat Indiana (in Nordamerika); 
inf. — lnfini-irus; = infünde (l. d.); = infüsum; 
I. N. I. — in nömiue Jesu; I. N. R. I. — Jsus Na- 
zarénus Rex Judæõrum (s. Joh. 19, 19, vgl.: In 
Dresden hatte ein Gelehrter den Einfall, die Uber- 
schrift des Kreuzes Cbrisi: I. N. R. J., auf Nareleon 
gereutet: Imperätor Napoleon Rex Itäliz an seinem 
Hause anzubringen. Scherr Bl. 2, 261; auch, als 
Losung der Carbenari — s. d. —: Justum necäre 
rẽges Iiälik, recht ist's, Italiens Könige zu tödten); 
inst. — (ménsis) instäntis; inv. = invönit; i. P. 
— in persöna; i. q. = idlem) qucd; Ir. = Iri- 
dinm; it. = ĩtem; I. u. C. — Jüris utriüsque 
Candidätus; I. u. D. — Jüris utriüsque Döctor. — 
II. J (lat.): geh!, z. B.: I ad gracom Piĩ 
(I. d.), geh zum Galgen c. — III. J (it.): 
s. II 2. — IV. Jr j. Mayn. 
Jägoo (tschivrew. jäge), m., —s; 0: Prah- 
ler, Fabler. Ffreiligrath H. 44: 314. — Jakchos 
(gr. iächos), m., uv.; 0; Jacchus (düchus), m. 
[8 24, 2): Beiname des Bacchus. namter Meth. 
) J. i (Vokal), verschieden von Z, j (Konsonant), 
s. diesen als nächstfolgenden Buchstaben; s. ferner auch Y. 
Sanders, Fremrwörterbuch. 
120. — Jälem-os (gr.), us, m., uv.; zen 
[S 24, 21: Trauerlied: Die Jalemen. Hagedorn 3, 
274; w. Luc. 6. 5. — Jamalologie (gr.), k.; 
e)n: Heilmittellehre, ĩ. Pbarmakologie 2c. — 
Jambt#e.: s. Jamb 2c. — Janth-in (gr.), -ĩnus, 
a.: „veilchen farb“, violett, auch: Den „Janthin= 
Purrur. Weils Kost. 1, 9138: Jantbinpurpurwolle. ebd. 
— Jao, s. Sebevab. — Japelus (gr. Mytb.), 
m., uv.; 0 [§ 21, 21: ein Titane, Vater des Atlas 
(v. Ov. 1, 237) u. bes. des Prometheus (7) u. 
Erimetheus, vgl.: Zenen Strahl,] den Zapet's 
Sohn [Promerbeus] am Quell des Lichtes sabl. W. 11, 
151. — Jäson (gr. Myth.), m., —s: 0: An- 
führer der Argonauten (s. d.): Mit dem Helr J. die 
Helren. V. Ov. 2, 5; 285 c. — Jalr -alipttgr.), m., 
en, (—); —en; -alipta, m. (S 214, 11: Heilgebitfen, 
iatraliptæ genannt, welche vorzugsweise die Einreibungen 
bei den Patienten vorzunehmen batten. Guhl 2, 296. 
aliptik, f.; (-en): Kunst u. Thätigk. der Jatra- 
liprten. -archĩt, f.; 0: ärztliche Gewalt. eia, 
f.; 0: Jatrie. = eusiologik, f.; (—en): Heilkunde. 
külis, f. [S 24, 3, uv. ]; ic, f.; -(eyn: ärzt- 
liche Thätigk. u. Kunst (Arzung, s. f. 5, 305). -isch, 
a.: ärztlich. -ochemis, f.; (-en): Chemie in 
Bezug u. Anwenrung auf Heilkunde (vgl. Che- 
miatrie). Dazu: Jatrochemiker, m.; eisch, a. 
Sognömik, f.; (-en): s. Diagnosiik. Dazu: J—er, 
m.; iatrogn ömisch, a. Jokosmologie, f.; 
(-en): Kosmologie in Bezug auf Heilkunde. 
DKul. 17, 1, 84. ologis, f.; (ken): Lehre v. der 
Heilkunde. -omant, m.,en, — ; —en: Wahrsager 
auf ärztl. Gebiet. Dazu: J-ikT, f.; #isch, a. 
Somathematik, -omechänik, f.; 0: Anwendung 
der Mechanik auf den wie ein Mechanismus auf- 
gefaßten Organismus des menschl. (od. thierischen) 
Körpers. Dazu: JSer, danach verfahrender Aczt; 
33
        <pb n="530" />
        514 Jalrophypsik 
tatro- mathemätisch, „amech önisch, a. 
Jophnlik (——.—), f.; Cen): Naturlehre in An- 
wendung auf Heilkunde. Dazu: Jer, m.; 
iatropbösisch, a. -os, m., uv.; oi: Arzt. 
Tosophist, m., —en, —6; -en: thecretischer Arzt: 
Jisch, a. Cokéchnih, f.; 0: praktische Heilkunst; 
bes. Wundarzneikunst: Jer, m.; iatrotech- 
nisch, a. 
Ibamelära, f.; —: s. Acaia. — Iber-er 
(gr. 2c.), m., —#; uv.: Bewohner Iberkens. Zia, 
f. [18 24 1); -en, n., —; 0: die pyrenaische 
Halbinsel. -is, f. [8 24, 3, uv.]): eine Pfl., 
Bauernseuf, Steinkresse. isch, a.: zu Iberien 
gehörig, daher stammend 2c. — Ibidem (lat.), 
adv.: ebendalselbst), — bes. bei Citaten. — Ibi- 
lität (lat.), f.; —en: eig. bloße Endsilbe, die 
Möglichk. bezeichnend (vgl. Possibilität c.), danach 
v. G. zum selbständigen Wort erhoben (wie die 
deutsche Ends. Keit): Daß wir sogleich zu den J-en, 
zu den Keiten geführt werden. G. 38, 15; 16; Bis 
zuletzt Newton mit seinen J-en hervortritt. 39, 182 2c. 
Ibis, (gr.), m., uv., -ses; uv. (Ohen 7, 531 2c.), 
s# (Garlenl. 15, 65 1b rc.); reiher-, storchartige Vo- 
gel, bei den alten Agyptern als heilig verehrt (s. 
Abu-Hanne; Thot). — Ibka (-türk.): J. Fermäni, 
Bestätigungs-Ferman. Hammer 10. 349. — Iblls, 
m.: bei den Drusen, Bez. des Teufels. Vetermann 
Or. 1, 146. — Ibn: s. Ben 1. — Iböga, f.; —6: 
Als Aphrorisiacum hat hier lam Gabon] der Schwarze 
die Wurzel der J. (Tabérna ventricösa). Globus 9, 
199b. — Ibrahim (ar.), m.: männl. Name; s. 
auch Rouget. —, Ibrikh (türk.): Gießkanne: I. 
ghulami (s. d.). -dar, m., —S; —s: Gießkannen= 
halter: J.-Aga, des Sultans 2c. 
Ichn-hümon (gr.), m., n., —#; s (EPrehm Hab. 
4 ic.), —e (Ohen 7, 1531 kc.): Art Schleichkatzen, 
llerpéstes, bes. die bei den alten Agyptern als hei- 
lig verehrte H. fasciätus (Zebra-Mangusta; Mudjid- 
jella; Gotme; Pharaonsratte; Nems rc., vgl. Bvjv); 
ferner — Schlupfwespe, vgl.: Buckel= od. I-s-Ble- 
nen. Oken 5, 977 2c. Jognomik, f.; 0: Kunst, 
die Spuren aufzusuchen. -ograph, m., en, 
(56); —en: Grundrißzeichner. Dazu: 3—ir, f.; 
i-isch, a. — Ichoglan: s. Itsch 2c. — Ichor 
(gr.), m., —#; 0; bei Homer sItias 5, 340] das 
Blut der v. Ambrosia u. Nektar lebenden Götter; 
auch: Die Muschel . giebt ihren J. von sich. Das 
weiße Blut. Jacobs Philostr. 317 rc. u. (Arzn.) 
Blutwasser; Jauche. -õös, a.: jauchig, verjaucht. 
— Ichth-na (gr.), f. [8 21, 1): Fischhaut, zum 
Polieren dienend. -dium, n., —: ken F 24, 
2, n.): Art Jufusorien, Wimperfischlein. Oen 
5, 15. -neläum 1821, 2, n.]: Fischthran. -pit, 
m., -en, - ; eln): hohler Fischstein. -nocentaur, 
m., —en, —§; S-en: Art Triton (s. d.) vorn mit 
Pferdesüßen (vgl. Centaur), auch: Jous (821, 21. 
„- Vodere, f.; —: Knorpelfisch (Chondrakintbns). 
-Lodönten, pl.: fossile Fischzihne. -podorulilh, m., 
—en, —e)s;eln): fossile Flossenstachel. Onen 1,718; 
Ida 
Burmeister Gsch. 160 lchthyodorylithes. 459). 
„ꝑnoglösse, f.; —n: fischzungenähnl. Versteinrung. 
TDogräph, m., —en, (—s); —en: Ichthyelog: 
I-iẽ, f.; i-isch. a. Jokölla, f. /&amp; 24, 1): Fisch- 
leim, Hausenblase. - olith, m.. —en, —e); -e, 
en: fossile Fischreste (Ichtbo#)polög, m., en, 
Cs); —en: Einer, der sich mit der Naturgeschichte 
der Fische beschiftigt: 3i#e, f.; i-isch, a. 
- Lomant, m., -en, —; —en: Einer, der aus Fischen 
wahrsagt: JSie, f.; i-isch, a. -Lomörph: 1) 
a.: fisch-gestaltig. -förmig, auch: J-isch. — 2) 
m., —(e); —e: Stein mit Fischabdrücken Ichtbrotr- 
pelith), auch: J-it, m., —e)s; —e. -ophäg, m., 
en, (—); —en: „Fischesser“, Einer, der sich haupt- 
sächl. v. Fischen nährt, z. B. als Name einer 
äthiop. Völkerschaft. Heeren, 2, 358; In diesem von 
aller menschl. Kultur abgeschnittenen Dorfe der J#en 
lauf Rügenl. Spielhagen Pr. 3, 109; 113; W. 22, 
3591 2:c.: JSie, k., das Leben als J.: J—isch, a. 
-#ophthalm, m., —e)s; -i: „Fischange“ - 
Avorhollit (s. d.). -nosarkulĩt, m.t, —en; -en: 
eine Gatt. Hippuriten. -nofar, m., —#3n: en: 
„Fischeidechse", eine Gatt. der Enaliosauren (s. d.), 
nah verwandt den gw. benachbart gefundnen 
Plesiosauren, — auch: J###, m., —;; ur.; Ius, 
m. I§ 24, 21. Dazu: [ocöpros, m. I/§ 21, 21: 
sossile Kothballen (Koprolitben, s. d.) des J-en. 
-Nöse, ôölis, f.; 0: Fischschurpenaussatz. 
Ausld. 39, 724b c. -Noskopus, m. I§ 24, 21: 
s. Thynnostorus. - Vospondplit, m., —en; Sen: 
Grätenversteinrung. -potheologtts, f.; 0: Er- 
kenntnis Gottes aus der Ichthyologie (s. Bronto- 
theologie). -Votöm, m., —en, —; —#n: Anatom, 
in Bezug auf Fische: J—ie, f.; i#iisch, a. 
otppolith, m., —en, —e)ys; -e#n): s. Ichthyo- 
morph 2 u. Tovolith. -#: s. Zesus. - Ht, m., Sen, 
—8; -eln): Ichthyolith. — Ichu (aschu), n., —; 
0: Mit kurzem bräunlichgrünem Grase, J., ünd die 
Punas ( . d. ] bedeckt. Ausld. 39, 1206a; Als Dach- 
bedeckung verwandte man Dchu, das lange Gras, wel- 
ches im Gebirge [Peru's] wächst. Globus 4, 195a. — 
Ici (irz. ißf), adr.: hier, — im Gstz zu la (s. d. 
3, vgl. ei; voici): Du siehst mehrere Tbüren mit 0 be- 
malt oder zur Abwechslung mit i. lzur Bez. des Ab- 
tritts). Hachländer Erl. 1, 129. — Jeica (nlat.), 
f. I/§ 21, 11: ein Geschlecht amerikanischer Harz- 
bäume. Oen 3, 1761 ff.; Der brasilische (I. am- 
brostaca, Icicariba). .. Ans der geritzten Rinde 
stießt Harz, welches .. J. od. Almeccgam (Mahir) 
heißt u. gegen Wunden statt Elemi gebraucht, auch unter 
dem Namen brasilianisches od. westindisches Elemi 2c. 
1762. — Icze (ungr.), m., —; —: ein Hohl- 
maß, s. Meszely. 
Id (lat.), n. zu is (s. d.) — Dies, Das, 
z. B.: Id Est (i. e.), Das ist, Das heißt; ld quöl 
(i. q.), Daslselbe), was c. — Id-a: 4) (gr.), 
m., —s; 0: Name v. Gebirgen, z. B. in Kreta, 
bei Troja 2c. — 2) k.: weibl. Name. — 3) (nord. 
Myth.): Iravöller (J.-Fel) beißt das Para- 
dies der Götter 2c. Simtock Moth. 175; 113; 52 2c.
        <pb n="531" />
        Idüisch 
-ãisch, a.: zum Ida (s. d. 1) gehoͤrig, darauf be- 
zugl., dorther stammend 2c.: Die i-e Mutter, Ce- 
bele (s. d.). Ramler Myth. 4; Die i-en Daktelen 
(s. d.). — Idäl-ia, f.; —s#,#ens; 0: tie ida- 
lische Göttin, Venus. namler Moth. 61; w. 25, 
223 2c. -isch, a.: zu Iralium (Stadt u. Vor- 
gebirge auf Cypern, der Liebesgöttin geweiht) ge- 
hörig, dorther stammend 2c.: Den Bezirk zu lau- 
ter i-en Hainen umgeschaffen. 16, 1262e. — Nca 
(gr.-lat.), f. [/§ 24. 1): Idee, s. d. u. Firidee. 
räl: 1) a.: in der Iree — od.: nur in der 
Idte vorhanden; die der Idee v. Etwas gemäße 
Vollkommenheit darstellend, s. 2; 3, vgl. intelli- 
gibel 2. — 2) n., e)s; —#e: das Je (s. 1): 
Lana (1 1687) scheint der Erfinder des Wortes J. zu 
sein, ob er gleich nicht will, daß der Maler nach dem 
J.e malen soll. sondern nach der Natur. k. 11, 326; 
Was die J-e im Innern sind, Vorbilrer nicht zum 
Nachahmen, sondern zum Nachstreben. G. 17, 292; 
Ein J. von Schönbeit 2c.; Vogt Finsterling's Bauern-= 
J. [der vollkommne Bauer nach des Vogts Sdee, 
das Vorbild eines Bauernl. ferner 138; Seine 
Frauen-Je hatte er unter den Pariser Lauretten ge- 
funden. BVodenkedt E. 1, 211; Da der Reichsmünzfuß 
das sächsische Gelr- S. rertrang. Die Sachsen hanen 
keine klingenden Münzen, sondern idealische. Köler Osn. 
1, 258; Partei-J. Grenzb. 26, 4, 120; Dem chine- 
sischen Vietäts-J. gemäß. osenkranz Poef.Gsch. 745; 
Schönheits-J.; Lebendige Schönheit, nicht bunte 
Seifenblasen = Je lhohle, ohne Wesenheit!. 
C. 32, 35 2c. — 3) (s. 1; 2) als Bstw. z. B.: 
J.-Geld, i-es, nicht reales; bloßes Rechnungs-, 
nicht gevrägtes Geld; J.= Lanrschaftsmalerei 
(Gastz: Prosrektmalerei). Stahr It. 2, 459; Metternich's 
Schlaubeit siegteröllig über den preußischen J.-Politiker. 
DAMus. 17, 1, 153, dem in der Politik i—e Zwecke ver- 
schweben 2c.; 3.-Recht, im Ggitz zum vositiven 
Recht #2c.; Auf dem bretternen Gerüst der Seene wird eine 
J.-Weltaufgethan. Sch. 100 ; J. Werrhte. rälisch, 
a.: ideal: Eine Bitterkeit gegen die unsi-e Welt. 
Sch. 102a; Die un-i-e Schönbeit. W. 3, 86. 
„ealisiẽren, tr., auch c. Obj.: idealisch darstellen: 
Sbakesreare idealisiert nirgend willkürlich, denn er hat 
eine höhere Irealität in den Geschicken erkannt u. deutet 
nur die gebeimnisvelle Hieroglexhenschrift. Sichendorff 
Gsch. Dr. 68 2c.; Jede Gegend irealisierte er zum Pa- 
raries. Stilling 2, 83; fSchlegel GR. 206 rc. (rgl. 
als Ggstz materialisieren); Zsstzg., z. B.: Der Dich- 
ter hat die Nibelungen ent idealisiert. DMus. 17, 1, 
270 sdes Idealen entkleidet! 2c.; Der Schweber, 
Idealisierer, verschwebt, verirealisiert jeden Zug. 
Kufäus Ph. 2, 200, verschönt i-# (vgl.: Was der 
Liebe Blick verideält. Jaggelen 4, 161); Ver- 
irealisierung. Heint Lut. 2, 256 2c.; Ugw.: Die 
veridealisierte lin ihre Idee vertiefte] Königin. Musãus 
M. 1, 138 2c. -ealismus, m., uv., (ses); (se, 
ismen): die Lehre, daß das Ireal, das Ursprüng- 
liche u. Wesenhafte, die Dinge außer uns aber nur 
etwas Abgeleitetes od. auch bloße Vorstellungen 
sind (vgl. Intellektualismus); das Streben nach dem 
Idealen, s. Hyper-J. list, m.t, —en, (—#); -en: 
Idee 515 
Anbänger des Itealismus: I-isch, a., darauf 
bezüuglich, ihm gemäß. alität, f.; -en: ideale 
Vellkemmenheit. k, f.; +eyn: (Philos.) eine 
v. der Vernunft (als dem Vermögen, Vollkomm-= 
nes zu denken) bloß aus ihr selbst geschörfte u. in 
der unmittelbaren Nöthigung der Vernunft die 
Gewähr ihrer Wahrheit tragende Vorstellung: Die 
J. ist ein selbständiger, in sich lebenriger u. die Materie 
belebender Gedanke. LTichte 7, 55; 69; 317 kr.; Die J. 
ist ewig u. einzig; daß wir auch den Plural brauchen, 
ist nicht woblgerhan. Alles, was wir gewahr werden u. 
wovon wir reden können, sind nur Manifestationen der 
J. 2c. G. 3, 202; 187; 266; 39, 18 rc.; Das sollen 
nun I-n# beißen u. sind nicht einmal Begriffe. Zelt. 1, 
231; Kant phRel. 1; Was Platon's J.u betrifft, so 
gestehe ich . daß ich mir keine J. [I. u.] von ihnen zu 
machen weiß. w. 24, 214 2c.; Fire (s. d. 1] J., 
eine der Seele unaufhörlich vorschwebende, Ge- 
müth u. Willen beberrschende selbstgebildete Vor- 
siellung, nam. eines Geisteskranken, doch auch ohne 
solchen Nbnsinn (s. u.: Fir-J.). Ferner in der gw. 
Srr. — Begriff, gedankliche Vorstellung: Keine J. 
von Etwas haben 2c.; Absicht, Beabsichtigtes; auch 
im Gstz des wirklich Ausgeführten, Einfall, 
Laune 2c.: Er batte die J., auszuwandern; es ist aber 
bei der bloßen J. geblieben; Wie kommst du auf die 
J. ? 1c.; auch: Sie sollten sich über einen Grunrriß ver- 
einigen, an dem jedes dieser Mitglieder des Bauamis 
sein eignes J-Achen gern angebracht hätte. Gutzkow Bl. 
1, 117 2c.; ferner zur Bez. einer geringen, eben 
mur noch merklichen Srur v. Etwas: Sint in dem 
Gebäck auch birtre Mandeln?" Nur eine J.; Keine J. 2 
— durchaus nicht 2c. Zsstzg. z. B.: Da der mothe- 
logische Punkt, wo Prometbeus auftritt, mir immer 
gegenwärtig u. zur belebten Fix---J. geworden. G. 27, 
247, vgl.: Wer kennt nicht die Gewalt einer Lieb- 
lings--J., einer Idea flK? 32, 70 2c.; Die eigent- 
lichen Gesrenster-, Heren= und Teufels-3—-n 
scheinen mehr den nordischen Gegenden eigen zu sein. 
24, 308; Alle Neben= Jn, die durch das stärkre Licht 
der Haurt-J-n in dem r. der Theilnehmung beherrsch- 
ten Geist verdunkelt werren, muß der lhrische Dichter 
verschweigen. Kendelslohn 4, 1, 31; Lieblings--J. 
w. 29. 279; Diese Verschlingung aller zwischenliegen- 
den u. verbindenden Mittel-I-u. Engel 11, 159; 
Die ersie dunkle Total-J. seines Werks. Södeke Gr. 
943:; Die ewigen Ur-J-n alles Denkbaren. WHumboldt 
1, 23; Eine Vernunft-J. Kantl 1, 215; In den herr- 
schenden rolitischen Velks-I-n. Heren 2, 639; Alle 
Götter nannte er in diesem Sinn nur die Vor-J-n zu 
einem ihnen entsrrechenden höbern Jenseits. Gutzkow 
Schön. Stund. 90; Die Einheit der Welt-Z. zu be- 
weisen. Kag. d. Ausld. 36, 564b 2c.; Als Bstw. 
z. B.: I-n-- (od. Geranken-) Asseeiation ((. d.), 
.Kette, -Verbindung, - Verknürfung te.; 
Gang (Eutztom N. , 287), „Reihe; -haltig, 
FGreich; In dem alten J-n-Kreise stecken zu bleiben. 
#eißner Schw. 3, 30; Daß er sie hier, im wahren 
I-n-Lande verkörpert sah. w. 15, 46 :c.; Seine 
[Plate's!] I-n-Welr scheint mir ein gewaltiges Hirn- 
gespenst. 24, 202; Während Oken seine neuen Jn- 
33“
        <pb n="532" />
        516 Idee(e)nhast 
Welten entdeckte. Heine 5, 262; G. 27, 479; Sch. 
1110b; 1202a ic. Eéeynhaft, a.: in der Weise 
v. Ideen, ideenhaltig 2c. %l, a.: ideal; auch 
— ideographisch (s. d.): Die i-#e Bedentung der 
Bildzeichen. Humboldi K. 2, 161. — Idem (lat.): 
der-, das-selbe: I. (s. id) qucd; l. pér i., Das- 
selbe durch dieselben Worte ausgedrückt. ifl, m., 
—en, —6; —en: Jabruder. piralion, f.; 
0: Gleichgesinntheit. — Iden, pl.: im altröm. 
Kalender der 13te (im März, Mai, Juli, Oktober 
der 15te) Tag des Monats (lat. ĩdus): Die J. des 
Märzen. Heine NGd. 257, als Tag der Ermordung 
Cäsar's. — Idenl-isieferen (nlat.), tr.: als iden- 
tisch ansehn od. darstellen. isihatiön, f.; Sen: 
Identificierung. -igraphĩẽ, f.; 0: Sdentität in 
Bezug auf die Handschrift: Wenn die J. beider 
Schriftstücke sich nachwelsen lässt, daß beide von ein und 
derselben Hand geschrieben lidentigräphlschl sind. 
Zisch, a.: ein u. dasselbe, einerlei seind: Dieser 
Ausdruck ist jenem (od. mit jenem) fast i. 2c.; Je 
Gleichung, wo auf beiden Seiten des Gleichzeichens 
Dasselbe steht 2c. -ismus, m., uv. ; 0: Identitäts- 
system. -ität, f.; 0: das Identischsein (s. Einer- 
leiheit, Nämlichleit, Selbstheit, Dasselbigkeit 2c. Ss.), 
Wesens-Einhelt od. -Ubereinstimmung, Unnnter- 
schiedenheit: J-#s-Philosophie,-System, philo- 
sophisches System, das die J. alles Seinden be- 
hauptei — od.: die J. des denkenden Subjekts u. 
des gedachten Objekts in der Unendlichk. — Idco- 
grämm (gr.), n., —(e)s; —e: ideographisches 
Zeichen. Zeiischr. f. Slenogr. 16, 56. -gräph, m., 
—en, (—8); -en: Jemand, der — u. sofern 
er — zur Schrift nicht Laut-, sondern Begriffs- 
Zeichen verwendet. Dazu: 3—i#, k., der- 
arlige Schrift: Spuren dieser Begriffsschrift (J.). 
Globus 6, 109a 2c.; J#Sik, f., die Kunst, so zu 
schreiben; J— (sch, a., zur J-ik gehörig, ihr ge- 
mäß, z. B.: Allgemein bekannte (Fische Zeichen sind 
unsre Zissern zur Bez. v. Zahlbegriffen; Die chincsische 
Schrift ist eine i-e 2c.; In i-en Zeichen. Ausld. 39, 
919a; Der Wahn, diese Zeichner seien rein symbolischer 
od. [—er Natur. Globus 9, 21laà; Moag. d. Auslb. 34, 
32 7b 2c. -krat, m., —en, (—6); -en: Jemand, 
der — u. sofern er — die Herrschaft der Vernunft- 
begriffe (die I-iẽ) vertritt: Jisch, a., der Jlie 
gemäß; J-ismus, m., i-isches Streben. -lög, 
m., en, (—s); —-en: Metaphysiker (s. d.); auch, 
sofern die Jdeen als Ggstz des Realen aufgefasst 
werden u. ihnen die Wesenheit abgesprochen wird 
(s. Gedanke 4. Ss.) = Aerobat (s. d. 2), z. B.: 
Zum Träumer od., wie Napoleon zu sagen pflegte, zum 
JI-en. Harimann Letzte T. 207; Mit J-en in Dunst u. 
Nebel umherzutanmeln. mügge Rom. 3, 4, 58; Ihr 
seid Theoretiker, Metaphysiker, J-en, ltoplsten, Prin- 
zipienmänner. Uoback Bastiat 3 2c.; Als J-in. Gutz- 
Kow Schön. Stund. 260; auch a.: Die i-en Gelehrten. 
Kohl Pet. 2, 314 rc., gw.: (sch; ferner: 3—ie, (., 
Metaphysik (s. d.); Wesen, Treiben eines J-en. G. 3, 
242 c. — Idije (türk.), f.; -s: Festgebühr. hammer 
10, 349. — Idi-ochiron (gr.), n., —#; ra; eigen- 
händige Schrift od. Unterschrift. -ocpklophänisch, 
Idiotism 
a.: die s. g. Cirkularpolarisationserscheinungen 
des Lichts darbietend ꝛe.: J##e Krhstalle. Dovt Rev. 
2, LXXI. -oeléhtrisch, a.: s. anelektrlsch. Jogräph, 
n., -(e)s; —e: Idiochiron (auch: Iviögraphon, 
n., -s; pha, vgl. Autograpxh): Jisch, eigenhän- 
dig ge= od. unterschrieben. ogpniké, f.; 0: das 
Gesondertsein der weibl. Blüthen. Dazu: Idio- 
gönisch, vgl. diöcisch. Jokräsis, f. [8 21, 3, 
uv. : die — nach der Annahme auf der Säfte- 
mischung beruhnde — Eigenthnmlichkeit eines In= 
dividuums. Dazu: Iviokrätisch, à., darauf be- 
züglich rc. -ohtonke, f.; (-en): Selbstmord (vgl. 
Autophonie): Idioktönisch, a. Colatrié, t.; 
Cen): Selbstanbetung. Dazu: Idiolätrisch, a. 
öm, n. (m.), -(e)s; -e: die einem Kreise eigen- 
tbümliche Sprechart (vgl. Dialekt): In jenem frem- 
den J., der meine Seele so bewegte. Nodenberg Ins. 
Heil. 2, 10; Das schweizerische (od. Schwelzer--) 
J. 2c.; Dies baobylenische (s. d.) J. G. 22, 38; Es 
entsteht lunter Zusammenlebenden] eine Art Ganner- 
J., welches 2c. 309 (vgl. Jargon); Entstanden aus 
dem Romanzo, jenem Misch= J. 2c. DMus. 15. 2, 239. 
ôoma, u., —#; -ta [S 24, 3, u., -tis]: Eigenheit, 
besondre Eigenthümlichkeit, z. B. (kirchl.) der bei- 
den Naturen Christi (Communicätio i-tum, die 
Mittheilung u. Einigung beider) r½.; ferner — 
Iviom. omätisch, a.: einem Idiom eigen rc. 
omalograph, omatolög, m., -en, (—8); —en: 
Einer, der sich mit der Erforschung der Idiome be- 
schäftigt, darüber schreibt 2e. (s. Dialektolog 2c.). 
Dazu: 3#Zié f.; #isch, a. opalhié, f. : —(ehn: 
eine Krankheitserscheinung, die nicht sympathisch 
v. einem andern Leiden ausgeht, sondern eben das 
Grundleiden selbst ist: Idioväthisch, a. 
Sosomnambulismus, m., uv.; 0: Somnambun= 
lismus (s. d.), der ohne Mitwirkung eines Magne- 
tiseurs entsteht. -ospäsmus, m., uv.: men (§2, 
2): Krampf eines einzelnen Körpertheils: Idio- 
spaästisch, a., am J. leidend, davon herrührend 2c. 
-ospynkrasiic, f.; —(ehn: die Eigenthümlichkeit 
einer Pers. in ihrer Empfindung, nam. sofern sie 
demgemäß gegen gewisse physische Einwirkungen 
einen unüberwindl. Widerwillen verspürt. Dazu: 
Etwas, wogegen ich [—re seine J. habel. Gutzkow 
3, 127 .; Idiosynkrätisch, a., auf J. be- 
ruhnd, ihr gemäß 2c. -ot, m., -en, (—8); -en: 
1) ein Unwissender, Ungelehrter, Ungebildeter: Zu 
einer Unwissenheit, rie uns mit den ungelehrtesten J-en 
in eine Reihe stellen würde. W. 24, 165; Fanatisierte 
J-en. 18, 255 2rc. Uu. als Orymoron: Der weise J. 
Griechenlands. Wackern. 4, 2 8028 2c. — 2) (s. 1) ein 
Tropf, Blödsinniger, — auch adjekt. — idiolisch 
(s. d. 2): Den i—-en Gatten der liebessiechen Isabella. 
Volksz. 16, 239. ollé, f.; 0: J. (angeborner Bloͤd- 
sinn). Büchner Mensch 19; Globus 8, 284b rc.; auch: 
ldiotia, z. B. endemica. s. Kretinismus. olikon, 
n., -6; (—), ka: Wörterbuch über ein Idiom 
(s. d.). -ölisch, a.: 1) im Idiom, mundartlich 
(s. dialektisch): Das Recht meiner Valergegend, so gut 
als andre Provinzen, i. zu sprechen. G. 22, 39. — 
2) blödsinnig (s. Idiot 2). olism, m., uv., Sen;
        <pb n="533" />
        Idiotis mus 
—en: 1) Eigenthuͤmlichk. eines Idioms; auch 
bildl.: Wenn es ein allgemeines Gewissen giebt, wie 
eine allgemeine Grammatik, so giebt es auch Ausnahmen 
in jeder Sprache, .. Jen.Um jeder Stand hat Aus- 
nahmen v. dem allgemeinen Gewissen, die ich gar zu 
gern Handwerks-Jen nennen möchte 2c. G. 29, 
240. — 2) Sdiotie. otismus, m., uv.; men 
[8 24, 21: Idiotism 1. -otitäl, f.: Eigenthüm- 
lichk., Individualität. tichunberg (in Verspottung 
v. favater's Stil), Wadern. 4, 80 531. ölrophus, 
m. [8 24, 21: Jemand, der in Betreff der Nah- 
rung einen eigenthüml. Geschmack zeigt. -otppie, 
f.; 0: die Gleichförmigk. in der besondern Gestal- 
tung mancher nicht krystallinischen Körper. — 
Idjaré (türk.): Dem analog vergaben die Wakufs- 
verwalkungen andere Besitzungen in Erbvacht (i.). Dabei 
wurde gw. ein System einer doppelten Miethe angewen- 
det, das idiaretein genannt wurde. Grenzb. 26, 4, 
124. — Idokräs, m., uv.; uv., —e: Art Edel- 
stein, pyramidaler Granat. Oken 1, 161; Prechit 4, 
538. — Idol (gr.), n., —(e)s; Se, (-en): 1) 
Bild, Schattenbild, Schatten, Schemen (s. Eidolon): 
Es ist ein Zauberbild, ist leblos, ein J. G. 11, 183; 
(Helena:) Ich, als J., ihm dem J. verband ich mich. 
Es war ein Traum 2c. 12, 178; Gleich dem acheront'- 
schen Kahne,! nur Schatten u. J-e kann er tragen. Sch. 
100 2c. — 2) Götenbild, Götze, Abgott: Der 
Gehalt der meisten J-e#guter Gesellschaften wohnt 
auf ihrer Oberfläche. Wachern. 1, 89 88 (.p.); Him- 
mels-Je meiner Phantasie. Meich's Vr. 2, 6 rc.; 
auch (it.): I mio!, mein Abgott; Den Namen des 
I. suo (seines Abgotts, seiner Angebeteten). Wackern. 
4, 1194 c. Latrik, f.; —eyn: Sdololatrie. 
oläler, m., —s; uv.: Götzenanbeter. olatrie, 
f.; —eyn: Götzendienst, Abgötterei. -ologĩẽ, f.; 
—(eynn: Bilderlehre; Phänomenologie. omägisch, 
a.: s. eidol 2c. -opöle, f.; eyn: rednerische Fi- 
aur. CTopoklönnih (rufs.), m., —s; —, -i: 
Gögendiener. Kohl Sürr. 2, 245. — Idomrneus 
(gr.), m., uv.; uv.: s. Achill 2. — Idone-ität 
(lat.), f.; 0: das Geeignetsein, Tauglichkeit; 
passende Zeit. us, a.: geeignet 2c.: Tütor i., ein 
zur Vormundschaft (als unbescholten) Geeigneter 2c. 
— Idschoglan: s. Jisch 2c. — Idün, Sa, f.; —; 
0: (nord. Myth.): J-a die Göttin der Erneurung, 
des wiederkehrenden Frühlings. Simroc Fr. 195; 
Irunns Arfel, welche den Göttern die Jugend zurück- 
geben. Myth. 79; Irunn, Iwaldi's Tochter. 80 2c. — 
Idus (lat.), pl. [8 21, 41: Iden. — Idull 
(gr.), n., —e)s; —e; Ichen; -e, f.; —#: „kleines 
Bild“, nam, als Bez. für: dichterische Darstellung 
eines Still-Lebens im einfachen Natur-Zustande 
— wie auch zuw.: solches Still-Leben 2c. (vgl. 
Ekloge; bukolisches Gericht; Arkadlen 2c.): In seinen 
(Theokrit's! J-en treten Bürger, Fischer, Zauberinnen, 
Schnitter, vornehmlich aber Hirten auf 2c. Nofenkranz 
Poes. Gsch. 207; Die Flucht aus der Zerrissenheit der 
Kulturwelt in die Je einfacher Zustinde. Die Schä- 
fer-J. 747; Wenn das Zuteresse des J—s im Stoff 
u. im Kontrast desselben mit der indioir uellen umgeben- 
Ignatia 517 
den Welt des Publikums liegt, so ist Das .. verwerf- 
liche ästhetische Heteronomie. Schlegel GR. 211; Die 
Fischer-JIen. Zauterweck Ah. 2, 243; Gieb ein 
Trauerspiel der Freiheit] für der Sklaverei J-e. Herwtgh 
1, 26; Deiner WaldJ-e fern. Hottei Treust. 2, 
264 2c. Auch: Das Eiryllion (Bilrchen) war ur- 
sprünglich keineswegs auf einfache Naturzustände od. gar 
nur auf die bukolische Gattung beschränkt; es war viel- 
mehr ein Genrebild der mannigfaltigsten Art 2c. Rolen- 
Kranz Poes. Gsch. 206 c.; So bieter dies Jröllkon 
dem Maler den reichsten Stoff zu den anmuthigsten Bil- 
dern. Sanders Hohe L. 30; Irhll'ien, im antiren 
Sinne des Worts, kleine Bilder 2c. G. 32, 119; 
Ob er ld. Hexameter] . geselliger Hirten JAen lieblich 
umflustert. Wacketn. 2, 130 823 (Schlegel) 2c. Als Bstw. 
z. B.: J-n-Dichter; In rieser kleinen Gesellschaft 
leben die eig. u. ersten Freuden des Vaterlandes, wie in 
einem J-n-Kreise 2c. Wackeen. 4, 49612 (0.); In 
einem J—-n-Lande der Jugend. 4974; Lustfahrten ins 
I-n-Land 2c. v. f. I. Dranner; J-n-mäßig (idyllen- 
haft. Falmetayer Or. 1, 175); Voesie, s. P. 2c. 
Senthum, n., (e)s; 0: idyllisches Wesen, Leben 2c.: 
Seidenübersponnenes J. mit seiner Schäferei. Mag. d. Ausld. 
35, 17b (Auerbach). iher, m., —; uv.: Idyllendich= 
ter. Bosenkranz Poes. Gsch. 206. -isch, a.: auf Idyllen 
bezügl., dazu gehörig, ihnen gemäß rc., einfach, 
schäferlich, unschuldsvoll (vgl. bukolisch, arkadisch 2c.). 
G. 32, 128; Die i-e Stimmung besteht in dem Be- 
hagen an einer sich selbst genügenden Beschränkung. 
Uosenkranz Poes. Gsch. 17 2c.; Ein ur-i-es Genre- 
bild. Berlepsch Alv. 71 2c. -isieren, tr.: idyllisch 
auffassen: Die Königin idyllisiert Alles. Das ist der 
grare GOgstz gegen das Herossche. Auerbach Höh. 1, 88. 
Ise: Fadenlilie: Eine aus schwarzgefärbten J.- 
(Sanseriéra-) Fasern gemachte Perücke. . Die J.- 
Perücke. Martins Liv. 184. — Ifel: s. Infel 2. — 
Iling, m., —#; 0: (nord. Myth.) Der Strom J., 
der die Riesenwelt v. Asgard, der Getterwelt, scheiret. 
Simtock Myth. 297. — Illichar (türk.): Chre, 
Ruhm: Nischan (s. d.) J. 
Igarapé, m., —#; —#: (am Amazonas): Wir 
fuhren in einen jener vielfach gekrümmten JI-s (buchstäb- 
lich: Bootpfade) ein, deren gröne Waldwände die Kanoe- 
Fahrten in diesem Lande so reizend machen. Austd. 39, 139a 
ff.; Durch diese Schlucht floß ein J. 142b; J. (. Stau- 
wasser"). 1130a, s. Mayn. — Igasür (malaiisch): 
Ignatiusbohne. — Ig(h)irm-! (türk.): zwanzig. 
Silk, -ischlik, m., —s; —#: ein „Zwanziger“, 
Münze v. 20 Paras (s. d.) od. ½ Piaster, auch: 
Jarimlik. Cncokt. f. Kaufl. 264a, Jeremilik 2c. — 
Igiad -a (it. irschära), f.; ze: Der s. g. Feder- 
jaspis, ital. J. Sulzer 3, 655b. — Iglu, m., —#; 
—&amp; : Eskimos. In ihren J—s od. Schneehutten. Sto- 
bus :, 315b. — Igname (frz. injäm), f.; In: 
eine Pfl., Dioscêrea, bes. D. aläta u. sativa u. 
ihre eßbare Wurzel (Brotwurzel). 1, 55a; 9, 
167b5; Ohen 2, 342; 3, 612 ff. 2c., — in portug. 
Schreibw.: Inhame; auch Yam, Jam (s. d., vgl. 
Maniok). — Ignät-ia (nlat.), f. [8 24, 11 eine 
Pfl., Ignatius-Baum u. der bittre Samen (Igna-
        <pb n="534" />
        518 Ignatianer 
tlus- od. Ignaz-Bohne, -Nuß, „Samen), durch die 
Jünger des Ignatius (s. d.) Loyola in Europa als 
Heilmittel eingeführt. -ianer, m., —8; uv.: 
Zünger des Ignatius Loyola, Jesuit. -ius, m. 
[&amp; 24, 2|: männl. Name, z. B. mehrerer Heili- 
gen der kathel. Kirche; ferner z. B.: J. Levola 
(s. d.), Stifter der Zesuiten (s. d.), vgl.: Vibius 
Egnatius Tortuffius. Fallmerayer Or. 1, XX u. 
span.: Inigo (daher: Inigit — Jesuit). Als 
Bstw., s. Ignatia; ferner: Sle glauben an ihre Ska- 
puliere, Lorettoglöckchen, Lukas= u. Agatha-Zettel, J.= 
Bleche rc. W. 31, 331. — Ignelik (türk.), n., 
— —#: Zündloch. — Ign-escent (lat.), a.: 
entbrennend. —#cola, m. 1§8 24, 11: Feueranbeter. 
-is, m. [8 24, 3, uv.): Feuer: I. Antönü (s. d.) 
od. säcer (s. d.); I. fätuns (s. d.); I. paschälis, 
(geweihtes) Osterfeuer; I. pérsicus, Art Brand- 
geschwür 2c.; Unterdictio (s. d.) ägun (s. d.) ct 
i.; Philösophus (s. d.) pér ignem 2c.; auch 
(ind.): Der Feuergott Agni (s. d.), l. Uosen- 
Kranz Poes. Gsch. 64. Cispicium, u., —s; ken 
[8 21, 2, u.): Wahrsagung aus dem Feuer. 
ilion, k.; —en: Verbrennen, Ausglühen rc. 
Zivomisch, a.: feuerspeiend. — Ignob-el (lat.), 
a.: Unnobel, pöbelhaft, schändlich 2e. eilis, a. 
[8 21, 3, uv.): der Nobilität untheilhaftig rc., 
z. B. (im republikau. Rom): Ein Amtsadel, der 
forterbend zu einer Art Geburtsarel wurde. Das 
ist die Nobilitit im eig. Sinn u. Alle, welche nicht 
in ihren Kreis gehören, sind ignöbiles. Weifs Kost. 1, 
1002. eilität, f.; —en: Gemeinheit 2c. — 
Ignomin-i (lat.), f. [824, 11; -ĩẽ, f.; Cen): 
Schmach, Schimpf. iös, a.: schmachvoll, ent- 
ehrend, ehrles, infam. — Ignor-ämus (lat.): 
„wir wissen Nichts“, — auch: m., uv.; uv.: 
scherzh. st. Ignorant. Scherr Gr. 2, 165; Sealsfitld 
Tr. R. 1, 1418 r. Jänt: 1) a.: unwissend. — 2) 
m., —en, (—8); —en: ein Unwissender, Dumm- 
kopf 2c.; Jken-Brüder, Art Mönche, die nam. 
für den Volksunterricht im kirchl. Sinn thätig 
sind, auch Ignorantiner, frz.: Frère (s. d.) igno- 
rantin (spr. injorangtengsl, z. B.: Ein Zug von 
Frères i-ins in langen Kleidern. IKohl Par. 1, 8 re., 
auch bloß: Ignorantin. ntia, k. /§ 24, 11: Un- 
wissenheit, Unkenntnis: I. crdssa, grobe; I. fücti, 
Unbekannkschaft mit einer Thatsache, jüris od. lẽgis, 
mit dem Recht od. einem Gesetz; l. supina, aus 
Nachlässigk., durch Saumseligk. verschuldete ꝛt. 
anlin rc.: s. Ignorant 2. -nz, f.; -en: Igno= 
rantia: Fürchterlich, was ich mitunter für J-en beging. 
Bahrdi 1, 250 2c. keren, tr.: Etwas nicht wissen; 
nam.: absichkl. keine Kenntnis davon nehmen 2c. 
— Innosc-enz (lat.), f.; -en: Verzeihung. 
-ibel, a.: verzeihlich. - ieren, tr.: verzeihn. — 
Ignotus (lat.), a.: unbekannt: Ignöti nülla en- 
bido, was man nicht kennt, erregt kein Verlangen 
1ic. — Ißöndschi, f.; —6: (in Südafr.) eine in 
die Mysterken einzuweihende Novize (s. Ngembi). 
Globus 7, 116a. — Igöngo, k.; —#: Früher betäubte 
man die Fische, man worf Onono-Lianen od. eine schöne Le- 
guminose mit gelben Blüthen, die J., ins Wasser lam Ga- 
Ikilik 
bon, in Westafrikal. Globus 9, 169b. — Igr-a (slaw.), 
f.; —s: Spiel, Tanz: Der walachische Tanz (die Mo- 
matschka I. der Bulgaren). CUober! 1, 50; Gerhard 
W. 2, 252. -uͤschka, f.; ki: Spielsache: lgruschki 
dätskifa (Kinderspielzeug). Kohl Pet. 2, 342, vegl.; 
Spielsachen, die sich in den Igruschnije Lawki Spiel- 
zeng-Buden, -Laden] aufgestarelt befinen. 1, 1132c. 
— Iguän-a (span.), f.; —s, zen Gurmeißer Gsch. 
505): Kamm-Eldechse. Oken 600 ff.; In Brasilun 
heißen sie Senémbi, bei den Europäern Leguan und 
Guanv. 602 (s. Guana). — Igüm-n, m., 
—(e)s; —e: Abt, Prior eines Klosters (s. Hegume- 
nos, Pro-J.). Fallmetaher Or. 1, 175; Gerhard W. 2, 
210; 52; TUobert# 1, 50; 2, 217 tc. n, m., 
—+(eys; -e: Abt. 1, 174: Vom J. mit eigner Hand 
hineingeschrieben. Sch. 663a. -enos, in., uv.; 
zenvi, -eni: Der Prior ed. J. Brandis Gr. 3, 215; 
Pfässlein u. Igumenoi. Falmetoher GsW. 1, 6 rc. 
Ihaho: s. Zehovah. — Ihram (ar.), m., —S; 
—&amp; : Vor Allem hat sich der Harschi in das Pilgergewand 
zu hüllen. .. Dieses Gewand, der J. genannt. Ausld. 
38, 819b; vgl. Weiss Kost. 1, 148; 151 6.; Hammer 
10, 349; Dschesafr (s. d.) J-i. 315. Pilgermantel 
u. der wollne Stoff dazu aus Algier. — Ihsarije 
(türk.), pl.: Vorlakungsgebühren. 319. — 
Ihtisabäja, m., —#; —6: Marktrogt. ebd. — 
Jiar: s. Ab I. 
Ik: 1) (bei den südamerik. Indianern) der 
Mond. Scherzet Nat. 171. — 2) n., —8; Pe: 
scherzh. Substantivierung der Endsilbe: Alle Ite, 
nur keine Polit #k. DBörne 2, 255 c. — Jhaja, f.; 
—6 : Das Gift kommt v. einem Strauche, der am Gabon 
lim äquatorialen Westafrika! J., am Kap Lerrez 
Mbundu heißt. Globus 9, 195b. — Icãtco (sran.), 
m., —6; —S: s. Guajera: J.-Pflaume 2c. — Ikarn: 
s. Mana. — Ikärsen, n. —8; 0: eine v. Caber 
auf kommunistischen Grundsätzen in Illinois ge- 
stiftete Gemeinde: Kommunisten u. Jkärker. Schitmer 
AaHL. 1, 246; Itärisch, a. — Ih-ärisch, a.: 
nach Ikarus (s. d.) benannt, z. B.: Das i-t Meer 
nc. ; J-e Spiele der Kunstreiter, wobei sie gleichsam zu 
sliegen scheinen. WHeine Weltr. 1, 279; 3—e Toll- 
kübnheit. Jacobs Verm. 5, 352 cc.; s. ferner 
Skarien. arus, m., uv., —ses; —se [8 21, 21: 
(Myth.) der Sohn des Dädalus (s. d.), der mit 
den vom BVater gefertigten Wachsflügeln sich zu 
nah der Sonne emporschwang, so daß sie schmolzen 
u. er in das v. da ab nach ihm benannte Meer 
stürzte, — oft bildl. G. 12, 220; w. 10, 92; 36, 
37 cc.; J.-Fall; Besonnenheil, die er dem gefäbrl. J.= 
Fluge des abstrakten Denkens gegenuber bewahrte. 
DMus. 17, 2, 164: J.-Flügel. Spielhagen Pr. 5, 37; 
J.= Sturz 2e. — Ihbal (ar.), f.; uv.: Favoritin 
im Harem. Jusld. 39, 217b; 219b; 221b c. — 
Ihe: Hammer mit 3 gerixpten u. einer flachen 
Seite, zum Fertigen der Tapa (. d.) auf Neusee- 
land. 1215a. — Ihelos (gr.), m., uv.; 0: 
ein Traumgott (. dder Ahnlicher , s. Morphens). 
v. Ov. 2, 236. — Ih-i (türk.): zwei. -igrusch, 
m., uv.; uv.; -ilik, m., —#; —#: ein Stück von
        <pb n="535" />
        Ikindschi 
2 Grusch (s. d.). eindschi: der zweite (vgl. 
Bimsch), z. B.: J. Tschokedor (s. d.), zweiter Kam- 
merdiener. Hammer 10, 349. Zilügli, m., —s; —: 
(s. Tug) ein Pascha „v. 2 Reßschweifen-, , bei 
Gerhord Wil. 2, 271: Itjitugli. — Ih-on (ar. ), f. 
1824, 3, önis): Bild, — bes.: Angesichts der ange- 
stammten J.-es (Heiligenbilrer). CRobett 1, 53 tc. 
nissh, a.: ein Gleichbild darstellend: J—-e Stame, 
Gast: Kelessal= u. Ircal- Statue. -onismus, m., 
nv.; ismen: Abbildung, Abbild, Porträt. 
-onobörez (russ.), m., uv. , borzem Bilder= 
stürmer. onodüle, m., —n; —n: Bilderverehrer 
’ Dazu: Stonerit. rne lav 
: Bilder-Dienst,-Verehrung; eisch, a., darauf 
grichli . Jonogräph, m., Sen, Ce); en: 
J., Ikonolög: Einer, der schreibend, lehrend Aus- 
kunft giebt — entw.: über Porträts u. Porträt- 
statuen 2c. berühmter Personen od.: über die bilrl. 
Darstellung v. Wesen mit ihren Aktributen, Em- 
klemen u. Symbolen, nam. im Bereich der Mytho- 
logie od. der christl. Kunst. Dazu, in beiderlei 
Bed.: J., Etenoleh-ie, f.; isch, a. 
-onohläsmus, m., uv.; ismen I§ 24, 21: 
Bilrerstürmerei. Lindner Shepwent. 110. onchloh, 
m., —en, —s; en: Bilderstürmer. Dazu: 3zis. 
f.: inisch, a. Tonoläter 2c.: s. Ikonodule 2c. 
onolog 2c.: s. Ikonograph ic. -onomachte, f.; 
0: Bilerstreit, Kampf wegen Verehrung der 
Heiligenbilder. onomän, m., -enen: Einer, 
der für Bilder sowärmt, z. B. auch schwärme-= 
rischer Verehrer v. Heiligenbilrern. Dazu: J-ir, 
f.; i-isch, a. -onoslas, u., es; ; onoläfe, 
f.; —# : in gr. Kirchen, die mit Heiligenbilrern 
verzierte Scheidewand zw. dem Allerheiligsten u. 
dem übrigen Theil der Kirche, Bilderwand. Koht 
Pet. 1, 183; 118; 2, 195; 214; Uat#3. 20, 197; 
auch: Er beräuchert die J-e, d. h. den Altar des Schutz- 
heiligen seines Stammes. CUober 1, 54; 210 2c. 
onostroph, m., —(e)8; —e: ein Glas, wodurch 
man Bilder 2c. umgekehrt sieht, z. B. für Kupfer- 
stecher ꝛc. — Ihos- akder (gr.), n. (m.), —; 
uv. : „Zwanzigstach“, bes.: das v. 20 gleichseitigen 
Dreiecken begrenzte regelmäßige Polyeder (s. d. u. 
Fortbild.). vSwinden 374, vgl. als Krystallform: 
ein Polyeder mit 8 gleichseitigen u. 12 gleichschenk- 
ligen Dreiecken. Oken 1, 399 rc. Tandria rc.; s. 
*- c. iletraeder, u. (m.), -s; uv. Die 
(24-Flächner) werden durch 24 semmerrische Trape- 
jen begrenzt 2c. Oken 1, 45 (s. Leucitoerer), vgl.: 
Ein Itositetrafr. Ua. 22, 175. — Ihra- 
(russ.), f.; 0: Kaviar. — Ikri-on (gr.), n., 
—s; -a: Sitreihe für die Zuschauer, im Theater r2c. 
Weiss Kost. 1, 834. — D##t-risch (gr.), a.: gelb- 
süchtig. erus, m. I§ 21, 2): Gelbsucht. — 
Jetus (lat.), m. I§ 24, 41: Hieb, Stoß, Schlag 
dc.; in Versen — Arsis; I. arteriärum, Puls- 
schag 2c. 
Il: 1) (fz.) er; es (Mz.: ils, sse): IIn'y a 
due IFel le premier ISic pas lpal qui sti] coüte (kküt, 
Nithgia 5190 
es ist nur der erste Schritt, der Uberwindung kostet 
2c.; Is n’ont rien abbris ni rien oublic lil nöng 
rjen arpri nĩ nn ubliel, sie haben Nichts gelernt u. 
Nichts vergessen 2c. — 2) (it.) der männl. best. 
Artikel (Mz. i, vgl. lo 2c.), verschmelzend mit Prä- 
pos.: al, dal, del, col, nel, pel, sul, vgl. ai, dai, 
dei, coi, nei, pei, sui, bezüglich — a. da, di, con, 
in, per, su — il u. — i. — 3) (in Centralassen) 
Das mächtige Losungswort Jaghi od. Il (Freund od. 
Feind). Ausld. 38, 1034b c. — IJladhi, m., —; 
—s: Man nennt sie lrie Bewohner v. Kerind] Algy J-s, 
d. h. Solche, die dem Alb göttliche Ehre erweisen. Petc- 
mann Or. 2, 263. — Ilamdschi (türk.), m., —s; 
—6: Berichterstatter. hammer 10, 350. — Ilanga, 
s.; —##: J—S§, Liliaceen, welche, wie man lim äquato- 
rialen WestafrikaI meint, den Blitz abhalten. Globus 9, 
199. — Il-arch (gr.), m., —en, —#; en: Be- 
fehlshaber einer Ile, k.; -n: Neitergeschwarer, 
vgl.: Die zur Phalanr gehörige Reiterei .. war in 
Ileen od. Schwarronen abgetheilt. Kriegk 2, 113. — 
Ilchan: s. Chan 1a. — lle (frz. il), k.; —#: In- 
sel, — in ällrer Schreibw. isle (auch engl., — 
spr. eil, wie island, n., ur.; —, spr. eiländ), vgi. 
isola. — Nlisch (gr.), a .: zum Ileum gehörig. 
-eĩtis, f. [824, 3, uv.): Cntzundung des Ileums. 
-con, um, n., — : -ea (§ 24, 2, n.]: der ge- 
wundne Dünmdarm, Krumm-, Hüftdarm: Os ĩleĩ 
(od. Os lUsüm, tliüm st. ileorum 2c.), Hüftbein. 
otbphus, m., uv.; uv., -se ([S 21, 2): Typhus, 
der aus dem Ileum stammt, vgl. Abrominaltyrhus. 
ckus, m. [8 24, 2): Darmrerschlingung, das 
Koth-Erbrechen (Miserere). — Il-ex (lat.), m 
[§ 24, 3, icis): s. Ilicinen. — Ilham (ar.): Der 
wahre Muselman darf nicht zweifeln, wenn er von J., 
göttlicher Begeistrung od. Eingebung hört. Globus 9, 
34a. — Il-iäde (gr.), f.; —n: ein Werk, das v. 
Ilion handelt, besf. Hemere Gedicht in 24 Ge- 
sängen vom trojan. Krieg (Ilias). B. 39b; Die weder 
JI-n gerhan, noch I-n gerichlet. W. 29, 330 platen 
1, 335 2c. -iacus, a.: 1) auf Ilion bezüglich 
(ilisch, trojänisch): lliacés inträ muros peccätur et 
éExtra, innerhalb u. außerhalb Ilion's Mauern 
(bei beiden Parteien, auf beiden Seiten] wird ge- 
fündigt. — 2) auf das Ileon bezügl.: Müsculi 
ilĩaci, Hüftbeinmuskeln 2c. -ias, f. 18 24, 3, 
Jadis!: Iliade: I. pöst Homsrum) eine J. nach 
dem Homer, zur Bez. eines Werks, das ein Vor- 
gänger schon in unübertrefflicher Weire geleistet; 
I. malörum, eine ganze J. (ogl. Litauei) von Un- 
fällen ꝛc. — Ilicin (nlat.), n., ½; 0: ein 
u. A. in der Stechpalme enthaltner Stoff: Der 
Manê enthält Tomin, J. u. Lurulin. Glodus 6, 56b. 
Ten, pl.: Stechpalmen, dazu z. B. llex aqui- 
föliumic. — Il-isch) —itis: s. Ileischie. — Ain- 
gus, (gr.), m. I§ 24, 2): Drehkrankheit, Schwin- 
del. — Slion (gr.), n., —; (zia): 1) Troja, 
*1 Einst wird kommen der Tag, da die heilige Stios 
hinsinkt. v. Il. 6, 119 2c. — 2) — Ileon. Cisch, a. 
— iliacus 1; 2.— Iliss-os (gr.), Fus, m., uv.; 
: kleiner Flus bei Athen. — Ilithhi-a (#r. ),
        <pb n="536" />
        Ilium 
520 
f.; —, -ens; 016 24, 11: s. Eileithyla. — Ili-um, 
n., —#; (-a): Ilion 1;2.— Ilhhan: s. Chan #a. 
Ill rc.: s. In 2, bes. 25. — NM’acerübel, 
(lat.), a.: nicht lacerabel (s. d.), unzerreißbar. — 
Illakrimaliön (lat.), f.; Sen: Thränenfluß. — 
Illäpfus (lat.), m. I§ 24, 41: das Hineinfallen. 
— Illäsib-el (lat.), a.: unverletzlich. -ilität, 
f.; 0: Unverletzlichkeit. — Illat-#a, en (lat.), 
pl.: das Eingebrachte, nam. Heirathsgut, vgl. 
Allata, s. Invecta. — Illatinist (nlat.), mi., -en, ; 
—en: ein des Lateins Unkundiger. — Illat-iön 
(lat.), f.; —en: das Ein-, Hineinbringen; Schluß- 
folgrung. —###, a.: Schlußfolgrungen enthaltend 
1c.: J.-Säbe. — Illand-abel (lat.), a.: unlöblich. 
Zililät, f.; O: Unlöblichkeit. — Ille (lat.): jener 
(weibl., sächl.: ill-a, #d), z. B.: Der Saß: I. 
tecit, cui prödest [Derjenige hat's gethan, das 
Verbrechen begangen, dem es zu Gute kommtl. 
Uai3. 21, 270 2c.z . térrarüm mihi prchter Sömnes 
ängulus ridet, jenes Plätzchen gefällt mir vor allen 
auf Erden 2ce. — Illecebrös (lat.), a.: lockend, 
verführerisch. — Illrgal (lat.), a.: nicht legal 
(s. d.), unrechtmäßig, gesetzwidrig. -isiẽren, tr.: 
für lllegal erklären. -ität, f.; 0: das Illegalsein. 
— Illegib-el (lat.), a.: unlesbar. ililät, f.; 
0: Unlesbarkeit. — Illrgil-im (lat.), a.: Ggftz 
zu legitim (s. d.), illegal 2c.; ferner: nicht in legi- 
timer Ehe erzeugt. -imilät, f.; 0: das Illegitim- 
sein. -imus, a.: illegitim. — Illiberal (lat.), a.: 
Ggstz zu liberal (s. d.). -ismus, in., uv.; 0; 
Mangel an —, Ggstz von — Liberalismus (s. d.). 
Sität, f.; 0: Mangel an Liberalität (s. d.). — 
Illieieren (lat.), tr.: anlocken. — Illieil-e 
(lat.), adv. zu: Zus, a.: unerlaubt.— Illidieren 
(lat.), tr.: zerschmektern, zerschellen, quetschen. — 
Illieo (lat.), adv.: auf der Stelle, sofort. — 
Illimit##e#t (ulat.), a.: unbegrenzt, unbeschränkt 
„c. ung, f.; —en: das Illimitiertmachen: Weil 
der Civil-Pensionssonds noch nicht für illimitiert erklärt 
war... Daß ich für diese J. mitgewirkt. Nal . 19, 70 2c. 
— Illinieren (lat.), tr.: einreiben, einsalben. — 
Illiquid (ulat.), a.: nicht liquid (s. d.). -lät, 
f.; 0: das Illiguidsein. — Ill-is (gr.), k. 1824, 
3, idis!): eine Schielende. — Illision (lat.), f.; 
—en: Illidierung. — Illition (lat.), f.; Sen: 
Illinierung. — Illil(t)eräl (lat.), u.: ungelehrt, 
ungebildet rc., auch m., —en, —#; -en. —a, pl.: nicht 
durch Buchstaben auszudrückende (od. unartiku- 
lierte) Laute. -us, a.; m. [8 24, 2): Illitterat. 
— Ill-os (gr.), m., uv.; zoi: ein Schielender. 
ösis, k. 1824, 3, uv.): das Schielen. — Illolus 
(lat.), a.: ungewaschen: Illõtis mänibns, mit un- 
gewaschnen Händen, — ohne die erforderl. Vor- 
bereitung u. Sorgfalt. — Illopäl (-onjäl), a.: 
GOgitz zu loyal (s. d.), illegal: Es fei nicht k., das 
.. Recht zu eroberu. Volksz. 16, 96. — Illudieren 
(lat.), tr.: mit dem Obj. sein Spiel haben, es 
verhöhnen, verspotten, vereiteln ꝛe. — Illumin-aät 
(lat.), m., —en, (—d); S-en: ein „Erleuchteter, 
Aufgeklärter“, bes.: Mitglied eines J—en-Ordens, 
Ilmarinen 
wie es deren mehrere gab, zumal des v. dem Ze- 
suiten-Gegner Prof. Weishaupt 1776 gestifteten. 
atenthum, n., -(e)s; 0: das Wesen u. Treiben 
der Illuminaten. Mag. d. Ausld. 35, 296b (s. Illu- 
minatismus). ateur (frz. —ör), m., —e)s; Se, 
—6 : Illuminierer, z. B. auch v. Zeichnungen 2c. 
(frz. enlumineur, spr. anglüminör, vgl. Miniator). 
aliön, f.; —en: Illuminierung (1—3): 3—8. 
Lampen r. atismus, m., uv.; 0: Illuminaten= 
thum (verächtl.): Aufklärerei u. J. Pbierlelj. 39, 
382 . alor, m., —#; ören (§ 24, 3, öris): Illumi- 
nateur. -ieren, tr.: 1) erleuchten, z. B.: Wegen des 
ungemein geistigen Ausdrucks, der seine ganze Erscheinung 
o. innen heraus illuminierte. IHahn Per. 1, 217 2c.; 
Wie illuminiert, resolut 2c. dbie Herren auch sein 
mögen. w. 30, 13 2c.; Illumination, geistige 
Erleuchtung (durch Inspiration) rc.; bes. aber: 
Eine Stadt ic. 1., festlich erleuchten; auch o. Obi.: 
Die Einwohner i. 1c., es findet eine Jllumination 
statt 2c. — 2) Zeichnungen 2c. i., mit Farben aus- 
malen (kolorieren): Illuminationen von Zeich- 
nungen, Kupfern, Landkarten 2c. — 3) (s. 1) scherzh.: 
Illuminiert sein, betrunken; J., trinken, sich berau- 
schen; Illumination (eer Köpfe). ist, m., —en, -s6; 
en: Illuminierer. — Illus-iön (lat.), f.; -en: 
Täuschung: So i—#H fähig ist der Mensch. Meißner 
Sans. 4, 109, Täuschungen zugänglich; Deine i-s- 
süchtige Jugend. Ualß. 21, 86 2c. örisch, a.: 
täuschend, trüglich, nur dem Schein nach vorhan- 
den: J-er sod. Schein-] Vertrag; Das J-e der Grunde. 
Scherr Bl. 2, 277 2c. — Illustr-ador, m., —6; 
—es: s. Illustrator. .alion (lat.), f.; —en: Illu- 
strierung, z. B. — Veranschaulichung. Globus 6, 
1 12a K.; setner: durch Bilder 2c.; auch: die dazu 
dienenden Bilrer 2c.: Ein Buch mit J-en 2c. -ativ, 
a.: illustrierend, erläuternd c.: [Der Maler) ist 
noch zu sehr in der Illustratlon, in der i-en Auffassung 
besangen. Nal# 21, 513. -älor, m., —; ören: 
Illustrierer: Der J. der Märchen. DMus. 17, 2, 764 
2c.; auch (mit span. Endung): Dem Leixziger 
Il(Dustrad ör. Humboldt Bergh. 3, 102 2c. -e (frz. 
—üst’r), a.: strahlend, glänzend, ausgezeichnet, be- 
rühmt, erlaucht. ###en, tr.: ins Licht setzen, er- 
läutern, verdeutlichen 2ce., z. B.: Betispiele i. eine 
Sache, lat.: Excmpla (s. d.) illustränt, auch: 
Eine Sache durch Beispiele i. 2c.; nam.: Ein Buch rc. 
i., das darin mit Worten Ausgedrückte durch beige- 
fügte Abbildungen veranschaulichen: Illustrierle 
Zeitung 2c.; Das ganze Interno Dante's durchillu- 
striert. Salon 1, 285. -is, a.: (lat.) = illustre; 
auch Superlat.: Illustrissimus, bes. als 
Titel, vgl.: Deu höchsten Beamten, den Illiistres lzu 
Konstantin des Gr. Zeit]. Weils Kost. 2, 159;1. 
1054. — Illulalion (ulat.), f.: —en: Bestrei- 
chung mit Schlamm, Koth 2c.; Schlammbad. — 
Ilm (pers.): Die Vorbereitung zur Erkenntnis (laa- 
riket) ist die Wissenschaft (J.) lbei den Sofisl. Rosenkranz 
Poes. Gsch. 386 ic., auch Maani; vgl.; Menasübi 
(s. d.) ilmije, wissenschaftliche Amter. — Ilma, 
Umarknen, m., —8; 0; der Schmiedekünstler der
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        Umije 
finnischen Sage. 286. — Ilmije: s. Ilm. — Ils: 
s. il 2. — Ilustradör, m., —#S; —es: s. Illustrator. 
Imäg-inabel (nlat.), a.: denkbar. -inaire 
(frz. imashinär), a.: nur in der Einbildung, in der 
Vorstellung bestehnd (Ggstz real 2c.), wie z. B. 
(Math.) die Wurzeln mit graden Erponenten aus 
einer negativen Größe. inant (nulat.), m., Sen, 
—6##;en: ein v. der Einbildungskraft Beherrsch- 
ter, s. nam. G. 30, 381. -inär, a.: s. imagi- 
naire. inatiön, f.z—en: Einbildung, —s-Kraft. 
inalio, a.: auf der Imagination (od. Phan- 
tasie) beruhnd (vgl. phamastisch): Sie suchen, das 
sogenannte Poetische, das J—e zu verwirklichen. G. 
22, 340. inièeren (auch frz. imash), tr.: sich 
Etwas — in Gedanken vorstellen, einbilden 2c.: 
Freilich sind es lseine Landschaften! alles nur imaginierte 
Bilder. G. 26, 74 2c. Jo, f.; — § 24, 3, -inis]: 
1) Bild: Die Ahnenbilder (imägines majörum) rings 
an den Wänden. Guhl 2, 208; 377; Das Jus imä- 
ginum, das Recht, die wächsernen Masken der Ahnen 
nach deren Ableben stammbaumartig im eignen Hanse 
aufzustellen u. diese, je bei Beerdigungen der einzelnen 
Familienmitglieder im Leichenzuge mit aufzuführen. Weiss 
Kost. 1, 1003 2c. — 2) (Naturgsch.) das vollkom-= 
men ausgebildete Insekt: Entfaltung derDrakf.: des) 
J. aus der Pupxpe. Ausld. 39, 1217b; Deren einzelne 
Stufen als Larve (Made, Naupe), Puppe od. Nvmphe 
u. J. (Fliege) bezeichnet werren. perty 171.— Imalr 
(türk.): Um= od. Beilaut. Hammer 10, 350. — 
Im-äm (ar.), m., —s; —s, —e: „Vorsteher", 
z. B. als Titel früherer Herrscher ꝛe., nam. auch: 
Moschee-, Kultus-Vorsteher, Vorbeter, türk. Prie- 
ster 2c.: Trotz Kapnzen u. Imämen. Daumer 1, 111; 
316, Pelermann Or. 1, 316; Sobald vom Thurm der 
Imam ruft. W. 20, 317; 122 (—); Der einzige Mol- 
lah des Ortes, der zugleich J. u. Kadi war. 9, 201 2c.; 
Des zehnten J—s unter den zwölfen, die Muhamers un- 
mittelbare Nachfolger waren 2c. 126 1c.; J.-Efendi, 
der Priester im Serail 2e. - amat, n., -(e)s; Se: 
Imams-Würde, = Amt. Ptuttmann Or. 3, 302 2c. 
-amst, n., —s; —6: Imamengebühr. Hammer 10, 
350. -an (—), m.: Imam: Ein Blatt, wie es mit 
Koran-Surener weise J. (—) füllt. Freiligrath SW. 
1, 150; Wenn verderbengeifernde Imäne zur Erinnys 
dich [Religion] verziehn. Sch. Göd. 1, 222. — 
Imarkt (ar.), n., —§; —s: Armenküche (neben 
Moscheen 2c.). Hammer 10, 350. 
Imb ic.: s. In 2, nam. 2a. — Imballieren: 
s. emball :c. — Imbargo: s. Embargo. — Im- 
batto (ugr.), m., —6; 0: Der J. (West). Wel#### 
Tagb. 2, 133, Lgl.: Der Wind, Inbat genannt. 
Es ist ein Westwind, der in den heißen Monaten regel- 
mäßig bei Tage weht u. gegen die Nacht meistens v. 
einem Landwind abgelöst wird. Thandler Kl. As. 78, 
vgl.: Der im saronischen Busen zur Sommerzeit gw. 
Seewind (34/864k90. no's Ins. 2, 173. — 
Imbäub-a, f.; —s, zen: J.-Baum (Ceeröpia). 
Ausld. 39, 1192b; Der Armleuchterbaum, den die Bra- 
silianer J. (nach Anrern Am- od. Embauba) nennen. 
Durmeister gB. 2, 216; Embauben-Stämme. 217; Am- 
Immalerialist 
521 
balba. Ohen 3, 1567. — Imber-ile (srz. engbeßi#): 
-ill (lat.), a.: gebrechlich, schwach; geistesschwach 
2c; m., —8; —6;: ein Geistesschwacher, Tropf rc. 
illitas, f. § 21. 3, tätis), illität, f.; -en: 
das Imbecillsein u. Kundgebungen desselben, 
Geistesschwäche ꝛec. — Imbib-Ieren (lat.), tr.: 
einsangen; anfeuchten. -ition, f.; —en: Unter J. 
versteht man das Vermögen sester, organischer Substan- 
zen, auch ohne sichtbare Poren Flüssigkeiten in sich auf- 
zunehmen, sich mit ihnen zu tränken. Burdach Anthr. 44, 
vgl. Endosmose 2c. — Imbondeiro (port. —ero), 
m. , —#: —s: Affenbrotbaum. Globus 11, 259. 
— Imbors keren: s. embvursieren. — Imbra- 
har: s. Emir-Achor. — Imbreviakür (nlat.), 
t.; -en: ein kurzer Inbegriff von Verhand- 
lungen. — Imbreer (latein.), m., f. § 23, 
3, ieis]: Hohlziegel. weise Kost. 1, 323. — 
Imbrögl-i#o (it. brolj 2c.), a.: s. Palentc. -io, 
m., n., —6; —8, -i: Embronillement (s. d., vgl. 
Brouillamini): In ein sehr schlimmes J. gerathen. 
Schüching GrK. 2, 51. — Imbuieren (lat.), ktr.: 
Einen in Etwas „eintauchen“, einweihn, ihn darin 
belehren 2c. — Imbüt-o (it.), m., — ; —, -i: 
sardinisches Hohl= u. Flächenmaß, s. Corbula. 
Imdädi seferize (türk.): Kriegssteuer. Hammer 
10, 350. 
Imir, m., —#; 0: (nord. Myth.) J., Dmir, 
das personif. Chaos (s. d.) u. der daraus ent- 
springende älteste, zweigeschlechtige Riese. Simrock 
Myth. 14 ff. — Imit-öbel (lat.), a.: nachahm- 
bar. -alio, f. [8 24, 3, õnis]; -alion, f.; Sen: 
Nachahmung, s. z. B. diminutio. atliv, a.: 
nachahmend, z. B. auch tonnachahmend (s. ono- 
matepoetisch), auch: i-us. - ädtor, m., —s; ören 
[&amp; 24, 3, öris]: Nachahmer: 0 imitätorés, serrim 
pecus!, o Nachahmer, ihr Sklavenviehe! ꝛc. 
Satörisch, a.: nachahmend: Ein Miserere mit 
cinzelnen kleinen i-en Eintritten. John Mcz. 1, 207. 
ĩeren, tr.: nachahmen: Glasflüsse, welche diese 
Erelsteine i. DVierielj. 10, 200 rc. 
Imm 2c.: s. In 2. — Immahul-abel (lat.), 
a.: unbeflecklich. -at, a.: unbefleckt (lat.: i-us): 
J-en-Eid, eidliche Versichrung des Glaubens an 
die unbefleckte Empfängnis der heil. Jungfrau. — 
Immän (lat.), a.: ungeheuer, roh, wild 2c. — 
Imman-nt (lat.), a.: immanierend, s. Gastz 
transcunt u. anscendent. -enz, f.; 0: kas Immanent- 
sein. -###en, intr. (haben): in Etwas haftend 
bleiben, ihm wesentlich auhaften, innewohnen 2c. 
— Immanifel (lat.), a.: Ggstz zu manifest (s. d.). 
— Immanilät, f.; 0: das Imman (s. d.)-Sein. 
— Immarreseibel (lat.), a.: unverwelklich. — 
Immarginioert (ulat.), a.: ungerändert. — Im- 
marinieren: s. marinieren. — Immartprologi- 
[ieren, ir.: ins Martyrologium (s. d.) setzen. — 
Immateri-al (nlat.), a.: nicht materiell, frei v. 
den Beschränkungen der Materie, stofflos, unkörper- 
lich. alisieren, tr.: v. der Materie frei machen, 
entkörpern, vergeistigen. -alismus, m., uv.; 0: 
Lehre v. der Immaterialität der Seele. -alist, m.,
        <pb n="538" />
        522 Immalerialilät 
en, (28); —en: Anhänger des Immaterlalismus. 
Saliläl, k.; 0: das Immateriellsein. -ell, a.: 
immaterial. — Immatrieul-andus (ulat.), m. 
18 24, 21: ein zu Immatrikulierender. Salon 3, 
137 c. ation, f.; -en: Immatrikulierung. 
-klerrn, tr.: in die Matrikel (s. d.) aufnehmen, 
einschreiben (Ggstz ermatrikulleren), vgl. nostrificicren, 
deponieren. — Immalür (lat.), a.: nnreif. -ität, 
f.; 0; Unreife. — Immedi-ät (ulat.), a.: un- 
mittelbar: J. nach dem Bekanntwerden. Semilasso Afr. 
1, 15; püchler Südöstl. 2, 125 2c.; Den königl. J.= 
Banern. Uat 3. 21, 235, die unmittelbar unterm 
Königstehn; J.-Befehl, unmittelbar vom Landes- 
herrn ausgehnd; = Gesuch;-Kommission 2c.; 
J.= kreichsunmittelbares Städte; Stände; 
Stifte 2c. -ate, atement (frz. —at'mäng), 
adv.: immediat, sofort. -alisieren, tr.: (Für- 
sten) reichsunmittelbar machen, mit voller Landes- 
hoheit versehen (Gyastz medtattsieren). Jatitäl, 1.; 
0: Immedietät. alio, a.: (selten) Je Zeitwörter 
st. intransitive. etäl, f.; 0: das Immediat-, 
nam.: Reichsunmittelbar-, Reichs-frei-Sein. — 
Immedikabel (latein.), a.: unheilbar. — 
Immemor-äbe (lat.), a.: nicht erwähnungs- 
werth. ial, a.: undenklich: 3.-Verjährung, 
seit undenkl. Zeit c. — Immense (lat.), a.: un- 
ermeßlich. -ität, f.; O: Unermeßlichk. urabel, 
a.: unmeßbar, unermeßl. urabililät, f.; 0: 
Unmesbarkeit. — Immerg-#t (ulat.), m., en; 
—en: Anhänger der Immersionstaufe (Bariist). 
-eren, tr.: ein-, untertauchen, versenken. — 
Immerriko (lat.), adv.: unverdienterweise, mit 
Unrecht. — Immerseion (lat.), f.; -en: Im- 
mergierung: J. od. J—-s--Taufe, wobei der Täuf- 
ling ganz unter Wösser getaucht wirdie.; (Sternk.) 
der Eintritt eines Himmelskörpers in den Schatten 
eines andern 2c.; J.#-Objektiv eines Mikroskops, 
mit einem Wassertropfen zw. der untern Linse u. 
dem Deckplättchen. IMület Phys. 1, 714. -i, a.: 
auf Immersion beruhnd. or, m., —#; -ören 
18 24, 3, öris)]: Täufer bei der Immersionstaufe. 
— Immigr-ank, m., Sen, (—6); —en: Einwand- 
rer. Talion, f.; -en: Einwandrung. ####en, 
intr. (sein): einwandern. — Immin-ent (lat.), 
a.: (v. Schlimmem) nahe bevorstehnd, drohnd 
(impendent). -enz, f.; 0: das Imminent-Sein. 
Teren, intr. (haben): drohnd bevorstehn. — 
Immin- uteren (lat.), tr.: vermindern, verringern, 
schmälern. —ntiön, f.; —en: Imminuierung. — 
Immisc#ibel (Iat.), a.: unvermischbar, s. inkon- 
fusibel. -ibilität, K.; O: Unvermischbarkeit. -ieren, 
tr., rell.: einmischen, eindrängen. — Imm eissio 
(lat.), k. 18 24, 3, önis): Immittierung: lI. bo- 
nörum, die gerichtl. Einsetzung Jemandes in den 
Besitz bis dahin streitiger Immobilien. ion, k.; 
—en: Immissio: J—s--Dekret; „Termin cc. 
SZittteren, tr.: Zemand einsetzen, in ein Amt, in 
einen Besitz 2c. — Immirtion (lat.), f.; —en: 
Immiseierung, Einmischung. — Immobil (lat.), 
a.: Ggstz zu mobil (s. d.): 1) unbeweglich. — 2) 
v. Truppen 2c.; nicht im Zustand der Kriegsbereit- 
Impardonnabel 
schaft. -ia, pl. I§ 24, 3, n. J: unbewegliche, lie- 
gende Güter. - ir, a.: auf Immobilien bezüglich, 
beruhnd: In Eugland habe man nach Befreiung des 
Mobiliarkredits 20 Jahre vergehen lassen, ehe man an 
den J.-Kredit gegangen. Unl. 20, 174; J.-Bank; 
Masse,Vermögen rc. #en, pl.: Immobilia: 
Direktoren der J.-Gesellschaft. 21, 362 1c. I ieren, 
tr.: lewegliche Güter 2c. zu unbeweglichen machen: 
Jenes Programm, nach welchem das Kapital immobili- 
siert, der Grundbesitz mobillsiert werden soll. 20. 181; 
22, 98; Der bewegl. Besitz muß durch korporative Ge- 
staltung immobillisliert werden. Volksz. 15, 216 tc. 
ilät, k.; 0: Unbeweglichk. — Immod-erät 
(lat.), a.: un-, übermäßig. eraliön, f.; 0: 
Mangel an Mäßigung. t, a.: unbescheiden, 
frech ꝛc. sellic, f.; 0: Unbescheidenheit. eire, 
adv., icens, a.: unmäßig. — Immol-alion 
(lat.), f.; —en: Opfrung, Aufopfrung. ieren, 
tr.; opfern, aufopfern. — Immor-Zalisch (nlat.), 
a.: unmvralisch (f. d.): In moralische u. fantasiische 
Zusähe. FSchligel GR. 182. Cilät, f.; 0; Unmora- 
lität. 165 2c. — Immorl-alisation (nlat.), 1.; 
—en: Immortalisierung. alisseren, tr.: un- 
sterblich machen, verewigen. -alität, f.; 0: Un- 
sterblicht. —ll, a.: unsterbl. —olle, f.; —n (ogl. 
Elernelle, Perpetuelle): Blumen mit strehartigen, 
nicht welkenden Blättern. — Immortisihation 
(ulat.), f.; 0: Unbußfertigg. — Immün (lat.), 
a.: (s. exempt) frei v. Diensten, Abgaben, Lasien 
ic., auch: I-is [8 21, 3. uv. J, —ität, f.; 0: das 
Freisein v. Diensten, Lasten #c. (l. Emunitic): Die 
Exemlion I#. d.) u. J. v. der dem menschl. Lebin an- 
häüngenren Bedürftigk. u. Plage. findner Schop. 40; 
Den Bezug ihrer J-en fortzusetzen. Salon 3, 685 r., 
auch: Immünitas, f. 18 24, 3, tätis). — 
Immnl-brl (lat.), a.: unveränderlich. -abilität, 
f.; O0: Unveränderlichkeit. -ation, k.; -en: Ver- 
ändrung, Umwandlung; auch = Metonymie (s. d. 
u. Denomination). - ieren, tr.: ver-, Umändern. 
Imoron, m., —#; —: (bei den südamer. In- 
dianern): Die Zauberer Piaches u. die Gifimischer 
1—8. Mager 2, 12129. 
Imp 2c.: s. In 2. — Impair (frz. engrär), 
a.: unpaar, ungrade (s. impar): Ob sie Rouge od. 
Noir, Pair od. I. besetzen sollten lbei der Spielbankj. 
Uing Verl. Gschl. 2, 99. — Imp#ceo (it.), m.; 
0: Verpackung, Emballage: Per i., wohl verpackt. 
— Impalpäb-el (ulat.), .: ungreifbar, untast- 
bar. ililät, f.; 0: Ungreifbarkeit. — Impanat-= 
ion (ulat.), k.; 0: das Einswerden des Leibes 
Christi mit dem Abendmahlsbrot, „Ginbrotung“. 
-or, m., —; -en [8 21, 3, -öris): Einer, der die 
Impanation lehrt, glaubt. — Impaneling (engl. 
impaänneling), u., —; —6: Registrierung der er- 
naunten Geschwornen, s. panel. — Impar (lat.), 
a. 1/§ 21, 3, -is]: ungleich, unpaar (s. impair): 
Par, i. spielen, — grade od. ungrade r.; Impari 
Märte, in ungleichem Kampf rc. abrl, a.: un- 
vergleichl. — Imparat (lat.), a.: unvorbereitet, 
ungerüstet. — Impardonnabet (frz. engp-), a.:
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        Imparisyllabisch 
unverzeihlich. — Impar-isglläbisch, a.: un- 
gleichsilbig, — in der gr. u. lat. Grammatik von 
Wörtern, die im Genit. eine Silbe mehr haben 
als im Nomin., Ggstz parisyllabisch. -ispllabum, 
n., -s; ba (§ 24, 2, n.]: imparisyllabisches Wort. 
Sität, f.; —-en: Ungleichheit. — Impärtance 
(engl. -enß), f.; —#: im engl. Rechtswesen die Er- 
laubnis zu einem gütl. Vergleich während eines 
Aufschubs. — Imparoch-alion (ulat.), f.; Sen: 
Einpfarrung. -ieren, tr.: einpfarren. — Im- 
partäbel, a.: impartibel. — Impartial (ulat.), 
a.: unparteiisch, auch: i-is [8 24, 3, uv. J. —ilät, 
f.; 0: Unparteilichkeit. — Impartib-el (lat.), 
a.: untheilbar. ilität, f.; O: Untheilbarkeit. — 
Impass, m., uv., —es; -e: (beim Whistspiel) das 
Schneiden, d. h. das Stechen mit einem nierrigern 
Trumpf (in der Voraussetzung, daß der Gegner in 
der Hinterhand nicht übertrumpfen kann), um so 
einen Stich zu gewinnen, „Postmeister“, s. finessing; 
vralt. auch — Eingriff, s. Brem. Wörterb. — Im- 
passabet (ulat.), a.: unpassierbar. — Impassib- 
el (ulat.), a.: gegen Eindrücke unempfänglich; 
kein (od. wenig) Gefühl, Empfindung äußernd, 
kundgebend: Theiluehmend, aber mit solchem Maße, 
daß er gegen die Andern als i. abstach. G. 22, 339; 
Das i-e Gesicht. Schüching Bronckb. 1, 139; GrK. 1, 
157 1c. Eilität, f.; 0: das Impassibelsein. — 
Impassieren, intr. (haben): einen Impas (s. d.) 
machen, schneiden. — Impast-atiön (nlat.), k.; 
en: Impasticrung (s. Emrätement). keren (it.), 
tr.: 1) einen teigartigen Mauerkitt bereiten und 
kneten. — 2) (s. 1) Pharmar.: Pasten, Pastillen 
(s. d.) machen. — 3) Mal.: die Farben dick und 
markig auftragen, nam. bei der Untermalung u. 
Gründung (Ggstz: die Farben vertreiben). — 4) 
(Kupferst.) die Punkte u. Striche gehörig ver- 
wischen. eung, f.; -en; o, m., n., —; -i: 
das Impastieren u.: das dadurch Erzeugte, z. B. 
(Mal.): Das J. [Drckf.: Impostol. Mag. d. Ausld. 
35, 341b rc. — Impak-ibel (lat.), a.: 1) un- 
leidlich, unerträgl. — 2) unverträgl. -ibilität, 
f.; 0: das Impatibel (s. d. 1; 2)-Sein. iens, a.: 
ungerduldig; auch: Das J., Springkraut (s. Noli 
me tangere). ienlia, f. [8 21, 11; -icnz, f.; O: 
Ungeduld. ienticren, refl.: die Geduld ver- 
lieren. — Impatron-(is)ièren (frz.), refl.: sich 
wo so festsetzen, das man dort als Patron u. Ge- 
bieter schaltet u. waltet. — Impapable (srz. 
engpäjäb'l), a.: unbezahlbar. — Inmpeachment 
(engl. —pitsch-), n., —s; —#: Anklage, gerichtliches 
Verfahren. — Imped-eren (lat.), tr.: hindern. 
iment, n.t, —(e)s; —’e: Hindernis. imentum 
(S 24, 2, u.]: Hindernis: l. eirile, bürgerliches; 
canönienm, ecclesiästienm, kirchlenrechtliches; 
legitimum, gesetzliches, rechtmäßiges; Impedimnta, 
auch: Ehehaften. ilion, f.; —en: Verhindrung, 
Aufenthalt, Verwicklung. — Impegn-keren (it. 
impenj), tr.: verpfänden (I. imrignerieren); refl.;: 
sich zu Etwas verpftichten, verbindl. machen 2c.; 
In Eiwas impegniert [verwickelt] sein ze. —o, m., 
Imperial 
523 
(n.), —#; -i: Verpfändung; Verpflichtung, Ob- 
liegenheit; Verwicklung in Etwas u. Verantwort- 
lichk. dafir. — Impeco-abililät (lat.); -anz, 
f.; 0: Sündenlosgk. — Impendent (lat.), a.: 
s. imminent. — Impend-iEren (lat.), tr.: Etwas 
an-, aufwenden, drauf gehn lassen. iös, a.: 
kostspielig. -ium, n., —# -len (§ 24, 2, n. J: 
Aufwand, Kosten; Zinsen. — Impeneträb-el 
(lat.), a.: undurchdringl. (impermeäbel; frz. im- 
berméable lengrermedb’']. Salon 1, 122). eililät, 
k.; O: Undurchdringlicht. — Impeniklenk 2c.: s. 
imrön . — Impensä (lat.), pl. 21, 1!: Auf- 
wand, Kosten: J. fünebres, Beerdigungskosten; I. 
necessũriæ, nothwendige; lI. ütiles, nüglicher Aus- 
wand; l. voluptuãriæ, die weder necessäria noch 
ütiles sind 2c. — Imper-ans (lat.), a.; m. I§ 
24, 3, äntis!: herrschend, gebietend; der Herrscher. 
-ativ: 1) m., —eys; Se: die befehlende Rede- 
weise, z. B. (Sprachl.) als Modus (s. d.) der 
Zeitwörter; auch (Philof.): Kategorischer (s. d.) J., 
das unbedingte Gebot der Sittlichk. od. Pflicht. 
— 2) a.: J., i#-isch, befehlend, in der Befehls- 
form. alivus, m. I§ 21, 21; a.: Imperativ 
(1: 2): Mödus (s. d.) i. —-älor, m., —; ören 
[§ 24, 3, öris)]: Befehlshaber, Feldherr; Kaiser 
(vgl. Emrereur); 3-en--Titel,Wurde 2c. Die 
röm. J-en- Frauen u. J-en--Töchter. Gutzkow 
Schön. Sinnd. 117; J-en--Zeit. Scherc Bl. 2, 117 2c. 
atörenhaft, a.: imperatoren-artig, -gemäß re. 
atörenthum, n., —e); thümer: Herrschaft, 
Gebiet, Amt, Würde eines Imperators: Wo das 
Zion des geistl. J—s [Rom) in den Staub sinkt. Nol#3. 
21, 11 2c. atoria, f. 18 24, 1): Meisterwurz, 
bes. I. ostrüthium. alöorih, f.; 0: Feldherren-; 
Herrscherkunst. -akori#n, n., —e)s; 0: ein Stoff 
in der Wurzel v. Imperatörium ostrüthium. 
alörisch, -atörius, a.: imperatorenhaft, be- 
fehlshaberisch, feldherrlich, kuiserlich 
Imperreptib-el (lat.), a.:: unwahrnehmbar. 
„ililät, k.; O: Unwahrnehmbarkeit, Unmerklichk. 
— Inperdkbeel (nulat.), a.: unverlierbar, un- 
zerstörbar. -ilität, k.; 0: Unzerstörbarkeit. — 
Imper eht (lat. -): 1) a.: Unvollendet, un- 
vollkommen. — 2) n., —eys; -e: (Sprachl.) Zeit 
der unvollendeten Vergangenheit, (Pretêritum) 
imperféctum. -ibel, a.;: nicht vervollkomm- 
nungsfähig. eibilität, f.; 0: der Mangel an 
Vervollkommnungsfähigg. iön, k.; -en: Un- 
vollkommenheit, Mangel. -ilch, a.: s. plusquam- 
perfektish. Jum, n., —; za [§ 21, 2, nu.] 
Imperfekt. — Imperfor -äbel (latein.), a.: 
undurchbohrbar. -aliön, f.; -en: s. Atresie. — 
Imper-ial (lat.): 1) a.: kaiserlich; stattlich 2e.: 
Eine ganze i-e Sde2at 3 22, 105 tc. (s. i-stisch) 2c.; 
auch zuw. in frz. Ausspr. lengperiall, z. B. Drap 
(s. d.) i.; Institut (s. d.) i. 2c. — 2) m., e)8; 
—e: a) eine russ. Goldmunze (= 10 Nubel): 
Ein halber J., auch J.-Dukat. — b) Art Tanz. — 
3) n., -(e)s; -e, (Cen): a) Art kühlender Kre- 
mortartari-Trank. — b) (Buchrr.) eine Schrift 
16. —
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        524 
Imperiale 
v. sehr großem Kegel (v. 104 5⅝ Punkten) größer 
als Real (s. d.). prechn 3, 265; Größere Schriften 
als J. pflegt man in Deutschland fast niemals aus Me- 
tall zu gießen. 261. — C) ein pikettähnl. Karten- 
spiel unter 2—4 Personen, worin zugleich nach 
J-en gezählt wird: Die Karte wird so lange fort- 
gespielt, bis Einer 3 od. am gewöhnlichsten 5 J-en zu- 
sammengebracht. #hombre 114; Alvensleben 290. — d) 
J., J.= Schaf, Art Merinoschaf mit sehr feiner (I.-) 
Wolle. Dazu (s. 1): J.-Tuch od. J. (auch v. ähnl. 
Baumwollstofsen). — c) J., J.-Papier, ein For- 
mat 31/“ breit, 22⅝¾“ hoch (größer als Re- 
gal, s. d.). — 4) Als Bstw. z. B.: J.-Dukat [2al; 
Parier [2ej; Schaf [3&amp;]; Spiel [3cH; -Trumpf 
läc!; Tuch l3d];-Wolle (3d| 2c. iale (frz. eng- 
perläl), f.; —#: 1) — Imperial 3c. — 2) s. Bau- 
kett 2: Ein Coupé, ein Intérieur u. eine J. Gutzkowm 
Z. 9, 276; Viele Männer steigen aus den Kutschen 
heraus oben auf die J. Grube Ch. 1, 135. — 3) ((.2) 
Betthimmel. -iales (span.), pl.: Imperialschafe. 
Sialisieren, tr.: in imperialistischer Weise be- 
herrschen: J. könne man Deutschland auf die Daner 
nicht. Ual3. 21, 33 2c. ialismus, m., uv.; 0; 
der Zustand eines Staats unter der Herrschaft eines 
sich nam. aufs Militär stützenden Imperators. 
Ue 3 20, 197 2c. - ialist, m., -en, —#; -en: Anhän- 
ger des Imperialismus od. der Kaiserherrschaft 
(vgl. Royalist): Die Verbannung aller J-en aus Meriko. 
Volhsz. 16, 11; Globus 9, 25 23 ie. Tialistisch, a.: 
nach den Grundsätzen des Imperialismus; kaiserisch 
(vgl. royalistisch), ebd. -ieren, tr., auch o. Obj.: 
anordnen, gebieten. iös, a.: herrisch, herrsch- 
süchtig. — Imperissable (frz. engperissäb'l), a.: 
unvergängl. — Imperit-ia (lat.), f. [8 24, 11; 
Zie (frz. engperifr) t.; 0: Unerfahrenheit. — 
Imperi-um (lat.), n., —; za (§ 24, 2, n.]: 
Oberherrschaft; Oberbefehl; obrigkeitl. Gewalt; 
Reich, Kaiserreich, Kaiserthum 2c.: Diese Beamten 
bedürfen eines obrigkeitlichen J-s# nicht. Grenzb. 26, 3, 
211 r2c.; I. Manliänum (s. d.), auf streugste Dis- 
ciplin haltender Oberbefehl; I. merum, bloße Kri- 
minalgewalt, Ggstz mistum, gemischte —, die Ci- 
viljurisdiktion mit in sich schließend 2c.; I. sum- 
mum, oberste Gewalt, des Blutbanns c. — 
Imperman-en! (lat.), a.: nicht permanent (s. d.), 
unbeständig 2c. , f.: 0: Unbestand. — 
Impermeab-el llat.), a., ililäl, f.; O: s. im- 
penetrabel 2c. — Impermuläb-el (lat.), a.: un- 
vertauschbar. -ilität, f.; 0: Unvertauschbarkeit. 
— Imperson-al (lat.), a.: unpersönlich: J.= 
Konte (s. d.) 2c. älc, n., —; Talken (§ 21, 
3, n., Mz. : Alial: unpersönl. Zeitwort (Verbam 
i.). alitäl, f.; 0: Unpersönlichk. -ẽll(frz. ), .: 
unpersönl. — Imperspihnität (ulat.), a.: Man- 
gel an Perspikuität (s. d.), Unklarheit 2c. — 
Impersuasibe-#el (ulat.), a.: unüberredbar, durch 
keine Uberredung v. seinem Vorhaben abzubringen. 
ililät, k.; 0: Unüberrerbarkeit. — Imper lin- 
ener (frz. engpertinängß), f.; —s: Impertinenz. 
on# (lat.), a. [8 24, 3, ntis!: ungehörig: 
Articuli impertinéntes, ungehörige Fragartikel 
Implemenlum 
(Impertinentlen). -ent, a.: ungehörig, ungezie- 
mend, unverschämt, flegelhaft 2c.; scherzh. auch: 
J. blond, roth (v. der Haarfarbe). -ntien, pl.: 
impertinente Dinge, Ungehörigkeiten 2c. (s. imper- 
tinens). -enz, f.; -en: das Impertinentsein (z. B. 
auch: Rothen Haaren die J. benehmen. vazar 14, 
116c) — u. (m. Mz.): Außrung, Kundgebungdes- 
selben, s. Impertinentien. — Imperturb-abel (lat.), 
a.: unerschütterl. G. 27, 506 rc. Labililät, (.; 
0: Unerschütterlichkeit. - alion, f.; (-en): unge- 
störte Gemüthsruhe, Gleichmuth. kert, a.: un- 
geslört, unangefochten. — Impesstieren (nlat.), 
tr.: verpesten. — Impetig-inös (lat.), a.: mit 
Impetigo behaftet, räudig 2c. Jo, k. [8 24, 3, 
Tinis): Hautausschlag, nam.chronischer (vgl. Exan- 
them), Räude, Grind, Flechten. -olog, m., Sen, 
(—); —en: Einer, der über Impctigines u. deren 
Behandlung lehrt. Dazu: 3ikc, f.; isch, a. 2. 
— Inmpetr-abel (lat.), a.: erreichbar. ant, 
m., -en, (—); —en: (Rechtsspr.) Derjenige, der 
in Proceßsachen auf sein Vorbringen wider seinen 
Gegner (den Impetraten) ein Restript erwirkt, Klä- 
ger 2c. (vgl. Implorant). -antisch, a.: vom Im- 
petranten ausgehnd r2c., klägerisch. -al, m., en, 
(—+9); -en: (l. Impetrant) der Belangte, Verklagte 2c. 
Dazu: J-isch, a.: den Jen betreffend c. —ation, 
f.; -en: Impetrierung, Erlangung, — bes. eines 
Restripts wider den Gegner in Rechtssachen. 
-ativum, n., —#; va [8 21, 2, n.]): I.; augürium 
od. ausplceium i., impetritum, ein günsüiges 
Auspicium (s. d.). -ieren, tr.: Etwas erlangen, 
erreichen, nam. auch im engern Sinn als Jmpe- 
trant (s. d.). — Impet-o (it.), m.: impetus: 
Coni. (Mus.), mit Ungestüm, rasch, feurig. —= uÖS# 
(lat.), a.: mit Ungestüm, heftig, andringend rc. 
- uo (it.), a.: con impeto. - us, m. (§ 21, 
11: Ungestüm, heftiger Angriff, Anfall 2c. — 
Impie (lat.), adv. zu impius, der Pictät erman- 
gelnd, unfromm, gottlos 2c. —äl, f.; —## 
Ggstz von — u. Mangel an — Pietät (s. d.) u.: 
Kundgebung solcher Gesinnung: Mit meinen J-en 
mogen Sie nach meinem Hinscheiden walten u. schalten. 
Humbold" Ens. 104; G. 26, 18. — Impignor-alian 
(nlat.), f.; —-en: Verpfändung (s. Imregne). 
irren, tr.: verpfinden. — Impingieren (lat.), 
intr. (baben): gegen Etwasverstoßen. — Impingu-- 
ens llat., § 24, 3, n., entis. Mz. Cutial: sett- 
machendes Mittel. — Impitogable (frz. engri- 
toajäb'l), a.: unbarmherzig. —. Impius (lat.), 
a.: s. impie. — Implahäb-el (lat.), a.: unver- 
söhnl., unerbittl. -ilitäl, f.; 0: Unversöhnlichk. 
— Implantk-atiön (ulal.), k.; —en: Einpflan= 
zung 2c. #errn, tr.: einpflanzen, einimpfen. — 
Implaufib-el (ulat.), a.: nicht plansibel (s. d.). 
ililät, f.; 0: das Implausibelsein. — Imple- 
ieren (lat.), tr.: erfüllen, ergänzen. -menl, nu., 
—e)s; —e: Erfüllung, Ergänzung; Hilfsmittel; 
das Sich-Verfüllen eines Geschwürs mit Eiter u.: 
der Eiter 2c. -menluml§ 24, 2, n.]: Implement: 
1. contráctus, Vollziehung des Vertrags 29. —
        <pb n="541" />
        Implieieren 
Implĩ-cĩẽren (lat.), tr.: in Etwas mit ein- 
schließen, mit einbegreifen, mit hineinziehn ꝛe. 
cike, adv.: impliciert, unentwickelt in Etwas mit 
einbegriffen, ohne ausdrickl. Nennung darin lie- 
gend:. Da müssen auch wehl die 10 Gebote drin sein“ 
J. wohl, nicht explicite (s. d.). G. 9, 30, vgl. 
adjekt.: Implicitus (s. Contradictio). -kation, 
f.; —en: Implicierung, Verflechtung 2c. — 
Implor-ant (lat.), m., —en, (—); —en: Bei der 
Imploration (s. d.) heißt der Kläger J., der Verklagte 
Implorät lm., —en, (—); —en]. Dazu: Jisch, 
u.: implorätisch, vgl. Impetrant 2c. Latiön, 
f.; -en: Implorierung; Schutzgesuch beim Ge- 
richt; Klage im summarischen Proceß. atörisch, 
atorius, a.: implorierend. -iren, tr.: an- 
slehn, um Hilfe nachsuchen, beim Gericht 2c. — 
Implüvi-um (lat.), n., —##; zen [8 24, 2, n.]): 
4) im Atrium (s. d.) des altröm. Hanses der in 
der Mitte, gw. unter einer viereckigen Offnung des 
Daches liegende Theil mit einem Bassin fürs Regen- 
wasser (welches Bassin bes. J. hieß), auch complü- 
vium, s. Guhl 2, 76 ff.; weiss Kost. 1, 1168 ff.; In 
den sounenlichten marmornen Imrluv'len. Gutzkom 
Schön. Stund. 122; Bank Bild. 2, 347 2c. — 2) der 
Vorhof einer Kirche 2c. — 3) Regenbad, Douche. 
— Impolk (frz. engp 2c.), a.: unhöflich, unge- 
schliffen. -esse, f.; —n: Unhäflichk. 2c. — 
Imponderäb-el (lat.), a.: unwägbar: Der Aus- 
druck: „i-e Materie“ ein Widerspruch in sich selbst. 
durmeister 9B. 1, 253. -ile, n., —; -ilken (56 24, 
3, n., -ilis, Mz.: ial: Außer dem Wärmestoff neh- 
men die Physiker noch andere unwägbare (imponderabele) 
Stoffe an, welche man mit dem gemeinsamen Namen der 
Imponderabilien bez. IMũler Pbys. 1, 31 r2c., s. In- 
coercibilien. ilität, f.; 0: Unwägbarkeit: Eine 
Race v. Lilliputern lals Reitern], deren ganzes Verdienst 
in der J. besteht. Zoller Renn. 57. — Impon-nke 
(it.), a.: imponierend, — bes. (Mus.). U#### 
(lat.), intr. (haben): Einem i., einen mächtigen 
Eindruck, dem er sich nicht entziehn kann, auf ihn 
machen; selten tr.: Die tropische Natur impeniert sein 
ungewohntes Auge durch ihre Eigenschaften. Burmeister 
gB. 2, 275 2c.; s. imposant. — Impönil-nk (lat.), 
a.: unbußfertig. -enz, f.; 0: Unbußfertigkeit. 
— Inmpopul-äáä, larilät: s. unvopulaͤr. — 
Impor-ös (nlat.), a.: nicht perös (s. d.). 
osität, f.; O: das Imporössein. — Impört 
(ulat.), m., —e)s; (e), -en: (s. Ervrort): Ein- 
fuhr; J—en od. J.-Waaren; Die Kompteirs der 
größten Export= u. J.-Häuser. Globus 6, 98b; 
Nachdem der Neger-J. seit 1 3 Jahren aufgehört. ebd.; 
Der Total-J. Uat-3. 21, 19; Rückvergütung des J.= 
Zoll-Betrages. 207 2c. -äbel, a.: bessen Ein- 
fuhr freisteht (importierbar). -ance (frz. engvor- 
tängf’'), f.; 0: Wichtigk., Bedentsamk., Belang 2e. 
än, a.: wichtig, bedeutend, erheblich. -anz, k.; 
0: — Importance. Jation, k.; -en: Waaren- 
Einfuhr: 3—8-Listen. Kohl Pet. 2, 14 2c. -ator, 
m., —; ören: Einer, der Waaren importiert; frz. 
Importeur lengportörl, m., —s; —, (—e). GutS- 
kow 3. 3, 9. -ieren: 1) tr.: Waaren einführen: 
Impresario 525 
Ein Land, das Rohprodukte erportiert (s. d.) u. die 
daraus gefertigten Fabrikate wieder importiert 2c.; Im- 
portierte Waaren, im Ggstz der inländischen, — bef. 
v. Cigarren, z. B. auch: Er drängte dem Maler eine 
der trefflichsten Importierten auf. Abecker Rabbi 1, 1, 
164. — 2) intr. (haben): v. Belang, v. Beden- 
tung sein; Etwas bedeuten, zu sagen haben. — 
Importün (lat., auch in frz. Ausspr.: engpertöng), 
a.: unbeqnem, lästig fallend, nam. v. Etwas, 
dessen man sich durch sein An= u. Aufdringen od. 
durch seine anhaltende Dauer nicht erwehren kann. 
kéren, tr.: Einem lästig fallen, ihn belästigen, 
belästigend ihn nicht loslassen. ität, f.; 0: das 
Imrortunsein. — Imp-os (lat.), a. [8 21, 3, 
-otis!): unvermögend, obnmächtig, schwach: l. 
änimi, geistesschwach. — Impof-abel (frz. 2c.), 
a.: steuerpflichtig, steuerböor. -ant, a.: imponie- 
rend. -ition, f.; —en: das Auflegen, z. B. der 
Hände, der Steuern 2c. -ilus, a. [824, 21: auf- 
ge-, aufer-legt: Impösito siléentio, nach auferlegtem 
Stillschweigen 2c. — Impossib-el (lat.), a.: un- 
mögl. „ilität, f.; O: Unmöglichk. — Impöst 
(mlat.), m., —-es; —#e: 1) Auflage, Steuer. G. 7, 
366 r.; Stempel-J. RNabner 2, 55 2c. — 2) 
(Bauk.) das vorsoringende Simswerk eines Pfei- 
lers, worauf ein Begen ruht, Kämpfer. Sulzer 3, 
4a; frz. imposte (engröst), f.; —#s#; lat. inenmba. 
Srur (frz. engrostör), m., —#; —#: Betrüger, Ver- 
leumder. sicren (it.), tr.: mit Impost (1) be- 
legen, besteuern, beschatzen 2c. -0: s. Imrasto. 
or (lat.), m. [8 24, 3, Sris]: Betrüger: I-es 
docti, gelehrte Betrüger 2c. — Impdot (frz. engvo), 
m., —§; —#: Impost 1. — Impok-ens (lat.), a. 
(&amp; 24, 3. -Hntis); -#nt, a.: unvermögend, nam.: 
zengungsunfähig. entia, f. [8 24, 11; -enz, 
k.; —en: das Impotentsein. — Imprägn-ation 
(lat.), f.; —en: Imprägnierung. - ator, m., —s; 
ören (§ 24, 3, öris): Schwängrer. —iẽren, tr.: 
schwängern, — auch (Chem.): Wasser ꝛc. mit Satz, 
mit Kohlensäure rc. i., schwängern; bewirken, daß es 
diese Stoffe in sich aufnimmt; auch retfl.: Das 
Wasser imprägniert sich mit Kohlensäure; sie imprägniert 
sich rem Wasser; Die Stoffe, welche sich der atmosphä- 
rischen Luft imprägniert haben. Junghuhn 18 2c. — 
Impräjudieser-lich, -t; Impraktikäb-el; 
Silität; Imprämedilfert; Impräpar-ation; 
#kert; Impräscich;; Impräshriptib-el; 
Silität: s. Gystz (ohne im) vräfuricier-lich, »t ic. (vgl. 
unpräjudicierlich 2c.). — Impre -eseren (lat.), tr.: 
Einem Etwas anwünschen, nam. Böses; ihn ver- 
wünschen, verfluchen. rätio, f. [8 24, 3, önisl; 
Tkatiön, fz-en: Verwünschung, Fluch.-kakörisch, 
a.: verwünschend. — Imprenabel (frz. eng—), a.: 
unnehmbar, uneinnehmbar. — Improesa (it.), 
f.; -e: Unternehmung, — bes.: die, dem Publikum 
für eine Stagione (s. d.) die erforderlichen theatra- 
lischen, — nam. Opern= — Vorstellungen zu ver- 
schaffen: Der die J. des Theaters San Samuele batte. 
Sozar 14, 1 Sc 2c. Järio, m., —; -ärken, ãrj: 
Unternehmer; Einer, der die Ausführung u. Lei-
        <pb n="542" />
        526 Impreseriplible 
tung v. Etwas übernimmt (vgl. Asentlsta), z. B.: 
Dem J. der Gebirgsdiligenza. Gutzkom Z. 9, 275; 
Mit der Verköstigung wurden wir auf einen J. vertröstet. 
Nal 3. 20, 247 2c.; bes.: Thealerunternehmer: Die ital. 
Impresarien. 2 1, 99 2c.zauch (obwohl unkforrekt) nicht 
selten: Der Impress arlo, z. B. eißner Sanf. 2, 91; 
FSpielhagen Zw. Stund. 214. — Inpreseriplible 
(frz. engprehskriptib'l), a.: imprästriptibel, unver- 
jährbar. — Impress-ario: s. Impresario. Sibel 
(nlat.), a.: für Eindrücke empfängl. Sibilität, 
f.: Empfänglichkeit. -iön, f.; Sen (auch frz. 
engrreßjöng, f.; —6): das Drucken; der Eindruck, 
die Wirkung 2c.; (Mal.) das Gründen und der 
Grund eines Gemäldes (auch Imprimure). 
Sion(nhäbel, a.: impressibel, erregbör 2c.: Seine 
überaus leicht impressionable Natur. Ning Verl. Gschl. 
1, 74. -ĩv, a.: Eindruck machend, eindringlich. 
usm /S21, 2, n.]: etwas Gedrucktes, Druckschrift. 
— Imprévog-äure (frz. engprewoajangß), 1.; —6: 
Unvorsichtigg. -ul (-äng), a.: unvorsichtig. — 
Imprim-alur (lat.): „es mag, kann gedruckt wer- 
den“ (s. Ggstz: damnätur); anch n., —#; —6: die 
v. einem Censor (s. d.) gegebne Druck-Erlaubnis; 
mit ugw. Betonung eines vd. des andern der Reim- 
wörter: So haben sie kurzum versagt das kleine Wört- 
lein: i.] Das scheint mir wider alle Natur. Uicolai 1, 
171 (J. od.: Nätur?2). —é (frz. engprime), 
n., —#; —6: — Impressum. —erĩẽ, f.; —s —eyn: 
Druckerei. -ur □ör), m., —é; —: Duucker. 
Tren (lat.), tr.: Etwas eindrücken, aufdrücken; 
Einem Etwas elnprägen, einschärfen 2c. Jurr 
(frz. engprlmür), f. /— : s. Impression. — Improb- 
abel (lat.), a.: Ggstz zu probabel (s. d.); unwahr- 
scheinl.; unerweisl.; verwerst. -abililät, f.; 0: 
das Improbabelsein. -alion, s.; -en: das Miß- 
billigen, der Tadel. fren, tr.: mißbilligen, ta- 
deln, verwerfen. -iläl, f.;-en: Mangel an Pro- 
bität (s. d.); Unredlichkeit c. — Improduhklir 
(nlat.) a.; Sitäl, f.; Improsilabel, a. 2c.: s. 
un produktiv re. — Impromptu (frz. engprongtü), 
n., —6; —6 : (s. in promptu, vgl. Ex abrüpto; 6 
improviso; Ex témpore; Autoschedlasma 2c.) Steg- 
reis-Erzeugnis, nam. -Gericht, z. B. w. HV. 2, 
101; G. 8, 175 te., vgl.: Den Charalter des In- 
prompin. G. Sch. 6, 135 2c.; auch scherzh.: Was 
aus diesem kleinen J. der artigsten unter den Grazien 
lihrem u. eines Fanns Erzeugten] geworden. W. 3, 
132 rc. — Improper-io (it.), m., —#; -j, #en: 
Vorwurf 2c.: Die s. g. Improperien, die Vorwürfe, 
welche der gekrenzigte Gott seinem Volle macht. Sie 
werden Charfreitags früh gesungen. G. 24, 266. — 
Improportion (ulat.), f. en: Mangel an Pro- 
portion (s. d.) vd. an Ebenmaß. t,, a.: nicht 
proportioniert (s. d.), des Ebemmaßes ermangelnd, 
unverhältnismäßig. — Impropri-aliön (lat.), 
f.; -en: Belehnung mit Kirchengütern; Pfründe, 
die ein Laie zu vergeben hat. ,, adv.: uneigent- 
lich; bildl. -elät, f.; (en): Uneigentlichkeit, 
Bildlichk. des Ansdrucks 2c.: J. eines Lehens, die 
Verleihung desselben mit besondern, eigentlich bei 
Lehen nicht übl. Bedingungen. — Improsperilät 
Impune 
(nlat.), f.; (-en): Unglück. — Improvement 
(engl. —rüw-), n., —#: —6: Verbeßrung (vgl. 
Melioration 2c.): Nur im Vereiche des materiellen Wir- 
kens (des i.!) ein reges Schaffen zu dulden. Treilschke 
Hist. 619; auch: An der Stelle ein J. anzulegen, d. h. 
sich dort niederzulassen. Grube Ch. 2, 16, vgl.: Ein 
improving country (köntril, ein fortschreitendes 
Land. Kohl Irl. 2, 92. — Inprovi-denz 
(latein.), f.; (-en): Mangel an Vorsorge, 
Unvorsichtigkeit. -fäde, f.; —n: improvisier- 
tes Gedicht 2c., it.: improrvisät-a., f.; -e, 
— oft (wie auch beim Folgenden) mit einfachem 
st. des richtigern Doppel-v. saleur (frz. engrro- 
wisakös), m., —8; —s: Improvisator, weibl.: 
-satrice Ltrißl. sation, f.; —en: das Impro- 
visferen — u.: etwas Improvisiertes (s. Improvi- 
sade): J—s-Talent 2c. ator (it.), m., —SÖ; 
ören: Stegreifdichter (vgl. Antoschediast), weibl.: 
Improvisatörin; it.: Einem Improvvisa- 
töre. TLorster It. 1, 111; Die beruhmte improrvi- 
Satricce (—ritsche! Corilla. 113. Dazu: Impro- 
visatörenhaft, a., in der Weise eines J-6; 
Keck u. fast improvisatörisch. Eichendorff Gsch Dr. 
95; Das Improvisatörenthum, Thun und 
Treiben eines Improvisators 2c. sitren, tr.: Et- 
was aus dem Stegreif, ohne vorbergehnde, längre 
Vorbereitung zum Besten geben, nam.: Verse i., 
wobei auch das Obj. oft wegbleibt (vgl. ertempo- 
rieren): Nichts ist leichter, als im Italiänischen zu int- 
provv isieren. Forller It. 1, 114 „c.; Improvisierte — 
Reden, Dramen 2c. —, scherzh. : Feste, Bewirthung 2c.; 
Well er ganz kalenderwidrig zu viele Feiertage improvi- 
sierte. Upitavai 36, 368; Der letzte Schnee kam als 
improvisierter Wildbach. Waldau N. 1, § te. „sus, 
a.: unvorhergesehn, unvermuthet: Ex improvĩso, 
unversehns, unvorbereitet 2c. (vgl. ẽx #npore, ẽx 
abrũpto ic.). — Imprud-ens (lat.), a. 1824,3, 
éntis]; -Ent, a., -enter, adv.: unvorsichtig, un- 
besonnen, unflug 2e. nlia, f. [824, 1, enz, 
f.; —en: Unvorücchtigk., Unbedachtsamk., Unklug- 
heit 2c. — Impub-erläl (lat.), f.; O: Unmann= 
barkeit. -es, a. [8 21, 3, eris!, Sis, a. 18 24, 
3, uv. : Uunmannbar. — Impud-ens (lat.), a. 
[&amp; 24, 3, émtis); ent, u.; -enter, adr.: un- 
verschämt, unkeusch 2c. ntia, 1. [824, 17, -enz, 
f.; —en: Unverschämtheit 2c. cc, adv.: unzuch- 
tig. ictlia, f. 1824, 1); -ieilät, f.; 0: Scham- 
losigk., Unzucht 2c. — Impugn-aliön (lat.), f.; 
—en: Angriff, Anfechtung 2c.: J—###.chrift, des 
Produkten (s. d.) gegen die Beweisführung des 
Producenten. ren, tr.: angreifen, bekämvfen 2c. 
— Impniss-ance (frz. engpnißingũ), f.; —: Im- 
potenz. -äul (-äng), a.: impotent. — Impüls 
(lat.), m., -es; —e: Antrieb, Anregung zu Gt- 
was 2c. -ĩtren, tr.: antreiben ꝛe. -iõn, f. en: 
Antreibung, Antrieb 2c. io, a.: antreibend, an- 
regend 2c.: Wie i., warm aus dem Herzen guellend sind 
alle riese Dramen! Solon 3, 710. Joriälrs, pl.: 
(Cütera) i., Ereitatorium (s. d.) an ein säumiges 
Gericht. — Impüne llat.), adv.; straf-los,
        <pb n="543" />
        Impunität 
gefrei. ität, (3#0: Straflosigk. — Impür (lat.), 
a.: unrein, unlaunter, unzüchtig 2c. -isitiert, a.: 
ungereinigt. -imus, m., uv.; 0: Sprach- 
mengerei. ifl, m.,—en, —#; -en: Sprachmenger (s. 
Ggstz: Purist): Jisch 2c. Titäl, f.; -en: Unrein- 
heit, Unreinigkeit, Schändlichk. 2c. us, a.: im- 
pur. — Imput-öbel (lat.), a.: zurechnungs- 
fähig, verantwortlich 2c.; auch: mit Verantwort- 
lichkeit verknüpft, verbunden, moralisch schwer wie- 
gend 2c.: Ze weiter die Fähigkeit, desto weiter u. unge- 
heurer ihre Verirrungq, desto imputabler fhre Verfälschung. 
Sch. 102b. -ãbilis, a.: imputabel: Krror nan 
ẽst i., Irrthum kann Einem nicht als Schuld an- 
gerechnet werden, s. Coactio 2c. abililäl, f.; O: 
das Imputabelsein, Zurechnungsfähigk., Verant- 
wortlichk. -ation, f.; —en: Anschuldigung: Das 
kann eine J. auf meine Ehre machen. (LSchröder Samml. 
4, 3, 33 2c.; Zurechnung, —s-Fähigk.: Wobei ihm, 
in Absicht auf Beurtheilung u. J., immer seine Halb- 
narrheit .. zu Statten kam. G. 27, 410 2c. alko, 
a.: imputabel. -ieren, tr.: Einem Etwas an-, 
zurechnen, es ihm Schuld geben, ihn beschul- 
digen 2c. — Impukrescib-el (lat.), a.: unver- 
weslich. ililät, k.; 0: Unverweslichk. 
Imrachör: s. Emir-achor. 
In: 1) präp.: in: a) (lat.): s. die abhäng. 
Hw., z. B.: In nüce (s. nux); in pärtibus ((. 
pars); in Sömnem eréentum ((. eventus) 2c. — b) 
(it.) Hier sind die Verschmelzungen m. dem ab- 
häng. best. Artikel zu bemerken: Negli, nei, nel, 
nell', nella, nelle, nello st. in — gli, i, il, I’, la, le, 
lo. — 2) als untrennbare Partikel, — durch Assi- 
milation übergehnd vor Lippenlauten (b, m, v) in 
im; vor I in il; vor r in ir —: a) (vgl. 4) ent- 
sprechend der Präpos. in (od. in-, ein- c.). — b) 
verneinend, — entsrrechend dem dentschen un, 
z. B.: In#abbreviert, als Ggstz zu abbreviert (s. d.) 
u. s. w., vgl. (für die Assimilation) z. B.: Il- 
lacerabel 2c.; Immakulabel 2c.; Im pair, Im pal- 
pabel 2c.; Jrraisonnable; Irrational 2c. 
Inabbreokfert (lat.), a.: unabbreviert, un- 
abgekürzt (s. in 2b). — Inabordöbel (frz.), a.: 
unzugänglich. — Inabrupt (lat.), a.: unab- 
gebrochen. — Inabslin-Ent (nlat.), a.: unent- 
haltsam. nz, f.; 0: Unenthaltsamkeit. — In- 
abundänz (nlat.), f.; 0: das Nichtvorhandensein 
v. Abundanz. — Inadägquät (nlat.), a.: un- 
gleich, unangemessen, unpassend 2c. — Inädisiha- 
tiön (lat.), s.; —en: das Aufrichten eines Gebäu- 
des auf einem Grundstück 2c. — Inadmissib-el 
(nlat.), a.: unzulässig. -ilität, f.; 0: Unzuläs- 
sigg. — Inadverkenz (nlat.), f.; —en: Mangel 
an Achtsamk.; Nachlössigk., Versehen. — Inaffäb- 
el (nlat.), a.: ungesprächig, ungesellig 2c. -ilität, 
f.; 0: inaffables Wesen. — Inaffehtalion (niat.), 
f.; 0: das Freisein v. Affektation (s. d.). — In- 
accenluiert (nlat.), a.: unaccentuiert. — 
Inacceptäb-el (nlat.), a.: nicht acceptabel (s. d.). 
ilität, f.; O: Unannehmbarkeit. — Ingcressib- 
el (lat.), a.: unzugänglich. -ilität, f.; 0: Un- 
Inaugural 527 
zugänglichk. — Inarcommodäb-el (srz.), a.: 
nicht accommodabel (s. d.). Jilität, s.; 0. — 
Inaccordäb-el (frz.), a.; unvereinbar: worüber 
fein Accord (s. d. 3) möglich ist. -ilität, f.; 0. 
— Inarrurat (nlat.), a.: der Acenratesse erman- 
gelnd. lsc, f.; —: Ungenauigkeit:c. — Inakt- 
iön (nlat.), f.; 0: Unthätigk., Trägheit 2c. -##, 
a.: unthätig; außer Aktivität od. Wirksamkeit. 
zivität, f.; 0: der Zustand des Inaktivseins. — 
Inaltenäb-el (nlat.), a.: unveräußerlich. -ililät, 
f.; O: Unveränßerlichkeit. — Inalliäb-el (frz.), 
a.: unvereinbar. -ilität, f.; O0. — Inalteräb-#el 
(mlat.), a.: unveränderl., unwandelbar. ililät, 
.; 0. — Inamäb### (lat.), a.: unliebenswür- 
dig. -ilität, k.;0. — Inamorälo: s.Innamorato. 
— Inamovkb-el (nlat.), a.: unabsetzbar, — auch 
metonymisch: J-es Amt 2c. Cililät, f.; 0. — 
Inan (lat.), a.: inanis. — Inanga: auf Neu- 
seeland, eine Art des Nephrits od. Grünsteins, 
dunkel mit rahmfarbigen Adern, vgl.: Kanairängi, 
hellgrün mit dunklern Schattierungen; Kawakawa, 
dunkelolivengriin. Jusld. 39, 1214a 2c. — 
Inanim-aliön (nlat.), f.; 0: das Inanimiert= 
sein. -iert, a.: Unanimiert, unbeseelt, leblos, un- 
angeregt 2c. — Inän-is (lat.), a. [824, 3, uv.1: 
leer; eitel. ilät, f.; O: Leere; Eitelf.; Nichtigk. 
ilion, k.; -en: 1) Aus-, Entleerung; Entkräf- 
tung durch Blutleere 2e.: J— s-Kur, Hungerkur. — 
2) (thevlog.) der Stand der Erniedrigung Christi. 
— Inappelläb-el (nlat.), a.: nicht appellabel 
(s. d.). -ilität, f.; 0. — Inappektenz (ulat.), 
f.; 0: Appetitlosigkeit. — Inapplihä-bel (nlat.), 
a.: unanwendbar. Sbilität, f.; O: Unanwend-= 
barkeit. -lion, f.; 0: Mangel an Fleiß, an Ge- 
schick ꝛc. — Inappreciäbel (frz.), a.: umschätz- 
bar (s. inästimabel). — Inapprehensib-el (lat.), 
a.: unbegreifl. -ilitäl, f.; —en: Unbegreiflichkeit. 
— Inappretiert, a.: ungappretiert. — Inapli- 
tüde (frz.), f.; —: der Mangel der Anlage, des 
Geschicks zu Etwas. — Inäquäl (lat.), a.: un- 
gleich, ungleichförmig (s. inegal). -ität, f.; -en: 
Ungleichheit 2c. — Inarcul-um (lat.), n., —; 
-a (§ 24, 2, n.]): Die Flaminica (s. d.) Diälis. 
Bei Ausübung des Amtes fügte sie zu ihrem Kopfschmuck 
das J., einen gebogenen u. an seinen Enden mit einem 
feinen Faden weißer Wolle zusammengebundenen Zweig 
eines Granatbaums, vermuthl. ein Symbol der Frucht- 
barkeit. Weise Kost. 1, 1109. — Inartihul-aliön 
(nlat.), f.; 0: Mangel der Artikulation, bes.: der 
Deutlichk. in der Ausspr. -ert, a.: unartikuliert. 
„ĩẽrung, f.; 0: Inartikulation: Er bekämwpfte als 
Referent die J. des Entwurfs. Naiß. 20, 219. — 
Inästimäb-#el (lat.), a.: unschätzbar. ilität, 
f.; 0: Unschätzbark. — Inalkent (nlat.), a.: 
unachtsam, unaufmerksam. Ciön, f.; 0: Unauf- 
merksamk. 2c. — Inaud-kbel (lat.), a.: unhör- 
bar. eibilität, f.; O: Unhörbarkeit. ##, a.: 
uUnerhört; so, wie man es noch nicht gehört, nicht 
erlebt hat 2c.; ungehört, unangehört 2c. — 
Inaugur-l (lat.), a.: auf Inauguration be- 
zügl., dazu gehörig 2c., bes. als Bstw.: Wahl der
        <pb n="544" />
        528 Inanguralion 
Reguikolardeputation zur Feststellung des J.-Diploms. 
Ual 3. 20, 249 2c#.; J.= PVrogrammata u.-Dis- 
sertationen. 3. 40b; J.-Disputation; 
ZNRede; Schrift, zur od. bei Erlangung eines 
akademischen Grads, beim Amts-, Würdenantritt 2c. 
Satioön, s.; -en: Inangurierung (s. Eranguration); 
Einweihung, zunächst durch die Augurn, dann 
allgm.; das Einsetzen in ein Amt, in eine Würde, 
bes. auf Akademien 2c. Eren, tr.: einweihen; 
feierlich in ein Amt, in eine Würde einsetzen ꝛe. — 
Inaur-atiön (lat.), -alür, f.; -en: Vergol-- 
dung. atus, a.: vergoldet: Pillulæ inauräte, 
vergoldete Pillen. ren, tr.: vergolden. — 
Inädüris (lat.), k. [8 21, 3, uv. ): Ohrgehänge, 
Ohrring. Weiss Kost. 2, 538. 
Inbat: s. Imbatto. 
Incen-diärius (lat.), m. [8 24, 2): Mord- 
brenner. dium, n., —; -zdken [8 24, 2, n.): 
Feuersbrunst; Aufruhr. sarium, n., —s; ken 
18 24, 2, n.]: (kirchliches) Näucherfaß, frz. en- 
censoir (s. d.). salion, f.; —en: Incensierung. 
ireren, tr., auch o. Obj.: mit Weihrauch 
(behräuchern, nam. kirchl. -sion, f.; -en: das 
Anzünden, der Brand. ôrium, n.: Inecen- 
sarium. -sum, n., —610 8 24, 2, n.): Weih- 
rauch. Weise 2, 170. — Incenlio (lat.), a.: an-, 
aufregend, anreizend ä-us); n., —(eys; -e: Reiz- 
mittel, i-um [8 24, 2, n.. — Inrept-io (lat.), 
f. [S 24, 3, önis): der Beginn, das Beginnen. 
—#, a.: den Beginn bezeichnend, vgl. inchoativ. — 
Incer-ation (lat.), f.; -en: Incerierung; auch: 
die Mischung trockner Stoffe mit flüssigen bis zur 
Konsistenz des Wachses. -eren, tr.: mit Wachs 
überziehn od. mischen. — Incessammenl (srz. 
engßessaming), adv.: unaufhörlich; in der nächst 
bevorstehnden Zeit, unverzüglich. — Incessib-el 
(lat.), a.: unabtretlar. -ilität, f.; O: Unabtret- 
barkeit. — Incést (lat.), m., —(e)s; —e: Blut- 
schande. en, tr.: schinden. - #ös, a.; blut- 
schänderisch. us, m. [8 24, 41: Blutschande. — 
Tnch (engl. insch), n., m., uv.; —es: 1/12 Foot 
(s. d.). — Inchoalio (lat.): 1) a.: das Begin- 
nen, Anfangen bezeichnend, auch: i-us (s. 2).— 
2) n., —e); —e: Il. vd. Ium [8 24, 2, n. , —es 
Zeitwort (verbum i-uml, wie z. B. viréscere, er- 
grünen zu: virre, grünen 2c. —, f.; Zn: Initiative 
(s. d.). — Ineid-ens (lat.), a. 824, 3,-ntisl: 
einschneidend, auch: (emsdia) incidéntia (od. In- 
cidentsen), einschneidende Heilmittel, d. h. drastische, 
— bel den Jatromathematikern auch: die schleimi- 
gen, zähen Sifte gleichsam zerschneidende od. zer- 
theilende Mittel. — Incid-enl (lat.), n.: ein- 
fallend; beiläufig 2c.: J. od. Incidenz- (s. d.) Fall, 
Punkt, -Winkel 2c. -enlarius, m. I§ 21, 21: in- 
cidentierender Nabulist 2c. -enter, ndv.; incident. 
nlien, pl.: 1) s. ineldens. — 2) Ineidenzfille. 
-enlieren, intr. (haben): durch Aufwerfen von 
Incidentien (2) die Hauptsache, die Entscheidung 
hinziehn. enz, k.; —en: 1) das Ein= od. Hineln- 
Fallen, — nam. in der Optik: J. (od. Jucident., 
Indechisfrierbar 
Einfalls-.) Loth; = Punkt (vorsch. 2)). Sinus 
[Sinus des J.-Winkels); „Strahl; = Winket, 
vgl. Reflerion. — 2) ein in, zwischen Etwas ein- 
tretender Fall, Zwischenfall, — bes. in der 
Rechtsspr.: J. (od. Ineident-.) Entscheidung; 
Fall, = Punkt (vorsch. 1), Sache 2c. Eit: s. 
Charybde. — Inciner-aliön (ulat.), f.; —en: 
Incinerierung. een, tr.: einäschern: 1) zu 
Asche brennen. — 2) mit Asche bestreuen, nam. 
am Aschermittwoch. — Ineip-ient (lat.), m., 
—en, —; —en: Anfänger. —ieren, intr. (haben): 
anfangen. — Incif-im (lat.), adv.: in kurzen 
Abschnitten, Sätzchen 2c. ion, f.; —en: Ein- 
schnitt, z. B. Cäsur (s. d. u. Direse). 109, 
jivus, a.: schneidend rc. (s. incidens), bef.: Dén- 
tes incisivi (od. incisörü), Schneide= od. IJ.-Zähne, 
J.e, die J-en c. u. dann auch: i—-us, auf die 
Schneidezähne bezügl., dazu gehörig 2c., z. B.: 
Os i-um, der Zwischenkiefer: Den Gaumentheil der 
obern Maxille gleich hinter den canälibus i-is. G. 26, 
93 2c. Jor, m., —; -zören [8 24, 3, öris): 
Schneidezahn (s. Insektor). -örium, n., —#; sen 
[&amp;J 24, 2, n.): Vorrichtung zum Schneiden, bei 
Wundärzten (— Bistouri, s. d.) u. Anatomen 
(— Sektions-Messer; Tisch). - um, n., —: -a 
[&amp; 24, 2, n.): Einschnitt; ein kurz (gleichsam ab- 
geschnittnes) Satzglied. -ür, f.; —en; -Ura, k. 
[8 24, 11: Einschnitt. — Incil-abel (lat.), a.: 
erregbar, reizbar, vgl. irritabel ie. abililäl, f.; 
0: Reizbark. 2c. -ament, u., —(eys; -e: Reiz, 
Reizmittel, auch: i-um /§ 24, 2, n.). ans, a. 
[§ 24, 3, -Antis): reizend, die Lebensthätigk. an- 
regend 2c., nam.: (Remödium) i., derartiges Heil- 
mittel, Mz. : ineitántia, vgl. exeitans. -alion, 
f.; —en: Incitierung. alfr, a.: inecitans. 
eren, tr.: an-, erregen, anreizen, antreiben, an- 
spornen, anstacheln, aufhetzen 2c. — Ineiv-il 
(lat.), a.: Ggstz zu eivil (s. d.), unhöfltich, un- 
manierlich 2e. ilisièrk, a.: uncivilisiert. -ililät, 
s.; -en: inciviles Betragen. -ismus, m., uv.; 
0: Mangel an Bürgersinn. 
Indäg-abel (lat.), a.: ausspürbar; einer 
Untersuchung unterworfen. aliön, f.; Sen: 
Nachspürung, Nachforschung. ator, m., —; 
ören [8 24, 3, öris): Nachspürer 2c. #ieren, tr.: 
auf-, aus-, nachspüren, erforschen 2c. Jo, f. [824, 
3, einis): (weidm.) Einkreisung; Den J. er. das 
Wildgebäge der bischöfl. Burg. Brachvogel Mich. 1, 14; 
Auf-, Nachspirung; Erforschung c. (Rés altiöris 
indläginis, Sachen, die einer tiefern Nachforschung, 
Untersuchung bedürsen); Prälatenwahl. — 
Indöbil-e, o (lat.), adv., -us, a.: ohne das 
dazu eine Schuld, Verpftichtung obwaltet. —um 
(§ 24, 2, n.): Etwas, das man irrthümlich, obhne 
Verpflichtung dazu, geleistet, gezahlt hat: Solütio 
indebiti, solche Zahlung; Condictio indebiti. Klage 
auf Rückgabe derseiben. — Indre-#n! (lat.), u.: 
gegen die Decenz (s. d.) verstoßend. nz, (.; 
—en: Mangel an —, Versteß gegen die Derenz. 
— Indechisfr-äbel (frz. —schif-), -ier ba, a.:
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        Indecis 
unentzifferbar. — Indeeks (lat.), a.: Unentschie- 
den. -iön, f.; 0: Mangel an Entschiedenheit; 
Unschlüssigg. -, a.;: nicht entscheidend. —us, 
a.; indeeis: Rös indecfsa, eine noch unentschiedne 
Sache. — Indefatig-abel (lat.), a.: nnermüd- 
lich, vgl.: Dector indefatigäbilis. indner 
Schop. 112. Labilität, f.; 0; -ation, f.; 0: 
Unermürlichkeit. — Indesektib-el (ulat.), a.: 
mangellos c. -ilität, k.; O: Unfehlbarkeit 2c. — 
Indefen-ibel (ulat.), a.: nicht zu vertheidigend, 
unhaltbar. -ibilität, f.; O0: Unhaltbarkeit. us, 
a.: unvertheidigt, nam.: ohne Rechtsbeistand. — 
Indefin-i (frz. eng 2c.), a.: unbegrenzt, unbe- 
stimmt, z. B.: Article i. (s. Arttkel 3) 2c.; Partait, 
[□—fätl i., das gw. Perfektum, im Ggstz zum Defini 
(s. d.). -bel (nlat.), -Verbar, a.: undefinier- 
bar. it, a.: unbestimmt, auch: i-us (s. Artikel 3) 
u. als Adv.: i-e. — Indeelin - äbel (lat.), a.; 
äbilis, a. [824, 3, uv.]): — un. od. indeklinierbar; 
als neutr.: (Nömen) indeclinäbile, ein undeklinier- 
bares Hauptwort, MzZ.: Nömina indeclinabflia. — 
Indecöruns (lat.), a.: des Decorums (s. d.) er- 
mangelnd, dagegen verstoßend. — Indelkbil-is 
(lat.), a.: unauslöschl.: Charäácter (s. d.) i. 
Zität, f.; 0: Unauslöschlichkeit. — Indeliberkert 
(nlat.), a.: unüberlegt. — Indelihkat (nlat.), 
a.: der Delikatesse, des Zartgefühls ermangelnd. 
esse, f.; O: Mangel an Zartgefühl. — Indemn- 
isatiön (nlat.), f.; —en: Schadloshaltung, Ent- 
schädigung, Vergütung. isiren, tr.: entsch#- 
digen 2c. Zität, f.; —en: Straflosigkelt, — bef. 
im konstitutionellen Staatsleben: I—s-Bill, „Gesetz 
(engl. bill of indmnit yF), wodurch die Regie- 
rung für etwas v. ihr zu Verantwortendes v. dem 
Parlament die Erklärung der Straflosigkeit nach- 
sucht: Von allen Definitionen der J. halte ich nur die 
für richtig, welche Cor gegeben: Vorausnahme der Be- 
gnadigung vor erfolgter Beurtheilung. Naiß. 19, 445; 
Als die Regierung mit dem J-38-Gesetz das bestehende 
Recht des Landes anerkannte. 20, 436 2c. — 
Indemonsträb-el (lat.), a.: unerweisl. ilität, 
f.; 0: Unerweislichfk. — Indenization: s. Deni- 
zation. — Indent-ätus (ulat.), a.: „eingezähnt“: 
Cbärta (s. d.) indentäta, engl.: indenture 
lindentschurl, f.; —. — Independ--ent (nlat.): 
1) a.: unabhängig. wackern. 4, 80 1 20 2c.; auch: 
dem Independentismus anhängend. DMufs. 15, 2, 
594. — 2) m., -en, —; —en: Art englischer Dissen- 
ters, die nam. die Unabhängigk. jeder einzelnen 
Religionsgemeinde verlangen: Nicht fähig, einem 
J-en völlige Gerechtigk. wirerfahren zu lassen. -Entisch, 
a.: dem Independentismus huldigend. Mag. d. 
AJusld. 34, 425b; Salon 3, 319. Fentismus, m., 
uv.; 0: die Grundsätze u. Lehren der nach Unab- 
hängigk. Strebenden, nam. auch religiös: der In- 
dependenten. -entist, m.p—en, );-en: Anhänger 
des Independentismus. Dazu: J#isch, a.: s. in- 
dependentisch. -#nz, f.; 0: Unabhängigk., Selb- 
ständigk. — Indeploräbel; Indepossediert: 
s. Deplorabel; Depossedieren. — Inder: m., —s; 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Indirieren 529 
uv. : Indier: Im ÖOst-J.-Meere. Sch. Göd. 1, 282. 
— Indestruhtib-el (ulat.), a.: unzerstörbar. 
ilität, k; 0. — Indetermin -äbel 2c.: s. De- 
termin-abel . — Indevot (lat.), a.: der Devotion, 
der Frömmigk., Ehrerbietung gegen Höheres er- 
mangelnd. iön, k.; 0: Mangel an Devotion 2c. 
Ind-er (lat.), m., uv.; -ices [8 24, 3, icis]: 
Anzeiger; Zeiger, z. B. an astron. Werkzeugen 2c.; 
(Math.) die die Stellenzahl anzeigende Zahl (z. B.: 
J. einer Reihe) 2c.; Zeigesinger — Titulus (s. d.) 
eines Buchs rc.; Verzeichnis, vgl. Register u. z. B.: 
Man bringt uns .. kommentiert cüm Indice Imit einem 
J.in fölio 4d lücem. B. 40 b zc. (s. auch indica- 
törius), bes. auch: J. od. vollständig: I. Ubrörum 
prohiditörum, das Verzeichnis der verbotnen Bücher, 
d. h. der v. der kathol. Kirche verbotnen, — zu 
dessen Vervollständigung eine eigne Kongregation des 
J. (congregätio fndicis) v. Papst Sirtus V. ein- 
gesetzt wurde: [Das Stück Ponsard's,] das gewis nicht, 
wie einst Galtlei'# Buch, auf den I. congregatiönis 
kommen wird. Herrig 10, 34 2c.; auch verallgemeint 
z. B.: Daß Mütter u. Erzieher das Buch ohne Zögern 
auf den J. für die Jugend setzen. Mag. d. Ausld. 36, 
400a 2c. — Inderterität (ulat.), f.; —en: Man- 
gel an Derteritit (s. d.), Ungeschicklichkeit. — 
Indi-a (lat.), f. [8 24, 11: das Land Indien; 
auch engl., z. B. I.rubber lröbberl, Kautschuk 
(lI. d.): Es könnten hier nur I.-rubber-Bäume eri- 
stieren, die ibren elgenen Makintosh mit auf die Welt 
brächten. Gerstäcker WW. 3, 281. -an: 1) (engl.) 
a.: indisch, indianisch: I. liquor llickör), in Nord- 
amer., durch Zusätze v. Wasser, Pfeffer, Taback 2c. 
gesälschter Brandy, wie er den Indianern verkauft 
wird. Herrig 30, 214. — 2) (—) m., —(e)s; -e: 
Truthahn (frz.: Coq d’'Inde u. daher: Dindon): 
Vor Zorn roth wie ein J. Blumauer 2, 65; RBumohr 
Kochk. 73 2c. -äna: einer der vereinigten Staaten 
Nordamerika's. -aner, m., —#; uv.: Bewohner 
v. Indien, u. zwar nach heutigem allgm. Gebrauch 
die Urbewohner v. West-Indien u. in weitrem 
Sinn v. Amerika Übrh., während für die v. Ost- 
Indien die Bez. Ind(her, auch Hindu gilt (s. in- 
diänisch u. Indio), doch finden sich Abweichungen, 
z. B.: Die Perser, J. [Inder] u. andre heidnische Völ- 
ker des Alterthums. Kant Rel. 212 ꝛc. u. umgekehrt: 
Der Indter [st. I.] der peruanischen Sierra. pöppig 
Chil. 1, 193; 16 (so durchgehends in diesem Werk) 
2c.; auch: J., ein Sternbild des südl. Himmels. 
änisch, a.: aus Indien, — u. zwar gw.: aus 
Westindien stammend, auf die Indianer (s. d.) be- 
zügl., ihnen eignend 2c.; doch z. B. auch: Den 
Schlafrock mit i-en Blumen. .. Schlafrockcht ost- 
indischen Stoffs. G. 5, 4 ꝛc. u. allgm.: JI#e Vogel- 
nester, die aus Ostindien stammenden eßbaren Nester 
der Salanganen (s. d.). ianist, m., -en, —8; —en: 
Kenner der Sprachen Indiens, nam. des Sanskrits. 
— Indic-#e#n (lat.), pl. zu indicium (s. d.): Es 
liegen bedeutende J. gegen ihn vor; J.-Beweis; 
Schlüssiger ist selten eine J.-Kette. Upi#avat 36, 9 1 2c.; 
eren, tr.: Etwas anzeigen (s. d. 2 Se.), als 
34
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        Indicium 
530 
Indicium dafür sprechen, darauf hindenten, hin- 
weisen 2c. — nam. ärztl.: Hier ist ein Averlaß in- 
dieiert sangezeigt) 2c. - ium, n., —s; -len [§ 24, 
2, n ): Vermuthungs-, Verdachtsgrund, Inzicht 
(s. d. Ss.): Gegen-J. das gegen die Thäterschaft 
des Angeklagten spricht; Indicia fäcti, einer ver- 
übten That; remöta, entfernte 2e. — Ind -en, 
n., —; uv.: ein Land u. zwar o. Zusatz gw. — 
Ost-J., in Asien (vom Fluß Indus durchströmt), 
dazu: Verder- Uu. Hinter-J., vgl. in Amerika 
West- J., das der Entdecker Kolumkus ur- 
sprüngl. für den westlichen Theil des asiatischen 
J-s hielt: Die Schätze beider J. (s. Indies) 2c., 
auch, in Bezug auf den Reichthum nutzbarer 
Pflanzenerzeugnisse: Korsika könnte für Frankreich das 
Klein--J. des Mittelmeers sein. Gregorovius Korf. 1, 130. 
Sienne (frz. engdienn), f.; —s: Art feiner Kattun, 
Zitz (urspr. aus Ostindien). -er, m., —s; uv.: 
s. J wianer. -ies (engl. indis), pl.: Indlen: Von 
demsenigen Lande [Northumberland!, welches die Eng- 
länder lwegen des Kohlenreichthum ] ihre Black I. 
(schwarzes Indien) nennen, aus denen sie mehr .. Vor- 
theil gezogen haben als aus den orlentalischen u. occi- 
dentalischen Indien zusammengenommen. Kohl Engl. 
2, 10.— Indiffer-enre (frz. engdifferängß), f.; 0; 
Indifferenz. -ent (lat.), a.: Ununterschieden; gleich- 
gültig (objekt. u. subjektiv): Die Sache ist für Ze- 
mand i.; er ist i. dagegen 2c.; (Chem.): 3e (od. 
ncutrale) Verbindungen, im Ggstz der entschieden 
sauren od. basischen (vgl. Adiaphor). Tentismus; 
m., uv.; ismen: Greichgültigk. u. Lauheit, wo es 
gilt, sich entschieden auf eine od. die andre Seite 
zu stellen: Sie nennen beschönigend ihren J. Unpartei- 
lichkeit (s. d., vgk. Neutralität). -entist, m., -en, 
(—#); —en: ein dem Indifferentismus Huldigender. 
Tnz, f.; —en: das Indifferentsein (s. Indifferentis= 
mus), auch: der Zustand, wo 2 entgegenwirkende 
Kräfte od. Gegensätze einander aufheben: 3.- 
Punkt (vgl. Gleichgültigkeitspunkt. G. 37, 241). — 
Indig, m., — ; (e): Indigo (s. d. : 6. 38, 167; 
J., J.-Blau, „Pflanze, Probe, -Sorte 2c. Kormarsch 2, 
296 ff.; prechl 8, 12 ff. 2c. — Inde igen (lat), 
a.: eingeboren: Die Landesverfassung weist das Recht 
an Guterbesitz dem i-en Adel zu. Grenzb. 25, 1, 3 383 2c. 
rigena, m. [8 24, t]: ein Eingeborner. igenäl, 
n., -(e)s; (-e): J., J(—8)-Recht, das Recht, das 
— od.: wie es — der Eingeborne hat (Inkolat); 
Das Bundes-. J. Um-3. 20, 450 2c. -igeno (it. 
Sidsh#no) a.; m., uv.; ni: eingeboren; ein Ein- 
geborner, nam.: Die s. g. Indigeni, d. h. die italiäni- 
schen Regimenter des Papstes. 131; 479 2c. -igenus 
(lat.), a.: eingeboren. — Indig-nt (lat.), a.: 
bedürftig, arm ꝛe, -en#, k.; (-en): Dürfiigkeit, 
Mangel 2c. — Indeiges (lat.), m. (§ 21, 3, 
getis]: ein wegen seiner Verdienste um sein Land 
unter die Heroen Versetzter, heimischer Schutzgott 
Gndigst). — Indigest (lat.), a.: unverdaut; un- 
geordnet, roh 2c. (vgl. krud). -##bel, a.: unver- 
daulich. -ibilität, f.; O: Unverdaulichkeit. ion, 
f.; —en: Unverdauung; Verdauungsbeschwerde: 
Indicatkor 
J#-Beschwerden 2c. — Indiget, m., -en; -en: 
Indiges. — Indigil-atiön (nlat.), f.; Sen: 
Fingerzeig. -eren, tr.: einen Fingerzeig aufs 
Obj. geben. — Indign-atiön (lat.), f.; en: 
Entristung. errn, tr.: mit Entrüstung er- 
füllen: Indigniert, entrüstet. ität, f.;—en: Un-, 
Nichtswürdigkeit; schändliche Handlung, Behand-= 
lung 2c. — Jndig-o (span.), m., —; —8: J., 
Indig: 1) ein vorzüglicher blauer Farbestoff aus 
Pflanzen, schon den Alten unter dem Namen In- 
dicum (indischer Farbestoff) bekannt, wovon es im 
Handel eine große Anzahl Sorten giebt, nam. mit 
Bezug auf das Ansehn der frischen Bruchflächen: 
Blauer, violetter, rotber, gekupferter J.; ferner z. B.: 
Platt= od. Tafel.J., in platten Täfelchen (in di- 
cum in täbulis); Bastard-J., aus einer Pfl., 
Amörpha fruticösa gewonnen, zur Verfälschung 
des echten J-s dienend: Waid-J., eine verbesseite 
Waidfarbe 2c. — 2) die Pflanzen, woraus der 
Farbstoff (1) gewonnen wird, J.-Pflanzen (s. Anil 2), 
. B.: Indigöfera tinctöria; pseudotinctöria, 
den besten J. liefernd; argentea u. v. a. — 3) nach 
der Ahnlichk, der Farbe auch übrtr. auf Minerale, 
s. Abelung, nam.: Kurfer. J., ein tiefblaues 
Kupfererz, eine Verbindung gleicher Atome Kupfer 
u. Schwefel. Karmarsch 2, 508 c. — 4) Als Bstw. 
(s. 296 fl.; Prech# 2, 191 ff.; s. 12) z. B.: Der J. 
enthält außer dem Indig= od. J.-Blau (od. Indigotin) 
noch J.-Leim, J.-Roth, J.-Braun; ferner: Indig- 
od. J. Farbe; -Färberei; Gelb; -Grün; 
Karmin (s.d.); -Lack;-Pavrier; = Pflanzen; 
Pflanzung;-Pilz. Bolstus eyanéscens; Sarbir, 
blauer Saphir;-Säure; „Sorten; Reducierende 
Stoffe, durch welche der J in einen farblosen, auflösl. 
Körper, J.-Weiß verwandelt wird, der durch orbdierende 
Substanzen wieder zu blauem J. wird 2c. öfera, (. 
[S 24, 11: Indigopflanze. -ogẽn, n., —e); 0: 
Indigoweiß. -oter ic, f.; —eyn: Ort der Indigo- 
bereitun g. -olin, n., -(e)s; 0: das Indigo-Blan. 
— Jadic-ans llat., § 24, 3, n., -Antis. Mz.: 
-äntial: eine Etwas indicierende (s. d.) Erschei- 
nung. -ät, n., e)s; -e: das durch Erwas 
Indieierte. alrur (frz. engvikatör), m., —; —: 
Indikator, z. B.: I. de pression [öngl. bei Gaso- 
metern die den Druck des Gases anzeigende Vor- 
richtung. aliön (lat.), f.; —en: Indicierung u. 
Indicans. Jaliv: 1) a.: anzeigend (i-us), auch 
— i-isch. — 2) m., —(e)s; Se: (Sprachl.) die 
bestimmt aussagende Redeweise des Zeitworts, 
(Möbdus) i-us. Jativisch, a.: in der Ferm des 
Indikativs, solcher gemäß 2c., vgl. konjunktivisch 2c. 
älor, m., —: ören [8 21, 3, öris): Einer, der 
— dd.: eine Vorrichtung, die — Etwas zeigt, an- 
jeigt 2c., z. B. Streckmuskel des Zeigefingers; 
Anzeiger für den Stellenwerth v. Ziffern. Humboldi 
Kom. 2, 455 1c. ; Der I. Cüculus, auf deutsch dee 
Honigweiser. Kamler F. 1, 22 8 2c. (s. Marre 1; Mook; 
Sengo), auch z. B. ein Werkzeug zur Prüfung der 
Dampfmaschinen, welches ihre Leistungsfähigk. u. 
ob sie in Ordnung sind 2c.: Der J. u. seine Anwen-
        <pb n="547" />
        Indicatkorisch 
dung v. PHUostenktanz (Berl. 1868). atörisch, 
a.: zum Anzeigen dienend, auch; Unter der Rubrik 
des Fragekastens (hier lange Zeit Index indicatö- 
rius genannt). mog. d. Jusld. 36, 398a. -atum 
!&amp; 24, 2, n.): Indicat. — Indiholith (gr.), m., 
—(e)s; Se: blauer Turmalin, v. Indigo= od. indigo- 
ähnl. Farbe. prechn 4, 547. — Indict-io (lat.), 
f. [8 24, 3, önis): An-, Verkündigung, z. B.: 
kirchl. Aufgebot; I. paschälis, der Osterfeier (am 
Epiphaniasfest); Ausschreibung, z. B. einer 
Kirchenversammlung 2e., ferner: I. Romanörum, 
Ausschreibung de- s. g. Römerzinses — u. danach: 
die Angabe eines Jahrs nach dem s. g. Indiktions- 
Cykel (s. d.), z. B.: Die Eingangsformalitäten sind 
niedergeschrieben, Jahr u. Datum nebst l. Romanörum 
2c. Schüching Bronckh. 2, 107 2c. iön, f.; Sen: 
Indictio: J—s-Cykel (s. d.) od. „Zirkel 2c. -ment 
(engl. indeit 2c.), n., —#; —#: Anklage vor der großen 
Jury: Bill of i. -us (lat.), a.: ungesagt rc., 
nam.: Indicta cäusa, unverhörter Sache (verur- 
thellen 2c.). — Indiculus (lat.), m. I§ 24, 21: 
kleiner Inder (s. d.), kurzes Register od. Verzeich- 
nis; schriftl. Befehl. — Indicum llat., § 24, 
2, n.1: s. Indigo 1. — Indilig-ent (lat.), a.: 
nachlässig. enz, f.; —en: Nachlässigk. — Indio 
(span.), a.; m., —#; —: indianisch; Indianer: 
Argentiner neunen sie ldie Gauchos] sich nur im Ggstz zu 
den v. ihnen verachteten I—s. Gerlöcker WW. 1, 10; 
Los sdie] i-s. 36 2c.; Den J.-Vogel, Spiza — 
Emberiza — cyänea, aus Nordamerika. Brehm Ag. 
68. — Indirtect (lat.), a.: Ggstz zu direkt 
(s. d.): J—e Steuern, Abgaben 2c.; J-er Beweis, 
s. apagogisch 2c.; auch: Ius, a. u. als Adv.: 
Ie — per i-um. -heit, f.; 0: das Indi- 
rekt-Sein: Trotz J. der Wahl. Nal3### 22, 227. — 
Indiscernkb-el (ulat.), a.: Ggstz zu discernibel 
(s. d.). -ilität, f.; 0. — Indisch, a.: s. india- 
nisch. — Indisciplin (nlat.), f.; 0: Mangel an 
Disciplin (s. d. 2). -äbel, a.: un- (od. in.) 
diseciplinierbar. Dazu: Indisciplinabilität, f. 
„ĩert, a.: undiseipliniert: Iheit, f. — Indisch, 
a.: aus Indien stammend 2c., vgl. turianisch. — 
Indiskret (lat.), a.: der Diskretion (s. d.) er- 
mangelnd. ion, k.; -en: das Indiskretsein u.: 
indiskrete Handlung c.: Es mag eine entsetzl. J. sein, 
aber wir Arzte haben das Recht, indiskret zu sein. Spiel- 
hogen Pr. 3, 168; 41 2c. — Indiskriminad-bel 
(lat.), a.: ununterscheid bar. -bilität; --tion, f.; 
0: Unnnterscheidbarkeit, Ununterschiedenheit. — 
Indiskutier-bar (ulat.), a.: nicht diskutierbar. 
t, a.: unbesprochen 2c. — Indispensäb-el 
(ulat.), a.: unerläßlich, unumgängl. nothwendig. 
ilität, f.; 0: Unerläßlichk. — Indispo-uibel 
(nlat.), a.: nicht disponibel (s. d.), dazu: In- 
risponibilität, f. -nieren, tr.: Einen in eine 
schlechte Disposition (s. d. 3) od. Stimmung, in 
Mißstimmung, üble Laune 2c. setzen 2c. e (frz. 
eng—), a.: indisponiert, unaufgelegt, verstimmt, 
unpäslich, unmustern. sitiön, f.; 0: das In- 
disponiertsein. — Indisputäb-el (nlat.), a.: 
Indolent 
531 
unbestreitbar. -ilität, f.; O: Unbestreitbarkeit. — 
Indiffolfüb-el (nlat.), a.: nnauflöslich re. 
ilität, f.; 0: Unauflöslichkeit. — Indistinkt 
(lat.), a.: ununterschieden, undeutl., verworren. 
ion, f.; 0: das Indistinktsein. — Indium, n., 
—s; O: Das Speftrum des durch die Spektral-Analyse 
entreckten neuen Metalls J. Uor. 21, 132 (benannt 
nach der indigoblauen Linie, die es im Spektroskop 
zeigt); Das in sächsischer Zinkblende entdeckte J.= 
Metall. 20, 263; Globus 7, 55b; Volksz. 17, 212 
2c. — Indivkdn-al (nlat.), a.: individuell 
(s. d.), nam. als Bstw., z. B.: J.-Gesicht. w. 
36, 253, das eines Individuums: J.-Poesie, 
s. P. 2c. alisatiön, k.; -#en: Individualisie- 
rung. -alisieren, tr.: vereinzeln (s. d. 3, as.), 
auf Einzelwesen beziehn od. beschrinken; Etwas 
in seiner Individualität scharf u. bestimmt hervor- 
treten lassen od. hervorheben 2c.: Individuali- 
sierbar. WHumboldt 3, 268 2c. alität, f.; -en: 
die ein Einzelwesen v. den übrigen der Gattung 
unterscheidende Eigenthümlichkeit u. Besonderheit; 
auch: ein Einzelwesen in Bezug auf seine hervor- 
tretenden, es v. andern unterscheidenden Besonder- 
heiten u. Eigenthümlichkeiten: Der östreich. Kaiser- 
staat ist das Hauptquartier u. der weite, disparate Tum- 
melplatz der „kleinen J-en“ 2c. KMog. d. Ausld. 34, 
477a. Zütio, f. [8 24, 3, önis]: Individualisie- 
rung: Auf dem principio i-is beruhend. Lindner Schop. 
13 „2c., auch: Indioiduatiön, f. Ip. 43, 18. 
„éll, a.: einem Einzelwesen als solchem, nicht der 
ganzen Gattung, angehörig, eigen, sich darauf be- 
ziehnd 2c. -ität, f.; Cen): die Einzelheit, Be- 
sonderheit; das Ich. —um, n., — ; zen [8 21, 
2, n. I: Einzelwesen, z. B.: Zerfällt dieser Sudtheil 
Italiens schon v. Natur in eine große Anzahl gesonderter 
Laudschafts-Inrividuen, welche alle ihren eigenen, 
scharf ausgeprägten Charakter besitzen. Slahr Rep. 2, 
27 ꝛc.; bes. aber von Pers. u. hier zuw. in sinn- 
gemäßer Fügung mit darauf bezügl. mäunl. Fw.: 
Du, fähigeres J., der du rc. f. 10, 3232c.; Ein andres 
Kunst-J. [Künstler). Kosak Fed. 5, 67 2c. -ns, 
a.: untheilbar. Indioisib-el (nlat.), a.: un- 
theilbar. -ilität, f.; 0: Untheilbarkeit. — 
Indocil (lat.), a.: ungelehrig. -ität, f.; 0: 
Ungelehrigkeit. — Indogerman-e, m., —n; -n: 
Bez. einer Völkergruppe, wozu die Indier, wie die 
Germanen gehören und deren Sprachen sämmtlich 
in einer untergegangenen lrsprache wurzeln, deren 
älteste Töchtersprachen das Sanskrit (s. d.) u. das 
Zend (s. d.) find: Zu den I-n, welche Prichard viel- 
leicht passender die irauische Familie neunt 2c. Dur- 
meister Gsch. 583. Eisch, a.: zu den Indogermanen 
gehörig, darauf bezüglich, ihnen eignend 2c.: Unter 
dem Namen des i-en od. indo-enropäischen Völker- 
stammes. AKriegk 1, 25 2c. — Indöct (lat.), a.; 
us, a. I§ 24, 21: ungelehrt: Indocti discänt et 
amént meminisse periti, zur Belehrung für die 
Nichtgelehrten, zur angenehmen Erinnrung für 
die Kundigen. — Indol-ent (lat.), a.: gleich- 
gültig, träge, lässig, schlaff, unempfindlich 2c. 
34
        <pb n="548" />
        532 Indolenz 
enz, k.; 0: das Indolentsein. — Indol-es 
(lat.), f. [8 24, 3, is]: Naturanlage. — 
Indomab-#l (lat.), a.: unzähmbar. -ilität, k.; 
0: Unzähmbarkeit. — Indoss-ament (it.), n., 
—(e)s; -e: Indossierung (frz. Endossement, s. d. 2c. 
u. Giro): Blanko-J. -änt, m., —en, (56); 
en: der Indossierende, Girant. -äl, m., #n, —8; 
—en; Tatär, m., —e)s; —e: Der, auf den ein 
Wechsel indossiert ist, Girat. -ement: Indossa- 
ment. . V#ren, tr.: Einen Wechsel i., durch eine 
Bemerkung auf der Rückseite desselben (in dorso, 
s. d.), ihn auf einen Andern übertragen, girieren. 
Jo, n., —8;,—8: Indossament. — In-donze: 
s. douze. — Indra (skr.), m., —#; 0: Der Luft- 
gott J. Nosenkranz PGsch. 64; J. ist der Fürst der guten 
Geister, der Götter 2ten Ranges 2c. Höfer Urw. 91, — 
mit den Beinamen: Maghawan u. Purandara. 98. 
„gopen, pl.: J. (wörtl.: Indra-Hirten), rothe Insekten, 
Coccinellen. 97. — Indschil (türk.): J.-Bücher; die 
türkischen Evangelien. Gerhard W. 2, 240; 29. — 
Indubitläb-el (lat.), a.: unzweifelhaft. -ilität, 
k.; O: Unzweifelhaftigkeit. — Induci-öä (lat.), 
pl. [8 24, 1]; Sen, pl.: Waffenstillstand; Stun- 
dung für Schuldner. — Ind- neieren, tr.: 1) in 
Etwas hinein führen, leiten, bringen 2c., auch: 
darin hervorrusen, entstehn lassen 2c., bes.: Ein 
galvanischer Strom induciert in einem benachbarten ge- 
schlossenen Lelter einen Strom v. entgegengesetzter Rich- 
tung im Moment seines Entstehens, einen gleich gerich- 
teten im Moment seines Aushörens. IMũüller Ph. 2, 
426 1c. — 2) Einen zu Etwas verleiten, verführen, 
ihn hintergehn, bereden 2c. — 3) durch Induktion 
(s. d. 3) herleiten, schließend folgern. = uhtibel, 
a.: leicht zu verleiten, zu verführen. — uktibilität, 
f.; 0: Verführbarkeit. uktion, f.; -en: 1) 
Ein-, Hineinführung 2c.: Der Glanbe an die J. der 
schon früher existierenden Seele in den Körper; das J—s, 
System. — 2) (s. inducieren 1) die Erregung 
(Indneierung) eines momentanen galvanischen 
Nebenstroms (s. #mauer Ph. 2, 425 ff.): J. durch 
elestrische Ströme; durch Magnete; durch Reibungs- 
elektricität 2c.; Bestimmung der magnetischen Inklination 
durch Erd-J. IMüller Ph. 2, 488 „2c.; J— -Appa- 
rat, „Maschine, „Rolle (Schellen 136), Spi- 
rale 2c., = Inklinatoriumtc.;-Erschetnungen, 
Funken, = Strom 2c. — 3) Schluffolgrung v. 
dem Besondern auf das Allgemeine (vgl. Eragoge): 
J-s-Schlüsse 2c.; auch in lat. Formi indüctio, 
z. B.: Etwas per inductiönem (od. vurch J.) 
bewelsen ꝛc. -uhliv , a.: 1) anreizend, verleitend. 
— 2) auf Induktion (s. d. 3) beruhnd: Die i-en 
(od. Erfahrungs-, nam.: Natur-) Wissenschaften; Die 
i-e (auch: induftörlsche) Merhode; Das i#e Verfahren, 
aus verglichnen Erfahrungen allgemeine Resultate, Ge- 
danken zu abstrahleren. Ruge Buckle 135 (s. deduktiv), 
17; ag. b. Ausld. 35, 583b 2c. ühfor, m., —; 
ören: J., Funken= J., Induktionsapparat, der so 
konstruiert ist, daß er recht lange Funken giebt. 
Imüller Ph. 2, 116; Jenachdem ein J. aus dünnem 
od. dickem Draht gebildet ist, nennt man ihn einen 
Induslriell 
Intensitäts- od. einen Quantitäts-- J. 475, 
s. Pachpytrop. — uhtörisch, a.: s. induktiv 2. — 
Indül-gens (lat.), a. [8 24, 3, gntis); -gent, 
a.: Rachsichtig, schonend 2c. -gentia, k. 1|8 24, 11: 
Nachgiebigk., Nachsicht, Milde, Gnade 2c.; Erlaß 
der Strafe 2c.; Ablaß: I. plenäria (s. d.); 
Dres indulgéntiæ, Ablaß= (od. Antlaß-) Tag, 
d. h. namentl.: grüner Donnerstag. —geéntien, 
pl.: Ablaßbrief 2c. Meißner N. 2, 168 2c. -genz, 
f.; -en: indulgentia, z. B.: Da darf der Wille 
kelne J., sondern muß durch den nachdrücklichsten 
Widerstand seine Selbständigkeit (Autonomie) beweisen 
2c. Sch. 1122a; J-en — Indulgentien. Gutkow 3. 
4, 323; Thäümmet 2, 229 2c. -genzieren, tr.: 
mit Ablaß begaben: Ein indulgenziertes Sterbe- 
krenz. IHahn Per. 1, 171 1e. -ren, intr. (haben): 
Einem i., ihm willfahren, nachgeben, nachsichtig, 
schonend gegen ihn sein: Dem Genius (s. d.) i. w. 
HB. 1, 16 „c. -t, m., (e)8; —e: Indulgenz, 
Nachsicht, Frist, Stundung 2c.; kirchlicher Dis- 
pens (Was gab er lder Papstl ibnen nicht? Bald Ablaß, 
bald J. Hagedorn 2, 257); Ablaß 2c.; dann auch st. 
Dult (s. d.). - l (span.), m., —6: —# : Indult; 
Zoll von amerikanischen Waaren in Svanien. — 
Indumcnt-um (lat.), n., —: -a [§ 24, 2, u.]: 
Anzug, Gewand: Induménta episcopälia, Bischofs= 
gewänder. Weiss Kost. 2, 691. — Indur-habel 
(ulat.), a.: undurabel (s. d.). Jabililät, f.; 0: 
Undauerhaftigk. -atio, f. [8 24, 3, önis)]: Ver- 
härtung, z. B.: I. höpatis, der Leber: cördis, des 
Herzens; lenis, der Milz 2c.; auch Verstecktheit, 
Unbußfertigfeit. -atiön, f.; -#e#n: Induratio. 
esckut, a.zerhartend. -eseĩeren, intr. (sein): er- 
harten. — Indüf-it, m., -en, —#; en: versteiner- 
tes Gehäuse einer Phrygaueenlarve#: Als Indüsia 
tubuläta wurden diese Röhren zuerst bekannt u. danach 
die Kalksteine, welche ganze Schichten v. ibnen enthalten, 
mit dem Namen J-en-Kalk belegt. Burmeister Gsch. 
517. Sium, n., —; -zien [8 24, 2, n.): das röm. 
Endyma (s. d.), vgl.: Die untere dem Körper zunächst 
liegende Tunika hief . subücula, die darüber liegende 
intüsium od. auch süpparus. Guhl 2, 228; Phry- 
ganeengehäuse (s. o. Indusitenkalk); bei den Farn- 
kräutern das die Haufen der Samenschalen be- 
deckende Häutchen (Schleier). Oken 2, 86; 3, 314. 
— Indufslr-ia (lat.), f. [8 24, 1): Fleiß rc.: 
De i., mit Fleiß, geflissentl., absichtl. -ial (engl. 
indöstriell), a.: gewerblich 22c.: Die s. d. I.-Pärtnership 
[schlrpl] od. die aktkonäre Genossenschaft zw. Kavitalisten 
u. Arbeltern. Mag. d. Austd. 36, 358b r2c. -ialismus, 
m., uv.; 0: das Herrschen der Industrie. -it, . 
—eyn: Gewerb-, Kunstfleiß, Gewerbthitigkeit, 
Gewerbsbetrieb 2c.: Anstalten der Groß. J. Grenzb. 
26, 1, 336; 26, 1, 209 2c.; J.= (od. Gewerbe.) 
Ansstellung; - Börse (s. d.); Erzeugnis; 
Komptoir (s. d., vgl. .Börsc);-Museumi 
Produkt; „Schule; . Söstem (s. d.) 2c.; 
ferner: J.-Ritter sod. frz.: chevalier (s. d.) d'i.), 
betrügerischer Glücksritter, dazu: Das wissenschaftl. 
Gebiet pflegt sich dem J.-Ritterthum nicht sonderlich 
günstig zu erwelsen. Ual3. 2 1, 51 2c. icll, a.: ge-
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        Industriös 
werblich, gewerbfleißig 2c.: Die i-en Partnerschaften. 
Dolksz. 16, 1822e. (s. industrial); Die kommerziellen, 
(-en u. marltimen Beziehungen zw. 2 Provinzen. Uat-. 
18, 409 rc., auch (nach frz. Ausspr.): Ein indüstri- 
eller Wohlstand. Humboldl K. 2, 1 62 2c.; subst.: Ein 
J-er, Gewerbtreibender; Die J-en 2c. iös, a.: 
gewerbfleißig; von einer auf den Erwerb bedachten 
Thätigk. -iofität, f.; 0: das Industriössein. — 
Indũvi-ũ (lat.), pl. [8 24, 1); en, pl.: (Bot.) 
Fruchtdecke. 
Inebri-atiön (lat.), k.; —en: Berauschung; 
Bethörung. #e#n, tr.: trunken machen, berau- 
schen. — Ined-irrt (lat.), a.: unediert, frz. 
inédit tril, weibl.: Oeuvres (s. d.) insdites I—ttl. 
Titum, n., —; ta [8 24, 2, u.): etwas Unedier= 
tes, vgl. Anekdoton.— Inkeh, f.; —#: s. Anave. — 
Ineffäb-zel (lat.), a.: uUngussprechl. ilität, f.; 
0: Unaussprechlichk. — Inefsagable (frz. äb'l), 
a.: unauslöschlich. — Ineffektiv (ulat.): un- 
wirkl., unwirksam. Jität, f.; 0: Unwirksamk. 
Nat3. 19, 573. — Inegal (frz.), a.: unegal (s. d., 
vgl. indanal). ität, f.; -en: Ungleichheit, Un- 
gleichföärmigk. — Ineleg-änt (lat.), a.: unele- 
gant. anz, f.; —en: Mangel an —, Verstoß 
gegen die — Eleganz. — Ineligib-el (nlat.), 
a.: unwählbar. -ilität, f.; O: Unwählbark. — 
Ineloqu-ent (nlat.), a.: unberedt. #nz, # 
Mangel an Eloquenz; Unberertsamkeit. — Inept 
(lat.), a.: unpassend, ungemäß, albern 2c. -e, 
adv.: inept: So poetisiert nun freilich Lukrez, qui nil 
molitur i. I. der niemals was! Unschicklichs vorge- 
bracht“. W. HB. 2, 2121, nicht. w. 36, 142. Sia, 
f. [8 24, 11; -ie, f.; —n: etwas Ineptes, bes. 
Mz. itüdo, k. I§ 24, 3, üdinis): das Ineptsein, 
Ungemäßheit, Ordnungswirrigkeit: I. libölli, einer 
Klagschrift. us, a.: inept: I. libéllus, ordnungs- 
widrige Klagschrift.— Inepnisable (frz.—puisäb'h: 
unerschöpfl. — Iner: f. Aner. — Inertia (lat.), 
f. [8 24, 1): Trägheit: Von der menschl. i., der Ur- 
sache aller unserer Unwissenheiten 2c. H. (Wackern. 4, 
46 328); Vis incrtig, Trägheitskraft, z. B. w. 2, 
53. — Incsc-kren (lat.), tr.: ködern, anlocken. 
atiön, f.; -en: Anlockung. — Inessenti-alität 
(nlat.), f.; O: Unwesentlichk. Ell, a.: unwesent- 
lich. — Inestimab-e, ilität: s. Inäst ie. — 
Inevid-ent (ulat.), a.: der Evidenz ermangelnd. 
Tenz, f.; 0: Mangel an Cvidenz. — Inrvikäb-el 
(lat.), a.: unvermeidl. -ilität, f.; o: Unver- 
meidlichk. — Ineraht (frz.), a.: der Eraktheit 
ermangelnd. heit, f.; —en; eitüde, f.; —n: 
Mangel an Eraktheit. — Inercitäb-el (lat.), 
a.: Unerweckbar, unerregbar. eilität, f.; O: Un- 
erregbark. — Inexigib-el (ulat.), a.: eintreibbar 
(v. Zahlungen 2c.). ilität, f.; 0: Eintreibbar- 
keit: Als Steuererheber eine J—§-Liste aufzustellen. 
volksz. 16, 40. — Inexist-nt (nlat.), a.: nicht- 
eristierend. enz, f.; 0: das Nichtvorhanden-, 
Nichtda-sein. — Inerkusab-el (lat.), a.: un- 
entschuldbar, unverantwortlich. -ilität, f.; o: 
Unentschuldbarkeit. — Inexoräb-el (lat.), a.: 
unerbittl. Zilität, f.; 0: Unerbittlichkeit. — 
Infanterie 
533 
Inexpr-ienz (lat.), f.; 0: Unerfahrenheit. —1, 
tus, a.: unerfahren. — Inerpiab-el (lat.), 
a.: undab) büßbar; unversöhnl. -ilität, f.; 0: 
das Inerpiabelsein. — Inerplikab-el (lar.), a.: 
nicht erplicierbar, unerklärl. -ilität, f.; O: Un- 
erklärlichk. — Inexploräb-el (nlat.), a.: uner- 
forschl. ilität) f.; 0: Unerforschlichkeit. — 
Inerponib-el (nlat.), a.: keine Auseinander= 
setzung, Erklärung zulassend. ilität, f.; O: Un- 
erklärbark. — Incxpressib-el (ulat.), a.: un- 
aussprechl. ## (frz. ib'l), a.: Ungussprechl. — 
u. als Hw.: Die J#—s (urspr. scherzh.) st. Hosen. 
Kohl Südr. 1, 3; Ring Verl. Gsch. 2, 84 cc., vgl.; 
Seine untern Extremitäten steckten in ledernen never- 
mentionums lnewwermenschenöms, wörtl.: nie er- 
wähne siel. Ausld. 35, 42a. — Inexprimäb-el 
(frz.), a.: unaussprechl. — Inerpugnäb-el 
(lat.), a.: unüberwindl. -ililät, f.; O: Unüber- 
windlichk. — Inerstin gulb-el (lat.), a.: unaus- 
löschl. -ilität, f.; O: Untilgbark. — Inerstirpäb- 
el (lat.), a.: unausrottbar. -ilitäl, f.; 0: Un- 
ausrottbarfeit. — Inertensib-el (nlat.), a.: 
unausdehnbar. -ilität, f.; 0: Unausdehnbark. 
— Inertrikäb-el (lat.), a.: unentwirrbar, un- 
auflösbar. -ilität, f.; O: Unentwirrbarkeit. 
Inseillible (frz. engfalfib'l), a.: infallibel. — 
Infallib-el (ulat.), a.: unfehlbar. ilität, f.; 
0: Unfehlbark. — Infam (lat.), a.: ehrlos, 
schändlich, niederträchtig, — auch zur Bez. eines 
hohen Grads, nam. v. etwas Unangenehmem: 
Das ärgert mich i. lod. niederträchtlg] 2c.; Ein erz- 
i—-er Spitzbube 2c. Tabel, a.: Schimpf verdienend. 
Sabilität, f.; 0: das Infamabelsein. änt, a.: 
infamierend, ehrenrührig. -atioön, f.; —en: In- 
famierung. Sia, f. 1824, 1): Schimpf u. Schande, 
Ehrlosigkeit; Niederträchtigkeit, Schantthat; 
Schmähung, Schmach: l. notätus, für ehrlos er- 
klärt; Infämia abolitio (s. dj.); Cum i. lmit Schimpf 
u. Schandej relegiert, kassiert ꝛe. f.; -eyn: 
Infamia. -en, tr.: ehrlos machen, schelmen. 
Zität, k.; —en: das Infamsein u.: infame Hand= 
lung. — Insändus (lat.), a.: unaussprechl., 
unnenubar: Infandum, regina, jubés renoväre do- 
15rem = O Königin, du weckst der alten Wunde un- 
nennbar schmerzliches Gefühl. Sch. 28b. — Infänt: 
4) (span.) m., —en, (—); Sen: königl. Prinz, 
nam. in Spanien u. Portugal, Infänte, auch weibl.: 
— 1-a, I-in: Der Kardinal-J. Sch. 343b. — 2) 
(engl. infänt) m., —##; -s: ein Unmündiger: I—47 
school (sfüll: Kleinkinderschule. Kohl Irl. 2, 30; 
Engl. 2, 230. La (span.), f.; —6: Infantin. 
ado, m., —; —8: ein Gebiet als Leibgedinge 
königlicher Prinzen od. Prinzessinnen. Dazu: 
I.-Schafe od. J-—s, Schafe v. der J.-Rasse, Art 
edler span. Schafe (Negretti), dazu: J.-Wolle. 
Sägium (nlat.), n., —; ken [824, 2, u.]): Sahr- 
geld für (span. od. portug.) Königskinder. e, 
m., —W; —; k. n;: s. Infant, z. B.: Die J. des 
Sultans. W. 20, 103. erik, f.; —eh)n: Fußvolk, 
Fußtruppen (Ggstz Kavallerie): Schwere, leichte J.; 
Linten-; Reserve. 3. .; J.= [vgl. Kavallerie-
        <pb n="550" />
        534 Infanterist 
Bataillon; Regiment; -Brigade; -Divi- 
sion 2c.; -Officier; -Leutenant; General 
rnc.;-Bewaffnung;-Carré #c.; scherzh.: Betten 
frei v. schwerer Kavallerie od. leichter J. [Wanzen, 
Flöhen rc.J. Austd. 38, 670b. erist, m. , en, 
(F); —en: Fußsoldat. -icida, m., f. [8 24, 11: 
Kindesmörder (in). Jicidinm, n., —; ken I§ 24, 
2, n.]): Kindesmord. -in, k.; —nen: s. Infant 1. 
isieren, tr.: für Kinder bearbeiten, den Begriffen 
v. Kindern anpassen: Durch das Feminisieren (s. d.) 
u. J. so mancher höheren u. profunderen Materie. G. 
39, 309 2c. — Insärct-us (nlat.), m., uv.; -en 
[8 24, 41: Verstopfung, nam. des Unterleibs, 
Kothverhärtung u. daraus entspringende Ubel 2c.: 
Ein Reischen nach Elrsium wird die J. schmelzen. Sch. 
Gôöd. 1, 254 „2c. — Insartspenning (schwed.), 
m., —6; —ar: „Einfahrts-Pfennig“, -Geld, Ab- 
gabe v. Schiffen, die in schwed. Häfen einsegeln. 
Uat 22, 45. — Insatigab-el (lat.), a.: uner- 
müdlich. -ilität, f.;0: Unermüdlichk. — Infatu- 
alion (frz.), k.; —en: das Eingenommensein v. —, 
Vernarrtsein in —, närrische Vorliebe für — Et- 
was. ieren, tr.: mit Infatuation erfüllen: In- 
fatniert sleingenommen] v. Etwas od. Einem 2c. — 
Insavoräb-el (lat.), a.: ungünstig, ungeneigt. 
ililät, f.; O: Ungunst, Ungeneigtheit. — Insert 
(lat.), a.: infieiert, angesteckt, verpestet, stinkend. 
cTleren, tr.: verpesten, anstecken, mit Pestgestank 
ersüllen 2c. -iön, f.; —en: Verpestung, Ansteckung, 
Seuche; (Sprachl.): Ob das Suffir ire J. (Verwand= 
lung von a in ai) bewirkt. Germania 1, 475. Liös, 
a.: ansteckend, seuchenartig. -us, a.: 1) infekt. 
— 2) ungethan, ungeschehn: Rés fäáctae infécte 
reddi ncn possurt, Geschehnes kann nicht unge- 
schehn gemacht werden; Rõ intscta, unverrichteter 
Sache. — Insel: 1) (lat.) f.; -n: s. Juful: Mit 
Nimben, JI-u od. Kronen. pfeffel Po. 3, 7; Der Papst 
hat Abt Erhard die Juflen aufgesetzt. Slumpf 396a; 
375a; Mit der hierophantischen u. prophetischen J. ge- 
schmückt. W. Luc. 3, 227. — 2) J., Ifel, kleines Ge- 
treidemaß. Schwöd. w. 300. — Infehund 2c. s. 
Infök 2c. — Infel-icität (lat.), f.; O: Unglück- 
seligk. -iciler, adv.: unglücklicherweise. -ix, a. 
(§ 24, 3, J#eis): unglücklich. — Inseln, tr.: J., 
be-i., infulieren. — Inf-eri (lat.), pl. [824, 21: 
die Bewohner der Unterwelt u.: diese selbst: 
Ad iuferos, zu den Todten 2c. riä, pl. [824, 1]; 
krien, pl.: Todtenopfer (s. Choe). — Inferteren 
(lat.), tr.: hinein-, beitragen; als Einlage, Mit- 
gift ꝛc. zubringen: darbringen, opfern; schließend 
folgern rc. — Inferi-or (lat.), a. [824, 3, örisl: 
v. niedrerm Grad, Rang r2c. (Ggstz supörior): 
Jũdex i., Unter-Richter; #agisträtus i., niedre 
Obrigk.; I-is conditiönis, niedern Rangs, Stan- 
des c.; auch zeitl., z. B. als neutr.: Testamcntum 
inkérius, ein spätres Testament 2c.; auch m. deut- 
scher Abwandlung: Die doch keine inferiöre Nace sind 
lwie die Negerl. Uat3. 21, 3432c. örikas, f. 1824, 
3, tätis); -orität, t#.; 0: Ggstz zu Superiorität 
(s. d.), das Inferiorsein: Die geistige Inferioritas des 
Infinitus 
Negers. Diese Inferiorität. Globus 7, 248b. — 
Infermenlärius (nlat.), m. I§ 24, 21: s. Azymit. 
— Insern-äl (lat.), a.: der Unterwelt, Hölle an- 
gehörig, eignend 2c.; höllisch 2c.: Läpisi-is, Höllen- 
stein. -alisch, a.: infernal: Das i-e#Geheul. 
Gartenl. 15, 692b. Talität, f.; 0: infernalisches 
Wesen, Thun rc., teuflische Verruchtheit. o (it.), 
n., —6; 0: die Hölle, — bes. als Titel eines Theils 
v. Dante's divina commsdia, z. B. Koag. d. Ausld. 
34, 35 Ga; Salon 1, 285 2c. — Inferlil (ulat.), 
a.: Unfruchtbar. -ität, f.; 0: Unfruchtbark. — 
Infest-atiön (lat.), f.; —en: Infestierung. 
+eren, tr.: seindlich anfallen, angreifen, befehden 
2c.; placken, quälen 2c. — Inseud-aliön (nlat.), 
f.; —en: Belehnung. -ikren, tr.: belehnen. — 
Insibul-aliön (lat.), f.; -en: Infibulierung 
(Fibulation, Ankteriasmus). rren, tr.: mit einge- 
fügter Fibula od. Schnalle versehn, nam. um 
Mißbrauch der Geschlechtstheile zu verhüten. — 
Insiciren (latein.), tr.: infektieren; dazu: 
Inficier-bartkeit);= ung; Nach der Inficierungs- 
fähigk. v. Waaren zu forschen. Ergänz. Uat. 9, 2 Sa 2c. 
— Insidel (lat.), a.: untren, ungläubig, auch: 
I-is [8 24, 3, uv. ]: Infidéles, die Ungläubigen, 
span.: In fisles, als Name der heidnischen In- 
dianer z. B. auf den Philippinen. eyer's Konv.= 
Ler. 12, 963b; Ein Bischof 2c. in pärtibus (s. d.) infids- 
lium, im Gebiete der Ungläubigen, — ein Titular- 
bischof, ohne Dibeese, da zur Zeit sein Bisthum der 
Verfügung der Kircheentzogen ist, — u. analog z. B.: 
Der Wessier v. Bosnien. Zwar führ dieser Stattbalter 
Mohammeks in partibus infidelium den Titel: Wessier 
v. Ungarn 2c. CKRobert 2, 29. ilät, f.; 0: Untreue; 
Unglauben. — Insigieren (lat.), tr.: ein-heften, 
prägen 2c. — Infiltr- atiön (nlat.), f.; Sen: 
Infiltrierung, bes. (Arzn.): sickernde Ansammlung 
od. Erguß einer Flüssigk. in den organischen Ge- 
weben, bes. im Zellgewebe (vgl. Ersudation, Ertra- 
vasat 2c.). ieren, tr.: filtrierend Etwas wo hin- 
einbringen; intr. (sein): so wo eindringen, sich 
ergießen. — Infsim-#ren (lat.), tr.: erniedrigen. 
us, a.: der niedrigste, unterste 2c. — Insinit 
(lat.), a.: unbegrenzt, unbestimmt. ät, f.; Sen: 
Unbegrenztheit, Unbestimmtheit, Unendlichkeit, un- 
begrenzte Menge. esimal, a.: auf das Unendlich- 
kleine bezüglich 2c.; bes. als Bstw.: J.-Kalkul, 
NRNechnungtc.; Welche J. lunendlichkleine)= Quan- 
tität (v. Ozon) erforderl. sein mag, um die Säubrung 
eines vernnreinigten Distrikts zu bewirken. Hausdl. (66) 
1, 315. -ĩv, m., -(e)s; e: die Zustandsform des 
Zeitworts, auch: (J1#ödus) i—-us; Der J. der Ver- 
gangenheit od. I- us perfecti 2c.; Accusatikus (s. d.) 
cüm I-o ꝛe.; auch scherzh., spöttisch: Bem König 
J. lder gw. nur im J. sprachl. Schere Bl. 3, 232, 
vgl.: Sie kannten ihren Rer J- us. 213 2c. fvisch, 
a.: in der Form des Infinitivs 2c., auch: Frierrich 
Wilhelm, welcher .. aus seiner i-en Schweigsamk. ber- 
vor . plötzl. ein entscheirendes Wort srrach. 193; 
326 rc. Icbus, m. /§ 24, 21: s. Jufinittr. orist, 
m., -en, (—69); -en: s. Evolution 2. - us, à.:
        <pb n="551" />
        Insiorala 
unendl.: Das In#nitum, Unendliche; Ad eb. m in- 
finitum, ins Unendliche. — Insiorät-a (it.), f.; 
-e: Sie erinnern sich des schönen röm. „Blumenfestes“, 
der J. von Genzanv. Grube Ch. 2, 223, eine Prores- 
sion über einen gestreuten Blumenteppich. — 
Infirm (lat.), a.: schwach, gebrechl., kraftlos, 
krank 2c. äria, k. [824, 11: Lokalität für kranke 
Wesen (Personen, Thiere, Pflanzen 2c.). ärius, 
m. [/§ 24, 2): Kranken-Wärter, -Pofleger, nam. 
in Klöstern. ativ, a.: infirmierend. erik (frz. 
engf rc.), f.; —n, —s: Infirmaria: Nach der sogen. 
J., dem Krankensaal der Conciergerie. Gartenl. 15, 
126b. eier (engfirmze), m., —; —6; -ikrt (it.), 
m., uv.; -zeri; Infirmarius. -i#ren, tr.: ent- 
kräften; ungültig machen (z. B.: Ein Testament i.). 
ität, f.; 0: das Infrmsein. us, a.: infirm: 
Magister inürmörum — Infirmarius. — Insili- 
atiön (lat.), f.; —en: das Infitiieren. errn, 
tr.: vor Gericht Etwas leugnen, ableugnen. — 
Inflamm-äbel (ulat.), a.: entzündbar, entzünd- 
lich, entflammbar: Leonie ist nicht i. lverliebt sich 
nicht leichtl. meißner Schw. 1, 209. -abilĩen, pl.: 
brennbare, brenuliche Stoffe. Nar3. 22, 52; 
Dvierteli. 18, 323. abilität, f.; 0: Brennbarkeit, 
Entzündlichk. -ation, k.; S-en: Entzündung. 
atorisch, a.: mit Entzündung verbunden rc.: 
J-es [Entzündungs-] Fieber, fäbris inflammatö- 
ria. Wren, tr.: in Flammen setzen, entflammen, 
entzünden 2c. (frz. enflammieren). — JInflat-io 
(lat.), f. [8 24, 3, -iönis): Anschwellung, Auf- 
blähung: I. abdöminis, des Unterleibs; ventriruli, 
des Magens; paröticum, der Ohrdrüsen 2c. -ioön, 
f.; -en: Inflatio. us, a.: aufgebläht, ange- 
schwollen. — Jufle-ekhtfieren (lat.), tr.: flektieren. 
(s. d.), auch: Silben, Vokale mit einem Dehnungs- 
zeichen (Circumfler) rersehn. -exibel, a.: un- 
fleribel (s. d.), auch: inffexibilis, z. B.: 
Inflex-ibile, MzZ. Sibilin, der Flerion un- 
fähiger Redetheil. ribilität, f.; 0: Unbeng- 
samk., Unbengbark. 2c. -ceriön, f.; —en: Beu- 
gung, Ablenkung, z. B.: Alles bringt J-en in 
den Isothermen hervor. Humboldt K. 1, 341 rc.; bef.: 
Beugung des Lichts (s. Diffraktion): Bengungs= od. 
J-s. Erscheinungen, „Spektra c. -exioslõp, n., 
—(e)s; —e: eine Vorrichtung zur Beobachtung der 
Inslerionserscheinungen 2c. — Insti-gieren (lat.), 
tr.: Einem etwas Schlimmes zufügen, nam.: eine 
Strafe auferlegen. -ktiön, f.; —en: Infsligierung, 
Strafoollzug. — Juflorese-entia (nlat.), k. 
[8 24, 11; -enz, f.; —en: Blüthenstand einer 
Pflanze 2c. eren, intr. (sein): erblühn. — 
Inslu-enz (ulat.), f.; —en: 1) Einfluß, Einwir- 
kung, — auch influence (frz., spr. engflnängsß) 
u. engl.: Das Kolonial-Englische in Anstralien ist um 
den Term: parliamentary lparlimêentäril influence 
linstuenf] bereichert worden, worunter man das Honorar 
der Bestechung versteht. Ual.3. 20, 447. — 2) ((. 1 
u. Grippe) eine plötzlich auftretende, sich über eine 
Gegend verbreitende u. Massen ergreifende Krank- 
heit, Landseuche, — eig. u. übrtr.: Diese IEigen- 
heiten] sind es denn, welche, indem sie sich v. dem Indi- 
Insrangibilität 535 
viduum über das Volk, v. einer Nation über die Welt 
verbreiten, als J. erscheinen 2c. G. 32, 348 ff.; 2, 10 
rc., oft Influenza, f. enzieren, tr., intr. 
(haben): Etwas od. auf Etwas i., Einfluß üben, 
einwirken: Dies Alles influenziert außerordentl. auf 
die historische Ber. der Flusse. Dvierlelj. 48, 243 2c.; 
tr., Monalbl. 2, 545a; Saton 1, 381 ꝛe.; bes.: 
Einen i., anstecken (mit der Influenza); ihn be- 
stechen ꝛe. -ieren, intr. (haben): Auf Eiwas i., 
instnenzieren. rion, f.; —en: Einfluß, Einwir- 
kung: J—s-System, die Lehre v. dem gegenseitigen 
Einsluß v. Seele u. Leib auf einander — In- 
fluxismus (m., uv.; 0). Dazu: J-Jist (m., en, 
—6; -en), Anhänger dieser Ansicht; i#istisch, ihr 
gemäß. — Inföderiert (ulat.), a.: unverbündet. 
— Insföhünd (lat.), a.: unfruchtbar. ität, f.; 
0: Unfruchtbarkeit. — Inforest-ation (milat.), 
f.; —en: Inforestierung. — e#e#n tr.: Einen Wald 
i., unter hegenden, schützenden Forstbann legen. — 
Införm (lat.), a.: ungeformt, ungestalt 2c. ät, 
n., —(eys; —e: eingeholte Belehrung, Belehrungs- 
urtheil. -atiön, f.; -en: Informierung, Unter- 
richt (Privat-J. 3p. Wahrh. 3, 375), Unterwei- 
sung, Belehrung, Auskunft 2c.; J—s-Proceß, 
bei Bischofswahlen die Untersuchung über die 
Würdigk. des zu Wählenden. -atio, a.: zur In- 
formierung dienend: J.-Proees, gerichtl. Ver- 
fahren zur Ermittlung der für ein vorliegendes 
Verbrechen in Anklagestand zu versetzenden Per- 
sonen. - ativum § 24, 2, n.): Informat. ätor, 
m., —s; ören: Lehrer, nam.: Hauslehrer, Hof- 
meister, — weibl.: Informätreix (§ 24, 3, 
-#eais]), — gw. : ice (frz. engformatriß). - atörisch, 
atörius, a.: informativ. -ell, a.: ohne Beach- 
tung der Form od. Formulitäten, in nicht förml. 
Weise: Auf i-e Weise habe er dem brittischen Gesandten 
angedentet, es werde 2c. Nal 3 21, 190. -1ĩẽren, tr. 
(refl.): Einen (sich) von Etwas in Keuntnis setzen, 
darüber unterrichten; Einen unterweisen 2c., vgl. 
instrnieren. -itäl, f.; -en: Unförmlichkeit, Un- 
gestaltheit, etwas Entstellendes 2c. — Insortiätum 
lmlat., § 24, 2, u.]): die beiden ersten Theile der 
Digesten, worauf dann noch die sog. trés pärtes 
(s. d.) folgen; daher: I. cüm tribus pärtibus — 
Digesten. — Infortün-a (nlat.), k. [8 24, 11: 
unglückrentender Plauet u. Planetenstand. e 
(frz. engfortün), f.; —; Sium (lat.), n., -ia 
[824, 2, u.]: Unglück, Mißgeschick. — Infra 
(tat.), adv.: unten: Ut i., wie unten od. nach- 
stehend lbemerkt wird); präp.: unter: I. Censüram 
(s. d.). — Infrakt-ion (lat.), f.; —en: Jufrin- 
gierung, das Brechen, Ubertreten 2c. eines Ver- 
trags, Bündnisses, Gesetzes ꝛc. -or, m., —#ören 
24, 3, öris): der sich einer Infraktion schuldig 
macht. — Infralapsari-er (nlat.), m., -s; uv.; 
Sus, m. [§ 24, 21: Die Kalvinisten zerfielen in Bezug auf 
die Abhängigk. der Gnadenwahl vom Sündenfall in die Par- 
teien der Infra= (od. Sub-) u. der Supralapsärler. — 
JInframundän (nlat.), a.: unterweltlich. — 
Infrangib-el (ulat.), a.: unzerbrechl. -ilität, .;
        <pb n="552" />
        536 Infrequent 
0: Unzerbrechlicht. — Infrequ-ent (lat.), a.: 
nicht frequent (s. d.). enz, f.; 0: Mangel an 
Frequenz (s. d.). — Infrigid-atiön (lat.), k.; 
en: Jufrigirierung. w. 1, 245. feren, tr.: 
abkühlen; erkälten. — Infringieren (lat.), tr.: 
Etwas, das gehalten werden — od. bei Bestand 
bleiben müßte, brechen; es übertreten, entkräften 2c. 
— Insu-Leikren (lat.), tr.: schminken. xkatiön, 
f.; —-en: Schminkung. — Inful (lat.), f.; -n 
Ta, f. [8 24, 11: bei den alten Römern, Kopf= 
binde, nam. der Priester u. der Opfer (vgl. tænia; 
lemniscus); in der kathol. Kirche die Kopftracht 
der Bischöfe, Bischofs-Mütze, -Hut, s. Weiss Kost. 2, 
676; 6½8 (s. Infel u. Mitra). akus, a.: infuliert. 
„ĩẽren, tr.: mit der Inful schmücken, bekleiden: 
Von dem Bischof od. vielmehr infulierten Abte. CRobert 
2, 101, s. Abbas. — Infündee (lat.): gieße zu, 
— bes. auf Recepten, z. B.: äqus férride — 
quãntum süfficit od.: suflchéntem quantitätem, die 
genügende Menge heißen Wassers 2c. (abgek.: inf. 
aq. ferv. — dq. s. od. — s. d.). Cibulisörm, a.: 
trichterförmig. -lbulum, n., —;la [824, 2, u.: 
Trichter. - eren, tr.: auf-, ein-, hineingießen: 
JInfundierbüchse ic. — Infungibel (ulat.), 
a.: Ggstz zu fungibel (s. d.), auch: Uunthunlich. — 
Infuscikren (lat.), tr.: schwärzen, verdunkeln. 
— Infufiön (lat.), f.; -en: Infundierung, Auf-, 
Einguß; Einflößung, auch — Inspiration (s. d.) 
2c.: J-s. [Aufguß= od. Magen-] Thierchen, In- 
fusorien, kleine, meist mikroskepische Thiere, wie 
sie in Aufgussen auf organische Materien entstehen 
c. — Infushation, f.; —en: Infuscierung. — 
Infus-odekökt (nlat.), n., —(eys; —e: J., —um 
[8 24, 2, n.]): Mischung aus der Infusion einer 
Substanz mit dem Dekokt aus dem Rückstand. 
oriäl, a.: aus Infusorien bestehnd, darauf be- 
zügl., in Art derselben 2c.: Daß riese Masse schon i., 
mithin belebt . . sei. Ohen 4, 317. örisch, a.: in- 
fusorial: Dies i-e Chaos. IP. Büch. 2, 2 2c. -örium, 
n., -s; ken [8 24, 2, n.]: 1) Geräth zum Auf- 
gießen. — 2) Infussonsthierchen. 
Ingaͤnn-o (it.), m., —; -i: Trug, Betrug: 
od. pér i., betrüglich; Troräta la legge (s. d., 
lersche), troväto Pi. ꝛc. — Ingber: s. Ingwer. — 
Ingemin-ation (lat.), f.; —en: Ingeminierung. 
-IKren, tr.: verdorpeln, wiederholen. — Ingener- 
atiön (lat.), f.; —en: Ingenerierung. eren, 
tr.: mit der Geburt od. Zeugung an-, einpstanzen, 
anerschaffen ꝛe.: Ingeneriert, angeboren 2c. — 
Ingen-ieur (frz. eng., od. häufiger in hibridischer 
Ausspr., in-sheniör), m., —s; —e, —#: Jemand, 
der sich mit Kenntnis u. Vermessung des Terrains 
zu Errbauten u. mit diesen selbst beschäftigt, sie 
versteht 2c. — it. ingegnsr-e, -o gen#—, s. Polvtech- 
nikum —, z. Civil-J. = Feldmesser u. 
bes.: Wegebaumeister; Eisenbahn.J.:; Marine- 
J., Hafenbaumeister 2c.; bes. aber in Bezug auf 
Kriegs= und Festungsbauten, best.: Feld--, 
Festungs-, Kriegs-, Militär-J. Dazu (vgl. 
Genie 4), z. B.: J.-Akademie; Geograph, 
Ingrediens 
Karten-, Planzeichner; Inspektion; Kom- 
pagnie; —J.--construc teur kkongstrüktör], „Bau- 
meister;-Korvs; „Kunst; Officier; -Schule; 
.Truppen; -Wesen; = Wissenschaft 2c. Siös, 
a.: geistreich, sinnreich; kunstreich ausgedacht rc., 
auch: So „ingenieus" für die Inrustrie benutzt. püc- 
ler Südöstl. 3, 196 od.: Ingenicux, — mit der 
Ausspr.: eng= (od. in-) sheni-5 od. ös neben: in- 
geniös. iosität, f.; O: das Ingeniössein. -ium, 
n., —#; -zia (§ 24, 2, n.): Geistesanlage, Geist, 
Kopf, Verstand, Mann v. Geist 2c. (vgl. Genie 2): 
I. acütum; divfinum; exiguum; cäpax; præcox; 
stüpidum; tärdum 2c., s. die Beiwörter. — (frz. 
engsbenü), a.: offenherzig, ohne Verstellung und 
Rückhalt, naiv (s. d.), auch m., —s; —: eine 
naive Person: Eine Aufrichtigk., die Voltaire's J. Ehre 
gemacht haben würde. püchler Südöstl. 1, 241 rc., bes. 
auch als Rollenfach; fem.: Die Ie. Wachenhufen 
Eva 104 2c. -uitãät, f.; -en: 1) der Stand eines 
Freigebornen. weiss Kost. 1, 1008. — 2) Aufrich- 
tigkeit, Offenherzigk. ꝛe. — u.: Außerung der- 
selben (s. das Folg.): Die merkwürdige J. in diesen 
[Kunst-.! Sachen. Es kann dieser Charakter nur durch 
das Wort ngenüitas wiedergegeben werden. .. 
Unfre Sprache muß das Worr umschreiben etwa durch: 
„ angebornen, ursprünglichen Charakter", welcher Frei- 
beit, Freimüthigk. u. unbewußte Natürlichk. einschließt. 
Carus Engl. 1, 265. Juité (frz. engshenüite), k.; 
—s: Naioheit, Nakvetät — u. (bes. als Rollen- 
fach): ein naives junges Mädchen: Die Seenen, in 
denen eine kleine J., Genidve, in die Handlung eingreift. 
Nai3. 18, 559; Das hergebrachte Genre der auf der 
französ. Bübne eingebürgerten I—s. 20, 91; 21, 21. 
— nus (lat.), a.: freigeboren; Das, was — od.: 
so, wie es — einem Freigebornen geziemt (vgl. 
liberal, z. B.: Ingenuäs didicisse fideliter ártes 
ẽmollit morés nec sinit ésse ferbs = Treufleißiges 
Erlernen der erlen Wissenschaften macht auch die Sürten 
mild u. läfst nicht grausam sein rc.); aufrichtig, offen- 
herzig c. — Ingé-rent (lat.), m., -en, (#); -en: 
Nebenkläger. —#rnz, f.: —en: Einmischung: Durch 
eine eventuelle J. der Westmächte. Volksz. 14, 5 tc. 
stion, f.; —en: das Einführen v. Luft u. Nah- 
rungsmitteln durch den Mund in den Körper. 
„stum (§24, 2, n. ]: etwas durch Ingestion in den 
Körper Gebrachtes. — Ingles-## (it.), a.; m., 
—s; zi: englisch; Engländer. G. 23, 193, vgl.: 
L'Inglicismo s-tsch- in Italia. 111, das Cugländer= 
thum 2c. — Ingra“-t (frz. enggrä), a.: undankbar. 
titüde, f.; 0; -titüdo (lat.), k. [8 24, „3, 
üdinis): Undankbark. — ius, a.: undankbar: In- 
gratis servire nefäs.. Dem lludankt aren dient kein 
rechter Mann. Sch. 351a. — Ingraoferen (lat.), 
tr.: s. grarieren 2b. — Ingredi-ens (lat.), n., 
uv.; éutlen [824, 3, n., Cntis, Mʒ.: -ntial: ein 
zu einem aus Mischung hervorgehenden Ganzen 
gehöriger Bestandtheil. G. 27, 503; HP. Pb. 10, 
319 2c.: auch in nicht genauer Schreibw. (s. das 
Folg.): Mit vielem Zucker das Ingredien ersetzen. 
G. 22, 362; Dies babplonische Idiom sollte sich durch 
ein wunderlich es Ingredien z noch mehr verwirren. 38;
        <pb n="553" />
        Ingredkenz 
27, 312; püchler Süröstl. 1, 18 rc. U. in ugw. 
Mz.: Die beiren ersten Ingredien te. Mol Nat. Br. 2, 
104e. nz, f.; -en, -len: Ingrediens (s. d.): 
Frivelität ist keine J. in dem eig. Charakter der Deut- 
schen. W. 36, 184; Haupt-Jlien. Sazar 14, 176a 2c. 
— Ingremiakiön (nlat.), f.; —en: Anfnahme in 
ein Gremium (s. d.), bes. in eine geistl. Körper- 
schaft. — Ingreis (lat.), m., -es; —e: Eingang; 
Eintritt; bes.: ins Kloster 2c.; Beifall. -ion, f.; 
—en: das Hineingehn; der Eingang od. Anfang 
einer Rede 2c. — Ingrosfs-ärius (nulat.), m., 
uv.; -rlen (§ 24, 21: eingetragner Pfand-, Hy- 
pothekengläubiger. ation, f.; —-en: Eintragung 
ins Hypothekenbuch: 3—s-Dekument, Hypotheken= 
schein. -ätor, m., —; ören [8 24, 3, öris)]: Ver- 
walter, Führer des Hypothekenbuchs. -ätus, m. 
[8 24, 2): Ingrofsarius. -keren, tr.: Etwas 
„mit großer Schrift“ ins Reine schreiben (engl. 
engross), z. B. eine Bill, nach ihrer 2ten Lesung 
im Parlament 2c.; bes. aber: Etwas gehörig ins 
Hypothekenbuch eintragen. ist, m., -en, —; -en: 
Ingrossarius. — Inguen llat., § 24, 3, v., 
inis): Gegend des Bauchrings, Leiste, Weiche rc. 
-inal, a.: auf die Weichen bezügl., auch: i-is, 
. B.: IJ.= (od. Leisten-.) Bruch, Hérnia i-is; 
. Drüse, Gländula i-is; = Gegend, régio i-is; 
Ring, ännulus i-is (Bauchring) 2c.— Ingurgit- 
atiön (lat.), f.; —en: Schlemmerei, Völlerei 2c. 
i##rn, tr., auch o. Obj.: hineinschlingen, schlem- 
men, zechen 2c. — Inguftäb-ei (nlat.), a.: un- 
genießbar. ilität, t.; 0: Ungenießbarkeit. — 
Ingwer, m., —s; uv.: die würzige Wurzel eines 
ostind. Gewächses u. dies selbst, Amömum zin- 
giber (nach str. sringawêéra, hornförmig, gr. 
#eyyrs gßes, mhd. gingeber u. ingewör), auch: 
Ingber (Adelung); Imber (Schiliberger 119); Zingeber 
(weidner 222 21c.); Deutscher J., Arum maculätum; 
Gelber od. Müller-J., Curcuma longa; Wilrer od. 
Block-J., Zingiber silvéstre od. purpürbum 2c.; 
J.-Bier, Art Zuckerbier;-Korall (e), Madrepöra 
digitäta; -Kraut; Lepidium officinäle; -Mus; 
Ol; = Stein, v. ähnl. Aussehn wie die J.= 
Wurzel cre. 
Inhabit (lat.), a.: ungeschickt, untüchtig 2c. 
Silas, f. [824, 3, tätis): Untauglichk., Unfähig- 
keit 2c.; I. téstium, Unzulässigk, der Zeugen 2c., 
auch: Inhabilität, f. — Inhabit-äbel (lat.), 
a.: unbewohnbar. abilität, f.; 0: Unbewohn- 
barkeit. -#nt, w., —en, —#; -en: Ein-, Bewohner. 
atiön, f.; —en: Bewohnung. —1eren, intr. 
(haben), tr.: wo wohnen; bewohnen. — Inhaf- 
tferen, tr.: „in Haft“ setzen, verhaften. — Inhal- 
aliön (lat.), f.; —#en: Einhauchung, Einathmung, 
nam. zu Heilzwecken, bei Krankheiten der Ath- 
mungsorgane 2c.: Heilkräftiger als die Luft v. Nizza, 
Florenz, Bardges od. v. sämmtl. J—sInstitutionen. 
Schüching Bronckh. 2, 225; J—s-Kur 2c. Ter (engl. 
inheler), m., —;:; —s: Inhalations-Apparat. 
ceren, tr.: einhauchen, einathmen, — nam. 
mittels eines Inhalations-Arxparats. — Inhame: 
Initiativ 537 
s. Igname. — Inhã--rent (lat.), a.: inhärierend. 
renz, f.; -en: das Inhärieren, Inhärentsein. 
ikren, intr. (haben): 1) an-, inne-haften, in- 
wohnen 2c.: Der Materie inhäriert die Schwere, ist 
rie Schwere inhärent 2c. — 2) auf Etwas beharren, 
davon nicht abgehn c. -sĩv, a.: beharrend, be- 
stätigend: J.-Bescheir, den frühern wiederholend 
u. bestätigend. — Inherit-anre (engl. Senz), k.; 
—: Crbschaft; Erblehn. -or, m., —5; —#: Erbe, 
weibl.: -refs, -rix: Erbin. — Inhiatiön (lat.), 
f.: —-en: das Jappen — nach Etwas; heftiges, 
gieriges Verlangen. — Inhib-ieren (lat.), tr.: 
Etwas verbieten, verhindern, ihm Einhalt thun rc., 
nam. durch richkerl. Spruch. ition, f.; Sen: 
Inhibierung: I—s-Maßregel 2c. Tiloriales, pl. 
[8 24, 3, Gen.: lium]: I., Lit(theræ i., Inhibi- 
torium. -itõrisch, a.: inhibierend. -itorium, 
n., — ; sen [(§ 24, 2, u.]: gerichtlicher Inhibi- 
tionsbefehl Glandätum i.). — Inhospitäl (lat.), 
a.: unwirthl., ungastl. -ität, f.; (-en): Ungast- 
licht. — Inhuman (lat.), a.: der Humanität 
(l. d.) ermangelnd. - atiön, f.; 0: die Mensch- 
werdung (Christi). -ität, f.; 0: Mangel an 
Humanität. 
Inigist, m., —en; -en: Jesuit (s. d. u. Igna- 
tius). — Inimic-e (lat.), adv.: feindlich. -##tia, 
f. [8 24, 1): Feindschaft. -us, a.; m. [824, 2): 
feindlich, Feind. — Inimitäb-el (ulat.), a.: un- 
nachahmbar. eilität, f.; 0: Unnachahmbarkeik. 
— Ininewug (tschirpew.), m., uv.; uv.: im 
Hohlnapfsviel (od. Pugasaing) die beiden Figuren 
od. Steine der Männer od. Bauern: Das ganze 
Sriel des Hehlnapfs u. der Marken, Pügasaing, mit 
13 Steinen .: 2 Kenäbeeks, große Schlangen; 2 
J., Keilmänner; eine Kriegskeule, Puggawäu-= 
gun; Ju. ein dünner Fisch, der Kego;]4 Rund- 
steine, Ojzawäbeeks; u. 3 Shesbebwug, Ent- 
vöglein. Freiligraih H. 215. — Inintelligib-el (ulat.), 
a.: Unverständl. ilität, f.; 0: Unrversiändlichk. — 
Iniqu-e (lat.), adv.: unbillig, ungerecht. -ität, 
f.; —en: Unbilligk., Härte, Unrecht, das Böse 2c. 
ilp (engl.), n., —#; -zilies: Iniquität, — auch 
personif.: das böse Prinzip, der Teufel: Mehisto- 
pheles: Im alten Bühnenspiel] sah man mich dort lin 
England] als öld I. G. 12, 107 ꝛc. - us, a.: un- 
billig 2c.; auch: unwillig, s. asellus. — Inirritäb- 
el (nlat.), a.; eilität, f.; 0: s. irritabel 2c. — 
Initi-äl (lat.), a.: auf den Anfang bezügl., ihn 
bildend 2c., anfangend, anfänglich: I.-Buchstaben 
(s. Lettre 1), große Anfangsbuchstaben, oft auch 
verziert, farbig 2c. -le, f.; —n: Initialbuchstabe. 
-and, m., -en, (—8); -en: ein zu Initiüerender, 
Einzuweihender, Einweiheling: Die versch. Grade, 
worurch sie die J-en theils abzuschrecken, theils aufzu- 
zögern suchten. W. 18, 56; 29, 282 2c. atiön, f.; 
en: Initiierung, Einweihung. 279; 23, 110 tc. 
ativ, a.: etwas ins Werk zu Setzendes in An- 
griff nehmend, die Einleitungen dazu treffend, es 
anbahnend 2c.: Daß es Pflicht jeres Startverordneten 
sei, die nothwendigen Verbesserungen .. i. zu erforschen. 
Volksz. 14, 42 c.; Das J.-Komité. Nat. 20, 132 te.
        <pb n="554" />
        Initiative 
538 
alive, f.; —n: initiatives Vorgehn, Inan- 
griffnahme 2c.: Die J. ergreifen; Das Recht der J. 
haben, bei der Gesetzgebung 2c., s. auch Inchoative. 
„Eren, tr.: einweihen: Einen in die — auch: in 
ren (z. B. w. 16, 83; 27, 278; 36, 9) Mysterien 
i.; Den Orden . ,worin Sie mich init#iert. 15, 212 
„c.# -um, n., —6#; zen (§ 24, 2, n.]: Anfang, 
Beginn 2c.; in Mz. auch = Mysterien (I. d.); 
Inttio, im Anfang, Anfangs; Ab initio, v. Anfang 
an 2c.; Ich weiß die Initien abermal nicht. Gervinus 
Hist. 7, 74 r2c. 
Ini-erteur (frz. engsbektör), m.t, —##;; —, Se: 
s. Injektor. ectieren (lat.), tr.: injicieren, ein- 
srritzen 2c.: Wenn Wasser bei einem Thiere injektiert 
wurde. Ausld. 38, 963a. -ertiön, f.; -en: 1) Ein- 
spritzung 2c.: Die subkutane (s. d.) od. herererma- 
tische (s. d.) J. 2c. — 2) Einwurf, Einwand. 
Teclor, m., —; ören: eine Vorrichtung zum Ein- 
spritzen, nam. v. Wasser in Dampffessel. Nat 3. 20, 
15; 17 2c., auch: Der „Injekteur“. Volksz. 17, 9. 
Sicieren, tr.; 1) Etwas mit Schnellkraft wo 
hineinbringen, nam. Flüssigkeiten einspritzen rc. 
— 2) Etwas einwerfen, einwenden, als Einwurf 
erheben. — Iniukkundität (lat.), f.; -en: Un- 
annehmlichkeit. — Iniun-gieren (lat.), tr.: 
Einem Etwas einbinden, einschärfen, zur Pflicht 
machen. -hlion, f.; —en; -elum /§ 24, 2, n. ]: 
ein Befehl 2c., wodurch Einem Etwas injungiert 
wird. — Injüra, f.; —: eine südamerik. Baum- 
wollsorte. Karmarsch M. 2, 501. — Injurät (lat.), 
m., —en, —s; —en; -us, m. (§S 24, 2): ein Unbe-, 
Unvereidigter. — Injüri-a (lat.), f. [8 24, 11: 
Unrecht, z. B.: Sümmumn jus (s. d.) sümma i. 2c.; 
bes.: widerrechtliche, ehrenrührige Beleidigung: 
Einen i-ärum (wegen Injurien] belangen 2c.; I. 
Atrox od. gräris, grobe, schwere, — Ggstz lvis, 
leichte; (im)mediäta, (un)mittelbare; reälis, thät- 
liche, Gastz verbälis, wörtliche; seripta, schriftliche 
Injurie 2c. -ändi: s. Animus i. -änt, m., en, 
(-#); —en: Einer, der injuriiert. -ät, m., -en, S; 
—en; -älus, m. I§ 24, 21: ein Injuriierter. -e, 
f.; —n: Injuria: Real-; Verbal-J. 2c.; JI-u- 
Klage; -Broceß 2c. keren, tr.: ehrenrührig 
beleidigen. -äs, a.: ehrenrührig, auch inju- 
riös- us, -e (adv.). — Iniüssu (lat.), adv.: 
ohne Geheiß. — Injüst-e (lat.), adv.: ungerecht, 
— auch frz. (spr. engsbüst) a. -itia, f.I/§ 24, 11; 
i f.; 0: Ungerechtigkeit. Zus, a.: ungerecht. 
Ink (engl.), n., uv. (f.); —#: Tinte: Bis 
zum märking i. used (jüfdd without lwirhäüt] pre- 
Paration lrrepereschen], Alles, was die englische Chemie 
nur zusammensetzen kann. IGohl Par. 2, 32 = Zeichen- 
tinte zum Gebrauch ohne weitre Vorbereitung rc. 
Inka, m., —# ; —# : in Peru, Titel der aus der 
Familie der alten Herrscher (bis zur Ankunft der 
Spanier) Stammenden, s. ZBuemeistet Gsch. 580; 
Globus 4, 193 ff., anch: J.-Blut; Herrschaft; 
NReich;= Staat;= Stadt 2c.; auch: Die peruani- 
schen J.-Pfade. Gartenl. 16, 154b; Der Quesal od. 
J.Vogel (Trögon respléndens). Scheizer Nat. 58 . 
Inhartieren 
— Inhalest-enz (lat.), f.; 0: das Inkalescieren. 
eren, intr. (sein): erwarmen, erglüuhn. — 
Inkalkhuläb-el (nlat.), a.: unberechenbar. 
ilität, f.; O: Unberechenbarkeit. — Inhamer- 
ation (nlat.), f.; -en: Inkamerierung. —ĩeren, 
tr.: dem Kammer= od. Domanial-Vermögen ein- 
verleiben, konfiscieren: Rückstellung des inkamerierten 
Landesvermögens sdes Herzogthums Salzburgl. Grinzb. 
26, 3, 516; Daß man das unwiderrufl. Staatsgesetz 
nicht, wie den Landesfends, i. könne. 514 2c. — 
Incam (mhin-amento (it.), n., —; ti; -atiön, 
f.; —en: das Ingangbringen, Einfädeln v. Etwas. 
Säto;, m., uv.; zäti: Die Caracei .. Ihre Kunst- 
schule, die den Namen der Incamminati, d. h. auf den 
rechten Weg Gebrachte, fübrte. Polko Sch Fr. 1, 47 2c. 
„ĩeren, tr.: Einen auf den Weg; Etwas in Gang 
bringen; einleiten, anzetteln ꝛe. — Inkandroc- 
enz, f.; 0: das Weißglühen. = Uren, intr. (sein): 
weißglühnd werden, erglühen. — Inrant-älio 
(lat.), f. I§ 24, 3, önis); -atiön, f.; -—en: Be- 
schwörung, Bezaubrung (s. Epode 1; Cnchantement). 
-ãtor, m., —s; bren [§ 24, 3, öris): Beschwörer. 
„ieren, tr.; beschwören, bezaubern 2c. — Inrap- 
ãäbel (frz.), a.: unfähig zu Etwas, untüchtig rc. 
arität, f.; 0: Unfähigk., Untanglichk. 2c. ax, 
a. [8 24, 3, äcis): unfähig 2c. — Incarcer-ät 
(lat.), m.t, —en, —##; -en: ein Eingekerkerter, Ge- 
fangner. atio, f. [8 24, 3, önis): -ation, f.; 
en: Inkarcerierung, z. B.: hörni#, Einklemmung 
eines Bruchs 2c. eren, tr.: einkerkern 2c.; 
(Arzn.) klemmend einschließen, einklemmen. — 
Incardination (mlat.), f.; —en: 1) Ubertragung 
der Verwaltung einer Kirche an einen fremden 
Geistlichen (clsricus incardinätus). — 2) Er- 
wählung zum Kardinal. — Incärn--adin (frz. 
engkarnadeng), a.: von einer Farbe, etwas heller, 
blasser als Inkarnat (s. d.), weibl.: i-e sipr.: 
din); auch n., —#; —. -ans slat., 8 24, 3, n., 
Täntis; Mz. : Antiaf: Mittel, welches das Wachsen 
des Fleisches fördert. -ät, a.; fleisch-, hochroth r.; 
auch substant., gw. n.: Das dunkle J. des sammer- 
weichen Teints. Spielhagen Pr. 3, 124; 8, 209; Ihm 
verdankt .. die Rose ihr J. RKosegarten Rh. 3, 135 2#c., 
seltner m.: Der züchtigen Rose leihst du den J., der 2c. 
119 rc. Als Bstw.: J.-Blut-] Klee 2c. atiön, 
f.; —en: „Einfleischung“, das Erscheinen in einem 
Körper von Fleisch u. Blut u.: die Erscheinung 
selbst (vgl. Avatara). -alĩv, a.: fleischerzeugend: 
I-um — incarnans. -Hr#n: 1) tr., refl.: ein- 
fleischen (s. d. Ss.), bes.: Inkarniert, eingefleischt, 
verkörpert (vrsch. 2). — 2) Inkarniert, von dem 
Farbenton des Teints, z. B.: Den schönen, etwas 
braun inkarnierten Hals. Gutzon N. 5, 216. — 
Incartäde (frz.; auch gspr.: engk-), f. -n, S#: 
muthwilliger Streich, Ausfall gegen Jemand rc.: 
Seine I-n gegen ganze Nationen, wie gegen einzelne 
Personen. CMerkur (1779) 1,251.— Inkart-ation, 
f.; -en: 1) Quartation (s. d.) od. Scheidung 
durch die Quart. — 2) Inkartierung. ieren, 
tr.: 1) in Papier einschlagen, einwickeln 2c. —
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        Inkassieren 
2) (Postw.) s. dekartieren. — Inkaff-feren (it.): 
1) in Kasten, Kisten, in einen umfassenden Rahmen 
bringen 2c. — 2) (s. 1) — einkaffieren (s. d.). 
So, n., §; —: Einkassierung. — Inkastell- 
ation (it.), f.; —en: Inkastellierung. -iẽren, 
tr.: befestigen, ummauern, verschanzen. — In- 
raftratüra (nlat.), f. [83 24, 11: Behbältnis im 
Altarstein für Relignien. — Inräüt (lat.), a.: 
unbehut'am, unvorüchtig, fahrtässig, auch: i-#s 
u. als Adv.: i-e. la, f. [8 21, 11: Unrvor- 
sichtigkeir. — Inkav-atioön (lat.), f.; —en: Aus- 
höblung. - Ueren, ir.: aushöhlen. — Inklam- 
ation (lat.), f.; —en: Anrufung. - iren, tr.: 
anrufen. — Inklav-ation (nlat.), f.; -en: f. 
Gomrhese. ien: s. enklavieren. — Inelem- 
entia (lat.), f. /#S# 24, 1): nz, f.; 0: Unmilde, 
Strenge2c. — Inclin- ant (lat.), a.: sich neigend, 
zuneigend: Die J—en, die sich einer Glaubens= 
meinung Zuneigenden, Anhänger derselben. 
Sation, f.; —-#n: Neigung (s. d. Ss.), z. B.: J. 
rer Magnernadel (s. Iseklinen 2c.); J. der Ekliptit 
gegen den Aquator 2c.; J. zu Etwas haben 2c.; Eine 
Heirath aus J. 2c.; auch: Dies Midchen war immer 
seine J. — der Ggstd derselben 2c. Als Bstw. 
z. B.: Magneiischer J-s-Aguator (s. d. 1); 
Arrarate ., die J. zu messen heißen Inklinaterien ed. 
J—s8 -Bussolen. 3 Hüller Ph. 2, 2 4 2c.; J—s-Hei- 
rath ic.; 3—.-Narel; J—s-Winkel c. — atorium, 
n., —#; ören: 1) Inklinationsbussole: Weber bat 
die tellurische Indukrien benutzt, um die magnetische 
Inklination zu bestimmen. Sein Induktions-J. 1c. 
## üller Ph. 2, 191 2c. — 2) Chorüfuhl für Alter- 
schwache ꝛe. -älus, a.: geneigt: Plänum (s. d.) 
inclinätum, vgl. (engl.): Eine großartige selfacting 
(betf-] inclined s-frint] plain lrlenl, eine von selbst 
agierende inklinierte Fläche. Kohl Engl. 2, 64. -fren, 
intr. (haben; sein), retl.: (sich) neigen: Ich bin 
augenblicklich nicht dazu inkliniert laufgelegtl 2c.; Er 
bat immer zur Schwärmerei inkliniert 2c.; Eine inkli- 
nierte (geneigte, schiefe, nicht horizontale] Ebne, 
Sonnenuhr 2c. -omster, m., n., —s; uv.: ein 
Werkzeug zum Nirellieren. — Inclu--dieèren 
(lat.), tr.: (mit) einschließen, in sich begreifen. 
„se (frz. engkläs), f.; —s: Ein-, Beischluß, — bei 
Sendungen: Par i., durch Beischluß, als Ein- 
lage 2c., — als Aufschrift auf Briefen 2c., abgek.: 
p. i. „siõn (lat.), f.; —en: Ein-, Beischließung, 
Beischluß, Inbegriff. #, a.; einschließlich, 
Ggstz erklusio, als adv. auch: in- (Ogstz) ex-. 
clusive, auch präpofitionsartig (wie ein= u. aus- 
schließlich) m. Acc, od. Genit., selten Dat., z. B.: 
Je 9 od. 10 Passagieren betrug die sämmtl. Schiffs- 
gesellschaft 30 u. einige Körfe. Ausld. 33, 921b. -us, 
a.; eingeschlossen: Inelũsi, Büßer in Zellen 2c.; 
Inclüsum — (irz.) incluse 2e. — Incoercib-el 
(nlat.): nicht koercibel (s. d.): J—e od. vermanente 
(s. d.) Gase 2c.; Je Stoffe, die sich nicht in Grenzen 
einschließen, in bestimmter Aggregatsform darstellen 
lassen, — die s. g. Imvonderabilien. -ilien, pl.: 
inkcercible Stoffe. ilität, f.; 0:; das Inkoercibel- 
sein. — Inrogit-ant (nlat.), a.: unberachtsam, 
Incomparabilis 539 
unüberlegt. -änz, f.; 0: Unbedachtsamkeit. — 
Incögnit-o (it. —njiJ: 1) adr.: unerkannt 
od., um unerkannt zu sein, unter fremdem Namen, 
— von Fürsten, Berühmtheiten 2c., die so sich 
lästiger Aufmerksamkeit u. Beachtung entziehn 
wollen 2c.: J. reisen, gehn (C. 11, 177) W.; selten: 
Die Bekanntschaft der Generalin macht sich gelegentlich, 
i. seiner innern Beziebungen zu ibr u. Antonien. König 
20, 95, ohne daß man diese Beziehung kannte ed. 
abnte 2e. — 2) n., —s; —: das J. (s. 1) -Sein: 
G. 23, 169; Mein wunderliches u. vielleicht grillen- 
baftes Halb-J. 158; Das Sie ein J., das Sie zu 
bezwecken scheinen, lusten müssen. Gutzkowm R. 1, 229; 
In unserm Verlobungs-J. König 20, 34 „c. -us 
(lat.), a.: unbekannt: Lanr, welches er für einen 
Tbeil der großen Térra austrälis incognita [des un- 
bekannten Sürlands! hielt. Glebus 1, 59a; Das ist 
ibm eine Térra (s. d.) incSgoita, ein unbekanntes 
Land, etwas Unbekanntes. — Inkohä-rent 
(nlat.), a.: unzusammenhängend, zufammenhang- 
los 2c. — (körperl.): Nur feste Körrer vermögen sich 
in jerer Gestalt zu erbalten .., aber das Gleichgewicht 
i—er Massen ist durch eine .. semmertrisch regelmäßige 
Gestalt bedingt 2c. Hädler 165; Pviertelj. 23, 372 2c. 
— u.: (geistig) des Zusammenhangs ermangelnd, 
unbündig 2c., s. inkenner. -enz, siön, f.; -en: 
das Inkehärentsein — u.: etwas Inkohärentes. — 
Incol-a (lat.), m. [5 24, 11: Einwehner. Tät, 
n. , -(e)s; -e: s. Indigenat: Mit einem von der Re- 
gierung einzubringenden J—s-Gesetz. Unt.3#. 20, 276; 
3—-.Recht 2c. — Inrcollegiäl (lat.); -isch, a.: 
un-kollegiallisch), s. d. -ität, f.;0: Mangel an 
Kellegialirät. 3azor 15, 15c. — Inrolumität 
(lat.), f.; O: Unversehrtheit. — Incombuflib-el 
(nlat.), a.: unverbrennlich. -ilität, f.; 0: Un- 
verbrennlichkeit. — Income (engl. innkömm), nu., 
—#; —: das Einkommen: Die Einfübrung der I.- 
tax (Einkommensteuer). Kohl Engl. 3, 83. — 
Incomestib-el (nlat.), a.: uneßbar 2c. eLilität, 
f.; 0: Ungenießbarkeit. — Incommensuräb-el 
(nlat.), a.: nicht kommensurabel (s. d.). vSwinden 
16 tc. (vgl. irrational 2). -ilität, f.: O: das In- 
kommensurabelsein. — Incomminatiön (nlat.), 
k.: —-en: Bann-Androhung. — Incommisekb-el 
(nlat.), a.: unvermischbar. eilität, f.; 0: Un- 
vermischbarkeit. — Incömm-odänt (frz.), a.: 
inkommodierend. -ode, a.: unkommede, unbe- 
quem. odteren, tr.: Einen beläüigen, beschweren, 
ihm läüng fallen, Mühe, Umstände machen rc.; 
refl.: sich Mühe, Umstinde machen, auch: Was 
wills du dich wegen des Bettels veri. S#herr Mir. 
76 :2c. Jodität, f.; —en: Unbequemlichkeit, Be- 
schwerlichkeit, Beschwerde, Ungelegenbeit, Last 2c. 
Jodum I§ 24, 2, u.]: Nachtheil, Beschwer 2c. — 
Incommunikäb-el (nlak.), a.: nicht mirtheilbar, 
nicht mirtheilsam. -ilität, f.; 0: das Inkommu- 
nikabelsein. — Incomparäb-el (lat.), Silis, 
a.: uUnvergleich-bar, -lich, keiner Komraration 
(s. q. ) fähig, so auch: Ein (adjectirum) incompa- 
räbile, Mz.: Die Arjectiva, die einen Stoff bezeichnen,
        <pb n="556" />
        540 Incomparabililät 
sind incomparabilia 2c. ilität, f.; 0: das Inkom- 
parabelsein. — Incompatib-el (frz.), a.: unver- 
einbar, nicht mit einander bestehn könnend: Nur 
muß er nicht inkompalible Dinge verlangen, nicht zu- 
gleich nach Norden u. nach Suden segeln wollen. Forster 
Br. 1, 311, vgl.: Lehen, die sie heißen incompa- 
tibklia, die nicht mögen mit einander behalten 
werden. Luther 1, 296b. -ilität, k.; -en: das In- 
komratibelsein u.: etwas Inkompatibles ((. 
Aspstasie). — Incompensäb-et (ulat.), a.: nicht 
komvensierbar. -ilität, f.; 0: das Inkompen= 
sabelsein. — Incompet-nt (lat.), a.: nicht 
kompetent (s. d.), unbefugt, unzuständig, un- 
gültig 2c. -entia, f. [8 24, 1): das Inkempetent= 
sein: I. jüdicis, des Richters; tärmini, des Ter- 
mins, — sofern er z. B. auf einen Festtag fällt; 
dötis, Unzuständigkeit der Mitgift. -onz, f.; -en: 
Incompetentia. — Incomplais-ance (kfrz. eng- 
kongpläsängß), .; —: Ungefälligkeit. -änt Cing). 
a.: ungefällig. — Incomplet (lat.), us, a.: 
Unvollstäncig: Die Botaniker haben eine Pflanzen= 
abtheilung, die sie Incompläta nennen; man kann eben 
auch sagen, daß es inkomplete, unvollständtge Menschen 
giebt. Es sind diejenigen, deren Sehnsucht u. Streben 
mit ihrem Thun u. Leisten nicht propertioniert ist. Der 
geringste Mensch kann komplet sein, wenn er sich inner- 
halb der Grenzen seiner Fäbigkeiten u. Fertigkeiten be- 
wegt. G. 3, 153. — Inromploer (nlat.), a.: nicht 
komvpler (s. d.). ilät, f.; 0: das Inkemplerfein. 
— Incomprehens-ibel (nlat.), a.: unbegreiflich. 
Sibilität, f.; —en: Unbegreiflichfeit. -#in, a.: 
nicht umfassend. — Inrompressib-el (nlat.), 
a.: nicht zusammendrückbar. -ilität, f.; 0: das 
Inkompressibelsein. — Inconceptib-el (nlat.), 
a.: Unbegreiflich, frz, inconcevable lengkongß= 
wäb'll. ilität, f.; -en: Unbegreiflichkeit. — 
Inconcessib-el (ulat.), a.: unzulässig. -ilität, 
f.; 0: Unzulässigg. — Inconciliäb-el (nlat.), 
a.: unversöhnbar, unvereinbar (vgl. inkompatibel). 
Silität, k.; 0: das Inkoneiliabelsein. — 
Inconcinn (lat.), a.: unkoncinn. -ität, f.; 0: 
Mangel an Koneinnität. — Inrondensäb-el 
(nlat.), a.: nicht kondensierbar. Jilität, f.; 0: 
Unverdichtbarkeit. — Inconduite (frz. engkeng- 
ewit), f.; 0: Mangel an Lebensart, unschickliches 
Betragen. — Inconf-sfus (ulat.), m. [824, 21:„ 
Einer, der Nichts gesteht, kein Geständnis ablegt. 
Tident, m., —en, —: -en: ein Unzuverlässiger, Ver- 
rächtiger. — Inconförm (nlat.), a.: nicht kon- 
form (s. d.). -ität, f.; O: Mangel an Konformi- 
tät (s. d.). — Inconsufib-el (nlat.), a.: un- 
mischbar (s. immiscibel): J., wie Ol u. Wasser rc. 
Silität, k.; 0: das Inkonsusibelsein. — 
Incongclab-el (nlat.), a.: ungefrierbar. -ilität, 
f.; 0: Ungefrierbarkeit. — Incöngru-e (lat.), 
adv. zu incongruus. -#nt, a.: nicht kongruent 
(s. d.), umpassend, der Ubereinstimmung er- 
mangelnd 2c., als Adv. auch: i-er. #n;, f. en: 
das Inkongruentsein, auch: Harmonie u. Inkon- 
gruitäten. G. 27, 249 c. —us, a.: inkongruent. 
— Inroneclusio (nlat.), a.: unbündig. — 
Incorporation 
Jnuroncöct (nlat.), a.: unverdaut, unreif, un- 
fertig, roh ꝛe. -iön, f.; 0: der Zustand des 
Inkonkoktseins. — Inconner (lat.), a.: unzu- 
sammenhängend, des Zusammenhangs ermangelnd 
(s. inkohärent). ität, f.; 0: Inkohärenz. — 
Inconsequ-ent (lat.), a.: unkonsequent, ogl.: 
unfolgerecht, folge-los, -widrig. -enz, f.; -en: das 
Inkonsequentsein u. Kundgebungen desselben 
(Folgewidrigkeit). — Inconsider-äbel (nlat.), a.: 
unbedeutend, keine Beachtung verdienend. -änz, 
f.; 0: Unberachtsamkeit. ät, a.: unbedachtsam, 
rücksichtslos. --atiön, f.; —en: Unbedachtsamk. 2c. 
— Inronsist-nt (nlat.), a.: der Konfistenz er- 
mangelnd. enz, f.; 0: das Inkonsistentsein. — 
Inconsfoläb-el (nlat.), a.: untröstlich, auch frz.: 
ineconsolable lengkongbeläb'I. ilität, f.; 0: 
Untröstlichkeit. — Inconsonanz (nlat.), f.; en: 
Mangel an Kensonanz (s. d., vgl. Dissonanz). — 
Inconst-ant (lat.), a.: unbeständig (vgl. vari- 
abel). anz, f.; 0: Unbeständigkeit, Unbestand. 
— Inconstitution- alität, f.; —en: Verfassungs- 
widrigk. &amp;ll, a.: verfassungswidrig. — Incron-- 
fült (lat.), a.: unüberlegt, unbedachtsam, auch: 
i-as u. adv.: i-e. — Inconsumäb-el, a.: un- 
konsumierbar, unverzehrbar. -ilität, f.; 0: das 
Inkonsumabelsein. — Incontestäb-el (nlat.), 
a.: unstreitig, unbestreitbar 2c. ilität, f.; 0: 
Unbestreitbarkeit, Unwiderleglichkeit. — Incontin-- 
#nl (lat.), a.: unenthaltsam. -entia, k. 
I§S 24, 11: 1) Unenthaltfamkeit. — 2) der ab- 
norme Zustand, wonach gewisse Ausscheidungen 
aus dem Körper unwillkürlich erfolgen, das Un- 
rermögen, sie zu halten: I. älvi od. excrementö- 
rum, wonach dem Kranken die Erkremente unwill- 
kürlich abgehn, er Alles unter sich macht; l. semi- 
nis, Samenfluß (s. Srermatoerrböe); I. urine, das 
Unvermägen, den Harn zu halten. -enz, f.; Zen: 
Incontinentia. — Incontribnäb-el (ulat.), a.: 
nicht besteuerbar; steuerfrei. -ilität, f.; 0: 
Stenerfreiheit. — Incöntr-ieren (it.): 1) tr.: 
a) Etwas antreffen. — b) eine günstige Gelegen- 
heit finden, nam. zum Verkauf 2c. — c) Rech- 
nungen gegen einander vergleichen, ausgleichen rc. 
— 2) refl.: sich treffen, sich fügen, sich schicken rc. 
—o, m., —#;: -i: Ereignis, Zusammentreffen, bes.: 
günstige Konjunktur (s. d.). — Inconven--abel 
(nlat.), -ient, a.: unrassend, ungelegen, unfüg- 
lich, ungehörig, unschicklich 2c. hien;, 1.; 
—en: etwas Inkonvenientes, Ubel-, Misstand, 
Ungelegenheit, Nachtheil, Beschwer 2c. — 
Inronversab-el (ulat.), a.: ungesprächig, un- 
gesellig 2c. ilität, f.; 0: das Inkonversabelsein. 
— Inconverkib-el (lat.), a.: unwandelbar, un- 
veränderlich; unbekehrbar. Zilität, f.; 0: das 
Inkonvertibelsein. — Inconvincib-el (nlat.), 
a.: unüberzeugbur. ilität, f.; 0: Unüberzeng- 
barkeit. — Incorpor-äle llat., § 24, 3, u., 
-älis. Mz. : -Alial: etwas Unkörperliches. alität, 
f.; 0: Unkörverlichkeit. -atiön, f.; -en: Ein- 
verleibung, vgl.: Von der rölligen Inkorreric= 
rung aller Kosakenstämme mit dem russ. Reichskörper.
        <pb n="557" />
        Incorporieren 
Kohl Sürr. 2, 247. -ĩẽren, tr.: einverleiben. -ist, 
m., —en, — ; —en: Buchbinder. Heor. — Incorr- 
éct (lat.), a.: unkorrekt (s. d.): I-beit, das J.= 
Sein u. (m. Mz.): etwas J-es, z. B.: Die Aus- 
rrucksweise des gemeinen Mannes mir ihren Idiotismen 
u. J-heiten. Grenzb. 26, 3, 362 r2c. ectiön, f.; 
en: die Nichtverbesserung 2c. igibel, a.: unver- 
besserlich (s. d., nam. 1, Ss.), so schlecht, das man 
an aller Beßrung verzweifeln mus. igibilität, 
f.; 0: das Inkorrigibelsein. — Incorruüpt (lat.), 
a.: unverdorben; unverfälscht; unbestochen. -ibel, 
a.: unverderbbar; unverweslich; unbestechlich. 
ZSibilität, f.; 0: das Inkorrurtibelsein. -iön, k.; 
0: das Inkorrupt= od. Inkorrurtivsein. -ĩv, a.: 
unvergänglich 2c. — Incoupable (frz. engkuräb')), 
a.: unschuldig, schultles. — Incourant (sz. 
engkurang; inkuränt), a.: nicht kourant (s. d.), bes. 
von Waaren. — Incraff-ans llat., § 24, 3, n., 
Täntis; Mz.: Antial: ein Mittel zur Verdickung 
der zu flüssigen Körversäfte, nam. des Bluts. 
ation, f.; -en: Verdickung. -irren, tr.: ver- 
dicken, konsistenter machen. — Inered-ibel (lat.), 
a.: unglaublich. -ibilität, f.; 0: Unglaublichk. 
ulitäl, f.; 0: Ungläubigkeit. - ulus, m. 
[8 24, 2: ein Ungläubiger. — Inerement (lat.), 
n., -(e)s; —-e; -um (§ 24, 2, n.]: Wachsthum, 
Zuwachs. — Increp-aliön (lat.), f.; -en: das 
Schelten. feren, tr.: schelten. — Inerescikren, 
intr. (sein): wachsen, an-, ein-wachsen. — 
Incrimin--atiön (nlat.), f.; —en: Anschuldigung: 
Diese seltsame, eine J. verhüllende Ansrrache. Keißner 
Sanf. 3, 284. Urbar, a.: anfechtbar, als An- 
schuldigung dienen könnend: J#—e Sätze. Nat33. 20, 
273. -Uen, tr.: Einem Etwas zur Last legen, 
ihn anschuldigen. — Incrogable (frz. engkroafäb'l): 
1) a.: unglaublich. — 2) m., —: —s: a) 1796 
trug man .. Buonapartes ed. J—S, dreieckige Hüte mit 
ungebeuer großen Krämren, gw. Tracht der Elegants. 
(s. b). Düringer 589. — b) (s. a) Zierbengel, 
Modegeck. Salon 1, 548. — Inoerust-ät (lat.), 
n., —e)s; -e: inkrustierter organischer Koͤrper. 
atiön, f.; —#n: Inkrunierung — u.: die dadurch 
gebildete Kruste 2c.: Diese Bror-J. Zöniger Sab. 
12 2c.; J—z-Maschine, z. B. zum Uberziehn der 
Sämereien mit einer Düngerschicht. - kren, tr.: 
mit einer Krusie, Steinrinde, mit Mörtel 2c. über- 
ziehn; auch refl.: In den Karlsbader Srrudel gelegte 
Kärper i. sich 2c. — Inc- ubaliön (lat.), f.; -en: 
4) bei den A#ten eine Art Kur, wonach die Kranken 
in Temveln 2c. schliefen, um hier Genesung od. 
Anweisung zur Genesung von der Gottheit zu 
emrfangen. — 2) J. wird eig. v. Bebrütung der 
Eier gebraucht, doch hat man diesen Auerruck auch auf 
die Entwicklung der in den Organismus ausgenommenen 
krankhaften Potenzen übertragen u. verstebt unter J—. 
Periede den Zeitraum, welcher von der Aufnahme des 
Krankheitsstoffes bis zum Ausbruche der Krankheit ver- 
streicht. Falke Th. 1, 433b 2c. -übe, m., —m; In: 
Incubus, z. B. bildl.: Er setzte den I-n seines 
Rückens ab. #P. Fat. 1, 225. ubus, m. [8 24, 21: 
Inn 541 
ein Krbold, s. d., bes. G. 11, 53. — nam., der 
sich Nachts auf die Schlafenden (bef. Frauen) legt, 
sie drückend (Alr, Nachtmabr), — vgl. Süccubus, 
weibl. Süccuba, sich ähnlich Männern im Schlafe 
gesellend. — Ineũl-eseren (lar.), tr., refl.: ein- 
praͤgen. -ratiön, f.; -en: Einvrägung:; auch: 
die Ertheilung mehrerer geistl. Weihen an einem 
Tag. — Inculp-öbel (lat.), a.: unsträflich, un- 
tarelhaft. -änt, m., -en, (—5); —en: Anschul- 
diger, Ankläger. ät, m., -en, (—8); —#n: der 
Angeschuldigte, Angeklagte. -atiön, f.; -en: An- 
schulrigung, Bezichtigung. -ätus: 1)m. [824, 21: 
Inculvat. — 2) a.: straflos 2c.: Turela (I. d.) 
inculpäta (od. necessäria), straflose od. Noth- 
wehr 2c. iren, tr.: Einen anschulrigen, an- 
klagen, bezichtigen 2c. — Incultlür, f.; 0: Mangel 
der Kultur (s. d.). — Incümb-a (lat.), f. 
[S 24, 11: s. Imrost 2. -int: 1) a.: auf-, ob- 
liegend. — 2) (engl. inkömbent) m., —: —: 
Pfründenbesitzer. -enz, f.; -en: Obliegenheit, 
Schuldigk. - #eren, intr. (haben): sich auf Eiwas 
legen, sich desselben befleißen 2c. — Incunäb-el 
(lat.), f.; —: Wiege, der erste Ursprung 2c.: Nach 
welcher Seite bin sie ldie Naturroesie) auch die J-u der 
dramatischen Poesie enthält. Rostnktanz PoesGsch. 20 K.; 
bes.: ein Werk aus der ersten Zeit der Buchdruckerei 
(vgl. Editio princeps). ula, pl. [8 24, 2. u.):: 
Inkunabeln: Ab incunäbulis, von der Wiege an 2c. 
— Incuräb-el (nlat.), a.: unheilbar. -ilität, 
f.; 0: Unheilbarkeit. — Incurat (nlat.), m., 
—en; -en: Kurat (I. d.), Pfarrer. iön, f.; -en: 
Ertheilung einer Pfarre. = us, m. I§ 27, 21: 
Pfarrer. — Incüri-a (lat.), f. [824, 11: Sorg- 
losigk., Unachtsamk., Nachlässigk.; Ex laus] i. 
e, f.; —n: Incuria. . 55, a.: unachtsam 2c.; 
keine Neugier habend. ositäl, f.; 0: das In- 
kuriossein. — Inceürf-iön (lat.), f.; —en: Ein- 
fall in ein fremdes Gebiet (Dünzer Käug. 133), 
Streiferei, Streifzug 2c. us, m. I§ 24, 41: 
Angriff; Strafgefälle bei Klostergerichten 2c. — 
Incurv-atiön (lat.), f.; -en: Krümmung, Bie- 
gung. -ker, tr., refl.: krümmen, biegen 2c. — 
Inc- us (lat.), f. [8 24, 3, üdis!: Amboß. 
üfus, a.: s. Brakteat. 
Inlek (engl.), n., —s; -s: „Einlaß“, kleine 
Bucht, Bai, vgl.: Nefud sind Sanrrässe. Man 
kann sie bezeichnen als Eingänge, J—s, zu dem großen 
Sandoceane. Globus 8, 314 a; auch Inletlt) — Indelt 
(s. d. Ss.), das sackförmige Behältnis für die 
Federn eines Kissens od. Bettstücks. — Inmorä- 
lisch: s. immoralisch. 
Inn (engl.), n., —8; —#: 1) Gast-, Wirths- 
haus. — 2) I. of court (kört!, Kolleginm, worin 
das gemeine engl. Recht gelehrt wird, vgl.: Als 
noch die schnöden Advokaten des alten angelsichsischen 
gemeinen Rechts (Common Law) durch die Geiflichkeit 
von den Univerfiräten u. den geistl. Gerichten ausge- 
schlossen waren, bewilligte ihnen der König versch. Wohn- 
site, die dek balb I—s of Court (Gasthäuser des Hofes) 
genannt wurden. Hier richteren sie sich zunftmäßig ein.
        <pb n="558" />
        542 
Innafantato 
Gartenl. 17, 238a 1e. — Tnnasanlät-o (it.), m., 
uv.; -i: eine gistige Ameise in Korsika. Cregorovius 
Kors. 2, 107. — Innamorät-a (it.), k.; e: bie 
Geliebte, Liebste. Jo, m., uv.; zi: der Geliebte, 
Liebster, Liebhaber. — Innaseib-el (lat.), a.: 
was nicht geboren, nicht erzeugt werden kann. 
Zililät, f.; 0: das Innascibelsein. — Innavigab- 
el (lat.), a.: unschiffbar. ililät, k.; 0: Unschif- 
barkeit. — Inner (engl.), a.: inner, innen 
liegend, z. B.: Plankenhaut (i. skin) des Schiffs. 
Erenzb. 26, 4, 250. — Innervation (nlat.), I1.; 
—en: Daß die Ganglienkugeln das Vermögen besitzen, 
die organischen Gebilde „mittels der Nervenfasern" zu 
beleben u. in Spannung zu erhalten, daß also v. ihnen, 
wie man sich auszudrücken pflegt, die J. angeregt u. 
unterhalten werde. Durdach Anthr. 299. — Innoc-ent 
(lat.), a.: unschuldigq, auch frz.: i. (spr. inoßäng), 
weibl. : i—-e [ßäng'], z. B.: In allerlei liaisons 
dangereuses (s. d.) u. i-es. Spielhagen Pr. 3, 2 8 2c.; 
ferner engl.: J. [spr. innoßent], z. B.: Mlassacre 
(s. d.) of the i-s, Ermordung der unschuldigen 
Kindlein — der bethlehemitische (s. d.) Kinder- 
mord, auch scherzh. énte (it. innohtsch-), a., 
entemente, adv.: unschuldig; (Mus.) unge- 
künstelt, natürlich. entia (lat.), k. /I§ 24, 11; 
Tenz, f.; 0: Unschuld. — Innomin-bel (lat.), 
a.: unnennbar. Cabililät, f.; 0: Unnennbarkeit. 
Tät, a.: ungenannt, auch i-us (s. anonymus), 
it.: i—-o, Mz.: I—i, die Ungenannten, Bez. der 
Mitglieder einer Akademie zu Parma. — Innormal 
(nlat.), a.: norm-, regel-, naturwidrig, abnorm. 
Zität, s.; —en: das Innormalsein u.: etwas In- 
normales. — Innoslran 2c.: s. Inostr 2c. — 
Innoteseieren (lat.), intr. (sein): bekannt 
werden, an den Tag kommen. — Innov-alion 
(lat.), f.; —en: Neurung. -ieren, tr., auch o. 
Obi.: erneuern, neuern. — Innubil (nlat.), a.: 
noch nicht heirathsfählg, unmannbar. ilät, (.; 
0: das Innubilsein. — Innuseren ((lat.), tr., 
auch v. Obj.: zuwinken, andeuten. — Innumeräb- 
el (lat.), a.: unzählbar. -ilität, k.; o: Unzähl- 
barkeit. — Innuptus (lat.), a.: unvermählt, 
auch subst. z. B.: Die Innupta, Unverheirathete. 
— Innulrition (lat.), f.; —en: s. Atroyhie. 
Ino (gr.), f.; —8; 0: s. Lenkothen. — 
Inobedi-enl (lat.), a.: ungehorsam. -enz, (.; 
0: Ungehorsam. — Inobligal (nulat.), a.: un- 
pflichtig, unverbindlich. — Inobsequ-Snk (lat.), 
a.: unfolgsam. -enz, k.; 0: Unfolgsamkeit. — 
Inobserv-anz (lat.), aliön, k.; 0: Nichtbeach- 
tung, Mangel an Achtsamkeit, Gleichgültigkeit 2c. 
— Inocer-amus (gr.), m., uv.; -ämen [§#24, 21: 
eine Gattung fossiler Muscheln. Durmeister Gsch. 
450; Schwarzer Kalk mit Inoceramen 2c. Ohen 1, 6°1. 
— Inofsens's'o (ulat.), a.: keinen Anstoß gebend 
od. erregend, unanstößig, unschädlich, harmlos rc. 
Silät, k.; 0: Harmlosigk., Unanstößigk. 2c. — 
Inossici-ös (lat.), a.: ungefillig; pflichtver- 
letzend, pssichtwidrig 2c. osilas, f. 24, 3, 
tatis!); -osiläl, f.; —en: inoffieiöses — Sein od. 
IAnquisition 
— Thun, nam. bei Testamenten u. Schenkungen: 
Actio (s. d.) inofficiositãtis c. -öfus, a.; inoffi- 
eiös: Testaméntum inofficiösum, Testament, wo- 
durch Notherben ohne Grund ihr Pflichttheil ent- 
zogen wird; Donätio (s. d.) inofficiösa 2c. — 
Inogenesis (gr.), f. [8 24, 3, uv.): Faser- 
bilrung. — Inoccupalion (nulat.), f.; 0: Un- 
beschiftigtheit. -##er!, a.: unbeschäftigt. — 
Inocul-atiön (lat.), f.; -en: Inokulierung 
(s. Insition). -ätor, m., —#; ören (§ 24, 3, örisl: 
Inokullerer. - eren, tr.: okulieren (s. d.), impfen, 
z. B.: Pflanzen, Bäume 2c.; ferner: Krankheiten, 
z. B. G. 21, 155; 39, 153 1t. -ist, m., Sen, 
(—): —en: Freund der Blatternimpfung. — 
Inoleseieren (lat.), intr. (sein): an-, ein- 
wachsen. — In-olith (gr.), m., —e)s; -e: Faser- 
stein, Strahlgips. -oma (§ 24, 3. n., 4isl: 
Faser-Gewächs, -Krebs. — Inond-ation (frz. 
inongraßjöng), f.; —s; --k#eren, tr.: s. Inunr 2c. 
— Inopia (lat.), k. I/§ 24, 11/: Mangel, Noth. 
— Inopinatus (lat.), a.: Unverhofft, unver- 
muthet: Inopinäta, unvermuthete Ereignisse. — 
Inopportun (lat.), a.. ungelegen, unbequem. 
ZSiläl, f.; —en: Mangel an Opportunität (s. d.): 
Ungelegenheit 2c. — Inoptäb-el (lat.), a.: un- 
erwünscht. ililät, f.; 0: Unerwünschtheit. — 
Inorödsi (russ.), pl.: halbunterworfne Nomaden, 
die aber dem russ. Reich noch nicht einverleibt sind, 
s. GOgstz Potdanni. Kohl Südr. 2, 215 ff. — Inos-in 
(gr.), n., —e)s; 0: IJ., J.-Säure, Fleischsäure. 
birzel Chem. 169. — 14, m., -(e)s; 0: Fleisch= 
zucker, ebb. — Inosculati-o (lat.), f. [8 24, 3, 
Fönis]; -on, f.; -en: Einmünrung (s. Anaste- 
mose). — Inostran-ez (russ.), m., uv.; -zi: ein 
Fremder, Ausländer. Kohl Pet. 1, 165; 2, 31; 
32; 317 cc., vgl.: Auf Rechnung der ausländischen 
Giäste (innostranneje göstui). 16 2c. — Jnp 
2c.: s. Imp 2c. — In-poor: s. Out-poer. 
Inquar-! (frz. engkär), n., —# —6; lation 
(taßjöng), f.; —#: s. Quartation. — Inquest (engl.), 
n., —6; —: Untersuchung, bes. durch eine Jury 
(s. d.). — Ingquiel (lat.), a.: unruhig, beun- 
ruhigend. -alion, f.; —en: Beunruhigung. 
-ren, tr.: beunruhigen. — Inquilin (lat.), 
m., -en, —s: -en: Einwohner, Häusler, Inste, 
Instmann, Inlieger, Miethswohner 2c. —at, n., 
—(e)s; -e; älus, m. [8 24, 41: Rechtsverhält- 
nis der Inquilinen. -us, m. [8 24, 2): Inguilin. 
— Ingquin-aliön (lat.), t.; -en: Ingquinierung. 
ĩeren, tr.: vernnreinigen, besudeln, beflecken 2c. 
— Ingqui--rénk (lat.), m., —en, —#; —en: Unter- 
suchungsrichter. —r#ieren, tr.: im (od. wie im) 
Kriminalproceß verhören. -#x(engl. inkweiri), n., 
s6; ries: = Enquéte (s. d.), z. B.: Committee (s. d.) 
oli. — Enqustekommission 2c. -sit (lat.), m, en, 
(—8), Sen: der peinlich Angeklagte; weibl.: J-#n: 
Auf der J-en-Bank. Chamiso 3, 20 3 rc., Anklage- 
bank; J-en- [Armsünder-] Stuhl 2c. KtBiön, 1.; 
Ten: Kriminal= (od. peinl.) Untersuchung, z. B. 
w. 36, 101; 103 .; nam.;: ein ehemals in kathe-
        <pb n="559" />
        Inquisitiv 
lischen Lindern zur Entdeckung u. Bestrafung der 
Ketzer niedergesetztes Glaubensgericht (das „heilige 
Amt"“, sänctum officium, span.: sänto oficio 2K., 
vgl. auto da fe 2c.): J—s-Artikel; -Censur 
(s. d.);-Familiar (s. d.);= Gefängnis;-Ge- 
richt; Von albigensischem Ketzerblute trunkene J—S. 
Gesellen St. Dominik's. Monaibl. 1, 3170b; J—s- 
Officium. Gutzkow Z. 8, 135; --Proceß cc. 
„sitĩv, a.: forsch-, wißbegierig, neugierig. püller 
Südstl. 2, 155; w. 21, 255 2c. sitor, m., —8; 
ören (§ 24, 3, öris): Ingquirent; bes.: Ketzer- 
richter, Ketzermeister; auch: Groß-J., Vorsitzender 
des Ketzergerichts. Sch. 306b ff.; Der J.-Kommis- 
sarius. Gutzko Z. 9, 433 ꝛc.; auch bildl. 2c.: Der 
Verstand .. Dieser unerbittl. Groß-J. [Inquirentj] mit 
seiner Analyse. DViertelj. 10, 190 ꝛc.; auch: Das 
Aussehen eines weibl. Groß= Js. Spielhagen Pr. 6, 
171 c.; ferner: J., ein Käfer, Curcülio i. -sitorial, 
a.: bes. als Bttw. — Kriminal-, z. B.: J.-Ge- 
fängnis;-Gericht;-Proceß 2c. sitoriat, n., 
-(e)s; —e: Kriminalgericht 2c.: Im J—s-Gefäng- 
nis. Salon 1, 579. sitorisch, a.: in der Weise 
eines Inquisitors od. der Inquisition: Einen i—-en 
Glaubenszwang über die Gemüther auszunben. Gartenl. 
16, 521a. itus, m. s8 24, 21: Inquisit: Die 
Zurechnungsfähigk. Inquisiti in Hinsicht des Mordes 
quæst. UPitaval 36, 386 cc. 
Inrämo, n.: s. Ramus. — Inrolment: s. 
Enrolment. — Inrotul-alion (nlat.), f.; Sen: 
Inrotulierung: J—8 -Gebühr; -Termin ie. 
jieren, tr.: die Akten zur Versendung an ein 
Spruchgericht zusammenpacken (rotulieren, s. d. u. 
exrotulieren); auch übrtr. G. 23, 112 rc. 
Insaisissable (frz. engßäsifsäb'l), a.: 1) un- 
begreifl., unfaßbar. — 2) keiner Beschlagnahme 
unterliegend. — Insalieren (nlat.), tr.: ein- 
salzen. — Insalivation (nlat.), f.; -en: 1) Ein- 
speichlung der Sreisen. — 2) Mangel an Speichel- 
fluß. — Insalüb-er (lat.), a., auch [8 24, 3, 
ris): der Gesundheit unzuträglich, ungesund. 
Zrität, f.; 0: das Insalubersein, Ungesundheit. 
— Insän-ia (lat.), k. [8 24, 1): Irr-, Wahn- 
sinn, Geistesstörung 2c.: I. noctüurna, das Nacht- 
wandeln. ir, f.; eyn: Insania. LTitas, k. 
[8 24, 3, Jtätis!): Ungesundheit, Krankheit. 
Zitlät, f.; —#n: = Insanitas u. Insania. us, a.: 
ungesund, krank, bes.: geisteskrank, irr-, wahn- 
sinnig: Insäns mentis, irren Geistes 2c. — 
Insatiäb-el (lat.), a.: unersättl., in saturäbel. 
Zilität, f.; 0: Unersättlichkt. — Inscenkeren, 
tr.: „in Seene (s. d.) setzen“: Stücke, die bereits 
einstudiert u. insceniert waren. DMus. 15, 2, 78; 627; 
Die Inscenierung des 3Sten Akts. Uat#3##18, 400 
((. Mise en schne) 2c. — Inschällah (türk.): „so 
Gott will“. Giobus 5, 99a; 11,227; Hammer Memn. 
237, s. Maschallah. — Insci-ens (lat.), a. I§ 24, 3, 
-atis); -ent, a.: unwissend; ein Unwissender. -enz, 
f.; 0: Unwissenheit, Unkunde. — Insecieren 
(lat.), tr.: einschneiden, kerben. -éCct, n.,—(e)s; -en: 
eine Klasse der Gliederthiere, deren Kopf, Brust 
Inserkion 
543 
u. Hinterleib durch Einschnitte gesondert sind, bald 
in engrem Sinn auf die Thiere mit 3 Fußvaaren 
beschränkt (eingetheilt in: Koleöptera, Hornslügler 
od. Käfer; Homenöptera, Hautflügler; Lepiröptera, 
Schuppenflügler od. Schmetterlinge; Diptera, 
Zweiftügler; Neuröptera, Netzflügler, Orthöptera, 
Gradflügler u. Hemiptera, Halbflügler), bald im 
weitern Sinn, wo dann z. B. auch die Spinnen 
mit 4 Fußpaaren rc. mit einbegriffen werden, als 
sog. Aptera od. flügellose Insekten (Kerbthiere, Kerb- 
ling, Kerf, Ziefer 2c.); übrtr.: Daß er. nicht öffnen 
soll dem tödtenden J-e svgl. Wurm]] gerühmter 
besserer Vernunft das Herz der zarten Götterblume. 
Sch. 29 40 rc. Zsstzg z. B.: Die Forst-J—en#gam 
Forst schadenden) v. Ratzeburg: Die Schilrläuse od. 
Gall-JI—en. Ohen 5, 1534; Muschel-JSen. 623 
(s. Entomostracum); Die Kau= u. Schnabel-Jen. 
Cschudi Th. 276 c. Als Bstw. z. B.: J-en-Be- 
lustigungen v. Rösel v. Uosenhof; J—en-Dieb, 
Ptinus für, den J-en-Sammlungen gefährlich; 
J-en-Fresser, bes. als Bez. einer Gruppe der 
Säugethiere (Burmeister Gsch. 419) u. einer Ord- 
nung der Vögel (Ohen 7, 17) 1c.; I-n.Kasten; 
Kenner; -Kunde; Milbe, Trombldium insectö- 
rum; J—-en-Nadeln, zum Aufstecken der J-en in 
Naturaliensammlungen 2c. Karmarsch M. 1, 535; J-en- 
Pulver, zur Vertreibung schärlicher od. lästiger 
J-en, bes. die Blüthen v. Pyrethrum cärnöum 
2c.; JTven-Sammler,= Sammlung: Diese Jlen- 
lkleinen, kriechenden! Seelen. Sch. 19 3a 2c. 
Trction, f.; —en: Einschneidung, Einschnitt. 
ectivora, Fectivoren, pl.: Insektenfresser. 
Zectolog, m., —en, (—8); -en: hibririsch st. En- 
tomolog (s. d. u. Fortbild.): I-##, f.; i-isch, a. 
értor, m., —; ören /§ 24, 3, öris): Schneide- 
zahn (s. Ineisor). — Inscnesc-enz (nlat.), k.; 
0: s. Agerasie. -ĩẽren, intr. (sein): altern. — 
Insensib-el (lat.), a., -le (frz. engßangßib'l): 
unempfindl., fühllos; unmerklich. ilität (lat.), 
ZSilité (frz. enghangß), f.; 0: Unempfindlichk. 2c.; 
Unmerklichk. — Insepar-äbel (lat.), a.: un- 
trennbar, unzertrennlich. abilität, f.; 0: Un- 
zertrennlichkeit. able (frz. engßeparäb'l): unzer- 
trennlich, auch: Die schopflosen Baumpapageien 
nennt man wegen ihrer wechselseitigen Anhänglichk. Un- 
zertrennliche, J-s. Ohen 7, 364. — Insequ-ens 
(lat.), a. [§ 24, 3, entis!); -nt, a.: folgend, 
nachfolgend. ĩẽren, intr. (sein): folgen, er- 
folgen. — Inser-at (nlat.), n., -(e)s; -e: etwas 
Inseriertes: Zeitungs-J—e 2c.; J. (od. Insertions--) 
Gebühren, -Kosten 2c. Zätur (lat.): „es werde 
eingeschaltet, beigefügt, inseriert!“ 2c. -#ndum, 
n., —; da [8 24, 2, n.): etwas zu Inserierendes. 
Sieren, tr.: Etwas wo hinein setzen, bringen, 
einschalten, einfügen ꝛe., bes.: eine Anzeige in 
öffentliche Blätter einrücken 2c.; refl., nam.: Ein 
Muskel inseriert sich wo, setzt, fügt sich dort an 2c. 
tion, f.; -en: das Inserieren, z. B. Humboldt 
Kosm. 2, 426 rc., nam. in Zeitungen, vgl. Inserat; 
ferner: Daß die Muskeln 2 Extremitäten haben, eine
        <pb n="560" />
        544 Insertum 
firierte, die man ihren Ursprung nennt, die andre beweg- 
liche, ihre J. Nalur 15, 335a #½cc#—tum § 24, 2, 
Mn.): korrekter aber minder üblich als Inserat. — 
Jufess (nlat.), m., —es; —; -us [§8 24, 41: 
Sitzbad. or, m. [8 24. 3, vris]: Resthocker 
(eine Zunft der Bögel). — Insid-e (engl. inßeid), 
f.; —6#: die innre od. Innenseite, Ggstz: Outside 
(ditßcid'], Außenseite. -er, m., —#; —6: Einer, 
dem der Zugang ins Innre freisteht: Zugänge u. 
Vorhöfe ldes Tattersall wimmeln) v. der Masse der 
Outsiders, d. h. Nichtmitglieder, der Subseriptions- 
room v. den J-s, d. h. den vrivilegierten Mitgliedern. 
Gartenl. 14, 719a. — Insidi-ä (lat.), pl. [8 24, 
1): Nachstellung, Hinterhalt. -ation, f.; -#en: 
das Nachstellen, Auflauern 2c. ätor, m., —8; 
bren (§ 24, 3, öris]: Auflaurer 2c.; auch: Art 
Fisch (Spärus i.), der rothe Betrüger. Sen, pl.: 
insidie. -ieren, intr. (haben): Einem nach- 
stellen 2c. — ös, a.: hinterlistig, ränkevoll, tückisch 
1. — Insigne *P engßinj), a.: ausgezeichnet, 
außerordentl. ꝛe.: Wir behandeln den Menschen mit 
der i—sten Geringschätzung. Spielhagen Pr. 4, 247 rc. 
jĩe (lat.), f.; —n: Kenn-, Ehren-, Würden-, 
Standeszeichen, z. B.: Zeder J. meiner Würre be- 
raubt. Meißner Nov. 1, 119 cc.; zumeist in Mz., (. 
nam. Düringer 596; auch z. B.: Die J-u des Ni- 
schan-Ordens. Frankl Jer. 1, 196; Nal## 21, 335 r2c.; 
Zur Seite des Königspaares u. der J-n-Träger. 20, 
266; Die Cista mit den Kron-J-n. ebd.; Ordens- 
J-en; Die Reichs J—# ##i sed. „Kleinodien) 2c. 
Sisiance (frz. engßinjisiängß), k.; 0: Bedeutungs- 
losigk., Unbedeutenheit, Geringsügiak., Nichtigk. 2c 
Zisiant (-äng), a.: unbedentend, ohne Berdeutsam- 
keit, nichtssagend. nichtig 2c. eisicatiön (lat.), 
f.; — Jnsignisiance. — Insimul-ation (lat.), 
f.; —en: Verdächtigung, Anschuldigung. ren, 
tr.: Einen an-, beschuldigen, verdächtigen. — 
Jusinu-nt (lat.), a.: fich an= od. einschmeichelnd 
2cc. ation, f.; -en: 1) Einschmeichlung, vgl. 
Captätio benevoléentie. — 2) Einblasung, Ein- 
flüstrung. — 3) (Nechtsspr.) die gerichtl. Ein- 
händigung, Zustellung eines Schriftstücks: J-S- 
Dokument, Schein; „Frist, „Tag; Ge- 
bühren. Uais. 22, 171 2c. ativ, a.: insinuant. 
T#Eren: 1) tr.: Einem Etwas i.: a) (Rechtsspr.) 
gerichtl. zustellen, nam.: Schriftstücke rc. — b) v. 
Ansichten, Meinungen 2c.: sie Einem auf feine Art 
beibringen; bewirken, daß man sie in sich auf- 
nimmt; einblasen, einflüstern. — 2) refl.: Sich 
bei Einem i., einschmeicheln, einkosen, einschmiegen, 
einlieben, anschmieren 2c. — Insipid-e) (lat., 
auch frz. engßipid), u. unschmackhaft; abgeschmackt; 
fade; albern 2c. ität, f.; —en: das Insspid= 
Seinn. eiwas Jusipides — Infist-#nt (lat. ). ., 
en, *5 —en: Jemand, der — u. sofern er — auf 
Etwas inst stirt. -eren, intr. (haben): auf Etwas 
bestehn od. dringen 2c. — Jusikiön (lat.), s. 
—en: das Impfen, Propfen v. Pflanzen (s. 3 
okulation). — Inseri-bueren (lat.), tr.: ein- 
schreiben. ption, f.; Sen: Einschreibung (Js„ 
Inspertrice 
Gebühren. DMus. 17, 1, 406 1c.); Inschrift; frz. 
Staatspapier, dessen Einlösung rurch Eintragung 
in das „große Buch“ (der Staatsschulden) ver- 
bürgt ist. — Inserutäb-el (lat.), a.: unerforsch- 
lich. ililät, f.; 0: Unerforschlichk. — In- 
seulpieren (lt. ), tr.: eingraben, einschneiden. — 
Inscüsieten s. Stüs. — Insociäb-el (lat.), 
: Unvereinbar, unverträgl., ungesellig. ilität, 
"44 0: das Insociabelsein. — Insolatiön (lat. ), 
f.; Zen: Insolierung (s. Heliösis): Die direkte Be- 
sonnung (J.). Ualur 16, 29 8a; Die Phosrhorescenz 
als eine die J. noch lange überdauernde Fluorescenz. 
Jo Mũler Ph. 1, 655; Für versch. Gegenden der Erd- 
oberfläche sind die J-s-Verhältnisse äußerst un- 
gleich. 2, 806; ent 2c.; auch: J., Sonnenstich. 
Petetmann Or. 1, 67. — Insol-ent (lat.), a.: 
ungebührl., frech, grob, unverschämt, auch fez. 
(engfoläng), bef. m., —s; —s: ein i-er Mensch. 
Tenz, f.; -en: Unverschämtheit c. — Infolkdee 
(lat.), a.: unsolide (s. d.). -ität, f.; —en: in- 
solides Sein, Handeln 2c. — Insolkkren, tr.: 
den Sonnenstrahlen aussetzen besonnen 2c. — 
Insol-übel (lat.), a.: unlöslich. ubilität, f.; 
0: Unlöslichk. -vable (frz. engßolwab 1), a. in. 
solvent. -vent (nlat.), a. ahlungsunfähig. 
vgl.: Sich pro sfür] i-e erklären 2c. enz, f.; 0: 
Unvermögen, seine Schulden zu bezahlen (ogl. 
Bankerott, Kenkurs 2c.): J.-Erklärung 2c.; Bör- 
sen-= J. Uat 3. 21, 335. — Insömn-ia (It.), f. 
[S.24, 11; ie (irz. engßommt), f.; —s: Schlas-= 
losigk., s. Agrrrnie. — Insopportäbile (it.), a 
unerträgl. (s. insupportable): Ein zmimale (s. d. )i. 
— Insouciance (frz. engsujangs), f.; -s: Sorg- 
losigk. — Juspéet-eur (frz. engsekrör). m., —S 
—6 : Aufseher 2c.: I. aux revues lo rewül, bei Heer- 
schauen, Mustrungen 2c. Jio (lat.), f. I/§ 24, 8, 
-iönis!: Besichtigung, nam. prüfende: Legälis i. 
cadäveris, gesetzliche Leichen-Besichtigung, -Unter- 
suchung; l. oculäris, das Einnehmen des Augen- 
scheins, Beaugenscheinigung kc., s. d. Folg. -ion, 
f.; —en: Inspieierung, prüfende Besichtigung; 
Beauffichtigung; Mustrung, Schau rc.; auch: 
Aufsichtskreis eines Superintendenten 2c.; feruer 
— Korporalschaft, als Unterabtheilung einer Kom- 
paguie 2c. Zsstzg. z. B.: Etäppen= J.; Gene- 
räl= J., allgemeine od. Oberaufsicht; Legäl= J., 
legalis inspectio (s. d.); Okulär- J., inspectio 
(s. d.) ocularis 2c. Als Bstw. z. B. J—#—Adju- 
tant;= Beamter;--Parade;= Posten; Reise 
(Uai. 21, 236); An den J—-s-Tagen. Ring Verl. 
Gsch. 2, 113; J—#8-Tour. SLalon 3, 732 2c. or, 
m., —6; Uren: 1) Einer, der die Aufsicht 
über Etwas führt, es inspiciert, Aufseher (s. 
Inspicient), J. B.: Eisenbahn-; Fobrik-; 
Faktorei-; Garderoben-; Garten-; Grenz- 
oder Steuer-, Zoll-; Telegraphen-; 
Theater-; Zuchtbaus. J. 2c.; auch: General., 
Ober- J. c. — 2) (s. 1) Landwirthsch.: der die 
Arbeiter beanfsichtigende Stellvertreter des Herrn: 
Guts-I. 2c. orat, n., —e)82—#e: Amt u. Weh- 
nung eines Inspektors (1). rice (frz. engspektriß),
        <pb n="561" />
        Inspectur 
f.: —#: (weibl. zu inspecteur) Aufseherin: Die J. 
der Brustkinder 2c. Kohl Pet. 1, 319; 320 ꝛe. ür 
(nlat.), f.; —en: Inspektorat. — Insperä-bel 
(lat.), a.: so beschaffen, daß man es nicht hoffen 
fann. -tus, a.: unverhofft: Insperäta, unverhoffte 
Ereignisse 2c. — Inspersiön (lat.), f.; Sen: 
Ein-, Bestreuung. — Inspettör-e (it.), m., —; 
-i: Inspektor. punitz Halb. 4. — Insp-erimus 
(lat.): „wir haben's inspiciert", — als Beschei- 
nigung der Inspicierenden, nachdem sie Alles in 
Ordnung befunden (vgl. vicimus). Sieient, m., 
—en, (—); —en: = Insrekter 1, nam. beim Theater, 
s. Düringer 597, z. B.: Beleuchtungs-; Chor-; Gar- 
deroben-; Haus-; Kemparsen-; Maschinen-; Oper--; 
Scenen-; Schausriel-; Theater-J. 2c. Zickeren, tr.: 
prüfend besichtigen, beaufsichtigen e. — Infpir- 
ätio (lat.), f. [8 24, 3, -önis]: Inspiration: Pér 
ldurch] i-em 2c. ation, f.; -en: Eingebung, 
Begeistrung 2c. - eren, tr.: Einem Etwas ein- 
hauchen, einflößen, eingeben 2c.; ihn einhauchend 
mit Etwas erfüllen, begeistern 2c.: Wenn rich die 
Musen i.; Der Ort inspviriert Nachlässigk. G. 23, 251; 
Sie arbeiteten mit Glauben, diese Künstler; darum i. 
uns ihre Werke mit demselben. IKohl Par. 2, 241; 
Der insririerteste Dichter. Thümmet 2, 239 2c. — 
Inspiss-atiön (lat.), f.; —##n: Eindickung. 
ätus, a.: eingedickt: FdI taüri inspissätum, ein- 
gedickte Ochsengalle. -en, ir.: eindicken 2c. — 
Inslabil (lat.), a.: der Stabilität (s. d.) er- 
mangelnd. Lilät, f.; 0: das Instabilsein. — 
Install-atiön (nulat.), f.; —en: Installierung, 
z. B.: Mir bei meiner J. [Wohnungseinrichtung, 
meinem Einzugj bebilflich zu sein. Saton 3, 724; 
733 rc.; Bestallung: J—s-Berat (. d.) ꝛe. ieren, 
tr.: in eine Stelle, in ein Amt einsetzen, bestallen 
c.; auch: Einen in eine Wohnung ein-, sie ihm 
anweisen 2c. (vgl. einquartieren), z. B.: Als ich end- 
lich ihn u. mich bei Tieck installiert hatte. Mag. d. Ausld. 
34, 437a; Wir fanden ihn mit seinem Bureau in 
einem verfallnen Gebäude installiert. Ross Ins. 2, 
28 cc.; auch: Etwas einsetzen, begründen 2c.: Das 
große Schlustableau der Installierungskomödie 
des Emnpire, die päpstl. „Salbung des Imperators. Scherr 
Bl. 2, 119 ꝛc. — Just-ans (Iat.), a. I§8 24, 3, 
-ntis]I: ein-, nahe bevorstehnd: In instänti, sofort; 
Ménsis instántis, des laufenten Menats. ant, 
m., -en, —;#-#en: Bittsteller. änter, adv.; in- 
ständig, beharrl. 2c. antia, f. [8 24, 11: s. In- 
stanz. -anz, f.; —en: 1) Rechtsspr. 2c.: a) An- 
suchen, Antrag, Etwas aufzunehmen u. zu be- 
treiben: Auf die J. der Glänbiger, ad instäntiam 
creditörum 2c. — b) eine Behörde, sofern sie über 
den vorliegenden Fall zu entscheiden, — bes.: ein 
Gericht sofern es darüber das Urtheil zu sprechen 
hat: Den Proceß in erster J. (in prima instäntia); 
in allen J-en (pér öOmnes pässus ét instäntias) ge- 
winnen 2c.; Allmählich wurden mit den Domanial= auch 
die Regiminalgeschäfte in unterster J. den Amtern über- 
tragen. Grenzb. 26, 3, 206 2c.; Daß v. den untern 
Kommunal-Jen begonnen werden muß, wenn in 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Inslitor 545 
richtiger Reibenfolge der Bau auf kommunaler Selbst- 
herrschaft aufgerichtet werden soll. Uaiß. 21, 519: Die 
Revisiens. J. Upitaval 36, 415; Entscheirung der 
beiden Vor-J-en. Ueilß. 20, 112; Bestätigung des 
Urtbeils in der Schlus. J. 2c.; Den bureankratischen 
Jen-Zug der VBerichterstattung an die nächsthöbere 
Behörde. Oppenheim 13, 203 2c. — C) (s. b) Einen 
von der J. (ab instäntia) freisprechen. absolvieren, 
ihn wegen Unzulänglichk. der Beweismittel v. der 
Pflicht entbinden, sich auf die gegen ihn angestellte 
Klage weiter einzulassen. — 2) ein Beisriel, das —, 
ein einzelner Fall, den — man zur Bestätigung, 
od. noch häufiger zur Widerlegung eines allgm. 
Satzes anführt. anzlich, a.: mit Ordnungs- 
zahlen als Bstw.: Das erst.i-e Urtheil. Gonheif 
Oberamtm. 74, das der ersten Instanz (s. d. 1b); 
Die ihm erst-i. aberkimnte Befugnis. Ual.3. 19, 53; 
Vernichtung des zweit-i-en Erkennnisses. 21, 111; 
Letztei-e Entscheinung 2c. — Instar (lat.), präp.: 
J. od. 44 i. (m. Genit.), nach Art ꝛe.; ebenso 
(gut 2c.) wie; statt 2c.: I. ömnium sstatt aller an- 
dern], z. B.: Eins anführen 2c. — Instaur-atiön 
(lat.), f.; —en: Instaurierung. -ätor, m., —6;: 
ören I§ 24, 3, öris]: Instaurierer. ätus, a.: 
instauriert: Matrimönium instanrätum 2c. -iẽren, 
tr.: wieder in Stand setzen, wieder auf-, einrichten, 
erneuern, wieder herstellen 2c. — Justig-ans 
(lat.), a. [8 24, 3. - äntis): anreizend: Instigänte 
diäbolo, auf Anreizung des Teufels. w. 35, 50. 
ation, f.; —-en: Antrieb, Anreizung, Auf- 
hebung ꝛc. ätor, m., —s; ören (§ 24, 3, öris]: 
Annifter 2c., s. auch Fiskal 3. -ieren, tr.: an- 
treiben, anstiften, aufhetzen 2c. — Instill-atiön 
(lat.), f.; —en: Instillierung. -#en, tr.: ein- 
tröpfeln, einflößen 2c. — Instimul-ation (lat.), 
f.; —en: Instimulierung. feren, tr.: anstacheln, 
anreizen, aufregen. — Infslinet (lat.), m., —e)s; 
e: Naturtrieb (s. d. Ss., vgl. Kunsttrieb): Der J. 
ist blind, ein Bewusstsein ohne Emsicht der Gründe. 
"ichte 7, 9; J. .„die aus unbekannten llrsachen ent- 
stebende Nötbigung eines Thiers zu zweckmäßigem Han- 
deln ohne Erkenntnis des Zwecks. perty 16; Der Pflich- 
ten u. J-e Zwang. Sch. 2 44 1c.; J. artig, -Zemäß, 
-mäßig 2c. elleren, intr. (haben): instinkt- 
mäßig wirken. Immermonn M. 1, 433 1c. Ehaft, 
a.: instinktmäßig, auch: Das Suchen der Infusorien 
nach Wasser ist ein Iinstinktiver Akt. eine Hanrlung 
der Naturseele in ihnen. perty 138; Gegen den er von 
vornberein eine fast instinktire Abneigung empfunden. 
Spielhagen Pr. 5, 67; 213 1c.; Ein instinktliches 
Gefübl. Deorient 3, 178 2c., vgI.: Mit naturtrieb- 
lichem Bienenfleiß. Auerbach SchV. 144; 191 2c. 
us, m. 1/§824, 11: Instinkt, z. B. (in pedantischem 
Ton) w. 12, 18 2c. — Instit-a (lat.), f. [8 24, 
11: Falbel (s. d.). Weils Kost. 1, 973; ferner: die 
Gurten der Lagerstätten, auf denen die Matratzen 
lagen. 1308 2c. — Jnstit-or (lat.), m., —; 
bren [8 24, 3, -öris): Faktor (s. d. 2), nam.: 
Einer, der den Detailverkauf für einen Groß- 
händler besorgt, als Krämer, Hausierer 2c. — 
33
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        546 Inslituieren 
Inflit-u#e###n(lat.), tr.: Etwas i., errichten, ein- 
richten, anordnen, stiften, begründen 2c.; Einen i., 
unterrichten, unterweisen 2e. -#t, n., —e); e: 
Einrichtung, Anstalt: Das gediegne ] J. des deutschen 
Hausknechts. Scheffel Tr. 309 2c.; Dieses den Eleern 
auf Kosten der übrigen Griechen so voitheilhafte J. lder 
olympischen Spielel. Eines unserer schönsten u. wohl- 
thätigsten Nattonal-Z-e. W. 21, 23 ff. 2c.; Nam.: 
Lehr= u. Erziehungs-Anstalt (vgl. Akaremie 4): 
Erziehungs--; Knaben-; Midchen= 2c.; Forst-; 
Handels-; Militär-; Musik-; Zeichen= J. (vyl. 
Schule, -Anstalt) 2c. Auch in frz. Ausspr. (engstitüh, 
z. B. als Name für die frz. Akademie (s. d. 2): 
I. de France (frangß) u. — jenachdem das Land den 
Namen eines Königreichs, einer Repnblik od. eines 
Kaiserthums führte —: l. royal lroajäll, vational 
lnaßfonäll, impérial lengveriäll. Dazu: Membre 
lmängb'r] de PI., Mitglied der Akademie 2c. -uleur 
(frz. engstitütör), m., —s; —s: Zemand, der — u. 
sofern er — Etwas od. Personen instituiert, nam. 
Erzieher, Lehrer, bes. an einem Institut, — weibl.: 
Institutrice (s. d.): Pflichten der I—s, Précepteurs 
u. Institutrices. Nohl Pet. 2, 101 tc., vgl. (lat.) 
Institüt-or, weibl. -ix. utioön (lat.), f.; -en: 
1) Einrichtung, Anstalt 2c.: Die engl. J. der Jury 
in Malta eingefübrt. pückler Südöstl. 1, 377 2c.; Die 
Bundes-J-en. NalH## 20, 453; Feudal-(s. d.); 
Inhalations (s. d.) -J-en 2c. Auch in franz. 
Ausspr.: J. leugstitüßjangl, f.; —6; ferner engl.: 
J. linstitjüschön), f.; —s, z. B.: London ist angefüllt 
mit J—S, mit Academies, mil Establishments aller Art. 
Wo der bescheidene deutsche Bartputzer u. Friseur ein 
paar Messingbecken aushängt, da errichtet der Londoner 
eine mit Niesenlettern sich ankundigende Hair (s. d.) 
-dres-ing-I. Schüching FrNR. 1, 191 2c. — 2) An- 
weisung, Unterricht, — nam.: Die J.en (lat.: 
Institutiönes), als Titel kurzgefaßter Rechts- 
systeme für Anfänger, bes.: Institutiönes Justiniäni, 
als ein Theil des Korpus Juris: J-en [ ein 
Kollegium über die J-enJ lesen, hören 2c. — 3) (s. 2) 
Vor mehrern Jahren siegte zu Arcot ein altes Pferd, der 
Fisherman, das nach der Sprache der Engländer eine 
„J.“ in der Welt der Renner wurde. Zoller Renn. 52, 
ein lehrendes, Epoche machendes Beispiel rc. 
lütor, m., —#; ören [8 24, 3, öris]; -utrice 
(frz. engstitütriß), I.; —s; ülrir (lat.), f. [824, 
3, ĩcis]: s. Instituteur; Maitresse. — Instradseren, 
tr.: Einen wobin i(., ihm poltceilich seine Reise- 
„Straße“ (Route) u. sein Reiseziel vorschreiben. 
Kag. d. Austd. 36, 625b; Prutz Ob. 1, 182 c. — 
Infslrälum slat., § 24, 2, n.]): Decke. — Inllr— 
nentk (lat.), m., -en, (—8); —en: 1) der einen 
Proceß Instruierende. — 2) Instruktor. -uĩeren, 
tr.: Einen i., ihn belehren, ihm Anweisungen des 
zu Thunden, Verhaltungsregeln geben 2c., auch 
refl., vgl. infermieren; (Rechtospr.): Einen Pro- 
ceß i., zum Spruch vorbereiten. - #leur (srz. 
engstrürtör), m., —#: —6: Instruktor (s. d.): Als 
J. der dortigen Artillerie. pelermann Or. 1, 57. 
uhtion (lat.), k.; —en: 1) Unter-, Anweisung, 
Ertheilung v. Verhaltungsregeln, Vorschrift, Auf- 
Instrument 
trag 2e. w. 36, 6 rc.; Unsre Amts-= J. Hausbl. (60) 
3, 16; Dienst-J. 2c.; J—#sLoge, bei den Frei- 
maurern, mit belehrenden Vorträgen über die 
Maurerei 2c. — 2) (Rechtsspr.) Instruierung 
eines Proeesses ꝛe. - uhtiv, a.: belehrend, lehr- 
reich 2c. -üctor, m., -s; ören [8 24, 3, öris): 
1) Einer, der — u. sofern er — Personen in- 
strniert, ihnen Lehre u. Anweisung ertheilt rc.: 
Militärschulen, an denen preußische Officiere die J-en 
abgaben. Grenzb. 26, 1, 263; Gutzkom 3. 5, 300; 
Holtei Treust. 1, 234; Salon 1, 30 8 2c.; Dermalen 
Oberinstructeur der schweizerischen Artillerie. .. Da 
er Ober-J. der Artillerie ist. NUat3. 2 1, 375 2c. — 
2) — Instruent 1. - ument, n., —(e)s; Fe, 
(er. Viedert Turg. Jäg. 63): 1) Werkzeug, z. B.: 
Dieser Antagonism der Kräfte ist das große J. der Kul- 
tur, aber auch nur das J. Sch. 115 6a 2c.; auch 
körperl.: Zeder Heilige .. trägt sein Marter- J. G. 
6, 47 2c., — nam.: a) sofern dgl. nicht einem eig. 
Handwerk, sondern einer Kunst, Wissenschaft die- 
nen: J-e eines Zahn-, Wundarztes 2c.; Chirurgische; 
astronomische; matbematische; phosikalische J-#e##c. 
(ogl. Arparat). Zsstzg z. B.: Azimuthal (s. d.) 
.-J.: Gieß. J. (auch bloß: J.), Gießform der 
Schriftgießer; Passagen (s. d.) J., Mittags- 
rohr; Zulage-J. od. Kompaß (s. d.) der Mark- 
scheider 2c. — b) ganz bes. aber: Tonwerkzeug: 
Auf allen Arten v. besaiteten J-en splelen. w. 22, 
109 1.; oft für ein best. Tonwerkzeng, das bekannt 
ist od. aus dem Zusammenhang erhellt; o. Zusatz 
sehr häufig v. Klavieren. Zsstan z. B.: Blas- 
J-e, durch den menschl. Athem zum Tönen kom- 
mend, wie Flöten, Trompeten, Posannen 2c., in 
weitrem Sinn auch solche, die durch einen Blase- 
balg zum Tönen kommen, wie die Orgel 2c.; 
Blech-J., aus Metallblech, sowohl Blas= als 
Schlag-J-e, v. gellendem Klang, nam. bei Mili- 
tärmusik üblich;z Bogen-Je, Saiten-J-e, deren 
Saiten durch Streichen mit einem Bogen in 
Schwingung u. zum Tönen gebracht werden: 
Friktions- (od. Reibe-) Je, wo der Ton durch 
Reibung erzeugt wird, wie bei der Glasharmonifa 
sc.; Hol3z-J., aus Holz, im Ggstz der Blech-Ixe, 
speciell: Holz= u. Streh--J., Strohsiedel; Klavier= 
od. Tast-J—e; Tönt all die hohen Krieges.#e. 
Schlegel Heinr. IV. 1, 5, 2 (vgl. Kriegsmusik); Lau- 
ten-Je, lantenartige Saiten-J-e im Gg't der 
Bogen-J-e: Mesfing.-, s. Blech--J—e: Orchester 
(s. d.) I-e; Reibe., s. Friktions-D—e; Rohr= e, 
Blas-Ire aus Nohr 2c., Gasé Blech-J—e; Saiten- 
J-e, durch Schwingung v. Saiten könend, z. B. 
Klavier. G. 15, 299, s. Tasten= u. Bogen-J., nam. 
im engern Sinn solche, wo die Saiten mit einem 
Plektron od. mit den Fingern gerissen werden: 
Schlag. J-e, deren Ton durch Schlagen erzengt 
wird, z. B. Panke 2c. (s. Blech- U. Tast.J.): Ken- 
cerlierende Solo (s. d.) · I-e. Jahn Moz. 1, 263; 
Streich-, s. Bogen-J.; Stroh-, s. Holz-J.; 
Tast-J., Saiten-IJ., wo die Saiten durch Himmer 
angeschlagen werden, die mittels Tastendruck be- 
wegt werden, z. B. Klavier #c. Dazu: J.-Holz,
        <pb n="563" />
        Instrumental 
zu den Resonanzböden der musikalischen J-e. Kormorsch 
M. 2, 81 2c.; Jen-Macher. — 2) (Rechtesrr.) 
eine über ein Rechtsgeschäft ausgefertigte Urkunde, 
Beweisschrift 2c. Sch. 467b; 834b; Im Friedens- 
J. zu Arrianopel. Fallmerayer GsW. 2, 103 2c. 
Tumentäl, a.: als Instrument dienend, durch In- 
strumente hervorgebracht, darauf bezügl. 2c.: Das 
i-e Kolorit bei Mozart. Jahn Moz. 4, 673 rc., auch: 
J.e Arithmetik, Rechenkunst mittels Rechenmaschi- 
nen 2c. Als Bstw. z. B.: J.-Chirurgie, mit 
Anwendung v. Instrumenten; J.-VPbilosopbie, 
Bez. der Logik, als des Werkzeuges für die ge- 
sammte Philosophie c., nam. aber, in Bezug auf 
Tonwerkzenge (Gastz: Vekal), z. B.: Gesang mit 
J.-Accompagnement od. .- Begleitung; Eine 
handliche Koncert-Ouverture mit einem untadeligen J.- 
Gewand angcthan. Uat 3. 21, 209; J.-Kolorit. 
20, 566; Ein weit größerer J.-Kompronist als 
Singekomponist. John Moz. 4, 771; J.-Komro, 
sition od. Satz. Sulzer 2, 678b; „-Koncert; 
Die feinste Ausbildung der einzelnen J.-Kräfte nach 
ihrer indiviruellen Eigentbumlichk. Jahn Moz. 4, 129; 
Musik 2c. —#umentälis: 1) a.: instrumental. 
— 2) m., uv.; äle [8 24, 3, uv.): (Sprachl.) 
ein Kasus (s. d.) zur Bez. des Mittels u. Werk- 
zengs. - umentalist, m., -en, —s: -en: Instru- 
mentist. Döringer 600; Sänger u. Blas-JI-en. ebd.; 
J-en u. Vokalisten. Ual3. 22, 115. umenlalität, 
f.: 0: das Verhältais der Vermiltlung od. 
der Wirkung von Etwas als Mittel zum Zweck. 
— umentärium, n., —; len (§6 24, 2, n.]: 
eine Beschreibung von Instrumenten, z. B.: 
I. chirürgicum. umentatidn , f.; S-en: Instru- 
mentierung: Die J. ist auf ein knapperes Maß be- 
schränkt. Jahn Moz. 4, 134 2c. umculieren, tr.: 
1) (Mus.) für Tonwerkzeuge setzen; die Musik 
unter die versch. Instrumente ordnend vertheilen, 
mit Rücksicht auf die Klangfärbung 2c.: Die Kunst 
der Instrumentierung (od. Instrumentation). — 2) 
(Rechtsspr.) eine Urkunde abfassen, Etwas dadurch 
beglaubigen 2c.: Das Gericht kam u. instrumenrierte 
u. fuhr dann wieder ab u. nahm das Teütament mit. 
Schüchking Bronckb., 1, 259; 121 2#c. -umentist, m., 
—en, —#; -en: Einer, der ein Instrument spielt (s. 
Instrumentalist): Die J-en müssen sich nach den Sän- 
gern richten 2c. umentlich, a.: instrumental: Ein 
etwas umfslorter Ton, aber i. erweitert u. zu allen har- 
monischen Wendungen u. Tonversetzungen fähig gemacht. 
Derepich A. 317. -umenlum (8 24, 2, n.1: In- 
strument, s. d. 1 (vgl. weils Kost. 1, 1304) u. 
nam. 2, z. B.: I. authénticum, authentische Ur- 
kunde; cessiönis, Cessionsdokument; emtiönis et 
venditiönis, Kauf= u. Verkaufbrief; nõvum od. 
nöriter repértum, neu aufgefundne Urkunde; pri- 
vätum, Privaturkunde, Ggst püblicum. öffent- 
liche 2c. — Insuovität (lat.), f.; O: Anmuths- 
losigkeit. — Insubordin-ation (nlat.), f.; 0: 
Mangel an Subordination (s. d.): I— -Vergebn, 
trafe 2c.; fälschl.: Nichts J—-s- (st. Suberdinations-] 
Wirriges. Galen GP. 4, 114. icrt, a.: gegen die 
Subordination verstoßend rc. — Infubslanti- 
Inlaglio 547 
alität (nlat.), f.; 0: das Insubstantiellsein. 
-éll, a.: unsubstantiell: Das i### geistige Leben. 
Mag. d. Ausld. 34, 4940 ic. — Infufsi-eicnt 
(lat.), a.: unzureichend, unzulänglich, nicht ge- 
nügend, nicht ausreichend. eienz, f.; -#en: das 
Insuffieientsein, z. B.: Eine J. des Vermögens. 
Dundesges. (67) 297. Jsance (frz. engßuffisängß), 
f.; —6: Insufficienz. ant (äng), a.: insuffi- 
eient. — Insuffl-atiön (lat.), f.: -en: Ein- 
blasung 2c. eren, tr.: einblasen, einflüstern #c. 
— Insuce-ieren (lat.), tr.: in einen Saft hinein- 
bringen, tauchen, auflösen ꝛe. ation, f.; Sen: 
Insuccierung. — Inful (lat.), f.; —n: rralt. st. 
Iusel (s. d. S##.). —a, f. [8 24, 1): Insel: auch 
z. B.: Das das Haus auf allen 4 Seiten durch Straßen 
begrenzt wird u. somit eine sogen. i. bildet. Guhl 2, 
50 Wiils Kost. 1, 1171 re. -äner, m., —; uv.: 
Inselbewohner, weibl.: I-in: Diese Kanal.J. 
Salon 1, 604, auf den Inseln im Kanal (od. Armel- 
meer), vgl. Nesiot. -är, a.: inselhaft (s. d. S8.); 
Die i-e Lage Englands. Ffenzel Dicht Fr. 3, 4 4 rc., oft: 
Jlisch (s. Kontinent). -ieren, tr.: isolieren (s. d.): 
Diese Leitung war sorgfältig insuliert. AMus. 1 5, 2, 799; 
Diese Insulierung u. Isolierung. Mag. d. Ausld. 34, 
605b. — Infült (lat.), m., e)s: —e: beleidi- 
gender Angriff, Hohn, Beschimpfung 2c. G. 4, 
118; 33, 230 c. Tation, f.; —en: Insultierung. 
, f. ; -en: Auch das ertheilte Lob sei nichts als eine 
J. Unt 3. 21, 367 (auch in frz. Ausspr. engßült, 
Mz.: -s8). keen, tr.: Einen übermüthig belei- 
digen, verhöhnen 2c. -or, m., —: ören I§ 24, 
3, öris!]: ein Insultierender. — Infsum-keren 
(lat.), tr.: auf Etwas verwenden. -tiõn, f.; -en: 
Aufwand. — Insupcräb-el (lat.), a.: unüber- 
windlich. -ilität, f.; 0: Unüberwindlichkeit. — 
Insupportäb-el, #e (frz. engßürvpertäb'l), a.: 
unerträglich (s. insopportabile). -ilität, f.; 0: 
Unerträglichkeit. — Infurg-ent (lat.), m., Sen, 
(—#); —en: (vralt.) Einer v. der ungarischen durch 
ein Landgebot zusammengebrachten Landmiliz; 
gw.: ein Aufständischer: Die J-en. Scharen, „Trup- 
pen 2c. -Ueren, intr. (haben): in Masse sich gegen 
eine herrschente Macht erheben — u. tr., faktitiv, 
z. B. Salon 3, 721 ½. — Infurmontable (frz. 
engßürmongtäb'l), a.: Unübersteiglich. — Infur- 
rektion (nlat.), f.; —en: (vralt.) der ungarische 
Heerkann; gw.: Aufstand, Insurgierung. ell, 
a.: aufständisch: Bewegung der i-en Banden. Uat3. 
20, 502; J—e Maßregeln. Schwedee Scharnb. 176. — 
Insusceptib-el (ulat.), a.: unempfängl., un- 
empfindl. -ilität, k.; O: Unempfänglichk. ꝛe. 
Intabesefer-en (lat.), intr. (sein): ein- 
derrend schwinden. ung, f.; Sen: s. Aridur 2c. 
— Intabul-ando (nlat.), adv.: durch Intabu- 
lieren. -ation, f.; —en: Intabulierung. -ken, 
tr.: 1) mit Tafelwerk ein fassen, vertäfeln, s. par- 
ketieren. — 2) „in die Tabellen“ nam. des Hypo- 
thefenbuchs, ins Hypethekenbuch eintragen. — 
Intagl- io (it. intiljo), m., —#; -i, —#, -ien: 
vertieft geschnitine Gemme (s. d.). Guhl 1, 197; 
35“
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        548 Inkakt 
Dle Aufgabe, zu zieren würden eigens dazu geschnittene 
Kameen besser erfüllen als die ältern J—6, welche nur als 
Stegelsleine dienen können. Uot3. 20, 439 2c.; Übrh. 
etwas vertieft Skulpiertes 2c., z. B.: J. d’acqua 
forte, geätzte Kupferplakte u.: Kupferstich. — 
Int-aht (lat.), a.: unberührt, unverletzt, frisch 
c. (vgl. integer): Die J.-Erhaltung des Privat- 
rechts. Mal-3. 21, 15 2c. (ursch.: Die In-Takt-Erhal- 
tung des Orchesters, s. Takt). angibel, a.: un- 
berührbar, unverletzbar 2c. angibilität, f.; 0: 
Unberührbarkeit 2c. — Intar siat- öre(it.), m., 
—6; —: Kunstschreiner, Verfertiger eingelegter 
Arbeit. - Ura, f.: zUre: eingelegte Arbeit (Tarsi, 
Marqneterie). — Jnleg-er (lat.), a.: unverletzt, 
unversehrt, frisch, neu, unverdorben rc. (vgl. 
intakt), weibl. : integr-a, sächl. um; lnteger vit 
scelerisqaue pürus! nön eget Alauri jaculis ne- 
que- árcn, wer unverdorben lebt u. frei v. Schuld, 
braucht maurisches Geschoß u. Bogen nicht r2c.; 
Rés integra, etwas Unversehrtes, Unverändertes; 
Es liege noch immer rés integra vor, wenn das Haus 
nur i. bleibt. Nal3. 2 1, 54; In integrum restituieren 
dc., wieder in den frühern Stand setzen; Dsmmtegro, 
v. Neuem ꝛe. —rabel, a.: integrierbar. Kinding 
Diff. 1, 254. rabilitäl, f.; 0: Integrierbarkeit. 
255. -räl: 1) a.: ein Ganzes ausmachend, für 
sich bestehend: J—e Eisenbahnen 2c.; das Ganze, die 
Gesammtheit umfassend: Die J.-Erneuerung 
sämmtlicher Behörden. .. Biher wurden sie alle 4 Jahre 
nur theilwelse ernenert. Uail3. 21, 93 2c.; auch: Die 
J-en od. Integrierten, Art holländischer Staats- 
papiere, als integrierende (s. d.) Theile der Staats- 
schuld ꝛe. — 2) (Math.) n., —e)#; —e: Das I. 
eines Differentlals, eine Funktion, zu der dies als 
Differential gehört, die Stammgröße der blei- 
tung: J.-Kalkul, „Rechnung, die Umkehrung 
der Differentialrechnung, der Theil der Jnfini- 
tesimalrechnung, welcher lehrt, zu gegebnen Diffe- 
rentialen die zugehörige J-e zu bestimmen: J.= 
Formeln; J.-Logarithmus, s. Minding Diff. 1, 
191; J.-Werth 2c. ralität, f.; 0: die Unver- 
letztheit, Vollständigfeit. -rant, a.: zum Ganzen 
gehörig u. nolhwendig, es mit zusammensetzend u. 
bildend (integrierend): Eln i-er Theil des ganzen Stu- 
diums. f1Schlegel GR. 228 r2c., auch: n., —e); -e, 
en: i#er Theil. -ration, (.;en: Integrierung, 
z. B.: Das epische u. lyrische Element sind also im 
dramatischen aufgehoben n. diese J. (diese Verschmel- 
zung der Theile od. Elemente zum Ganzen] ist der 
höchste Gipfel aller Kunst. Nosenkranz Poes. 1 5 rc. U. 
bes. (Mathem.), z. B.: J. rationoler Funk- 
tionen 2c. Minding Diff. 164 2c. -riéren: 1) intr., 
gw. nur im Partic.: JI-d — integrant (s. d.): Die 
(—den Theile einer Summe 2c.; Ein Stock, der noch vor 
kurzer Zeit ein iI-der Theil einer Dornhecke gewesen. 
Spielhagen Pr. 5, 98 2c. — 2) kr.: a) Etwas als 
i-den Theil zu einem Ganzen sügen, es ihm so ein- 
verleiben, ein Ganzes aus seinen gesammten Thei- 
len zusammensetzen 2c.: Den Muhamedanismus dem 
Hellenismus voranzustellen, indem man ihn dem Orien- 
Intelligibel 
tallsmus integriert, ist schon chronologisch ein zu großes 
Mikverhältnis. Nosenkranz Poes. Gsch. 27 2c. — b) 
(Math.) das Integral zu einem Differential be- 
stimmen, finden; auch (o. Obj.) die Integralrech- 
nung anwenden. -rikät, f.; 0: der Zustand, 
worin Etwas integer ist; Ganzheit, Unversehrt- 
heit, Unverdorbenheit, sittliche Reinheit 2c.: Nur 
der ästhetische Zustand ist ein Ganzes in sich selbst.. 
Unfre Menschheit äußert sich lhier] mit einer Reinbeit u. 
J., als hätte sie v. der Einwirkung äußerer Kräfte noch 
keinen Abbruch erfahren. Sch. 1172a; Zu Gunsten der 
J. des Requilems sder Annahme, daß es so, wie es 
ist, vollständig v. Mozart herrührtl. Jahn Moz. 1, 
700; Die dogmatische Lehre v. der J. der Bibel rc.; 
J-#-Eid. — Integumenk (lat.), n., -(e)s; -#e; 
-um (§ 24, 2, n.]: Decke, Hülle r2c., bes. bota- 
nische. — Intell-ent (lat.), m., —e)s; 0: Er- 
kenntnisvermögen, Vernunft, Verstand rc.: Der 
mittelmäßigste reguläre Manncskopf hat einen stärkern 
J. als das intelligenteste Frauenzimmer. Lindner Schop. 
10 ꝛe. ehtual, a.: f. intellektuell: JI.-Philo-= 
soph, der die sinnliche Wahrnehmung für Schein 
u. nur die geistige Anschauung für wesenhaft u. 
wahr erklärt; J. Philosophie. #ektuälisch, a.: 
intellektnell: Die i-e sod. Geistes.] Welt. Wochern. 
4, 28229 1c. -ckhtnualisieren, tr.: begrifflich dar- 
stellen, in Begriffe auflösen 2c. —Rklualismus, 
m., uv.: 0: Intellektualphilosophie, vgl. Irealis= 
mus. chlualist, m., -en, —#; -—en: Intellektnal- 
philosoph: I-isch, a.: dem Intellektualismus ge- 
mäß r2c. klualilät, f.; O: das Intellektuellsein, 
die Geistigkeit, das Geistige. -ehtuêll, a.: ver- 
ständig, begrifflich, geistig: J-#e Wahrheiten. Nuge 
Buckle 1, 153; Die ganze materlelle u. i-e Welt. W. 
23, 271 2c.; auch: Der i-e Urheber, der eigentliche, 
v. dem die Idee ausgegangen, — im Ggstz der ihm 
nur als Werkzeuge der Ausführung dienenden Per- 
sonen 2c. □éctus, m. I§ 24, 11: Intellekt: I. 
archötypus (s. d. 2) u. Ectypus; Aristoteles unter- 
schied einen leidenden Verstand, i. pätlens, passĩvus u. 
einen thäligen, i. ägens, zlemlich so, wie wir Verstand 
n. Vernunst. W. 1, 259 2c.; auch wortspielend: Der 
Zar rechnet .. auf den „i. palmaris“ des Occidents. 
fallmerayer Gs W. 2, 118, etwa: das „handliche 
Fassungsvermögen" — für Bestechungen 2c. igent, 
a.: verständig, vernünftig, einsichts-, geistvoll rc. 
Tigenz, f.; -en: 1) (o. Mz.) Verständnis, Ein- 
sicht, Verstand, Geistes-Kraft,-Bilrung 2c.: Der 
zuerst von Consin in Umlauf gebrachte Name des, Staats 
der J.“ [für Preußen]s. Mag. d. Ausld. 36, 10 4 1c. — 
2) ein i.-begabtes Wesen, Vernunftwesen: Freiheit, 
die dem Menschen, als J. betrachtet, nothwendig zu- 
kommt. Sch. 1170b 2c. — 3) Als Bstw. zur Bez. 
für Nachrichten zur allgemeinen Kenntnis od. Kunde 
(ogl. dechmann Gsch. d. Erfindungen 2, 237): 3.= 
Jod. Anzeige-] Blatt; -Bureau, -Komtoir 2c. Zigibel, 
a.: 1) verständlich, faßlich ꝛe. — 2) im Ggstz zu 
dem sinnlich Wahrnehmbaren: nur durch die In- 
telligenz erkennbar, geistig, ideal: Von subtilen Nach- 
forschungen über bloß intelligible Ggstde. W. 6, 304; 
Indeß das llrbild selbst ln der (□Un Welt des platonischen
        <pb n="565" />
        Intelligibilität 
Ontoos Ontoon wirklich vorhanden ist. .. Der Schatten 
eines bloß i-en Dinges. 22, 389; 36, 47 rc., vgl.;: 
Benennung des mündi senstbilis 1. intelligibilis (der 
Sinnen und Geisteswelt!. Kant 11. 1, 49. 
igibilität, ; 0: das Intelligibel (s. d. 1; 2) 
Sein. — FIliens (lat.), a.: unmäßig. 
ranz- ; 0: Unmäßigk. — Intempeslio (lat.), 
a-.: zur uͤnz eit statthabend rc., auch: i-us; als 
Adv.: i-e. Zität, f.; 0: das Statthaben zur Un- 
zeit, das unzeitgemäßsein 2c. — Inten-dance 
( rz. engtangringß), f.; —: Amt, Amtswohnung 
u. Bezirk, Bereich eines Intendanten. dant 
(ulat. ), m., -en, (—6); —#n : Einer, der — u. so- 
fern er — die Sberaufücht über eine Verwaltung 
führt: Finanz-J.; General-I. lbeim Militir]: Hof- 
J.; Schausriel-, Theater-J. ic.; Hat doch der Eroberer 
.. allein durch die Jen--Hand Daru's die kolossale 
Summe v. 604227921 Francs . gezogen. Scherr Bl. 
2, 109. danlür, f.; -en: Intendance, nam. 
beim Militär: Ein F. -Beamter. wachenhulen Tag. 13 
2c.; J.-Rath, vgl. Kriegskemmissar 2c.; General- 
J. ic. -danz, f.; —en: Intendance. dent, m., 
—en; Sen: Intendant. Hammer 10, 346. dente 
(it.), m., —#; -denti: Intendant. Cutzkow 3. 8, 
160. dieren, tr.: beabsichtigen, sein Angenmerk 
auf Etwas richten. „s, a.: intensso: Einen so i-en 
Wehlgeruch. pöppig Ch. 1, 14 2c. „siõn, f.; Sen: 
Anspannung, Kraftanstrengung, Kraft, innre 
Stärke, Grad der innern Kraft, innrer Gehalt ꝛe. 
sität, f.; —en: Intension. Sch. 1155b (s. Ggstz 
Extensität): Die Stärke, die J. des Tones. 3 #müller Ph. 
1, 376; Die J. des Lichtes. 503; J. des Erdmagnetis- 
mus. 2, 39; J—s-Bestimmung magnetischer Kräfte. 
522 .; J-s.-Induktor (s. d.); Gleiche Kraft= 
J. Humdaold! K. 1, 310; Wiedergabe der versch. Ton- 
J-en, der sog. valeurs. pieusch Welt. 1, 48 2c. -siv, 
a.: innerl., der innern Kraft nach, innig wirkend 
(. Gg3s ertensivr): Da die Grunrfarbe noch satter, 
noch i-er erschien. Spielhagen Pr. 5, 171 2c., als Adv. 
auch: i-e. sivitäl, f.; —en: Intensität. sivisch, 
a.: intenfiv. -#ioum, n., —#; va: I., verbum i., 
Zeitwort, das eine Versiärkung ansdrückt. 0 
(it.), a.: (nam. Mus.) verstärkt, kräftig 2c. —t 
(lat.), a.: mit angespannter Aufmerksamkeit, auf- 
merksam 2c. —tieren, tr.: gegen Einen Etwas 
unternehmen wollen, beabsichtigen, im Schilde 
führen 2c. tio, f. [8 24, 3, önis]: abüich, End- 
zweck 2c.: I. principälis, Haupt--; secundäria, 
Netenabiicht I. actiönis;, Enrzweck der Klage rc. 
ctiön, f.; —n: Absicht 2c. -tionalismus, m., 
uv.; 0: die Lehre, daß der Zweck das Mittel hei- 
lige. Wss f.; o: Absichtlichkeit, das Ab- 
sichtliche. tionel, a. : der Absicht, dem Willen 
nach vorhanden, aber noch nicht wirklich geworden: 
So hat man auch den wirltsamen Natur-Ggsten ein 
Wollen, eine Intention gegeben u. daher das Abbilt 
(species), insofern es noch nicht zur Erscheinung kommt, 
i. genannt 2c. G. 39, 152 ff.; J—e Farben, i#-e 
Mischungen derselben sind solche, die innerhalb des 
Durchsichtigen der Bedingung, sich zu mauifestieren ent- 
behren. 153 2c. -hionieren, tr.: intendieren: Ein 
Interessont 549 
v. der Natur schön intentionierter Körrer, der v. einer 
unheilbaren Krankheit ergriffen. 35, 427; 32, 415 2c. 
— Inter (lat.), präp. mit Acc.: zwischen, unter 
2e., s. arma; distinguendum: canis 2c. — Inter- 
arlihulär (nlat.), a.: zw. Gelenken befindl. — 
Intereed-ndo (lat. ), adv.: durch Intercession 
(l. d.) od. Vermittlung. nt, m., —en, —s; #: 
Einer, der intercediert: Vermittler; Färbitter; 
Bürge. i#en, intr. (haben): razwischentreten, 
sich ins Mittel legen, für Einen verwenden, ver- 
bürgen: Mit seinem Obligo (s. d.) i. — Inter- 
rellulär (ulat.), a.: zwischen den Zellen be- 
findl.: Uberall, wo 3 Zellen zusammenstoßen, bleiben 
dreieckige Zwischenräume . ., J.-Gänge (Düctus 
intercelluläres). Ohen 2, 16; J.-Sub. 
stanz. Burdach Anthr. 27 2c. — Interreptiön 
(lat.), f.; -en: Intereipierung. — Intereess-io 
(lat.), f. [8 24, 3, Jönis): das Intercedieren: 
I. Christi, Christi Fürsprache, Vermittlung. -iön, 
f.; —en: Verwendung, Fürsprache, Bürgschaft 
ꝛe. Cionäles, pl. [8 21, 3, Gen.: rum]: 
Fürbitt-, Verwenrungsschreiben. Sor, m., —8; 
-Gören [8 24, 3, öris): Intercedent. — Inlercid= 
ent (lat.), a. : dazwischenfallend (v. Ereignissen 2c.), 
unterbrechend. Z#ieren: 1) kintr. (ein): da- 
zwischen fallen, sich zutragen. — 2) tr.: zertren- 
nen, unterbrechen. — Intereipferen (lat.), tr.: 
auffangen, wegnehmen. — Interrisiön (lat.), f.; 
—en: Unterbrechung, Einschnitt, Einschiebung, 
Zwischensatz 2c. — Inlerd-ir##e#r##n (lat.), tr.: 
untersagen, verbieten: Wo der Pfarrgeistliche die Lek- 
türe des Humboldt'schen Kosmos als irreligiös inter- 
dicierte. Rodenberg Ins. Heil. 2, 6 2c.; anch meton.: 
Jemand ist interdiciert S ihm ist die Selbstverwaltung 
seines Vermögens interdiciert 2c. -iht, n., -(e)s; -e: 
1) Verbot, nam. das der Vornahme kirchlicher od. 
religiöser Handlungen 2c. (ogl. Bann 2c.). Chümmel 
2, 220; 225 2c., auch: Der Errkreis wird v. Amor's 
J. lseiner Selbstverbannung). gerrückt. w. 3, 
181 2c. — 2) im alten Rom eine Interimsverord- 
nung des Prätors in einer Streitsache bis zu deren 
gerichtl. Austrage. ictio, t. 18 24, 3, önis]): 
Verbot, auch: J. ãquæ (s. d. ) et ignis, die altröm. 
Achtungsformel 2c. -iktion, f.; —en: Interdieie- 
rung: Gegen denselben das 2 Verfahren einge. 
leitet. Nol3. 21, 608. Cictor, m. I§ 24, 3, örisl: 
Jemand, der Etwas interriciert. Sictum [8 24, 
2, n. 1: Interdikt. — Interdum (lat.), adv.: zu- 
weilen, bisweilen: Interdum vulgus rectum ridet, 
bisweilen sieht der große Haufe das Richtige 2c. — 
Inter-esfant (frz.), 1) Interesse erregend, 
interessierend: I—e Neuigkeiten, Geschichten 2c.; Das 
J.e ist immer eine gractöse od. geistreiche Abweichung 
vom Tyrus des Schönen. Heine Lut. 1, 12; fSchlegel 
GR. 64; 180; Tieck DBl. 2, 121; J. heißt zunächst 
ganz allgm. , was aus der Reihe des Gewöhnlichen her- 
austritt, dadurch überrascht u. anzieht. Vischer Asth. 1, 
195 1c., Ggstz: Un-i. Dazu: Die (Un-)/I-heit. — 
2) (ugw.) Ich sage mit voller Wahrheit jedem i-en 
lsich dafür intcressierenden] Freund, das ich diese Stelle
        <pb n="566" />
        Interessantisieren 
550 
.. mit Schen übernommen. Jo müller 7, 320 2c. 
gessankisieren, intr. (haben): interessant zu sein 
sreben 2c.: All ihr Getstreicheln u. J. Jmmermann * 
2, 24 kc. nrt n., —S, (uv. k. 10, 153 r2c.); — 
(uv. 267 2c.): 1) Theilnahme c. : a) J. für #iwon 
haben; Keines J. fähig. Cngel 7, 1132; Leldenschaftliches 
J. auf die Sache werfen. G. 18, 33; Ein werkthätiges 
J. für mich erweckt. Schücking Akt. 1, 16 2c.; J., geisti- 
ges Wehlgefallen an der bloßen Vorstellung v. dem Da- 
sein eines Gegenstandes. L#ichte 8, 120; Eln solches J. 
weckte das Gegen-J. Salon 4, 233. — b) was 
Theilnahme erregt, das Anziehende ꝛe.: Daß das 
Haupt-J. sich mit dem dritten Akt solosse. G. 16, 
305; Distussien der Tages-I-n. Heine Lut. 1, 83 2c. 
— e) nam.: der Nutzen, Vortheil 2c. u. die Rück- 
sicht darauf: In Jemandes, im eigenen J., im J. der 
Wahrheit handeln; Das verstößt gegen mein J.: Unsre 
I-n gehen ganz aus einander 2c.; Das gewissenhaste 
Lebens-J. Gartenl. 16, 10b; Lebhafte National- 
I-n. Brandis Gr. 3, 227; Sein Privat--J. dem 
Staatswohl unterorrnen; Die theuersten Selbst-Jn. 
Drachvogel Falst. 1, 261; Die Sonder-JI-n ihrer 
Stämme. CEUobert 1, 159; Standes-J-n. Oppen- 
heim Verm. 2, 25; 27 ꝛe.; Aus Egoismus u. JI-n- 
Fanatismus. Uat. . 21, 221 2c. — 2) die Zinsen 
eines Kapitals: Zahlten, wenn ihnen die Kompagnie 
borgen wollie, ein zu bestimmendes J. Köser Ph. 1, 63 
ꝛe.; auch: I. mõræ, Verzugszinsen c.; zumeist in 
Mz., auch: Wucher J—-n 2c. SZ- n. Konto (s. d.); 
Rechnung 2c. e's#Enl, m., -en, —s; -en: Theil- 
haber, Betheiligter 2c. effferen: 0 tr.: Inter- 
esse für Etwas, für sich erregen, oft o. 7 Das 
Buch interessiert lden Leser! bis ans Ende 2c., s. nam. 
w. 20, 354 fl. — 2) retl.: Interesse für Etwas 
halen, empfinden: Sich lebhaft für Etwas, für Einen 
i. — 3) Interessiert: durch sinnlichen Trieb zur Neigung 
bestimmt. fichte 8, 422; Ein Urtheil über einen Ggstd 
des Wohlgefallens kann ganz un interessiert, aber doch 
sehr interessant sein, d. i. es grundet sich auf kelnem 
Interesse, aber es bringt ein Interesse hervor. Kant Kr. 
d. Urth. 7; Eine Person ist interessiert, bei Etwas be- 
theiligt; durch Rücksicht auf ihren Vortheil be- 
stimmt, gewinnsüchtig, eigennützig 2c.; Die Mädels 
sind doch sehr interessiert lnehmen grobßes Interesse 
daran, — zu erfahren,|ob Einer fromm 2c. G. 11, 
154 2c.; Einen Beweis seiner UUninteressiertheit 
[Uneigennützigk.] geben. Nat 3. 21, 2 21 rc., s. desinter- 
efsiert 11. — 4) Zsstzg.: Ver-i., verzinsen, z. B.: 
Das Kapital mit 5 Procent ver'i.; es verinteressiert sich 
sehr gut; Bedentendes Kapital, dessen Verinteres- 
sierung eine ungewisse sein wurde. Whheine Weltr. 1, 
108; G. 26, 41 2c. -ẽst: 1) (lat.) es liegt (Einem) 
daran, geht ihn an, betrifft ihn 2c., z. B.: lis 
quörum i., für Die, die es angeht, für die Be- 
theiligten; id qu#d i., Das, woran gelegen ist “ 
— 2) (engl. interest) n., —#; r Interesse ((: 
— Intersecl-ion (lat.), f.; -en: rln 
Sor, m., —; ören 18 24, 3, oris!: Toktschläger. 
Tuterser entiäl (ulat. * : auf die Interferenz 
bezüglich, begründet ! Jamin's lshameng's] J.- 
Refraktor rc. Senz, f.; en: (Phys.) die gegen- 
Interior 
seitige Einwirkung zusammentreffender Wellen: 
Die Erscheinungen der Reflerion u. J. der Wasserwellen. 
#müller Ph. 1, 369; J. der Schallwellen. 459; Diese 
gegenseltige Einwirkung der Lichtstrahlen bezeichnete 
Young mit dem Namen der J. 734; J. der Wärme- 
strahlen. 2, 753 2c.; J.-Erscheinungen. 1. 160; 
733; -Prisma. 737; „Röhre. 461; = Svek- 
trumplatte. 779; .= Spiegel. 737; „Versuch. 
735 2c. leren, sutr. (baben): v. zusammentref- 
senden Wellen 2c.: gegenseitig auf einander ein- 
wirken: Die beiden i- den Strahlenbundel. 793; Bur- 
meister gB. 2, 6. — Inlerfluent (lat.), a.: zwischen- 
fließend. — Jnlerfoli-är (nlat.), a.: (Bot.) 
zw. den Blättern befindl.: Das einfache Grunrschema 
jeder vollkommenen Pflanze lässt sich als eine senkrecht 
im Erdboden stehende Achse darstellen, v. welcher nach 
festen Gesetzen wagerechte Radien ausgehen. Das 
Gesetz, welches den Ursprung dieser Radien feststellt 
erscheint uns, ganz allgemein betrachtet, unter der Form 
senkrecht an der körperlichen Achse emporsteigender grader 
Linien v. versch. Zahl, auf denen an best. Punkten 
gleichen Abstandes die peripherischen Radien entspringen. 
Wir nennen diese graden Linien die Orthosichen, 
die auf ihnen bemerkbaren gleichen Distanzpunkie der 
Radien ihre J.-Längen u. die Abstände der Ortho- 
stichen v. einander dle Inter vallen. Jurmeister Gsch. 
333 2c. —eren, ir.: ein Buch mit Blättern 
weißen Papiers durchschießen. — Inkerieur (srz. 
engteriör), u., —#; —s: das Innre, Inwendige, ein 
rings umschloßner Raum, s. Fond, vgl. Imreriale 2; 
Ein trautes J. [Zimmer?] noch behaglicher zu machen. 
Schüching Akt. 3, 1; Spielhagen Zw. St. 11 „:c. — 
Interim (lat.), adv.: einstweilen, inzwischen r., 
auch äd od. pér i.; I. äliquid fit, inzwischen ge- 
schieht Etwas (vgl.: Kommt Zelt, kommt Rath) 2c.; 
J. schlug der Geistliche ein Licht an. Simplicissimus 1, 
23 132 2c.; auch n., —##; Uv.: etwas nur einstweilen, 
für eine Zwischenzeit Festgesetztes vd. Geltendes, 
z. B.: Das Augsburger J. (v. 1548) u. zunächst in 
Bezug darauf: Das J. |hat den Schatt hinter ihm. 
Sprchw., s. G. 3, 16; Ein Provisorium, ein J. fal- 
Mmerayrr Gs W. 2, 102 2c.; J-s-Aktie (s. d.); = Be- 
scheid,-Dekret, (. Interlokut; [Kardinall mit dem 
rothen dreieckigen J-s-Hut. Gutzo# 3. 8, 192 lge- 
tragen, wo er nicht als Kardinal in Funktion ist.; 
Eine milltärische J-s-Mutze. 7,210; Einen J—s-Pas 
auf den langenommnen] Namen. Hollei Treust. 1, 244, 
einstweilen geltend, bis er durch einen auf den 
wahren Namen abgelöst wird; Js-Quitiung, 
.Schein (Obligo); Einen J—s-Rock zur gewöhnlichen 
Abnützung. Guskow Schön. St. 118 4c.; 3—6-Ver- 
orrnung, vgl. Interdikt 2;-Wechsel, s. Schein; 
Wirth, der bis zur Grehsäbeigl. des Erben die 
sog. Mahljahre hindurch die Wirthschaft des Guts 
für ihn führt, Wirthschaft; Fur den Augenklick 
auf eine J-s-Wohnung beschränkt. Salon 2, 33; 
J-#- Zahlung 2ce. Tiflicum, n., —: ca (§ 21, 
2, n. I: interimistische Einrichtung od. Anordnung 
ꝛc. -istisch, a.: einst-, zeitweilig, vorläufig (vgl. 
provisorisch). — Juler-ior (lat.), a. 18 24, 3,
        <pb n="567" />
        Interjarent 
-öris]: inner; höhern Rangs: Iis nöte (s. d.). 
— Interiacent (lat.), a.: zwischenliegend. — 
Interjichtion (lat.), f.; —en: 1) (Sprachl.) Em- 
pfindungs-Wort, -Lant, — auch z. B. v. einem 
kurzen Gericht, gleichsam als Ausruf: Wie mir zu 
Muthe gewesen, deuten folgende Zeilen an. .. Diese 
kleine J. G. 22, 355 . U.: Die zwischengeschobenen 
J-en, denen sich als Substautivs . der Vokativ an- 
schließt. Sanders Ortb. 141. — 2) (Rechtsspr.) s. 
appellatio. — -al, a.: interjektions (s. d. 1) 
zartig, -gemäß, auch: Intersektionelle Laute. 
Uosenhranz Poes. Gsch. 20; Interjektiönshaft rc. 
— Inter kal-är (lat.), a.: als Bstw.: einge- 
schaltet, wiederkehrend: I.= Verse. Jacobs Verm. 
5, 650 (vgl. Refrain); für die Zwischenzeit gel- 
tend, darauf bezüglich 2c., z. B.: J.= (od. 
Interims-) Bescheid rc.; serner in Bezug auf den 
Erkrag von Pfründen in der Zwischenzeit von 
ihrer Erledigung bis zur Wiederbesetzung; J.= 
Ertrag;-Fonrs;-Früchte; -Kasse 2c. äria, 
ricn, pl.: Interkalar-Ertrag. Täris, a.; ein- 
geschaltet, nam. im Kalender: Annus, mensis, 
dles i., Schalt-Zahr, -Monat,-Tag; aber auch: 
Uies i., Zwischentag in einer Fieberperiode (sieber- 
freier Tag). --atiön, f.; —en: Einschaltung, s. 
Embolismus. -ĩeren, tr.: einschalten. G. 3, 155 cc. 
— Interklavikulär (nlat.), a.: zw. den Schlüssel- 
beinen liegend. — Interklu-dleren (lat.), tr.: 
ab-, versperren, hemmen, einschließen 2c. sion, 
f.; -en: Interklurierung. — Interkoloniäl 
(ulat.), a.: zwischen Kolonien bestehnd, obwal- 
tend 2c. (vgl. international 2c.): Beschlüsse der i—en 
Postkonferenz fur die Kolonie Viktoria. Ual3. 20, 295; 
J.-Industrieausstellun g. 19,61 12e. — Interkolümni- 
um (lat.), n., —s; zen [8 24, 2, nu.]: Die Säulen- 
zwischenräume, Interkolumnien. Nal# 3#. 21, 11; Dmul. 
17, 2, 121; Rofe Ins. 2, 97 1c., s. Entrecolonne. — 
Inker-kommnnal (nlat.), a.: zw. Gemeinden 
obwaltend r2c. (vgl. interkolonial): Uns aus dem 
Sxystem internarionaler [s. d.] Heimathsscheine in das 
Sostem i-er Heimathsscheine zuruckschleudern. Ual.3. 20, 
401 ic. honfefsionell, a.: zw. versch. Konfes- 
sionen obwaltend, die Beziehungen dazwischen be- 
treffend 2c.: Der i-e Theil des Konkorrats. 21, 75; 
Gartenl. 16, 244b 2c. -hontinentãl, a.: zwischen 
Kontinenten statthabend, sie verbindend 2c.: Nach- 
rem die Dampfschiffahrt auch oceanisch, die Eisen- 
bahnen u. der Telegraph i. geworden. DMus. 16, 1, 
803 2c. kofläl, a.: w. den Rippen liegend: J.= 
Nerven 2c. kruräl, a.: zw. den Schenkeln lie- 
gend 2c. — Interlin--rär (ulat.), a.: zwischen- 
zeilig: J.-Ubersetzung, „Version, zw. den Zeilen 
stehnde, — gw. Wort für Wort übertragende. 
eation, f.; -en: Interlinsierung. ikren, tr.: 
Eiwas zw. die Zeilen schreibend beifügen, nam. 
eine Ubersetzung. -ium, u., —#: -ien (§24, 2, n.):: 
der Raum zw. den Zeilen. — Interlohüt (lat.), 
n., —(e)s; —e: (Rechtsspr.) Interimsbescheid, 
Zwischen-Spruch,-Urtheil in einem Proceß, auch: 
das vorlänfige, den Beweis auflegende Erkenntnis 
(Beweis-J.). Tio, f. [8 24, 3, iönis); -iön, f.; 
Inlermural 
551 
—en: Interlokut; auch: parenthetischer Satz, 
Parenthese. -or, m., —## ören /§ 24, 3, öris]: 
Einer, mit dem man einen Dialog führt: Zwlschen 
dem ungenaunten Vf. u. seinem J. Falmtraytr Gs W. 2, 
60; w. Luc. 4, 8 2c. -örium, n., —; ken 18 21, 
2, n.): Interlekut. — Interlöper (engl.), 28., 
—s; —5# : Die Kolonistenparter, gw. v. den Regierungs- 
beamten J—s, d. h. unberufene Eindringlinge genannt. 
Ausld. 3, 752b c.; auch = Enterlooper (s. d.). — 
Interloqguteren, intr. (haben): ein Interlokut 
fällen. — Inlerind -e (engl. interljur), n., —8; 
—6# „Jwischenspiel“, Intermezzo (s. d.): Schau- 
spieler v. J-s. Crenzb. 25, 2, 175 rc., vgl.: Das 
Srielen v. anterluwt (verdorben aus dem engl. i—s). 
Uodenberg Wal. 216 2c. -ium, n., —; ken (§ 24, 
2, u.]: Zwischenspiel (s. das Vor.); nam, auch 
musikalisches. — Interlüni- um (lat.), n., —8; 
en [§ 24, 2 n.]): Zeit des Nenmonds. — Inler- 
maxillär (ulat.), a.: zw. den Kinnladen: 3J.= 
Knochen, 63s i-e, Zwischenkieferknochen. — 
Interm-Sde (sfrz. engrermäd'), n., —6; —6: s. 
Eatremes u. Intermedium. -ediär (nlat.), a.: ein 
Zwischen zlied bildend: Als i-es sod. Zwischen- 
Produkt. Karmarsch 1. 29; Diei-en Massen. Gregorovius 
Kors. 1, 125; Globus 5, 5 6a 2c.; vermittelnd rc. 
ediät, a.: zwischenliegend (intermediär); n., e)s; 
—e: Zwischenzeit, Zeit zw. 2 Terminen Gnter- 
merdium). Edium, n., -s; ken I§ 24, 2, n.]: 1) 
Intermediat. — 2) (Chem.) ein Stof, dessen Vor- 
handensein die chem. Verbindung andrer Stoffe ver- 
mittelt (frz. intermède). etzist (it.), m., -en, -6; 
—en; Schauspieler in einem Intermezzo, Possen= 
spieler (vgl. Bouffen): Daß diese beiden Figuren nur 
als pofsenhafte J-en auftreten. G. 33, 381; 29, 326. 
zz#o) m. , - —6, (zi, zis, zen): s. Entremes. 24,152; 
Pantomimen, Harlekinaden u. Intermeszen. Schütze Hamb. 
356 2c.; Übrtr.: komischer Zwischen-Fall, derartiges 
Ereignis r.: Zu den putzigsten, v. der Nothwendigk. 
diktierten J-s gebören die improvisierten Lagerhütten. 
Berlepsch 223; Die kleinen Intermezzis des gemein- 
schaftl. Reisens. Gutzkow Z. 9, 10c. — Interminäbel 
(lat.), a.: nicht terminierbar, unbegrenzbar, un- 
bestimmbar. — Intermin-atiön (lat.), f.; en: 
Mination (s. d.), Drohnng. ##n, intr. 
(haben), tr.: drohen, bedrohen: Einem od. Einen 
i. — Intermiseieren (lat.), tr.: unter-, ein-, 
vermischen. — Interme issiön (lat.), f.; —en: 
Unterlaffung (J-s Fehler, Sünden rc.), Unter- 
brechung, Zwischenzeit: J. eines Fiebers, die fieber- 
freie Zwischenzeit ie. Eissiv, a.: unterbrochen. 
Zittens, a. [8 24, 3, Entis]: intermittierend: 
Fẽbris i., intermittierendes Fieber. -ittferen, tr.: 
unterlaßen; intr. (haben): nachlassen; aussetzen, 
eine Zeillang aufhören, um später wieder zu be- 
ginnen: I—er Puls; I—-hde Quellen, Fieber 2c. — 
Inlermixkür (nlat.), t. z-en: Intermiscierung. 
— Intermonkän (nulat.), a.: zw. Bergen od. Ge- 
birgen befindl., statthabend ꝛe. — Intermünd-an 
(lat.), a.: zw. Weltkörpern befindl., statthabend 2. 
#ium, n., —; ##en [8 21, 2, u.): Raum zw. 
Weltkörpern. — Intermural (lat.), a.: zw. den
        <pb n="568" />
        Intermuskular 
552 
Mauern. — Intermuskulär (nlat.), a.: zw. 
Muskeln. — Inkern (lat.), a.: (s. Ggssz ertern) 
inner, innerlich, innen befindl. od. auf innen be- 
zügl. ꝛc., auch subst.: Ein J-er (— Internist), Mz.: 
J-e; die J-en, Einheimische 2c., bes.: die in der 
Anstalt selbst Wohnenden, z. B. Alumnats= od. 
Pensionszöglinge, auch Hospitalkranke 2c.; ferner: 
Das J-e, die innern Angelegenheiten, vgl. m. lat. 
Endung: I—Uus, z. B.: Arguméentum i-um (s. ex- 
ternus); Die J-a des Theaters. Nal3. 18, 513— 
das Je 2c.; als adv.: i-e. -ät, n., -(e)s; -e: 
Alumnat (s. d.). — Internationäl (nlat.), a.: 
zw. Nationen bestehnd, obwaltend; die gegenseiti- 
gen Beziehungen zw. ihnen betreffend, regelnd 2c.: 
JI-es [Völker-] Recht; J—e Verträge 2c.; Der i#e stati- 
stische Kongreß. Mag. d. Ausld. 34, 476a; J—e Münz= 
konferenz. Na##3. 20, 296; Schritt vorwärts zu der i-en 
Münzeinheit. 21, 390 2c. — Internecioôn (lat.), 
f.; —en: Mord, Vertilgung: J—s-Krieg, der auf 
gänzl. Vertilgung des Gegners binzielt 2c. — 
Internett: J.-Perle, v. nicht vollkommen runder 
Gestalt wie die Nett= (od. Stück-, Zahl-) Perlen, 
s. Ptechil 11, 69. — Intern-#ren (nlat.), tr.: 
Personen innerhalb eines gewissen Bannkreises, 
aus dem sie nicht heraus dürfen, einschließen (vgl. 
konfinieren): Man wandclte die Festungshaft in Inter- 
nierung um. Garitnl. 16, 519b. Zift, m., -en, -s6; 
—en: 1) ein an innern Ubeln Leidender. — 2) ein 
Interner. — Jnlernödi-um (lat.), n., —#; zen 
[§ 24, 2, n.]: Raum zw. 2 Knoten an Pflanzen, 
nam. an Halmen (s. Diaphyma): Die Schaste des 
Bambusrohrs geben in ihren Internodien v. einem Knoten 
zum andern sehr nutzliche Gefäße ab. Grenzb. 24, 2, 991 
„c. — Internünci-alür (nlat.), s.; —en: Amt, 
Würde eines Internuncius: Im J.-Hölel am Bospo- 
rus. Fallmerayer GsW. 1, 337. us, m., uv.; zen 
18 24, 21: ein Abgesandter, Botschafter als Unter- 
händler u. Bermittler, bes.: Titel päpstlicher Bot- 
schafter niedrern Grades als ein Nuntius: (Durch 
die Promotion vom J. im Haag zum . apostolischen 
Nunlius. Naißs. 21, 143 te.) U. des östreich. Ge- 
sandten in Konstantinopel. galmerayer GsW. 1, 294; 
Garitnl. 15, 632a; pächter Südöstl. 2, 298 ꝛe. — 
Internus: s. intern. — Interoceänisch (nlat.), 
a.: zw. Oceanen befindl. 2c.: Jeder i-e Kanal. 
Westermann 3, 171b; Globus 8, 380b ic. — 
Interpals-ation, f.; —en: Interpassierung. 
keren, tr.: durchnähen, steppen. — Interpell- 
ation (lat.), f.; —en: Interpellierung: Durch un- 
nütze Fragstellungen, zu dentsch J-en. Naumer Br. aus 
Frkf. 1, 372. —Eren, tr.: zwischenreden, ins Wort 
fallen; v. Einem Aufschluß über Etwas fordern: 
Der Minister wurde in der Kammer darüber interpelliert 
zc.; Einen vor Gericht fordern; Etwas hintertrei- 
ben rc. — Interpens iva (lat.), pl. /§ 24, 2, n.):: 
Zwischen-, Einzug-Balken. — Inlerpol-ation 
((lat.), f.; —en: Interpolierung. ätor, m., —s; 
ören I§ 24, 3, öris]: Interpolierer. #er#n, tr.: 
in Etwas Einschaltungen, Zwischenschiebungen 
vornehmen, wobei sowohl das Eingeschaltete als 
Obj. erscheinen kann, wie auch Das, worin es ein- 
Interrogatorium 
geschaltet ist, z. B.: 1) (Math. 2c.) Eine Reihe (., 
Glieder nach dem best. Gesetz der Reihe dazwischen 
einschalten; Die interpollerten Glieder; Die Tabellen 
geben die beobachteten od. interpolierten stündlichen 
Durchschnitte. Ausld. 38, 873b; Die Logarithmen durch 
J. (Interpolterung, Interpolation) berechnen, s. 
vSwinden 110 ff. — 2) Eine Schrift i.; Einen Vers, 
ein Wort als interpoliert mit dem Obelus bezeichnen; 
Daß Matthäus, Marcus .interpolierte Zusammen- 
stoppler der seltsamen Erzählungen v. Jesu sind. Jo Müller 
7, 3293. — Inkerpo-uént (lat.), m., en, (—); 
en: der ein Rechtsmittel einlegt. -ü#e#n, tr.: 
dazwischen legen, schieben; o. Obj.: sich ins Mit- 
tel legen — u.: ein Rechtsmittel einlegen. sitio, 
f. [8 24, 3, önis); -sition, f.; —en: Interponie- 
rung, z. B. — parenthetischer Satz od. Parenthese 
(s. d.); serner (Rechtsspr.): I. appellatiönis, Ap- 
pellations-JI-n, Einlegung der Appellation 2c. 
— Interpret (lat.), m., -en, (—); —en: Aus- 
leger, Dolmetsch (s. Ereget, Hermenent), lat.: intér- 
bres, s. Quisque. äbel, a.: einer Interpreta- 
tion fähig. -ãtio, f. [8 24, 3, önis): Inter- 
pretation; 1. authéntica, authentische (s. d.); 
extenskva, erweiternde; grammätica, sprach- 
liche; jüris, juristische; restrictiva, einschrän- 
kende; stricta; genaue, scharfe 2c. -ation, (.; 
—en: Dolmetschung, Auslegung, Erklärung: Als 
kanonische J. des Gesetzes. Nosenkranz Poes. Gsch. 353; 
Js-Kunst. Hais. 19, 80; -Mittel. Grenzb. 24, 2, 
468;-Versuch 2c. alio, u.: erklirend. -ätor, 
m., —s; ören [8 24, 3, öris]: Interpret. e (frz. 
engtprät), m., —s; —#: Interpret: Courtier (s. d.) 
i. Eren, tr.: dolmetschen, auslegen u. erkliren. 
1e.; auch: Etwas Andres in den Vertrag hineinii. 
Uat. 22, 19 ic.; Er überinterpretiert lüberbietet, 
übertrifft i—d) die tollste Interprretationskunst. 19, 80; 
Volksz. 14, 40 2c. — Interpun-gieren (lat.), 
intr. (haben): die grammatischen Satzzeichen setzen. 
ktation, f.; —en: Interpunktion. -klièren: 
interpungieren. -#ktiön , f.; -en: das Setzen der 
Satzzeichen u.: diese selbst: J-s-Regel; Zeichen 
zc. — Inlerr-egnum (lat.), n., —#s; nen I§ 24, 
2, n.]): Zwischen-Regierung, -Reich, die herrscher- 
lose Zeit vom Hintritt eines Fürsten, Staatsober= 
haupts bis zum Regierungsantritt des neuen, nam. 
in Wahlreichen. -er, m. I§ 24, 3, gis!: im 
alten Nom der Regent im Interregnum. — 
Interrog-atio (lat.), f. [8 21, 3, önis): Frage: 
Signum i-nis (od. interrogäni), Fragezeichen. 
ation, s.; —-en: Frage: J—s-Zeichen. —alio, a.: 
fragend, m. lat. End.: i-us, als Adv.: i-e, z. B.: 
J.-Prouomen, pronömen i-um, fragendes Für- 
wort; J.-Partikel (particulai—a); Satz;-Wort, 
auch: J., n., -e); —. — Ium I# 24, 2, n. J. 
alörium, n., -s; ken (§ 24, 2, n.]): Fragestück, 
nam. im gerichtl. Verhör, z. B.: Interrogatöria- 
— generälia od. generaliöra, allgemein(r)e, Ggstz 
speciälia od. specialiöra, besondre, ins Einzelne 
gehnde; impertinéntia, inspta, supérflua, ungehö- 
rige, überflüssige; injuriösa od. criminösa, ehren- 
rührige; irreleväntia, die (für die Sache) nicht v.
        <pb n="569" />
        Interrogieren 
Belang sind; captiösa, verfängliche; Heita, er- 
laubte 2c. - ren, tr.: fragen, ins Verhör neh- 
men. — Interr- umpikren (lat.), tr.: unter- 
brechen, stören. - üpt, a.: unterbrochen. üpkio, 
f. [8 24, 3, önis]: Unterbrechung: I. prescri- 
ptiõnis, der Verjährung ꝛe. uplion, f.; Sen: 
Unterbrechung. -uͤptor, m., —s; ören (/§ 24, 3, 
öris): Unterbrecher, z. B. auch: Zur Unterbrechung 
des Haurtstroms lbei den Funkeninduktoren] Foucault's 
J. J Müller Ph. 2, 417. — Interfe-ieren (lat.), 
ir.: krenzend durchschneiden. -klion, f.; Sen: 
Durchschnitt, —s-Punkt. — Intersept (lat.), n., 
—(e)s; —e; -um, n., —# za [§ 24, 2, n.): Dia- 
phragma (s. d.). — Interskäp-ilium, n., —# 
(en [§ 24, 2, n.]; -ulum, n., —#; zula I§ 24, 2, 
n.]: Raum zw. den Schulterblättern. — Inter- 
spergkeren (lat.), ir.: zwischenstreuen, einmengen. 
— Interspinälis (nlat.), a.: zw. den Dornfort- 
satzen der Wirbel befindl. — Interstiki-um (lat.), 
n., —#; zen [§ 24, 2, n.]: Zwischenraum. G. 39, 
359 cc.; auch zeitl., bes.: die gesetzmäßige Frist 
zw. 2 auf einander folgenden Vorgängen. — 
Intertigni-um (lat.), n., —; zen /§ 24, 2. n.]):: 
(Bank.) der Raum zw. 2 Balken. — Intertri-go 
(lat.), f. 18 24, 3, ginis)]: s. Diatrimma. kur, 
f.; —-en: Abnutzung od. Abgang durch Reibung, 
das Abgegriffensein. — Intertropisch (ulat.), a.: 
zw. den Tropen (s. d.) liegend. — InterusKri-um 
(lat.), n., —; -zen [5 24, 2, n.): die, wenn ein 
Kapital vor od. nach dem Verfalltag gezahlt wird, 
für die Zwischenzeit zu berechnenden Zinsen. — 
Inter väll (lat.), n., —ey)s; —e: Zwischen-Raum, 
-Zeit (z. B. zw. Krankheitsanfällen 2c.); Abstand 
c.; (Rechtsfrr.) Frist; (Mus.) Tonstufe, der Ab- 
stand zweier Löne von einander nach ihrer Höhe: 
Das J. von C zu D beißt ein ganzer Ton. IMültt 
Ph. 1, 102; Zwei 3—-e von einem ganzen Ton. 103; 
Sulzee 2, 695 2c. Sc, f.; —n: Intervall: Nur eine 
J. [Zwischenzeit] tritt wie ein freundl. Ruherunkt in das 
Einerlei der Alrzeit ein. Berlepsch 309 2c., bes. in Mz., 
s. Interfoliar 2c. um [8 24, 2, n.]: Intervall: 
Intervalla (dlücida, lichte Augenblicke (eines Irren); 
Pér interrälla, in Intervallen, absatzweise 2c. — 
Interv-ensent (lat.), m., -en, (); —en: Einer, 
der interveniert, s. Honorant; Interventer. -enieren, 
intr. (haben): zwischentreten; in eine Angelegen- 
heit als Vermittler sich mengen; (kaufm.) einen 
Wechsel per honor (s. d. 2) aceceptieren od. ein- 
lösen; (Rechtsspr.) sich in einen anbängigen Rechts- 
streit als Partei einmischen. -ent, in., -en, —;-en: 
der Gegner des Intervensenten im Rechtsstreit. 
Sention, f.; -en: Intervenierung, z. B. (in der 
Politik): Einzel= or. Kollektiv-J. fallmerayer 
Gs W. 1, 7; Das Prinzir der Nicht-J. Gartent. 16, 302b 
rcc. (kaufm.) J-s-Prorest;-Provision 2c.; (Rechts- 
spr.): Haupt- od. Prinzipal-; Neben-J. 1c. 
entiv, a.: intervenierend. -énlor, m., —; 
ören 1§ 24, 3, öris]: Einer, der interveniert, Ver- 
mittler c. — Intervers iôn (lat.), f.; Sen: 
Unterschlagung. or, m., —s; zören I§8 24, 3, 
bris]: Einer, der Etwas unterschlägt. — Inter- 
Inkonakion 
553 
vertebräl (ulat.), a.: zw. den Wirbelbeinen lie- 
gend. — Intervertiéèren (lat.), tr.: unterschlagen. 
— Intést-abel (lat.), -abilis, a. (§ 24, 3, uv.]: 
unfähig, als Zeuge zu gelten; unfähig, ein Testa- 
ment zu machen; dann auch — infam (ogl. 
detestabel). -at, m., —en, —; —en: ein ohne 
Testament Verstorbner: J.-Erbe, der eines J-en; 
J.-Erbfolge, die gesetzlich da eintritt, wo kein 
Testament isi 2c. -ale (engl. —t), m., —3; —: 
Intestat. - atus (lat.), m. I§# 24, 2): Intestat: 
Heres (s. d.) ãb intesläto c. — Irnlestin-al 
(lat.), a.: auf die Intestina bezügl.: J.-Ton, 
kullernder des Unterleibs; J.= [Eingeweide-- 
Würmer 2c. -um, n., —s; -a, -e: Darm, — 
Mz.: Gedärme, Eingeweide: Der ganze träctus 
intestinörum. Junghuhn 51; Sich mit den Intestinen 
ldes Ochsenl nicht abfinden lassen. Kohl Südr. 1, 30 2 2c.; 
I. cocum, Blinddarm; duodẽnnm, Zwölffinger- 
darm; jejünum, Leerdarm; Usum, Krummdarm; 
crässum (od. lätius, mäjus, plsnius), Dick- 
darm; rectum, Mastearm; tenne, Dünndarm. — 
Inthronis-aliön (ulat.), f. —en: Inthronisie- 
rung: Die feierl. J. des Bischofs. Ual 3#. 21, 247; 
Gutzkow Z. 3, 109 2c.; Die J. der Tugend, Ordnung 
u. Gerechtigk. in Mentana. Garten!. 15, 6 4ob 2c.; 
auch: die Wierereinweihung eines entweihten 
Altars 2c. f#ren, tr.: guf dem Thron (s. d.) od. 
einem hohen geistl. Würdensitz feierlich einsetzen c 
— Inti (bei den Inkas): Zum Preise Yuti's, der 
lichtstrahlenden gebeimnisrollen Gotrtbeit. Globus 1, 
193a cc. — Inlim (lat.), a.: innig, vertraut. 
at, n., -(e)s; —e: hohe Verordnung. alion, 
f.; —en: Intimierung. - ätor, m., —; ören 
[8 24, 3, öris!: Jemand, der Etwas intimiert. 
— Intimid -alion (ulat.), f.; —#en: Einschücht- 
rung. Zätor, m., —s; ören (§ 21, 3, öris): Ein- 
schüchtrer. . Uen, tr.; einschüchtern. — Inli- 
mirren (lat.), tr.: Einem Etwas amtlich, nam. 
von Gerichtswegen zufertigen, kundthun r2c., ihn 
vorladen. — Intim-isima (lat.), f. [8 24, 11: 
vertrauteste od. Busenfreundin: Mit Metternich's 
damaliger J. Schere Bl. 3. 147 ꝛc. iffimus, m. 
[§ 24, 21: vertrautester Freund. -itäl, f.; en: 
das Inrimsein, intime Verbindung ꝛe. us, m., 
uv.; uv. [8 24, 2): Mit meinem „vertwauten 
Freunde" da, mit meinem J. Lieck Tischl. 2, 310; Die 
Schar seiner Intimi. Rodenberg Sündfl. 2, 71 2c. — 
Inkin-gieren (lat.), tr.: eintauchen. -Rtion, 
f.; —en: Eintauchung, nam. beim Abendmahl — 
des Brots in den Wein. — Intitul-ation (ulat.), 
f.; —en: Betitelung, Titel. -ieren, tr.: mit 
einem Titel versehn, — nam. eine Schrift 2e. — 
Intoler-äbel (lat.), a.: unerträglich, unleidlich. 
nk, a.: undulrsam. -antismus, m., uv.; 0; 
-anz, f.; (-en): Unduldsamkeit — u.: Kund- 
gebungen derselben. — Inton-ation (ulat.), f.; 
en: Intonierung: Vereinzelte Rufe u. Lieder-JI#en 
kamen von den .. Studenten. Gutzkom 3. 1, 29 8 2c.; 
in der kathol. Kirche, die vom Priester ver der 
Kollekte gesungnen, vom Chor beantworteten
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        551 Intonieren. 
Sprüche. -keren, tr.: anstimmen; einen Ton an- 
geben, nam. in Bezug auf die Art, wie man ihn 
zum Ansprechen bringt. — Intör-quferen (lat.), 
tr.; um-, verdrehn. sio, f. [8 24, 3, siönisl: 
Um-, Verrrehung, z. B. üteri, der Gebärmutter. 
ion, f.; -en: Intorsio. — Intorikhatiön (ulat.), 
f.; —en: (s. Toxikation) Berauschung 2c. — Intra 
(lat.), präp., adv.: innen, innerhalb (s. Ggstz 
extra 1; 4), auch (zeitl.) binnen: I. biduum, 
binnen 2 Tagen 2c. — Inträd-a: s. Jus. -e 
(it.), f.; —:: 1) (Muf.): a) Entrata (s. d.): Die 
Ouverture, welche mit einer feierlichen, in lang aus- 
gesponnener Steigerung anwachsenden J. würdig beginnt. 
Jahn Moz. 1, 576 ic. — b) schmetterndes Trom- 
petenstück, Tusch. — 2) (Mz.) Staats-Einkünfte, 
Gefälle: Die dem Staate zufallenren jährl. JI-n aus 
dem Köln-Mindener Eisenbahnunternehmen. Nat. 18, 
406; Demanial- (Erenzd. 26, 2, 432); Post- 
(Uat 3#. 21, 15; 342); -Reich lel- (3p. 19, 72); 
Schatz-(Crenzb. 26, 3, 166); Zoll- (25, 1. 446; 
26, 1, 156) J-u 2c. — Intrados (frz. engtrar# ), 
m., uv.; uv. (auch m. lautendem s): die innre 
(konkave) Fläche eines Gewölbes, s. Extrados 2c. 
— Intraitable (frz. engträtäb'l), a.; Intraktäb- 
el (lat.), a.: schwer zu behandeln, unbengsam, 
störrig 2c. ilität, f.; 0: das Intraktabelsein. 
Intraktät, a.: (v. Pferden) unzugeritten. — In- 
tramundän (ulat.): in der Welt befindl., Ggstz 
ertramunran. — Intransitiv (lat.), a.: J-es Zeit- 
wort, (rerbum) i-um § 24, 2, n.) od. usütrum, 
ohne Objekt (od. Ziel, „zielloses“) u. somit nicht 
ins Passiv umsetzbar, Gastz: transitives (od. zielen- 
des). — Intransportäb-el (ulat.), a.: un- 
transportierbar. G. 25, 101. -ilität, f.; O: Un- 
transportierbarkeik. — Intrepid-e (lat.), a.: 
unerschrocken. -ität, f.; O: Unerschrockenheit. — 
Inkri-tieren (lat.), tr.: verwickeln, verwirren 2c., 
Ggstz: ertricieren. -gant: 1) a.; intrigierend, 
rankrvoll, ränkesüchtig 2c. Bodenstedi E. 1, 50; 
ESchlegel GR. 165 ꝛe. — 2) m., —en, (—8): en, 
(—6): J. (weibl. J-in): a) i-e Person, Ränke- 
schmied, Ränkler 2c., auch: Abenteurer u. Intrik anten. 
Scherr Mix. 177 r2c. U.: Ein Mann von denjenigen, 
welche man in unsern demokratischen Staaten Dreher 
u. in Frankreich Iutriguants lengmigängl nennt. 
Ilelin Verm. 1, 54 doch schreibt man selbst im Frz. 
hier ohne u, da es — zur Verhütung der Ausspr. 
des g — sh — wohl vor c 2., aber nicht vor a 
nötbig ist); Staats-3. Gubkow Z. 6, 296. — 
b) (Bühnenspr.) in Schaufpielen ein best. Rollen- 
fach der „Bösewichter“ u.: ein Schauspieler für 
dies Rollenfach: Die Rollen der I-. Düringer 208, 
daneben (fälschl., s. a): Man theilt die Inkrig u ants 
gw. in . schleichende u. Helden-Intrig u ants. 
Die Darstellung der weibl. intrig u anten Rollen. 602 2c. 
get f.; -n häufig auch Intrigne, wo dann aber 
auch die Ausspr., dem Frz. gemäß, engirig“ u. die 
Mz3.: intrigues lauten müßte, vgl. Fatige u.: Er 
kaunte wirklich weit u. breitgeheime Staats- 
Intrigucs u. wußte ganz genau die Zeit] des 
Introftus 
3#ofäbrigen Krieges. Hagedorn 3, 171 1c.: 1) (Büh- 
nenspr. 2c.) Verschlingung, Schürzung des Knotens: 
I-—n Stücke (irz.: Comédies d’intrigne (komert 
rengirsg'l), in denen die J. die Hauptsache ist, auch: 
Ein rechter Intriguen roman. Nosenkranz Poes. Gsch. 
51. — 2) allgm. : die künstl. Verschlingung ge- 
heimer Fäden zur Erreichung eines best. Zwecks 
(ogl. List, Tünggewebe, Ränke 2c.): Eine J. gegen 
Jemand anspinnen, anzetteln; Alle seine I-n helfen ihm 
nicht; Wenn er den Maulwurfsgängen einer weltgeschichtl. 
Intrike nachspurt. Scheer Mix. 177; Daß die ihn um- 
wühlenre Inmtrigue sich etwas zurückzog u. vorsichtiger zu 
Werke ging. Gutzkow R. 5, 191 lrie gegen ihn intri- 
gierenden Personen) 2c.; Rabulistische Galgen- 
intriguen. ploten 4, 107; Eine Gegen= J.; Ihre 
Koulissen-I-n zu spinnen. Ual. 3. 21, 103; Liebes- 
intriguen sind ihr lder Damen] Strickzeug. König Jer. 
1, 10, frz. Intrigues d'amour lengir#ig ramür]; Durch 
Mönchsintriguen .., durch mönchische Künste. Sch. 
993a; Politische Parteiintriguen. Globus 7, 239b 2c. 
—g(ülikren: 1) inir. (haben): Intrigen ins Werk 
setzen, Ränke schmieden 2c.: Gegen Jemand i. 2c. — 
2) tr.: a) (s. 1) m. Angabe der Wirfung: Etwas 
i—-d bewirken: Ihm dies Logis zu verleiden od. gar ihn 
hinaus zu i. Heine Lut. 1, 274 2c. — b) verwickeln, 
verflechten: Bei einer Sache intrigiert sein (s. intri- 
cieren). — c) Einen i., ihm Etwas zu denken geben, 
seine Gedanken, seine Neugier in Anspruch nehmen: 
Die räpstliche Munze intriguiert mich. G. Aug. 2, 9; 
Die Erzählung v. der schönen Frau, die sich nach mir 
erkunrigte, intrigiert mich sehr. Heine 19, 258; (ed. 
Bild. aus Paris 22, 128; Die Geschichte intriguiert mich 
u. ich muß ihr auf den Grund kommen. Schüching Verschl. 
Wege 1, 89; Ebensosehr als es das Publikum intri- 
Juierte, die wahre Ursache davon zu errathen. W. 32, 
319 c. hüt, a.: verwickelt, verwirrt, verfängl., 
häklig 2c. Schücing Bronckh. 2, 299 2c. -ke, k.; 
—nA : s. Intrige. -hieren: s. intricieren U. intri- 
gicren. — Intrinsecuo (lat.), adr.: inwendig, 
innerlich, auch adjeft.: Välor (s. d.) i., Ggse: 
extrinsecus. — Introd-uciẽren (lat.), tr.; ein- 
führen, einleiten. ucteur (frz. engtrornktör), m., 
—8; —# : Jemand, der Personen introduciert, bef.: 
I. des ambassadeurs lräsangbassarèr], die Gesandten, 
3. B. Wackern. 4, 91040. Tuckiön (lat.), f.; #en: 
Einführung (z. B. J—#-Brief. Zuhunst 1, 1, 
Empfehlungsbrief; engl.: Einen letier of i. 
[—rörtsch n l. Kodl Engl. 2, 4 2c.); Einsetzung in ein 
Amt; Einleitung, z. B. eines Buchs re., bes. aber 
(Mus.): der einleitende Satz eines Tonstücks, it. 
introdnziöne, f.; -s8, vgl. Intrare 2c. -uctiv, 
a.: einleitend. -ctor, m., —8; dren [§ 24, 3, 
Sris): Zemand, der Einen einführt, z. B. die Be- 
sucher bei einem Kardinal. Fforster It. 2, 84 rc. 
-uctörisch, a.: zur Einleitung gehörig. — 
Introgression (nulat.), f.: -en: das Gintreten, 
der Eintritt. — Inkr-olbo (lat.): „ich werde 
eintreten“, — einleitender Theil der Messe des 
kathol. Gottesrienstes: Ver dem J. Gutzkow 3. 5, 
15. oste: tretet ein !: I., nam et hic Dü sunt, 
denn auch hier sind Götter. oilus, m. [824, 11:
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        Inlromission 
Eingang, z. B. einer Rede, eines Tonstuͤcks, der 
kirchl. Messe ꝛe. — Intromi-ssiõön (lat.), k.; 
en: das Hineinbringen ed. Eindringen in einen 
andern Körper. tlieren, tr.: hinein-bringen, 
stecken 2c. — Intrörfum (lat.), adv.: nach innen, 
Ogstz extrorsum. — Introsp-ektiön (lat.), k.; 
—en: Untersuchung des Innern. Sicteren, intr. 
(haben), tr.: in Etwas hineinsehn, es innen unter- 
suchen 2c. — Intronvable (frz. engrruwäb'), a.: 
unsindbar; wie man es so leicht nicht findet, bes.: 
Lurwig XVIII. nannte die .. 2e Kammer bald nach 
dem Einzuge I18151 in Dankbark.: Chambre (s. d.) i. 
Süchmann 199; In den 60er Jahren wird solch ein 
Salon bald die chambre i. sein. Holmi Treust. 1, 25. 
— Introvér-sio (lat.), f. [8 24, 3, önis]: Um- 
wendung nach innen, z. B.: palpebrärum, der 
Augenlieder 2c. - on, f.; —en: Introversio, s. 
Inrersien. - I## , refl.: (sich) nach innen 
umwenden. — Intru-dièren (lat.), tr.: hinein- 
stoßen, -drängen, refl.: sich ein-, aufträngen. 
„siõn, f.; -en: das Ein-, Hinein-Drängen, 
Dringen. „siĩv, a.: eindrängend ꝛt. — Intüu- 
eren (lat.), tr.: anschauen. -ition, f.; Sen: 
Anichauung. G. 11, 114; So mußten Sie nun ruck- 
wärts Begriffe wieder in J-en umsetzen. Sch. G. 1, 16 rc. 
iliv, a.: anschauend, anschaulich: Der i#—e u. der 
frekulatire Verstand. Sch. 11 55a 2c., vgl. diskursio 1. 
Silus, m. [§ 24, 4): das Anschauen, der Anblick, 
das Hinsehn, die Hinsicht: Primo intüitu. beim 
ersten Anblick; Intũitu (m. Genit.), in Hinsicht rc. 
— Intumesr-entia (nlat.), f. [8 24, 11; -nz, 
f.; -en: Anschwellung, Geschwulst. -iĩeren, intr. 
(sein): anschwellen r. — Inkurbilfert (lat.), a.: 
ungestört 2e. — Inturgese-enz (nlat.), f.; -en: 
Intumescenz. — Intus (lat.), adv.: innen, in- 
wendig 2½c. — Inlüsi-um (lat.), n., —#: zen 
[§ 24, 2, n.): s. Indusium. — Intussusrept-io 
(nlat.), f. [8 24, 3, önis); -iön, f.; —en: 1) 
(Arzu.) der Zustand, wo ein bobles Organ sich 
stülrend in ein andres hineinschiebt (Invagination), 
z. B. die Einftülpung eines Darmsiücks in ein 
andres 2c. — 2) (Chem.) die Ineinanderverschmel- 
zung zweier Körper, wobei gleichsam einer den 
andern in sich aufnimmt. 
Innl-a (lat.), s.; -en [8 24, 11: eine Gatt. 
Pfl., Alant (s. d. 2). Olen 3, 775. -in, n., —e)8; 
0: Art Stärkemehl (s. Helenin). ebd.; Karmarsch 3, 
359 2c. — Inumbr ation (lat.), f.; —en: Be- 
schattung. -ieẽren, tr.: beschatten. — Inund- 
altiön (lat.), f.; -en: Uberschwemmung, Flutb. 
jieren, tr.: überschwemmen. — Inunktlion (lat.), 
f.; —en: Einsalbung. — Inurbän (lat.), a.: 
der Urbanität (s. d.) ermangelnd. -ität, f.; 0: 
Mangel an Urbanität. — Inusität-e (lat.), adr.; 
us, a.: ungewöhnlich, ungebräuchlich. — 
Inütil-is (lat.), a.: unbrauchbar: Inütile pöndus 
térræ, eine unnütze Lasi für die Erde (Bez. eines 
unnützen Menschen). -ität, f.; 0: Unbrauch- 
barkeit. 
Invadieren (lat.), intr. (sein); tr.: in ein 
Inventio 555 
Gebiet ein-, es überfallen. — Invaginaliön 
(nlat.), k.; Pen: Einscheidung, s. Intussuscertien 1. 
— Inval-enz (lat.), f.; 0: Kraftlosigkeit, Un- 
vermögen. escifren, intr. (sein): erstarken, an 
Kraft zunehmen 2c. -id, a.: schwach, nam. nicht 
mehr diensfähig, zunachst ren Soldaten; auch 
Üübrtr.: Vraͤcertoren, welche alle meralisch i. waren. 
Bahrd: 1, 90; Eine bereits ganz i-e Liederlichk. Eichen- 
dorff Gsch Dr. S#; J-en Voeten ist rieser Spittel ge- 
stiftet. Tenien 46 2c. idalion, f.; —#en: Invalidie= 
rung. -ide, m., —n; —n: ein Juralider, nam. 
Seldat (vgl. Defieient): Als Halb- ed. Ganz-n. 
Nais. 21, 165; 3-n. Haus,-Hospital, Soital 
ꝛc., frz.: Hôtel des i-s lotl räsengwalid] rc.; J—n-P 
Gehalt;-Komragnie: = Verrflegung;-Ver- 
sorgung rc. identhum, n., —e)s; 0: der Zu- 
stand von Invaliden, Invalitheit: Ibr rolktisches 
J. othsz. 17, 105 2c. -ĩdheit, f.: 0: das Invalid= 
sein. KSopper Chr. 2, 101. idieren, tr.: Etwas 
für ungültig erklüren, es außer Geltung setzen: 
Durch Amenrement würde diese Zustimmung invaliriert. 
Uet3 20, 178. idität, f.; 0: Invalitheit (s. Mor- 
birmä#t); Ungültigk. — Invariäb-el (nlat.), a.: 
unveränderlich. ilität, f.; O: Unreränderlichk. — 
Invas-iön (lat.), f.;en: feindlicher Einfall in ein 
Land, Gebiet 2c.; das Vor= u. Eindringen; der 
Angriff: Die mit ihren Trurpen sich dem J-s-Heere 
angeschlossen. TNodret 2, 139; J—s--Trupven; 
Krieg 2c.; In Deurschland war sein (res Schausriels 
etwaiges Wiereraufteben durch die Gelehrten „J. 
nieergehalten worden. Eichendorf Gesch Dr. 111 2c. 
# a.: auf Invasion gerichtet, angreifend: Die 
i-e Politik des Wiener Hofs. Grenzb. 25, 3 c. — 
Invcéct-a (lat.), pl.: das vom Pichter, Miether 
ꝛc. bineingebrachte Gut 2c.: I. et illäta (s. d.), 
auch: Die Invekten. —iv, a.: mit Schmäh- 
werten auf Zemand losziehnd. -ive, f.; —n: 
Schmaͤhrede. -ivĩeren, tr.: Einen i., ihm In- 
veftiren sagen. — Inv-knit (lat.): „hars er- 
funden"“, — unter Kupferstichen 2c. hinter dem 
Namen des Künülers, nach dessen Original der 
Stich gefertigt ist, wie sculpsit (s. d.) hinter dem 
des Stechers, vgl. delineavit zc. -entär, n., -(e)s; 
—e: die Gesammtbeit des zu einem Besitzstand Ge- 
hörigen u.: das Verzeichnis karüber: Das Guts-, 
Haus-, Wirtbschafts-J.; Ein Möbel, — eine 
Pers. gebört mit zum Familien-J.; Eisernes J. 2c., 
s. J-ium. „entarisation, f.; —en: Inventarisie- 
rung. entariseren, tr. (auch o. Obj.): das 
Inventar aufnehmen, verzeichnen. -entärium, n., 
—8 zärken (§ 21, 2, u.]): Inventar: J.-Buch 2c.; 
Dieses Prunkschiff ist ein rechtes Inventärleustück 
lder Venetianer]. G. 23, 90; Mein gurer Joserb, ein 
altes, liebes Inventarienstück unfres Hauses. Cieck Tischl. 
1, 210 K.; Ein J—s-Stück. Thümmel 4, 142 te.; Eine 
Erbschaft antreten cüm beneficio inventärü (ed. mit 
dem Inventarbenefiz), d. h. mit der Rechts- 
wohlrbat, für die Nachlaßschulden nicht zu einem 
höhern Betrage als dem des J-s zu haften 2c. 
ntieren, tr.: 1) inventarisieren. — 2) eränden. 
prutz Helb. 182. ontio, f. [8 24, 3, önisl;
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        Invenklion 
556 
Senlion, f.; -en: Ersindung, Kunstgriff 2e. Herrig 
43, 425. -entiös, a.: erfinderisch, erfindungs-, 
sinnreich. -entinneula, f. [8 24, 11: kleine In- 
vention, Fündchen od. Fintchen. #nlo, m., -8; 
ören [8 24, 3, öris!]: Erfinder. -entur, f.; -en: 
Inwentarisation 2c., bes. (kaufm.): Lagerbestand 
u. Berzeichnis desselben: Alljährlich J. aufnehmen. 
Tenlurinät, m., -en, —#;; en: der die Inventur ver- 
gleicht. — Invenüfl (lat.); us, a.: der Anmuth 
ermangelnd. — Inverg-enz (lat.), f.; Sen: die 
Neigung wohin 2c. #ieren, intr. (haben): hin- 
neigen. — Inverno: s. Invierno. — Invér- 
(lat.), a.: verkehrt, in umgekehrter Richtung: Ein 
i-es Streichen. Humboldt K. 2, 155 2c. sabel, a.: 
unumstößlich. sabililäl, f.; 0: Unumstößlichk. 
„sio, f. [8 24, 3, önis!: Inversion: I. (od. intro- 
Vv #rsio) palpebrärum 2c. - Kon, f.; -en: Umkeh- 
rung, Umdrehung 2e., — in Bezug auf das Nor- 
male u. Gewöhnliche, z. B. (Kriegsk.) Ein Bataillon 
steht in J., wenn das gewöhnlich rechts Stehnde 
links steht 2c.; (Arzn.) Umstülpung eines Organs; 
(Gramm.) Abweichung von der gw. Wortfolge, 
Wortversetzung. - lor, m., —; -sören [8 24, 3, 
öris): Umwender, s. Gyrotrop. -sus, a.: invers: 
Inrérso ördine, in umgekehrter Ordnung. — 
Invertebräta (nlat.), Dl. [8 2ià, 2, n.]: wirbel- 
lose Thiere. — Invert-ens llat., § 24, 3, n., 
-Entis, M.. : ntial: (Kemsdium) z., ein umstim- 
mendes Heilmittel, auch = Involvens (s. d.) für 
Säuren 2c. -iẽren, tr.: um-kehren, -wenden, 
ö= drehn, versetzen 2c. — Inveslieren (lat.), tr.: 
mit den Zeichen der Amtswürde bekleiden, bestallen, 
belehnen. — Inveflig- abel (lat.), a.: aufspür- 
bar 2c. ation, f.; —en: Investigierung. atio, 
a.: forschsam. —reren, ir.: auf-, ausspüren, 
nach-, aus-, erforschen 2c. — Inveft-iliv (lat.), 
a.: investierend. -ilür, s.; -en: Investierung, 
z. B.: Bergbau-J. IlVelehnungl. Schtuchtnstutl 24 cc.; 
bes. auch in Bezug auf die Einsetzung der Bischöfe 
in die zu ihrem Amt gehörigen Psründen: Das J.= 
Recht; Der J.-Streit zw. Papst u. Kaiser 2c. 
Silura, k. I/§ 24, 11: Investitur: I. eventualis, 
eventuelle Belehnung — für den Fall der Lehens- 
eröffnung; l. simultänea, Belehnung der gesamm- 
ten Hand c. — Inveler-alion (lat.), f.; Sen: 
Inveterierung. - alus, a.: inveteriert. teren, 
intr. (sein): verallend einwurzeln. — Inviab-Tel 
(nlat.), a.: unwegsam. -ilitäl, f.; 0: Unweg- 
samkeit. — Invicem (lat.), adv.: wechselweise, 
gegenseitig. — Invid-ia (lat.), f. [8 24, 11: 
Neid, Schelsucht, Gehässigf.: Arguméntum éb i., 
Beweis, den man böswillig, mit falschen Beweis- 
mitteln 2c führt. -ieren, tr.: beneiden. -iũs, 
a.: neidisch, mißggünstig, gehässig. Jatobs Verm. 7, 
45 1. — Invicrno (span.), m., —#; —#: Winter: 
Während der Jahreszeit des J. Grenzb. 24, 2, 950 2c., 
it.: inrerno. — Invigil-anz (nulat.), (.; 0: 
Mangel an Vigilanz (s. d.), an Wachsamkeit. 
+-eren (lat.), intr. (haben): Auf Etwos i., vigi- 
lieren (s. d.), wachen aufpassen 2c. — Invinrib-e! 
Jonisch 
(lat.), a.: unüberwindlich. -ilitäl, f.; O: Un- 
überwindlichkeit. — Inviol-abel (lat.), a.: un- 
verletzlich. abililäl, f.; 0: Unverletzlichf. ät, 
-ãtus, u.: unverletzt. — Invisib-el (lat.), a.: 
unsichtbar. -ilität, f.: Unsichtbarkeit. — Invit- 
ation (lat.), f.; -en: Einlarung. -älor, m., 
-s; ören 1§.24, 3, öris]: Einlader. -alorium, 
n., —S ; ken 18 24, 2, n.): im kathol. Gottes- 
dienst, eine zum Lobe Gottes einladende, auf- 
fordernde Antiphonice. -e, s.; —n: (Kartensp.) 
die dem Aide durch Ausspielen einer nierrigen 
Karte gegebne Auffordrung, dieselbe Farbe nach- 
zuspielen. -ieren, tr.: zu Gast od. ein-laden, auch 
(Kartensp.): durch eine Invite den Aide auffordern, 
eine Farbe zu spielen. — Invituperab-el (lat.), 
a.: untadelhaft. -ilität, f.; 0: Untadligkeit. 
— Jnvilus, a.: ungern, wider Willen, — bes. 
im Ablativ, z. B.: Invita #linérya richten, studieren, 
gegen den Willen der Weisheitsgöttin 2c. — 
Invo -eieren (lat.), tr.: anrufen, — um Schutz, 
Hilfe ꝛc. — Invoire (engl. inwcuß), n., uv.; —#: 
s. Faktur 2. — Invocä-tiön, f.; -en: Anrufung, 
Anflehung. lorisch, a.: anflehend 2c. -vit: s. 
Erami (vgl. pfl. 91, 15ö).— Invöôl-Uerum (lat.), 
n., -s6; ra [§ 24, 2, n.): Hülle, nam. botanisch, 
B. C. 30, 178, -ũl, a.: umhüllt. -ution, 
f.; —en: Umhüllung; Ein-, Verwicklung 2c.: J-S, 
Form, die Form der Etwas umgebenden Hülle. 
vens Ilat., § 24, 3, n., ventis, Mz.: ntial: 
einhüllende Arznei. -vieren, ir.: einwickeln, ein- 
schließend mit in sich begreifen. — Invulner äb-el 
(lat.), a.: unverwundbar. eilität, f.; 0: Unver- 
wundbarkeit. 
I. Jo (gr., lat.), interj.: Ausruf des Jauch- 
zens, Jubelns 2c. (vgl. deutsch jo): Hochher: lö! 
16! ruft Oreäd’ u. Hamardryad’ V. 3, 53; 55; Hor. 
2, 389 . — II. Jo (gr.), s.; —s; —#: 1)(Myth.) 
o. Mz.: eine Geliebte des Zeus, die er in eine 
Kuh verwandelte, um sie vor der eifersuchtigen 
Zuno zu verbergen, die sie in dieser Gestalt der 
Hut des Argus (s. d.) übergab #c., s. Minckwitz sch. 
2, 33 ff.; auch (einstlbig): Bei Mamsell Zo. Sch. 
Göd. 1, 252 2c. — 2) (Naturgsch.) ein Schmetter- 
ling, das Tagpfauenauge, Dabilio Llo. — Jod 2c.; 
s. Zod ie. — Jolilh (gr.), m., —(eys; —e: „Veil- 
chenstein“, s. Dichroit. — J-on (gr.): 1) n., —; 
Jönen: Die Bestandtheile des Elektrolyts (s. d.] haßen 
Iren, u. zwar ist das Kation das positive, das Anion 
das negative Element. Imüller Pb. 2, 239 (vgl. ein- 
silbig: Ein Zon. Dove Rev. 1, 221, Mz.: Zonen. 
edv.). — 2) m., —s; 0: (Myth.) ein Urenkel des 
Deukalions, Bruder des Achäus u. Stammvater 
der Jönker (s. Achäcr). onicns, a.: jonisch, 
auch m. [8 24, 21: I. od. vérsus i., ionischer Vers, 
bestehnd aus viersilbigen Versfüßen, der Verbindung 
von 2 Längen mit 2 Kürzen, die, jenachdem jene 
voransgehn (—3) od. diese (.——) I. a majöri 
od. I. a minöri heißt. -önisch, a.: den Jeniern 
eigen, angehörig, von ihnen stammend rc. (vgl 
als Ggstz nam. korisch): Der i-e Dialekt; Die i-e 
Säute. Guhl 1, 9 2c., auch: Die kannclierten derischen
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        Jonismus 
Zwerge neben den glatten jonischen Riesen. G. 23, 
43; Künstliche Himmel ruhn auf schlanken jonischen 
Säulen. Sch. 72b; Die jonische Ordnung. Sulzer 2, 
703b; Weiche jonische Lüfte. falmmerayer GsW. 1, 293. 
-onismus, m., uv.; 0: Dialekt u. Volkseigenheit 
der Jonier (vgl. Dorismus). — Jöta (gr.), n., 
—; —# : Name eines gr. (unserm 3 entsprechenden) 
Buchst.; dann auch — wie im Deutschen: Punkt 
auf dem J.; Tüttel rc. — Bez. v. etwas Kleinem, 
zur Vollständigkeit des Ganzen jedoch Mitgehörigen 
2c.: Nicht um ein J. klüger als zuvor. püchler Südöstl. 
3, 38; „Nichts mehr als Das?“ Kein J. W. 19, 13 2c., 
oft zweisilbig: Von einem Wort lässt sich kein Jota 
rauben. G. 11, 81 2c. Danach: Jot, n., —8; —;: 
im Deutschen, Name des dem Vokal f nächst ver- 
wandten Konsonanten u. des Zeichens (Buchstaben) 
dafür (j. — bei Schouel, Adtelung, Campe fälschl. 
Jod); dann auch übrtr. (s. o.): Da gebt kein Zot 
ravon. w. 20, 111, nicht das Geringste; Wird 
Keimendem ein JZott nur abgethan, sso muß es kläg- 
lich schon als Keim verderben. freiligrath Ven. 30; Wie 
auch kein Tüttlein od. geringste Jöttlein od. Buch- 
stäblein an Gottes Wort auf die Erde fallen soll. 
Matthesius Pr. 165 2c. -cismus, m., uv.; 0: zu 
häufige Wiederholung — od.: fehlerhafte Aus- 
sprache des durch Jota bez. Lautes, vgl. Itacismus. 
Ipadu: (am Amazonas) —= Coea (s. d.). Globus 
12,11a.— Ipecacuän-a (span.), ha (port.—änfa), 
f.; 0: Name von Pflanzen, Brechwurz (s. Emetin). 
— Iper, (.; In: schmalblättrige Ulme (frz. 
ypréau v. der flandrischen Stadt Tpres). — Ipo 
(auf Java): Gift: Akar-J. (Giftwurzel), Lada--J 
(Giftpfeffer). J.-Batang (Baumstammgi ft) 
Der Irobatangbaum (Antaris toxicäria). Auslb. 39, 
72 Sa, vgl.: Das Gift ldavonl heißt J. od. Opas 
Antiar. Ohen 3, 1570. — Ipfe (lat.): selbst, 
z. B.: J. dixit, s. Autos; I. föcit, er hat's selbst 
gemacht 2c.; im Ablat., z. B.: Eo (s. d.) ipso, 
lpso fäcto (s. fäctum), jüre (s. jus) 2c. -iomus, 
m., uv.; OS 24, 2 n.]: s. Egoismus. 
Jrade (ar.), n., —8; —5: Verordnung des 
Sultans. — Irah, m., —s; —: Art Strauch: 
Ein schattendes J.-Gesträuch. Scha 1, 1718; 2, 236. 
— Iran (pers.), n., —6; 0; ein Land, Persien, 
als Reich des Ormuzd (s. d.), — Ogstz Turan, 
als das des Ahriman (s. Hammer t, 3 Uu. Uolenkranz 
PSsch. 116). Dazu: Irän-e#, m. , eisch, a., 
vgl. Indogermane; Aria 4; Japhet c. — Irascib-el 
(lat.), a.: leicht zu erzürnen, zornmüthig. -ilität, 
f.; 0: Zornmüthigkeit. Irätus, a.: zornig: Ab 
irãto, in zorniger Erregung 2c., z. B. Asetwald 
Lav. 1, 55 c. — Ire, m., —n; —n: Bewohner 
Irlands (Irländer). Nosenkranz Poes. Gsch. 275, s. 
Erin; srisch 1c. — Iren-äen (gr.), pl.: Friedens- 
lieder. -ärch, m., —en, (—6); —en: im röm. 
Kaiserreich Art Friedensrichter. -e, f.; O: 1) Göt- 
tin od. Personisikation des Friedens, s. Pax. Ramler 
Mrth. 472; Uns andre Verehrer der J. G. (Dünzer 
Küug. 3) 2c. — 2) s. Asteroĩd. -on, n., —6; -Een: 
irenische Schrift. -ik, f.; 0: das Streben der 
Irifieren 
557 
Friedensstiftung, nam. der Vermittlung streitender 
Religionsparteien. -isch, a.: der Irenik gemäß: 
Die i-e Politik Johann Philipp's von Mainz. Treitschke 
Hist. 519, auf Vereinigung der Reformierten u. 
Lutheraner hinzielend; Eine i-e Freigeisterei. Jacobs 
Verm. 6, 224, vgl. unionistisch ꝛe. — Iribu, m., 
—8#; -6: Art südamerik. Geier (s. Urubu). Oken 7, 
165. — Ir-idea (lat.), k. [8 24, 1); Sidses, 
f.: —(eyn: iris= od. schwertlilienartige Pflanze 
(Schwertel). idis eren: s. irisieren. -idium, n., 
—; 0: ein sehr strengstüssiges Metall, dessen salzige 
Verbindungen sehr versch. Farben, gleichsam „den 
ganzen Regenbogen“ zeigen. farmarsch 2, 309; 
Mitscherlich 2, 2, 354 ff.: J.-Chlorid; Chlorür; Legie- 
rung; ·Mohr; -Oryd; -Orbrul; -Sesquioryd 2c. Eis, 
f.; ur. [8 24, 3, idis!: 1) (Myth.) die Botin 
der Götter, nam. der Juno, zugleich die Göttin 
des Regenbogens u. dieser selbst: Wenn .. J. 
freundlich bunt mit leichter Handden grauen Flor der 
letzten Wolken trennt. G. 13, 55; Ich bin J. od. der 
Regenbegen, der großen Juno Kammermädchen. prutz 
Holb. 551; Als Botin entsandt’ er [Zeusj) die gold- 
gefngelte J. V. Il. 8, 398; 23, 193; 24, 143; 2, 
786; 3, 12 1 2c.; Seh ich die Wolken schwarz u. i.- 
bunt. Gries Tass. 14, 44; Die bunten 3.-Farben 
des Herbstes. Gutzkkow Z. 7, 181; Immer weiter u. 
weiter schwang sich ein lichtheller J.-Bogen über 
Enropa. 9, 373 2c. — 2) (s.#1) scherzh. verallge- 
meint = Zofe. w. 10, 215; 15, 215; 22, 12 2c. 
— 3) (s. 1, vgl. Merkur) als Titel von Zeit- 
schriften 2c.: Wieland's Merkur u. Jacobi's J. 2c. — 
A4) (s. 1) Name eines Asteroids (s. d.). — 5) ((.1) 
in Bezug auf die Regenbogenfarben, z. B.: a) Der 
s. g. Fondu= od. J.-Druck, wo die Farben „regen- 
bogenartig“ in einander „verschmelzen“ lin d. Kattun- 
druckerei, bei Tareten 2c.. Karmarsch 2, 365; 828; J.- 
Papier, -Tapeten rte., vgl.: Lässt man lbeim 
Weben] die Farben in Schattierungen auf einander 
folgen, welche nicht grell abstechen, sondern einen all- 
mählichen Ubergang von einer Hauptfarbe in eine andre 
bilden, so nennt man dieses Verfahren Irisieren 
fs. d.] od. J.= Schweifen. M. 2, 175 2c.; Das 
schöne Farbenspiel fein gestreifter Oberflächen, z. B. der 
Barton'schen J.-Knöpfe, der Perlmutter rc. 3 Hüller 
Pb. 1, 775; Sie haben die blaue Farbe eines dunkel 
angelaufenen Stahls u. die schönste J. Folge spielt bei 
jeder Bewegung über die Oberfläche hin. G. 21, 2 54 c.; 
Die J.-Muschel, Haliötis i.; J.= Steine, irisie- 
rende 2c., — bes. aber: b) die Regenbogenhaut des 
Auges, z. B.: J.-Verfärbung dcecolorätio 
fridis);-Vorfall (proläpsus fridis, auch: Iri- 
doptösis u. d. m.) -Zerreißung (ruptüra 
sridis) 2c. — c) Schwertlilie (s. Iridee): Beeie von 
violetten J. Gutzkow N. 1, 280; Grube Ch. 2, 196 rc.; 
J.-Beet;-Flor c. — Ireisch, a.: auf Irland 
u. die Iren (s. d.) bezügl., dazu gehörig. -i#h 
(engl. eirisch), a.: irisch: I. bogs (s. d.), bull 
(s. d.); Ein I.-man, Irländer 2c. — Ir-isieren 
(nlat.), intr. (haben): in Regenbogenfarben 
spielen (s. Iris a 2c., vgl. opalisieren). alke Gschmacck 
87; Die Barton'schen (-den Stahlknöpfe. Karmarsch 2,
        <pb n="574" />
        558 Iritis 
813 rc.; auch faktitiv: J. od. Iris-Schweifen. M. 2, 
45. itis, f. [8 24, 3, uv.]): Entzundung der 
Iris (s. d. 5dc) 2c. — Irlik (russ.), m., —; —: 
Stab des Steppenschäfers od. Tschabans. Kohl 
Südr. 2, 204; 268. — Irma, f.; —#;; O: weibl. 
Name; auch Art Stoff zu Wintermänteln . Bazar 
13, 375. — Irmak (ar.), m., —6; —: Fluß. 
Pettermann Or. 1, 318, 1. Kalah. — Irmin (altd. 
Mytb.), m., —(e); 0: ein Gott der Sachsen. 
Fimrock M#th. 313; J. kann ein allgemeiner Name 
sein, der eben den allgemeinen Gott bezeichnen wollte, 
wie das Präfir i. die Begriffe zu steigern, bis zum All- 
umsassenden zu erweitern dient. 330; IJ.-Säule, 
Irmensful. 313 ff.; 330 (vgl. Cumäöllr Herbst. 1, 
69; 16); J—6. Wagen, Himmelswagene. — Iron 
(engl. klörn), n.;, — : Eisen, — auch a. 
eisern, z. B. I. man, „eiserner Mensch“, zur un 
wollspinnmaschine (Self-actor, s. d.); 1 44 vie 
luweir], Eisendraht 2c. — ITrön--ie (gr.), (.; 
—#en: Spott in der Form der Zustimmung mit 
der angenommenen Miene des Ernstes od. der Un- 
wissenbeit (s. w. 22, 59), Schalkspott: Selbst-J., 
ironische Selbstverspottung. meißner Sanf. 2, 131 2c. 
iker, m., —6; uv.: ironischer Mensch (s. Eiren). 
Zisch, a.: voller Ironle. -isĩeren, intr. (haben); 
tr.: mit Ironie (ver) spotten: Sich selbst i-d. Gunkomw 
R. 6, 11; 3. 7, 13; (Die JZronisierung der Soei- 
sen. Sch. Stund. 182); Spielhagen Pr. 6, 20 2c.; Ob 
ich auch .. Manches mir. babe weg tronisiert. prutz# 
Woch. 89. — Iros: s. Irus. — Jrradi-atiön 
(lat.), f.; -en: Venüblung; bef.: die Erschei- 
nung, das man helle Ggside auf dunklem Grund 
vergrößert u. dunkle auf bellem verkleinert erblickt, 
s. Ausld. 39, 890a; pouil#t 2, 158 ff. -ĩẽren, tr. 
bestrahlen. — Irraisonnable (jrz. irräfonnsbz, Aa.: 
unvernünftig, unbillig. — Irration -al (lat.), 
a.: 1) unvernünftig. — 2) (Mathem.) v. Zahl- 
Größen od.-Verhältnissen, deren Werth man durch 
ganze Zahlen od. Brüche nicht genau, sondern nur 
annähernd (bis zu einer beliebigen Grenze) aus- 
drücken kann, s. Ohm 1, 190 (vgl. intemmensurabel 
1. Ggstz ralienal): J.-Größe; Verhältnis; 
Zahl. -alismus, m., uv.; * Mangelm an Ver- 
nunft od. an Anwendung der Vernunft. alität, 
f.; 0: das Irrational W d. 1; 2) -Sein. -#ll, 
a.: irrational (1; 2): Dem bei seiner berben, nüch- 
ternen Sinnesart alles Phantastische, J-e ein Gräuel 
war. Spielhogen Pr. 8, 132. — Jrredimib-el 
(niat.), a.: nicht leskaufbar, unablösl. lität, 
f.; 0 Unablöslichkeit. — Jrredu-eibel, -elubel 
(mlat.), a.: unredneierbar. -eibilitäl, Petibilität 
f.; 0 Unrerucierbarkeit. — Irresie kiõn (nlat. 
"(: -en: Mangel an Reflerion od. Nachdenken 1e. 
— Irresormaͤb-el (lat.), a.: unreformierbar, 
unabänderlich. ililät, f.; 0: das Irreformabel- 
sein. — Irrefragobeei (rz. ), a.: W— 
lich 1e. Ual3. 21, 230; w. 30, 13. ilität, 
0: Unwiderleglichk. — Jrrefuläb-el (lat. ). a.; 
ililäl, f.: — Irrefragab· el, eilität. — Irregẽn- 
erabel (nlat.), a.: nicht wieder erzeugbar. 
Irretieren 
erabilität, f.; 0: das Irregenerabelsein. itus, 
m. (§ 24, 21: (kirchl.) ein Nichtwiedergeborner. 
— Irregul-är (lat.), a.: unregelmäßig: 3—-e 
Zeitwörter (Vérba irregularia, Ez.: Vérbam 
irreguläre) 2c.: Die Freischaren u. sonstigen i-en 
Trurren rc. Carität, f.; —en: Unregelmäßigkeit. 
— Jrrrkognos eibrel, a.: was man nicht an- 
zuerkennen braucht. Sililät, k.; 0: das Ir- 
rekognoseibelsein. — Trreboncilläb-el (nlat.), 
a.: unversöhnl. -ilität, f.; O: Unversöhnlichkeit. 
— Jrrekordab-#el (#tt.), a.: unerinnerlich. 
Zilitäl, f.;0: Unerinnerlichk. — Irrekuperäb-el 
(lat.), #. : unersetzl. ilität, f.; 0: Unwieder= 
bringlicht. — Irrckhusab-el (lat. , a.: uns(ver)- 
weigerl., unabweisbar. ilität, f.; ; 0: Unab- 
weisbarkeit. — Irrelatio (mat. )a : beziehungs- 
los, unverbunden. Jitäl, f.; 0: das Irrelativ= 
sein. — Irrlev-ans (ulct. ), a. [824, 3,-Antiel: 
unerbebl. Irreleva#tia, unergeöliche Dinge. 2 
: unerbeblich. r*r* f.; 0: Unerheblichkeit. — 
Frreligi-on (Cat.), f 40% uUngianbe: Eine Re- 
ligion, welche fromme Girer für eine J. erklären. 
olkez. 16, 114. -õs, a.: gegen die Religion od. 
Religiosität versteßend c. olität, f.: —en: 
irreligiöses Wesen od. Thun. — Nrremeäbrel 
(lat.), a.: v. wo keine Rückkehr möglich in: auch: 
unwiderbringlich. —ilitäl, f.; 0: das Irremeabel- 
sein. — Irremediab-el Caat.). a.: wogegen es 
kein Heilmittel giebt 1. ililäl, f.; 0: das 
Irremediabelsein. — Trremi- rmt (lat.), a. 
unverzeihlich. „ssibilitãt, f.; 0: unversähls4h= 
keit. Tient a.: umablals — „Deremonstrat= el 
(nlat.), a.: unbestreitbar. -ilität, f.; 0: Un- 
bestreitbarkeit. — Jrremovib-el an, X a.: un- 
absetzbar; unabänderl. eiilität, 0: das Ir- 
removibelsein. — #renuesztnn (lat.), a. 
was üch nicht vergelten, nicht lohnen läft. 
ilität) f.; 0: das Irremunerabelsein. — 
Trreparäb- el (lat.), a.: unersetzl., unwieder= 
bringl., nicht wieder gut zu machen. Spielhagen 
Hammer 2, 189. eilität, f.; 0: das Irreparabel= 
sein. — Trrepteren (lu.), intr. (sein): sich wo 
einschleichen; tr. Ctwas erschleichen. — 
Trrepocibreel (lat.). a.: was sich nicht zurück- 
fordern lässt. -ilität, f.; 4 das Irrteposcibelsein. 
— Terebregenftb. r (ial. ), a.: untadlig, un- 
sträfl. ilitält, s.; 0: untarelbastigkei 1c. — 
Drreprochabler Oil. —proschöb'l), a.: vorwurss- 
frei, znteltat. unverwerflich re. — Jrrepliön 
(nlat.), k.; —en: Irrepierung. — Jrreli#lib-el 
(nlat.), a.: unwiderstehlich. ilität, f.; O: Un- 
widerstehlichk. — JIrresalüt (nlat!), un- 
schlussig, unentschieden, schwankend 2c. .—, f.au 
-en: Uünentschlessenbeit, das Schwanken 2c. o 
(it.), a.: (Mus.) schwankend, im Zeitmaß. — 
Irrespat (aht, ), m., (6)8: —: Mangel an 
Respekt (s. d.). us, a.: unehrerbietig. — 
Trrespirab-el (ulat.), a.: unathembar. lität, 
f.: O: Unatbembark. — Nereponkab- el (nlat. ¾ 
a.l: unverantwortl. ilität, f.; 0: Unverant- 
wortlichk. — Irrektiéèren: * irritieren 2. —
        <pb n="575" />
        Irreverent 
Irrever-ent (lat.), a.: ehrfurchtslos 2c. enz, 
f.: 0: Mangel an Reverenz (s. d.), an Scheu vor 
Ehrfurcht-Gebietendem * — Irrevohäãb-etl 
(lat.), a.: unwiteiruflich ꝛe. ilität, f.; O: Un- 
widerruflichkeit. — Irrevolntionär (ulat. 0, à.: 
s. antirevolutionär. — Irridifèren (lat.), tr.: ver- 
lachen, verspotten, verhöhnen. — Irrig-ateur 
(frz. —ör), m., —#; —., —e: s. Klysepomvp. ation 
(lat.), f.; —en: Bewäßrung: 3—6-Methode 
(liohl Sürr. 2, 232); = Spstem (Ausld. 39, 1160a) 
. atörisch, a.: auf Irrigation bezüglich 2c. 
„ĩcren, tr.:; bewissern. — Frrisiön (lat.), f.; 
en: Frrikierung. — Frrit-äbel (lat.), a.: reiz 
bar, auch: Irritäbil-is, neutr.: -e. z. : 
Genus irritäbile (rätum), das reizbare Geschlecht 
(der Dichter) 2c., z. B. Schütz Hamb. 237 2c. 
Sabilität, k.; 0: Reizbarkeit, bes. der Muskeln 
(val. Incttabinät, Erethisie), Ggitz: In-J. (vgl. 
Dyerethisie). -amént, n., —(eys: —#; -amentum 
&amp; 21, 2, n.]: Reizmittel. ans (/§ 21, 3, n., 
cäntis, Mz.: Antial: s. incitans, z. B.: Welches 
beftige J. ist nicht der Arrak! Junghuhn 51. Lation, 
f.; —en: Irritierung. -atio, atörisch, a.: an-, 
aufreizend, auf--, erregend. - eren, tr.: 1) an-, 
aufreizen, auf-, erregen 2c. — 2) (angelehnt ans 
Deutsche) „irre“ machen, beirren 2c.: Daß sie durch 
ibre Anziehungskraft die Bahn eines Andern i. Ausld. 
39, 966a; Upitaval NSer. 1, 297; Frritiert euch ja 
nicht im Stukium des Stücks. Leydelmann 31; Doch 
mus er sich v. dem Wörtchen „genial“" nicht i. lassen. 
270; Weil meine hastige Rede. .. Sie erschreckt, irri- 
tiert u. an meinem Wesen konfus gemacht. Ciech Tischl. 
1, 244 r„rc., auch: Das er sich durch die Scherze nicht 
mehr irre tieren ließ. Volksz. 15, 116.— Jrrlichte- 
lieren, intr. (haben, sein): sich irrlichtartig be- 
wegen. G. 11, 718; Juerbach Leb. 1, 45; Ab. 110; 
Dicht. 2, 128; Scheffel Ekk. 11; Zu Tanz u. Musi- 
cieren n. Glauz-J. Rũcktrt Ausw. 575 2c.; auch: 
Frrlichterkfren. DAuf. 1, 1, 149; 17, 2, 542; 
Spielhagen Reis. 2, 13; Hamm. 2, 221; Augen, die 
herumirrlichterierten. Kühlbach Erzh. Soh. 4, 1, 
234 rc. — Irroborsféren (lat.), tr.: stärken, ver- 
stärken. — Irrog-atiön (lat.), f.; —en: Irro- 
gierung. -ren, tr.: auf Etwas wider Jemand 
antragen, bes. auf Staiei es ihm zuerkennen. — 
Trroratiön (lat.), f.; Sen: Bethauung, Be- 
sprengung. — Irru-mpieren (lat.), intr. (sein): 
feindl. einbrechen, einfallen 2c. -ptiön, f.; S-en: 
Ein-, Uberfall, Einbruch 2c. — Irsfalpe tdürk.), 
pl.: Liefrungsgelder, Tributsenkung. hammer 10, 
3 50. — Irus (gr.), m., uv. x.4 S 24, 21: 
Name eines Bettlers (spöttisch: Iros benam't ihn 
der Jünglinge jerer, weil er mit escha gern aus- 
ging. V. Od. 18, 6 ff., ogl. Fris 1), dann verull- 
gemeint: Einen Krösus zum J. machen. 23, 28; 
10, 91;25, 165, vgl.: Gar schön —* Ler Lateiner 
so: Si höra mortis rütt,] tünc is fit I. sübito, 
qui mödo Crchsus füit. H#ongbein (Wadern. 2, 12323), 
wenn des Todes Stunde naht, wird ein J., der 
eben noch ein Krösus war, — nach Ooid Trist. 3, 
Ischan 559 
7. 42: I. et öst subitö, quf modo Cresus erdt 2c. 
— Iroving-iäner, m., —#; uv.: Name einer 
neuern christl. Sekte — nach ihrem Stifter Erw. 
Irving (1 1834). ianismus, m., uv.; 0: Lehre 
der Irvingianer. -it, m., -en, (—§6); —en: Ir- 
vingianer: Die Lehre der J-en, v. Jacobi (Berl. 
1853) „2c. 
Is (lat.), pron.: dieser, er 2c. (s. eo; id). — 
Isaboell (frz.), a.: isabellenfarbig, d. h. gelblich, 
falb, — wie das Hemde der span. Prinzessin Isa- 
belle logl. Zesabel!, das sie einem Gelübde zufolge 
3 Jahr lang (1601— 1604) nicht gewechselt: 
Meist i.-gefärbt. find Schl. 14 rnc., vgl.: Der neu- 
gefallne Schnee sei i-en-farb, an meine Haut ge- 
halten. W. 15, 96 2c.; J.-Vferde. G. 20, 222 rc. 
e, m., —; —n; f.; —n: Ju werden die Pferde mit 
gelbem Haar geuannt n. .. in Blaß-, Hell--, 
Golr-, bochgelbe u. Dunkel-JI#-n unterschieden. 
Fale Th. 1, 444b: Das eine Ros] eine J., das andere 
ein Eisenschimmel. Dviertelj. 49, 191 2c. — Isaben: 
e französischer Maler. Dazu J. (od. Bristol., 
.) Papier. — Usagög-e (gr.), f.; —n: Ein- 
litung, in eine Wissenschaft. Lin, f.; Sen: 
biblische Einleitungs wissenschaft; Werk darüber. 
Tikon, -icum, u., —#; -zifa [§ 21, 2. n.]: Ein- 
trittsgeld. -isch, a.: einleitend. — Isagön rc.: 
s. Ssogon 2c. — Ilsan (ar.), m., —s; —#8: Bei 
Sonnenaufgang, wenn v. allen Moscheen der J. aus- 
gerufen wird. welcker ** 2, 236, s. Esan, Asan. 
— Isanomäl (gr.), in gleicher Weise ab- 
weichend, z. B.: durche rie v. Humboldt eingeführten 
Isothermen (Linien gleicher Wärme), insbesondre durch 
Dove's s. g. I-en. Gartenl. 1 3, 730a 2c., Linien durch 
die Punkte, wo die Temperatur um gleichviel 
Grade v. der mittlern Temreratur des bezüglichen 
Parallelkreises abweicht, s.: Die Verbreitung der 
Wärme auf der Oberfläche der Erde. Erläutert durch 
Isothermen, tbermische J-en u. Temperaturkurren von 
G. w. Doot (Berl. 1952). — Isär (ar.), m., —S; 
-s, Uv.: Nun verhüllten sämmtliche lerientalischel Da- 
men ihre ganze Gestalt in jene unförmlichen weißen 
Tucher, J. genannt. Bazar 11, 272b; Vetermann Or. 
1, 151. — Ilard (frz. isär), m., —s; —#: Gemse 
in den Pyrenäen (DHsard. Oken 7, 1381). — 
Isarithmisch (gr.), a.: aus gleichen Zahlen be- 
stehnd. — Isat-in (gr.), n., —e)s; 0: Durch Di- 
gestion v. Inrig mit verdünnter Salretersäure entstebt 
J. 2c. Kormarsch 2, 300. -is, f. I§ 24, 3, uv. J: 
1) Name v. Pflanzen, Waid, bes. I. tinctöria, 
Firberwaid. — 2) Eissuchs, Cãnis lägopus. — 
Isba (rußl.), f.; —s: Bauernwohnung. Uaz3. 20, 
343; Klodderadalsch 20, 214a; Den Rücken wanrten 
sie der väterl. J. (Hütte). Gartenl. 13, 790a rc. — 
Isbräniki: s. Raskelnik. — Ischla): s. Ische. — 
Ischäm--ie (gr.), f.; —eyn: Blutstillung: 
Blutstockung. Jon, um, n., —#8; za [§ 24, 
2, n.]: blutstillendes, hämatostatisches (. 
Mittel. — Ilschän (ar. ), m., — ; —, e, uv.: 
Die J. oder weltliche Priesterklasse in Mittelasien.
        <pb n="576" />
        560 Ischarioth 
Ausld. 38, 1034b; Die Ulema-Welt ist mit den J-##4 
in heftiger Rivalitäl, edd. ; Nach den J-en. ebd. Zu 
den Chanka (Klöstern) gewisser im Rufe der Heiligkeit 
stehenden I-e (Scheich). 1083a; Das Zelt des Ober- 
J- s (Priesters). Globus 9, 34b c. — Ischärioth 
(ar.), m., —#6; —#: Beiname Zudas (s. d.), der 
Christum verrieth, s. Joh. 13, 26; 14, 22 cc. 
Tiomus, m., uv.; zismen: schändliche, feile Ver- 
rätherei: Alle die andern an der Nation verübten 
Ischarlotismen u. Schurkereien. Scherr Bl. 3, 59 ce., 
auch — sich mehr dem Griech. anschließend —: 
Dirlomatische Iskariotismen. Stud. 2, 167 r#c. — 
Ischdeb (ar.), m., —; —#: Art religiöser Tanz 
der Issauah (s. d.) in Marocco. Odank 2, 348. — 
Ische (hebr.), f.; —s: Frau. Lemme Krim. Nov. 
6, 78 (genauer: Ischa, vgl. Isch, Mann 2c.). — 
Ischt-ädih (gr.), f.; -en: Hüftschmerz. -ädieus, 
a.: ischiadisch: Läpis i., Nephrit, als heilkräftig 
gegen Hüftweh. -ädisch, a.: aufs Hüftbein be- 
zügl. 2c.: 3—e Arterien, Muskeln, Nerven 2c.; J—e 
Mittel, gegen Hüstweh 2c. agra, n., —8; 0: 
Hüftgicht. algis, f.; —eyn: as, f. [8 24, 4, 
-adis): Hüftweh, s. Ker-, Aerhr-algse. Jatocelc, 
f.; —n: Gesäßbruch. — Jochidro-se, f.; -n; 
„sis, s. [8 24, 3, uv.]: Unterdrückung des 
Schweißes, der Hautausdünstung. tisch, a.; v. 
Ischidrose herrührend. — Jochi-orele (gr.), k.; 
— : Jschiatocele. -ocholoma, n., —#s; -ta (/§ 24, 
3, u., -tis]: Hüstlähmung. -on, um [8 24, 2, 
n.]: Hüftbein, auch: Os sschil. — Jschn-ophön 
(gr.), a.: schwach-, dinnstimmig: 3—# ., Dünn- 
stimmigkeit. -otes, f#.; 0: Hagerkeit. — Ischo- 
blennie (gr.), s.; —(e)n: Schleimverhaltung. 
cöll, f. -(ehn: Unterleibsverhaltung. -galahtié, 
f.; -(ehn: Milchverhaltung. -lochiè, f.; —ehn: 
Verhaltung, Hemmung der Geburtsreinigung 
(Lochiöschesis). -mente, f.; —(enn: Hemmung der 
Katamenien (s. d.). -phonie, t.-(ehn: Hemmung 
der Sprachorgane. pnofe, f.; —n; -ppölis, f. 
[8 24, 3, uv.]): Hemmung des Eiters 2c. — Ischr 
(ar.), m., uv.; uv.: ein Strauch, Calötropis. 
pröcera. — Jsch#r-ticum Igr., § 24, 2, n.]: 
ischuretisches Mittel. tisch, a.: den Harnabgang 
hemmend. ia, f. (§ 24, 11; is, f.: —(e)n: 
Harn-Verhaltung, = Zwang cc. — Jocodawoi 
(russ.), m., uv.; uv.: Einem armen J. . . Diese J. 
sind gemeine Mushiks (s. d.], deren viele im kaiserl. 
Schlosse als Kouriere angestellt sind. Kohl Pet. 1, 153. 
— Isegorfe (gr.), f.; —(eyn: Die J., rie Gleich- 
berechtigung zu freier Meinungsäußerung, war den 
Athenein schon durch Solon verbürgt. Nal#3. 19, 290; 
llusere Sprache, die, leirer, bel der literarischen J. der 
Dentschen nach eines Jeren Pfeife tanzen soll. Biemer 
Hanw. 1, 156b. — Iselota (türk.), f.; —6: J. 
od. Doppel- Zolota (s. d.] v. 1½ Piastern od. 60 
Vara. ECncoyhl. f. Kaufl. 264 vielmehr Solota. 
Hammet 10, 360. — Isfse-um (gr.), n., —#; -zen 
18 24, 2, n.]): Jüstempel. — Ishhoodah 
(tschippewäisch ischtuda), m., —6; —6: „Feuer“, 
Komet: Gleichwie J., der Bartstern. Kreiligrath H. 11; 
Isochimene 
40; 53 2c. — Isis (ägypt.), f.; uv. [8 21, 3, 
-Tidis): 1) Myth.: J., die Mutter der Natur, eine 
Gemahlin u. Schwester des Osiris (s. d.) 2c. Romler 
Mrth. 254; Kriegk 1, 86; W. 10, 5 r2rc. (vgl. Sim- 
rock Myth. 398 ff.); J.-Dienst; „Priester; 
-Tempel 2c. — 2) (s. 1) Sternk., s. AsteroId. — 
3) Naturgsch.: Die ungegliererten steinigen Kern- 
forallen, J. ie. Oken 5, 101 ꝛe.; ferner als Bstw. 
z. B.: J.-Gazelle 2c. — 4) ((. 1 als Titel v. 
Büchern, Zeitschriften 2c. naturwissenschaftlichen 
Inhalts. — Iskäriot 2c.: s. Ischarioth 2ce. — 
Ishele, Ishemle (türk.): „Schemel“, z. B.: 
J. Agasi, „Herr des Schemels"“, d. i. Installierungs- 
kommissär der Fürsten Siebenbürgens, der Molrau u. 
Walachel. Hammer 10, 350; J. Tschausch, die 
Tschausche des Fürstenstuhls. ebd. — Iskender 
(pers.), m., —S; 0: Alerander. Rosenkranz Voes. 
Gsch. 381; J.-Nameh, Buch, Gericht über ihn. 
395 r2c. — Islam (ar. —), m., —; 0: Muham- 
med's Religion wurde ein tbekstischer Fatalismus, un- 
bedingte „Ergebung" (Isläm) in den Willen des einen 
Gottes. 361; G. 1, 261; Wenn J. Gott ergeben 
heißt, in J. leben u. sterben wir Alle. 67 (vgl. Mes- 
lem; Salam) u. so als Bez. der muhamedanischen 
Religion: In der Geschichte res J. 199; Bei den Be- 
kennern El-J—s. falmerayer GsW. 2, 374; Das 
wahre Nüru#l J., das Licht des J. Globus 9, 3 5a rc.; 
Von den Scheichs ül J. od. boben Priestern der 
Gläubigen. 5, 338b; Volhsz. 18, 123a 2#c. Dazu: 
Islambel, „Fülle des 3—8“, als Bez. für Konstan- 
tinopel. Hammer Memn. 204 (s. Istambol) 2c.; Das 
islamitische Reich. Glodus 9, 241b: Ein westisla- 
mitisches Reich. Koner Afr. 58; Von den vor# islamitischen 
Kirchen. Pelermann Or. 1, 106; 1092e.; Die vorislz= 
mische Dichtkunst der Araber. Schad 1, 10 c.; Der Is- 
lamismus, vgl. Muhameranismus. — Isl-and, 
Me: s. IJle. — Ism, m., —en; -en: Endsilbe in 
Anglicism (s. d.) 2c. u. danach z. B.: Alle Jemen, 
die v. einer neueren Srrache, bes. der deutschen, den 
Namen führen, müßsten in der (Hemer-] Ubersetzung ver- 
mieden werden. Bürger 190b. — Ismael (bebr.), 
m., —§; -s: männl. Name, bes.: der Sohn Abra- 
ham's u. der Hagar. 1. Mol. 16, 11 ff. -it, m., 
-en, (##); —en: -#iter, m., —s; uv.: Nachkomme 
Ismael's. 37, 25 ff. (vgl. 25, 13 f..); speeiell auch 
eine muhamedanische Sekte, wozu die Asaassinen 
gehörten. — Ismag (türk.), m. —: —: Art 
Kopfbund für Frauen. — Ismenje, pl.: weite 
Beinkleider der Rumänen, s. Gamase. — Is- 
mugohlädi (skand.), pl.: Obergewänker bbeils 
zum Anzieben (J.), theils zum Umhängen (Dirklädi). 
Weiss Kost. 2, 406. — Iso-barométrisch (gr.), 
a.: J#Te Linien, durch die Orte der Erdoberfläche 
gehnd, für welche die mittlere Auwlitude der Ba- 
rometerschwankungen dieselbe ist. che)imal, a.: 
isochimenisch: J.- Linien. CTchimene, f.; In: 
Winter-Isotberme: Die Linien gleicher mittlerer 
Wintertemperatur beißen JI-u, die Linien gleicher mitt- 
lerer Sommertemreratur heißen Isetberen. 3 Müller Pb. 
2, 818; Die beiden Systeme der Isetheren u. I-n zu
        <pb n="577" />
        Isochimenisch 
konstruieren, welche dieselbe Beziebung für Sommer u. 
Winter haken, wie die Isotberme (s. d. für das Jahr. 
Uatur 16, 190 1c. chimenisch, a.: zu den Iso- 
chimenen gehörig 2c. -chromalisch, a.: gleich- 
farbig: 3—e Brillen, s. prechn 3, 116. chrön, a 
gleiche Zeit dauernd: Die Dauer kleiner Oscillationen 
eines u. desselben Penrels sind v. ibrer Amxlistude un- 
abhängig, d. b. sie sind i. IMũler Pb. 1, 250 ce., 
auch: i-isch. Sehler 2, 696. Dazu: J-ismus, 
m.: das J.-Sein (der Pendelichwingungen) 2c. 
Schröne, f.; —n: Die J., Tautechrone, Kurve, in 
der als vorgeschriebnem Weg eines fallenden Kör- 
pers er jeden Begen in gleicher Zeit durchfällt, s. 
Crklosde. -domum, n., —: ma § 24, 2, n.]: 
Bau aus regelmäßigen, gleichgroßen Steinen. 
Chandler KlAs. 88, s. Pseud-J. -dpnäme, f.; -n: 
isodynamische (s. d.) Linie. Zobrik 35, ähnl.: 
Isogonen; Isoklinen. ebb. dpnamisch, a. gleich- 
kräftig, bes. in Bezug auf die Intensität des 
Magnetismus: Die magnetische Kraft unsres Planeten 
offenbart sich an seiner Oberfläche in 3 Klassen ven Er- 
scheinungen, deren eine die veränderl. Intensität der 
Kraft, zwei andere die veränderl. Richtung in der Nei- 
gung und in der horizontalen Abweichung vom 
terrestrischen Meridiane des Oris darbieten. Die Ge- 
sammtwirkung nach außen wird also grarbisch rurch 3 
Sosteme v. Linien bezeichnet, die der i-en, isoklini- 
schen u. isogonischen (gleicher Kraft, gleicher 
Neigung u. gleicher Abweichung). Humboldt K. 1, 
137. geothérme, f.; —n: Die Lage der JI-n (di- 
nien gleicher innrer Erdwärme). 228, s. Chtben-Iso= 
therme. - Lön, n.. —(e)s; —e: Polygon (s. d.) mit 
lauter gleichen Winkeln. -gôöne, f.; In: iso- 
gonische Linie (s. Isorr#name). -gönisch, a.: 
gleichwinklig; gleicher Abweichung (ed. magne- 
tischer Deklination), s. iĩodenamisch. 9 Hüller 2. 871. 
- graphik, f. -(n: „Gleichschrift“, s. Fakümile. 
-#gräphisch, a.: s. Presekrion. klinisch, a.: (s. 
isorenamisch): Tie i-en Linien, d. h. die Linien gleicher 
Inkrination. Nmüler Pb. 2, 575 od.: Isoklinen. 
Bobrin. -kölon, n., —: la: Gleichbeit der 
Periodentheile er. Satzglieder. — Isol-a (ir.), 
f.; ze: Insel (ĩ. insula; le). atiön, f.; -en: 
Isolierung. Schellen Kab. 8 r2c.; Jb-.Mauer, eine 
Luftschicht — als schlechter Warmeleiter — ein- 
schließend 2e. -äkor, m., —s; ören [§ 24, 3, 
öris!]: Nichtleiter der' Eiektricitãt (ZMulltr Bt. 2, 
86) 2c. alorium, n., —; ien 18 24, 2, n. J: 
Vorrichtung zum Jiolieren, in Bezug anf Elek- 
tricität, — bes.: Isolierschemel. ren, tr.: 
verianseln“ (s. insulieren u. Kentinent, als Ggstz 
zur Insel): außer alle Verbindung u. allen Zu- 
sammenhang setzen, absondern, trennen, einzeln 
dastehn machen: Einen Gefangnen i.; solier. 
lod. Einzel-] Haft. Gartenl. 16, 124b 2c.; Iso-= 
lier= und Kuliur-Apparat (für zu becbachtende 
Pilze 2c.]. 544b; Ganz iseliert leinzeln, allein] ra- 
stehen 2c.; Die ästbetische Beurrbeilung isoliert (sondert, 
löst los c vdie Bilrung des Geschmacks u. der Kunst 
aus ihrem kosmischen Zusammenbange. FfSchlegel G. 
190; 201 r2c.; auch refl.: 
Sanders, Fremrwörterbuch. 
Sich (v. der Gesellschaft 2c.) 
Alsorrhopte 561 
I.p, z. B. G. 11, 15 2c.; bes. auch (Pbyf.): Einen 
Körrer i., in Bezug auf Elektricität, — zna außer 
leitende Verbindung setzen, mit Nichtleitern um- 
geben. IMũler Ph. 2, §6; Wenn man sich auf den 
Isolierschemel, d. b. auf ein durch Glasfüße ge- 
tragnes Brett rc. .. stelli. 110, auch: Isolier= 
stubl 2c.; Zenachrem man den metallischen Leitungs- 
drabt auf vorzellanenen od. gläsernen Jsolierhüten 
u. hölzernen Tragstangen isoliert kurch die Luft aus- 
frannt. Schelen Kab. 7 rc.; auch: Die nationale u 
srrachl. Isoliertbeit des Ungartbums. Uat3##13, 
Humboldt Kosm. 2, 427; Ctchudi Th. 152 21c.; 
Diese Insulierung Is. d.) u. Ise lierung. Mag. d. 
Ausld. 34, 605b 2c.; Emas, sich veri.; Die Ab- 
sonrrung u. Verisolierung unserer Gelehrten. Ecker- 
mann G. 2, 110. Loir lirz. oãr], n., —s; —6: 
Isolaterium. ötta (it.), f.; zölte: Inselchen, 
auch: Die Inseln u. Isolotti. Gtegorovius Kors. 2, 
222 ꝛe. — Iso-mer (gr.), a.: (Chem.) J#ee, 
i—-ische Körper, bei gleicher Jusemmentezn aus 
denselben Bestanttheilen verschiedne Eigenschaften 
zeigend l. beteremorrh u. Meta 3). merie, f.; 
—(eIn: die Gleichheit der Theile, Antbeile, z. B. 
auch der die Theile bezeichnenden Nenner bei 
Brüchen; ferner: das Isomer-Sein (Isomeris-= 
mus — Heteromorrbismus). mekris, f.; 0: 
Maßgleichheit. -melrisch, a.: auf Isometrie be- 
züglich, zielend 2c., bes.: I-e Projektion (I. d.), 
wobei die mit den i-en Achsen parallelen Linien 
nach ihrem wahren Maß dargestellt werden. 
-mörph, a.: Körrer, welche bei Ungleichbeit der Grund- 
stofse gleiche Krostallformen besitzen; diese nennt man 
i-e ic. Burmeister Gsch. 277 (rgl. komöomorrh), auch: 
i-isch. Dazu: J-#ir f.; Jismus, m.: das J.= 
Sein. - nôm, a.: unter gleichen Gesetzen stehnd, 
auch: i-isch. Dazu: Alle riese Bestanrtheile sollen 
unter sich im Verbälinisse der Gesetzesgleichbeit (J-ie) 
steben. FSchlegel GR. 190. — Isop (hebr.), m., 
—e)s, —-en: —e, -en: eine Püanze (in der Bibel 
zum Besprengen dienend), Hasöpns u. ähnliche, 
auch Yop; Srsishor 2c.: Kirchen-, Kloster-J., H. offi- 
cinärum; Heiren-, Kirschlen)-, Klosch. J., Cistus he- 
liänthemum: Garten-J., Saturéia horténsis 2c. — 
S path (gr. pner — Hemöovath 2c. xttime trie, 
; 0: Umfangsgleichbeit. perimstrisch, a.: den 
gisicen Perimeter oder Umfang haken? . 
pleuron, n.,—zra: gleichseitige Figur. - pöden, 
pi.: „Gleichfüßer“, s. Amrbiroren. politié, f.; 
—eyn: Gleichbeit staatsbürgerlicher Rechte. 
Fpolitisch, a.: gleich, in Bezug, uf staatsbürgerl. 
Rechte (vgl. isenom). pfephisch , a.: gleichen 
Zahlenwerths: Je Verse, deren Zablbuchstaben 
(I(. C 3) einegleiche Zahl bilten. -rächi'e, f.; —n: 
Wie Humbolrt die Punkte der Erre, welchen eine gleiche 
mittlere Jahrestemreratur eigen ist, durch die s. g. Iso- 
thermen verband, so bat Whbewell 1835 die Punkte der 
Erde, welche an einem best. Tage zu gleicher Zeit Hoch- 
wasser baben, durch Linien verbunren, die er cotidal 
lines. I— n, nennt. Globus 9, 140b; Bobrik 35 5a 2rc.; 
in richtigerer Schreibw.: Die Isorrbachien. Ausid. 
39, 460b. Trrhopis, f.; -eyn: Gleichgewicht 
36
        <pb n="578" />
        562 Isoshelisch 
—§- Lehre (Isorrbovostätik, f.), dazu: Isorrb= 
öpisch, „opostätisch, a.: im Gleichgewicht 
schwerend. „shẽlisch, a.: gleichschenklig. ühenie, 
f.; 0: Kraft-, Machtgleichbeit. -Khenisch, a.: 
gleich an Kraft, Macht. there, f.; —n: die Linie 
gleicher mittlerer Spinmertemperatur, Sommer- 
Isotherme (s. Isochimene 2c.), auch: Isotberische 
od. isolheräle, Isotberäl-Linie. Ithérm, a. 
gleiche mittlere Temperatur habend od. dazu ge= 
hörend 2c.: Eine Linie gleicher mittlerer Jahreswärme, 
also eine 1-e Linie. IMũlet Ph. 2, 814 1c. vgl.;: 
Seine i-ischen Linien. ebd., auch: J-äl= Linien. 
Oken 2, 290. -üherme, k.; —#n: isotberme Linie rc., 
auch z. B.: Devonfhire u. der Rbeingau sind nabezu 
I-—# (+ 90), aber nicht Isotberen u. JIsochimenen. 
Ausld. 38, 1190, sie haben gleiche mittlere Jahres-, 
aber nicht Sommer= u. Winterwärme 2c.; Jah- 
res. Jn. IMüller Pb. 2, 814; Da die berechnete 
Serptember-J., welche sich v. Spitzlergen in einer 
nördlich gebogenen Kurve nach Newasa Semlsja erstreckt, 
0 Grad ist. Uat 3. 18, 107, s. auch Chtben-J. rc. 
-tonisch, a.: gleichtönend 2c. — Jopan (ungar.), 
m., —s; —8: Gesvan, s. d. u. Palatin 1, Comes. 
— Jspendsche (pers.), n., —: —: ein „Fünf- 
tel“, — als Abgabe, — Eklavengeld. Hommer 10, 
350, s. Penrsch. — IJspräavnik (flaw.), m., S; 
—6: Kreis-, Bezirkshauptmann, Landrath, Stott= 
halter 2c.: Grenzb. 25, 3, 259; Hommer 10, 350; 
Hanka Slav. 337; cnob##t 2, 247 ½. — Ilrael 
(bebr.), m., —s; 0: Beiname für Jafob (Abra- 
ham's Enkel), dessen 12 Söhne die Stammviter 
der „12 Stämme J-#8# (od. des jüd. Volks) waren: 
Die Kinrer J., die Juden 2c. Nach der Theilung 
des Reichs: J., Sw.: die größre Hilfte der 10 
Stämme im Gygstz zu Jura, die der beiden andern 
Stämme, s. Kritg## 1, 105, vgl. Gelknius s. v. 9 
s. auch Beni J. (s. Ben 1) 2c. Dazu: 3—it, m., 
—en, (—8#); S-en; auch: Vielleicht war der Schacher- 
jure ein wirklicher echter J-ster. Spiclhogen Pr. J, 
234 cc.; ferner: Das JI-stenthum war unwieder- 
bringl. aufgelöst; an dessen Stelle aber trat das Juden- 
thum. Jost Gsch. d. Zud. 1. 3 2c.; J-itisch, a. 2c. 
— Alsanny, in., uv.: uv.: in Marocco, die Brü- 
der vom Orden des Siri Missa. OBonk 2, 315 ff. 
— Ill. m., -en, —8; en: s. Aner, vgl.: Alle Narren, 
rie sich' isten steren Namen auf „ ist“ ausgehtl. I 
zmuExempclPuttsienicCl Istäbili 
Emiri (türk.), m.: Stallmeister. Priermann 1, 267, 
I. Emir u. Stabulum. — Illambol (turk.): Kon- 
stantinopel (Stambul): J. Karifod. Esenrisi, Richter 
dort. Hammer 10, 350. -i, m., —§: —: tuͤrk. 
Dufaten (s. d.). 712, auch: Istanbotl#. 350. 
— Iste-mem (ar.):: ich will nicht. Kurherd Konst. 
1. 228. — Istéẽsso (it. 3: I. Stesso. — Illhm-en 
(gr.): s. Inbmus. -en, pl. : die #sthmischen 
Spiele. ionike, m. Sl- : Sieger in den isth- 
mischen Spielen (ogl. Olemvionite). isch, a. 
auf einen Isthmus bezügl. 2c.: Spanien bängt K 
mit dem Kern seines Welitheils zusammen. Curlius 
Pel. 1, 3 „2c., Uam.: Die i-#en Spiele wurden An- 
77. — 
Italisch 
fangs alle 3, sräter alle 5 Jahre auf dem Istbmus 
oder der Landenge von Korinth gefeiert. Kriegk 1, 
269, vgl. Sch. 5yb. -us, m., uv.; —en: Land- 
enge, o. Zutatz nam. — J. v. Korintb, vgl.: Der 
J.-Kampvpf. V. Hor. 1, 251; auch: Zuweilen näbern 
sich 2 Flüsse in ihrem Laufe auf einem Punkte aus- 
nabmsweise sebr bedentend, indem sie sich dann bald nach- 
her wierer, verschiedene Richtungen nebmenr, von ein- 
ander entfernen. Hier entsiebt also ein Fluß= J., auf 
welchem, wie auf allen Isthmen, ein Uberströmen des 
Lebens stattfinden muß. D. Vierteli. 18, 239; 215; 
Der Regen so stark, daß M. nicht ohne Beschwerlich- 
keit .. den J. am balben Wege überwandelte. Uitbuhr 
Nachgel. 133 2c.; selten übrtr. auf Zeitliches: So 
möchie ich den J. von s od. 9 Monaten, der mich ven 
Agina trennt, noch erträgl. gefunden baben. W. 22, 
171. — Istiklal (türk.): zundbhänig. bammer 
10, 350. — Inlilam: . Berman, (s. d.). — 
Istirad (türk.): getur. edd. — Istie, f.; -6: 
Die Bromslia silvéstris, die J. der Merikaner. In 
Centralamertka nennt man sie Pita, auf den westindi- 
schen Inseln Penguin. Globus 1, 347. — Islöffa 
(turk.): Steff. — Iowöschtschik (ruß.), m., 
uv.; —6: Droschkenkutscher, Fiaker. Holtei Mord 
222; foohl Pet. 1, 26; 29 dke.; Südr. 1, 33 rc., s. 
Der Izwosèik. Honko Slaw. 325. 
Ita (lat.), adv.: so: l. öst, so ist's 2c. — 
Itabirit, m., —e)s; —e: eine Abändrung des 
Itakolumits, vom Vit Itabira (in Brafilien). Oktn 
1, 518. — Itaci-Smus, -lisch: s. Etacismus rc., 
vgl. Jotacismus. — Ilakolumit, m., —e)s: -e: 
Gelenkquarz (vom Berg JItacolümi, in Braütlijen). 
Burmeister Gsch. 203 ꝛe., vgl. Itabirit. — It-ala 
(lat.), s. 18 à, 11: die älteste lat. Bibelüber= 
setzung. —halia, f.: Ländername (Itälken), lat. u. 
it., z. B.: Die giovine (s. d. I. ; U'I. farn da 
(s. d. 2) se 2c. aliäno, a.: italiänisch; m., uv.: 
ni: Italiäner, auch: Den ltaliäni u. den Para- 
lini, so werden jeßt die beiden scharf ausgesrrochnen 
Gegensätze benannt [die Anhänger des einen Ge- 
sammt-Italiens u.: die der weltl. Herrschaft des 
Parstesl. Na#3 21, 1 2c., auch gesteigert: Die 
Italianissimi. 259; 26, 3, 387, die eingefleisch- 
testen Anhänger u. Parteigänger Jtaliens (vgl. 
Austrisco 2c.), z. B. auch in der Musif. Solon 
4, 288. S. ferner als deutsche Fortbild.: 
Wer franzet er. brittet, italiänert ed. deutschet. 
G. 1, 59 2c.; Entreutscht, italteuisiert. Kohl A. 
2, 177 dc.; Veritalisen Ferung. Gutzkom Zeit u. 
Leb. 293; Eine bedenkliche Stockung, ja unita- 
lienische Schläfrigk. des Scenenganges. Schön. Slund. 
228 cc. (vgl. Sanders Ortb. 2828). aliantemtus), 
m., uv.; ismen: vgl. Anglicismus ie. -alicisieren, 
tr.: mit Italiques drucken: Das bier gesrerrt Ge- 
druckte ist auch bei Ogilvie italicisiert. Otrrig 38, 466. 
Salienne (frz. ualiänne), f.: A Fi., nach italiäni- 
scher Mode. alique (□—#h), k.: —##: (Buchdr.) ĩ. 
Antiqua. -alisch, a.: aus dem alten Jialien, nam. 
aus dem s. g. Großgriechenland stammend (wäh- 
rend italiänisch 9w. sich auf die Neuzeit bezieht)
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        Ite 
— Ite (lat.): gebet!, s. missa. — Itẽghe Me- 
nenc, f.: die Kaiserin Mutter in Aby'sinten. 
Grenzb. 25, 3, 137. — Iitem (lat.): 1) adr.: 
ferner, deß gleichen 2c., z. B. in Rechnungen bei 
Einführung eines neuen Posiens 2c.; dann, wie 
ferner 2c., auch zur Fortführung einer Erzählung, 
wonach es auch, wie nun 2c., zum Füllwort der 
Rede wird: J. Inunjs, es gebt. G. §. 175; 29, 253; 
J., es tbat gut. Hebel 3, 195 u. öv. — 2) n., -8, uv.; 
—S, Uv. : a) Das J. sFernre, Weitre] überlassen Sie 
nur rubig meinem Freunde. Spielhagen Pr. 8, 59 2c. — 
b) Posien in einer Rechnung: Die Fässer zu er- 
sparen, welche gegenwärtig das schwerste J. bilden. 
Ausld. 39, 1126a; Sonhelf Sch. 327; Die einzelnen 
J-S einer srecielleren Prufung zu unterwerfen. Spiel- 
hogen Zw. St. 49; Polksz, 1 6, 138 2c.; Berechnungen, 
in welchen. eine gewisse Summe v. 100 Francesconi. 
das Haupt.J. bildete. Hausdl. (67) 2, 173 2c. — 
e) Die Einzel-Parzellen ldes Ackers] od., wie bier die 
Bauern sagen, die J. Oppenheim 12, 1202c. — Iler- 
ätio (lat.), f. [8 24, 3, önis); -aliön, f.; —# : 
Wiederholung. ativ, a.: wiederholend (i-#s); 
n., —#e)s: —e: Wiederbolungswort, (véerbum) 
i-um (&amp;F 21, 2, n.]). Jieren, tr.: wiederholen. 
Sum, adv.: wiederum, noch einmal: l. iterümque. 
wieder u. wiererum. — Ithüriel, m., —; 0: 
Name eines Geistes: Uriel! J.: G. 10, 10 2c. — 
Sthpphäll-icus (gr.), a.: Vérsus i. beißt ein drei- 
fußiger wocháischer Vers. Zumpt Ge. &amp; 317, auch: 
itberbällisc. us, m., ur.; zen [§ 24, 2): f. 
Phallerbor. — Itihäla (ind.), f.: —6#: kurze 
erische Erzählung. Rofenkranz Poes Gsch. 63. — 
Itimädulet, m., —s; —s: erüer Minister der in- 
dostanischen Könige. w. 7, 218. — Itineräri-um 
(lat.), u., —#; -zen (§ 24, 2. u.): Rei#e-Bericht, 
.Buch r., auch: Reisegebet (katholischer Geißticher), 
best.: I. elericrum. — Itio (lat.), f. [8 24, 3, 
õnis]: das Gehen, bef.: Eine sogen. I. in pärtes, 
d. b. eine Absimmung jeder Grurve für sich. Volksz. 
13, 302 c. (s. Gastz: Plenarbeschluz). — Itjitugli: 
s. Ikitugli. — Itsch: 1) als Endung rusũscher 
Namen (vgl. Cäsfarewitsch c.): Den Offs u. J—s die 
Lausebärt mal grünl. einzuseifen. Scherr Mir. 235, 
den Russen. — 2) (nirk.) das Innre des Haufes 
ꝛe.; dazu z. B.: 3.-Agaler, Hausofficier; J.= 
Mebter, Kanzleitbürhüter; J. Tschokorar, 
Kammerdiener. Sammer 10, 350 u. bes. Itsch- 
Oglan, Wage. edd.; auch: Idschoglan. W. 20, 
280; Die Idschoglans. Kurhard Konst. 1, 180 rc. U. 
in französierender Schreibv.: Icheglan. — 
Itzebu (jaran.), m., uv.; uv., —6: J., viereckige 
Silbermünzen, deren etwa 3 auf einen Dollar geben. 
WhHeine Weltr. 1, 204; Zebn J. od. 5 Thaler. 2, 
18; Vier Itsebus. Slodus 12, 22 7a 2c. — Itli 
(merik.): Art scharfer Stein, s. Chaja. 
Jül-ophörisch (gr.), a.: Blüthenkitzchen 
tragend. us, m., uv.; zen (§ 24, 2): 1) Bliü- 
tbenkitzchen (s. Amentum). — 2) eine Gattung 
Aßseln, Schnurassel. Oken 5. 619. vql. als Ge- 
sammheit: Die Julinen. Jurmeiker Gsch. 393. — 
Beschne 563 
3) Art altgriechischer Lieder — der Wollarbeiter 
(Uosenkranz PGich. 156; Hogedorn 3, 264); zu Ehren 
der Ceres 2c. (253; 267) 2c. 
Jväha 2c.: s. Iwaha 2c. — Iov-oire (fr. 
iwosr), Jorn (Eiwöri), n.: Elfenbein, (. auch 
Brinol. — Ivorchiämo, m., —;; 0: (bei süd- 
amerik. Indianern) Den Häurtling der bösen Geister, 
J. Humdotdt (Mager 2, 12125). — Jor-esse (frz. 
is), f.; —: Rausch. -ogne Cönj), m., —; —s: 
Trunkenbold. 
JIwäha, n., —s: —: J-6 beisßen bei den Ota- 
beitiern Fabrzeuge mit rlattem Boden u. böchstens 2 Fuß 
Breite v. sebr versch. Länge. Bobrik 510b; 536a. — 
Iwäldi, m., —; 0: s. Idun. — I. Iwan ((russ.), 
m., —s; —: (russ.) Name — Johann 2c. u. so: 
Einer der J-s sruss. Diener. Mag. d. Auslbd. 34, 
259b. — II. Iwaͤn, m., —5: —: in Bagdad 2c., 
eine offne Halle auf dem Hof eines Hauses 2c. 
Petermann Or. 2, 262; 219 c. — Inwidie (nord. 
Myth.), 1.; —m: Art Nymrhe, Dryade (s.-d.). 
Simtock Metb. 247; OMüler Med. 1, 177; gos. 
Ir: f. &amp;; auch fir 1b. — Ireüt-ik (gr.), k.: 
—en: Vogelfang, nam. mit Leimruthen (s. Jros). 
Sisch, a.: darauf bezügl. — Iri-a (gr.), k. 1824, 
1): Se, f.; —n: 1) Pflanzen, z. B.: a) Mistel 
(ogl. IJres). — b) Art Iris. — 2) Kramrfader. 
— Jrificikren, tr.: (s. &amp; 2) das Obj. in einer 
unbefaunten oder weiter nicht zu bestimmenden 
Weise modificieren 2c. — Ixion (— w. Lue. 
6, 122, griech. Myrhol.), m., —; (—): ein 
theñalischer König, der, in Liebe zur Juno 
entbrannt, statt ihrer ein Wolkenbild umarmte 
und mit diesem die Centauren (Irioniden) 
erzeugte u., weil er sich übermüthig der Gunst 
Inno'srübmte, im Tartarus auf ein sich immerfort 
drehendes Rad geflochten wurde. Namier Mo#b. 206; 
244; Ich schämte mich, wie ein andrer nektartrunkner J., 
eine Theatergöttin für Venus Urania genommen zu 
baben. W. 15, 152; 17, 134: 22, 10; 25, 153 2c. 
— Ixirima, f.; —: Art Palme, J.-Palme. Stube 
Cb. 2. 29. — Irör-a, f. [8 24, 11; e, f.: -n: 
ostindische Strancheffanzen. — Ir-os (gr.), us, 
m. /§ 24, 21: Mistel — u.: der daraus bereitete 
Vogelleim. — Ixperfir, adv.: (s. Exverfer; fir 1b) 
im Nu. oborn Schmf. 7 1 rc. 
Innr (gr.), f.; m. § 24, 3, ixvᷣogis]: eig. 
ein Vogel (Wendehals), den Alten zu Liebeszaubern 
dienend u. daber: Liebesjauber, etwas zauberisch 
Anziehndes, Anlockendes 2c.: Mit jedem Blick schleu- 
dert dir das wilte Midchen einen J. in den Busen. W. 
21, 57; Was üe . am gefährlichsten macht, ist ein ge- 
wisser unnennbarer Zauber. .. Dieser magische J. 22, 
107; 23, 42; Ders. (Naumer Tasch. 10, 447) 2c. 
Izar (ur.), m.i, —; —s: Die Brauen in ihren 
weißen J. (Schleier) gebüllt. petermann Or. 1, 108. * 
m., —s: 0: Krarv (s. Alizari). Zies, pl.: ost- 
indische Baumwollgewebe. — JIz--ed (rers.), m., 
—; —# : (s. Amschasvand; Mithra) Die beiligen 
Homnen zu singen, die J—s. Heeren 1, 520 ꝛc. Eschne, 
36“
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        564 Melolta 
Jak 
f.: ein Theil der Zendavesta (s. d.): J. od. Baschna Iswoschtschik 2c. — Izzed ltärk.): Civil-Pascha, IJ 
in 72 Ha's (Hymnen). Nosenkranz Poes. Gsch. 115. — 
Nelött-a, e: s. Iselota. — Izwöschtschih: s. 
Pascha. Pelermann Or. 1, 60. 
J 
JI): s. Jota u. J, auch für die Abkuͤrzungen u. 
außer dem dort Erwähnten: Jo. — Jowa seiowäl, 
Staat in Nordamerika; Jul. — Juli; jun. — 
junior; Jun. — Juni. 
Jablru, m., —s; —6: Name storchaxtiger 
Vögel, in Brasilien 2c. (auch Tuyuyu) = Ardea 
maguäri (Oken 7, 543 u. Baguart) u. Apctéria 
americäna (547), vgl.: J.-guaçu, Täntalus locu- 
lätor (533) u.: Der australische J. od. Myctéria au- 
Ssträlis, eine Art gigantischer Kranich. Un.3. 19, 611. 
— Jablan (serb.), m., —s —s: Ahorn. Slobus 
7, lülb. — Jabot (frz. shabs), n., —# —: 
Hemd-, Brustkrause. Es Ahoffmann Zach. 117 #.; 
(Das feine „Hemdch abot“. Salon 3, 103), seltuer 
masc.: Hausbl. (66) 1, 299 ꝛe. — Jabuticäb-a, 
f.; -6; e, f. i —-n: eine Myrtacee, Eugenia cauli- 
flöra u. deren eßbare Beere. Burmeister 9B. 2, 291; 
302 v. — Jacäna (SH#á4-), m., —#; —#: sädame- 
rikan. Sumpfvogel, Pärra j. Oken 7, 5668. — 
Jacapucaka (jaß-, k.; —6: Art südamerikan. 
Baum, Lecpythis olläria, Topfbaum. 3, 1920. — 
Jaera (ulat.), k. [8 24, 1): Pflanzen, Centäürea 
j., Flockenblume. 729; Hôérba jacön, das Kraut v. 
Viöla tricolor. 1375.— Jäcens (lat.), a. I§ 2, 
3, -ntis): liegend: Herslitas (s. d.) j. od. Za- 
cent-Erbschaft ꝛc. t: hier liegt 2c., auf Grab- 
schriften 2c. (s. Ecce); Mz.: Jäcent. — 
Jacerma: s. Tiecerma. — Jachant: ĩ. Hyacinth 3. 
— Jachin, m., —#: 0: s. Boas. — Jachmak: s. 
Jaschmak. — Jäd (hebr.), k.-äjim: Hand. franh#l 
Jer. 1, 137; Gott! da hast du ausgestreckt] deine J. 
Heine 18, 245; Blanke Schwerter in den schreckl. 
Jarsjim. ebd. — Jade, m., —#; —#: Punamu ist 
der Neyhritstein (Beilstein, J.). Globus 4, 210a. — 
Jadest: s. Pense. — Jael (hebr.), f.; —n: 
Name einer Frau, die den in ihrem Schutz 
schlummernden Sissera tödtete. Kicht. 4, 18 ff.; 
Die Delila'n, die S—# ü 2c. w. 20, 163. — Jaste 
(türk.): Befund. Hammer 10, 350, vgl.: Uber 
demselben [dem abgeschlaguen Haupt] hing ein 3., 
ein Papier, das die Anklage enthielt. gindau Walsh. 
1, 62; 63 c. — Jagare, m., —6; 0: Der Zucker 
aus dem welnigen Palmsaft, bes. des Lontarus [s. d. u. 
Jaguas, heißt 3. Oken 3, 109, vgl.: Brauner Zucker 
daraus gemacht, der Zagora heißt. 697 2c.; Von die- 
sem Baume lder Kokospalme] kommt auch der Suri- 
Saft [s. d.], eine Art Wein ..; auch gewinnt man 
Essig u. Zucker, der Zagra heißt, daraus. 664 U.; 
!) 3, 1 (Konsonant), versch. von J, 1 (Vokal), (. 
dlesen als nächst vorangehnden Buchst., s. ferner auch Y. 
Tordy [s. d.] od. Palmenwein. Auch gewinnt man 
daraus einen sehr guten Essig u. durch langsames Ein- 
kochen bis etwa auf den iten Theil eine Art Zucker, der 
Penni, Honig, Zuckerwasser rc. beißt. Kocht man diesen 
abermals ein, so gewinnt man das Jaggery, das zu 
runden Kuchen geformt wird. Ausld. 38, 621b; Das 
werthvollste Produft der Palmyrapalme ist ihr Zucker- 
saft. .. Zu einer harten schwarzen Masse, dem Jag- 
gery, eingekocht, dient er als Mittagessen. Glokus 9, 
1 S5b 2c., vgl. bei 9eof: JZägua, m.. Weinvalme 
(l. Huito); Jagory, n., beranschendes Getränk aus 
Bataten.— Jaggernädüt, m.,S; 0; ein ind. Götze, 
unter dessen Wagenräder sich seine schwürmerischen 
Verehrer stürzen, um so einen seligen Tod zu fin- 
den, s. Ausld. 39, 1006b; 3Saturnalien; Temrel; 
Wagen 2c. edd., auch: Das Orferfest des Dschagga- 
nätha ie. Globus 7, 20 ff. (s. Batbadhra); Seit zum 
letzten Male die kolossalen Wagenräder des Jugger- 
naut (Dschaggernath) menschliche Schlachtopfer 
zermalmten 2c. 5, 173a; Unter dem Wagen des 
Dschagernaut zermalmt. Salon 3. 56, (. auch 
Rath. — Jaggern: s. Zagare. — Jäghi: s. Jl 3. 
lighi: s. Nischan. — Jagmür (türk.), m.: 
Regen. lik, m.: Regenmantel, s. Zamerlonk. — 
Jäag-ora; -org; -ra; -#u#a: s. Jagare. — 
Jäguar, m., —e); —e, —: amerikanischer Tiger, 
J.-öte, vgl. J.-Undi — Kuguar. — Jahäna, 
f.; —§: das südamerikan. Purpurhühnchen. Brehm 
Aq. 19. — Jähni (alban.), m., —; —6: Der 
Möbni, ein Ragout von gekochtem Fleisch mit trock- 
nen Erbsen. CRobert 2, 91. — Jahoo: s. Bahro. 
— Jahweh (hebr.), m., —s; 0: J. statt Jebova 
ls. d. . .. Ableitungen: 3-thum; jahwistilch. 
Herzfeld Gsch. Jisr. II, 3, VI; 301; Joßt Gsch. 
des Jud. 1, 302. — Jai: s. Jais. — Jalla 
(türk.), n., —s; —: Die Tataren nennen die 
obersten langen, graden, mit Gras bewachsenen Rucken 
der Verge S., welches also ungefähr unsern Alpen ent- 
spricht. Kohl Sndr. 1, 204, Zum Aufbruch in ihre 
Sennbütten od. Alpendörfer (J.). Augsb. 3. (11) 1097a; 
Ihre Z—s od. Sennbütten. b. — Jais (frz. (5ä), 
m., uv.; 0: — (engl.) Zet (s. d. 2), auch: Da 
der Schmelz (jai) an der Tagesordnung war. Zöuiger 
Sab. 14. — Jaja (türk.), m., uv.; uv.: Infau- 
terist (Piade): 3.-Baschi. Hauptleute der Infanterie. 
hammer 10, 350. — Jojin (hebr.), m., —; 0: 
Wein, s. Finkelsochem. — Jah: 1) (türk.) Fett — 
Ol u. Butter: 3. Kapan, Fettmagazin; 3. Kapan 
Naibi, Stellvertreter desselben. Hammer 10, 350. — 
2) Weiße BYaks (tangutische Grunzochsen). Globus 9,
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        Jaka 
258b; Der grunzende Ochse .., Zack, Yack. Ohen 7, 
1428, s. Sarlek; Kamara; Tug. — Jaka, m., —s; 
—s: 1) der ind. Brotbaum u. dessen Fucht, s. 
Oken 3, 15712; 1514 (auch Zaqueira, frz. 
Zaquier. 1571), vgl.: Jackfruit lrihäck-frurl, eine 
Brortfrucht (Arlocärpus integrifölia). Preuh. Erp.d. 1, 
202; Jack-wood l.wur], Holz des Baums. — 
2) s. Kalekala. — Jahal: s. Schakal. — Jakäna: 
s. JZacana. — Jakapa, m., —s; —#: eine kleine 
südamerik. Prachtmeiie, Tänagraf. (Silberschnabel). 
Ohen 7, 252. — Jaharanda, k.; —: Art Trom- 
petenbäume in Süramerika, Bignönia pröcera u. 
brasiliäna. Ohen 3, 1009 ff. (s. u.); 3.-Holz, 
brafilianisches Peckbolz .. als feines Furnierbolz sehr 
hoch geschätzt. Kormarsch M. 2, 57; Das S.-Holz 
kemmt v. einem Baum der Leguminosenfamilie Nissölia 
Cabiũna. Burmeister gB. 2, 216.— Jach: 1) s. Zak.— 
2) (engl. r#stält), m., —s; —s: Name, — v. ahul. 
Gebrauch, wie im Deutschen Hans ss. d. S8.), 
z. B.: Emen J. of all trades löw il trer'ss. 
Mensch, der in allen Sätteln gerecht ist. Zoller Renn. 
93; J. in od. with luwidhl a läntern, Irrli.bt 2c.; 
J-an-apes leshäckänners!, Hans Afse; J.—áss, 
Esel, auch: Der lachende Esel. Laughing lläßng! 
Jackass der Engländer, es ist Däcelo gigäntea sein 
Vogell. Slebus 1, 241b; J.-boot lbütl, Kourier= 
stiefel; Old (l. d.) J.; J.-püdding, Hanswurst; 
Was auch J.-Spleen (srlin] oft nach ihr schlug. 
Bürger 317b, der Milzsüchtige; J. tär, Matrose 2c., 
s. auch Zaka. — Jacket (engl. r##häcktt), n., —#; 
—8 : Jacke: Pie ls. d. . . ; Prol-Z. 2c.; scherzh.: 
Karloffeln with their luwih dher]) j-s On smit ihren 
Jacken], (in der Schaie). Kohl Engl. 2, 167. — 
Jachfruit: s. Jaka. — Jachmäch (türk. sb—-), n., 
—#; —: Schleier, s. Ferersche. — Jachlon (engl. 
Gsbäcksen), m. : Name, dazu J.-man, Mz.: nHen, 
s. Fereralist. — Jackunin (japan.), m., —s; —: 
Yackunins od. kaiserl. Solraten. WhHetinet Weltr. 1, 
231; 2, 44 2c. — Jacktan, m., —3; —5: Das 
Ellenmaß lin Guineal ist der Z. v. 12 engl. Fuß. 
Entykl. f. Kaufl. 100a. — Jackwood: s. JZaka. — 
Jak-ob (hebr.), m., —s; —: männl. Name, j. 
1. Kot. 25, 26 (vgl. Israel): Der wahre 3. (sprchw.), 
der Rechte; Klitrer-3. — klingenrer Hans, Pfl., 
Rhinsnthos crista gälli; Klaus J., bei den Schif- 
bauern, die Bengezange 2c. Als Bstw., z. B. in 
Namen v. Pfl., die um den Tag des Arostels Z. 
(Jaköbi, 25. Juli) blühn, reifen 2c.; ferner z. B.: 
3—-Brurer, Pilger nach Compostell zum Grabe 
des heil. J.; -Kreuz, v. eigth. Ferm; -eiter, 
die Himmelsleiter, s. 1. Ko2 8, 12, auch als Name 
des finnischen Biers. Bazat 14, 273b; = Muschel, 
Pilgermuschel, Ostrea jacobga; -Orden, Ritter- 
orden des heil. J. v. Compostell;-Stab, Pilger- 
stabu., nach der Abnlichk.: ein veralt. Werkzeug, die 
Höbe der Sonne zu finden (s. Rariometer); ein Stern- 
bile (Orion) u. als Pflanzenn.: Althæa rösea; Asphö- 
delos lütsus 2c.;-Straße, Milchstraße; -Wiese, 
einmährige (die um Zakobi gemäht wird, auch — 
nach dem Margarethentag, 13ten Juli — Marga- 
rethenwiese) 2c. -öbi: Genit. v. Sacobus: Tag des 
Jakuti 565 
heil. Jakob (s. d.). -obiner, m., —s; uv.: 1) 
eine vralt. engl. Münze. — 2) in Frankr., Name 
der Dominikaner (nach der Straße in Paris, wo ihr 
erstes Kloster stand, J. u. Jakobiten gebeißen. Weiss 
Kost. 2, 713), danach — in der ersten Revolution 
— eines Klubbs, der seine Sitzungen zunächst in 
einem Pariser J.-Kloster hielt u. aus dem die wildesten. 
Freiheitsmänner hervorgingen: Z.-Klubb; -Muütze, die 
rothe Freiheitsmütze j. pbgisch) 2c. (Im scherzh. 
Wortsviel für die Nachkommen Zakob's od. J#rael's, 
die Israeliten). Dazu: 3-ei,. f., Partei u. Ge- 
sinnung der J., z. B. Dünzer KAug. 152; V. Ant. 2, 
257 2c., gw.: Jake binismus, m., U#. 0. Scherr 
Bl. 1, 355 ꝛe.; auch in ganz frz. Form: Berlin, die 
Haurtstadt des Jacobinisme libakobi. ièm) alle- 
mand [-ming). 3, 1891, des delmschen Sakebinis= 
mus 2c.; Jakobinisch, a., in der Weise der 3. 2c. 
Tiec Tischl. 1, 5S. obit, m., —-en. —: -en: 1) Eu- 
tychianer (s. d.) — nach dem Mönch Jakob Baradai 
(1578). — 2) f. Zetobiner 2. — 3) in Groß- 
britannien, Anhänger der Stuarts (Jakob's II. 
u. III.). Dazu: I##sch gesinnt. Nal#3. 20, 467 2c. 
— Jakona: s. Kana. — Jacon -as (frz. sbakenä), 
m., uv.; uv. (näs); „net (□ns), m. —: —8; 
#nett, m., —(e)s; -e, —6: ein feines, weiches, 
leinwandartiges Baumwollgewebe: Eine Zaconet- 
Keite v. Nr. 90 entb ält etwa 2200, eine solche v. Nr. 130 
aber 3000—3300 Fäden in der Elle. Karmarsch M. 2, 
550, auch: Jacqnet lshackel, m., —: —; 
Zaquenotte bakenstt), f.; —s. — Jähos, m., 
uv.; uvr.: Art Ausschlagskrankheit in Afrika 
akos). — Jacquard (frz. fbakär), m., —; —9: 
J.-Maschine (irz. machine j-e, m. à la J., engl.: 
J. machine). Der Name dieses jetzt . mebr als alle 
anderen Arten v. Zugsiühlen u. Dessinmaschinen gebräuchl. 
Arvarates ist der des Erfinders (J. in Lvon). Man 
nenur die 3.-Maschinen auch abgekurzt bloß 3., frz. Je. 
Karmarsch M. 2, 140; J.= Stuhl bez. einen mit der 
S.-Maschine versehenen Wetnbl. ebd. — Jacquerié 
(frz. fback), f.; —, —n# : Bauern-, Volksaufstand, 
urspr. im Jahr 1338, wo der „Jacques bonhomme“ 
(l. d.) — deutsch etwa: Hans Simpel od. Trorf —, 
wie den Bauernstand der Adel bezeichnete, sich 
gegen diesen erhob; dann verallzemeint. — Jakh- 
tan: ĩ. Jacklan. — Jack-ntia (lat.), f. 1824, 11; 
anz, f.; (-en): Prallerei, Ruhmredigk. -ätio, 
f. [8 24, 3, önis); atiön, f.; —en: 1) Jaktanz. 
— 2) das Sich-hin-u.--her-Werfen, bes. eines 
Kranken 2c. #ercn: 1)tr.; refl.: Umherwerfen ꝛe. 
— 2) retl.: sich großmachen; prahlen 2c. ür, 
f.; -en; -üra, k. 18 24, 11: das Uber-Bord- 
Werfen, Haverie, Verlust, Einbuße. us, a.: 
geworfen, s. Alea. — Järcul-atiön (lat.), k.; 
—en: das Schleudern. ätor, m., —s; ören 
[824, 3. öris]: Schleudrer; Wurfspießbewaffneter. 
Satörium, u., —s; ken [824, 2, n.]): Stoßgebet. 
usm (§ 234, 2, nu.]: Wurffpieß; auch ein Netz der 
Rettiarter (l. d.) im Kampf gegen die Sekutoren 
(s. d.). — Jaküt, n., —; —8: 1) lederüberzognes 
Schiff der Jakuten 2c. in Ostsibirien. — 2) (ar.) 
Rubin (vgl. Laal). -i, f.; uv.: „rubinfarbige“
        <pb n="582" />
        566 Jalappa 
Weintraube. Petermann Or. 2, 178. — Jalappa 
(nlat.), f. [8 24, 1]: eine Pfl., Convölvulus j. 
(nach der Stadt 3. in Meriko); Zalappe, Rãdix 
Jaläppe, Zalappenwurzel, Purgierwurz ꝛe.; 
Zalavin, n., Zaläppenharz 2c. — Jaldüs 
(türk.), m., uv.; uv.: Ketten-Dukaten. Hammer 
10, 350. — Jaléo (spandch-), m., -s; —: El J.de 
Jerez, ein feuriger, sinnlicher andalusischer Tanz. Baßtiano 
165; Globus 11, 20 1a3. — Jali (ugr.; türk.), u.: 
Gestade: 3. Agasi, Aga des Gestades (bei den Tataren 
in der Krim). Hammer 10, 350.— Jalik (rufs.), m., 
—s6; —: Bvot auf der Newa 2c. Zazar 11, 258b ff. 
— Jaälla: s. Halla. — Jällman: s. Jollman. — 
Jal-on (frz. shalöng), m., —s; —s: Merkpfahl, 
Visierstange 2c. Jonnement (meng), n., —; —: 
das Solonnieren. onneur (ör), m., —; —6: 
(Kriegsf.) Jemand, der — u. sofern er — bei 
Aufmärschen r2c. gleichsam als Merkpfahl, zur Bez. 
eines Flügelpunkts, dient. -onnieren, tr.: mit 
Merkpfählen rc. abstecken, bezeichnen, s. alignieren; 
be-paalen. — Jal-ousĩẽ (srz. shaluste), f.; —n: 
1) (o. Mz.) Eifersucht: J. de metier lmetjel, Brot- 
neid 2c. — 2) gatterförmiger Fenstervorsatz aus 
Stäben, wodurch man hinaus-, aber nicht herein- 
sehn kann. G. 30, 219; Grüne Holz-S-n. Gutzkow 
R. 3, 100; Z. 9, 356; Roll. 3n, zusammenroll- 
bare c.; 3.-Läden; = Stäbe 2c. — 3) Als Bstw. 
s. 2; ferner (s. 1): 3.-Blume, Amaräntus tri- 
color; Z.- sod. Stein-] Taubeic. our lũl, a.: 
neidisch, eifersüchtig, weibl.: JZalouse l-us'l. — 
Jäm: 1) (hebr.) Meer, z. B.: 3. ßuf, Schilf- 
meer 2c., vgl. (bei den Mandäern): Jamma rabba 
de Suf, „das große Meer der Grenze“, — die Erde 
umgebend (vgl. Ocean). Peietmann Or. 2, 452. — 
2) (lat.) schon. — 37/ ., —; —6#: Snpe Kartoffeln, 
3—8 2c. Westermann 3, 4lb; Die Igname= (s. d.) od. 
Yams-Wurzeln. Oben 2, 342 ꝛe. — Jamo (ssr.), 
m., —6; 0: der Gott des Todes. Wiiss Kest. 1, 533. 
— Jamagh (türk.), m.: Gehilfe, z. B.: Kulagñs 
2—i. Wegweiser-Gehilfe. Hammer 10, 355 2c. — 
Jamaiea (auch engl. rihemeka): westindische 
Insel, dazu: 3.-Baumwolle; „Pfeffer, s. Piment; 
Rum; -Zucker 2c. — Jamalki (türk.), f.; —§: Tän- 
zerin. — Jamävas (ind.), m., uv.; uv.: gold- 
durchwirkter Taft. — Jambage (frz. shanabash), 
f.; —n, —§: (Bauk.) Grundmaner 2c. — Jambe 
(gr.), m., —n; -n: ein Versfuß ans einer Kürze 
u. drauf folgender Länge; auch: ein jambischer, 
d. h. aus I-n bestehnder Vers; derartiges Gedicht: 
Der italiänische immer eilfülbige J. G. 23, 91; Ihre 
eilssilbigen 3—n#. 91; Wir Deutschen lassen unsern 3— u, 
selbst wenn er ganz prosaisch, oft sogar matt ist, immer 
durchhören. Tiek DBl. 2, 265; Der 3.: Wie rasche 
Pfeile sandte mich Archilochos 2c. Schlegel (Wackern. 2, 
130 829 ff.); Der 3— . Vers. w. HB. 2, 223; Die 
Zan des Archilochos. 1, 283; 291 u. (mit Bezug 
darauf): 3-m... Schmähgevichte 2c. Luc. 6, 66; 3-— n- 
Dichter Archilochus. ebd.; Weil ich eine so unge- 
heure Menge —m = würdiger Dinge v. dir weiß 2c. 
ebd., vgl.: 2— uü od. Jamb'sten [Schmähdichter!. 
Voleahranz Psch. 173; andrerseits auch z. B., sofern 
Jan 
die J-n das gw. dramatische Versmaß sind: Ein nach 
beträchtl. J-n-Konsum gewaltsam ums Leben gebrachtes 
Frauenzimmer. Kossak Fed. 5, 77 2c.; Hinkende od. Hink- 
3, s. Choliambus 2c. Selten kem., z. B.: Die 
Z. in diesem echt niederländischen Gemälde ist so ge- 
braucht. Tie## (HKleist Hint. XILIV); dagegen oft in 
der Ez.: Den gewöhnlichen dramatischen Zämbus. 
LV; Ein Silbenfuß, wo eine lange Silbe auf eine 
kurze folget, wird ein Jumbus #genennet. W. HB. 2, 
223 r., zuw. auch in ganz gr. Form: Der Jäm- 
bos. Nosenkranz Pors. Gsch. 163 ff. (dem Griech, ge- 
mäß wohl dreisilbig, — doch auch 2silbig: Zäm- 
bos). — Jambro (türk.), f.; —s: Dolchmesser 
im Gürtel. — Jambette (frz. shangben), f.; —: 
1) Klapp-, Taschenmesser. — 2) das Schenkelstück 
v. Zobelfellen 2c. — Jamb-isch, a.: aus Jamben 
(s. d.) bestehnd; im Charakler derselben: Den j—en 
Trimcter. V. H. 2, 372 2c.; Ihre Sprache ist trochäi- 
scher [s. d.] geworren, nicht mehr so j. ansturmend. 
Gutzkow 11, 278. -isieẽren, tr., auch o. Obj.; in 
Jamben abfassen, sprechen 2c.: Sein erstes Vorbaben, 
die Ilias zu j. Bürger 52 3a 2c. Zist, m., Sen. (—6); 
en: s. Zambe. — Jämbo, m., —#; —: Ab- 
kömmling eines Indianers u. einer Mestizin, vgl. 
Zambo, s. auch das Felg. — Jambolän-a, 
f. [824, 11; -e, f.; —n: ein ostind. Baum u. 
dessen eß bare Frucht. Oken 3, 1911, — verwandt: 
Sambufe (s. d.), vgl.: Die Granatärfel n. Zambos. 
Zurmeister gB. 2, 302. — Jambon (frz. sbangbong), 
m., —8; —#: Schinken, rgl. Zomon. — Jambos: 
s. Zambe; Zambo. — Jämbus: s. Jambe. — 
Jambüse, f.; — : Name v. Bäumen in Ostindien 
2c., Jambösa, Eugönia, auch v. den eßbaren Früch- 
ten. Oben 3, 1947 (vgl. Jambolana). — Jamdämi, 
m., —8; —: brochierter Musselin mit Gold-, Sil- 
ber-, Seidenblumen c. — Jämeh: Art Kaschemir- 
Shawls. Ausld. 38, 9690. — Jämerlonh, m., 
—s; —: Mantel (s. Jagmurlik)., k. Nath. 1. 1. — 
James (engl. dsbems), m.: Name (— Zakeb): 
J.-Pulver, ein Hidroticeum; „Thee, Labrador- 
thee, aus den Blättern v. Lẽdum latifölinm Oktn 
3, 907 2c. onit, m., —(e)8; —e: ein Antimon- 
Erz. 1, 437; Mitscherlich 2, 2, 470. — Jaminn 
(hebr.): die rechte Seite 2c., bei den Mandiern 
der größre Theil des „großen Buchs“ (s. Ginsa), 
Gystz Smäla, der „linfe“, s. Peiermann Or. 2, 147. 
— Jamma: s. Zam 1. — Jämon ((iran. ch-), 
ni., — : —6: Ein in Zucker gekochter Schinken, j. en 
dulce. Globus 9, 120b, s. Zambon. — Jamschtschik 
(russ.), m., —#; —#: Fuhrmann, der Personen 
führt. Un3. 20, 550; 21, 17 1e., auch: ZJam- 
schtschik. Srube 1, 64; Kohl Pet. 1, 8; 27; Smr. 2, 
26; 1. 2: 11; Unser Post-Jämschtschik. 209 . — 
Jamun (Ba-mün, chin.), u. — ;: —#: Kompler 
v. Gebäuden mit Höfen u. Gärten innerhalb einer 
Umfassungsmauer, Palast 2c. Globus 6, 1 395b; 
WhHSetinte Weltr. 2, 123: 172; 175 2c.; Ausld. 39, 
5 voa (Kloster) 2c. — Jan (boll.), m.: Sohann, 
Hans, — bes.: 3.() Hägel (s. d. Ss. 5), Unwillige 
Bez. der großen Masse, des Pobels 2c.; 3. von 
Geut, bei den Walfischfiängern Name eines Vogele,
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        Jangen 
Pelecãnus bassãnus — Sula. Oken 7, 40 8 2c.; s. 
Zäntje u. vgl. Grobianus. — Jangen (türk.), n.: 
Feuer, s. Atesch. — Jänit-or (lat.), m., —; 
-Dren [8 24, 3, öris]): Thürbüter (vgl. Oßtiarius). 
rix, f. /&amp; 24, 3, FTicis): Thürhüterin. Bönig#r 
Sab. 39.— Janitlchär (türk.), m., -en, —: — 
„neue Kriegschar“, s. Jeni, im 14. Jahrh. einge- 
führt u. nach vielen Meutereien 1826 aufgehoben: 
Strelitzen .., die 3-en des Chriftentbums. AKohl Pet. 1, 
220; Ein Z. 2c.; JZ-en-Aga:;-Aufstand;- Becken 
(Ip. Wabrb. 1, 95 ie.), gehörend zu der turkischen 
od. 3-—en-Musik, Feldmusik v. Blase-Instrumen= 
ten, verbunden mit Becken, Trommeln 2c.; Übrtr.: 
Des Nachts erschmettern darin alle Pauken u. Zimbeln 
des Schmerzes, die ganze Z-en-Musik der Weltqual. 
Heine Börn. 327 2c. Dazu: lSo siellten rie Stärte 
Sarajewo 2c. das 3—-entbum foörmlich wieder her. 
CRabert 2, 61 2c. — Jankee 2c.: s. Yankee. — 
Jänner, m., —: uv.: s. Januar 1. — Jansen- 
ismus, m., uv.; 0: die v. Cornelius Jansen 
(X1638) vertretne theologische Ansicht. ifl, m., 
—en, —s: —en: 1) Anhänger des Zansenismus im 
Katbolicismus (Gegner der Zesuiten). — 2) Bez. v. 
Damen-Trachten, :2. B.: lange Armel; kleine 
Reifröcke r. — Janthin: s. Jantbin. — Janlie 
(holl.), m., —#; —S: kleiner Jan (s. d.), Häns- 
chen ꝛc., 3. B. als gw. Name der Kellner in 
Holland; ferner als Bez. für Holländer: Die 3—8 
rezahlen gut u. die Muffen [Deutschen] 2c. Schüching 
Brenckh. 3, 152: 219 rc. — Jän-ua (Iat.), k. 
&amp; 24, 1): Tbüre. - uär, m., —e) s: -e: 1) der 
erste Monat des Jahrs, Wintermonat: Sie gleichen 
sich lder Alte mit seiner jungen Brauts, wie J. u. 
Mai. W. 20, 153 (s. Zuli) 2c.; auch: Zänner, 
3. B. Sch. §120. — 2) männl. Name, bes.: der 
Schutheilige Negrels: Die Wunrerkraft des Blutes 
rd beiligen 3—8 zu Neavel. W. 31, 118 ꝛe. — närius, 
m., uv.: OIS 24, 21: Zanuar 1:; 2. Jus, m., 
uv.; —e (§ 24, 2): 1) ein Golt der Römer mir 
2 Geüchtern, dessen Tempel in Kriegszeiten offen, 
in Frietenszeiten geschlossen war. Namier Möth. 
137 ff.; J.-Gesicht;-Korf; -Temrel. Raumer 
Tasch. 10, 154 2c. — 2) (s. 1) gewolbte Straßen- 
durchgänge im alten Rom, bes. am Forum: Se- 
sern die Thore überb. jederseits eine Schauseite hatten, 
benannte man sie mit dem gleichen Namen des derrel- 
körfig gebilreten J.; hiernach auch wieder se nach der 
Zabl ibrer Eingänge als J. bifrons, J. trifons u. J. 
quadrifrons Imit 2, 3 od. 4 Stirnen od. Eingängenl. 
Weiss Kost. 1, 1248; Diese 3 Zani machten die Börse 
v. Rom aus 2c. W. HB. 1, 50. — Jäo: s. Jebrvab. 
— Jaourt: s. Giaurt. — Jäp-an: ein Land, 
Kaiserthum in Ostasien. -äner, m., „s; uv.;: 
Bewohner Japay's. Burmeiser 561. ansf##, m., 
—n —n: Japaner. 576. -antsisch, - anisch, a.: 
aus Sapan stammend 2c., s. Katechu. -anieren, 
tr.: nach japaniscker Weise bemalen, firnissen, 
lackieren, vgl. (engl.): Japanners lrsfbaränners! 
(Lackierer). Sohl Engl. 1, 14 2c. — Japarandiba, 
1. —: ein Baum in Surinam 2c., Gustärvia au- 
Füsta. — Japergönsi, pl.: seine ostind. Musseline 
Jargon 567 
mit Golrleiste. — Japet: s. Jaretus u. Dione 2. — 
Jäph-etth) (bebr.), m.. -s: 0: l. Ham 2. elrde, 
m., n: Zu: Nachkomme Jarhet's. klisch, a.: arisch; 
inr= germanisch. — Japira, f.; —: s. Guache. 
— Jap -on (frz. sbarôöng), m., —s; —§: Jaran 
(s. d.); auch: javanesisches Porcellan; Art Seiden- 
zeug 2c. önicus (nulat.), a.: japanisch (s. d.): 
Térra japönica. s. Katechn. -onĩeren, ir.: jaranie- 
ren. — Jäpuk (türf.), n.. —6: —: Unterdecke. 
bammer 10, 350. — Japuti-pühe, f.; —: Als 
rie seinste Frucht lam Amazonas] gilt die ananasartige 
J. od. der Schilrkröten fuß. Globus 7, 177a. — 
Jaqueira (rort. —fa), f.; —#: f. Jaca. — 
Jaqu-enotte, Tet: f. Zconas. — Jaquerie: s. 
Zacquerie. — Jaquette (frz. sbakert), f.; — (n., 
—## : —5): Jacke (s. d. Ss.), Jäckchen: In einer 
Sammt= J. Wachenhusen Kön. Ball. 1.212.— Jaquier 
(frz. sbakje), m., —#s; —6:„ s. Jaca. — Jär, m., 
— : —: (auf Korfu rc.) Flüssigkeitsmaß — ¼ 
Barile. Encykl. f. Kauf. 45 b. — Jaräbe (ch-, 
m. , —: —: Beim Klang nationaler Weisen tanzten 
die (mexik.] Indianer den volksthumlichen 3. Kolonitz 
199. — Jarakli (rürk.), m., —; —3: gestammter 
Gros de Naples. Hammer 10, 350.— Jaräva (iran. 
ch-), f.; Ss: Ichu (s. d.). Slobus 7.204b.— Jarbe, 
m., -s; -s: s. Geriab. — Jarböa (ar.), f.; —s: Ihr 
lder Beruinen]) größter Leckerbissen ist die 3. (Ratte der 
Wuste). Hommer (Mager 2, 15237), f. Jerboa. — 
Järdena: s. Zerdan. — Jardein (frz. sbarreng), 
m. , —: — : Garten: J. des plautes lda rlängts, 
Pflanzen= od. botanischer Garten, in Paris 2c.; Die 
alte Presie des Wohnens entre cour ei langi'r kur e! 
j. Gutziom Schön. Stund. 274, zw. Hof u. Garten, 
halb böfisch, halb ländlich. inier (inje), m.. —8; 
—#6 : Gärtner; auch: die rauhe Weinbergschnecke, 
Hẽlix aspérsa. Oken 5, 122, f. ferner Nlarbrier. 
inière [-infär], f.; —s: 1) Gärinerin. — 2) 
Mede-Bez.: Märchen mit runden u. fritzigen Huren 
à la j. or. à la matelotlel. Ring Verl. Gschl. 2,99; 
J., schmale Randiickerei an Busen= u. Hemrfrau- 
sen 2c. — 3) Die 3—-3, große reich verzierte Becken, 
welche Topfrilanzen aufnehmen. Naiß. 20. 135. — 4) 
(Kochk.) ein Gericht mit allerlei Grünigkeiten: 
Eine Zulienne od. J. berzustellen. Wachenhulsen Tagb. 25. 
— Jarg-on (frz. sbargeng), m., —: —: 1) die 
einem gewissen Kreis eigenthümliche u. ihn vom 
Allgm. unterscherdende Redeweise (Kauder-, Reth- 
wälsch, ogl. Idiom senisch): Eim deutsch-englisches 
Mischgequatsch (denn so können wir wobl statt J. sagen). 
Globus 1. 9 3a; Den J. dieser kieinen Zirkel zu srrechen. 
Cutzkom R. 8, 83; Lernte nimmer den Z. der Hellenen 
u. des Römlings. Heine Tr. 17 [iron. st. Srrache#]; 
Keler gH. 1, 359; Der wasserpolnische J. Waldau N. 
2, 154 12c.; Welches im Buhnen-3. Lamrenfieber 
beißt. Gartenl. 16, 90a; Gesellschafts-3. Monatbl. 
2, 236: Der Hanrwerks-Z., mit welchem die Malcs 
v. Kunstwerken sprechen. Vogt Or. 2, 217; #e mehr se 
sich aber in ihren morernen Ideen-J. verkauderwälsche 
batten. Gutzkom Bl. 1, 338; Zenen verreufelten fran- 
zösisch-schorriscen ankee-= 3. Hag. d. Ausld. 31, 
288b r. — 2) Manche [Zirkone, 1. d. ) brennen sich im
        <pb n="584" />
        568 Jargonelle 
Feuer völllg weiß u. sowohl solche, als dle v. Natur 
aus farblosen wurden ehrdem für Demante gerlngerer 
Qualität ausgegeben u. v. den Steinschneirern J. de 
diamant, J. de Ceylon genannt. Ohen 1, 152 rc.; 
ferner: kleine hyacinthähnl. Steine, gelb od. vlo- 
lett, zur Verzierung v. Schmuckwaaren 2c. — 
Jargonälle (frz. sh-), f.; —n: Art Sommerbirne, 
Wälschbirne. Ohen 3, 2079. — Jargonn-rur 
(frz. shargonnör), m.t, —#s; —, —e: Einer, der jar- 
gonniert. Aeren, intr. (haben) 2c.: kauderwäl- 
schen. — Järimlik, m.: s. Igirmilik. — Järl 
(skandin., s. Earl, vgl. Weiss Kost. 2, 379), m., 
—6; —e, —6 : Die stolzen 3—e (Edelinge). Scherr Mix. 
185 cc., vgl.: Wo sich .. aus der Anarchse des 
I-thums die Königsherrschaft entwickelt. 185 2c. — 
Jürn (altn.), n.: Eisen, vgl.: Eine Riesin heißt 
J.-sarxa, die eisensteinige u. im Eisenwalde (3J.= 
widr) wohnen die J.-widiur lZauberinnen] re. 
Simrock Myth. 437; 25 2c. — Jarni (frz. s0—-): 
Ausruf in Flüchen: J. tonverre [-är]! Gartenl. 16 
2b, Donnerwetter! 2c. — Jaroba, f.; —: ein 
Baum in Westindien u. Brasilien, Tanascium j. — 
Jarr-el (srz. sharrk), m., —; —6: Kniekehle; 
auch eine, Art Fisch, Spärus smäris. Teliere 
[□-etjär'], f.; —s: Knie-, Hofenband (vgl. garter): 
J. à coussin Ikussengl, wattiertes Strumpfband. — 
Jäs: 1) ein Kartenspiel. Grenzb. 26, 2, 505 (auch 
Kläbbersas) u. darin: der Treffbube als die höchste 
Karte. Dazu: Zässer, J.-Spieler. ö;jässen, 
J. spielen. — 2) (fri. shä) m., uv.; uv.: a) 
(seem.) Anker-Stock,-Krücke. — b) in Salzgärten, 
der Behälter, in den das Wasser unmittelbar aus 
dem Meer durch eine Schleuse eingelassen wird. — 
Jasakh (russ.), m., —8; —s: Stener in Pelzwerk, 
aus Sibirien 2c. Ahg. d. Ausld. 35, 6492b; Die Felle, 
mit denen sie ihren J. bezahlen. Globus 8, 117b cc., 
auch: Sassak. 1, 21 13, Auslb. 38, 519b rc.; auch 
(türk.): s. Kuli. — Jäscha (türk.) lebe hoch (vgl. 
Vivat), z. B.: Mit dem Ausruf: Wartsshahhmun tschok 
j. (lang lebe unser Kaiser!) Peitrmann Or. 1, 25; 3. 
Sultan! ꝛe. . Jäschi (türk.): sitz still. — Gast: 
Eischi, steig ab. *Wk7 2, 8. — Jaschmah 
(türk.), m., —; : Schleier. 120; Aueld. 38, 
1082b; Glohne 5 ! Die Dame trug den weiß- 
musselinen J. (Kopftuch) der Franen Stambul's. Garkenl. 
17, 249a. — Jaschqui: s. Hennequin. — Jcoden 
(pers.), m.: Ormuzd: Wir [Parsen] sind Anbeter des 
Z. Monaibl. 1, 19 0#, vgl. Zesd (s. Jesidi). — Jascur 
(frz. shasör), m., —; —#: Schwätzer: J.de Bohème 
sboäm], ein Vogel, Seidenschwanz. — Jasidschi 
(türk.), m., —6; —S: Schreiber: J. Akrsche (l. d.). 
— Ja##ma, f.; —#: musselinenes Kopfluch der 
orientalischen Frauen. — Jaomin (vers.), m 
—e)s; e, -en: ein Strauchgewächs, Jusminn * 
aus der Familie der Zasminsen, mit wobl— 
riechenden Blumen u. diese selbst, auch ähnl. 
Pflanzen: Vor der Weiße deiner Glieder] sind 3.e 
schambefangen. Platen 2, 345 2c.; daneben: Schas- 
min. w. 13n 29; Rosen u. Schasminen düfteten. 
Heinfr Hild. 1, 33, — wie denn, nach dem Frz., ost 
dasi — sh geiprochen wird, wo dann aber die Äusspr. 
Jati 
vielmehr shasmeng lauten sollte; vgl. Zesmin. 
Göckingg 1, 222; Jesminen. Geßner 1, 217; 
Schesminen. Chandler Klas. 66; ZJelsomin. 
Brockes 1, 97, it. gelsomtno 2c. Als Bstw. z. B.: 
Z.Baum, Plumsria; -Blume; -Ol;-Schwär-= 
mer, Sphinx Atropos Todtentkopf) „c. — Jäson: 
s. Jason. — Jasp-achat: s. Achat. — (irz. 1h—), 
a.: jaspiert, auch m., z. B.: Art jaspierter, 
veloursartiger Stoff mit rauher, andersfarbiger 
Rückseite zu Wintermänteln für Damen 2c. Bazar 
13, 375. Jcädo (span. ch-), a.: jaspiert, auch: 
Jaspeäda, f., Art Kochenille, silbergrau, — orsch.: 
renegrida, braunroth; nsgra, sihwärzlich. Oktn 5, 
1544; Karmarsch 2, 157. -er lengl. dih), m., 
—s; —s: JZaspis; auch: ein weißes, porcellanartiges 
Biskuit, das dem Basalt (s. d. 2) ähnlich ist, bei 
Anwendung von Metalloryden aber Farben an- 
nimmt, die seine ganze Masse durcheringen. Uamr 
15, 347b. ren (mw. m. frz. Ausspr. des An- 
lauts, sh-), tr.: jaspisartig fürben bunt spren- 
keln 2c. Zis (bebr., gr. ꝛc.; ugw. betont —. 
Freiligrath H. 62; 63), m., uv. , sSes; uv., „se: 
eine ganz undurchsichiige, im Bruch glanzlose, oft 
mehrfarbige Abart des Quarzes (s. Kormarsch 2, 
295; Ohen 1. 144 re.), bei den Alten ein Edelstein 
von hohem Werth: Ihr Licht war gleich dem aller- 
edelsten Steine, einem hellen Z. Offenb. 2 1, 11: 2. Kos. 
28, 20 r2c. (türk.: Jéschemi, bes. chatäji. orienta- 
lischer J. Hammer 10, 351): auch: Gestein von j.-- 
artiger Färbung, z. B. eine Murmorsorte: Der 
s. 9. lieilianische J., er ist rolh mit großen, breiten, 
bandförmigen Streifen, die im weißen, rolhen u. grünen 
Zickzack mit fast scharfen Winkeln auf= u. ablaufen. 
Rarmarsch 2, 621 r.; auch: 3., 3.-Gut, 3S.-Por- 
cellan, s. Jasper. Zstzgn, nam. zur Bez. der 
Arten, z. B.: Achät-3., s. Jaspachat: Band., 
Bäuder-3., mit bänderförmiger Zeichnung: 
Feder-3., s. Igiada; Felr- ., als Geschiebe in 
geringer Tiefe gefunden; Korall (en)= Z., korall- 
roth gesleckt; Krostall.3 ; Kugel. J., in kugligen 
Stücken, z. B. der branngefärbte ägyptiĩche 3.; 
Milch-., s. Galaftit; Opal- J. od. Jasroral; 
Poreellau= 3.; Schrift. Z., mit schriftähnl. 
Zeichnung 2c. -o#d, m., —); Se: Porcellan= 
Jaspis. Jopäl, m., -)s: —e: Opalja##is. 
— Jassa, f.; 0: das Gesetzbuch der Tataren. — 
Jasläh: s. Jasak. — Jass-en, -er: s. Sas 1. — 
Jalagan (türk.), m., —#: —e, —: einschneidiges, 
sichelsormig gebegnes Seitengewehr (s. Haurschar), 
auch Zatagh an. Petermann Or. 2, 71; Semilasso Afr. 
1, 75 ff.; Zath agan. Puckler Südöstl. 3, 248;: Per- 
sische Datagans. Schüching Ir Kaf. 1, 71 c#. — Jati, 
m., —; —9, uv.: 1) bei den Indiern, Art frommer 
Büßier, ein greiser Brahmane auf einer höhern 
Stufe als der des Grihastha (s. d.): Erst nachrem 
der Brahmane auch diese Prufungszeit als wahrer 3. 
od. „ Bezähmer seiner Begierden durchlebt, wurde ibin die 
Fähigkeit zugestanden als Sann säs i (ein auf Alles Ver- 
zichtender) die letzte Stufe, die der Vollendung zu betreren. 
Er ward jetzt ein Pariwäschaka od. Herumirrender. 
Weiss Kost. 1, 199; Jogi und J. Monatbl. 2, 509b rc.
        <pb n="585" />
        Jatropha 
— 2) st. Diati. — Jätropha (gr.), f.; —s 
I5 24, 17): Pflanzengatt.: Das Mehl der J.-Wurzel. 
Wochern. 4, 1 16 622, s. Mandiok. — Jats-i, ü 
(türk.): Zeit zum Zubettegehn. — Jältestuer, 
n., —s; —S: „Riesenbett“, Hünengrab (s. Zötur 
u. Gängrifter). — Jäühker (hebr.), a.: theuer: 
Wie j.? Hebel 3, 363. — Janne (frz. sbön), a.: 
gelb: J. indien lengkjengl, indisches Gelb, Art Maler- 
farbe (auch Pur##) J. de Tarkand I—kängs, Art gold- 
farbiger Stockrübe. — Jannimmis (litth.), m., 
uv.; uv.: Tanzvergungen. Ma. 21, 22 7. — Jannt 
(engl. (shänt): srazieren: Cars (i-ing cars), in 
Irland, Art Einspänner auf 2 Näderu. Uodenberg 
Ins. Heil. 1, 20; Eine kleine J—-ing car. Kohl Irl. 2, 
19 ꝛe. — Ja-urt: s. Giaurt. — Java (auch 
sh): ostind. Insel. Dazu: 3.-Reis; J.-Zucker 
od. 3. Karmarsch 3, 706 ꝛc. U. bes.: 3.-Kaffe, 
z. B.: Pelermann Or. 1, 87 2c.; auch: Kaffe-Auftion. 
.. 77,562 Ballen J. u. Padang verlanft. Ualß. 21, 
233; J. Preanger. ebd. 2c. — Javär, m., —; 0: 
(bei den Mandäern) der Allerhöchste. petermonn Or. 
2, 419. — Javelle (shawell): Eau (s. d.) de J., 
S.'sche, Javellische Lunge, s. Prechl 2, 396; 3, 453. 
— Jaghawbker (engl. ribehäker), m., —6; —;: 
s. Bushhawker. — Jazerine (span.), f.; —: —= 
Ghiazzerino (s. d.): Schön befranzt bis auf die 
Hufte reichet ihm die J. H. Cid 15. 
Je: 1) s. Ge. — 2) s. Jesus. — 3) (frz. #95): 
ich: Ein je ne sais quoi liheneßätodl, ich weiß nicht 
was; vor Vokalen apostrophiert: J’ose le dire 
(sboslödir, ich wage, es zu sagen 2c. — Jean (irz. 
sbäng), m.: Zohann, Hans: NMaülre lmät'r] J. 
Jan (s. d.) Hagel: J.-lorgne llörnj), Maulaffe; 
J. Potage [-äfHl, Hanswurst: 3. Paul, bekannter 
Schriftstellername des Humoristen 3. Paul Friedrich 
Richter, u. danach z. B.: Die Scherze, die er oft bis 
zur Ausgelassenheit über einen u. denselben Ggstd „zu- 
sammen -jeanpaulistieren" konnie. Gutzkow 3. 
1, 262. Set Chank), m., —#s; —s: Der Satin (J., 
Oriental, englisch Leder), fünfbindiger, dichtgewebter 
Atlas, in welchem auf der rechten Seite der Eintrag flott 
liegt. Kormorsch M. 2, 556, vgl.: In dunkeln Jeanes 
ldshens] -Röcken. Gerstäcker W. 3, 144; Meis. 1, 
292. Tnette (shannét.), f.; —s: Johanna; —Bez. 
für ein schwarzes Sammthalsband mit dran hängen- 
dem Schmuck, Kreuzchen 2c. — Jebel: s. Dschebel. 
— Jedesli: s. Halva. — Jedid: s. Nizam. — 
Jekbi (tschiprew.), m., —#: ein Geist. freiligrath 
H. 311. — Jegen (türk.), m., —#; —#: Gehilfe. 
Hammer 10, 351. — Jegene: s. Hehene. — 
Jegomösc (poln.): gnadiger Herr. Stiobus 4, 
3440b. — Jehöv-ah (hebr.), m., —#; 0: bei den 
Suden der unaussprechlich heilige Name Gottes, 
s. Gestnius s. v. N##, vgl. Adonak, Jahweh u.: 
Es giebt daher fur Gott keinen sein Wesen bezeichnenden 
Namen ..; das eine zum Ausdruck seines Wesens die- 
nende geheimnisvolle Wort (welches man nachher, weil 
es stets so vokalisiert worden, J. gelesen hat u. neuer- 
dings Jahweh lesen will). Jost Gsch. d. Jurth. 1, 
302 re. U.: Keiner durfte den Tempel des Serapis be- 
treten, der nicht den Namen Jao od. J-ha-ho — ein 
Jeni 560 
Name, der mit dem hebr. J. fast gleichlautend, auch ver- 
muthlich v. dem nämlichen Inhalt ist — an der Brust 
od. Slirn trug. Sch. 101 6a 2c., — z. B. als Amphi- 
brach: Im Antlitz J. [— 3—61. Al. M. 5, 327; Dort. 
wo J. stand. Sch. Göd. 1, 12; Befruchtet von 3—8 
Hauche. 182; 273 ꝛc.; ugw. in Mz.: Über rie Men- 
schen nicht sollt ihr die Menschheit u. über die Mensch- 
heit] nicht den Olymp u. seine Jehöven unhöllisch ver- 
gessen lo Teufel]. Sonntuberg Don. ꝛe.; zuw. als 
Amphimacer, z. B.: Wie groß ist 3.1 Platen 1, 87; 
Der Geber Z. Namier F. 3, 38. Als Bstw. z. B.: 
J.-Blünchen, Saxifraga punctäta, mit rothen 
Täüpfeln, worin man das Wort Z. erblickt. Onen 
3, 1992; Der Eindruck der schauerl. Erhabenheit eines 
alttestamentalischen J.-- Zornes. Rat3# 21, 31. 
ismus, m., uv.; 0: Zehovah-Dienst. Slobus 11, 
30 la. Tiflisch, a.: dem Jehovismus angehörig, 
gemäß 2c. 302a. — Irjün (lat.), a.: nüch- 
tern. ität f.; -en: Nüchternheit, etwas 
Nüchternes, Seichtes. — Jectigation (ulat.), 
f.; -en: krankhaftes Zucken; Zittern des Pul- 
ses; Fallsucht. — Irlék: 1) (arab.) f.; —6: 
ein langer Frauenrock, von der Jacke (Anteri) 
nur durch die Länge verschieden, s. Weils Kost. 2, 
260 ff.; Die Tracht lder ägort. Almeh od. Tänzerin! 
besiand aus einer niedlich gestickten J. od. Anteri [J. d.] 
u. Unterbosen (Schintijan) vom schönsten Stoff. Globus 
7, 52b 2c. — 2) (s. 1) bei den Serben als männl. 
Tracht: Weste. Gerhard Wil. 2, 211. — Jelkowan 
(türk.), pl.: „die der Wind treibt“, Bezz. kleiner 
Vögel am Bosperus, die ruhelos hin u. her 
fliegen, auch les ämes damnCEes llisäm danel, die 
„verdammten, rerlorenen Seelen“ genannt. peur- 
mann Or. 1, 16. — Jelldo, m., —s; —#: Der mon- 
golische J., ein langbärtiger Geier. Kohl Pet. 1, 27 82c. 
— Jelowo (serb.), f.; —#: Esche. Globus 7, 171b. 
— Jelsomfn, m., —e|e; —e: s. JZasmin. — 
Jemen: ein Theil Arabiens: Im Lande Demen. 
Treiligrath SW. 1, 237 2c.; ugw. 3silbig: Die Lutt, 
die YDemen's (—— bezauberte Gefilde durchwürzt. W. 
12, 301. — Jemenüsofe, n., —s; —: (auf 
Borkum) Bienennest. Natur 14, 37 3a. — I. Jemer, 
Jemin-e, -i: s. Jesus. — II. Jemin (hebr., 
ar.): rechts: die Rechte: J. ad daulat (rechte Hand 
res Staats), als ein vom Kalifen verliehner heher 
Chrentitel. Weils Kost 2, 237. — Jemisch (türk.), 
n.: Frucht. -dschi, m., —#; -s: Frucht-, Obst- 
händler. Hammer 10, 351; J.-Baschi, Fruchtauf- 
seher. ebd. — Jemurischak (türk.), k.; 0: Pest 
— (russ.) Tsch#ma; (ugr.) Pannkla. Kohl Sürr. 1, 
809. — Jenadizze-wug (bei den nordamerikan. 
Indianern): Leute, die Z. genannt werden, k. h. Land- 
streicher, Aufschneider, Zierbengel. reiligra1h H. 310.— 
Jendjebüle (türk.), f.; —: — (serb.) Djewerusche 
(l. d.). Calri 2, VI 2c. — Jonequen, m., —; —: 
eine zu den Agaven gehörige Faserpflanze. Aueld. 
35, 1041a. — Jeni (türk.), a.: neu, z. B.: J. 
Dunia (s. d.); 3. Tscheri (s. d.), neue Truppe. 
Hommer 10, 351 (s. Janitschar), dazu: FJenitscheri- 
Efendisi, Sekretir-Mustermeister. rdd., vgl.: Kamen 
wir an einen Chan, der neue Chan genannt, arab.:
        <pb n="586" />
        570 Jenisch 
Chan Dschedaide, türk.: Chan Zenitsche. Pe#ermann 
Or. 2, 63 2c. — Jenisch, a.: der Gannersprache 
eigen 2c.: Rothwälsch u. J., Das ist die nämliche 
Zunge. Kurz Sonn. 297, s. nam. Hoerrig 33, 201 ff. 
— Jeénner: s. Zunuar. — Jenn-#gl. dsbenni), 
f.; zies: weibl. Name (Johanna 1c.); danach: 3.= 
Maschine (Karmarsch M. 2, 699) od. 3. (287), die 
von Arkwright Ispr. —relt] erfundne u. nach seiner 
Frau benannte Baumwollipinnmaschine, vgl. 
auch: Die Mule [spr. mjim -Spinnmaschine hat ihren 
Namen daher erhalten, daß sie durch die Kombination 
wesentlicher Bestanrtheile von 2 äliern Arten Spinn- 
maschinen entstand, näml. der Z.- u. der Water- spr. 
uwäter] Maschine, also gleichsam ein Bastard, wie das 
Maultbier (mule) ist. Man nennt sie auch wobl Mule- 
Z. Kormarsch 1, 114; M. 2, 533 2c. — Jentäculum 
Ilat., § 24, 2, n.]): Morgenimbiß, Fruͤhstück. 
GSlobus 7, 7a; Guhl 2, 253. — Jerboa (ar.), t.; 
—6: Springmaus. Olen 7, 788, s. Jarbea u.: 
Erkremente der Springmaus. Dhscherboa genannt. 
Ptiermann Or. 2, 305. — Jerrmiade, f.; In: 
Klagelied, Jammerklage, — nach den Klageliedern 
Jeremtä (des Proxheten Jeremias) in der Bibel: 
Bei einem langen Jammer= u. 3— -Duett. Uoumer Br. 
aus Frlf. 1, 76. — Jerkmilih: s. Igirmilk. — 
Jerrmüdi (ind.), m., —s, uv.; -s6, uv.: Führer 
einer Prau (s. d.). Ausld. 39, 1046b. — Jericho 
(hebr.), n., —s; 0: Start in Indäa; sprchw.: 
Da war groß Leid in Z., z. B. Wich. fange 117 2c.; 
3S.Rose, Anastänca (s. d. u. Guskow 3. 1, 181). 
— Jerli (lürk.), pl.: die bei der ersten Samm- 
lung gewonnenen Galläpfel (die grünen dd. 
schwarzen Gallen). Karmarsch 2,9. — Jersch (russ.), 
m., uv.; uv.; -tschi, m., —#: -s: Kaulbars. 
Kohl Pet. 1, 55. — Jrrum;: f. Jesus. — Jeri- 
salem (hebr.), n., —; 0: die Haupt= u. heilige 
Temvelstadt der Juden: Das neue, das bimmlssche 
Z., Bez. eines himmlischen, seligen Reichs; 3—é. 
Artischote, Cucürbita melopöpo. Ohen 3, 831; 
Kreuz, eine Pfl., Lychnis chalcedönicn. 1362; 
auch eine Sorte Spipäpfel (Taubenavfel). 2086; 
Salbei, Phlömis fruricösa. — Jesabél (bebr.), 
f.: —en, —#: weibl. Name, bes.: das Weib Ahab's, 
des Königs von Israel, ber#chtigt durch Grausam= 
feit 2c., genauer Isebel (s. 1. A#ön. 16, 31; 2, 9, V ff., 
vgl. Isabell), auch antonomasiisch: Von den Eng- 
landern als 3. u. Messalina des Pendschab bezeichnet. 
Clobus 6, 146b; Die Delila'n, die Jaeln, 3-##en# u. 
Batkseba'n, w. 20, 163. — Irschemi: s. Jaspis. 
— Jeschibot (bhebr.), f.; —#: Lehrschule: Die Er- 
baltung von Talmud-Tbora-Schulen u. Unterstukung fur 
die Schuler der 3. frankl Zer. 1, 198; Eine 3. 203. 
— Jeschir, m., —6; —s: Die Griechen beißen lbei den 
Turken] Z. od. Stlaven. Lindau Walfb. 15, s. Zeser. — 
Jesch (pers.), n., —#; —#: Gebet: Zedes Gebet, 
Z., wird nach dem Geiste genannt, dem es gewidmet i#, 
z. B. 3. Mithra. Nofenkranz Psch. 115. — Jeser 
(lrk.), m., —#; —#: Sklave: J.-Bazar (s. d.). 
Lundou Walfh. 1, 129, s. Zeschir. — Jesid-e, m., In; 
— : --i, m., uv. : —, uv. : Name einer Neligionssekte 
nord= u. westwarts von Mosul #.: Sie selbst nennen 
Jefus 
sich Däseni, Plur.: Dawäsen, scheinen aber keine 
Abneigung gegen die Benennung Fesidi zu haben. Den 
letztern Namen leiten sie den Moslemen zu Liebe v. den 
Chalifen Zesid ab, was aber wabrscheinlich ganz gegen 
ibren Sinn ist, da er ihrer Annahme zufolge sicher von 
Jesd (Gott) alzuleiten ist r#e. Petermonn Or. 2. 332 
(vgl. Jasden); Jeder Jesiri. 333; Man nennt sie gw. 
„Teufelsverehrer“, weil sie nicht leiren, das man dem 
Teufel fluche. 331; Jesiris (sogenannte Teufelsverehrer). 
In .. den jesidischen Dörfern. 49. — Jeller 
(engl. dsbester). m., —s; —#: Spaßmacher, — auch: 
Die lirischen] Barden sanken nun in ihrer socialen Stel- 
lung herunter u. wurden in Cleasambnaigb (Possen- 
reißer), in 3—56 (Mimiker) u. in Dreisbhearraigh 
(Erzäbler) unterschieden. Uolenkranz Poes. Gsch. 276. 
— Jesuit (mlat.), m., —en, —#; —-en: Mitglied 
des von Ignatius (s. d.) Loyola (s. d.) gestifteien, 
mehrmals aufgehobnen u. wieder eingeführten 
Ordens der „Gesellschaft Jefn“ (s. Gesu): Ex.3. 
forster Br. 1, 554; Kech's Br. 2, 94 rc., Mitglied 
des aufgehobnen Ordens 2c.; 38—en-Konvikt. 
Grenzb. 26, 2, 382 rc.; auch: 3-er (s. d.) 2c. auch 
übrtr.: Pers. von ähnl. Grundsätzen, nam. ein 
Scheinheiliger, dem alle Mittel recht sind, zu seinem 
Ziel zu kommen: Erz= 3. Prus Woch. 27 2c.; auch 
ein Fisch in Ostindien, Dascyllus arnänus. -en, 
intr. (haben): jesuitisch reden, handein r.: R. 
jesuirete etwas. Ense Tag. 1, 106. -er, m., —6; 
uv.: Zesnit: Den Riner, /den Hanrwerksmann u. 
den 3. Sch. 329a 2c.; vgl., in wortspielender Ver- 
drehung: Gottzuwider, Sesseer u. Gößsuiter. fischatt 
Bien. 2 13; Jesuwider. Derl. (DSiol. s, 563 rc.), Zefu- 
birter (# 3373); Zebusiter (576 2c., vgl. Jos. 15, 63) c. 
Als Büw.;: 3.= (od. Zesuiten-) General (s. d. 23); 
Kloster; Kollegium; Konvikt; Vom 3#en- 
Thurm das bekannte hastige 3-en-Läuten. Cutkom 
Z. 4. 182; 3.= 3-en-Moral; Orden: = Pulver, 
Chinapulver;: „Rausch, halber, leichter Rausch 
(Gaftz schwerer od. Kapuziner-Rausch);-Schule; 
Thee (Böirys mexicäna, Karthäuser-Th.); --Thburm, 
s. o.: -Läuten;. Zögling 2c. erei, f.; -en: 
Lehre, Treiben, Thun der Jesuiten. Scherr Stur. 1, 
151. Sesse, k.: —## : weiblicher Zesult (Zesunin): 
Um 3. zu werden, „Redemptoristin = (s. d.] nach dem 
außern Ausdruck. Gutkow 3. 7, 365; 9, 139 2c. 
Tisch, a.: dem Jesuilismus gemäß 2c. -ismus, 
m., uͤv.; 0: Jesniterei. okatholiciomus, m., 
uv.; 0: im Jesuitismus wurzelnder Katbolleis-= 
mus: Der niedere Kurarklerus ist dem J. gänzlich ver- 
festet. Volhst. 17, 31. — Jel- us (hebr.), m., uv., 
en: 0: männl. Name, z. B. 3. Sirach 2c.; bes.: 
Z. Cbriftus (s. d.), in gr. Schrift: IHXO, aus 
dessen 3 ersten Buchst. die Abkürzung I. H. S. ent- 
land, mit mehrfachen Umreutungen, z. B. Jsus 
IIöminum 8 alvätor, J., der Menschen Heiland, 
od.: J ösus llortätor S anctörum. 3., Ermahner 
der Heiligen, od.: In llo Sälus, in ihm ist 
Heil r., vgl. auch gr. IXOTZ (ichtbrs, Fisch#, 
als Erkennungszeichen der frühesten Christen, ent- 
srrechend den Anfangsbuchst, der Worte Irooot 
X iorör G##ob L Torye (3. Christos, Genes
        <pb n="587" />
        Jet 
Sobn, Heiland), s. Ross Ins. 3, 162 r. Im Genit. 
u. Dat. gw. Zesu. z. B.: Um Zesu willen; Die Ge- 
sellschaft Zesu, s. Zesuit c.; Acc.: Jesum; vrkl.: Mit 
rem Zesulein. Schlegel Gd. 1, 197 2c.; im Vokak., 
als Ausruf: 3.1; Herr S.1, auch: Herr Zeses! 
Brochvogel FB. 2, 137; Herr Zẽh!; 3e (l. d. 11. Ss.); 
(Herr) Jemer!; (Herr) Jémine!; Jemini!; O 
Zerel; (Herr) Jerum!t c. Als Büw. z. B.: Ein 
.-Bilv. Petermonn Or. 1, 212; J.-Chris-Wur- 
zel, Arlerfarn, dessen durchschnittne Wurzel eine 
Figur zeigt, die man theils als Doppeladler, tkeils 
als die Buchst. J. C. deutet, s. Oen 3, 329; Z.- 
Hand, Orchis conépsea. 176; Die Himmelskönigin 
.. mit dem schönen 3.-Knaben. Sch. 459b 2. — 
Jet: 1) (frz. she), m., —§; —§: Wurf; hervor- 
springender Strahl: J. d’eau Irö], Wasserstrahl 
einer Fontäne 2c. (vgl. godet). — 2) (engl. riten) 
n., —#; —: Gagat, zu Schmuck-Ggüdrn, s. Ua#. 
20, 41; 439 u.: Als eiwas eigenthumlich York sches, 
eine Art Gagat, Errpech, die Engländer nennen es 3. 
Kohl Cngl. 2, 101, vgl. Jais. — Jetelätzi (bulgar.), 
m., uv.; uv.: Schnitler: In Scharen, die Z., auf 
Griechisch aber Theristetais heißen. Cnodert 1, 24.— 
Jeton (frz. shetöng), m., — —#: Zahl-, Spiel- 
pfennig; Schaumünze: Meraillen, Zett ons u. neuere 
Munzen. G. 31, 346. — Jetsam (engl. r#-—), n.;, 
— ; —ö: s. Lagan. — Jettat-öre, -ũra #st—: 
s. Gen 2c. — Jeu (srz. shö), n., —; —r (#bös): 
Spiel, z. B.: Ich babe ein kleines S. arrangiert. 
Spielhagen Pr. 1, 64 r2rc., auch orkl.: Ein kleines 
Schen gemacht. Reib. 2, 256 2c.; J. sinĩ [das Spiel 
ist fertig, vorbeil. flinger Sp. 35 2c.; Naison 
(mäsöng! de j., Spielhaus; Koprit lespril de j., 
Sxiel-Geist,= Sinn, Verstand, -Verständnis; J. 
d'esprit, Spiel, wobei es sich nam. um eine gewisse 
Schlagferligkeit des Geistes handelt; J— de 
carrousels (s. d.). H Kleit Bul. 19 5 2c.; J. de paume 
(s. d.) 2c.; J—x floraux, „Blumenspiele“, Art 
poetischer Wetlipiele, wobei die Preise goldne u. 
silberne Blumen waren; J. parti, s. Joc 2c. — 
Jendi (frz. shört), m.: Donnerstag, lat. Jövis 
(l. 5.) dĩes. — Jenn-e (irz. ihön), a.: jung: J. 
lomme lömml, junger Mensch; Ihm, dem ewigen J. 
bomme u. 60jährigen Adonis. Gutzom 3. 1, 150 cc. 
-esse lẽẽl, f.; —s: Jugend: Nein, riese Z. ljungen 
Lentel. Sartenl. 16, 50 ob 2c.; Die j. dorée (s. d. J. 
13, 602b; 674b; Hausbl. (66) 4, 11; Wachenhusen 
Zig. 213 1c. — Jewraschka, f.; —: s. Suslik. — 
Jezide: s. Zeside. 
Jiböpa: s. Bea 1. — Jig (engl. rschigg), 
m. (a.), —;; —; (k.; 3): (1. Gigue): Die 
eine richtige J. tanzte. Gerböcker Neis. 2, 42; Ein 
sogenannter J. 10; Der irische 3. Es iüt Das nicht 
ganz ein Tanz in unserm Sinne des Worts. Uodenberg 
Ins. Heil. 1, 13; 257; 2, 170. gen, intr. 
(haben): den Jig tanzen. ebv. — Jigger, m.: 
s. Chique 1. — Jicära (ipan.ch-), f.; —: Tasse: 
Eine 3. roll Chokolade. Erenzb. 24, 2, 909 (auch 
geschr. Ticara); Z. (Chikara), ein Trinknapf aus der- 
selben Fruchtschale lder Crescential. 24, 1, 212; 319; 
*1 
Aus den auszgehöhlten Früchten kes J.-Baumes, 
Jor 571 
Crescéntia (srr. Chifara, d. i. Chokeladentasse). Scherzer 
Nat. 147. — Jilan (türk.), n., —; —5: Nasen- 
stück des Pferdes. Hammer 10, 351. — Jildirim, 
m., —5; —s: „Wetterürahl“, Beiname Bajasid's. 
ebd., auch z. B.: Er war nicht mehr der Bunabarde 
(Benaparte] 3. Scherr Bl. 3, 333. — Jingo ash-): 
Beim 3.1, als Betheurungsformel ed. Fluch, in 
Nordamer. Ruppius Surr. 198 2c. — Jipijäpa, f.; 
—&amp; : die unent'altete Blattknofre der Huanopalme, 
zur Verfertigung der Panamabüte dienend. Ausld. 
38. 999a. — Jitäno;: s. Gitano. Elobus 12, 344a. 
Jô: s. Jo 1; II.— Joaill-eris (irz. sheall), 
f.; —: Inwelier-Kunst, -Geschäft, allerlei Juwe- 
len. ier (—J, m., —; —s: Juwelier. — Jöb: 
1) s. Hiob. — 2) (engl. rsböbb) n., —s: —: Ge- 
schäft zu Erzielung ven Gewinn: Was jedes j. 
(Geschäsftichen) gekostet. Grenzb. 26, 3, 451; Daß die 
ganze Ausstellung ein „3.“ u. .. zu schamlosen Er- 
rressungen misbraucht worden sei. Hadhländer Seireh. 
160 2c. -ber, m., —s; —: svekulierender Ge- 
schäftsmann, nam. Börsenspekulant, Wechsler, — 
best.: Stock-3.: Dieses elende Mäkler-, Fixer- u. J.= 
Geschlecht. King Verl. Gschl. 2, 47 „c.; Land-s., 
Maätkier mit Ländereien, Farmen 2c. in Nordamer., 
Australien (Na#z. 21, 599). beref, f.; —en: 
Thun u. Treiben eines Zobbers: Die Srock= 3. ist 
eine Art ron Aktienkrämerei. Ksser Pb. 3, 39; Eneykl. 
f. Saufl. 703a 2c. -bing, n.: Sobberei: Ein 8. 
House [(Hauf'I. Uals. 22, 10, Bank-, Wechsel-Haus, 
.Geschäft. — Jöbel (bebr.), m., —s; uv.:; ein 
Blase-Instrument, Art Posaune (J.-Lorn): dann: 
Zähle die 7 Jahr-Feier, 7 Jahre 7mal .. u. laß Po- 
saunenschall ergehen .. u. beiliget das 50ste Jahr, daß 
ihr Freibeit ausrufet durch das Land all seinen Beweh- 
nern; ein J. soll dasselbe euch sein, daß ihr zurückkehret 
Jeglicher zu seinem Beütz 2c. Zunz (3. Koöf. 25, 5 ff.); 
In diesem Zahre des 3—s. 13; Zum J.-Jahr. 10 2c., 
bei guther Halljahr, auch: Erlas jahr (u. Zubel fahr, 
vgl. Jubiläum r2c.), vgl. Halljahrs-Sern, Vosaunen. 
Jos. 6, 4 ff. — Jochem: s. Finkel--J. — Jöci:##. 
Jocus. — Jod (gr.), n., —; 0: (Chem.) ein dem 
Chlor verwanttes, nicht metallisches Element, zu- 
meist aus Kelp (s. d.) dargeuellt, in Damrfform 
„veilchenblau“, als Haupkreagens guf Skärke die- 
nend, bes. als Arznei (z. B. gegen Kröpfe 2c.) U. 
in der Photographie benust, s. Kormarsch 2, 307 fl.; 
Mitscherlich 1, 71 2c.; —.-Eisen;-Kalium; 
.Kupfer 2c.; Mit Sauerstoff bilret 3. die 3.= u. 
Unter-3.-Säure 2c.; = Gehalt; balrig; 
.Gewinnung 2c.; So brüreichen z. B. J.-Mani- 
aci mit 3.-Tinktur. Gorienl, 15, 36a. Zät, n., 
—#eys; -e: Jot-Metall. -id, n., —e)s; e: ein 
einem Orye — wie Jedür dem Orydul — ent- 
sprechendes Jor-Metall od. Haloltsalz (s. d.): 
Queckslber- Z.; „Sodur. MHlilscherlich 2, 2, 392 kc. 
TkEren, tr.: Etwas den Einwirkungen von Soi- 
dämpfen aussetzen, bes. in der Photogr. Karmarsch 
2, 583 ff.; Alle vom Licht getroffnen Stellen der Jodie- 
rung. ibd.; Dieses „i odirte“ Papier. 1, 130. -in, 
n., —e); 0; -ine, f.; 0: Jod. -ür, n., —(e); 
e: s. Zorik. — Joe (engl. rstö): s. Meiringer.
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        572 Joglu)i 
— Joglu)i: s. Gogui. — Johänn (hebr.), 
m., ·s; —#: männlicher Name, vgl. 2. chr. 
17. 15 1c. u. Zan. a, f.; —#, ens; —: weibl. 
Name. —es, m., uv.; uv. [8 24, 3, is]: s. Jo- 
hann, z. B.: J. d. Täufer; J. der Evangelist; Offen- 
barung S. Johannis r2c., s. Herodes; Ein Sanki-Z.= 
Glaube. H. (Wackern. 2, 9462). -is: eig. Genit. v. 
Johannes (s. d.), auch: f.; uv.: das Fest Zohannes 
des Täufers um die Zeit der Sommersonnenwende 
(24. Inni): Bis künftige 3. Bürger 178a; k. 12, 
278; 391 dc. (zuw.: Zohänni). Ferner als 
Bstw., z. B.: 3.-Apfel, Art Apfel, die schon um 
J. reif werden; = Bad, am J.-Fest; -Beere, 
Ribes, bes. R. rubrum, um S. reisend, . Beer- 
strauch 2c.; -Birne, vgl. „Apfel; = Blume, 
Chry'sänthemum leucänthemum; ---Blut, IIpêri- 
cum perforätum. Ohen 3, 1370; Simrock Myth. 
27t ꝛe.; auch — poln. Schildlaus, s. Karmarsch 2, 
411; -Brot, die Frucht des 3.-Brotbaums, Cera- 
tönia (s. Karube);= Christ, Jünger J. des Täufers 
(Manrdäer, Zabier 2c.), s. Peiermann Or. 2, 96; 98; 
Fackel, Verbäáscum blattäria; „ Fest; „Feuer, 
zur Feier des J.-Festes. G. 27, 153; Vonbun 97; 
Kimrock Motb. 568 2c.; = Funfe. . Gleinchen, 
Wurm, Lámpp)y-ris noctiluca;-Gebräuche. Simroch 
Myth. 568, am 3.-Tag; -Grad, bei den Frei- 
maurern; = Groschen, alte schles. Münze; Gür- 
tel, Lycopödium clavätum; auch Artemfsin; 
-Häudchen, Aspidium filik más; Holz, S3.= 
Apfelbanm; „= Junger, „Corist; Käfer, Leucht- 
fäfer, vgl. = Junke; -Kräuter, die am J.-Fest ge- 
sammelt zu werden pflegen, s. -Blut, „Gürtel 2c.; 
Loge, der Freimaurer am J.-Tag; -Nach:, vor 
dem S.-Tage; Ol, v. IlI) pricum perforätum, 
s. .- Blur;-Orden, dessen Schutzpatron S. Johan- 
nes; = Pfirsich, vgl. -Apfel; Pflanzen, Kräu- 
ter; -Ritter, s.Orden; = Schleßen, Scheiben- 
schießen um J.;= Schnake, Bĩbio J.;-Schüler, 
Christ; Segen, am Tage des Evangelisten J. 
(27. Dec.) geweihter Wein, als Trunk, dem be- 
sondre Wirksamkeit beigemessen wird, s. Ss. 2, 
1059; Simrock Myth. 521; Simolicilsimus 3, 32822; 
Waldis Es. 1, 41 21 2c.;-Tag; Tovpf, in der S.= 
Nacht mit brennenden Lichtern besteckter Blumen-- 
topf;-Traube, „Beere; Man spricht bei Gewächsen 
von einem zweiten Triebe, einem J.-Triebc. König 
Saalf. 3, 69; Uatur 15, 3733; Damals noch einen 
J.-Trieb im Busen, aber nun vollends abgesommert. 
Gattenl. 15, 7956Cà; -Trunk, Segen; Wedel, 
Wenrel, Spirten ulmäria; „-Weire, Wiese, die um 
Johannis als Viehtrift dient; Weibe, Segen; 
. Wurm, Funke; „Zuckerbirn, Art Sommer- 
birn 2c. -iter, m., s; uv. : s. Hospitaliter, z. B.; 
Die 3. Sch. s2b, wofür es Sch. Mus. 90 helßt: Die 
Ritter des Spitals zu Jerusalem 2c.; J.-Orden: 
-Ritter, vgl. Malteser; Rhodiser; auch 3—-in, 
Hospitaliterin. — John (engl. Tshönn), m.: 
Johann, Hans, bes.: 3. Bull (s. d. 1) m. der 
Fortbild.: Zohnbullthum. — Joihat, m., —S; 
—: Gesang der Lappländer (vgl. Wuollee, Mz.: 
eh, für die Melodien). Olobus 4, 375b. — Jointk- 
Jongleur 
tenank (engl. dsbe#nt-), m., —# ; —s: Miträchter. 
+urc □schurl, n., —#: —: der Ehefrau ausgesetztes 
Witthum. — Joe (proveng.), m., —: —8 : Spiel: 
Tenzöne v. tensös, Streit. Sie war ein Wettgesang über 
irgend einen beliebigen Ggsto, elne Dialektik des Witzes 
u. hieß auch contenciôs od. i—s partitz, d. h. lirz.] jeu 
Parti, weil die Streitenden sich in die Fragen tbeilien, 
daher auch partimens od. partia, Theilung. Bezog sie 
sich auf Liebe, so hieß sie auch j-s d’amor od. 1—# 
enamoratz, Liebesspiel. Nosenkronz Pocs. Gsch. 170. 
Joke (engl. o#sbof), m., —; —#: Scheri, Spaß 2c. 
Mag. d. Aueld. 36, 108a. — Jöchermöding: s. 
Küäötlermörring. — Jockheg (engl. r#shöcki), m., -; 
—6 : Diener für die Nennpferde (vgl. groom). Joller 
Renn. 24; 32, s. Dumb-J. 2c.; Der 3.-Club reprä- 
sentiert gewissermassen das Haus der Gemeinen in der 
Konstitution des Srorts. Der 3.-Cliukb besteht aus 
60 Edelleuten u. Gentlemen, deren Charakter mafellos. 
Dieses Tribunal 2c. 82, ähnl. auf dem Kontinent: 
ein Klubb von Sports-Liebhabern. — Joôcho, m., 
—s; —: Art menschenähnl. Affe. Ohen 7. 1915 ff. 
— Jocos (lat.), a.: scherzhaft, spaßig, kurz- 
weilig 2c. Ja, pl. I§ 21, 2, n.): jokose Dinge. 
— Jorote (ch, t.; —#: 3., 3.-Baum, ein suͤd- 
amer. Baum mit pflaumenartigen Früchten, woraus 
Chicha (s. d.) bereitet wird. Scherzer Nat. 147. — 
Jocrisse (frz. sbetrißz), m., uv.; —S#: Einfalts- 
pinsel, Tölpel, auch als komische Figur der Straben- 
fomödie 2c. — Jöc- ulätor (lat.), m., —# ; ören 
[5 24, 3, öris!: Spaßmacher, Gaukler 2c., vgl. 
Songleur. ulirren, intr. (haben): sraßen, scher- 
zen 2c. -us, m. I§ 24, 21: Spiel, Scherz. Spaß 
ꝛe. (s. Jur): Pér jöcum vd. jöci cäüsa, aus Sraß, 
Spaßes halber; Extra jöcum od. jöco remöto, 
Spaß bei Seite; Inter jöcos ẽt sria, unter Scherz 
u. Ernst 2c.; Er verstand den J.] mit Flat höcus- 
pöcus. Bürger 23b, die Verwandlungskunst; auch: 
der Genius des Scherzes u. sein Zepter (I.-Stab, 
Zepter, frz. marotte). Ramter Mrtb. 169; 112; 
1859. — Joli (srz. sbeli), a.: hübsch, niedlich, 
artig #c., daher auch m.: Hundename. — Jolith: 
s. Jolith. — Jöllman (kalmück.), m., —#: —: 
Springer, Springmaus, z. B.: Cbein.. (Schaf- 
springer), Dipus sagitin (s. Alagdagba); Mus jäcu- 
lus. Bei den Russen heißt er Semlaen## Saeßz 
(Höhlenhase) u. Tuschkantschik (Hislein), bei den Tataren 
Jallmann, bei den Kalmucken Morin-3. (Pferr- 
frrunger). Oken 7, 191.— Jömfru (dän.), (.: —#: 
Jungfrau, Fräulein: Z. Emma. Menermann 3, 1 a, 
s. Zuffer ꝛe. — Jon 2c.: s. Jon ic. — Jönapot 
(ungr.), n.: Willkommen. Aschirmer Au. 1. 123. 
— Jonalhan (bebr.), m., —#: —i4: männl. 
Name: David u. J., Bez. kreuer Freunde (s. 1. Sam. 
20, 17; 2, 1, 26 2c.) 2c.; Bruder J. Bez. des 
nordamer. Volks nach einem Wort Wasbington's 
in Bezug auf seinen Freund 3. Trumbull (vgl. 
Uncle Sam). — Jongl-rrie (kfri. ib-), f.; —4, 
—n: Thun u. Kunst eines ZJongleurs: In der Zous 
leurie u. speriell im Valancieren. Derl. Montagsz, 7. 
11. -eur (□ör), m., —: —#. —e: im Miltelalter, 
Spielmann, wandernder Volksdichter: Es wimmelte
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        Jonisch 
bei uns zu Lande v. treffl. Trouvères u. Ditiers u. 
Js. PGheyste N. 78; Salon 1, 480; 3—-8. So hießen 
v. jöcus, Spiel, joculatöres, auch ministräles, mi- 
nistrélli, scürra# Diejenigen, welche aus der Poesie u. 
Musik ein Gewerbe machten u. auch durch Tanz u. Pan- 
tomime unterbielten. Nolenkranz Poes. Gsch. 467 te., 
vgl.: Die 3—s unterbielten das Publikum auch durch 
Possenreißerei, durch Taschenfpielerei 2c. 474 2c., daher 
heute gw.: Gankler, Aquilibrist, Taschenspieler 2c., 
auch übrtr.: Einer der größten aller Wort-Z., die 
jemals dialektisches Ring-, Becher= u. Ballspiel trieben. 
Scherr Bl. 2, 133 2c. — Jonisch: s. ienisch. — 
Jönke: s. Dschenke. — Jonquille (frz. shenkili): 
1) f.; —n: Art hochgelber Nareisse, Binsennareisse. 
G. 18, 333 :c.; Das Gelbe der „Schonkiljen . Brockes 
9, 96 2c. — 2) a.; hochgelb: Gesichtsfarbe, die ins 
J. fiel. w. 21, 252. — Jöntef (bebr.), m., —s; 
—#6# : 1) jürischer Festtag. — 2) Bez. für Trumpf 
im Klabberjasspiel. -tig, a.: für die jüd. Fest- 
tage bestimmt 2c.: Ein Fäschen j-en Brannwwein. 
Heine 19, 171. — Jöntries, pl.: Musiker in 
Indien. Meyer Konv. Lex. 2, 702b. — Jöran, m., 
—6; —: im Waadt-Lande ein kurzer aus den Inra- 
thälern zum Genfer See hervorblasender Wind. — 
Jördan, m., —s; -e: 1) Fluß in Palästina. 
Danach, bei den Mandäern, übrh.: fließendes 
Wasser, vgl.: Der Zaͤrdena rabba, „der große Z.“, 
aus welchem Hajje (s. d.) kadmäje, das erste Leben ent- 
sprang u. viele J—e. die sich in die Welt des Äthers er- 
gossen 2c. pel#ermann Or. 2, 448 2c. — 2) Krach-, 
Knack-- cd. J—#-Mandeln. Cnchykl. f. Kauff. 561b. 
— Jördh (nord. Myth.), f.; 0: die Erde, als 
Göttin. Simrock Mytb. 27. — Jörgan (türk.), m., 
—8; —#: Bettdecke: Er war augenscheinlich eben erst 
aus seinem Yorgan ausfgetaucht. Grenzb. 26, 4, 269. 
— Jörmungandr (nord. Myth.), m.: Midgard- 
schlange (s. d.). Simrok Meth. 115. — Jornada 
(sran.ch-), f.; -S#: „Tagewerk“, Akteines Dramas. 
Rosenkranz Poes. Gsch. 595; H5Sschmiv 4, 109. — 
Jölaphat (hebr.), Eigenname: Wemit dieser Kasus 
wobl in das Thal J. gewandert sein wird. Volksz. 17, 
104, auf den jüngsten Tag verschoben, vgl. 906e#1 3, 
7; 17. — Jöseph (hebr.), m.: männl. Name (s. 
Sassuf; Potirhar); dazu z. B. in Bezug auf Kaiser 3. II. 
(von Ostreich): Aus dem Standpunkte, welchen man als 
den jMinischen zu bezeichnen gewohnt war. Das, was 
man Jinismus neunt. Uat 3. 21, 139 cc.; ferner 
in Spanien, in Bezug auf 3. Boenavarte; Die 
Zosefinos, s. Afrancesado 2c. — Jöslia, m., uv.; 
uv.: Hügel, welche die Turkomanen zu Ehren ihrer 
großen Todten aufwerfen. Giobus 9, 35b. — 
Jössakeed (tschippew.), m., —6; —# : Proyhet. 
freiligroh H. 203; 314. — Jossochromik (gr.), 
f.; —eyn: Art Buntmalerei: Eine kolorierte Photo- 
grarhie, die sehr an die sogen. J. erinnert. Nat.3. 19, 
75. — Jota rc.: s. Jota 2c. — Jötun (nord. 
Myth.), m., —s; e, Jötnar: Riese: Das Geschlecht 
der Thursen, d. h. der Dürren, Durstigen u. J-e, d. h. 
Esser. Eumüller Herbst. 1, 72; Simrock Myth. 435 
(vgl. Jättestuer). -heim, n., —; 0: J., die Riesen- 
welt, auch Utgard genannt. 44. — Jouoaillerie: s. 
Journée 573 
Joaillerie. — Joné (frz. shu-), a.: gesvielt, be- 
trogen: Man hielt sich hier für j. von Italien. Zetl. 
Montagsz. 7, 43 2c. et [##I., m., —#; —8: Spiel- 
zeug; Svielball. -rur (-örl., m., -s; —#: Spieler: 
J. de Gobelets (s. d.) 2c. — Jonilsance (irz. 
sbuissingß), k.; —#: Genuß: Nutznießung; schlupf- 
riges Gedicht. — Jounjon (frz. shusbü), m., n., 
— : —#: Spielzeug, nam. eine an einer Schnur 
auf= u. niederrollende Scheibe. Kerner Bild. 107 2c., 
vgl. G. 1, 291 No. 91. — Jour (iz. shür), m., 
— S: Tag: Bon (s. d.) j.; Faux (s. d.) i. ; Courts 
(s. d.) i—##; Js de faveur (s. d.) od. de gräce 
(s. d.); J. fixe (s. d.); J. gras (s. d.) u. maigre 2c.; 
ferner: Aj., so daß das (Tages-) Licht durchscheint 
(s. ajonriert): A j. gefaster Erelstein; A j. sdurch- 
brochen] gewebte Strümrfe. Immermann M. 1, 260; 
262; Etoffes (s. d.) à j.; Eine Bühne, auf der Alles 
2 jour, Alles Trikot sein mus. Wachenhulen Era . ꝛc.; 
(kaufm.) A j. sein, von Rechnungebüchern, bis auf 
den laufenden Tag in Ordnung 2c. (vgl. au cou- 
rant); ferner: De j. sein, Dienst haben: Vagen .., 
wo ihrer beständig 15 de j. sind. Kohl Pet. 2, 315 te. 
(s. dejeurieren): auch: du ldüj j. petermann Or. 1, 
67, woraus Mißverstand ein weibl. Hw. gebildet: 
Die Z. haben 2c.: Der Goüt du lgu dül j., der Tages- 
(d. h. zur Zeit herrschende) Geschmack; Cooleur 
(s. d.) du j., Modefarbe 2c. -nal (sburn—-), m., 
—(e):; -e, (näle. H. Ph. 13, 19; DMus. 15, 2, 
363 2c.): 1) Tageblatt, Zeitschrift 2c.: Gelehrte 
Z-e; Fach-Z-e; Sich nach dem Moden-3. kleiden; 
Die großen Tages= 3-e. Upitaval 36, 68 2c. — 2) 
ein ordnungsmäßig zu führendes Buch, worin man 
alles zu Notierende, der Zeit nach geordnet, ein- 
trägt, z. B. kaufm.; seem.; bei Gerichten 2c.: Ein 
sorgsames meteorolegisches J. gefübrt. Uat3. 18, 107; 
Die Posten aus dem Z. ins Hauptbuch übertragen 2c.; 
Reise- Z.; Schiffs-3. 2c.; Die richtife J.-Füh- 
rung ist ein wichtiger Bestandtheil der Steuermanns-= 
kunde. Bobrik 35 4a; Die Zahl der J.-Nummern lbei 
der Gerichtsabtheilungl. Gartenl. 16, 2 65a c. -nalier 
(—5), a.: launisch, wetterwendisch: Die, wie alles 
Vollblut, bäufig kapricibs u., wie man sagt, j. sind. 
Zoller Renn. 57 2c., auch m.: ein launischer Mensch, 
weibl.: Sournalière. -nalière (□är), f.; —S: 
1) s. journalier. — 2) ein Wagen, der zw. 2 Orten 
täglich hin u. her geht. nalis ierrn, tr.: ins 
Journal (s. d. 2) eintragen: Ich übergab das Schrei- 
ben dem Burcauvorsteher, um es zu j. Volksz. 14, 1 N 2c. 
-nalismus, m., uv.; 0: Zeitschriftwesen, Zeit- 
schriftstellerei, Treiben der Journalisten. nalist, 
m., -en, (—S); —#n: 1) Arbeiter an Sournalen, 
Zeitschriftsteller. — 2) — Diurnalist (s. d.). 
Snalistenthum, n.t, —e)s; 0: Journalismus: Der 
Vater des 3—s. Salon 3. 375 c. nalislih, f.; 0: 
Journalismus. nalisticum, n., —8; ca § 24, 
2, n.): Leseverein für Zeitschriften; Vorlesung 
über Journalistik 2c. -naliflisch, a.: der Jour- 
nalistik angehörig, gemäß 2c.: Die i—#e## Feullleton- 
kritik. Kag. d. Ausld. 36, 452a 2c. -née, f.; —: 
Tag, Tagewerk, Tagelohn: Femme (s. d.) de j.; 
Vivre au jour la j. lwiw'r o shür 2c.j, von der Hand
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        574 Jovial 
in den Mund leben. — Jõv-iäãl (lat.), a.: auf 
den Planeten Jupiter (s. d.) bezüglich, z. B.: 
) Eine Folge der j-#en sauf dem Junpiter herrschen- 
den] Passatwinde. Ausld. 39, 1196a. — 2) sofern 
den Astrologen „Jupiter, der glänzende“ (Ich. 
360b) als Frohsinn wirkend gilt (auch in frz. 
Ausspr. shew): frohsinnig, heiter, munter, auf- 
geräumt, lustig 2c., vgl.: 3.-Linie, bei den Ge- 
sichtsreutern. ialisch, a.: jovial (2). ialist, 
m., -en, -6; -en: lustiger Rath, Hofnarr. -ialität, 
f.; Ten: joviale Laune u. Kundgebungen derselben. 
ieenlrisch, a.: vom Jupiter als Mittelpunkt aus 
betrachtet, s. geocentrisch 2c. iläbium, n., —#; 
len [8 24, 2, u.): eine Vorrichtung zur Ver- 
anschaulichung des Zupitersystems mit den Tra- 
banten. Gehltr 3, 336 (vgl. Astrolabium). Eis 
[&amp; 24, 3): Genit. u. zur Bildung der übrigen 
Kasus (außer dem Vokat.) v. Jupiter (s. d.): Vor 
Z. Thron. G. 13, 41; Er spart für J. Obren seine 
Sachen auf. w. HB. 1, 285 dc.; selten: Auf J., den 
Stammgott der Ramnes. Weils Kost. 1, 1100 26.; 
Cerüssa (s. d.) J.; Dkves (s. d.) J., Donnerstag 2c.; 
Ab Jove principiüm! Jupiter (dem Höchsten) ge- 
bührt der erste NRang; Einem Monarchen, der immer 
nur ünd minor Jöre zu sein glaubte. W. 31, 20, nur 
dem Jupiter allein nachzustehn 2c. — Jopeur- 
(irz. shoajö), a. — weibl. -ense [—öf] —;: froh, 
freudig, heiter 2c.: J. avénement lawen'mängl, 
joyense entree langtre;), Geschenk beim Amts- 
antritt 2c., z. B. Voss Ins. 2, 160; auch: Ich 
möchte Ihnen dafür wenigstens eine freundl. Aufnahme, 
une Hün) jüoyense entie bereiten. König 20, 61. 
Juan: s. Don 3. — Junurt: s. Giaurt. — 
Inaschwil (ar.), m.: Einer, der des Abends nicht 
gut sieht. perermann Or. 2, 132.— Jũba: 1) (lat.), 
f. 18 24, 1): Mähne, Helmbusch. — 2) Joppe 
(s. d. Ss.), Jacke 2c.: Die Mutter des Beis trug eine 
seirne Z. Grube Ch. 2, 200 (wohl Dschuba, s. Gibbeh). 
— Jübal (hebr.), m., —#: 0: nach 1. Mas. 1, 21, 
der Stammvater aller Tonkunstler u. Erfinder der 
Musik. — Jubarte (shübärt), f.; —: s. Gibbar. 
— Jubel, n., —e)8; —#e; Sc, f.; —n: (rralt.) 
Juwel (s. d.): 3—en. Günther 377; In diesem 
Kasten voll verpsändeter 3—en. Rabntr 4, 116; Von 
Silbergeschmeld u. I-n. Simplicifsimus 3, 103 16 2c. 
#r, m., —(e)s; —e: f. Juwelier; auch: Der 
Jubeliekrer. Rabner 4, 382 te.; Inbilierer. 
Garzoni 558b; Uof Th. 58 2c. — Jub-elĩẽren: 
s. subilleren. -ilür, m., -(e)s; —e: Einer, der sein 
Inbiläum feiert, auch: Z-ius [8 24, 2 J. ilalel: 
„jubelt!“, auch (s. Eraudi) m., —; 0: der zte 
Sonntag nach Ostern, daber: Die Leirziger 3.= 
lod. Oster-] Messe. ilänm, n., —6; -s6, äen 
§ 21, 2, u.]: Jubelfest, Fest zur Erinnrung an 
elwas Denkwürdlges nach Ablauf eines ganzen, 
halben od. viertel Jahrhunderts 2c. (s. Jobel, ogl. 
Jubellahr. Ss.; ferner Centenarium, Säkularfest 2c.): 
Amts- J.: Bei Dienst jubiläen. G. 32, 424; 
Prlester-J., s. Sekundiz 2c.; auch diamanten. Eilei, 
m., uv.; uv.: Jubel, Inbelfest, jauchzende Freude 
(1. Jubilum): Von wegen des J. Hier im Dorf ist 
Judas 
morgen eln J. Claudius 4, 13. Tilikren, intr. 
(haben): jubeln (s. d. Ss., lat. jubilare, s. jübil- 
Ate, -0), auch: Bis das Geld wieder ver jubiliert ist. 
Gerstäcker NReis. 1, 270 2c.; Die Vögel jub elierten. 
Spirlhagen Pr. 3, 1 2c. U.: Ein jubell ierender Staats- 
diener. Börne 4,.319, der sein Jubiläum feiert:; auch 
tr., nam. in Ostreich: Einen Beamten j., ihn bei 
seinem Inbiläum (s. d.), — dann allgm.: seines 
vorgerückten Alters wegen mit einem Jahrgehalt 
in Nuhestand versetzen (s. pensionieren): Ein jubi- 
lierter Fähndrich. Chümmel 6, 150; Seitdem glanbt 
man, die Dame Schmalz werde jubiliert werden. Siögt- 
mann Ense 18 2c. -illerer, m., —#; uv.: 1) Einer, 
der jubiliert. — 2) s. Jubelter. -ilo: eig. Ablat. 
in jubilum (s. d.), z. B.: In dülcei j., in süßem 
Jubel (Worte eines Kirchenlieds), dann: in Saus 
u. Braus 2c.; auch m., —s; —#: Jubel: Umgekebrt 
ists ein J. G. 2, 254; Da ist es auch ein Seelen- 
J., wenn 2c. Sch. 10 Sa 2c. U. interj.: Prinzessin, 3. 
der Ritter ist gefunden. w. 20, 136 (auch als erste 
Pers. Präs. v. jubiläre zu fassen, vgl. jubilieren). 
Silum [8 24, 2, n.]: Jubel, mlat. auch: Jübi 
lus, z. B.: Die s. g. Neumen od. Issbili, diese 
tertlosen Jubeltöne, welche auf das Alleluja in der Messe 
folgten. Hosfmann-T. Klrchenl. 21.— Jubis (frz. sbubi), 
m., uv.; uv.: Art frz. sehr süßer, heller Cibeben. 
Cncykl. f. Kauft. 669a. — Jublah: s. Dschabbla. — 
Jücht, m., —eys, -en; —en: Juchten: Mit braun- 
narbigem J. u. 2, 145. -e: s. Jute. -en: 1) m., 
—## ; uv.: eine nam. in Rusland mit Weidenrinde 
gegärbte u. dann mit Birkentheer (s. Daggert) ge- 
tränkte Art Kalbleder: Rusland bat den festesten 3. 
Immermann M. 2. 25; Prus Woch. 75 rc., auch — 
dem Russ. entsprechender —: Der Juften, wel- 
cher . . seiner Dauerhastiqkelt wegen . beliebt ist. 
fiarmarsch 2, 566; Knapp Techn. 2, 573; Prechil 9, 
286 rc.; Ausschuß-; Mittel-; Thran-3., Schmier= 
leder 2c.; S.-Gärberlel) ꝛe. — 2) a.: aus JI.: Ein 
Kantschu, ein s-er Riemen. Temme Schw-M. 2, 1; Prutz 
Ob. 2, 94 2c. — Jüchtling, m., —(e): —e: Bez. 
eines nach russ. Juchten Niechenden, Russen-An- 
hänger 2c. Scherr Mir. 4. — Jüd: s. Jute. — 
Jud a (hebr.), m., —§; -6: männl. Name, bes.: 
der Ate Sohn Jakob's u. der v. ihm benaunte 
Stamm, — nach der Theilung des jüd. Reichs im 
Ugstz zu Israel (s. d.), die kleinere Hälfte, bes. die 
Stämme J. u. Benjamin umfassend. -äa, k.; 
—6; 0 8 24, 1): das Land, Reich der Juden; im 
engern Sinn: das Reich Zuda. ais ieren, intr. 
(haben): sich jüdischer Weise, Sitte näbern r2c. 
(vgl. bebrassieren): Ihren j—den Lehrbegriff. Erenzd. 
26, 3, 171. Taiomus, m., uv.; 0: juürische od. 
judaksierende Welse. - aist, m., —en, —; -en: ein 
Indassierender, z. B.: Der Haß der 3—en lder retri- 
nischen Chrlsten gegen den Heidenapostel Paulusl. 
Erenzb. 26, 3, 177. Jas, m., uv.; e [8 24, 11: 
männl. Name, bes.: 3. Ischarloth (s. d.), der Ver- 
räther Chrlsti: danach Bez. eines schlechten Men- 
schen, heimlückischen Verräthers 1e.; auch: Uberdies 
findet sich auf dem Körper des 2ten Halswirbels ein run- 
der Fortsatz. Dieser so gestaltete Wirbel sieht aus,
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        Judäus 
wle ein sitzendes Männchen u. wird vom Volke, bes. bei 
den Schweinen, der J. genannt. Ohen 4, 25 2c. Als 
Bstr. z. B.: 3.-Baum, Cércis. 3, 1792; Die 
J.-Bäume, die im Frühling allenthalben rotb über die 
Mauer gucken. #ohl Par. 2, 17; Püchler Südöstl. 2, 
453; 489 2c.; J.-Feuer, worin nach der Volks- 
sitte eine den J. darstellende Puvpe verbrannt 
wird. Simtock Myth. 557 ff.; = Gesicht, das eines 
Verräthers 2c.; Haar, rothes, suchsiges;Kovf, 
mit 3J.-Haar 2c.; -Kuß. Kügge Rem. 3, 10, 86 
(s. suk. 22, 18); --Lied, z. B. beim J.-Fener. 
Firmenich Volksst. 1, 458; -Lohn. Gregotovius Kors. 
1, 137; Sch. 364a, der Sündenlobn, Sold, den 
der Verräther od. Der, der Heiliges für Geld re. 
binopfert, empfängt; aber auch: Das, womit ein 
Verräther Wohlthaten lohnt 2c.; Ohr, z. B. 
Pflanzenn., Art Schwamm: Exidia auricula Jũdæ; 
Tremélla auricula 1c.; ferner: Art Rollschnecke, 
Volüta Alris Jũdæ; auch (in Hamburg 2c.) ein feines 
Gebäck aus Butterteig, das gw. in der stillen Woche 
gegessen wird; (seem.) = Klushölzer; Strich er das 
Blutgeld, den 3.-Pfennig ein. CUobert 1, 171 (vgl. 
Mand. 27, 6); J.= sod. Angst-] Schweiß schwitzen. 
Kufäus M. 1, 112; 4, 612c.; Den Lohn ibrer J.-That. 
Nat.3 20, 325; J.-Verrath. Gutzho# Z. 3, 23 1 rc. 
äus, m. IS 24, 21: Jude, s. Apella ic. — Indd 
(engl. dshörd), n., —#:; 0: ein Gemisch v. Stein- 
kohlenpech u. Braunkrhlenpulver od. Brannsein rc. 
zu Schmucksachen. Iusld. 38, 623b, vgl. Jet 2. — 
Jũd-ex (lat.), m. s8 24, 3, Jicis): Richter: 
Adhüuc sub jüdice 5788 est, die Sache schwebt noch 
vor dem Richter, ist noch unentschieden; Jüclicum 
(liber), das Buch der Richter (in der Bibel); 
Justus J., gerechter Richter, — auch (nach der 
Aufschrift) veraltete dän. Silbermunzen, von 
1643—45 geprägte Mark-, Dorpel= u. Halbmark- 
stücke in s. g. Kronvaluta. Cnchyhl. f. Kaufl. 47 1a 2c.; 
J. a quö, der Richter, v. welchem — u.: J. ad 
quém, — an welchen lappellätur, appelliert wirds, 
z. B.: Da der j. a quo u. ad quem eine u. dieselbe 
Peirson waren. Grenzb. 26, 1, 83; Der j. eirculäris 
IRKreisrichter). 26, 3, 137; J. delegätus, ein für 
besondre Fälle od. Gelegenheiten verordneter Rich- 
ter; infsrior, Ggstz supsrior, Unter-, Ggstz Ober- 
Richker; (inhcôömpetens, (un) kompetenter; com- 
promissärius, v. den Parteien selbst gewählter; 
corrüptus, bestochner; requisitus, geforderter, re- 
quirierter; subdelegätus, bem J. delegatus unter- 
geordnet: supsrior s. o. inferior 2c.; Jüdicces in 
pärtibus, Bischöfe als delegierte Richter des 
Papstes 2c. -e (engl. dshösb), m., uv.; —: 
Richter. g(e)ment, n., —8; —6: Urtheil, 
—68-Spruch. Licial (lal. ), a.: gerichtl.: J.-Trans- 
aktion, gerichtl. abgeschloßner Vergleich 2c., auch: 
J-is u. als Adv.: J-iter. Ticiär, a.: gerichtl., 
die Gerichte betreffend 2c.: In arministraliver u. s-—er 
Bcziehung unabhängig verwaltet. Grenzb. 26, 4, 332 cc., 
frz. judiciaire (sbüdißjärl, lat.: judicjärius. 
„icieren, tr., auch o. Obj.: urtheilen, beurtheilen, 
entscheiden, richten; auch: Einen * hinrichten. 
Keißner Nov. 1, 146 . Cici5ös, a.: v. guter Be- 
Juglaresfa 575 
urtheilungskraft, scharffinnig, verstindig, sinn- 
reich ꝛe. #eium, n., —s; ken [8 24, 2, n.]: Ur- 
theil: Urtheilsvermögen, Verstand (z. B.: J. dis- 
ecretivum, richtig unterscheidende Urtheilskraft 1c. ); 
Urtheilsspruch, Rechtsspzuch; Rechtspftege; Ge- 
richt, Gerichtshof 2c.: In honörem judĩeii, aus 
Achtung vor dem Gericht; J. appellatiönis, Ap- 
rellationsgericht; äülicum (cesäreum), das (kaiserl.) 
Hofgericht; censörinm, Rügegericht; cirile, bür- 
gerliches; domésticum, das heimische Gericht; 
ducllieum, Kampfgericht; eeclesiästienm, geist- 
liches; equsstre, rifterliches, adliges; feudäle, 
Lehensgericht; honöricum, Ehrengericht; ignis, 
Feuerprobe, als Gottesgerlcht: cameräle, Kammer- 
gericht: cäpitis, eriminäle, peinliches: ordinärjum, 
ordentliches; pärium, v. Standesgenossen als 
Richtern: perduelliönis, über Hochverrath; secu- 
läre, weltliches 2c. -ica: „richte!“, — daher (s. 
Eraud' u. pl. 43, 1), m., —6: 0: Bez. des öten 
Fastensonntags, vgl., in Bezug auf die Schnepfen, 
den Weidmannsreim: Oculi,]a kommen sie; Le- 
tare,Das ist das Wabre;!] Z. sind sie auch noch 
5 Palmarum, trallarum. ikäbel, icabilis, 
: beurtheilbar. ihakion, f.: —en' Be-, Ab- 
urtbeiling. icatoörisch, a.; richterlich -icätum 
[8 24, 2, n. :: Urtbeil, Rechtsspruch: Kctio (s. d.) 
jackicät. icatür , f.; —en: Richteramt, Ent- 
scheidung: I.-Bank, Handelsgericht. icätus: 
1) a.: richlerlich entschieren: Rès judicäta, eine 
abgeurtheilte, entschiedne Sache. — 2) m. (§ 24, 
4): Gerichtsstelle, Richteramt. - icum: s. Index. — 
Indith (hebr.), f.: weibl. Name: im Karten#piel: 
Koeurdame. phon#unge 1, 255, s. Panch. — Jueègo 
(span. ch-), m., —#; —#: Spiel; Spielplatz: Der 
Ballspielplatz, J. de pelötas. Grude Cb. 1, 299. — 
Inenfi (lchin.), f.: Entdeckerin der Seidenraupe. 
WhHeine Weltr. 2, 156. — In-z (span.ch-—), m., 
uv.; uv., eces: Richter, z. B. (in Bolivia): 
Friedensrichter, J. de paz. .. Über ibnen steben zunächst 
die J. de ltras od., wie man sie mit einem englischen 
Worte bezeichnen könnte, die Sheriffs. Westermann 3, 
244b. — Jiff-er (holl.), f.; —#: Jungfer, z. B. 
auch (seem.) Jungferblock, glattes, rundes Holz- 
stück mit rinnenartiger Aushöhlung in der Peri- 
pherie zur Aufnahme eines Wamtrauss, Bobrik 
355a; 118. -rouw Crau), f.; Zungfrau: 
Die kalten ahtee u. ibre noch zinen 3—6. *7** 
Rabbi 1, 1, 195 2c., vgl. Zomfrn. — Juft r2c.: 
Sucht 2c. — Jüga (ind.), n.: Sein Name werre di 
Freudenruf des Kali Z., des verderblichen Zeitalters. 
Monaibl. 2, 507a4; 509a c. — Jng-öbel (lat.), 
a.: zusammenfügbar, vereinbar. al, a.: zusam- 
men-gefügt, -gejocht; joch-ähnlich, -zurtig: 3.= 
(od. Zoch-) Beine, 6ssa j-ia od. gomätica, 
Kuochen des Gesichts; 3.-Nabt 2c. — Juge (iri. 
shüsb), m., uv.: —6: Richter: J. de paix lpäl, 
Frierensrichter: J. compétent — judex competens; 
J. consul, Mitglied des Handelsgerichts. -ment 
[-mängl, n., —s; —s: Urtheil 2c. (s. jzudicjum). — 
Juggernaut: s. Jaggernaut. — Inglaresa, f.; 
—8: eine provengalische Dichtform. Schan 1, 82,
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        576 Jugular 
— Jugul-är (lat.), a.: die Kehle betreffend: 
J.-Vene, võna j-is, Kehl-, Drofselader 2c. äris 
18 21, 3, uv.), a.: jugular; m.: eine Gatt. 
Fische, Kehlflosser. Burmeister Gsch. 110. -ation, 
f.; -en: Erwürgung. iẽren, tr.: erdrosseln, er- 
würgen, merden. — Jügum llat., § 24, 2, n.]:: 
Joch. — Inik: s. Juk. — Ju---if (frz. sbwif), m., 
uv.; —s: Jude. ive (shwiw'), f.; —#: Zuͤdin; 
Art Uberwurf für Damen. — Jniup, m.: 3., 
der Gott der Erre, welcher unter den Indianern das 
böse Prineip vorstellt, im Ggstze zu Kij, dem Gotte des 
Lichts, dem guten Prinzip. Scherzer Nat. 171. — 
Jniu: In Bonny ist er lder Weisel] sogar 3., d. h. ein 
Fettsch, gleschsam ein geheiligtes Thier. Globus 6, 287a. 
— Juzjub-# (frz. sbusbüb'), f.; —n, —#: rothe 
Brustbeere (becca jüjuba), vom —-n-Baum, 
Zizyphus vulgä#ris. Auch: 3— -Kreisel, Art 
Schnecke, Tröchus zieyrphinus. Tier IiI, m., 
—# : —: Injubenbaum. Semilasso Afr. 1, 208. — 
Ink (lürk.), m., —##; —#: Unter der Bez. J. od. Jur 
verstebt man einen Belauf v. 1000 Pilastern türk. Kou- 
rant od. 2 Beuteln Sulber [vgl. Keser). Encykl. f. Kaufl. 
2638b, auch Juik. — Jücca, f.; —6: J., Bucccha, 
Name v. Pflanzen, z. B. I. Adamsnadel; ferner: 
Mucca, die Wurzel der iätropha mahiüst, ein sehr mebl- 
haltiges u. wohlschmeckendes Gemuse 2. Grenzb. 24, 1, 
226, s. Maniok; Kasava. — Jücher, m., —; uv.: 
Die 3., diese kleinen ungarischen Pferde. Grenzb. 26, 2, 
391; Wie die ungarischen Z in den Hof hineinbrausten. 
Shahn Per. 1, 104. — Inko, m., —#8; —#: Der 
Huto, ein nächtliches Kletterthier lim äquatorialen West- 
afrikal. Globus 9, 202b. — Inkola;: (in Sibirien) 
getrocknete Fische. Grubt Cb. 1, 28. — Jucünd- 
itdl (lat.), f.; —n: Annehmlichk. us, a.: an- 
genehm, ergötzlich. — Jül: 1) (standin.): m., 
—s; 0: eins der Hauvtfeste der alten Skandinarlker, 
Mittwinterfest, allmählich mit dem Weihnachtsfest 
verschmelzend, dazu: julen, das Fest zechend u. 
jubelnd begehn 2c.: Was unterm Norrstern webnt, 
trinkt wacker u. julet.] Also balten wir mit den 3. 
Arndt 53; Eins will im Nord ich noch julen in Freude. 
Mohnike Fr. 83; 85 — Will noch einmal den 3J. be- 
gebn. Uiendorf Fritjh. 92 = inmal das 3.— Fest noch 
möcht' ich begeben. Simrock Fr. 125, vgl. 201; Motb. 
560; Das Hauptfest der Schweden ist das alte heir- 
nische J.-Fest. .. Der Hausvater macht .. mit Kreide 
über Fenster u. Thürcu der Badestube ein mit einem 
Kreis umzogenes Kreuz. Hierin liegt vermutblich eine 
Erinnerung an den alten Namen des Festes; denn Hjul 
bed. das Rad, das sich umwälzende [J. Zules. Gegen 
Mitternacht wird der J.-Galt od. Weibnachtscber, 
ein anderlbalb Fuß langes Roggenbrod, in Foim eines 
Schweines, bereingebracht u. vertbeilt. Auf ibn wird 
mil Kreide ein Rad gezeichnet. Globus 1, 33 In. vgql.: 
Der 3.-Bock od. 3.-Gber . . ein seines Gebäck mit 
einem Eberkopf oben aufgedruckt. Kag. d. Ausld. 31, 
715b; Neben 3.- Stroh, 3.-Grütze und J.= 
Klapp Gerichten s. u. l. rbd.; Der Z.- Log (Heil- 
kletz). ebd., vgl.: J.- Block, den man v. einem Weib- 
nachtsfest zum andern bewahrt. Uor3. 8, 289 c.; Der 
3. Klarp, Weihnachtsgeschenk, das v. dem un- 
Jumel 
erkannt bleiben wollenden Geber heimlich, mit 
lautem Schall ins Haus geworfen wird, z. B.: 
Das in Meklenburg u. Pommern ubliche 3-Klarv- 
Wersen. Grenzb. 24, 2, 980; Die Form der Bescherung 
ist dabei meist der 3.-Klarv. Das 3.-Klarren 
reicht v. Skandinavien her noch weit ins Pommersche 
binein. Mag. d. Ausld. 31, 715b; Das sich alle Gäste 
u. J. -Klarper überessen u. betrinken können. 7 1 6a c.; 
Beim 3.-Meth. Simroo# Fr. 127; 3.-Rausch. 
Mohnike Fr. #, vgl.: Wie einstmals ihre Ahnen; sich 
den Wodan's-J.-Rausch tranken,) tranken zäh bistor'schen 
Sinnes! sie den Frirolinus-Brand jetzt. Scheffel Tr. 61; 
Beim festlichen Schmause zur 3-Zeit. Mohnike Fr. 
13 2c. — 2) f. Juli. — Juläpium An at., § 21, 
2. n. I: ĩ. Juler. — Jular (türk.): silberne Half- 
ter. — Jül-e, f.; —: 1) Emverbühne am West- 
ende der Kirche. Brugger 2, 156; In den ältern böl- 
zernen Kirchen stand vermutblich außerbalb des westl. 
Endes eine Abbeildung des Zahrs als 1 2 sreichiges Rar u. 
heißt vermurblich davon die Gallerie der Westseite unfrer 
beutigen Kerchen in vielen Gegenden Norrreutschlands 
noch die J. (v. Zul, gleichbedeurend mit Hjul), der rar- 
äbnliche Kreislauf. den die Senne am Schlus des Zabres 
vollendet. Das Rar selbst aber ist zum §enster innerbalb 
der Gallerie geworden, aufänglich als romanische. friter 
als prächtig verzweigte gotbische Rese. Letztere wird, 
nachdem der altheirnische Ausdruck Zul- Rad in Ver- 
gessenbeit geratben, in vielen Strichen Deutschlands noch 
jetzt St. Katharinen-Rad genannt. DMus. 14. 2. 
830. — 2) (weidm.) vor der Rabenhütte eine 
fünstl. Erderhöhung, in deren Mitte eine Röhre 
mit der Krücke u. dem Uhu darauf kommt. -en, 
intr. (haben): s. Zul 1. — Julep (rers. 2c., auch 
frz. sbülerr), m., —§: —: eig. „Rosenwasser“ (. 
Gül), eine Auflösung v. Zucker in aromatischem 
Wasser, als Kühltrank, — latinisirt: Juläpium, 
z. B. camphorätum, moschätum, mit Kampher, 
mit Moschus abgerieben. — Jul-i (lat.), m.. —, 
uv.; —8, uv.: der nach Zulius Cssar benannte 7te 
Monat des Jahrs (früber Quintilis, ĩ. Mädler 605), 
Ernte-, Heumonat; ubrtr.: Ich bab euch im besten 
J. [Hitze) verlassen u. find’' euch wieder im Jannar 
lkaltl. Seine Lied. 211 2c.; auch: 3— #8; ugw. ver- 
kürzt: Durch ricke Walrung gebt die Fabrt im Jul. 
Ramlter F. 3, 1 2 K 1c.; 3.-Abend: S#te; Käfe#r (vgl. 
Maikäfer): -Monat; Die frz. 3.-Revolution; Auf den 
3 „Barrikaren. Harmann Nat. 3, 138 2cc. iänicsch, 
a.: anf Julius bezüglich, nam.: 3-er Kalender 2c., 
so wie er v. Zulins Cäsar eingeführt wurde, bef. 
im Ggs## des gregerianischen (s. d.), der Kalender 
alten Stils (s. d.). -ienne (srz. sbuljenn), f.; —#: 
weibl. Name (Juliänch), f. auch Zarrinière. -ier 
(lat.), m., —##; ur.: s. Giulio. ius, m. [8 2, 
2#I: männl. Name; Juli (s. d.). — Jul-inen: 
-us k.: f. Julus. — Jümola (finn.), m.. —;: 
0: der Gott des Himmels. Koscnkranz VGsch. 288. 
— Jum-ar, arl (irz. sbumär), m., —# : —# 
-a##e Cär), f.: —: gefabelter Bastard v. Rind 
u. Pferd (od. Esel). — Juͤmba, m., —: -6: I. 
Orlong. — Jumel: Die ägrrusche od. alcrandrinische 
Baumwolle, welche unter dem Namen Mako (Mahoh od.
        <pb n="593" />
        Jumean 
Z. im Handel erscheint. Karmarsch M. 2, 303.— 
Jnm-eau (frz. sbämö), m., uvr.: —: männlicher 
Zwilling. elle Cäl, f.; —: weiblicher Zwilling, 
auch (in Mz.): etwas aus 2 gleichen, zusammen- 
gehörigen Theilen Bestehnres, nam.: Taschenfern- 
rohr für beite Augen (Operngucker): Meine 3-3 
zur Hand genommen u. durch die großen Gläser die Welt 
ins Kleine geschaut. Kurrer Pal. 261 c. — Jümfel: 
Der buchenartige J.-Baum lin Süramerikal. Slobus 5, 
11a. — Jummo (sb—), m., —#: —: An der Sritze 
Iv. Galabat in Afrikaf stebt der Dumma rd. Sbuma, 
der rom Volke gewählte Oberste. Mag. d. Ausld. 36, 
571b. — Jumper (engl. dibömrer), m., —: —6: 
„Sxringer“, eine Metbodistensekte 2c. — Jünak 
(klaw.), m., —§s: —: junger, tarfrer Bursch, 
Held 2c.: Sehr jene griech. Palikaren ss. d. ] u. riese 
slawischen 3—s. TUobert 1, 50; So ertbeilen rie Woi- 
weden (Hauptleute) ihren 3—s8 (Tapfern) Ehrenzeichen. 
15; 90; 112; 210; 2, 18; 59 2c. — Junkh, k.; 
—: (im Kaukasus) Hütte. OZank 2, 31; 30 
(neutr. edv.). -is, f.; uv.: Derfgemeinde. 40. 
— Jüng: s. Geng. — Jüngfru (schwed.), f.; 
—r: Zungfer, — auch als kleines Hohlmaß für 
Flüssigkeiten, Getreide 2c., — ¼ Quarter. S#l- 
f. Kauf. 71 3a. — Jungferen (lat.), tr.: verbin- 
den, vereinigen. — Jungle: s. Dschungel. — 
Jüni (lat.), m., —, uv.; —#, uv.: der 6te Monat 
des Zahrs, Brachmonat, auch: 3S—us (selten: Zun): 
J.-Abend; -Käfer, vagl. Maikäfer 2c.; Zus- 
Lieder v. C. Geibel 2c. — Jünior (lat.), a. (§ 24, 
3, öris): jünger, m.: der Jüngre, — Gö#st Sẽnior, 
bes. zur Unterscheidung v. Personen gleichen Na- 
mens: Herr Wilbelm Schulz j. (od. jun.) 2c., lat. 
minor, Ggis major (natu); auch engl. [spr. dshünjör), 
z. B.: J. Fellows (s. d.). -ät, n., —#e)s; Se: 
ein dem JZüngern als Solchem zu Theil werdendes 
Vorzugsrecht, z. B. in der Erbfolge (ogl. Ggitz 
Majorat), bei Ertheilung v. Pfründen 2c.: Ich 
wünsche Ihnen, das der Himmel Ihr Senierat ss. d.) 
in Rückscht des Körrers in ein 3. verwandele. 9p. 
Wahrb. 4, 220 w. -ität, f.; 0: das Junior-Sein: 
Mir lrem jüngsten Offieier).. Meiner 3. zu Ehren. 
Gartenl. 14, 3290; Man konstitulerte sich, M. über- 
nahm nach der Seniorität die Präsidentschaft, R. u. 
W. nach der J. ras Schriftfübreramt. — Juniperus 
(lat.), m. [5 24, 2): Wachholder (ogl. Generre). 
— Jünius, m.: s. Juni; auch männl. Name, 
z. B.: Marcus 3. Brutus 2c.; bes. auch als Psendo= 
nym für den Vf. der s. g. 3.-Briefe, die in Eng- 
land 1769—171 erschienen (wahrscheinlich Sir Philipp 
francis): 3. ist das Gerissen des englischen Volkes. 
Hal3. 20, 79 2c. — Juünkte), f.: s. Dschonke. — 
Junker-eren, intr. (haben): junkern (s. d.), ein 
junkerhaftes Leben führen, nam.: seine Tage in 
Müßiggang u. Wohlleben hinbringen, m. Zsszg. 
z. B.: Er wird nun balr ausjunkeriert haben 2c.; 
auch tr.: Sein Geld auf die adeligste Art v. der Welt 
zu ver.j. Künchhaufen 24 ve., s. d. Folg. -isieren, 
intr. (haben): junkern, auch tr.: Einen in junker- 
haftem Ubermuth behandeln, hudeln: Das eine 
solche Nation sich nicht auf die Länge j. lässt. Mal3. 19, 
Sanders, Fremrwörterbuch. 
Jura 577 
323. — Jüne- tür (lat.), f.: —en: Jungierung: 
Fuge: Gelenk 2c.; auch = Konjunktur. -us, m. 
18 24, 21: Binse. — Jün o (lat.), f.; -önen 
[S 24, 3, önis): 1) (Mytb.) die Götterkönigin, 
Zovis Schwester u. Gemahlin, gr. Hera (s. d., vgl. 
Lucina. Menera, Pronuba 2c.), auch z. B.: In 3— nen 
u. Arbreriten. G. 31, 303, Statuen dieser Görtinnen 
2c.; ferner: Die Genii der Weiber hießen 3-nen- 
Die Mägde schwuren bei der 3. ibrer Frauen. w. HB. 
2, 170; Der vrächtigste 3.-Bogel, Phasjänus 
Argus. Ohen 7, 615, vgl. D. Or. 1, 59 (auch — 
Pfau). — 2) (Astron.) s. Astereid. önisch, a.: 
der Juno eigen: Dem j-en Hüter. V. Ov. 1, 55 2c., 
dem v. der Zuno eingesetzten: Die j## sder Inno 
beilige Insel] Samos. 2, 6 5 2c. od. ihr ähnl., stolz, 
majestätisch: #enes berrliche Märchen mit der —en 
Buste. Gatienl. 16, 125 a 2c. Jonitäl, f.; 0: ju- 
nonisches Wesen: Das, was man Majestät,] Dianen- 
schaft. Z.] benamset. w. 10, 214. -önium, n., 
—: ken (9§ 24, 2, n.]: Heiligthum der Juno (ogl. 
Heräon); auch ein in Steiermark 2c. gefundnes 
Mineral. — Juünt-a (wan. ch-), f.: —, zen: 
Verbindung (s. Giunta): Dise rrovisorische Regierung 
bat in allen Siädten IZpaniens],ie sich für den Auf- 
stand erklärt baben, Junten (Verwaltungsbebörden) ein- 
geseßt. Volksz. 16, 227; Uberall Revolutions- 
jsunten eingesetzt. 231 2c.; Eine rrorisorische Regie- 
rungs- 3. Unl 3. 21, 460 tsc., auch: Die Junten res 
„Jungen Iraliens -. Sutzkow Z. 8, 212; Volksver- 
tretung (vgl. Cortes), z. B.: Die Central-NF. 
mit den Prorincial--3—5 2c. — Jũpa (serb. st): 
Die Temreratur dieser Tbäler ist so mild, das die alrten 
Slawen diese ganze Gegenr J., d. b. Land obne Schnee 
od. Land der Sonne, nannten u. ihr: Bewobner In- 
Fränen, Herren res Südens. Cnob##1, 80, vgl. 
Sanders Voifsl. 123 u. f. Tschaban. — Jupe 
(irz. isbür), f.; —s: Jacke, — aus dem Orient 
stammend, wie deutsch 3#we. JZürre, Zoͤrve, Zöbbe 
(s. d. Ss.); ferner — Juron libürönsl, m., —; 
s: Frauenrock, Unterrock. — Jünit-er (lat.), 
m., —3 ; () (X8 21, 3. Jöris, s. d.): 1) (Möth.) 
der Gölterkönig, bei den Griechen Zeus (s. d., vgl. 
Kronson, Knius, Plücius, Tönans, Capitolinus. Olöm- 
rius, auch Laris): 3.-Kerf;-Stirn; mäßig c2c.; 
3—. Bart, Art Wolldlume, Anthxllis: -Blume, 
Agrostémma; 3.-Fisch, 1. Gibbar. — 2) (Antren.) 
der Planet zw. den Asteroiden u. dem Saturn (m. 
dem Zeichen A.): Beire Segenssterne, Z. u. Venus. 
S., der glänzende. Sch. 360; Verfinstrungen der 1 3—8. 
Monde (od. - Trabanten) 2c. — 3) (Alchym., 
s. 2 u. Planet) 3. (2), Bez. des Zinns. Terlich, 
a.: juriter-haft, -mäßig 2c.: Eine j-e Natur. Scherr 
Stur. 2, 40 2c. Cxrif feren, intr. (haben): aus- 
schweisend leben (m. Bezug auf die vielen Bubl- 
schaften Juriters). — Jupon: s. Jure. — Ju- 
pujüa, m., —s; —: Art Beutelstaar, Cässicus. 
Ausld. 39, 557b. — Jüra: 1) bekanntes Gebirge, 
u. danach: Unter dem Kreitegebirge folgt eine große 
Reibe weitverbreiteter Schichten, welche in mächliger 
Entwicklung auch die Masse des schweizerischen u. deut- 
schen J.-Gebirges zusammensetzen. Darnach ist 
37
        <pb n="594" />
        Jurament 
578 
der Name diesen Bildungen gegeben, die man ebenso 
auch die jurässischen nennt 2c. Oken 1, 684; Se- 
kundäre Bildungen: Kreide, JI., Trias. Auskd. 33, 
1194; 3.-Bildung,Formation; -Gebirge; 
.Gruppe: Kalk rc., vgl. Oolith, Lias 2. — 2) 
(lat.), pl. zu jns (s. d.). — Juramént ((lat.), n., 
—e)s; —e: Eid. Sch. 39ac. -um /§ 24, 2, n.]: 
Eid, z. B.: J. æstimatõrium, Schötungseid; 
manifestatiönis (s. d.); burgalörium, Reinigungs- 
eid; téstium, Zeugeneid u. ä. m. — Jurancon 
(fri. shürangßöng), m., —: —6: Wein, aom glesch- 
namigen Ort in Frankreich. — Inräfssisch, #. 
Jura 1. — Jurät (lat.), m., —-en, —#; Sen: uen 
Vereidigter, Geschworner; auch als 1 Titel v. Geist- 
lichen. Lilchart (Scheible 8, 303). atlion, f.; Sen: 
Beeidigung. -äkor, m., —; ören (§8 24, 3, 
r* Eidesleister, geschworner Zeuge. -atörisch, 
; eidlich: : Die j-e Kantion (s. d.) c. -alõrium, 
n., —6; ken [§ 24, 2, n.]): eidliches Versprechen. 
atus, a. c eschworen, — pasf.: beschworen, eid- 
lich, z. V.: Juräta deposttio;, eidliche Aussage; 
renunciätio, Verzichtleistung 2c.; u. aktiv, auch 
m.: ein Geschworner, Verekihlr (s. Jurat 2c.). 
Uaumer Tasch. I1 5, 292; 327 1c. Se: 1) (lat.) 
Ablat. zu jus (s. d.). — 2) (lettisch) das 
Meer. Kohl Pet. 2, 302. ((frz. shüre), m., 
uv.; —6: ein Geschworner, Geschworenrichter. 
Seconfülkus (lat.), m. I§ 24, 2): Rechtsgelehr- 
ter — jurisconsultus. abgef. JCtus. -dbisch, a.: 
der Rechtswissenschaft gemäß, rechtskräftig, in lat. 
Form juridi-cus, adv.: -ce. rc, tr., auch 
o. Obj.: schwören. -ies: s. Jury. is: Genit. 
zu jus (. d.). Eisdietio, f. [8 24, 3, önis]): 
Rechts-Sprechung, „Pflege Gerichtsbarkeit; Ge- 
richtssprengel: J. dita od. superior; suprema; 
zsumma, hohe; obre; höchste Gerichtsbark., Gast: 
inferior, niedre; J. ecclesidstica, geistliche, G Istz 
seculäris, weltliche; commünis, gemeinsame; cri- 
minälis, peinliche; patrimoniilis, erbherrliche; 
territorialis, landesherrliche 2e. -isdiktiön, k.; 
en: Jurisdictio. isconfültuc, m. I§ 24, 2, 
m. ]: s. Jureconsultus. isprudenlia, k. [8 2s1, 
11; zisprudenz, f.; 02 kbeshtewisenbch Rechts- 
gelehrsamkeit: Kantelar (s. d.) -3. if1, m., 
en, (—#);: —en: Rechts- Bellitner, Gelehrter: 
Seine Thätigk. als Fach--. Uat 3. 20, 576; Ein 
Stock. 3. 2c.; 3J-—en- Fakultät (s. F. 2); .F 
(s. d.) 2c. vistenlhum, n., -e)s; 0: das Jurist- 
sein — u.: eine Genossenschaft v. Juristen (auch: 
Juristenschaft, f.): Daß das studierte J. in der 
Kommunalverwaltung nicht grade nöthig sei. Ual 3. 20, 
415 c. islisch, u.: den Juristen od. der Juris- 
prudenz eigen, gemäß 2c. (vgl. auch juridisch): Eine 
jee (vgl. moralische) Person, ein ideales Rechtsfub- 
jeft, das freilich nicht als wirkliche Person eristiert, 
aber doch nach dem Rechtsbegriff, als solche — in 
Bezug auf Rechtssäbigkeit — ausgefasst u. behan- 
delt wird. Zillitium: s. Zustitium. —or (engl. 
dshürör), m., —á#; —6. -zören: Mitglied einer 
Jury (s. d., ol. auch Non. 3.): Die Herren 
3—86, Aussteller 2c. Berl. Montagsz. 7, 12; Volke). 
Jus 
17, 194. — Juürt-a (rufs.), f.; —: Hütte 
(nam. Filzhütte) nomadischer Völker c.: Die 
Yurta der Kirgisen. U####. 20, 345. "(„ yn: 
Jurta. Chamiso 4, 51; Globus 4, 62b; Die 3„—#n 
sind von zweierlei Art, Winter-- u. Sommer-Zen. 
8, 115a; In BVorken- Sn. 9 3a 1c.; Mag. d. Ausld. 
35, 693a; Gortenl. 15, 198b; Filz. 3. 190b; 
auch: YBurten od. Kibitken. Humboldi Kosm. 2, 246, 
ogl. Maitschung. — Jürüh (türf.), m., —8; 
—s: nomarische Hirten in Kleinasien. Augsb. 
SZeit. (44) 1906b. — Jur-n (engl. eshũri, auch 
franz. sbüri), f.; -ies, —s: Schwurgericht. 
püchler Südöstt. 1, 377; Die 3. der Geschichte. 
Salon 2, 35; Eine parteiische J3. W. 36, 100; Ehe 
die J. ihr Verdikt abgegeben. Upitaval 36, 23 te.; 
Civil-= Kriminal.-, die kleine 3. (Urtheils- 
3.), Todtenschau-3. 38; Der Aussrruch der 
Ehren= J. Unat.3. 21, 120; Der Wahrsrruch der 
großen Kunst-3. Stohr Zabr. 2, 117; Abademische 
Zopf-= . 1, 360, pedantische; Eine Art Vor. J. 
Gartent. 1 5, 53 8a c. Auch: 3.= man, MzZ.:zmen, 
Veichwonnenrichter. — I. Jus slat., § 24. 3, 
, jüris): Recht, Gerechtigk., Rechtswiffenschaft 
K.- z. B.: Sich dem Sturium des J., dem J. wir- 
men 2c.; ganz lat., z. B.: Sümmum j., sümma in- 
jüria, höchstes Recht ist höchstes Unrecht (weil die 
Billigk. verletzt wird) 2c.; im Genit.: Jüris, 
Rechtens; Lerne fortan erst quid Jüris lwas Rech- 
tens) verstebn. Bürger 67b 2c.; Studiösus jüris, Stu- 
dent der Rechtswissenschaft; Jüris — consultus, 
Rechtsgelehrter, — peritus, Rechtserfahrner, 
— präcticus, Rechtsanwalt 2c.; Jüris utriusque 
lbeirer Rechte, — des bürgerlichen u. geistlichen! 
Candidätus, Dóctor, Licentiätus (abgek.: J. u. C.; 
J. u. D.; J. u. L.); Sũi — Ggstz: aläni, s. d., 
— jüris sein; Cives (s. d.) Sptimi u. nön Sptimi 
jüris 2c.; Cörpus (s. d.) jüris; Das Faunenrecht, ein 
Zweig des berüchtigten jüris divini od. Rechts des 
Stärkeren. W. 15, 30 1 rc., s. u. Prastümtio (s. d.) 
jüris c.; ferner Accutat., z. B.: Cöntra j., 
gegen das Recht, — in thési (s. d.) ꝛec.; 
im Ablat., z. B.: Jüre od. dé „(éK) jüre, 
Rechtswegen (l. Ogstz de facto); in quchmum 
jüre, soweit es v. Rechtswegen gilt 2c.; Ipso 
jre, durch das Recht selbst, schon an und für 
sich; Sömni jüre, mit allem, mit vollem Recht; 
öptimo jüre, mit dem besten Recht; Sälvo juüre, 
unbeschadet des Rechts, — cujisvris, Zedermanns 
Nechte, — quocünque, aller Rechte, — ktértii, der 
Rechte eines Dritten 2c.: Jüre hereditärio, nach 
Erbrecht: dirino, nach gänttichen (H. u.) #., J. 
auch Jureconsiültus 2c.; ferner in Mz. z. B.: 
Jüras studieren, die Rechtswissenschaft; Jüra et 
actiönes. Rechte u. Gierechtigkeiten; Jüra — ho- 
nöris, Ehrenrechte; cléri, Rechte der Geistlichkeit; 
**' Pfarrgebühren; Parapben- (s. d.) Jura 
: Erga jüra ecssa, gegen Abtretung aller Rechte 
⅜5 Contra manifésta jüra (# veriu#tem), wider 
efinbares Recht (u. Wahrheit) 2c. Ferner z. B. 
(vgl. S#e. 2. 677b ff.);: Jus — abalienándi. Ver- 
dußrungsrecht; abstinéndi (s. d.); ad rem, das
        <pb n="595" />
        Jus 
Recht auf eine v. Jemand zu fordernde Sache od. 
Leistung, Ggis in rẽ od. reäle, das dingliche Recht 
auf Etwas; adrérsus ecclösiam, das Rechr des 
Staats, das die Kirche vor seinen Gerichten Recht 
nehme u. gebe; advocätia (ecclesiästico), das 
Schutzrecht über die Kirche; aggratiändi, f. d.; 
accresccndi, s. d.; acquisstum, wohlerworbnes 
Recht; albinägü: s. d.; alluviönis, s. d.: anco- 
rãgii, f. d.; aulichrsticum. Pfand-Nießbrauchsrecht: 
aquseductus; archivi. Archiverecht; avocändi, Ab- 
berufungsrecht; bannärium. s. d.; belli ét päeis, 
über Krieg u. Frieden; cessärsum, s. d.; eirca 
säcra, Majestälsrecht des Staats in Kirchensachen 
(umfassend das j. advocätiè; reformändi u. su- 
prẽmæ inspectiönis): civile, Civilrecht: civitätis, 
I. d.; decimändi. Zebentrecht: deliberändi, f. d.; 
denominändi, Ernennungsrecht; dẽ non appel- 
Iändo. das Recht auf Obergerichte, v. denen keine 
Arpellation stattbat; dẽ nön evocändo, das Recht, 
wonach keine Evokaton (s. d.), Vorladung vor ein 
answärtiges Gericht statthat; detractiönis (s. d.) 
od. deträáctus; devolutiönis, s. d.; dispensaändi, 
dispensatiönis, das Recht, Disvens zu ertheilen; 
divrinum, das göttl. Recht, v. Gott rerliehenes 2c. 
(s. o.: juris, Schlus): dominü, Eigentbumsrecht; 
dominüs impeträndi, das Recht des Pfandgläubigers 
auf Zuschlag des Pfands zur Tare, wenn diese 
nicht überboten istze.; ecclesidsticum, Kirchenrecht; 
eligendi, s. d.; emigrändi, emigratiönis, Aus- 
wandrungsrecht; minens, Staatsnothrecht (z. B.: 
Das J. eminens einer Beanstandung von Kommunal- 
beschlüssen. Uai3. 21, 100); emphxtsüseos, i. d.; 
empõrii, Stapelrecht; episcopäle, bischöfliches; 
S#undi od. itiönis (I. d.) in partes; fenesträrum, 
Fensterrecht: fetiäle, Herolds-, Gesandtenrecht: 
fendäle, Lebnsrecht: fisci, Vorrecht des Fiscus 
(l. d.); fruéndi, Nutznießungsrecht:; generäle, all- 
gemein geltendes, Gastz speciäle; géntium, Völker- 
recht; geränü, Kranrecht; Germänicum. deutsches, 
Gastz Romänum; glädii, s. d.; grätiz: heredi- 
tärium, Erbrecht; honorärium — prætõrium; hu- 
mänum, menschliches; imäginum, s. imago 1; im 
rẽ, s. o.: ad rem: in säcra, die v. Kirchenbeamten 
zu übende Kirchen zewalt; inspectiönis, Aufüichts- 
recht; inträdæ, das Recht des Fürsten auf Uber- 
gabe der Thorschlüssel; uisnis, s. Eundi; juráän- 
dum, Eidschwur; Justiniansum, die Sammlung 
römischer Rechte durch Justinian (s. d.); cambiüäle 
od. cämbü, Wechselrecht; canönicum, s. d.; ca- 
piéndi, das Recht, Vermächtnisse anzunehmen; 
cavéndi, Verhütungsrecht; cogéndi, Zwangerecht: 
collectändi, Recht zu Geldsammlungen; commeércii, 
Handelsrecht; commüne, gemeines, Ggstz particu- 
lãre, Sonderrecht; compascéndi, compáscui, der 
Kovrelweide; congrui, Näher-, Gefpilderecht; 
conjügü, Ehe-Pflicht u. -Recht; connübüs, s. d.; 
consuetudinärium, Gewohnheitsrecht; contro- 
Vérsum, sireitiges; convendndi, Recht der Mit= od. 
Korreljagd; coröna, das Recht der Krone; crimi- 
näle, Kriminalrecht; cruentatiönis, Bahrrecht 
(s. d. Ss. u. Germania 7, 428); lignándi, Holz- 
Juschka 579 
(ungs)recht; littoräle, Strandrecht; manusrium, 
Faustrecht: mercantile —= commercü; metatörium, 
s. d.; militäre, Kriegsrecht; mödice castlgändi, 
das Recht, mäßig zu strafen; muni-ipäle od. mu- 
nicĩpii. s. d.; natörs, Naturrecht: nôn seriptum, 
ungeschriebnes (s. o.: consnetudinärium); offe- 
rendi, das Recht eines Hyrotbekenaläubigers, ihm 
vorangehende Fordrungen rurch Befriedigung der- 
selben mit zu erwerben; occupändi, occupatiönis, 
das Recht zur Besitzergreifung herrenloser Güter; 
optiönis, Wahlrecht; particuläre, s. o.: commüne; 
pascendi, Weite-, Triftrecht; pãtriæ potestätis, 
Recht der väterlichen Gewalt; patronätus, s. d.; 
peregrini, Fremdenrecht: personäle, versönliches; 
pignorändi, Pfändungerecht: pontiffcium, Päst= 
liches; positivum, Satzungs= (Gstz Natur-) Recht; 
postliminü, s. d.; pötius od. pralatiönis, Vor- 
zugsrecht; prasentändi, prasentatiönis, 1. d.; 
prasidil, Vorsitzrecht; prætõrium (od. honorärium), 
die aus Edikten 2c. der Prätoren hervorgegangnen 
Bestimmungen des röm. Rechts; prevenändi, 
Recht der Vorjagr; prims noctis, Eutjungfrungs- 
recht; primärum prẽcum, Recht der ersten Bitte, 
wonach der Kaiser in jedem Stift einmal eine 
Pfründe geben konme: primi liciti, Recht des Erst- 
od. Angebots bei Versteigrungen; primogenttürc, 
der Erstgeburt; privätum, Ggstz publicum, s. d.; 
protimsseos. Vorkaufsrecht; provinciäle, Landrecht; 
püblicum, Staats= (Gstz Privat-) Recht; quasi- 
tum, s. o.: acquisftum; quiéscens, ruhendes; ra- 
dicatum, eingewurzeltes; rätium, s. d.; reäle, 
. o.: ad rem; reformändi, Recht der Staatsgewalt 
in Betreff der Religionsübungen; recadentice, 
Recht, wonach Etwas wieder an den ursfrrüngl. 
Herrn zurückfällt; regäle, s. d.; reluêndi. ĩ. d.; re- 
torsiönis, taliönis, Vergeltungsrecht; romänum, rö- 
misches; separatiönis, Scheidungsrecht; stäpula, 
s. o.: empörii; statusrium, grundgeietzliches; stri- 
ctum, Rrenges: succedéndi, successiönis. Erb(folge)= 
recht; superioritätis, Seuveränetätsrecht; taliönis, 
s. o.: retorsiönis; translativam, herkömmliches; 
tutẽlæ, Vormundschaftsrecht: uténdi, Gebrauchs- 
recht; venatiönis, Jagdrecht; vicivitätis. Nachbar- 
recht; rite ét nscis, über Leben u. Trd; voca- 
tiõnis, Berufungs-, auch Aprellationsrecht 2e. — 
II. Jus (irz. sbü), m., n., (f.), uv.; uv. libüsl: 
Brübe: J. de tablettes [—#I. Tafelbouillon; Hat 
man nicht Zeit od. Mittel genug, um zur Bereitung v. 
braunen Surren od. Saucen eine solche Fleisch= Züs 
anzufertigen, so kann man sich auch wohl einer Zucker- 
Jus berienen 2c. Scheibte Kechb. 29. — III. Jus, 
Jüs (türk.): hundert (vgl. Bin): J.- Baschi (s. 
ebd.), Hauptmann. Peittmann Or. 2, 39; 72 2c., 
auch: Juzbaschi. Globus 1, 6b 2c.; S.-Para, 
Juslik (Juzlik), m.: ein Stück v. 100 Paras 
(s. Jq.), Silbermünze. Eneyhl. f. Kaufl. 264 a: Früher 
rechnete man lin Bagdad] nach Juslik, die in Agerten 
u. Damaskus Schuschi, in Bagrar Abu Täka ge- 
nannt wurden und den Werth ven 2½/2 Schami oder 
Piastern hatten. Peietmann Or. 2, 309. — Jüschka 
(russ.), f.; —s: Eisenplatte in russ. Ofen. Sohl 
377
        <pb n="596" />
        Jusque 
580 
Pet. 1, 101. — Jusque (frz. shüst): bis: Jusqu'a 
un certain point löng ßertäng poénql, bis zu einem 
gewissen Punkt. w. 35, 19 c. — Jüss-iön (lat.), 
zSen: Befehl. - o, a.; befehlend, imperativisch: 
5°. —e Sinn: fehrein Schulgr. 197 r2c.; m., 10)6 
-e: Imperativ., — auch: J-us, m. (S 24, 
— U: auf Befehl. — Jussuf (rerf. ), m. 2 
— und zwar: J. und Suleicha . als Bild einer 
heiligen, reinen Liebe ie. Rosenkranz PoesGsch. 385; 
Daß Suleika von 3. entzückt war ꝛc. G. 4, 75 2c. — 
Jisst (lat., s. Ss.): 1) adv.: eben, grade, genan 
2c., auch: Sie ging j. leben, diesen Augenblick] vor- 
bei. G. 11, 112 2c. Auch: Und so fand ich's denn 
auch süste. 1, 51 2c.; Wir sind justameènt hier ein- 
getroffen. Holtei Treust. 1, 110; Es. 1, 184 2c.; häu- 
siger: Jnstement (selten in frz. Ausspr.: shüstl- 
mäng, zuw. in hibridischer: justeming). — 2) als 
Prädikat: richtig; so, wie es sein soll; gehener 2c.; 
Daß die Kunst j. sei Imit rechten Dingen zugehend!j. 
Simplirissimus 2, 18825 2c., zumeist verneint Eckermann 
G. 1, 309; Beim Abzug lder Karten] war's nicht j. 
G. 7, 58; 83; Mir wird'se nicht j. mit diesen fremden 
Geistern. 12, 129: Zelt. 3, 397; Schon in Franksurt 
war mir's nicht j. krecht, wohll. Merck 1. 227. Jo: 
1) (lat.) s. Justus. — 2) (skand.) f.; —é: Art 
Becher. Weiss Kost. 2, 413. — e: 1) s. just 1. — 
2) f.; S-n: (vralt.) die gehörig abgemeßne Strafe, 
v. Schlägen. Kreillchhke Hist. 30. — 3) (frz. shüst) 
a.: recht, gerecht, richtig, bes.: J. milien 
(miljsöl, richtige Mitte (s. Büchmann 203); Für Alles 
haben die Franzosen ein J.-milicu erfunden u. das 3.= 
millen nimmt einen so breiten Platz ein, daß für die bei- 
den Seitenstände wenig Raum übrig bleibt. IKahl Par. 
1, 47 1c.; Das JZustlejaucorps I—kör], Art ärmel- 
loser Rock. Helekiel Schell. Mor. 1, 97; 18 ce. 
Sesse (shustet') f.; 0: Richtigkeit, Genauig-= 
keit. ice: 1) (frz. sbüstuß), f.; 0: Gerechtig- 
feit: La J., PEEloquence u. la Fermetcé schmucken sein 
Pfedestal. 9 Kohl Par. 1, 220 rdc.; s. Lit; Main. — 
2) (engl. dsböstis): a) = 1. — b) m., uv.; —6: 
Richter: J. of peace söw pißl. Friedensrichter; Der 
Lord Chief (s. d.) J. r2. irren (mlat.; zuw. in 
frz. Ausspr. shüst-), tr.: Etwas durch Aus- 
gleichung in genaue hberelchimmung mit dem als 
Norm Geltenden bringen (vgl. ad·l.), z. B. 
(Münzw.): den zu prägenden Platten die richtige 
Schwere geben (dazu: Instler-Felle; Klotz; 
Maschine; = Wage. Karmarsch M. 1, 560); Ge- 
wichte, Maße 1., eichen; Mathematlsche u. pbosikalische 
Instrumente, eine Wage, Uhr j. 2c.; (Schriftg.) den 
Lettern mit den Probelettern gleiche Höhe geben; 
(Buchdr.) den Seiten eines Buchs 2c. die nach dem 
Kolumnenmaß best. Länge geben 2c.; Der Justier- 
zelsger, welcher v. den Juwelieren gebrancht wird, um 
die Kästen, worin Steine gesasst werden, auszuarbeiten 
Gu j.). Karmarsch M. 1, 211; 552: Den Stein ein. 
risch 1, 49 4c, einpassen rc. Zisieteren, tr.: berich- 
tigen, rechtfertigen, vertheidigen 2c.: Zum 3. lat.: 
ad jzustificändhum. isihation, ".#r zä-en: Sasti= 
ficierung. -isiha lür, (.; en: Gehehmigung einer 
geprüften u. berichtigten Rechnung r2. einian, 
Juvenil 
m., —#: männl. Name, bes. des oström. Kaisers, 
v. dem das Corpus (s. d.) juris herrührt, auch: 
J-us, z. B.: Dat (s. d.) J-us honöres 2c. Dazu: 
3-ischer Koder, ein Theil des Corpus juris #c.; 
Vor- (od. ante-), nach- (od. vost-) j-isches Recht 
ꝛe. -ĩtia, f. 1824, 1): Gerechtigk. (auch personif.), 
Rechtspstege c.: Der ihm gegenüber nicht blinren, aber 
lahmen 3. Ual3 21, 291 1e. Titiär, m., „le)s, 
(en); Se, (-en): 3., Jiius [§ 21, 21: Gerichts- 
Verwalter; rechtskundiges Mitglied einer Verwal- 
tungsbehörde. Dazu: 3—idt, n., —e); —e: 
Amt u. Thätigk. eines J-s. -iz, f.; 0: s. Justitia; 
auch: Rechtsbehörde ꝛc. Zssgn z. B.: Kabi- 
nétts-3., willkürliche Rechtshandhabung nach 
Einwirkungen, die aus dem Kabinett (s. d. 2) des 
Fürsten ausgehen; Selbst-., Gartenl. 15, 448, 
wobei man sich selbst Recht schafft; Solche Akte der 
Volks-3. Dvienelj. 47, 359, auch: Lynch ((. d.) 
-J. ꝛc. Als Bstw. z. B.: 3.. [Gerichts-] Amt- 
mann; „-Gewalt, Hoheit, Hoheitsrecht in 
Betreff der Rechtspflege; Kanzleit; „ Ko1 
leglium);-Kommissarsius); = Mord, Mord,. 
zu welchem die J. die Hand geliehn (Scherr Bl. 2, 
113) od.: in Folge des J.-Verfahrens 2c.; Or- 
ganisation; „Pflege;Rath; „Reformz; 
Stelle, Rechtsbehörde; i-Verfahren:; „= Ver- 
waltung re. iziere (it. ), m., uv.; ri: Justitiar: 
Gran (s. d. 1) -J. ie. -örium, n., —; ken (§ 24, 
2, u. J: Werkzeug der Schriftgießer zum ** 2 
us, a.: gerecht, recht, gehörig, richtig 2c. 
jüdex (s. d.); J posséssor, rechtmäßiger Büige 
Unsto — tempöre. zu rechter Zelt; titulo, rechtmäßig 
2c. — JIngufi (tärk.): Art Turbansferm. Hammer 
10, 351. — Jüte (auch — in engl. Ausspr. — 
dsbu), f.;0; m., —8 : 0: ostinrischer Hauf, ein 
Faserstoff aus der Rinde mehrerer Cörchorns-- 
Arten, z. B. masc. Karmarsch 2, 310 rc., gw. fem.: 
Flachs.. Beste J. ist eine Schattierung theurer. Nat3. 
18, 125 ie. (vgl.: Znd-Hanf. Karmarsch M. 2,584; 
Juchtegarn. Schren 67 r., auch: panut-hemp; 
gunny ic.). Als Bstw. z. B.: 3.= Bau;-Baum- 
wolle, fein gehechelte 3 als S Surrogat der Baum- 
wolle; Garn; Gewebe; -Hanf; Industrie 
(sc. — Jnv-ans (lat.), a. [§ 24, 3, Antis): bel- 
fend, unterstützend: u. (Mz.-ántia): Arzneimirtel, 
das man zur Unterstützung u. Verstärkung andrer 
hinzusetzt. — Juv-enal (lat.), m., —e)#; e, 
—en: männl. Name, bes. ein Dichter aus der letzten 
Hälfte des ersten Jahrh. nach Chr., der in düstern 
Satiren der entarteten röm. Welt, nam. auch den 
Frauen, einen trschreckenden Spiegel vorhielt, — 
auch autonomaslisch: Was .. die Zunst der Misogvnen 
I. d. I, die 3—en, die Poren u. Crebill(i)onen ihnen 
zum Unglimpf nachgesagt. w. 15, 206, vgl.: Ge- 
brechen,] die J. u. Pop' u., wer ihr Nachball ist, 
euch vorgerückt. . Die Miseghnen. 25, 229. -enalin, 
pl. [5 21, 3), enalflen, pl.: in Rom ein von 
Jünglingen begangnes Fest der Juventa, au dem 
sie ihr die keimenden Bart-Erstlinge weihten. 
ruil, a.: jugendlich: Als Austruck i-en Unverstans. 
Kleihner Saus. 2, 93 2c. (auch engl.: Non adults ed.
        <pb n="597" />
        Juventa 
minors I. d. 26] od. J—es sdshuwenils]. Kohl Engl. 
2, 201 2c.). Dazu: In jener Periore der Z-ität. 
Gervinus Hist. 6, 681. nta, f. I§# 24, 1); entas, 
f. 18 24, 3, ätis) -entus; f. [/§ 24, 3, ütisl: 
Ingend; die Jugenrgöttin #r. Hebe). — Ju- 
wädschi (türk.), m., —;: —§: Nestausnehmer. 
Hemmer 10. 351. — Inwär (pers.), m., —: —;: 
Major, als Mililärcharge. Pelermann Or. 2. 
465. — Inu#, m., n., —(ey8; —e; -S, f.; 
(s. Ss., vgl. Zute0: geschliffner u. gefaßter Erele 
stein; ein Schmuck v. solchen Steinen: übrtr. (wie 
Kleinor): ein Ggstd v. sehr hohem Werth; auch 
Name mehrerer Hyacinthensorten 2c. Zssegn z. B.: 
Kron-Z#en, als Kronschmuck; bildl.: Keiner wird 
sich selbst erbeuten seines Wunsches Kron-Z3#e. plalen 
2, 339 2c.; Städte, in denen sich so manches Kunst-Z. 
besindel. Nats. 19, 587; Monaibl. 1, 522a; Das 
Menschen -. lder kostbare Menschl]. Heine 17, 259; 
Dieser zufällige Neben-J. im Kranz des Gedichtes 
überstrahlt an Glanz u. Keslbark. Alles, was man bis 
jetzt auf dem englischen Theater gehört bat. Ticch N. 6, 
200; Die schönen Pracht-3-en. H. Cid 4n pracht- 
volle, — nam. — Brillanten (s. d.); Da glänzt ein 
Thau= S. als Rubin. OBank 2, 15; Räckern Ausw. 
114 2c. Als Bstw. z. B.: 3-en-Gewicht, im 
Z-en-Handel, bei den Z-en-Händlern üblich; 
Z-en (od. Brillant, s. d.) = Käfer 2c., seltner: Der 
3.-Stuhl .., der deines Gotts Statthalter trägt. 
Ploten 2, 235 2c. en, a.: aus Juwelen bestehnd. 
C. 4, 87; 12, 10 2c. Venhaft, a.:; in der Art eines 
Zuwels, wie ein Juwel. 25, 192. -ier, m.,—Ce)e; 
e; Krer, m., —6; uv.: Goldschmied, der sich 
vorzüglich mit dem Schleifen u. Fassen v. Juwelen 
beschäftigt; Juwelenhändler (weibl.: Juwelieère. 
Kalayhen 
581 
Garlenl. 17, 440b); auch — Halsbandnatter. 
— Jur (Juücks), m. (n.), —(e)s; —e, -en: 
(s. S##. 1, 842c) Volksspr.: 1) (s. Jocus)) 
Scherz, Sraß, nam. ein lustiger Streich, der auf 
einem Scherz beruht, womit man Leute foppt od. 
sie zum Besten hat ie. (vgl. Ult), auch z. B.: Das 
ist doch die beste Art Narren-3. V. Sh. 2, 309; Der 
Koulissen-Z. Nich. Wogner Zur. 5 32c. — 2) (r. 1) 
Einen J., Z-en machen, Jemand auf listige Weise 
übervortheilen, prellen, Schwänzelpfennige machen. 
— 3) wohl zunichst im Mund Dessen, mit dem 
man einen J. (1; 2) treiben, den man „ anschmie= 
ren“ will, Iegerl. Bez., wie Krimskrams, Dreck 2c. 
u. dann allgm. so, nam. auch — Schmutz, eig. u. 
übrtr. (Zoten 2c.). Zen, tr., auch o. Obi.: 1) 
einen Jur (s. d. 1; 2) machen, Einen feppen, 
prelleu, schnellen, überoortheilen. v. Ar. 3, 177 1.; 
Einen be-j., bevortheilen, anschmieren (vgl. 2). — 
2) Einen, Elwas, sich be-, ein-, voll-, zu., be- 
sudeln, schmutig machen. — 3) (mundartl.) — 
juchzen (s. d. Ss.), jauchzen 2c., auch: Sein Gelo 
ver-j. verjubeln, in lustigem, flottem Leben durch- 
bringen 2c. erklt, f.; —en: 1) Betrügerei, An- 
schmiererei 2c. K. 11, 582- — 2) Schmutzerei, Zote. 
B. Ar. 1, 159. -ig, a.: schmutzig, eig. u. übrtr., 
auch — jekes (I. d.), wisig-kraßbatt rc. V. Ar. 1, 
179 2c. — Jnkt-a (lat.), präp. (m. Acc.), adv.: 
neben, daneben 2c. aposition, f.; -en: Neben- 
einanderstellung z. B. v. Ziffern (die dadurch 
versch. Stellenwerth erhalten). Humboldi Koem. 2, 
456 (vogl. Position. 263); Nebenlagerung, das 
Aneinanderwachsen, v. Iwillitgolrosue 2c. Oken 
1. 64 2c. -im: — juxta. — Juz: s. Jus III. 
J'g pense: s. Pense. 
K 
A: der elfte Buchst.: 1) Uber sein Vh. zu C 
s. 18 31. Für die Lautverbindung kw dient gw. 
die Bez. qu. Einige Orkentalisten verwenden ein 
bloßes q (ohne nachfolgendes u) für das hebr. P#2c., 
dagegen k für das hebr. = 2c., s. z. B. die Schreib- 
weise Qor'an (peirmann Or. 2, 333) st. des gw. 
Koran ꝛe. Diese Unterscheidung bleibt natürlich 
bier unbeachtet; ebenso die Bez. Kh für die übliche 
Eh (s. d.). — 2) als lat. Zahlzeichen: K = 250; 
K — 250000; ferner als Abkürzung: K. — Ka- 
lium (s. d.); Ceso (röm. Vorname); (engl.) 
King; Calende (s. d.), auch Kal.; ferner: K. G. 
— knight (s. d.) of the garter; K. D. = knight 
(s. d.) of the thistle; Ky — Kentucky (Staat in 
Nordamerika). 
Käg (ar.), f.; —s, —t: Ausdem Empfangssal (der 
Qda). pelcemann Or. 1, 143, in Damaskus 2c.; Aus 
dem Liwän [s. d. führen Thüren in die groß zen- Em- 
fangszimmer, Ka'at, Hallen, deren Fußboden aus feinem 
Marmor besteht. Ausld. 39, 56 5a. — Häüäb (ar.): 
Die Knöchel der Lämmer. .. Man nennt sie K., Würfel. 
154 2c. -a, f.: Die K., d. h. Wurfel, auch Bit ss. d.] 
Allah, d. h. Getleshaus genannt. Ausld. 38, 8 1 da 2c., 
das Hauptheiligthum der Muhamedaner in Mecca 
(s. Harscher 2c.; Kesun 2c.), bildl.: Mecca winkt, wo 
reine lder Geliebten] Pforte,Kaba ist dem Angesicht. 
Daumer H. 2, 27; 1, 11 K.; auch: Kjaba, Tjaba. 
Gerhard W. 2, 296; Und gerilgert nach der Käurn 
Tiaba sdem Heiligthum der Ungläubigen). 37. — 
Ka)g (holl.), f.; —s, —e: schmackähnlicher Ein- 
master. Bobrik 536a, auch: Menge v. Kaggen u. 
Suneggen. Hausbl. (55) 2, 239, vgl. Kogge 2c.; K.= 
Mann, Schiffer einer K. — Käta)b, m., —(e)s; 
e (niedrd.): 1) Pranger. — 2)) schwere Bö. — 
Kälähhan, m., —; —#: großer barschartiger 
Fisch, bei Pemicher. Oken 6, 242. — Raüdfä)ten 
(boll.), tr.: Zuerst werden die Heringe gekakt, d. h. es 
werden ihnen Eingeweide u. Kiemen herausgenommen. 
senz Nat. 3, 91; Globus 4, 5Sa; Kaa)ker, vgl.
        <pb n="598" />
        582 Kaakuhl 
Gutter. — Kaahühl (ar.), m., —: —6: Unter den 
rothrindigen Baumen (K.), v. denen das Gummi arabicum 
gewonnen wird. Aueld. 38, 862b (Art Akacie); Ka- 
kul. 1091b;„ Kakublbäume, ssib. — Raämah, f 
—§6 : Art Antilope am Kap, Hirschthier. Oen 7, 
1388 ff. — Küan (türk.), m., —s: —6: Heeres- 
fürst. Sammer 10, 351. — Kaat: s. Kaa. — 
Käadwy (nürk.), m., —#; 0: Trank aus Weizen 
od. Mais. 
J. Cab, n., —6; —s6: C—#. Diese 2raͤdrigen 
Kabrioleis (s. d.], die so leicht .. gebaut find u. den 
Sitz des Kutschers hinten haben. Ual3. 19, 379; Der 
Führer eines Handsome ss. d. ]C-s6. .. Der C.= 
Führer. Schüching FrR. 1, 189; Der C.-man 
Fuührer]. Zoler Renn. 53; C.-Pferd. edd. 2c. — 
I. Käb; Sa: s. Kaab 2c. — III. Kab (hebr.): 
"7 Hohlmaß. 2. Son. 6, 25. — Kababisch (ar.), 
m., ur.; uv.: K., d. h. Schafbirten. Globus 11, 
265a: Brehm 5% 177 2c. — Kabaäche (russ.), f 
—n: Branntweinschenke, schlechtes Wirthshaus; 
verächtl. Bez. eines Hauses, einer Wohnung. 
Golt 1, 95; Immermann M. 3, 224 2c.; Gaune: 
K. Aleris Dor. 1, 1415 rc., auch: Kabäck.. Scume 
Sp. 51 ꝛc. u. (wie im Russ.) m.: Kabäk. Kohl 
Südr. 1, 32 r., Mi.: Offentliche Katät u. Krüge. 
Olrarius Reis. 99a; In den Kabaken. Grube Ch. 1, 6 2 2c. 
— Cabäle (inz.,G s. Kabbala), f.; —n: geheime 
Ränke zur Erreichung böser Absichten u.: die Ver- 
bindung, die dgl. Ränke schmiedet: Die Kou- 
lissen-K. Houei Ch. 1, 119 2c.; Intrigen= u. K-n- 
Schmied; K-n= Schmieder. Solon 2, 312 ctc.; 
Witzig bezeichnet man das 1670 gebitrete englische Mi- 
nisterium nach den Anfangsbuchstaben des Namens der 
Mitglieder Clifford, Asblev, Buckingham, Arlington u. 
Lauderdale als bas Cabal-Ministeriium. 
Manche haben dies Witzspiel für Elvmologie ausgeben 
wollen, vgl. Hecrig 23, 159; auch verallgemeint, 
z. B. in der ersten frz. Revolution: Die sog. C., die 
Minister Barentin, Broglio, Breteuil u. Villedeuil. W. 
31, 530 r. Zenr Iörl, m., —s; —e, —6: Ränke- 
schmied. Iffland 15, 1, 193. -ieren, intr. (haben): 
Kabalen schmieden, auch tr.: Einen aus seinem Amt 
beraus ()t.ꝛc. -ist, m., -en, S;-en: 1) Kabaleur: 
Die Chefs der royalistisch-jesnitischen Wahrbeits- 
Ken der Nationalversammlung. Scherr Stud. 2, 316 rc. 
— 2) s. Katbalist 2c. — Caball (gr.-lat.), m., 
n., —en; -en: (vralt.) Pferd, Gaul (s. d. Se., 
vgl. Cheval, Kavalser 2c.): Kommt Einer auf den Noß- 
markt u. wollte gern einen schönen u. rechtschaffenen 
Cen kaufen. Garzoni 640a; Weise Lustredn. 103 2c. 
-ẽro (span. —alfero), m., —#; —#: 1) — Kavalier 
(l. d. 1b). Globus 4, 19 8a; Gregorooius Kors. 1, 219; 
Scherzer Nat. 351 2c.; Einen Sennor Cav allero. W. 
19, 263 2c.; C. andante (s. d.). — 2) Cs, eine 
Wollsorte. -etta: s. Cavallelta. — Täban: 1) 
n., —6; —#: ein Gewicht auf den Moluccen, etwa 
45½ Kilo. — 2) (frz. —ing), m., —s; —s: Kapot 
(s. d.) „Rock. — Cabäne ,(frz.), f.; —n: (ugl. 
Capane) Hütte. Berlepsch A. 225; Waldau N. 2, 12 
1c., z. B. auch — urekarre, Salon 1, 191 vrc. u.: 
kleine frz. Flußfahrzeuge zum Güter= u. Passagier= 
Kabepun 
transport, mit leichter Bretterdecke, worunter ein 
Mann aufrecht stehn kann. Dodrik 3593. — Käbar, 
n., —; —#: (auf Madagaskar): Dann wurde ein K. 
gehalien. Man bez. mit diesem Worte sede Zusammen- 
kunft od. Vereinigung, bei welcher es auf Unterballung 
od. auf ein Berathschlagen abgesehen ist. Glodus 7, 
266a. — Cabaret (srz. —r#), n., —6; —: 1) 
Wirthshaus, Schenke: C. borgne (s. d.), dunkle, 
schlechte Kneipe 2c. — 2) Kaffe-, Thee-Brett u. 
.Geschirr. — 3) eine in versch. Fächer getheilte 
Schüssel, z. B. zum gleichzeitigen Präsentieren 
verschiedner Kompotts zur Auswahl 2c. Lier 
(-etfe), m., —6; —s: Schenkwirth. ren, intr. 
(haben): die Kneipen freqguentieren. — Kabärga: 
Bisamthier: Das Thier heißt bei den Tataren K. u. 
daher kommt der Name des kabardinischen Bisams. 
Olen 7, 1271. — Käbaro: Handtrommel der 
Agypter (vgl. Darabakteh). — Kabüärre: s. Ga- 
barre. — Cab bas (irz. —4), m., uv.: uv.: Binsen- 
körbchen, zu Feigen :c. — Kabbal-alh) (bebr., 
—, k.; 0: 1) magische Geheimlebre der Zuden. 
H. Gott 1111 W. 30, 23; De in der K. sebr Viel 
gethan. 10. 298 2rc., vgl.: Was sie, die Cabala, auch 
kann! entbilden u. entheblen. Gryphius 514; Aus dem 
Cabala der judischen Rabinen. Filchart B. (1588) 590; 
55a; Der Juden Kabalen u. Thalmud. 29b; Von eines 
Namens Schrift aus Salomons Cabälen. Opiv W. 1, 
376 (auch frz. cabale. — aus dem Begriff der 
Geheimlehre übergehnd in den des Geheimbunds 
e *m- — 2) (gw. nur —) die einem 
Schächter (s. d.) zur Ausübung des Amts v. einem 
Rabiner ertheilte Befugnis. ismus, in., uv.; 
0: die Lehre der Kabbala (s. d. 1). ö. Gott 110; 
Abccher Rabb. 2, 2, 47. Zifl, m., -en, — :„ en: 
Kenner, Ausüber der Kabbalas, Zaubrer 2c. W. 1½, 
30 1. -isterẽi, f.; —en: kabbalistische Kunst r2c.: 
Die etwas schwarze Kunst der „Cabalisierey“. Hagedorn 
2, 22 2c., auch: Kabbalistik, f. isticum (§ 24, 
2, n. : kabbalistische Schrift 2c.: Die Kabbalisuita in 
seines Ahnherrn Bitbliotbef. ADicer Rabb. 2, 2, 152. 
vistisch, a.: zur Kabbala gehörig, ihr bizen 2 
1, 1, 215 2c. — Cabeeila (span.), #.; —#: Mit 
dem Schmeichelwort der Spanier nannte er die t 
immer nur c., sein Köpschen. çewold Vill. R. 1, 22, s. 
Cabeza. — Käb-eliau (-ian), m.. —#; —, e: 
ein Fisch, Gädus morrhua, der frisch auch Läng., 
getrocknet Siock-, gesalzen u. getrocknet Kliprfisch, 
bloß eingesalzen Laberran heißt: Backaliau od. 
gw.: K. BVodrik 82a; Baecalaos .., woraus die 
Deutschen durch Versetzung .. K. gemacht. DMus. 1. 1, 
179; Große Zuge v. K—s. Uatur 4, 641; Mit den Keen. 
Olen 6, 159; Einzelne Kabliauen. Hansen Schl. 247 
(vgl. grönländ.: Kalulia, K.: Kalulisen, Stockfisch. 
Oltorius Reis. 86b). Kabes, m.: s. Gna. — 
Cabest-än (frz., auch —ing), m. —6 „: —4, e: 
Ankerwinde, Gangspill, vgl.: Vom Werkplatz seines 
Capstans. Gartent. 16, 155b; Am Hauptearstan 
des Walesufers. ebb. —o (span.), m., —; —: 
„Halster“ 2c., daber Bez. der zahmen Ochsen, mit- 
tels deren man die Kampfstiere in die Um3zäunung 
lokl. Globus 4, 10Za; Maget 2, 1722 . — Räübrgun
        <pb n="599" />
        Cabeza 
(tichirrew. —eiun), m., —s; 0: Westwind, wie 
Kabsbonöklka, Nord-, Sbawonräsee, Sür-, 
Wäbun, Ostwind. freiligrath H. 24. — Cabzza 
(kran.), f.: —: „Kopf“, — auch: Die schwarzen 
K.-# od. Früchte der Araucarien s. Pinbão]. Cerctächer 
Pench. 1, 106. — Kabiäl, n.t, -s: —s : Karivera 
(s. d.). — Kabibonêkka, m., —; 0: s. Kaberun. 
— Cabildo (sran.), m., -s; —#: Domkavitel; 
Raths-Saal u. -Versammlung, Senat, bes. in 
Südamerika. Globus 5, 11b 2c. — Kabin (ar.), 
m.. —: —# : Kebs-Ehe, -Vertrag. Sommer 10, 351. 
— Cabin-e (frz.), f.; —m: Hütte (vgl. Kabane): 
Die dunstige Lebm K. Nodenberg Ins. Heil. 2, 144, 
bes. auf Schiffen (wie engl. cbin, s. auch Log 1a), 
ein abgeschloßner Raum für Versonen, Kajütte 
(l. d.); Koje (s. d.) 2c.: Die Passagiere schutrelten 
sich in den unbequemen Ken. .. Aus den Seiten- 
Ku. Zostiano 1; Eine Bare-K. 277;: Jonkl Zer. 1, 
23: Durch das runde u. kleine K-n. Fenster. 10; 
Guhl 1, 252 1c.; Das die Passagiere ihr Geräck in den 
Ken nebmen musten. Whseinr Weltr. 1, 179; Die an 
der andern Seite des Schif's liegenden Von--K-n 
Zwei Damen-Kn. Ualß. 18, 109; Er wantte sich 
nach seiner K., um dort sich auf sein Beit zu werfen. 
Uuppius Sürw. 184; 191; Thellen 122; 123 2c. 
Ftt [—-eI. n., uv.; —#: Kabinett (s. d.): C. noir 
(noär!, schwarzes Kabinett 2c.; auch engl. ssor. 
käbbinett), u. z. B.: Die Londener Cabinet-maker 
I- melör], Feintischler. Dolksz. 16, 179; Cabinet- 
making lmekingl, Kunütischlerei 2c. -ẽtt, n., 
—e: -e, (—er): 1) kleines Gemach, Nebenzim- 
mer, nam. sofern man sich dahin zurückzieht: Böser 
Menschen müde in sein K. entfliehn. Gösingh Lieb. 
33: Man bat Ker zum Schlafen, zum Studieren, zu 
gebeimen Konferenzen 2c. Solzer 1, 430b 2c. Daber 
rerhüllenr: a) wie: gebeimes Gemach 2c. — Ab- 
tritt: S#bchen, dessen Tbüre die mosteriöse Aufschrift 
trug: K. für Herren. OMüller Erz. 3, 33 2c. — b) 
Schwarzes K., Name zunächst des Lokals, wo die 
„geheime Volizei“ der Post anvertraute Briefe er- 
bricht u. liest, — u. dann dieser ganzen nieder- 
trächtigen Einrichtung überh.: Die Einrichtung des 
schwarzen K—s. Uat 3. 20, 578 2c. — 2) (s. 1) Ge- 
beim-, Berathungszimmer eines Fürsten —, da- 
her: der geheime Rath des Fürien; der Fürü u. 
seine versönl. Rathgeber u. Mitarbeiter; die Re- 
gierung, nam. in ihrer Beziehung zum Ausland: 
An jeder Frage des K-s u. des Staatsratbes. Cutz#ow 
R. 6, 21; [Sol verbargen K-er die Triebferern der Ge- 
schäfte. 9° Külec 1, 539; Als ob der Regimenrer Zabl 
.. die ganze Wissenschaft des K-es wäre. Nitolai 1, 
165; Auf dem Standvunkte der Ker ist keine Vereini- 
gung denkbar. Novalis 1, 206 2c. — 3) ein Zimmer, 
worin man Sehenswürdigkeiten aufbewahrt, 
Kunst-, Naturalien-, Münz-Sammlung 2c.: Zur 
Bereicherung der europäischen Sammlungen u. Ker. 
Chondler Klas. 90;: Zur Einrichtung großer Ker. 
Sturz 1, 19; Abbilrung einzeler, in mebrern K-ern 
zerstreuter geschnitiner Steine. Sulzer 2, 396b; Wie es 
endlich Moreton wurde, eine Gallerie od. doch ein K. zu 
haben. W. 35, 212 2c. — 4) zuw. auch für etwas 
Kabkab 583 
Auserlesenes, das ganz bes. für ein K. vasst, s. 3: 
K--Suucck, „Purring. „Wein, „Auslese. Gutzkowm Z. 5, 
138, so auch: 12 Flaschen Jobannisberger K. ser- 
lesentter Wein). Spielhogen Vr. 7, 161 2c. — 5) Als 
Bstw. z. B.: K-# Auslese (4); . Befebl 121, 
unmittelbar vom Fürsten auegehnd: . Brief (2j1. 
Guskow 3. 3, 210 (vgl. Schreiben, Siegel); Fur 
lebotegr.) Porträts wird jetzt in Paris das sog. Ks= 
SFormat (3) beliebt. Uat3. 20, 441, etwas größer 
als Visttenkartenformat; K—#. Frage [2], v. deren 
Entscheidung es abbängt, ob die Minister im Amte 
bleiben od. nicht;= Gut (21, Schatull-, Privat- 
Gut des Füriten: untiz (s. d.): K.-Käfer, 
Anthrénus museörum. Oken 5, 1157, Naturalien-, 
bes. Insekten-K-e verbeerend; Kanzlei [2]. Uat3. 
21. 97; Krieg [2]. Kommien Röm. 3, 63 (ogl. 
Befebl); Krisis, vgl. Frage; „Maler 131, 
Malerei (Schett Mir. 176), in Bezug auf kleinre, 
zierliche Bilder, die sich mehr für ein K. als eine 
Gallerie eignen; = Minister (2), an den K-#= 
Sitzungen Theil nehmend, obne ein besondres De- 
partement zu haben; Orrer, s. „Befebl; K(—2)= 
Piano I11, s. Giraße: K-s. Preriger 12)j. für die 
fürstl. Hauskapelle: Vurding (4. Seible Kochb. 
346 ff.;-Ratb (2]); -Schreiben 121, s.-Brief u. 
Ggiĩtz Kanzlei-Sch.; Sekretärf2): „Siegel #21, 
Prirat-—. des Fürsten, Ggitz Regierungs- S.; 
Sitzung 2): Jemehr die Technik es dahin bringt, 
anscheinend künfilerisch regierte Stücke fabrikationsmäßig 
berzuüellen, um so größer wird das Berürfnis nach be- 
sondern K—-s = Stücken [4] werren. Ualß. 20, 433; 
Chümmel 2, 115; w. 15. 211 2c.; K-#. Wein s4]. 
Ausld. 38, 1009b rc. — 6) Zstzz z. B: Antiken- 
K. I3); Arbeits-K. [11. Kzge Rom. 3, 10, 339; 
Spielhagen Reib. 1, 140; Cbiffre l. d.) K. [11; 
Aus 2 Stuben u. einigen DiminutiveKes [1]. püa- 
ler Südöstl. 2, 253; Garten-K. [1]. w. 16, 50; 
Sein nierliches Komptoir-K-chen. Guskow 3. 1, 
65; Ein Kunst-, Kuriositäten- u. Naturalien-K. 
[3]. SC. 22, 357; Lese-K. [1. Auerboch Leb. 1, 118; 
Moralien (. d.) · K. [31: Münz -K. [3]; Natu- 
ralien K. [3]; Neben K. [I1. Guskos 3. 7, 213; 
Siegel= u. Pasten K. [3]. 3p. 36, 17; Privat= 
K. [1]. Gartenl. 16, 350; Schlaf-K. [1J. Cuskom 
R. 6, 170; Schmetterlings-K. [3]. w. 8, 259; 
Seiten-K. [1]. 19, 305; Vor-K. [1] = Anti- 
chambre. Guskow 3. 5, 88; Geine Lut. 1, 84 2c. — 
Kabiou (frz. —#ü), m., —#: 0: der zu einem Sirur 
eingedickte Saft der Jatropha manihot. Ohen 3, 
1596. — Kabir (ar.), m., —: —5: Man rechnet 
lin Mocca) nach Piastern zu 80 Caveers od. K- Kou- 
rant. Cneyhl. f. Koufl. 586a, vgl. Kebir. — Kabfre 
(gr.), m., —n; —n: geheimnisvolle Gottheiten der 
samothracischen Mysterien, in Zwerggestalt. w. 18, 
355; G. 12.119 f. 2c. — Kabkab (ar.), m., —; 
— , uv.: Art Holzschuhe, z. B. (in Damagskus). 
petermann Or. 1, 119; Brachren Jedem v. uns Bade- 
Pantkoffeln (K—s#). Kurdord Konst. 2, 39; 46 2c., vgl.: 
Darüber pflegen sie bei Berretung eines Terrichs gw. die 
Babug ed. Pantroffeln or. sehr hobe hölzerne Stelz= od. 
Kiotzschuhe (Kukkab) zu ziehen. Weiss Kost. 2, 261.—
        <pb n="600" />
        584 Aablar 
Kablär (serb.), m., —6; -6: Kübler, Böttcher. 
Globus 7, 167b. — Kabtiau s. Kabeljan. — 
Kablikren (frz.), tr.: ein Kabeltau fertigen. — 
Kãbo (span. 2c.), m., -s6; -s6: Kap (s. d.). — 
Caboceer (#), m., 8; : in Aschantee, ein 
Häuptling, ein Vornehmer. Grube Ch. 2, 233. — 
Cabochon (frz. —shöng), m., —8; —#: Edelstein 
mit mugligem (s. d. Ss.) Schnitt: m½ en langl 
c. — Kabokles, m., uv.; uv.: (in Brasillen) 
Mischlinge v. Afrikanern u. Amerifanern. Slodus 
6, 129a, vgl. Chino. — Kabölzen, intr. (haben): 
Kobold (s. d.) schießen, lärmen. Kühne Fr. 169. — 
Cabot-age (frz. —äsh'), f.; —n: Schiffahrt u. 
Handel an der Küste (nächst „v. Kap zu Kap“), 
vgl.: „Capotage, Fahrtmeßkunst“. b%% (2). Sier 
(e), m., —8; —6: Küstenfahrer, v. Pers. auch 
Caboteur [□—äör!; v. Fahrzeugen: Wahekiere 
□lärl, f. eren, intr. (haben): Kabotage trei- 
ben. -in #engl, m., —s; —§: umherziehnder 
Schauspieler, — weibl.: K.e [-nl. Cintören, 
intr. (haben): als Schauspieler umherziehn. — 
Cabriöle (frz.), k.; —n: Kapriole (s. d.). -et 
(0, u., —6; —6; Jelt, n., — —e, —8 : 1) 
leichter, einspänniger, zweträdriger Gabelwagen. 
— 2) bei größern Wagen ein vom Fonds des 
Wagens abgeschauerter vordrer, eine Reihe Sitze 
enthaltender Theil. -en, -#en: s. kapriolen, 
auch: kabrlolisikeren. Scherr Bl. 3, 217, Bocks- 
sprünge machen, Kapriolen schneiden 2c. — Häbsa 
(türk.): Griff des Degens. Hammer 10, 351. — 
Kabuff (niedrd.), f.; -en: Kabache, s. d., vgl.: 
Ein Kanuff (Kneipel. *’l Per. 197, (. Köbuse. 
— Käabuck, m., —#: 0: auf Ceylon, ein rother 
od. rothbrauner eisenhaltiger Thon. Globus 7, 
1794. — Kabülla: Die Hängematten in Veragua 
bestehen aus den Fasern der Cabuya, einer Agavenart. 
. Die Agäve sisiläng v. der Stadt Sisal in Yuka- 
tan .. Sisalhauf.. Bei den Merikanern heißt sie 
Sosquil, in Centralamerik K. Globus 4, 347a, vgl. 
Hennequin. — Kabüse, f.; —m: 1) ärmliche Woh- 
nung, schlechtes Zimmer, Hütte: Kabüse. Arndt 
Wandr. 187; Ein elendes, versallnes, kleincs Kabuschen. 
Sophiens Neise 1, 369 ic., vgl.: In einem besondern 
hölzernen Kapänschen eingesperrt. 3 Kinkel Ib. 2, 
196. — 2) Hütte, Kajütte auf Schiffen, z. B. 
Simrock Myth. 43 2c., vgl. Kambüse. — 3) Kern- 
gehäuse (Griebs, Buben) beim Obst. — Kabüt 
(ar.), m., —#; —#: Art Talar (— Dschubbe, Abaje). 
Peiermann Or. 1, 150, vgl. Kaputt 1. — Kable, 
m., u: —n, 6: K-u, Nachkommen der Berbern in 
Nordafmka. Zurmeister Gsch. 581; Kreiligrath SW. 1 
116; SGlobus 6, 181 ff.; 311 ff. 2c.; K—s, Art woll- 
ner Shawls. Dazu: Kabylle, k.: das Land der 
Kn. ebd.; Kabßlisch, u. tbd. 2c. 
Cacha (span. kalsha), k.; —6: große Schaf- 
schere 2c. Globus 7, 2690. — TLach-alot (frz. 
kashal), m., —#; —6; -alötte, f.; —n, —#: Art 
Walfisch, dessen Schädel den Walrath liefert, auch 
mite statt a: Die Cachelotte lst der Pottwalfisch, Iu 
welchem Ambrakugeln angetroffen werden. Hagedorn 1, 
137. — Cachãpa (span. kadsch-), k.; 0: Brot aus 
Cacholong. 
srischem — wie Arepa (s. d.) aus altem — Mais, 
in Venezuela 2c. Auslb. 38, 716a. — Tachäza 
(span., port. kadsch“), f.; O0: Ruhe; Brannewein. 
Ausld. 39, 1186a. — Cach- (frz. kasche), a.: ver- 
steckt, verborgen: C. halten. e solie, n., —# —8: 
Modename einer Haartracht, Chignon. Cartenl. 11, 
187a. e-rach##(kasch-kasch), n.: Versteck, ein 
Spiel: Das C. im Dunkeln war das letzte Spiel. Bazar 
15, 142b. vgl. Cligne-musette. — Kach -htik (gr.), 
f.: 0: Kacherie (vgl. Gastz Euexie), ein chronischer, 
sich durch gelbl. Blässe, Schlaffheit der Haut u. 
Trägheit der körperl. Verrichtungen kundgebender 
Krankheitszustand. Immermann M. 2,239. -Fhtiker, 
m., —# ; uv.: ein Kachektischer. (-cticus), 
chtisch, a.: an Kacherie leidend; übrtr. z. B. 
w. 24, I73 c. — Cachelotlle): f. Kachalot. — 
Cachemire: s. Kaschmir. — Cach-ene; (franz. 
kasch'k), n., uv.: uv.: Tuch vorm Gesicht als 
Schutz gegen die Kälte, wörtl.: „Nasenberge", s. 
Comforter. Tepeigne (inj),. m., —; —: ein 
Theil der Damenkoeffüre, worunter „ der Kamm 
verborgen“ ist: Einen C. v. kleinen Rosen. Akewald 
Lav. 1, 151. Tet (—e), n., —#; —#: Petschaft, 
Siegel: C. volant [-ängl, fliegendes Siegel: Lec. 
parisien [sieng! ist die Hauptsache u. Alle bekunden 
ihn. Salon 3, 119, das Pariser Siegel, Gepräge 2c.; 
Lettre (s. d.) de c. — Cachekero (span. kaisch-), 
m., —#: —§: ein kurzer, breiter Dolch; ein damtt 
Bewassneter, nam. bei den Stierkämpfen damit 
dem Stier den Gnadenstoß versetzend. Siorns "U‘ 
139b; 142a 2c. — Cachetibren (frz. kasch-), tr. 
* — Kacher-ia (gr.), f. [§ 21, 1#; sr, 
f.; Achn: s. Kachektik. — Kachia, f. (§2“4, 1: 
eine Akacie, das arab. Gummi liefernd, in Agypten 
Sant. Ohen 3, 1699. — Cachikren (frz. kasch-), 
tr.: verbergen, verhüllen 2c.; auch: Parparbeit mit 
Papier überkleben: Ein zum Dienst res Theaters 
angestellter Buchbinder hat .. Harnische, Helme . . u. 
dgl. zu „kaschilelren". Däringer 177; Kachier-Ar- 
beit;-Eisen, zur Erzeugung der Nückenkanten, 
woran die Deckel des Buchs mittels der Schnur- 
Enden befestigt werden. Eim 1, 332 ic. — 
Lachihame, m., — Art Gürtelthier, Däsy- 
pus novemcinctus, in mrüllier Tatu-Ete, in Para- 
guay Talu-hn, span. Cuirquincho negro; port. 
Verdadeiro. Ohen 7, 867; Cachicam o. Grenzb. 21, 
2, 997 (Guninajo). — Cachiman (kaschiming), m., 
—6#; —#: eine Pfl., Anöna, u. deren Frucht. Oken 
3, 1 % 1260, vgl. Manirito. — Tachinn-ation 
(lat.), k.; —-en: lautes Gelächter. —us, m. 
(8 21, ; lautes Lachen: C. convulskus, Lach— 
krampf. — Cachivi (srz. tasch-), m.: In den irz. 
Kolonien heißen die versch. Geiränke trie man aus 
Jatropha maninot bereilet,) Vicon, C., Paxu. Okca 
3, 1598. — Kachöll, m., —8; —#: Den Kleinrussen, 
fur den man den Spitznamen K. (Sopf) erfunden bat. 
Ahohl Südr. 1, 114 ½. — Tacholöng (fri. kasch-), 
m., —6; —6: milchweißer Edelstein, Art Chalcedon 
(Oken 1, 141) od. Opal (142), auch: Kalmucken- 
od. Perlmutter--Achat genannt. Piechil 1, 539 (von 
cach, ein Bach in der Bucharei u. cholong, kal-
        <pb n="601" />
        Cachonde 
mück. — Stein). — Cachönde (tatsch-), f.; 0: 
In Indien machen die Portugiesen Pastillen (s. d. bö) 
von Katechu s. d.] mit Zucker, Zimmet 2c. ., unter 
dem Namen C., auch Pastilles de (dul Sérail. Ohen 
3, 1696. — Cach-ot (frz. kaschs), m., -s; : 
Kerker, Verlies: Dem C. eines Staatsgefängnisses. 
Hilti RothEm. 1, 74 2c. oterir, f.; —(ehn: Ge- 
heimnisfrämerei. -otier (tje), m., —#; —: Ge- 
heimniskrämer. — Cachon (frz. kaschü): s. Katechu. 
— Cachucha (span. karschütscha), f.; —3: span. 
Tanz im ¾ vd. 3/8-Takt u. die Musik dazu. — 
Karique: s. Kazik. — I. Käd (hebr.), m., uv.; 
uv.: Hohlmaß für Mehl (1. Kön. 17, 11 ff.) u. 
Flüsügkeiten (is, 34): Wär auch gleich mein K. nicht 
stets gedrungen voll. Güniher 746; Uati-3. 21, 205 2c., 
lat. Cadus, m. (S 24, 2]. CGuhl 2, 197 2#c., vgl. 
(gr.) Die Form des Kados (zckdog), eines größern, 
zum Aufbewahren des Weins bestimmten Gefäßes. 1, 
159 cc.; frz. cade lfad's, m., auch engl. spr. ked'], 
n. c.: (türk.) Kadah, Maß v. 6 Metzen. Hammer 
10, 351. — II. Cad (engl.), m., —#s; —§ : Der 
„C.“ od. Kondukteur des „Bus= (s. d.) od. Omnibus. 
Gortenl. 14, 110a; orkl. Caddy. b. — Cada 
(Kan. 2c.): jeder: C. üno pära si y Dios pära 
tödos [Jeder für sich u. Gott für Alle), z. B. 
Ceräcker WW. 20 2c. — Kadacag; bengalische 
(s. d.) Bohnen. — Kadamba (ind.), k.; —S#: 
Name von Pftanzen, Näüclea cadámba (Oten 3, 
86 1); Guettärda pretiösa (876); Diese rothe K.= 
Blume. Höser Urw. 69 2c. — Cadäver (lat.), n. 
(&amp;24, 3, is]; m., —s; uv.: Leichnam, Lbeiche, 
Aags: Das C. Kuläns M. 2, 50; Inspêctio (s. d.) 
C—is 2c.; Der K.; Die sich auflösenden K. Dbiertelj. 48, 
203; Serstäcker WW. 3, 73 rc. (s. auch Catawba). 
e (it.), m., uv.; -i: Leiche, s. ballata. Tisch, 
a.: bei Leichen vorkommend: Kee Infiltration, Aus- 
schwitzungen in der Leiche. 5s, a.: leichenhaft, 
aashaft ꝛc. — Kadd-air#h: or(türk.). n., —S; 
—&amp;: kurzes grades Seitengewehr der Spahi. — 
Kaddisch (heör.), m.: „heilig“ 2c., ein Todten= 
gebet der Zuden (vgl. Kirusch): Keinen K. wird man 
sagen. Heine Rom., auch Kadosch. WhJensten Zud. 
114 20. — Cäddg: s. II Cad. — Cade: 1) (frz. 
tãd') m., -6; —; (engl. ke#') n., —; —: s. Kad. 
— 2) (sfrz.): Der span. Wachholrer. Im südl. 
Frankreich heißt der Baum C. Man destilliert aus dem 
Holz ein stinkendes Ol, das unter dem Namen Huile 
lhwill de C. gegen Geschwüre u. die Räude der Schafe 
angewenret wird. Ohen 3, 361; auch: Kadin-Ol (vgl. 
Kadrich. Ss.). — Cadean (frz. kad), n., —6; —x 
[—#1: Geschenk. — Kadelit, m., -en; -en: f. 
Kadr. — Cadklle, k.; —5, —n: in Südfrankreich 
die kornverheerende Larve eines Käfers (Trogosita 
caraböfdes). Oken 5, 1809. — Cad-enre (fez. 
l#gf’), f.; —§, —n: Schlußfall in Nede= u. Ton- 
kunst; ein dem Schluß od. einem Ruhepunkt in 
einem Tonstück vorangehnder u. ihn vorbereitender 
Lauf; Takt. eneikren, tr.: dem Rhythmus 
gemäß formen, einrichten 2c. -ent (lat.), a.: 
fallend. -ente (it.), a.: sich neigend, zu Ende 
gehnd (von der Zeit): Môése c., der vergangne 
Cadogan 585 
Monat 2c. nz, f.; —en: Cadence, bes. (Muf.), 
z. B.: Bravour-; Final= (od. Schluß-); Ganz- 
Halb-; Haupt-; Mittel-; Neben-; Trug-K. 2c.; auch: 
Eine in höchster Höhe endende Lach-K. Gutzkow Schön. 
Stund. 298 ff.; ferner: Die C. lder Takt] der Höf- 
lichkeit. 3. 5, 350. -enza (it.), f.; -Enze: Kadenz: 
Atto (s. d.) di c. ic. -ere: fallen; auch: eine Art 
Schlußfolge in der Logik, s. Kälner Anh. d. Anal. 
534. — Cad-et (frz. —), m., —6; —: jüngrer 
Bruder: Kadett (s. d.); auch als Eigenn., z. B.: 
C.'s rauchende Flüssigk., s. Alkarsin 2c. „itt, in., 
—en, (□s); -en, (—e): (s. Cadet) eig.: jüngrer 
Sohn einer adligen Familie; danach: junger 
Mensch, der zum Kriegsfach ausgebildet wird, 
Kriegsschüler, Heerzögling: In ihr Bette pflegen 
zu wässern die jungen Kee. Heine Verm. 1, 167 ꝛc.; 
K-n-Anstalt, Haus, = Schule 2c.; -Fest. Lewald 
Genf 4113;-Korps; -Zeit (Spielhagen Pr. 1, 159) 
2c.; Regiments-K-en 2c. ette, f.; —n, —6: 
Steinplatte. „ektieren, tr.: mit Steinvlatten 
pflastern. — Kadi (ar.), m., —; —S: Richter, 
— auch geschr.: Kadhi. Mager 2, 1525 c.; Qärhi. 
Globus 4, 6b; Petetmann Or. 2, 288 1c.; K., Kasi. 
Hammer 10, 351 2c.; K.-Asker, Heeres-, Oberst- 
land-Richter. edd.; Kadhi-ol-Kudbat (Nichter 
der Richter), Oberstlandrichter in Agypten. ebd. 
— Kadimi (ar.-pFers.), pl.: die „Früheren“, eine 
Sekte der Parsen in Indien, die alle Festtage 
30 Tage früher feiern als die Nasami (s. d.), nach 
ihrem Stifter, einem Armbandmacher (Tscharigar) 
auch die Tscharigarker genannt. Monaibl. 1, 490b. 
— KRadin: 1) (ar.) f.; —en: Frau, Gemahlin. 
Hammer 10, 351; Die Kadinn en od. Frauen des Sul- 
tans 2c. Weslteemann 3, 60 1b c.; Kiaje K., die erste 
Haremsdame 2c.; auch: Die Kadün. CUeb## 2, 14; 
15 2c.; Kadun, Kaduna .. Djul-Kadunga (Frau Djul). 
Gerhard W. 2, 210; Und in Scham wohl die Karunen 
weinen. 1, 31 2c.; Basch (s. d.) Kaduna 2c., s. 
Charun. — 2) K.-Ol, s. Cate 2. — Cadis (esgz. 
-di), m., uv.; uv.: Art feines geköpertes Wollen- 
zeug. — Cädix: Stadt in Spanien. Dazuz. B.: 
Das C.-Korall, Madrepora rämea; kommt qw. 
von C. nach Europa. Ohen 5, 117. — Kadizadelit, 
m., —en; -en: s. Kadr. — Cadjgolee (I#shulhy, n., 
—#8 : 0: Die in Ostindien vorkommenden Varketäten ldes 
Zuckerrohre] sind bes. das C., das Pooree u. das Cullo- 
rah. Karmarsch 3, 700. — Cadin lshül: s. Acajou. 
— Kadma (chald.): der erste; so bei den Man- 
däern Adam k-a, „der erste Mensch Hajze (s. d.) 
(e c. — Kädmia (gr.), f. [§# 24, 1): Galmei 
(s. d.). -ium, n., —s; 0; ein in Galmei-Erzen 
vorkommendes, dem Zink ähnl. Metall: K.-Gelb 
od. Schwefel-K.; K.-Orvd; = Salze ##. (Tos), 
Tus, m. s8 24, 2): 1) (Myth.) ein Phönicier, 
Bruder der Europa (s. d.), Gründer Thebens rc. 
Kriegk 1, 168; Uamler Myth. 535 ff. — 2) (Bot.) 
Art Konferve. — Cadogan (-ng), m.: Quecue en 
lkö ang) C. nennt man nach Dem, der diese Mode ein- 
führte, (Lord C.) den Pferdeschweif, welcher ganz nahe 
am Kreuze abgeschlagen ist. Falke Th. 2, 221b; danach 
als Haartracht: die in einen Wulst zusammen-
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        586 Kadosch 
gewickelten u. geknoteten Haare des Hinterkopfs. 
Bahel 1, 94, auch catogan u.: Sein „Catogon= 
rubte windschief im Nacken. wolumann Mem. 2, 65; 
Der Alte schüttelte verrrießlich seinen „Katagons". 
241 rc., vgl. Katalion. — Kadosch: s. Kadrisch. — 
Kädr (ar.): schicksalbestimmt 2c., s. Alkarr; auch 
z. B.: Schiwei K., Tücke des Schicksals. gammer 10, 
366 2c.: Die K-i (Kadeliten, Kadizadeliten), muhame- 
danische Sekte. — Tadr-an (frz. —äng), m., —; 
—#6 : Sonnenuhr; Zifferblatt; auch Art Schnecke 
(Solärium). Iläd'rc), m., -6; —: „Rahmen“, 
auch: der schematisierte Entwurf eines Werks, als 
etwas „Auszufüllendes“ 2c. U. bes. (Kriegsk.): die 
Officiere u. Unterofficiere der Heeresabtheilungen, 
ogl.: Zu einem neuen Hecre waren kaum die ersten 
RNahmen anfgestellt. fallmerayer Gs W. 1, 31 2c.; C.= 
Sostem, die Heereseinrichtung, wo im Frieden, 
bei Beurlaubung des größten Theils der Mann- 
schaft, doch die taktische Organisation wie im 
Kriege beibehalten wird, um den „Rahmen“ durch 
Einberufung der Beurlaubten auszufüllen 2c. — 
Kadri: s. Kadr. — Kadschöng, m., —; —#: 
(auf Borneo) Matten-Zelt. Ausld. 38, 1050a. — 
Kädu: s. Durian. — Kädua, 1.; 0: s. Nellan. — 
Caducsus (lat.), m., uv.; —se 1824, 2): Herolds- 
stab, nam. der gestügelte, schlangenumwundne des 
Merkur (s. d. u. Psychagog 3), der davon auch 
Cadücifer heißt: Den C. schwingt der zierlich ge- 
schenkelte Dermes (s. d.). Sch. 8 3b 2c.; selten: Er sell 
des Glückes heil'gen Temrel sich nicht mit Hermeos 
Caduceus öffnen. HSleitt Bul. 219. — Caducieèren 
(unlat.), tr.: für heimgefallen (s. kadut) erklären. 
— Caduc ifer (lat.), m., -6; 0 [8 24, 2, feril: 
s. Caduceus. — Cad-ucität (ulat.), f.; 0: das 
Kaduk-Sein. -üh (lat.), a.: hinfällig 2c.; auch 
(v. Lehnsgütern): heimgefallen 2c. — Kadünla): 
s. Kadin. — Cädus: s. I. Kad. 
Kaf (ar.), m., -(e)s; 0: K., ein nach orlenta- 
lischer Vorfiellung die Erde, wie ein Ring, umgebendes 
Gebirge. Daumer H. 1, 311; 315; 26; Krankl Jer. 1, 
170; Hammer Memn. 252; Uosenkranz Poes. Gsch. 
389; Die Erde ist umgeben von dem Berg Ozf, 
welcher ganz aus Smaragd bestebt. Peiermann Or. 2, 
301; 452 r2c., s. Simurgh. — Cafar-d (frz. —fär), 
m., uv.; —6: Scheinheiliger (vgl. Cagot), auch 
a.: scheinheilig u. Damas ldamäl c., Art Dammast 
aus Seide u. Florettseide (l. Kaffa). derik; 
dise, k.; — : scheinheiliges Wesen u. Thun, 
Frömmelei 2c. — Case (irz.), m., n., —6; —: 
Kaffe (s. d.), auch, nam. als neutr. — Kaffehans: 
Ein sogenanntes C. chantant (s. d.). Nal3#. 20, 168; 
Das C. Momus. Uodenderg Par. B. 168. — Kases 
(ar.), n., uv.; uv.: Käfig; vergitterte Räume, 
z. B. Zimmer, Frauengemächer, Sänften 2c., s. 
hammer 1, 318; 320; 10, 351 ꝛc. — Cafeti-er 
(frz. —efis), m., —#: —8: Kaffe-Schenk,-Wirth. 
Sôr# □är), f. —#: Kaffe-Topf,-Kanne. — Käff: 
s. Kef. — Kassa, m., —s: —: 1) (urspr.) kost- 
bares Seidenzeug. pwigand Beitr. f. Gsch. 235; 
Schüe Hoist. 2, 211 2c. (vgl. Cafard), s.: Caffas sind 
ostindische buntgemalte Baumwollenzeuge, dle aus Ven- 
Kafsee 
galen nach Europa kommen. In Deutschland hat man 
den Namen Caffa einem fagonnierten, mit erhabenen 
Blumen gewebten, wollenen Plüsch, Sammet od. Velrel 
beigelegt. Enchkl. f. Kauf. 205 ff. — 2) (ar.) Geräth= 
schaften aus Palmzweigen. — Käffar, 0 (türk.), 
n., —s; —§#: Bei. von Abgaben, Zoöllen 2c., weiche 
Christen in der Türkei erlegen müssen. — Käff-e 
(ar., —), —# m., (u.). -s, uv.; —: (s. über 
die orsch. Betonung u. Schreibw. — in der ersten 
Silbe mit a u. o — rc. Ss., v#gl. Gahwa, Kahme 2c.): 
1) (o. Mz.) die Bohnen, d. h. die von ihrer Decke 
befreiten Samenkerne der Frucht des K.-Baums, 
Cöffeas: Die beste Sorte ist der Mocca-K.; JZava- 
K. u. davon z. B.: Dadap- (s. d.) K., Ggstz 
Wald-K. u. Pager- od. Zaun-K., innerhalb der 
Dorfumzäunungen gewonnen, s. Uatut 14, 286 a# vc.; 
auch: Deutscher K., ein K.-Surrogat, Cicer arieti- 
num (K.-Erbse) 2c., s. 2; Dampf.K., mittels Dampf 
geröstet. — 2) das aus den gerösteten u. gevul- 
verten K.-Bohnen durch Aufkochen mit Wasser 
bereitete Getränk (bes. hier, mundartl., vralt. 
neutr., s. Is.): Den K. schwarz, d. h. ohne — or. 
weiß, d. h. mit Milch (Milch-K.); starken — Ggstz: 
schwachen (scherzh.: Blumchen.) K.; K. mit Cicho- 
rien (Cichörken-K.) trinken rc.; seltne Mz., z. B.: 
Nachrem wir einige Kaffee's getrunken. Peietmann Or. 
1, 315, gw.;: einige Tassen K.; auch für die versch. 
Surrogate (s. 1), z. B.: Eichel-; Gersten-; 
Hafer-K. 2c. — 3) eine zum K. (2) gelarne Ge- 
sellschaft: Einen (Damen.) K. geben; In ollen K-s 
wuree davon gesprochen 2c. — 4) zuw. (nach d. Frz.) 
— K.-Haus. — 5) ein mit gebranntem K. (2) 
destillierter Liför. prechn 9, 388. — 6) Als Bstw. 
— leicht zu mehren u. zu verstehn nach folg. Bsp. 
(vgl. Thee) —: K.-Arrent; -Aufguß; „Bart, am un- 
abgewischten Mund des K.-Trinkers; „Baum; „Be- 
such [3); -Birne, Art Winterbirne; -Bebne; braun; 
.Breuner, auch: Vorrichtung zum K.-Brennen 
(K.-Trommel 2c.); „Brett, fürs K.-Geschirr, gw. aus 
Metallblech; Buchse; „Bure; Dampf; -Düte; Eis, 
Gefrornes aus K.; GErbse [1]; „Ernte: Essenz; 
Ertrakt; Fener, zum K.-Kochen; Filter; -Garten, 
öffentlicher G. mit K.-Haus; „Gast; -Gebäck, „Ge- 
schirr; -Gesellschaft [3): .Grund, Bodensatz des K-s, 
nam. auch zu Wabrsagungen benußt: Handeel; 
Haus, öffentl. Lokal, wo Gäste für Geld K. u. 
andre Getränke erhalten; Holz, zum K.-Kochen; 
Käfer, Lecänium Cöffee (wh##e#in##Weltr.#1, 156); 
Kanne; eKessel; Klatsch, in K.-Gesellschaften; 
Kocher -Maschine; -Kopf-.Tasse; Kränzchen (3); 
Kuchen, zum Kaffe; Lamre, der K.-Maschine; 
Liebhaber; Likör (5/; Löffel, Thee-L.; Leth.-Mas, 
zur Maß-Best. der Portion K.-Bohnen: „Maschine 
K.-Kocher; „Mühle; Pantsch, schwacher K.; 
Pauke, „Trommel; -Pflanzung, „Plantage; Preis; 
Prexhetin, s. o. „Grund; „Pulver; Sack; Sat, 
Grund; Schale, „Tasse; Schank, Haus; -Schenk, 
„Wirih; Schwester, Liebhaberin von K. u. K.-Ge- 
sellschaften, oft m. Nönsinn wie Klatsch-Sch., vgl.: 
K.-schwesterliches Gezischel. Lichtenbeeg 1, 110; Serrire, 
Geschirr; „Serviette, kleine für K.-Gesellschaften;
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        Kaffein 
Sleder, -Wirth; „Staude, „Baum; Steuer; -Stube, 
s. Haus; -Surrogat; Tasse; Tisch; -Topf; -richter; 
Trinkerin); -Trommel, „Brenner; „Tüte; Verbot; 
Wasser, zum K.-Kochen; -Wirth:-Wirthschaft, -Haus; 
Zeit; „Zeug, „Geschirr; Zoll. -Steuer 2c. Kafse-in, 
n., —(e)s; 0: (Chem.) ein im Kaffe, u. in reich- 
rem Maß, im Thee enthallnes Alkaleid (auch 
Koffein, Thein). -neh (Lürk.), n., —s; —: Kaffe- 
haus, auch: Ver dem ersten K. od. [der mit dem K. 
verbundnen] Wache. Welcher Tagb. 2, 153: 144 2c. 
— Kaässer, m., —s, -n; -n: s. as.: 1) Giaur 
(s. d.), bes. der (arab. Schimpf-) Name für für- 
afrikan. Stämme, s. Uieduhr Nachgel. 27 5: Die K-n 
er. Kafirs Is. d.] haben das mittlere Afrika unterhalb 
des Aguators inne. Burmeiste: Gsch. 5588; K-n. Schädel. 
575; K.= od. Gunea (l. d.) Korn c. — 2) mund- 
artl. in Südd. Schimpfname für Bauer. — 
Caffetier 2c.: s. Caletier 2c. — Haffiah (ar.), f.; 
—# : Kopfrutz der Wüstenaraber aus Baumwoll= 
od. Seidenzeug. Mtyer Ko. 2, 6 80a. — Rählla 
(ar.), f.; —s: Karawane. — Kafiller (s. Ss.), 
m., —s; uv.: Abdecker, Schinder. -ti, f.; -en: 
Abreckerei. — Käsir, m., —: —: s. Giaur; 
Kaffer; auch: Die auf dem Hindukuschgebirge wohnenden 
K. Kriege 1, 25; Slobus 8, 340. iflan, n.: das 
Land der Kafirs, ebd. 2c. — Caf-is, -iz# (ar.), 
m., uv.; Uv.: Name von Hohlmaßen, z. B. von 
Getreidemaßen im nördl. Afrika (5—6 Schefel), 
s. CEncohl. f. Aaufl. 206a c.; ferner — Cabiz. Siso, 
m., -s; eisi: Olmaß ist in Messina der Caffiso od 
Caffisso, welcher 13½ Rotili sotlili wiegt u. 21½5 
Pfund in Hamburg gerechnet wird. 6204a. — Käftan 
(ar., kürf. 2c., —), m., —(e)s; -e, —s: Uberwurf 
der Orientalen, Ehrenkleid 2c.: Russen mit .. den 
asiatischen K-en. Arndt Wandr. 46; Zugsb. Z. (44) 
19 46 (s. Kanoys); fallmerayer GsW. 1. 293; K.e 
u. Pelzrurbans. Gartenl. 13, 574a; Hammer 1, 361; 
Ibre K—s. Gerhard W. 2, 248; Dieweilfaltigen merisch- 
reisischen K-#e. Weiss Kost. 1. 329; K. od. Kuftan. 
2, 235 (Kuftan. 271) 2c.; im Vers, jambisch: Zoden- 
bedt 2, 361; Gauer Sch. 168 2c.; häufiger trochäisch: 
Treiligrach SW. 1, 346; (Wo in weiten K.-Hemden 
träge Turbanträger schlendern. 62); Platen 4, 296; W. 
20. 115; 116 rdc.; auch zuw. für: k.-bekleidete 
Pers.: So spricht ein langbärtiger K. Rußfse) zu einem 
deutschen Uberrocke. fiohl Pet. 1, 10 2c.; Ihren Halb- 
K. Sudr. 1, 104 1c.; K. od. Chaftan Agasi (K.= 
Meister), der jährlich mit der Pilgerkarawane von 
Konstantinopel nach Mecca abgesandte Kommissär, 
welcher dem Scherif von Mecea Ehrenkleider bringt. 
Hammer 10, 342; 351; Chaftan akdschesi od. 
K.-beha, K.-Geld 2c. dschi, m., —s; —: K. 
(Baschi), (Oberst-) Kaftananzieher, als Würde am 
Suttanshof. — Cafũ-so, jo, m., -, uv.; —: 
Er hatte ganz den Teint eines Cafuzo, d. h. eines Misch- 
lings von Indianer u. Neger. Globus 7, 175a. 
Kag: s. Kaag. — Cage (frz. käst), f.; —8: 
Käfig; Gestell des Webstuhls; die die Räder einer 
Uhr einschließenren Platten; auch = Keinoline. — 
Kagge, f.; —n: s. Kaag. — Kägh (tschirrew.), 
m., —#8; —: Igel. Freiligrah H. 314. — Kagh- 
Cailli 587 
ãd, „ĩd (tür.): Papier, s. Emin. — Cagnar-d 
(frz. kanjär), m., —; —: Faulenzer. de l-ird'l, 
f.; —s: Faulenzerin. delle, f.: —, —s: 
Schraubengebläse. Karmarsch 2, 52. dieren, intr. 
(haben): faulenfen. -dise, k.; 0: Faulenzerei. 
— Kägo! (tschivrew.): laß ab! Kreiligrach H. 56; 
314. — CTago-t (frz. —5), m., —#s; —: Duck- 
mäuser, Scheinheiliger (ogl. Cafard). -teriẽ, f.; 
isme (Ztism), -tismus, m., uv.; 0: Schein- 
beiligkeit. — Caguana, f: —-s: enropiiische 
Schildfröte. Oken 6, 510. — Caguäng, m., -; 
— : Art Halbaffe, Galeopithscus: Er heißt auf den 
rbiliprinischen Inseln Calugo, C. u. Gigua. 7. 931 
(vgl. Maki). — Caguäre, m., —; uvr.: „Wald- 
bewohner"“, Art Ameisenbär, Tamanrua. 818; 
Ausld. 39, 10 1 4 a. 
Sahäü), m., —8; —s: s. Banranjon. — 
Kahgahgee (tichippew.), m., —s8; —s: Rabe, 
Rabenkönig. Kreiligratd H. 74; 79 2c. — Calh)ido 
(srau.), a.: gefallen, gestür zt: Angst vor den Erd- 
stürzen od. Terras cahidas. .Eine terra cahida. 
Globus 4, 141. — Cahier (fri. kass), n., —; —#: 
Heft, Schrift, Büchlein. — Kahira: s. Kaire 2. 
— Cahiz (span.), m., uv.; uv.: ein Hohlmaß 
(s. Cafis): 12 Fanegas machen ein C. aus. Cncokkl. f. 
Kaufl. 550a; Der C. bat 12 Barchillas. 739b. - ada, 
f.; —s: ein Felemaß: Die Yugara hat 6 C à 6 
Fanegadas. ebd. — Kahoneez (böhm. —netsch), n., 
uv. : uv.: Grubenlampe. Scheuchenstuel. — SK##hre- 
man (türk.), m., —s; —s: Mann der Nuiche. 
Hammer 10. 351. — Kähm--e (ar., türk., ogl. 
Kava): Kaffe. 2bd.: K.-Askisi, Kaffemaschine; K. 
Zamaghi, Kaffekochgehülse. -edschi, m., —3; 
—# : Kaffekoch: K.-Baschi, Oberstkaffekoch. rbd.; 
704; Kawerschi--Bascha “. Gtehard W. 2, 243 (vgl.: 
. Cavergi ", n., Kaffe-Schenke, = Haus. Holtei Treust. 
1, 332; 337). 
Käf: 10 (gr.): und, z. B.: Hen (s. d.) k. 
Pan rc.; auch, z. B.: K. s#, o Teknon lauch du, o 
Kind!)?, ogl. (lat.): An das letzte Wort Cäsor's zu 
erinnern. . Tu quöque mi fili? Uais. 22, 266.— 
2) (türk.) m. : Kaiser. Hommer 10, 351. — 
3) (pers.) n.: s. Kausis. — 4) m., -(e)s; —, e, 
—en: s. Ss. u. Quai. — Käld, m., —; —8 : (in 
Algerien): Der Tribus, Stamm, unter einem K. besteht 
aus mehrern Ferkas (s. d.). Slobus 6, 314b. — 
Caido: s. Cahido. — Häikh (türk.), m., n., —; 
—8, —en: Art türk. Fahrzeng, Boet 2c. (s. Bobtik 
361a; 590a): Neben dem turk. K. Bazar 14, 1445; 
Globus 5, 338a: Das K. Stenzb. 26, 4, 268; Ein 
öruderiges K. Die Ken, kleine Kähne v. merkwürriger 
Leichtigk. 2c. Grube Ch. 2, 75; Holtei Tr. 1, 353; 
Vetermann Or. 1, 18; Der K., das Monoxylon der 
Alten, ein Kahn, welcher aus einem einzigen ausgeböhlten 
Baumstamme zgefertigt ist. CRKabert 1, 33; 2, 116 cc., 
auch: Ich sprang in einen Kajik, ein langes, schmales 
Boot. frankl Jer. 1, 154; 218; Kajikführer. edd. 
182;191 tc., s. Kajuk; Scheik. -tschi, m., -s; 
—: Rudrer auf einem Kaik. — Cailli (krz. kalft), 
n., —; 0: ein schädl. Unkraut in den Zuckerplau- 
tagen von Mauritius 2c. Slobus 5, 35b; Das C.=
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        Kaim 
588 
Unkraut. 12a. — Kaim (türk.), m., —6; —6: 
Küster in den Moscheen. Sammer 10, 351. — 
Käimah (türk.): geronnene od. saure Milch. 
Chandler Kl. As. 32; 63; Juart, Quark, K. 2. Lindou 
Walsh. 1, 117; Mit K., Giaurt (s. d.) 2c. Augsb. 3. (14) 
1937a c.; K.-Baklawasi, Blätterteig mit gesott- 
nem Rahm gefüllt. falmrray#r Or. 1, 327. — Käf- 
maham (türk.), m., —s; —: „Stellvertreker“, 
als Name von Würden, z. B.: Der K. (Siellver- 
treter des Mutesellim). pelermann Or. 2, 24 2c. = 
Obristlieutenant. 1, 20; 2, 73; 294 (auch: K 
Beg. Hammer 10, 702) K. ; ferner: Einem K. ed. 
Lientenant des Pascha. Augsb. N. (14) 2124a; 2114b; 
Der dortige K., Suleiman Pascha. Uat 3. 20, 235, 
Stellvertreler des Großwesirs u. ä. m., auch: Bis 
zur Ankunft eines neuen Fursten aus Konstantinopel einen 
Kaimakan od. Stellvertreter ans den Vojaren bestellt. 
Aurhard Konst. 1, 228; Den Titel eines Ehren- 
Katmakans. Globus 12, 37öa. — Kaimaläni: 
feine indische Leinwand. — Käfman, m., —s; —, 
—c4 : 1) Knochenhecht, Esox ésssus. Vhen 6, 390. 
— 2) das nordamerikanische vd. Hecht-Krofodil 
(s. 675), vgl. Alligator: Von scheußlichen K—S#, den 
Brüdern des nilotischen Krokodils. Clobus 4, 53a; 
Junghuhn Zav. 32 2c. — Kaimeh (türk.), n., —8; 
: Ein paar Millionen K-s (türk. Papiergeld). Garunl. 
17, 250b: Die Rückziehung des türk. Papiergeldes 
(Kaimc). Bat 3. 22, 117 1c. — KRäin (hebr.), m., 
—#s: 0: mannl. Name, bes.: der Sohn Adam's u. 
Evas, der seinen Bruder Abel erschlug. 1. Mos. 1, 
1 ff., auch (s. v. 5): Wie sie dein Afterbilre ihre Ks-= 
Opfer bringen. Fiormona 85 r2c. u. (s. 1. Kol. 1, 
15): Wenn jedem Monschen, der einmal straucheite, der 
K—s Fluch immer u. ewig auf der Sltirn gezeichnet 
blieb? Gutzkow Z. 9.7769; Sein K-#-Myal. 191; Das 
Mal der Dichtung ist ein K—s= Stempel. Freiligra#h 
SW. 1, 291 2c.; Die Reorganisation, welche das K-s-= 
Zeichen des Eitbruchs an der Stirne trägt. Volhsz. 
13. 107; Houwald 1, 197 1c. — Kainardsche 
(türk.), m., —#; —#: Sprudel. Hammer 10, 351. 
— Rainit: 1) m., —en; —en: Name einer guosti- 
schen Sekte. — 2) m., —(e)s: —e: ein Mineral 
im Staßfurt'schen Salzlager, bestehnd aus schwefel- 
saurem Kali, schwefelsaurer Magnesia, Chlor- 
magnesium u. Wasser, — nam. zu Dünger ver- 
arbeitet als s. 9. Doppelsalz. Garunl. 16, 112a. 
— Cainca: C.-Wurzel, die Wurzel von Chiococca 
anguifutga, als Mittel gegen Schlangenbisse. Oken 
3, 952. — Nainolkthisch ( (gr.), a.: den neuern 
Steinalter angehörig (s. neolithisch): Wir baben 
also 3 Abstufungen im Steinalter: das alte, mittlere u. 
neucre (das paläolitbische, mesolithische u. f—#). Globus 
11, 2460 r. — Katpor, m., —8; 0: (am Ama- 
zohas): Cayror, die Walegottbeit der Indianer ein 
mi#gestaltetes Ungebeuer. Globus 7, 176b. — Cairu 
(schott.), m., —#; —##: Die Steine von einem großen 
C., dem vermeintl. Grabmal eines alten Königs. Glodus 
9, 1 Sa; 11, 220b;„ 3gzar 14, 142 m., s. Karn u. 
Barrew 2. -gorm, m., —#: —S: Art Krystall. 
cbd. (auch C.-Steine); auch Name eines schett. Ge- 
birgs. — Kairo: 1) die Leifel (Schale) der Frucht 
Kajasse 
von Bordssus dflabelliförmis (Oken 3, 697) u. die 
der Kokosnuß u. der aus den Fasern dieser Leifel 
gewonnene Hanf (664), auch Coir (s. d.) ebd., vgl.: 
Kajer heißt auf der Insel Ceilon der Bast des Kekos- 
baums, wovon dort Taue gemacht werden. Bobrik 36 la. 
— 2) Eine Start, die der Eingeborne, wie das Nilland 
selbst Masr, der Europäer aber Alt-K. od. K. schlecht- 
weg nennt. .. Das Alt-K. der Europäer ist nur korrum- 
rierte Aussprache des arab. El-Kählrä, die Siegreiche. 
fallmeroy# Gs W. 1, 41 ff.; Kabiré. Freiligrach SW. 
1, 149 (Ugw.: Von Ormus nach Kaĩr. W. 11, 273, 
Reim: rier 2c.). — Caiseal (ir.), n., —3; —: 
Ringmauer. Uodendrrg Jus. Heil. 1, 138. — Caifl-e 
(frz. käss), f.; —s: 1) Kasten: C. forte lfort], Geld- 
kisie 2c. — 2) Kasse: C. d’amortissement [—’mängl, 
Schulrentilgungskasse; C. c'epargne I—pämnjl. 
Sparkasse: C. d'escompte [—-Föngt!, Borschußkasse 
für Staatspapiere 2c. — 3) Trommel. Lier (Jis, 
m., —6; —: Kassier. -on □öngl, m., —6; —;: 
1) Kasten-, Nüstwagen 2c.: C. d’ambnulance (s. d.); 
C. à poudre lrüd’rl, Pulverwagen 2c. — 2) (Bauk.) 
kastenformige Abtheilungen, Fächer an Decken, 
Gewölben z., s. Kasserte 3. — Kaißeria (ar.), f.; 
—3: s. Alcaiceria. — Kaisüma: s. Caysuma. — 
Kätt (ind.), m., —s; —: Schreiber (als eigne 
Kaste). Gtube Ch. 2, 109. — Kattaka: Art neu- 
seeländischer Matten (Gewebe), vgl. für andre 
Arten die Namen: Kokitoki; Korowai; Kupnra; Pun- 
ruku; Pureki; Taupo; Ton. Jusld. 39, 1213. — 
Kattsa (ind.), n., —s; —: buddhaistisches Er- 
innerungsmonument. Weiss Kost. 1, 513; 518. 
Kaj (russ.), m., —s; —6#: ein groq (s. d.) 
zähnl. Getränk, s. Zazar 15, 3300. — Ccäja: 1) 
(lat.), f. [8 21, 1): weibl. Name, eursplechen 
dem männl. Cajus (s. d.), — nam. auch (etwa, 
wie Hans u. Grete) als Bez. eines sich verbindenden 
Paars: Bei den Römern, wo die C. liunge Fraul in 
derselben Weise empfangen wurde. Uat.3. 21, 317 2c., 
vgl. Weils Kost. 1, 1019 („Ubitü Cãjus, 8go C. tc., wo 
du Cajus, dabin ich auch, Caja“ 2c.). —2) s. Cara. 
— Cajabo: Nahagonihel, Swilena mahssöni. 
Grenzb. 24, 2, 913. — Rajäger, m., : uv. 
K., groößere Käbne in Holland von 14 — 16 Länge: sie 
dienen nam. im holländ. Südamerika als Boote bei den 
Ponten I#. d.. Bobrik 360b. — Kcdiahl, m., n., 
—s, uv.; —§, uv.: Ark leichtes Kanot mit nur einer 
Offnung im Verdeck, die der drin Sitzende mit 
seinem Oberleib grade ausfüllt: Die Grönländer 
nennen ein solches Boot K., d. h. Minnerboot, zum 
Unterschied von Umjak, d. h. Weiberboot, welches offen 
ist 2c. Bobrik 366a; Wie das beste grönländische K. 
Hamm Sh. 5; In ibren K. kamen nicht weniger als 
26 Personen um. Hamb. Uachrichten (66) No. 2. — 
liajander, m., —#: 0: Lubsches starkes Bier, K. 
Dazar 1 4, 273b. — Kajapüt (malalisch), m., —#; 
— : K., K.-Baum, „Weißbaum“, Alelalsüca leu- 
cadcndron (s. Ohrn 3, 1938). Daher: K.-Ol. — 
Rajasse (turk. c.), f.; —: große Fahrzeuge mit 
niedrigem Borde. Dobrik 360b; K. od. Seitre. 559a; 
Plumpe Fahrzeuge, K-n od. Qanrhen [Kanden] ver- 
mitteln den Wasservrerkehr lin Sennarl. Globus 4, 3b.
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        Kajeput 
— Kajepüt: s. Kajavut. — Käjer, m., —; uv.: 
1) f. Kairo 1. — 2) (seem.) ein bei der Brefock 
einer Schmacke 2c. die Brasse vertretendes Tau. 
Dobrik 36 13 2c. — Käjih: s. Kaik. — Cajol-erie 
(frz. kasb-), f.; —n, —#: Liebkosung, Schmeichelei. 
-eunr Cör), m., —: —: Liebkoser. Teuse (-ö#), 
f.; —: Liebkoserin. -ĩẽren, tr.; intr. (haben): 
liebkosen, schmeicheln: Einen (Cutztowm R. 5, 476); 
Emem (Mera's Br. 2, 110) k. 2c. — KHajäshk: 
(ichirrew.): Wird man .. nennen euch Kayhosbk, 
die Mören,ja Karesbl, die edlen Kratzer. Ectilig- 
raih H. 108. — Caju Crschu), m., „s; „s: 
1) (in Brasilien ꝛc.) ein Baum, Anacirdium 
occidentäle, u. dessen esbare Frucht. Jurmeister 
9B. 2. 290; 297 2c., f. Acasou. — 2) (auf 
Borneo 2c.) Holz, Baum. SOlobus 9. 375a. — 
Lajukh (türk.), n.t, —##; —s: (s. Kajik): Die schnell- 
sabrenden Schiffe der Turkomanen, die K-s, werden auf 
Raubzeugen gebraucht. Globus 9, 34b; Wir setzten uns 
in ein K. So beißen die kleinen bei den Fischern am 
Tniester-Liman gebräuchlichen erbärmlich konfruierten 
Becte. Kohl Sürr. 1, 173. — Kajur, m., —: —: 
in Sibirien, Lenker der Narte (s. d.). — Cajus 
(lat.), m. [824, 2I: männl. Name (vgl. Caja), auch 
als Bez. eines nicht weiter namhaft zu Machenden: 
C. wider Sempronius; Tirius, C., die Woblbekannten. 
S. 3, 64. — Kajüllthe, f.; —n: Zimmer, gw. 
auf dem Hintertheil des Schiffs, als Raum für 
den Kapitän, die Offleiere, Passagiere 2c.: Raum 
vor der Hinter-K. für die Officiere. Junghuhn Jav. 7; 
Rauch-K. swo Taback geraucht wird]. Augsb. 3. 
(ts44) 207 4a; Vor--(Auerdach Landb. 5, 16), 
Vorder (GEutzkowm 3. 7, 120) -K. 2c.; Kajuttt). 
karven, über der Luke zur K.; K-n#Fenster; 
Luke: Tbüre; Waͤchter 2c. 
Käk: s. Kaak. — Cacs (frz.), m.: Bez. für 
Erkremente, auch als Name v. Modefarben, z. B.: 
C. du lüj dauphin (rofénq!: du roi lrdj de Rome 
lroml. des Danpbins, des Königs von Rom 2c. — 
Kakab (pers.), m., —#: —#: Flaschenkürbis als 
Wasserbehälter der Wasserrfeife, s. Hukwa. — 
Kakabülle, f.: Name des Eckenförder Biers. — 
Käkab-os (gr.), us, m. [5 24, 21: Art Koch- 
geschirr, Topf. Weiss Kost. 1, 1290. — ückadu 
(malaiisch), m., —, (—In); —, uvr., —e: Art Pa- 
pageien mit einer Holle, s. Ss. u.: Goldwangen-; 
Inka-; Karuzen-; Nasen-; Rosen-K. 3Brehm Ag. 17. 
— Bäkafu, m., —; —: s. Bonze. — Kakäo 
(merik.), m., —8; —; f.; —s: die Samen des 
K. Baume, Theobröma cacão (auch K.-Bohnen): 
Der K. von Berbice .. in beller .. als der Caraccas-K. 
Karmarsch 1, 133 2c.; Die K.-Butter, welche rurch 
starkes Auerrefsen der gerreckneten u. gewärmten Bohnen 
gewonnen werden kann. 134; 2, 776; K.-Seife, 
deren Fett K.-Butrer ist: K.-Thee, aus den 
Schalen der gerösteten K.-Bohnen 2c. — Kahariki 
(in Neuseeland): der grüne Paragei. Glebus 4, 
220a. — Kakas (ungr.), m., uv.; uv.: ein Ge- 
richt aus gerösteten Maiskörnern. — Kakästhfee 
(gr.), f.; —#; -is, f.; 0: krankhaft-unbehagliches 
Gefühl. — Cacä-töria (scherzh. lat.), t. 
Carolet 580 
[# 24, 11: Durchfall, Diarrhöe. —tus, a.: ge- 
kackt, geschissen. Sprchw.: Cacätum nön 6.4#1# 
psctum, Geschifsen ist nicht gemalt; Kunstjüngerlein, 
duibus sdenen] Kachtum pfctum est. W. 33. 388 2c. 
zibetto (it.), m., —s: —: „Zibetb-, Moschus- 
Scheißer“, Hohnname für parfümierte Zierlinge 2c. 
— Caccia (it. kirscha), f.; ie Le: Zagd; Jagd- 
Musik, -Stück: Cörno (l. d.) die. -tõre, m., 
—6 „ ztöri: Jäger: Die prödi Cacciatöri di Röma, 
rie kühnen rem. Jäger seurhemist. — Ninberl. 
Durangeio 128; 63 2c. — Cake (engl. kl), n., m., 
—;:; —: kleine, runde, trockne Kuchen, vgl. Plum- 
c.; Etwas von äbul. Form, z. B. die Scheiben 
des Rosettenkupfers, auch: Tough ltöffl c., Gar- 
Kupfer, z. B. Unt3. 20. 101. — Kakemphat-on 
(gr.), n., —; -à: ein übler, nam. unanñaͤndiger 
Ausdruck. — Käk-en; -er: s. Kaaken. — 
Käkerlak, m., —3, —en; —, -en: (s. Ss.) 1) ein 
lichticheues Insekt, Schabe (Blätta), nam.: Der 
surinamische K. — 2) (s. 1) Menschen u. Thiere 
mit rothen, gegen das Tageslicht sehr emvfnntl. 
Augen u. weißen Haaren (s. Albino); datler als 
Bez. des Häßlichen. #l. Or. 2, 13. — Hak-ia 
(gr.), f.; O: das Böse-Sein, das Laster 2c., auch 
versonif., z. B.: Die Wahl des Herkules. Versonen: 
Der junge Herkules; Arete, die Tugend: K., die wol- 
luntige Unthätigkeit. W. 25, 202 2c. Zistokralié, 1.; 
t(eyn: Herrschaft der Schlechtesten: Eine neue Ariste- 
kratie [Herrschaft der Vornehmsten, — dem Wort- 
laut nach: der Besten), die im Grunde eine K. sein 
wird. 31, 161 (vgl. Kakek. atie). — Kackerlack: 
s. Kakerlak. — Sakma (türk.): getriebne Arbeit. 
Hammer 10, 352; Altun (s. d.) K., goldeingelegt; 
Kum K., mit Gold wie Sand eingelegt. 355 2c. — 
Käko: K., K.-Stock bei den Australiern, ein 
hakenförmiger Stock zum Hervorholen der zu rer- 
sreisenden Engerlinge. Clobus 1, 210b. — Kak- 
ocholle (gr.), k.; —en: Mißbeschaffenheit der 
Galle, Gallenverderbnis. Jochölisch, a.: an 
Kakechelie leitend, davon berrührend 2c. ochröa, 
f. /§ 24, 1): Misfarbe des Teints. ochplie, k.; 
—eyn: Misbeschaffenheit des Chylus (s. d.). 
Tochpmie, f.; +Xeyn: Mißbeschaffenheit des Chy- 
mus (s. d.). Jodämon, m., —; önen: böser 
Dämon (s. d. u. Kaleraimon);: Sofern Agatbe= od. 
K. mich nicht ganz in den Ruhestand versetzt. Raumer 
Br. aus Frkf. 1, 53; Der Mönchszeist.. Dieser K. 
w. 31, 371; 18, 126 2c.; auch im scherzh. Wort- 
spiel: Diesen Diarrböegott. . . Dieser bauch- 
grimmige K. Heine Lut. 1, 250. odorift, k.; —eyn: 
schlechte Meinung; übler Nus. -odl n., -(e)s: 
0: s. Alkarfin. - ogamie, f.; —(ehn: Misheirath 
(s. Mesoillance). -ographle, f.; —ehn: Miß- 
schreibung, — im Ggstz zur Ortbograrbie. Elobus 
4, 213a. Togräphisch, a.: in schlechter Schreib- 
weise (unortbegrarhisch). Joknsmos, -oknemus, 
m. [85 24, 21: ein schlecht Bewadeter. -okratik, 
f.; —(ehn: Mißregierung (vgl. Kakiftokratie). 
ologtie, f.; —(ehn: fehlerhafter Ausrruck. — 
Carcolet (frz. —), m., —s: —: Saumthier mit 
2 Hängekörben, zum Transport in den Pyrenäen.
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        Kakometer 
590 
— Kah-omter, m., n., —#: uv.: s. Eudiometer. 
Somörph, a.: mißgebildet, mißgestalt: K-#f. 
eyn; K-öse, f.; —n: Mißbildung, Mißgestal- 
tung; K-öma [§ 24, 3. u., tis], das Erzeugnis 
einer K-ose. — Kahöne, f.; —n: eine südafrikan. 
giftige Schlange. Kariin Liv. 1, 233. — Kaho- 
pathie (gr.), f.; —(ehn: Seelenleiden, Schwer- 
muth 2c. päthisch, a.: an Kakopathie leidend, 
davon herrührend 2e. phll, m., —en; en: 
Freund des Bösen. -phonte, f.; —ehn: Ubel-, 
Miß-Klang,-Laut. phonisch, a.: mißklingend, 
mißlautend: Vorsetzung euphonischer od. k-—er Konso- 
nanten. Koss Ins. 3, 165. phrafie, f.; —eyn: 
schlechte Aussprache. -pragie, f.; —eyn: schlechte 
Lage c.; Mißbeschaffenbeit der Körperfunktionen 2c. 
#rrhachttis, f.; 0: Mißbildung des Rückgrats. 
— Kahöschnih (russ.), m., —#;; —6: Art Kopf- 
putz der Franen. Kohl Pet. 1, 66; 74: Mit hohen, 
v. Perlen erglänzenden K—s auf dem Haupt. 2, 134 rc., 
auch: Das Haupthagr wird durch den Kokoschnik 
geschmückt, der ein hohes Diadem ist u., wie ein Halb- 
mond, mit nach hinten umgebognen Zipfeln auf dem 
Haupte steht. 316; 204; 392 c. — Kak-ofe (gr.), 
f.; —m; -osis, f. I8 24, 3, uv.): üble Behand- 
lung; übler Zustand — des Körpers, eines Or- 
gans 2c. —osilis, f.; O: Widerwille gegen Sveisen. 
oshopos, -öfhopus, m. [8 24, 2): Aufseher 
beim Gottesdienst in der gr. Kirche. -ospermassié, 
f.; —(ehn: Mißbeschaffenheit des Samens. 
Sosplauchnie, f.; 0: Mißbeschaffenheit der Ein- 
geweide, der Verdauung. Jofslöômachus, m. 
1 24, 2): Jemand mit schlechter Verdauung. 
Soshntheton, n., —s; ta: fehlerhafte Wort-Zu- 
sammensetzung. otechnion, n., —#; ken: ein 
Falsum. okhpmie, f.; —(ehn: Mißmuth; bös- 
müthiger Wahnsinn. olrichsé, f.; —ehn: Miß- 
beschaffenheit der Haare. olrophic, f.; —e)n: 
schlechte Ernährung. oxen, n., —e)s; 0: ein 
phosphorsäurehaltiges Mineral „nachtheilig für 
seinen Gast“, das damit verbundne Eisen. Oken 
1, 358. ozeli#è 2c.: s. Ggstz: Euzelle. — Kahra- 
waha (sfr.), m., —#; —6: K. od. Ralhänga, ein 
Wasservogel .., auch Brachmanengans. Höfer Urw. 97; 
63. — Haht-er (ulat.), f.; —en: kaktusartiges 
Gewächs. -it, m., —en; —en: Kaktus-Verstein- 
rung. -us (gr.), m., uv., —ses; uv., —se, zen: 
Fackeldistel, eine südamerik. Pflanze mit vielen 
Arten (s. Cereus): Kochenille= ( . d. K., vgl. 
Nopal; Der Melonen -K. verschließt unter seiner 
stachligen Hülle ein wasserreiches Mark. .. Von K.= 
Stacheln am Hufe gelähmt. Wackern. 4, 116816 ff.; 
K.-Feigen. Glabus 4, 13; K.-Plantagen, s. 
Nopalerie; Inmitten der Bergsavannen od. K.-Wusten. 
Grenzb. 24, 1, 315 c. — Kahülh)1: s. Kaakul. — 
Cacum-en llat., § 24, 3, n., inis): Gipfel. 
1. Cal-a (it.), f.; ze: Schlupfhafen, Lan- 
dungsplatz. Grtgorevius Kors. 1, 112; 2, 231. — 
II. Kald (ar.), f.; —s: Schloß, Burg, Kastell 2c.: 
Daß man hler zu Lande selten den Namen der Ruinen 
od. Flüsse weiß, die erstern heißen stets Qal'ah (d. i. 
Festung), die andern Irmak, d. l. Fluß. Priermann Or. 
Kalamaika 
1, 348; Eine andre Qal'a war dicht vor dem Städt- 
chen. 2, 243 2c.; Die Qal'ah (Festung). 315 2c.; 
Diese Ruine. Die Fellahs nannten sie Qol'ar el Arab, 
Araber= Festung. 1, 258 ꝛe. (auch: ein Spiel mit 
Würseln: Qal'ah, Festung. 156); K.-Kiasasi, 
Festungsverwalter. Hammet 10, 352. — Kala- 
balih: Die weltberühmte Löwenjagd (K.). Scheir Siud. 
1, 226. — Kalabär: Land in Westafrika: K.= 
Bohne, die giftige Bohne v. Phy'sostigma vene- 
nösum, v. den Einwohnern zu Ordalien gebraucht. 
Globus 9, 196b; auch in der Augenheilkunde die- 
nend. — Kala-bäseucr, f.; —n: Kalabasse: Die 
Ken, aus hoben, ulmariigen Bäumen geschnitzt, ver- 
treten bei den Indlanern die Stelle der Gläser, des irre- 
nen Geschirrs, der Schaufein u. aller mögl. Art von 
Hausrath. Grube Ch. 2, 22. - büsse (span. 2c.), f.; 
—n: Flaschenkürbis u. ähnl. Früchte, auch die 
daraus geferligten Flaschen (auch: Cale basse, s. 
Higucra u. z. B. Bücken Col. 2, 41; 59; Clobus 4. 
7 ba rc., vgl.: Wilde Kürbisse, alabàza silvéstre. 
5, 6a 2c.): Ken mit Quellwasser. Bank 1, 99; Kn- 
Früchte. Mag. d. Ausld. 36, 515a; Globus 5, 87a; 
K-n-Insel. ebd.; Pflanze, s. Hue; Coquito; Maraca ke. 
— Kalabassnih (russ.), m., —s; —#: Wurst- 
macher. Kohl Pet. 2, 339 rc.; in Moskau, Spitz= 
name für Deutsche. Südr. 1, 115 r. (auch Kelbis- 
nik), vgl. Kalbässa, Kolbassa, Wurst — u.: Tische 
ntit .. Kilbassy, russischen Würsten in Ostgalizien]. 
Salon 2, 172. — Kaläbi (türk.): Sitz auf dem 
Sattel. Hammeir 10, 352. — Calabözo (span.), 
m., —s; —s: Diese Waffen lzum Beseitigen der 
Schlingpflanzen in den Urwäldern] sind die Machete u. 
der C. Ausld. 38, 497a. — Calabreser, m., —; 
uv.: Bewohner Caläbrlens, d. h. Südwestitaliens 
(auch Calabrese; weibl.: C-in). Dann auch: K.= 
Hut (cutzko# Z. 8, 196; Dvierirti. 47, 348) od. K. 
ebd.; Seinen breitrandigen K. Gutzkow R. 1, 16; 
Hartmann Nat. 3, 142 rc. — Caläde (frz.), k.; -Sn, 
—s: 1) Abhang auf Reitbahnen (s. Calata). — 
2) im Tresettspiel: C. (od. Gallata), ein Matsch, 
den ein Paar Spieler dem andern beibringt, wie 
Caladon (Gallaton) (-ongl, ein großer Matsch, 
den ein Spieler allein aus seiner Karte den Geg- 
nern beibringt, s. hombre 150. — Käl-ädion 
(gr.), n., —6; ia; -adiskoc, m., uv.; iskoi; 
ados, m., uv.; zadoi: Handarbeits-Körbchen. 
Weise Kost. 1, 884. — Kaladschi: s. Galoche. — 
Calaguala, f.; —S: eine Pfl. (Art Volypodium) 
mit heilkräftiger Wurzel. — Kalait (gr.), m., 
—C(eys, —en; -e, —en: Art Türkis. — Kalaäh (ar.), 
m., —#; —6: Ohrring. Weriss Kost. 2, 268. — 
Kalam (gr.), m., —#: —6: Schreiberohr der 
Morgenländer, — vgl.: Calam- us, r rc. U. Futte- 
ral, worin der Kalem (eine Rohrfeder) nebst dem Ka- 
lemtrach (Federmesser) sich befinden. CUobe#n# 1, 36; 
Dle Kalems, Schreibfedern. Petermann Or. 2, 134 rc.; 
Kalem kiari, graviert. Hammer 10, 352; Kale- 
mise, Kanzleigebühren. ebb. -agröfle, f.; -n: 
Federgras, Calamagröstis: Die federbuschigen 
K-en. Berlepsch Alv. 46. — Kalamalha, f.; —s: 
ein böhmischer Tanz. Dazo 13, 5 13; Krankl Zer. 1,
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        Kalamander 
351. — Kalamander, m., —s; uv.: Baum auf 
Ceylon: K.-Holz 2c. — Kalamänk 2c.: s. Kal- 
mank 2c. — Calam--är (span.), m., uv.; Ses: 
(s. Kalam) Tintensisch. Globus 9, 290b, vgl.: 
Sẽpia losigo . heißt in Italien Calamäjo, in 
Frankreich Calmar (Tintenfaßg). Oken 5, 535 tc. 
ärsen, pl.: die Zunft der Nußpalmen. 3, 583, 
dazu die Gattung der Nottange (Cälamus). — 
Kalämbak, n., —6; 0; (s. Garo) K. u. Färbehölzer. 
Orube Ch. 2, 143. — Kalamböki (ugr.), m., n., 
—86; 0: Der Kukuruß (der K. der Griechen od. Mais). 
Toben 1, 25; Brandis Gr. 1, 152;22; pückler Südöstl. 
3, 401; Die K.-Fluren. 400. — Calamina 
(mlat.), f. [S 21, 1!: Galmei (s. d.), auch: 
Läpis calaminäris. — Calameistrum klat., 
824, 2. u.]; -iflrus, m. I§ 24, 21: Kräuseleisen 
der Friseure 2c. Dẽuiger Sab. 124; Weiss Kost. 1, 
993; Schnörkelei des Ausdrucks 2c. -il, m., -en; 
—en: 1) Rohr-Frosch, -Kröte, Büfo calamites. — 
2) versteinerte Halm-, Schachtelhalmgewichse. 
Durmeister Gsch. 132 ff.; 560. — 3) der gemeine 
od. Rohr-Storar (. d.), Störax calamita. Cität, 
f.: -en: (eig.) Mißwachs der Halmfrüchte, des 
Getreires, — dann: Noth, Elend, Drangsal, Un- 
glücklefall) 2c. w. 18, 255 2c.; Die Haurtursache 
dieser Häufigen Feuer-K-en ([Feuersbrünstel. Soh## 
Pet. 2, 311; Finanz Is. d.)K. 2c. itös, a.: v. 
Kalamitäten befallen; in Kalamität sich befindend; 
an Kalamitäten reich; elend: Den übrigen Keen. 
Else. Tauta Ring 213 2c., auch: Kalamit ös. Ius, 
m. I§ 21, 21: 1) „Halm“, Rohr, Schilf rc.; 
botan. nam. — Rottang (s. d. u. Calamarien), 
ferner: äcorus c. — Kalmus (s. d.). — 2) Schreibe- 
rohr (s. Kalam): Entschuldigung für meinen läpsus 
cälami Schreibfehler, Irrthuml]. Srenzb. 26, 3, 
233; Das Beste hat indessen der c. transvérsus dabei 
getban. w. 25, 116, der Schreibstift, insofern man 
sich seiner zum Aus= u. Durchstreichen bedient re. 
— 3) s. Fistula 3. — Kälan (chin.), m., „ —: 
Abgabe, Tribut; davon — nach der Zeit des filli- 
gen Tributs — ein Jahrmarkt am Altai. Globus 
4, 56a. — Kaland, m. , —e)s; Se: eine all- 
monatlich an den Calenden (s. d. 1) sich versam- 
melnde Brüderschaft (K-##-Brüder, Herren, 
auch: Kaländer. Fischatt, Scheible 8, 593), all- 
mählich mehr durch schwelgerische Schmäuse als 
Frömmigk. ausgezeichnet; Art Synodalversamm- 
lung der Prediger; festlicher Schmaus, s. Frisch 1, 
162; Raumer Tasch. 10, 35; Schüte Holst. 2, 213. 
Dazu: K-##ren, kalandern, kalêndern, 
schmausen, schwelgen. — Kaländ-er: 1) m., 
—6; uv.: a) s. Kaland. — b) (s. Kalender 2): Die 
Muftl., Derwisch u. K. Uicolai 1, 176. — c) (krz.) 
Haubenlerche: Fink, Stieglitz u. auch der K.,|die kon- 
fkordierten zu einander. HSachs 1, 426a, auch: Ga- 
lander. Arndt Gd. 415; K.-Lerche (Aläüda) caldn- 
dra. Ohen 7, 293, vgl. Caländro (od. A. 
campéstris), der Bachpieper. 50. — d) Korn- 
wurm, Kornbohrer, Calandra. 5, 1615, auch: 
Glalander. — 2) m., —; uv.; f.; —n (. Cylinder): 
K. ist der Name einer aus 2 od. mehreren Walzen be- 
Calbafs 
591 
stehenden Maschine, welche zum Glatten verschiedner 
gewebter Stoffe, vorzüglich der baumwollnen Zeuge ge- 
braucht wird. . Eine K. Karmarsch 2, 314 ff.; K., 
Glander, Walzenmange od. Cylindermange. M. 2, 
578 2c. Dazu (s. 576; T. 1, 273 ff.; 2, 316 u. 
Prechll 8, 27 ff. — masc. — 2c.): Block-; Glänz-; 
Glätt-; Stampf-; Stärke-; Stoß-, Walz-K. ꝛe. Zern, 
tr.: mittels der Kalander glätten 2c.: Der kalander- 
ten Zeuge. Karmarsch 2, 321; 3p. 21, 23; prechtl 8, 
28 ꝛc.; auch: Ein Stück Linnen zu glandern. Möser 
Ph. 1, 13 2c.; Kalandrieren 2c. -ikren, intr. 
(haben): K., kalandern, s. Kaland. — Caländo 
(it.), adv.: (Mus.) abnehmend, — in der Stärke 
des Tons (s. decrescéndo) od. in der Bewegung 
des Zeitmaßes (s. rallentändo). — Caländr-a 
(it.), f.: ze: s. Kalander 1c. eren, tr.: s. kalan- 
dern. inc, f.; —n: Glättstein zum Kalandern od. 
Mangeln. — Calandrön#e (it.), m., —#6; -8, 
-i: zweiklappige Schalmei. — Calanes (span. 
änjes): Der Zigennerhut, der Sombröro c. Globus 9, 
50a; Der Torero trägt den Sombrro c. (Calalla beißt 
Muster, Modell), d. h. den Filzhut mit aufgeschlagener 
Krämpe. 4, 106a; Selnen C. mit der kurzgeschuttinen 
Adlerfeder. Amels Erlebt. 2, 111. — Kalang, m., 
—6; —#: Art großer Fledermäuse in Ostindien. 
Ausld. 39, 101 ßa. — Kalanka, m., —#; —#: Art 
Zitz. — Calantica (lat.), f. [8 21. 1): Art 
Nachthaube der röm. Damen. Böniger Sab. 123; 
weiss Kost. 1, 971. — Kalaschin: s. Galoche. — 
Kalarasch (türk.), m., uv.; uv.: walachischer 
Eilbote. Hammer 10, 352. — Kaläsch-(e) (ru#.), 
f.; 0: Tracht Prügel. -en, tr.: prügeln: Einen 
ab-k. lewald W. 2, 384; durch -k., vgl.: Die 
Edelleute quälen ihre Bauern mit .. Pflöcken u. Ko- 
laschen. Uat3. 22, 11 sv. J. 1664]. — Calasciône 
(it. —aschöne), m., —§; —# : lautenartiges Saiten- 
instrument. K#ormona 3. — Kalasir-es (gr.), k.; 
zen [8 24, 3, uv.): Die Kalafiren, lange mit Troddeln 
besetzte Gewänder. Grenzb. 26, 1, 278; Ein lalt- 
ägyrt.] Gewand, K., das unterbalb eingefranst, schurz- 
artig umgelegt wurde. Weils Kost. 1, 39 (vgl. Kala- 
sirker, als Art Truxpen. 60); Wind#eelmann Gsch. d. 
Kunst 1, 47. — Calät-a (it.), f.; ze: das Ab- 
steigen, Hinabgehn, z. B.: Diese Auswanderung der 
erwachsenen Aale v. den Italiänern die C. genannt. 
Gartenl. 16, 524b ꝛe.; auch: Art Tanz gw. im 
⅜-Takt; ferner — Calare. — Kälath-iskos 
(gr.), m., uv.; -ziskoi, zisken: zierliches Körbchen, 
nam. für Blumen. Böniger Sab. 176, auch Cala- 
thiscus, m. I§ 24, 21. os, m., uv.; zoi; 
Sus, m. I§ 24, 2)]: Körbchen. Guhl 1, 168; w. 
24, 302, s. Kanephore, vgl. Weise Kost. 1, 828.— 
Calat-or (lat.), m. [8 24, 3, öris)]: aufwarten- 
der Diener. 1105; 1112. — Calaträva: Stadt 
in Spanien. Dazu: C.-Orden, gestiftet im 12. 
Jahrhundert zur Vertheirigung Cs gegen die 
Mauren; Uniform mit den weiß u. rothen C.-Kreu- 
zen. Ha##länder Eign. Welt 1, 220. — Kallsch 
(ruff.), m., uv.; -i, —en: Art runder Semmel: 
Die berühmten Ki, ein Welzenbrot. Kohl Pet. 2, 714; 
76 ff.; 274 2c., s. Kolatsch. — Kalbass 2c.: s. Kala-
        <pb n="608" />
        Calceament 
592 
baßnick. — Calce-ament (lat.), n., —e)s; Se: 
Schuhzeug, Schuh, auch C um (§ 24, 2, n.]. 
Joläria, f.; ken (§ 24, 17: Pantoffelblume. -us, 
m. [8 24, 2): Art Lederschuh mit Schnürriemen. 
Guhl 2, 215. — Kalchas (gr.), m., uv.: (Se): 
ein berühmter Wahrsager: K., der Tbestoride, der 
weiseste Vogelschauer,] der erkannte, was ist, was sein 
wird od. zuvor war. V. Jl. 1, 69 ꝛe.; auch antono- 
mastisch. — Calc-iden (lat.), pl.: kalkartige 
Körper. zilith, m., —(e)8; —e: Kaltsein. 
inäbel, a.: kaleinierbar. Cinabililät, ; 0: 
Kaleiniekbarkeitl. inatiön, f.; —en: Kliie 
rung. zinikren, tr. (refl.): (eig.) Metalle 2c. 
verkalken; dann: Erwas beim Luftzutritt glühn, 
u. allgm.: es glühn, rösten, ohne schmelzen: Kal. 
, 511 2c. — Calcio (it. 
Fuß-Stoß rc.; Art Ball- 
spiel. itrünt (lat.), m., —en, —s; en: ein Kal- 
eitrierender. itration, f.; -—en: das Kalcitrieren. 
Zitrieren, intr. (haben): mit den Fersen ed. hin- 
ten ausschlagen, sich sträuben. — Caleinm (nlat.), 
— : 0 §8 24, 2, n.): (Chem.) das Metall des 
T od. der Kalkerde: Cblor-; Fluor-; Schwefel- 
einier-Ofen. Karmarsch 2 
kältscho), m., —6#: 1: 
C. 1c.; C.-Orpd, Kalk. — Cald-# 1) (lat.), k. 
# l 1): Getränk aus Wein u. „warmem“ 
Wasser. Guhl 2, 264. — 2) (it.) f.; ze: Evapora- 
tionsbett (s. d.). ärisch, a.: Kees Erz, eine 
goldfarbige Legierung. -ärium, n., —; ĩen 824, 
2, n.): Zimmer für warme Bäder, wie Teridarium 
für laue. Guhl 2, 123; Weils Kost. 1, 1238, vgl. 
Lacontcum. -ẽra (iran.), f.; —é: „Kessel“, s. 
Barranco. -rräfo cit. o, m., —8; eräl: Calderaro. 
cräro, m.. -s; -eräti: Kesselschmied; auch Name 
für die Mitglieeer, einer geheimen volitischen Ge- 
sellschaft: Er sei nie ein Carbonaro Is. d.], noch C. 
gewesen u. v. allen Ideen der giovine ltalia theile er 
keine einzige. Grenzb. 26, 3, 382. Jo, m., —6; — 
Fleischbrühe. Globus 5, 4b; Alezzo (s. d.)c. — 
Kalcänder (pers.), m., —#; uv., —6: s. Kalender 2: 
K—s zu Pferde u. dann 300 Reiter. Globus 1, 88b. 
— Kalebasse: s. Kalabasse. — Caleche (fri.): s 
Kalesche. — Calegon (frz. —Whöng), m., —: —6;: 
Unterziehbose: C. de nageur □stör!, Schwimm- 
hose. — Cales -äckens flat., § 21, 3, n., Cntis, 
Mz.: Entiaf: erwärmenkes Heilmittel. acliön, 
5 —en: Erwärmung. dekor, m., —6; ören 
[8 24, 3. öris): Einheizer 2c. J. Kalfakter 2c.). 
Lactoricch, a.: erwärmend 2c. — Kaleido-phön 
(gr.), n., e)s: —e: eine Vorrichtung, die 
Schwingung eines tönenden Stabs dem Auge in 
einer leuchtenden Linie sichtbar zu machen. IoMüler 
Pbh. 1, 129. hop, n. „ (e)8; —e, -en: Winkel- 
spiegel, d. h. 2 unter einem Winkel (gw. in einer 
Röhre) zusammengestellte Sviegel, die, nach op- 
tischen Gesctzen, dazwischen liegende (beim Drehn 
der Röhre immer andre Figuren bildende) Ggstee. 
z. B. bunte Steinchen sovielmal erscheinen lassen, 
als der Winkel (reshalb gw. ein aliquoter Theil 
v. 4 Rechten) in 4 Rechten enthalten ist, „Schön- 
gucker“ (ergänz. Uat. 6, 7b), vgl. Myriomorphoskop; 
auch bildl., verallgemeint: Pbenisches K. — Kalei- 
Kalender 
derbon (s. d.): Die komischen Konstellationen, welche 
der Zufall im K. des Lebens v. Zeit zu Zeit zusammen- 
schüttelt. Spielhagen Pr. 6, 85 re.; Das Bild ing 
Riesen-K-—s. frankl Zer. 1, 157. -#öpisch, a 
der Weise eines Kaleidofkops: Große Freure Käker 
ihre einzelnen Momente so k. durch einander. Lewal? 
Vunte B. 2, 153. — Kalehüt, m., —#. —en; -e, 
—en: (s. Ss.) K., Kalküt, rnren 
Habn, Truthahn, Puter: Kollernde Kalkütten. 
sewald Genf 182 ꝛc.. — wohl Tonw., wie Kalkühn 
(auch russ.); auch: Kalkutisch (ruterhaft- stoll. 
Baggelen 4, 74 2c. — Kalèm: s. Kalam. — Calem- 
bour(g) (frz. kalangör), m., n., —s; —: Wort- 
spiel: Ein Kablenberger Spaß ist ein C. Gutzkow 
3, 282 c. — Calembredaine (frz. kalangb'rrän), 
f.: —#: Ausflucht. — Kalemeidan, m., —; —: 
Lustgarten, in Belgrad 2c. CUobert 1, 221; zur 
s. Meiran. — Kalem-ije: xkiäri; trach: 
Kalam u. Menassibi. — Caléènd-, Kalend-ällat. . 
pl. I§ 24, 1): bei den Römern je der erste eines 
Monats; scherzh. — da diese Bez. bei den Griechen 
unüblich war —: Ad grécas (s. d.) caléndas,auf 
den griechischen Kalenden", d. h. auf den Nimmer- 
mehrstag rc.: Alles auf die griechischen Kalenden 
zu verschieben. Treilschne Hist. 248 2c. (wohl nur 
Drckf.: Auf die griechischen Kalender. IMülltt 14. 373). 
jar (engl. källendr), m., —s; —s: Kalender, 
z. B.: Er konsultiert das racing s. d. sc# das Renn- 
jahrbuch. Zoluer Renn. 68. ariogräph, m., -en, 
(—);en: Kalender-Macher,-Schreiber ic. Dazu: 
K# f; eyn: die Kunst der Kalenderberechnung 
„Bc. u.: ein Werk darüber, z. B. v. Limow #r#.: 
k-isch, dazu gehörig, darauf bezüglich rc. 
licum, n., —s: ca /§ 21, 2. n.]): Neujahrs- 
geschenk für die Geistlichk. c, f.: —n: 1) (in 
Mz.) s. Calende. — 2) Naturalienabgabe der 
Landleute an die Pfarrer, Organisten, Lehrer 2c. 
Globus 9, 186a; Uai. 3. 21, 119; Volksz. 16, 93 rc. 
— Calende l 27 talaugdẽ), a.: Manchmol tränken sie 
ldie Schwarzen ic. in Guyanaj das ([Turban-] Tuch mit 
Ol u. dann beißt dasselbe monchoir (s. d. muschoärsc. 
Globus 12, 104b. — Kalend-er, m., —; uv. 
1) (lat.): a) eine gesetzlich eingeführte nkbe" 
der Zeit in Jahre, Menate u. Tage fürs bürgerl. 
Leben: Die Einrichtung des röm. K—# Der julianische, 
der mrdisht K.; Nach dem K. alten, neuen Slils 
(s. d.) 2c.; Reichs-K., im Reich eingefübrt; 
Kirchen-K., in Bezug aufs kirchl. Jahr: Das Ge- 
richt vom röm. Fest-K. [s. Fastis. Stahr Kais. 25 3 2c. 
— b) ein Verzeichnis der Tage nach der eingeführ- 
ten Eintheilung (s. a) für ein od. mehrere Jahre, 
ein Datumweiser, oft in einem Buch entbalten u. 
dann auch mit mannigfachen Zugaben (vgl. Alma- 
nach): Der K. v. diesem, vom vorigen, vom künftigen 
Jabr; K. für Geschäftsleute, für Juristen, Arzle, Forst- 
männer 2c.; Genealogischer, astronomischer, nautischer 
K. c.; Der Kometen K. . .„der englische K., Wet- 
ter- u. böhmische K., Haus- u. Ebe-, Helden-, 
Geschichts-= Komörien-, Musik-, Kauf- 
manns-, Sveis-- u. Kuchen-, ja Hasen -K. u. 
dgl. andre mehr. Simplitissimus 2, 269 7 ff. 2c., ferner
        <pb n="609" />
        Kalenderei 
z. B.: Adres-(s. d.); Garten-; Geschäfts-; 
Haus-; Heiligen= (s. Hagiologium), z. B. peier- 
mann Or. 1, 372 1c.; Jagd-; Komtoir-; No- 
tiz- od. Schreib-K., mit Platz für beizuschreibende 
Notizen; Sack= od. Taschen-K., in Taschenfor- 
mat, vgl.: Portemonnaie -K. Lfewald Genf 122 2rc.; 
Schiffs-: Spiel-; Staats-K., worin die zum 
Staat in offickeller Beziebung stehenden Personen 
verzeichnet find: Den. Hof- u. Staats-K. zu Ratbe 
zieben. G. 21, 61: Termins-K., Schreib-K. für 
Arvokaten 2c.; Volks-K., mit volksthümlichem, 
fürs Volk berechnetem Inbalt; Wanr-K., an die 
Wand zu hängender Datumsweiser 2c. — c) (I. b) 
Wenn's gut Aderlassen ist, gut Purgieren, gut Schrörfen, 
Das stebt im K. G. 10, 174 2c.; Wenn ihn die Welt 
aus dem (Staats-] K. kennt. Uicolai 1, 136 2c. 
Sprchw.: An einem Glied einen K. baben, einen 
Weiterprorheten, die Wetterrerändrungen durch 
dasselbe voremrfinden, in Bezug auf die Wetter- 
rrohezeiungen nam. des s. g. hundertjährigen 
K—s 2c.: (Seine) K. machen, in tiefen Gedanken 
sein, grübeln (s. Kei), s. Ss. ic.; Das sind alte 
(vorigsäbrige) K., v. Vergltetem, Werthlosem, vgl.: 
Das so ein alter K., wie ich bin, in einem modernen 
Hause überflüssiger Hausratb wird. #fland 5, 1, 19 2e. 
Vralt.: Einem den K. lesen (s. Eristel) 2c. — d) 
Als Bstw. z. B.: K.-Berechnung; Heiliger; 
.-Zahr; „Macher, Macherei (Simplicisfimus 3, 
13517);-Mrnat;= Stemvel: = S#treit, nam. 
über den K. alten u. neuen Stils; Um der Un- 
beguemlichk., die Beobachtungen einer Nacht auf 2 ver- 
schied. K.-Tage vertheilen zu müssen, zu entgeben, zählt 
man den astronem. Tag v. Mittag an. Kädler Wund. 
596; K.-Weisbeit; Einen k.-widrig warmen 
Tag. Zukunst 1, 6; Upitsval 36, 368 2c.; K.-Zei-= 
chen, die im K. üblichen 2c. — 2) (rers.) eine Art 
orientalischer Mönche, ĩ. W. 1, 219; 9, 28 f.; Ihm 
hatt' es ein K.) zu Basra einst erzäblt. 20, 150 rc. 
Daneben die Betonung: Ein echter Kalenrer, ein rei- 
sender Fakir. Hammer Memn. 216; Der wabre Kalen- 
der] ist Ter, er sich binaussetzt uber alle Welt. 
Baumer 2, 138; MzZ.: Kalendere. 215 2c.; s. Kalle)= 
ander 2c., vgl.: Die wandernden Bettelrerwische Ka- 
len ter .. Kalenter ist eine Verdrehung des altpers. Ka-- 
lanter = der Größere. In Osipersien wird es noch 
heute als Titel den Dorfrichtern gegeben. Ausld. 38, 
1034b (s. Diran 4). Fortbild.: Weil man ihm seine 
K-cheit schon v. fern ansehen konnte. w. 9, 29 lsein 
K.-Sein] = Kschaft. 51; 190, was aber auch 
eine Genossenschaft v. K-n bez. 2c.; Aus einer Art 
v. k-i scher Koketterie. 31 2c. ertĩ, f; —en: tas 
Kalendern, das Kalendermachen, z. B. auch das 
Herausgrübeln des Künftigen, zunächst von der 
Wittrung, worüber die Kalender Prexhezeiungen 
zu enthalten pflegten u. pflegen: K., Cbrmisterei. 
G. 12, 17. Terheit, -erisch: s. Kalender 2. ern, 
intr. (haben): 1) den Kalender zu Rath ziehn, um 
sich über die Zeit 2c. zu erientieren. — 2) Ka- 
lender (s. d. 1c) machen, vgl. Kalenrerei. — 3) s. 
kalanrieren. „erogräph, m., —en, —; —en: Ka- 
landariegrarh (s. d.): In seiner [Littrow's] Kie. 
Sandres, Fremrwörterbuch. 
TCalfatern 503 
Hammer 10, 618 2c Terschaft, f.: s. Kalender 2. 
— Calendula (nlat.), f. [8 24, 1): Ringel- 
blume. — Calentüra (sran.), f.; —#: Fieber: 
C. amarilla (—ja), gelbes Fieber. — Kalesche 
(llaw.), f.; —n: leichter, krärdriger Wagen mit 
halbem od. ohne Verreck, gw. auf Springfedern 
ruhnd; scherzh.: Medea .. auf trachenbesrannter K. 
blaten 4, 27 1c.; Zagd-(SGartenl. 16, 269b); Post- 
K. 2c.; auch (vralt.): Mir einem schönen Calesch. 
Kimpliciffimus 3, 12212 re.; Wir fubren auf 2 Ca- 
lessen. G. 23, 236; 237 rc., vgl.: Die Cales- 
sãren .„die bei den einfrännigen Ken auf großen 
Plätzen stehen . u. einem Jeden, der sie verlangt, zu 
Diensten sind. 21, 12 (vgl. Fiaker 2c.); Aus dem beben 
. Kalessel“, dessen sich der reutsche Bauer in Schlesien 
zu Vergnügungsfahrten bedient. Waldau N. 3, 212 2c.; 
Sekte ich mich in eine Calesine, die sonderbare Na- 
tienaleguipaJe Malta's. pücher Südößl. 1, 404; 
319 ½#.; Die Calsza (sran.). Gtubt Ch. 1. 291, 
richtizer: Calesa; Kaleska (türk.), die Hälfte 
einer Staatekutsche (Hintew). Hammer 10, 352 24c. 
Dazu (fran.): Der Calesero, Kutscher. Glabus 76 
230b. — Calette, f.; —n: (Steinschn.) beim 
Brillantschninm 2c., die der Tafel gegenüber liegende 
Fläche. Karmarsch 3, 101; Prechtl 4, 521; 523 2c. 
— Käle-wa (sinnisch), m., —s; 0: „Vater der 
Helden“, Name Wainzmönen's, Erfinders der 
Kanteln 2c. KRosenkranz Pres Gsch. 296. wäla, n., 
—s; 0: „Heldenlaud“, auch Name des finn. Volks- 
epos. 259. — Rälewi (türk.), m., — —s: 
Staats-Turban der Wesire 2c., auch: Kallawi. 
Hammer 10.352.— Caleza (span.), .; : s. Kalesche. 
— Kalfabaschia (türk.), m.p, —#; —s: Protomastor 
od. K., d. i. Oberingenieur der bulgarischen Festungen. 
CKRobtei 2, 217. — Kälf: s. Kamin. — Kalfakt-er, 
m., —: uv.: (i. Calefactor) Einheizer, z. B.: 
Stuben-K. Fackländer NEsch. 3, 147 2c., scherzh. v. 
dem warm machenden Prügel: Das des Meister K., 
der binter dem Ofen bängt, heut noch auf deinem Rücken 
einen lunigen Galorr tanzen wird. Ptutz Holb. 261 r2c.; 
Aufwirter, nam.: Einer, der vielen Herren dient, 
u. so übrtr. (s. Schmeltr, Stalder rc.): Herrendiener, 
Fuchsschwänzer, Spion: Verleumder, der Andre 
anschwärzt, um sich einzuschmeicheln 2c. Gutzkon 3. 
1, 165: Pehlozzi 1, 12: Diccher Aüb. 2, 113 cc., 
auch: Der Hunr ist ein K., er bat zu viel Herren ge- 
babt u. ist nun ganz wirr im Korf. Auerbach Ab. 20 8 2c. 
ern, intr. (haben): ein Kalfakter (eig. u. übrtr.) 
sein: Dafür, das er mit dem Preuß kale fakt ort hat. 
Etenzb. 26, 2, 393 [Liebedienerei getrieben) 2c. — 
Calfät-age (frz. —äfh'), f.; —n: Kalfatrung. 
en, tr.: kalfatern. Dazu (s. Bobris): Kalfat-Bankz 
Butte; Eisen= -Hammer 2c. Tern, tr.: (Schiff.) 
die Nähte od. Fugen zw. den Planken mit Werg 
verstorfen u. dann mit kochendem Pech überziehn; 
auch verallgemeint: Fenster u. Thüren k. [dicht ma- 
chen, dichten). S. Stein 1, 11 1c.; bildl.: Das nur 
notbrürftig kalfaterte u. betakelte rreuß. Staatsschiff. 
Scherr Bl. 2, 352 2c.; selten: Sein Kleit k. laus- 
bessern, slicken). Zeluer 3, 351 2c. Zsstzg: Ausk. 
Kohl Engl. 1, 144; Pet. 2, 291; W. 32, 58 2c.; 
38
        <pb n="610" />
        594 Calsateur 
Ein rothes Kalfatergeficht. Hapfen ArgSitt. 1, 
84. -enr (□ör), m., —6; —8, -e: Kalfatrer. — 
Kalsoninm: s. Kolophonlum. — Kalgeh)a, m., 
—#; —§#: Thronfolger der Chane in der Krim. 
Hammer 10, 352, vgl. Nureddin. — Käli: (ar.) 
n., —8; 0: (Chem.) ein Alkali (s. d.), das Oryd 
des Kaliums (s. d.), der Hauptbestandtheil der 
Pottasche: Kaustisches (od. Atz.) K., reines K. im 
Ggstz zum kohlensauren K., der Pottasche; K.= 
Glas (Ggstz: Natron-G.); Hydrat; -Lauge; 
Salze; -Seife (weiche, — Ggasßz: Natronseife) 
c., s. Karmarsch 2, 321 ff.; Mitscherlich 2, 1, 8 ff. — 
2) (ind.): a) f.; 0: Die Thags (s. d.) dienen der 
Göttin K. u., jemehr Menschen ste würgen, desto wohl- 
gefälliger werden sie der Schrecklichen. Westermann 3, 
619a, vgl. Durga. — b) Fluß: Wir fuhren die K. 
hinauf. Austd. 39, 104 7a 2c., aber auch: Die Mün- 
dung eines ziemlich breiten K. 1046a. — c) s. Juga. 
— Kaliän (pers.), f.; —#: Eine Wasserpfeife (K.). 
Globus 1, 87b; Die K. od. Kaltuhn, wie die pers. 
Wasserpfeife helßt. Gartent. 15, 519b 2c. (s. Desta; 
Kakab; Schischa); K.-Taback. 520 a 2c.; v#gl.: Die 
Kaliuns od. Nargiles (Wasservasen), durch welche die 
Orlentalen den Tabacksrauch zur Abkuhlung passieren 
lassen. Kohl Pet. 2, 40 r.; Den Rauch aus seinem 
Kallim v. sich gestoßen. Pückler Südöstl. 1, 288 rc.; 
Er ließ sich seinen Ghalinn (Nargile) geben, rauchte 
elnige Züge. Petermann Or. 2, 185; 182. — Ca- 
liatr: C.-Holz, rothes Sandelholz. — Caliban, 
m., —6; —#: C. So heißt in Shakespeare's Sturm elne 
Art Halbmensch .. ein unsörmliches Mittelding zwischen 
Mensch u. Meerkalb ꝛe. w. 15, 318; danach antono- 
mastisch: ein ungeschlachtes Geschöpf od. Wesen 
(vgl. Hemlanthrop)., 227 r2e., auch: Ein Arsel [s. d.! 
der Musik muß das Klavier sich unter den Faustschlägen 
der Lißt'schen Epigonen in ihren C. verwandeln. Uat3-. 
21, 21 ½. ismus, m., uv.; 0: das Wesen eines 
Calibans, Hemianthropie. — Caliber (frz.), m., 
n., —6; uv.: der Durchmesser eines Cylinders 
(z. B. einer Säule), einer Röhre, nam. v. Ge- 
schütz, danach auch der entsprechende (wie das Ge- 
wicht) der daraus zu schießenden Kugeln: Vom 
größten Kanonen-K. Zazar 11, 82b; Daß bloß die 
Engländer Effektiv -K., wir Preußen aber Nominal- 
K. haben, d. h. daß die Engländer ihre Geschütze nach 
der Schwere des längl. Geschosses benennen, das wirklich 
daraus geschossen wird, während man sie bei uns nach 
dem Gewicht der Runrkugel benennt, dle daraus geschossen 
werden könnie, die aber natürlich zieml. Zmal leichter ist 
als das bedeutend längere Spitgeschoß desselben Durch- 
messers. Grenzb. 26, 4, 301; Das K. des Geschützes. 
Rũstaw gK. 381; Der K. 393 ff.; K.-Löcher. 382; 
Maß. 394; Träger, im Spannkasten der Kata- 
pelten. 380 2c.; K.-Cylinder; k.-- mäßige 
Welte 2c. Auch bei manchen Handwerken — Modell 
(s. d.). Ubrtr.: Menschen v. gleichem K. sSchlag]; 
Belde waren nicht v. sentimentalem K. Gotthelf Sch. 
36; Hohe Stiefeln v. dem K. der s. g. Lehmtrcter. 
Nai3. 19, 393 1e. — Kalibo-gus, -kus, m., 
uv. O: amerifan. Getränk aus Rum u. Sprossen- 
bier. — Calibrieren, tr.: prüfen, ob eine Röhre 
Calcant 
uͤberall dieselbe Weite hat, od. — ihr dieselbe ge- 
ben (s. Kallber). — Calicisoͤrm (nlat.), a.: kelch- 
förmig. — Calid--ität (nlat.), f.; —en: Wärme. 
Tct, m., —e)s; -e: Heizungsröhre. — Kalidsche 
(türk.), f.; —s: Teppich. Lammer 10, 352.— Ca- 
lieren (lt.), tr.: niederlassen, senken 2c.; die Se- 
gel streichen; intr. (haben): zu leicht, nicht voll- 
wichtig sein; auch: an Gewicht verlieren (de., dis- 
calieren). — Kaliéta (türk.), f.; —: Galiote. 
Hammer 10, 352. — Kalis: s. Chalif. — Kali- 
sörnien, n., —s; 0: ein nam. durch Goldreich= 
thum ausgezeichnetes Land der vereinigten Staaten 
Nordamerika's; danach z. B.: Daß er ein ganzes 
K. von Reichthümern verberge. Wachenhusen Zig. 11, 
pgl. Eldorado 2c. — Cäliga (lat.), f. /S 21, 1: 
Art Stiefel rc. Weise Kost. 1, 968; 1068; Cäligs 
hispänicg spanische Stiefel (Folterwerkzeug). — 
Calig-inös, inofus (lat.), a.: dunkel 2c. Jo, 
f. 18 24, 3, inis]: verdunkelnder Nebel; Dunkel- 
heit; Gesichtsverdunklung, Hornhautfleck. — Ca- 
ligula, m., —#; —§é, uv. [8 24, 1): Name eines 
schändl. röm. Kaisers, — auch antonomastisch. w. 
H. 1, 9. — Calic-o (engl.), m., —##; —#: ein 
urspr. „aus Calcutta“ stammendes Baumwollzeng: 
Die gröberen zum Druck bestimmten Perkale (s. d.! 
heißen Druck-Perkale od. Kallko (frz. culicot, engl. c.); 
die wirklich bedruckten aber führen öfters den Namen 
Katt ldoch auch C.]. Karmarsch M. 2, 553; Goartenl. 
15, 670h rc.; Ein Buch in C.-Band od. . Ein- 
baud; C.-Druck 2c; C.-Printers (Kattun- 
drucker). Grube Ch. 1, 149. ot (srz. —o), m., —S; 
—6: Calico; auch: Den Kommis (C.) aus dem La- 
den .., der mir den Stoff verkauft. Salon 1, 503. 
— ut #c.: s. Kalekut. — Kalimbe, m., —#; —: Die 
Bekleidung ldes Galibi's, Indianers in Guyanaj besteht 
in dem K., einem schmalen Stücke Zeuges. das er, zw. 
den Beinen hindurch, um die Hüften schlägt. Globus 12, 
16b. — Kalin (chin.), n., —#: 0; eine Legierung 
aus Blei, Zinn, Kupfer u. Zink, zum Dachdecken 
. — Kalinke (slaw.), f.; —: Wasserholunder, 
Vibiürnum öpnlus: K— . Beere 2c. — Kalir 
(hebr.), m., —#§: 0: ein ums Z. 900 lebender 
Synagogendichter: KJ-isch, in seiner Weise. Mag. 
d. Ausld. 35, 910b, s. Piut. — Kali-sation, 
ieren: Cyan= (s. d.) K. 2c. um, n., —; 0: 
das Metall des Kalis (s. d.), ausgezeichnet durch 
seine große Verwandtschaft zum Sauerstoff, — in 
mehrfachen Verbindungen, z. B.: Chlor-K.; 
Das Cyan l/. d. )K. ist noch immer das Modeglft lin 
Wienl. Uaiß. 20, 193; Jod-K.: Schwefel-K. rc. 
— Kaliün: s. Kallan. — Cãl-ix (lat.), m. [824, 
3, icis!: „Kelch“ (vgl. eyxlix). irtiner, m., 
—; uv.: „Kelchner“, den Abendmahlskelch auch 
für die Laien verlangend. — Kälk (skand.), m., 
—#; -ir: Kelch. Weise Kost. 2, 413. — Kalkän. 
(türk.), m., —#: —8 : Schild — u. nach der Ahn- 
lichkeit, ein Fisch, eine Art Steinbutte. Lindau 
Walsh 1, 111. — Cale-aus#um (lat., S21, 2, u. .:: 
Fersenbein, auch: Vor deinem dürren Kalkänens. 
Sch. Dör. 110. nt, m., en, (—); —en: Balg-, 
Orgeltreter. Gukow Z. 2, 287; (Bühnenspr.):
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        Taleär 
Orchesterdiener. Hüringer 188; 799; Im Theater, 
wo ihr Vater das Doppelamt des Thürhnters u. Cen 
[Drekf.: Calicanten) verwaltete. Niehl NN. 129. — 
Cale-är (lat.), a.: kalkartig: Die Felsenlager sind 
ursprünglich k. Gregorovius Kors. 1, 124. äreca, 
äria, f. [8 24, 11: Kalkerde. — Calcaãt--or 
(lat.), m., —#;; ören [8 24, 3, öris): Kelterer. 
Sür, f.; —en: das Keltern. — Ralkieren: s. 
Calqu 2c. — Kalkir: s. Kalk. — Calcograph:.: 
s. Chalkograrh. — HKaälhol (abess.), m., —s; —#: 
Abhang, Thal, Tiefe — u. danach: Nebri- dd. 
Newer-K., Art kleiner Leopard. Srehm Hab. 107. 
— Calcothar: s. Kolkothar. — KRalhühn, m., 
—#, en; -e, —en: (s. Kalekut). e, f.; —n: Trut- 
henne (Kuhne). — Caleul (lat.), m., —8; —62 
Rechnung, Berechnung: Gerechnet hat er fort u. fort 
u. endlich wird doch der C. lrrig sein. Sch. 39 2a rc.; 
zumeist in frz. Ausspr. lkalküll!: Die Sache ist über 
alle menschliche C# hinaus. 30 Häller 7, 227 2c. 
Säbel, a.: berechenbar. Naumer Tasch. 10, 462, (. 
In-e. Jatiön, f.; —en: Berechnung, — nam.: 
des Preises für eingekaufte u. zu verkaufende 
Waaren: K-#s-Buch: Das K-s-Organ scheint in 
den Köpfen der Pariserinnen besonders ausgebildet. 
I#ohl Par. 1, 61 1c.; Die Folge einer Miß-K. 
Volksz. 14, 214 2c. ätor, m., —é; -en: Berech- 
ner, Rechnungsbeamter, Kontrolleur 2c. -akorisch, 
a.: auf Rechnung gegründet, ihr gemäß rc.: Die 
k-e Prüsung der Zusammenstellung 2c. Ual 3. 21, 277; 
Volksz. 17, 39. Catür, f.; —en: Rechnungs-, 
Rent-Amt 2c.: Ehe die Listen der Restanten durch die 
K. u. das Erekutionsbureau gegangen. volksz. 16, 67. 
„ĩeren, tr., auch o. Obj.: (be)rechnen; speku- 
lierend rechnen; eine Schlußfolge machen 1c.: 
Etwas aus-k. Guhrauer Less. 2, 3 3 3 ic.; Sich ver- 
k. cc. -õs, a.: steinig, griesig; stein-krank, lei- 
dend. -us, m. I§ 24, 21: Stein, z. B. zum 
Sviel (Guht 2, 266); zu Abstimmungen, daher: 
C. Minérva (s. d., vgl. Areopag); zum Behuf v. 
Nechnungen (Weiss Kost. 1, 1312), daher — Rech- 
nung, z. B.: Error (s. d.) in cälculo 2c.; Pré 
ccleulo [für die Rechnung, — für ihre Richtigf. — 
haftet] N. N. 2c.; ferner: Stein, als krankhaftes Er- 
zeugnis im Körper, z. B.: C. biliäris, Gallenstein; 
C. renälis, urinärius, vesice, Nieren-, Harn-, 
Blasenstein 2c. — Kalhüt: s. Kalekut. — Calla 
(nlat.), f. [8 24, 1): Pflanzenn., Schlangen- 
fraut c. — Cüllabra, f.; 0: Art Hasardspiel 
unter 2 od. 3 Persouen. Awensltbtn 150. — 
Kallah (hebr.), f.; —:: Braut, — auch: Källe. 
— Kalläse (ar.), f.; —##: rundes Barett der 
Mönchspriester bei den nicht unierten Griechen. 
Peittmaun Or. 1, 110. — Kall-asche 2c., ewi: s. 
Kal-asche 2c. — Cälle (it.), m., uv.t, —#; —6, 1: 
Pfad, Gasse: Durch menschenleere Calli. Ua#3. 20, 
129; Jeder C. ebd. -ejõn (span.), m., —s; -es: 
Gäschen, Gang 2c.: Der erste Hof steht mit dem 2ten 
durch einen schmalen Gang (C.) in Verbindung. Grube 
Cb. 1, 294; Um den ganzen Cirkus lzu den Stier- 
gefechten! herum, zw. den Tablas u. den Barridren des 
Zuschauerraums geht ein Laufgang, die Valla, auch C. 
Kalmank 595 
genannt. Globus 4, 102b c. — Rälli (zigeun.), .; 
—6: zigeunerisches Mädchen. 7, 270b. — Kalli- 
ästhetik (gr.), f.: s. Äuhetit. blepharon, n., 
—s; ra: Augenbrauen-Verschönrungsmittel: Mit 
dem kößtlichsten K. (so nannte die Tollettensprache zier- 
licher, was dem Droguisten Stimmi Is. d.) hieß). 
Döniger Sab. 23, vgl. Alquifonz; Kohl; Surme 2c. — 
Callid-ität (lat.), f.; 0: Schlauheit, Verschmitzt= 
heit. us, a.: schlau 2c. — Kalligraph (gr.), 
m., —en, —s; —en: Einer, der — u. sofern er — 
eine schöne Hand schreibt; Schönschreiber. k, 
f.; eyn: Schönschreibekunst; Lehrbuch u. Anwei- 
sung dazu; schöne Handschrift. - ren, tr.: 
kalligraphisch schreiben: Ist ihm folgende Adresse, in 
prächtiger Weise kalligraphiert, überreicht worden. Ual Z. 
21, 518 ic. Sisch, a.: der Kalligraphie gemäß; 
schön in Bezug auf die Handschrift: Die un-k-en 
Schriftzüge. Corninus Born 1, 228. — Callieo: s. 
Calico. — Kalli-logie (gr.), f.; 0: Schönrede-= 
kunst, Beredtsamf. ope, f.; —s, —ns; 0: 1) eine 
der Musen: Schlachtgesänge tönt der K. stolze Drom- 
mete. Ramter Myth. 113; V. Ov. 1, 279; 2, 165 kr.; 
in ugw. Betonung: Für welchen Goit, für welchen 
Göttersohn, Muse, stimmest du in Kalliöpens 
Schleier vermummt, die ungelehr'ge Leier] zum Hel- 
denlied? w. 12, 157; 139 c. — 2) s. Asteroĩd. 
pädié, f.; 0: der Besitz od. die Erzielung schöner 
Kinder. pädopölté, f.; 0: Erzeugung schöner 
Kinder. ppgos, f.; 0: Beiname der Venus „mit 
schönem Hintern"“. henie, f.; —(ehn: gym- 
na#tische Ubung zur Verschönrung u. Kräftigung. 
échnik, f.; 0: Geschicklichk. in kunstooller Ar- 
beit; Verschönrungskunst. -pte, f.; -(eyn: 
Schönheit der Drucktypen u. des Drucks; Anwei- 
sung dazu 2c.: Hat sich die russ. Kalligraphie (s. d.), 
sowie die K. . „verbessert. Kohl Pet. 2, 59 2c. — 
Call- (it.), m.p, —#; -i: Schwiele rc. (s. Callus): 
nam.: Die Flossen ldes Schwertfisches!) werden ein- 
gesalzen u. unter dem Namen C. als beliebtes Gericht 
verfauft. Oken 6, 203. — Kallo-logfe (gr.): s. 
Kallilogte. -pismus, m., uv.; O; pistris, f.; 
0: Verschönrungskunst 2c. — TLall-ös (lat.), 
—öS, a.: schwielig, knorrig ꝛe. ositäl, f.; 0: 
das Callos-Sein. — Kallüm: s. Kalian. — 
Cällus (lat.), m. [8 24, 21: Schwiele, harte 
Haut. WMurhard Konst. 2, 47 2c.; Knorren; Knochen- 
geschwulst. — Kälm (irz.), m., —e); —e: 
(seem.) Windstille. Spate, auch: Den geringen Luft- 
zug gebrochen u. .. einen völligen Ccalme herbeigeführt. 
Semilasso Afr. 1, 146, vgl.: Als plötzl. ein dead calm 
lengl. réod käm, es steht gedruckt: calmel eintrat. 
püchler Südöstl. 2, 82, Tod-Stille; Nach dem todten 
Calme. 3, 307 it.; öfter (niedrl.): Die Kalmte 
u.: Diese Zone, welche die Passatwinde der beiden He- 
misphären trennt, ist die Region der Calmen. ###üller 
Ph. 2, 832; Dieser Gurtel der Calmen. Monalbl. 1, 
6 6b 2c. — Kälma, m., -6; 0: (finnische Myth.) 
der Todesgott, auch: Tuoni. Uosenkranz PoesEsch. 
288. — Kalmänk, m., -(e)s; -e: wollner Atlas, 
ein nur auf einer Seite rechtes, dem Lasting ähnl. 
Zeug, theils einfarbig, theils geblümt, theils ge- 
38“
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        Kalmanken 
596 
streift. Aarmarsch M. 2, 751: G. 20, 193 rc.; Mein 
Schlafrock ist v. rothem Kalman g. Cfahrd! 1, 16 5 2c.; 
Grün u. weiß gestreifter Kallemank. Uiebuhr Nachg. 
107, auch: Kal(a)mande, Kalamank, Kal- 
mink (s. d.). -en, a.: ans Kalmank gefertigt. 
Kofegarten Rh. 2, 73; V. 2, 45 2c. — Kalmänt 
(frz.), a.: kalmierend. — Calmar (frz.), m. —3; 
—&amp; „: s. Kalamar. — Calmato lit. ), a.: (Biꝛuf.) 
sanft, ruhig. — Kalmäuser nsc.: s. Ss. 2, 266 
s. v. Kahlmäuser. — Calme: s. Kaim. — KRalmet 
1e.: s. Klamei 2c. — Kalmen: s. Ss.: 1) intr. 
(haben): still sein, — vom Wind, Meer u. Ubrtr.; 
auch: Der Kranke kalmet. Adelung, liegt in dumpfem 
Brüten, bewusstlosem Halbschlaf. — 2) tr.: kal- 
mieren. — 3) Zsstzg.: Bekalmet werden (seem.), 
v. Windstille ((. Kalm) befallen. — Calmia: s. 
Laurel. — Kalmferen, tr.: beruhigen, besäuftigen, 
beschwichtigen ic. — Aalmink, m., -(e)s; —e: 
1) Kalmank. — 2) russischer Zwilch. — Ralmte, 
f.; —i: s. Kalm. — Kalmiüch, m., -(e)s; -e, —6 : 
langhaariges dickes Wollenzeng (wie das zu den 
Mänteln der Kalmücken, — ogl. Düffel): K.= 
Flausch (Hecz 234); -Rocktic. — Ralmus, m., 
uv., —ses; uv., —se: K. aus dem gemißdenteten Cü- 
rlamus ss. d.s aromätiens entstellt, die würzhafte 
Ackerwurz, Acorus. V. 1, 187; Eingemachter, über- 
zogener K., die eingezuckerte Wurzel 2c.; Falscher K., 
K.-Schwertel, Iris pseudäcorus 2c.; K. od. K.= 
Branntwein, = Schnaps, auch: Kalmüser; 
K.-Ol 2. — Kalmüth, m., —#; 0: Das Glas feu- 
rigen K—s, den Frau Afra in einer Bockbeutelflasche auf- 
getischt. Gartenl. 17, 504a, Art Wein. — Calo 
(it.), m., —s; 0: Abgang od. C. ist der Verlust an 
Material, den dasselbe bei irgend einem techn. Umlgel- 
staltungsproceß od. bel einer bloßen Verfrachtung (Trans- 
portierung) erleidet. Scruhentu. 2 2c.; C. di Ppöso, 
Mangel an Gewicht; C. di prczzo, Abschlag im 
Preise 2c. — Caloänder, m., —#8; uv.: Name 
eines tapfern Helden in einem Noman des Marini, 
u. danach antonomastisch. w. 12, 176; 345. — 
Kalö-biotik, f.; -#en: die Kunst des Schön= 
lebens; auch als Titel v. Büchern 2c. biötisch, 
a.: der Kalobiotif gemüß. -däilmon, m., -8; 
Snen: Als Huldigungsgabe für den guten Genius (K.) 
der Einöde. CUobert 2, 94, s. Dämon 2c. geri 
(gr.-serb.), in., —: —#: Mönch (der griech. Kirche), 
„guter Alter“: Diese Geistlichen unterscheiden sich von 
den griech. K—s# nur durch ihre Kopfbedeckung. Der 
BVladika kleidet sich, wie die Mönche, daher er auch in 
der Türkel der schwarze K. heißt. 1, 71;96; 101; 2, 
83 rc., auch: Kalofer. Gerhard W. 2, 210; Klo- 
ster, dessen Kalojeren te. Globus 7, 167b; Der 
Metropolit mit 72 Caludseri. 6, 234b; Die Ka- 
ludjerie od. grlech. Mönche. 5, 9 9a 2c.; Ein griech. 
Kaluger. Murhard Konst. 2, 28; Einige Kaluger. 
1, 218 1.; ngr.: Kalöger-os, Mz.: 
äloi: s. Tschern. — Kalofalros (ngr.), m., 
iw.; -i: „guter Arzt“, Name der Wundirzte bei 
den Albanesen 2c. CUebert 2, 93. — Nalokagath-ie 
(gr.), s.; O: Feinde der K., d. i. der Tugend, die nach 
der sokratischen Vorstellungsart, in habitueller Verbig- 
i. — 
Calorisch 
dung des moralisch Schönen u. Guten, im Innern des 
Menschen sowohl, als in seinem dußerlichen Thun und 
Lassen besteht. w. 15, 306; 135 rcc. ös, m .„uv.; 
zvi: Was man damals zu Athen einen K. nannte, war 
mit Dem, was die Engländer a Gentleman u. die 
Franzosen un galanthomme nennen, ziemlich gleich- 
bedeutend. Ofters bez. es auch soviel als eine Person 
von vornehmer Geburt u. Erziehung. In der moralischen 
Bed., da es soviel als schöngut od. gutedel heißt, scheint 
es vom Sokrates zuerst genommen worden zu sein. W. 
24, 292; 22, 43; 26, 395; 33, 414 2c., auch Mz.: 
Mein Haus ist .. Allen offen, die man zu Athen Ka- 
lokagäthen nennt. .. Jedermann, der sich in guter 
Gesellschaft mit Anstand zeigen kann, ist gern gesehen. 
23, 73 . — Kalokäla, m., —#; —6: auf den 
Fidschi-Inseln eine Pflanze: Fasern zu Stricken, 
Tauwerk r2c. liefern die Daka (Pachyrrhizos anguläta 
Rich.), der K. uaissoei (Hibiscus diversifölius Jacgq.) 
n. Sinn Mataiavi (Wikstremia indica). Auslb. 39, 
1215b. — Kalomel (gr.), m., —#; 0: eine Ver- 
bindung aus 2 Atomen Queckülber n. 1 Atom 
Chlor, als Heilmittel benutt (s. Panacẽa mercu- 
riälis 2c.): K.-Papier, zu Dokumenten 2c., als 
Sicherheit gegen etwaige Andrungsversuche im 
Geschriebnen gewährend 2c. — Kalometrie (gr.), 
; e)n: Schönheits-Maß, -Messung c. — 
nuol-n m., —#: —6#: Art Fledermaus: Den flie- 
genden Hund od. den K. Natur 114, 278b; 2482 (span. 
Pérro voladör), vgl.: Kaluang (auf den Molucken), 
Kalon (auf Java) — Ptéropus edülis, s. Oken 7, 
939. — Calonieère (frz. —jär), t.; —#: Baller- 
büchse (canonnidre). — Kalophöll-um (gr.), n 
—6 ; za (§ 24, 2, n.]: „Schonblatt“, Pfianzenn. 
— Kalopoôdi-um (gr.), n., —6; zen: Holzschuh; 
Leisten. — Cäl-or (lat.), m. [8 24, 3, -öris]: 
Wärme. — Kal-orẽ, m., —: —#: Name, mit dem 
die Zigeuner sich felbst bezeichnen (vgl. Slntala). 
Globus 7, 271a. — Cal-orescenz (ulat.), f.; en: 
Wirmestrahlung. Mag. d. Ausld. 35, 34 %½ e. 
Sorik, f.; —eyn: Die Physiker ünd übereingekommen, 
als Wöärmreinbeiit (C.) diejenige Wärmemenge anzunel- 
men, welche nöthig ist, um die Temperatur der Gewichts- 
einheit im Wasser um 10 Celsius zu erhöhen 2c. 3 Käller 
Ph. 2, 606. Jorifeèrc [-il, f.; —#: Luftheizungs- 
ofen. orisikation, k.; —-en: Wärmeerzeugung. 
Lorimster, m., u., —#; uv.: Vorrichtung zur Be- 
stimmung der Wärmekapacität (s. d.). 1#müller Ph. 
2, 710 ff., Quecksber.C. 719 2c. orimctrie, 1.; 
—(eyn: die Bestimmung der — u. die Lehre v. der— 
Wärmecapacität der versch. Körper. -orimctrisch, 
a.: zur Kalorimetrie gehörig, darauf bezugl. v. 
(s. calorisch 2). orimotor, m., —: ören: s. 
Deflagrator. rique (—#k), f.; O: die Wärme als 
Agens, als die in den Wärme- Erscheinungen sich 
eundgebende u. sie bewirkende Kraft. Gehler 4, 
531; Pouilet 1, 201. orisch, a.: 1) C-e Ma- 
schine, zu deren Betrieb die Erxansionskraft der er- 
wärmten Luft verwendet wird. #mäner Ph. 2, 796; 
Die patentierte k-—e Niederdrucksmaschine. Uat 3. |8, 
527 2c. — 2) (vgl. calorimetrisch u. Calorie): Sie 
bezeichnen mit dem Namen des e-en Aquivalents einer
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        Kalosche 
Verbindung die Zahl der Wärmeeinhelten, welche frei 
wird, wenn sich 1 Aquiv. des einen Stoffes mit 1 A#. 
des andern verbindet. IMũller Pb. 2, 734 „c. — Ka- 
Uösche, f.; —n: s. Galoche. — Kalospinthechromo- 
kreue (gr.), f.; —n: Art künstlich beleuchketer 
„Springquell“, der dadurch „in schönen Farben 
funkelt“: Allerneueste K. für unsere Walhalla. Es be- 
ruht Alles hierbei auf Refler. Man glaubt, das reinste 
Feuer zu erblicken u. es ist Nichts als Wasser mit äußerst 
kunstlicher Beleuchtung. Kladderadaisch 20, 36; 29b; 
10a; Wo die Najade selbst bei offner Seene entsteigt 
der K. Uat3. 20, 113; 111 2c. — Calöl-in (srz. 
—eng), m., —6; —#: Pfaffe. -e, f.; —: Mütze, 
Kappe, — nam.: katholischer Geistlichen. Chümmel 
5, 42 2c.; auch: Etwas v. Kappenform 2c.: Eine 
sillerne C. sstatt des Schädelsl. SLemilaso Afr. 1, 69; 
Einen Kamin mit einer C. v. haarigem Zeug. päckler 
Süröstl. 2, 144 „2e. ist, m., —en, —6; —en: Name 
einer Ulk-Gesellschaft in Frkr. (gegen Ende der 
Regierung Lurwig's XIV. auftauchend), deren 
Tendenz dahin ging, Thoren u. Bösewichter dem 
öffentl. Spott preiszugeben. — Kalolbp (gr.), 
a.: zu Kalotypien geeignet 2c.: K-es Papier. Pouillei 
2, 364. ieẽ, f.; -(ehn: Art Lichtbilder auf Pa- 
pier — u.: die Kunst sie zu fertigen. — Kalou: 
s. Kalong. — Kaloper: s. Kalogeri. — Kalpa 
(ind.), m.p, —; —#: ein Tag Brahma's, ein Zeit- 
abschnitt, der mit der Vernichtung der Schöpfung 
endet. — Kalpak, m., —; —§: Art hoher, tata- 
rischer Mütze, z. B. bei Slawen, Türken, Ungarn, 
so auch der Husaren 2c. Düringer 610; Gerhatd W. 
2, 240; 246; Hohl Sudr. 1, 261; Uat.. 20, 266; 
Ring Verl. Gschl. 6, 196; Voiksz. 1 3, 283 r2c., vgl.: 
Eine hohe Mütze v. Zobelpelz, aus der ein rother Kol- 
rak hängt. Hausbl. (60) 3, 316; (frz. Colback); 
Klobuk od. K. Weiss Kost. 2, 322. — Kälpe, f.; 0; 
(s. Abyla): Lichtenberg 41, 385; 388 (auch verkl.: 
Kälpchen). — Calp## (it.), m., uv.: -i: sardin. 
Gewicht — 10 Cantarelli. — Kälpis (gr.), f.; 
uv.: Art weichbauchiger, kurzhalsiger Krug zum 
Wasserschöpfen (Hyrria). Guhl 1, 159: Weils Kost. 
1. 446; 870. — Calqu-# (frz. kält), f.; —: 
Durchzeichnung. -ier C, m., —#; — : Art 
Atlasgewebe. Uren, tr.: durchzeichnen: Das be- 
kannte dünne, sehr durchscheinende u. sehr feste Kalkier-- 
papier. Karmarsch M. 2, 811 re.; Kaltierlein= 
wand sc. — Kaältza (ugr.), f.: —s: Art Strumpf, 
Gamasche. Guhl 2, 336. — Kal-udjeri; nger: 
s. Kalogeri. — Calumet (frz. —üme), m., n., —#; 
—6: Friedenspfeife der Indianer; fem.: Die K. 
Kealssield Leg. 2, 39 2c.; auch (in deutscher Ausspr., 
— als Reim auf: erfleht): Das geschmückle K. krei- 
ligrath SW. 1, 228; s. Hiaw. 12; 18 2c. — 
Calümn-ia (lat.), f. (§ 24, 1): Verleumdung. 
Tiänt, m., -en, —; -en: Verleumder. ik, f.; 
eyn: Verleumdung. Gregorovius Kors. 2, 247. 
jĩẽren, tr.: verleumden. Sch. Gör. 1, 193, auch: 
Kalumniieren, vgl.: Calumniäre audädcter: 
sémper äliquid hæret — Verleumde nur keck, immer 
bleibt doch Etwas haften 2c. — Kalüf:e (ar.), f.; 
yn: Art Barett der orientalisch-christl. Geistlichen. 
Camara 597 
Peitimann Or. 1, 149; 150 ic. — Calvärkenberg, 
m.: Golgatha (s. d.) u.: eine Nachbildung des- 
selben 2c. für Wallfahrende 2c.: Situfeubriefe vom 
Kee des Lebens. Gutztom Z. 4, 111; 8. 36; Er schrei- 
tet hinan auf seinem C., ein Leben ohne Erinnerung. 
Volksz. 16, 131 r2c., vgl. Passionsweg. — Calvätica 
(lat.), f. [S 24, 1): Art Hanbe. Weiss Kost. 1, 
377. —Calville (frz. —wil), m., —6; —6, uv.; 
f.; —: Name v. Apfelsorten (Erdbeerapfel): 
Herbst.; Sommer-; Winter-C. Oken 3, 2086. — 
Calver! (engl.): s. Shirting. — Caloin, m., ; 
0: Name des bekannten Kirchenreformators. 
ismus, m., uv.; 0: die Lebre Calvins. Tist, 
m., —en, -6; —en: Anhänger Calvin's. eislisch, 
a.: dem Calvinismus gemäß. — Caloit-ät 
(lat.), f.; -en; -ies, f. [8 24, 5); -ium 
8 24, 2, n.): Kahlheit; Glatze. — Calr 
(lat.), f. [8 24, 3, cäleis!): Kalk. — Kalpdor. 
IKahl Par. 2, 32. — Kälgm, m., —# ; —8: 
bei den Kirgisen, Wogulen 2c., das dem Schwieger- 
vater vom Bräutigam zu zahlende Brautgeld. 
Gartenl. 15, 199b; Globus 8, 923 rc. — Kalhmma 
(gr.), n.t, —#; —a: s. Kalyptra. — Kalbpso (gr.), 
f.; 0: 1) (Myth.) eine Nymphe (s. v. Od. 1, 
14 2c.). — 2) j. Asteroid. — Kalhpt-er (gr.), 
m., —6; uv. I§ 24, 3, Sris): -rion, rium, 
n., —; ken (§21, 2. n.]: Deckel, Decke, Hülle 2c., 
auch: Plait= u. Hoblziegel, Kalhpteres, lmbrices. 
weiss 1, 823, zum Dachdecken. -ra, f.; -ren 
[&amp; 24, 1): Art Schleier od. Kopftuch der alten 
Griechinnen, auch Kalymma; Kredemnon. Guhl 1, 
187. rit, m., —en, —#; -e(n): Art versteinerter 
Schnecken. — Kälpr: s. Calir. — Calzada 
(sran.), f.; —s: Dammweg, Chaussée (s. d.). 
Ausld. 39, 898a. 
Caͤm: 1) m., —6; —: eine ostind. Rechnungs- 
münze = ¼ Rupie (s. d.). Enc#l. f. Kaufl. 211b. 
— 2) s. Camwood. — 3) s. Schamane. — Kamactt, 
m., -(e)s; 0: Art Meteoreisen, Balkeneisen. Uatur 
16, 181a. — Kamah: s. Kaamah. — Cama--eu, 
.eu (frz. —ajö), m.t, —#; —s: 1) (Steinschn.) — 
Camee (s. d.). — 2) (s. 1, Mal.) einfarbiges Ge- 
mälde auf farbigem Grund, seltner Camee (s. Gri- 
saille): Alle Arten von C. od. Farb' in Farbe. G. 37, 
271 2c.; Die Natur, eben noch ein glänzendes Gemälde, 
verwandelte sich in ein trübes C. — um bei dem techn. 
Bilre zu bleiben, — sie erschien grau in Grau gemalt. 
Bozar 11, 112a c. — 3) (s. 2) Eine besondre Art 
der Holzschnitte, die von den Italiänern chiaroscuro, 
von den Franzosen c— genannt werden. Sie ahmen 
malerische Zeichnungen nach, wo die Umrisse mit Strichen, 
die Hauptlichter u. Schatten aber durch Tuschen angezeigt 
sind. Sulzer 2, 253b. — Camail (frz. -alj), m., 
—#8#: —#: Bischofsmantel; kurzer Mantel; Helm- 
decke. — Camaldulenser, m., —#; uv.: Art Ein- 
siedler u. Mönche; weibl.: C-in. — I. Kämara 
(ind.), f.; —s: der Schweif der tibetanischen Kuh 
(s. Jack 2) als Schmuck, Ehrenzeichen (s. g. Roß- 
schweif, s. Tug), als Fliegenwedel 2c. Höser Urw. 91. 
— II. Cämara (gr., lat.), f. [/§ 24, 11: Die
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        Camarade 
598 
Böte der Piraten — C. (Deckböte) genannt. Weiss Kost. 
1, 572. — Camaräd-e (frz. —äd), m., uv.; ; 
—#6, —n: Kamerad (s. d.). -eriẽ, f.; +eyn: Ka- 
meradschaft (s. d., vgl. Clique). — Kamarah 
(ar.), f.; —s: mondförmiger Frauen-Kopfputz. 
Weiss Kost. 2, 266 ff. — Camar-äfi (rumän.), 
m., —#; —: Kämmerer. Giobus 12, 328a. ero 
(span., port.), m., —; —#: Kämmerling (s. d. 
Se.), dazu: Camaröra, f.; —#: Kammer-Frau 
(z. B. Gartent. 17, 160a) u. -Mädchen, — it.: 
Camerier-e (m.); za (f.), auch: Nun hatte dle 
kleine Cam ariera an der Thür lder Tänzerin] gelauscht. 
Polko SchFr. 1, 85, s. auch Camarlingo. — 
Camargue (frz. —ärg'): eine Rhone-Insel: C.= 
Pferd, halb wild, gw. grau. — Camarill-a 
(span. Silsa), f.; —s; zen: „kleine Kammer“, der 
geheime od. Kabinettsrath eines Fürsten; volks- 
feindliche Hofpartei: Der neue König brachte die ganze 
C. fremder Ideen u. Sitten aus Paris mit. Cichendorff 
Gsch. Dr. 98; Der König, welcher rathlos zw. beiden 
Camarillen schwankte. Salon 1, 531. — Kamerie, 
f.; —: s. Camvagne 3. — Camarling#o (it.), 
m., uv.; -hi: Kämmerling (s. Camarero); Käm- 
merer; Kardinal als Schatzmeister u. Justizver= 
walter am röm. Hof, s. Camerlengo; Chambrelan. 
— Kamarö-ma sgr., § 24, 3, n., -tis]; -fis. k. 
[§ 24, 3, uv.]): gewölbter Schädelbruch. — Ca- 
marüpa (ind.), f.: 0: die Gottheit der Wolken. 
G. 2, 298. — KRamasche: s. Gamasche. — 
Camaur-o (it.), m., uv.; -i: die rothsammtne 
Mäütze des Papstes, s. Tiara. — Camageu: s. 
Camaseu. — Cambapa, f.; —#: f. Saya. — 
Cämb-il (it.), a.: auf Wechselbriefe bezügl.: 
C. (od. Wechsel.), Recht. -iäta (span.), f.; —: 
Krämerin, die Waaren gegen andre tauscht. Geubt 
Ch. 1, 291 2e. -iatura (it.), k.: Ure: Abwechs- 
lung; Fahrpost. -ieren, intr. (haben): Wechsel- 
geschäfte treiben. -iot, m., uv.; -i: (s. S#.): 
Wechsel, Wechselbrief, auch: Léttera di c.; Prima 
dc., söla (léttera) di c., Prima r2c., Sola-Wechsel; 
Cörso del c., Wechselkours; C. di pollzza, Wechsel- 
kourszettel; C. pröprio od. sécco, eigner, trockner 
Wechsel; C. di ricérso, Umlaufswechsel; C. com- 
müne, gewöhnlicher, inländischer, — reäle, mer- 
cantile, ausländischer; C. di ricorso, Rückwechsel; 
C. maritimo, Bodmereivertrag 2c.; C.-Conto, 
Wechselrechnung c. ist, m.,—en, -; -en: Wechs- 
ler. ium sulat., § 24, 2, n. I: 1)— Cambio. — 
2) (Bot.) Saft unterm Bast, woraus sich das neue 
Holz (Alburnum) bildet. Ohen 2, 21; C.-Schicht. 
Ausld. 39, 59 1a. — Cambrai (frz. kangbrä), m., 
— ;: —: Name einer Stadt (holl. Camer#k) u. 
danach: ein dort gefertigtes Gewebe (Kammertuch, 
engl. Cambrick, spr. kem-), urspr. feines Leinen. 
Encykl. f. Kauf. 212a; dann auch: Nachahmung 
aus Baumwolle (s. Karmarsch 1, 115; 2, 336). 
auch: Cambra-, Cambresine. Cnchkl. 1. I. — 
Cambrioleur (frz. —ör), m., —#; —#: Dieb, der 
am Tage in die Wohnungen einbricht, wenn deren 
Inhaber nicht anwesend find. Gartenl. 17, 64 15. 
— tambul (rufs.), m., —#; —§, —i: Steinbutte. 
lamelagchion 
Aohl Südr. 1, 96; 181, vgl.: Die als Rhömbus 
meöticus bekannte Scholle, russ. Kambula. .. Die 
Kambula. Gtobus 5, 214b. — Kambüse, f.; —n: 
(ogl. Kabuse): Schiffslüche. Jausdl. (67) 152; 
Pttuß. Erped. 1, 223, auch: Kombüse. Pobrik 414b; 
Gortenl. 16, 606b; Uar3. 22, 167 ꝛc. — Cambütta, 
f.; —s: Die C.ein nach irischer Weise zugeschnitte- 
ner rlesiger Keulenstock. Scheffel Ekk. 165. — Camr# 
(frz.), m., -(e)n; —(ehn; f. (Bönger Sab. 163); 
—(eyn: (s. Is.) geschnittner Edelstein, dessen er- 
haben geschnittne Figur eine andre Farbe als der 
Grund hat, it. Cameo (s. d. u. Camateu 1; 2 n. 
Chalcedon): C—n-Bilder. Ual 3. 20, 441 2c.;Or- 
namente. Hausbl. (67) 2, 174; -Schneider. 
V#le N. 136 2c. — Ramstöll (gr.), n. (m. 
Bullchuy Patm. 893; Okearins Ros. 8, 118; Sophiens 
eise 1, 192 2c.), +e); -e: (s. Ss.): 1) ein asiati- 
sches Säugethier, zu den ungehörnten Wiederkäuern 
gehörig, langhalsig, mit 1 od. 2 Höckern (s. Dro- 
medar), als Haus= u. Lastthier, das s. g. Schiff 
der Wüste 2c.: Es giebt 2 Arten v. K.en, deren eine 
etwas dicker u. kleiner, Dschemel genannt, nur zum 
Lasttragen, dle andre aber, Hedschin genannt, u. länger, 
schlanker, magerer, zum Reiten gebraucht wird. Pe#m# 
Or. 1, 302. Sprchw.: Leichter, daß ein K. durch ein 
Nadelöhr gehe, als daß 2c.; Mücken seigen u. K.e ver- 
schlucken, im Kleinen penibel, das Große übersehn; 
Mücken zu K-en, aus einer Laus ein K. machen, liber- 
treibend vergrößern 2c. — 2) (bursch.) philister- 
hafter Kerl. — 3) Maschine, Schiffe zu lichten u. 
über Untiefen zu bringen. Dodrik 364; Kohl Pet. 2, 
291 2c. — 4) Zsstgn, nam. zu 1, z. B.: Last-K. 
Freiligrach SW. 1, 149 (s. o. Dschemel); Lauf-K., 
s. Dromedar, Maihari, Heiri; Panther-K. v. H. 2, 
325 (s. Giraffe); Post-, Reit-, Renn= (gauf.) 
K.; Schaf-K., s. Lama; Wind (od. Lauf-) K. 26c. 
— 5) Als Bstw., nam. zu 1, z. B.: K.-Bock, 
Antilöpe tragocamélns;-Fliege (Hals), Raphidia 
ophiöpsis;-Führer; Füllen, „ZJunges; = Garn, 
aus K.-Haar (s. d.), d. h. gw. aus dem Haar der 
angorischen vd. K.-Ziege, bei Vielen zur Unter- 
scheidung: Kämel-Garn, Haar (s. Karmarsch M. 2, 
653 c., vgl. Ohen 7, 1356 u. Kamelott); Hals, 
s. v. : -Fliege, auch: Art Narcisse 2c.; „Hären, aus 
K.-Haar (s. o.); -Hengst, männl. K.; = Heu, 
andropögon schendnthus ic.; Hirt. Klinger 7, 
220; Horn, Art Flügelschnecke, Strmbus lücifer; 
.Junges, -Kalb (Droylen Ar. 1, 405); Kuh. 
Rüchert Morg. 1, 170, weibl. K. (K-in); -Lastj; 
Leopard, Art Schnecke, Türbo cöchlus (eOhen 5, 
441); Motte, Bömbyx camelina; --Pardel, 
Parder, Giraffe;-Raupe, der K.-Motte u. G., 
z. B. Bömbyx z#czac;= Schilf, Heu;-= Spinner, 
s. Naure;-Strauß, Vogel St.;-Strob, Heu; 
Stute (Rüchert Mak. 2, 4 2c.), Kuh; -Thier, K.; 
Treiber;-Wärter; Ziege, Angora-Z.; auch 
— Lama. -hast, a.: in der Weise eines Kamels: 
Von k-er Größc. V. Ar. 1, 390. — KamelaHchi-on 
(mgr.), n., —; -a: Kappe 2c. als Tracht der Geist- 
lichen u. zwar: Kato-K., Unterkarre u. Ano- A., 
die darüber zu ziehende, die zu den Seiten u. längs
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        Kamelia 
dem Nacken in breiten Laschen herunterfällt, s. 
Weise Kost. 2, 134. — Kaméli-a (nlat.), f.; —86, 
zen: erotische Zierpflanze (nach dem Botaniker 
G. 3. Kamel od. Kamellius): La dame aux camslias, 
rie K-n. Dame, Titel eines Dramas v. Dumas, 
— danach Bez. einer Kourtisane: Eines Shawls, 
bestimmt, die Schultern einer K.-Dame zu schmücken. 
Uot.3. 22, 291 2c.; so auch: Im Juli u. August trafen 
sie ein, die Kamellen ersten, zweiten u. dritten Rangs. 
Vieisch Welt 1, 287 2c.— Cam-, Kam-elin, f.; 
—nen: Kamelkuh 2c. ver. 2, 24. #elisière#n, intr. 
(haben): (scherzh.) zu Kamel reisen 2c.: Hoch zu 
Kamel hat er bei den Drusen u. ihren Weibern 
still kamelisiert. freiligtach SW. 1, 441. — Camblla- 
(lat.), f. [8 24, 11: Die zum Aufbewahren der Milch 
ausschließlich verwendere C. Weise Kost. 1, 1291. — 
Kamel-opärd (gr.), m., —(e)ys; —e: Giraffe; 
auch als Sternbild. Kädler 362. Tot (frz. —15), 
m., —8; —s: 1) Kamelott (s. d. 1; 2). — 2) Die 
Leute, die auf den Trotroirs lin Paris] ihre Waaren feil 
bieten, nennt man C—s, die Waare selbst wird Came- 
lotte genannt, ein Wort, das sich am besten mit Schund 
übersetzen lässt. Gartenl. 16, 5430b. otier (—#6, m., 
—8; —#: Schleichhändler in Sürfrankreich. ölt, 
m., —(eys; —#, —#: 1) glattes Wollenzeug aus 
Kamel (s. d. 5)= od. Kämel= od. aus festgedrehtem 
Kammwollgarn, in der Kette 2fädig gezwirnt, im 
Schuß einfach. Karmarsch 2, 336; serner: Seiden- 
K. .. ein leichter Gros de Tours, bei welchem in der 
Kette die 2 zusammengehörigen Fären v. versch. Farbe 
u. durch eine schwache Zwirnung verbunden sind, der 
(2. od. 3-fädige) Einschuß aber v. einer andern Farbe 
ist. M. 2, 789 2c. — bei Altern auch Schamlott, 
z. B. Hazar 11, 227a: friso 2, 160c ff. — 2) K., 
K-chen, Art Mondschnecke, Nerita chamcheon, s. 
Ohen 5, 437. ötte, f.: s. Camelot 1. ötten, 
a.: aus Kamelott: Ein k—es Kittelchen. Forster Br. 
1, 41, vgl.: Alten tschamelottenen Mantel. Schweinichen 
1, 46. — Camene: s. Camöne. — Kaomenschtschik 
(ruf.), m., —s; —§, —i: Steinhauer. Kohl Südr. 
2, 14. — Camé-o (it.), m., uv., —6; -i, —: 
Camee (s. d.): Ein C. 1. 8, 53; Die Camei. 54; 
Die wie eingelassene C—s ausseben. Ualß. 20, 141; 
Stahr Kalserfr. 124 ff.; Ein schöner Chalcedonyr- 
C. Dönger Sab. 154. — Cämer-a: 1) (lat.) f. 
[8 24, 1]: Kammer (s. d. Ss.), nam.: a) (Optik) 
C. obscüra, dunkle Kammer, — bes.: die v. Porta 
in der Mitte des 17. Jahrh. erfundne Vorrichtung, 
in einem dunkeln Gemach od. Kasten durch eine 
Sammellinse v. zieml. Brennweite ein Bild ent- 
fernter Ggstde zu entwerfen (ugl. Daguerroth# 2c.); 
C. lücida od. clära, lichte, helle Kammer, — eine 
Vorrichtung, die Umrifsse eines durch ein Aseitiges 
Priema reflektierten Ggstds nachzuzeichnen 2c.; 
Er bedient sich zur Aufnahme einer Busch schen Pan- 
toskop (s. d.) K. mit Fadenkreuz. Uaiß3. 21, 20 rc. 
— b) Kammer, — als Bez. für Behörden, z. B.: 
C. imperiãlis, Reichskammergericht 2c. — 2) (it.) 
f.; -e: Kammer, z. B.: a) (. 1b) C. apostölica, 
die päpstl. Rentkammer; C. di giustizia lsy—, 
Kammergericht; C. del commércio l-rtschol, Han- 
Camerlengo 
599 
delskammer 2c.; Achytänte (s. d.), masstro (s. d.) 
dic. — b) (Mus.) Alla c., nach dem Kammerton; 
Da ich à la c. lals Kammersänger] ein noch weit 
größerer Künstler sei als auf dem Theater. Harimann Nat. 
3, 34 2c. -dd, m., —, —en; -en: (s. Ss.) eig., 
Zeltgenosse, Stall-, Waffenbruder; allgm.: Geuoß, 
der durch Gleichheit des Gewerbs, Stands, Thuns 
2c. Verbundne, — auch: Mein K-e. G. 1, 105 tc.; 
Sein Kämrad (—). Tith Crmb. 1, 7 2c.; Kam araden 
[s. d.). Zinkgräf 2, 61 2c.; zuw. auch weibl.: Dame: 
Wollt Ihr zum Spiel-K. mich haben. Ties Winterm. 
2, 1 (s. K-ln); zuw. auch v. Sachen, z. B.: Wir 
sein lies Schubs] K. auch dabei. Bückert Mak. 1, 80, 
der andre, zum Paar gehörige. Vrkl.: Das Ge- 
plauder der Nachbarskamerädchen. fünkel E. 119 
2c. Zsstzg z. B.: Kriegs-; ZReise-; Schlaf- 
Schul-; Spiel-; Spieß= (beine 19, 172); 
Stuben-; Tisch-; Unglücks-; Vergnügungs- 
(Aurtbach Lanrh. 1, 114) K. ic. aderfe, f.; eyn 
(s. Camaraderie): Besonders warnen möchten wir vor 
jerweder Patronage od. K. Mag. d. Ausld. 36, 5 10 a c. 
jadin, f.; —nen: weiblicher Kamerad, — auch 
zuw. m. Uml.: Kamer ädin. Auerbach D. 1, 107; 
G. 14, 10; Goner Sch. 221 r2c., auch sachl.: Säulen, 
rie ihren Kamerärinnen hier sommetrisch entsprechen. 
Sch. 699a; Dör. 115 ½. -dlich, a.: in der Weise 
von Kameraden, kameradschaftlich. G. 25, 117; 
ACtwald 1, 217; Cemme Krim. 10, 7 2c. Tädo, m.: 
Kamerad. Spielhagen Pr. 4, 147. ädrschaft, k.; 
—en: Genossenschaft, sowohl das Kamerad-Sein, 
als auch die verbundnen Kameraden selbst, zuw. — 
Kamerad, z. B.: Er haite in seiner Stuben-K. 
einen Landsmann gefunden. Spindler Stadt 1, 3; 
Jugend-; Schul-; Unglücks-; -Zelt- (Guhl 2, 3 5S) K. ꝛe. 
ädschaftlich, a.: kameradlich: K-keit. Droysen V. 
1, 331; Platen 6, XlII k. —dl, a.: auf die Ver- 
waltung landesfürstlicher Einkünfte bezüglich; 
staatswirthschaftlich: K.-Geschäfte; Kenntnisse; = Srei- 
cherungen (Diertelj. 24, 232); -Stil (W. Lue. 6, 108); 
Wesen; „Wissenschaft 2c. äle, n., —; -llen 
[&amp;J 23, 3, n., Alis, Mz. : -alial: Kameralwissen- 
schaft: Daß er das C. nicht zum Fach genommen! Er 
hätte aus Steinen Louisd'ors hervorgezaubert. Sch. 
10 a. Lalisl, m., —en, (—8); —en: Kammer- 
beamter; Staatswirthschafts-Kundiger 2c.; übrtr., 
z. B. G. 14, 213. Calistik, f.; en, Lehre, Lehr- 
buch über Staatswirthschaft. -alistiker, m., S; 
uv.: Kameralist. -ariaät, n., —(eys; —e: Amt, 
Würde eines Kämmrers. -ärins, m., uv.; zärken 
[824, 2): Kaͤmmerer. ation, f.; -en: Wölbung, 
Gewölbe. ir# (it.), f.; -Uüre: s. Camarero. 
i, m., uv., —6; —, ieri (s. ebd.): Der C. 
[Kellner, Aufwärter) unsres Gasthauses. Nat3. 20, 
117; Die Cs. Meißner Sanf. 2, 94 2:c.; C. segröto, 
Geheimkämmrer (eines Fürsten 2c.). - ikren (lat.), 
tr.: wölben. -istin, k.; —en: Kammerfräulein 2c. 
G. 30, 175; 193; 199 1. - Iengo (it.), m., —8, 
uv.; —, -lenghi: s. Camarlengo: Die Ernennung 
des Kardinals Anronelli zum C. Uat 3. 20, 441; Be- 
kanntlich werden während des Konklave alle geistlichen 
u. zeitlichen Geschäfte durch den C. besorgt. ebd.; C. der
        <pb n="616" />
        Camerote 
600 
heil. Kirche. 417; Gußzkow 3. 9, 83 c. — CTameroöte 
(span.), m., — ; —5 : Das Krachen der Böller, C 
lin Perul. Globus 7, 292a. — Kami, m., —8; #: 
ein göttl. Wesen bei den Japanesen. Globus 12, 
261b; Die frdischen K—s, Halbgötker u. Heroen. 262; 
Der alteinheimische K.= od. Sinto-Kultus. ebd. rc.; 
In den Mig, d. h. in diesen Tempeln der K-6, der Ur- 
götter der Japaner. 6, 88b. — Kamichp, m.: s. 
Anhima. — Camill, -a: s. Camillus. — Kamille 
(gr.), k.; —m: Pfl. (s. fönig 20, 142), Matricäria. 
chamomllla, Feld-, Korn-K.; ferner: Anthe- 
mis, z. B. A. nöbilis, edle K.; A. arvénsis, Acker-, 
Feld-K.; A. tinctöria, Fär be-K.; A. cötula, stin- 
kende od. Hunds-K.; Das sind alte K-n#(die Geruch 
u. Heilkrast verloren haben], sprchw. v. altbekann- 
ten Dingen 2c.; K.-Thee, „Aufguß, aus K-n-Bln- 
men; K-n-Ol #c. — Camill-us (lat.), m., uv.; 
en [§J 24, 2); -a, f.; zen (§ 24, 11: 1) Die 
Camilli u. Camille, Knaben u. Mädchen, welche theils 
zur Adminkstrierung bei den Opfern gebraucht wurden, 
theils als Novizen ihre Lehrjahre vor ihrem Eintrikt 
in die priesterlichen Wurden hier durchzumachen hatten. 
Guhl 2, 305; Weiss Kost. 1, 1105; Geschmückte Opfer- 
thiere, zierliche Camillen u. fleischermäßige Popen. G. 
31, 97 2c. — 2) als Eigenn.: Camillus (od. 
Camlll), Besieger v. Veji 2c.; Wenn's eine Camilla 
wäre, eine v. den gewöhnl. Mädchen. Klinger Th. 2, 
195 2e. — Kamin (gr.), m., n., —e); —e 
(s. Se.): 1) Schornstein, Esse; der Raum, v. wo 
aus ein Ofen (außerhalb des Zimmers) gebeizt 
wird; Herd unter der Schornsteinröhre, Feuer 
darauf zu machen u. so das Zimmer zu heizen rc. 
Zsstzgn z. B.: Küchen-K.; Ofen-K., m. ofenähnl. 
Vorrichtungen. Karmarsch 2, 247; Schwefel-Ke 
lder Höllel. Sch. 1 19 Daß Italiäner sich des Winters 
mit einem Sonnen-Kee u. mit einer dünnen Bettdecke 
behelfen können. Möser Ph. 2, 277; Stuben-K.; 
Wenn es dem Herde an Winkel-Keen sehlt. Rumohr 
Kochk. 33; Zimmer-K. 2c. Als Bstw. z. B.: K.= 
(od. Schornstein-) Feger; -Feuer; „-Flamme: 
Geld, Abgabe Derer, die eignen Herd besitzen; 
-Gesims, „Sims; Heizung; -Herd; Sitze; 
Holz, Brenn-H. für K.-Heizzung; Hut, 
Kappe, Aufsatz auf der Fenuermaner; -Kehrer, 
Feger;-Mantel. Rauch-M. des K-s;= Platte; 
Röhre; „Rost; „Schirm, vgl. Ofen-Sch.; 
Sims; Stück, Gemälde überm K.-Sims; 
Thür c. — 2) Ausgang, Offnung einer Schlucht: 
Bergrücken, in welchen ein zu einer Höhle führendes K. 
mündete. Garlenl. 17, 159a; Alschudi Th. 159 2c. — 
Caminär (rumän.), m., —s; —#: Der Groß-C., 
welcher die Leibwache befehligte. Globus 12, 29 4a. — 
Camino lspan.), m., uv.; —#: Weg (it. cammino, 
frz. chemin 2c.): Die s. g. e-s reãles (die Landstraßen). 
Grenzb. 24, 2, 950; Gerstäcker NMReis. 2, 48 2c. — 
Kam-is: 1) s. Kami. — 2) (ar.) m., uv.; uv.: 
Im Allgemeinen tragen die Männer unmittelbar auf 
dem Leib ein Hemee, qamis rc. Petermann Or. 1, 119; 
El K., das Hemde. 2, 40; Das weiße Unterhemd od. 
den K. Weiss Kost. 2, 237; 235. isäde (frz.), k.; 
—u: nächtlicher Uberfall. -isarde, m., —n; n: 
Tampagnard 
Name der Reformierten in den Cevennen: Zur Zeit 
der Dragonaden u. C—n-Kriege. Harimann Letzt. Tag. 
39. Sischöla, f.; —#: Die Festtagskleidung der Frauen 
lin Dalmatien) ein Jäckchen von rothem Sammt (K.). 
Globus 6, 238b. —IRalmlat.), f. [824, 1): Hemde: 
C. alba (s. d.), Chorhemd 2c. -isôol, n., —(e)s; 
e, öle; ölchen (s. Ss.): 1) Wams, Jacke (slaw. 
auch Kamsöl, Kamiseélka. Weiss Kost. 2, 321): 
Nacht-K. ie. — 2) bursch., scherzh. st. Kamerad in 
Zsstzgg: Haus-K. Heine 19, 18: Stuben -K. c. — 
Kämischp, m.: s. Anhima. — Kamissmo (japan.), 
n., —s; —: Alle ktrugen das K., ein fugelartig dle 
Schultern bedeckendes Festlleid. Preuß. Erped. 1, 289. 
— Camfza (#isa), f.; —s: Die Negerinnen tragen lin 
Gupanal] einen engern Rock, die sog. C. Globus 12, 
104b. — Rammaro-lith (gr.), m., -(e)s, -en; e, 
—en: Krebsstein. -lõg, m., —en, —s; -en: Keuner 
der Krebse. Dazu: K-i#e# f.; isch, a. — 
Cammin-ieren (it.), intr. (haben, sein): Fechtk.: 
zurückweichen, um den Gegner zu einer Blöße zu 
verlocken. —o, m., uv.; -zi: s. Camino. — 
Kamnephez (hebr.), n.: eine mnemotechnisches 
Merf-Wort für die Literæ dilatabiles (s. d.), die 
dem Lant nach unserm k, m, n, ph, z entsprechen, — 
bildl. 9p. Fat. 2, 281. — Kamomille, f.; —: 
Kamille (s. d.). — Camön-a (lat.), f. 824, 11; 
e, f.; —m: Muse: Den wabren Ton der tragischen 
C. w. HB. 2, 226. — Camör#a (span., it.), 
f.; —s, zen: Name v. Gaunerbanden in Unter- 
italien, s. Herrig 32, 3 82 ff.; Globus 2, 192 u. 
z. B.: [In Neapell] hatte sich eine C. gebildet, eine 
Vereinigung v. Privatwechslern, welche das Agio der 
Bronze ldes Kupfergelds] bis auf 10 u. 12 % trieben. 
atz. 21, 108 k. -ist, m., -en, —s; -#en; (eista, 
m., uv.; -isti): Genoß einer Camorra; in engrem 
Sinn: Der Neuling od. Fuchs der C-en heißt Tamurro, 
der 2te Grad führt den Namen Picciotto, der 3ce 
Picciotto di sgherro ., der 4te ist der eig. C-a, der 
Söte C-a proprietario, der 6te u. höchste Capo di 
società. Herrig 32, 383. — Hämos (hebr.), m., 
uv.; 0: ein Gott der Moabiter. 1. Kön. 11, 7; 
33 (Chamos 2, 23, 13) 2c., genauer nach dem Hebr. 
Kemösch. Zunz. — Camotes (span.), m., uv.; 
uv.: (s. Batate). Scherzer Nat. 267; Süße Kartoffeln, 
sog. C. Gerstäcker NReis. 2, 113; Globus 7, 150b rc. 
— Camouche (irz. — sch), m., uv.; — : s. Anhima. 
— Camp (lat.), m., —e)s; —e: Campus (. d.), 
Feld, Platz zu Waffenübungen: Wer nicht Spiele 
versteht, Der entsagt den Geräthen des Kampes. V. H. 
2, 382; 246; 1, 33 dc., vgl. nordd.: Kamr (Mz. 
auch: Kämpe), ein eingefriedigtes, abgegrenztes 
Feld, s. Ss.; auch engl.: C.. Lagerfeld, Zeltlager 2c. 
(s. C.-meeting) u. frz.: C. (spr. kang], z. B. Globus 
5, 35b 2c.; C. volant lwolängls, „fliegendes Lager“, 
ein den Standort im Feld oft wechselndes kleines 
Heer, nam. aus Kavallerie bestehend. - agna (it. 
—inja), k.; zagne: Feld, Gesilde, Ebne, auch als 
geogr. Name: C. (di Köma), die Gegend um Rom 
(Camrang. Schücking Kunstl. Leid. 119; 163 1c.); 
ferner: Alln c. ländlich zrc., frz.: à la campagne, 
s. d. übrh. -agnard (frz. kangpanjär) m., —; -:
        <pb n="617" />
        Campagne 
Landmann. -agne (-änf), f.; —, —: s. Cam- 
pagna: 1) Feld; Landaufenthalt: Maison lmäsöng! 
de c. od. C., Lanrhaus c.; Die C—nn. L##ewald Genf. 
99; 102 ½. —2) Felrzug. G. 2 5, 1 2c.; C.-Dienst. 
Hatl, 21, 289; Spielhagen Pr. 3. 154 c.; Gefahren 
einer Winter-C. 8, 131 2c.; Übrtr.: Während der 
Wahl-C. [des Wahlkampfs 2c.] veranstalteten die 
meisten Blälter Separatausgaben, welche die C.-Aus- 
gaben genannt werden. Volksz. 16. 261 2c. — 3) 
(l. 2) bei Gewerben, wo es darauf ankommt, daß 
der begonnene Betrieb bis zu seiner Beenigung 
möglichst ununterbrochen in Gang bleibt, — die 
Zeitdauer od. Periode eines solchen Betriebs, z. B.: 
die Zeitdauer eines Ofens in einer Eisen= (Karmarsch 
1, 575), Glas= (2, 136) Hütte 2c.: Während vieler 
Berriebs-Cn wirdt bier ein gutes Roheisen erzeugt. 
DVittitlj. 18, 333; In der Brenn-C. lder Spiritus- 
brennereien! 1866—67 2c. U 13. 20, 280 2c. — 4) 
(seem., vgl. Caranne, Capanje) das Verdeck über 
der obersten Kaju#lte: Die C. stumm, der Mastkorb 
leer. Kreiligrath SW. 1, 357 2c.; Die „Kampanje“ 
reicht vom Besabnmast bis zum Heckbord. Vorn bat sie 
ein zierliches Geländer, den Kampanjebogen. Bobrik 
365; Kampanje= lod. National--) Flagge. edd. 
290 ꝛc.; bei Heyle: Das Campän, vgl. ferner: Das 
Kamärsje ist der Name eines schmalen Ganges ober- 
halb der Kafüte des Kapitäns. v. dem aus derselbe seine 
Befehle ertheilt. Banner Rebell v. Lüleck 1, 25. — 5) 
als Spielausdr.: Ein Paroli (s. d.) de c., ein be- 
trügerisch gebognes Paroli; Eine case (kaf'] de c., 
beim Tricktrack, ein unberechtigt gemachtes (d. h. 
mit 2 Damen besetztes) Neld c. agnuole (it. 
—anj-), m., —; -n: Landmann: Bei der Hürte des 
Cn. PHtyst N. 127 2c., in ganz it. Form: Cam- 
pagnuol-o, Mz.: -i. -än, n.: s. Camragne 3. 
äng (it.), f.; -äne: 1) s. Campagna. — 2) Glocke 
(s. d. Ss.), z. B.: Die C. del defünti, die Torten= 
glocke, läutete. Zank Bild. 1, 349 2c.; Das Herz ist 
bier so unbrauchbar, wie eine Lunge unker der luftleeren 
C. lder Luftrumpel. Häleis Bul. 192 2c. äne, 
f.; —m: Campana; auch: Keffelgewölbe unterm 
Festungswall mit Schießlöchern nach dem Graben 
binaus. anella, f.; elle: Glöckchen, Schelle, 
Klingel 2c.; auch als Name von Wirthshäusern: 
Der Abend wurde bei einer Foglietta Orvieto in der 
Palombella od. C. zugebracht. Bodenstedl E. 1, 207; 
Die „Goetbe-Kneipe“ Goethe's C. Gutzkow 3Z. 8, 
32. anctla, f.; étte: Glockenspiel. -aniförm, 
a.: glockenförmig. -anile, m., —; —8, kli: 
Glockentburm: Der C. des Kreml. Ualß. 20, 197 
(s. Kolokolnik), auch: Art Wendelschnecke, Türbo 
iẽrebra. -anje: s. Camragne 3. anolög (lat.= 
gr.), m., -en, —s; -en: Einer, der den Glockenguß 
lehrt. Dazu: C-ie, f.; c-isch, a. -änula, k.; 
—8, len [/§ 24, 1!: „Glöckchen“, Glockenblume: 
Violblaue Kampanulen. Berlepsch 56; C—s umschlingen 
die Sihlütze. ISohl Par. 2, 22; die ganze Gatt.: 
Camranulacekn. ärius (mlat.), m. I§ 24, 21: 
Feld-, Flur-Hüter, = Schütz. ed ör (span.), m., 
—# z;-es: Kämre, Kämpfer 2c.: Von dieser Sitte führte 
der Cid den Namen Barraz od. C., d. h. Herausforderer. 
Campu 601 
Scho 2, 109. — Campeche (frz. kangpäsch'): s. 
Kampesche. — Campelogie (gr.), f.; —(eyn: Lehre, 
Lehrbuch von den Krümmungen, Kurven (s. d.), 
Kampylogrammik. — Campement! (krz. kang’'mäng), 
n., —; —: das Lagern v. Truppen; Feldlager 2c.: 
Häuser, die nebst mebrern hölzernen Kasernen ein ansehn 
liches C. bilren. Junghuhn Java 67. — Kampemeter 
(gr.), m., —#; uv.: Krümmungslhalbymesser. — 
Kamposche: Stadt u. Bai in Meriko. Daber: 
Kl(-n)-Hotz. Blauholz, s. Hämator#lin. — Campest- 
er llat., § 24, 3, risö); -risch, a.: zum Feld 
gehörig, nam.: dort wachsend 2c. — (Kampf-), 
Kämphl-er (ar. 2c.), m., —#; uv., zöre: eine von 
den fluchtigen Olen sich hauptsächl. nur durch die 
Nichistüssigkeit unterscheidende Gattung Pflanzen- 
stoffe, darunter nam. der aus dem K.-Baum, 
Läürus ccmphora, gewonnene, v. durchdringen- 
dem Geruch, als Arznei angewandt rc., s. Kormoarsch 
2, 338. vgl. Ohen 2, 114 ., s. auch: Bambus-K. 
od. Tabaschir (s. d.); Daryl 2c., auch: Das Haar, 
sonst moschusschwarz, will werden k.-weiß,! der Busen 
k.-kalr, der sonst war moschusheiß. Rücher! BrE. 330 rc.; 
K.-Aster, Tarchonänthus camphorälus; = Essig, 
Lösung v. K. in Efsig;-Geist,-Spiri#us; baltig; 
Harz, nam. von Cinnämomum cämphora (K.= 
Zimmt); Klisse, Unxia; = Krarv, Anuthosper- 
mum; = Kraut, Camphorésme: = Milch, k.-haltige 
Emulsion; -Ol, v. der K.-Neder Dryobälanops 
cämphora; auch: eine Mischung von Ol u. K.; 
Pflanze, Klisse = Spiritus, Auflösung v. K. 
in Spiritus;-Zimme) , s. o. .Sarzc -erieren, 
tr.: mit Kampher mischen: Das tampberierte Ter- 
rentindl. folke Th. 1, 169. in, u., —(e)s; 0: 
höchst gereinigtes Terpentinöl: Die v. W. M#ung er- 
fundene K.= od. v. ihm s. g. Vesta-Lampe. Karmorsch 1, 411. 
Sora, f. 18 24, 1): Kampher. — Kämphu, m.: 
Art feiner chines. Thee (Campoe, Camroy, Cancho, 
Campn, Sumlo od. Semlo. Enkcykl. f. Kaufl. 730a, 
vgl. Ohen 3. 1182). — Camp--feren (frz.), intr. 
(baben): v. Truppen 2c.: im Feld liegen, lagern: 
Campierpfabl, Standpfahl. - Aleting (engl.), 
s. M. —o: 1) (span.) m., n., —#; —: a) Feld rc., 
nam.: sieprenartige Ebne. 3rehm Bild. 87; Sab. 
400; Große C—z od. offne Ebnen. Slodus 7, 139b; 
Ihr werdet einen armen Teufel bei solchem Weiter nicht 
wieder in das C. hinansjagen wollen. Gertäcker WW. 
20 :2c. — b) Art spanischer Wolle. — 2) (it.) m., 
n., —; -i: a) Feld 2c., z. B. auch von manchen 
Plätzen in Städrten. Uat3. 20, 129; Resie, welche 
das C. vaccino Jwatsch-, das Kuhfeld] umgeben. 
Guhl 2. 146, v#gl. Forster It. 1, 190 2c.; nam. auch: 
Beim Eintritt in den C. sáAnto (6—, Gottesackerl. 
87; Die klassischen Campi santi v. Italien. Garunl. 
16, 10a 2c. — b) „Acker“, als Feldmaß in Nord- 
italien. — Camp-on, on#: s. Kamphu. — 
Kämpong, n., —#; —s: auf Java — Dorf. Ausb. 
39, 904a; 949a; 1244 a 2c.; Junghuhn 36; 17; 60; 
70 2c. (s. Patok). — Kamptülikon (gr.), n., —; 
0: Material, aus sein gemahlnem Kork u. Kaut- 
schuf od. Guttarercha, stark zusammengerresst, zu 
Fußböden 2c. Uaur 14, 218b. — Cämpu: s.
        <pb n="618" />
        602 Campus 
Kamrhu. — Cämpus (lat.), m. I§ 24, 2]: Feld 
(l. Camp): C. Martius (s. d.), das Mars= (s. d.) 
Feld, im alten Rom der Platz zu ritterl. Ubungen 
der Ingend 2c. W. HB. 1, 152, auch bloß: C. 142; 
Wer mit den Waffen, die im C. üblich sind, nicht um- 
zugehn versteht, Der bleibt davon. 2, 235 2c.; C. sce- 
lerätus, s. s. v. — Kampplogrämik (gr.), f.; 
—en: s. Kampelogie. — Kamsa: K., das arabische 
Vollblutpferd. Globus 9, 247a. — Kämschu Cchin.), 
n., —8; 0: K. Es ist dies eine Art süßsaurer weißer 
Wein, aus gegorenem Reis u. andern Zngreriensien be- 
restet u. wird warm genossen. Grube Ch. 2, 158. — 
Kamsin: s. Chamsin. — Kamsol: s. Kamisol. — 
¾ämtschi (türk.), m., —; —s: Geißel. Hammer 
10, 352. — Kam- uisch, -ösch (rufs.), m., uv.; 
0: Schilf, Schilfrohr. Ausld. 39, 311b; Kohl 
Sürr. 2, 105. — Cam- wood (engl. uwudd), n., 
— ; 0: das rothe Färbeholz der Bäphia nitida. 
Karmarsch 1, 412; Oken 3, 1687. 
I. Cäna, s.; —: 1) (span., s. Canna 1) Rohr- 
slock, Stecken 12c.: Im C—s= od. Stecken-Spiel. KRostn- 
onz Poes. Gsch. 534 2c.; auch: ein Längenmaß 
(v. 2—3 Ellen). — 2) (ar.) unterirrische WMasser- 
leitung. Ausld. 38, 85 2a; 85 44 ic. — II. Käna, 
f.; 0: Kawa (s. d.): Die K. od., wie man auf den 
(5rischil Inseln sagt, Yakona [s. Angonal. Sie wird 
aus der Wurzel res Piper methysticum . . bereitet 2c. 
Globus 5, 2 6a 2c.; dann auch ein mit K. gefeiertes 
Fest, 1. B.: Ein K. vonu, Schiltkrötenfest. 6G1a 2c. — 
III. Kän-a, f.; zai: s. Kanexhore. — IV. Cana 
(span. känja), f.; —s: eine v. den Morisken her- 
stammende Tanzmelodie u. Tanz. Globus 11, 197b; 
199. — Canäda: 1) f.; —#: ein Hohlmaß in 
Portugal u. Galizien, s. Almuda; Azumbre. — 
2) eine Provinz in Britisch Nordamerika. Dazu: 
Canäd-ler, m.; eisch, a. — 3) (s. 2) ein lang- 
haariger Stoff zu Wintermänteln für Damen 2c. 
Bazar 13, 375. — Kanadil (ar.): Ampel. Weiss 
Kost. 2, 290. — Canadaris, pl. : ostind. Zeug, 
aus Baumwolle u. Seide, roth u. schwarz gestreift. 
— Canaill-e (frz. Kanällle), zuw. auch so ge- 
schrieben), L.; —s, —u: (s. Ss.) „Hundepack“, ge- 
meiner Pöbel; auch verächtl. Bez. einer einzelnen 
Pers.; zuw. — wie Spitzbube u. áä. Scheltwörter 
— in liebkosend-bewunderndem Sinn. (Scherzh. 
mit lat. Abwandlung: Aus diesem „confläxus ca- 
naillörum“ [Zusammenstusß v. Gesindel]. Hollei Ch. 
202): Jemand en langl c. behandeln, als C., — 
rerächtlich 2c.; Ah C—!4 rief er uns entgegen. Horl- 
monn Nat. 3. 85 2c.; auch adjektivisch: Mit chien- 
chien erreicht man den Meisterstuhl im Genre [s. d 
vgl. encanaillieren] c. Wachenhusen Ev. 60; 88; Eine 
war immer mehr C. ssich im genre c. od. in der 
ungebundnen Zügellosigkeit u. Frechheit hervor- 
thund] als rie anrre. ebd. ic. Zsstzg z. B.: Ost 
schleppen Ihro Gnaden gar] mich zu der Baur- 
Kanalje. V. 3, 94; Das er der Bürger-C. [dem 
bürgerl. Müchenl den Hof macht. Sch. 18 5a rc. Als 
Bstw.: C.-Pack. Müller 1. 269; E#u-umpen- 
pack. *“ 118; Streich 2c. erik, f.; —(eyn: 
niederträchtiger Streich, Spitzbüberei. ###: 
Kanal 
ugw.: Ein poruläres [Auge], das sich mit andern 
Bürgern ein canailliert. Japhir DBr. 77 st. encanail- 
lieren, s. d. -ös, a.; nichtswürdig, niederträchtig, 
sritzbübisch. — auch zuw. in bewunderndem Sinn: 
Du bist eln Teufelskerl: So manchen armen Tropf 
prellt u. beziehet schon dein kanalföser (schlauer] Kerf. 
Jachoriä 1, 11 c. — Kanck: s. Konak. — Cana- 
corus, m.: eine Pfl. in Peru. Slodus 11, 205a. 
—Can-, Kan--äl lat. J,m., E)s; zale; zälchen: 
(s. Ss.) : z) Verbindungsweg für rarin strömende 
Flülsigkeiten 2c., theils natürl., theils durch Kunst 
bewirkt: a) Röhren für Flüssigkeiten in organi- 
schen Körpern, im Körper der Thiere, in Pflan- 
zen 2c.: Die Ausführungs kanäle der Ereichel- 
drüsen 2c.; Darm-; Luft- (vogl. b); Saft-; 
Speise-; Verdauungs- K. 2c. — b) (s. "C) 
Nöhren zur Leitung der Luft, z. B. der erwärmten 
bei der Heizung; des Winds aus den Blasbälgen 
in die Windladen der Orgel (Cancelle); Windpfeife 
der Gießform, so: Luft kanäle. O. 29, 51 2c.; 
vralt.: Wie doch eine so helle Stimme aus einem 
so kleinen Pfeiflein od. Canälchen [der Nachtigallkehle 
kommen könnte. Simplitissimus 2, 323. — c) ein für 
das Wasser gegrabner Weg, sei es, um dies von 
einem Ort wegzuleiten (Abzugs-, Ab- od. Ent- 
wägrungs-- K., s. Drain): Zwar geben Quer- 
kanäle unter der Chaussée in den Haupt-K. 2c. G. 23, 
221, — od. es an einen best. Ort hinzuleiten 
Wasserleitung, Mühlengraben 2e., Bewässerungs= 
K.): Das Wasser floß rurch den Dielen-K. auf das 
Rad. vHorn Schmj. 61 od. Bretter-K. 2c., — od. 
endlich, um die Verbindung für die Schiffahrt 2c. 
zw. 2 Gewässern herzustellen: Schiffbare, kahnbare 
Kanäle; K. zum Flößen des Holzes 2c.; [Venerig] von 
Kanälen u. Kanälchen durchschnitten. G. 23, 75; Mag. 
auf trüben Lustkanälen] die Gondelflagge wehn. 
Kanhison 137; Schiffahrts-K: Schwemm K. 
Grube Geogr. 3, 140, zum Holzschwemmen; Die 
Herstellung eines nur 1¼ Meilen langen Seiten-K—s. 
Erenzb. 24, 1, 138 c.; Der Rhein K. bei Kattwot; 
Der Kaiser-K. in Spanien, in China 2c.; K.-Arbeiter; 
.Bau; Die Feststellung der zweckmäßigsten K.-Linie; K.= 
Schleuse;-Sohle; = System; -Zug tec. — d) 
(s. c) Geogr.: ein an beiden Seiten offner Meeres= 
arm, breiter als eine Meerenge: Der K. vom Sten, 
vom #ien, vom 1 sien Grad, in der Inselgruppe der 
Lakediven; Der K. v. Bristol ꝛe. Ohne Zusatz gw.: 
der Meeresarm zw. England u. Frankreich, best.: 
C. la Manche Imängsch]; Diese K-Insulaner. Salon 
1, 604. — e) (s. d) seem.: K. machen, v. Küsten- 
fahrern des mittelländ. Meers: sich von der Küste 
so weit entfernen, daß man sie außer Augen ver- 
liert, wie es z. B. bei der Durchfahrt durch einen 
Gols- zw. 2 Inseln r. geschiebt 2c. — 2) übrtr., 
s. 1, z. B.: Die Kolonien waren ein Abzugs-K. der 
Ubervölkerung r. u. bes.: der Weg, durch welchen 
Etwas vermittelt wird: Man lässt sich über Berlin 
durch den K. des jungen B. bei mir erkundigen. k. 12, 
379; 390; 423; Sch. 80 4b 2c. — 3) Bank.: die 
vertieften Züuge an der Schnecke des ionischen Ka- 
pitäls 2c. — 4) am Gewehrschaft die Höhlung,
        <pb n="619" />
        Aanaliculiert 
worin der Lauf liegt 2c. —aliculièrt, a.: rinnen- 
förmig ausgehöhlt, gerillt. alieulus, m. 
§ 24, 21: Kanälchen. alis, m. (/S 24, 3, uv. 1): 
Kanal, z. B.: Den Gaumentheil der obern Maxille 
gleich hinter den Canälibus incisivis (s. d.). G. 26, 
93 c. alisatiön, f.;—-#en: Kanalisierung. CKobert 
2, 251. alisator, m., —#; ören: Einer, der — 
u. sofern er — kanalisiert: Den eigentl. K. u. den 
kleinen „Haußmann Frankfurt's. Ual###. 22, 296. 
alisieren, tr.: mit den nöthigen Schiffahrté= 
kanälen, Kanalbauten versehen. Cnobert 2, 199 rc. 
alitt, m., —e)s, -en; -eln): Tubulit (s. d.). 
— Canäna (svan.), f.; —#: Als Gurtel trug er 
eine C. od. Art Patrontasche. Globus 9, 120b; 7. 
226a rc. — Kanap-é, #r (frz.), u. (m., nam. 
bei w.), —#; —s: (s. Ss.): 1) gepelfierter Ruhe- 
sitz für Mehrere, mit Rücklehne, vgl. Serha. das 
gw. gepolsterte Rück= u. Seitenlebnen hat: An der 
Sielle des antik gebaltenen irz. C—s stand ein großes 
weiches Sopha. sewold Emrork. 3, 232; Wo dein K. 
stand, wo du im Sorba geruht. V. 3. 37; Eck-K. 
Gutkow 3. 2. 284 m. (Vralt. — Himmelcecke des 
Ruhebetts: So ruht man auf dem Klee, sdas Laub 
der bohen Eichen] ist unser K. Era Volksl. 1, 48, s. 
Konoreion). — 2) (s. 1) Gebick in K.-Form: 
Canapee's v. Blätterteig. Schrible Kochb. 112; C-sr. 
[Milchbrotscheiben mit) Sarrellen. 115 ic. — 
Kanadra (türk.): Schlachtbank. gammer 10, 352. 
— Canard (frz. -är), m., —#; —5: Ente, auch: 
Die Erfinder ron C—# Zeitungsenten!). Uois. 20, 
468.— Canäri (frz., 95. m., -s: —#: (mund- 
artl., vralt.) Kanarienvogel. Spindier V. 2, 9 tc., 
auch: Canary (àa deux) I(—h 5|, ein Tanz des 17. 
Jahrh. Weßermann 3, 5 47b 2c.; C.Zucker. Wocktrn. 
2, 4661, s. d. Folg. -en: nam. als Bftw., die 
Herstammung v. den kanarischen Inseln zu bezeich- 
nen, so: K.--Bastarr,. B. eines K.-Vogels, z. B.: 
K.-Stieglitz 2c.; K.-Baum. Junghuhn 60; 61 2c., 
Canärium (s. u. Nus); Furter, für K.-Vözel 
(s. u. -Samen); K.-Gras, Phälaris canariénsis; 
Hahn, männl. K.-Vogel:; Hecke, H. von K.= 
Vögeln; = Nuß, die Frucht des K.-Baums u. 
dieser selbst. Onen 3, 1765 (auch: An einer größern 
Art, deren Steine denen der gemeinen C. gleichen. 1767), 
s. Bangea;-Orgel, Dreh-O., die K.-Vögel kunst- 
gerecht singen zu lehren;-Samen, S. des K.= 
Grases, als K.-Futter: = Sekt, Wein von den 
kanarischen Inseln; Sie, weibl. K.-Veogel; 
.Stern, Art Farnkraut, Darsilia canarénsis. 
Elobus 7, 26b;. Stieglitz, s. o. Bastard;-Vogel, 
Fringilla canäria (s. Capirota); auch Art Trom- 
pretenschnecke, Büccinum glabrätum; ferner als Bez. 
Gelbgekleideter, z. B. der Galerensträflinge in 
Neapel. Gutkow 3. 9, 296; Zucker, feiner Z., 
von den kanarischen Inseln (ogl. Palm-Z., v. der 
kanarischen Insel Palma. Soltan Beitr. 55; den 
noch bessern Marera-Z. 2c. u.: Den schönesten, weißesten 
Zucker .., welchen die Kaufleut „Canarig od. Meliß“= 
nennen. Nof Spieg. 278a). — Kanäfs (ungr.), 
m., —-en: -en: Schweinehirt. Schirmer AAHS. 1, 
121.— Canäst-a (span.), f.; —s: Diese Knochen. 
Kandaren 
603 
waren in eben den Körben (mapires od. —s) enthallen. 
Humboldt (Mager 2, 12546) 2c. -er, m., —6; uv.: 
1) Die Packtoffer, die sogen. C. Ausld. 39, 55 7a; 
559b (s. Kanister). — 2) eine Sorte Nauchtabacks, 
die in Nellen versronnen u. „in Körben“ versendet 
wird, s. Knapy Techn. 2, 87; In neueren Zeiten werden 
unter dem Namen Barinas-K. manche in enrfernteren 
Gegenden der Start Varinas gezegene Tabacke, sowie 
auch Marakasbo--, Thömas--, Cumäna- u. 
La-Guavära-K., wenn solche in Rollen versronnen, 
dafür verkauff. Orinote-K.. . stebt dem Varinas 
nach. Kormarsch 3, 141; Sui:ent si. d.) K. ab- 
wägen. Sschonhr N. 3, 105 2c. Oft 2silbig: Knaster 
(l. d. Ss.); Schmauche Jurenlnaster. V. 4, 117; 
Stangen knasier, im Ggit zu dem, der schen ge- 
schnitten u. in Päckchen verkauft wird 2c. Dazu: 
Wie man rom Moselwein sagt: er moselt, od. vom 
Knaster: er kngüert. möser Pb. 1, 109; Der besie 
Taback ist derjeuige, der beim Rauchen einen angenebmen 
Geruch entwickelt (- knaster#. Karmarsch 3, 111; Snapp 
2, 87 it. (Ggitz: knellern). — Känathr-on (gr.), 
m., —s: zaà, zen: Wagenkorb; A.r Kerbwagen, 
val.: Die v. den frartan. Zungfrauen am Feste der 
Hvakintbĩen benutzten s. g. Kanthren (eigen geschmuckte 
Wägen). Weiss Kest. 1.923. — Canrell-aria (lat.), 
f. 18 24. 1): Kanzlei. -ariãt, n., —e)5; —e: 
Kanzlerwürde; Kanzleisiube. -ärius, m. 1824, 2 q : 
Kanzler, vgl. Pro- od. Vice-C. -alion, f.; -en: 
Kancellierung. —e, f.; —n: 1) vergitterte Schranke 
der Gerichtsuben rc., des Kirchenchers. — 2) 
Rahmen in der Windlate der Orgel (s. Kanal 1b). 
Teren, tr.: 1) eingittern, in Schranken ein- 
schließen. — 2) mit gitterförmig sich durchkreuzen- 
den, in einander verschränkten Linien durchstreichen, 
zum Zeichen der Ungültigkeit, u. danach verallge- 
meink: Daher rübrt's, aß wir nur noch den balben 
Arler fübren.] Der untre Theil ist cancelliert, bis etwa 
das Reich uns wierer einlöst. Sch. 389a 2c. ift, m., 
—en, (—8); S-en: Kanzleischreiber (Kanzliß): Der 
Kanzeliste. f. 7, 68. — Canc##er (lat.), m. (§ 24, 
2, -ri]: Krebs, auch als Sterubild (. Aries 2 u. 
Circulus) u.: Krebs-Geschwür, -Schaden, ogl. 
Kanker. Ls. -eratiön, f.; —en: Bildung eines 
Krebsgeschwürs. -eröm, u., -(e)s: —e: Krebs- 
geschwür, auch: C-a#24, 3, n., is) — Cancha 
(sran. kintscha), k.; —: Cuzco lin Peruj] bat kein 
Theater, aber eine C. de gällos, einen Cirkus, wo 
Hahnenkämpfe statränden. Globus 7, 29fa. — 
Cancho: s. Kampbu. — Caneiön (sran. —Hjön), 
f.; -#es: Lied: C-es, Liererchen in 2 Abtheilungen 
meist v. 12 Zeilen. Nofenkranz Poes. Gsch. 534 (vgl. 
Canzone). -ero, m., —; —s: Sammlung von 
Liedern od. lyrischen Gerichten. ebd.; 7414; Schach 
1, 82 rc., auch in portug. Schreibw.: Cancio- 
neiro. — Kand: j. Kandis. — Kända (ind.), 
m., —; —s: Das Rama#an..Dies Eros ist in 
Bucher (K-) eingetbeilt. Uosenkronz Poes. Gsch. 72. 
— Kandar-e, f.; —n: Stangenzaum: Stangen- 
od. K-n-Reiten. Gutzkow Z. 3, 352; Der hat ihn auf 
Trense u. „Cant are“. Auerdoch Landb. 2, 105; Kan- 
thare. -en, tr.: die Kandare anlegen, damit
        <pb n="620" />
        Candarin 
604 
zäumen; Ggstz: Ein Knapp kandarte die Thlere ab u. 
ließ sie grasen. Immermann M. 4, 144 c. — Candarin, 
m., —; —S: Man rechnet in Japan nach Tales od. 
Tails (Tehts) d 10 Mas à 10 Condorins od. CsS. 
enrykl. f. Kaufl. 138b. — Kündel: s. Kandis. — 
Candel-a (lat.), k. s8 24, 1): Kerze: Wachs- 
u. Talgkerzen (candéla cören, sebäcez). Guhl 
2, 200; Candel-[Licht-] Messe. -aber, m., 
—6; uv.: ein hoher, gewöhnl. mehrarmiger 
Leuchter. 203 (vgl. Lampadarius) ꝛe.; Gas-K. 
Mag. d. Ausld. 36, 197 2c.; lat.: candelährum 
[8 24, 2, u.). — Cand-eur (frz. kangdör), kf.; 
0: Lauterkeit der Gesinnung, Unschuld 2c. -i: |. 
Kanris. -idee), a.: lautern Sinns, aupfrichtig, 
redlich. ida (lat. *n) .: „die Weiße“, — auch Art 
Stoff zu Wintermänteln für Damen, dichtflockig, 
mit vorragenden anders farbigen Faden-Enden v. 
Kordeunettseide u. flanellartiger Rückseite. Bazar 
13, 375. idal, m, -en, (—); Sen: im alten 
Rom, ein Amtebewerber „in weißer Toga“ (in 
töga cändida); danach verallgemeint: Den Cen 
der Zarengunst. Fallmerayer SW. 2, 366; W. 3, 273 
dc. ; U. z. B. v. Pferden (als Bewerbern um den 
Preis der Rennbahn). Zolrt Renn. 19 2c.; in eng- 
rem Sinn: Einer, der durch eine Prüfung seine 
Fähigk. zu einem Amt dargethan, nam. im Pre- 
digt= u. Lehrfach: K. der Theologie c.; Schulamts- 
K., Rede des Wahl-K-en an seine Wöhler 2c. 
Tidalür, f.; —en: das Auftreten als Kandirat od. 
Bewerber um ein Amt, eine Würde, Stellung 
(vgl. Canevas 3) rc.; Anwartschaft auf ein Amt 
durch Bestehen des Kandidaten = Eramens te. 
Sidature (—-tür), f.: Kandidatur (s. p. p. c.). 
Zidalus, m. I§ 24, 21: Candidat: C. jüris; C. 
(reveréndi) ministerii od. theolõgiæ, Predigtamts-= 
kandidat 2c. -idferen, intr. (haben): als Kandi- 
dat auftreten: Für die nächsten Wahlen zu k. Spiel- 
hagen Reih. 1, 66; Vo##z. 13. 283 2c. — Can- 
dieren (frz.), tr.: mit einem Zuckerguß überziehn; 
den Zucker in Krystallen ansetzen lassen (s. Kandis); 
refl., vom Zucker: sich so ansetzen; übrtr.: über- 
zuckern: Von suß landierten Zoten. B. 23b 2c.; refl.: 
wie überzuckert erscheinen, z. B. v. dran hängendem 
Reif 2c.: Wie glänzten diese zarten Kandierungen 
in der biutroib aufsteigenden Sonne! Gupy#ow R. 7, 
312. — Kandit: 1) s. Kanrhy. — 2) ('pan.) m., 
—8# es: Hängelampe, s. Cascabel. — Kandiöt, m., 
—en, —é; —en: Bewohner der Insel Kandia (od. 
Kreta); v. dort her stammender Tanz. — Kand is 
(str.), m., uv., —es; Se (s. Ss.): Zucker in Form 
großer, wohl ausgebildeter, zusammenhängender 
Krystalle, aus einem mit wenig Kohlenpulver ge- 
läuterten u. gar nicht auf die Kohlensilter gelaßnen 
Klärsel, — frz. suere candi lönk'r kangdi, s. candie- 
ren); auch: Zucker-kands (Schliyrl Sh. 6, 126), 
kand (Humboldi K. 2, 101), „ kandel (uchart Garg. 
189a) u. Kandelzucker, vgl.: Dieser Canry, 
einc Art cigends dort fabricierter Zuckerstengel. Gerstächrr 
WW. 3, 139. isätiön, k.; —en: Kandierung. 
ilor, m., —#; ören: wortspielende Umdeutung 
für Keuruor (s. d. 11). v. 2, 114 „2c. — Kandjar: 
Canevas 
s. Handschar. — Candlie (engl. känd'l), n.: Kerze 
(l. candela): Gluth v. der feinsten, entschwefelten C.= 
Kohle. Guskow 3. 4, 187, vgl. : Die Kinnelkoble, 
„c.-Coal s-fohl] .. brennt mit einer langen, bellen, weißen 
Flamme, äbnlich, wie der Docht eines Lichts (c.). Kar- 
marsch 3, 371. — Candömbi, m., — ; —#: Tanz= 
vergnügen der Neger in Brasilien. Saiebue 4, 485. 
— Candorin, m., —; —s: ostind. Sch ikemünze, 
s. Kasch. — Kändra (srr.), m., —; 0: Mond: 
K., der Spender des himmlischen Glanzes. Höfer Urw. 9. 
— Kandschabasch (türk.): Schnabelschiff. Hammtt 
10. 352 Camschibasse. Bodrik 372b).— Kandschar: 
s. Hanrschar. — Candp, w., —# : —8; 1) s. Kanvis. 
— 2) Camril, C., ein Hanrelsgewicht in Ostinrien, 
welches in 20 Mnons od. 160 Vis od. 900 Seecs od. 
2000 Paloins od. 24000 Pices eingerbeilt wird. 
Encyhl. f. Kaufl. 21 6b, s. Moo. — Kandys (pers.= 
gr.), m., uv.; uv.; f.; uv.: Art Kleid der alten 
Perser (vgl. Kontusch) 2c.: Einen langen, fast bis auf 
die Füße reichenden Kaftan. .. Eine solche Tracht, einen 
langen merischen K. Augsb. Z. (14) 1946a; Gcroinus 
Hist. 7, 45 4: Er hat weder die Tiara, noch das medische 
weite Obergewand; er ist im Unterkleide (der K.). Hecren 
1, 327; Weiss Kost. 1, 269. — Cane (engl. ken), 
n., —s; —6: Rohr: In den sog. C.-brakes (breis!, 
Nohrbruchen. Globus 1, s85a. — Canegçou: ĩ. 
Canczou. — Kan-EFI1 (frz.), m., —e)s; -e: die 
aufgerollte würzige Rinde erotischer Pflanzen, nam. 
v. Läürus cássia od. Zimmt-Kassia (Kotmarsch 3, 
602); v. L. cinnamomum (s. Zimmt). v. 1, 200; 
Oken 3, 1528 2c.; K.-Baum, Canélla alba, den 
sog. weißen K. (od. Zimmt) liefernd; = Borke 
od. „Ninde; Holz, die Rinde v. Cässia lignea; 
Stein, ein hygeinthrother u. orangegelber Gra- 
nat. Ohen 1, 159; Wachs, Zimmtwachs, ein Fett, 
das man durch Kochen aus den Früchten von 
Cinnamömum zeilänicum gewinnt. elieren, tr.: 
s. kannclieren. — Kanephöre (gr.), f z n: Das 
eleusische Fest. Zu den Feierlichkeiten dieses )Festes 
gehörte auch Hine Procession, welche den beiligen Kerb 
(Kalathus) nach dem Tempel führte. Erlesenc Zung- 
frauen, in Körbchen auf dem Haurt die Heiligtbümer 
tragend, folgten. Sie hießen davon Ken od. ‚Korb- 
trägerinnen. W. 24, 302; 22, 157 (vgl.: Korb- 
trägerin der Athene od. Demeter. 2 3, 41) 2c. v. Kana, 
Brotkorb. Weilss Kost. 1, 881; scherzh. auch: Die K. 
mit dem Kaffe. Schücking Künstl. Leid. 166 2rc., dann auch 
(vgl. Cisterhore) eine Karyatide: In ruhiger, würde- 
voller Haltung, ein Bild der allischen Jungfrau, trägt 
die K. das zierl. Gebält. Ouhl 1, 176. — Canepin 
(irz. —ing), m., —s: —#: weißgares Handschuhleder 
(Hühnerleder). — Canere (lat.): singen (rgl. 
Lsallere): auch vom Hahn: kräben; v. Btase- 
Instrumenten 2c.: ertönen, z. B.: Vorwirts! 
Signa cänunt die Siqnale ertönen). Wellermonn 3, 
1190. — Canescent (lat.), a.: ergrauend, 
weißgrau. -keren, intr. (lein): ergrauen. — 
Canev-as (frz. —w#. — auch in deutscher Ausspr. 
u. Schreibw.), m. (n.), uv., (—ses); uv., (J: 
4) Segeltuch u. übrh.: derbe (ungebleichte) Hauf- 
Leinwand; dann auch eine Ari Zeug aus Flachs u.
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        Canevassen 
Baumwolle: Wir Lirerrooler bleichen unser Ciänvass 
lengl.] auf dem Meere selbst. Kohl Engl. 1, 157; Der 
Handel mit Drellen, Kannefassen. Möser Pb. 1, 234 2c. 
— 2) ein klares, netzartig gewebtes Zeug, die 
Grundlage für Stickereien bildend: Die groben 
Fären, welche den Cannevas bilren, werden in große 
Rabmen gefrannt. Stahr Par. 1, 252; Seiden-K. 1c.; 
übrtr.: Unsre Gemütbsart iñ der Kannevas zu unserm 
ganzen Leben. Nahel 1, 219: Der Orerntert iß gleich- 
sam der K., in den der Komrenist sein Tongewebe fuügt. 
So: das Netz zu terograrhischen Karten, der erste 
Entwurf, die Grundlage zu erwas Auszuführen= 
dem 2c.: C. des Stucks. W. 35, 30 rc.; nam. auch: 
3) die einer Wahl vorausgehnde Bewerbung, Kan- 
didatur. Stalsfield TtR. 1, 66 2c.; Das der Can- 
vass v. beiren Parteien mebrere Wochen binrurch be- 
trieben worden. Salon 3, 614. af#ent a.: aus 
Canevas bestehnd: Ein kannefasner Rock. Chümmel! 7, 
133. — Canezou (frz. —fü), m., —#: —: weiße 
Blouse. daza 12, 20 (ogl. Kamisel, südfrz. cami- 
son);: Die Frauen lin Maragaskars warfen ein Kanezu“, 
Stück Baumwollzeug, über die Schulrern. Slodus 7, 
266a. — Kangar (sinn.), m., —#s: —: Weber. 
Weiss Kest. 2, 352. — Cange (ind.), n.. —: 0: 
das Waser v. gekechtem Reis als Getränk. Grubt 
Cb. 2, 121. — Käüngheh, f.; —, —n: Art Nil- 
barke: Die K. ist am kleinsten, der Maasch am größten, 
das Dababieb ist ein Beot von mittlerm Gebalt. Gtabus 
4, 290a u., vgl.: Plumre Fabrzeuge (Kajassen or. 
.Qandjen?) vermitteln den Wasserrerkebr lin Sennärl!. 
3b. — Küängeruh, n. —: —: Känguruh. 240b; 
241a. — Cangiar: ĩ. Hansschar. — Cangüäre 
(it. kands-), tr.: — changieren (. d.), z. B.: 
Noch bast du Zeit tazu: Cangiate! Püalic Sütölil. 1, 
233 2c. — Kangin (chin.), f.: So wandelt der De- 
linquen: in die K., d. b. sein Korf u. seine Hinde wer- 
den zw. 2 Pfoften, in denen Löcher für dieselben ange- 
bracht sind, angeschlossen. Heine Weltr. 2, 14. — 
änguruh, u. (m.), —: —S: eine Gatt. austra- 
lischer Beutelthiere, Halmatürus, Srringbeutier. 
Gartenl. 16, 11ba, bes. H. gigäntsus (auch Pata- 
garang), ferner z. B.: Das Bürsten-- od. Silber- 
K., Aläcropus Slegans 2c.; K.-Ratte, H. minor 2c. 
— 2) Art Lehnsessel. — Canicul-a(lat.), k. 
[8 24, 1): Hund; Hundsstern. är, a.: auf den 
Hundsstern bezägl.: C.-[Hundstags= Ferlen, vgl.: 
Dkes c-es. Hunrdstage. — Kanil, m., —; 0: K., 
der Genius der Aussgat lbei den Indianernl. Scherzer 
Nat. 171.— Kanin (—), n., —e)5; -e: (. SS.) 
ein dem Hafen nabrerwandtes Nagethier, Löpus 
cuniculns, gw. orkl.: Kchen, auch für das 
Pelzwerk; ferner als Bez. einer weißen, zarten 
Pers.; auch = Kakerlak. Zistzg z. B.: Arñer-, 
Ferkel-, Halb-K-chen, Meerschweinchen: Ratzen-K-chen, 
L. brasiliénsis (Tarari) 2c. Dazu: Die chenhaf#### 
Bücherrroruktien. OBonk 2, 1058. — Cän-inus 
(lat.), a.: hündisch, dem Hund eignend 2c.: Den- 
tes canini. Hundszähne; Littera canina, Hunrs- 
kuchstabe (R) 2c. -is, m. [8 24, 3, uv.): Hund: 
Cãve cänem! Thüt dich vor dem Hund l. weiss Koũ. 
1, 1173 2c., — auch als Sternbild, z. B.: «æ C. 
605 
Cana 
minõris [der bellste Stern im kleinen HundT, Prö- 
Ton. Kädler 416 kr.; auch der ichlechtene Wurf im 
Würfeliviel (gr. Köcn), wie der beste Venus (gr. 
Arbrodite). Weils Kest. 1, 1316 r2c., s. ferner Chien. 
— Kanist-er (lat.), m., —s: u#.: Korb, korb- 
artiges Bebältnis: Ein in 2 Abtheilungen geschiedener 
Zinn-K. Gorienl. 12, 5 20b. „rum (/§ 21, 2, n.]: 
Muncherlei Flechtförbe od. Canf#stra. Weils Tok. 1, 1351. 
— Cänjica, f.: s. Angu. — Cancamum slat., 
8 24, 2, u.]): ein Gummiharz. — Canc-an# (fri. 
kangking, —), m. (n.), —: —z: 1) Frankaserei,CT 
merisierendes Geschwäs (s. QCaamguam): Seine Lur. 
2, 125; Dem Blörsnn u. dem C. wirt auch in der 
beiligen Start nicht bang. Kladderadatsch 21, 42; Ge- 
schwätz: C.' Aeiknet Schw. 5, 58 2c., auch nentr.: 
Er bat uns so eben ein C. erzablt, das 2c. Wachenhulen 
Kön. Ball 71. — 2) ein ausgelaßen wilder u. un- 
anstänriger Tanz: Den C. u. die Volka. Heine 17, 
271; 110; Den C. léger lleibel. 3/#%##1 Par. 1, 202. 
den leichten, einfacken C., Ggĩtz: Der C. fleuri 
(dörtl. 203; Wackenhufen Eo. 16 2c.; bildl.: Das die 
ririle gierten Kiassen arifckratisch-leichtfertig den rezol#- 
tionãren C. anbe#en, welcher frärer zur kerroriftischen 
Carmagnole ausgeschlaen ist. S#### Stur. 1, 2485. 
-aneur C□ör). m., —: —à, —#: Kankankinzer, 
weibl.: Ibr Talent als Cancaneuse (—#. 
Wochendusen Fo. 60. onirren, intr. (baben): 1) 
merisierend sch raßen. — auch: Siegreich cancant 
Cassagnac. Koadderodatlch 21, 37a, schwast in der 
Kammer. — 2) den Cancan tanzen. Seint Tr. 62 t., 
auch übrtr.: sich unanändig gebaren 2c.: Das fort- 
wäbrende C. der Pofse. Ua# 3. 20, 189 r2c., auch: Der 
Walzer cancan:. Suskon 3. 7, 6 2c. Tanist, m., 
en, — : en: GCancantäuzer. Slon 2,701; CFinnen. 
Dolksz. 16. 2 41 2c. — Rünklps (I tt#.), f.; no.: 
Art Harfe. Uai3. 21, 313. — Rank-er, m., — 
uv. (. Ss. U. cancer): 1) Srimne. Vralt. auch 
Erdechse, Molch 2c. — der Krebs, die freffende 
Krankbeit in Blumen 2c., — im Volksglauben v. 
Srinnen u. äbnl. Gethier herrübrend. —ränisch 
(nlat.), a.: rückwärts gehnd: rückwirts zu leien 
(wie z. B. der Vers S. 5. 234), nam. v. Valin- 
dromen, wie z. B.: Ave u. Era; Zens u. Suez 1c. 
od. Elle, Kukuk, Maram 2c. (umgekehrt gleichlautend) 
od. der Vers: Signa, té signd; temers me tängis 
et ängis 2c. -rit, m., +e)s, —n: S-e(n): Kreks- 
versieinrung. - rös, a.: v. Geschwüren 2c., krebs- 
artig. — Cänn-a (lat.), f. [3 24, 11: NRebr, j. 
auch Fistula 3, — daber: 1) auch ; —s: eine 
Pflanzenga., Blumenrohr, Dütenblume aus der 
Zunft der Cannacsen: Mit dem Samen der C. indiea 
e füllt. Grenzb. 24, 1, 231 2c.: Die C. coceinea, 
wegen des alle Menate erfolgenden Blübens Tous-le- 
mois ltulämo ] genannr, aus welcher eine ebenfalls 
Tous-les-mois genannte Stirke bereitet wir#. Karma###d# 
3, 359 2c. — 2) (it.) f.; ze: ein Lingenmaß von 
etwa 2 Ellen (sran. caua, frz. canne). — Cauta 
(wan. känja): 1) f.; —S: Rohr. — 2) ein geinges 
Getränk, der Vorlauf v. Rum (aus Zuckerrohr): 
Liegen die argentinischen Schufte bei ihrem c. in den 
Pulrerlen ([Schenken. Sertäer WW. 6 2c. —
        <pb n="622" />
        Cannacee 
606 
Cann-aces, f.; eyn: s. Canna 1. — Kännefafs, 
-en: f. Canevas. — Künnel, Kännel: K.-Kehle, 
s. Candle. — Caun-elas (frz. —ä), m., uv.; 
nv.: überzuckerter Zimmt. elferen, tr.: mit 
rillenförmigen Vertlefungen versehn, riffeln, aus- 
kehlen. Ross Ins. 2, 5 #.; Cannelierung, das 
C. — u.: die dadurch entstehnde Vertlefung, nam. 
an Säulen. 1; G. 23, 347; Guhl 1, 7;9; Gutzkow 
3. 2, 141 „c.; Cannellerungsmaschine, zum 
C., Reifeln der Büchsen 2c. -elle C□äl), f.: —: 
Kaneel (s. d.). -ellone (it.), m., —#; öni: Der 
sog. Stiftenschmelz, Cannelloni, näml. Röhrchen von 
demselben od. nicht viel größeren Durchmesser als die 
Strickperlen .. zu Stlckerelen u. zum Schmuck r2c. Vrechil 
11. 98. elure (frz. —ür), f.; —n: Cannelierung. 
Setille (kantille), f. z —n: C., Kantllle (Karmarsch M. 
1.536), s. Boutllon 2, vgl. Krepine. — Kannibale) 
(span.), m., —n; —n: eig., Bewohner der karas- 
bischen Inseln, als Menschenfresfser verrufen, daher 
— Menschenfresser (s. Anthropophaq), übrtr., z. B. 
auf Hunde, die Hundefleisch fressen. focster R. 1, 
178 2c. u. nam. auf rohe, wilde u. grausame 
Menschen. Sch. 19b 2c.; Ein Seelen K. k. 1, 411 rc.; 
K-in. 7, 210 ff. -enthum, n., e)s; 0: das 
Kannibal-Sein, Menschenfresserei (Anthropopha- 
gie), kannibalisches Wesen 2c. Hais. 2 1, 20. Sisch, 
a.: roh u. grausam; dann auch (wie furchtbar re.) 
zur Bez. eines hohen Grads: Uns ist ganz k. wohl. 
G. 11, 95; Mlchsee sie k. ab. Holtei Lammf. 1, 192; 
Einen k-en Hunger haben ꝛe. -ismus, m., uv.; 0: 
Kannibalenthum. Globus 4, 22 2a; Nat3. 20, 578 2c. 
— Can-Oo (span. känjo), m., —s; —#: Rohr, 
Röhricht 2c.: Weil sich in dem C. .. Kaimans .. auf- 
hielten. Grenzb. 24, 2, 994. - ön, iu., —6 ; es: 
Geschützrohr (s. Kanene) 2c.; auch: Zur Schlucht od. 
zum C., wie die Spanier die v. Felswänden eingeschloß 
nen tliefen Wasserrinnen nennen. Ausld. 39, 41b; 
Globus 6, 2b 2c. -üco, m., —; —6#: C., lange, 
schmale ausgehöhlte Baumstämme . als Fahrzenge. 
Grenzb. 24, 2, 994 (s. Canoa). — Cann-ula 
(lat.), f. [8 24, 11: Röhrchen: C. pulmönis. Luft- 
röhre (s. Trachea). -ule (frz. —üä#l), f.; —s: Röhr- 
chen, bes.: die Hülse des Trokars (s. d.). — 
Canoa (span., aus der Spr. der Karalben), kf.; 
—6: Baumkahn (s. Can#co): Ein paar ärmliche Cé. 
pPöppig Ch. 1, 35 dc., häufig frz.: Canot lkanöl, 
m., —8; —6; engl.: Canoc lkanül, u. (m.), —; 
—6, z. B.: Grube Ch. 2, 22; Humboldi Kosm. 2, 
478; Heuny behauptete, ein alter „Canoe-Mann“" zu 
sein, er wäre schon v. Fort Smith in elnem Canoe ber- 
untergekommen. Hausbl. (66) 4, 395; Ein Doppel- 
kanoe saus 2 C, als Segelfahrzeng]. Bobtik 
366 2c.; auch: Canoe. Der Trog zum Auffangen des 
abfließenden Zuckersaftes in der Zuckerrohrmühle u. der 
Kühltrog des gesottenen Saftes wird so genannt lin 
Venezuela, well ihm die Form eines Canve gegeben 
wird. Auold. 39, 592a. — I. Känon (gr.): 1) m., 
—8, uv.; — (uv., (. f) [8 24, 3, i6): a) Richt- 
scheit, Maßstab, so nam. ein als Richtschnur, 
Regel, Muster geltendes Werk in der Kunst: Was 
der berühmte K. des Polgyklet [s. d. ] für die Bildnerel 
Kanon 
gewesen sein soll. Hücger 353a, s. Dorbpboros u. w. 
21, 26; 331; 24, 93; 34, 144 2c.; Diese Darsiellung 
des Alcibiares verdiene der K. aller künftigen Dichter zu 
sein, welche rc. 23, 266; 93; 116; fochugel GR. 
161 u. — b) (s. a) bei den alten Grammatikern 
das Verzeichnis der als mustergültig anerkannten 
od. klassischen Schriftsteller. Daher: c) das Ver- 
zeichnis der v. der Kirche anerkannten biblischen 
Bücher, der sog. kanonischen (s. Ggstz: apokrypb): 
Die Untersuchung des K-s. G. 11, 99; Die Entstebung 
des Kanon. Guhrouer Less. 2, 144. Dazu: Die Kano- 
nicität eines Buchs, das Kanonischsein. — d) das 
Verzeichnis der v. der Kirche anerkannten Heiligen 
(l. fanonisieren). — e) (s. c) eine kirchl. Vorschrift 
im GOgstz der bürgerl. Gesetze, nam, die Verord- 
nung der Päpste u. der allgm. Kirchenversamm- 
lungen, in ihrer Gesammtheit die Grundlage des 
Kirchen= (od. kanonischen) Rechts bildend: Den K-es 
der Kirche gemäß. Brandis Gr. 3, 226; Nah ihren 
strengen Canönibus. futher 6, 104b 2c.; K—s--Recht. 
Glopst. Ob. 2, 52. — 1) K., Meß K., die Gebet- 
formel bei der Messe in der kathol. Kirche: Die 
Stillmesse, die sie den K. nennen. SW. 28, 89; Alle 
beide K. 65, 5 — g) Mus.: c) bei den Alten 
eine Negel, die Bhe der Intervalle zu bestimmen 
u. das zu dieser Bestimmung dienende Tonwerk- 
zeug (Monochord). Sulztt 1, 4410, vgl. Kannn. — 
§) ein mehrstimmiges Tonstück, worin eine Stimme 
nach der andern eintritt, die Melodie der ersten auf 
derselben od. einer andern Tonstufe wiederholend. 
Schlegel Sh. 2, 202 2c. (s. Glee) 2.: Krebs-K., 
s. Riverso; Zirkel-K., bei der Wiederholung in 
andre Intervalle überspringend u. die Tonarten 
durchlaufend; Rätbsel-K., wo der Eintritt 
der verschiedenen Stimmen nicht bezeichnet ist, 
sondern errathen werden soll c. — #) Sißzee, 
worin eine Stimme nach der anrern eine Melodie 
aufnimmt, v. den andern durch passende Melodien 
begleitet, bis die erste die Haurtmelodie wieder- 
bringt: Eine 4 sätzige Suite in K.-Form. Ua#3. 21, 
99 2#ce. — h) Erb= u. Grundzins: Die Höhe des an 
dle Dominialkammer zu entrichtenden K-# Kag. d. 
Aueêtd. 34, 465a; Sein ldes Erbpächters)] K. kann nicht 
willkürl. erhöht werden. Ueujahrsgruß a. H#lbg. 90; 
Geld-K. Votksz. 15, 284 2c. — i) Einen K. —, so 
nennt man in Paris ein Glas Wein, das man stebend 
austrinkt. Slahr Par. 2, 216 ic. — 2) f.: —##: 
Buchdr.: eine Schriftgattung v. großem Kegel, 
zw. Doppel-Mittel u. Missal: Kleine K. 32, grobe 
K. 40 Punkte. Kranke Buchrr. 16 — frz.: Petit canon 
it. gros canon lp'ti u. gro kanöng) —; Die Namen 
K. u. Missal bezieben sich auf die Anfangsbuchstaben der 
K-es [s. 11 u. Missalen 2c. Kat. 10. — II. Kanön 
(s. cauon), n., —#; —e, —#: grobes Geschütz mit 
überall gleich weiter Seele zum Abschießen eiserner 
Kugeln, bes. Vollkugeln (nach deren Gewicht man 
das Geschütz bez.): Ein bespanntes K. Droyfen D. 2, 
361; püchler Südöstl. 3, 146; Das vlatte 6Srfündige 
Bomben-K. Grenzb. 26, 4, 71; Des K.-Balls 
fürchterlicher Pfad. Sch. 336 a 2c., vgl. (wortspielend): 
Das Recht der K—s. Zinkptäf 2, 82 2c.; Zw.: Kanone
        <pb n="623" />
        Kanonade 
(s. d.). -äde, k.; —n: Beschießung mit Kanonen 
K. Sch. 845b 2c., auch z. B.: Geschütz. Schachteln 
voll kleiner wehlrolierter Acharkugeln. Wechfelseirig 
ging die K. los. G. 20, 69 2c.; Eine furchtbare Fenster- 
K. Uuge Fr3. 2, 169. Einwerfen der Fenster 2c. 
e, f.; —: 1) — Kanon 2 (. d.): 2 4rifünrige K. 
od. 24-Pfünder; Glatte; gezogne K-n; Lafette, Steß, 
Tranbe, Friesen, Bänder, Boden-, Zarfen= u. Zündfele, 
Zünrdloch, Gurt, Kerf, Hals, Mundung, Lauf od. 
Seele der K. 2c.: Eine K. abblasen, abküblen, abrretzen, 
laten, richten, abschießen, vernageln 2c.; auch in Cz. 
— Mz.: Wann enrlich die K. brummt u. knattert's 
Kleingewebr. G. 1, 105 [K-n-Feuer! 2c. Vrkl.: Ein 
kleines Kanönchen. Pouille: 2, 36: Plalen 4, 119 2c.; 
srrchw.: Daher gefabren kommen, wie aus einer K. 
logl. Vistele, — urplöslich, unerwartet schnelll. 
Gotihelf U. 2, 299; G. 247 2c.; Üübrir.: Er ziebt sich 
unter die K. des Glaubens zurück u. findet .. Sicherbeit 
in einer Bastion des allein seligmachenren Larater's. 
Mendelslohn 5, 638; Stiling 4, 167 2c. — 2) nach 
der Ahnlichk. der Form: a) ein hohler Cylinder, 
in den ein hohler Bolzen kommt, zum Kalandern 
der Seidenzeuge. — b) = K-n-Ofen. — 3) (nach 
den Kanenicis benannt, s. Lourenderg 10, vgl. Frisch 
1, 163c) hoch hinaufreichende Stiefel, Vostillions- 
stiefel, nam. der Sturenten: Den Musensohn mit 
Koller u. K-n. Drachvogel FB. 2, 198: Voigts H. 38; 
Reiter-K-u. 85 ic. Wohl bierzu: Unier der K., 
zur Bez. v. etwas Erbärmlichem 2c. — 4) Zñtzgn, 
s. 3, ferner nam. zu 1, z. B. nach dem Namen der 
Erfinder: Armstrong= Blakely- lblekli!; Ca- 
vallo-; Lancäüer-: Rörman-; Wbitwortb- 
K. ic.; Nach dem Steff z. B.: Bronze-: Eisen-; 
Gusstabl-: Hartgus-K. 2c. u.: Boemben K., 
zum B.-Schießen: Damrf-K., mit Dampf als 
bewegender Kraft fürs Projektil, s. precht 3, 520; 
Positions= (s. d. 3) K.; Revolver= (Il. d. J: 
Schiffs-; Zeit K. sdie Zeit durch einen Schus 
anzeigend). GScrient. 15, 351b, vgl. Kädler 590. 
— 3) Als Büw. zu 1, z. B.: Ken-Ball, 
Kugel; Bereich;-Bettung; Blitz; 
.Bohrmaschine; = Boot, einige K-n führend; 
x.Bürste, zum Reinigen des Laufs; = Donner; 
Feuer; „Fieber, die Aufregung u. Angs in u. 
vor der Schlacht;-Furter, Soldaten zum Todt- 
schießen;-Gebrüll; Gießer; Gut, „Merall; 
Jolle, s. -Boor; -Kaliber; = Knall; Kon- 
cert, s. u. -Musik; „ugel; „Ladung; La- 
fette;--Lauf, Seele; Löffel, zum Laden der 
Ken; „Metall; -Musik, der Schlacht rc.; 
Ofen (2b1, eiserner, bestehnd aus einem auf 
Füßen stehnden hohlen Cylinder, am untern Tbeil 
mit einer Heizthür, am obern mit einem Rauch- 
rohr versehn;-Park: = Pulver; Recht. W. 38, 
27 (s. kanenisch 2); = Schlag, Knall (König Kl. 3, 
103 rc.) u. Feuerwerkskörver zur Nachahmung (6. 
15, 122 2c.))= Schuß; Schütz; -Sreise, „Me- 
tall;= Stiefel [3]; Wischer 2c. Cich, m., 
—(e)s: -e: Kanonikus. Scüching Gick. 1, 158. 
Sie#S#ren, tr.: in ein Stift aufnehmen; mit einem 
Kancnikat begaben. icität, f.; 0: ĩ. Kanen tc. 
Kanonist 607 
, m., —e)s; —#: Stück= od. Kanenenschägtz, 
Artilleris: Ober-K., s. Bembardier: K.= (od. Ka- 
nenen-) Bect, Schalurre 2c. ière, f.; —n: Kane- 
nenboot. püdler Sürbtl. 3. 315; 327 (ital.: 
Canonfsra. Uat3. 22, 513). iren, tr., auch 
o. Olj.: mit Kanenen (be-sschießen; übrir.: 
Einen bestürmen 2c.; scherzh.: einen Kanen 
(I. d. 188) singen: Laft uns den ab-k. v. S5. 
2, 311, gleichsam unsern Kanon abfeuern. önik, 
f.; 0: 1) (l. Kanen Ige) die auf die Verhältnis= 
zahlen in den Schwingungen der Töne begründete 
Lehre der Tonkunst. — 2) bei den Schülern Gvi- 
kur's nach seiner „Kanon“ benannten Schrift: die 
Logifk. -ôniga (svan.), f.: —: Kancnissin. 
bönigo, m., —: —: Kanonifus. Srube Cb. 1, 
295. önica, f. [/§ 24, 1): eine Domkirche (. 
canonicns 1). Srezorocius Korf. 2, 260. ikal, a.: 
domberrlich. icälia, -ihälken, pl.: Demberrn= 
schmuck. ißzät, n., —(ejs: —e: Stelle. Würde 
eines Kanonikus. iker, m., —; ur.: Kanoni- 
kus. Auslb. 38, 87 3a: Sushen 3. 3, 309 2c. -icus: 
1) a.: kancnisch: Epistolæ ( . d.); Hõræ (s. d.) 
canõnicæ. Jus canbönicum. kancnisches Recht 2c. — 
2) m., uv., —ses: —se [8 24, 2): Dom-, Stifts- 
herr: Canönici. Mfarrer u. Vikare. Glebus 1, 197a; 
Erbebung zum Ebren-K. SCuskor 3. 3, 191 rc.; 
Canönici — capituläres (s. 5b.): catbedräles (. b.); 
reguläres. klsterlich beisammenlebende, Ggstz sæeu- 
läres. -isation, f.; —en: Kanenisierung. eisch, 
a.: 1) dem Kanon (s. d. 1 1, worauf die Hinweijse 
in ( gehn) gemäß, darauf bezüglich, z. B.: De 
regelmäsige Verknürfung feiner sdes Sovrhokles] be- 
stimmt u. reich gegliererten Werke ist se k. [la)j, wie 
etwa die VPrerertion des berübmien Deorerboros v. 
Polrklet. #Schlegel ER. 145 2c.; Die -en [1e] Bücher 
2c., auch im Zurdentbum z. B.: In der Mischna 
u. der Gemara . ., die 230 zu Jerusalem als k—e Inker- 
rretarien des Gesetzes anerkannt wurde. Kostnktanz Poesf. 
Gsch. 353 2c.; Unk.; ferner: Das seine Absicht rein, 
ja selb k [Id] sei. w. 11, 235 2c.; Das ste] 
Recht, vgl. 2; Das k—e Alier, das nach dem k-en 
Recht zur Erlangung bober Kirchenämter erferder- 
liche: K— Stunden, s. höre canönic 2c.; K-e 
FSchreibart, —e##r Stil der Musik, der fugen- 
artige (Ggitz: der sog. galante) 2c. — 2) wort- 
srielend (in Bezug auf II. Kann od. Kanöne): Die 
armen Lübecker vermochten gegen diese Bestimmungen des 
k—-en Rechts nur einen Protest zu erlassen, welchen Blücher 
damit beantwerrete, das 2c. Sqcheit Bl. 2, 277, vgl. 
Kanenenrecht. il feren, tr.: in den Kanon 
(s. d. 1 1d) der Heiligen aufnehmen (vogl. Chasfse= 
rret): Brurer Klaus, den der Parst bearisiciert hat, ich 
aber möchte ibn in den Olemr der Guaten u. Weisen f. 
Jo müzer 7, 273; zuw. auch: in den Kanon 
(s. d. 1 1b) der Klassiker, z. B.: Wie die Jraliäner, 
ĩo kanenifierten auch die Franz#sen Ressini zu einem 
ihrer Klassiker. Ma#3. 21, 95 2c. (Scherzb.: Sich k., 
nach Weise der Kanoniker kleiden. çaurenberg 10). 
-issin, f.; —nen: Beützerin einer Präbende an 
einer Stiftskirche, Stiftsdame 2c. Till, m., Sen, 
(—);en: Kenner, Lehrer des kanonischen Rechts2c.
        <pb n="624" />
        Canonnidre 
608 
— Canonnicre (frz. —är), f.; —6: s. Calonidre. 
— Kanopas, pl.: goldne, filberne Hausgötter der 
Inkas. Globus 4, 195a. — Kanöôöp- us, m., uv.; 
-en [8 24, 21: eine ägypt. Gottheit u. deren Bil- 
der (Die Canopi. Winc#elmann Gsch. d. K. 1, 64; Ca- 
nopen. 50, vgl.: Die (Forms der mit menschl. Kopf u. 
Armen versehenen großen ägbpt. Krulen, der sog. Kanopen. 
Weils Kost. 1, 1279; Nebst 4 mit Nilwasser gefüllten 
K.-Töpfen. 122); ein Stern erster Größe (a des 
Schiffes Argo); auch eine Stadt in Agypten. — 
Canor (lat.), Sisch, a.: klangreich, wohltönend. 
— Can-ot (frz. —), m., —#; —W: f. Canoa. 
Solier (-otf), m., —s: —#: Kahnschiffer, — weibl.: 
In Bougival spielen sie den ganzen Sommer hindurch 
die Canotidre [—Rjär'. die Piratin der Seine. Wachenhusen 
Eva 76. — Känozöisch (gr.), a.: im Ggstz zu 
paläozolsch (s. d.), Thierreste der neuen Zeit (von 
noch vorkommenden Arten 2c.) enthaltend vd. dar- 
auf bezügl. Slobus 7, 15 2a. — Canfös: s. Can- 
zone. — Cänt (engl.), m., —s, uv.; —#: 1) Jar- 
gon, Rothwälsch 2c. — 2) Jene salbungsvolle Heuche- 
lei, die so üppig nur in England gedeiht u. darum auch 
nur dort die zutreffende Bez. (c.) gefunden. Treitschhe 
Hist. 329; Fern v. England, dem Vaterland der Prüde- 
rie u. des C. Meißner N. 2, 125; Uat3. 21, 180 2cc. 
— Cantäb-el (lat.), a.: singbar. ile (it.), a.: 
sangbar, gesang-artig, -mäßig 2c., auch n., —S; 
—6: Indem er seine Stimme auf einmal in ein weh- 
muthsvolles C. verwandelte. W. Luc. 6, 72 2c. 
Silitäl, fk.; 0: Sangbarkeit. Salon 4, 296. — 
Canäl (irz. kangt-), m., —#; —#: ein Gebirge u. 
ein Derartement in Südfrankreich, daber: C. od. 
C- Käse. #it, m., —e#); -e: ein gelblich-grüner 
OQuarz. — Cantalüpe, f.; —n: Art dickschaliger 
Melonen, auch Ptescott. Onen 3, 829. — Cantänt-e 
(it.), a.: singend; m., uv.; -zi: Sänger: Prima- 
donna (s. d.) c. 2c. — Cänkar: 1) f.; 0: eine 
Sorte macedonischer Baumwolle. Karmarsch M. 2, 
50 3. — 2) Cantarello, C., Centner (s. d. 2), sardi- 
nisches Handelsgewicht v. 100 Liren 2c. Cuchl. f. Kaufl. 
216h; 200 K-en (20000 Pfund) Elfenbein. Mag. d. 
Ausld. 36, 472b, auch in Persien 2c., s. Fesche; 
Man 2 rc., vgl. (ngr.): Kantäri, n., —#; a (Rass 
Ins. 2, 75 2c.). —a, f.; —#: ein fran. Flüssigkeits- 
maß (ogl. cantharns 1), z. B.: Die Arroba [s. d. Jod. 
C. Wein 2c. Cncyhl f. Kaufl. 55 Oa2c. (—e: s. Kandare.) 
Scllo, m., -s; élli ꝛe.: s. Cantar 2. Jo: 1) (span.) 
m., —: = Cantara. — 2) (it.)m., —;; -i: a) 
ein Gewicht, s. Centner 2. — b) ein Fisch, Spärus 
cntharns. Ohen 6, 229. — Cant-ale: 1) (lat.) 
„singet!“, — dann: n., —#; —: ein mit diesem 
Wort beginnender Gesang, z. B.: Weil mir bei der 
Welt das C. gelegt ist. Luther 8, 318a 2c., nam. der 
98ste Psalm, u. danach (s. Erami): der 4te Sonn- 
tag nach Ostern. — 2) (it.) f.; —n: ein für die 
Komvosition bestimmtes od. komponiertes, aus 
Arien u. Reeitativen 2c. bestehndes Gedicht. C. 8, 
357 ff.; Sulzer 1, 143 ff.; Kirchen-; Passions-; Weih- 
nachts.C. 2c. atilla (it. ilfa), atina, f.; — : 
fkleine Kantate. -alöorium, n., —#; ken (§ 21, 2, 
#n . 1: Buch, woraus bei den Katholiken der Kantor 
Canto 
das Responsorium absingt. —atrice (it. —ttsche), 
f.; —s: Sängerin. — Käntele (sinn.), f.; —; 
n., —s; —s: Wainämönen .., der die K. (tie Leier) 
erfunden. Bosenkranz Poes. Gsch. 286; Wainämbinen 
.. macht das K. v. Gräten u. v. Fischgerivr die Leier. 
Platen 2. 328 2c. — Cäünter (engl.), m., n., S; 
—6: kurzer Galopp v. Pferden 2c.: Das er lder 
Renner] sie um ca. 3 Längen im C. schlug. Ualß. 22, 
466 ꝛe.; s. ferner Cantor 2c. — Känth-äre: s. 
Kandare. — Zaride (gr.), f. —m: Name v. Käfern, 
bes. der sog. spanischen Fllegen (Cäntharis vesi- 
catöria). prutz Woch. 19; K-n. Pflaster; Salbe; 
.Tinktur rc.; Mit K-nFlügeln der schwarze 
lzur sinnlichen Liebe reizendel Geist. W. 11, 252 U. da- 
nach gradezu: Lässt ihn die K.)Amodi eher nicht 
mit Friede. 25 4 „e.; auch allgemeiner, z. B.: Die 
nachtleuchtende K. fallmerayer Or. 1, 112 — Licht-, 
Johanniswürmchen; auch K-n= (od. Starabäen-) 
Gemmen (s. Kantharus). aridin, n., —(e)s; 0: 
der wirksame Bestandtbeil der span. Fliegen. 
aros, m., uv.; zaroi: Der K., ein auf einem hohen 
Juß rubender u. mit weit ausgeschweiften dünnen Hen- 
keln versehener Becher. Guhl 1, 164; Weils Kost. 1, 
877, s. das Folg. -arus, m., uv.; uv. [824, 2): 
1) s. Kantharos: 1296; Ein nackter Bacchus mit dem 
K. u. Thyrsusstab. Jarobs Verm. 5, 429, auch: Weih- 
becken u. -Kanne zur kathol. Messe. — 2) Art 
Käfer, Scarabsus. Oken 5, 1800. — 3) Art 
Brassen, Spärus cäntharus. 6, 229.— Känth-itis 
(gr.), f. 1§ 24, 3, uv.]: Augenwinkel-Entzün- 
dung. oplastik, f.; 0: künstliche Bildung eines 
Augenwinkels (vgl. Rbinoplast). (—ren, pl.: f. 
Kanathron.) -us, m. s8 24, 2): Radschiene. Weiss 
Kost. 1, 1324 dc.; Augenwinkel: C. extérnus, der 
dußre (s. Paropion 2), intérnus, der inure. — 
Cünti--en it.), f.; che liel: Gesang. — als größ- 
rer Abschnitt, Theil eines Epos, wieder zerfallend 
in Canti (s. Canto). cum llat., § 24, 2, n.]:: 
Lied, Gesang: C. canticörum, das hobe Lied Salo- 
monis; Die cäntica, die unter Begleitung der Tiblen 
so recitiert wurden sauf dem altröm. Theater], daf 
neben dem Sänger (cäntor) ein eig. Schauspieler 
(histrio) stand, welcher den Gesang mit den nothwendi- 
gen Gestikularionen begleitete. RNosenkranz Poes. Gich. 
232 ꝛe. enc, f.; —n: Lied, nam.: ein die Mitte 
zw. Arie u. Recitativ haltendes Singstück für eine 
Stimme mit schwacher Instrumentalbegleitung: 
Eine liederartige, etwas frei behandelte C., zu welcher 
die Flöte die mäßig verzierten Ritornells u. Zwischen- 
spiele übernimmt. Jahn Moz. 4, 621; Der c— n#äßige 
Vortrag. 418 2c.; auch: die Oberstimme.— Cantille: 
s. Cannctille. — Kankimaron: Art Doppelcanot an 
der Küste Koromandel, s. Bobrik 372b.— Cantin-e 
(it.), f.; —: 1) Qninte (s. d.) der Saiteninstru- 
mente (s. Chanterelle). — 2) Schenke, Keller, in 
Festungen 2c.; auch: Flaschen-Keller, -Futter: 
Feldftasche u.: Die K., die Kiste mit dem Küchengeräth. 
Determann Or. 2, 72 2c. TSier (frz. —is), m., —S; 
—#: Sière (Här), f.; —s: Wirth, Wirthin einer 
Cantine (s. d. 2). — Cantso (it.), m., —# ; -i: 
Gesang #., z. B.: Licder bei den Maslenaußzügcn.
        <pb n="625" />
        Canton 
... Diese cänti carnasciäles [-asch-, Karnevals- 
lieder]. Uai3. 21, 413 2c.; auch: Gesang — Ab- 
tbeilung eines Epos ꝛe.; ferner (Mus.): die 
Hauptstimme des Gesangs — Diskant u.: Die Me- 
lorie ist eine Art v. Mittel zw. dem C. frmo schoral= 
artigen, unverzierten Gesang] u. dem C. figurato 
Ifigurierten]. G. 24, 303, in lat. Form: Cäntus 
firmus u. fgvrätus. — Cant-on (frz. —öng), m., 
—8, önes; —s, öne: Bezirk, z. B. eines Werbers 
(Werbe-C.): K.= lod. werbe-] frei; Das damalige 
Surrogat für die Konstrirtion, das „K.-Wesen.“ 
Scherr Bl. 2, 125 2c., nam.: Landbezirk, z. B. in 
Frankr. als Unterabtheilung eines Arrondissements: 
Corsica zerfällt in 61 Ce. Bregorovius Cors. 1, 135; 
Seviel Mitglieder, als es Cs bat. 136 ꝛc., U. bes. 
— Ort, Ortschaft in der Schweiz: Die 3 Ur-Ke 
(die 3 ältesten: Uri, Schwyz u. Unterwalden] 2c.; 
verkl.: Zedes dieser Schweizer Kantönchen. Kohl A. 
2, 3126.; Kantönleinod. (in schwzr. Form): Kan- 
tönlt. Dazu: Ihren Provinz algeist, ihren Kautönli- 
geist, wie ihn die Schweszer nennen, abzulegen. Auer- 
bach Ab. 3 1; Kreitschke Hist. 5 26; Volhsz. 14, 3 6 2c.; Die- 
ser Gedanke eines Kantönlidaseins. Uat3. 20, 512; 
Im Interesse des würtembergischen Kantönlithums. 
urbd., vgl.: Parteien der Einheitler u. der Kantön- 
ler. Scherr Bl. 2, 104 2c. Jonäde, f.; —n: der 
Raum der Bühne binter den Koulissen. onal, 
a.: zu einem Kanton gehörig, daranf bezugl. 2c.: 
Der k—e Parteifuhrer. Scherr Mix. 159 1c.; K.e Kon- 
ferenzen. Uat,3. 21, 517; Die K.-Seuveräuetät. edd.: 
Die beimischen K.-Zusiände. Gutzkew 3. 5, 300. 
onierao (it.), 1.; re: Die schützente C. (Refage, 
Zusluchtshaus) od. das gaßliche Hofpitium zu erreichen. 
Herlepsch A. 151. önler ,önli 2c.: s. Canton. 
onnement (—’ming), n., —#; —#: Kantonnierung. 
onnier (frz. —e), m., —s; —#: Ven den für die 
Straßenarbeit u. zum Wegbahnen angestellten Rutnern 
ed. C. Berlesch A. 201; 269 2c. -jon(njĩeren: 
4) tr.: die Truppen zum Ausruhn in die Ortschaf- 
ten eines Bezirks vertheilen; intr. (haben): so 
vertheilt liegen. G. 1, 108; 25, 146; Sch. 333br.; 
In Kantonierung liegen. Hedel 3, 306 2c.; Wo 
ich mich kantonierungsmäßig einrichtete. G. 25, 
223; In den Bergen börten die Bezirksgrenzen u. die 
festen Kantonierungsquartiere auf. Wh müller 
Faur. XXXIV r#. — 2) (Bank.) an den Ecken mit 
Sculen, Pfeilern verzieren. — Cant-, Kant-or: 
1) s. Cantar 2. — 2) (lat.), m., —#; -ören 
18 24, 3, Sris): Sänger (s. Canticum). weiss 
Kost. 1, 1143 :2c.; C-es ämant humöres, lieben 
Getränke 2c.; zumeist in engrem Sinn: Sang- 
meister in einer Kirche, gw. zugleich Organist u. 
Lehrer: Im ungeheursten K.-Baß. Haug Ep. Sp. 20; 
K.-mäßig; = Stelle te.; in der Volksspr. Kan- 
ter (m., —s; uv.) u. so auch (mundartl.): etwas 
in seiner Art Vorzügliches, s. Swagner 10, 34. 
orät, n., —e)s; —e: Kanterei. orkl, f.; -en: 
Amt, Stelle, Wohnung des Kantors. Iffland 9, 3, 
9 2c.; auch: der Kantor mit dem zugehörigen Per- 
sonal. Schweinichen 3, 295 kr.; (Volksspr.) K., 
Kanterek, Gesang, z. B. (rralt.) ironisch vom 
Sanders, Fremrwörterbuch. 
Kanzlehlei 609 
Donner der Kanonen (od. „Singerinnen“). Uhland 
Velksl. 472. or#iercn, intr. (haben): als Kantor 
fungieren od. wirken, vgl. (Volksspr.): kän ern, 
kantormäßig singen 2c., auch: Die Kapaunen und 
Poeularden schrieen u. kanterten den ganzen Tag. Elau- 
diue 4, 67. — Cantref (walis.), n., —s; —: Be- 
zirk. Uodenberg Wal. 123. — Kantschibäffe, f.; 
—n: s. Kanrschabasch. — Käntschuch) (türk.), m., 
(e)s; -e, uv.: kurze, dicke, aus Riemen geslochtne 
Peitsche (vgl. Karbatsche): Der gemeine Russe nennt 
seine Peitsche Knut, der Kosak uberall Negaika; das 
Wert K. babe ich bloß bei den Tataren in der Krim ge- 
bört. Kohl Sudr. 1, 320; Engl. 2, 109; Khe. 
Lichtenderg 5, 174; Prutz Woch. 7 5 2c. -en, tr.: mit 
dem Kantschu —, dann allgm.: prügeln: Viele 
wurden gekantschubet. Adami TagKön. 2, 264; Solche 
mit dem Schulbakel zu k. IP. 21, 155 2c.; Ubrtr.: 
Kantschnet. den Flügel., 1, 100, spielt pankend auf 
dem Klavier 2c.; Einen durch .k. c. — Kanturet 
(türk.), m., —s; —: fluthender persischer Talar. 
bammer 10, 352.— Kanuff, m., —#6; —: Kneivpe. 
Hopfen Ver. 107 (vgl. Kabuff). — Canüco (span.), 
m., —8; —# : C., ein Wort indianischen Ursrrungs bed. 
ein mit kleinen Felrfrüchten bestelltes Land, gw. geringern 
Umfanges als das einer Hacienda, Canuguero soriel als 
Baucr, Pächter, Kossätb. Grenzd. 24, 1, 226. — 
Canäle: s. Cannule. — Kanün (ar.-türk.), m., 
n.: 1) Kanon (s. d.), Verordnung, Grundgesetz. 
Globus 6, 315b; Gammer 10, 352. Dazu: Kschi, 
Bewahrer der Neichsgrundgesetze; K-i, Gesetz- 
geber; K.-name, kanonisches Buch ed. Recht. — 
2) Art arab. Saiteninstrument: Das K., dem gr. 
*### entlehnt, gleicht dem Hackbrett od. der Zither 2c. 
Weils Kost. 2, 295; Eine Art r. Hackbrett, Qänün. 
Peitrmann Or. 1, 143. — 3) ein Menat des man- 
däischen (auch syr.) Kalenders. 2, 161.— Canu- 
quero (—e), m., —6: —#: s. Cannco. — Canu- 
sĩna (lat.), f. [8 24, 1): Kleid aus kanusischer 
zarter Wolle (aus der Stadt Canusium). weiss 
Kost. 1, 1022. — Canül, m., —; —: männl. 
Name;: auch: Zede Partei wählt lbeim Croquerspiel) 
einen Haupxtmann, auch Karitän genannt od. C. BSazar 
14, 176c. — Canvals: s. Caneoas. — Kanz 
(boll.), f.; —en: Chance (s. d.), nam.: K.en. K.= 
Billetts, Art holl. Staatspapiere. — Kanz- 
Ce)lei (lat.): meist 2silbig: 1) f.; -en: a) eine 
mit jeder höhern Landesstelle verbundne Aus- 
fertigungsbehörde u. das Lokal derselben (vgl. ver 
36, 12). So (in versch. Staaten wechselnd) z. B.: 
Cbiffer-; Dechiffrier-od. Entziffer= (IP. 7, 255); Hof-; 
Zagd-; Kabinetts-; Kammer-; Kriegs-; Landschafts-; 
Lehens-; Reichs-; Staats-K. 2c. Ubrtr.: In Gottes 
K. steigen u. Vorsehung srielen. Aurrbach D. 1, 68; 
Aus des Teufels Kanzeli. futher 26, 11; V. Ov. 2, 
318 2c. — b) K., Zustiz · K. eig. der v. dem Platz 
für die Parteien durch Schranken abgesonderte 
Platz für die Gerichtspersonen, dann das Gericht 
selbst, nam. das Obergericht (Gericht 2ter Instanz) 
in einer Provinz od. einem Land: Vom Niedergericht 
an die K. arrellieren 2c.; auch das Lekal des Gerichts. 
— c) st. K.-Schrift, eine Schriftgattung, wie sie in 
39
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        610 Kanzlehleihast 
den K-en früher üblich war u. theilweis noch ist, 
ähnl. der Fraktur. Frank' Kat. 37 2c. — d) scherzh. 
rür Abtritt. Limplicisstmus 2, 17425 2c., vgl. Kapelle 4. 
— 2) n.: Er ging in „das K.“, das in den Bauer- 
häusern gewöhnliche Nebenstübchen zum besondern Ge- 
brauch der Familie. MMeyr Ries 20; 43. — 3) Als 
Bstw. zu 1, z. B.: K. -Acceß (s. d.); „ Acces. 
sist;= Beamter; = Bote; = Buchstabe sicl; 
. Deutsch; „Diener; „Direktor; -Drucklra- 
pierl, s. Koncept 1b; „Förmlichkeit;= Gebühr; 
Geld; = Gefährte, Genoß, Verwandter; 
Geschäft;. Gut, -Lehen, k.-sässiges; -Ha- 
dern,= Lumpen, zu K.-Papier (vgl. Koncert 1b); 
.Mann (päckler Süröstl. 2, 298), PPerson;mä- 
ßig; . Ordnung; = Papier (s. Koncert 1b); 
.Person; „Personal; Präsident; -Sas, 
Schrift-S., Jemand, dessen — u. sofern sein — 
Gerichtsstand die K. ist, sässig; Schrank 
(Wohensen Erbth. 6); Schreiben (Ggstz Kabinetts- 
Sch. 2c.); -Schreiber; „Schrift sicl, s. auch 
„Stil; ferner: Auf K.-Schrift sitzen, k.-sässig sein; 
. Sekretär;= Siegel;-Sportelu; = Sprache; 
.Stil (K.-stilhaft. Mendelssohn 4, 1, 267; stil- 
mäßig. B. 137b; Ttilig. 3P. 14, 40; stilisch 2c.); 
Stube; = Verwalter; = Verwandter, ein zur 
K. Gehäöriger; Verweser; Zeug, s. Kon- 
tept 1b 2c. (ehleihaft, a. kanzleimäßig: „K.“ 
zur Bez. goethischer Ausrucksweise in späterer Zeit. 
Salon 3, 68 2c., (e)lerisch, a.: kanzleihaft: Der 
das Geniale liebt u. das Kanzleiüsche bast. pückler 
Süröstl. 2, 267. -lär, m., -(e)s; —e: Cancel- 
larins, Kanzler. Aleris H. 2, 3, 89 ff. lariat, n., 
—(ey)s; —e: Cancellariat. 9#chmid Kanzl. 1, 170. 
list, ma.„Fen, —sen: Caneellistc. — Canzon-e 
(it. v.), f.; -u: Lied (s. cancion), z. B.: Impro- 
visierte Cen lin Südamer. I. Grinzb. 24, 1, 308; 312; 
316 rrc. (vgl. auch masc.: Ich hatte meine Flote bei 
mir u. fing nach ein paar leichten Läufen einen treff- 
lichen C. von Galuppi an. Fiormona 19); bes. aber: 
eine bei den Provengalen entstandne, v. den Ita- 
liänern weiter ausgebildete Art lyrischer Gerichte, 
s. Bouterweck Asth. 2, 103; Nosenkranz Poes Gsch. 468; 
558; Wackern. 2, XVII 2c.; K-n- Form 2c. Seta, 
1 16: kleine Canzone: Canzones u. Cs. DMuf. 
12, 2, 244 rc. 
Caösne, m., n., —s; —: Das c. od. irische 
Todtenlied. Nodenberg Ins. Hell. 1, 299; 222, vgl.: 
Das alte Weib, welches als ban caointhe od. erstes 
Klageweib den Reigen führt u. den eig. c. singt, während 
die übrigen mit dem uaill od. .. „dem krischen 
Schrei“ einfallen. 299. — Kaolin chin.), n., m., 
—(e)s; —e: Porcellanerde (verwitterter Feldspath), 
— v. der Halbinsel Kaoli (vd. Korea) benannt. 
Karmarsch 2, 339 ff.: K. Lager 2c., s. auch: bleach. 
Sisieren, tr., rell.: (sich) in Kaolin umwandeln 
(vom Früeth — Caoutchouc: s. Kautschuk. 
(Käp), Cäp: 1) (engl.) f.; —: Kappe, 
Muͤbe Die c. of maintenance (s. d. . — 2) (irz.) 
„ -(e)s; -e, —#: Vorgebirge: Die Fahrt ums K. 
rni*pPß ie.; Das untre K. od. Unter-K. Sittchfuß Rol. 
b, 59 2c#.; Das Nord-K., das nördlichste Vor- 
Kapaun 
gebirge Norwegens (daher: Der Nordkover, 
Name mehrerer häufig in dieser Gegend gesehnen 
Wale) 2c. Ohne Zusatz nam.: die Sürspitze 
Afrikas (best.: Das K. der guten Hoffnung); dazu: 
K.-Kolonie: Des K.-Lands Hürden. (reiligrath 
SW. 1, 237; K.-Lied. Schubort 3, 95; Am Vor- 
gebirge der guten Hoffnung begegnen die Schiff-Fahrer 
sehr häufig dem capischen (Sturmvogell, den die Ma- 
trosen C.-Taube nennen. Ohen 7, 388, vgl.: 
Capsche Tauben. Junghuhn 17 1c.; Die K.-Stardt 
liegt an der Tafelbai. Im Süden der Statt der 
Meierhof Constantia mit dem berühmten K.-Wein. 
Daniel Geogr. 90; K.-Wolle, dafür auch fem.: 
K., z. B. Wollberlcht. London . . ½⅛½—1 d. per Pfd. 
für ungewaschene K. u. voll 1 d. für gewaschene K. ge- 
stiegen. Ual 3. 21, 109. — Cäpa: 1) s. Kavpa. — 
2) (span.) f.; —#: a) Mantel: Comedia de c. 7 
espäda (s. d.); Die Toreros nahmen sich stattlich aus 
in ihrer C., dem langen Mantel. Globus 4, 136a. — 
b) (s. a) das Deckblatt einer Cigarre, im Ggss 
zur Einlage, Wickel (span. tripa). 11, 138a. — 
Cap-bel (frz., auch geschr.: capable), a.: fähig; 
im Stande 2c. (s. auch Air); seltner: Mit kapabler 
lverständiger! Miene. püchler Südöstl. 2, 153. 
arität, k.; —en: 1) die Fähigk., Etwas in sich 
aufzunehmen, z. B. (ogl. Gerzumigt.). Prechll 2, 
110; Karmarsch 2, 36 rc., auch: Diese Fähigk. der 
Luft, Wasserrampf aufzunehmen, die s. g. DamrfK. 
Ergänz. Nat. 6, 12a; Sättigungs-K. einer Säure; 
Die Wärme-C. des Wassers ist ungefähr 30 mal so 
groß als die des Quecksilbers. IMũller Ph. 2, 707 (l. 
Calorie) 2c. — 2) ((. 1 auch geistige Fassungskraft, 
geistige Fihigk. — u.: ein fähiger, tüchtiger Kopf. 
arilleren, tr.: tüchtig machen, befähigen. — 
Kapäla, m.: (auf Java): Meine Kulis ss. d. J.. 
Ihren Häuptling, den K. Kuli. Junghuhn Jav. 62.— 
Kapan (türk.), n., -6; —#: Magazin. gammer 10, 
352; Jak (s. d.) K.; Un-K., Mehlmagazin. — 
Kapanidsch -a, n. —: —86 : K., der auch auf dem 
Rücken mit Zobel ansgeschlagene Staatspelz des Sul- 
tans u. Tatarchans. Hammer 10, 355. dschi, i, 
m., 72855 Staatspelz-Bewahrer. 352; 704. — 
Cap-#njc, f.; —n: s. Campagne 3. -anne (it.), 
f.; —n: Hütte (s. Cabane). pHee N. 127; 130; 
4, 70; Gregorobius Korl- 1, 156; Dorf-C. 255 ic. 
— Capaͤrra (it.), f.; —: Haudgeld (vgl. Arrba). 
— Capärro, m., —: —#8 : Art südamerik. Affe. 
Crenzb. 24, 2, 997; Sen 7, 1739. — Capatc#z 
(srau.), m., uv.; —es: Vorsteher, Anführer, Ver- 
walter, Aufseher 2c.: Indianer, v. ihrem C. angeführt. 
Grube Ch. 1. 316; Ein C., d. h. Werkmeister in einer 
Fabrik]l. Slobus 11, 137b; auch (in Braüllien): 
Sklavenwächter. 1, 15b. — Kapäün (gr. ꝛc. 2# 
m., —(e)8, —en; -e, -en, (-er); —chen (er,## 
Jahn Moz. 4, v0#): Kapäunchen, lein: ((. * 
verschnitlner Hahn (Karr= Hahn), auch ausgedehnt 
auf verschnittne Hühner (s. Pemarde); ferner: Der 
aͤgyptische Geier. Die Araber nennen ihn Rachæmo 
lvielmehr Racham, s. drehm Hab. 2051, die Franzosen 
Pharaons- od. Mahomeds-K. Ohen 7, 159 2c.; üÜbrtr.: 
Kastrat, ein Zeugungsunfähiger; zuw. auch —
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        Kapaunen 
armer Teufel. en, tr.: zum Kapaun machen. 
Senhaft, a.: kapaunenartig: K., ohn' alles Pochen) 
der Mannheit. V. Sämmtl. Gr. ö, 250. — Kapaufe: 
s. Kabuse 1. — Capax (lat.), a. [824, 3, Ais): 
viel in sich — od. umfassend; fählg: Ingenium 
(s. d.) e. 2c. — I. Cape (engl. kep), n., —## —: 
Kap. — II. Käpe (holl.), f.; —n: hölzerne Wahr- 
zeichen für die Schiffahrt. Naur 13, 218a f. — 
Capeadör (span.), m., —s; -es: C-es heißen Die- 
jenigen, welche „mit einem Mantel“" od. einem Poncho 
sich dem [Kampf-] Stier gegenüber stellen, denselben 
reizen u. durch geschickte Wendungen ausweichen 
Das Capeir zu Pferde ist viel schwieriger 2c. Grube 
Ch. 1, 311; Die Chulos, welche auch als C-es, d. h. 
„welche mit dem Mantel täuschen “, bez. werden. Globus 
4, 135b. — Capeèd#o (lat.), f. [8 24, 3, inis]; 
lnela, f. [8 24, 1): Art Opfergefäß. weis 
Kost. 1, 1331. — Capelan (frz. kap'läng), m., —; 
—s: ein Fisch, Zwergdorsch. Oben 6, 155. — 
Capelin, m., -(e)s; e: ein kleiner Fisch, Sälmo 
villösus, bes. als Köder beim Stockfischfang die- 
nend. 157; 357, auf Island Lodna. ebd. — Lodde. 
Uatur 15, 224. — Capeline (frz. —in), f.; —6: 
Sonnenhut; Helmdecke; Art wundärztlicher Binde. 
— Capell-a: 1) (lat.) f. [8 24, 1): „Ziege“, 
— nam.: ein Stern erster Größe (—= auriga). 
Mãdlter 116; 419. — 2) (it., capplla) f.; -e: Ka- 
pelle, bes. (Mus.): Ac., figuriert: Der alc. Ge- 
sang. Uat . 21, 141; Der a-e.“ Stil. rbd.; Im 
dornigen AC.-Terzett. 429 2c. Zän, m. 2c.i s. 
Kaplan. ation, f.; -en: das Kapellieren (s. d. 1), 
auch Kurellatiön 2c. Te, f. ; —n; —chen: 1) (urspr.) 
das Gebände, worin die frz. Könige den kurzen 
Mantel („Kappe“) des St. Martin aufbewahrten; 
dann Tempelzelle. Jer. 35, 2; 4 rc.; kleine Kirche; 
Hanskirche eines Fürsten 2c. od. einer öffentl. An- 
stalt 2c.; abgesonderter Platz in den kathol. Kirchen 
zum Messelesen; in protestant. Kirchen ein Neben- 
zimmer od. ein abgesonderter Kirchenstuhl (Fami- 
lien-; Magistrats-; Raths-K. ꝛc.) 2c., s. auch 
chapel; sprchw.: Wo' Gott eine Kirche bauet, bauet 
der Teufel eine K. 2c. (vgl. vralt. — Cappelan— 
Teufel. Keilereberg Sünd. 33a 2rc.). Der Papst bält 
C., liest die Messe od. wohnt in Begleitung der 
Kardinäle dem Gottesdienst bei, ähnl. auch von 
einigen kathol. Fürsten: dem Gottesdienst mit 
ihrem Hofstaat beiwohnen. — 2) (s. 1) die Ge- 
sammtheit der beim Hausgottesdienst des Fürsten 
beschäftigten Geistlichen od. Kapläne. — 3) (K. 2) 
nam, auch die Gesammtheit der bei diesem Gottes- 
dienst mitwirkenden Musiker; dann allgm.: die 
Gesammtheit der v. einem Fürsten od. vornehmen 
Herrn gehaltnen Mufiker (der Kapellisten), unter 
der Leitung eines Karellmeisters stehnd, vgl. Orchester. 
— 4) (f. 1) als verhüllender Ausdr. für Abtritt. 
frisch 1, 164b, vgl. Kanzelei 14. — 5) (seem.) K. 
machen (frz. fairechapelle; engl. to build a chapel), 
eine Eule (s. d. as. 2e) fangen. — 6) (Kriegsk.) 
die dachförmige Bedeckung über den Zündlöchern 
des Festungs= u. Belagrungsgeschützes, als Witt- 
rungsschutz Kappe). — 7) (Landw.): Den Flachs in 
Capelle 611 
Ken setzen, um ihn zu trocknen. — 8) (frz. conpelle) 
Chem., Hüttenw. 2c.: a) ein zu einem chem. Bad 
dienendes Gefäß, wohinein andre gebracht werden, 
die allmählich gleichförmig erwärmt werden sollen: 
Im Sandbade. Eine tiese chlindrische Schüssel (K.) v. 
Gußeisen wird in den Feuerraum elnes Windofens, der 
deßhalb anch K-n-Ofen hetßt, eingesetzt, dieselbe mit 
Sand gefüllt r2c. Prechn 4, 118 c. — b) ein kleiner 
Test (s. d. u. Obrussa), ein meist aus Knochen- 
(sogen. Ken-) Asche gefertigtes Gefäß zum Ab- 
treiben des Silbers, Goldes 2c. im Kleinen, nam. 
in der Probierkunst Creibscherben): Probteren des 
Silbers .. auf trocknem Wege, wegen der Anwendung 
sogenannter K-n, gw. Kupellierung genannt. Kar- 
marsch 2, 879; M. 1, 58; Scheuchenstuel 49 2c. Oft 
übrtr.: Etwas od. Einen auf die K. bringen (f. 8, 18; 
Dvierielj. 23, 371; w. 31, 118; 30, 80 2c.) od. 
setzen (34 8 2c.), auch: unter die K. bringen (möser Ph. 
2, 224), aufs genaueste prüsen. — 9) Zsstzgn viel- 
fach, manche doppeldentig, z. B. I1) nach dem 
damen des Heiligen: Die Rochus-K. G. 26, 205; 
242 te.; ferner z. B.: Berg-K. [L, auf einem 
Berg gelegnes Kirchlein. Ueithord 202 (vgl. Wald- 
K.); Zur Doppel-K. [1]. surrer Pal. 162; auch 
131; Familien-K.: a) (1; b) (3] eine Gesell- 
schaft musikalischer Familienmitglieder, die Fa- 
milienkoncerte 2c. giebt; Haus-K.: a) I11. G. 
26, 249 2c.; b) [3]. 17, 3; 33, 350 2c.; Hof-K.: 
a) (1); b) [3]; Kammer-K.: a) I1] im Cgstz 
der Hof-K., zum Gottesdienst bloß für die Fürst- 
lichen dienend; b) (3] zu Musikaufführungen in 
den fürstl. Gemächern 2c.; Kirchen-K.: a) (11; 
b) (31; Magistrats-K.: a) [11; b) (31; Hler 
lin dem Domj] lenkt man um einen Pfeiler einige Trep- 
pen hinauf in eine Neben-K. [1], worin mehrere kleine 
Altäre .. in Nischen angebracht steben. Sch. 742; 
Noth-K. [8b], für ein faum zur Probe ausreichen- 
des kleines Erzquantum. Campe; Privat-K.: a) 
[11; b) (31. Solon 2, 293 2c.; Probe-, Pro- 
bier-K. [8b); Raths-K.: a) I11. G. 26, 248; 
b) (31, val. Magistrats-K.; Reise-K. I11, das 
Kirchengeräth, das ein Vornehmer auf Reisen zur 
Abhaltung des Gottesdienstes mit sich führt, in 
einem Kapellkasten, auf einem Kapellwagen 2c.; Sand- 
K. [6Cal, zum Sandbad; Schloß-K.: a) 11]; 
b) 131); Messen wurden hie u. da in Seiten-K-n 
111 gelesen. Gutztor Z. 6, 152; Eine alte Vor-K. 
11| (des Münstersl. ebd.; Wald-K.: a) I11. S. 
1, 167; Gutzkowm 3. 7, 66;b) [3]; Da tönet schmet- 
ternd helle] des Lenzes Wald-K.,der Vögel muntrer 
Chor, vgl. Walvorchester ꝛe. — 10) Als Bstw. 
z. B.: K—-n-Asche [sbl; K-n-Bild [1); Kavell- 
Diener, - Dienst: a) [11; b) 31; Kapelllen)= 
Futter [8b], die messingne Form für die K-n; 
K-n-Gold, auf der Kapelle abgetriebnes, reines; 
Unsre einfachen Kapelljungen [2; 31. Gutzkow Z. 5, 
215, als Kirchensänger; Kapell-Kasten, s. Relse- 
K.; Die sirtinischen K-#n-Klänge (21. Gutzkow 3. 8, 
193; K-n. Klar, Kläre [8b], trockne Knochen- 
asche, womit die Höhlung der K. od. des Tests be- 
streut wird; Kapell-Knabe, s.-Junge, Chorknabe 2c.; 
39“
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        612 Capellieren 
Der Cherumgang des Doms ist mit einem K-n--Kranz 
[1] umgeben; Kapell-Melster [3], Dirigent einer 
K. od. eines Orchesters; auch als Titel; seltner: 
Wer ist der K-en-Meister sin dem grünen Waldorchester? 
Heine Reis. 2, 265; Die Capell-Musik [1, 3; der 
päpstl. Cel ist undenkbar schön. G. 24, 267; K-n= 
Ofen [Za);-Probe Sbl; K-n-Ruine 11. G. 
26, 198; K-n-Schläger 8bl, der die K-u macht, 
zurichtet; Sülber [8b], s. -Gold;-Tage lll, an 
denen ein geistl. Fürst K. hält; = Thurm (11. 
Gutzkow 3. 6, 241; Kapell-Wagen III, s. Reise- 
K. 2c. Cren, tr.: 1) Gold, Silber k., kupellieren, 
auf der Kapelle (s. d. 8b) abtreiben, reinigen. — 
2) C., bei den Seidenarbeitern die Enden der von den 
Seideneiern abgeweiften Strähne aufsuchen u. umbinden, 
zu welchem Ende die Strähnen auf das Capellier-Holz 
gespannet werden. Adelung, vgl. cavilieren. -ist, m., 
—en, —s; -en: Musiker als Mitglied einer Kapelle 
(s. d. 3): Hof-K. c. — Caper, Käper: 1) f.; 
—n: a) (gr.) Ken (Kappern. Oken 3, 1409), die 
noch unentfalteten Blüthen des K-n#-Stranchs, 
Cäpparis spinösa (der auch Dorn K. heißt, s. 
Kobar, Schfella rc., vgl. Wald-K., C. nemorösa #c.), 
die in Essig od. Salz eingelegt (Essig-, Salz- 
Ken) in der Küche mannigfache Anwendung finden 
(K-= Sance 2c.); Kuputet)-Kn, minder feine 
Sorte. Auch K-#n- Surrogate führen den Na- 
men, z. B.: Deutsche od. Bram-Ginster-K-u 
(Spärtium scopärium); wilde od. Bohnen-K-n 
Eygophyllum fabägo); Kapnziner-Kn (Tro- 
polum mäjus) 2c. — b) Vralt: Kn daherschneiden 
— Faren, dummes Zeng machen. Simplicissmus 4, 
46236 (vgl. Kapriolen). — 2) (lat.) m. [8 24, 2, 
capri]: Bock, s. Arkes 2 u. Capricornus. — 3) m., 
—; Uv. : a) Nord--K., s. Kap. — b) (frz.) ein Frei- 
beuter zur See, nam., der, durch einen Mark= (od. 
K.-) Brief dazu berechtigt, auf Schiffe, die feind- 
lichen Unterthanen gehören od. den Feind unter- 
stützen, Jagd macht, — u.: das Schiff desselben 
(bralt.: Kommisfahrer, s. frisch 1, 172a 2c.,); 
anch bildl., z. B.: Seelen -K., Proselytenmacher. 
Campe 2c.; K.-Batzen serkapertej. Ip. 48, 132; 
„Brief, s. v.; -Fahrt. Uaumer Tasch. 10, 22; 
Gasten, die Mannschaft eines K.-Schiffs; -Recht 
(Thümmel 2, 206); = Schein, Brlef (lichte 8, 238); 
-Schiff 2c. ek, f.; —en: das Treiben eines Ka- 
pers, Frelbenterei zur See, — u. übrtr.: See- 
len-K. 1c. -n, intr. (haben): auf Kaperei aus- 
gehn; tr.: ein Schiff, — übrtr.: Etwas — als 
Bente nehmen od. gewinnen (s. Ss.), auch: Etwas 
erk. (Burmann F. 162; Chümmel 2, 265) 2e.; weg- 
k. (S. 9, 101; Sch. 120b) 2c. — Caperũza (span.), 
f.; —: Kappe, als Kopfverhüllung. Globus 11, 
16 1b. — Kapetän, m., (e)s, -en; Se, -en, is: 
Hauptmann (s. Capitän): Ken, erbliche Grundber- 
ten in Bosnien. .. Die Ken od., wie sie die Türken 
nennen, K. Begs. .. Sie geben der Pforte v. ihren 
Kapctanken (Besitzungen) einen .. Tribut 2c.; Ger- 
dard Wil. 2, 210 2c.; Der Isprawnik lin Serbten! 
hat mittels der in die verschlednen, ihm untergebenen 
Kneschinen vertheilten K-is das Bolk. zu beaussich- 
Capitaine 
tigen. CRobert 1, 247; 2, 4 2c., vgl.: Dem Pascha 
entrichtet der Bauer lauf Rhodos] .. 2mal jährl. die 
s. g. Capitanssteuer (re z#####rze)). nofs Ins. 3, 
102. Jaton (ugr.), n., —s; -dta: Würde, Be- 
zirk eines Kapetanos. os, m., uv.; ei: Hauvt- 
mann, nam. bei den Klephten: Die aufopfernde 
Frcundschaft der Pallikaren für den K. Sanders Volksl. 
32. — Kaphar: s. Kaffar. — Kap-ĩ (türk.), u.: 
K., Kapu (s. d.), Thür, Pforte. -idschi, m., uv.; 
—ler: Thorwärter. Hammer 10, 352, z. B. auch 
(s. ebd.): K.-Baschi, Vorsteher der Thorwirter 
od. Kämmrer (vgl. 705):; K-ler-Baschi. Rämm- 
rer; K-ler- Bulukbaschisi, Rottenmeister der 
Thorwärter des Seraĩ; K-ler Kiajasi, Oberst- 
kämmrer 2e., vgI.: Mabbuschane Kavudschisi, 
der Thorwächter des Arrestes. Hammer 10, 701.— 
Cap-ias (lat.): „ergreife, verhafte !“, — engl. 
(kepiäs!, n., uv.; uv.: Verhaftsbefehl: Auf ein C. 
[Drckf. Capie s] hin verhaftet. Hausbl. (67) 2, 392. 
Tindi: s. Jus. ren, tr.: fassen, begreifen, 
verstehn (s. capisco). — Capigi: französierende 
Schreibw. für Kapidschi (s. d.). — Capilla (span. 
ilja), f.; —s: Kapelle: Die C. de reyes (Königs- 
kapellel mit ihren Grabmonumenten. Bastiano 170. — 
Capill-amentum slat., § 24, 2, u.): Perncke. 
Weiss Kost. 1, 990. -är, a.: in der Weise von 
Haaren, haarfein 2c.; auf Haare bezügl. ., — 
nam. als Bstw.: Diese Erscheinung der Hebung und 
Senkung lv. Flüssigkeiten in Haar- od. C.-Röbrchen! 
werden mit dem Namen der C.-Erscheinungen 
IC.-Erhebung u. C.-Depression]j] bez.; die 
Kraft aber, welche sie hervorbringt, heißt C.= Abtrak- 
tion od. auch bloß Capillaritit. pPouillei 2, 2 2c.; 
C.= (od. Haar-.) Gefäße, haarfeine Gefäßchen des 
Körpers, wodurch Arterien u. Benen in unmittel- 
barem Zusammenhang stehn 2c. Ferner: C.= 
Siruptpvh, bereitet aus Adiäntum (s. d.)capll- 
lus Vöneris od. Frauenhaar, frz. sirop (öiröl de 
capillaire l-ärl, auch: Nimm v. meinem Sirop 
capillaire. Hamb. Th. 2, 202, s. Oen 3, 327. 
ärlen, pl.: Capillargefäße: Den Lungen-C. Blut 
zuzuführen. Ausld. 38, 963a 2c. -ris, a.: capil- 
lar: Tübi capilläres, Haarröhrchen; Väsa capil- 
Uria, Haargefäße 2c. arität, f.; 0: Haar- 
röhrchenanziehung. -atiön, f.; S-en: haarfeiner 
Spalt, in der Hirnschale. -ös, a.: haarig. -us, 
m. [8 24, 21: Haar: Dedürium ((. d.) capil- 
lorum 2c. — Capilokäde (frz.), f.: —m: Art Ra- 
gout. — Capim: Art Gras am Amazonenstrom. 
Aueld. 39, 11290 ff. — Capiröte, m., —s; —6: 
Der wilde Kanarienvogel beißt auf den kanarischen In- 
seln C. per 258, s. Oken 7, 258 ff. — Capisch, 
a.: s. Cap. — Tapisco (it.): ich begreife, ver- 
stehe (eapiere). Schöckhing Künstl. Leid. 71; 165. — 
Capistr-alion (lat.), f.j-en: Vorhautverengrung 
(Phimosis). -ieren, tr.: halftern, festbinden. 
j„um (5 24, 2, u.]: Halfter (val. Cavegon): Art 
wundarztlicher Binde; Kinnbackenkrampf, s. Tris- 
mus. — Capit-a: s. capnt. aine (frz. —än), 
m., —; —: s. Capltän: C.d’armes ldarml, Wassen- 
meister, nam. auf dem Schiff: C.- lientenant
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        Capitainerie 
(öt’nängl, bei einer Kompanie, deren nomineller C. 
eine fürstl. Person ist, der diese im Kommando 
Vertretende 2c. -ainerit, f.; —eyn: Hauptmann- 
schaft. äintje (holl.), n., —; „s: (seem.) der 
Schwabber od. Besen zum Aufwischen des Ka- 
jättenborens (Kajüttstweil). Bobrik 374 ½c. Täl: 
1) a.: hauptsächl., vortreffl., vorzügl. in seiner 
Art: K.er (od. K.-) Sraß (s. 3) 2c.; Daß wir ja 
ganz k—e Heuchler sind. Gutziom Lenz 152 21c.; bes. 
auch weidm.: Eine Anzahl der k—-sten Sauen. Gartenl. 
16, 270b; Einen k-en Wechselhirsch. Hachländer Stillfr. 
1, 176 2c. — 2) n., —e)8; -e (s. a; b); hzälchen: 
a) (gw. m. M.: -Ken) eine Geldsumme, sofern sie 
bestimmt ist Gewinn (nam. Zinsen) zu bringen 
(Haupt-Geld, Gut, „Stamm, Stuhl, = Summe 2c.); 
danach verallgemeint: K. u. Interessen; Sein K. 
höher, zu einem höbern Zinsfuß ausbringen; Todtes K., 
das keinen Gewinn bringt; Pferd u. Wagen sind ein 
fressendes K., Geld kostend statt bringend 2c.; Aus 
einem wohlfeilen politischen Märtvrerthum K. zu schla- 
gen. Na# 3. 20, 563; Aus Etwas politisches K. schla- 
gen. Spielhogen Reib. 1, 110 2c. — Die Verkl. oft 
nur formell (vgl. Sümmchen 2c.): Ein tüuchtig Kapi- 
tälchen schuldig. ohorn Schmj. 12 2c. — Oft auch K. 
kollektiv: die Gesammtheit der K.-Besitzer: Das 
wabre Vh. zw. K. u. Arbeit. Volksz. 16, 228; Wie 
sinnlos es ist, in solchen Zeiten, wo das K. schon die Ge- 
schäfte flieht, noch gar gegen das K. zu agitieren u. es 
anzuklagen, daß es die Arbeitswelt ausbeute. ebd. 2c. — 
Zsszgn z. B.: Aktien-; Anlage-; Betriebs--; 
Gebrauchs-; Geistes.; Geld-K.; Das Groß. 
K. kann jetzt mit derselben Sicherheit untergebracht wer- 
den. Ual##. 20, 475; Gründungs-K.; Daß das 
Klein-K. vom Groß-K. verschlungen wird. Ualß. 20, 
415; Ein Nominal-K. v. 100000 Piastern. Koss 
Ins. 2, 94; Privat-; Produktions-; Staats-; 
Stamm.“ Volks-K. 2cc. — b) (Bank. 2c.) s. 
Kavitäl: Ein korinthisches K. Böniger Sab. 150 2rc. — 
e) (Buchbind.) der mit Seide od. Zwirn bestochne, 
oben u. unten am Rand des Rückens angeleimte 
Streifen Pergament od. Band. — d) (Buchrr.) 
der beim Zurichten einer Form oben u. an die 
Seite gelegte Steg. — Kapitälchen, Buchstaben aus 
der Antiqua, v. der Form der Versalien, aber v. 
der Größe der gewöhnlichen Buchstaben. prechn 3, 
255. — e) (Mus.) Haupt-, Grundton. — f) K. 
Capitale. — 3) Als Bstw., nam. zu 1 u. — was 
unbez. bleibt — zu 2a, z. B.: K.-Anlage; -= An- 
sammlung; = Band #2cj. prechn 2, 634; 3, 233; 
x.-Besitzer; = Bock [1]. Gartenl. 1 6, 611a; „Buch 
(kaufm.): a) [1] Haupt-B.; b) s2a] Buch, das 
ein Kaufmann über seinen gesammten Vermögens- 
stand führt, = Buchführung; -Buchstaben (1), 
große, Anfangs-B. logl. 24]; = Eigner; Ge- 
winn; Außer dem unermeßlich heiligen Cyriakus noch 
einige andre K.-Heilige. Scume Sp.; K.-Hirsch 
[11; -Konto, vgl. -Buch b: Linie lIl, 
s. Kapitale 2; = Punkt [(11, Haupt-P. nats. 20, 
521; -Rente, im Gosr der Arbeits-R.; = Sau 
I1I: „Sclussel I11, Haupt-Sch. 6. 24, 99; 
Schrift [11, s.--Buchstabe;-Spaß [1]; -Steuer; 
Capitanat 613 
Plündernd in den irdischen K.-Stock der Vökker her- 
überzugreifen. galmerayer Or. 1, XXX; K.-Strafe 
I11, die auf ein K.-Verbrechen steht: Stück [1), 
z. B.: Bei manchem großen K.-Stuck l-Schauspiell. 
Ticck Tischl. 2, 117; „Verbrechen [11, Haupt-V.; 
wodurch man das Leben verwirkt; = Verleiher; 
Weib I11. Tiec Tischl. 1, 100;-Zins 2c. äl, 
n., —e)s; -e, —er; schen: (Bank.) Säulenknauf, 
s. Ss., z. B. Mz.: C-e. G. 23, 81; 30, 113 rc.; 
Cer. Heinse A. 2, 94 „c.; Säulen-Ker. Kohl A. 
3, 9 ꝛe. Daneben: Capiteel. SLulzer 3, 5 3 2c. U. 
am richtigsten (nach it. capitéllo): Den Knauf od. 
das Capitell, welchen die Griechen, nach Analogie des 
menschl. Kopfes ###kdcoy, die Römer ebenso ca- 
pitulum nannten. Guhl 1, 8; 9 2c.; Korinthische 
Säulen, Capitelle. Nose Ins. 2, 169; Säulencapitell. 
142 c. -ãle, f.; —n: 1) Haurtstadt: Berlin als 
die sog. C. der Intelligenz 2c.; auch: Da liegen denn 
die großen Mündungs-C. lst. C-nl. pvienelj. 
48, 224, Hauptstädte der Flußmündungen. — 2) 
(Feügsb.) K., Carital= (od. Haupt.) Linie, die einen 
ausspringenden Winkel halbierende. alen, tr.: 
(Buchbind. ) mit einem Kapital (s. d. 2c) jfesehn. 
(es ; kapital (s. d. 1). alisatiön, f.; en: 
Kovitalisierung. Salisch, a.: auf Gelekapitalien 
bezügl. 2c.: Bis verstärkre k-e Kraft ihn in den Stand 
setzt, sie ldie Arbeit] zu verkürzen. Uati 20, 299 cc. 
-alisikren, tr.: Einkünfte in ein entsprechendes 
Kapital verwandeln: Wenn ich die Nettoerträge der 
Eisenbahnen, Domänen 2c. mit 5 Procent kapitalisiere. 
21, 69. Calist, m., —en, (—6); -en: Kapital= 
Besitzer; auch üb#rtr.: In der Reihe der Schriftsteller 
der Geistes-K. Dbier#ll. 24, 304. aliter, adv.: 
Leib u. Leben angehend 2c.: C. bestrafen, s. Camital- 
strafe . -än, m., -e); —e, —#:: (s. Cap#-etan, 
zitaine, udan # Hauptmann; Anführer einer Kom- 
pagnie; einer Räuberbande; eines Schiffs, nam. 
Kriegsschiffs od. doch eines Schiffs v. langer Fahrt, 
s. Bobrik 592b, vgl. Patron 5b; C. Coots Creditiv. 
Ffotsier R. 1, 246; Die C—s. 52 rc.; auch in der 
Schreibw.: Die Capitaine lder lerhtenl. Zinkrifen 
1, 32; Mit Hulfe der Klephten capitaine. Brandis 
Gr. 2, 11 (vgl.: Die Kapitänis der Klephien u. 
Armatolen. 187; Die Klexhten= u. Armatolen- 
kapitans. 3, 2 36 „c.); vrait.: Capitehn, das z. B. 
leming 7; Opitz 1, 18 v. 291 ꝛc. v. Christus . 
brauchen, während nach hentigem Gebrauch C 
selbst v. Felrherren aus der ältern Geschichte nur 
scherzhaft gilt, z. B.: Wenn sie den krausbärtigen C. 
Holofernes entgurgelt. muläus M. 1, 62 rc. Zsstzg. 
z. B.: Flaggen).K., K. kee A, od. Kom- 
mandeurschiffs; Galeassenss. d 11 K.; Gene- 
ral-K., oberster Militärbefehlshaber einer #rovinz: ; 
Die Sbirren unter der Führung des GroßK-s# [in Ve- 
nedigl. Phchst NN. 4, 339; 336; Hafen-K., 
Meister; Einen Kavallerie-K., einen Policei- 
K. Erezareniue Grb 1, 55; Klephten-K., s. o.; 
Schiffs-K. äna (span.), f.; —; (it.) f.; 
zäne: Haupt= Admiralschiff; auch: K. , die vor- 
nehmste unter den Barken, mit denen die Spanier in 
Amerika Perlenfischerei treiben. Bobrik 590. anät,
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        Capitanerie 
614 
n., -(e)s; —e: Würde u. Bezirk eines Kapitäns, 
. General-K. v. Katalonien. Der General- 
kapitän dieses Distriktes. Ual3. 21, 466; Salon 3, 354. 
aner# f.; —eyn: Kapitanat: Der span. General 
Morillo lin Merikol rühmte sich, daß er in seiner Ge- 
neral-C. nicht einen Einzigen habe leben lassen. Mag. d. 
Aueld. 36, 512b. Janessa, f.; se: weiblicher Ka- 
pitän; Gattin des Kapitäns: Du sollst C. lees 
Schiffs] sein. Hamm Sh. 107 c. Täno (it.), m., 
—6 zäni; (span.) m., -s; -6: Kapitän: Sie ritten 
als Cs de amigos Is. d.]zw. die Indianer. Gerhäcker 
Pench. 2, 35 te., auch als komischer Charakter in 
der Commedia dell’ arte: C., mit versch. Namen 
zu seinem Titel, als Spavento, Tracasso, Cocodrello rc., 
bramarbasierender Soldat 2c. Büringer 626; Im Spa- 
vĩento od. C. Nosenkranz Poes Gsch. 551; Der dem C. 
verwandte kalabresische Girolamo. ebd. 2c. Jänos 
(ngr.), m., uv.; -äni, zanis: s. d. Folg. u. Ka- 
pitän, Kapetanos. -änschaft, f.; —en: Würde, 
Amt, Gebiet eines Kapitäns (Hauptmannschaft), 
auch: In Kapit anschaften eingetheilt, unterwarfen sich 
die streitenden Parteien lder Mainotten] dem kompetenten 
Kapitanos. püchler Süröstl. 3, 296. Lation, k.; 
—en: Abschätzung für die Kopfstener. äto (it.), 
a.: (kaufm.) angekommen, abgeliefert (s. capitieren). 
e: s. Caput. — Capit-el, n., —s; uv.; chen: 
(l. Se.): 1) ein „Hauptstück“, ein Abschnitt in einem 
— prosakschen, nicht dramatischen — Buch (vgl. 
Akt; Canto 2c.): Das letzte (lod. Schluß.) K. des 
Romaus; Im (bibl., vralt.: am) 1 2ten K. Maithä# 2c. 
— a) übrtr.: der Inhalt eines Abschnitts, der 
Ggstd eines Gesprächs c.: Auf dies K. werde ich 
nachher zurückkommen; Sie helfen mir da aufs rechte 
K. 2c. — 5d) hergenommen v. den Mönchen 2c., 
denen bei Ubertretungen das betreffende K. aus den 
Ordensregeln vorgklesen wurde (s. Waldie 4, 3 3162c.): 
Einem ein od. das K. lesen (vralt.: sagen, geben), 
ihm einen derben Verweis geben, vgl. Leviten 2c. — 
2) die Versammlung gewisser zu einer Gemeinheit 
od. Gesellschaft gehörigen Personen, in der ihre 
K., d. i. ihre Statuten u. Regeln verlesen werden, 
nam. v. geistl. u. weltl. Orden, aber auch (vralt. 
v. einzelnen Zünften; der Versammlungsort u. 
die Gemeinheit od. Gesellschaft selbst, zumal die 
Gesammtheit od. Körperschaft der Kanonici an 
einer Kirche 2c. — 3) Zsstzgn — o. Bem. zu 2 — 
z. B.: Anfangs-11]; Dom-; Einleiktungs. 
I1I; General-= (s. d.); Haus-K., nur v. den 
Gliedern eines einzelnen K.-Hauses od. eines Klo- 
sters besucht; Kathedral-; Kloster-; Kol- 
legiäl-; Ordens-:; Provinziäl., für die De- 
putierten einer ganzen Provinz (s. d. 2); Schlus= 
D1!; Stifts-K. 2c. — 4) Als Bstw. — o. Bem. 
zu 2 —, z. B.: K-s. Bruder; K.-fest [11, eig. 
(wie bibel-f.), die Bibelsprüche nach K. u. Vers 
fest u. sicher wissend, — dann verallgemeint: Clau- 
dius 4, 131; K.-Haus. Gutzhom 3. 4, 100; 7, 
335; Waldis 4, 336 2c. (s. Chapterhouse); Kl-6). 
Herr, Stifts-S.; Hof. Gutzkow Z. 7, 361; K-é-= 
Munze, v. Dem-Kn 2c. bei Erledigung des Bis- 
thums geprägt; K.-Saal, Stube, s. Haus; 
Capitulation 
K.= weise (1J. S. 27, 325 2c., in einzelnen K-n#c. 
Seln, tr. 2c.: 1) in Kapitel (s. d. 1) eintheilen: 
Ich werde mich nicht zu solchem Herunter -K. lkaritel- 
weisen Erzählen! verstehen, sondern meine Geschichte 
schlicht weiter lohne Absatz! erzählen. Waldau N. 1, 
267. — 2) häufiger: Einem ein Karitel (s. d. 1b) 
lesen: Einen od. (nam. schwzr.) Einem k., ab- 
herunter-k., s. ##s.; auch (schwzr.): Die Ka- 
pitelte, das K. Couhrf U. 1, 3 c. — Cäpit-Ell, 
n., —(e)s; -e; -ello (it.), n., —#; -éllt: s. Ka- 
pitäl. - leren, intr. (sein): eintreffen, ankommen. 
Sis: s. Caput. Jo, m. /§ 24, 3, önis): „Groß- 
kopf“, Name eines Fisches, Cyprinus Cöphalus, 
heute im Po: Capidöne, im Comersee: Cävedo u. 
Caveäno genannt, s. Ohen 6, 298 ff., vgl.: Kepbal. 
- öl (lat.), n., —(e)s; —e: Capitolium. Jolknisch, 
a.: zum Kapitol gehörig, darauf bezüglich: Der 
k-e Berg od. Hügel in Rom (möns capitolknus); Der 
f-e Jupirer [Jüpiter capitolinus); K— Spiele 2c. 
-ölium, n., —#; ken /§ 24, 2, n.]: 1) Burg u. 
Tempel in Rom auf dem tarpejischen (od. s. g. 
capitolinischen) Berg; dann auch Prachtgebäude 
andrer Städte, z. B. das Abgeordnetenhaus in 
Washington. Hausbl. (60) 3, 151 2c. — 2) scherzh. 
st. Kopf, s. nam.: Auch konnte ich kaum so viel Worte 
in meinem Capitolio (so der alten Römer Rüst- und 
Waffenkammer gewesen) aus allem Vorrath, den ich 
darin hatte, zusammenbringen. Simplicifstzmus 3, 15112; 
2626; 1, 1520; 44116 2c.; Bhürger 50b; Es ist nicht 
richtig hier im Capitolio. fmmüler 2, 128; Sch. Göd. 
1, 254 r. — Capit-olo (it.), m., n., -s; -oli: 
Kapitel, nam. auch ein Gedicht in Terzinen, z. B.: 
Ein langes sog. C., in Terzinen, zum Lobe drs Kerkers. 
G. 29, 189; Die Sonetie, die Capitoli (Terzinen). 
Crenzb. 25, 3, 30 2c. oul (frz. —), m., —# —S: 
frührer Name der Richter im Toulonser Parlament 
2c. Chümmrl 7, 37. ulänt, m., en, (Cs); -en: 
Jemand, der — u. sofern er — kapituliert (s. d.), 
z. B. wegen Ubergabe einer Festung 2c.; nam. auch 
ein Werbe-Soldat: Rekruten, Freiwillige u. K-en. 
Nat3. 20, 279, die nach absolvierter Dienstzeit noch 
weiter dienen. -ulär, m., —e); -e, —en: Mit- 
glied eines Kapitels (s. d. 2). Domkapitels 2c.— 
Canonicus (s. d.) cis; Stiftsherr 2c.: Domherren. 
u. K-e. Gutzkaw Z. 2, 287; 5, 270; Die Keen, bes. 
die Dom-Ken. Möste Ph. 4, 296; Der K.-Sol- 
dat. 295 sK. als Militärperson]); Der K.-Saal. 
Monolbl. 1, 522b (s. Kapitelsaal) 2c.; auch: Als K. 
des Maximiliansordens. Nal. 21, 511 2c. ulärc, 
n., —; ärien [824, 3, n., ris; Mz. rial: in Kapitel 
(s. d. 1) getheilte Gesetze u. Verordnungen, nam. 
der fränkischen Könige. — uläris, a.: s. Capitular; 
Mensis. ulärisch, a.: zu einem Kapitel (s. d. 2) 
od. Stift gehörig, dessen Satzungen gemäß 2c. 
-ulatiõn, f.; —en: 1) ein die Bedingungen, unter 
denen ein öffentl. Akt Gültigk. haben soll, zw. den 
Unterhandelnden festzustellender Vertrag (Bethei- 
digung), nam.: a) in Bezug auf Ubergabe eines 
belagerlen Platzes. G. 9, 839 2c. — b) zw. den 
Wählern u. dem Gewählten, Wabl-K. Segorooius 
Kors. 2, 255 ff.; w. 31, 407 2ec., nam. bei der
        <pb n="631" />
        Capitulieren 
Wahl des deutschen Kaisers. Scherzh.: Meine 
Selber-Wabl-K. IP. (wocketn. 4, 960 14) c. — c) 
zw. dem Werber u. dem Angeworbnen (Werbe- 
C.): Ich nahm meine 2te K. u. ging zum Regiment. 
Salon 3, 168 2c. — 2) Als Bstw. z. B.: Der k—= 
brüchige [1a] Uberfall. We#ermonn 3, 251b; Nach 
rder K. v. Prenzlow wurde das K-s-Fieber (tas 
gradezu eridemisch. Schert Bl. 2, 261; Diese widerliche 
K—é Litanei [la]. 254; K-s-mäßig; „Ter- 
min; wirrig 2c. Tulferen, intr. (haben): eine 
Karitulation (s. d., werauf die Hinweise in [] 
gehn) eingehn, z. B.: Der Tiroler ist als Kaiserjäger 
in den Garnisonen Osterreichs zum festen Mann heran- 
gereifr, hat kapituliert sic u. dient der Regierung, bis 
der Ted auf dem Schlachtfelre ihn heimruft. Berlepsch 
A. 385; Simplicissimus 4, 30 319 rc. u. bes. [1al, 
eig.: Auf freien Abzug k. Salon 2, 279 ꝛc. U. übrtr., 
B.: Von einer Religion, die mit dem Zeitalter fort- 
rucke.. Die k-den Preriger. J3° Hüllec 1, 170 (ogl. 
accemmoedieren). - ulum (§ 24, 2, n.]): s. Karitel; 
Karitäl. — Capivära, n., —; —s, uv.: Eine Herde 
C. (eine Art Wasserschweine). Austd. 39, 1129b, s.: 
Das Carrbara. Oken 7, 829; Globus 5, 246a: Natur 
14, 331a = Chiguire: Kabiak, vgl.: Cävia. Meer- 
schweinchen. — Kaplaken (holl.), n., —#; uv.: 
Bez. der Primage (ed. des Primgeles), d. h. des 
Gelds, das der Schiffs-Kavitän noch über die 
Fracht empfängt, urspr. ein freiwilliges Geschenk 
(eig. zur Anschaffung v. Tuch ed. „Laken zur 
Karpe“, vgl. engl. hat-money, d. i. Hutgelr, vgl. 
Bier-, Nadelgelr rc.), dann allmählich zu rechtl. Ge- 
brauch geworden. — I. Capl-, Kapl-än (—), 
m., -(e)s; —e, äne: (s. Ss.) K. (Caxellan), in der 
kathol. Kirche ein einer Karelle vorgesetzter od. den 
Gottesdienst darin leitender Geistlicher; dann auch 
Hilfsprediger u. in der evangelischen Kirche- 
Diakon: Eine Kaplänin. .. Meine Karläne. IP. 
Wahrb. 4, 291 2c.; Des Hauses OÖsterreich Erberz- 
bof-K. Gartenl. 16, 151b; Haus-K. Uicolai 9, 8; 
Hof-K.: Die Orden skarläne. Naumer Tasch. II, 5, 
303 (i. Prior); Einen Unter-K., etwa einen Semina- 
risten des Klosters. W# üler Faur. 2, 98 2c. -i., f.; -en: 
Wohnung Pfründe eines Karlans. Guskow 3. 2, 
52 ꝛc., K.-Kommene (s. d.). — II. Kaplan (türk.), 
m., uv.; —#er, (—tar. Erenzb. 26, 4, 269): Leo- 
pard. — Kapno-mant (gr.), m., —#n, —; —en: 
Einer, der aus dem Rauch wahrsagt. Dazu: 
K-ie. f.; isch, a. -möôr, n., -e)s; 0: ein 
Bestanktheil des Holztheere ls. Uatut 14, 261b :. 
— Cäpo (it.), m., ur.; zi: Korf, Haurt: C. 
di societal—t#schie—, s. Kamorrif; C.-bändo, Ban- 
denführer, Räuberhaurtmann. Hurangelo 143; 165; 
Ual 3. 21, 57 3 2c., vgl. C.-tasto; -illa 2c.; Kav 
(s. d.), auch: Anfang: Ich komme mit meinem buon 
c. d’anno [„guten Jahresanfang“, Glückwunsch 
zum Neujahr]) zu frät. platen 7, 61 2c., vgl. Da 
(s. d. 2) c. — Häpotc)k, m., u., —s; —: Art 
Pflanzenwolle, bes. zum Füllen der Betten (st. der 
Daunen) u. zu Polstern dienend, — u. der diese 
Samenwolle liefernde ostind. Strauch, Bömbax 
pentändrum s. Eriodéndron anfractuösum, s. Uat3. 
Kappe 615 
22, 398; In Hellam hat sich das K. bereits eingebür- 
gert. ebd. — Capon (frz. —öng), m., 5: Gauner. 
—Capon--e (it.), m.p—; -i: Dickkopf; ein Fisch. 
Gregorevius Kors. 1, 115. — Taponniere (irz. 
jãr), f.; —, —n: (vgl. Capanne) Hürte, woraus 
man im todten Winkel liegende Strecken befestigter 
Werke durch Kleingewehrfeuer 2c. rasierend be- 
streicht (s. Koffer 25): Revers (s. d. 1e) C—n#. — 
Caponnkeren (frz.), intr. (haben): gaunern. — 
Kapor (hebr.), adr.: karbres: Sonst macht mich 
ras Fieber] der Neugier k. ##schmidt VoetBr. 67. 
-ah, f.: „Sühnopfer“: In der sog. K. In den 10 
Tagen vom jüd. Neujahr bis zum Versöhnungstag neh- 
men die Juren einen Hahn (od. eine Henne, je nach dem 
Geschlecht des Darbringenden), schwingen ihn unter Ge- 
beten um den Kerf u. sagen, die Sünde sei von dem 
Haurie des Orfernren auf das Orfer übergegangen. 
Uodenderg Insc#eil. 2, 205, s. Karores. — Caporäl 
(Wan. 2.), m., —#; -es, —: „Anführer“, nam.: 
Der C., der oberste Leiter der Arrieros [J. d. .#nzb. 
24, 1, 310; 311; 315 1c. (s. Korporal u. postiche). 
e(it.), m., —; -i: Mit Hilfe der Caporali, welche 
aus Volkstribunen allmählich zu kleinen Tyrannen aus- 
geartet 2c. Gregoropfus Cors. 1, 25; 26; 86 2c. — 
Kapöôres, adv. (s. Ss. u. Kaporab): zu Grunde 
(gerichtet), kar utt: K. sein, gebn, machen. — Cap-ot 
(frz. —5): 1) a.: zunächst im Karten-, z. B. 
Pikettiriel, wenn der eine Spieler alle Stiche, der 
andre also gar keinen macht: Zener macht, — Dieser 
wird od. i (fapott, kaputt, s. d.), danach 
verallgemeint: Gar nicht k. zu kriegen. Hausbl. (66) 
4, 276; Eine Wendung, die den Herrn Hauptpasior 
wobl k. machen soll. k. 12, 506 2c.; Drum mach den 
Wein im Glase kapött. Bagsgelen 2, 200 2c. — 2) m. 
(n.)) —; —8, Se: C., Capot(t)e, Carütt 
(l. d. u. Cappa), Rock, meist aus flauschigem Stoff 
(K.-Tuch) mit einer über den Korf zu ziehnden 
Karre (s. Karuz 2c.) daran; auch solche Kapre 
allein. — Capotage: s. Cabotage. — Capotäst-o 
(it.), m., —; -i: „Tastenanfang“, das obre Ende 
des Griffbretts bei Saiteninstrnmenten. — Cap- 
ote, f.; —n, —s: (s. Capet 2). Harimann Letzt. Tag. 
74; Den Waffenrock durch die im Sommer, wie im 
Winter bequemere K. ersetzt. Ual.3. 20, 158 2c.; auch: 
eine Sorte Karern (s. Nonpareille). Encykl. f. Kaufl. 
46 4a 2c. ötte, f.; —n: (s. Carot 2): Roiher Man- 
tel mit gleichfarbiger K. Auerbach Tag. 221; Eine 
lederne K. hatte er über Nücken u. Korf gezogen. Soht 
Sürr. 1, 3 c. — Capou: s. Karu. — Capovill-a 
(it.), m., uv.; —s, -e: Orts-Oberhaupt. -- Vor- 
steher, z. B. in Dalmatien. Na#3. 20, 155.— 
Cappa (mlat.; it.), f. [8 24, 1); ze: Kapuze 
(l. d. u. Capot 2). Weiss Kofi. 2, 685; 699 1c.; C. 
chorälis der Geifllichen (Cborkarpe); Notbsammtene 
Mutze (kappa) mit starker Golrquaste lin Dalmatienl. 
Slodus 6, 235b. asion, n., —; ia: runder breit- 
krämriger Hut des Patriarchen v. Byzanz. Weils Koft. 
2, 135. Tätus, m. s8 24, 21: in eine Karpa ge- 
hüllter Büßer, MzZ. auch: Die Karvräten. — 
Kô#pp-e (schwed.), m., —#; -n, -ar: Getreidemaß: 
Die Tenne (Tunna) hat 32 Karpar. Encykl. f. Kauf.
        <pb n="632" />
        616 Kapper 
113a. — Kapper, f.: s. Kaper 1a. — Capperi! 
tit.), intoni.: potztansend! 2c. hammer Meinn. 214. 
— H-Näppi, n., —#; —: „Käppchen“, Art Sol- 
datenmütze, urspr. in Ostreich: Man sah die ersten 
österrelchtschen Kos aus dem Walde herausschimmern. 
Wachenhusen Tag. 45; Kön. Boll. 21; Garlenl. 14, 
76 1a; 768a; sewald Genf 213; Die Schutzleute wer- 
den statt der Helme K—s erhalten. Volksz. 13, 266 cc.; 
Sein Schirm-K. Zazar 16, 79 a :c.; Einen kähn- 
lichen Tschafo. Illustr. Zeit. 46, 335b te.; auch: 
Korporalsuniform mit dem Kepi. (eb. Bild. aus Patis 
II 2, 112 K. — Kapplakhen: s. Kaplaken. — 
Capr#-jo (it.), m., —#; -di: Ziegenhirt. Berlepsch 
A. 101. Ticciétto (-itsch-), m., —; —S, ti: klei- 
nes Capriccio., Ticcio (itscho), n., —##; —8, -icci: 
Launc, auch personif.: Wirklich führte der Geist C., 
„ille schéns auimés et pectora vérsans sbiritus, 
ã capreis montänis nömen adcptus“ liener nach den 
Bergziegen benannte Geist, der die Seelen kennt und die 
Herzen lenktl, den Vf. unvermerkt weiter. W. 12, 155; 
15, 164 u. 313 „c.; ein Kunstwerk, nam. Tonstück, 
worin der Künstler ganz seiner Lanne folgt (ogl. 
Phantasie 5; Boutade; Ghiriblzzo); A c. (Mus.) 
acd libitum. -iccioso, a.; launenhaft; nach Laune 2c. 
ZSice (frz. —iß), f.; —: (s. Capriccio) Eigensinn, 
Laune 2c.; auch (Feuerw.) eine Zusammenstellung 
v. bald rechts, bald links sich drehenden Brändern: 
„Kaprizen. Marmarsch 1, 778. Jiciéren, refl.: sei- 
nen Kopf auf Etwas setzen, eigensinnig u. hart- 
närkig darauf bestehn; seltner: [Sol kapricio- 
nierte ich mich darauf. Spiclhagen Pr. 5, 24 2c.; 
auch: Kapricierung auf eine Idce. Meihner Sans. 
2, 186. Ticiös, a.: eigensinnig; launenhaft. 
isicicren, tr.: weibl. Feigenbäume künstl. durch 
Feigengallwespen befruchten. -ifihatiön, f.; -en: 
Kaprificierung. Tournesont 2, 32 ff. Cisole (v. 1, 
35), f.; —m; Gisolinm, n., —; len (§24, 2, n. : 
Geißblatt, ogl.: Caprifoliacekn, geißblatt- 
artige Pflanzen. -icolisch, a.: bockömäßig it.: 
K-e Geißsprünge. fischatt (Wackern. 3, 19129). 
Sicoruus, m. I§ 24, 21: Steinbock, bes. als 
Sternbild (auch Caper, s. Arĩes 2). Circalus (s. d.) 
capriccrni. -imülgus, m. [8 24, 2): Ziegen- 
melker, Nachtschwalbe. -n: als Bstw.: In der 
Butter finden sich, mit Glycerin verbunden, die K.-, die 
Kaprön= u. die Kaprhl-Szure r. -inus, a.: zu 
Ziegen gehörig 2c., bes.: De läna caprina streiten 
(W. 15, 234 2c.), viel Worte machen (31, 302) 2c., 
um Ziegenwolle (s. w. HB. 1, 257) — um des 
Kaisers Bart ie. iole, f.; —: 1) (s. Cabriole) 
Bocks-, Luftsprung rc., Grimasse, auch übrtr.: 
Kn machen, schneiden (vgl. Kaper 1b). — 2) Bez. 
einer Modetracht des 18ten Jahrh.: Eine Dame mit 
elner K. u. einer Saloppe. Möser Ph. 1, 1; Alle Riech- 
sächelchen, Klunkern u. K-n französischer Schöngesster. 
Aünchhausen 24 c. iolen, intr. (haben): Bocks- 
sprünge machen. v. Sh. 2, 235; 505. Tiolieren, 
intr.: kapriolen; tr.: mit Kapriolen begleiten, 
ausführen: Kapriolierte Pas (s. d. 1b). Düringer 
848. iolisch, a.: s. caprlcolisch. Jotine: Kn- 
od. Hlppuriten- (s. d.) Kalk. — Kaproglen, n., 
Captus 
—(e)s; 0: (Chem.) eine aus gleich viel Äquiva- 
lenten Kohlen= u. Wasserstoff bestehende Flüssigk. 
(C2 #2). fnormarsch 2, 762. — I. Kapsa (russ.), 
m., —s: —8: Art Fisch. Kohl Sudr. 1, 172. — 
II. Caps-u (lat.), f. [8 24, 11: Behältnis, 
Schrein.Cuhl 2, 129. ärius, m. (§ 24, 21: 
z. B. in den altröm. Bädern, der die Sachen der 
Badenden bewachende Aufseher. ebd.; ferner: 
Knaben v. vornehmem Stand hatten, wenn sie in die 
Schule gingen, einen besondern Sklaven hinter sich tra- 
ben, der die Rollen in einer Kapsel trug u. daher c. 
hieß. Böniger Sab. 88; Weise Kost. 1, 1336 cc. 
élla, k. 18 24, 1): Käpselchen 2c.; (Pfl.) Täschel- 
kraut. icin, n., —e)s; 0: ein im Capsicum 
enthaltnes Harz. icum, n., —#; —8 8 24, 2, 
n. ): spanischer Pfeffer (s. Paprika, Peperone). 
llis, f. 18 24, 3, uv. ]: Entzundung der Linsen- 
kapsel des Auges. — Capflan: s. Cabestan. — 
Capful (lat.), f.; —n: veralt., alterth. st. Kapsel, 
z. B. Gutzkom Königsl. 12. Ja, f. [8 24, 1): Kap- 
sel (s. d. Ss.). -är, -dris, a.: kapselartig, auf 
eine Kapsel bezügl. 2c. ation, k.; —en: Beförd- 
rung v. Schriftstücken in verschloßnen Behältern 
(Kapseln): Daß Die, welche dem Konses nicht beiwoh- 
neu können, vermittels einer durch den akademischen 
Mlnisterialis verrichteten C. ihre Vota abgaben. Kank 
W. 11, 2, 166. itis, k. [8 24, 3, uv. ): Cap- 
sitis. — Captain (engl. fäptin), m.. —#8: —8: Ca- 
pitän. Gerstäcker WW. 3, 140, z. B. auch in den 
Lancaster'schen Schulen, die Aufseher über mehrere 
Abtheilungen u. die Monitors (s. d.), selbst wieder 
unter den C.-Generals losbennerälls stehnd, s. 
Kohl Engl. 2, 235. — Capt-ätio (lat.), f. [8 24, 
3, önis]: das Haschen nach Etwas, z. B.: C. bene- 
voléntie, nach Wohlwollen, — bes.: eine Wen- 
dung, wodurch der Redner sich die Gunst des Hörers 
zu erwerben sucht; C. verbörum, das Haschen nach 
Worten, Phrasenjagd 2c. -ation, k.; -en: Cap- 
tatio. -ator, m., —8; ören (§21, 3, öris]: Einer, 
der nach Etwas hascht, z. B. Erbschlelcher. 
atörisch, a.: in der Weise eines Captators. 
jeur (frz. —er), m., —; —§s, —e: „der Wegnehmer 
eines Schiffs od. einer Ladung“. Heyse; Aufbringer 
(preneur). —i| : s. koptio. Ziön, f. —en: das Fan- 
gen u.: etwas Verfängliches. -iös (G. 39, 279; 
153); Ziös (38, 12; 24), a.: verfinglich. 
Ziosität, f.;0: Verfänglichk. -iöfus, a.: kaptiös: 
Positiönes captiöse, verfängliche Fragstellungen 2c. 
iv, a.; gefangen, gefesselt 2c.: Eine Fabrt im —en 
Ballon. Salon 2, 247, frz. ballon captik, Luftballon, 
der, durch Taue gehalten, nur bis zu einer best. 
Höhe steigen kann und dann zurückgezogen wird, 
vgl. (engl.): Dem Eigenthümer des Cäptif balloon 
n]. Volksz. 1 7, 122; Uais. 22, 242. -ivaliön, 
f.; —en: Kaptivierung. Jivferen, tr.: gefangen 
nehmen; auch übrtr. z. B. das Urtheil 2c.: So zu 
berichten, daß die Meinungen nicht kaptiviert werden. 
NPitaval 36, 78. ivilät, s.; —en: Gefangenschaft, 
Haft. ür, k.; —en: Gefangennahme, Verhaf- 
tung: K.-Befehl 2c. Zus, m. [8 24, 1: Fassungs= 
vermögen: Ad — od. ulira — cähtum, diesem ge-
        <pb n="633" />
        Kapu 
mäß — od.: druͤber hinaus. — KRäpu (tuͤrk.), 
Mn.: Thür, Pforte (s. Kapi), z. B. (s. Hammer 10, 
352): K.-Aga, Oberhofmeister des Serai; K.= 
Kuli ks. u. l, Pfortensklaven; K--i-Aga, Häscher- 
wache; K.-Oghlan, Verschnittne, Thorwärter des 
Haremes; K.-Oghlan-Kialasi. Vorsteher der 
Kapuoghlan; ITschauschleri, Pforten- 
tschausche; K.-Tschokadar, Pfortenkammerdiener 
1c., vgl.: Ein v. seinen Mitbürgern abgeordneter ser- 
bischer K.-Kiaj a. Cuobech 1, 226 2c.; Die regulären 
Janitscharen, die, Kapon Couly '/. o. od. Skla- 
ven der Pforte. Zinkeisen Rev. 1, 26 2c. — Capua, 
n., —s; 0; eine Stadt in Campanien, verrufen 
durch ihre Uppigk., die z. B. auch Hannibal's dort 
ihre Winterquartiere nehmenden Truppen verweich- 
lichte, danach übrtr.: Ich gestattete dem behagl. ein- 
gerichteten Zimmer nicht, mein K. zu werden. Hartmonn 
Nat. 3, 68 rc. U. bes.: Das Gluck, auch das schönste, 
wird zum K. der Geister. AdEwald Nf3. 2, 127; Gutz- 
kow Schön. Stund. 210; War Paris auch unter Louis 
Philipp schon ein K., so war es doch noch ein K. der 
Geister; jetzt ist es ein wüstes Pandämonium. Uat. 21, 
37. — Lap-üce: s. Kapuz 2c. xTuchon (frz. 
—üschöng), m., —; —: Kavpuze (s. d.), nam. als 
Damenmantel mit Kappe: Flanell-K. Salon 2, 738. 
nein 2c.: s. Kapuz 2c. -ucine (Cußin), f.; — : 
auch eine Sorte Kapern (s. Nonpareille). Eneyhl. 
f. Kaufl. 464a. — Kapudän (türk.), m.: Kavitän, 
— bes.: K.-Beg, Admiral; K.-Pascha, Groß- 
admiral; Marineminister (Crenzb. 26, 1, 291), 
val.: Parrona-Beg, Vireadmiral; Rehala-Beg, 
Contreadmiral. — Kapüdschi: K. Kapidschi. — 
Kapuck: s. Kapock. — Capulus (lat.), m. /§ 24, 
2]): Sarg. Guhl 2, 377, sargähnliches Fahrzeug. 
Vobrik 159a. — Kapunln)ieren, tr.: kaputt 
(s. d. II 1), entzwei machen (vgl. Ss.: Kapaun, 
ham- ). — Kapürue, f.; —n (am frischen Haff w.): 
Hünengrab. Globue 7, 83a. — Kapüsla (russ.), 
0: Kopfkohl: Rüben u. K. Kohl Pet. 1, 323, 
"(. Kapuster (Grunkohl). Globus 7, 237 (s. 
Kappes. Ss.). — I. Cäp-ut llat., § 24, 3, n., 
-Titis!): Haupt. Kopf, Hauptstück (s. Kapirel) 2c.: 
C. melanchölicum st diäboli balnsum ltrubsinniger 
Kopf ist Teufels Badl, sagt das lat. Sprichwort. Wester- 
mann 3, 12 Oa 2c.; C. cnæ — förcula, der Haupt- 
gang des Mahls, im Ggstz zum Voressen u. Nach- 
tisch. weiss Kost. 1, 1026 2c.; Cuêt cäpita, töt 
sénsus, viel Köpfe, viel Sinne 2c.; Capita pro- 
ponénda, die (dem Landtag) vorzulegenden Stücke, 
Gesetzvorlagen 2.; Capitis diminütio (s. d.); 
Cäpitec#nsi, im alten Nom die letzte Klasse der 
Bürger, die beim Census (s. d. 1) frei ausgingen 
u. nur nach Köpfen in der Bürgerrolle mitzählten, 
s. w. HB. 1, 65, — auch verallgemeint (ogl. Pro- 
letarier; Numerus 1e 2c.): Das sind die Capite censi 
v. Paris. Nodenberg Par. B. 184 2c.; (Chem.): Den 
bei der Deslillation in den Verdampfungögefäßen blei- 
benden Rückstand nannte man . den Todtenfopf (C. 
mörtunm). prechtl 4, 104 (s. Kolkothan); auch 
bildl. G. 3, 205; 5. (Wackern. 4, 4 7 422); w. 30, 
80 2c., Er sah sich gezwungen, jede Theilung, Auflösung, 
Kapnziner 617 
Zusammensetzung u. Abklärung politischer Chemle durch- 
zumachen, bevor er glücklich bei dem Vitriol-C.= 
mortuum Ew. Gnaden anlangte. Uuge Jnniusbr. c.; 
cäpite lusquel ad cälcem, v. Kepf lbis] zu 
Fuß; Es capite, aus dem Kopf (Gedächtnis); ser- 
ner: aus einem Rechtsgiund, z. B. döbiti, hereditä- 
tis 2c., wegen Schuld, Erbschaft 2c., auch: Euo 
cunque cäpite, aus irgend welchem Grunde 2c. 
ln cäpita, nach Köpfen vettheilt, Gstz: in stüpes, 
nach Stämmen, — bei Erbschaften; Pér cäpita, 
nach Köpfen gerechnet #r. — II. Cap-, Kap-üt: 
1) a.: s. capot 1. — 2) m., —e)8; —e, —S: s. 
Capot! 2, z. B.: [Peregrinus Proteus] ging in einem 
schmutzigen „Caput“" v. grobem Tuch. w. 16, 9; Die 
gestutzten), Kaputte". 34, 293; Den jenischen Kaputt 
[Studentenrockl. Jachoriä 1, 53 81 2c.; Ein kurzer 
„ Caput rock“. W. 22, 118; 2051 „ Kaputrock". Luc. 
6, 409 2c. -üt, m., —es; —e: Kapuze: Einen Kapu- 
ziner od. Walrbrnder. Seinen K. w. 9, 29; Bei 
meinem (des Klausners] spitzigen K. 12, 108; 29, 
1586 cc., auch I.: Solange noch eine einzige runde od. 
fritztge K. ubrig ist. 31, 371, s. d. Folg. u. vrkl.: 
Ein ganz kleines Kapüuzchen. Riehl NN. 369; Zog 
er sich an ein grau Kapnzlein. Kladderadalsch 20, 
210 2c.; K.-Hut, Regenkappe. —ũze, k.; -n: 
([. Capot 2; Capuchon 2c.) Kappen-Mantel und 
Kappe: Hubsche Angesichterlauschen aus Kapuz' u. 
Linnen. Heine Rom. 59; Ein rosig aus weißer Flaum- 
K. herausblickendes Gesicht. WhItnsen Erbth. 164; Die 
beranfgezogene K. lewald W. 3, 296; Aus der K. ihres 
Mantels. Scherr Gr. 2, 139; K. ..„ diese sonderbare 
Art v. schwarzbraunem Mantel mit der spitzigen Kopf- 
decke. Scume Sp. 30 8 2c#5.; Kaputze [Neim: Nutze!. 
Rüchert Mak. 1, 89 2c. Auch für die mit der K. Be- 
kleideten (s. Kapnziner): Sich alle schwarzen u. brau- 
nen Cn der Christenheit uber den Hals zu ziehen. W. 
35, 171. Als Bstw.: K-n-Krieg, ein Streit der 
sich über die Kleidungsfrage im 13. Jahrh. in 
2 Orden spaltenden Franziskaner. Weiss Kost. 2, 
713; Einen K-n--Mantel mit beguastelem Rucken- 
zipfel. Hausbl. (65) 1,„ 378; Heyle N. 4, 64 2c. 
Tuzer, m., —#; uv.: Kapuz-Träger, z. B. als 
Name eines Berggeists. Mildheimer Liedert. 472. 
—- zig, a.: mit einer Kapuze versehn, in Zsstzg: 
Ein Individuum v. den spitz-e-en Zweigen der Familie 
res heil. Paters Franz v. Assisi. W. 35, 18. — uUzinade, 
f.; —: Kapuziner-, possenhafte Predigt, Posse 2c. 
G. '2u. 24 (ogl. 21, 122; 39, 54 2c.) 2c. uziner, 
m., -s6; Uuv.: Art Barfüßermönche mit sritzer Ka- 
puze an ihrer Kutte. DBiblioih. 8, 109323 ff.; Die K. 
verdienen .. den Namen der modernen od. christl. Cy- 
niker. W. 35, 47; Zum Kostüme lder Cynikerl dieser 
K. der alten Griechen. 16, 4 (s. Karmelit) 2c.; auch 
als Pfl. — Tropolum mit kapuzenförmiger Blüthe 
(K.-Blume): Einen uppig wuchernden K. mit seinen 
breiten, saftig-arunen Blättern u. goldgelben Blumen. 
Hachländer Stillfr. 1, 170 2c.; auch: eine Hyacinthen= 
sorte; ferner ein Vogel, GCymnocsphalus capuci- 
nus 2c. Als Bstw. z. B.: K.-Affe, Simia capu- 
eina 2c.;Bart, auch Pfl., Chenopödium scopäria; 
.Blume (s. o.), Tropsolum; K.-Holz #,, womit
        <pb n="634" />
        618 Kapuziner hast 
wir (K.] nachzuheizen suchen. König Saalf. 1, 308, 
scherzh. Bez. für Wein (s. u. — Rausch); K.= 
Kaper (s. d.), v. der K.-Blume;-Kloster; Kohl, 
Kapusta; -Kraut, Niglla damascöna; -Kresse, 
Blume; Kutte; mäßig (G. 24, 122), artig; 
Mönch; „Montierung, .= Mundierung, s. 
-Schaft u. montieren 2; = Motte, Phalckna capu- 
eina; -Nonne, N. des K.-Ordens; --Pater 
(Harmmann Nat. 3, 124); = Predigt (G. 39, 54, s. 
Sch. 324b u. Kapuzinade); Pulver, gegen Läuse; 
Rausch, derber (s. Holz u. Ggstz Jesuiten-R.); 
.Salat, lactüca capitäta;z -Schaft, Gewehr- 
Sch. mit Garnitur v. Holz od. Horn, s. tauhr 
Brev. 267 (vrsch.: Kapuzinerschaft, f.); = Streich 
(s. Kapuzinade); „Tracht; Tuch (w. 9, 30 2c., 
grobes zu K.-Kutten 2c.); K.-Witz steht. nicht 
im besten Geruche. W. 35, 47; K.-Zufälle (Pollu- 
tionen]l. Zimmermann Einsamk. 2, 289 20. — uzinerhaft, 
a.: kapuzinermäßig. Immermann M. 1, 133. 
nzinerin, f.; —-nen: Kapuziner-Nonne. 
— Uzinerschaft, k.; —en: Gesammtheit v. Kapu- 
zinern (vrsch.: Kapuziner-Schaft, m.). -uzinerkhum, 
n., -(e)s; 0: das Wesen der Kapuziner 2c. — 
Cappbära: s. Kapivara. 
Caque (frz. kak), f.; —-s: Tonne, Faß, z. B. 
für Heringe, Pulver 2c. Sprchw.: La c. sent 
loujours le hareng lßäng tushür le arängl, das Faß 
riecht immer nach dem Hering, — v. der unaus- 
löschl. Spur erster Eindrücke 2c. — Caqu-t (frz. 
kake), n., —# —5; --elage (-etäsh'), f.; —n: Ge- 
schwätz. -eleur (-tör), m., —#; —6,—e: Schwätzer. 
cleuse (-etöf), f.; —n: Schwätzerin. -etieren, 
intr. (haben): schwatzen. eloire (□oär), f.; -s: 
Klalschlokal 2c. 
Car: 1) (frz. lärr): denn, — z. B.: C. tel 
est notre plaisir (tell ã notr' pläsir), denn Solches 
ist unser Wille, — Schlußformel königlicher Ver- 
ordnungen r2c., vgl. Iæe u.: Der niedergeworfene 
C.-tel-est-notre-plaisir-Absolutismus. Scherr Bl. 
1, 2986.— 2) (engl. kär) m., —s; —##: „Karren“, 
leichter Wagen. Rodenberg Ins. Heil. 1, 148; 191 rc. 
(s. auch Jaunt); auch fem.: Die Street- (strit-, 
Straßen-] C., die eben vorbeikam. Garienl. 16, 5 44 b, 
d. h. Straßen= od. Pferde-Eisenbahn der Stadt, 
s. Cerstächer NReis. 1, 363; 380 2c. — 3) Kar: s. 
Char. — I. Cäro (it.): weibl. zu Caro ((. d. 2, 
auch carus 1): Schlag ihn dir aus dem Sinn, C. 
mia Imeine Theurel. Hamm Sh. 122; Seine c. 
moglie Imoôlse, theure Frau]. dazar 14, 32b. — 
II. Mara (türk.): 1) a.: schwarz, s. Hammer 10, 
352; Gerhard W. 2, 241 r. u. z. B.: K.-Gz; 
K.-Dag — Monte (s. d. 1a) negro 2c. — 2) m. : 
Karat (s. Cheky). — Karaba: 1) (gr. 2c.) f.; —: 
Art Schiff in der Levante r. (vgl. Karavelle). — 
2) (pers. 2c.) m., —#; 0: Bernstein. — Cara- 
banzes: s. Garbanzo. — Karabaũ, m., Sen; 
en: javanischer Ochse: Das plumpe Gespann der 
Kroßen, röthlich weißen K-en. Junghuhn Java 42; 79 2c.; 
Auf den K-en-Wegen. 11 ꝛc. — Karabélll)-a 
(voln.), f.; —s, zen: Funkelnde Karabelen od. Na- 
tienalsäbel an reichgestickten Binden. Dolksz. 13, 283 #c1 
Karäer 
— Carab- in (frz. —ing), m., —6; —: eig.: ein 
mit einem Karabiner Bewaffneter, — daher (vgl. 
carabinseren 1; Tirailleur, Plänkler), z. B.: Jemand, 
der bei Hasardspielen einen einzelnen Satz wagt u. 
dann aufhört od.: der ins Gespräch eine einzelne 
lebhafte Bemerkung hineinwirft u. dann aufhört 2e. 
ina (span.), f.; —s: Karabiner — u. (nach der 
Form) z. B.: „eine Masse aus gequetschrem Mais 
rollenförmig in Blätter eingewickelt u. gesolten ". Grenzb. 
24, 2, 996. inäde, s.; —n: Benehmen u. Thun 
eines Carabins. -iner, m., —; uv.: 1) kurzes 
gezognes Gewehr ohne Bajonett, meist als Reiter- 
waffe. Freiligrahh SW. 1, 72 u.; Reiter -K. Gartenl. 
17, 51 3a 2c.; Serbische Fußknechte! . Streuet Pulver 
auf die K.. Mit den bunten K.-Flinten. Laloj) 2, 
281 (vgl. Djeferdan); K.-Stöße, mit welchen ein 
Reiter ihn regalierte. Lalon 1, 402 2c.; Zündnadel 
K. Volksz. 1 4, 15 8 2. („Carbiner“. Simplicissimus 
1, 2412). — 2) K., K-Haken, Art H., Etwas auf- 
zuhängen. Püringer 904. -inkro (span.), m., ; 
—6: Carabinier: Mehrere C—# del Reyno, eine Art 
Douanenwache, bestiegen das Verdeck. Zastiano 3; 306. 
Zinikr, m., —(e)ys; —e: Art Kavalleristen, — nach 
dem Karabiner, womit sie bewaffnet sind od. 
waren: Wie ist's, Bruder K.? [Reim: hierl. Sch. 
320b; zumeist in frz. Ausspr. Cinje), Mz.: C—. 
Volksʒ. 15, 217 2c., — vgl. it.: Carabiniéèr-e, 
MzZ. i, z. B.: Das Kerps der Carabinieri mit 
20000 Mann. Ualß. 20, 515 c.; Die röm. Cara- 
binieri (bei uns zu Lande Gensdarmen genann:t). 21, 
101; Eutzkom 3. 8, 150 2c. Zinferen: 1) intr. 
(haben): plänkeln (vgl. tiraillieren), auch übrtr., 
s. Carabin. — 2) kr.: einen Gewehrlauf mit Zügen 
versehn, reifeln. — Karabögra (türk.), f.; —#: 
eiserner Halsring zum Fesseln Gefangner. Glodus 
, 35b. — Carabösse, f.; —: Name einer bösen 
Fee. w. 1, 248, auch antonomastisch: Trotz allen 
C-n. 12, 116.— Caracho (span. -ätscho), interj.: 
als Ausruf, etwa — Donnerwetter! 2c. CGeräcker 
W W. 1, 21; 3, 50; Pench. 1, 61; 73 ꝛt.; auch 
subst.: Wenn du dich nicht bald auf die Beine machst, 
mein alter C.! 300 = Donnerwetter-, verstuchter 
Kerl.. — Karadag: s. Kara 1. — Karadsch: 
s. Chararsch. — Karadschüdsche (türk.), m., —: 
s. Karagenz. — Karäer (hebr.), m., —#; uv.: 
eine jüd. Sekte: Die K. (v. karä, lesen, da sie nur 
das geschriebne, aber nicht das mundl. Gesetz anerkennen). 
KAag. d. Ausld. 36, 318; 35, 484b; Einige Karailen 
od. K. pelermann Or. 1, 231 r2c., vgl.: Das seminische 
Wort kara bed. soviel als: in der Schrift lesen. Davon 
ist das Wort Karai (Karal) seviel als: schrift- 
getreu gebildet, v. welchem Singular wiederum der Plu- 
ral Kara#im (Karaften) lautet. Die beilige Schrift 
der Mohameraner, der Koran, hat v. derselben semi- 
tischen Wurzel ihren Namen. Kohl Südr. 2, 257; Die 
Deutschen u. Russen nennen auch die Karasten, indem sie 
rem hebr. Pluralis noch ihre eigene Plural. Endigung 
anhängen, Karaimen. Bei den Ungebildeten ist dann 
dieses Lirpen.M sogar in das Lippen-B übergegangen 
u. es unterbielt mich ein dortiger Bürger v. den Ka- 
ralben Odessa's. Kohl Südr. 2, 261-Karafs-
        <pb n="635" />
        Karaerre 
mus, die Lehre der K.; Karäisch, a. 2c. — 
Karaerre, f.; —n: Kararre (s. d.). — Caräff-a 
(eit.), f.; ze: weiße, meist geschliffne Glasflasche 
mit Glasstöpfel; auch als Flüssigkeitsmaß in 
Neavel: Der Wein-Carro hat 2 Botti à 12 Barili à 
60 (auf dem Lande aber 66) Carafte. Enchkl. f. Kaufl. 
596a 2c. e, f.; — : Caraffa. Kohl Pet. 2, 81; 
V. 1, 133 zc.; In krystallner Eis-K. Heigel Wo 136; 
Wasser-C. Sutzton 3. 5, 97 2c. -inc, f.; -n: 
kleine Caraffe. Karmarsch 2, 601, auch: Caravine. G. 
17, 393; 397 2c., vgl. auch: - Das Karfinl: 
bauchiges u. enghalsiges, gw. mit Deckel u. Handhabe 
versehenes Glas ". Schmiller 2, 328; Karfindl, in 
Kärnthen ein Tafelgeräth. Bazar 11, 368c. on (frz. 
—öng), m., —#§; —6: ein größres, gw. mit Eis ge- 
fülltes Gefäß, in das die Flasche mit Getränk zum 
Kühlhalten gesetzt wird. — Säragan: s. Karakan. 
— Caragäne, f.; —n: Erbsenbaum (Robinia 
caragäna): Dornige C—n-Gebüsche. Globus 4, 18. 
— Karagen#z (türk.), m.: Das chineüsche Schatten- 
sriel, in welchem der K. mit seinen obscönen Witzen die 
Hauptfigur ausmacht. Rosenkranz Poef. Gsch. 398; In 
ihrem lder TürkenJ chinef. Purpenspiel, Ko um den witz- 
boldigen K. (in Nordafrika Gargusse) Tudu, eine 
lose Dirne; Kararschüdsche, ein kuckliger Hans- 
wurst; Hofa, ein stutzerbafter Beamter u. Hadschi 
Aiwat, ein Uberstudierter sich versammeln. 399 cc., 
vgl.: Die entsetzlich naiven Schwänke des Karagös. 
Frankl Jer. 1, 158; Karagös, Das ist Polieinell. 
Hammer Memn. 234; Marionetten= od. Schattensriel- 
Theater, Kara-Göz, d. i. schwarzes Gesicht genannt. 
petermann Or. 1, 26; „Qara Goz“"“ (Schwarzgesicht). 
164; Karagus. püchler Süröstl. 3, 26 ff. — 
Caragölo (it.), m., uv.; -i: Name v. Kreisel- 
schnecken, z. B.: C. tondo (runder C.) — Tröchus 
värius u. C. tondo di mare — T. umbilicäris. Oken 
5, 146 ff. — Karagih)rusch (türk.), m., uv.; 
uv.: eine Münze — Solota (s. d. u. Grusch). — 
Karaĩbe, m., —n; — : Name amerikanischer In- 
dianer; auch, wie Kannibale (s. d.), verallgemeint: 
ein wilder, blutgieriger Mensch; daher auch: Von 
dem s. g. Ken--Fische. .. Die Zäbne bildeen eine 
Schneide, die so scharf ist, wie die eines Schermessers. 
Beißt der Fisch damit den Mann .. , so hat er auf 
keine Rettung zu hoffen; denn augenblickl. kommen, durch 
das Blut angelockt, Tausende v. den s. g. K-n heran- 
geschwommen, saugen sich an den Körrer r2c. Globus 1, 
54 a; s. ferner Karäer. — Kar-a#t, ram; äisch; 
-aismus; -ait: s. Karäer. — Karaka: Den K.= 
Baum lsauf Neuseeland). Slobus 1, 220a. — 
Kärakal, m., —#; —: s. Karakulak. — Kärakan 
(russ.), m., —s; —s: kleiner Sterpensuchs u. der 
Pelz desselben: Der K.-Fuchs, Cänis cdhragan 
ist kleiner als der Korsak [J. d.), oben wolfsgrau 2c. 
Prechn 11, 19 ꝛe., auch (dem Russ. gemäßer): 
Karagan, vgl. bei Heofe: Karangan. — Karäkia: 
Das Hauhan= ls. d.] Bellen bezeichnen sie (die Maoris) 
als K. Globus 9, 7a. — Karälchhe, f.; -n: 1) 
(nürk.) f. Kerake. — 2) (span. 2c.) in ältrer Zeit 
eine große, viele Stockwerke enthaltende Galeone 
(s. d. u. Argosy), auch: Kracke. Simplicisimus 2, 2202 
Karar 
619 
(Kragk. Brank Narr. Vorr. 1 5) 2c.; Bobrik 307a; 375a 
(ogl. Cracke od. Krak, dän. u. schwed. Lastschiffe mit 
3 Masten, aber ohne Stengen. 589b); Brem. W. 1, 
737 2c. — Caracoö (frz.), m., —; —S: veraltete 
Art Damen-Spencer mit schoßartiger Verzierung 
am Rücken. — Caracol-e (frz.), f.; —s: das 
Schwenken, Herumtummeln eines Pferds. -eur 
(Jör), m., —# —3, —e: Plänkler. -##en, inir. 
(haben): ein Pferd tummeln, schwenken, von der 
Reiterei: plänkeln. — HKarakor, f.; -en: Art 
Ruderfahrzeug in den ostind. Gewässern (s. Pagafe). 
Bobrik 375. — Caräcten, pl.: Charaktermasken 
(s. d.). — Karahtschi (türk.), m., —s; —8;: 
Räuber. Slobus 9, 35b. — Karakuläk (türk.), 
m., —#; —s: „Schwarzohr“, bes. als Bez. eines 
luchsartigen Thiers (auch Caracal). Hammer 10, 
353; Ohen 7, 1599. — Karakulükdschi (türk.): 
die „schwarzen Handlanger“, Scharwache. Hommer 
10, 353. — Carämba (span.), interj.: als Be- 
theurungsformel, Ausruf der Verwundrung rc. 
Gerstäer WW. 1, 20; 24; 31; 3. 116; Pench. 1, 
39; 42; Schirmer Aa###2. 1, 183 2c. — Carambol- 
age (frz. larangboläsh'), f.; —n: das Karambo- 
lieren. Te, f.; —: der rothe Ball im Billard u.: 
Art Billardspiel mit 2 gw. Spielbällen u. einem 
farbigen (der sog. C.), auch m.: Der Carambol. 
C'hombre 217; C.-Ball; Spiel. ebd. -ĩẽren, intr. 
(haben): seinen Ball so spielen, daß er ein Zu- 
sammenprallen mehrerer Bälle bewirkt — u. (auch 
refl.) zunächst von diesen Bällen: so prallend zu- 
sammenstoßen; danach verallgemeint: Wie die beiden 
lebenrigsten Menschen .. sich mit einander karambe- 
lierten. Arndl Erinn. 163; Wandr. 58; Die fremd- 
arligsten Gestalten u. Charaktere k. hier. Gartenl. 13, 
563a; Gutztom 3. 7, 156 r. --ine, f.; —n: der 
gelbe Ball im Billard (gw.: Karoline) u.: eine 
Art Billardspiel mit 5 Bällen 2c. — Caramel 
(frz.), m., —: —s: ein Körer, der durch Erhitzen 
des Rohrzuckers entsteht; nam. bei den Konditoren: 
durch Einkochen fast gebräunter u. dann erharteter 
Zucker (auch: Caramelle, f., z. B. Brust- 
karamellen, Art Bonbons 2c.); dann auch (Kochk.): 
braune Gallerte aus Rind= u. Kalbfleisch. — 
Kara-mürfal, -müssal, -muüffel, -muzzai, n., 
—8; uv.: Art Kauffahrteischiff mit einem hohen 
Mast, einem Bugspriet u. einem kleinen Besahn- 
mast. Bobrik 375; Hammer 10, 353, vgl.: Karmosal, 
n.: türkischer Schiferkahn. 9 #c. — Karandna, 
f.: Die glockenähnlich geformie K. od. den Schrein, 
welcher die beilige Religuie, den Zahn Budrha's [s. 
Dalara] enthält. WhHtine Welir. 1, 113. — Karan- 
gan: s. Karakan. — Karankas, pl.: ostindische 
gold= od. silberdurchwirkte Seidenzeuge. — 
Caranna, f.; O: ein balsamisches Harz, in Süd- 
amer. 2c.: Das C.-Harz zertheilt u. trocknet Geschwülste. 
Grenzb. 24, 1. 351 2c. — Carapa, f.; —8: ein 
Baum in Guyana 2c., dessen Samenkerne das C.= 
Ol od. buile (s. d.) de C. liefern. Oen 3, 1308 fl. 
— Karär, m.: Kriegseid bei den Tscherkessen: 
Wir balten den Zawa-K. (heiligsten Kriegsend) geleistet. 
O8ank 2, 43; Daß der heiligste K. uns binde. 46. —
        <pb n="636" />
        Kararre 
620 
Karärre, f.; — : Art Ruderschiff auf Borneo. 
Dobtik 590a. — Kar-at (frz.), n., —(e)s; -e, uv. 
(nach Zahlw., als Maßeinheit): (s. Se., vgl. Oken 
3, 1670 u. Quilate): ein Gewicht für Gold 
(— ½ Mark — 12 Grän) u. für Edelsteine u. 
Perlen (= 1 Grän): Wahres Gold von 21 Ken 
sod. K.]. w. 32, 13 (s. karatig); K.-Gut, De- 
manten, die weniger als 1 K. wiegen. Ptechtt 4, 
517. -äla: s. Palme. -atieren, tr.: Gold legieren. 
Sätig, ätig, a.: in Zsstzg m. Zahlw., z. B.: 
Ein karatige [Edel-] Steine . zehn karatige. Dbiecielj. 
40, 206, von 1, von 10 Karat Schwere rc. u. v. 
Gold: so u. soviel Karat in einer Mark haltend, 
z. B.: 24-karätiges Gold, feines, ohne Zusatz; 
18-karatiges, das 18 Karat Gold in einer Mark 
(od. in 24 Karat) enthält, also 6 Karat Zusatz 
andern Metalls; Das 1 4karatige Deutsch mit 10 
Karaten französischer Legierung. Börne Frzfr. 7; IP. 
Fat. 1, 168 1c.; Eln so 32 (2) karätiger Bösewicht. 
Wachenhusen Eva 71 lvollständiger 2c.). — Caratte- 
ristieo (it.), a.: s. Char 2c. u. Nota 2. — 
Hara- ül (serb.), m., —6; —#: Längs rieser ganzen 
Grenze bis Albanien hin stehen auf den Hugeln sog. 
K-S, große viereckige Hütten, die wie Warten aussehen; 
jeder solche K. ist zur Sicherung der Landstraßen mit 
7—8S# türk. Gensdarmen besetzt. Cnobert 2, 192; Den 
Ks, den Polizeiwachthäusern. 110 2c.; auch: K-en, 
d. h. Wachthäuser. .. Die Besatzung einer K-#e. In 
der K-a. Globus 7, 166brc. — Karaüsche, f.; —n: 
ein karpfenartiger Süßwasserfisch 2c., s. Ss. — 
Karavähn: s. Garra-Ali. — Karavän-baschi 
(pers.), m., —s; —#: Karavanenführer (s. Emir- 
al-Hadsch). f#z —n: 1) K., eine Gesellschaft tür- 
kischer Kaufleute od. Pilgrime, welche zusammen, ent- 
werer zu Wasser d. zu Lande, unter einer Bedeckung 
reisen. Bobrik 376, auch verallgemeint, nam. scherzh.: 
Wenn mit C-n wanrie. G. 4, 2; Einer C. keinem Zug] 
v. Faunen, Waldweibern u. Kindern. 30, 473; 19, 
209; 32, 314; Die Handelsgesellschaften, welche wir. 
Cn benennen (eig.: Kierwanen). Heeren 1, 30; 
Eine Caravan a. Simplicilsimus 4, 21 323; K. 2, 214½7; 
Indessen langt die schöne Karavan (die 3 Göttinnen) 
bei guter Zeit am Fuß des Ida an. W. 10, 31 1c.; (Die 
großen Karwanen od. Truppe v. Kranichen. Ahandler 
KlAs. 31; 46); Gautler-K. Salon 4, 360; Die 
Geister- K.!] Ja, sie kommt! vor den Kamelen 
schweben die gespenst'schen Treiber iu. Freiligralh SW. 
1, 240; Die Ruckreise der Gesandten -K. 
Monalbl. 1, 313b; Handels-K.; Gingen wir 
als Pfadbrecher der Nievderlassungs-K. voranf. 
Gtenzb. 24, 1, 234; Hadschi= od. Pilger-K. 
(s. Harsch); Salz= K. Koner Barth. 16; Schlit- 
ten-K. Grube Ch. 1, 19; Die der Schmerzeus-K. 
Israels vorangezogen in der Wuste. H.ine Rom. 221; 
Wagen-K-u. Globus 5, 4b; Whheine Weltr. 2, 122; 
Kohl Südr. 1, 25 (s. Obosi 2c.); Handels= u. Wall- 
fahrts-K-nu. G. 1, 231; Brachvogel Mich. 1, 82 rc.; 
Die Zins-K. [den Tribut Uberbringend]. beine Rom. 
7 „: K-n= Fahrer, auch (nach Heyse) ein Schiffs= 
hauptmann, der auf einer großen Seereise nach 
andern außer seiner Bestimmung liegenden See- 
Carbol 
häfen besondre Frachtfahrten macht; Auf seinen sdes 
Bulgaren] K—n- Fahrten. Cob#### 2, 176; K-n- 
Führer; „-Handel. Hetten 1, 31 ff.; Die Enrfer- 
nung 50 K-n-Stunden. Augsb. 3. (1844) 
1706a; -Thee, v. China durch Ken uüber Ruß- 
land zu uns kommend; -Weg. Slobus 8, 289a; 
Monalbl. 1, 315b „:c. — 2) K. Es bießen auch ehe- 
mals so die Kreuzzüge, welche die Malteser Ritter all- 
jährlich gegen die Türken unternehmen mußten. Bobrik 
376; pühler Südöstl. 3, 37; Raumer Tasch. 2, 5, 
266; Schüching FrR. 8 5; Gräais. 2, 95 2c. Zenhaft, 
a.: karawanen-artig, zähnlich: K-#e Wolkenzuge. 
fcankl Jer. 1, 423 rc., vgl.: Die ganze Choroana od. 
die caravänische Kamelsaum- u. Gesellenschar, die 
von u. auf Mecha zieben. Fischack Garg. 222a 2c. Zer, 
m., —5 ; uv.: Theilnehmer einer Karawane: Die 
Hadschl-K. Auslid. 38, 1037a 2c. —eräl, (er#), 
f.; —en; n., —5S; —#: Karavanen-Herberge (s. 
Chan 1b; Okel; Serail): Ihr Bazar u K. [Reim: 
Reib'l. Fteiligrah SW. 256; Eine K. Wygeint Weltr. 
2, 190; „Karavansereien" erbaut. pelermann Or. 1, 
184; „Karavanseraien". 2, 215; Da es hier keine 
ordentliche „Karavanserai“ gab. 210; Dessen .. Hütien 
zu „Karavanserai's“ dienen. 244; fem. 158; 159; 
168; neutr. 164 2c.; Großbherrliche „Karawanserais“. 
.. Das „Karawanserai“. CU####2, 182; 200; Die 
Pforten deiner „Karawanserei". Spielhagen Zw. Stund. 
6; „Han“, eben Das, was Karavan= od. Kirwan- 
Serai. w. 20, 353. — Karav-lr, elle, f.; —n: 
Name v. Schiffen, zumal bei Portugiesen, Spva- 
niern u. Türken, s. Bobrih 376, z. B. Humboldt Kosm 
2, 478 2c., vgl. Karaba 1 u. „Crauel’ [— Kravell. 
n. Waldis Es. 3, 5136; 4, 13, 7. — Caraodine: 
s. Caraffine. — Karawän 2c.: s. Karavan 2c. — 
Karäwe, k.: in Ceilon, die Kaste der Fischer. 
Wyseine Weltr. 1, 85. — Karbatiue (gr.), k.; 
—n : Art Bauernschuh aus ungegärbten Fellen. 
CTafel Kenophon 870. — Karbatsch-e (türk. 2c.), 
f.; —n: 1) (s. #s.) lederne Riemenpeitsche mit 
lederüberzognem Stiel. Simplieissimuo 2, 2038; 
2067 2c. (lauch: Mit der Karbei#sch. 20718); K-n- 
Hiebe. Globus 4, 39b, vgl.: Den Kurbarsch. 7, 
29a; 11, 227b; Stock u. Kurbatsch (Peitsche aus der 
Haut des Nilpferds). Geiube Ch. 1, 220; Mit Kur- 
batschhieben. allmerayer GsW. 1, di1; Die Kar- 
w atsche. Westermann 3, 256: 257 c. — 2) Karbarich- 
Bauer, der nur ein Karbatsch.Wägelein (schlech- 
tes Fuhrwerk) hat. Schmeller 2, 320 c. — 3) Sol- 
daten-Hure. ebd. -en, ir.: mit der Karbatsche 2c. 
peitschen. v. 1, 115; Simplicifsimus 2, 20 318 2c. (Den 
ich karbe itscht hatte. 2074; 1, 12219); Ihn abk. 
Aucebach Leb. 2, 334; Ihr den Buckel auf- u. abk. 
Spindler Vog. 1, 68; Ihn tüchtig durch-zu-k. Auer- 
bach Dorf 1, 286; Will's Volk schon heim k. Klinger 
Seid. 91; Karbatschte ibn so artig ans seinem schönen 
Pelz beraus strieb ihn k—-d heraus]. Künchdausen 
30; Einen (Blumauet 2, 179), sich mit Einem berum- 
k.; Ich wurde „zer karrbäitscht“. Simplicissimu#s 1, 
1229 c. — Röärbe, t.; 0: Kümmel: Cärum 
cárvi (s. d.). Waldau Nat. 3, 210. — Cärb-o 
(lat.), m. [8 24, 3, önis)]: Kohle. -ol: Ein in
        <pb n="637" />
        Carbolein 
England sehr verbreitetes Desinfektionsmittel ist das rohe 
Kreosot (die K.= od. Phenylsäure)... Als k.saurer 
Kalk u. k.-saure Talkerde (Magnesia) gemengt, wird das- 
selbe unter dem Namen v. Mac-Dougoll' (eines engl. Che- 
mikers) Pulver vielfältig angewandl. Volksz. 14, 314; 
Karmorsch 2, 27; 500; Uot3. 21, 419 2c. Tolein, 
n., -(e)s; 0: eine feste Masse aus gepulverter 
Kohle mit Ol, als Heizungsstoff. -ön, n., —; 
0: Kohlenstoff; auch: E. od. Carbonat, derber Dia- 
mant in feinen, körnigen, porösen Aggregaten v. dunkel- 
schwarzbrauner Färbung zum Bobren od. Schleifen 
andrer harten Steine. Ausld. 39, 1185b. onaäde 
(frz.), f.; —n: rostgebratnes Fleisch, u. zwar gw.: 
noch am Knochen fesisitzendes Rippenstück: Kalbs--; 
Schweine-K. 2c. Jonado, m., —s; —: Der schwarze 
Diamant od. K. Globus 9, 320b. -onäri, m., —8; 
—#6# : Carbonaro (s. d.), „Köhler" (s. Karbunari), 
— Name einer geheimen volitischen Gesellschaft in 
Italien: Gefahren, die den C—s gerroht. Gutzkow 3. 
2, 33 rc.; Antonelli. Er ist ein alter C.-Zäger 
I1Verfolger!. Durongelo 193; danach: ein weiter 
ärmelloser Männermantel u.: eine Art des Boston- 
spiels. onaria, s.; —s: eine Verbrüdrung, Ver- 
bindung v. Carbonaris. -onärisch, a.: v. den 
Carbonaris ausgehnd, ihrer Weise gemäß te.: 
Die c.,Zeen Verschwörungen. Gutzkow Z. 5, 302 cc. 
onarismus, m., uv.; 0: carbonarisches Wesen 
u. Treiben. 2, 37 ldas Carbonäritbum). 
onaro, m., —; ri: (s. Carbonari): 36; 7, 19; 
C.-Loge. 303; Er sei nie ein C. noch Calderaro ge- 
wesen. Grenzb. 26, 3, 332; Durangelo 240 21c.; Der 
dunkelblaue C. mit rothem Sammetaufschlag. sewald 
Genf 113. -onät, n., -e)8:; —e: kohlensaures 
Salz, s. auch Carbon. onescieren, intr. (sein): 
zu Kohle werden. -onctto, m., —; ti: Art 
schwärzlicher Koralle. -onnum, önicum, n., 
—s; O (§ 24, 2, n.]): Kohlenstoff. -önicus, a.: 
kohlensäurehaltig, kohlensauer: Nätron; Férrum 
(s. d.) carbönicum 2c. onisatiön, f.; —en: Ver- 
kohlung. -onisieren, tr.: verkohlen. onös, 
a.: kohle-, kohlenstoff-haltig. — Karbowauetz 
(russ.), m., uv.; uo.: Silberrubel. Kohl Surr. 
1, 164 cc., auch: Karbowe netz. 2, 187. — Karb-- 
- unäri, m., —; —: Köhler (in Bosnien tc.). 
C-Kobert 2, 24 (s. Carbonari). -nkel, m., —6; 
uv. : s. Karfunkel: 1) bösartig brennendes Ge- 
schwür. — 2) Art Edelstein. Zinkgräf 1, 252 rtc. 
unkulatiön, f.; -en: Brand in Pflanzenknospen. 
urek, n., -(eys; —e: eine Verbindung mit Kohlen- 
stoff, s. Poly-k. — Carcel (ß6l): Nach dem ersten 
Erfinder (C. in Paris, 1800j pflegt man wohl alle 
Uhrlampen überh. auch C.-Lamven zu nennen. Kar- 
marsch 2, 552. — Cärcer (lat.), m. (n.), -s; uv. 
[8 24, 3, is): bes. in MzZ.: Cees, die Schranken 
der Rennbahn. Cuhl 2, 153; 324 2c.; ferner: 
„Kerker", nam.: Schul= u. Universitäts-Gefäng- 
nis: Ins K. sperren. Sch. 324a; Schul-K. Holiei Es. 
1, 130 rc. ärius, m. [§ 24, 21: Kerkermeister. 
Säticum (&amp; 24, 2, n.): Gebühr des Carcerari#. 
Sation, f.; -en: Einkerkerung. - keren, tr.: 
kerkern (z. B. verallgemeint Sach 5, 414d); 
Cardinal 621 
Einen ein-k. Fmũler 2, 45 ic. — Karchärias (gr.), 
m., uv.; uv.: Haifisch. — Carcher-a (it. kark-), 
f.; -e: Ledergurt der Korsen für die Patronen. 
Sregorooins Cors. 1, 120; 2, 108 (Carcchera. Hart- 
mann Letzt. Tag. 108; 111).— Karchesi-on (gr.), 
usm, n., —# : -zen [§ 24, 2, n.]): Art Trinkgefäß 
der Alten. Guhl 1, 164; (seem.) — Mars (s. d. II.), 
Mastkorb. BZobrik 159; Weifs Kost. 1, 126. — 
Karchünisch, a.: K., d. i. arablsch mit syrischen 
Lektern. Petermann Or. 1, 127; 218; 223; 225;: 
Gesenius Hebr. How. XIX ic. — Karcin-it (gr.), m., 
—en; -en: Krebsversteinrung. -oĩdisch, a.: krebs- 
artig. -olög, m., —en, (—#); —en: Kenner der 
krebsartigen Thiere. Dazu: Kie, f.; #isch, a. 
öm, n., —(e)s: —; -öma, n., — ; -ta [§ 24, 
3, n., tis]): Krebsgeschwür. -omatisch, a.; kas- 
cinoidisch. — Carcioôf-o (it. kartsch-), m., —; -i: 
Artischocke, auch: Carciofoli. Gutzkow Z. 8, 69. — 
Kardamine (gr.), f.; —n: Wiesenkresse. — 
Kardamöm (gr.), n., m., -(e)s: -e; e, k.; 
—: als Gewürz dienende Samenkavsel u. Samen 
eines erotischen Gewächses, Amömum cardamömum 
u. dies selbst. — Kardälsche (it.), f.; —: 1) 
Karde (s. d. Ss.): a) Weber= od. Kardencistel. — 
b) Wollkamm, Krämpel (vgl.: Eine Hechel od. 
„Kartatsche“. Vonbun 10). — 2) (s. 1b) Striegel; 
scherzh.: In den Gastbof zur K. [Zuchthaus]. Kurz 
Sonn. 9. — 3) s. Kartätsche. -nn, tr.: 1) durch die 
Kardätsche (s. d. 1b) ziehn, krämpeln, karden 
(s. d. Ss.), eig. u. übrtr. G. 33, 193; 194; V. 
Ar. 1, 25 1c.; auch: Ich spinne, kartätsche durch 
Spinn= u. Kar tätschmaschinen. 3p. Fat. 2, 28 3 2c., 
vgl. — in ugw. Ubertragung —: Die rlumre Orgel 
zu kartätschen. IP. 3, 177 = spielen. — 2) striegeln. 
— 3) s. kartälschen. — Kardeel (holl. c.), n., 
—(e); -#e: 1) als Maß (Mz. auch K.en), s. Quar- 
teel. — 2) (seem.) die größern, aus Duchten zu- 
sammengerrehten Theile od. Trossen eines kabel- 
weis geschlagnen Taues — u. z. B.: die Taue 
zum Aupfhissen der untern Rahen. Bebeik 376 2c. — 
Kardeke 2c.: s. Karteke. — Kard-kacum lgr., 
8 24, 2, n.]: herzstärkendes Heilmittel. ialgr, 
f.; —(ehn: Herz-Weh, -Gespann, Magenkramrf 
(vgl. Perorvnie). ianästrophe, f.; —n: abnorme 
Lage des Herzens. Jielkösis, f. [8 24, 3, uv.)]): 
Herzgeschwür. ieurösma I§ 24, 3. u., tisl:: 
Herzerweitrung. — Cardin-l (lat.), m., -(e)s; 
Ce), #le: 1) (s. e-is) als Bstw. — Haupt-(. 7). 
— 2) Hauptpriester der kathol. Kirche, v. denen u. 
aus deren Mitte der Papst gewählt wird, im Rang 
unmiktelbar auf diesen folgend: Die Mitra eines 
Erzbischofs, den Purrur eines Cs. Gutzkow 3. 2, 265; 
Sire! Der Inquisitor K.: . (Der K. Großinquisitor). 
Sch. 306b ic.; Mz. ohne Uml. Zwingli 2, 7; Luther 
, 248b 2c.; gw. m. Uml. 259a; f. 12, 219 rc.; 
orkl.: Cardinälchen. G. 28, 229 2c.; Der C. neveu 
(s. d.). — 3) (s. 2) Name mehrerer rothköpfiger 
Vögel, z. B. Fringilla od. loxia purpürea (C. 
Fink, = Vogel); Motacilla rubricapflla ic.; Den 
grauen K., Calytröphorus cucullätus.. Den grünen 
K., Gubernätrix s. Emberiza cristatella. Brehm Aqg.
        <pb n="638" />
        622 Cardinalat 
43 (vgl. 47); Von dem rothen C. .. Brut des schönen 
grünen C—s. Garient. 16, 617b; K.-Vögel. Globus 
4, 5 3a 2c. — 4) eine Tutenschnecke, Cönus cardi- 
nälis. — 5) ein Getränk aus Weißwein, Zucker u. 
Pomeranzen 2c. (vgl. Bischof). — 6) bei der Bier- 
fehde, ein Quantum v. 2 Glas (ebenso: Panst). 
— 7) Als Bstw. z. B. zu 2, im Genit: C-s- 
Hut; Kollegium; Kreierung ((. d.); 
Siegel (G. 28, 50); -Würde 1c.; ferner — 
meist ebenfalls zu 2 —, z. B.: C.-Apfel (1; 2j, 
edle Apfelsorte (vgl. Königs-A. ic.); -Bedingung 
1]. Nat# 21, 229, Haupt-B.;-Birne, s. Apfel; 
Bischof, B. mit Ks-Würde; -- Blume, Lobslia 
cardinälis, purpurfarbne; -Dechant, Titel des 
ältesten unter den Kardinälen; = Diakon (ogl. 
Bischof),Diakonat. Ualß. 20, 287; -Fink 13]; 
Frage [1]; „Gegend [1], Haupt-, Welt-G. 
(s. Punkt);-Infant (sch. 3430),-Inquisitor, 
Kamerlingo od. .-Kämmerer (vgl. Bischof); 
Kollegium; Laster [1]. 3p. 31, 80 (ogl. 
Tugend); Legat (Jusld. 34, 4100b; Konatbl. 1, 
31 4a), vgl. -Bischof;= Punkt [1], Haupt-P.; bes. 
in Bezug auf die Himmels= od. Weltgegenden; 
Purpur (G. 37, 256), als Tracht der Kardinale; 
Sekretär, s.Bischoff-Tugend [1]; = Vikar, 
s. „Bischof; Vogel [3);-Wind (11, aus einer 
der 4 K.-Gegenden;-Zahl!1, Haupt-Z. (sprach- 
lich — im Ggstz zu Ordnungszahlen) 2c. alat, 
n., —e)s; —e: Kardinalswürde. Gutzuow 3.ö, 302; 
8, 35, vgl.: Das Kardinaliat. Weiss Kost. 2, 6897. 
älen, intr. (haben): Kardinal (s. d. 5) zechen: 
Wir haben gepunscht, gebischoft u. kardinalt. -alésse, 
s.; —n: Die fremde Marquise, deren auffallendes Kostüm 
ihr den Beinamen der K. zugezogen. Alewald Lav. 1, 
210 rdc., vgl. Perporata. aliat, n.: s. Kardinalat. 
alis [8 24, 3, iw.]: 1) a.: hauptsächlich: Nül- 
merus; rögio; véntus; virtus c. 2c., Kardinal- 
Zahl; -Gegend;-Wind; Tugend r2c. — 2) m.: Kar- 
dinal (s. d. 2): C. papäbilis, ein zur Papstwürde 
Geeigneter 2c. -alisch, a.: auf einen Kardinal 
bezügl., ihm gehörend, eignend, gemäß 2c.: Ew. 
k—#ee Heiligkeit. futher 6, 371a; b; Echt k. gepriesen. 
Seume Spaz. 195 2c. alisikren, tr.: zum Kardi- 
nal erheben. — Kardi-oeẽle (gr.), f.; —: Herz- 
bruch. ognöst, m.,—en, — —en: Herzenskundiger. 
oide, f.; -u: eine herzförmige Kurve, Art Epi- 
ehkloide. -olög, m., —-en, —#; —en: Anatom, in Be- 
zug aufs Herz. Dazu: Kik, f.; k—isch, a. 
omalahie, f.; (eyn: Herzerweichung. -opalmus, 
m. [8 24, 2): Herzklopfen. -oph#lax, m. [8 24, 
3, Flacis): ein den untern Brusttheil deckendes 
Eisenblech als Bepanzrung. weiss Kest. 1, 1066. 
oplegie, f.; —(ehn: Herzlähmung c. i#ta, f.; 
ziten (§ 24, 1): Herzmuschel, nam. versteinerte: 
Die früher s. g. K.-Schichten, deren Namen v. der C. 
crenäta, einer kleinen Muschel, herrührt. Ausld. 38, 
686a. -itis, f. [8 24, 3, uv.): Herzentzündung. 
— Cärd--o (lat.), m. [8 21, 3, -inis): Thür- 
angel; Angelpunkt, um den sich Etwas dreht, 
Hauptsache 2c.; s. auch Decumanus. — Card-- 
obenedikt (lat.), m., —e)s; +., —en: eine Pfl., 
Cargador 
Cdrduus benedletas. -öne (it.), f.; -n: eine der 
Artischocke ähnl. Gartenfrucht. — Kardüse, k.; 
—n: walzenförmige Büchsen od. Beutel, worin sich 
das zur Ladung einer Kanone nöthige Pulver be- 
findet (frz. gargousse, vgl. Cartouche 1a): Kar- 
dus= Garn, zum Nähen der K-n Kiste, zum 
Aufbewahren der K-n;Koker, (-Köcher), hohle 
Holzeylinder, worin die Ken zum Geschütz hin- 
getragen werden; = Nadel, vgl. .-Garn; Stock, 
Kolben zum Formen der K-u 2c. — Care: s. 
Devil. — Rarebarié (gr.), f.; —eyn: Schwere 
des Kopfs, Kopfweh. — HKareien, tr.: kamm- 
wollne Zeuge apprekieren, sie naß mittels eines 
Walzenaprarats über Kohlenfeuer ziehn, wodurch 
sie zugleich trocken u. etwas steif werden. f#armarcch 
M. 2, 749, vgl. Krünit 34, 690. — Careme (frz. 
—äm), m., —6; 0: Fastenzeit (s. Quadragesimalle), 
Quadresima). — Car-na (mlat.), f. [8 24, 11: 
Entziehung des Mittagsbrots als Schulstrafe (. 
carieren 1). -#nt, a.: fehlenP, mangelnd. rtia, 
f. [8 24, 11: Entbehrung: Annus caréntia, Jahr, 
in welchem einem Pfründner od. Beamten sein 
Einkommen ganz od. zum Theil entzegen wird. 
#enz, f.; —en: Carentia: C.-Jahr. — Carcsf-ant 
(frz. —ing), a.: schmeichelnd, liebkosend. e, f.zn: 
Liebfosung. -#ren, tr.; intr. (haben): liebkosen, 
herzen: Dich k. G. 11, 37; Mit einander k. Immer- 
mann M. 1, 371; An allen Mädchen berum-k. 3 17 2c. 
— I. Cäret (lat.): es mangelt, fehlt (vgl. vacat). 
— II. Karet (ar.), m., —6; —#: kleine Scheide- 
münze, auch Karrét (vgl. Karat). — Karéte: s. 
Carrete. — Carctite (frz.), f.; —n: Art Schild- 
fröte, Chelönia imbricäta (Carett. Schilrkröte) 
u. das davon kommende Schildpatt. — Cär-er 
(lat.), f. [8 24, 3, icis): Rietgras, — als Name 
der Familie: Cariceen. — Karlin#d)#: s. Caraffine. 
— Carfiöl (it. cävolo-före), m., —; 0: Blu- 
menfohl. — Karfünk-el, m., —: uv., In: 
(s. Carbunkel): 1) Geschwür: Pestbeule mir, ein 
schwellender K.) aus faulem Blut. Vv. Sb. 3, 218; 
Die Ken am baarigen Kinn. Kotzebue Dr. Sp. 1, 25 2c. 
(schwzr. auch: Fieber). — 2) Art Edelstein, ein 
tief dunkelrother, funkelnder Granat (s. Karmarsch 
2, 197, vgl. Rubin), oft als Bez. v. etwas hell 
Strahlendem, Funkeludem rc.: Die Augen, wie 
K-—#sie leuchteten im Dunkeln. TChamisso 3, 111; 
Daß einige Steine im Dunkeln leuchteten. . Man nannte 
ste K. G. 29, 146; Im K. deines Blicks. 4, 76; 106; 
w. 12, 41 c. Als Bstw. z. B.: [Das Gnemen- 
geschlecht spottet des Lichts beim Scheine des platten 
K.-Gesichts. Mallhison 146; K.-Perle, eine große 
Perle, von der gefabelt wird, daß sie gleich dem K. im 
Finstern leuchte. Daumer H. 2, 205; Wie in dunkeln 
Grüften,] das Märchen sag's, K.-Steine leuchten. 
G. 13, 231 2c. -eln, intr. (haben): wie ein Kar- 
funkel glänzen, funkeln: Am k-den Sonnenaufgang. 
V. Ant. 1, 54; 2, 252 2c. — Cärg-a (span.), k.; 
—6: C., Cargo (vgl. Carica 3), Ladung (3. B. eines 
Schiffs); Last, Saumlast, — auch als best. Ge- 
wicht, Wein-, Getreidemaß 2c. adeur (frz. —ör), 
m., —8; —s, —e; adör, m., —6; -es: Schiffs-
        <pb n="639" />
        Cargaison 
befrachter 2c., s. Cargo 2. Jaison (srz. 
f.; —#s: Schiffs-Ladung, Fracht (Cargo). Jo, m., 
—s6; —: 1) (s. Carg-a, aison), auch n.: Die Junk 
nahm hier ein C. von Reis ein. Westermann 3, 277 a rc.; 
Das Schiff mit Baumwollen-K. Nal## 21, 460 cc. 
— 2) ein zur Beauffichtigung u. zum Vertausch 
od. Verkauf der geladnen Waaren mitgesandter 
Handlungsdiener u., wenn deren 2 sind, Ober- 
od. Super= u. Unter-C. od. . Cargadeur 
(Kargadör). — Cariceen, pl.: f. Carex. — 
CTaricieren, tr.: s. carikieren. — Karidre (frz. 
carrière, spr. karjẽre, s. Ss. Orth. 1020 ff.), f.; -n, 
—8: 1) Lauf:c.: En lang] od. in C. reiten, in vollem 
Lauf, mit verhängtem Zügel; In C. hin u. wider 
rennend. G. 20, 69 2c.; In voller C., frz. en pleine 
(plän! carrière, auch (behandelt wie ein masc.): 
Im Carriere fuhr er davon. Gartenl. 16, 62 7a; In 
vollem C. Gertäcker WW. 3, 68 re., sogar: (En) 
plein lpleng) c. Dazu: C.-Angriff der Reiterei; 
Bei einem C.-Ritte. Lewmald Villa R. 1, 108 2c. — 
2) Laufbahn: Die Beamten-C. GCutzko# Z. 2, 
145 ꝛe. Vralt.: Carrier [Reim: Zier]. Weslherlin 
15; 546. — Cariẽren: 1) (lat.) intr. (haben): 
Mangel leiden, fasten, nam. als Schulstrafe (s. 
Carena). 3. 40b; W. Merck. 2, 138 2c. — 2) im 
Partic.: Kariert (frz. carré, s. d., vgl. Ss. Orih. 
4020 ff.), mit Karos (s. d. 4) gemustert, würflig 
(rgl. quadrieren 1a; guadrillieren; schottisch). Kar- 
marsch M. 2, 476; Gutzkem 3. 3, 174; 375; 6, 
16 2c.; Bunt-(Nodenberg Ins. Heil. 1, 20); groß-; 
klein= 2c. kariert. — Caries (lat.), f. [§J 24, 51: 
Knochenfraß. — Cäri--ca: 1) (lat.) f. [8 24, 1]: 
a) die („aus Karien“ stammende) Feige (Ficus c.). 
— b) Melonenbaum, bes. C. papäya. Ohen 3, §35. 
— 2) (span.) f.; —#: Die jungen Fruchte lder Kokos- 
palme] sind noch dicht u. heißen coquinhos; dann füllen 
sie sich mit herbem, nachher süßem Wasser u. heißen C. 
663. — 3) (it.) f.; Sche lke!: Ladung, Last (vgl. 
Carga). catöre, m., uv.; —; ri: Cargadeur. 
ratür, f.; —en: Fratzen-, Zerrbild, — eig. u. 
zunächst als künstlerisches Spottbild (vgl. Charge 5; 
grotesk 2c.); KCen)-- Album; K.-Bild; K.eu- 
Blätter; K.-Gemälde; Ko(en)-Maler; K.= 
Rollen (G. 26, 27); K-en-Schnitzer (w. 23, 
115); -Zeichner; „-Zeitung 2c.; Launige Rollen, 
Halb-K-en. G. 26, 29 2c. -ratürenhaft, a.: 
karikaturenartig: K-#e# Gestalten. SIchücking Künstl. 
Leid 2. Tcaturist, m., -en, —s; -en: Karikaturen- 
Zeichner 2c., Zerrbildner. -kieren (eferen, vgl. 
musi cteren U. Musik 2c.), tr.; „Überladen“: 1) (vgl. 
chargleren) mit grotesker Ubertreibung komischer 
Eigenthümlichkeiten, — als Zerrbild darstellen. — 
2) (kaufm.) mit Wechselbriefen sehr belästigen. — 
Karihlie, f.; —n: Die Mützen der Montenegriner 
haben breite Ränder u. heißen Ken. Gerhard W. 2, 
244. — Cäri-o(it.), m., —s; —&amp;, -chi Lkil: 
Saumlast, auch als Handelsgewicht (vgl. Cargo 1). 
— Caricoide, f.; -n: feigenförmige Versteinrung 
(l. Carica 1a). — Carillon (frz. —iljong), m., 
—6; -6: Glockenspiel; auch: Gläserklang; lürmen- 
des Geschrei 2c. — Carin-a (lat.), k. [8 24, 11: 
-aͤsoͤng), 
Karlist 623 
Schiffskiel, Schiff: Weil still steht mein Schiff u. C. 
Tischart (Dhibt. 8, 219); auch botan. — Kiel. -e, 
f.; —m: 1) Nach den an dem Oberbaum lder Spreel 
belegenen „Karinen"“ (Floßhölzern). Uat 3. 21, 382 2c. 
— 2) ein hoher cylindrischer Korb: Eine K. Torf #. 
— Karinthin, m., -(e)s; 0: Hornblende, wie 
sie sich „in Kärnthen“ findet. Oen 1, 266, vgl. 
Pargasit. — Kariöl (frz., s. #. Orth. 4 020 ff.), 
n. (m.), —(eys; —e: Wägelchen, nam.: leichtes, 
zweirädriges Fuhrwerk, Karren (vgl. curricle): 
Das Karriol. Glabus 1, 6 7ä; 65b; Das leichte Karriol. 
Kügge Bild. 330; Norw. 1, 155; In einem kleinen 
Po stkarriol. .. Auf dem Postkarren. Rom. 3, 4, 151: 
Der K. wurde mir u. meinem Reisegefährten zu Theil. 
Ual ##. 21, 389; pfessel Po. 3, 165; Westermann 3, 
12b 2c.; Die K.-Post, die von Galatz nach Jassy gebt. 
Dalksz. 16, 234 2c. Se, f.; -n: Kariol: Der rie 
Karjol' uns macht. V. 2, 41. Sen, intr. (haben), 
tr.: auf einem Wägelchen —; in raschem Trab 
fahren: Befriedigt carriolte er auf Witoborn zurück. 
Gutzkom 3. 6, 173; Bei solchem Weg karfolt kein 
Fubrmann aus dem Orte. V. 1, 117 2c. (Vrsch.: 
karjöhlen, laut schreiend singen u. jauchzen, s. Ss.). 
— Cariös (lat.), a.: von Caries (s. d.) ange- 
fressen. G. 26, 93 2c. — Carifssim 2c.: s. Carus 1. 
— Carit-à (it.), f.; O; as (lat.), f.; -atio: 
s. Cbaritas 2c. — Carrajou (□sh), m., —6; —6: 
C., Wolverin, Wolfsbär, Ursus lüscus — u.: dessen 
Pelz. Ohen 7, 1524; prch 11, 28. — Carcan 
(frz. —käng), m., —#; —6: 1) Halseisen. — 2) 
Halsband, Collier. — Carcässe (frz.), f.; -n, 
—&amp;6: 1) Gerippe eines Thiers (nam. Geflügels), 
Schiffs, Kopfzeugs. Dazu: K-n= (od. Hauben.) 
Draht. — 2) (s. 1) Art Bombe, Brandkugel. 
— Carcassonne (frz. —önn), k.; —68: Ort in 
Frankreich, danach: Art leichtes Tuch, das nam. 
dort gefertigt wird. — Kaürkava (mandiisch); ein 
Vogel (Kranich 2), ar.: Kurki. — Carcavöllo: 
kleiner portugies. Flecken, westlich von Lissabon; 
daher: C.= (od. Lissabon-.) Wein, C. (m.), Art 
Süßwein. — Carcchera: s. Carchera. — Kärl, 
m., —s; —e: Kerl (s. d. Se., Anm.), Bauer: 
Freiheilstrotzige Jarle (Edelinge) u. K-e (Bauern). Scherr 
Mir. 190 2c.; auch männl. Eigenn. (latinistert 
Cärolus). Dazu, z. B. als Ortsnamen: K—s- 
Bad;-Brunn; -Burg;-Hafen; Ruh 2c.; ferner z. B.: 
K—s. Distel, Carlina (acaulis); d'or, s. Dor 
(vgl. Karlin); Herz, ein Sternbild; -Kirsche, 
Kornelkirsche;-Schule, v. einem Fürsten, Namens 
K. gestiftet, bes. die v. K. Eugen, Herzog von 
Würtemberg, dazu: = Schüler; = Vogel, Stlvia 
suscia 2c. in, m., -Xe)s; S—e, —§, uv.: Name 
v. Münzen (nach einem Fürsten Karl), nam. 
Goldmünzen, z. B. in Baiern = 11 Gulden; in 
Sardinien (Carlino) = 25 Lire; dagegen in Neapel: 
kleine Silbermünze (vgl. Taro; Zannette); 300 K. 
Auerbach D. 1, 367; Goller Sch. 215; Ein balber C. 
PHense N. 94 2c., oft Karolin (s. d., vgl. Karlsd'or). 
Zinke: s. Kolänke. ino (it.), m., —#; —, zini: 
s. Karlin. -ismus, m., uv.; 0: karlistische Ge- 
sinnung. ist, m., —-en, —#; -en: Anhänger eines
        <pb n="640" />
        624 
Carmagnole 
Karl rc., z. B. in Frankr. Karl's X.; in Spanien 
des Don Carlos 2c. Dazu: Kl#sch, a. — Car—- 
magnol-e (frz. —anföl): 1) m., —s; -6: a) Sa- 
voyardenfnabe in Paris (aus der sardin. Stadt 
Carmagnola). — b) (s. 2b) in der ersten franz. 
Staatsumwälzung ein Revolutionsmann. — 2) 
f.; —#: a) (s. 1a) Savoyarden-, danach: Revo- 
lutionstanz: Das die rrivilegierte Klasse . den revo- 
lutionären Cancan anhoben, welcher später zur revolu- 
tionistischen C. ausschlug. Scherr Stud. 1, 216. — b) 
(l. a) ein franz. Revolutionslied, mit dem Refrain: 
Dansons Ibangöng] lac. Vive le son du canon! 
lwiw' sẽ ßöng dü kanöng!, — lasst uns die C. tanzen! 
es lebe der Klang der Kanone! — c) (s. 1b) Art Rock. 
Gartenl. 14, 26a; bz In der C. u. mit der 3farbigen 
Kokarde. Mag. d. Ausld. 36, 59 8a ꝛe., vgl.: Die sans- 
enlottischen u. c. schen Moden. Scheir Bl. 2, 99 2c. — 
é&amp;, m., —#; —6: s. Carmagnole 1h: Einen Dolch, 
den er stets im Gürtel trug (denn er kleidete sich damals 
sast wie eln C.). Hemilaso Afr. 1, 290. — Carman- 
tinc, f.; —n: eine Pfl., Justicia. — Carmarin-a, 
f.; ze: (in Nizza) Qualle u. ähnl. Seethiere. 
Gartenl. 14, 10a. — HKärmel (hebr.), m., —; 0: 
Gebirge u. Berg in Palästina. -it: 1)m.,en. —#; 
—en: Mönch vom Orden unsrer lieben Frauen vom 
Berge Karmel: Dlie Cyniker waren die Ken u. Kapu- 
ziner (s. d.) v. Athen. G. 29, 313 rc. — 2) n., —; 
0: eine braune Farbe, wie die Tracht der Karme- 
liten: Das sogen. K. wird ebenfalls durch Katechn her- 
vorgebracht. Karmarsch 1, 355. -iter, m., —#; uv.: 
Karmeltt (1): K.-Kloster; Mönch; „Nonne 
(K-in);. Braun, s. Karmellt 2 -Taube; = Was. 
ser, s. Eau des carmes 2c. — Carmsen (lat.), 
n., — ; zina 18. 24, 3, u., zinis]: 1) Gesang, 
z. B. Zaubergesang (s. Charme 1), nam.: Ge- 
legenheits-, Festgedicht: Hochzeits-, Leichen 
C. 2c.; C. smculäre (s. d.) 2c. — 2) im Tricktrack- 
spiel, ein aus 2 Vieren bestehnder Pasch. Alveneleben 
592. nta, k. [#§# 24 11: eine röm. Göttin. 
entälia, pl.: das Fest der Carmenta (im Jannar). 
— Karm-es in (it.), a.: n., eys, uv.; —e: 
hochroth, — zunächst „mit Kermes“ (s. d.) gefärbt 
(frz. cramoisi, daher auch: karmolsin): Das K., eine 
Farbe, die den Franzosen sehr verhafft sein muß, da sie 
die Ausdrucke sot en cramoisi, méchant en cramoisi 
als das Nußerste des Abgeschmackten u. Bösen bezeschnen. 
G. 37, 249; Mit Kochenille k. gefärbt. .. Nüancie- 
rungen vom K. zum Scharlach ss. d.).. Den Charakter 
des K. Kormarsch 3, 14 (vgl.: Scharlach u., Karmoisin“ 
mit Kermes gefärbt. 2, 412); Ersetzt man die Hälfte 
der Kochenille durch Krapp, so erhält man eln Halb-K. 
od. Halbscharlach (das sog. türkische Kappenrolb od. levan- 
tische K.). Prechit 12, 72; K.- roth. 71; 85; W. 386, 
40 2c. -in, m., -(e); Se: ein kostbarer, hoch- 
rother Farbstoff, aus der Kochenille (s. d., vgl. 
Kermes) bereitet. Karmarsch 2, 341 ff., vgl. 457 rc.; 
danach übrtr. z. B.: Ihre Wangen waren mit sanftem 
K. überzogen. Taloj Erz. 11; w. 12, 170 1.; K.= 
Gimoel, Fringilla flämmea ic. Biehm Aq. 54; K.= 
Lack, eine Verbindung v. K. mit Thonerde= od. 
Imnoryd-Hydrat. Karmarsch 2, 344; K.-Sorten 
Carnevalino 
2c.; Indig.K. od. blaner K., ein Niederschlag von 
indigblau-schwefelsaurem Kali, in der Wassermalerei 
u. zum Blauen der Wäsche benutzt. 307, aber 
auch: Ein Gemenge v. molybdänsaurem Molrbdänorrd 
u. molpbdänsaurem Zinnordd fällt nieder. Dieses Ge- 
menge ist unter dem Namen blauer K. bekannt. Milccher- 
lich 2, 2, 429 c.; West-K. Salis 16, das Abend- 
roth 2c. — Carminäde, f.; —n: falsch st. Carbo- 
nade. — Carminatsio (frz.), n., —(e)ys; -e: Mit- 
tel gegen Blähungen (Pbrsagögum). — Karmosal: 
s. Karamursal. — Karm-osiĩeren, usieren 
(schwed.), tr.: einen Edelstein mit einem Rand v. 
kleinern einfassen. — Kürn: 1) (gäl.) n., —; 
—8, nv.: Steinhügel: Größre od. kleinre K. od. Grab- 
hügel. Hecrig 39, 211; 202, s. Cairn; (Dane) Fort. 
— 2) (ar.) „Horn“; kleiner Dornstrauch. Peiermann 
Or. 2, 156. — Kärno (ind.), f.; —# : Art Flöte, 
beim Tanz der Bajaderen. Keyer Konv. 2, 702a. — 
Carn-age (frz. —ãsh'), (.; —#: Blutbad, Ge- 
metzel. -al, -alis, a.: fleischlich, körperlich: 
Cöpola c-is, steischliche Vermischung 2c. alität, 
f.; 0: Fleischlichk, 2c. - alisll, -alit, m., —en, —s; 
—en: ein fleischlich Gesinnter, Lüstling. — Car- 
nallil, m., —(eys; -e: ein Mineral aus Chlor= 
kalium, Chlormagnesium u. Wasser aus der obern 
Region des Staßfurter Salzlagers (nach dem Berg- 
direktor Carnall). Gartenl. 16, 112a. — Tarn- 
asciäle (it. —asch-), m.: Karneval (s. d.), auch a.: 
Diese cänti (s. d.) c— Hai3. 2 1, 413. -atiön, (.; 
-en: die Darstellung des Fleisches in Gemälden 
(„Fleischung“. Sulzer 2, 245b). — Carna-üda, f.; 
6: Wachspalme. Oken 3, 687; Besonders leicht ge- 
winnt man die Pikrinsäure aus dem C.-Wachs. Kar- 
marsch 2, 850. — Carnaval: s. Karneval. e 
(span. ½.), f.; —#: Fleisch, bes.: Die c. söca, 
das an der Lust u. Sonne getrocknete u. mil Salz durch- 
sättigte Fleisch. Grenzb. 26, 1, 316; auch n.: Dasc. 
secca ll. secal. Ilustr. Zig. 16, 339a, (. Charque. 
Scöl, m., -(e)a: —e: ein Edelstein (fri. cornaline, 
s. d. u. Chalcedon). G. 4, 3 r2c., auch: Carn (ol. 28, 
54; Prechit 4, 538; Karniol-Achat, Achat, unter 
dessen Bestandtheilen der K. vorherrscht. 547; Kar- 
niolonyx, ein K., in dem blutrothe Streifen mit 
weißen wechseln. ebd. — Carnct (frz. —e), n., —; 
—464 : kaufmännisches Notiz-, Taschenbuch. — 
Carnr##-l (it.), n., m., —e)8: —#e, —6: Fasching 
(s. d. #Ss.): Wie das Wort C. von carne, Fletsch, her- 
stammt, so dle russ. Benennung láslinitsa — v. Masla, 
Butter. Bazar 14, 14 2a; kreiligrath SW. 1, 391; Das 
roõm. K. G. 24, 208 ff.; Ich sab sie das vergangne K. 
Klinger Th. 2, 36; Am 24. Februar bielt Re [Königl 
C. seinen feierl. Einzug lin Venedigl. Uat3. 20, 129 rc. 
(Vralt. sem.: Die Carnewal od. Faßnacht. Simplirtis- 
simos). Auch (nach d. Frz.): An einem Carn a val. 
Hagedorn 2, 91 2tc.; Das närrische, hürfende Lebens- 
Carn a val. Jp. Fleg. 3, 56 ic. Als Bstw. z. B.: 
d-s -Abend; „Apblick (Cutzow 3. 7, 191); -Aufzug; 
Erfahrung (f(. 1, 370); Freibeit; -Larre; LLied; 
Lust; „Maske; „Menge: „Narr; -Posse; Saison; 
Scherz; „Schmaus; TTreiben; Unfug; Zeit 2c. 
alino, m., -6; 0: der eintigige Nachkarneval in
        <pb n="641" />
        Carnevalisch 
Florenz 2c. -ãlisch, a.: aufs Karneval bezügl. 2c.: 
K.-Z·e Liedersammlungen. Nat# 21, 429 2c., auch: 
Carnevalistisch. Gutzkͤw 3. 4, 267; Volksz. 17, 
35. -alöne, m., —#: 0: der größre (8 Tage wäh- 
rende) Nachkarneval in Mailand 2c. — Carnier 
(it.), m., -(e)s; —e: (mundartl.) Ledertasche, 
Ranzen, s. Ss. u. z. B. Bank Bild. 1, 183. — 
Carn-ĩes, -ĩẽß, m., n., —(e)s; -e; kleines Ge- 
fims, Rinnleiste, s. Sulzer 3, 4 ff., — frz. corniche 
(s. d., vgl. doncine; Geison): K.-Blei, k.-förmiges 
der Glaser; Hobel, Kehl-Hobel mit S-förmigem 
Eisen; Säge, der Glaser fürs K.-Blei;-Stahl, 
der Drechsler 2c. — Cürneiscx (lat.), m. [8 24, 
3, ificis]): Henker, Schinder (Carnufex. Weil= Kost. 
1, 1047). ificheren, tr.: 1) martern, qualen. — 
2) Fleisch bilden, erzeugen: Kade (od. inkarnative) 
Mittel. isiein, k.; —en: Schinderei; Folterkam- 
mer 2c. Cisfikatiön, f.; -en: das Fleisch= od. 
Fleischartig-Werden, z. B.: C. der Lungen; der 
Kuochen (s. Osteosarkose). iöl: s. Karneol. -is: s. 
Caro 1. -ivor, a.: sleischfressend (s. Herbivor): 
Schücking FrR. 1, 18 2c.; Die C-en. Kog. d. Ausld. 
35, 608a = Carnivora, die Fleischfresser. — 
Kärnji, f.; —: s. Desta. — Carn-ös (lat.), à.: 
fleischig, steischartig (nam. abnorm). olität, f.; 
—en: das Carnössein; carnöse Geschwulst. -oval: 
s. Carneval. — Carnufer: s. Carnifer. — Caro: 
4) (lat.) f. [8 23, 3, cärnis): Fleisch, z. B.: C. 
luxürians, wildes Fleisch 2c.; Delictum (s. d.) car- 
nis 2c. — 2) (it.) a.: theuer, lieb 2c., auch subst.: 
C. mio, mein Theurer 2c. (s. Cara I; Carus 1); 
deutsch nam. m., als Hundename. Hösfer Schwanw. 
249 2c. — 3) f. Carro. — 4) (frz. carreau) n., 
—6: —#: Viereck (vgl. carieren 2), nam. farbiges 
auf einem Muster v. Zeug. Temme Schn M. 1, 17; 
5 2c. (s. Carreaux. Karmarsch M. 2, 469); ferner 
im Kartenspiel die mit rothen Vierecken bez. Kar- 
ten — Raute. pe#ermann Or. 1, 161 2c.: K.-Achte 
rc.; -Aß; -Bube: = Dame; -König; Eine K.= 
Fausse (s. d.);-Force (s. d.) 2c. — 5) m., —8 „ 
—8 : Sekretäre (C. ist der jar anische Name dieser Be- 
amten u. ihre Stellung bei den größern u. unabhängigen 
Fürsten die eines Ministers). Mag. d. Ausld. 34, 725b. 
— Caröa (vort.), f.; —: eine ananasartige 
Pflanze, Bromslia variegäta, deren Fasern zu Sei- 
len u. Netzen dienen, in den Steppen Brafiliens, 
den sog. C.-Felrern. Oken 3, 636. — Caroch-a 
(rort. -ötscha), f.; —s: e (frz. —ösch'), f.:; —s6: 
Spitzmuͤtze, die die Opfer der Inquisition beim Auto- 
da-fẽ trugen (span. Coroza, vgl. Sanbenito). — Ca- 
rogne (frz. —ön#), f.; —: Ags, nam. als Schimpfw. 
— Caröle (frz.), f.; —#. —n: RNeihentanz. — 
Carol-In, m., —eys: -e, uv.: s. Carlin; Caro- 
line 2. ina, f.; —s (§ 21, 11: 1) C., vollständig 
Constitütio criminälis C. (vgl. die Abkürzung C. 
C. C.), die Halsgerichtsordnung Kaiser Karl's V. 
— 2) als geogr. Eigenn. (neutr.), bes. als Staa- 
ten Nordamerikas: Nord- u. Sud-C., danach auch 
lem.: eine Sorte Baumwolle. Kormorsch M. 2, 
499; ferner: C.Perekit (s. P.) 2c. — 3) s. Caro-= 
line. ine, f.; —n: 1) weibl. Vorname zu Karl 
Sanders, Fremtwörterbuch. 
Karouzze 625 
(s. d.), abgekürzt Line, Linchen. — 2) ein Goldstückk, 
s. Karlin; auch: Karolin, f. Mörike N. 130; ZSch. 
185a. — 3) Caramboline (s. d.). Schüchting Künstl. 
Leid. 80 2c., vgl. das Räthsel: Von Elfenbein 13 
stößt man mich fort; v. Gold 2] steckt man mich 
ein; sv. Fleisch u. Blut (1) war Mancher frob, smein 
Bräutigam zu sein. GBebel 2, 250. — 4) s. Carolina 1. 
nea, f. [8 24, 11; -inke (NUetur 14, 24 Ja), f.; 
—(eyn: eine Pflanzengatt. Oken 3, 1226. Cinger, 
m., —#; uv.: Einer aus der Herrscherfamilie Karl's 
des Großen. inus, a.: v. einem Karl herrüh- 
rend 2c. (s. Carolina). -us, m. (§ 24, 21: Karl, 
z. B.: C. Mgnus, der Große 2c. — Caronäde 
(jrz.), f.; —n: Art Schiffs-Haubitzen, auch 
Carr onade, s. dobrik 377a, wahrscheinl. nach dem 
schottischen Dorf Carron, wo sich die größten Eisen- 
werke Englands, die Carron-ironworks leiörnwörks- 
finden. — Karoo: s. Karroo. — Ka#röôpke (litth.), 
f.; —: s. Boidak. — Kär-os (gr.), m. [/§ 24, 21: 
tiefer, todähnlicher Schlaf. -ölis, f. [8 24, 3, 
uv.]: Betäubung, Schlafsucht. — Karöfs, m., 
uv.; uv. (bei den Hottentotten): Beide Geschlechter 
bedienen sich des K., einer Art Mantel 2c. Globus 12, 
307b; 306a 277a; 333a 2c.; Broek-K., Umschlag- 
tuch um die Hüften der Frauen (Khubib). 307b. — 
Karösser (frz. carrosse, s. Ss. Orth. 4022), k.; 
—n : Staats-, Prachtwagen: Ob ich in einer Karrete 
od. in einer K. fahren soll. Köser Ph. 3, 6; In ihren 
viersrännigen Staats-Kn. Spielhagen Pr. 6, 5 2c.; 
aber auch v. dem Staat unterm Bild eines Wagens. 
Lalon 2, 146. Ugw.: Dampf-K. lst. „Wagenlj. 
Grün Gd. 237. -en, intr. (haben; sein); tr.: in 
einer Karosse fahren (vgl. kariolen, kutschieren 2c.): 
Könnt' er nicht .. wer weiß wohin k.? Hamb. Th. 2, 
352; Man karosst .. so lebendig umher. Kohl Pet. 2, 
190 2c. Lier (frz. —i#e), m., —6; —#: 1) Wagen- 
bauer. — 2) Wagenpferd: Die Postzüge des Her- 
zogs .., seine Carrossiers sind ausgezeichnete Holsteiner 2c. 
Schücking Bronckb. 2, 162. — Karöt--icum Igr., 
8 24, 2, n.]: Einschläfrungs-, Betäubungemittel 
(s. Karos). is, f.; -ziden [§ 24, 3, dis!: Kopf- 
od. Drosselarterie. — Karötte (irz.), f.; -n: 1) 
gelbe Rübe, Möhre, Däücus caröta, s. v. 1, 
181; auch zuw. st. rothe Rübe. — 2) (s. 1) stark 
gevreßte Körrer in Rüben= od. längl. Ei-Form, 
die man aus den mit der Tabackssauce gebeizten 
Blättern auf dem sog. K—-n-Zuge behufs der 
Schnupftabacksbereitung bildet (s. Kormorsch 3, 445) 
— u.: Schnupftaback aus Ken. — 3) eine portug. 
Golrmünze (etwa = 11 3/4 Thlr.). Heyst. -ĩẽren, 
tr.: Tabackblätter (entrippen u.) zu Karotten 
machen. — Caroub-e #k. s. Karub. — leur (—ör), 
m., — ; —#: Dieb mittels Dietrich u. Nachschlüssel. 
Garienl. 17, 641a. — Karou-sell (frz. carrousel, 
—usell, auch —ussell): 1) feierliches Ritterspiel (vgl. 
Turnier), Ringstechen u. die Stechbahn. — 2) eine 
Volks= u. Kinderbeln tigung, das Reiten auf höl- 
zernen um eine Walze drehbaren Pferden, mit od. 
ohne Ringstechen — u.: die Anstalt dazu. #ze, 
f.; — : walachischer Wagen, Karren. Zazor 15, 63c, 
vgl.: In Rom eine Carözza (Droschke) zu nehmen. 
40
        <pb n="642" />
        626 Carpal 
Durangelo 218. — Carpäl (nlat.), a.: zum Car- 
pus (s. d.) gehörig, darauf bezügl.: C.-Knochen. 
Ausld. 39, 1216a. — Caürpe (lat.): pflücke, — 
bes.: C. diém.! pflücke (gleichsam wie eine Blüthe) 
den Tag, — (vgl.: Pflücket die Rose, eh sie verblüht!), 
z. B.: Das wetse C. diem prakticieren. Scherr Bl. 2, 
282. — Carpéent-ro (span.), m., —; —: 
„Zimmermann“, Buntspecht (in Meriko). Uar 
14, 328b, vgl. Oken 7, 213. -um slat., § 24, 2, 
n.]: Art Wagen. Weiss Kost. 1, 1055; C. funsbre, 
Leichenwagen; pompäticum, Pracht-, Staatswagen. 
1326. — Cärpet (engl. -itt), n., —#s; —: Tep- 
pich, Fußdecke: Große c—s [Drckf.: „Karets') mit 
abgepaßten Kanten. Uar3. 22, 398 2c. — U.: Zeug, 
dazu: C.-bag; Daß der erwählte Präsident die C.- 
bag-Regierungen sprengt. Nat 3. 2 1, 353. -cétte, f.; 
—S§, —#n: grobes, gestreiftes Packtuch. — Karpho- 
lith (gr.), m., —eys; —e: „Strohstein“, ein dem 
Harmotom verwandtes Fossil. -Iôög, m., Sen, —8; 
—en: Splitterrichter. -logime, f.; —(eyn: 1) 
Splitterrichterei. — 2) das Flocken-Lesen od. 
Zupfen Sterbender, Wahnsinniger r2c. (Krocidismus). 
— Carpleren (lat.), tr.: tadeln, meistern. — 
Carpfnus (lat.), k. [824, 21: Hagebuche, s. 
Charme 2. — Karp-obälfamum (gr.), n., ; 
ma §8 24, 2, n.]: Frucht des Balsambaums. 
olith, m., —Me)s, —en; -e(n): versteinerte Frucht. 
Solog, m., -en, —##; —en: Botanifer, der sich nam. 
mit den Früchten der Pflanzen beschäftigt, auch: 
K-ist. Dazu: K-### isch, a. - us, m. 
[8 24, 21: Handwurzel. 34 An. 42 (vgl. karpal). 
— Cargnois (frz. —kod), m., uv.; uv.: Köcher. 
— Carragahren, n., m., —s; 0: Das in den Apo- 
theken gebräuchliche irländische Moos od. C. (Fücus 
crispus, Linn-). . Die C.-Schlichte lder Weberl. 
Karmarsch M. 2, 317, vgl.: Der Carrigeen 
(chöndrus erispus) .. als Surrogat des islind. Mvo- 
ses .., auch .. Irish leirisch] Moss, irisches Moos. 
Kohl Irl. 2, 431. — Carraca (span.), f.; —##: s. 
Karacke 2. — Carrärisch, a.: aus dem Städtchen 
Carrära (unweit Genna) stammend: K-er Marmor. 
.. Auch enthält er mitunter kleine durchsichtige Berg- 
krystalle, die sog. U—en Diamanten. Kirmarsch 2, 622. 
— Carré (frz.): 1) a.: quadratisch: Die Salle 
lßãl] c—e lim Louvrel. Nodenberg Par. B. 363, der 
quadratische Saal ꝛc. — 2) n., —é: -s: Viereck, 
bef.: Rechteck, im engsten Sinn Quadrat: En 
langl c., im Quadrat; Aus einem schwarzen, weiß in 
C-##abgesteppien Kleide. Volksz. 16, 98 2c.; Ein In- 
fanterie-C. Jusld. 39, 483a, Infanterie in der 
Aufstellung, daß sie nach 4 Seiten hin Face bie- 
ten 2c.; Ein C. der Roulette besetzen, ein v. 4 Num- 
mern gebildetes Viereck; auch ein Quadrat= od. 
Flächenmaß im franz. Westindien 2c.; in minder 
guter Schreibw.: Wassili-Ostrow zerfillt in eine 
Menge v. „Ouarre's" od. Kwartals, wie die Russen 
sie nennen. Kohl Pet. 1, 12 (vgl. Quadra) 2c.; Man 
berient sich zu graden Guillochierungen einer eigenen 
Maschine, „QOuarré-Maschine“, machine ece. 
Karmarsch M. 1, 309 2c. —u Cö), n., —; —r 
1—sI: s. Karo 4; auch G., (Quarreau) = Kantel. 
Aartätsche 
Tesour (—fär), m., —8; —: Kreuzweg; Straßen- 
ecke. -elage (—läshy), f.; —n, —#: das Karrelieren; 
Stein-Estrich. elieren, tr.: den Estrich mit 
Steinplatten belegen. -cogräph, m., Sen, (—); 
e#n): ein Werkzeug zur Aufnahme perspektivilcher 
Zeichnungen (auch geschr. mit Qu). — Cärrta 
(span.), f.; —#: Wagen. Globus 5, 4b; Illuttr. 3. 
46, 339a 2c. —ẽte, f.; —# : (s. Se.) vralt. — 
Wagen, Kutsche übrhpt, z. B. noch mundartl.: Aus 
der gnädigen Frau ihrer Spazier-K. Holui Ef. 1, 9 
2c.; gw. verächtlich: alte, schlechte Kutsche (vgl. 
Karosse, Karumpel): Eine alte Landkutsche, eine wahre 
K. v. Fuhrwerk. Salon 2, 237. -etera, f.; —: 1) 
Fahrweg, Landstraße. — 2) Das C.-Gras führt sei- 
nen Namen v. der schönen Prairiegans, die sich v. ihm 
ernährt. Globus 5, 2464. etekro, m., —; —: 
Fuhrmann. étta (it.), f.; étte: = Carreta. — 
ctlièrc, m., uv., —s; ri: Kutscher, Fuhrmann 
(auch Caret iere. pheose N. 170; Ein paar Carretieri. 
4, 23). -étto, m., —6; -étti: Karren: Mit den 
2rädrigen .. Carretti. Na#3. 18, 417. -iage (engl. 
—insch), n., uv. (f. Kohl Engl. 1, 5); —s: Wagen 
ꝛe. Jidre: s. Karière. — Carrenr (frz. —ör), m., 
—8 ; —: fein gekleideter Dieb, der nam. Juweliere 
bestiehlt. Gartent. 17, 640b. — Carriéèrt: f. 
carieren 2. — Carrigeen, n., m.: s. Carragaheen. 
— Carricatur 2c.: s. Caricakur 2c. — Crrick 
(engl.), m., —§; —#: Art Reitrock mit mehrern 
Kragen. — Carricle: s. Curriele. — Cärr-iole 
1c.: s. Kariol 2c. — Cärrion (engl.), n., —: —6: 
Aas: C.-Crow klkrol, „Aaskrähe“", Aasgeier, s. Za- 
vilota. — Carr-o: 1) (it.) m., uv.; -i: Karren, 
Wagen, — daher — C. (Caro) Fuder, als Ge- 
treide-, Wein-, Ackermaß. Cncykl. f. Kaufl. 222b 
(vgl. Caraffa rc.). — 2) s. Karroo. — Carrocc-io 
(it. —ötscho), m., uv.; -i: im Mittelalter, Kriegs- 
wagen mit dem Banner. — Carron 2c.: s. Caro- 
nade. — Karroo (-h), f.; —s: Steppe des Kap- 
Landes: Wenn der Kaffer einsam schweift durch die K. 
Treiligrach SW. 1, 236 [Reim: Guu], vgl.: Mag 
die Spur über Karu-Boden (harten Thon) füh- 
ren. Globus 12, 333b; Die „Carrofelder" in 
Südafrika. pöppig Cbili 1, 79. — Carr-osse ꝛc.; 
oufel: s. Car-osse 2c., ousell. - üca, f. 183 24, 1 
Art Reisewagen, Karosse. weise Kost. 1, 1327; C. 
dormitöria, Schlafwagen. 132 S8. -us, m. [8 2j, 
2): Wagen mit Sreichenrädern. 1327. — Kärry: 
s. Currv. — Karstenit, m., —e)s: -—e: Anhydrit. 
— Cärt: 1) (engl.), n., m., —#; —s : Karren, 
Art Wagen. Gartent. 14, 109a (s. Dog= Donkey- 
C. ic.) 2c.; Sogenannte Klirper ss. d. ] od. C.-Segler. 
Uamr 14, 122a 2c. — 2) s. Quart II ib. — Cart-a 
(it.), f.; -e: Karte, Papier 2c.: C. biänca = carte 
(s. d.) blanche; C. rigäta (frz. papier rayxé), Pa- 
tronenpapier, für die Patronen od. Musterzeich= 
nungen in der Weberei. — Cartagena, n.: Stadt 
in Spanien; in Südamerifa; daher f.: eine Sorte 
Baumwolle. Karmarsch M. 2, 501. — Kartätsch-e 
(it.), f.; —m: 1) mit Kugeln, Nigeln, Eisenstücken 
K. gefüllte Kanonenpatrone (best.: K-n-Köcher, 
s. u., vgl. Karduse 2c., so z. B.: Beutel- u.
        <pb n="643" />
        Kartätschen 
Büchsen-K.) — u.: die Füllung, z. B.: Hehl- 
kugel -K-n, die so g. Sbrarnells. Grenzb. 25, 2, 258; 
Klemm-K., mit fest eingeklemmten Kugeln; 
Tannenzarfen= u. Trauben K., jenachdem die 
Kugeln darin eine zapfen= od. traubenförmige Lage 
haben 2c. Als Bstw. z. B.: K-n= od. Kartätsch- 
Buchse, -Hülse, -Köcher, Keker (s. o.); 
-Fasser, Futter, Holzfutteral für die gefüllte 
K-n-Büchse;-Feuer;-Kugel;-Nagel; Saat; 
Schuß; [sicher svor K-n]; = Wirkung 2c. — 
2) s. Karrätsche. -en: 1) intr. (haben): mit Kar- 
tätschen schießen; auch tr.: beschießen. Droyfen D. 
2, 263; bes.: Wird ras Streben nicht nieder kar- 
tätscht. Waldau N. 3. 97; inkorrekt: Das Volk nieder- 
ge kartätscht. cherr Stud. 2, 372; Bl. 2, 63 [s. d1 25)] 
2c.; Der Kartälscher. Stur. 2, 215 2c. — 2) /. 
karrätschen. — Kartäün-e, f.; —n: Art veralteter 
Kanonen (ursfvrr. Ouartana, Viertelsbüchse, 23 Pfrd. 
schießend, während das schwerste 100 Pfr. schos, 
doch vgl. Schmeller 2, 333); auch bildl.: Bet-K-n 
als Himmelbrecher svgl. Mauerbrecher). Techerning 2 5 2c.; 
K-n--Donner; - Pulver; Sauf dich kenevoll. 
#ogdb. Kommetsb. 203 (s. auch Kerton 2). Jen, 
intr. (haben): mit Kartaunen schießen, s. X. 8, 
299, vgl. kartätschen. — Kartäuse 2c.: s. Kutb rc. 
— Kartazön-on, n., —8; za: ein fabelhaftes 
Tyier: Das v. Alian erwähnte K., einen einbörnigen, 
wilren Esel, bat Keefias als wirkliche Thiere aufgeführt. 
Humboldi Kosm. 2, 424. — Cart-e: 1) (frz. kärt'), 
f.; —#: Karte (s. d. Ss., vgl. Chart-a, -e), auch 
z. B.: Uber die Beringung der Werbung hat er C.- 
blanche (s. d.] erbalten. Keihner Sans. 2. 26 (. 
Blanco); auch als Bez. v. Chamvagnersorten: 
Enne Flasche Sekt .., Rörerer C. blanche. Housbl. (66) 
4. 270 cc. u. im Pikettspiel: C—s blanches, wenn 
unter allen Karten, die man hat, kein Bild ist. 
Chombtt 115, Ggitz: C— rouges (rübsbl, nur aus 
Bilrern bestehnd 2c.; Fausse (s. d. ) C. v.; C. de 
direction (s. d.); C. du sGSour sdũ ßesbür], Aufent- 
baltskarte. Sutziow Z. 1, 119; C. de visite, Visiken= 
karte 2c. eggieren (it. —tdĩh-), tr.; intr. 
(haben): ein Buch durchblättern, einen Brief- 
wechsel unterhalten ꝛc. — Kart-ke, —#ch: ein 
veralt. Zeugstoff, s. feisch u. z. B. Zazar 14. 226e; 
Spinter Han. 1, 379 (Kardeken); Weber Anna 16; 
Einen karteckenen Rock. ebd. ꝛc. — Cart-&amp;I (frz.), 
m., —8; —s; Kark-ell, n. (m.), —e)s; -#e, —: 
4) eine zw. 2 Parteien getroffne, auf Gegenseitigk. 
gegründete u. festgestellte Ubereinkunft, z. B. zw. 
2 Staaten, wegen Ausliefrung der Gefangnen, der 
Ausreißer, Schmuggler, Verbrecher 2c.: K-Schiff, 
zur Auswechslung Kriegsgefangner od. zur Uber- 
bringung v. Vorschlägen 2c. Bobrik 379b rc.; Der 
Zoll-K., der den Grenzrrovinzen große Lasten auflegt. 
Volk-az. 16, 110 2c.; ferner z. B. (bursch.): K. zwi- 
schen 2 Sturentenrerbindungen od. Kerrs, s. Vollmann 
105; K.-Bruder. ebd., Mitglied eines befreundeten 
Korps rc. u. (in Bezug auf versch. K-e) z. B.: 
K.-Bruch; -Konvention; mäßig; Ver- 
band;-Vertrag;-wirriqg. — 2) (s. 1) Heraus- 
fordrung zum Kampf (od. Duell) unter Feststellung 
Karl(hhäufericch 627 
ter Kampfbedingungen: K.-Forrrung:-Träger, 
Uberbringer des K-s. Hofmann-F. Leb. 1, 110 co. 
Wohl hierzu: Ich bin aufs Streifen geritten u. bab 
riesenmäßige Arragonier „ angekartelt ". Klinger 
Gris. 55, zum Kamrf gefordert, mit K.-Fordrung 
angegangen skorrekter: ankartellt, s. 8 251]. — 
3) eine angeschlagne, angeheftete Schrift (it. Car- 
tello), z. B. Theaterzettel; Pasquill 2c. Tellièren, 
intr. (haben): ein Kartell (I. d. 1) schließen, in 
Kartell treten: Die k-en Korrs. Volmann 105, auch: 
kartellisieren. ebd. Ellisch, a.: kartellgemäß 
1c.: An der rreußisch-russischen Grenze einen jener 
k—en Dienste zu leisten Scherr Mix. 4. Ello (it.), m., 
—8 ; -illi: s. Kartell, nam. 3; auch: Etwas di primo 
Tc., von Nummer Eins, von der feinsten Sorte rc., 
z. B.: Die Cocotte di primo c. Wochenhusen Er. 81 
2c. -ellõne, m., —s; Eni: großer Anschlagzektel, 
nam. Tbeaterzettel zur Veröffentlichung der in der 
Stagione zur Aufführung kommenden Orern. — 
Kartesiän-er, m., —s; uv.: Schüler, Anbänger 
des frz. Philosorhen Deecartes (latinifiert Cartesius). 
Sisch, a.: v. ihm herrührend, bes.: K-e Männchen, 
Taucher, Teufelchen, in einem mit einer Blase zu- 
gebundnen Fläschchen schwimmende boble Glas- 
figuren mit seiner Offnung, wodurch, wenn man 
auf die Blase drückt, Wasser dringt, so das die Fi- 
guren untersinken, bei nachlassendem Druck aber 
wieder emporsteigen. — Karthäg-o (lat.), k. 
18I24, 3, nis): Statt in Nordafrika, die mächtige 
Nebenbuhlerin Rom's (s. Delenda). Dazu: Kar- 
thäg-er, einkeinser, m.: esch, „in#nsisch, 
a., vgl. Pun-jer, isch. — Tärthame ĩn (nlat.), n., 
—(eys; 0: Safflor-Roth. prechn 171, 20. -us, m. 
1824, 2): Färberdistel, bes. C. tinetõrius. s. Saffler. 
— Kartkhäune: s. Kartaune. — Kartéh)-üfe, 
f.; —n: 1) (mundartl.) Einen bei der K. nebmen, 
haben, erwischen, racken, halten 2c. — beim Wickel, 
beim Kragen 2c., z. B. Simoplicifsimus 1, 14621; 
3431½; Wichrem Rellw. 8710; 1462 c. — 2) Kar- 
thäuserkloster: Die Schweizer Berg-K. Gösingk 1, 72 
(Die . Cartbus “. Lulder 1, 251a ꝛc., vgl. Cartuja); 
(verallgemeint) enge Klause rc.: Drabt-K-n 
[Käfigel. 3p. 3, 155. -düser, m., —: ur.: 1) 
ein Mönch v. dem strengen, durch St. Bruno 1086 
zunächst in Chartreuse [spr. shartröf') bei Grenoble 
(mlat. Carthüsia) gestifteten Orden (K.-Mönch, 
vgl. weibl. : K-in, K--Nonne); Siill u. eingezogen 
leben, wie ein K. SoStt Eg. 1, 8; Thümmel 1, 8 r2c.; 
auch: Die jetzigen Herren Obstgäriner sind nicht se zu- 
verläsüg, als sonst die C. waren. G. 15, 137 rc.; K.= 
Arfel, feine A.-Sorte; -Blume, Saponäria vac- 
cäria; -Katze, mit bläulichgrauem, wolligem 
Balg; Klause, „Kloster;-Kloß, Art Fasten- 
socise; Kest (s. u. Tisch)t; = Mönch; -Nelke, 
Stein-N., Diänthus carthusianörum; = Nonne; 
.Orden; -Pulver, s. Kermes 2; „Regel; 
„Thee, s. Jefuiter-Th.; Die Kost meines kleinen K.= 
Tischchens lohne Fleisch]). Chümmel 1, 111; K.= 
Tracht; Zelle 2c. — 2) Art Fieber mit Jucken 
u. Ausbruch v. Furunkeln, Anthrax tarantätus. 
äuserisch, a.: auf die Karthäufer bezüglich, ihnen 
40“
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        Kartieren 
628 
gemäß (karthäuserhaft) 2c. — Kartferen, tr.: 
s. chartieren; dekartieren. — Kartikeja: s. Kumara. 
— Carkiläg-inös (lat.), a.: knorplig. -o, f. 
(8 24, 3, -änis): Knorpel. — Cartifanc (frz.), 
f.; —: mit Seide, Gold-, Silberdraht rc. um- 
wickelte feine Pappe zu Stickereien, Spitzen 2c. (l. 
Guipure). — Kartitsch, m., -es; —e: (in Kärn- 
then) K., Kortitsch, halbgefrischte Eisenklumpen 
(Hase, in Steiermark). Scheuchenßuel 137; 125, vgl.: 
Die K. od. Kortitsch-Arbeit. Prechtl 5, 196; Die K.= 
Arbelt, in Frankreich auch Mazéage genannt. 216. — 
Kar köffel, f.; —n: s. Ss.; auch Spitzname der 
Deutschen in Odessa. Kohl Südr. 1, 115. — 
Kartogräph (gr.), m., —en, —s; -en: Zeichner 
geographischer 2c. Karten. .##e, f.; —eyn: Kunst 
des Kartenzeichnens u. —: Anweisung dazu, Werk 
darüber. - ren, tr.: eine Karte v. Etwas ent- 
werfen, zeichnen: Bei Erschließung u. Kartograrhie- 
rung Grönland's. Mag. d. Ausld. 35, 31 1à 2c. Sisch, 
a.: in Bezug auf Kartographie: In k-er Hinsicht. 
Dviertelj. 2 3, 42. — Cartoccio: s. Quartuccio. — 
Kartomänt, m., —en, —#; -en: Einer, der — u. 
sofern er — aus Spielkarten weissagt, Karten- 
schläger, weibl.: K-in. ic, f.; (ehn: Karten- 
schlägerei; auch (frz.): Cartomancie (mangßl, 
f.; —#. Gortenl. 16, 730a . Cisch, a.; karten- 
schlägerisch. — Cart-on: I. (frz. —öng), m., -s, 
leön(e)s); —§, (-önen): 1) Pappe, Pappendeckel: 
C. de moulage lmuläshl, geformte; de collage s-ashl, 
geleimte Pappe; C.k-cuir lkwirl, Lederpappe. Prechil 
10, 609; C.-pierre lrjär], Steinpappe. 60 8 cc. 
— 2) Pappschachtel, nam. große, flache, viereckige 
zur Aufbewahrung v. Putzsachen (Pappenkasten. G. 
20, 213). Immtrmann M. 4, 260 2c.; mundartl.: 
Kartännlein. Schmeu#, 333. — 3) große Mappe 
für Zeichnungen. — 4) leichter Pappband für ein 
geheftetes Buch. — 5) im Ogstz eines vollständigen 
Bogens ein zu einem Buch gehöriges einzelnes 
Blatt, nam. sofern es beim Einbinden an die 
Stelle eines aus einem Bogen herauszuschneidenden 
einzuheften ist. — 6) große Zeichnung auf starkem 
Papier als Entwurf eines Gemäldes u. nam. als 
Muster für Freskobilder u. für Teppichwebereien 
(Mz.: Cee. G. 15, 164; 17, 319; 21, 54 rc#.). — 
II. Trank guten C.-Wein. Globus 1, 197b (Orckf. 
st. Corton — s. d. —2). onnage (äsh), k.; 
—n : Kartonnlerung; Papparbeit. -onnerik, k.; 
eynn: Kunst, Werkstatt, Arbeit der Pappenmacher 
u. Papparbeiter. -ounkeren, tr.: ein Buch in 
einen Karton (4) binden, vgl. brochieren. ouche 
(Cüsch’): 1) f.; —n, —: a) die — urspr. in einer 
Pavierrolle — enthaltne vollständige Larung eines 
Gewehrs (Patrone), dann auch = Karduse (s. d.). 
— b) Patrontasche. Jackländer Kr. 79 ie. — c) 
(frz. m.) Nandverzierung, zunächst in Form einer 
halb aufgerollten Papierrolle; verzierte Cinfassung 
z. B. v. Sinnbildern, Namenzügen, Wappen 2c. 
(s. d): Ahnenbllder in C.= Rahmen. Schücking Verschl. 
Wege 1, 105; Fr. 2, 295 ic. — ü) (s. e) Fünf 
Hleroglvpphengruppen in Ringe (c—s sagt der Franzose) 
eingeschlossen. Globus 6, 107u; 9, 21ta 2c. — 2) m., 
Karpophynllacee 
Uuv.; uv. (mit lautendeme), —§: Name eines be- 
rühmten (1721 hingerichteten franz.) Gauners; 
auch antonomastisch. — Cartüja (span. Sucha), 
f.; —6#: Karthause. Zastiano 246; 336 2c. — Kar- 
tüsche, f.; —n: s. Cartouche 1. — Karü: s. Karroo. 
— Karüb (ar. 2c.), m., -(e)s; —en; Ze, f.; Sn: 
Sohannisbrot (s. d., vgl. Algarrobo 2c.): Johannis- 
brot, das die Russen Raschki, die Griechen Charup, die 
Italjäner Carumbo lod. Carruba 2c.] nennen. 
Kohl Südr. 2, 65; Ein gestutzter K-en-Baum trug 
unendliche Schoten. G. 23, 352 rc., vgl.: Der wilde 
JSohannisbrotbaum, Charrub el berri od. Char- 
nub. Peiermann Or. 2, 144 2c. U. in frz. Schreibw.: 
Caroube, vgl. auch: Diese Galläpfel ldes Terpentin- 
baums!] wachsen später in fingerslange, krumme, barz- 
reiche Hörnchen aus, fast wie Johannisbrot u. heißen da- 
her Cornccäpra u. Cáärobe di Giudsa (dschud—I. 
Oken 3, 1756. — 2) (s. 1) Die vorzüglichste [Kupfer- 
münze in Algierl ist der K. (Karoub) od. balbe Musone 
v. weißabgesottenem Kupfer: 48 K. = 1 Rial Burschu. 
Encykl. f. Kaufl. 2, 9a; Kle. f. Heyse, vgl. Kirobo. 
Sier (frz. —5), m., —§#; —#6: Karubenbaum: Der 
schattenreiche „K.“ DMus. 15, 2, 231; „Caroubiers“. 
Scmilaso Afr. 1, 208. — Karüke, f.; -n: ein der 
Karacke ähnl. portug. Schiff. Bobrik# ö5s a. — 
Cärum llat., § 24, 2, nu. : Kümmel, bef.: C. 
cärvi. — Car#mbeo, m., —#;; zi: s. Karub 1. — 
Kar#mpel, f.; —n: rumpelnde Karosse (s. d.), 
Karrete. Hollei Es. 3, 239. — Karün (pers.), m., 
—8# S: K., ein unermeßlich reicher Goldmacher, der 
orientalische Krösus [s. d. JI. daumer H. 1, 311; 19, 
auch Name eines Vogels, s. Garger. — Carünkel 
(lat.), fk.; —n: Fleischwarze: Thränen-K., Ca- 
rüncula lacrymälis 2c. — Carus: 1) (lat.) a.: 
lieb, theuer (vgl. caro); im Superl., z. B. in der 
Anrede (Vokativ): Carissime, mein Thenerster 2c. 
— 2) m. I§ 24, 2): s. Karos. — Carväne: s. 
Karavane. — Karvarina (serb.), f.; —s: Wehr- 
geld, Blutpreis. Olobus 5, 102b. — Taärv-i it.), 
m., —8; 0: Kümmel, Cärum ((. d.) c., vgl. Karbe. 
ol, n., -(e)s; 0: Bestandtheil des Kümmelöls. 
— Carw-ar-#-gwelp, n.: Das in ganz Wales 
gebräuchl. C., das sog. Freiwerben auf dem Bette, wo. 
bei das Mädchen mit ihrem Geliebten plaudernd bis zur 
Morgenzeit auf ihrem Bette sitzt. Nodenberg Wal. 66. 
— Karwaätsche: s. Karbalsche. — Rarpatid-e 
(gr.), k.; —m: Säulen od. Pfeiler, die, als weibl. 
bekleidete Figuren dargestellt, zur Unterstützung v. 
Balkons, Gebälken r2c. dienen (s. Guhl 1, 173; 
Weils Kost. 1, 827, vgl. Kanephore; Atlas lc; Per- 
san 2b; Telamon): Es giebt politische Ken, die sich 
mit tragischen od. komischen Fratzen gebärden, als trügen 
sie dle Last des ganzen Staatsgebäudes auf ihren Schul- 
tern u. welche Nichts weiter sind als die untern Theile 
des Hauses. Börne 3, 316; Wie ein Atlas an Gebärde. 
.. Kolossal-K. c. G. 12, 124 2c.; Marmor-Kn. 
Gubkow Z. 8, 113; In K-n-- Form. G. 31, 109; 
Diesen Atlanten= u. K-n. Lurus. Ualß. 22, 337. 
„isch, a.: in der Weise v. Karyatiden; damit ver- 
sehn ꝛe. — Karpophyll-acer (gr.), k.; —(eyn: 
eine Ordnung v. Pflanzen, wozu u. A. die Zunft
        <pb n="645" />
        Karpophypllata 
der Karyophvleen gehört, s. Oen 3, 1346. -ãla, f. 
18 24, 11: Nelken-, Benediktenwurz (Göum urbä- 
num). äus, m. [/§ 24, 2): „Nelkenwurm“, Art 
Saugwurm in Weißfischen 2c. —5é, f.; —eyn: s. 
Karyophrllacee. -se, f.; In: Art Korallthier, 
Caryophyllia. -ĩn, n., e)s; 0: ein im 
Nelkenöl enthaltnes krystallinisches Stearovten. 
Narmarsch 2, 765. um 18 24, 2, n.]): Gewürz- 
nelke. -us, m. I§ 24, 21: Gewürznelkenbaum; 
Diänthus c., Gartennelke. 
I. Cas (frz. ka), n., uv.; uv.: Fall: C. for- 
tuit [-üfl, unvorhergesehner Zufall: En langl c., 
im Fall, z. B. de mort lmör], des Todes rc.; Die 
Memoiren über Ludwig erwähnen eines historischen „en 
c. de la nuit snũi, eines Dieners für den Fall, das 
ihm Nachts Etwas ankam)]; hier ist ein en c. de la 
chösse schäs, solcher Diener für den Fall der Zagd]. 
püchter Südöstl. 1, 97 r2c. (s. auch: En-toutsc.); 
Posé le c. od.: Le c. posé, gesetzten Falls. — 
II. Käs (ar., türk.), n., uv.; uv.: 1) ein einem 
Sipahi an Stelle der Besoldung gegebner Güter- 
kompler. Srenzb. 26, 1, 123. — 2) Die größern 
Becken, K. genannt, werden mit beien Händen ge- 
schlagen. Weils Kost. 2, 299. — Cäf-a, f.: Hütte, 
Haus 2c. (s. Case): 1) llat., § 24, 1): s. Domus. 
— 2) (it.) k.; ze: Die Ottoboni u. andre soge- 
nannte Cãse papaline [Häuser, Familien, aus denen 
ein Papst stammt]. Keißner Nov. 2, 169 2c.; Dem 
Volke zu Loretto .., daß ihre Santa sßäntal C. [das 
heilige Haus der Jungfrau] durch eine Gruppe von 
Engeln v. Nazareth nach Loretto getragen worden. W. 
30, 18 ic. (s. 3). — 3) (span.) f.; —#: Die C—8 
de recrso [Lusthäuser) .., in welchen die Jäger zu 
verweilen pflegen. Glodus 6, 166b; Sein Leben! liegt 
angefangen u. beschlossen in der Santa C. [Inqui- 
sition] heiligen Registern. Sch. 306b 2c. (vgl. 2).— 
Kasaba: s. Kasbah. — Rafakh;: 1) s. Casaque. — 
2) (russ.) m., —s; —, ) i: a) Kosak (s. d.). — 
b) freier Arbeiter, Taglöhner: Panskije ludi, 
„ Herrenleute“ ld. i. Leibeigne), wie K-ki, freie Leute. 
Kohl Sudr. 2, 131; 1, 5. -ka, f.; —s: Wo Land- 
leute die K. mit der begleitenden Musik der Balalaika 
tanzen. Pet. 2, 391. — Cas-l (it.), n., —; -s; 
e, n., —#; —, -i: Gehöft, Weiler, Dorf 2c.: In 
dem großen einsam liegenden C—e, dem Pachtgutshause. 
Nai3. 20, 317 2c.; Die C—s, Dörfer lauf Maltal. 
Püchler Südöstl. 1, 335; 326; Aus naben, wie ent- 
fernten C—en [Malta'sl. Raumer Tasch. II. 5, 320; Die 
Einwobner des C. Zebbug. 290 2c. amätta: s. 
Casematte. — Käsan: s. Chasen. — Cafanöva, 
m., —§6#; —8: ein ital. Abenteurer, der ein viel- 
bewegtes, bes. an Liebschaften reiches Leben führte: 
Weil sie grade auf den Naturtrieb hin, um diesen u. nur 
riesen zu unterdrücken, das Tollste erfanden, — wahre 
C##der Frömmigkeit. Gutzuow 3. 7, 71. — Casaquze 
(frz. äck), k.; —s: Art Rock, Mantel 2c.: Die mit 
Seide gefütterte C. Hilli RothEm. 1, 143; 2, 112, 
vgl.: Levitenrock od. Kasocke ohne Armel. Lilchan B. 
172; Den Mantel ed. Casack nach dem Winde umge- 
wendet. Zinkgräf 2, 87 rc. (s. Cassock). in (-ing), 
m., —#; —: kurzer Rock 2c.: Unter dem Ordenskreuz 
Kasel 629 
.. wie unter den C. unserer Kinrheit. Jo möüler :, 321 
ꝛc., vgl.: Casgin. Ifland 5, 2, 1. — Kafav-a, 
e: s. Cafsave. — Kasawätka (litth.), f.; -s: 
Art Jaquette: Die Mädchen tragen die reichgeschmuckte 
blaue K. Treilsche Hist. 17 te.; Kaz awaika. Hachländer 
Eign. Welt 1, 211. — Räsbah (ar.), f.; —: Von 
der königl. K. (Burg). Globus 5, 129b fin Nordl 
afrika#; Eine förml. Citadelle, eine K. 166b; 170a 
2c., vgl.: Die Cassuba, die ehemalige Wohnung des 
Dey. .. Die Cassuba od. Caßba, wie sie gw. ge- 
nannt wird. Semilasso Afr. 1, 36 ff.; Eine Oasäba. 
Peiermann Or. 2, 243; Qassäba. 24 rc., befestigter 
Platz. — Kasbeki, m., —8; —: eine perf. 
Kupfermünze. Enenkl. f. Kouf 638a. — Rasch: 1) 
m., uv.; uv.: Name verschiedener Scheiremünzen 
im südöstl. Asien: Scheidemünzen außer den schmuzzi- 
gen, schwerfälligen chinesigen K. Mh#eine Weltr. 2, 83; 
Funfzig K. od. 2 Silbergroschen. 143 2c., s. Cnchkl. f. 
f#aust. 1, 223; Für den gemeinen Verkehr hat man hier 
lin Südost-Asien] eine geringe Scheidemünze, die bekann- 
ten Cashes (Käsch) rdc. 590b; 1 Tale od. Tail (s. Tael) 
= 10 Mace od. Maas: 1 Mace = 4 Cashes u. 1 
Cash (s. d.] — 10 Candorins lin Batavial 942a; 
545% . — Käscha (slaw.), f.; —s: Grütze; Brei. 
CUobeti 2, 10; Scheible Kochb. 384 ꝛe., vgl.: Der 
Deutschböhme braucht .. Kasch fur Brei. Globus 4, 
117b. — Kaschäh (türk.), n., —; —8: Striegel. 
Hammer 10, 353. — Kaschel: s. Katschel. — 
Kasch-alot, -elot (—ö): s. Cachalot. — Kaschefi#), 
m., —; —: in Sudan c. — Gouverneur; Prä- 
fekt. Augsb. 3. (1844) 1707b; 1697a 2c.; Globus 
11, 264a 2c. — Kaschemir: s. Kaschmir. — 
Käschern: s. koschern. — Kaschikren: s. cachieren. 
— Caschino (it. —kino), u.: s. Casco. — Kaschkri, 
n., —S : 0: Art berauschendes Getränk der Guyana= 
Indianer, s. Pinori. — Käschmir: 1) v.; ein osi- 
ind. Hochland. Dazu z. B.: K.-Shawls (s. d.) 
aus K.-Wolle, d. h. dem Haar der K.-Ziege, sJ. 
Katmatsch M. 2, 653; Ohen 7, 1356 ff., auch K., 
vgl.: Die Shawls „Cashmires . Iloht Par. 1,98.— 
2) (s. 1) m., —#; —#: ein zarter, weicher, geköper- 
ter Stoff aus Kammwolle: Die Sorties sind in dieser 
Saison v. weißem K., Elastine, Reps, drap cachemire 
[K.-Tuchl rc. Bazar 14, 19b ic. -et (frz. —), m., 
—8: —: ein kaschmirähnl. Kleiderstoff, dessen Kette 
Florettseide u. dessen Eintrag Streichwolle ist. — 
Kaschalöng: s. Cacholong. — Kaschub 2c.; s. 
Kaffub 2c. — Kaschümpa: Der Samen des Dilo 
(Calophyllum inophyFllum, im östl. Polynesien Ta- 
manu, in Indien K. genannt) liefert das Bitteröl od. 
Wooudel, wie es im indischen Handel genannt wird. 
Globus 5, 25a. — Cäse, f.; -n: (s. Casa) Ge- 
häuse, Behältnis, Fach, Feld eines Dambretts rc. 
GC. 27, 255; 35, 158; 37, 104 tc., s. Campagne 5. 
— Casein (nlat.), n., —e)s; 0: (Chem.) „Käse- 
stoff“, bes. in der Milch, nahverwandt dem Eiweiß- 
stof. — Käfel (lat.), f.; —n: Meßgewand, Chor- 
hemd der Geistlichen, lat. eäsula, vgl.: Mit geist- 
lichen Gewändern, welche bischöfliche Würde bezeichnen, 
einer feinern Dalmatika u. rothen Kaful. Drorien 1, 
38 2.; K.-Knaben, mit der K. bekleidete Meß-
        <pb n="646" />
        630 Casemalte 
tuchhalter c. Dazu: Schön bestolet, bealbet, be- 
kaselt (mit schöner Stola, Alba, K. bekleidet). 
Fischart Garg. 162b. — Casemaätte (frz., it. casa- 
mätta), f.; —n: bombenfestes Gewölbe unter 
einem Festungswall (Wall-, Kanonen= od. Stück-, 
Mord-Keller): Defensiv-K. 2c.; Untersuchungshaft in 
den ungesunden K-n v. Rastatt. Kinkel E. 458; Guhl 
2, 284 2c. Danach auch: die vor dem feindl. Ge- 
schütz sichernden schrägen Panzerwände (z. B. 
Nai. 20, 133) der sog. K-n-Schiffe (z. B. 
Gitnzb. 26, 4, 299) od. der Panzerfahrzeuge nach dem 
Ken-Syhstem (291). -iẽren, tr.: mit Kasematten 
versehn. Hochländer Erl. 1, 145 r2e.; Ein als Brigg 
aufgetakeltes Schiff .. . mit 14 .. . Rodman-Ka- 
nonen, die sich in den kasemattierten Breitseiten befin- 
den. Seine Panzer bedecken den ganzen Schiffs- 
körper in einer Dicke v. 3 ½2““ u. an den Kasematten 
v. 4½ “ mit Eisen. Volksz. 14, 244. — Käsemir: 
s. Kasimir 1. — Caserillos (span. “iljos), pl.: 
Sorten weißgarniger deutscher „Hausleinen“, die 
nach Spanien 2c. u. den span. Kolonien gehn, 
„ Casserillas“. Eneyhl. f. Kaufl. 223a. — Kasern-#e 
(frz.), f.; —u: K. (vralt. Casarme), Gebäude zur 
Wohnung für Soldaten (Heer., Kriegsschar-, Waffen- 
schar-Haus); auch bildl., z. B.: Rußland ist eine un- 
ermeßliche K. falmtrayer Gs W. 2, 119 re.; ferner in 
Bezug auf den Baustil v. Gebäuden, in denen 
man nur möglichst viele Wohnungen zu erzielen 
sucht: Die meisten Häuser in Berlin sind reine K-n, 
Mieths-K-n#rc. Zsstzg. z. B. (eig. u. übrtr.): 
Artillerie-K. Grtnzb. 24, 2, 312 2c.; Als befestigte 
Lager-K. Siahr Tib. 188; Mieths-Kn (s. o.); 
Aus der Mönchs-K. [Abteil. Sartent. 16, 151b; 
In einer Officier -K., die Meeß genannt. Junghuhn 
Jav. 37; Die scharfe Untersuchung der Sklaven-K-u 
durch ganz Italien. Stahr Tib. 6; An seine ldes VolksM 
Stelle eine große Staats-K. zu setzen. DMus. 15, 
2, 435 2c. Als Bstw. z. B.: K-#n-Arrest (Dun- 
desgef. — 67 — 194); --Bau; Eine Wachstube, die 
ganz den bekannten K-n-Duft hatte. Gutkow 3. 7, 
10; K-n. Hof; Als K-n. Schiff, d. h. als Woh- 
nung für die Matrosen, welche nicht auf andern in Dienst 
gestellten Kriegsschiffen untergebracht sind. Grenzb. 26, 
2, 419; Der K-n-Sril dieser Baukunst 2c. -ement 
C□mäng), n., —#; —#: Kasernierung — u.: Ge- 
bände zu solchem Behuf: C—s gebaut. Volksz. 15, 
221. Senhaft, a.: kasernenartig: Injenem charakter- 
losen, k—en Stil erbaut. prutz Mus. 1, 9. Sier (—3), 
m., —#6; —#: Kasernen-Wart, -Verwalter 2c. 
jieren, tr.: Die Solraten k., ein-k., in Kasernen 
legen. — Caserta (it.), Stadt im Neapolikani- 
schen. Dazu: Die kannelierten Säulen sind aus C.= 
Stein. Globue 7, 7b. — Casgin: s. Cassaquin. — 
Cäsh (engl.), n., uv.; -es: Geld, Münze (l. 
Kasch). — Cashmire: s. Kaschmir. — Kasida: s. 
Kassire. — Kasim (ar.): Das Wort K. bed. ein san- 
riges, aber fruchtbares Erdreich. Globus 8, 334b.— 
Kasimir, m., —(e)8; -e, —: 1) (s. Kaschmir 2) 
ein geköperter, dünner, leichter Stoff aus feinen 
Gespinsten. Karmarsch M. 2, 734; Doppel.-K. 
ibd.; K.-Beinkleid, Hose; = Weste 2c. — 2) 
Casratelle 
(russ.) männl. Taufname. — Cafseinéeklo (it.), 
n., —; —6, étti: s. Casino 1. inha (port. —inja), 
f.; —6: Eine Anzahl kleiner, strohgedeckter Häuser, C—S. 
Ausld. 39, 443a (s. Casa). -inist, m., —en, -s; -en: 
Casino-Mitglied. -kno, n., —6; —S: 1) Land-, 
Lusthaus, Villa. Gutzkow 3. 7, 183; 8, 112; John 
Moz. 4, 103; 105; 143; SEchüching Kunstl. Leid. 74 
re.; vrkl.: Ein Casinetto. Lewold Genf 100 2e. — 
2) eine geschloßne Gesellschaft u. ihr Versamm- 
lungslokal: Bis zum reutschen Künstler-K. Bodtn- 
siedi E. 1, 229; Das Offiziers-K. Hauskl. (60) 
3, 311 2c.; K.-Bälle. Gutzto# 3. 7, 21 2c. — 3) 
Art Kartenspiel unter Vieren, u. darin: Der große 
C., Karo-Zehn (für 16 od. 10 Augen zählend) u.: 
Der kleine C., Pik-Zwei (für 15 od. 2 Augen). 
Aloensliben 153. — 4) Gehäuse, Einfassungs- 
rahmen: Rasch schlug er seine beiden Hände auf das 
untre Stück des Fenster-C. Schüching OrK. 2, 9. — 
Lasiri, n., —s; —s: in Guiang ein Getränk aus 
Mais, Bataten u. Zuckersaft. — Kasis, m.; bei 
den chaldäischen Christen — Presbyter, auch: Kaß, 
Mz.: Kassän. Ptutmann Or. 2, 316. — Casila, k.; 
—: Hat der Kreole sich .. die C. (Häuschen) u. den Co- 
nuco angelegt. Grenzb. 24, 2, 953. — Cacdcabel 
(span.), m., —§#; -es: Schelle: Die bakles de can- 
d#l, Tanzvergnügungen der untern Klassen, finden gw. in 
Schenken (tabérnas od. bottillerlas) statt. Den Namen 
sühren sie, weil die Beleuchtung nur aus einem can- 
dĩl, einer kupfernen Lampe besteht, welche an der Wand 
bängt. Man nennt sie auch wohl Bälle mit dicken 
Knopfen od. dicken Schellen (bafles de botön gördo 
od. c. gördo) weil die Leute aus dem Volle an Jacke 
u. Hosen dicke Knöpfe aus Filigranarbeit zu tragen 
pflegen. Globus 11, 197. — Cascad-e (frz.), k.; 
— : Wasserfall, nam. sofern das Wasser v. Fels 
zu Fels (absatzweise) fällt, vgl. Katarakt, s. Humboldt 
Kl. Schr. 1, 120 ff.; Übrtr.: Daß er l(mein Still 
grade dann die ungewöhnlichsten K-Uu zu machen geneigt 
ist, wenn ich der Sache am reifsten nachgedacht. . 10, 
173 2c.; Die Blumen-K. lwomit die Sängerin 
überschüttet wird)]. meihner Sans. 2, 102; Eine 
Jäh-K. Die accompagnierenden Neben Kxn. 
Berlepsch A. 143; Die in einem einzigen dicken Wasser- 
arme vereinigten Strahl-Ku. Koht A. 3. 196 re.; 
K-n= artiger Fall. Humboldl KlSchr. 1, 120; K-n- 
Bäche. falimttahei Or. 1, 175; In den 14 Kn- 
Eltagen des Gießbachs. Zerlepsch A. 114; Kn- 
Schlucht. salmeray#er GsW. 1, 199; = Sturz. G. 
12, 231 2c. elle, f.; n.: s. Cascatelle. uhaft, 
a.: kaskadenartig. — Cagralho (port.ilio), m., 
—#8; —§: Diluvialschuttland in Brasilien als Fund- 
ort der Diamanten. Katmorsch 1, 536.— Cascänc 
(frz.), f.; —: Horchgang der Minengräber. — 
Taccarill-a (span. Jilja), f.; —s; -c, f.; —: 
Namen verschierner bittern, heilkräftigen, würzigen 
Rinden (Kaskarill= Rinde) u. der sie liefernden 
Pflanzen, z. B.: Cröton cascarilla u. elutéria #.; 
ferner Cinchöna (s. China) 2c.; vgl. Kaskarill- 
Zimmt, Cinnämomum kiämis 2c. -kro, m., —S; 
— : Einer, der Kaskarilla sammelt, damit handelt 
2c. — Cascatell-a (it.), f.; -e; Se, f.; —:
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        Kaske 
kleine Kaskade (s. d.), bes. die bei Tivoli. Forke 
St. 1, 200; 2, 57 2c.; C-en- Fall. Berlepsch A. 143; 
C-en. Gutzkow 3. 8, 65; 286 r2e.; auch: Art Feuer- 
werk: Die Raketen haben den Schnuxfen. In die 
Cen ist Wasser gekommen. 62 2c. — Kask-## 2c.: 
s. Casqu c. — Cseo (span.), m., —8; —: 1) 
Schiffsgerippe (vgl. Carcasse 1): Den C. versichern 
(OSrenzb. 26, 1, 107), das Schiff selbst, nicht bloß 
die Ladung; C.-Assekuranz, „Versichrung. 
— 2) im Lhombre ein Spiel, wobei der Spielende 
8 od. 9 Karten wegwirft u. dafür die obersten v. 
der Stammkarte nimmt (Caschino, wenn er 
dafür die untersten nimmt): C. (Zufall) u. Tourns 
(drehet um), anderwärts Obscurité (Dunkelheit) ge- 
nannt. shombte 35, vgl.: Wer Casque spielen will. 
.. Ein Verstänriger unterfängt sich des Casquierens 
nicht leicht c. 36. — 3) (s. 2) ein dem Solo ähnl. 
Kartenspiel. — Csnar, m.: s. Burco 1. — 
Kasoda rc.: s. Chaß 2c. — Kasperliädc, f.; —#u: 
s. Hanswurstiade. — Casqu-e (frz. käst), m., uv.; 
—n : 1) Helm. — 2) (Steinschn.) Portraitsteine 
(Kasken, Brillantglas), Blätichen, deren Rand meist mit 
kleinen Facetten versehen ist. prechtl 4, 523; 545 :c. — 
3) Mulattenabkömmling. — 4) f. Casco 2. et 
C□ô), m., n., —; —#: Helm; belmartige Korf- 
bedeckung (Müge, Hut), auch: Kaskêtt, n.#—e)s; 
—. Dbiertelj. 47, 348, vgl.: Das C.“.. Auf dem 
„Casquette’. G. 26, 45; Trugen Beide goldene „Kas- 
keten. Gerhard Wil. 2, 36 2c.; Casquétte, f.; —S. 
Siren: s. Casco 2. — Käer (ar.), u.: Ein jeder 
solcher Hof nebst den dazu gebörigen Thürmen, Kubbas 
u. sonstigen Gemächern wurde „Kaßr“ od. Palast ge- 
nannt ic. Schac 2, 343 (vgl. Alcazar); Von dem 
„Qasr, welches bedeutende Ausdehnung gehabt baben 
mus, siehen noch viele Mauerreste. petermann Or. 2, 
268; 40; Die Kararanserai hatte über dem Ein- 
gang ein Qasr“, d. i. ein zweites Steckwerk mit einem 
größern Zimmer in der Mitte u. 2 kleinern zu beiden 
Seiten. 161. — Kafs: s. Kasis. — Cals-#a (it.), 
f.; ze: Kasse (s. d. Ss., vgl. caxa): Geld in c. 
baben 2c.; Pér c. lbar] zahlen; Er verließ ohne Billeit 
die „Kassa“ ldes Theaters in Wienl. Gutkow 3. 7, 
10; Eine Anweisung auf die „C.“ 308 1c. Als Bstw. 
. B.: C.= Bestand; „Billett, Banknote; 
.Brouillon, B. des C.-Buchs; Conto; 
Cours; -Manco; -Schlus; Skripturen; 
„Strazze; = Sturz rc. — Kaässab (ar., türk.), 
m., —§8; —: Schlachter: K.-Baschi, Oberst- 
fleischhauer. Hammer 10, 353; K.ije, Fleischer- 
gebühren, ebd., vgl.: Kazäpp-en, i (Schlächter), 
bei den Tataren u. Kleinrussen, als Bez. der Groß- 
russen, s. Kohl Südr. 1, 113; 2, 102; 222, vgl. 
auch Koss Ins. 3, 126. — Kafssäba (ar.), f.; —: 
s. Kasbah. — Kaäfsfabar, f.; 0: eine Sorte 
Sinvrna- (s. d.) Baumwolle. Karmarsch M. 2, 503. 
— Kafsabrh, n., —s; —: ein ägypt. Längenmaß 
— 648 Pariser Linien), vgl.: Der wahre türk. Pik 
ist nach dem Grundmaßstab der Kassaubab — 633 
frz. Millimeter. Encyhl. f. Koufl. 2, 9Ha. — Cassäde, 
f.; —: Scherz= od. Nothlüge; Uberbieten im 
Spiel, um die Mitspieler zurückzuschrecken. — 
Cassette 631 
Kassandr-a, —s, zens; zen: (Myth.) eine Tochter 
des Priamus, die v. Apoll die Gabe der Weis- 
sagung empfing, doch so, daß Niemand ihren 
Prophezeiungen Glanben schenkte. Kamler Myth. 
397; Sch. 67 ff.; auch antonomastisch. platen 2, 201; 
K.-Gabe. Salon 4, 254. — Kaffäris, pl.: 
ostindische bunte Baumwolltaschentücher. — 
Kaffät-ion (lat.), f.; —#en: 1) (s. kassieren 2). 
Dazu: Ks-Gericht, Hof, frz. cour de c. 
lkur de kafsaßfong), Obergericht, das über Nichtig- 
keitsklagen, Gesuche um Wiedereinsetzung in den 
vorigen Stand u. Kompetenz der Gerichte ent- 
scheidet; K-s-Prozeß, betreffs der K. eines 
Beamten 2c. — 2) (Mus.) Cassätio, Cassaziöne 
beißt wörtlich Entlassung od. Abrankung u. mag ur- 
sprünglich wohl ein Tonsiück, womit eine veranstaltete 
Insirumentalmusik beschlossen wird, bedeuter baben. Gw. 
aber, u. bes. in Italien, verstand man darunter ein zur 
Gattung der Serenade gebörenres mebrsätziges Instru- 
mentalstück, welches den Zweck hat, Abends im Freien 
als Ständchen aufgeführt zu werden. .. Nach Jahn Moz. 
1, 569 war C. eine Zeitlang der geläufige Ausrruck für 
Insirumentalmusik überhaupt, sowohl Symrhenien als 
Quartetten u. ein best. Unterschied ist kaum anzugeben“. 
Von der eig. Bestimmung dieser Tonftüücke aber, als 
Abendstänrchen vor dem Fenster der Schönen aufgeführt 
zu werden, stammt die Rl.: „cassaten gehen“ her, 
rie soviel heißt, als auf verliebte Abenteuer ausgehen 
logl. Gafsatim]. A. v. Dommer Musik. Ler. (Heirelb. 
1865) s. v.; Er habe seine K. aus D-Dur gespielt. 
Jahn Moz. 1, 601 2c. örisch, -örius, a.: auf 
Kassation (1) zielend, sie bewirkend, z. B.: Man- 
dätum (s. d.) cassatörium 2c. -ũr, f. —en: Kas- 
sation. us, m. [8 24, 21: ein Kassierter. — 
Kaftär- a, f.; —s; Ge, f.; — : Mehl aus der 
Wurzel v. Jätropha mänihot (auch mancher Dies- 
koreen), aus der s. g. Maniok= od. K.-Wurzel — 
K.-Mehl u.: das daraus bereitete Brot (K.-Broy), 
s. Oken 3, 613; 1598; Jusld. 38, 80 1a; Gattenl. 
16, 626b; Gtenzb. 24, 1, 226; Rückert Col. 2, 131; 
Karmarsch 2, 346 ff.; K.-Kuchen. ebd.; K.-Stärke. 
347 (s. Cipipa) 2c., s. Kassawazwieback. OBZank 
1, 99; Kassabiwurzel. w. 29, 417 ac., vgl. 
Tarioka. — Casserillas: s. Caserillos. — Casseröle 
(frz.), k.; —n: kupferner od. messingner Koch-, 
Schmortopf. G. 18, 20 (Cassero [le. Cuhl 2, 187 rc.; 
Ein kleines Kasseroll. Karmarsch 1, 756 2c., s 
Kastroll ꝛe.); auch zuw.: ein in einer C. berei- 
tetes Gericht: Reis-C., C. au riz lo ril. Scheible 
Kochb. 322 2c. — Casses (frz. kaß), pl.: Art 
Musselin. — Cafse-iete (frz. kastät), m., —; 
—&amp; : „Kopfbrecher"“, — nam. Bez eines schweren, 
stark zu Kopf steigenden Weins; ferner: Die An- 
griffe mit Degen-CS## (s. g. Lebensvertheidiger). Volksz. 
17, 113; nats. 22, 285 2c. — Cafls-etin (irz, 
—’eng), m., —6; —#6#: Kästchen, Kistchen, z. B. 
worin Rofinen versandt werden, v. 17—18 Pfund, 
dagegen: Quarts v. 40 Pfund. Encykl. f. Kaust 
669a. ctte, f.; —#, —n: 1) Käsichen, zumal zur 
Aufbewahrung v. Kostbarkeiten od. Geld (ogl. 
Cassa): Bei prufender Offnung ihrer Reise-K. Sutz
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        632 Cassettieren 
kow Z. 4, 64 2c. — 2) (s. 1) Fahyence, feines Steln- 
gut, Porzellan müssen lbeim Brennen] in Kapsein, K-n, 
Koker v. feuerfestem Thon eingeschlossen werden. Kar- 
marsch M. 2, 921. — 3) (Bauk.) s. Caisson 2; 
Lacunar: Theile elner marmornen Decken-K. Srenzb. 
26, 4. 264. TektkEren, tr.: mit Kassetten (3) ver- 
sehn: In dem reich kassettierten Tonnengewölbe. Guhl 
2, 119 u.; Die Kassettierung der Kuppel. Nat. 
20, 321 ie. -étlo, m., —#; -zétti: venetianisches 
2-Soldi-Stück. entynt. f. Kansl. 223a. etföôöne 
(it.), m., —##; —, ni: 1) Kommode. — 2) 
(Bauk.) eine aus immer kleiner werdenden Vier- 
ecken bestehnde Mauervertiefung an Deckengewöl- 
ben. — Cassia (lat.), f. [824, 11: Name von 
Pflanzen, s. Onen 3, 1718, dazu z. B.: C. sénna, 
die Sennesblätter liefernd; C. fistula (Röhren. 
K., -Kasske), in den Fruchtschoten die pülpa cässic, 
ein abführendes Mus enthaltend 2c.; ferner für 
Produkte der Zimmtbäume 2c. (s. Oben 3, 1528); 
C. od. C.-Rinde, „Zimmt, C. cinnamömeea 2c., 
vgl.: Myrrhe u. Aloe, Kassia sind all deine Gewänder. 
Zunz (Pl. 45, 9), bei fulher — sich näher anschlie- 
ßend ans Hebr. —: Kezia. — Kassibern (hebr.), 
intr. (haben): Ich habe mit ihm kassibert (kleine Zettel 
zugesteckt). Gartent. 16, 124 a, „schreibend“ kolln- 
diert. — Kasside (ar., pers.), f.; —n: „Zweck- 
gedicht“, längres Gasel (s. d.). Hammer (Mager 2, 
15246); platen 1, 295; Uosenkranz Poes Gsch. 359; 
Dle K. od. das Kassidit. 359; In der Kassald, 
Elegie. 391 c.; Muster v. Kassideen u. Ghaselen. 
Kranl Jer. 1, 377; Etwas, das den Kasida der 
Araber entspräche. Globus 6, 159a. — Cass-ida 
(lat.), f. [824, 11: Schildfäfer. Ohen 5, 1670. 
idäria, f. #S 24, 11: Art Schnecke, Knotenhorn. 
482. Tidil, m., —en; -en: eine Schneckenverstein- 
rung. — Kaffet.; — : s. Cassia. — Kass--ier 
(it.), m., —e)s; —e: Kassenführer, Säckel-, Zahl- 
meister. G. 4, 129; Sch. 322a; C., Cassierer [s. d. J. 
Düringer 201; Theater.K. s2c.; K.-Anwelsun- 
gen, -Quittungen, s. Check. -ieren, tr.: 1) 
Geld eintreiben, häufiger (mit Rücksicht auf 2): 
ein- k. — 2) (lat.) Etwas k., für ungültig erklären, 
aufheben, z. B.: Befehle, Schuldfordrungen, Kassen- 
scheine, Munzen, ein Testament k.; Wir wollen unser 
Gespräch k., wie man einen Brief ln Stücke reißt. 
Horimm llnüberw. 1, 222; Ailer eigene Wille, in 
minutissimis sogar, kassiert u. gebrochen. Iffland 15, 
2, 124 ic.; ferner: Einen k., auf Grund grober 
Vergehn des Amts od. Dieusts entsetzen ꝛc. Dazu: 
Kassterung (od. Kassation) eines Befehls; eines Beam- 
ten 2c. -irrer, m., —s; uv.: Kassier (s. d. u. kas- 
sieren 1): Der Brunnen-K. C. 21, 81 ic. — 
Cässi-ro (it.), m.p, —6; -chi lki!: Olgewicht in 
Messina: 1 C. = 12 ½ Rottoli. Encyhl. f. Kousl. 
2. — Cassin-el (srz. —), m., —#; —6; -elt, 
, —e)s; -e, —# : Art Wollenstoff. — Cassin-is 
m., —S; J.. zen: Name berühmter Astronomen; 
danach antonomastisch: Kein wiederkommender Komet 
feshasten mehr die wachenden Cassinen. W. 10, 106. 
Cassiops (ihn, f. 1§ 24, 1]: (Myth.) Mutter 
der Audromeda (uch: Cepheus, der Vater, zugleich 
Kafslanie 
u. Kasstope. D. Ov. 1, 246); danach: ein Stern- 
bild, in der Milchstraße. — Cassis (lat.), k. 
S 24, 3, J—dis!: Helm, aus Erz. Weiss Kost. 1, 
1063. — Kafssiter-iden, pl.: K., die kassieerischen 
Inseln, Bez. v. Inseln, v. denen die Phönicier den 
Kassiteros, das Zinn, holten, s. Httrten 2, 191 fl., 
vgl. Humboldi Kosm. 2, 4091 -iĩn, n., —(e)8; 0: 
eine hauptsächl. aus Zinn bestehnde Metallmischung: 
K.-Waaren 2c. — Cassoch, n., m., —6; —6: (s. 
Casaque) Rock der Geisttichen Soldatenmantel. 
— Kassolette (frz.), f.; —m, —#8: Näucher- 
pfünuchen, Behältnis für brennende Rincher- 
kenschen, 2c.; auch = Platmenage. — Kassonade 
(frz.), f z In: Noh-, Farin= (s. d.) Zucker. Oken 
5. 40 r., vgl. Moskowade. — Kassr: s. Kasr. — 
Kassula: s. Kasba. — Hafsübe, m., —n; In: 
Ken, Kaschuben, Wenden in Westpreußen. Dazu: 
Die Kassubekl, das Land der K-n; kassübisch rc., 
s. Globus 7, 234 ff.; Kaschub= (od. Wocker.) 
Asche, Büchen-Asche 2c., zur Pottaschbereitung, s. 
237a; 6, 26b 2c.; Als hätten sie lauter hörige K-n 
vor sich. Scherr Bl. 2, 125. — I. Cast (engl.): 
(sormend) gießen 2c.: C.-iron stiornl, Gußeisen; 
C.-steel sstilI, Gußstahl; C. -work suwort], 
Guswerk. Sohl Engl. 1, 18. — II. Kast (skand.), 
n., —#; —ar: Art Mantel. Weiss Kost. 2, 112.— 
Casla (span. ), f.; —#: Geschlechtung, Gattung rc.: 
Zu welcher C., Rasse, der Stier gehört. Globus 1, 
9 b 2c., s. Kaste. — Kastagnette (frz. —anj-), f.; 
—# : Klapperholz, 2 kleine ausgehöhlt auf einander 
passende, mit einem Band verbundne kleine Becken 
v. hartem Holz, die, am Daumen befestigt, durch 
Drübergleiten der Finger taktgemäß zum Klaxpen 
gebracht werden (s. Maronnette; Samsch, Krotalon, 
Krembalon): Der kupferne K-nTeller, lhebr.]) Zilzel 
genannt. Gutzkow Schön. St. 132. — Kastal ia 
(gr.), f., —, lens; 0 (§ 24, 1]: Name mehrerer 
Quellen u. Quelluymphen, bes. der Quelle am 
Fuß des Musenbergs Parnass (s. d.), aus der 
Dichter Begeistrung schöpften ꝛe. -ide, f.; -n: 
kastalische Nymphe (Salon 1, 164); Muse l. d.). 
—in. f.; —nen: Kastalide. -isch, a.: auf die Ka- 
stalia od. die Kastalinnen bezüglich 2c.: Den k-en 
Schwan wolit ruhigen Bluts gleich nützlichen Gänsen 
Ihr rupfen. Sanders Kutr. 129; Die k—e Quelle der 
Poesie. Spielhagen Probl. 5, 17; V. Ov. 1, 139 re. 
— Kastanke (gr. 2c.), f.; —-n: s. ###.: 1) die 
runde glänzendbraune Frucht zweier versch. Bäume, 
die eine Art eßbar (s. Marone) v. einem buchen- 
ähnl. Baum, Fägus castäuen od. Castänea 
vEsca, auch: echte, edle, suße, zahme od. Garten-K. 
genannt (dazu z. B. als Art: Zwiebel-K. 2c., 
ogl.: Der K-n--Mann ,, marchand de marrons 
Is. d. J. Ccb. Diid. aus Par. II 2, 5 2c.; Die Kn fur 
Zemand aus dem Fener holen, sprchw.: sich die Pfete 
verbrennen, damit er den Genuß habe 2c.), die 
andre nur als Futter fürs Vieh, nam. für Wild 
od. Kindern zum Sriel dienend, v. Esculus hip- 
bpocästanum od. Castänea equina. auch: wilde, un- 
echre, unedle, Pferde-, Roß-, Verier-, Wild- 
K. 2c.; dann auch die genannten Bäume selbst:
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        Caste 
Man pflanzte den Olbaum, dle K. Grtgorovius Kors. 1, 
93 2c. Auch, in Bezug auf die Farbe der Frucht: 
Ken-ebraun; Das lichte K-n- Haar. Heinst A. 2, 
198; K—-n-Locke. Jachariä Poet. W. 2, 32 1c. — 
2) (s. 1): a) in Zsstzg.: Erd-K., Name v. Pflan- 
zen m. knolliger Wurzel, z. B.: Chærophyllum 
bulbösum; Bünium bulbocästanum od. Sau- 
K. 2c. — b) Name v. Schnecken, z. B.: Chäma 
arcinélla, stachlige K., K. in der Hülle c.; Mürex 
nödus, große K.; Türbo litöröus, gebratne K. 26c.; 
ferner: Meer= od. See-K. — Echinus, z. B. Pla- 
ten 4, 353 rc.; auch einige Versteinrungen 2c. — 
e) die Hornwarze am Schenkel der Pferde. — d) 
Höcker, die beim Gießen der Tafeln im Blei ent- 
stehen 2c. — I. Caste, adv.;: zu cästus (s. d.): 
feusch: Si non c., tämen (vd. sältem) cäüte (s. d.)!, 
wenn nicht keusch, doch (od.: mindestens) vorsichtig! 2c. 
— II. Räfst-e, f.; —i: (s. casta) ein erblicher, 
auf gewisse Familien beschränkter u. zugleich sie in 
der Wahl ihres Berufs beschränkender Stand: K. 
ist ein portugiesisches Wort; bei den Hindus selbst wird 
eine solche Volksabtheilung Giadi (Dschadi) od. auch 
Varna ss. d.] genannt. Grube Ch. 2, 127; Unter- 
K. 131 2c.; Das inrische Volk zerfällt in 1 Haupt- 
Ken. .. Die Mitglieder der ersten od. der Priester- 
K. heißen Bramanen, die der 2en od. der Krieger-K. 
Kschattrijas, die der 3ten od. die Ackerbauer u. Handels- 
leute Waischa's, die der 4ten K. endlich od. die Leute 
der gewerbtreibenden u. dienenden Klasse Sudras 2c. 
Gritgk. 1, 40 (s. Paria); Zwischen= od. Misch- 
Ken. 41; Die K-n-Einrichtung. 43; Das Kn- 
Wesen besteht darin, daß ein Volk in eine Anzahl 
erblicher Stände, K-n genannt, zertheilt ist, welche nach 
Beschäftigungen, Rechten u. Pflichten v. einander ver- 
schieden sind. 2 7 2c.; Wo der Rang eine Korporation 
entschiedener charaktertsiert als der Stand, da neunnt man 
sie eher eine K. als eine Gilde. Gervinus Hist. 7, 481; 
Daß . der Patriarch [v. Konstantinopel! einen Hof- 
staat v. Weltgeistlichen um sich versammelt gesehen, 
welche mit ihren Familien .. einen wahren Adel bilde- 
ten. .. Dieser K., wie man sie wohl nennen darf 2c. G. 
33, 326; Gutztom 3. 7, 44; Die Adels -K. 2.; 
Kirchlicher Hochmuth u. K-n-Geist. Ffaumerayer Or. 
2, 33; Weil die Sonderung der Stände nicht mehr in 
k—n streuger Sprödigk. sich abschließt. Rosenkranz 
PSsch. 117; Der K-n-Geist ist der Geist des K-n- 
Wesens od. vielmehr „-Unwesens. — Dazu: In 
Hochmulh u. kastenhaften Vorurtheilen alt geworden. 
Kügge Else 244, vgl.: Ungeachtet des aristokralisch- 
kastischen lk-n mäßigenl] Beigeschmacks. Stalsfield 
Leg. 1, 179 c.; Jenes Kastenthum K—n-Wesenl, 
das noch immer bösäugig u. unheilstiftend unter uns 
wandelt. Heine 4, 297. — Kastei-en (lat.), tr.: 
(s. Ss.) züchtigen (s. kastigieren, vralt.: kästigen, 
kestigen, z. B. HSachs G. 2, 60; köstigen. Cschudi Chr. 
Helv. 1, 231b ic.); heute gw.: Seinen Leib, sich k., 
zur Unterdrückung sinnlicher Begierden für sein 
Seelenheil körperliche Entbehrungen u. Pein Er- 
regendes auf sich nehmen (das sündige Fleisch kreuzi- 
gen); danach wieder verallgemeint, auch z. B. mit 
Angabe der Wirkung: Das heißt voch, nicht für 
Aastlitschkarsch 633 
Katzendreck] sich müd' u. lahm k. ssich plagen, quä- 
len]. Bürger 40a; Sich zum Jünger eines Plato zu 
kastein. Thümmel 2, 33 .; Sich ab-k.; Meinem 
aus kasteieten, v. Gebet u. Wachen abgematteten Kör- 
per. Klinger Th. 3, 111; Sich uber·k. lübermäßig 
k.); Er habe sein Fleisch also mit Fasten zerkastciet. 
Kutber SW. 46, 261 2c. -ung, f.; -en: das (Sich-) 
Kasteien: Mir strenger Buß- K. Sch. 514b; Das 
Vorbild der Strenge, der Selbst-K. SCutzkow Z. 4, 
121 2c. — Kastell (lat.), n., —e)s; —e: 1) be- 
festigter Ort, kleine Festung, Burg, Schloß rc.; 
Fels-K. Falmtrayer Gs W. 1, 231 2c.; Alte Thürme 
.. im engl. C.-Stil neu ergänzt. Gutzkow 3. 7, 182. 
— 2) das erhöhte Stockwerk auf dem Verdeck gro- 
ßer Schiffe (s. Gaillard), u. zwar: Vor-, Vor- 
der-K. u. Achter--, Hinter. K. (auch scherzh. — 
der Hintere), vgl. (engl.): Ein Vercastle l—kasf'II. 
Gerstächer NReis. 2, 325. — 3) Die Wasserbehälter od. 
Ke, welche die Wassermassen aufnahmen u. aus denen 
man sie vertheilte. Weiss Kost. 1, 1246. Tamäre: ein 
Ort im Neapolitanischen 2c., daher auch f.: eine 
Sorte Baumwolle. Karmarsch M. 2, 504. Zän, 
m., —(e)8; Se, (-äne. Werner Osts. 1, 50 2c.), —;: 
4) (vralt.) Burggraf; nam. im Königreich Polen 
Titel hoher Reichsbeamten: Ruhmreiche Palatin' u. 
K—# lauf dem poln. Reichstag). Sch. 66 4a 2c. — 
2) Burg-Vogt,-Pfleger; Schloßwart; Hauswart 
in großen öffentl. Gebäuden, vgl. Koncierge. änc, 
f.: —n, —6: Art grüner Pflaumen in Südfrank- 
reich. -anei, f.; —en: 1) das einem Kastellan 
(l. d. 1) untergebne Gebiet: Wurden Bauzen und 
Görlitz aus czechischen K-#en zu deutschen Städien. f/ok 
Rug. 2, 32 2c. — 2) Amt u. Würde eines Kastel- 
lans (s. d. 2); auch: die ihm Untergebnen: Die 
Hofkellerei, Schlächterei, Fischmeisterei, K. u. Dienerei. 
3p. 8, 42 2c. Täno (span. Selj—), m., —; —: 
Kastilianer (s. d.); eine veraltete Goldmünze 
(— 480 Maravedis). atiön (nlat.), f.; -#en: 
Umwandlung eines Gebäudes in ein Kastell. -um 
([§ 24, 2, u.): Kastell. — Kästen-haft, a.; 
thum, n.: s. Kaste. — Cäfles (span.), pl.: 
Südamerikaner gemischten Bluts, s. Castizo. — 
Casti-sicieren (lat.), tr.: rein, kensch machen. 
ihation, f.; —en: Castificierung. gätio, k. 
([5 24, 3, önis]: Züchtigung (Kastigatiön): 
C. patérna, väterliche. = gLatorisch, a.; züchti- 
gend 2c. -gieren, tr.: züuchtigen (s. kasteien). —90 
(span.), m., —#; —8: Züchtigung. Globus 1, 
138a r. — Castil-iäner, m., —5; uvr.: Ein- 
wohner Castiliens, weibl.: C-in. ianisch, a.: 
zu Castilien gehörig. -#en, n.t, —#; uv.: Pro- 
vinz Spaniens: Alt= u. Neu-C. -ĩer, m., — uv.: 
Castilianer. isch, a.: castilinnisch. — Cast-iron: 
s. Cast. — Käslisch, a.: s. Kaste. — Cäflitas, 
f. [8 24, 3, ätis): Züchtigk., Keuschheit (Kasti- 
tät, f.): C. violäta, verletzte Keuschheit. — 
Caftiz-o (span.), m., —#; —, zen: Abkömmling 
v. Mestizen, weibl.: Castiz-a, f.; -s, en (vgl. 
Castes). — Cahflle (engl. kässl), n., —; —#: Ka- 
stell 1; 2. — Kafllitschkärsch (böhm.), m., uv.; 
uv.: Der Kastelmann (K.), eine Art Tabulektkrämer.
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        634 Caslor 
Globus 4, 82a. — Cast-or (gr.), m., —6; —8 
[8 24, 3, -is]: 1) (o. Mz.) s. Dioskuren u. Elms- 
feuer: K. u. Pollurx! Mir that's immer im Herzen 
wohl, wenn uns lBeide] der Markgraf so nannte. G. 9, 
25; Beim K.“ w. 15, 118 2c.; als Stern: c&amp; Ge- 
minorum (C.). Mödler 416 2c. — 2) Biber; Biber- 
sell; Hut aus Biberhaaren (Cutzkom K. 2, 192) — 
K.-Hut. — 3) (s. 2) K.-Ol, Ölsum e-is, Kro- 
tonöl (s. d.). Oen 3, 1593. ôörum, n., —; 
0: Bibergeil: C.-Beutel, der das C. enthaltende 
Drusensack des Bibers. Ualur 16, 10 1b c. Torin: 
1) n., e); 0: ein im Castoreum enthaltner 
Körper. — 2) m., #e)s; —e: Art Zeugstoff, 
„Biber“ (frz. castorine, f.). — Cästra: s. Castrum. 
— HKastr-ät (lat.), m., —en, (); —en: ein 
Kastrierter, Verschnittner, Hämmling (vgl. Eunuch): 
Das schlarre K-#en-Zahrhundert. Sch. 106b cc., 
nam.: ein schon als Knabe Verschnittmer, der so 
seine Diskantstimme behielt u. so als Sänger 
wirkt. Heinse A. 1, 29 ic.: K-en-Stimme cc. 
atina, f.; 0: geräuchertes Hammelsfleisch (nach 
serb. Weise). CKobert 1, 144, Castra d ina. 75 ((. 
Kastraun). alion, f.; -en: Kastrierung. -ün, 
m., —(e)8, —en; -e, —en: (mundartl.) Hammel. 
fischart Garg. 96b; K-en-Fleisch. 53b ce., vgl.: 
Braten vom Fleisch des Gstrauns. Einen Hammel, 
der in Tirol allgm. mit diesem aus dem ital. castrone 
rerstummelten Namen belegt wird. Monaibt. 1, 82; 
Moll Nat Br. 2, 348 2c.; Fleisch v. Castronen. 
frans Welib. 185 a 2c. — Castrensis (lat.), a.: 
aufs Lager bezügl., s. Corona 2; Peculium. — 
Castrieren (lat.), tr.: die Geschlechtsverrichtung, 
nam. den Geschlechtstrieb durch Wegnahme der 
dazu Anlaß gebenden Organe aupheben od. tilgen 
(vgl. abälardisieres, kombabisieren, kapannen 2c.); 
Ubrtr.: Ein Buch k., es durch Ausmerzen anstößiger 
Stellen — reinigen od. verstümmeln. — Kastroölle, 
fl.; —: — Casserole (s. d.). Gotitr 3, 512 2c. — 
Kastr-on (ugr.), n., —s; -a: Burg 2c. (vgl. 
Akropolis u. Castrum). Rofss Ins. 2, 47 cc. — 
Caslron--e (it.), m., —#, —n; —, i: s. Castraun. 
— Castrum llat., § 24, 2, n.): Schloß, Burg; 
(Mz.) Kriegslager: Im Ganzen unterschied man die 
Lager in Sommerlager u. Winterlager, in Cästra 
Tsliva u. Cästra hibérna u. in nur für kürzere Dauer 
.. u. für längrre Zeit zu errichtende .. in Cästra man- 
siönis u. Cästra statira. Weils Kost. 1, 1253; C. 
nöbile, adliges Stammschloß 2c.; C. dolöris — 
Chapelle (s. d.) ardente; Katafalk. — Cast-steel; 
worhk: s. Cast. — Cäslula (lat.), f. 1§8 24, 11: 
Art Schnürbrust. winckeimann Gsch. d. K. 1, 195. 
— Castus (lat.), a.: kensch: Agnus (s. d.) c. — 
Casu (lat.): s. Casus. — al, a.: zufällig, ge- 
legentl.: C.= ([Gelegenheits-] Gericht; Prerigt; 
Nere. alia, pl. [824, 3, n.): allen, pl.: 
Zufälligkeiten, nam. (bei Geistlichen): Amtsver- 
richtlungen bei besondern Gelegenheiten, im Ggstz 
der regelmäßig wiederkehrenden, z. B. volnsz. 17, 
31. alismus, m., uv.: O: die Lehre v. der Herr- 
schaft des Zufalls. alist, m.p, —en, —s; —en: An- 
hänger des Kasualismus. alistisch, a.: dem Ka- 
Katabasion 
sualismus gemäß. alität, f.; -en: Zufälligk 
aliter, adv.: zufällig. alitp (engl. käschnälti), 
f.; ties: s. accident. — Kasuär (malaiisch), m., 
(e)e, (-en); Se, (-en): straußartige Vögel in 
Ostindien u. Neuholland (s. Emu; Avestrus): K.= 
Ei, auch: eine Poreellanschnecke, Cypræa övum. 
Sine, f.; —n: Art Bäume in Ostindien u. Neu- 
holland, Keulenbäume: Die sog. Ken. Sie tragen 
werer Nareln noch Laub. Ualur 14, 276b ff.; 149b 
(s. Sbeaok); Humboldi Kosm. 2, 92; Ohen 3, 353 ff. 
— Casu-kla (span.), f.; —s: ein Gericht, das 
man für einen unverhofften Fall leicht u. schnell 
bereiten kann, — nam. in Chile: ein Huhn mit 
Erdäpfeln u. gehörigem Zusatz v. span. Pfeffer. 
Psppig Ch. 1, 58. -E (frz.; auch —su-), a-: casual. 
isl, m., -en, —6; —en: Kenner, Lehrer der Ka- 
suistik. istik, f.; —en: Kunst od. Lehrbuch. Ge- 
wissensfragen zu entscheiren, — ost mit verächtl. 
Nebensinn. istisch, a.: zur Kasuistik gehörig, ihr 
gemäß 2c. — Casula (lat.), f. [8 24, 11: s. 
Kasel. — Cafus (lat.), m. [8 24, 41: Fall, Zu-, 
Vorfall, Begebenheit 2c.: Der C. macht mich lachen. 
G. 11, 55; Das ist ein verschiedener C. Sch. 96b 2c.; 
ferner grammat. (s. Fall 4d Ss.) v. den durch die 
Deklinationsendungen bez. Beugungsfällen der 
Nomina: C. Nominatirus; C. Genitivus od. Ge- 
netfrus; C. Dativus; C. Accusativus; C. Vocati- 
vus; C. Ablativus 1c.; ferner: C. récti, die unab- 
hängigen C. (Nominativ u. Vokativ); C. obliqui, 
die abhängigen C., danach wortspielend: P#r cäsum 
obliquum, auf krummem Wege 2c.; ferner z. B.: 
C. balli, Kriegsfall; däbilis, ein gegebner, an- 
genommner Fall; fatälis, Schicksalsfall; fortüitus 
od. improvisus, unvorhergesehner; inevitäbilis, un- 
vermeidlicher; insölitus, ungewöhnlicher; in ter- 
minis, ein mit dem vorliegenden ganz übereinstim- 
mender; knüsus, (scherzh.) ein schwieriger; con- 
sciéntiæ, Gewissensfall; mẽrus, reiner Zufall; 
mistus, ein gemischter Vorfall, der nicht reiner 
Zufall ist; necessitätis, Nothfall; prö amico, wo- 
bei die Rücksicht auf einen Freund obwaltet; pro- 
vidcntia, v. der Vorsehung veranlaßter; rärior, ein 
selimerer; reserkätus, ein vorbehaltner Fall, nam. 
in Bezug auf geistl. Absolution: sölitus, gewöhn- 
licher; trägicus, trauriger Vorfall c.; ferner: Cäsu, 
durch Zufall, zufällig; Cäsu substräto; in præ- 
sénti, in höc, in néstro — cäsu, im vorliegenden, 
im gegenwärtigen, in diesem, in unserm Fall rc.; 
In cäsum, auf den Fall; In cäsum c., auf den Fall 
des Eintretens gewisser Eventualitäten 2c.; Pér 
varics casus, per tõt discrimina rérum, durch viel 
Wechselfälle u. Gefahren (Virgil An. 1, 204) U. da- 
nach z. B.: Wallfahrtete per värios c. durch ganz 
Europa. W. 36, 9 c. — KHasir: s. Kasr. 
HKat: 1) s. Katt. — 2) s. Kata. — Kata (gr.), 
präp. u. Vorsilbe (s. d. Folg.), vor Vrkalen aro- 
strorhiert, nam.: Kar Anibröpon laar'kro# 
z. B. Bürger 322b 2c.] = ad höminem (s. homo); 
Kat' Erochen (s. d.). — Katäb-äsion (gr.), n., 
— -äsii#en [8 21, 2, n.): in griech. Kirchen, Ort 
unterm Altar zur Aufbewahrung der Reliquien.
        <pb n="651" />
        Katabasis 
asis, f. [8 24, 3, uv.]: der Hinabmarsch: Tene- 
pbon's Anabafis (s. d.), welche, weil der Rückzug lunach 
dem Meer] die Hauptsache ausmacht, ebensogut die K. 
heißen kann. w. 23, 19. — Katabaukalk#is 
(gr.), f.; zeis: Wiegenlied. Rosenktanz PEsch. 156. 
— Katabothron: s. Katavothren. — Katachr-se# 
(gr.), s.; —: sis, f. [5 24, 3, uv.]: harter — 
od.: kühner Gebrauch eines Tropus in der Rede, 
s. w. 21, 310. Hilch; a.: eine Katachrese ent- 
haltend, — als Adv. auch (lat.): Katachrestikee, 
(gr.):-kös. — Katachthönios (gr.), a.: unter- 
irdisch: Aus den Felsenriffen herversrrurelnre Quellen 
u. Bergbäche, welche die (heurigen) Griechen katach- 
tlhlönia mätia (unterirdische Augen) nennen. CRobett 
2, 123. — Katadiöptrisch, a.: auf Verbindung 
der Katoptrik u. Dieptrik beruhnd. — Katafalk 
(frz.), m., —e)s, —en; —#e, -en: siufenmäßige Er- 
höhung in einer Kirche für den Sarkophag einer 
Person v. hehem Rang, Trauer-Gerüst, -Bühne, 
Castrum (s. d.) doloris, Chapelle (s. d.) ardente. 
— Hatagm-a (gr.), n., —: —-ta: Knochenbruch 
(Kataxis). Tatisch, a.: zur Heilung v. Knochen- 
brüchen dienend. — Katagon: s. Caregan. — 
Katagraphologie (gr.), f.; —(ehn: Receptierkunst 
u.: Werk darüber, auch Pharmake-k. — Katäif 
Qürk.), n., —#; —: Zuckernudel. Hommer 10, 353, 
s. Eimek; Halwa. — Katait-pr (gr.), f. [8 24, 
3, -Jis!]: Pickel-, Sturmhaube. Rüßow gKr. 11 2c. 
— Kätaka (str.), m., —; —6: Name eines 
Wüstenvogels. Jösir Urw. 20; 92. — Katakas- 
mus (gr.), m. I§ 24, 21: das Schrörfen, auch 
Kataschismus (Skarifikation). — Katakaüfst-ihr, 
Sisch: s. Diakaust 2c. — Katäklalis (gr.), k. 
(S 24, 3, uv.): das Zerschmettern, v. Knochen rc 
— Katäklifis (gr.), f. [8 24, 3, uv.): das Lie- 
gen bei Tisch (nach gr. Sitte st. des Sitzens). 
Cuhl 1, 299. — Kataklem-a (gr.), n., —; 
zata [8 24, 3, n., tis): Darmbad (Kirstier). — us, 
m., uv.; zen [8 24, 2): 1) Uberschwemmung, 
Sind= (od. Sünd-) Fluth: Mu Kataklusmen, Di- 
luvialflurben. Gortent. 17, 15a; Die Folgen des gro- 
fen K. Weßetmonn 3, 571b, auch übrtr.: eine un- 
geheure Verwirrung, in der Alles drunter u. drüber 
geht (ogl. deluge): So rrosalsch u. einfach enrere der 
furchtbare K. Salon 3, 732. — 2) Bähunng. — 3) 
Tropfbad, Douche. — Katakömbe (it), f.; —n: 
unterirdische Gänge, als Begräbnisplätze 2c. Roden- 
derg ParB. 172; Weiss Kost. 1, 1199; K-n-Beure. 
Chümmel 2, 206; K-n-Kirche. Guskow Z. 8, 26 2c. 
— Kataküst-ik (gr.), f.; —en: Lehre, Lehrbuch 
vom Widerhall (Karaphonihh. Gthler 2, 110; 1. 664, 
vgl. Anakamrtik. Cisch, a.: zur Katakustik gehörig, 
darauf bezügl.: Während Pistolenschusse auf solchen 
Hehen aus Mangel kt-er Faktoren beinahe srurlos ver- 
schwinren. Berlepsch A. 251. — Katalan, m., —; 
0: Mittel zur Verhütung des Kesselsteins. — 
Katalékt-a, -en (gr.), pl.: Sammlung v. Frag- 
menten od. einzelnen Gerichten r2c., s. Analekten. 
— HKatalékt-ihos, —icus (gr.), m. I§ 24, 27: 
kataleftischer Vers. -isch, a.: s. akatalektisch, ogl. 
brachpy-k. — Katalép-ie, f.; —eyn: Starrsucht 
Katapepfis 635 
(ogl. Exilersie), auch: Vom Sturer, von der fallenden 
Sucht, v. der Katalerss (f.; § 24, 3, uv. I. Sch. 
Gör. 1, 169, auch (in lat. Ubertraguna): Prehénsio. 
tisch, a.: starrsüchtig. — Katalexis (gr.), k. 
I&amp; 24, 3. uv.]): das Katalektischsein eines Verses. 
— Katälion: Sein Haar war in einem schwarzseite- 
nen K. im Nacken zusammengefasst. Paalzow Th. 2, 13 
(2, ogl. Karogan). — Katal-og (gr.), m., -(e)s, 
(-en); Se, (en): Verzeichnis — z. B. der bekannten 
Sterne (Ciutow 75)2c., Nam. v. Büchern, Verkaufs-, 
Versieigrungs-Ggsien (s. raisonnieren 1a): Die noch 
vorhannen Ken rieser lbotanischen] Anstalt. G. 30, 72; 
15, 137; Ich legte meine Blätrer nach Schulen, Mei- 
stern u. JZahren, ich machte K-#en. 30, 339; Die 
Ken. Jp. Wabrh. 1, 71; Wenn er sich auf einen 
bloßen K-en#eingeschränkt hätte. W. 32, 284 ½.; Die 
Autkttons-K-en. G. 27, 194; Biblictheks-K.; 
Bücher-K.; Lektions-K.; Lokal-K. einer Biblie- 
tbek, nach den Standorten der Bücher geordnet; 
Meß-K., jährliches Verzeichnis der literarischen 
Publikationen für die Buchhändlermesse; Stern- 
K. Litmow 75; WeiberK., s. Eöen 2c.; Nur wenige 
K.-Nummern. Jusld. 35, 565b ꝛc. Togferen, 
tr.: in ein Verzeichnis bringen, danach ordnen, 
aufzählen. S. 25, 207; 27, 361 . (Vralt.: Weil 
ihm ras Schrecken in den Afterrarm katalogserer sschlägt, 
führtl. Sephius 1, 157); Katalogierung der 
Hanrschriften. Jorcobs Verm. : 55. -ogisieren, 
tr.: katalogieren: Was Sie da eben her-k. Schücking 
ẽtR. 1, 130 c. Jogus, m. I§ 24, 21: Kataleg. 
— Katalotisch (gr.), a.:; narbenulgend. — 
Catalpa, f.; — /§ 24, 11: Art Tromperenbaum, 
Bignönia c.: Talpenbäume u. Cs. Ausld. 39, 969b; 
Oken 3, 1007 2c. — KRatäl-fe (gr.), f.; -n; 
„ꝑsis, f. [8 24, 3, uv.): die kataly#ische Kraft u. 
ihre Wirkung. btisch, a.: Berzelins schrieb den 
Gärungsrroces der v. ihm entreckten u. benannren k-en 
Kraft zu. Nach ihm sollen gewisse Körrer im Stande 
sein, durch blede Berührung obne eig. chemische Ver- 
wanrtschaft in andern Körrern eine Zersetzung zu ver- 
anlassen u. dieser sehr dunkeln Kraftäußrung gab er den 
angeführten Namen. Kormorsch 2, 6. — Katamaran, 
m., —#: —: s. Balse. — Katameni-a (gr.), pl.: 
monatliche Reinigung (s. Emmenien). -dl, a.: 
mit den Katamenken zusammenhängend r. -en, 
pl.: Katamenia: K.-Blut. Sermania 7, 113. — 
Katamisch (türk.), m., -en; -en: Mamluk (s. d.). 
Homm#r §, 100, s. d. Felg. — Catamit (lat.), 
m., -en; —8,en; - us, m. [824, 2)— Ganymed 3; 
Pathicus, ogl. Pubst; Pusio. — Katän, m., Tn; 
en: ungrischer Reiter, Husar. Erthord W. 2, 241, 
vgl.: K-a. Hammer 10, 353. — Katäna (japan.), 
f.; —§: Das größere 2hänrige Schwert der Areligen 
(rer Samraf) beißt K., das kürzere Wakisasi. Slobus 
12, 229a. — Katapasma (gr.), u., —; men 
[&amp; 24, 3, n., -tis]: Pulver zum Aufstreuen auf 
Wunden re., s. Pasma. — Kalapäst (gr.), m., 
—en; en: s. Cissit. — Katapelt (gr.), m., —e)8; 
—e; ce, f.; —n: schweres Torüons-Geschüt der 
Hellenen. Rüßtow gK. 37 9ff; Eine zweiellige K-e. 391, 
s. Karaxult; Onager ꝛc. — Katapep-His (gr.), k.
        <pb n="652" />
        636 Aatapeptisch 
[8 24, 3, uv.]: vollständige Verdauung. tisch, 
a.; verdauungfördernd. — Kataphönik, eisch: 
s. Katakustif, isch. — Katäph-ora (gr.), k. 
!&amp; 24, 11: krankhaft tiefer Schlaf, Schlafsucht: 
C. magnstica, magnetischer Schlaf. örisch, a.: 
mit der Schlafsucht behaftet; sie verursachend 2c. 
— Kataphrakt (gr.): 1) m., -e); —#e: K., 
cataphriácta, f. [8 24, 11, Schuppenpanzer, 
Küraß; auch Art Verband bei Nippenbrüchen rc. 
— 2) m., —-en; -#en: K., cataphráctus, m. 
[8 24, 2): auch a.: ein Gepanzerter 2c.: Die ge- 
panzerten Reiter (Gensd'armes, K-en). Ausld. 39, 
481a; Reitende Bogenschützen, vom Kopf bis Fuß mit 
einem Schuppenpanzer bekleidet (cataphräcti, loricäti 
quites). Guhl 2, 357 rc., vgl. als Name v. Fischen 
mit einem Schuppenpanzer: Die Harnischwelse, 
Cataphráctus. Ok'’n 6, 82 ff.; Der gablige 
Seehahn, Trigla cataphräácta. 150 1c. — 
Katapläsm-a (gr.), n., —#; -zen [8 24, 3, n., 
cis!: erweichender (Brei-) Umschlag, s. Böniger 
Sab. 19 ic. Siren, tr.: mit Kataplasmen be- 
handeln. — Katapl-khtisch (gr.), a.: zu Kata- 
plerie geneigt; davon herrührend 2e. -exiẽ, f.; 
—(ehn; -éris, k. [8 24, 3, uv.): Erstarren durch 
Apoplerie (s. d.); das Stumpfwerden der Zähne. 
— Katäpolis (gr.), k. [8 24, 3, uv.]: Unter- 
start, s. Ggstz Akrevolis. — Katapontismus (gr.), 
m. [8 21, 2): Strafe des Ertränkens. — Katap- 
osis (gr.), f. [8 21, 3, uv.): das Verschlucken. 
ötion, u., -s; ia, ĩen: Arznei zum Verschlucken, 
Pille. — Katappe (holld.), f.; —m, —#: Art 
Bäume, Terminälia, bes. T. catäppa (pert. Pinha). 
Oken 3, 912 ff.; ferner: Benzve-K., T. benzoin; 
Färber-K., T. chöbula; Heil--K., T. bellérica 2c. 
— Katapfß-Rtisch (gr.), a.: erkältet, von Er- 
kältung herrührend. -xis, f. [8 24, 3, uv.]: 
Erkältung. — Kataptölsis (gr.), k. [§ 24, 3, 
uv. ): Epilepsie. — Katapült, m., „(e)s; —e; 
a, f. [8 24, 11; -e, f.; —: Name von Wurf- 
geschütz bei den Alten u. im Mittelalter (vgl. 
Katapelt), s. Rũstow gK. 379 ff.; VIII; Die griech. 
Katapeltai, die Catapült#. Weiss Kost. 1, 1344; Viel 
K-en, Wirder u. Balisten] ließ er erbaun .u. 
anrres Sturmzeng. Grice Tass. 18, 43 2c.; Übrtr. 
Eichendorf Gsch. Dr. 118. — Katarakt (gr.), m., 
—(eys; —-#; Se, f.; -n: 1) Stromsturz, Wasser- 
fall aus großer Höhe; Stufe eines Wasserfalls 
(vgl. Kaskare); auch bildl.: Seh ich die Kämpfer, 
wie eine K., dort herunterwogen. Hölderlin H. 2, 47; 
Dunstwolke, welche stets uber dem K-e schwebt. Humdoldl 
KlSchr. 1, 120; In der erschreckl. K-#e nach Eröffnung 
der Thur ldes Koncertsaalsl. sichienberg 3, 352; Bis 
dir der Wasserfall des Lebens sv. der letzten Ke fällt. 
Liedge Ep. 1, 282; Der ganze Plateauabsatz, von dem 
die K.e nur ein Theil ist. Dvieri#l#. 18. 226 1c.; Ur- 
sache des K—-s. 233: Ein Fluß-K. ebd.; Der Zombesi 
Hist ein wahrer K-en--S#om. Uakur 16, 200b; Den 
ucuen K.-Waschtopf. Ual 3. 22, 103, in welchem 
das sich immerfort niederstürzende Wasser die Wäsche 
reinigt. — 2) grauer Staar (Hrrochrma): Cata- 
rücta capsuläris, Kapselstaar ꝛc. isch, a.: 1) in 
Talawba- 
der Weise eines Katarakts (1). — 3) mit dem 
grauen Staar behaftet; ihn erzeugend 2c. — 
Katärktik-on (gr.), u., —#; za: Einleitung in 
eine Wissenschaft. — Kataärrh (gr.), m., —e)s; 
e: Schleimfluß, — v. Zusatz nam. — Brust= u. 
Nasen-K., Schnupfen, Flußfieber (vgl. Koryza); 
außerdem z. B.: Augen-; Darm-; Hals-; (Harn-) 
Blasen-; Harnröhren-; Magen-; Scheiren-K.; K.= 
Fieber. Sch. G. 6, 147 2c. äl, a.; katarrh= 
artig 2c.: K.,-Fieber 2c., auch: k-isch. -éeticum 
[8 24, 2, nu.): katarrhektisches (d. h. den 
Katarrh stepfendes) Mittel. -züma, n., —s8; -ta 
18 24, 3, n., -tis]: Schleimflus. — Kalarrheris 
(gr.), k. [8 24, 3, uv.): heftiger Durchfall. — 
CGatarrhöschelis (gr.), f. s8 24, 3, uv.]: 
Stopfung eines Katarrhs. — Katärt-isis (gr.), 
f. [8 24, 3, uv.)]; -ismus, m. I§ 24, 21: Ein- 
richtung eines Bruchs, einer Verrenkung. eister, 
m., —6; uv.: Werkzeng dazu. — Matasarka;: s. 
Anasarka. — Katascháäsmus (gr.), m. [8 24, 21: 
s. Katakasmus. — Kataschefis (gr.), f. [8 24, 3, 
uv.): kräftige Leibesbeschaffenheit. — Kataskeü- 
äse (gr.), f.; —m; afis, f. [8 24, 3, uv.); Ze, 
f.; —#: s. Diaskeuase; Anaskene. -ast, m., —en,; 
—en: s. Diaskeuast. — Kataski: s. Aski. — 
HKatasköpi-on (gr.), n., —#s; -zen, -a: Warte; 
Wachtschiff. — Katastalt-irum gr., §24, 2, n. J: 
katastaltisches Mittel. isch, a.: zurückdrängend, 
hemmend, blutstillend. — Katäst-ase, f.; -In; 
-asis, f. [824, 3. uv.]): Anordnung, Feststellung; 
Konstitution; (Asthet.) die festre Schürzung des 
Knotens der Eritasis (s. d. u. Katostrophe; vgl. 
Ana-K.). — Kataft-er (it.), n., m., —6; uv.: 
Grund= od. Flurbuch, behufs der Besteurung; 
auch: Brand.K., über Gebäude, behufs der Feuer- 
versicherung 2c. -räl, a.: auf das Kalaster bezüg- 
lich, ihm gemäß 2c.: Die Hälfte des K.-Reinertrags. 
Und3. 22, 100 ꝛc. ieren, tr.: ins Kataster ein- 
tragen 2c.: Die neue Katastrierung (Einschätzung) 
rer Gebäure. 21, 106 2c. — Kataströphe (gr.), 
f.; —n: Umschwung der Dinge, Wendung des 
Schicksals, bes. im Drama: der Wendepunkt zur 
Lösung des Knotens u. diese selbst (l. Ss.). W. 36, 
75 2c.; Von ihrer lder Himmelskörper] Bilrungs- 
geschichte, ihren Entwickelungs-Knu. Burmeister Gsch. 
1; Verheerende Natur-Kn. Glodus 12, 3830b r2c.; 
Dieses welthistorische K-n-Zahr. Hilebrand Nat. Lit. 
3, 369. — Catastrum (5 21, 2. u.]): Kataster. 
— Katavothr-on (ugr.), n., — ; za, zen: unter- 
irdische Schlucht, Schlund, wohinein ein Wasser 
verschwindet. drandie Gr. 1, 1413; Der böctische 
Kerbissos, der durch den Kopalesee u. die Katavotbren 
in das Merr v. Eubön süch ergießt. 217 (vgl. 214 K., 
als Gebirgsname = Ota), vgl. — mit der Bez. 
des §8 durch b statt v (od. w): Herakles, der die 
Katra b othren gegraben. Curlius Pelov. 1, 188; 189 rc. 
— Catawbu (katsba), m.: Fluß in Nord= u. Süd- 
karolina. Dazu: C. Reben; -Wein, auch bloß: 
GEläser, in denen ein köstlicher C. funkelte. Gartenl. 11, 
330a ic.; auch: Katawa (den die Lanrleute in ibrem 
.. Englisch Caraver-Wein nennen). Gerköcker Meis.
        <pb n="653" />
        Kataris 
1, 252; 97; Verschiedene Katawasorten. ebd. — 
Kataäxis (gr.), f. [8 24, 3, uv.): s. Katagma. — 
Catcher (engl. kätscher), m., —s; —#: „Greifer“", 
s. Fart-c. — Catchup (engl. fätschörr), n., —s; 
-s: pikante Sauce aus Pilzen 2c. (auch Ketehup 
— s. d. — utn. s. Hetrig 11, 201. — Katech- 
ẽse (gr.), f.; * elis, f. [8 24, 3. uv.]: 
Unterricht durch Frag' u. Antwort, nam. in der 
Religien. -t, m.,—en, —; -en: frageweis unter- 
richtender Lehrer, nam. in der Religion: K-en- 
Schule, Seminar zur Heranbilrung ven Kate- 
cheten 2c. tik, f.; —en: Unterweisung zur Kate- 
chese (I. Ererematih. etisch, a.: der Katechetik 
gemäß. isation, f.; —en: Katechisierung, nam. 
in Bezug auf Religion (S Kinderlebre): Bibel- 
K., über einen Bibeltert: Katechismus-K.; 
Kirchen-K. 2c. ifiEren, tr.: nach der Katechetik 
od. — nach dem Katechismus unterrichten, fragen; 
auch übrtr. G. 11, 154; Stilling 1, 117 2c. (s. Ss.). 
-ismus, m., uv., —ses: -se, -ismen /§8 24, 21: 
Lehrbuch nach katechetischer Methode, das Wesent- 
lichste u. Nothwendigste für Anfinger enthaltend, 
ursprüngl. u. zunächst in Bezug auf Religions-= 
lehre („Kinderlehre ; in der Volksfrr. auch: Kte= 
chissen lernen. Babner 3, 18 2c.), dann allgm. 1 
übrtr. (s. Ss.). Deorient 1, 234; Eichendorf Gsch. Dr. 
98 2c.; Das deutiche Volk möge diesen Kosaken.K. 
gut auswendig lernen, damit es vor dem heiligen Zar 
ehrenvoll bestehe. Börne Frzfr. 134 2c.; K.-Defi- 
nition (s. d.); Katechisation; Lebre; Eine 
selche K.= Milch meinen Lesern noch vorkauen zu wollen. 
f. 10, 88 2c. — Catechu (schn). n., —s; 0: Ver- 
wirrung in Bezug auf die Namen Gimbir, Tirra 
japönica, Cutch, C., Cachou. Abgesehen von 
den unter dem Namen Cachou in Aretbeken käufl. Bon- 
bons, die nur aus Lakritzen u. Salmiak bestehen u. mit 
C. (Cachou der Franzosen) Nichts als den Namen gemein 
baben, verstebt man unter Gimbir od. Terra jars- 
nica qw. das Präparat v. der Näüclea Gämbir. Das 
eig. C. (Curch) dagegen wird v. einer Mimose, Acäcia 
C. (Willr.) gewonnen 2c. Ausld. 39, 7214a; Kormarsch 
2, 347; Die Giärbsäure des K. ebd.; Oken 3, 671; 
§62; 1695; Prechil 9, 260 2c.: K. = Erde. sJ. Téerra 
Z%.: Gärb säure; K. „Paime, Arsca c. :c. — 
Katechüm-en (ur.), m., -en, —#8; —en: Einer, 
der im Katechiemus unterrichtet wird, nam. — 
Konfirmand; doch auch allgm.: Einer, der Unter- 
weisung empfängt, Schüler: Meinen artistischen 
K-en. Ip. 1. 100 2c. Bes. in engerm Sinn: Ken- 
(od. Konfirmanden-) Lebre; Schule; Unterricht 2c. 
-enus (-enos), m., uv.; zeni, (zenoi) (§P 24, 2 
Katechumen: Neuzubekehrende (Katechumeni u. Con- 
verlenri). Gußhon 3. 8, 90, vgl. (it.) Catecümen-o, 
m., „s; -i: Diesem Ospizio dér catecümeni. 9, 
138. — Kategör-m (gr.), n., (e)8; Je; 
-ma, n., —; -ta [8 21, 3, u., -tis]; -6, f.; 
—(ehn: der allgemeinere Begif, worunter E Ewas 
gefafst wird, Begriffsfach; in der Philesophie: die 
Grund- od. Stammbegriffe (J Vräãtikament. vgl.: 
Abgeleitete K-en, s. Postrrärikament); oerallgemeint 
(gw. in der letzten Form): Fach, Klasse: Er gehört 
AKathartik 637 
in die K. der Leichtfinnigen; Das gebört in die K. der 
dummen Sreeiche 2c.; Dante's Gericht gebört zu den 
inkommensurabeln, die sich keiner Schul. K. fügen. 
osenkranz Poef.Gsch. 553. isch, a.: unberingt: 
Ein k—es Entweder-Oder. Gutzyow 3, 106; Der k-e 
Imrerativ (I. d.). illeren, tr.: in od. nach Kate- 
gorien theilen. — Catekja, f. (6. 24, 1]: s. Mataris. 
— Caterümen-o, m., —; -i: s. Katechumenus. 
— Cat-lla (lat. 1 f. [8 21, 11: „Kettchen“, 
bes.: tief auf die Brust herabhängende Halskette. 
Gudl 2, 247; 368. èGna, f. [§ 24, 11: Kette: 
Catẽnæ ecelssig od. pätrum, Sammlungen von 
Bibelkommentaren aus Schriften der Kirchenväter r. 
näria, f. [8 24, 11: (Math.) Kettenlinie. 
enärisch, a.: kettenartig. enation, f.; Sen: 
An-, Verkeitung. #éne, f.; —: Catena. -enĩẽren, 
tr.: verketten. -entpora, pl.: Kertenkorallen. 
-ennulikren, tr.: aus Kettchen, kleinen Gelenken 
zusemmensegen. — Caterva (lat.), f. [8 24, 11: 
Schar, Truppe. weis Kost. 1, 1138 2c. — 
Katerochen: (l. Kata: Exoche) werzugsweite Das 
Volk der Sembole k. Slobus 12, 25 b. — I. Kalha 
(skr.), f.; —: Arterzählender Dichtung. Uolenhronz 
Poes. Gsch. 68. — II. Cätha (nlat.), f. [824, 11: 
Art Sträuche in Arabien, Pestrimrel. Oben 3. 
1135. — Kathärer (gr.), m., —s; uv.: ein 
Reiner“", Name einer manichkischen Sekte. F. Pb. 
13, 2718; auch Katbarener. Cobert 2, 3; Die Ketzerei 
der Bogomilen. .. Diese Vorläufer der Reformation, v 
den Griechen katt e reni genannt, d. h. reine Cbrifien, 
v. den Lateinern aber patereni. 2 2c. (s. Ketzer, Anm. 
Ss.). — Kathär-esis (gr.), f. [8 24, 3, uv.1: 
Schwächung; Forlätzung 2c. kticum, n., —s; 
ka [§. 24, 2, n.]: schwächendes Muttel; Azmittel. 
— Kath-arine, f.; —n: (s. #.) 1) weibl. 
Taufname, auch Katharin a u. rarkint Trine U. 
Kirhe (Kächchen), auch verallgemeint zur Bez. von 
Mädtchen, oft m. tadelbaftem Sinn: Kmmer= 
Klecker-; Plauder-Käthe ꝛc.; K-n--Pflaume, Art 
Eier-Pfl., Marunke. Oen 3, 2057. — 2) wort- 
spielend m. dem ärztl. Katbarma (Reinigung, Pur- 
gierung): Die schnelle Katharina [.. Durchfall, 
Diarrhöel. Simplicilimus 1, 11419; 1, 329 1; Ich 
wollte, die Kaiserin Katharina hätte die schnelle Katba- 
rina. Bei#ine Ens. 103 2c. — 3) im vralt. Wortsviel 
mit Kerte 2c.; Eine beimliche Katberin ed. Ketben zu- 
sammen machen wider ibren Herrn. Luiher 6, 1155 = 
Verbindung 2c. — 4) (seem.) Katbrinchen, „Katt 
rientje“, Bez. der Schiffswinde, Daumkraft (sran. 
gato, „Kater“). — 3) Tborner Katbrinchen, Art 
feines Gebäck 2c. -arknerin, f. z —nen: Domini- 
kanerin. -arism(us), m 2 ;= iemen: Puris= 
mus (s. d.). arist, m., —en, (□); -en: 1) 
Purist. — 2) m* #ma, n., *) 
[824, 3, n., tis]: J. Katharina' 2. ä#mos, 
Tärmus, m. I§8 24, 21: s. Lustratien. arsis, 1. 
[8 24, 3, uv.]: Der Zweck der Tragötie is die K. cd. 
Reinigung. Mag. d. Ausld. 34, 351b; G. 33, 13 ff.; 
s. auch Katharm-a, ·os. ärtes, m., uv.; uv.: 
Die Trarrengeier, C. Sie reinigen das Land v. todten 
Thieren 2c. Ohen 7, 164. rtik, f.; 0: die Kunst
        <pb n="654" />
        638 Aalharlikon 
der Katharsis. - ärtikon, (ärticum), n., —8; ka 
[§ 21, 2, n. J: ein Katharsis wirkendes Mittel: 
Die Scheineinsicht eines verderbten Kovpfs lbedarf] zuerst 
ein K. Kant SW. 11, 1, 9; Westermann 3, 50 7a; brc.; 
bes.: Abführmittel (s. Purganz). artin, n., 
—(e)s; 0: der wirksame Bitterstoff in den abfuͤh- 
reuden Sennesblättern 2c. -artisch, a.: Katharsis 
wirkend, reinigend 2c.: Keine lethälsche, sondern #—e 
Fluth. Bazar 14, 93a; Hetrig 10, 152 2c. — Cäth-, 
Häth-eder (gr.), m., n., -6; uv. (vralt. f.; —#, 
z. B. k. 10, 61; 105 te.): Lehrstuhl; auch als 
Bez. des damit verbundnen Amts (—= Professur): 
K.-Dünkel (Scherr Stud. 2, 381); -Etikette 
(s. d.); Held (Fallmerayer Or. 1, XIV); = Komö- 
diant (s. d.); -Mann (Monatbl. 1, 322a; Holiei 
Trenst. 1, 9); Mensch (5); Sprache (PH. Fragm. 
1, 61); = Vortrag (6. 22, 126); -„Weisheit 
(Meihner Schw. 7, 110) 2c. -ẽdern, intr. (haben): 
vom Katbeder lehren: Was. schulmeistert u. kathe- 
dert. Daumer H. 2, 91. Tedra, f. 1/§ 24, 1): Sessel. 
Weils Kost. 1, 1307 2c.; Lehrstuhl; Bischofssitz 2c.: 
Seine Vorfahren auf der C. Pẽtri [dem päpstl. Stuhll. 
w. 32, 91; Ex c. (Pétri) becidleren, durch einen 
Spruch vom Stuhle Petri 2c. dräl, a.: auf 
einen Bischofssitz bezüglich, dazu gehörig: K.= 
Gericht (s. Cort); -Klrche; Stift 2c. -edrale, (.; 
—n : Kathedral-, bischöfl. Haupt-Kirche, Dom, 
Münster: Das zierlichste Spitzbogenkatbedräl- 
chen. Ich sage „Kathedrälchen“, wenn ich an Köln 
renke. Kohl Engl. 3, 102. Zedratienm (§ 24, 2, n. : 
Lehrgeld auf Hochschulen (Honorar; Kollegiengelder); 
Abgabe der Pfarrer an den bischöfl. Stuhl (Stuhl- 
pfennig); Beisteuer zum Bau od. zur Erhaltung 
der Kathedrale 20.— Katheget (gr.), m., -en, ; 
en: Führer, Leiter, Lehrer. — Kalherenus, m. 
1&amp;#24, 21: s. Katharer. — Kathet-e (gr.), f.; —n: 
ein Schenkel des rechten Winkels im rechtwinkligen 
Dreieck: K-n. Ouarrat, s. Hyrotenuse. -#er, m., —S; 
uv.: (s. Bougie) eine durchbohrte Röhre, die man 
in einen röhrenförmigen Kanal des Körpers hinein- 
bringt, z. B.: K., welche den Weg durch die Nase zur 
enstachischen Trompete bahnen. Garlenl. 15, 682b rtc.; 
ferner nam. auch in die Harnröhre zum Abzapfen 
des Harns. ris ieren, tr.: Einen k., ihn mittels 
des Katheters behandeln. erismus, m., uv.; 
ismen: Katheteristerung. ometer, m., n., — S; 
uv.: Name v. Mesßwerkzeugen, z. B. IMmüler Ph. 
2, 569 2c. — Hathisma A#gr., § 24, 3, n., atis): 
in der gr. Kirche, ein Theil des Gottesdienstes, 
wobei die Gemeinde „fitzt“. — HKalhödc, f.; -n: 
s. Anore. — Kathol-icismus (gr.), m., uv.; 0: 
der katholische Glaube: Die Sache des Dentsch-K. 
Gervinus Miss. 7; Neu= K., s. Neo-K. 2c. Zicilät, 
f.; 0: das Katholischsein, Katholicismus: In 
Kreisen strengerer K. seine Bilrung zu vollenden. Guykom 
Z. 2, 52; 5, 353; Nolenkranz Poes. Gsch. 553; Diese 
Beschimpfung seiner Ebre u. K. [Rechtgläubigkeit). 
Volksz. 15, 289 2c. -Uh, m., -en, (—8); -en: ein 
der kathol. Kirche Angehöriger (weibl.: K-in): 
Ein guter, ein strenger K. 2c.; auch als Titel katho- 
lischer Zeitschriften. Schieget Mlßd. 19 cc.; Die 
Kati 
Mission der Deutsch-K-en. Gervinus; Neu-K., (. 
Neo--K.; Die Nicht= od. Un-Ken (s. Akatholik) 2c. 
Tikenthum, n., —e); 0: Katholicismus. Fo#me- 
rayer GsW. 1, 37; 2, 49; Garlenl. 15, 167a 2c. 
ikkere#, f.; —en: Hinneigung zum Katholicismus; 
katholisserendes Wesen u. Treiben. ikometer, m., 
n., —;; uv.: Name eines „Meswerkzeugs zu all- 
gemeinem Gebrauch“, das vielfach anzuwenden ist. 
ikon, n., —#; zika: etwas „Allgemeines“, nam.: 
4) ein allgemeines (umfassendes) Wörterbuch. — 
2) Universalarznei, die als Mittel für alle Krank- 
heiten dienen soll. — 3) die s. g. katholischen, 
d. h. nicht (wie das s. g. Avostolicum, in engrem 
Sinn) an einzelne Personen od. Gemeinden ge- 
richteten Episteln des neuen Testaments. Fihös: 
1) a.: allgemein, katholisch (s. d.), z. B. auch 
feem. (ugr.): Eine Kirche der Panagiä (s. d.) Ka- 
tholiki. Ross Ins. 3, 99 2c. — 2) (s. 1) m., uv.; 
iköl, ik (ici): Die Armenier haben bekanntlich einen 
geistl. Oberhirten, den sie K. nennen 2c. Pelermann Or. 
1, 219 ff.; Die Armenier lin Dschulfal nennen ihren K. 
„Chalifa“", d. i. Stellvertreter sc. Christi, also ganz so 
wie die Katholiken den Papst nennen. 2, 224; Der 
nichtunierte K. Diese katholisch-armenischen Katbölici. 
1, 332 2c. Sisch, a.: allgemein, — in religiöser 
Beziehung, z. B.: Die (—en Briefe des N. T., s. 
Katholikon 3; nam.: Die k-e Kirche, die allgemeine 
Cchristliche) im Ggstz der ketzerischen Sekten, — 
später auch der Religionsparteien, die sich unter 
eignem Namen abgesondert, z. B. der Pretestanten: 
K., o. Zusatz od. näher best.: römisch k., den Papst 
als Oberhaupt der Kirche anerkennend; Griechisch 
od. anatolisch (s. d.) kk.; deutsch-k. 2c., vgl.: Ein 
Glänbiger der allgemeinen Kirche. Immermann M. 
1, 323 ric.; K., der (-en Kirche angehörig, darauf 
bezügl. ꝛe.: Ke Länder, Staaten, Unterthanen; Ker 
Gottesdienst, Dom 2c.; auch zuw.: strengglänbig 
(wie ein Katholik) 2c.; auch (in protestant. Lin- 
dern) k. — verdreht, unsinnig 2c., s. Heine Börn. 
286; Prutz Holb. 519; ug' Fr S. 1, 136; Lieckh 10, 
274 2c., dagegen umgekehrt (s. Schmeller 2, 342);: 
Da geht's nicht k. Imit rechten Dingen] zu 2c.; Ke 
Majentät, Titel der Herrscher v. Spanien u. Frank- 
reich 2c.; Mit alt.k—-er Ehrfurcht. Scheer Bl. 2, 119; 
Sein erz-k—er Diener. Chümmel 7, 166; In dem erz- 
k-en Spanien. Gervinus Lit. 5, 605; In dem kreuz- 
k—en Italien, ebd.; Solche tief#e Philosorbie. Gub- 
how Z. 5, 76; Ihre sder geistl.) Fürsten un k-e Nach- 
barn. Sch. 883b; Mit Hilfe der Unk-en. 85 1a (vgl. 
akatholisch); Das Un-Kste, was sich denken lässt, ist 
eine in der Kirche sprechende Frau. Gutzkow 3. 9, 39 rc.; 
Seine Philosopxhie ur-k—er zu modeln. 5, 74 2e. 
i#eren: 1) intr. (haben): zum Katholicismus 
neigen: Sein ganzes K. Gartent. 17, 138a; Wegen 
k-der Richtung. Uat.3.#18, 107; Die katholische u. kede 
Kunst. Siahr Zahr. 1, 267 2c. — I. Käli, m., ; 
—4, uv.: ein Gewicht in Südasien 2c.: 100 [Schwal- 
ben-) Nester wiegen ein K. u. 100 K4 sind ein Pikol 
(Centner). Matur 14, 253b, vgl.: 1 Tael wiegt lin 
Cbinal 1½ Unze; 10 Taels od. 1 Catty = 1½/ Pfund; 
100 Catties od. 1 Pikul 2c. Cncol. f. Kaufl. 218b
        <pb n="655" />
        Cati 
(s. Gin 1; Miam): Der siamesische Cattie ist dorrelt 
so schwer als der chines. Cattie. 52a c.; auch (in 
Siam) ein Stück Silber von dem Gewicht eines 
Catties als Münze (s. Phainung): K., als Edelstein- 
gewicht = 3 Gran 2c. — II. Cat-k (frz.), m., 
n., —; 0: Preßglanz des Tuchs 2c. . Uren, tr.: 
dem Tuch durch Pressen Glanz geben (vgl. reka- 
tieren). — Katib: s. Chatib. — Katif: Stadt in 
Arabien; Sammt v. dort: K.e Kinlü, sammtüber- 
zogne Säöbelscheide. gammer 10, 353, s. Kin 1. — 
Catilin-a (lat.), m., —s; -§ [8 24, 1): Name 
eines Römers, der zum uUmsturz des röm. Staats 
eine Verschwörung anzettelte, die von Cicero ent- 
deckt u. vereitelt wurde; auch antonomastisch, f. 
z. B. als Ggstz Brutus. -ärier, m., —;: uv.: 
Anhänger des — od.: eines — Katilina, Einer 
v. der Umsturzvartei od. Einer, dem — gegenüber 
seinen selbstischen Interessen — das Staatswohl 
Nichts gilt (s. u.: katilinarische Eristenz): Die morer- 
nen K., die sich ihm ([Louis Naroléon] angeschlossen. 
Uat 22, 105. risch, a.: Catilina betreffend: 
Die k—-#e Verschwörung; Eine k—e Rede (orätio Cati- 
linäria#), eine heftig angreifende, wie die des 
Cicero gegen Catilina (vgl. Philirrika u.: Eine 
berserkerhafte Replik. .. Diese Catilinaria. Ua3. 
20, 468)2c.; Sie werden niemals zu. Bassermann'schen 
Gestalten“ od. „Ien Existenzen“. DMus. 15, 2, 410 
(ogl. Büchmann Geslüg. W. 225). — Catillum 
llat., § 24, 2, u.): kleines Catinum, Napf rc. 
weiss Kost. 1, 1293. — Catinat Cnä), m., —: 
—#8 : Name eines Marschalls v. Frankr. (7 1712): 
Name eines gemusterten Zeugstoffs aus Baumwelle 
u. Leinen. — Calinga, f.; —: Die Geruchsorgane 
leiren zu sebr unter der C. (Ausrünstung) dieser schwarzen 
Teufel (Neger in Brafilien l. Globus 4, 4 Ka; 11, 222awc.; 
auch: ein Baum in Guvana, der Nüsse trägt u. 
ein wohlriechendes Ol giebt. Onen 3, 1924 „rc.; Das 
C.-Reh, ein kleines Reh in Guyana, Cérvus sim- 
plicieörnis. 7, 1262. — Catin-o (it.), m., —; 
zi; -um slat., § 24, 2, n.]; SJus, m. I§ 24, 21: 
(l. Catnlum): Becken, Schüssel, s. Gral. — 
Catiole (frz. katiol), f.; —, —n: Art Haube in 
der Bretagne. Gartent. 11, 187b. — Kation (gr.), 
m., -en; -en: s. Anion. — Kattpole (ruff.): f. 
Perekatirole. — Katirdschi (ar.), m., —#; —: im 
Orient, Jemand, der Pferde od. andre Reit= u. 
Lastthiere vermiethet u. damit Reisende geleitet 
(s. Kelwarar, Mukar, Mucker). Petermann Or. 2,194; 
209; 252; 260; 2622c. — Califlage (frz. —äsb’), 
f.; 0: das Catieren (s. d.). — Catjang, m., S#; 
—e: in Java 2c., Art Bobne (Heilbohne). Oken 3, 
1662. — Cätling (engl.), n., —; —s: wund- 
ärztliches Messer zu Amrutationen 2c. — Cal-## 
(lat.), m.p, —#; —, önen I§ 24, 3, -önis): Name 
bes. zweier durch Sittenstrenge ausgezeichneter 
Römer, der Altre, C. A###or, der unermüdliche 
Feind Karthago's (s. Ceterum) u. dessen Urenkel, 
der nach Cäsar's Siege sich selbst den Tod gab, 
worauf der Vers des Lucänus sich bezieht: Victrix 
cäüsa Dits placuft, sed victa Catöni (Die Götter 
entschieden sich für die Partei des Siegers, aber für die 
Kattun 639 
besiegte C.); auch antonomastisch: Die Schwachheit.. 
macht ibm . . die Nichts verzeibenden Catonen unge- 
neigt. W. 10, 108; 25, 153; Gartenl. 16, 679b re., 
s. caton-isch ꝛc. — Katöche (gr.), f.; —n: Starr- 
sucht. — Kätodon (gr.), m., —#s: —: „im Unter- 
kiefer gezihnter" Walsisch. — Katodräus: bei 
den Fidschi-Indianern, ein Ballen Zeng. Globus 5, 
61b. — Catog-an, Jon: s. Carogan. — Kato- 
kamelaßchion: s. Kamelarchion. — Hatong-Sing, 
m., —; —s: auf Java, eine Pflanze mit skorrion- 
förmigen, bisamduftenden Blütben. Oen 3, 195. 
— Cakönisch (lat.), a.: in der Weise eines 
Cato (s. d.): Mit der c-en Strenge. Spielhagen Pr. 
7, 116. Tifferen, intr. (haben): sich catonisch 
behaben; den ernsten, strengen Sittenrichter ab- 
geben 2c. — Katophonisch (gr.). a.: hinabtönend. 
— Katopöden (gr.), pl.: Bauchflosser (s. abdo- 
minalis). — Katôöptr-ih (gr.), f.; Sen: Lehre, 
Lehrbuch von der Zurückwerfung der Lichtstrahlen 
(s. Anakamrtik, vgl. Diortrik 2c.). -isch, a.: zur 
Kateptrik gehörig (s. entortisch). -omant, m., 
-en, —3; —en: Einer, der aus Spiegeln (od. Kry- 
stall) wahrsagt (Krystallomant), weibl.: Kin. 
Dazu: Ki#e, f.; k-isch, a. -on, n., —s: -a: 
Sriegel. — Katon □-: in Ostindien Name von 
Vflanzen: K.-Niruri, Melänthesa. Ohen 3, 1603; 
K.-Tsaca, Näüclea cadämba. 851; K.-Tsseru, Holi-- 
gärna cäüstica. 1176 ic. — Catre (sran.), m., 
—3; —#: Feldbett; Bettgestell mit drüber gesrann- 
tem Segeltuch (in Venezuela). Ausld. 35, 1a. 
— Katschel (ruß.), f.; —i: russische Schaukel. 
Kohl Pet. 2, 115; Kaltsscheli u. Rutschberge. 271 rc. 
— Kalschü: s. Catechu u. Kaurschuk. — Katschu- 
juschtschii (ruß.), a.: nomadisierend: Bekehrung 
der k—e Narodi (der nomarifierenden Völker. — von 
kotschewatj, umberziehn, nomgrisieren). Kohl Sudrr. 
2, 215. — Katt: 1) (nierrd.) f.; -#en: Katze 
(l. d. u. K. 1—S, Ss.), nam. seem., s. auch (engl.): 
Die cat o' nine lnein] tails stels) (die Katze mit 9 
Schwänzen). ein kurzer, dicker Stock, an dem sich 
9 Fäden beñnden. Die Fäden sind dünn, aber mit Knoten 
versehen u. hart geslochten lals Prügelwerkzeugs. K#h# 
Engl. 2, 109. — 2) K., Katti. Katto = Kati 
(s. d. I.). — 3) s. Calico. — Katta (ar.), m., 
—#; —: Schakal. Stube Kh. 2, 186. — Raltker, 
m.. —; uv.: Art ruffs. Schiff. Bazar 14, 144b, 
vgl. Kai(), Kat(hschiff, Art dreimastiges Kauf- 
fahrteischiff mit Masten ohne Stengen, s. Bobei## 
350a. — Kälti: s. Ka# I. — Cattiv-o (it.), 
a.: schlecht (vgl. chétif), z. B. Aria cattira 
Alalaria (s. d. ). pücler Südölhl. 2, 25; Die Luft ist 
cattivissima. 66. höchst schädlich 2c.; Nöta (s. d. 2) 
cattira. — Cattle (engl. käu'l), n., —s: —: 
Vieh. -fancier, m., —3; —: C. nennt man in 
England einen Mann, der eine große Neigung für Er- 
ziehung u. Mästung des Viehs hat. Kohl Engl. 2, 154. 
— Katto: s. Kati I. — Kattün (ar. 2c., s. Ss., 
vgl. Cotton u. Chetomene), m., (e)s; —#e: aus 
ungefüärbtem Baumwollgarn gw. leinwandartig 
gewebtes, selten geköpertes Zeug: Roher K.; Weißer 
lgebleichter] K. 2c., nam. aber, sofern er gefärbt ist,
        <pb n="656" />
        640 Kattunen 
theils einfarbig (Futter-K.), theils — u. zwar bes. 
— gemustert, in mannigfachen Arten (vgl. Gingham; 
Sackonett; Kaliko; Kambrick; Katt; Kitay; Nanking; 
Perkal; Shirting; Zitz rc.): Betten-K., zu Bett- 
überzügen, blau od. rothgestreift; Buchbinder- 
K., farbig, gepresst, zu Büchereinbänden; Druck- 
K., zu bedruckender; Futter-K., s. o.; Glanz-K., 
geglänzter; Hemden-K., zu Hemden (s. Shirting); 
Kleider--K.; Englischer Leder-K. V. 2, 88, weiß u. 
glatt, dem Schafleder ähnlich C, englisch Lerer“); 
Möbel-K., zu Möbel-Uberzügen 2c. Als Bstw. 
z. B.: K.-Band od. . Einband; Bleiche; 
. Druck, „Druckerlei), . Druckmaschine ce.; 
Fabriklant);-Kleir;-Leinwand, geblelchter 
u. appretierter K.; „Muster; „Weberlfei) 24c. 
Sen, a.: aus Kattun: Den alten k—en Schlafreck. 
G. 5. 4. — Kättn: s. Kati I. — Katün: 1) (. 
Kattun. — 2) (alban.) Sennhütte (2). Cnobert 1, 
82, vgl.: Die Walachen nennen Catouna die Ruinen 
alter Stärte. Sickler Pouquev. 2, 121. 
Kaü, m., —s; —6: bei den Osseten, Kurden 2c. 
Gau. Ausld. 39, 105b; 785b. — Kauairüngi, 
m.: s. Inanga. — Cauchemar (frz. kosch'mär), 
m., —8; 0: 1) Nacht-Mahr, Alp, Alpdruck. — 
2) (s. 1) Bühnenspr.: eine undankbare, lästige 
Rolle. — Cauchois (frz. koschos), m., uv.; uv.: 
Art großer Tauben, Kappentaube (benannt nach 
Canx in der Normandie). e loäs'], f.; —6: 
spitzhütige Bäuerin aus Caur 2c.: Der Korfrutz 
der C. steigt himmelan. IKohl Par. 1, 8. — 
Cäüda (lat.), f. I§ 24, 11: Schwanz (s. 
Cor#a). —tärius, m., uv.; ken [§ 24, 21: 
[Der Kardinal] mit seinen beiden „Caudatarien“ 
(Schleppträgern). GCutzo#i Z. 8, 81; 139: Einer 
der Caudatarien. . Der Coudatar. 9, 215; 
221 r2c.; Ihre Schmeichler u. Cauratarien (Schwinz= 
linge), sérva pöcora. W. 36, 159. — Randa pöti, 
n., —6; —: „Gottes Weg“, bei den Turkomanen 
ein mit Schmausereien gefeiertes religiöses Fest. 
Giobus 11, 360a. — Kändi: s. Kauri. — Cäüd-er 
(lal.), m. [§ 24, 3,-#jeie): Baumstamm, Strunk, 
Wurzelstock. -iciförm, a.: strunkformig. -icäria, 
f.; ken (§ 24, 11: Stockpflanze. Oken 3, 703 ff. 
— Candillo (span. -iljo), m., —: —é6: Haupt, 
Anführer. Globue 12, 379a. — Candinisch, a.: 
auf die samnitische Stadt Caudium bezügl., bes.: 
Die k-en Engpässe (Fürca od. Furculæ Caudina) 
als Ort einer schmachvollen Niederlage der Nömer 
durch die Samulten, — oft verallgemeint. — 
Cauiero, m., —; —: ein Strauch, in Venezuela 
an den Lagunen wachsend. Slobus 5, 2463. — 
I. Cank: s. Cawk. — II. Käuh (türk.), n., —8; 
—#6# : Mütze. Gerhard W. 2, 247; Hammer 10, 353; 
Kurhard Konst. 2, 116 ff., vgl.: Eisörmige Turbane, 
Kavouks genannt. Ausld. 38, 1164a.— Cäuc-alis 
(lat.), f. [8 24, 3, Alidis): eine Pfl., Haftdolde, 
— als Gatt.: die Caucalinen. Oken 3, 1803. 
— HNauh-asien, n., —#: 0: ein vom Kaukasus 
durchzognes Gebiet des asiatischen Rußlands, zer- 
fallend in Eis- u. Trans-K. -ä|# ĩer, m., —8; uv.: 
1) Einwohner Kaukasiens. — 2) verallgemeint: 
Causa 
ein zur kaukasischen Rasse Gehöriger. Durmeicer 
Gsch. 582; Oken 7, 1853. älerin, f.; Inen: 
weibl. zu Kankasier 1; 2. -äsisch, a.: zum Kau- 
kasus —, zu Kankasien gehörig, u. verallgemeint, 
bes.: Schon Blumenbach hatte . die Nationen in 
5 Rassen getheilt, welche er die —e, mongolische, ameri- 
kanische, äthiovische u. mala#ische nannte 2c. Burmeister 
Gsch. 576 ff.; 582. -afus, m., uv.; 0 5 24, 21. 
Grenzgebirge Asiens u. Europa's. — Kãuki, m., 
——; —#: ein Baum in Ostindien, Mimusops k. — 
Caucus (engl. kärös), n.: (in Nordamer.): Mei- 
nungsschattierungen innerhalb der Partei werden in 
„C.“ (Parteiberathung) ausgeglichen. Uat3. 20, 113, 
ogl.: „Coucus“, eine volitische Vorversammlung. 
Gerrig 30, 215. — RKäül (ar.): Stimme, Wort: 
Der Dichter wird gw. Ssahib k., d. b. der Inhaber des 
Worts genannt. Hammer (Mager 2, 15244). — Cäül-= 
escent (lat.), a.: stengelbildend, stenglig. -iäria, 
f.; len [8 24, 1): Stengelpflanze. Osen 3, 93 7 2c., 
auch: Caulinaria. 706. Ciferisch, a.: stengel- 
treibend. -iföSrm, a.: stengelförmig. #culus, 
m. [§ 24, 21: Stengelchen, z. B. als Verzierung 
des Kapitells an der korinthischen Säule. Weiss 
Kest. 1, 828. = is, m. (§ 24, 3. uv.): Stengel; 
Kohl (s. d. Ss.). Jokarp 2c.: s. pbyllokarp. — 
Kaäüma (qr., § 24, 3. n., t#is): Brand, Hitze; 
bitziges Fieber. — Cauna, k.; 0: Zwei Arten 
Matté (s. d.]: den aus dem wirkl. Coxgonho-Baum 
bereiteten u. den v. einer wilden Abart, welchen man C. 
nennt. Globue 6, 56b. — Gäünga, f.: —: eine 
Pfl., Pinang, Arsca cätechu. — Käünitz, m., 
—es; —e: Art fester Schränke (nach dem Fürsten v. 
K.): Erbrochene K-e. Gutzkom R. 9, 298. — Räün- 
isch (gr.), a.: K-e Liebe, verbotne. Jos, us, m., 
nv.; 0 (§ 24, 2): (Myth.) ein schöner Züngling, 
den seine Schwester Byblis mit unzüchtiger Liebe 
verfolgte. — Cäüp-o (lat.), m. [8 24, 3, -önisl: 
Schenk-, Gastwirth. -öna, f. [8 24, 11: -öne, 
f. —n: Schenke; Schenkwirthschaft. — Kä-ur, 
m., —n; —n: s. Giaur. — Käüri, m., —; —: 
1) Münzmuschel, Porcellanschnecken (s. g. Okter- 
föpfchen, Cypræa monsta), die in Ostindien u. 
Westafrika als Scheidemünze gelten, das s. g. 
malrivische Gold, auch K.-Muschel od. in engl. 
Schreibw. Cowry; ferner Kaudi (Cowdee, Cowdr) cc. 
s. Auslb. 39, 635b ff.; Eneykl. f. Kouf. 470b; Ohen 
5, 465 ff. 2c., vgl. Gua; Condaga; Vantes; Simbi, 
auch Peak 20; Phainung. — 2) Cewdee od. K., das 
Harz eines neuseeländ. Baums, der Dämmara 
(s. d.) austrälis od. Pĩnns Ciüri, s. Kormorsch 1, 443. 
— Cäuf#a (lat.), f. [8 21, 11: Grund; Ursache: 
Sache; Verhandlung; Rechtssache 2c.; auch (nach 
einem Genit. 2c.) = wegen, halber, z. B.: Honö- 
ris c., ehrenhalber 2c.; Asa c., meinetwegen 2c.; 
ferner z. B.: Ein rechtgegründet Dekret] in c. lin 
Sachen] der, Franzen wider die Britten. K Schmid" Kom. 
189 2c.; Ad pias cäöüsas, zu frommen, nmilden 
Zwecken 2c.; Dé grävi c., aus gewichtigem Grunde: 
Cüm Gmni c., mit allem Zuwachs:; C. cögnita 
(Ggitz incögnita), nach (Gastz: ohne) Untersuchung 
der Sache 2c.; Fálsa c. nön nöcet, ein falscher Be-
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        Causal 
weggrund bei einem Rechtsgeschäft schadet nicht, 
macht es nicht ungültig; Causãrum patrõnus, 
Rechtsanwalt 2c.; ferner z. B.: C. appelläbilis 
(l. d.); eivilis, bürgerl. Rechtssache (Gqssz crimi- 
nãlis, peinliche); debéndi, Grund der Schuldford- 
rung; decidendi (s. d.); denegãtæ justitis, Klage- 
sache wegen verweigerter Rechtepflege; desperäta, 
eine verzweifelte Sache (Nofs Ins. 3, 151); divörtüc, 
Chescheirungssache; dubitändi (s. d. ): ecclesiästica, 
kirchliche Sache; efficiens, wirkende Ursache; exhe- 
reditatiönis, Grund der Enterbung; feudälis, 
Lehnssache; finälis, Enrursache; formslis, förm- 
liche Ursache; impulsĩva, Beweggrund; inconneka, 
Sache, die mit der vorliegenden nicht zusammen- 
hängt, Ggstz connexa; justa, gerechte Ursache, 
z. B. lirigändi, zum Preceß; connéxa, s(. o.: 
inconnexa; criminälis, s. o.: civilis; legstima, 
gesetzmäßige Ursache; lucrativa, einträgliche Sache; 
mãjor, wichtiger Grund; matrimonislis, Chesache; 
minüta, Bagatellsache; mörbi, Krankheitsursache; 
mörtis, Todesursache; petendi. Klagegrund; pia 
(l. d.); prägnans, dringende Ursache; pra#judici- 
ãlis (s. d.); praparatöria, die als Vorbereitung 
der Hauptsache vorangeht; prapöôllens, Üüberwiegen- 
der Grund; prima, Grundursache; probäbilis, 
wahrscheinliche Sache; proträctse justitiæ, Klage- 
sache wegen Rechtsrerzögrung; pröfima, nächste 
Ursache; pupilläris, Waisen-Sache; remöta, ent- 
fernte Ursache; separäta, eine besondre Sache 
(s. o.: inconnexa): Suffickens, hinreichender 
Grund; summäria, Rechtssache eines summarischen 
(s. d.) Processes ꝛc. -ãl, a.; ursachlich, begrün- 
denr od. begründet 2c.: K.-Binreworr, Kon- 
junktion, einen Grund, eine Ursache bezeichnend 
(z. B. denn, weil 2c.); Den K.-Nexus für eine That- 
sache zu ermitteln. Sausbl. (66) 4, 71 (s. u. K.-Zu- 
sammenhang); K.-Prinzir; „Satz, der einen 
Grund angiebt (s. o. -Bindewert);-Verbinrung, 
zw. Ursache u. Wirkung; „Zusammenhang. 
Humbotdt K. 1, 12 (s. o. -Nerus) 2c. —älis, a.: 
fausal: Absentia (s. d.) c. ꝛe. alität, f.; 0: 
Ursachlichkeit, Kaufalzusammenbang. ation, f.; 
—en: das Vorschützen einer Urfache. - ativ, a.: 
s. faktitiv 1; 2. — Räüscher (hebr.), a.: (eig.) 
nach den jüd. Sreisegesetzen in Ordnung; dann 
allgm.: in Ordnung, richtig; so, wie es sein soll: 
K. ils bei Dem nicht. Sontheif U. 2, 79; vHorn rhD. 
2, 225 rc., s. koscher. — Cäüs-e: (s. causa): 1) 
f.; —: Kniff beim Rechtshandel, Rakulisterei. — 
bes.: K-n machen. Dazu: Der schlimme Cn- 
Macher [Ränkemacher, Rabulistl. Gẽdekt Gr. 523; 
C—n-Macherin. 36chlegel 2, 151 2c. — 2) (fez. 
kos) f.; —: a) Ursache: Das ku keinen schlechtern 
Ardrkaten haben kannst als mich, et pour le vpur] c. 
lu. zwar aus triftiger Ursache 2c.I. püchtee Süröstl. 
1, 234 ic. — b) Rechts-Sache, -Handel: C. 
eélebre (Beläb'r!, berühmter Rechtsfall 2c. ris, 
f.; —ey)n, —: Planderei, anmuthig leichte Unter- 
haltung 2c.: J#falke Gsch. d. Geschmacks 306; Die 
franz. C., sie ist die sunge, leichtfüßige Tochter der 
Conveisation. Die C. ist eine Art Flanerie. Sie ist 
Sondets, Fremrwörterbuch. 
Cautio 641 
so sung, so frisch, so keck, weil sie der eben geborene Ge- 
danke ist. Denn „causer“ stosẽ, plaudern] beißt bei 
den Franzosen: laut denken. ISohl Par. 1, 36 ff. = kUr 
koser!l, m., —s: —#: Plauderer, Schwätzer 2c.; 
auch: Jemand, der die Kunst der Cauierie versteht: 
Als Verleser ed. C. (Alaurerer). Gartenl. 1 3, 823 rc. 
-euse (-Öfl, f.; —s, -n: 1) weibl. zu Causeur. 
— 2) Kanaré für 2 Personen. Sutkow R. 2, 375; 
Vor den C-n . . u. Sesseln. Housbl. (66) 4, 195; 
Keihner Sans. 2, 125; püchler Smöül. 2. 432 ff.; 
Salon 2, 587 2c. — Causewag (engl. täswe), m.;, 
— ; —3: ein erböbeter (chaussierter) Weg; auch — 
Trottoir (s. d.). Kotzt Engl. 2, 177. — Kaüfi-a 
(gr.), f.; zai: Art macetonischer, breitgekrämrter 
Filzhut. Weiss Kost. 1, 722 ꝛc. — Cauffkeren: 1) 
(frz. kos-), intr. (haben): plaudern (frz. causer, 
s. Causerie). — 2) (lat. u. in lat. Ausspr.) tr.: 
Lerursachen, bewirken, veranlassen. — Caufsa 2c.: 
l. Causa 2c. — Gäü-fis (gr.), f. [8 24, 3, uv.]):: 
das Brennen, Atzen, nam. zu Heilzwecken, ar. Kai. 
Petermann Or. 2, 305 (i. Hetschame). llicität, f. ; 
0: Aztraft; kaustisches (s. d.) Wesen. -Kik, f.; 
(-en): Lehre, Lehrbuch — vom Brennen u. Atzen 
zu Heilzwecken — u.: von den Brennlinien r#r. 
sticum (§ 24, 2, n.): ätendes Heilmittel (. 
Erodens): C. lunäre, Höllensiein; Kali c., Agbkali 
(auch Läpis caüsticus) 2c. -Misch, a.: 1) bren- 
nend, äßend zc., 3. B. eig. : K-e [od. Ab-Lauge 2c. 
u. nam.: K.e Heilmittel 2c.; übrir.: K-er Sre####2c. 
— 2) K.e (od. Brenn-) Linie, Fläche, s. Pouillet 2, 
121, ogl. dig. — Cäüt-e (lat.), adv. zucautus: 
vorsichtig, z. B. (s. Caste 1): Saltem e.! ist unsre 
räm. Derise. Guskow Z. 7, 215. -l., f.; Sen; 
la, f. [5 24, 1): Versichtsregel u. Klaufel, wo- 
durch man bei Rechtsgeschäften, bei Abfassung von 
Urkunden rc. sich vor Nachtheilen, Einreden rc. 
schützt. Dazu: [Das Testament] ist dech recht ver- 
kaurelt u. verklaufelt. K/(#chtöder Samml. 2, 3, 37, 
mit Kautelen u. Klauseln verwahrt. -elär, a.: 
auf Kauelen bezügl.: K.-Jurisprurenz c2c. 
Telös, a.: auf Kamelen bedacht, vorsichtig, ver- 
schmitzt. — Kauteri-fation (nlat.), f.; Sen: 
Kauterisierung (ogl. Arustion). -Tikren, rr. zu 
Heilzwecken ätzen, brennen. -on, um, n., ; 
zen [8 24, 2, u.): Mittel zur Kanterisation: 
Cauteria actuslia, Brenn-, potentiälia, Abmitiel, 
s. auch Galvano-K. — Cäüti-o (lat.), f. [8 24, 
3, -önis!: Bürgschaft, Gewährleistung, Sicher- 
stellung —: das dazu Dienende: C. de dämno 
infécto, Sicherheit — wegen etwa zu beforgenden 
Schadens; de evictiöne, wegen elwaiger Abürei- 
tung einer Sache seitens eines Dritten; de judĩeio 
slsti, sich auf Erferdern vor Gericht zu siellen; 
de lite prosequénda, wegen Fortführung eines 
Rechtehandels; de non ämplius injuriändo (od. 
oftlendéndo), gegen Fortsetzung der Unbilden; 
doméstica (s. d.); extrajucliclälis, gußergerichtliche; 
filejussöria, durch einen Bürgen; indemnitätis, 
der Schadloshaltung; judicätum sölvi, für Er- 
füllung des richterlichen Entscheides; judiciälis, ge- 
richtliche; juratöria, eidliche; pignoratltia, durch 
41
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        Caution 
642 
ein Pfand geleistete; pro expénsis ét reconventiöne, 
für Kosten u. Widerklage; räti (od. de räto od. 
ratihabitiönis), wegen Genehmigung des Bevoll- 
mächtigers; reälis, sachliche, Ggstz verblis, durch 
einen bloßen Vertrag mit festgestellter Konventio= 
nalpön 2c.; nsufruetuãria, vom Nießnutzer geleistet 
für richtige Nückliefrung des Objefts 2c. ôn, f.; 
—en: Cautio: Man nahm seine juratorische K. leid- 
liche Versichrung) an, mittels welcher er an Eiresstatt 
gelobte, sich dem Gerichte nicht entziehen zu wollen. 
sk.r 16, 519a; Real-; Verbal-K. c.; Gegen 
" Besteltung K#. Pfand; Schein cc. 
#rnnren, tr.: Kaution leisten für Jemand. — 
Cütsch-en, * (Papierfabr.) die geschöpsten 
Papierbogen ablegen (engl. couch, spr. kautsch). 
Karmarsch 2, 802; M. 2, 845; Gekautschte Pappe, 
durch Aufeinander-K. mehrerer Papierbogen ge- 
bildet. 876 2c. -er, m., —s; uv.: der kantschende 
Arbeiter an der Schörfbätte. — Kaqütsch-in, u., 
—(e)s; 0: Hauptbestandtheil des Kanutschuk-Oles. 
Karmarsch 2, 106. -alchh, n., m., —#; (—S#, Se): 
Federharz, der eingetrocknete Milchsaft einiger 
Bäume, nam. der Siphönia elästica, des K.= 
Baums (f. Gummi 3; India-Rubber; Ndamba; 
Seringa): K. .. nach dem indlianlischen Namen Ca- 
huchn. Globus 6, 92a 2c.; Vulkanisiertes K., eine Ver- 
bindung von K. u. Schwefel. Karmarsch 2, 105 rc.; 
K.-Bälle; = Bänvder. 408; -Baum, s. o.; 
Fabrikate; Fäden. 106; „Flaschec. ebd.; 
Kamm; -Lösung. 103 (od. „Auflösung. 402); 
Mann, s. Disloquenr; Ol. 106; Einige recht be- 
denkliche Paragraphen, die hier im Lande lihrer Dehn- 
bark. wegen] unter dem Namen der K.-Paragraphen 
genügend in Erinnerung sein werden. Ual 3#. 21, 15; 
82 c., K.-Schuhe; „Tafeln. Karmarsch 2, 407; 
-Zeuge laus übersponnenen K.-Fäden gewebtj. 
406 2c. Intieren, tr.: mit Kantschuk versehn, 
bereiten: Eine dunne Schicht Kautschuk, wie die 
kantschutierten Seidenzeuge sie darbieten. Ausld. 39, 
1002b rc. 
(Kao), Käw (tschippew.): nein. Kreiligrath H. 
314, vgl.: Kaween, nein, gewiß nicht. tbd. — 
J. Kaoa, s.; 0: ein berauschendes Getränk der 
Pohneste aus der Wurzel v. Piper methysticum 
— u.: diese Pflanze, auch Kavakava; Avo (s. d. u. 
Angona; Kana; vgl. Kahwa). — II. Caäv-a (it.), 
f.; -ei: Grube; Keller; Mine 2c.: C. di pietre, 
Steinbruch rc. — Kawäde (türk.), s.; —: Art 
Kleid der Türkinnen: Uber die Anteri werden noch 
mehrere leichte, seidene, farbige, flatternde Oberkleider 
ohne Armel getragen, die man K#n nennt. Gerhard W. 
249; Rauschen ihre seidenen K-n. 1, 369. — 
C#ädiun llat., § 24, 2, nu.]: der innre Hof des 
röm. Hauses, zu Cavum Edimm. — Cavage 
(frz. —ash), t.; —n: Einlagrung v. Waaren in 
Reller, Gewölbe, Magazine; Lohn dafür; Mieth- 
zins dafür. — Cavagnole (frz. —anjöl), s.; —6: 
ein dem Biribi ähnl. Hasardspiel. Aanbenrs 159. 
— Kawai „f.; —#: Die K. (Dioscöron aculeäta) 
wird lauf den Uaschi-useim häufig angepflanzt. Globus 
5, 20b. — Kawahawa, k.; -s: (auf Neuseeland) 
Cavalidrement 
kunkelgrüner Nephrit (s. d.). Ausld. 39, 121 4 r., 
s. auch Kava. — Caval (it.), m.: Pferd (s. ca- 
vallo; Kaball), — bes. eine Karte, Figuri im Tarock- 
spiel: Jede Farbe zählt 14 Blätter: König; Dame; 
Reiter, C. od. Cavalier; Valet 2c. 'hombre 153, s. 
Cavallerie. -ato, m., —s; zati: (in Toscana) ein 
2-Paoli-Stück. Cnchhr. f. saul. 224b. Terié r2c. 
s. Cavallerie 2c. -iẽr: 1) m., —Ce)s; -e, —S : 5) 
(vralt.) Neiter, Soldat zu Pferd, Zw.: Kavallerist. 
— b) Nitter, Edelmann: Ich bin ein C., wie andre 
C-e, n zwerfelst nicht an meinem edlen Blut. G. 11, 
106; Sechs Hof-K—s. Möser Ph. 2, 119; Die Süd- 
Ke. Salon 2, 195; 208, Bez. der „junkerhaften“ 
Plantagenbesitzer in den Südstaaten Nordamerikas 
1c. — C) in Anglant. als Parteiname für die An- 
hänger Karl's I. od. Royalisten im Ggss der 
Rundköpfe od. Puritaner. 4renzel Dicht. Fr. 3, 100. 
— 1) Herr (gegenüber dem weibl. Dame): Die 
C—# .unterhalten sich mit den Damen. G. 23, 50 2c.; 
Ihren dienenden K. zu srielen. Volksz. 16, 19; Dem 
Baron d'Asselyno eine legitime Stellung als Ehren K. 
seiner Gattin zu geben. Gutzsom Z. 8, 295 2c.; Ge- 
sellschafts.K. W. 19, 203 2c., s. Cavaliere u. (in 
frz. Ausspr.): Mich zu ihrem c. #honneur lkawalje 
donnör] erwählen. Salon 2, 234, Ehrenritter, Be- 
gleiter 2c. — e) Errerböhung zur Nrufsiellun ig v. 
Geschütz, Katze (s. d. 16a Ss.): Spotteten der bohen 
K.e u. Ravelins 2c. Goitenl. 13, 504b; Die K- des 
Forts. Whgeine Wrltr. 2, 113; Das große Sudfort 
enthält 3 K-e. 1 11 2c. — f) Ritter (od. Springer) 
im Schachspiel; im Tarock, s. Caval. — 8) Art 
franz. Postpapier (auch in frz. Ausspr. kawalse), 
19½“ breit, 16 /“ hoch (s. Harmarsch M. 2, 868). 
Zachariä 1, 150; 191, vgl.: Ergriff sie ihn (den Briesl, 
zerquetschte seinen mm 2 K. u. das Postborn 
(welches die Zeichen des sog. K.= od. Postporiers sind). 
Thümmel 7, 166. — h) Deckplatten der Firste bei 
Schiefer= u. Metalldächern 1. — i) als Bstw. 
z. B.: K.-mäsiig lbl, s. 2 u. z. B.: Für Klavier 
ausgezogen v. der etwas k.-mäßigen Notenband ihres 
Mannes. niehl NN. 315 2c.: K(— s)-Papier!g)]: 
Parole lbj, ritterliches Ehrenwort, s. P. 1 
Perspektive (s. d.) 2cc. — 2) a.: k.-mäßig 
(vgl. eavalierisch), Lornehm, junkerhaft 2c., — sel- 
ten, u. dann meist nach frz. Weise gespr. [kawaljẽ, 
— bei Verlängrung —jer], z. B.: Hr. v. B. lätte 
es nicht „cavaliere“ gehalten, noch länger die ihm pro- 
ponierte Wette zu resusieren. Hausbl. (66) 4, 201; 
Durch Unkenntnis des c-en Zeitvertreibes. 211; In cer 
Manier. 251; In gewissen l-#en Kreisen. Uaisß. 22, 
110 2c.; häufig als Adv. Caralièrement (s. d.). 
jiere (it.), m., uv.; -ièeri: Cavalier (s. d. 1, 
bes. 16; d): Die Herzogin u. die sämmtlichen Cava- 
liert. Guykowm Z. 7, 19; Daß du einen aufmertsamen 
C. serricute (Uü#—, dienenden Kavalier] hast. 9g#### 
Par. 2, 16 2c. Tièrement (frz. —Mjärmäng), adv.: 
s. cavalier 2, bes.: in junkerhafter Weise u. über- 
müthig sich über die Rürksichten der Sitte u. 
Lebensart hinwegsetzend: Ich sei doch etwas zu c. mit 
den Formen umgesprungen. Uaumer Br. aus Frkf. 2, 
87; Ross Ins. 3, 151; Was ich schlecht gehandelt
        <pb n="659" />
        Cavalierisch 
nenne, neunt Herr Stein vielleicht nur leichtsinnig od. e. 
gehandelt. Spielhagen Pr. 7, 21; Mit seiner gewohnten 
Ungenieriheit eintretend u. dem guten Alten c. einen 
guten Abend wünschend. Wachenhusen Zig. 152 2c. 
irrisch) a.: cavalier-haft, mäßig ꝛe.: 
Welche mit gleicher Unwissenheit, zum wenigsten ebenso 
c., von den Alten zu sprechen pflegen. w. 25, 378; 
enner Unw. Doct. 609 2c. krschaft, f.:; (—en): 
das Kavalier-Sein, Kavaliers-Würde, -Stellung 
4c. : Das gehöre sich für einen Kavalier. „Verflucht die 
K.!“ Spielhagen Reib. 5, 97 (vgl.: Das er über sei- 
nem Kavalierthum den Dichter vergesse. Holiei 
Charr. 2, 131 ꝛe.); auch: eine Gesammtheit von 
Kavalieren. cäüdc, f.; —n: ein Aufzug od. eine 
Gesellschaft Reitender. Eutzkom K. 1, 269 tc., auch 
(pleonast.): Eine C. v. Reitern sprena!t durch die Alleen. 
3. 7, 27, vgl.: Eine cöwallhd. [Reiterzugl. Simpli- 
risimus 2, 27 424. chalt. ), f.; Zle: Stute; auch ein 
Fisch, Wolfsbarsch, I. brax. +lderic, f.; eyn: 
1) Reiterei, Mannschaft zu Pferde, j Gasf Infan-= 
terie, serner z. B.: C.= Equitation; rarren od. 
„Schwadron 2c. — 2) im Tarockspiel: je 4 Bilder 
einer Farbe in einer Hand. L'hombre 45 (s. Caval). 
erist, m., -en, —#; -en: Soldat zu Pferde 
(s. Cavalier 1); selten st. Reiter übrh., z. B. Kohl. 
Südr. 1, 271. —lero (span. kawalj-), m., —;: —6: 
s. Caballero. S(loctta (it.), k.; te: Heupferd, 
Heuschrecke; (Mus.) Thema einer Arie ꝛe. in 
hüpfendem Rhythmus 2c. (Détto, m., —#; —8, 
: Pferdchen; hölzernes Pferd, z. B. zum Volti- 
Wür Holzgestell, z. B. Staffelei der Maler r2c.; 
Art Folterwerkzeug (s. Folter, Anm. Ss.). -(hine, 
f.; —: Die C-#n#frz. toile cavaline ltoäl —inl, it. 
töle cavallfne) od. Rosleinwand lv. Böhmen nach 
Italien gehnd]. Encykl. f. Kanfl. 224b. -lo, m., 
uv.; -li: Pferd (s. Cabal, Caval): Weil c. biänco 
maĩ stänco, weiße Pferde nie mure werden. Berlepsch A. 
266 „c.; auch: Die 4 Ruderer des Postboots lin Vene- 
dig] nannten sich lscherzend) carälli. Uuge Fr. Z. 3, 
459 rdc.; auch Name italiänischer Münzen mit 
einem Pferd im Gepräge, z. B.: Man rechnet im 
Königreich Neapxel . nach Ducati zu 100 Graai à 10 
Cavalli. Encykl. f. Kaufl. 595b 2c.; ferner: C.-Kano- 
nen (s. d.). Durangelo 135; (span., Mz.: C—8) 
Makrele. Oken 6, 198. -quct (frz. -tẽ), n., S; 
—6: Trompetenstück beim Einrücken der Kavallerie 
#.- co, m., —; —: Art größrer Makrele, 
Scömber chlias. Oken ". 190. — Kawäse (türk.), 
m., ur., -es, —en; —e, Sen: Policeisoldat, 
Gensdarm (l. Chawas. 2): Zwei Ke. Kranhl Jer. 
1, 197; 380; Meinem türk. K. Globus 1, 40a; Die 
K-en. 42a (vgl.: Einige QOawwacin. 6b); Die 
beiden K-e. Ptiermann Or. 1, 46; Die Keen. ebd.; 
Einen Gholäm — so nennt man in Persien die K-e. 2, 
237; 65; Zehn Kawasen. Cnobert 2, 178; Rofs 3, 
127 2.; Der K.-Baschi, der Polizeihaurtmann. 
Nal-. 19, 471; Kawasbaschi. Hammer 10, 353, vgl. 
Asasbaschi. — Cavät-a (it. ), f.; ze; (-e, f.; —#): 
1) (s. Cava II: Cavea. Caveau u. Carät) m. Zink- 
gräf 2, 26 1e.) Grube; Gewölbe; gewölbter Unter- 
bau einer Kirche 2c. — 2) das gelöste Geld, nam.: 
643 
Kavitar 
das aus einem Wechsel gelöste; auch: die Um- 
setzung eines Wechsels in Geld. — 3) (Fechtk.) die 
Parade, wo man um die Klinge des Gegners 
herumgeht, sie belegt u. Blößen zu gewinnen sucht. 
Volmann 106. — 4) Man nannte dlese durch wirkl. 
Gesangsmelodie aus dem Recitativ „bervorgehobenen“ 
Stellen C. od. Caratina. Dann wurde daraus eine 
fleinere Form der Arie, welche in einer einfach fortge- 
führten Melodie die lbrische Stimmung ausdrückie, obne 
zweiten Theil, ohne Wiederholung, ohne Bravourpassage, 
ohne weitre Ausführung ie. John Moz. 1, 249. iön, 
f.; -en: 1) Aushöhlung, Ausgrabung eines 
Kellers 2c. — 2) (Fechtik.): a) das Zurückkehren in 
die vorige Stellung. volmann 106. — b) Finte, 
durch die man die Blöße des Gegners benutzt. ebd. 
— Cavazzin-o (it.), m., uv.; -i: ein Fisch, 
Cyprinus ĩdus. Oken 6, 302. — Cäve: s. Canis. 
— Cavea (lat.), f. [8 24, 1): Höhlung; um- 
schloßner Raum: Käfig (s. d. Ss.), — bes.: Zu- 
schauerraum des Theaters. Guhl 2, 165; 155 (gr. 
Notdoy, Koilon, ebd.; 1, 129). — Caveän#o (it.), 
m., uvr.: -i: s. Capito. — Cäveat (lat.): „er 
hüte sich!“ n., —s; —6;: gerichtl. Einspruch, Ver- 
warnung 2c. — Cavean (frz. kawö), m., n., —; 
s. Cavata 1, bes.: unterirdisches Grabgewölbe 
in einer Kirche. IKohl Par. 2, 249; So soll dieses 
C. T’attente sdattangt', Warte-C.] immer den letzt- 
verstorbnen König bewahren. 250 2c. — Caveccon 
(frz. -Höng), m., n., —8; —8: (vgl. Capistrum) 
Kaprxzaum (s. d. Ss.). — Caved o (it.), m., 
uv.; -i: s. Capito. — Kawedschi 2c.: s. Kah- 
werscki. — Kawein: s. Kaw. — Kaveer □#) s. 
Kabir. — Cavelin (frz. —eng), m., —#; —: ein 
holl. Weinmaß v. 8 Tonnen. — Kaveling (holl.), 
f.; —en: (s. Kabel III As.) eine auf einer Auktion 
mit einem Mal zur Versteigrung kommende Partie 
Waare. — Cav-endie (at.): Jus (s. d.)c. -ent, 
m., en, (—#8); —en: ein Cavierender, Bürge :e. 
— Cavern-a (lat.), f. # 24, 11; -e, f.; n: 
Höhle, Grotte, Keller, Höhlung 2cc. —ös, a.: 
voller Höhlungen: Ker Kalk. Karmarsch 2, 335 c. ; 
K-e Respiration, bei Eiterhöhlungen in der Lunge 2c. 
— Cavésco (span.), m., —##; —s: ein Gewicht 
(2½ Ctr.), auch als Getreidemaß. — Covet 
(lat.): „er kaviert“, n., —#8; —: Würgschaf, das 
Gutsagen. — Capette (irz.), f.; —In: kleiner 
Festungsgraben - 2 größern. — Cgocst-0“ (it.), 
m., —#; -i: ein Längenmaß (ca. — 1 Ruthe). — 
Käwi 1) (skr.) „Dichtersprache“: Die todte, aber 
auf der Jusel Java als heilige Sprache dienende K.= 
Sprache. Kriegk 1, 34; Uber die K.-Srprache. h##um--- 
boldt ꝛe. — 2) J. Oka 2. — Cävia: 1) (nlat.) f. 
[&amp; 27, 11: Meerschweinchen, s. Capivara. — 2) 
lind.) Ein Kavya, d. h. ein in sich als Einheit abge- 
schlossenes, v. einem einzigen Vf. herrorgebrachtes 
([Dicht-Werk. BNosenkranz Poes. Gsch. 72. — Käviar 
(tatar.), m., —: (s, -e): eingesalzuer Fisch= 
Rogen, nam. v. Stör-Arten, als appetitreizende 
Delikatesse: Die vortrefflichen gelblichen Fischeier lin 
Griechenlan)) Avgotärichon, dem K. weit vorzu- 
ziehen. Brandis Gr. 1, 150 (s. Ikra; Botarga; Ketzin; 
41“
        <pb n="660" />
        644 Cavieren 
auch: Scoranza): Das Stuck gefiel dem großen Haufen 
nicht, es war K. für das Volk. Schlegel Haml. 2, 2 2c. 
— Cavieren: 1) (lat.): a) intr. (haben): für 
Etwas bürgen, haften 2c. — b) refl.: sich hüten, 
in Acht nehmen 2c. — 2) (it., vgl. Cavata): a) 
tr.: Wechselbriefe c., zu Geld machen, versilbern. — 
Ferner (Fechtk.): b) die Klinge nach einem Zirkel- 
hieb wieder in die vorige Lage bringen. vollmonn 
106. — c) parieren, sich nach dem Aushaun des 
Gegners richten. chd. (ogl. 1b). — Cavilikren 
(it.), tr.: die Faden, wo die Strähne festgebunden 
sind, v. der zu färbenden Seide absprengen. Precht# 
1, 124; Kavilierstock, Werkzeug dazu, bestehnd 
aus einer niedrigen Bank u. einem senkrecht dar- 
auf befestigten Brett mit horizontalen Pfloͤcken, 
worüber man die Seidensträhne hängt. ebd.; 2, 
199 rc., s. (it.) Caviglia liawiljal, Pflock, vgl.: 
Kavitsche, f., Pflock, worauf die Seide ausge- 
dreht wird. Adclung U. kapellieren 2.— Cavill-aͤnt 
(lat.), m., -en, —s; —en: Spötter; vralt. auch — 
höhnender Verweis 2c. Keisersberg Post. 3, 67 cc. 
atiön, f.; Sen: höhnende Neckerei; Trugschluß 
2c. Lulher 6, 26b 2c. — Kaviller 2c.: s. Kafiller 1e. 
— Cavill-Eren (lat.), tr.; intr. (haben): höh- 
nen, (ver)spotten, necken, z. B. mit Trugschlüssen 
„2c. -õs, a.: spitzfinig, verfänglich 2c. — Cavilät 
(nlat.), k.; —en: Höhlung, Höhle: Die Haupt- 
K-en des Körpers. — Kavitsche, k.; —n: s. Kavi- 
lieren. — Cavol-o (it.), m., uv.; i: Kohl. — 
Kaworolo: s. Gore. — Kavouk: s. Kauk. — 
Cavour (□-i#), m., —6; —: ein bedeutender ikal. 
Staatsmann (1 1861), dessen Hauptwirksamkeit 
nam. dem Anschluß Italiens an Piemont u. der 
Begründung des Königreichs Italiens galt; nach 
ihm auch C., eine länge, schwarze, toskanische Ci- 
garre. CGorienl. 16, Suib. isieren: Die Republikaner, 
welche Preußen „c.“ u. ihm die Rolle Piemont's in 
Italien aufzwingen wollten. Dolkss. 14, 303. — 
Cavum § 24, 2, n.]: s. Carzdium. 
Caxassa, f.; 0: Branntwein (bei den Negern). 
Globus 8, 33 7a. 
Caw rc., Kaw 2c., mit nachfolgendem Vokal 
s. Cav 2c.; Kav 2c.; dagegen m. nachfolg. Konso- 
nanten: Camkh (engl. kät), n., —s; —8: Dichter 
Baryt. wird in Derbyshire C. sod. Cauk] genannt. 
Gken 1, 271. — Cawnegx (engl. käni), m., —; 
—8: ein ind. Feldmaß: 2: Mannies [s. d. ] machen 
einen C. oder Acker aus. Cncykl. f. K#usl. 546a 2cc. — 
Caur(wal. kär), m., —s; —: Ein mächtig C. od. 
Riese. Rodenberg Wal. 118. -Sces, f.: Eine C. or. 
Riesin. 116. — Kawwäl, m., uv.; uv.: Art 
Priester der Jesiden. Peictmann Or. 2, 332. 
Caxa (span. kächa), f.; —#: Behältnis, Höh- 
lung (z. B. Caj a. Gerläcker NReis. 2, 113, val. 
„Faß“. 110); Kassa; auch (vgl. Kasch): indische 
Scheidemünze. 
Capämbe (ka#-), n., —; —#: Tonwerkzeug der 
Neger auf den maskarenischen Inseln. Globus 5, 
66b. — Cagenn-e (kajenn): 1) Hauptstadt des 
franz. Guyana, als Deportationsort beruͤchtigt 
Kebusch 
wegen seines für Europäer mörderischen Klimas. 
Dazu: C.-Baumwolle (Kormorsch M. 2, 501); 
Krankheit, Art Aussatz;z-Pfeffer, beißendes 
Gewürz aus Cäpsicum baccätum r2c. — 2) in einer 
Art Whistspiel (C.), die beste Farbe: Ilvensleben 
638; Scozor 16, 78c. — 3) halbseidnes gestreif- 
tes Sommerzeug. -ren, ir.: nach Cayenne 
deportieren: [Man ließ,] die Verstockten zu ka- 
stei'n mit kurzer Hand sie c. Seume Mein Sommer 
(1805) 129. — Capkkren (kai—-—: s. degagieren 4. 
— Cäphman: s. Kaiman. — Kaposhk (tschippew. 
kasösch): Möve. (reiligrach H. 108; 314. — 
Kaßfler (gr.), m., —; uv.: ein durch seine 
(Sing-) Schwäne berühmter kleinasiatischer Fluß. 
w. 26, 356 2c., vgl.: Die Schwän' im sumrfenden 
Strom des Kastros. V. Ov. 1, 86 2c. Dazu: Kay- 
strische Aue (w. 26, 398), Vögel [Schwäne] 2c. — 
Capsuma, k.; 0: C. So heiößt in diesen Gegenden 
lam obern Amazonas] das Getränk, welches man in 
Peru Chicha ls. d.] nennt u. das am Ucayali Ma- 
zäto heißt. Die alten Qnuichuas bezeichneten es als 
Acca u. in ihrem Lande wird es aus Mais bereitet, 
während man zum Mazato Bananen verwendet. 
Am obern Amgzonas bereitet man die C. aus sußen 
Maniokwurzeln; unterhalb der Mündung des Rio negro, 
abwärts bis Para, nennt man dies anregende Getränk 
Macachara. Slobus 11, 203a. — Caßtes, pl.: 
Sandalen der Merikaner. Westermann 3, 56b. 
Cazab-e, -i: s. Kassawa. — Cazador (span.), 
m., —56; -es: Zäger. Globus 5, 5b; 6, 166a #tc.; 
auch: Officiere der c-es [Scharsschützen . Zaltiano 
302 rc., s. Cbasseur. — Käzakon, m., —# ; —: 
in Sapan, neuerer Name für Daimio (. d.). Ua#. 
22, 551. — Kazan: s. Chasen. — Kazapp rc.: 
s. Kassab. — Kazawällla: s. Kasawaika. — Ca- 
zäza, f.; (s): Art schwächrer Rumm (in Bra- 
silien). — Razi-asker (türk.), m., uv.; 
Uv.: Die K. (die Präsidenten der beiden obersten Ge- 
richtshöfe). Grenzb. 26, 4, 125. — Kazikt-e), m., 
zen; zen: Häuptling, bei den südamerik. Indianern 
(l. Apo; Toqui); verallgemeint: Als Abraham seinen 
Brudersohn Loth aus den Händen der 4 Könige od. 
Keretrete. W. 35, 52. — Kazine: s. Chasine. 
Kebes (türk.), pl.: wollne Bettdecken. — 
Kebir (ar.), a.: groß, s. Bachschisch; Dak 4; 
Emir; Som 2c. — Kebla (ar.), f.; —s: die v. den 
Moslemin beim Gebet zu beebachtende Richtung 
(nach Mecca hin, f. im Koran Sure X, 87) u. die 
diese Richtung angebende Nische in der Moschee 
(Mihrab, s. ebd. III, 33); Die K., d. h. der Central- 
punkt der Gebetsrichtung. Austd. 38, 81 da 2c., auch: 
Die Moschec, ein offnes Mauerwerk mit einem Kebli. 
39, 277b; auch Kibl-ah, eh, f., z. B.: Er hatte 
die Absicht, Jerusalem u. insbesondre diese Moschee zu 
dem eig. Heiligthum des Islam u. zu der Kibleh der 
Muhamedauer zu machen. Peiermann Or. 1. 199 2c. — 
Kebob (tartar.), n., —s; —#: K. .., kleine zarie 
Lammfleischstuckchen ., gebraten. . Man nimmt eine 
Portion davon in dle Hand u. isst sie, wie Kastanien. 
Wir mußten auch einige K—s nehmen. Kohl Südr. 1, 
254. — Rebusch (ar.): Brombeeren. Petermann
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        Kechenäer 
Or. 2, 123 ff.; K. Schami, aus Damaskus 2c. (l(. 
Dur). — Kechenäer (gr.), m., —; uv.: Spett- 
name st. Athenäer od. Atbener beim Rriserhmes 
(et#n . Gaffenäer"). W. 21, 237; 22, 36; 24, 2912c. 
— Kechic (türk.), m. , -s·-s« Begaken wir uns 
zu seinem ldes Pascha's) K. (Stellvertreter). Petermann 
Or. 1, 46, s. Kiaja. — Kede (türf.), n., —#s; —: 
Gaden. Hammer 10, 353. — Kedis: feine weiße 
Leinwand im Morgenkand. — Kedive: s. Kberive. 
— Kedküda, m., —#; —#s: Jeder Stamm lbei den 
Turkomanen! ernennt seinen K., den Häurtling, der auch 
webl als Weißbart, Rische-sefir, bez. wird. Clobus 11, 
356b. — Krede, n., —;: —8: Art südamerikan. 
Riesenbäume. Gerstäacr WW. 235. — Keego 
(tschirpew.), m., —— —6;: Ficch, s. auch Inĩnewug. 
— Reska, m., —; —6: Art Klirrrachs, ähul. 
dem Aschtete (s. d.). Ohm 1, 893. — Keel (engl. 
kil), n., —: —S#: Steinkohlen werden nach dem Chal- 
dron verkauft; 8 Chaldrons machen ein K. aus, welches 
21 Tons wiegt. Eneykl. f. Kauf. 599a, vgl.: Leichter- 
schiffe, welche dem Seeschiffe die Ladung v. den Drops 
zufuhren. Diese Leichterschiffe beißen in Newkasile K—S8. 
. Sie halten 8 Chaldrons Koblen, d. h. etwa 21 Ton- 
nen. Die Männer, welche diese K-s dirigieren. . Man 
nennt sie auch . die K.-büllies (Kiel-Bullen) 
Das, was andre Leute die K.-deeters —dtihters, 
-Töchters ed. K.-men's-sweepers lswipers]) (die 
Kielmanns-Besen) nennen, Das nennen sie selbst „ uUnf## 
schönen Töchter -. Kohl Engl. 2, 43 ff. — Reep 
(engl. kip): halten 2c. -er, m., —s: —#: Einer, 
der Etwas hält, s. Stere-K. 2c. ake (□Heh), n., 
—6; —: Erinnrungsgabe, Andenken 2c., — bes. 
als Titel für die jährlich erscheinenden Taschen- 
bücher, Almanache 2c.: Das er die K-s dem Homer 
vorzieht. Hamm Sh. 84; Aturts Erl. 2, 115. — 
Keewäßdin (tschirrew. , m., —#; 0: der Heim-, 
Nordwestwind. (reiligratd H. 61; 314. — Kef 
(türk.), n., m., —; 0: Zustand ruhigen, wonni- 
gen Behagens rc.: * eine Art v. K. (orkenkalischer 
Ruhe). Slobus 7, 53b; K. nennt es der Orientale, dolce 
far niente der Italiäner. Scherzer Nat. 37 2c., auch: 
Das ist der vielgeschmahte Käff der angeblich faulen 
Türken, in Wahrheit das poesievolle, beschauliche Ver- 
sinken in die Naturbetrachtung. Grenzb. 26, 1, 259; 
Sie wollen sich ihren „Kief“, das irrische Pararies, 
nicht stören lassen. Globus 11, 120b; In das Kieff 
eines Orkentalen einzubrechen. Grenzb. 26, 4, 269; 
Ein Kief dieser Art [in einem Puhst. s. d. is für die 
Oemanlis der Gipfel irdischer Freuden. Freiheitskampf d. 
Gt. 2, 268 2c.; Turken, die ihre Pfeife rauchen u 
ihren Quief genießen. Erube Sher. 2, 16 (nach frz. 
Schreibw.) c.; Zu Fruhstück u. Kaffe u. Pfeifen u. 
Keyf. Auskd. 38, 1103b; Keif: das Besinden u.: 
der Opiumrausch. Hammer 10, 353; Emrfindungen u. 
Träume eines Kifrauchers (der Kif wird aus dem 
Samen des Hanufes bereitet). Uat3. 21, 531, vgl. 
Haschisch 2c. — Kẽfer, m., —n; —n: Geber (s. d.), 
Giaur. — Keffektt (türk. ), n., m., — ; 0: 
Meerschaum, zu Pfeifenkörfen c., auch Kiuteffl. — 
Kefije (ar.), f.; —#: ein dreieckiges Tuch als Kopf- 
bedeckung der Beduinen. Prictmana Or. 2, 91; 96; 
Kemle)nate 645 
115; 86 r2c., auch: Die Beduinen tragen .. den 
Kefiah sckwerer, gelber mit Roth durchwirkter 
Seide. .. Die besten Kefiab werden in Bagrad verfer- 
tigt. Globus 32 368a. — Kehilla: s. Kille. — 
Kei: s. Kai 2. — Käif: s. Keff u. z. V.: Sala- 
maht! K. halak (Sei mir gegrüßt, wie gehr es?) 
Gartenl. 17, 22a. — Keimeli-on (gr.), n., —8; 
zen, zaà (§ 24, 2, n.]: Kleinod (s. Cimelken). — 
Keino (türk. J m., —; -s: Derf-, Orts-Schulze, 
Häse Süröstl. 2, 85. — Kekhenemälo, n., *3 
: Art Harz. — Kehr-pphalos (zr.), m., uv 
Riel im alten Griechenland, Kerfkedeckung der 
Frauen: Der eig. K. bestand in einer netzartigen Ver- 
schlingung v. Bändern od. Golrfäden, welche, über den 
Hinterkerf gewerfen, das Herabsinken des Haarschorfs 
verbinderte. Euhl 1, 189; Weiss Kost. 1,124. -#phaler, 
m., —8; uv.: f. Cbamokolt, vgl. Krepie 2c. — 
Klab, m., —; —: (in Afrika) wilder Buͤffel. 
Globus 11, 22 1a3. — Kelb (ar.), m.: Hund. Brehm 
Hab. 60; petermann Or. 2, 67; Riesen ihm Hallub 
u. K. nach d. h. Schwein u. Hund. Slobus 6, 1153; 
s85a (s. Cbansir); K. el Chala (s. Tit); K. el Wadi 
(s. Baschan) 2c.; auch: Abn (s. d.) K, Löwenthaler, 
vgl. Gridscio 2c. — Kiclbe Cürk.). ägyptische Ge— 
buͤhren. Hammer 10, 353. — Keleb-e (gr.), 
zai: Art Waschgefäß. Wriss Kost. 1, 872. — Kelccz 
(pers.), n., —#; —6#: Art leichtes Flußfahrzeug 
(vgl. Schelch. Ss.). Bobrik 590a 2c.: Ein K., so heißen 
die Boote des Tigris. Veletmann Or. 2, 52; Das Boot 
od. vielmehr Floß, K. 53 ff.; Der mich .. in seinem 
Kellek aufnahm, so daß wir zusammen in Bagdar ein- 
trafen. 298. dschi, m., —s: —s: Rudrer eines 
Kelecks. 2, 53; 54 ff. — Kelrüsles (gr.), m., 
uv.; uv.: K., bei den alten Griechen, der Befehlshaber 
der Rojer (Ruderer), welcher ihnen den Takt angab, in 
dem sie rudern sollten. Bobrih 3 85a; Guhl 1, 285. — 
Kelingus (ind.): Die Palmyraralme. .. Die jungen 
Pllanzen v. 2—3 Monaten sind unter dem Namen K. 
ein beliebtes Nabrungsmittel. .. Man genießt sie frisch, 
gekocht, getrocknet 2c. Globus 9, 185b. — Kelp 
(schett.), m., —s, uv.; O: „Meergras“: [Es] wird 
durch Verbrennen verschiedener Fukusarten eine sehr ge- 
ringhaltige rohe Soda gewonnen, welche in Schoulau 
K., in Frankreich Baree genannt wird. Der K. als 
Material der Jod- Gewinnung. Kormarsch 2, 110; 307; 
3, 323; Mitscherlich 2, 1, 55. — Klp-i, -–PDn 
(chet,.), m., —s; zies: Art Wassergeist, Nir 2c. 
— klt, m., —; S 1) Art grebes Wollenzeug 
in Schottland. — 2) s. Celt. ’* .: s. Celte 2c., 
z. B. auch: Keltisieren, tr.: celtisch machen, 
umbilden 2c. Globus 7, 310a. — Kelwadär (ur.), 
m., —; —: = Karirrschi, auch gespr. Dschelwarar. 
Petermann Or. 2, 213. — Kelpdon, n., — 0; 
Art Fleckwasser. — Nemchäb (türk.), n.: Da- 
maft, fagennierter Seidenstoff. Hammer 10, 353.— 
Kemeas, n.: geblümter Taft aus Ostindien. — 
Kemelo cchin. ), n., —;; — : K., eine Art dicker 
Surre .., ein Mixtum eampositam aus allen Arten 
v. Fleisch, Fisch, Krebsen, Austern, Quallen u. mancherlei 
versch. Pflanzensteffen. Junghuhn Zav. 47. — Kemle)— 
nate (mlat. 2c.), f.; —u: (oralt.) heizbares Ge-
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        646 Kemengeh 
mach, nam. Schlaf-, Frauen-Gemach in der Burg. 
Limtock Nib. 352; 944; Gudrr. 830; 1329 2#c.; 
Schlas-K. Abr##c Rabb. 22, 155 1c.; dann auch 
Wohngebäude innerhalb der Ringmanern der 
Burg. Uaumer Tasch. 8, 181: Keme)nat-Leben, 
eine K. als L. — Kemengeh (vers.-ar.), s. ; : 
Art langer Geige. Globus 7, 52b; Weiss Kost. 2, 
291. — Keémli (ar.), m., —; —5: f. Aba. — 
Kenäbeck (tschippew.), s.; —: Schlange. freilig- 
raih H. 60, s. auch Ininewug. — Kenangie; 
Kenchr-Il, -oit: s. Cen 2c. — Kendal (engl.): 
Fabrikstakt in Westmoreland. -#green Cgrin), n., 
—8 ; —: dort gefertigtes grünes Tuch. — Kendsch: 
s. Chamsse. — Kenen (tschirpew.), m., —# —s: 
Kriegs-Aar, -Akler. freiligrath H. 59. — Kénna: 
s. Chenna; Alkanna. — Kennel (engl.), n., m., 
—#6; —s: Hunde-Stall, -Zwinger z2e. Garitnl. 16, 
291a; Jouer Renn. 96 2c. — Kennimus (scherzh. 
lat.): Nös k., wir kennen uns. Holtei Nobl. 2, 17 . 
— Hi##n- ösis (gr.), f. [8 24, 3. uv.): 1) (Arzn.) 
Ausleerung, s. Aro-K. — 2) (Therlog.) die 
Glanbensansicht, wonach Christus während seines 
irdischen Lebens sich seiner Gottheit ganz entledigt, 
entäußert —, im Ggstz zur Krpsis, wonach er sie 
nur verhüllt hat. -otäph, n., e); —e; 
-olaphium, n., —#; ken [8 24, 2, n. ]: f. Cene- 
taxhium. ötiker, m., —#; uv.: Anhänger der 
Kenofis (2), Ggstz: Krertiker. — Kecnôzha 
(tschippew.), m., —s; —6;: der kleine Hecht. Treilig= 
rath H. 314, vgl.: Den lgroßen] Hecht, den Mas-K. 
61. — Kentäür: s. Centaur. — Kentr-on (gr.), 
n., —; -à: Stachel, Stachelstab zum Antreiben 
der Pferde 2c. Guhl 1, 251 2c.i Spitze des Cirkels 
2c., s. Centrum. — Kepe (alban.), f.; —6: Ihre 
Chlamps od. K.., eine Art Reisemantel mit einer 
sritzen Kapuze. CKobert 2, 102. — Kepenchk (türk.), 
n., —s; —#: Oberrock. Sammer 10, 353. — 
Kephäl (gr.), m., —#; —S: „Kopf“, — AUugil, 
Name einer Gatt. Fische im Pontus. Globus 5, 
214a; Kehl Südr. 1, 95; 181 r2c., s. Capito. a. 
2c. : s. Cephal 2c. -äri, a., —#; -äria: Quelle 
eines Flusses, nam. in steinerner Einfassung (türk. 
Bunarbaschi, s. d.). Welcker gr. Tag. 2, 248. -e, 1.; 
-ai: Kopf; Kapitell. — 6eph-s (hebr.), m.: 
Du sollst K. heißen (Das wird verrolmetschet „ein Fels“). 
Joh. 1, 42 (s. Petrus u. Selsenius s. v. 7/); 66 
(1. Kor. 1, 12). isch, a.: petrinisch (. d., vgl. 
apollinarisch): In jeder Wissenschaft ist der Eine pan- 
lisch, der Anrre k. 2c. Schtlet Lat.-D. Wörterb. 1, 
XXVII. — KRepi: s. Kippi. — Kepolaäph (gr.), 
n., -(#; -e; -ion, -ium, n., —s; zsen (§8.27, 
2, u.): v. einem Garten umgebnes Grabmal. — 
Heräl-a (gr.), f.; zai: (s. Antenne) Guhl 1, 2 85. 
— Ker: 1) (gr.), f.; —en, -e#: (Myth.) Schick- 
sals-, Verhängnes-, nam. Todesgöttinnen: Ent- 
weder druckt der Tod das harte, nothwendige Schickfal, 
zu sterben aus u. da sagten die Griechen Schicksal, 
Acofor Moiral] od. es sollen die näheren, oft gewalt- 
samen u. allezeit bittern Veraulassungen des Todes an- 
gezeigt werren u. da sagten sie /0, X/06g IK., Kesl. 
H. 11, 414; Die K-en des Tedes nahten sich ihm 
Kerdschali 
schon. Gödeke Gr. 970; Die Nemesis, die Trche, die 
Ken haden ihr Amt bebalten. Gutzkow 3. 7, 360 2c. — 
2) (skand.), n., —#; —s, uv. (s. Kar. #s.): Die 
Butten u. Tonnen (K.). . Unter den letztern nam. die 
sog. Ol.K. u. Met.K., welche, gw. v. Holz gezimmert, 
zur Lagerung des Biers verwendet wurden. Weiss Kost. 
2, 141, vglI.: Die zum Baden benutzten Wannen, 
Kerlang. ebd. — Keräi, m.: —6„ -6: 1) s. Dsie. 
— 2) (japan.) Die Ks (erbliche Lebensleute u. Be- 
amte der Prinzen). Uat3. 22, 421. — Kerähe 
(türk.), f.; —n; n., —#; —8: K., ein Ceremenien- 
Oberkleid mit langen, weiten, die Hände bedeckenden 
Armeln, aus Schalli v. Angora, am Rande mit einer 
Stickerei verbräml. Hammer 10, 353, auch Karalcke. — 
Keräm-külih (gr.), f.; 0: Töpferkunst. Gartenk. 
13, 714b; Gnhl 1, 165. ütisch, a.: dazu ge- 
hörig. ik, k.: 0: Keramentik: Thonwaarenfabri- 
kanten. .. Den Arbeitern dieser K. Mag. d. Ausld. 36, 
360a. -hos, - eus, m. [8 24, 2]: Name zweier 
Plätze im alten Atben 24. w. 16, 64; 19, 29; 
354; „Ceramicus“". Windeimann Gsch. d. K. 1, 11; 
„Kerame ikos“. Weils Kost. 1, 559. Cisch, a.: kera- 
mentisch: Eine Zeltschrift für (—e Inrustrie. Kag. d. 
Ausld. 34, 2941; Die k—e Sammlung der Serres- 
Manufakiur. Na#3. 20, 443; 21, 177. ographl, 
Sogräphik, s.; 0: Malerei auf Thongefäße. 
-ogräphisch, a.: zur Vasenmalerei gehörig, dar- 
auf bezüglich. — Keraphpllit, m.: s. Keratorb rc. 
— KReras (gr.), n., uv.; zata: Hern, nam. 
Trinkhorn. Cuhl 1, 164; auch Blase-Horn. 231. 
all 2c.: s. Cerast ic. — Kerste (türk.), n.: 
Holz: K. Nasiri, Holzaufseher. Hammer 10, 353. — 
Aerat-ãũles (gr.), m., uv.; uv.: Hornbläser. 
Guhl 1, 231. in, n., —(e)s; 0: Der Hornstoff (K.) 
bildet im menschl. Körper die Grundlage der Nägel, der 
Haare u. der Oberbant. Zurdoch Antbr. 21. —it,m.,en, 
—#6#; -e# n): Art Ammoniten, bes. im Muschelkalk, 
— gw.: Ceratiten. Durmeister Gsch. 241; 457. -itis, 
f. 1824, 3, uv.]: Hornhaut-Entzündung (Korncttis). 
ogenesis, k. [8 24, 3, uv.): Hornbildung. 
-oglõssus, m. [8 24, 2): Hornzungenmuskel. 
-oĩd, m., —en; en: hornähnliche Versteinrung. 
olith)m.,en, - S; en);: versteinertes Horn. -öm, 
n., —e)s; —e; -ôma, n., —s; +a: Horngewäche. 
oönia, f. [8 21, 1]: Sohannisbrot. -ophöllum, 
n., —6; la: „Hornblatt“, Art Farren unter stehn- 
dem Wasser. -ophöt, m., —en; -en: 1) Art Ke- 
rallenversteinrung. — 2) Pilze, die sich auf der 
Hornhaut erzeugen. Toplastih, f.: Cen): künst- 
liche Hornhautbilrung. —-oplästisch, a.: auf Ke- 
ratoplastik bezüglich 2e. — Krrän -ion (gr.), n., 
—6: -len: 1) Donnerfeil (s. Bremia). — 2) ein 
gesenkter Pfeil (1) als Zeichen der alten Kritiker 
2c., vgl. Asterisk. -ochrölos, m., uv.; 0: Knall- 
geld. -oskopsion, n., —; ein: 1) Bronteion. — 
2) Ort zur Keraunosforie. -olkop#ié, s.; —ehn: 
Beobachtung v. Gewittern, nam. behufs der Wahr- 
sagung. olkopisch, a.: auf Keramoskerie be- 
züglich. — Kerberos: s. Cerberns. — Kerdschalt 
(türk.), m., —#: —s8: Auf seinem Gute Kerrsche 
organisierte Paswan im J. 1792 die unter dem Namen
        <pb n="663" />
        Keren 
Ks berüchtigten Banden, welche sich bald durch desertierte 
Zanitscharen verstärkten. CKobert 2, 209; Frekiwillige, 
Ks genannt. 42; Diese neuen K. 61; Banke Serb. 
Revol. 50; Kirdschaliren. 114 2c.; Mit den Kirrschali. 
Kurhard Konst. u. Pet. 1, 6, 121 2c., vgl.: Eme sog. 
Krrschalinka, eine Art v. Flinten mit sebr langen, 
starken Läufen, so geheißen, weil sie zuerst v. türk. Frei- 
beutern (Krdschali) gebraucht wurden. Serhard W. 2, 
221 1c. U.: K., Tabackesorte. Hammer 10, 353.— 
Ler-en, es: s. Ker. — Keri (lebr.), n.: s. 
Cbetib 2: Jabweh I. d. ]J. .. Ihm wurden blof zur 
Anemung des K. die Vekale v. Adonaf gegeben. Herzfeld 
Esch. Zisr. II 3, VI, auch Kri. — Kerk (holld.), 
f.: —en: „Kirche"“, Raum vor der Hinterkajütte. 
Jungtuhn Zar. 7. edörtic, n., —s; —: dünnes 
Tau am Fock= u. Großfegel, die Mitte dieser Segel 
aufzubissen, damit der am Stener Stehnde freie 
Aussicht erbält (Durckguckrau. Schlappleine, Marl- 
rrer). Bobrik 3856b. — Kerkeis (gr.), f. /§ 24, 3, 
icis): Weberlade; keilförmige Abschnitte des Zu- 
schauerraums im altgr. Theater. Sut# 1, 133; dann 
auch (ngr.): Anrre lGebüsche], deren Blürhen unsern 
rotlen Akacien gleichen (K.). Brandis Gr. 1. 136, (. 
Jurasbaum = Céreis silignéstum. — Kerkopc.: 
s. Cercop 2c. — Kerlang: ĩ. Ker 2. — KMi#rmes 
(ar.), m., n., uv.; 0: 1) K., K.-Beeren, -Kör- 
ner, Alkermes (s. d.), ein rother Farbsteff, die ge- 
trockneten Körper der weiblichen Schildläuse, der 
K.-Insekten od. = Schildläuse, bes. der auf den 
Blättern der Stech= od. K.-Eiche lebenden (Coceus 
ilicis, vgl. Kochenille; karmesin; Alkermes). Kormarsch 
2, 111; Oken 5, 1541; Man mackt daraus den K.= 
Sirup. 1537; 3. 1342; Die dentschen K.-Beeren, 
C. polonicus. 1455; Phrtolaca,K.-Beeren. 
Mit dem rothen Saft der Beeren ldieser Pflanzel färbt 
man den Wein u. bei uns die Zuckerwaaren [K. or. Al- 
kermee = Konfektl. 1476 2c. — 2) K., Mineral- 
K., K. mineräle, künstlich bereitetes Schwefelanti- 
mon im Zustand feinster Vertheilung, in der Me- 
dizin benutzt (als sog. Karthäuserrulrer). Karmarsch 
2, 110; Milcherlich 2, 2, 466 2c. — Kirmis, pl.: 
Art ostind. Schnurstücher. — Kern-en, es 
(engl.) pl.: s. Galleglassen. — Kern-os (gr.), 
m., uv.; zei: mehrere Kotylen (s. d.) an gemein- 
samem Henkel. Suhl 1. 163. — Kero-gräph, 
m., -en, (—); —en: Wachemaler. Dazu: Ki##, 
f., s. Enkaustik; k-isch, a. -ĩdisch, a.: wachsartig. 
-mant, m., —en, (5); —en: Einer, der aus Wachs 
wahrsagt. Dazu: K-#r, f.; Uisch, a. plastik, 
f.; 0: Wachsbildnerei. Dazmu: Ker, m.; kero- 
Frlastisch, a. — Krrräsch: s. Hawarije. — 
Kerrena, f.; —s: indianische Tromvete. — Kerri, 
n., —; —6#: Keule, als Wasse der Kaffern. — 
Kerfep (engl. —+), m., n., —s#: —: ein Zeug mit 
serge-artigem Köper, dick, stark gewalkt u. leicht 
geschoren. Ausld. 38, 6 36b rc., auch Kirsey. Herisei. 
mir: s. Kasimir. — Kertässa (ar.), m., —8; —s6: 
(in der Sahara) Einer, der die versterften Wüsten- 
brunnen vom Sande reinigt. Stobus 5, 167a. — 
Kerüchos: s. Ceruckus. — Kr-Bklik (gr.), f.; 0: 
Predigtkunst. - m., uv.; zykes: Herold 2c., auch 
Keuper 647 
als Bez. heber Obrigkeiten in manchen altgriech. 
Staaten. Moser Sencka 393. — K#s (pers.), n., 
nv.: O: Mannav. einer Art Weiden (Bir genannt). 
Detemenn Or. 2, 196. — Kecschfi: eine Sekte der 
Schiĩten (s. d.), nach dem Srifter benannt. 131, 
im Gya'tz zu den übrigen, den Asuli. — Keschkũle 
(rers.), f.; —n: Ein Derwisch mit .. der K. (Trink- 
gefäß) an der Seite hängend. 215; „Kesbkul“ heißt 
das aus einer halben Kokusnusschale gebildete ovale Ge- 
fäß. das Vademekum der Derwische, wobin die zusammen- 
gebettelten Sreisen geschütl#et werden. Ausld. 38, 1034b 
2c. — Keschvar (rers.): Zone. Uhland Schr. 1, 
196. — Kefebog (türk.), n.p, —# —: einmastiges 
Lastschiff der Turfemanen mit einem großen u. 
einem kleinen Segel. Elobus 9, 340. — Krs-#edär 
QCtürk.), m., —s; —#: Säckelmeister der Staats- 
kanzlei. Lammer 10, 353; Beglik Kalami Ki, der 
Säckelmeister der ersien Sektion der Staatskanz= 
lei. 340; K., Art Shawl. 368. er, m., —s; —: 
Eine Summe v. 500 kürk. Piastern beißt ein Beutel 
Silbergeld od. K., eine Summe v. 30000 Piaßtern 
ein Beutek Gold, Kitze, Cbise od. Getze. Encykl. 
f. Kaufl. 263; 126a. — Kelengübin (pers.), 
n., —#; —# : s. Halwa. — Kessedschi-a (türk.), 
m., —#: —s, zen: berittner Freibeuter, Ränber. 
Cerhard W. 2, 243; 275. — Kesfübah (bebr.), 
f.: —s: jüd. Traubrief, — in korrektrer Aussrr. 
Ketuabab (s. d.). — Kestane kärasi (türk.), pl.: 
Fruhlingsäquinoktialnürme. Hammer 10, 353. — 
Kesua (ar.), f.: die schwarze Umhüllung der Kaaba 
(l. d. ). Auslb. 38, 818a, s. Kifua. — Ketäbet (ar.= 
türk.), n., —; —s: Schreibgebühr. Hammtr 10, 
353 (vgl. Ketubbah; Kiatib 2c.). — Ketähf (ar.), 
m., —8; —+: Flusadler, Pandion haliästos, auch 
Mansubri (Sväher) u. Rbataß (Taucher). Brehm Hab. 
207. — Ketch (engl. ktsch), n., uv.; -es: Kits 
(s. d. ). — Ketchöda (türk.), m., — —: Haus- 
berr. Hammer 10, 353, — vgl.: Von dem Ketchüda, 
dem Vorsteber der Parfi. Petermann Or. 2, 209; Der 
Ketchurg, Vorsitzer im Raihe der Zwölfe. 200; Der 
Ketchura (leig.: Statthalter, hier soviel als Derfschulz). 
163. — Kelchup (engl. keischörp), v., —s; —: f. 
Katchur: Der Turbot, begleitet v. dem letzten Glas 
Ovsters= leusters, Austern-] K. OMöültr Erz. 3, 
169; Musbroom= Imöschruhm, Pilz-] u. Walnut- 
lwälnsn, Wallnuß-] K. 166 :2c. — Keten: f. 
Halwa. — Kethöneth (hebr.), f.; —s: — Chiton 
(l. d. u. Chetemene). — KMétrefis (türk.), n.: K., 
Kitresis, Art Atlas. Hammer 10, 353. — Kelsch: f. 
Kis. — Kelsche (rers.), n., —s; —: „Ketze", 
Filimütze der Janitscharen. Hammer 10, 353; 556. 
— Ketier: s. Allab. — Ketlin (ar.), n., —: 0: 
Musselinartige, durchsichtige Gewebe v. Flachs od. Nessel- 
fasern, K. genannt. .. Das Zeug wird in Bagrad ge- 
fertigt. Slobus 12, 368a. — Keltle-drum (engl. 
kett'l-drömm), n., —8; —#: „Kesseltromme!l“; Art 
fasbionabler Theegesellschaft. Salon 4, 482. — 
Kelübb-ah (hebr.), f.; —#: f. Kessuabab. im, 
pl.: s. Hagiegrarba, vgl. Kitab 2t. — Rüper, 
m., —; uv. : die obersie Schicht des Trias- 
gebirgs, s. Burmeister Gsch. 241 2c.: K.= Formation;
        <pb n="664" />
        648 Aeziah 
Gebiet; „Koble; -Mergel; = Sandstein re. 
— Keziah: s. Cassia. 
tüh 2c.: bei Manchen in oriental. Wörkern st. 
Ch (s. d.), z. B.: Khabar, s. Chabar r2c. u. nach- 
trägl.: Ahalim (ar.): Fingerringe. Weis Kest. 2, 
268. — Khedive, m., —#; —#: Titel des Vice- 
königs v. Agypten, z. B. Uans. 22, 436; 460; 
Kidevi el Masser. Volksz. 15, 135 2c. 
Kĩ (hebr.): daß r.: Ki tow [daß es gut war. 
1. Mos. 1, 41. Frankl. Zer. 1, 21.— Kiäf(f)ir: 
s. Giaur. — Kiäfal (skand.), m., —s; —s: Art 
Oberkleid ohne Armel. Weiss Kost. 2, 409ff. — 
Kiaghäd (tärk.): s. Kaghar, vgl. Emin. — Kiäh 
(türk.), n., —5; —s: Grasgebühr. Hammer 10, 353. 
— Kiajis (türk.), m., —#; —6: (s. Kechja) Stell- 
vertreter 2c.: püchter Südöstl. 2, 292; Lindau Walsh. 
1, 161; Gefuhrt v. dem K. (Siellvertreter) des We- 
sirs. CRobeti 1, 105; 2, 49; Die Bulgaren in Za- 
gora, deren Stareschinen ss. d.] bloße K-s (Stellver- 
treter) der Türken. 219; Die Stareschine (türk.: K., 
d. h. Statthalter) jedes Dorfes. 201 2c.; Kapu fs.. d.) 
K. 1, 226; ferner (s. Hommer 10, 3 53 ff.): K.= Beg, 
Minister des Innern; K.-Chatun, Verwalterin 
des Harems (s. Kadin 1); K.-Zeri, Janitscharen- 
agent; ferner: Kapirschi (s. d.) -K-si; Kapu 
Is. d.] Oglan-Ksi 2c.; Kul= (s. d.) K. — 
Kiäm ((türk.), n., —s; —s: Zaum. Hammer 10, 
354. — Riamil (türk.), m.p, —; —: der Voll- 
kommne. ebd. — GBialib (türk.), m., —#; —6;: 
Schreiber, Sekretär. ebd.: Klikden gelme, Schrei- 
berabkömmling. edd.; Sirr K., Sekretär des Sul- 
tans. 369; 104; Der Sirr Kjatebi, Geheim- 
schreiber. Peiermann Or. 1, 31 2c. — Kiau-ju 
(chin.), m.: Lehrer der Gebote (s. Sichching). 
Wyheine Weltr. 2, 167. schau, m.: Sxender des 
Unterrichts. ebd. — Kibear, m.: s. Dirine 2. — 
Ribitk-a (russ.), k.; —s: Zelt aus Fellen: Art 
Fuhrwerk mit rrübergespanuter Matte als Decke 
(od. Blahe). vieder Turg. Zäg. 50; Volksz. 16, 
237 2c. e, f.; —n : (Sibirische!] Zelte (Yurten ed. 
K-n). Humbold' Kosm. 2, 246 2c.; Matten, um die 
Kn ihrer Schlitten damit zu benageln. Kohl Pet. 1, 
145; 2, 343 1c.; Der moldauische Bauer neunt seinen 
Wagen K. u. seine Peitsche Knute, gleichwic der Mosle- 
wiler. Cebe# 1, 12. — Kibl-ah, -h: s. Kebla. 
— Kibot -os (gr.), m., uv.; 2oi: Kästchen. weiss 
Kost. 1, 894 (Drckf. Kibeutei). — Kibli (lürk.), 
m., —s; —s: Zigeuner, s. Gipsp. — Kidaris 
(gr.), f.; uv.: Art Kopfbund persischer Könige, 
orsch. v. der Tiara als darum gewundner Bund. 
Wiise Kest. 1,269; 2, 183; 187.— Kidda (ar.); eine 
Steinart: K... Aus solchen Steinen war ganz Palermo 
aufgeführt. Schan 2, 258.— Kidderminster: engl. 
Fabrikstadt; dazu: K.-Teppiche (engl. K. cär- 
bets), wollnes Fußteckenzeug mit Doxpelgewebe. 
farmarsch M. 2, 166; 156. — Kideoi: s. Khe- 
rire. — Kidneyn (engl. —ni), n., —;: —: 
Niere, Nierenstück. Mag. d. Ausld. 34, 636b. 
— Kidusch-ha-schem (hebr.), n.: Ein K., eine 
Verberrlichung des Namens Gettes. #ankt Jer. 1, 379. 
— KRieceses): s. Kef. — KRiensang (chin.), m.: 
Kille 
Personen können sich den ersten literarischen Grad er- 
kaufen [s. Sintsai u. werden dann K. genannt. WhHtint 
Weltr. 2, 168. — Kiep-e (niedrd.), f.; -—n: (s. 
Ss.) Kober 2c. er, m., —s; uv.: (an der Oñsee) 
Aufseher über den Fischereibetrieb: Fisch-, Haff-K. 
Preuß. Gesebl (1859) 455; 464 c. — Kierwäne: 
s. Karawane. — Kieserit, m., —e)s; —e: ein Mi- 
neral (schwefelsaures Magnesia--Hydrat) im Staß- 
furt'schen Salzlager. Garienl. 16, 112a. — Kiez, 
m., —e)8; —e: (niedrd., wend., s. Ss.) Ort, wo 
Fischer wohnen; das Fischerquartier. -er, m., 
—S; uv.: Kiez-Fischer. — Kif: s. Kef. — Kihajä: 
s. Kiasa. — Kij: s. Juiur. — Kijälak (rers.), 
m., —s; —8: Der Brustbeerbaum, Skrur, perf. K. ge- 
naunt. Petetmann Or. 2, 170. — Kijas, m., uv.; 
uv.: Art Nitschiff: Der Madil od. Kivas unterscheider 
sich v. einer Dscherm [s. d.] nur darurch, daß er kleiner 
ist. Globus 4, 290a. — Ri-ji-val: Die Wertzeuge 
(K&amp;.), deren sich die Sennenpriester bei ihren Wahr- 
sagungen bedienen. Scheczer Nat. 168. — Kilar 
(hebr.), f.; —s, uv.: ein Gewicht = 3000 Sekel 
(l. Gtsenius s. v. EX, bei Cuiher: Centner). Zunz 
(2. Mos. 38, 24 ff. s2c.; Kikfar. Elr. 8, 270. — 
Kijun (hebr.), m., —6; 0: K. ist der Planet Sa- 
turn, Baal. Slabus 11, 303b, vgl. Gesenins s. vV. 
½2 u. Chiun. Amos 5, 26. — Kiki: K., Kroton, 
der Same des s. g. Wunderbaums (Ricinus commünis). 
Oken 3, 1593, vgl.: Einen Kikajon. Zunz (Jon. 4, 
6 f. = Wunderbaum). — Kichs, m., -(e)s; e: 
(l. Ss.) Fehlstoß im Billard, auch bildl.: auch 
Kir. Viedert Turgh. Jäg. 10. —en, intr. (haben): 
einen Kicks machen. — Kila, f.; —s: 1) Die K., 
Colligue (s. d.] ist jene in Chile so häufig vorkommende 
Rohrart. Gerstäcker Pench. 1, 11;99; K.-Dickicht. 
2, 31; K.-Lanze. 1, 11 :c. — 2) K. (Metzen), 
Getreidemaß in Ungarn u. Slawonien. Eacokl. f. Kaust. 
411b. — 3) Kilah (türk.), Killol — Karat (s. d. 
u. Chelv; Quilate). — Kilabüdan ((türk.), n., 
—6# : 0: gesponnene Seide. Hammer 10, 351. — 
Kiladeh (ar.), f.; —#: ein bis zum Gürtel reichen- 
des Edelstein-Halsband arabischer Frauen. Weiss 
Kost. 2, 268. — Kilam: s. Garo. — Kilar (türk.), 
n., —#; —§: „Keller“, dritte Hofkammer. Hammer 
10, 351. schi, m., —#; —#: Konditor. edd.: K.= 
Baschi, Oberstkellermeister; Oberstkenditor; Vor- 
steher der Zten Kammer. ebd. — Kilare (frz.), 
m., —#: —6: Klächenmaß v. 1000 Ares (s. d., 
vgl. Kilo). — Rilbassn: s. Kalabas#ik. — Kilder-- 
kin (engl.), n., —s; —#: Fäßchen, als Maß. — 
Ale, m., —#; — : K., Kilo. Getreidemaß in der Wa- 
lachei. Der K. wird in 2 Mirza, zu s Demerli 
à 32 Oka od. Okteu eingetbeilt u. enthält 19.542 
frz. Kubikzoll od. 39 3,6 Lirer. Encykl. f. Kauf. 47 1b. 
— Kileh: Daß die llapplänrischen] Eltern der Braut 
die Freiergeschenle (K.) zu sehen begehren. Slobus 4, 
3#öb. — Kilimi (türk.), pl.: grobe Teppiche. — 
Kilkenup: irische Grafschaft: K.-Marmor, 
schwarz mit eingelagerten Petrefakten v. weißer od. 
grünl. Farbe. Karmorsch 2, 625. — Kille (hebr.), 
f.; —#: jüdische Gemeinde. Heine 19, 71; K.-Ver- 
sorger 2c. (in genauerer Auespr. Kehilchah, —
        <pb n="665" />
        Killikinik 
äbnl. Kohol, vgl. Kobeler). — Killikinik, m.,; 
—; 0; bei den nordamer. Indian., Art Taback 
mit Weideurinde. Eßäcker Meis. 1, 159, s. Kini- 
linik. — Killo, m., —§#; —: türk. Getreidemaß, 
auch geschr.: Killow, u. frz. Quilloi (spr. kiljöl, ĩ. Fer 
tin I; Kile. — Kiln (engl.), m.t,— —: (Hüttenw.) 
nierriger Schachtefen zur Röstung der Schwefel- 
kiese. Sarmarsch 3, 215, vgl.: Slip K-s, Art Trocken- 
öfen, bei der Steingutfabrikation. 195 . — Kilo 
(gr.): als Büw. bei den frz. Maßen, je 1000 
Maßpeinheiten bezeichnenr (s. Deka): K.-Lramm, 
-litre,mertre, »idre — 1000 Gramm, Litres 
2c.: daher auch oft K., n., —; —#8, nv. — Kile- 
gramm (= 2 Pfund), vgl.: 500 K— (Loeid spr. 
kilä) Mandeln. Nols Ins. 2, 75; Schiffe v. 12— 
16000 Kilak Trächtigkeit. 3, 123, s. auch Kileh. 
-grammometer, m., n., —; uv.: als Ginheit 
des Krastmaßes, zur Bez. der Kraft, die nöthig 
ist, um ein K. ein Mcter boch zu heben, s. 3 Käller 
Pl. 1, 264 (vgl. Fußrfund. Ss.). — Kill (schett.), 
m., —§; —#: Schurz der hofenlosen Bergschotten 
2c. (l. Filibeg): In buntfarbigem K. Bazar 14, 142b; 
Rodenbetg Ins. Heil. 1, 4; Den K. der alten Celten 
let. Kelten, s. d.). CRobtit 2, 90 rk. — Kimäro 
weiöna, m.: Als obersien Minister bat der Herrscher 
v. Uganda lin Afrikal einen K., d. b. der alle Dinge 
ferlig macht. Elobus 4, 149a 2ce. — Kiméllen: s. 
Cim 2c. — Kimis: s. Kumis. — Kimmerfer rc.: 
s. Cimm 2c. — Kimmeridge Cirst): Ort in Eng- 
land. Dazu K.= (od. Kr.) Thon, engl. K.˙lay 
(ü#el, unter dem Portlandstein. Burmeis### Gsch. 248; 
Ohen 1, 690. — Kimps, pl.: In den K. (molrauisch 
st. Sterpen). Kohl Sürr. 2, 14. — I. Kin, f.: . 
Anathan. — II. Kin, n., — ; —z: 1) (türk.) 
Sübelscheire. Hammer 10, 354, s. Kauf. — 2) 
(chin., s. King 2): a) Arr Saiteninstrument. 
Jolowich 18. — b) ein Gewicht, s. Gin 1. — Ki- 
näde ꝛc.: s. Cin 2c. — Kinar, m., —: —: K., 
K.-Baum, ein ostindischer Baum, Kleinhöria. — 
Kindak, m., —#; —: ein ruff. Baumwellzeng. 
— Kindschäl, m., —s; —: K., Dolch der Osseten. 
Ausld. 39, 108b, auch: Dem unerbinl. Kinschal der 
Müriden Schamil-Begs erlegen. falmerayer Gs W. 2, 
51; Ein türk. Kinshal. Kohl Surr. 2, 59. — 
Kinc- mtik (gr.), f.; (ken): Phoronomie (s. d.), 
Lehre od. Lehrbuch v. der Bewegung, rein als 
mathemat. Theorie. matisch, a.: auf die Kine- 
matik bezügl. 2c.: Modelle der -#en Sammlung. Uat3. 
22, 218. Hätrihk, f.; (-en): s. SFeil-Gymnasik. 
Dazu: K-er, Anhänger der K.; kinesiätrisch, 
dazu gehörig 2c. siometrik, f.; (en): Be- 
wegungsmeßfunst. fipathie, sitherapiê, k.; 
Cen): Kinesiatrik. Dazu: Kinesi-räthisch, 
therävisch, a. 2c. -tik, f.; (-en): Lehre v. 
der Bewegung 2c. klisch, a.: K.e od. mimische 
(s. d.) Künfte. — King: 1) (engl.) m., —#; -#: 
König (vgl. weibl.: queen): God (s. c.) save the 
k. (od. q.) 2c.; K.'s Bench (s. d.); K.6 Prisen 
(rris'nl, (königliches) Gefängnis 2c.; K.'s Fish 
Iischl, „Königsfisch“, Pérca alburnus; K.s Fisher 
fischerl, „Königsfischer", Eisvogel 2c.; K.“ Wood 
Kiosk 649 
lwürd!, „Königsbel;" zu feinen Tischlerarbeiten: 
K.-Charles leschärls!, „König Karl“, auch Bez. einer 
Hunderafe. Wolfram Golrk. 1, 32 „. — 2) (chin., 
ĩ. Kin 2) n., —s; —# : a) ein Tonwerkzeug. — b) 
Hof, Residenz, z. B.: Nan (i. d.) K. u. Pe-K. — 
Suͤd- u. Nord-Reüdenz, als Namen zweier Haurt-- 
stärte China's. — c) Die r. Konfucius abgeschlossenen 
5 K., d. i. Bücher. Von diesen K. ist fur die Poesie 
der Schu-K. u. der Schi-K. wichtig. .. Der Schi-K. ist 
das eig. Buch der Lierer. Uofenhranz VoesGsch. 16; 
Außer den fünf] K-s besitzen die Chinesen noch riele 
anrre Werke aus älterer Zeit, v. welchen eintge ihrem 
Ansehen nach unmittelbar unter jene gesiellt werden u. 
den Namen der kleinen K—s führen. Kricge 1, 22. — 
Kingam: f. Gingham. — Kingdales Crchtss), pl.: 
Art Wollenzeug. — Kini-Kinik: Das Blatt des 
Strauches K., mit welchem die Stämme im Osien wie 
im Weñen der Felsengebirge lin Nordamerikal ibren 
Rauchtaback rermischen. Elobus 6, vb; Kinnikinick, 
die Blätter der Bärenbeere (Arctostäphylos ũva ürsi). 
Sie werden uber einem Feuer getrocknet, in der Hand 
zerrieben u. in die Pfeifenkörfe gesterft. 11, 90b, s. 
Killikin# . — Linishemski: ruff. Serviekten-Lein- 
wand. — Kinnah (bebr.), f.; (n., —5); —6: 
Das bebr. K., das Klagelier, welches die Zuden anstim- 
men . . am Jahrestage der Zerübrung Jerusalem's. 
Kodenbitg Ins. Heil. 1, 300. — Kinnbiargir 
(skandin.), m., —s; —: „Kinn-Berge“, ein dem 
Helm untergebundner Kinnschutz. Weils Koñ. 2, 
425. — Kinnör: s. Chinner. — Kino, n., -8; 
(68): Ein gärbsäurebaltiges Extrakt, das aus Coccolöba 
uvĩsera gewonnen wird. .. Der Haurrbestanribeil ist die 
eisengrünende Modifikation der Gerbsäure, nicht Gummi, 
daher es auch mit Unrecht den Namen K.-Gummi 
fübrt. Kacmarsch 2, 131; Das Botanybay lbe- 
tännibe! K. Ir. Eucalyptus resinsferal. Ohen 3, 
1935 2c. — Kinsa (türk.), m., —s; —: Agent des 
Großwefirs. — Kinsleshal: s. Kinrschal. — 
Kuntschik, n., —s; —s: moldauisches Liebeslied 
(v. lat. cantarc). Sohl Südr. 2, 33. — Kinpra 
(gr.), f.; —: s. Chinner. — Kiöre: (auf Neu- 
seelan)) Ratte. Slobus 1, 220a. — -föhken- 
mödding (dan.), k.; —er: die dänischen Muschelhügel 
od. K-er. Ausld. 39, 762a; Dänische Muscheldämme 
ord. K. (Kuchenabsälle)... Dämme, welche hauptsächlich 
aus tansenden v. weggeworfenen Schalen der Aufßtern 
4c. .. bestehen. Süchner Mensch 12; K. od. Küchen- 
Unrarhhaufen. ebd.; Die neuestens mit dem rdän. Aus- 
rdruck K-#er . bezeichneten Funde. Mag. d. Ausld. 34, 
42b c. (Sölkermöring, f. Uat3. 21, 133). — RHföre: 
s. Achian. — Kiölk (türk.), m., —e)s; —8, e 
(Cho### 2, 28 rc.), -en (G. 24, 107 2c.): Kioschk 
(bekannter, aber unrichlig: Kiosk), ein Altan, Balkon, 
Erker, jeder an einem Gebäude vorspringende Lustsitz 
(ogl. Tscharrak). Gerhard W. 2, 243 2c., vgl.: 
Köschk. Lindau Walfsb 1, 84 r2c.; Auf einem hölzernen 
K. zw. 2 Platanen. Durch solche Brertergerüsie unter 
Bäumen fur die Bequemlichk. der Reisenden gesorgt. 
Augsb. Zrit. (14) 19350; Auf dem bölzernen Frem- 
den--K. 19148b; Auf einem hölzernen Kaffe-K. 
21240 2c.; Der Rauch-K. Krankl 3cr. 1, 176;
        <pb n="666" />
        650 Kip 
–6; Vavillon, Lusthäuschen auf eine Gartenterrasse. 
Grube Char. 2, 135; Schüching FrR. 1, 197; W. 9, 
283 rc.; auch: Unter diesen erleuchteten K—6, wie der 
lin Paris) eingeführte Name der achleckigen v. iunen er- 
leuchteten Buden aus mattgeschliffenem Glase. Uat. 
20, 299. — Kip, m., n., —8; — : Zinngewicht 
lin Malaccal] ist der K. v. 15 Bedoors od. 30 Tam- 
pangs. Enchkl. f. Kaufl. 559a. — Kipp-Lowrg: s. 
Lowry. — Kips, m., -es; e: aus ieichten Wild- 
häuten gegärbtes Leder. — Kiradschia, m., —8; 
: Karawanenführer, Kolporkeur, in Bulgarien 
c. CUoberl 2, 207; 263 2c.; auch Kiräggi, vgl. 
Chabir. — I. Kir-Al (türk.): Schimmel (s. Al). 
Hammtr 10, 354. — II. KNirät, n., —#; —: Karat 
(s. d.), ägypt. Gewicht u. Münze ! Fels). Cneykkl. 
f. Kausl. 350b. — Kirbäsi-a (gr.), s.; zai: phry- 
gische Mütze. Meiss Kost. 1, 276; 2 193. — 
Kirdär-Aga (türk.), m., —8; —6: Manielträger 
des Sultans. — Kirdschali: s. Kerdschali. — 
Kireh (poln. 2), m., -s; -8: Art (pelzgefütterter) 
weilärmliger Mannsrock. CMohidt 3, 202; fem. 
Deind Pos. 123; Im Küre. Hebel 8, 128, vgl. 
Schmeler 2, 325. — Ktrin (japan.), m., —6; —: 
Die Zahl der phantastischen Thierc, welche auf den Kul- 
tus Bezug haben, ist sehr bedentend. Der K. hat den 
Kepf v. einem Einhorn, die Fuße vom Hirsch u. den 
Leib v. einem Pferre 2c. Globus 12, 266b. — Kirhk, 
f.: Bez, der schottischen Kirche im Ggfs zur engi' 
Church (s. d.). Aohl Irl. 2, 276. — Kirhke, (.: 
s. Circe. — Kirkklik: s. Chairije. — Kirma (türk. ), 
n.: gebrochne Schrift, Fraktur (pers. Schiteste). — 
Krobo, m., s6; —6: auf Madagaskar. eine 
Munze — 1 Frank 25 Centimes. Globus 7, 25 Sb, 
vgl. Karub 2. — Lirpitsch (russ.), m., uv.; uv.: 
Ziegel; ; in ren Steppen auch: getrockneter Mist in 
Ziegelsorm, als Brennmaterial. Koht Südr. 1, 
99; vgl. auch: Der s. g. k-#ni tschai, Ziegelthee 
Is. d. Ss. ). Pet. 2, 21 2c. — Kirsen: s. Kersey. — 
Kirsocẽle .: s. Cirf 2c. — Kirwan 2c.: s. Kara- 
wane. — Kils (türk.), f.; uv., —ar: Eine K. od. 
junges Märchen. Globus 5, 335a; Diese Kiz (Mär- 
chen), wie die kürk. Arbeiter die Figur nannten. Grenzb. 
26, 4, 267 cc. Dazu: Kislar-Aga, „Agasi, 
Mädchen-Aufseher, Haremwächter (s. Eunuch). 
Hammer Memn. 2 36 rc. — Kisbais, m., uv.; uv.: 
(in Ceilon) Schildkröten-F Singer, Wyßeine Weltr. 
1, 86. — Kiobkra (ar.), f.; —s: eine Pflanze, 
deren Seme als Gemüse, deren Kraut als Salat 
dient. Peietmann Or. 2, 35. — Kischi (kalmück.), 
m., —#8; —s: Mensch. Globus 11, 277a. — Kisch- 
lach (türk.), n., —s; —§s: Wintergebühr. Hammer 
10, 351. — Riseh: s. Chise. — Kishu (türk.), 
n., — ; —## : Sorbet v. Kokosmilch. — Kisil 
(türk.), a.: rokh, z. B. K.-Basch, Nothkopf, 
Schimpfname der Perser. Hammer 10, 35 1 vc.; auch 
subst.: Mit der säuerl. Frucht der Kornelkirsche (côr- 
nus Escula), welche die Tataren K. (Nothbeere) nennen. 
d#hl Südr. 1, 326. — Kiolar: s. Kis. — Kis- 
lew: s. Ab I. — Kisloitschi (russ.), m.: Der K., 
eine höbere Art v. Kwas /s. d. J, den man mit Rosinen 
zum Gären bringt. Kohl Pct. 2, 85, vgl. Kissel. — 
Elaim 
Kisloz: s. 1 Ferlin. — Kiemet (türk.), n., —; 
0 Binden Glanben an unrermeidliche Gewalt des Fa- 
tums. Kismeth nennen es die Oemanen. Hollci 
Treust. 1, 337; püchler Südöstl. 1, 174; K., das Fa- 
tum. Semilaso Afr. 1, 11 2c. — Kismis, m., uv.; 
uv. : Art rstind. Kattun. — Kisra, m., —#; —#: 
brauner Mehlkuchen der Neger in Suden. Ausid. 
39, 632b. — Kissel (russ.), m., -s; -s: „säuer- 
licher“ Brei aus Mehl mit Kwas, s. Kohl Pet. 2, 
78; 336, s. auch Goroch. — Killbi-on (gr.), 
n., —#; za, zen: ein umfangreichrer Becher. weiss 
Kest. 1, 141. — Killophören: s. Gist 2c. — 
Kisua (ar.), f. (n., —-s); —: (s. Kesna): Alle 4 
Außenflachen der Kaaba Is. d.] sind mit einem schwarz- 
seidenen Stoffe bekleidet, welcher K. heißt u. alljährl. zur 
Zeit der Wallfahrt erneuert wird. .. Wenn das alte 
K. abgenommen wird, bleibt die Kaaba 14 Tage lang 
ohne alle Bekleidung u. man sagt alsdann: El Kaaba 
Tehrem (die Kaaba hat das Pilgerkleid angezogen) 
Die dunkle Farbe der K. 2c. Grube 6t4 2, 164. — 
Kila (serb.), .; —s: Ein Strauß, K., ist ihr lrer 
Swalen — s. rv.) Abzcichen, daber kitseni [Strauß- 
geschmückter] ihr regelmäßiges Beiwort. Taloj 1, 2713. 
— Kiläb (ar.), n., —#s; —: (vgl. Kiatib; Ketub- 
bim): Schrift, Buch; nam. — Koran (s. d.); 
K.-Chane, Bücherei, Bibliethek. Sammer 10, 351. 
„dschi, m., -s; —#: Bibliothekar. 2bd.; K.-Baschi, 
Oberbiblithekar. — Kit-af, m., —# :#—6: Kitay, 
ein Kattun v. geringer Breite. Karmarsch M. 2, 552; 
Düringer §83. -älka, f.; —#: ein chin. Baumwoll= 
zeug. - al, m., S; —6: Chinese. Etobus 8, ab rc. 
— Kitel, Fask (llaw. ), m., —8; —s: „Kittel“, Art 
Halbhemke od. Leibchen. weiss Kost. 2, 322. — 
Kithara 2c.: s. Cithara U. Phorminric. — Kilra- 
ralha: s. Ganrharwa. — Kiljeni, pl.: s. Kita. — 
Kits (schwed.), k.; —en: Art zweimastiger Schiffe, 
bes. zu Bombardiergalioten dienend. Vobeik 351b. 
— Kitlän (ar.): ein wohlschmeckender, an 2 Ellen 
langer Fisch im Euphrat Peiermann Or. 2, 125. 
— Kinpkar (türk.), m., —#;—s: Mundschenk. — 
Kiwi, m., —6; —: ein neuseeländ. Vogel, 
ApterJ K austrälis, s. Mos. — Riwih (ruff.), n., 
—s; —: ein oben mit Matten bedecktes kleines 
Ulusfahrseug. Dobrik 39 2a (rgl. „Kbe — KRir 
: s. Kicks. —ä: s. Kis. —äißzeh: s. Chize. 
üjassi ½c#.; Kjöchen 2c.: s. Kia 2c.; Kiö rc. 
#labäen (bell. ), pl.: (seem. ) kleine unter 
die Dectbalken gespickerte Querhölzer, Etwas darauf 
zu legen. Jobrik 392a. — Cloban- d (frz. —#), 
m., —; —S: klässender (s. d., Anm. ) Zagd- 
hund. dage C□räst, f.: -n; erie, f.; —#n: 
Geklaff, Klafferei. -deur (—#ör), m. , —. —e: 
Kläffer, Schreier u. dieren, intr. (haben): 
klassen; lärmen 2e. — Rlahanter-mann, m., 
e# : männer: Art Kobold im Schifs, s. Geläcker 
BlW. 128; Gutzkom Z. 3, 172; Spielhagen Dun. 
1°2 141 2c. auch: Klabstermann. Geine Reis. 
, 21 k. — Clabul-a (lat.), f. 18 24, 1); -äre 
36 24, 3, n., äris, Mz. : Ariaf: Clärula, Art 
leichter Wagen, weise K#c. 1. 1328. — Elaim 
(engl. klem), m., —§; —#: Ein C., d. h. der Zeman-
        <pb n="667" />
        Clair 
dem zugesrrochene Autheil eines Goldfeldes lin Cali- 
fornien 2c.). Austd. 38, 1112b; 39, 952a: 973b; 
WiGtint Weltr. 2, 237 2c. — Clair (frz. klär), a.: 
Hell (s. Ggitz foncc), auch: Protit (s. d.) tout 
lprofi tul c., offenkarer Gewinn, Vortbeil 2c. et 
□e), m., —s; —#: 1) Bleichert, Art hellrother 
Wein (engl.: Cläret, z. B. Garienl. 16, 17 oa 1c.). 
— 2) gesüßter Würzwein, auch: Claret. Rehlen 
Hrw. 240 2c. — 3) ein Edelstein v. zu heller Farbe. 
ctte, f.; —: Art Likör. Jobsfeur l-kürI, n., ; 
—: (s. Chiaroscuro). G. 37, 271 2c. voganre 
[—woajängß], f.; 0: der Zustand des Clairvoyant= 
Seins. Gutkow 3. 7, 299. -vogpant [-wonjängl, 
a.: hellsehend, nam. im magnctischen Schlaf, auch: 
Ein C., weibl.: Eine C—e jängt'l, s. Sonamkule. 
— Cläco (span.), m., —#; —#: Scheidemünze in 
Merico. Gerstäcket NReis. 2, 138; 160 ctc., val.: 
Tlacos zu ½ Real. Entykl. f. Kaust. 582. — Cläm: 
1) (lat.) adv.: heimlich: C., vi aut precãrio 
lheimlich, gewaltsam od. bittweisel. G. 3, 171. 
— 2) (engl.) MFä arenäria, Klaffmuschel, Soft 
(öeff#l C. der Amerikaner. Globus 4, 91b. — Clam- 
ans (lat.), a.: rufend, s. Desertum. nut, m., 
—en; —-en: Schreier, Lärmer. Phibliothek 8, 
16814 10; Ein großer C. u. Bacchant. Weidner 232 2c. 
ätor, m., —#; ören § 24, 3, öris): Schreier. 
Sor, m. s8 24, 3, öris]: Geschrei: C. Uéllicus, 
Kriegsgeschrei; violénti, über Gewalt, Zeler- 
geschrei. 55, a.: lärmvoll. — Clän, m., -(e)s; 
—8, -e: C.-Verband. „Clann“, clainne oder 
cloinne, in der irischen od. gälischen Sprache heißt Kin- 
der, Abkömmlinge u. dann im weiteren Sinne: ein 
Stamm. Rodenberg Jus. Heil. 1, 320; C.-Häupt- 
ling. 31; 91; C.-Verwandter. ebd.; C.= 
Zwistigkeiten. 93; 320 4c.; Verschiedene C# 
waren rertreten. Seine C—#Leutc. dazar 11, 
112b; Die C.-Farben. 141b 1c.; Ein schottischer 
C.-Mann. Salon 1, 211; Spielhogen Reih. 3, 148 
(engl. Clansman) 2c.; Jeder albanesische Phis 
l. d. eb. C. hat ein Hauptrorf. CBobert 2, 96; In 
dem Stamm= u. C.-Wesen. §7 2c. Dazu: Die 
Quaker haben wie die Juren etwas Clänisches. Kohl 
Engl. 2, 118; Eine solche Tänish I(iisch] sort 16— 
of men, daß sie so zusammenhängen n. verschwägert 
find wie die Cs# v. Schottland. 27 2c.; Tie sachsische 
Rasse hält Nichts auf Clanschaft. Sonntagsblan (65) 
392a ; Globus 7, 30 Sa re., engl.: Clansbip lklän- 
shipp] 2c. — Clandeslin (lat.), a.: heimlich, ver- 
steckt 2c. -ität, f.; —en: Heimlichkeit. us, a.: 
klandestin: Clandestina — posséssio, Besitz durch 
heimliche Anmaßung; — Sponsälia, heimliches 
Cheversprechen; Clandestinum conjügium, heim- 
liche Ehe 2c. — Elaniselh, a.: s. Clan. — 
Klankenelt, n., —e)s; —e: (bairisch) st. Klarinett 
(s. d.). Gatitni. 15, 20. — Elanculäri-er (lat.), 
m., —#8; uv.: Einer, der sein Wesen im Verborg- 
nen treibt, bes.: heimlicher Wiedertäufer. -us, 
a.: klandestin: õpifex c., Bönhase 2c. — CElän- 
schaft, ship, -sman: s. Clan. — Klaperzen, 
pl.: K., im Wieliczkaer Steinsalztergwerk, schmale 
Bänder od. Seifen v. Steinsalz, welche durch die 
Klaros 
651 
Bergarbeiter herausgehanen werden. Scheuchensturl 139. 
— Claque (krz. klack): 1) m., —#; —8: a) Klaxp- 
but: auch: Chapeau (s. d.) c.; Schnalleuschuhe u. 
C.-Hute. Schett Bl. 2, 99. — b) Uberschuh. — 
2) k.; —#, —n: a) Klapp, Händeklatichen. — b) 
eine Gesammtheit v. Claqueurs, eig. u. übrtr.: 
Garlenl. 15, 783a; Nichts als Klitsch u. Klatsch der 
Clique (s. d.] u. C. r.; Der C—-n-General v. der 
großen Oper. Vodenberg Par. B. 14; Das ärgerl. C-n- 
Wesen. ebd. —eur (ör), m., —#8; —8, —e: ge- 
dungner Beifallklatscher im Schauspielhause; da- 
nach rerallgemeint: Die Lobposaune der professions- 
mäßigen C—s. Mag. d. Ausld. 31, 287b rdc.; Eine 
trefflich disciplinierte C.-Truppe. Eartent. 1 5, 78 3 2c., 
vgl. Applausor; Chevalier (s. d.) du lustre u.: Die 
s. g. Römer, die in der Mitte des Parterres unter dem 
großen Leuchter so tapfer zu arplandieren pflegen. ZFeine 
Lut. 1, 33. — Tlar-a (lat.): 1 Clarus. ert, HI., 
—# : —# : 1) s. Clairet 1: 2. — 2) (vralt.) Ein 
Klaretllelin, Tüchlein, Vorhang. kuther 8, 229a. 
-ic, f.; —n: (vralt.) helltönendes Blas-Instru= 
ment, Trompete (s. Ss.). Schontl 910; Felr-Kn. 
Nollendagen Fr. 628 2c., s. Clarin. — Klärife (gr.), 
f.; — : Muse (s. Klarisch): Dies, deutsche K—, dies 
Ganze dank'ich euch. leming (Grabschr.). — Clar- 
ieren (lat.), tr., auch v. Obj.: Ein Schif k., den 
Zoll berichtigen, so daß es ungehindert weiter kann. 
Bobrik 396a: An einigen Orten geschieht es durch 
Schiffsmäller, die dann auch Schiffsklarierer ge- 
nannt werden. ebd.; Klarierung, —s-Schein, 
Zettel 2c.; Es haben 12 Schiffe mit 15938 Ballen 
[Wolle! aus unserm Hafen ausklariert. Nalß. 20, 
398 2c. isicfer en, tr.: 1) Den Zucker mit Eierklar 
c. od. läutern. Kyff Sr. 27 Sa ic. — 2) erklären; 
(Rechtsspr.) läutern, läuterieren (s. d.). — 3) 
verklären, verherrlichen. isication, f.: —en: 
Clarificierung. -igatiön, f.; -en: öffentl. Be- 
kanntmachung durch Ausruf 2c.; (bei den Alten): 
die der Kriegserkliürung vorangehnde Genng- 
thuungsferdrung. in, u., —e); —e; nr, f.; 
—n: Clarete (s. d.), Clarino, bes. bei Trompeten= 
aufzugen die helle Oberstimme blasend im Ggstz 
zum schmetternden Principal. -inctt, n., -(e)s; 
—e; -#inéctte, f.; —: hobveähnliches Blase-Instru- 
ment mit dickem, schnabelförmigem Mundstüuck, vom 
kleinen o bis zum dreigestrichnen f od. g reichend 
(Gellflöte. Camp'e), s. Klankenett 2c.: C.-Baß, 
Basset-Hern 2c. -inettieren, intr. (haben): auf 
der Klarinctte spielen. Gotthelf 5, 217. incttitt, 
m., -en, (—#); —en: Klarinettbläser. -ino, m., 
-s6; zini: Klarin. — Kläarisch (gr.), a.: auf 
Klaros in Lyeien bezügl., wo Apoll einen berühm- 
ten Tempel u. Orakel hatte: Zu dem k-en Gott. V. 
Ov. 2, 217, Apoll, auch Klarius genannt, vgl. 
Klarie. — Claãr—-isse (lat.), k.; —m: 1) weibl. 
Name, s. Levelace. — 2) C., Clarissinnen, Art 
Franciskaner-Nonnen. issimus, a.: Superl. zu 
clar#s (s. d. u. eruditus). -itas, f. [8 24, 3, 
-itätis); -ität, f.; -en: Klarheit; Dentlichk.; 
Berühmtheit 2e. — Klär-ius, m. I§ 24, 2) s. 
klarisch. Jos: s. ebd.: Mir ldem Apoll] huldiget Del-
        <pb n="668" />
        652 Clarus 
sos, K. ic. V. Ov. 1, 41. — Clãrus (lat.), a.: 
klar, hell, glänzend, berühmt 2c.: Clära vöce, mit 
leller (lauter) Stimme; Clärum iogönium, beller 
Kepf 2c. — Class-e (lat.), f.; —n: s. Klasse Ss. 
u. als Bstw. z. B.: K-n= -Geist (vgl. Kasten-G.); 
Lotterie, mit mehrern Ken der Ziehung; 
Steuer, wobei die Steuernden in Steuer-K-#u 
getheilt sind 2c. é (frz.), a.: klassificiert; in eine 
besondre Nangklasse gestellt 2c.: Diese Eintheilung 
unterscheidet zunächst 5 Klassen, gleichsam geadelte Ge- 
wächse, crus (krül c—s, an deren Spitze Lafitte, Latour 
n. Margaux stehen. Hieran schließt sich eine Reihe mehr 
od. minder vortrefflicher Gewächse, welche man Bourgeois 
(Bürger) nennt u. das Gres bilden die Vins de Paysans 
od. Bauerweine. Gartent. 17, 5 8a 2c., vgl. Chateau. 
Sicismus, m., uv.; 0: das Hängen, Haften am 
Klassischen od. an dem dafür Geltenden: Starren 
K. u. Formenschematismus. 9 falke Gsch. d. Gschm. 72, 
vgl.: So werden dort durch die Ausdrucke Romanticis= 
mus u. Kriticismus 2 unversöhnl. Sekten bez. G. 
33, 215 (ob Drckf. f. K.27); In dem Kampfe zw. 
K. u. Romanticismus. Ueumont Alb. 3, 149. zirist, 
m., -en, (—S); —en: Anhänger der (alten) Klas- 
siker: Die anmuthigen Zartheiten des Orkents auch 
G-en eingänglich zu machen. G. 4, 311 2c. Ticilät, 
1.; 0: das Klassisch-Sein (Mustergültigk.) — u.: 
etwas Klassisches: Lessing ging dem Degma der fran- 
zoͤsischen K. zu Leibe. Eichendorff GschDr. 123; Sie 
waren zu sehr mit K. gefürtert worden. Salon 2, 315; 
Schlegel GR. 214 :c. -isickeren, tr.: in Klassen 
theilen, nach Klassen ordnen 2c.: Das Anrre wird 
nicht unterrklassifiriert. KAugust 2, 31 2c.; Klassifitie- 
rung. Sch. 1155b 2c. Eisication, f.; —en: Klassi- 
firierung: Ks#-(Lokations-, Kollokations-) Sentenz, 
wodurch bei einem Konkurs die Schuldfordrungen 
nach ihrer Priorität (s. d.) klassificiert werden. 
isicälor, m.p, —#; ören (§ 24, 3, öris): Klassi- 
fieierer: Der Linnische K. H. (Wackhern. 4, 48037); 
auch: Das v. Sorge erfunkene u. Woll. K. genannte 
Instrument. Karmarsch M. 2, 676, behufs der Woll- 
sortierung. -ig, a.: in Zistzg. m. Zahlw.: Sein 
fünf-t—es Gymnasium. Zeitschr. f. Gymn.«Wes. 19, 507, 
aus 5 Klassen bestehnd 2c. -ih, f.; 0: Klassicität, 
Klassicismus: Die Freunde der K. der Richelieu'schen 
Akademie. Hillebrand NatLit. 3, 64; So hat sich Goethe 
zur Höhe nationaler K. erhoben. 273; Uosenkranz Pocs. 
Gsch. 655 2c. Ziker, m., —6; uv.: K. sind dem 
Wortverstande gemäß die Mitglieder der ersten Klasse 
nach dem Census lin der Klasseneintheilung des röni. 
Volks durch Servius Tullius). DMus. 1, 1, 949 2c.; 
dauach nam.: klassischer Schriftsteller: K. u. Re- 
mantiker in Italien sich heftig bekämpfend. G. 33, 215 fl. 
icn, a.: 1) klassisch (s. d. u. Klassiker). — 2) 
auf die Flotte bezügl., s. Corona 2. -isch, a.: in 
der Literatur od. in Bezug darauf — mustergültig 
(s. auch als Ggstz remantisch): Die fe# Literatur, in 
engrem Sinn: die der alten Griechen u. Römer; 
Die k-#en Sprachen, Griechisch u. Lateinisch: Wer 
mit den Worten, deren er sich im Sprechen od. Schrei- 
ben bedient, bestimmte Begriffe zu verbinden, für eme 
unerläßliche Pflicht hält, wird die Ausrrucke: k—er Antor, 
Slaustrieren 
k—es Werk höchst selten gebrauchen. Wann u. wo ent- 
steht ein k-#er Nationalantor 2 2c. G. 32, 200 ff.; Heinse 
A. 1, 285 1c.; Zu einer plasiischen Abgeschlessenbern, 
die den an sich romantischen (s. d.] Inhalt k. erscheinen 
ließ, wenn man unter k. die abselute Durchrringung v. 
Inhalt u. Form verstelen muß. Uosenkranz Poessch. 
552 2c.; Das #e Zeitalter in der deutschen Poesie, 
Musik rc.; Die nach-t#e# Periede. Nat. 3. 21, 539; 
auch verallgemeint — vortrefflich, ausgezeichnet 2c. 
(z. B. in Wien). Holtti Es. 3, 16 3 rc. u. (Rechtsspr.): 
Ein k-er glaubwürdiger] Zeuge 2c.; ferner im Sei- 
denhandel: K.e Bengal-Organzin ital. u. französischer 
Arbeit. Uat3. 22, 180; Die hoch-k—-en Mailänder 
Organzins. ebd. (vgl. classé). — Clathröpt-eris 
(gr.), f. 18 24, 3, Sridis): s. Pteris. — Cläud- 
atur (lat.), n., —##; —: „es werde geschlossen“; 
(Buchdr.) Klammer: Sternchen in Parenthesis u. C. 
franke Buchdr. 73. e: schließ: C. os, Aperi öculos, 
schließ den Mund u. halt die Augen offen! (sieh u. 
schweig!). keren, tr.: schließen, ein-, verschlie- 
ßen. — Claudi-ciẽren, intr. (haben): hinken (s. 
Simile). -cans, a. I§ 24, 3, -cäntis): hinkend, 
mangelhaft, z. B. Matrimönium c. ätio, k. 
[8 24, 3, önis); -kation, f.; —-en: das Hinken, 
Mangelhaftigkeit. — Cläuf-a (lat.), f. 1824, 1): 
Klause. arius, m. I§ 24, 21: Klausner. e, 
f.; —n: (s. Klause. Ss.): Verschluß, ein eng ein- 
geschlesner Raum: 1) Felsenspalte, Klinse, Eng- 
paß im Gebirge. — 2) Schleuse, nam. zur Auf- 
stamung eines Gebirgswassers (dazu: Klanswasser); 
bei Wassermühlen: Vorrichtung zur Ansammlung 
des Wassers; bei Zwitterwäschen die Grube, worin 
die Fluth aufgefangen wird 2c. — 3) eine um- 
schließende Wohnung, gw. mit dem Begriff der 
Enge u. Abgeschiedenheit, nam. Mönchszelle, Woh- 
nung eines Ginsiedlers (od. Klausners); doch auch 
allgemeiner mehr mit dem Begriff der heimlich 
stillen od. anheimelnden Wohnung 2c.; übrtr.: 
Das Allerbeste . „sdas .. nur wenig Gäste/in der 
K. zählt. G. 1, 42, die nur bei Wenigen sich findende 
höchste Tugend. — 4) in sich abgeschlo ner Theil 
eines Tonstücks: Der ganze Tanz besleht aus 32 Tak. 
ten ed. 2 C—u. Düringer 337. -el, f.; : Clausula: 
1) (Rechtsspr.) Vorbehalt, Bedingung, s. Ss. — 
2) (veraltend) der Schluß eines Tonstücks in den 
versch. Stimmen: Alt-; Bas-; Diskant-; Tenor-K. 
rin, tr.: durch Klauseln beschränken, verwahren, 
(ver-kklaufulieren, — Jw.: Ver-k., z. B.: Unsre 
Staatslehre voll verklaufelter Vagheiten. Gervinus Hist. 
Schr. 7, 599; Das Testament ist doch recht verkautelt 
I. d ) u. verklanselt. (Schröder Samml. 2, 3, 37. 
cn, tr. auch o. Obj.: mittels einer Klause (s. d. 2) 
Holz flößen; das Wasser für die Mühle stauend 
sammeln 2c. (eyner, m., —; uv.: Zemand in 
einer Klause (s. d. 3), Einsiedler, s. Ss.; auch 
Kläusener. Waldis 2, 60 (lberschr.); Kläusner. Ramler 
F. 3, 34; 275; Die Kläusnerin [Schneckel. 2, 44 32c. 
lia, f.; sen [8 21, 11: Schließschnecke. Olen 5, 
125. -ftraliön, f.; —-en: Einsperrung. Spielhagen 
Pr. 7, 195 ie. rieren, tr.: ein-, absperren: 
Mich hier in dem Schatten seiner Kirche in dem alten
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        Claustrum 
wurmstichigen Surerintendentenhause 4 Jahre zu k. 
Spielhagen Hamm. 5, 112. —trum s8 24, 2, u.]: 
Verschluß, Kloster. — ul, f.; —m: Clausula: Unter 
der C. non obstäntibus quibuscunque (trostz aller 
entgegenstehnden Hindernisse) muthig anzugreifen. 
G. 27, 326. -ula, f. [8 24, 11: Klausel: 1) 
(Rechtsspr.) z. B. C. döli, Verwahrung gegen 
dolus (s. d.); C. codicilläris, in einem Testament, 
wenach dies, wenn es als Testament umgestoßen 
werden sollte, doch als Kodicill in Kraft bleiben 
soll; C. confirmatöria, Bestätigungsklausel: C. 
räti, Vorbehalt wegen der Ratifikation eines Drit- 
ten; C. rẽbus sic stäntibus, wonach Etwas nur 
„für sothane Sachlage“ gelten soll; C. salvatöria, 
Verwahrungs-, Vorbehaltungs-Klansel 2c.; Mau- 
dätum cum c., ein nicht unbedingt geltender Be- 
fehl, Ggstz sine c., ohne Klausel. — 2) (Muf.) 
z. B. C. primäria od. finälis, Schluß im Grund- 
ton; secundäria, in der Quinte; tertüria, in der 
Terz 2c. = ulie##, tr.: klausein, bes.: Ver-k. G. 
4, 234 2c. Dazu: Die un verklausulierte Initiative 
der Gesetzgebung. Ual 3. 22, 358 c.; Aus der Ver- 
klaufuliertheit u. Zweideurigk. eines alten Gesetzes. 
Erenzb. 24, 2, 356. ür, f.; -en: 1) das Ein- 
geschlofssensein 2c. Gartenl. 16, 72 Za; w. 11, 183 2c.; 
Prufungsarbeiten in K. machen; K.-Arbeiten 2c.; 
ferner nam. in Bezug auf Klöster (frz. clöture): 
die den Mitgliedern das Ausgehn u. Fremden, bef. 
Männern in Nonnen= u. Frauen in Mönchsklöster 
den Besuch hindernde Absperrung. G. 27, I1187; 
Der v. seinem Provinzial die Erlaubnis hat, außer K. 
zu leben. Guzkow 3. 3, 135; 8, 92; 9, 361; Das 
Kloster ist „in K.“, also für Frauen unbetreibar. Uat3. 
21, 85 2c.; Auch der best. Raum eines Klosters, inner- 
halb dessen die Bewohner sich bewegen konnten, hieß die 
K. (die Klosterschranken). Düringer 817. — 2) 
(Buchbind.) Klammer od. Haken am Deckel, das 
Buch zu schließen (Krampe, Gesperr, s. Fermoir): 
Ken--Macher. — Cläv-ccin (frz. — ßeng), n., 
—#; —: Klavier. es: s. Clavris. iatür, f.; 
en: die Gesammtheit der Claves bei Klavieren u. 
ähnl. Tonwerkzeugen (Tastatur): Orgel-K. 2c., . 
Derrelklarier. icembalo (it. -itsch-), n., —; li; 
Tichörd Cit-), n., —(eys; —e: Name für ältre 
Klaviere (Manichorr). Dazu: Clavicembalist 
(m., -en, — z„en) c. irplinder, m., —#; uv.: ein 
v. Chlarni erfundnes Tonwerkzeug. ichmbel, 
n., -s; uv.: Clavicembalo. Ur, n., -(e)s; -e: 
1) ein Tonwerkzeug, dessen auf einem Resonanz- 
boden ausgespannte Drahtsaiten durch anschlagende 
Hämmerchen ꝛc. (die durch Niederdrücken v. Klaves 
bewegt werden) zum Tönen kemmen (s. 8s8.): 
Arten des K-s sind das Hammer -K. (V. Ant. 1, 350), 
das Spinett, wobei bekielte Spxitzen die Hämmer ersetzen, 
das Fortepxiano, der Flügel, das tafelförmige K. 2c.; 
Das K. klang filbern, wie das allerkösilichste Fortepiano. 
Ischahte N. 3, 190; Dopvpel-K., s. Diplasion, 
auch: Das Dorrel--K. [die Dorpel-Klaviatur) einer 
Orgel. IP. (Wodern. 4, 94994); Farben-K., ein 
v. Castel versuchtes Instrument, mit Farben aufs 
Auge ähnlich zu wirken, wie das K. aufs Ohr, s. 
Elan 653 
G. 39, 333; Wackern. 4, 41330; 41635 2c.; Ubrtr.: 
Der Wind wühlte dieses Blur u. diesen Schnee unter 
einander u. griff den schwermürbigen Dreiklang auf rie- 
sem bewegten Farben-K. Jp. 17, 25 2c.; Pedal 
(s. d. 1) K.; K.-Auszug einer Partitur; Fur Vio- 
line mit K.-Begleirung; K.-Dilettant;-Har- 
monika, s. Cölestine; „Lehrer; = Noten; Obne 
K. aus freiem Geist zu komponieren. Diejenigen, welche 
es anders machren, schalt er K.-Nitter. Hiner Bach 
1, 306; K.-Schule, ein Werk als Anleitung 
zum K.-Spiel; K.-Schüler; Spieler; 
Stimmer; „Stunde; --Virtuose 1c. — 2) 
(Tuchmach.) eiserne Häkchen der Tuchrahmen zum 
Einhängen der zu reckenden Tücher. ieren, intr. 
(haben): Klavier spielen. Sonhelf Oreramtm. 13; 
tr.: Der Eine geigte, der Anrre klavierte .. Mie fiöh- 
lichsten Volkslierer. KSchmidl; in Zistzg.: Ab-k., 
tastend greifen; absingern 2c.: Hab's so an meinen 
5 Fingern abklaviert. vHotn Maj. 3, 193; Holtei Es. 
2, 138; Nobl. 1, 152; Gott weiß, in wessen redau- 
tischen Armen Dieser sich die Metrik alblklaviert. Htine 
19, 102 c. - erig, a.: Sein vier--l-es Koncert. 
Zelter 5, 208, für 4 Klaviere. Jierist, m., en, 
(—o): —en: Klapierspieler. John Moz. 1, 85 2c.; 
— Drehorgler. 7p. 2, 183. -icula, f. 1824, 1]: 
1) Schlüßellchen): C. Salomönis (s. d.), Salo- 
monisschlüßeel, als zauberkräftig geltend; auch als 
Titel für Zauberbücher 2c.; ugw.: Wenn rie schöne 
Nativitärftellerin die propherische Karte schlägt, so wird 
sie aus riese m Kartenclaricul o sehen, daß rc. IP. 
Wahrh. 4, 100. — 2) C., Osclaviculäre, Schlüssel= 
bein. iculär, — icularis, a.: das Schlüselbein 
betreffend. iculärius, m. I§ 24, 2): der die 
Schlüssel zu Etwas führt, z. B. Schatzmeister der 
Kirche; Bez. für St. Petrus als Inhaber der 
Himmeleschlüssel 2e. -is, f.; zes 18 24, 3, uv.]):: 
Schlussel, z. B. Claves Sancti Petri, die [Himmels= 
Schlüssel des heiligen Petrus, die Binde= u. Lose- 
Schlüssel der Kirche 2c.; ferner: ein das Verständ- 
nis erschließendes Wörterbuch zu einzelnen Schrift- 
siellern od. Schriften: C. Ciceroniäna, Homsrica, 
Nöri Testamemi, Schlüssel zum Cicero, Homer, 
neuen Testament 2c.; ferner — Tasie, zunächst auf 
Orgeln, weil hier durch das Niederdrücken der 
Tasten, gleichsam wie mit einem Schlüßel, die 
Windlade für die Orgelpfeisen geöffnet wird, — 
dann auch auf Klavieren 2c. Nam. früher auch für 
die einzelnen Töne selbst (z. B. Weidner 191) und 
für die Notenschlüssel: Aus einem anrern Clave .., 
welch er unfre Schlüssel weit uberklingeln würde. Fischart 
B. 49a 2c. — Rlävisch, m.: Ackersperk (Kulenke od. 
K. genannt). Ualur 15, 367a. — Clavula: s. Ela- 
bula. — Eläous (lat.), m. (§ 24, 2): Nagel; 
auch Purxurstreif der Toga, s. angusticlavius, vgl. 
Patagium; ferner: C. hystricus (hosterischer Nagel, 
clou hysterique), heftiges, auf einen Punkt sich 
beschränkenres Kopfweh hysterischer Personen; C. 
öculi, Vorfall der Regenbogenhaut durch ein Horn- 
hautgeschwür; C. pẽdis, Hühnerange, Leichdorn; 
C. secalinus, Mutterkorn. — Clap (engl. kle), m., 
—#; —: (ogl. Klei) Thon, Letten, z. B. (Geolog.):
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        654 Mleanka 
Eine Schicht blauen Thones, der nach der Hauptstadt be- 
nannt wird (London c.). Burmeister Gsch. 273; Den 
Wälderthen, weald luwild! c. 252 2c.; ferner: 
China (s. d.) c. 2c. 
Kleanha (russ.), t.: —6: K., Klejenka. Wachs- 
Steifleinen. — Elear (engl. klir), Sen, 
: klären, z. B. Land durch Ausroden; klarieren 
1c. -ance, f. (n.); —#: Klarierungsschein; s. 
ferner — Clearing 2. -er, m., „s; : Reiniger: 
Course (s. d.) -C. -ing, f. (n., —); —: 1) 
Unsere Lichtung, urbar gemachtes Stück Land, C. Globus 
4, 85a 2c. — 2) Zahlung u. Ausgleichung von 
Fordrungen durch Austausch fälliger Wechsel, auch 
Clearance. Dazu: C.house (haus'] od. = Haus, 
Liquidatious-Komtoir, z. B. in London 2c.; C. 
clerc lklarkl, zum Clearen bevollmächtigter Kom- 
mis; Freilich bietet hier lzur Verminrrung des Geld- 
zählens] der Wechsel, das Papiergeld u. das C.-System 
seine Dienste: aber das C.-System ist nur für große Vlähe 
- atl 3. 20, 429. — Cleasamhnaigh: 
VJester. — Klebecz (Ceisch), n., uv.; uv.: Pelz- 
vüs- der Romänen. Aeyer Konv. 2, 761a. — 
Kledage (she), f.; —n: Kleidage. Höser V. 181. 
— Elef (frz. kls), f.; —s: Schlüssel (s. Clavis): 
Fausse (s. d.) c. 2e. — Kleidage (-äshe), f.: —n: 
(Volksspr.) eine Gesammtheit v. Kleidungsstücken. 
Gol# 1, 104; 192 2c.; Pelz-K. 3, 436 r2c.; Unsers 
Sungherrn selne Kcen %0 Hollei Es. 1. 122 ce. 
— Aleid-agra (gr.), n., —#: 0: Schlüsselbein= 
gicht (vgl. Chir--, Wrtan). Jomänt, m., Sen, 
—6# „ —en: Einer, der aus Schlüsseln weissagt. 
Dazu: Kic, f.; kisch, a. — Klejénha: s. 
Kleanka. — Klem-atis (gr., — fälschl.: Klemätis), 
f.; uv. I§ 24, 3, Aridis): ein Rankengewächs, 
Waldrebe: Veranden v. Aristolochken u. K. übersponnen. 
Schüching FrR. 2, 297; C.-Kränze. Gregorovius Cors. 
1, 127 2c. — clem- ens (lat.), a. [S 24, 3, 
-Ontis): mild, gnädig 2c.; auch als männl. Name, 
val. weibl.: éGlementtne. gentiog) &amp; 21, 11: 
Milde, Huld, Gnade. —entinen Name von 
Schriften, deren Urheber ein *— ist, z. B. 
eine Sammlung griechischer Werke theologischen 
Inhalts v. Clemens, Bischof v. Nom (t 100 n. 
Chr.) u. bes.: ein Theil des Corpus juris canoniei 
(v. Papst Clemens V. 1313 veröffentlicht). -#nz, 
f.: O: Clementia. — Elen: Eine neue Sorte von 
Mützen od. C. Carienl. 15, 223b. — Klopht-e 
(angr.), m., —: In: An rie Stelle des Namens der 
Armatolen s. d.] trat der des Ken od. „Räubers", 
welchen die Griechen für sehr ehrenwerth hielten, wenn 
tuch: 
er sein Handwerk mit dem Schwert in der Faust auf 
Kosten der Moslemen übte. Jinkeilen 1, 32; Kn, eine 
Benennung, die man bei uns sebr unrichtlg mit „Ränber“ 
wiedergiebt, da sie früher eig. mehr eine Art freien Adel 
des Landes bedeutete. Pöüchter Südöstl. 3, 215; hmüner 
Ngr. i, XXVI ff.; S#s. Volksl. 28 ff., s. Pallikar 2c., 
vgl. (als Ggstz) Rafa 2c.; K-n#-Dorf (pöckler Südöstl. 
3, 260); Kapitän (s. d.); Lied; Schar 2c. Eisch, 
a.: auf die Klephten bezüglich rc.: In den k-en 
Liedern. w Käuer 1, XXVI (ugr. iinie roa-- 
Jor Isrc). ochöri, n., —#s; a: Klexhtendorf, 
Ctermont 
s. XXX; Klepht achoria. „Cuobetinl, 10. — filsp 
seläum (gr.), n., —s; Nen [8 24, 2. n.]: Lampe 
mit einem das verzehrte Ol ersetzenden Zuflus. 
odra, k. [83 24, 11: Wasseruhr: „Kiepförrien.“ 
Weiss Kest. 1, 894. -te, en., —: -n: Dieb 
(s. Klephte). -lisch, a.: diebisch - tomän, m., 
—en; -en: ein an Klevtomanie Leidender. 
jtomankk, f.; (-en): Diebssucht: In Folge ange- 
borner K. Gutzkow 3. 3, 341, auch: Kleptosfönec. 
Dazu: Kleptomänisch. — Eler-g (jrz. —sbe), 
m., —8;; (—8): Geistlichkeit, Klerus. — (engl. 
klerdsbi), f.; (-gies): Geistlichk.: Ein C.-man, 
Geistlicher. -igo (span.), m., —6; —: Geistlicher; 
Einer von der Partei der Geistlichen: Die Puros 
wollten .. reine Tafel mit den C machen. Globus 6, 
29 a. -ici (lat.): s. Clericus. -ica, f. (#. 21, 1#1: 
Tonsur (s. d.) der Geistlichen. ihäl, a.: (lat. 
elericãlis) geistlich, die Geistlichf. teireffenr. ihr 
zugehörig, ihre Interessen betreffend 2c., auch subst.: 
Ein K-er — Anhänger der k—en Partei; Fur einen 
Ultra-Keen, für einen Finsterling. Nat 3. 20, 193 rc. 
ikalilsch , a.: klerifal. Gervinus Hist. 6, 196; 7, 
180 k. -ikalicmus, m., uv.; 0: die klerikale 
Partei, ihr Treiben 2c.: Zwei Seinre : den K. u. 
den 2ten December. Uai3. 22, 19 5 -ikãt, n., -()s; 
0; eicatus, m. 18 24, *r!* der geinl. Stand. 
iker, m., 5: uv. : Clericus. DMus. 15. 2, 16°: 
w. 31, 180 ꝛe. icus, m. I§21, 21: (katholischer) 
Geistlicher: C. clsricum non decimat, ein Geist- 
licher nimmt vem Andern keinen Zehuten, keine 
Gebühren 2c.; Clerici mit Rosenkränzen! auf der 
Glatze. geine Sin. 226; Clrici reguläres . d. ) 2c. 
Sise, f.; -en: (l. 32) rie Gesammtheit od. der 
Stand der Kleriker (Klerus), doch gw. m. verächtl. 
Nbus.: die Pfassenheit, das Passenthnm oft 
übrh. eine verhaßte Sippschaft. — (frz. kler), m., 
uv.; —: Geistlicher; Literat: Schreiber #2c. (. d 
Folg.), z. B.: Die C.--Gelehrten, geistlich Lehrer. 
Tischart (P#ibt. 9, 33231); Die Cxs als die gelehrien 
Verarbeiter keltischer Mabinegion, fränkischer Kunden u. 
kirchlicher Legenden stanren den Jongleurs als den wan- 
dernden Volksdichtern gegenuber. Nosenktanz Poes. Gsch. 
174; Reiche C—s. So bieß man damals Alles, was 
nach dem neuern Stil zur Noblesse de robe gehört. 
w. 36, 23 2c.; sorchw.: Ein pas lval de c., ein 
Misßgriß, Faur pas (s. d.), z Die beutige 
Korrespondenz int ein wahrer pas de c., der kaum eine 
hĩerarchische Belobung einbringen dürfie. Nat. 322, 
329 ꝛe. -K (engl. klärk), m., —s: —: (f. das 
Vor.): C. ist in England Jeder, der sonst Nichts ist; 
im Zweisel kann man Jeden einen C. neunen, der sich's 
nicht ausdrückl. verbitter; denn, wenn man das Worter- 
buch s. v. Cl. ausschlägt, so fängt die Reihe der Uber- 
setzungen mit „der Gelehrte" an u. endigt nach vielen 
Zwischenstufen mit „der Larendiener ". Nodenderg Wal. 
252: Die 3 Parlamentsschreiber (C—s). Salon 2, 151; 
Kohl Cngl. 3, 41 2c.: C. ol arraigus (s. d.): Clear- 
ing- (s. d.) C.; Course- (s. d.) .n Oflice- (I. d.) 
C. 2½c. — Elermont (srz. fliernana), m.. —S „: 0;: 
Art Muskatellerwein (nach der gleichnamigen 
Hauptstadt des Departements I’'ay de Dome). —
        <pb n="671" />
        Klerodendron 
Kler-odendron (gr.), n., —#; dra: „Los- 
Baum“, eine javan. Pflanze, auch Volkamsria. 
-ogamiẽ, k.; (hn: Priesterebe. -ohratis, k.; 
(C□en): Priester-Herrschaft, -Reich. omänt, m., 
—en,— ; -en: Einer, der aus Lesen wahrsagt. Dazu: 
K.ie f.; t-isch, a. üche, m., —m; n: Kolo- 
nist, dem ein Antheil Landes zugetheilt wird: Da 
die Athenaͤer nur 500 der Ihrigen als K-n auf die Insel 
sandten. Ross Ins. 3, 9; 1, 29 c. — Us, m., uv.; 
0 18 24, 2): K. heißt ein durch Los od. Erbschaft ge- 
wonnener Antbeil. Die Geistlichkeit nannte sich so. weil 
sie u. ihr Besitzihum unter Menschen das Antbeil Gotres, 
die ihm geweibte Portion war. 5. Ausgw. 985 rc. 
(s. Klerisei); Diöcesan= (s. d.); Kurat (s. d.) K. 2c. 
— Elerwr: Die Bardenkaste zerfiel in 3 Ordnungen. 
die der Tenluwr. .. Der Prryrd, der sich von Schloß 
zu Schloß u. der C., der sich von Hütte zu Hutte bettelte. 
Uodenderg Wal. 208. — Klét-e (litth.), f.; -en; 
Sis, f.; uv.: kleines hölzernes Nebengebäude als 
Speicher u. Brantkammer, wo der Nutaka (s. d.) 
der Kranz abgenommen wird. UNatß. 21, 233; 
Temme Schw. M. 2, 34; 3, 109.— Klewang, m., 
—#8; — : ostind. Waffe. Ausld. 39, 1015b; Durch 
K.-Hiebe schwer verwundet. 104 7a. 
Elich-é (frz. klisc-), n., —8; —6: eine diuch 
Clichieren gewonnene Kopie, Abklatsch. franke Kat. 
118; Eine Pariser C. Humboldt Bergh. 3, 102.22 
i##ren, tr.: von einer Form, Matrize einen Ab- 
klatsch in einer flüssigen, eben erstarrenden Masse 
bilen (s. abklatschen. Ss.). ebd.; Karmorsch 3, 418; 
Clichfter-Kunst; -Maschine, Fallwerk, in dem 
man die Matrize auf die erstarrende Masse fallen 
lässt ze. — Clichien (frz. klischsing), m., —8; #: 
in der ersten frz. Rerolution, Bez. für Aristokraten 
(nach dem Dorf Clichy, als ihrem Versammlungs- 
ort). w. 32, 59. — Klidi (gr.-türk.), n.: 
Schlüfsel. ommer 10, 354. — Client (lat.), m., 
—en, (—8); —en: 1) der Schutbefohlne im Vh. 
zum Patron (s. d.), urspr. im alten Rom; danach 
verallgemeint, z. B. ChBo#### 1, 163. — 2) (s. 1) 
der vom Anwall beim Gericht Vertretne od. zu 
Vertretende, im Vh. zum Anwalr. -l, f.; en; 
la, f. [8 24, 1]: Klientschaft. Sutztow Z. 8, 90; 
auch: Daß der befreite Knecht auf ewige Zeiten in die 
Klientele des Patrons verpfändet ist. faumerayer Gs W. 
2, 292, vgl. Klientelär-ZJurisdikrion des Lehns- 
herrn über die Vasallen 2e. schaft, f.; —en: das 
Klienten-Vh. — u.: eine Gesammtheit von Kli- 
enten, z. B.: Der Anwalt übergiebt ihm seine Praris 
u. K. 2c. — Cliff (engl.), n., —s; —: „Klippe“. 
Nat3. 18, 379. — Cligne-AMRufsette (frz. klinf- 
müsett), f.; 0: ein Kinderspiel, Versteck (— Cache- 
cache). — Klicke 2c.: s. Clique 2c. — Klim-a 
(gr.), n., -s, (uv. forster R. 1, 18; H. Ph. 3, 
23 1c.); zata (Wadtern. 4, 190 23 1c.), zate (18818; 
Gaspari 189; Globus 9, 182b; Humboldi Kosm. 1, 
12; 2, 84:; Kl. Schr. 1, 252; Liebig Th. 21; H. Ph. 
3, 79 1c.), aten (22; Börne 2, 32 8 2c.), zen (Hausbl. 
— 67 — 2, 162): Die Gesammtheit der Wittrungs- 
Bbe eines Landes nennt man das K. desselken. Ualur 
16, 183a, s. Gaspati I. 1.; Humboldi K. 1, 301; 340; 
Klinoskop 655 
Kohl Südr. 2, 82; Uuge Buckl. 1, 37: Sch. 69 40 ze.; 
(scherzh. v. der Temperatur eines Zimmers. S. 23, 
210) 2c.; Binnen-, See-, Küsten-K. Uolur 16, 
19b; Man unterscheidet Insel= od. Küsten-K. .. 
vom Kontinental-K. Ausld. 39, 605a; Unterschei- 
dung zw. Land= u. See.K. od., wie man es auch aus- 
drückt, z. Kontinental= u. Küsten-K. IMüller 
Ph. 2, 819; Humbotldt Krem. 2, 183 te.; Steppen- 
K. Kohl Südr. 2, 82; In dem Palmen-K. der beißen 
Sone. Humboldt K. 1, 9; Einem Lande, das ganz des 
Palmen= u. zur größern Hälfie des Tropen-K-s 
genießt. 2, 249; Ein eignes, das ich so sage, Spitz- 
buben-K. Sch. 113, wo die Spitzbuben bes. ge- 
deihn 2c.; K.-Kuren, Heilungen durch klimatische 
Einwirkungen. acis, ahis, f. [5 24, 3, äcidisl: 
eine Leiter. -atas, pl. : in der Krim, ein ebner, 
„geneigter" Weg, im Ggstz zur Scala (s. d.). Sohl 
Sürr. 1, 272 (vgl. Nols Jns. 3, 9). -ahter, m. 
[§ 24, 3, èEris): Stufe, Stufenjahr. -aktkrisch, 
a.: (bei den Astrologen 2c.) auf ein Stufenjahr 
(s. d. #s.) od. auf eine Zeit mit verhängnisvoller, 
gefahrdrohnrer Wendung bezüglich: Kees (ed. 
Situfen-) Jahr, ännus climact ricus; Ke Zeit 
(témpus climactsricum) 2c. atérisch, a.: st. 
klimatisch (s. d.): Studium des baremetrischen Drucks 
als ersten K-en Elements. Ausld. 39, 1007b. atisch, 
a.: aufe Kiima bezüglich ꝛe. atologiè, f.; (ken): 
Lehre, Lehrbuch v. den klimatischen Verhältnissen. 
Dazu: Klimatolög, m., Sen, —s; —en: Kenner 
der K.; -isch, a.: darauf bezuglich. ax, m., uv., 
-es; —e (§ 24, 3, acis): „Leiter, Stufenleiter“. 
bes. (Sprachl.): die Aufeinanderfolge sinnver- 
wandter Ausdrücke in auf= (wie Anti-K. in ab-) 
steigender Ordnung. — Kline (gr.), f.; —n: Ge- 
räth, worauf die alten Griechen liegend ruhten, 
z. B. bei Tisch od. als Bett. Guhl 1, 143 ff.; 218; 
293 c. — Eling, m., —#; —: Ein Berienter, gw. 
ein Chinese mit langem Zopf od. ein K. mit großem 
Turban lauf Javal., Jusld. 39, 722b. — Klin-ik 
(gr.), f.; Sen: praktischer Unierricht der Arzuei- 
beflinen am Krankenbett (s. Kline) u.: Anstalt zu 
soichem Unterricht (K-um): In den Keen u. Poli- 
kliniken (s. d.]). Garlenl. 15, 5 3b 2c. -iker, m., 
—8; uv.: Lehrer (ed. auch Praktikant) in der Klinik. 
Ticum, n., ; — I§8 24, 2, u.]; klinische Anstalt 
(s. Klinik): C. ambulatörium (s. d.) 2c. eisch, a.: 
auf Klinik bezüglich. — Clincaille (frz. klenkäli), 
f.: —5 2c.: = Quineaille ꝛe. — Klinkerneitz, n., 
uv.; —e: s. Neitz. — Klin-ochlõr (gr.), m., -s6; 
e: Art Mineral aus der Chloritgruppe. Ua#. 21, 
37. Joidisch, a.: sattelfoͤrmig (von Knochenfort- 
sätzen 2c.). okläs, m., —-es; —e: Strahlerz. 
Soklastisch, a.: K-er Feldspath. Not 3. 21, 109, s. 
Ggitz Ortheklas. -ologie, f.; (-en): Lehre von 
Einrichtung der Krankenbetten. -omster, m., 
n., —8; Uuv.: (s. Klinosfkop), bes. bergm. Werkzeng 
zur Messung des Winkels, den eine Minerallager= 
stätte mit dem Horizont macht. -on, n, —# ; zai: 
Kline. weils Kest. 1, 990. Jopödium, u., —; 
len [8 24, 2, n.]: (Pflanzenname) Wirbeldost. 
Sorhömbisch, a.: s. rhembisch. - osköp, n., -(e)s;
        <pb n="672" />
        656 Klinotechnik 
—e, —+en: Werkzeug zur Beurtheilung — wie Kli- 
nomster zur Messung — der Abweichung von der 
Horizontalität. -oteck nik, f.; (en): zweckmäßige 
Einrichtung von Krankenbetten. — Elingquant 
(srz. klenkäng), m., —##; -6: Flitter. — Klint, f.: 
Diese schroffe Kalkküste wird die K. genannt. Kohl Pet. 
2, 278. — Klint-er (gr.), m. [8 24, 3, -risfl: 
Stuhl, auch Klisse, Kliemos, s. Guhyl 1, 138 ff. — 
#l# (gr.): 1) f.; —-s; 0: die Muse (s. d.) der 
Geschichte: Was mit Zeichenschrift] auf K.'s golrnen 
Tafeln oft zu lesen. Gutzkow Pugatsch 137; Plaen 2, 
277. — 2) f.; zönen: Art Mollusken, Spindel- 
kracke. Oken 5, 519: C. boreälis, Wal(fisch)-Aas rc., 
s. Burmeister 379. — Clipe 2c.: s. Clyxpe 2c. — 
I. Clipp, m.t, —#t —: (im Croquet-Spiel) Thor- 
wärtel. Bozer 14, 176c. — Klipt(ph)das (boll.), 
m., uv. ; se: „Klippendachs“, Hyrax. — II. Clipp 
(engl.), tr.: beschneiden 2c.: Seit dem letzten C-ing 
(Beschneiden) der Einkünfte. Kohl Irl. 2, 44 2c. -er, 
m., —s6; Uuv. : [Das Vollschiff heißt] bei sehr scharfem, 
für schnelle Fahrten besonders berechneten Bau des 
NRumpfs ein K. Grenzb. 26, 2, 253; 21, 1, 142; K. 
od. Kartsegler. Uatur 14, 12 2a: Scherzer Nat. 9 2c.; 
Das K.-Schiff. Globus 4, 27b; Die großen Neueng- 
land-K. Garlenl. 10, 181a; Der erste Thee-. 
Imit Thee belarne K. I. volhsz. 15, 217a 2#e. -ing: 
s. Clipp II. — Cliqgu-e (frz. klicke), f.; —: Klicke 
(l. d. Ss., vgl. Koterie), eine sich v. der großen Ge- 
sammtheit absondernde Verbindung innig zusam- 
menhaltender Mitglieder, nam. sofern sich einander, 
das Interesse der Siprichaft über Alles setzend, die 
Mitglieder auf allerlei Weise, auch auf Kosten der 
Wahrheit u. durch Ränke gegen die Nichtgenossen 
zu fördern u. zu heben suchen (iie Unfrigkeit. V.): 
Ken-Wesen 2c. -enthum, n., —e)o; 0: Klicken- 
wesen: Die Aufrechterhaltung res K—s. Ualß. 22, 60. 
elte, f.; —n, —s#: s. Maronnette. Tier □0, m., 
—8; —#: Cliquen-Mitglied od. -Führer: Eine voll- 
ständig organisierte Cligue mit Ober- u. Unter-C—s. 
Immermann M. 1, 199. Jokralié, f.; (en): 
Cliquen-Herrschaft: In der C. Magdeburg's. Volksz. 
14, 134 1e. — Eliquot ((licks), m.t, —; —: Sorte 
Champagner. Cörner Kl. Erz. o. Nam. 31, — nach 
der Fabrikantin (Veuve C., wöw' C., Wittwe C.). 
— Aliseo-, Klisio-meler (gr.), m., n., -s; uv.: 
Werkzeug, die Neigung des weibl. Beckens zu 
messen. — Klisĩe (gr.), f.; —n; Klismos, m. 
(&amp; 24, 21: s. Klinter. — #lllor-is (gr.), k. 
18 24, 3, öridis): die weibl. Ruthe, der Kiczler. 
Siomus, m., uv.: zsmen (§ 24, 27: krankbafte 
Anschwellung der Klitoris. itis, f. I8 21, 3, 
uv.]: Entzündung der Klitoris. — Clivus (lat.), 
m. § 21, 2): Hügel. Crenzb. 26, 4, 16 1. 
Clo-aeina (lat.), f. 1&amp; 24, 11: ein Beiname 
der Venus (s. Hederich Myth. 747 ff.), heute gw. — 
Vautgivaga. -ah, m. (Tichendorff Gsch Dr. 28 1c.), n. 
(uläus Ph. 2, 6 4 2c.), #c)s; —; -ata l824, 11; 
ahe, f.; -n (s. Se.): Kothgrube (s. Latrine) u. 
Abzugsgraben für dieselbe (vgl. Egent) eig. u. 
Ubrtr.; daher (Anat.): Höhlung bei manchen 
Thieren als Ausgang für Erkremente u. Harn 
Eloture 
dienend: Die C-a mäxima, Haur #-K-e in Rom rc.; 
Daß du im K. erstickreni, Dreckseele Sch. 121b c.; Aus 
einer vollen Parterre-K. G. 6, 159; Du ver- 
schissener Lotterbub u. Teufels --K... Du Dreckwanst? 
HKimplicifsimus 1, 6 59 2c.; Sie ldie Grurre der bereckten 
Amphibien] zerfällt .. nach der K-#en-Bildung in 
2 Gruppen: die einen haben eine große quere K-en- 
Offnung . .; die andern besitzen eine runre K-en- 
Offnung. Burmeister Gsch. 115; K-en-Dung; „ Feger; 
..Inhalt:-Munrung;: Reinigung;: = Sopstem 
ic. — Klobuh, m.: s. Kalrak. — Cloͤd (engl.), 
n., —;: —6: Errscholle. Kohl Engl. 1, 13. — Clôg 
(engl.), n., —s; —#: Die Cs (Holzschuhe) wie in 
den schottischen Border-Gegenren. 2, 51. — Clog- 
hann: Hutienkreise, C-s, Weems 2c. Globus 9, 16b. 
— Cloig-lheach (ir.), n.: „Glockenhaus“, Nund- 
thurm. Uodenberg Ins. Heil. 1, 132. — Clois-on 
(frz. kloasöng), n., —s; (k.); —##: Zwischen-, 
Scheidewand 2c. onnage (—sh), f.; —n: das 
Auffübren von Scheidewänden: Bretterwand. 
onné, a.: gekammert, durch Scheidewände ge- 
theilt, in Fücher getheilt: Die Kunst des Emaillierens. 
.. Die Verschierenbeit des Champ levé u. des Ce. 
Uat#3 20, 133; Ein Schach-Tisch in C-e-Arbeit. edd. 
— Clöister (engl.), n., —#; —: 1) Kloster. — 
2) (s. 1) Ein Säulengang, c. Kohl Engl. 3, 15; Die 
Säulen= od. Kreuzgänge, the c—s. 2, 73; Die C—S der 
Kirche. 3, 106 2cc. — Klömpen (boll.), m., —; 
uv.: In Holland ist die allgm. Fußbekleirung der Ar- 
beiter der K., d. h. der große Holzschuh. Uai3. 22, 106, 
hochd.: Klumpen. 21, 227; Köser Pb. 3, 320; 
Bolksz. 16, 10 2c. — Klön-isch (gr.), a.: krampf= 
haft zuckend; in Zuckungen sich kundgebend: K.# 
Krämpfe, Gastz: truische od. Starrkrampfe (vgl. 
Tetanus). -ismus, m., uv.; -ismen: klonischer 
Krampf. — Eloporle (frz. —önn), f.; —: Assel, 
Tausendfuß 2c. Gtube Ch. 2, 158. — Clogquelle 
(—ctt), f.; —§: Tambourin. — Klör, f.; -en: 
Volksspr. st. Couleur (s. d.). -en, tr. 2c. in Zssteg: 
Ein Zeug ab-k., aus dem verschoßnen, neu zu sär- 
benden erst die Farbe ganz herauebringen (abziehn; 
Ein Zeug ver klört sich, die Farbe verschießt 2c. — 
Clöôset (engl.), n., —#; —#: Boudoir: Abtritt: 
Sie wenden statt der Water luwater — Wasser.) 
C-s# lin denen die Erkremente durch Wasser sort- 
gespült werden] die Erd-Cs an. Gartenl. 16, 760b. 
— Clostéri-um, u., —#; zen [§ 24, 2, u.]): Art 
Infusorien, Spindelthier. Ohen 5, 20, vgl. 3, 186. 
— Clolh (engl. klleth), n., —# : „Kleid“, Zeng, 
Tuch re.: Printing (s. d.) C., Druckkattun 2c.; 
Sie bringen das Tuch in einem rohen Zustand (unsinished) 
berein u. verkaufen es bier an die girpen C.-dressers 
(Tuchzurichter). Kohl Eugl. 2, 130; Diese Tuchhalle, 
C.-hal! (hät!..Die Tuchweber, C.-makers 
lmẽtorrs]. 128, vgl.: Die domestic ciothlers, 
die Hausweber. 130; The clothing-district, der 
Zeng--Distrikt. 127 2c. — Klölho (gr.): „Spinne= 
rin“: 1) f.: —#; 0: eine der Parcen (l. d.). — 
2) (k.; —#: a) Art Spinne, Zeltspinne. Ohen 5, 
691. — b) Art Viper, s. Lachesis. — Clölur-e 
(frz. tiotür), f.; —#: 1) Einschließung, Umzäu-
        <pb n="673" />
        Cloͤturier 
nung 2c. — 2) Klaufur, s. d. 1. — 3) Abschluß, 
Schluß von Berathungen, Verhandlungen, Rech- 
nungen 2c. Sier 0. m., —; —8 : während der 
Restauration, Spitzname der Ultrareyalisten in der 
frz. Kammer, wo fie, wenn liberale Rerner auf- 
traten, immer sofort auf Schluß der Debatte an- 
trugen. — Clou (fri. klü), m., —s: —: Nagel: 
C. hystérique, hysterucher (vgl. Clarus); C— de 
girofle (shiröfll, Gewürznäglein, Nelken. — Clove 
(engl. klöw), n., —; —6#: Name von Gewichten, 
vrsch. für Wolle, Butter 2c. Enchkl. f. Kaufl. 243b. 
— Clown (tlaun), m., —; —6: Rürel (s. d. Ss.): 
G. 22, 58 ff.; Einem C. einer berumziebenden Kunsi- 
reitertrurre. Schüching FrR. 1, 294. 
Elübtb), Klübb (engl.), m., —: —#, Cen): 
(s. S#.) geschlene Gesellschaft u.: ihr Lokal; auch: 
Politische K-##, nam. herstammend aus der ersten 
frz. Revolution 2c.: Die K-s or. germanisiert Klub- 
ben genannt lin Petersburgl. Uaiß. 20, 189 cc.; 
„Klurr“. G. 20, 178; V. Ant. 2, 287c.; Adels-; 
Bürger-K.; Wilrt sauft . der Gnomen Trurr#ber# 
zum Heren-K. Kanhison 207; Sakob'iner--= (od. 
Satöber-Kl. Od. 2, 142): Jockev# (s. d.) K.; 
Ihr Kaffeklübbchen. Schückhing Akt. 3. 104; Bei 
der Rederei in den rersch. QOuasi-Ks. Boumer Frkf. 
1. 58; Revolutions-K. (od. Komitéêé). Kühlbach 
Erzb. Soh. 4, 2, 274; Es bildete sich so ein Sriel- 
klubbchen. vhorn Schmf. 122; Als der Konvent den 
Jakobinern das Korrespondieren mit den Töchter-K-## 
untersagte .., starb rer Stamm-K. u. mit ibm die 
Filiale. DVietielj. A8, 106 2c.; K.-Ball; Mit seinen 
K.-Freunden. püchler Smöil. 1, 206; K.-Lokal; 
Männer (Salon 1, 394 ff., s. Phönix 1);. Mir- 
glierer; . Wesen sc. -ismus, m., uv.; 0: 
Klubbwesen: Das ganze engl. Wesen hat ctwas 
Klubbliches (Club beißt Keule) u. Klobiges 
etwas Abgeschlossenes, Exkluives. Dieser K. Ausld. 
35, 63a. Tift, m.p, —-en, —s: en: Mitglier eines 
(rolit.) Klubbs: Die K-en v. Mainz v. RKönig; G. 
25, 257; K-en-Häuser. 260.— Clüciar (rumän.), 
m., —; —: Der Groß-C., Armeeclieferant. Glodus 
12. 294 a b. — Klükwi (rufs.), pl.: Art rother 
Beeren. Kehl Pet. 2, 80; 855. Dazu: Das Kluk- 
wenno'f Mors Saft aus den gefrornen, als Ge- 
tränk]. ebv. — Klümbur (skand.), m., —: uv.: 
Keule. Weiss Kost. 2, 4130.— Clump (engl. klömr), 
m., n., —s; —: Klumpen; auch: Dichte C-s, 
Baumgrurren. Rohl Irl. 2. 174. — Clung (klunil, 
Stadt in Frankr.; danach: Art Zeug: Man garniert 
sie mit C.-entre-deux, die mit weißem Atlas unterlegt 
find. Zazar 14, 19c. — Clüpe-a (lat.), f. 1824, 11: 
Hering; heringsartige Fische (Clureacken). um, 
us: s. Clypenm 2c. — Clurican: s. Pipe. — 
Cluse (frz. klüs), f.; —#: Querthal im schwzr. 
Jura. Oen 1, 707. 
Klpdasmus (gr.), m. I§ 24, 2): der klat- 
schende Ton bewegter Flüssigkeiten, — nam. bei 
der Auskultation. — lbPm-ene (gr.), f.: Name, 
z. B. die Mutter des Phaeten. v. Ov. 1, 63 rc. 
enia, f. [8 24, 1); -enfe, f.; —n: Art Nanti- 
lus. Burmeister Gsch. 456: Klemenien= Kalk 2c. — 
Fanders, Fremdwörterbuch. 
Knes 657 
Ciqp-eãria, f.; -ken [8 24, 11: Art Baum, 
„Schildbaum“, Adenanthöra falcãta. -easter, 
m., —; uv.: Art Cchinoĩdeen. ola, f. 
[8 24, 11: „Schildkraut“. -um [8 24, 2, n.], 
e#us, m. I§ 24, 2); runder Erzichild: etwas 
Schildförmiges, z. B. Art Ofen in den Bädern 
der Alten (euhl 2. 131); rundes Brustbild; Art 
See-Igel 2c. — Klhomo (gr.), n., —; Sta: 
Klystier (s. Kata-K.). — lpfsopômpe (frz. —öngr), 
f.; —m: Art Pumve zu Einsfrritzungen in den 
Mañdarm, in die Gebärmutter 2c. — Klpftier, 
n., -(e)s; —: Einsrritzung in den Mastdarm, 
Darmbähung (s. Lavement). Nach den dazu be- 
nutzten Stoffen: Essig-= Kräuter-; Ol.; Salz--; 
Seifen-; Tabacks-; Wasser-K. 2c.; K.-Srritze (s. En- 
terenchrta) 2c. -en, tr.: Einem ein Klystier setzen 
od. geben, vgl. scherzh. (nach Molière): Purgändo, 
saignändo et cIysterizändo sdurch Purgieren, 
Aderlafsen u. K.] diesem od. jenem Patienten einige Er- 
leichterung verschaffen. w. 29, 159, vgl. 407 2c. — 
lßbti-a (gr.), f. [8 24, 1]; -e, f.; 0: Name, 
z. B. einer Nymphe, die zur Semmerblume wird. 
v. Ov. 1, 221 ff.; s. auch Afteroid. 
Kmt (serb.), m., —en; —en: K., einer aus den 
Altesten u. Vornehmsten einer Dorfgemeinde. Aus den 
K-en wählt man den Gemeindevorsieber. Gerhatd Wil. 
2, 219; GSlobus 7, 174b; Kag. d. Ausld. 35, 631b; 
Von dem Urtbeile der K-en (Dorfschulzen) arrellieren. 
CRobert 1, 158; 163; 179; 191; 210; 2, 38 2c.; 
Die Lechen ss. d.]), K-en u. Wlarrken Is. d. I. Süffter 
Wit. 1, 165 ꝛc., s. Batja, vgl. Knes. 
Knächbröt (schwed.), n., —5; 0: Knackbrot. 
Nat3 205 (Knäckebrö). — Knãs: f. Knes. — 
Knafs (mauschelnd), n.: Buße, Geldstrafe. en, 
tr.: (mundartl.) strafen, büßen lassen: Der liebe 
Gott kann Einen k. vSotn rbD. 2, 273; 275, auch: 
nassen. 270. — Knäfler rc.: s. Kanaßer. — 
Knattleikr (skank.), n.: Kugeliviel. Wiriss Kest. 
2, 453. — Knave (engl. new), m., —: —6;: 
„Bube“, — z. B. auch im Kartensriel. — Knee 
(engl. ni), n., —#: —: Knie. ap, f.; —: 
„Knie-Karpe“", -Bedeckung. pückter Surösil. 1, 373. 
— Gnkepels (boll.), pl.: „Knüprel“, Krumm- 
holz, im Holzhandel. — #A##c##s: s. Knes. — 
Kneff, m.. —(e)s; -—e, —: s. Quenelle. — 
Aneipier □, m., —#; —: (burschik.): 1) Je- 
mand, der eine Kneipe hat, Wirth. Sanenl. 16, 
7 16a; Mogdrb. Kommersb. 237; Vollmann 265, auch: 
Hauswirth. tbo.; HSmidi Derr. 195. — 2) Kneiren- 
besucher. — Knejine: s. Kneschine. — Kne#m-e 
(gr.), f.; zai. —n: Schiene: Radiveiche. Guhl 1. 
275. —is, f. I/§ 24, 3, dis): Beinschiene, als 
Tleil der Rüstung. 263; Bütowm gK. 14, vgl. 
Oerea. — Knés (slaw.), m. , —es, -en, uv.; Se, 
—en: Oberbaurt einer Gemeinschaft, Gemeinde 2c., 
z. B. — Dorsfschulz 2c., aber auch: Fürst 2c. (vyl. 
weils Kost. 2, 324 2c., s. Hospodar; Kmet rc., s. Knie- 
senack), s. Cerhard W. 2, 250; Slobus 6, 45a 
(Knez'); 7, 174; DMus. 15, 2, 175; Olearius Reis. 
1 0ob; CRoberti, 54; 84; 135; 152 2c.; Bezirks- 
(194; 236) od. Distrikts-Kl-en. 247; Groß-K. 
42
        <pb n="674" />
        658 Kneschina 
151; Ober-K. 171; 173; Gerhard W. 2, 250; 
Globus 7, 174; Unter--Ke. ebd. Kineschin-a, f.; 
— ; -Se, f.; —: das einem Knes untergebne Ge- 
biet 2c. Cnobert 1, 152; 247; 2, 22 te., vgl. 
Knejine. 1, 54 2c. — Kinesm-a (gr.), u., —; 
-ta 24, 3, n., tis]: zerfratzte Stelle. -us, 
m. [8 24, 2): das Jucken. — Unswri, m., —S; 
—##: (im Kaukasus) großer irdner Topf. Ausld. 39, 
811a. — ASinidos-e(gr.), f.; —; e#is, f. [8 24, 
3, uv. ): 1) Nesselausschlag. — 2) das Peitschen 
mit Nesseln zu Heilzwecken (Urtikation). — Kniese- 
nach (slaw.), m., —; 0: (s. Knes) „Fürstenbier", 
Name des Güstrower Biers. v. 1, 141. — Kinight 
(engl. neit), m., —s; —6: 1) Ritter: K. of the 
Garter, Ritter vom Hosenbandorden; K. öf the 
ldhẽ] Créss f the ldbel Bath lbädh], des Bath= 
Kreuzes 2c.; K. Bänneret, Bannerherr, auf dem 
Schlachtfeld zum Ritter Geschlagner 2c. — 2) 
Springer im Schachspiel. — Knicherbocher (engl. 
nick-), m., —6 ; —# : (in Newyork) Die ehemaligen 
Ks, die Abkömmlinge der alten holländischen Bourgeoisie. 
Austd. 39, 116b tc.; verallgemeint: Newyorker, 
s. Herrig 22, 160. — nippana (sinn.), m., —; 
0: ein Gott, der Waldkönig, auch Tapio. Nosenkranz 
Psch. 288. — Kinowledge (engl. nölledsh'), 1.: 
Keuntnis, Wissen: K. is power lpäüer], ist Macht; 
So ist gesorgt für JZohn Bull's „K.-bo“ od. phreno- 
logische Schlebladen. 9Kohl Par. 2, 27 c. — 
Knownothing (engl. nonödhing), m., —8; —6: 
„Weißnichts“, Name einer Partei in Nordamerika, 
die von nichts Fremdem wissen wollte u. feindlich 
gegen die Einwandrer u. ihre Nationalisierung 
auftrat, — danach verallgemeint, z. B.: Er wird 
ein Natire [s. d.] -Australier, ein K., eln echter Austra- 
lier werden. Glöbus 4, 380a; Die baltischen Pro- 
vinzen u. die K—s Nußlands. Grenzb. 25, 1, 375; Die 
vielgenannten Ficellisten lin Genfl, welche man auch als 
die independenten K-s bezelchnen könnte. AMus. 15, 2, 
5% 2#. -ismus, m., uv.; 0: Wesen u. Treiben 
der Knownoethings. 16, 1, 575 2c., vgl.: Die alte 
Klage über Nativismus [s. d.] u. Knownothing= 
thum. Salon 2, 437. — Knozec (serb.), m., —S; 
—6; ein ärmelloser (rother) Frauenrock. Globus 5, 
103b. — Knuchleduster (engl. usckeldöster), m., 
—; —#: „Knöchelabstäuber“, eine nordamerikan. 
Vertheidigungswaffe. — Knüfus: s. Casus. — 
Knnut-e (russ.), f.; —n: Peitsche (s. Kantschu u. 
Kibitke), nam. die als Strafe in Rußland übliche 
gestochtne Riemenpeitsche. Grube Ch. 1, 66; K-u- 
Hlebe. ebd.; K-n-Melster. 67 2c. Sen, tr.: mit 
der Knute peitschen; auch Zsstzg z. B.: Mit ein- 
geknuteter Bescheidenheit. Heine 13, 149; Es sollten dem 
unglückl. A. noch mehr Geständnisse entrissen, d. h. ent- 
kuntet werden. Gartenl. 16, 66 6a 2c. 
Co: 1) (it.): s. Coi. — 2) Ko (jap.): s. O2. 
— 3) lchin.): Flachspflanze. Jolowitz 6. — 
Coacer v- ation (lat.), f.; S-en: Anhäufung. 
teren, tr.: hänfen. — Coach (engl. kössch), k. 
(n.); -es: Kutsche, s. Hackuey-C.; Mail-C. ic. — 
Coadamit (nlat.), m., —en, —#; -en: Zeitgenosse 
Adam's (s. d.), nach der Lehre Derer, die mehr 
Coalition 
als ein Stammpaar des Meuschengeschlechts an- 
nehmen. — Coadjüt-or (lat.), m., —#; -zören 
8 24, 3. öris): Adjunkt (s. d.) eines Bischofs, 
Erzbischofs (vgl. futher 1, 296a), weibl.: C-in, 
in Bezug auf eine Abtifsin. -orät, n., —e)8; 
e: Amt, Würde eines Coadjutors. — Coadun- 
ation (lat.), f.; —en: Vereinigung. #en, tr.: 
in Eins zusammenbringen, vereinigen. — 
Coägul-abel (lat.), a.: gerinnbar. abilität, 
f.; 0: Gerinnbarkeit. -ans [8 24, 3, u., Antis, 
Mz. : -äntial: koagulierendes Mittel, Lab 2c. 
ation, f.; —en: Koagulierung. -atio, a.: ge- 
rinnen machend. -ikren, intr. (sein): gerinnen; 
tr.: gerinnen machen. um, n., —; -za 18 24, 
2, n. : Geronnenes; Gerinnen Bewirkendes (Lab). 
— Coäita, m., —#; —6: Art Affe: Unter den trau- 
rigen Ateles-Arten nam. der große schwarze C. Ausld. 
39, 1236b; Ohen 7, 1740. — Coak: s. Cote. — 
Coact-io (lat.), f. [8 24, 3, iönis): Zwang: 
C. nön Öst imputäbilis (s. d.), für etwas aus 
Zwang Gethanes kann man nicht verantwortlich 
gemacht werden. -ion, f.; —en: Zwang, Nöthi- 
gung, Gewalt, Zwangsmaßregel:e. -iv, iisch, 
a.: zwingend; mit Zwangsmaßregeln eintreibend. 
or, m., —6; ören [8 24, 3, -öris): Als C., Ein- 
treiber der öffentl. Gelder. Frenzel DichtFr. 3, 23. — 
Coal (engl. köhl), s.; —#: Kohle: In der Regel ist. 
die Kohle aus den mittlern Kohlenschichten die beste. Sie 
nennen sie daher auch the main lmehn!] c. u. unter- 
scheiden v. ihr die top-C. (die Gipfelfohle) u. die bottom- 
. (dle Grunrkohle). Kohl Engl. 2, 36; Round (lraund! 
c-s, große, runde Kohlenstücke, small [smäl] c-s, Koblen- 
flein 2c. 37; Household (haushohld) c—s, Haushalt- 
kohle ..; Steam lstim] c—, Dampfkohlen [fuͤr Dampf- 
maschinen]. 38 ꝛc.; Es giebt eigene C.-factors, 
Kohlenfaktore; C.-brokers, Kohlenmäkler; C.- 
freighters (frétörrs], Kohlenbefrachter; C.ship- 
owners lschippönörrs], Kohlenschiffseigenthümer; C. 
Wharfingers lhwoörfindshörrs], Kohlenquaimeister. 
40 ff.; Die Kohlengruben . ., C.--pits Is. Pitl. 21; 
64 2c.; Die C.-trains (trehns], Kohlenwagenzüge. 
63 2c. — Hodla, m., —6; —: Beutelbär (s. Phas- 
kolarktos). Oen 7.,894.— Coal escenz (lat.), (.; 
—en: das Zusammenwachsen, innige Vereinigung, 
Verschmelzung. -esciẽren, intr. (sein): zusam- 
menwachsen, in einander verschmelzen 2c. -i#eren, 
tr., refl.: koalisieren (vgl. alliieren): Die gegen die 
National--Liberalen koaliierte Partei. Nal 3#. 20, 352. 
iL #eren, tr., refl.: zusammenschmelzend ver- 
binden: Wie dle homogenen Elemente zu einer 
gesunden Organisation sich freundlich koalisierten. 7Schlegen 
GR. 159; 158 c. itiön, f.; —en: Verbündung, 
gw. unter Wahrung der bekannten Verschiedenheit 
der Verbundenen, nur zur augenblicklichen Be- 
kämpfung eines gemeinsamen Gegners: Die K. der 
Arbelter gegen das Kapital, gegen die Arbeitgeber 2c.; 
Diese combination laws aufgehoben u. damit die Erei- 
heit der K. zugegeben. Grenzb. 26, 1, 288; Ks- 
Freiheit 2c.; Werden die Regierungen zu K-en, zu 
Fluktuationen gedrängt. Na###. 21, 60; Daraus folgen 
alle Schwächen eines K—-#s-Ministeriums. ö3 1ec.
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        Coalp 
— Coalp (engl. köli), a.: kohlenhaltig, kohlig 2c.: 
An dem Kohlenflusse — c. ist ein gewöbnliches Epitbeton 
des Tyne. Kohl Engl. 2, 43. „shangie (—schängis, 
n., —; —: Strike (s. d.) der Kohlenarbeiter. 52. 
— Coapt-atiön (lat.), f.; —#en: Anpassung. 
Tkeren, tr.: anpassen, anfügen. — Coäquieren 
(lat.), tr.: gleich machen, ausgleichen: Das der 
Unterschied zw. wahrer u. mittlerer Anomalie [s. d.] 
Gleichung der Babn (equätio orbitæ) u. daber die 
wahre Anomalie auch die coäquierte genannt wird. 
Gehler 1, 106 c. — Coarguteren (lat.), ir.: 
Einen überführen; widerlegen. — Coarct-ation 
(lat.), f.; —en: Verengung. -keren, tr.: zu- 
sammenpressen, verengen 2c. — Coarticulation 
(niat.), f.; —-en: Synarthrose. — Coäsc, f.; —n: 
Art südamerik. Stinkthier (vgl. Cbinche), merik.: 
Con-Epatl. Ohen 7, 1511. — Coassatiön (lat.), 
f.; —en: Zusammentäflung von Brettern 2c.; 
(übrtr.) Verbindung zweier Fragmente 2c. — 
Coat (engl. köt), n., —s; —: Rock 2c.: C— of 
arms (s. d.]). Warpen. Kahl Engl. 2, 88. — 
Coätän (lat.), a.: gleichaltrig; m., —en: -en; 
Sus, m., ur.; éen (§5 24, 2): ein Gleichaltriger, 
Altersgeneß, vgl. Coäo; Contemrorankus. — 
Coätern -ell (nlat.), a.: gleich ewig. -ität, f.; 
o: das Coäternellsein, bes. (theolog.) in Bezug 
auf die Personen der Dreieinigkeit. — Coati, m., 
—6; —#: Nasenbär. Oken 7, 1691 ff.; Cuati. 1693. 
— Coat-ing (engl. köt-), m., —#; —6#: Fries, 
Flaus od. C. Karmarsch M. 2, 734; Köper-C. smit 
Aschäftigem Köper]l. ebd.; Lady lleril= C. ist ein feiner 
u. leichter, nicht geköperter Fries. ebd. — Coäv (lat.), 
a.: chätan: Daß die Werkzeuge c. sind mit den Kies- 
lagern, in denen man sie findet. Ausld. 39, 761b; 
Einer unsrer k—en Dichterlinge. moll Nat Br. 1, 1 36 2c.; 
m., —en; —en: Die unmittelbaren Vorgänger, C-en 
u. Vettern der Hellenen. follmerayer Gs W. 2, 161. 
Cöb (engl.), m., —s; —§: 1) Möwe, vgl. 
Kobbe, f. — Silbermöwe. Uatur 14, 32 7a 2c.; Kubbe. 
mügge Sylt 1, 134; Ktommann 3, 33. — 2) Jene 
Rasse [Vferde], auf der in England ältliche Herren der 
Gesundheit halber im rubigen Trabe sich bewegen u. die 
allgemein unter dem Namen C. bekannt sind. WhHeint 
Weltr. 2, 17. — 3) in Gibraltar — span. Piaster. 
Cneykl. f. Raufl. 243b. — Kob- alt (—), m., n., 
—(e)s; -e: s. Ss.: (Chem.) ein Metall, dessen gw. 
vorkommendes Oryd die technisch wichtige Eigen- 
schaft hat, mit Glasflüssen u. einigen Erden, bef. 
der Thonerde, Verbinrungen v. ausgezeichnet schön 
blauer Farbe einzugehn —, bergm. u. techn. gw. 
— K.-Erz u.: die daraus bereitete blaue Farbe 
(ogl. Conleur; Smalte ꝛc.). Zssögn (s. prech# 8, 
420 2c.), z. B. (chem.): Arsen-K.; Chlor-K. 
(zu s-ympathetischen Dinten 2c.); Cyan-K.; 
Schwefel-K. 2c.; ferner nam. zur Bez. der versch. 
K.-Erze, z. B. Erd-K., ein Gemenge v. K.-Oryd 
n. .Uberoryd m. vrsch. Erden. precht 8, 420; 
Farben-K., in den Blaufarbenwerken verarbeitet; 
Glanz-K., metallisch glänzend; Graupen-K., in 
Graupenform; Raub-K., ein filberhaltiges Erz; 
Ruß-K., schwarzes K.-Erz; Sand-, Erd-K.; 
Cobra 659 
Scherben-, Schirben-K., blättrigen Gewebes; 
Schlacken-K., schwammiger Schlacke gleichend; 
Speis-K., hell stahlgrau; Spiegel-, Glanz-K. W. 
Als Bstw. z. B.: K.-Cblorid;-Zorür; -Ordr: -Orv- 
dul; .Säure 2c., ferner z. B.: K.-Bülau od. UUltra- 
marin, s. Farbe;-Büumen od. .- Blütbe, rother 
Erd-K.:; = Erre;-Erz; JFarbe, aus K. bereitete, 
z. B.-Blau, -Gelb 2c.; Gang;-Gelb, (. Farbe; 
Glanz, Glanz-K.: Glas, das gemahlen die 
Smalte giebt; Giuimmer, „Blutbe: Grün, (. 
Farbe; baltig; -Kies, Schwesel-K., K.= (od. 
Köbo llt.. Claudius 3, 117) Kuchen, „Napf, Raub- 
K.; = Metall; Rotb, s. Farbe; = Schwärze, 
Ruß-K.; „Speise, die bei der Smaltebereitung 
sich v. der Glasmasse trennende u. auf dem Boden 
der Schmelzhäfen ansammelnde Masse; ultra- 
marin, s. Farbe;-Verbinrung; „Violett; 
Vitriol, schwefelsaures K.-Oryd 2#e. Laltisch, 
a.: kobald-haltig, zartig rc. -altum [824, 2, n. J: 
Kobalt. alus (gr.), m., uv.; zalen (§8 24, 21: 
Kobalen, kleine schadenfrobe Dämonen ungefähr, wie die 
Kobolre (s. d.] der Neuern. Ramier Motb. 122, vgl.;: 
Ein Cobalein od. Bergmännlein. Mattheñus, s. 
frilch 1, 171b. — Koban(g), m., —: —: Rame 
verschiedner Münzen in Japan u. Ostindien, s. 
Enchhl. f. Kaust. 474b; 438b 2c., auch Korang, vgl. 
Obo-ban; O 2. — RKobar (syr.), m., —s; —: 
Kapernstrauch. Petermann Or. 2, 144.— Köbba: 
s. Kubba. — Cöbbler (engl.), m., —#: —# : Schuh- 
flicker, s. auch Cobler. — Köber, m., —#; uv.;: 
(Gaunerspr.) Wirth, Herbergsvater für Diebe. 
DMus. 17, 2, 60. — Robet, m., —8; —6: (in 
Turkisan) ein Thurm. Globus 12, 161b. —. 
Cöbid, cJo, m., —§; —#: Ellenmaß, von versch. 
Länge, in Asien, auch Cerid. Enchkl. f. Kaufl. 243b, 
s. Cubitus. — Cobsja (span.), f.; —#s: umhüllende 
„Decke“, Mantel, bes. in Südamer. Ausld. 38, 
750 à; 39, 607b 2c.; auch Covija. Stenzb. 24, 1, 
231 ff.; 271; 276; 312 ff.; 24, 2, 991 r. — 
Cöbla, k.; —s: Strorhe, in der provengalischen 
Lyrik. Nosenkranz Poef. Gsch. 468. — Cobler, m., 
—s; uv.: amerikan. Getränk: Manchen Sherry--C. 
Gartenl. 16, 762. — Koboa, f.; —s : s. Banroska. 
— Köb-old, olt (-—, m., e)s; —#e (Per. 
Heine 18, 299): (s. Ss.): 1) (vgl. Kobalns) eine 
Art Erd= (nam. oft Berg-) Geister, bald mehr 
harmlos neckisch, oft im Dienst der Menschen, bald 
ein tückisch schadenfroher Unhold; auch: Berg-; 
Götter-; Haus-K-e; Wenn der Wein nicht gegen 
ren See-K. Recht behält Lüber den schwer im Magen 
liegenden, verkenfelten Seefisch siegt]. Chümmel 4, 
153 ꝛc.; vgl.: Klein's k-hafte runzlige Stirn. 
Schücking grKais. 1, 89. — 2) s. Kobalt-Kuchen. — 
3)(s. 1) immer mit betonter Endsilbe: K. schießen 2c. 
einen Burzelbaum machen, Radschlagen 2c.; Schlug 
Kobold's. Aleris H. 2, 2, 36; Schießet vor Freude 
Kobolz. Berl. Konkogsz. 7, 5, vgl. kabölzen u.: Wie 
dort Bergmännlein seltsamlich kobolden. Eichendorff 
Phil. 180; 80. — Cöbra (port.), f.; —s: Name 
v. Giftschlangen (lat. Coluber), z. B.: Die tödtl. 
C. di Capéllo. Ruge Buckl. 1, 120; Ohen 6, 560 
42“
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        660 Cobre 
(Hutschlange“), vgl.: Eine c. cabéllo. Acewald Lav. 
4, 119; Die Korallen-Otern, C. coral. 5 5 8 rc., s. 
auch Amxhisbäne. — Cobre: s. Covid. — Köbu: 
s. Kombu. — Kochel 2c.: s. Kohl. — Cochenille 
(frz. koschenilj'), f.; —n: a , ein Inselt [Blattlausl, 
Céccus cäcti, dessen Weitchen sehr reich an einem aus- 
gezeichneten rothen Farbstoff ist. Man hielt sie ehemals 
für einen Pflanzensamen 2c. Karmarsch 2, 456 ff.; 
Deutsche K., Johannisblut (s. d.). 411 (vgl. Kermes); 
Das Insekt, aus welchem die C. bereitet wird. Heeren 1, 
398 rc.; C. Auflösung (Scheible Kochb. 31);-Bad 
(zum Färben. Karmarsch 2, 458);= Farbe; -Flechte, 
Cenomce coceifera (Ohen 3, 251); Kaktus (Prechtt 
12, 62),-Pflanze, Cäctus cochenillifer (2, 372; 
3, 1909, s. Noval); Roth ((. Coccus-R.); 
Schilrlaus (tobus 5, 4a) 2c.; Mestek- (s. d.) 
K. precht! 12, 62 2c. — Cochere sfrz. koschärf: 
Porte (s. d. 1)c. — TCochinchina (auch in engl. 
Ausspr.: kotschinscheinä): ein Reich in Hinter- 
indien. Daher: C.-Huhner 2c. — Köchl: s. Kobl. 
— Cochl-e (lat.), f. [8 24, 1): Schnecke; 
Schranbe, z. B.: Mäter od. matrix cöchlen, 
Schraubenmutter 2c. -ar, eare /§ 24, 3, n. , 
Aris, MzZ.: äria: Löffel. -eria, f. [8 24, #ô:„ 
„Löfeelkrant“: C. armörica, Merrettig 2c. -it, m., 
en, —; -eln): Schneckenversieinrung. —Coch-on 
(sez. foschöng), m., —s; —8: Schwein, (. Preère: 
C. de lait lläl, Spanferkel; C. d'Indes stengdl, 
Meerschweinchen 2c. -onnerĩt, f#.;(ehn: Schwei- 
nerei, Sauwirthschaft 2c.: In eine solche C. gerathen. 
Gartent. 17, 168b. Jonnet □), m., —; 0; eine 
Art Kugelspiel, u. darin: die als Ziel kienenre 
Kugel. Atoensleben 159. — Kocht, m., -(e)s; 
(Myth.) ein Fluß der unterwelt. Sch. 8 1, 
128; 190 2c.; WI 10, 30 (s. Grazien). isch, a.: 
vgl. acheronwc. us, m., uvr.; 0 8 24, 21: 
Koeyt (als Daktylus. w. Luc. 6, 122). 
Cod-a: 1) (it.) f.; —s, ze: (s. Cauda) 
„Schwanz“, nam. auch: verlängernder Zusatz zu 
etwas eig. schon Abgeschloßnem, z. B.: Sonett 
(s. d.) mit einer C., wodurch das 14;zeilige noch um 
ein od. mehrere Dreizeilen verlängert ist (z. B 
G. 6, 158 ff.); C. eines Tonstücks 2c.; Der Vater 
mochte mit seinem Strafsermon fertig sein, man vernahm 
nur noch die C. desselben. Holtei Treust. 1, 7; Damit 
schloß die eig. Opernsaison; was weiterbin noch folgt, ist 
nur die C. Ual 3. 21, 209; Schlußz-G KC. Gutzkow 3. 7, 
7 cc. — 2) ein Feuchtmaß in Georgien (30 Pud). 
— Kodama (japan.), f.; —6: versch. Silber- 
münzen: Man rechnet die K—s zu 5— 5 jaran. Con- 
dorins. Encyhl. f. Kau4 3 Sb. — Code (frz. kod'), 
m., —#8; —: Koder (s. d.), nam.: Gesetzbuch, 
z. B.: C. Napoléon, das napoleonische; civil, das 
bürgerl.; pénal, Strafgesetzbuch c. — Codebit-or 
(nlat.), m., —s; -dren: Condebitor. — Coderer- 
nént nlat. ), m., -en, (—s); en: Mit-Deternent. 
— Codein, n., —e)s; 0: ein im Opium ent- 
haltnes Alfaioid. Karmatsch 2, 781. — Codennunciaäl 
(alst., m., -en; -en: der Mit-Denuncierte. — 
Cod-er (lat.), m., uv.; —e 8 24, 3, ieis]: 
„Buch“, nam, eine alte Hanrschusft, C. manu- 
Coerribel 
seriptus, z. B. C. chartächus, Pavicr-; mem- 
branläc)sus, Pergament-Hanrschrift; reseriptus, s. 
Palimrsest 2c.; Ein Beisriel, wo in den Codieibus 
Schwarz für Weiß siebe. G. Sch. 6, 144 1e.; ferner 
z. B.: C. diplomäticus, als Titel für Samm- 
lungen alter Urkunden 2c.:; ferner — Gesetz- Buch 
Sammlung, z. B.: C. Justiniansus (s. d.) 2c 
auch: C. mediramentärius. gesetzlich festeenelit 
Pharmakopöe (s. d.) 2c.; Einem alten Schriftsteller, 
an dessen unergründlicher Tiesfe sich diese neuern ital. 
Gesetzfreunde böchlich erquicken. Den Deutschen 
wird einst Hamann ein ähnlicher C. werden. G. 23, 
236 1c.; Seinen Handel nach den Vorschriften des 
Ebren-K. auszutragen (durch ein Duelll. Uat. 3. 21, 
180; Gegen alle Gesetze ihres Lebens-K. Schöching 
FrR. 1, 279; Die Bolton'schen Signalecodices lbe- 
hufs schnellen Telegraphierens).. Das Wesen dieser 
Methode besteht darin, daß man sämmtliche Worte u. 
Silben einer Sprache, verschiedne häufig wiederkebrende 
Saͤtze .. nach gewissen Prinzirien ordnet u. sie in ein 
od. mehrere Bücher (Lerikon, C.) einträgt 2c. Schellen 
162;z Im Sitten-K. der Pariserin. IKoht Par. 1, 
96; Srraf.K. Grenzb. 24, 1, 119; Cnobert 1, 220 
e. -icill, n., —(e)s; e: letztwillige Verfügung, 
entw. als Zusatz zu einem Testament (s. d.) od., 
statt Erben, nur Legatare einsetzend. —iceill a.: 
ein Ceodicill betreffend: K.= od. k—ische Klausel, 
cläüsula (s. d.) c-is. -icillus, m. [8 21, 21: 
kleiner Coder; Schreibtafel 2c. eisicieren, tr.: 
Gesetze zu einem Coder, zu einer abgeschlossenen 
Gesessammlung vereinigen: Das bestehende Staats- 
recht zu k. Die Regierung entwarf eine Korifikation. 
Grenzb. 25, 2, 30,r 20 415; Treilichke Hist. 
8 c. Cifikation, f.; —en: Kodificierung u.: die 
dadurch entstandne Eamminng. isihätor, m., 
—8; ören: Kodifieierer. — Todille (span. Silfe), 
f.; 0: im Lhombre u. einigen ähnl. Svielen: C. 
machen od. gewinnen, ohne ein Spiel angesagt zu 
haben, die meisten Lesen machen. Lhombre 20. — 
Codin-o (it.), m., -6; zi: s. Foggy. — Codireci- 
iön (nlat.), k.; Ven: Mit-Direktion. -or, m., 
;ören: Mit-Direktor. — Codivisiön (nlat. . 
".;r' en: Neben-Cintheilung. — Codo (span.), 
m., — ; —: Längenmaß in Marocco 2c., vgl. 
Cubitus. — Kodosch (türk.), m.: ein verworfner 
Kurpler. ammer 10, 354. — Kodride (gr.), m., 
—n; —n: Nachkomme des Körrus, des durch seinen 
Opfertod fuͤrs Vaterland berühmten letzten Königs 
v. Athen. w. 22, 275. s. 271. 
Coess-eur 2c.: s. Coiff 2c. — Coefsici-ent 
(nlat.), m., Sen, (6); ; -en: (Rechenk.) die Zahl, 
wemit Etwas multivliciert wird (vgl. Faktor). -onz, 
f.; -en: Mitwirkung. — Coeff-Nren 2c.: s. 
oiff 1c. — Coemti-o (lat. f. 18 21, 3, -önisl: 
bei den alten Römern eine Form der Ehe: „die mit 
einem Scheinkauf der Fran verbundene C.“ Weils Kost. 
1, 1016, val. Confarreatio. ön, f.; en: Co- 
emtio. — Coendu, m., — —: amerik. Stachel— 
schwein (Cuandu). — Coere-ibe (nlat.), a 
coercierbar, sich bewältigen lassend 2c., nam. von 
Gasen, die sich durch Druck od. Temperaturver=
        <pb n="677" />
        Coercibililäl 
mindrung in tropfbare Flüssigk. überführen lassen 
(Ggstz: in-c. od. rermanent). Karmorsch 2, 24 tc. 
Zibilität, f.; O: das Coerribelsein. ieren, tr.: 
einzwängen, bezwingen, bewältigen 2c. -itiön, 
f.; —n: Coercierung; Zwangsrecht. iliv, a.: 
coereierend; ein Zwangerecht enthaltend 2c.; auch: 
So mussen wir annehmen, daß im Stahl eine Kraft vor- 
handen ist, welche jeder Drehung der Polarität in den 
Molekularmagneten entgegenwirkt. Diese Kraft, welche 
man C.-Kraft nennt. IMũltr Pbys. 2, 11 c. — 
Coessentialität, cenz (ulat.), f.; 0: (theolog.) 
das Eins-Sein der 3 Personen in der Dreieinig- 
keit. — Coet-an 2c. -ernität: s. Coät 2c. — 
Corur (frz. kör), n., —s; —: Herz (s. Cor): Der 
nobelste Mensch, der existicrt — C. et poche se rösch, 
Herz u. Tasche), Alles echtes Gotd. Spiethogen Hamm. 
4, 103; De bon lbongl c., v. Herzen gern: De 
gaieté (s. d.) dec.; Du cöte (s. d.) du c.; Sacré 
lhakrel c., „heiliges Herz“, Name v. Wohlthätig- 
keitsanstalten: Ein ganzes Spital, ein Sacré c. od. 
eine lebenrige Charité. Gutzuowm 3. 2, 161 v.; bes. 
aber: eine rothe Farbe im Kartenspiel (vgl. 
Karo 4), z. B.: K.-Achte 2c; As 2c.;-Fausse 2c. — 
Coexist-nt (nlat.), a.: kveristierend. -enz, f.; 
0: das Kreristieren. -iren, intr. (haben): neben 
einander, zugleich eristieren: Weil das K-de des Kör- 
vers mit dem Konsekutiven der Rede dabei in Kollision 
kömmt. Wackern. 4, 21224 (k.); 41240 ff. (H.) 2c. — 
Coexlenseiön (nlat.), f.; 0: gleichweites Er- 
strecken. - iv, a.: sich gleich weit erstreckend. 
Kôöôf: s. Kuff. — Cofan: s. Koffer 2b. — 
Kofent: s. Convent. — Koff: s. Kuff. — Cöfsen; 
-in: s. Kaffe; in. — Köff-er (krz., auch geschr. 
coffre, veralt. Kuffer), m. (n. mol Nal Br. 1, 139; 
Scherr Pr. 36 2c.), —; uv., (—#., —n); chen, lein, 
Köfferchen, lein: 1) (s. Ss.) transportables, ver- 
schließbares kastenartiges Behältnis, Etwas darein 
zu packen, mit dran festsitzendem, auf= u. zuzuklap- 
pendem Deckel, — gw. aus Leder od. doch wenig- 
siens theilweis mit Leder ülerzegen (Leder-; 
Holz-K.), nam. Reisenden für ihr Geräck dienend 
(Hand-; Kleivder-; Pack= — s. Canaster —; 
Reise-; Wagen-K. 1c.); zuw. auch für Kasten 
übrh., z. B. Geld-K. 2c. — 2) (s. 1): a) Köfferchen, 
eine Schnecke, Buccinum arculäria. — b) (Kriegsk.) 
K., Cofan — Caponnidère quer über einem Graben, 
nam. mit bombenfestem Dach. — c) K., Smack, 
Art Zerstörungsmaschine für Schiffe. Heyse. — 3) 
Als Bstw., nam. zu 1, z. B.: K.-Deckel; „Fisch, 
Bein-F., Osträcion;-förmig; = Garn, k.-förmi- 
ges Fischernetz; = Lorn, Schnecke; -Leinwand, 
zum Füttern v. K-n; -Schilokröte, mit k.-för- 
mig gewölbter Schale; = Schleß; Schlüssel; 
Schnecke, s. 2a; „-Träger. Gepäck-T. auf 
Eisenbahnen 2c.; -Tuch, Leinwand 2c. ern, tr.: 
in Zsstzgg: Aus-k., Eingekoffertes auspacken: Ein- 
k., in Koffer einpacken. Voigts Hoͤlty 299 2c.; Übrtr.: 
Seitem sie dich zw. 4 Mauern eingek u ffert seinge- 
sperrtl. w. 9, 3c. — Röffo, m., —3; —: s. 
Abaka. — Cosia (span. 2c.), f.; —s: Kopfbedeckung, 
Haube, z. B. (in Kairo): JZahlreiche C-s zum Schutze 
Cohäres 
661 
v. Kopf u. Haar. Globus 11, 117b, it. cuffia 2c. (s. 
Diez 119, vgl. Coiffeur 2c.). — CTolfr-age (stz. 
—asb), f.; —n: Verzimmrung v. Minen. , m., 
—8; —: s. Koffer. ier#in, ir.: einkoffern; Minen 
ausschalen, verzimmern. — TCofrädia (span.), k.; 
—: Brüderschaft, nam. religiöse. Globus 11, 164b. 
Kögi, n., —#: 0: das japan. Unterhaus. 
U#n3 22, 503. — Rogia: s. Cherscha. — Cogida 
(s#van.), f.; —s: C. bez. jeden Angriff ldes Stierkämpfers) 
auf den Stier. Glodus 4. 136b. — Cogit-äbel (lat.), 
a.: denkbar. - abilität, k.; 0: Denkbarkeit. - ation, 
f.; —en: das Nachdenfen, Erwägung. eren, 
tr., auch o. Obj.: erwägen, denken. -o: ich 
denfe: C., ergo süm, — folglich eristiere ich (Aus- 
gangssatz der karteslanischen Philosophie). — Cogli 
(t. kolfi): s. gli 1. — Cognar (frz. konjäl), m., 
—#; —-#: Franzbranntwein (nach einer frz. Stadt). 
Karmarsch 1, 341; Prichn 3, 70 rc., vgl. (im Volks- 
witz): Nerrhäufer„ Kornjack“. König Fam. 1, 2 6 2c.; 
Einen kleinen K. ( K.-Schnaps) trinken; K.-Flasche rc. 
— Cognat (lat.), m., -en, (—s); -en: Bluts- 
verwandter; — in engrem Sinn: mütterlichseits 
(ogl. Agnat). -io, f. [8 24, 3, önis]; -ion, 1.; 
—en; -schaft, k.; —en: Verwandtschafts-Vh. der 
Kognaten — u.: ihre Gesammtheit (vgl. Agnation; 
Affinität): Cognätio spirituälis, geistliche Verwandt- 
schaft, — bes. der Taufpathen zum Täufling oder 
unter einander. -us, m. I§S 24, 2): Kognat: 
Cognäti — ex baptismo, Gevattern; ex travérso, 
Seitenverwandte 2c. — Cogniti-o (lat.), k. I824, 
3, önis!]: Erkenntnis; Umersuchung, nam.: ge- 
richtliche: Fermenta (s. d.) e-nis; C. cäüs:e, Unter- 
suchung der Sache; äbsque (s. d.) cãũsæ Cne; 
C. extraordinäria, außerordentliche gerichtl. Unter- 
suchung 2c. - ön, f. -en: Cognitio. Grenzb. 24, 
2, 469; Die streitige Frage der K. des Bundesraths zu 
unterstellen. Ual3. 22, 254. Jonäl, a.; zur ge- 
richtl. Untersuchung gehörig, ihr gemäß 2c., auch: 
C-is u. (adv.): Citer, verhörtermaßen. — 
Cognöm--en llat., § 24, 3. u., nis]: Bei-, Zu- 
Namen; bei den alten Rômern bes. der auf das 
Nömen gentilicium (s. d.) folnende. = ination, f.; 
en: Cognominierung. in#eren, tr.: mit einem 
Beinamen belegen; zubenennen. — Cognosc- 
Endum llat., § 24, 2, u.]): das Erkennen: Prinei- 
pium (s. d.) cognoscéndi. ikren, tr.: erkennen; 
gerichtl. untersuchen. — HKôgo, m., —; —: ein 
neuseeländ. Singvogel, dessen Fleisch sehr schmack- 
haft ist, Mẽrops circinnätus, auch Poe- od. Pu- 
Vogel genannt. Ohen 1, 195. — Cogöllo (span. 
-öljo), m., —8; —6: Knospenbüschel. Globus 12, 
35a. — Cogönho (port. —onjo), m., —8; —s: 
liex paraguayensis.. Dieser C.-Baum. Glabus 6, 
5 Ca; Zwei Arten Mané [s. d.]: den aus dem wirkl. 
C.-Baum bereiteten u. den v. einer wilden Abart, Cauna 
genannt. b, s. Cengunha. 
Cohabit-ant (lat.), m., -en, —s; —en: Mit- 
wohner. ation, f.; +n: das Zusammenwohnen. 
— Cohäred re.: s. Cohered c. — Cohär-en! 
(lat.), a.: zusammen-haftend, -hängend. „enz, 
f.; 0; das Kohärentsein; Kohäsion. — Cohäres;
        <pb n="678" />
        662 Cohärieren 
s. Coheres. — Cohä-rieren (lat.), intr. (haben): 
zusammen-haften, hängen 2e. sion, f.; O: Zu- 
sammenhang, nam. der Theile eines Körpers unter 
einander: Die Gravitation wirkt als Schwere anziehend, 
wie als Adhäsion verschierene od. als C. gleichartige 
Massen zu einem Ganzen verbinrend. Burmeister Gsch. 
134; C— #-Druck. Küller Ph. 1, 132; „Erschei- 
nungen; Kraft. 30 2c. io, a.: Cohäsion 
außernd od. bewirkend ie. — Koh-ei-nur (ar.), 
m., —s; 0: Name eines großen Diamanten: Der 
durch die Londoner Ausstellung so bekannt gewordene K. 
„Berg des Lichts“). Katmarsch 1, 538, s. Kohinur. — 
Nöhel: s. Kohl. — Kohelelh (hebr.), m., —#; 0: 
„Prediger“ (Salomonis), als Name eines Buchs 
in der Bibel (vgl. Kille). — Coher-edieren (lat.), 
tr., auch o. Obj.: miterben. -es, m. I§ 24, 3, 
—Sdis): Miterbe. — Kohi: 1) m., —; —# : Ge- 
treidemaß in Siam (— 500 Centner). — 2) (. 
Serw. — Cohib-keren (lat.), tr.: zurückhalten, 
mäßigen. eilion, f.; -en: Kohibierung. — 
Cohinur, m., -s; 0: s. Koheinur: Der als K. (icht- 
berg) bekannte Stein. Gutzkow Unterh. (1854) 2, 724 
u. o.; seltner: Kuinur. Prechl 4, 531. — Kohk 2c.: 
s. Coke 2c. — Rohkle (lett.), f.; —#: Cither. Nolen- 
Aran) Psch. 285. — Köhho, m., -6; —8: s. Aschkoko. 
— Kohl (ar.), m.,#z 0: Augenschminke der Orien- 
talinnen (s. Kalliblepharon r2c.): Die Orrentalen be- 
nutzen das Spiebglas, das sie K. nennen, ihren Augen 
einen lebhaften Ausdruck zu geben. Gutzkowm Unterh. 
(1854) 2, 723; Weils Kost. 2, 264; Wyheine Weltr. 
1, 47; Die Augenschminke, K. genannt, .. . aus 
gebrannten Nuß= od. Dattelkernen ..; nach Dr. Hilt 
jedoch wird dazu Schwefelantimon genommen. Peiermann 
Or. 1, 153 ff. 2c.; auch: Kochl. 93; 151; 275 
(vgl.: Sich kochzln, d. h. das Auge bestreichen, und 
zwar mit dem Blut v. Fledermäusen. 2, 132; Das 
Auge scheinbar gekochelt, d. i. schwarz gerändert. 143; 
Gesenius 8. V. r½ ferner: Die Augenränder sind mit 
Kohel gefärbt. Globus 7, 23b 2c.; Der Kohol zum 
Färben der Augenbrauen. Westeimann 3. 600a; „Coolh“. 
Grube Ch. 2, 20 1 2c., ferner: Alquifuz (s. d., vgl. — 
mit veränderter Bed. — Alkohol u. Böniger Sab. 
48 ff.). — Kohle: (Photogr.) K.-Bild (Uatz. 20, 
411), = Druck (295), Lichtbild, erzeugt durch den 
K.-Proceß, der sich auf die Eigenschaft der Gela- 
tine gründet, mit einem Chromsalz der Sonne 
ausgesetzt, in Wasser unlöslich zu werden: Den K.= 
Proceß. .. Man überzieht Papier mit einer Mischung 
v. chromsaurem Kali u. gefärbter Gelatine. Dieses 
Papier wird 3—4 Minnten belichtet, dann mit 
einem Kautschukpapier zusammengepresst. Beim Ein- 
legen des zusammengepreßten Bogens in heißes Wasser 
gehen dieselben wicder aus einander u. gleichzeitig er- 
scheint das Bild auf dem Kautschukpapier 1e. ebb. — 
Cohob-alion (frz.), k.; -en: Kohobierung. 
-ieren, tr.: Wird die abgezogene Flüssigk, nochmals 
uber einen Körper derselben Art abgezogen, um die Sit- 
tigung vollständiger zu bewirken, so heißr die Operation 
das K. prech# 4, 105 (vgl. rektificieren). G. 12, 71; 
u5; „Coh abirt“. w. 36, 12 r2c.; Aqnua coho- 
bata, ein kohobiertes Wasser 2c. — Kohol: 1)s. 
.w. HB. 1, 39; W. 1, 250 u. v. 
Coinfpicieren 
Kohl. — 2) s. Kille. — Coh-ors (lat.), f. F 21, 
3, Ortis!: Kohorte. — Cohortation (lat.), (.; 
—en: Ermahnung. — Kohörte, f.; -n: (l. Co- 
hors) Kriegerschar, Abtheilung Soldaten, eig. u. 
zunächst der 100e Theil einer Legion (s. d., vgl. 
Manipulus): Doppel-K.; Leib-K.; Ibre (der Kubn- 
heit! Sireit-K-en sprengten der Unmöglichk.] dia- 
mantne Pforten. Moanhissan 24 8 2c.; auch verallgemeint 
Schar 2c.: Diese Herren lim Gefolge der Großen] 
hießen Cömites, Amici, Cöhors amicörum, auch 
Contubernäles u. Commensäles.Eine Stelle in 
der K. lim Gefolge] eines Prinzen. W. HB. 1, 71 ff.; 
79; 161; Luc. 5, 105 2c. — Cohortlieren (lat.), 
tr.: ermahnen. — Köhrab: ostind. seidne Taschen- 
tücher, z. B. Hamd. Beform 18, 155 2c. — Cohue 
(frz. ko), f.; —s: Halle 2c., so noch: das Lokal 
der Jersey'schen Ständeversammlung. Ualß. 21, 
610 r., — gw.; lärmendes Durcheinander 2c. — 
Cohum slat., § 24, 2, n.]: Verbandseil, womit 
die Pferde ans Joch gesvannt wurden. Weits Kost. 
1, 1324. — Cohpne, f.; —## : s. Hianera. 
Cös (it.): s. Con u. il 2. — Coibhi (celt.), 
m.: Der C.-Druid, Oberpriester (s. Druide). Weils 
Kost. 1, 633. — Coisf-eur (frz. koefför), m., —; 
s, -e: Friseur (s. d.), weibl.: -euse I—öf#l, f.; 
— . iẽren, tr., refl.: den Haarputz besorgen: 
Sie ließen ihre Weiber v. griech. Märchen „coc ffieren“. 
————— 
— , —#: Hgarputz. Salon 1, 252 2c., vgl. Cofia rc. 
— Koilen (engl. coil), tr.: (seem.) — aufscheren: 
Falle u. Taue, die wild zerstreut umherlagen ordentlich 
auf= zu-k. Gerstäcker Pench. 1, 292. — Koil-öma 
(gr.), n., —#;-ta I§8 24, 3, n., tis!: Höhlung. 
ometrig, s.; —eyn: Ausmessung v. Hohlräumen. 
omeirisch, a.: zur Koilometrie gehörig. on, 
n., —6; za: (s. Cavea). Rass Ins. 2, 94; 3, 6; 8 rc. 
— Coin (frz. koeng), m., —6; —#: 1) Keil. — 2) 
Winkel, Ecke c., z. B.: Wir mässen in die Hazaros 
u. C—s des Lebens hincin. Salon 2, 222, auch für 
eine Partei, die eine best. Ecke des Theaters einzu- 
nehmen pflegt: Die Kriege des c. du roi len ro, des 
Königs] u. des coin de la reine (rän, der Königin) 
vd. der Gluckisten u. Piceinisien. Grenzd. 2 6, 2, 319 u. 
— 3) Münzstempel, Gerräge. Dazu: C-er, m., 
—#8#; —#: Münzer, bes.: Falschmünzer, z. B.: Wie 
die ers falsches Geld auegeben. Gartent. 16, 202b. 
— Coincid -ent (ulat.), a.: koincidierend. -enz, 
f.; en: das Koincidieren, Zusammenfallen (vgl. 
Kongruenz). Pouilet 2, 174; 1592c.; das Zusammen- 
treffen 2c.: Ein eigenihumlicher Zufall .., eihe bizarre 
K. Meißner Sanf. 1, 287 2c. eren, intr. (haben): 
zusammen-fallen, ztreffen: In, mit Eiwas k. G. 27, 
479; Duiertelj. 39, 225 2c., auch (s. keugruieren): 
Das eine derartige Einrichtung auch den rrenßischen 
Interessen kolneiriere. Ual3. 21, 59 2c. — Toindic- 
teren (nlat.), tr.: mit indieieren (s. d.). -ans, 
a. 18 24, 3, dntis): coindieierend. aliön, f.; 
—en: Coindicierung. — Hoino-biarch 2c.; -logie: 
f. Côno 2c. — Coinsp-cktor (ulat.), m., —; 
bren: Mitanfseher: C-dt, n., -(e)s; —e: Amt 
des C-S. Ticieren, tr.:; mit beaufsichtigen. —
        <pb n="679" />
        Coinvesticren 
Coinvrst-ieren (ulat.), tr.: mitinvestieren (s. d.). 
ilür, f.; —en: Mitbelehnung. -itus, m. I§ 24, 
21: ein Mitbelehnter. — Coion (frz. kojöng) 2c.: 
s. Kujön ꝛc. — Coir, m., -6; 0: (s. Kakro 1) 
Ausld. 38, 62 1a; 63 8a; Globus 4, 637b; 7, 179b##c. 
— Koirnkh (türk.), n., —§; —6#: Schwanz des 
Pelzes. Hammer 10, 354. — BHoisch (gr.), a.: von 
der Insel Kos stammend, — bes. v. einem dort ge- 
fertigten florartigen Gewebe: Nur v. einer k—en Tu- 
nika umstattert. w. 18, 72; 354; 22, 313; Ein 
Schleier nicht eben siebenfach,voch auch so gläsern 
nicht, wie (—e Gewänder. 3, 215 2c. — Coit-ion 
(lat.), f#.; —en: Zusammenkunft, Vereinigung. 
us, m. [8 24, 41: Begattung, Beischlaf: Den C. 
od. Coitum vollziehn, erercieren; C. anticipätus, vor 
der Ehe; damnätus od. illicitus, Blutschande 2c.— 
Köj (türk.), m.: Hammel: Kun Addschesi, s. 
Aktsche. — Kojang: s. Cohang. — Coiöle (span.), 
m., —6; —§: Das lachende Gebell der Cs (Prairie= 
wölfe). WhHeint Weltr. 2, 235 2c.; Coyote. Globus 6, 
6b; 7b 2c. — Kojun: s. Koj. 
Koök: s. Koku I. — Cöca (span.), f.; —: 
eine Pfl. in Peru, deren Blätter als Hunger u. 
Durst stillend (als „Stoffsparer"“) gekaut werden, 
Erythroxylum c. Ausld. 39, 1207a; Globus 4, 191; 
Den Gebrauch der C., welche sie Ipadu nennen, soll 
ein Inka sie gelehrt haben. 41a; 359a; Natur 14, 
320b; Ohen 2, 348; 3, 1326 ff. — Cocagne 
(frz. —änf), f.; 0: (s. Cuccagna) Cocagn a war eine 
Lustbark. in Neapel, wobei der Hof dem Volke allerlei 
Eswaaren auf einem Gerüst preisgab 2c. W. 12, 340, 
s. neutr.: Ein C.Man fährt, was esbar ist. 
zu ganzen Fudern an, die Pyramire zu umstecken, die 
man an diesem Freudenfest] dem Volk zu plündern über- 
lässt. 16 ff. Dazu: hIlät lmal de C., hoher, glatter 
Kletter-Mast, -Baum mit oben daran befestigtem 
Preise an Eßwaaren 2c. für Den, dem es gelingt, 
ihn kletlernd sich zu nehmen, z. B.: Die mäts de 
c. u. die jenx de caroussels 2c. HAltist Bül. 195 rc.; 
bes. aber: Pays lpei! de c. — Schlaraffenland, 
z. B. w. 31, 38 rc., vgl. engl.: Cockayne lkockenl, 
als Spitzname für London; dazu: Cockney (s. d. 
u. Herrig 21, 162). — Rohörde (frz.), f.; —: 
am Hut getragnes Zeichen des Gehörens zu einer 
Nation, Partei 2c.: National-K.; Königs K. 
Hebel 3, 385; auch: Schleifen des Damenputzes, 
z. B.: Der obre schmalgestreifte [Rock] als Tablier vorn 
u. hinten geschnitten, an beiden Seiten mit einer K. auf- 
genommen. Salon 2, 375. — Coccin: Die C.= 
Säure im Kokusnußöl. fiarmarsch 2, 771; 3, 255. 
— Coreine#ll-a (nulat.), f. [8 24, 1); S, f.; —n: 
eine Gattung Kafer, „Blattlausfresser“. Oen 3, 
1762 (vgl. Cochenille), wozu bes. die sog. Marien= 
käfer gehören, vgl. Indragopen. — Cöce-pgeisch 
(gr.), a.: das Steißbein betreffend. -xF, m. 
(5§ 24, 3, Jgis]: Steißbein. — Cohe (engl. kot), 
Koke, Kohk, falsch: Coah, m., n., —6#; -6; 
f.; —#: (gw. in Mz.) s. Ss.: das durch Verkohlen 
— sog. „Kochen“, engl. coke — cock — von 
Steinkohle gewonnene Produkt, wobei der größte 
Theil der Kohle u. die darin enthaltenen erdigen 
Toco 
663 
Einmengungen zurückbleiben, die slüchtigen Theile 
aber entweichen: K.-Ofen 2c.; Natron- K-3 
(Braunkohlen-K-5) ein Nebenprodukt der Paraffin- 
fabriken. Uat3. 21, 527. Dazu: Derköth)ken, 
tr.: in Kohks verwandeln, wofür man zuw.: 
Steinkohlen abschwefeln hört, welcher Ausdr. doch 
nur passt, wenn die rohe Steinkohle Schwefelkies 
enthielt, wovon auch noch die Hälfte in den Kohks 
zurückbleibt. — Kok-clikot 2e.; Telt #2c.: s. 
Coqu ꝛc. — Köhila (str.), m., —#; —s: ein 
schwarzer indischer Vogel (ähnl. dem Kuckuck), 
auch: Parabhrita, „der v. Andern Ausgebrütete“, 
Pandita, „der Gelehrte“ genannt u. als Frühlings- 
bete gefeiert. Höfer Urw. 97; K.-Henne. 60.— Kohi- 
toki: s. Kaitaka. — Cöch (engl.), m., —#; —6# : 
Hahn. Dazu z. B.: C. pits, Hahnenkämpfe. 
Zoller Renn. 102, eig. : C.-pit, der Platz zu Hahnen- 
kämpfen, vgl.: Ein königl. Gebäude, das C.-pit genannt. 
Salon 3, 713 2c.; C.-tail ktell, zu deutsch „Hahnen- 
schwanz“ ist ein beliebtes amerikan. Getränk, welches 
aus einem halben Dutzend verschierener geistiger Skoffe 
besicht. Ausld. 38, 977b, vgl. Herrig 21, 162 tc., 
auch (vgl. Cocu): Ehemänner, denen ihre jungen Wei- 
ber hörnerne C—s in die weißen Haare gespendet. K. 
Wolstam Verl. Seel. 1, 45, die sie zu Hahnreien ge- 
macht. — 2) n., -s; —: C., C.-boat lbötl, klei- 
nes, zum Schiff gehöriges Boot, vgl. Cockswain, 
s. Kocke. SS. — Köôchel: s. Cocculus. — Cochel 
lengl.), n., —§: —: Zoll-, Steuer-, Passier- 
Schein. — Löôchim, m., —#8; -6: eine japan. 
Münze (— 2 Thlr.). — Cöchneg (engl. -ni), m., 
—6; —#: Spoktname für geborne Londoner (ogl. 
Cocagne), bes. in Bezug auf ihre — nam. v u. w 
verwechselnde — Mundart, s. 3 Kohl Par. 2, 31 re.; 
Im reinsten C.-Englisch. Gartenl. 17, 27b. -ism, m., 
uv.; —en: Eigenthümlichk. der Cockneys. Schmit 
Engl. Gramm. 42. — Cöcc-ognidium (nlat.), 
m., -s; fen [8 24, 2, n.]): eine Pfl., Zeidelbast: 
Semina coccognidil, ihre Früchte. Oken 3, 1496. 
olith (gr.), m., -es, —en; -e, —-en: „körniger“, 
dunkelgrüner Augit. öloba, f. [8 24, 11 eine 
Pflanzengattung, Traubenampfer. Oben 3, 1186; 
aber auch für: Eisenholz, Sideroxylon. 938. —os;: 
s. Coceus. — Coch-pit; -lail: s. Cock 1. — 
Cockswain (engl. körn), in., -6; —: (s. Cock2, 
vgl. Boatswain) Bvotssteuermann, — auch (in 
nicht nachahmungswerther Schreibw.): Corwain. 
Wesittrmann 3, 444; 271a; 276b ic. — Cocc- ulin 
(ulat.), n., -(e)s; 0: ein nam. in den Kockels- 
körnern enthaltnes Gift (Menispermin; Pikrotoxin). 
-ulus, m. [8 24, 21: eine Pfl., Menispérmum, 
nam. Nl. lacunösum u. deren Früchte, Cöcculi 
indici, Kockels= od. Koccos-Körner, auch Fisch- 
körner, insofern sie zum Betäuben u. (gw. heim- 
lichen) Fangen v. Fischen dienen (vgl. Barbasco). 
-uasm (§ 24, 2, u.): Kermes (s. d.), auch Cöccei 
gränum. Jus, m. I§ 24, 21: Schildlaus. Oen 5, 
1531 ff., z. B. C. cäcti, s. Cochenille 2c., vgl.: Das 
Pigment der Cochenille (K.-Roth). prechil 12, 63, 
vgl.: Verwendung der auch in Athen gangbaren 
Kokkos farbe. Weifs Kost. 1, 707 ꝛc. — Coro: 1)
        <pb n="680" />
        Cocodes 
664 
(frz.) n., —; 0: Süßholz= od. Lakritzenwasser: 
Marchand (marschäng] de c. (Nat3. 18, 563), C.= 
Verkäufer (Heinr Lut. 2, 14), in den Straßen von 
Paris 2c. — 2) Das C.-Gras, der ärgste Feind der 
Kuliur. Gerktäcker Meis. 1, 336. — Cocod-es (fre. 
—i, m., uv.; uv.: gleichsam als 3lasc. zu Co- 
cotte (s. d.) ein Pariser Lebe-, Modemann 2c.: 
Historische C. u. Cocottes, die die ewig dauernde Fitelk. 
u. Thorheit charakterisieren. Halon 2, 761; Die Gamins 
u. C. Volksz. 14, 42; Uat3. 22, 488 vc., vgl.: Den 
Löwen der Jetztzeit, der, da er gegen früher in jeder Be- 
ziehung zusammengeschrumpst ist, den Namen Cocodu 
führt. 18, 563. ette, f.; —m, —#: Cocotte. 22, 
188. Tettismus, m., uv.; 0: Cccotterie. ebd. 
— Köho-khoho (tschippew.), m., —s; —: 
Eule. Freiligrah H. 314. — Kohoteta (türk.), n., 
—#; —##: der Mantel der türk. Schiffskapitäne mit 
Knöpfen u. Schnüren. Hammer 10, 354. — Cocon 
(frz. —öng), m., n., —#; —#: das mit Seidenfäden 
umwundne hohle Knäul, worein die sich verpup- 
pende Seidenraupe sich hüllt, — Seirenbülle, Gallette 
(s. d.): Doppel-K-s, 2 Raupen enthaltend. Nar- 
marsch M. 2, 771; Sterblings K., s. Chique 1c2c.; 
bildl. z. B. Scheser Laienbr. 260 2c. — Kokona, 
f.; —#: 1) (in Peru) Die Cocona, welche den Orangen 
v. Quito gleicht. Globus 7, 150b. — 2) in der Tür- 
kei Bez. für christliche Damen, s. Hanum, vgl. 
Sanders Volksl. 95. — Coconiere (frz. —jär), k.; 
—6 : s. Magnanerie. — Kohos, f., m., uv.; uv.: 
gw. als Bstw. in Zsstgn, z. B.: K.-Baum dd. 
Palme, Cöcos nucifera U. die Frucht: K.= od. 
— Kokus--(Kühlpforlh 2, 8 2rc.), Koker-(Rachel 6, 
586) Nuß, dazu: K.= (od. K.-Nuß-) Butter, 
Milch, Ol cc. Auch v. ähnl. Früchten, z. B. 
— maldbinische Nuß v. Lodovicea maldirica: Alle 
angeschwommenen Meer--K. Oken 3, 694 c. — 
Koköschnik: s. Kakoschnik. — Cotötl-e (frz. 
—üä'), f.: —s, -Jn: „Hühnchen“, dann als 
Schmeichelw. für Mädchen u. so — Lorette (s. d.): 
Die biches u. cs. Der letztere Ausdruck, der die 
Bez. lorette ganz verrrängt hat, stammt her v. den klei- 
nen Hühnchen, die man sich in der Schule aus Paxpier 
versertigt. Bl. f. liter. Unlerh. (1868) Nr. 24 (I. Co- 
codds), nach Wachenhustn Eva 19; 64 2c.; Zwischen 
der femme du monde ss. d.] u. der C. ibd.; Die 
Biches (s. d.], die C-n. 18; Das in den Pariser Moden 
die femme [s. d. ) honnéte (s. d.] meist der C. nach- 
ahmt. 11 2cc. eric, f.; -(enn, —s: das Wesen, 
Thun — u.: die Gesammtheit der Cocotten: Kaffe- 
häuser, die gewissermaßen die Feldwache der niedern C. 
sind. 62; In der haute (s. d. Je. 84 „c. — Côct-io 
(lat.), f. [8 24, 3, iönis); -ion, f.; -en: C. 
1I— Pepänsis), Kochung; Verdauung; Zeiligung 
einer Krankheit. Sch. 692b rc. -um 15 24, 2, n.]: 
abgekochter Tranf. —ur, f.; —en: Coctio; auch 
(in Galizken) — Sud-Saline, Salzsiederei. 
Schuchensturl 50. üra, f. [8 21, 11: Coctio. — 
1. Koku, m., —s; —6: ein japan. Maß: Den K. 
Reis zu 10 Thaler. Mag. d. Ausld. 36, 33b rc., auch 
als Geld: Die Prinzen, welche eine Einnahme v. einer 
Million K-s bis 1000 K6 besitzen. Uat3. 2 2, 427 2c., 
Cold 
vgl.: Kok, Iifi Kel beträgt 10 To od. 6 ¼ japan. Kubikfuß. 
Enchkl. f. Kaufl. 439a. — II. Cocu (frz. kokü), m., 
s; —: Hahnrei (vgl. Kuckuck 2e. Se. u. Cornard-. 
age (shy), f.; —n: Hahnreischaft. — Cöculun 
[lat., 824, 2, o.]I: Kochgeschirr. Weiss Kost. 1, 
1290. — Kohulica Citza), f.; —#: weibl. Kerf- 
putz, aus vielen Gold= u. Silbernadeln bestehnd. 
Globus 6, 235b. — Kohus: Kokos (s. d.). — 
Köhüs tachta (türk.), n.: Zifferblatt. Hommer 
10, 351. 
Cöl: 1) (it.) s. Con u. II1 2, z. B.: C. Bässo 
(s. d.); C. Sordino (s. d.) 2c. — 2) (frz.) m., 
—6; —: „Hals“ (Cou), bes.: Bergjoch: Pässe, wie 
fie im Chamouny uber die bekannten C— fuhren. Zrt- 
lepsch A. 105; Mit einem sogen. C. od. einem rie 
Spitzen zweier Thäler bildenden Punkte. Büchner Mensch. 
196; 193 c. — 3) Köl (ar.), f.; —s: Dame im 
Kartenspiel. Prirtmann Or. 1, 161.— I. KRola, f.; 
—6: Die K.-Nuß, eine Frucht des K.-Baumes, C. 
od. Stercülia acuminäta.. Zu Timbuktu, wo sie 
Guro-Nuß beißt. Uatur 141, 320; Ombanun; K.= 
od. Guru-Nuß. Globus 9, 199b, vgl. Oken 3, 1207. 
— II. Köla: s. Kolon 1. — III. Cola (lat.): 1) 
als Anweisung auf Recepten: seihe durch! filtriere! 
ꝛc. — 2) s. Celum. — Tolado (span.), .: durch- 
geseiht, -geschlagen, s. Frhole. — Kologali 
(türk.), m., —#; —: Zedes Tabur od. Bataillon hat 
2 K. od. Adjutantenmajore, einen auf dem rechten Flugel, 
Ssagh K. u. den andern auf dem linken Ssol K.; einen 
Seksenlik K. od. Flugelarjutanten 2c. Hammer 10, 702. 
— Holandiophüänka: Art altind. Schiffe: Trans- 
portboote (Sangara) u. Schnellsegler (K.). Weils Kost. 
1, 510. — Kolänka: Das Fell res sibirischen Mar- 
ders. .. K.--, Karlinken= od. Kolinken-Felle. Precht! 11, 
14. — Koläptik (gr.), f.; 0: Bilrhauerei. — 
Colarin (frz. —rendg), m., —s; —6: Fries des Ka- 
pitells der dorischen u. toskanischen Siule. — 
Koläschen: s. Kalaschen. — Tolat-ion (lat.), (.; 
—en: Durchseihung, Filtrierung. örium, n., 
—s; ken (§ 24, 2, n.]: Seihetuch, Filter: übrtr.: 
Die Nieren sind ein K. für den Harn c. ür, f.; Sen; 
cvü, f. [8 21, 11: das Filtrieren — u.: die fil- 
trierte Flüssigk. — Kolatsch (slaw.), m., uv.; 
i. —s: Sc, f.; —n: (s. Kalatsch, vgl. Kolo) Art 
feines Gebäck, Kuchen (s. Glabus 4, 117b): K.is 
u. Kolpbaks. Kohl Pet. 2, 77 K.; K-en. Hollii Cbarp. 
2, 19 2c.; auch: „Coll alichen“. G. 6, 45; Schtible 
Kochb. 473 ff.; Sand Collatschen. 474 (o#Il. Sand- 
Torte 2c.); „Kollatschen“. Gtubt Ch. 1, 93; Suall. 
Kochd. 3899 ff.; „Gollalschen“. Uei3. 2 1, 327. 
Hölback: s. Kalpack. — Kölban (alban.), m., 
—8; 8: Ochsenhirt. C#o#, 127. — Kolbas- 
nik, m., S : J. Kalabaßnit. 
Colch-icin (ulat.), u., —e)s: 0: narkotischer 
Stoff in der Zeitlose. -icum /§ 21, 2. n.]: eine 
Pfl., Zeitlose, bes. C. antumnãle. Herbstzeitlose. 
Fis: Land in Asien, s. Argo. — Hölchom (pers.), 
m., —9; —: Den K., einen Baum mit wehlriechenden 
u. wohlichmeckenden Fruchten. Petermonn Or. 2, 170. 
Cold (engl.), a.: kalt: C.-cream lkriml,
        <pb n="681" />
        Koldschi 
„kühlender Rahm“ (vgl. Créme), Name einer mil- 
den Salbe. — Köldschi: s. Charun. 
Kolkda (slowak.): geistliches Lied: Die von 
ihnen gesungenen geistl. Quartette, zumal in der Weih- 
nachtszeit, K.-Gesänge. Globus 4, d2a. — Köle-in. 
(gr.), m., —(e)s; 0: Grunrstoff der Flügeldecken 
bei den Kifern. -itis, f. [8 24, 3, uv.]): s. Els- 
tritis. orkle, f.; —n: s. Elytrecele 2c. -öpteron, 
n., —6; ra (zepteren): Käfer d. i. Insekten (s. d.) 
„mit Flügeldecken“ (vgl. Eleutherata). -optösis 
(§ 24, 3, uv.]): s. Elstrortoesis 2c. Jos, m., uv.; 
oi: Scheide. Rüso gK. 20 ꝛc., s. Elvtren. — 
Colẽta (sran.), f.; —: Haarzerf, — bes. der auf 
den Nacken des Toreros herabhangende, woran die 
Moña (s. d.) befestigt isi. Elobus 4, 106a; 136a ꝛt. 
Koliba (alban.), f.; —s: Laubhütte. Cno# 
2, 110 2c. — RKolibak (russ.), m., —s; —: Art 
(geweihtes) Gebäck: Ein K., ein mit süßen Säften 
gefüllter Kuchen, der dem Geburtstagskinde uber dem 
Kopfe zerbrochen wird. Kohl Pet. 2, 73; Kolp baks. 
76; 77, vgl. (gr.) Kölloba, Art Gebäck, — bei den 
heutigen Griechen: das geweihte Todtenmahl aus 
gesottnem Kern, Henigbrot u. Früchten 2c., (. 
Sypdilakis 69, vgl. Kutja. — Koôlibri, m., (n. 3p. 
2, 113), —8, ur.; —, uv.: (s. Ss.) eine durch 
Kleinheit u. Farbenrracht ausgezeichnete Gattung 
amerikanischer Vögel (Blumenvegel, Tröchilus, vgl. 
Beja-Flor), mit vielen nam. nach Edelsteinen be- 
nannten Arten: Amethyst-; Granat-; Juwelen-; Ru- 
bin-; Sarrbir-; Texas-K. 2c.; ferner z. B.: Fliegen-; 
Hauben-; Kragen-K. 2c.; auch: Deutscher K., Notacill# 
rögulus 2c. — Colikren (lat.), ir.: 1) durchseihen, 
filtrieren. — 2) f. culrivieren. — Colisichet (srz. 
ische), m., n., —; —: Tändel-, Flirterrutz, 
Firlefanz 2c.: Kleine, nierliche Ggstre, CS. Böniger 
Sab. 221; Schrer Bl. 2, 99 2c. — Kolkk (gr. —, 
s. Ss.), f.; —en: heftige Unterleibsschmerzen, die 
ihren Sitz in den Gedärmen, nam. im Grimm= 
darm (s. Kolon) haben, Darmgicht, Cölica, z. B.: 
Blei- ed. Maler-K., durch Bleivergiftung, Ein- 
athmung v. Bleiweiß, Cölica saturnina od. pictö- 
rum 2c.; Saburral (s. d.)-K. 2c. (ithia: s. Kolo- 
quinte.) odpni, f.; —+ey)n: Grimmdarmschmerz. 
oplegte, f.; —eyn: Darmlähmung 2c. — Ko- 
linka: s. Kolänka. — Colis (koll), m., uv.; uv.: 
s. Colio. — Colis-e (frz.), m., —s; —3; -o 
(it.), m., -s6; zei; (span.) m., „-s; —s (s. Gallo); 
Tum, n., -s; —: Kolosseum (s. d.). 
Kolkothär, n., m., —8 ; 0: Eisenoryd aus 
Eisenvitriol gewonnen, eig. nur: als Cäput (s. d.) 
mertuum (ritriöli), bei Darstellung rauchender 
Schwefelsäure, — dann aber auch: durch Kalei= 
narion, — bes. als Polierreth dienend. Karmarsch 
2, 180; 861; 3, 201. 
Coll' (it.): apostrophiert vor Vokalen st. collo 
(l. d.); colla (s. d. 3). — Cölla: 1) (gr.), f. 
[5 24, 1): Die Gallert od. der Thierleim (C.). Burdach 
Anthr. 21; Kleber. — 2) f.; —s: s. Degas. — 3) 
(it.) zigzgn aus con (s. d.) la (s. d.), z. B.: C. 
déstra (s. d.); pärte; sinfstra (s. d.). — Collab- 
Tollator 665 
escént (lat.), a.: hinfällig. esenz, f.; 0: 
Hinsalligk. eseikren, intr. (sein): hinfällig wer- 
den. „ĩeren, intr. (sein): zusammenfallen, sinken 
ꝛc. — Tollabor-ation (lat.), f.; —en: das Zu- 
sammenarbeiten, z. B.: seb. Bilb. aus per. II 2, 
312; Der Vater rdieses K—s-Sstems lbei Dramenl 
ist Eugene Scribe. Carlenl. 16, 159a 2#c.; auch 
(Rechtsspr.): die gemeinsame Errungenschaft eines 
EChepaars. -ãtor, m., —s; ören (§ 24, 3, öris]: 
„Mitarbeiter, Gehilse“, Hilfs-, Unterlehrer. 
atur, f.; —en: Sielle, Amt eines Kollaberators. 
-Uren, intr. (haben): mit od. gemeinsam arbeiten. 
— Collage (frz. -äsfh'), f. (m.): das Leimen r. 
Parier 2c.: Carton (s. d.) dec. — Tollän- (it.), 
f.: -e;: —e, f.; —n: Hals-, Ordenskette. — 
Collapfus (lat.), m. [8 24, 41: das Kollabieren 
der Krä-rte, nam. bei nahendem Tod. — Collar 
(lat.), n., —e)s; —e: Hals-Eisen, -Band,-Kra- 
gen: [Der Falke) trug ein silbern K. Grün Ritt. 6 4 2c.; 
nam. das Halsband katholischer Geistlichen, auch 
(engl.): Den Hals in steife Cs kkellörs] geknebelt. 
Nodenderg Wal. 2, 47 — u. (lat.): -e ss 24, 3, 
is, MzZ. -ial, vgl. Gollereit. — Collas (frz. —3), 
m.: s. Relkef. — Collakler -al (lat.): seitlich: Mit 
t-er Kompression v. links nach rechts. Burmeißer Grch. 
513; K.-Schiff einer Kirche; K.-Werke eiuer 
Festung 2c.; eine Seitenlinie bildend od. dazu ge- 
hörig 2c.: K.-Erben, Erbschaft, Erb- 
Steuer 2c.; -Linie eines Stammbaums; -Ver- 
wanrte 2c. Täle (it.), a.: zur Seite siehnd, bei- 
geordnet rc., z. B.: Einsetzung des ebersten Sraars= 
raths .. unter dem Namen des Consiglio IFiljol c. 
Rtumont Mard. 1, 68 ꝛc. alis (lat.), a.: kol- 
lateral: Collateräles, Seitenverwantte. -teren, 
tr.: Bäume seitl. pfrerfen. — Tollät-io (lat.), 
f. [8 24, 3, önis!): „Zusammentragung“, bef.: 
1) das Einwersen v. Vermögens-Ggsten in eine 
gemeinsame Masse, z. B.: C. bonörum, bei Erb- 
schaftstheilungen: C. dötis, das Einwerfen der 
Mitgift (bei Gütergemeinschaft 2c.). — 2) die 
Verleihung v. Pfründen. — 3) f. Collarien u. 
Collater. iön, f.; -##n: Collatio (j. d.), — 
nam. auch: 1) Imbis (ogl. Frilch 1, 171b; Schmeler 
2, 290);: Eine vortreffl. K. einzunehmen. G. 20, 232; 
30, 350; Sich zur ausgelassenen Sxiel= u. Trink= 
K. binsetzen. 14, 263; General ss. d. 31 K. 2c. 
Vralt.: Bei den Collazen u. Zechen, s. Gödeke Gr. 
427; Eine gute Collatz. filchart Garg. 262a; Col- 
latzbäuch. 17a [Schlemmer] 2c. u. (it.): Als die 
Locandiera auf die Bestellung einer Collaziöne 
lauerte. Guskow 3. 9, 9. — 2) Vergleichung einer 
Abschrift mit der Urschrift, um sich v. der Voll- 
stänrigkeit und Ubereinstimmung zu überzeugen. 
Tion(n)ieren: 1) imtr. (haben): eine Kollation 
(s. d. 1) einnehmen; vralt.: Wann wir collazten. 
Kimplieilsimus 4, 9922 (ogl. Collator 1). — 2) eine 
Kollation (s. d. 2) vornehmen. G. 23, 86 2c.; 
daher (Buchrr. c.): hachsehn, ob die gefalzten 
Bogen eines Werks vollständig sind u. in gehöriger 
Reihenfolge liegen. io, a.: vergleichend, gleich- 
stellend: K.-Konjunktion, conjunctio e-a 2c. Tor,
        <pb n="682" />
        666 Tollalur 
m., —8; zören [8 24, 3, öris): 1) Sammler, 
vgl.: Ein Mönch v. denen Sekten, die sich nennen v. 
Kollekten lwortspielend st. Coletten), sonst C-es vom 
Collatzen,| sie nehmen Heller, Pfenning, Batzen. Lischar# 
(DBibl. 8, 116). — 2) Einer, der zur Herstellung 
des richtigen Tertes die versch. Handschristen eines 
alten Werks u. ihre Lesarten vergleicht. — 3) (s. 
Collatio 2) Einer, der eine Pfründe rc. zu vergeben 
hat, Küchenpatron ꝛe. Wichram Rollw. 14426 rc. 
ür, f.; —en: das Recht, Pfründen rc. zu ver- 
leihen (ogl. Präsentationsrecht 2c.): Auf eine Pfarrei 
erzbischöflicher K. müssen sie v. vorn herein verzichten. 
Volksz. 17, 31; Bahrdt 2, 158 2c. — Kollätsche: 
s. Kolatsch. — Collandäl-io (lat.), f. [8 24, 3, 
—iönis] ion, t.: —en: Lob, Belobigung. — 
Collaz 2c.: s. Collatlon 1. — I. Cölle: 1) (it.) 
st. con (. d. ) le (s. d.). — 2) s. Collé u. Collet. 
— II. Collé Orz. —), a.: „angeleimt“, dicht an- 
liegend, — bes. im Billardsp., v. einem Ball, der 
dicht an der Bande liegt: C.-Ball; C.-Stoß, 
bei einem Ball, der c. ist, s. auch Collet. — Collẽg 
(lat.), n., —#; -zlen: Kollegium (s. d.). Ja, m. 
6 24, 11: Kollege (s. d.). — Collegatar (lat.), 
()s; e, „len; -ius, m. I§ 24, 21: Mit- 
Kehatne (s. d.). — Collegse: ) (lat. - m., In; 
—n : Amtsgenoß, zuw. auch verallgemeint, z. B. 
(sachl.): Ein Brieschen, dessen Ecke sich in den Spalt 
des stattlichen Brief-Kn eingeschoben. Gartenl. 16, 
706a; serner an manchen Schulen (z. B. in 
Sachsen) K., Schul-K., als Titel — Lehrer 2c.: 
Der Cidevant (s. d.) od. Ex-K.; Halb.-K. 
Böniger Sab. 19; Seine Mit-K-u. 2p. Wahrh. 4, 
179: Seine ldes ersten Konsul's, Bonaparte] Schat- 
ten- Kxn. F Bl. 2 106 ꝛc. — 2) Colldge 
(srz. kollesh.), n.## uv. —s: in Frankreich, Bel- 
Zien 2c. Name für höhere Schulen, etwa — Gym- 
nasium, — 3) College (engl. koͤlledfh), n., uv. 
—6 „: s. 2, z. B.: Das C. zu Eaton lit'n] 1e. ; feruer 
bes.: ein nam. mit einer Universität verbundnes 
Suliftungs -Institut: Die Beneficien der Ces u. die 
mit vielen derselben verknüpften Repetentenstellen (tutor- 
ships). Nal ##. 21, 309; Kohl Engl. 3, 12; Das 
Magdalen-C. [in Orfordl hat 40 Fellows 2e. 42, auch: 
Die düstern Ginge u. Höfe der Collegiate. Gtenzb. 
25, 2, 296 2c. -enschaft, f.; (-en): Amtsgenossen- 
schaft: Bei unsrer K. im Konsulate. Slahr Kaiserfr. 
290 2c. idl, a.: 1) amtsbrüderlich (auch: C###sch 
u. als Adv.: C-iter): Ein ulcht (od. nn-, in-) 
s-es, k—isches Benehmen. — 2) ein Kollegium bil- 
dend, v. solchem ausgehnd 2c.: K.-Beschluß; 
Unter Zuziehung v. 8 K.= Richtern -hie als Mit- 
glieder des Richterkollegiums fungieren u. stim- 
men]. Uat.. 21, 175; Das K.-System in der 
Verwaltung, entgegengesetzt dem bureaukratischen . 
iälisch, a.: s. kollegial, nam. 1. Tialität, 
0: Amtsbrüderlichkeit: Un. (In.) K. Falitter 
adv.: s. kollegial, nam. 1. -iant, m., -en, -s6; en: 
eine Sekte der Remonstranten. Jial, n., (e)o; 
e: (s. College 3) u. m., -en; Sen: Stifts- -Ge- 
nosse, „Mitglied: All Soul's College lal ßohls 
kollersh, das Aller-Scelen-Kolleginm] hat nur 
Tollecteur 
graduierte Mitglieder u. nicht weniger als 40 Fellows 
(C-en). Kohl Engl. 3, 41; K.-Kirche, „Stift ꝛe., 
mit K-en (Domherren), die ihren Unterhalt aus 
der Stistung beziehen. iatür, f.; —-en: eine 
Stiftung für Kollegiaten, bes. auf ältern Universi- 
täten. ien (frz. —eshjeng), m., —s; —6: Schuler 
eines Collége (s. d. 2). Iñoht Par. I, s. io (it. 
—edsho), n., —; -i: Collegiunm. -ium (§ 24, 2, 
n. J: (s. Kolleg): 1) eine Gesammtheit v. Berufs- 
od. Amtsgenossen u. ihr Lokal, — z. B.: a) im 
alten Rom — Zunft, Gilde 2c.; Schen frühzeitig 
hatten die Handwerker sich zu Innungen (collsgia opi- 
licum) konstituiert. Guyl 2, 286 2c. — b) (burschik. 2c.) 
Ein Sauf-, Zech-K. 2c.; Von dem König Friedrich 
Wilhelm in sein Tabacks K. eingeladen. Arnim 272 2c. 
— c) nam. v. Amtsgenossen, die gemeinsam wir- 
ken, Beschlüsse fassen rc. (s. d.): Trés fäcjunt c., 
Drei machen ein K. aus, gehören als die mindeste 
Zahl zu einem solchen 2c. (s. Büchmann 156); C. 
säcrum (it. säcro collsgio), das Katdinal- in 
Rom; Das Priester-K. (vrsch. 2) 2c. Raths-; 
iF# r Handels-; Kirchen; Schul.* eh- 
rer-K. ꝛc.; Die Herren vom Collegio. Sch. 107a 1e. 
— 4) ( l bes. v. höhern Staatsbehörden u. ihren 
Sitzungslofalen: Finanz-; Forst-; Justtz-; Kabi- 
netts-; Kammer-K. 2c.; Der Präsident des Ks od. 
Collegii 2c. — 2) (s. 1, vgl. College 2; 3) Name 
v. höhern Erziehungs= u. Dildungeinstitnten, 
B.: C. illüstre, Ritterafademie 2c.; bes. bei Ka- 
tholiken Missions-Seminar zur Ausbreitung der 
katholischen Religion unter Akatholiken: Collsgia 
pontifĩcia, die Priesterkollegia (ursch. 1 d), 3 
C. — od. congregätio (s. d.), — de propagända 
fide; Das C. Germänicum; Im frühern germanischen 
K. Gutzkow 3. 9, 201 2c. — 3) Vorlesung auf der 
Hochschule für Studenten (s. Prälektion): Der Pro- 
fessor liest ein K.; Der Student belegt, hört ein K., 
schwänzt die Kollegia; Offentliches K., c. püblicum, 
Ggstz privätum, privatlssimum; Praktisches K., c. 
präcticum (s. d.); Medicinisches, theologisches K.; 
Ein K. über Logik; Ich ta *7 drum zuerst C. lõ- 
gicum. G. 11, 77 te. — Kölleh, n., —#; —, uv.: 
s. Mattaro. — Colléel-a LG ), f. [8 24, 11: 
Kollekte. -ändum!ss§ 24, 2, n.]: das Kollektieren: 
Jus collectändi, das Recht dazu. änca, pl. [824, 
2, u. ): aus der Lektüre Zusammengetragnes, Lese= 
früchte. änärn, pl.: Collectanea: C.-Buch 
(w. 9, 28); Sammler (G. 32, 7) 2c. nt, m., 
en, (—s); -en: ein Kollektierender. -ation, (.; 
en: Kollektierung: K-#.Recht 2c. -c, k. -n: 
1) eine Sammlung milder Gaben: K. sammeln. 
Gutzkow Tart. 241 2c. — 2) (kirchl.) ein Gebet, das 
am Altar abgesungen wird. wockern. 1, 2683; 
21; 26 2c. — 3) das Amt eines Lotleriekollek- 
teurs u. sein Kreis v. Kunden vd. Los-Abnehmern: 
Das große Los fiel 2mal in seine K. (s. Kollektur) 1c. 
Zeur (frz. —r), m., —#; —. —e: Einsammler, — 
bes.: K., Lotterie-K. —ie Z. 8, 179, Ciner, 
der v. der Lotteriedirektien eine größre Anzahl Lose 
empfängt od. nimmt, un sie im Einzelnen ab- 
zusetzen (od. Spieler dafür zu sammeln); Ober-,
        <pb n="683" />
        Collectieren 
Unter-K. ieren, intr. (haben), tr.: milde Ga- 
ben sammeln: Fur die Abgebrannten k., Geld (zu- 
sammen-) k. 2c. Tio, f. [824, 3, iönis!): Samm- 
lung, z. B. v. Schriften ꝛe. iön, f.; Sen: 
Collectio, — auch frz. (jöngl, f.; -s6; u. engl. 
Uollektschenl, f.; —#: C.of löw] Brftish (-ischl authors 
Iätnörsl, britische Autoren; Educational (s. d.) 
Cs ½c. #i: 1) a.: sammelnd; zusammenfassend; 
eine Gesammtheit bildend od. darauf bezügl. r2c. 
Methorisch-k. G. 22, 348; Weil ein schweisender Geist 
ibm die k—e Kraft entzogen. 27, 477; Die Sanktion 
der k—en Garantie der Mächte. Seinzb. 26, 3, 116; 
Der Mensch ist .. ein k-es Wort für die sämmtlichen 
einzelnen Menschen. w. 22, 389 rc#., s. 2; 3. — 2) 
(auch m. dem Ton auf der ersten Silbe) n., —5; 
—a, -e: ein eine Gesammtheit bezeichnendes Haupt- 
wort, (Nömen) collectirum, Sammel-Wort, -Namen 
(s. 1), z. B.: Wald, Heer, Volk sind K-a cc. — 3) 
Als Bstw., s. nam. 1, z. B.: K.-Garantie aller 
Kontraktmächte. Grenzb. 2 6, 3, 146 2c.; K. (od. Sam- 
mel) . Glas, Kinse, die Lichtstrahlen in einen 
Fokus (s. d.) sammelnd: Einzel- od. K.-Inter- 
vention. fallmerayer Gs W. 1, 7; Eine K.-Note 
der Garantiemächte; Einen K.-Protest. Crenzb. 26, 
3, 391; Aus 8, theils mit Viril-, theils mit K.= 
Stimmern begünstigten Grafen. Volksz. 16, 88; K.= 
Urtheil, das über Mehrere zusammen gefillt 
wird; K.-Wort, s. 2 c. -ĩvisch, a.;: kollektiv. 
T#uaHm s8 24, 2, n.): s. Kollektiv 2. -Ivus, a.: 
kollektiv: Die weibl. Autoren, die ich mit dem aller- 
liebsten nömen collectivum „le troisidme sexe“ 
irgendwo bezeichnet fand. Hollei Treust. 2, 94 2c. or, 
m., —6; -bören [8 24, 3, öris!): Sammler, f. 
Collecteur; auch sachl.: An dieser Elektrisier-! Ma- 
schine .. den Leiter mit dem Cvlinder durch einen Zu- 
leiter od. C., d. i. durch einen Kamm mit metallnen 
Spitzen verbunden. Gehler 1, 785 2c. -ũr, f.; -en: 
Sammlung, z. B.: Das Grimselsrital mit den dazu 
gebrigen Weiren u. K.-Rechten. Berlepsch 292 (s. 
Collectandi jus); Auch die Lotto-K. erlangt der 
Unermürliche. Globus 4, Sob, s. Kollekte. — Collerrtt 
(frz.), n., —Me)s; —e; -e, f.; —m: Art Kragen u. 
Vorhemde (vgl. Kollar). — Kollesis (gr.), k. 
(§ 24, 3, uv.]): das Zuleimen; Löthen; das Zu- 
sammenheilen, Verharschen einer Wunde. Dazu: 
Collsticum — kolletisches (od. K. bewirkendes) 
Heilmittel, vgl. Conglutinans 2c. — Collet (frz. 
9, n., —#6; —#: Koller, Reitjacke, Wams 2c., — 
gw., wenn auch in frz. Schreibw., doch aus- 
gesrrochen, wie Kollett (s. d.) u. füglich auch so 
geschrieben (vgl. Billett 2c., s. Ss. Orth. 1028 f..), 
— dagegen: kolle in der volksth. Wendung: Ze- 
mand C. schleppen, beim Kragen packend 2c., ihn 
festtnehmen, ins Gefängnis schleppen, — nach 
andrer Deutung zu Collé (s. d. II) gezogen. — 
Tollet-icum (§ 24, 2, n.); eisch, a.: s. Kollesis. 
— HKollétt, n., —(e); -, —er: s. Collet, z. B.: 
Gelöst wehn Schnur u. Litzesl um sein zerhaun „Col- 
let“ [Reim: Stilet, spr.: -étt). kr#iligroth SW. 1, 
81; 5. Cid. 15; Die Dragoner in ihren blauen K-en 
u. gelben Aufschlägen. Höfer V. 7; Unsre gelben 
Tollo 667 
e Colleter" [Reim: Wetterl. Sch. 327a 1c#.; Der 
Graf trug ein kurzes willtärisches weißes „Hau scollet“. 
Gutzkom Z. 7, 192; Im grunen Jagd--K. Immermann 
M. 1, 299 2c. — Cölli: s. Cölle. — Collidieren 
(lat.), intr. (haben): widerstreitend zusammen- 
tieffen: Wo Neigung u. Pflicht k. 2c., s. Kollision. — 
Tollier: 1) (frz. Je) n., —#s; —#: Hals-Schmuck, 
Kette (s. Colllane, ar, vgl. Carcan 2c.): Bril- 
lant-; Topasen= (Salon 1, 377) K. 2c.; K.= 
Schloß 2c. — 2) (engl. kelljörr) m., —§#; —: 
Die C—s (Kohlenarbeiter) v. Newkastle lujukäss'Il. Kohl 
Engl. 1, 77; CS# (Kohlenarbeiter). Dieses Wort wird 
dann auch noch weiter ausgedehnt u. man bez. damit 
nicht nur die Schiffer, welche die Kohlen verschiffen, u. 
die Schiffe, in denen Dies geschieht, sondern auch die 
großen Kaufleute, welche mit Kohlen handeln, werden 
Cxs genannt u. übrh. am Ende alle Personen (das Schiff 
ist bei den Engländern auch eine Person), die mit der 
Produktion, Beförderung od. Verschleißung der Kohlen 
irgend Etwas zu thun haben. 2, 10 2c. -3, f.; -ies: 
Die Engländer nennen ein ganzes Kohlenwerk a c.; Die 
Kohlen-Gruben od. -Minen aber coalpits. Eine solche 
c. 2c. 21. — Collige, m., —; —m: Halb-Baner, 
Pächter: Acker, kie .. Mönchen zur Bestellung auf 
halben Ertrag (als C-n) übergeben werden. Brandis Gr. 
3, 214. — Colligkeren (lat.), tr.: sammeln, 
vgl. Collect 2c. — Tolligue, f.; —: (s. Kila): 
Das bambusartige Gras, die sonderbare C. pöppig Ch. 
1, 55; 58 2c. — Tollim-atiön (lat.), f.; -en: 
das wirkl. Zusammenfallen zweier Linien, deren 
Richtung dieselbe sein soll, nam. bei winkelmessen- 
den Instrumenten, deren richtige Stellung eben 
v. der K. abhängt, s. Bobrik 161: K-#-Fehler, 
der konstante Fehler, um den der wirkl. Horizontal- 
punkt des Meridiankreises v. dem Nullpunkt der 
Theilung des Instruments abweicht. fiurom 715; 
723 2c.; Das eig. Fernrobr, d. h. die Achse der beiden 
Linsen ldes Okulars u. des Objektivs!, die man auch die 
K-s-Linie zu nennen rilegt. 689 2c. ator, m., 
—8; ören [8 24, 3, öris!]: ein Instrument, den 
Zenithprunkt eines zur Beobachtung dienenden In- 
strumentalkreises zu finden. 718 ff. -eren, intr. 
(haben) u. tr.: v. winkelwessenden Werkzeugen: 
so stehn — od.: sie so stellen — daß kein Kolli- 
mationsfehler statthat. — Colliqu-ätio (lat.), f. 
[8 24, 3, önis): Kolliquation. -ation, f.; -en: 
das Zusammenschmelzen; das Zersließen bei ein- 
tretender Fäulnis, die Fänlnis, Dyskrasie, fauliger 
Zustand 2c.: K—#s-Fieber 2cc. Jatio, a.: mit 
Kolliguation verbunden, davon herrührend: Ker 
Durchfall, Schweiß 2c. ##zerflie 
zerschmelzend. -escénz, f.; Cen): das Zer- 
schmelzen. esci# ren, intr. (sein): zerschmelzen, 
zergehn 2c. — Tollision (lat.), f.; —#n: Kolli- 
dierung: K—-s-Fälle 2c. — Collitigänt (nlat.), 
m., —en, (—8); —en: Theilnehmer an einem Rechts- 
streit. — Cöll-o (it.): 1) — con (s. d.) lo (s. d.). 
— 2) m., n., —; -i: (kaufm.) etwas Zusammen- 
gepacktes, ein Waarenballen als Frachtstück: Waa- 
ren-Colli. fallmerayer Gs W. 1, 57 2c.; Die Beseiti- 
gung der K.-Verschlüsse, da schon jeres einzelne
        <pb n="684" />
        Collocieren 
668 
Stück Mannfakturwaaren plombiert wird. UatB. 21, 
112 . Oft wird die Form der Mz. als Ez. ver- 
wendet: Das Kolli, des Kollis; die Kollis (vgl. frz. 
colis). — TCollocieren (lat.), tr.: aufstellend 
ordnen 2c.; Etwas ausleihn, unterbringen, (Geld) 
anlegen 2c. — Koll-odion (gr.), m., —; (len): 
Kollodium, z. B.: Er belichtet, übergießt .. das Pig- 
mentpapier mit Roh-K. Das Vildchen bleibt am K. 
haften. Matz. 2 1, 47 ic. odisseren, tr.:; mit einer Kol- 
lodiumschicht überziehn. Karmarsch 2, 596. -ödium, 
Mn., — (len) [824, 2, n. : K. istllösliche Schießbaum- 
wolle lod. sog. K.-Wolle sin einer Mischung v. Ather mit 
wenig Weingeist gelöst. Karmarsch 1, 412; K.-Bil- 
der. Die Anwendung des K-s in der Photographic 2c. 
2, 594; Ein K.-Ballon ist ein kleines K.-Ge- 
fäß, d. h. ein Gefäß aus K.-Haut oder dem durch 
Verdunstung einer K.-Lösung sich bildenden Häntchen, 
mit Wasserstoff gesullt; K.-Schicht; „Tafel 2c.; 
Nach den für Heilzwecke dem K. zugesetzten Stoffen 
unterscheidet man z. B.: Eisen-, Jod-; Kantha- 
riden-; Sublimat-K. 2c. oid, n., —e)8; —e: 
Die krystallinischen Stoffe unter den festen Materien sind 
die leicht zu diffundierenden, die amorphen die schwer zu 
durchdringenden, bes. wenn sie im Hydratzustande zu den 
gallertartigen gehören. Letztere nennt Graham Kee, 
erstere Krystalloide. Meyer Konv. 5, 714a; K.-Sub. 
stanzen. IMüller Ph. 1, 152. Joidäl, a.: ein 
Kolloid seind, in solcher Art: eer Konv. 5, 714b; 
Jedes wirkliche Glas ist vollkommen unkrystallinisch 
od. in einem Zustande, genau analog demzjenigen, 
welcher v. Graham mit k., als Ggstz des krystalli- 
nischen, bezeichnet wird. Nalur 16, 303a. — 
Collocalion (lat.), f.; —en: Collocierung, bef.: 
Ordnung der Gläubiger nach ihrer Reihenfolge im 
Konkurs: Cs (Lolations-, Klassisikations-) = Renten, 
-„Urtheil. — Collo-enliön (lat.), f.; Sen: 
Colloquinm. quteren, intr. (haben): sich unter- 
reden. -gquium, u., —6; -qulen [8 24, 2, n.1: 
Unterredung: Zu einem ferneren Collognio. G. Sch. 
6, 134 rc.; bes. auch als eine Art Eramen 2c.: 
C. charitatirum, Unterredung zw. Anhingern ver- 
schiedner Ansichten zur Vermittlung derselben, — 
nam. auf religiösem Gebiet r2. — Tollud-seren, 
intr. (haben): unter einer Decke spielen, ein heiml. 
Einverständnis haben 2c. dium, n., —#; -dien 
!§8 21, 2, u.]: Collusion. — Cöllum llat., § 24, 
2, u.): Hals. — Collus# ion (lat.), f.; Sen: 
Kolludierung, Colludinm: K—s#- Fälle; Ks- 
Haft Verdächtiger, zur Verhindrung ihrer K. 2c. 
orisch, a.: auf Kollusion zielend od. beruhnd re. 
— VLollu-lorium (lat.), n., —; (ken); (§ 24, 
2, n.]: Mundspülwasser. Jvies, f. [8 24, 51; 
Svio, s. I§# 24, 3,-viönis): Zusammenfluß v. Un- 
rath, Spülicht 2c.: C. gästrica, Verunreinigung 
der Speisewege. -vion, f.; -en: Colluvio. — 
Köllpb-a (gr.), en, pl.: 1) s. Kolibak. — 2) 
Scheidemünzen. -ist, m., -en, —#;zen: Geldwechs= 
ler. —us, m. I/§ 24, 21: Aufgeld, Agio. — Kollpr- 
it, m., —(ey; —e: Art Thonerde. Onen 1, 212. 
ium (gr.), n., —8; -ien [8 24, 2, n.]): Augen- 
salbe (s. Hygro-.K.). 
Colonel 
Cöôlm-a (it.), f.; e: Springstuth im adriat. 
Meer. — Tolmar, k.; —#s: Art Birnen. 
Kölo (slaw.), n., m., —#; —8: Rad, Kreis, 
das Rund, z. B. im Königreich Polen: K.-Platz, 
Platz der Königswahl rc.; bei den Albanesen: 
!Die Greise bilden einen s. g. krveno k. (die Blut- 
runde). .. Während die Richter im K. die krvina (den 
Blutpreis ldas Wehrgeldl) festsetken. CRoberl 2, 99 cc.; 
bes. aber (bei den Serben, Bulgaren 2c.): Der K., 
ein Rundtanz, wo sämmtliche Arme in einander ge- 
schlungen 2c. 216; K.-Tanz. 221; Der K. 1, 50 ff.; 
219; Globus 5, 99a; Gerhard W. 2, 221; 251; Vor- 
tänzer .. K.-Führer. ebd.; Talvj 2, 74 20.— Kolob- 
ium (gr.), n.,— #s; ken [824, 2): Art kurzes Wams cc. 
om, u., —#c); -—e; --öma, n., —#; -ta I 24, 
3, u., —tis!): „Verstümmlung“, nam.: angeborne 
Spaltung des obern Augenlieds. — Cologne 
(frz.—ön!): Köln: Eau (s. d.) de C. — Colocasi-a 
(gr.), f. [8 24, 1): -, f.; —: Art Zehrwurzel. 
Ohen 3, 593. — Rolohöl (russ.), m., —6; —6: 
Glocke, z. B. auch als Titel einer Zeitschrift: Her- 
zen's K. -nih, m., —s; —#: Glockenthurm (vgl. 
Campanile): Die 1000 Glocken der griech. K—#. Kohl 
Pet. 2, 66; Den K. des Kreml. Naisß. 20, 197 rc. 
— Colomänus, m. I§ 24, 2): Name eines ka- 
tholischen Heiligen: Der Wettersegen (Kolomanisegen) 
hilft gegen die Wetterhere. Glodus 4, 46b 2c. — 
Colomb-- in (frz.), a.: taubenhalsfarbig (s. Gorge 
de pigeon): K.-roth 2c., vgl.: Die cig. Orseille= od. 
Columbin-Farbe. Ohen 3, 219. Inc, f.; -n: 
„Täubchen“, Name v. Harlekin's (s. d.) Geliebte 
2c. in der Commedia dell arte, — der weibl. Har- 
lekin (vgl. Arlechinette), auch: Columbina. Kag. d. 
Ausld. 36, 497a; Colombina od. Smeraldina. 
Rosenkranz Psch. 550.— Kolomejha, f.; —6#: Längs 
dem Fuße der Karpaten. hat das gemeine Volk einen 
Tanz, welcher v. der Stadt Kolomeja seinen Namen 
führt .. K. wp. Volksl. der Pol. X, vgl.: Die 
Kolom ijka tanzen. Die Musikanten spielten die Kolo- 
miika. Salon 2, 173. — I. Mol-on (gr.), n., —8; 
—8#, za: 1) ein Glied od. Absatz (vgl. dikolisch 2c.), 
z. B.: a) Glied in der Bauk. — b) Glied einer 
grammat. Periode (vgl. 2). — c) (Metrik) Glied 
einer Strophe 2c.: Den Wechsel der Cäsuren u. Kola. 
#h##bs Verm. 5, 542. — 2) (s. 1b) ein Inter- 
punktionszeichen, Doppelpunkt (2), s. Sanders Orth. 
147, s. Semikolon. — 3) Grimmdarm (Colum), s. 
Kolik. — II. Kolon (lat.), m., —en; -en: Co- 
lönus (s. d.): Der K. Der Hofbesitzer. Nar3. 21, 
83; Ein kleiner K-e. Galen GrP. 1, 195. at, m., 
n., ); -e: der Stand — u.: das Gut, der 
Hof eines Kolonen: Der Anerbe v. Wallfurth's C. 
Gartenl. 16, 130a; Savigny Vermischt. Schr. 2, 1 2c.; 
K(—"). Gut;Recht 2c. — Colonäte: s. Colonnate. 
— Colonäticum Inlat., § 24, 2, m. : der v. dem 
Colonus dem Grundherrn zu leistende Dienst. — 
Colon-el (fri.), m.,—#; -s: 1) eig. „Kolonnenfüh- 
rer“, — Oberst: Dierevue ss. d. duc. .; C.-géngral 
(sheneräll, Inspektor einer Waffengattung; C.lien- 
tenant IUIÖ7’'ning), Kommandeur eines Negiments 
unter einem Oberst; Lieutenant - C., Oberstleut-
        <pb n="685" />
        Colonell 
nant 2c., — auch (engl.) C. [spr.: tornels. — 2) 
(Buchdr.) Schriftgattung v. 7 Punkten in der 
Mitte zw. Nonpareille u. Petit. -ell, m., 8; 
—#: K., deutsche Schreibw. st. Colenel. — Colôn--ia 
(lat.), f. [8 24, 11: Pflanz-, Tochterstadt, An- 
sierlung, Pflanzvolk 2c. (Kolenie); auch: das Be- 
sitzthum eines Colonus. Jiäl, a.: Kolonien — 
— od. die Kolonien — betreffend, darauf bezüg- 
lich, daher stammend 2c.: Die —e Macht dieser Na- 
tion. Koner Afr. 40; Daß der Name v. irgend einer K.-Be- 
ziehung zu jener lekischen Insel herrühren muß. Ross Ins. 
2, 100 2c.; K.Bonds (s. d.); Das K.-Englisch lwie 
es in den engl. Kolonien gesrrochen wird l. Nat 3. 20, 
447 c.; K.-Geschäft, mit K.-Waaren (s. d.); 
Haurel, nam. v. dem Handel mit den ost= u. 
westindischen Kolonien; = Politik, die sich in der 
Grundung v. Kolonien u. dem K.-System kund- 
gebende. Kontr Afr. 62; = System, wonach das 
Vh. u. die Beziehungen der Kolonien zum Mutter- 
lande geregelt sind. Humboldt Kosm. 2, 178;-Waa- 
ren, bes. die aus den ost= u. westindischen Kolo- 
nien kommenden, zumal Kaffe, Zucker, Gewürze; 
Zucker. Karmarsch 3, 731 (s.-Waaren), im Ggstz 
zum Runkelrübenzucker 2c. -ik, f.; —ehn: s. Co- 
lonia; auch z. B.: Von Natur getrieben, vermehren 
die Bienen selbsi ihre Ken. Kirsten Bien. 41 2c.; So 
sind die Klöster zugleich Acker-K—-u. Brandis Gr. 3, 
215; Ackerbau-K., in denen Ackerbau die Haupt- 
sache ist; Bergwerks-; Handels-K.; Kloster- 
K. des heiligen Bergs (Atbos). Brandis Gr. 3, 213; 
Die freie Neger-K. Liberia 1c.; Die Pflanzungs- 
od. Plantagen-K-n# Westindiens 2c.; Aus unserer 
Schul-K. Uoqueite Lug. 512; 564 2c.; In den 
Straf-Kn. Gortenl. 16, 202b, s. Deportation(s-K.); 
Eine Vor-K. des Hafenrlatzes. Grenzb. 24, 1, 280 rc. 
Als Bstw. z. B.: K.-Bonds (s. d.); K.-Land 
lzur Gründung einer K. J. Eregorovius Korf. 1, 5 8 2c.; 
Die K-n-Länder der Pbönicier lin denen sie Ken 
gründeten od hatten]. Hecren Id. 1, 649 ff.; 670; 
Haurt-K-n-Länder der Pbönicier. 661 2c.; Die 
Nachtheile des K-n-Systems. 638; 646 cc. 
ielI, a.: s. kolonial, auch — kolonisiisch: Eine all- 
gemeine Unzufriedenheit, die sich lin Adelafdel in öffent- 
lichen Meetings in k-#er, d. i. sehr derber Weise bereits 
Luft gemacht. Nat 3. 21, 471, wie sie in der Kolonie 
üblich ist, herrscht ꝛe. -isation, f.; —en: Koloni- 
fierung: K-s-Versuche 2c. iL’ie#ren, tr.: eine 
Gegend ansiedelnd bevölkern; dort eine Kolonie 
od. Kolonien gründen. ist, m., -en, —s; —-en: An- 
siedler, Angehöriger einer Kolonie. istisch, a.: 
die Kolonisten betreffend, darauf bezüglich rc.: 
Kleine, bürgerliche, —e Vbe. Nat 3. 21, 463 12c. — 
Colonn-äde (frz.), f.; —, —#: Säulen-Gang, 
Halle (vgl. Arkade; Porticus). — äte, m., —n; —n: 
„Säulenpiaster“", z. B. (in d. Türkei): Täglich 
2 „Kolonaten" od. 50 Piaster (100 Piaster = 
6 Thlr. Pr. Ct.). Welcker Tag. 2, 229; „Colonnate“. 
142 cc., vgl.: Jährlich 100000 Colonnäti, d. i. 
mehr als eine halbe Million Franken rc. follmerayer Gs W. 
1, 62; Colonnäto, Säulenpiaster eine spanlsch- 
merikanische Silbermünze v. 8 Reales de Plata. Encykl. k 
669 
Coloramento 
afl. 2 48a 2c. (span. Columnärio). -ãto (it.), m., 
uv.; zäti: 1) —= Coronnade. — 2) = Colonnate. -e, 
f.; —n: (s. Column-a, „e) „Säule“, — auch: eine 
Ausstellung in einer Ordnung v. wenig Front u. 
viel Tiefe, z. B. v. Tanzraaren: Keißner Sanf. 1, 
249; 2, 42 1c.; Eine Tanz-K. 1, 319; Von der Ri- 
gaudon de la Paix. dem ersten K-n-Tanz, der sräter zur 
Anglaise Veranlassung gab. Westermann 3, 5 47b 2c.; 
ferner: Einer zur Feuerstätte eilenden Lösch-K. Salan 
3, 195 2c.; Brach die Reise-K. auf. Grenzb. 24, 
1, 3092c.; Die Marschordnung lder Schiffel besteht ent- 
weder in einer od. in 3 Ken. Dobrik 489b; Die Luvr- 
wärts-, Leewärts-= u. Mittel-K., s. 413b 2c. u. 
bes. v. Truppen C, Heersäulen““ 2c.): G. 25, 96 2.; 
C. pleine (kolönn“ plän], geschloßner Zug ohne 
Zwischenräume für die Abtheilungen, Ggitz coupse 
lkure 2c.; Angriffs- od. Attack= (s. d.) K.; Die 
Bagage-K. Hilil RothEm. 2, 69 (vgl.: Die königl. 
Wagen-K. edd.); Erakuations (s. d.) K.; Mili- 
tär-K. Gutzkom 3. 9, 338; Pelotons-, Schwa- 
rrons-K., bei der der vordre Zug aus einem Pe- 
loton, einer Schwadron besteht; Reiben., Ggitz 
Sektions-K. Uüstow gK. 121 ff.; Die ganze Mann- 
schaft in kleine Streif-Kn eingetheilt. Meihner Sanf. 
3, 269; Sich dicht vor der Barrikade zu einer Sturm- 
K. zu vereinigen. Spielhagen Pr. 8, 256 2c.; K-n- 
Angriff od. . Attacke, in K-n-Form; Kn- 
Linie; „Marsch; Weg, auf dem die Ken 
vorrücken 2c. — Kolon--os (gr.), m., uv.; 
zoi: Hügel, z. B. Grabhügel. Guhdl 1, 86. 
— Colõn-us (lat.), m., uv.; -i [8 24, 21: 
Bauer, Anbauer (s. Kolonist); nam. der Besitzer 
eines Bauer= od. Meier-Guts, -Hofs (Kolonäts), 
s. Kolön II: Der Oldenburger Bauer od. Hausmann, 
im Münsterland auch Wehrfester, Zeller od. C. genannt. 
Grude Geogr. 27; Den ruricolam vom colöno zu 
unterscheiren. Köser Ph. 1, 154. — Köloph-on 
(gr.): 1) m., — ; — I§8 24, 3, önis)]: „Gipfel“; 
Abschluß; in alten Druckwerken der Ort und 
Sahreszahl enthaltende Schluß, z. B. Herrig 40, 
104 ꝛc.: Colophönem dddere („ken K. beifügen"), 
Etwas be-, vollenden. — 2) Statt in Kleinaften. 
ontt, m., —e)s; —: Pechgranat (s. d.). 
„önium, n., —; 0: Geigen-, d. i. entwässertes 
Terpentin= (s. d.) Harz (v. der Stadt Kolophon), 
— in volksth. Ausspr.: Kalfonium. Elchenburg Sb. 
514. — Kologquint-e (gr.), f.; —n: Bittergurke, 
Bitter= od. Elias-, Propheten-Apfel (s. 2. fKön. 
4, 39), die Frucht v. Cücomis colocyFnthis rc., 
vgl. -en, a.: aus Kologquinte bereitet, bitter 2c.: 
Süöß ist der k-#e Trank, den Güte dir darreicht. H. 9, 
11 5 rc., vgl. (gr.) Kolokönthe; ngr. Kolokirhei, 
„ia, Kürbis u.: Ein reichliches Kolikithia-Gericht 
od. gekochter Kürbis. findau Walsb. 1, 190 2c. en, 
m., (e)s; 0: Bitterstoff der Koloquinte. -ilieren: 
s. Apokolokontose. — Col-or (lat.), m. [8 24, 3, 
-öris): Farbe; Färbung; Anstrich 2c.: C. latinus, 
die eigenthüml. Fürbung, wodurch der Stil sich 
als echt lateinisch bekundet 2c.; Süb e#e jüris, 
unterm Schein Rechtens 2c. -oramento (it.), m., 
—; —, ti: Anordnung der Farben auf einem Ge-
        <pb n="686" />
        Coloration 
670 
maͤlde (vgl. Kolorlt). oratiön, f.; -en: Kolo- 
rierung. ratur, 1.; -en: Fioritur (l. d., vgl. 
chromatisch 2): K.-Gesang; „Sänger (in) 1c.; 
In der Staccato-K. . . In den Trillern u. in den 
übrigen Legato K-en. Ualß. 21, 179. Torieren, 
tr.: färben; Zeichnungen ie. illuminieren (s. d. 2); 
ein Gesangsstück mit Koloraturen verzieren; einer 
Sache einen Anstrich geben, sie beschönigen, be- 
mänteln. orimeter, m., n., —s; uv.: Werl- 
zeug, die Intensität einer Farbe messend zu be- 
stimmen (Chromoskop), vgl. Decolorimeter; Cyano- 
meter 2c., vgl.: Den Gehalt der Mlneralien an Kupfer u. 
Eisen bloß durch die Intensität der Farbe der Auflösung u. 
ihre Verglelchung mit einer Normallösung ziemlich richtig 
zu bestimmen. Diese Methode nennt man dle kolorims- 
trische Probe. Scheuchenstnel 183; Kolorimetrié, . 
orin, n., —e); e: ein Krapp- .Ertraft. -ôris, 
pl.: s. Kulugli. -orill, m., —en, —; -en: 1) Einer, 
der unfarbige Bilder holoriert od. illuminiert. — 
2) Maler, der sich aufs Kolorit versteht. — 3) 
(Kattunfabr.) Einer, der sich auf die Färbungs- 
versahren der zu bedruckenden Zeuge gründlich ver- 
steht u. die Verfahrungsarten dabei anordnet. 
Garlenl. 17, 443b :c. — 4) Jemand, der — u. so- 
sern er — von Etwas eine (parteiisch) gefärbte 
Darstellung giebt: Den gefelerten bistoricchen K-en 
(Taeitusl. Slahr Tlb. 133 2c. oristisch, a. : die Kunst 
des Kolorits betreffend z2c.: Energle vert-en Wirkung. 
Vieisch Welt. 1, 62. orit, n.,—e)s; -e: die Farben- 
gebung; die Färbung, die Farbe in ihrem Ge- 
sammteindruck, zunächst v. Gemälden (FSutzer 1, 
477 ff.), dann auch verallgemeint u. übrtr.: Daß 
die Tugend im Kontraste mit dem Laster das lebendigste 
K. erhält. Sch. r“r-! Instrumental (s. d.) 
K. 2c. — Kolôfs (gr.), m., -es, -en; , Sen: 
(s. ##.) etwas Riesengroßes, nam. derartiges 
Standbild, auch übrtr. 2c.: Der K. von Nhodos, (. 
Raso Ins. 3, 86; Laß sich dehnen u. enkkräften den 
K- en (das riesige Rußland]. chamiso 4, 57; Diese 
K-en sriesige Soldaten). G. 10, 96; 12, 36; 
31, 4; Diese feuerwerfenden K-en. Sch. 20a; 3ob; 
Die Freihelt brütet K-e u. Extremitäten aus. 107a; 
Einen ideallschen K. w. 22, 389; 20, 61 „:c.; Berg- 
K. BReithaord 385; Die Fels-K-en. Matthison 174; 
Fels- K#e. DPMus. 17, 2, 499; Die Meer. K 
Schiffel. Siahr Kleop. 189; Diese stolzen Reiter- 
K-e [Kavallerieabtheilungenl. Falmerayer Gs W. 2, 
323; Rltter-K-en (Statnen]. G. 26, 243; 
Staaten-K. Murhard Konst. 2, 21; Vereinte er den 
noch gespaltenen Staats-K. Wiise Kost. 2, 167; 
Stein-K-e. Cubhow 3. 7, 123 2c. -äãl, a.; riesig, 
übergroß: K-e Buldsäulen, Lügen 2c.; Den marmornen 
K.-Kopf. Chandler Kläss. 86; K.-Statue; 
Werk’c. Lalisch, a.: folossal. 5. 11, 162; Sch. 
10 2a; 705b; w. 24, 186; 34, 169 2c. Lalität, 
f.; (en): das Kolossalsein u.: etwas Kolossales. 
Eln andrer Nachtheil dieser russischen Flächen- 
K. [daß das Reich sich über einen so kolossalen 
Flächenraum ausdehnt]). Westermann 3, 314b. 
enhafl, a.: kolessal. Zeler 3, 131; Kigkeit. 
T#um, (-äum), n., —6; — §8 24, 2, u.]): eig. u. 
Tolumbisch 
zunächst in Rom ein sehr großes Amrhitheater 
(benannt nach Nero's Kolossalstatue), auch: 
Colis-um (frz. —e, it., span. -So), danach 
verallgemeint: Am C. Guhl 1, 16; Coliseo. 166; 
Das Coliseum. Gutzkom Z. 8, 37; Die Uberbleibsel 
eines Collseums sin Florenzl. G. 2 8, 6 2c.; nam. 
jetzt für: große Prachtgebäude als Vergnügungs= 
lofale 2c. (s. Galo). Cisch, a.: kolossal. w. 12, 
246; 22, 317 2c. -urgie, f.; eyn: Kolessal= 
Wert e. eroi, Hist. 7, 339. — Colöstr-ation 
(lat.), f.; —en: durchs Colostrum verursachtes 
Ubelbesinden der Sänglinge. um (&amp;#2, 2, u. #: 
die erste Milch nach erfolgter Geburt (s. Ss.: Biest). 
— KRolotomtk, f.; —eyn: Enterotomie ((. d.) in 
Bezug aufs Kolon ((. d. 3). — Colour (engl. 
kollör), s.; —s: Farbe. Ted □), a.: farbig: 
C. men Imény, Farbige, — im Ggstz zu den Weißen, 
Europäerns. Garlenl. 1 3, 696b; Diese c. gentleman. 
Gerstächker NReis. 1, 329; 333; Eine c. lady. 332 rc. 
s—m s. Kalrak. — Kolp-algee (gr.), . 
—(ehn: s. Elbtralgiec. -atresit, f.; (en): Rreüt 
((. b.) der Mutterscheide. -emphraxis, k. 18 24, 
3, uv.]: Emrhräris (s. d.) der Mutterscheide. 
Sitis, f. s8 24, 3, uv. ): s. Elbtritis. -otẽle, s.; 
— : s. Elytrocele 2c. zoptofis= f. [8 24, 3, uv.]: 
s. Elptroptosis. Jorrhagse, f.; —eyn: s. Elytror= 
rhagle 2c. — Colport-age (frz. —äsb'), f.; -n: 
Kolportierung: Das der Schrift .. von der K.-Kom 
mission der Stempel verweigert worden. Nat S. 21, 154. 
-eur Cör), m., —S; —#, -e: Kolportierer: Zeitungs- 
K. 2c. -ieren, tr.: hausierend Käufer, Abnehmer, 
Subskribenten, Abonnenten für Etwas suchen u. 
es ihnen bringen 2e. — Hölp-os (gr.), m., uv.; 
zoi: Schoß, Busen u. der Bausch des Kleids überm 
Busen: Cuhl 1, 176; Weiss Kost. 1, 713. -ospôngus, 
m. [8 24, 21: Schwamm in der Mutterscheide. 
oflegnosis, f. 18 24, 3, uv.); -oftenochorke, 
f.z —en: MDntterscheidenverengung 1c. 
Kölquall: Die Kronleuchter- od. K.-Eupberbien, 
einen Kaktus. Brehm Hab. 41. 
Cölt: s. Revolver. — Coltellat-a (it.), f. 
e: Messer-, Dolchstich. — Coltioc), n., —; —6: 
Eckkabinett, Erker; Verschlag auf Schiffen. Beyst. 
Cölub##er (lat.), m. 18 21, 2): Natter. 
Srine (it.), f.; —n: Feldschlange, Art Kanone 
(frz. Conlevrine). — Col-um (lat.), n., — ; a 
l8 24, 2, u.): 1) Vorrichtung, Etwas durchzu- 
seihen. — 2) s. Kolon 1 3. — Tolrmb-a (lat.), 
f. 1§ 24, 1): Taube. -ärium, n., —#; ken /8 24, 
2, n.]: 1) Taubenschlag. — 2) (s. 1) Art Grab- 
denkmal der Alten mit vielen Nischen. Guhl 2, 101; 
297 2c. — Cölumbac;z (ausch): Dorf in Serbien; 
dazu (s. Golubacz): C-er Mücke, Art Kriechschnake, 
eine furchtbare Plage nam. fürs Vieh. — 
Columb-élla, f.; -éllen 18 24, 1) „ Msh 
Art Parpurschnecke. Ohen 5, 478. n: 1) a.: s. 
Colombin. —2) n., —ey; 0: ein in der Celumbo- 
wurzel (der Wurzel v. Mlenispermum palmätum) 
enthaltner Stoff: C.-Sänte 2c. -ina, f.; -ine: 
s. Colombine. isch, a.: (s. Kelumbus): Mein 
Prinzip. . Elg. ist's auch ein k(—es El. G. 24, 99.
        <pb n="687" />
        Columbit 
-it, m., -(e)s; —e: Tantalit (s. d.). Oken 1, 328. 
ium, n., —#8s; 0: Tantal (s. d.). 122. Jo: 
Hauptstadt Ceilon's. Dazu: C.-Wurzel, s. Colum- 
bin. -ulns, m. [§ 24, 2): Täubchen: Ein Venerisc. 
w. 15, 59, vgl.: So l, Täubchen der Venus“] nennt Ka- 
tull .., was wir einen süßen Herrn, einen kleinen Seladon 
nennen würden. 294. us, m.: lat. Form des Namens 
v. Amerika's Cuteecker (it. Cristoforo Colombo; 
span. Christoval Colon), — sprchw.: Das Ei des 
K., Bez. für Etwas, das schwer zu finden war; 
aber, gefunden, kinderleicht erscheint 2c. (s. Züchmann 
186 f.). — Collüm--eElla (lat.), f. [&amp; 24, 1): Säul- 
chen, Pfeilerchen; walzenförmige Versteinrung. 
elläris, a.: säulchenförmig. -élle, f.; —n: Colu- 
mella. - na, f. 824, 11: Säule: C. rosträta (s. d.); 
Colimns Héôrculis (s. d.); C. itineräria od. milli- 
Aris, Meilen-Säule, -Stein; C. vertebrälis, 
Wirbelsäule, Rückgrat 2c., vgl. Colonne; Columne. 
- nria, f. [8 24, 11: eine sich versteinert in den 
ältesten Formationen findende Gattung Polypen. 
Durmeister Gsch. 445. - närio (span.), m., —s; — : 
s. Colonnate. —n#, f.; —n: s. Columna, nam. 
(Buchdr.): Druckseite: Gespaltne K., Spalte; 
Folio-; ZQuart-; Oktav-K. 2c.; K—-n-Maß 
(precht 3, 322); -. Schnur (323, zum Binden der 
auf dem Schiff fertig gesetzten K.); Titel, die 
über die K-n gesetzten Uberschriften (lebende) od. 
bloß Seitenzahlen (todte); -Ziffern. Frankt Kat. 
55; 80 2c. — Kolür (gr.), m., -en; -en: Ken 
sind die 2 Deklinationskreise, von welchen der eine durch 
die Aquinoktien geht, während der anrre auf dem ersten 
senkrecht steht. Jener heißt der K. der Nachtgleichen, 
dieser der K. der Solstitien. finrow 793. Us, m. 
[&amp; 24, 21: Art Infusorien, Zangenfuß. Oben 5, 
40. — Kolpbak;: s. Kolibak. 
I. Cöma (lat.), f. [8 24, 11: Haar; Schopf 
2c.: C. cesärea, Weichselzopf. — II. Köma: 
1) m., —8, uv.; —s, uv.: (bei den Negern in 
Ostafrika) Gespenst eines Abgeschiednen. Globus 
4, 17b. — 2) (gr.) n., —#8#; -ta (/8 24, 3, n., 
-tis): Schlassucht (s. Sopor, vgl. Agrypnokoma). — 
Komatös, a.: von Schlafsucht befallen; daher stam- 
mend, darauf bezügl. 2c.—Comätula (lat.), f. /S24, 
11: eine Gatt. Meersterne, „Schopfstern“. Oken 5, 
594; Zurmeister Gsch. 472. — Comb: s. Coomb. — 
Kombäärs (holl.), k.; uv.: Decke der in Kojen 
schlafeneen Matrosen. Vobrik 157;414.— Kombäb 
(gr.), m., —en, —#; —en, —e: Kombäbus, Name 
eines schönen Syriers, der nach Lueian's Erzäh- 
lung sich selbst entmannte, s. w. Lue. 5, 311 ff.; 
w. 10, 87 ff.; 3, 267; 12, 195; 327 rc. Zisch, a.: 
verschnitten: Mit Sklaven aller Farben (k—en Geschlechts. 
20, 118. -isĩeren, tr.; refl.: entmannen (vgl. abä- 
lardisieren). 10, 118; 36, 13 rc., vgl. kombabusieren. 
us, m., uv.(se) (§ 24, 2): s. Kombab, z. B.: 12, 
345 2e. -usieren, tr., refl.: s. kombabisieren, auch 
z. B.: Der Kastrat Marchesi kombabusiert einen Helren so 
unbarmherzig in seine eigne verstümmelte Natur hin ein. 
Leume Sp. 33, wandelt ihn in einen Kastraten 
um 2c. — Comb-at (frz, kongbe), m., —6; —8: 
Kampf, Gefecht 2c. -atlant, m., —#n, —#; Zn, 
Combustibilität 671 
—6 : „Kämpfer“, ein am Kampf Theilnehmender 
od. unmittelbar Betheiligter im Heer (Gygstz Nicht- 
K-en, wie z. B.: Trainsoldaten; Feldprediger; 
Militärärzte c.); auch ein Vogel, Kampfhahn 
(Tringa pugnax). atlieren, intr. (haben): 
kämpfen. — Combe (frz. köngb'), f.; —#: Längen- 
thal im schwzr. Jura. Olen 1, 707. — Kombeers, 
f.; uv.: Kombaars (s. d.). — Kömbei, m., ; 
-s6: Silberpavian. — Combib-keren (lat.), intr. 
(haben): zusammenzechen. Jo, m. [8 24, 3, 
-önis!: Zechgenoß. — Combin-abel (lat.), a.: 
kombinierbar. -ando, adv.: durch Kombination. 
alion, f.; —en: 1) das Kombinieren (s. d.) u. 
dessen Ergebnis, das Kombinierte: Wenn man aus 
elner gegebnen Menge v. Dingen soviele Paare, soviele 
Dreien, Vieren 2c. nimmt, als sich tbun lässt, so beißen 
solche Ken, Konternationen, Konquater- 
nationen 2c., übrb. Verbindungen, u. gemeiniglich 
K-en nach 2; 3; 4 1e. fKästner Anfangsgr. d. Analys. 
520 1c.; Eine zusammengesetzte (Krystallisations-! Form 
od. eine K. Oken 1, 35; 9 3 rc.; Eine auf geistreiche K. 
der Thatsachen gegründete Hypothese: K-#--Gabe, 
Talent, = Vermögen rc., die Gabe, Einzeln- 
heiten zusammenfassend zu verbinden, um Ver- 
muthungen u. Schlüsse daraus zu ziebn 2c.; 
K—#-Ecken u. = Kanten (bei K#-Formen von 
Krystallen), s. Ohen 1, 38; K-#s-Lebre, z. B. 
in der Mathematik (vgl.: Die kombinatorische 
Analysis. Ohm Sost. 2, 32 rc.), ferner in der Tele- 
graphie: die Lehre von den Drahtverbindungen u. Lei- 
tungen nach den versch. Theilen der Apparate 2c. Gal. 
Tel. 129 ic.; K—s- Schlösser. Karmarsch 3, 118 1e.; 
Die K-s-Töne u. I.] Stöße, welche aus 2 gleichzeitig 
angegebnen Tönen resultieren 2c. Dove Rep. 6, 90.— 2) 
(engl. kombineschen) f.; —: s. 1; ferner auch allgm. 
— Verbindung, Association 2c., z. B.: Diese c. lavs 
lläs, Gesetze! aufgeboben u. damit die Freibeit der Koa- 
luion (s. d.) zugegeben. Grenzb. 26, 1, 288. lor, 
m., —; ören (§ 24, 3, öris): Kombinierer, — 
auch sachl.: Windsammlungskasten bei Gebläsen 2c. 
Talörisch, a.: auf Kombination bezüglich, sie be- 
treffend: K-#e Analhysis (s. Kombinationslehre); K.es 
(od. Kembinations-) Talent 2c. -eren, tr.: zu- 
sammenpaaren, mit einander verbinden, zusammen- 
fassend vereinigen 2c.; auch: dadurch ein Ergebnis 
gewinnen: Schulklassen beim Unterricht k. 2c.; Ubelkom- 
binierte Hppothesen. Jo müller 7, 229 2c.;Kombinie- 
rung, s. Kombination 2c. — Comblferen (frz. 
kongbl-), tr.: häufen 2c. — Combour-g (frz. 
kongbür), m., —s; —#: grobes Hanfleinen der Bre- 
tagne (nach einem Flecken dort). Encyhl. f. Kaufl. 
25öb. - grois □shoä), m., uv.; uv. (mit lanten- 
dem 8): ein durch C-ie Verbundner. geoisé, 
f.; —#eyn, —s: ein Rechts-Vh., wonach die Bürger 
verschiedner Ortschaften in diesen Ortschaften als 
gleichberechtigt gelten: lewald Genf 34, s. Compatriotie. 
— Kômbu (japan.), n.: K., Köbn, eßbare Algen. 
Globue 6, 87b. — Comburferen (lat.), tr.: ver- 
brennen. — Kombüse, f.; —n: s. Kambüse. — 
Combist-ibel (lat.), a.: brennbar, brennlich. 
Sibilken, pl.: brennbare Stoffe. ibilität, f.;
        <pb n="688" />
        672 Combustio 
0: Brennbarkeit. -io, f. [8 24, 3, äönis)]: Ver- 
brennung: C. spontänea, Selbstentzündung. - iön, 
f.; -en: Verbrennung, Brandschaden; auch engl. 
(komböstschönn), s. Chbimneys. Jor, m., —6; zören 
[8 24, 3, öris): Brenner (s. d. 3. Ss.), nam. 
v. chemischen Elementen: Hirzel Chem. 25 2c. — 
I. Cöme (it.): wie, z. B.: (Mus.): C. prima; 
e. sõpra, wie oben; C. stä, wie es dasteht (ohne 
Verzierung). — II. Köme (gr.), f.; —n: Die 
Stadt Sparta bestand aus 5 Gemeinden (K-n). Rüstow 
gK. 36; Guhl 1, 315.— Comed-## (span.), f.; —: 
(s. Komödie, auch: Commedia): Das span. Theater be- 
namste alle Dramen mit dem unbestimmten Ausdr. C., der 
keineswegs nur ein Lustspiel bezeichnen sollte zc. Rosenkranz 
Poes Gsch. 595; C— de teätro, de cuérpo od. de ruĩdo, 
solche, die einen großen theatralischen Aufwand u. dgl. erfor- 
derten. 597; C. de capa y espada (s. d.); de liésta 
(s. d.); de figurön (s. d.); humäna (. d.) r#. 
„ĩẽ (frz.), f.; —s: Komödie (s. d.), Theater: Die 
C. française lfrangßäs'] in Paris, Theater für klas- 
sische Stücke; C. à tiroir (s. d.); larmoyante 
(s. d.); d'intrigue 2c. — Comedo (lat.), m. 
[8 24, 3, önis]: Fresser, Schlemmer; Mitesser 
(s. d. Ss.) in der Hant (vgl. Dracünculus 3). — 
Comer (span.): essen, s. Turron. — Com-es 
(lat.), m. [8 24, 3, tis!): Begleiter, Gesährte, 
z. B. auch (Mus.) in einer Fuge (s. fobe Kat. 
111); serner im alten Rom die Begleiter hoher 
Würdenträger in den Provinzen (s. Koborte; w. 
9H. 1, 160); bes. der Kaiser, — als Bez. vorneh- 
mer Hof= u. Staatsdiener: philippfon Sepph. 2, 
12 1c.; im Mittelalter 2c. — Graf (frz. comte, 
it. conte; span. conde 2c., vgl. Comitia 1): C. 
mägnns:; palatĩnus, Pfalzgraf, s. Palatin 1 2c. — 
Comessalion: s. Comiss cc. — Comefslib-el (frz., 
auch geschr.: -le), a.: eßbar; auch: Bei dem 
Marchand [—schängsl de comestibles, bei dem Delika- 
tessenhändler. Grenzb. 25, 4, 40; AMlaisons lmäsöng! 
de comestibles. Ausld. 3 8, 52 3a, Delikatessenhand- 
lungen. -ilten, pl.: Eßwaaren, s. Edulien. ilität, 
f.; 0: Eßbarkeit, Genießbarkeit. — Komét (gr.), 
m., -en, (—#); S-en: 1) (s. Ss.) „Haar-, Schweif- 
stern“, vgl.: Kosmische (s. d.) Wolken 2c.; K-en= 
Bahn. mädler 304; -Berechnung; „Feuer. 
Gutkow Z. 5, 71;-Stein, s. Kometit;-Sucher, 
auch Art Fernrohr; „Tafel. Ködler 377 ce.; 
Doxppel.K. tbd. 2c. — 2) die etwa dem Scherwenzel 
entsprechende Haurtkarte in dem s. g. K.-Sriel. 
Vhombre 153, vgl. Alvensleben 160 ff. enhaft, a.: 
komekenartig: niehl NN. 35; Prus Gsch. Th. 224; 
Dolksz. 14, 116 2c. Cisch, a.: kometenhaft; v. 
Kometen herrührend rc. (s. Sulzer 2, 74b). -it, m., 
en, —6; en: Art Astroit (s. Asträa 2). Jograph, 
olög, m., -en, (—#); -en: Einer, der sich mit 
der Beschreibung od. Kunde von den Kometen be- 
schäftigt. Dazu: K# f.; (—isch, a. -omänt, 
m., —en, (—#); —en: Wahrsager aus Kometen. 
Dvierielj. 23, 314. Dazu: K.ikc, f.; Pisch, a. 
— Comsort (engl. kömfört, vgl. confort) m., n., 
—s; —#: 1) Trost, Zuversicht, Muth: püchler Süd- 
östl. 1, 443 rc., bes. aber: ruhige, behagliche Ge- 
Comité 
mächlichk. — 2) (. 1) eleganter Kessel nebst Unter- 
satz 2c., Wasser zum Thee im Zimmer zum Kochen 
zu bringen: Thee-K. 2c., — gw. in frz. Ausspr., 
vgl. (holländ.): Das Kohlenbecken (Komfbörtse) 
mitsammt dem Theekessel. Hoffmann-f. Leb. 1,2 68. -abel, 
able (in engl. Ausspr. kömsörtäb'l): 1) a.: dem 
Komfort gemäß, behagliche Gemächlichk. weckend 2c., 
Ggstz: Un-k. — 2) m., —§; —# : a) s. Comforter. 
— b) in Wien 2c, Bez. einer bequem eingerichte- 
ten Art Droschken, Fiaker 2c. (Wiener) Prest 22, 14 4 2c. 
-er, m., —#; —§: 1) „Tröster“, — auch: 2) als 
Bez. einer gegen Unbilden des Wetters schützenden 
Tracht, z. B. — Regenmantel. Heu. nam. — 
Cachenez (s. d.): Hausbl. (65) 1, 365 ie., vgl.: Mit 
rothem Comfortable um den Hals. Gutzkow Z. 5, 168; 
6, 71.— Comüsön (span.), m., —z;es: Damit der 
gefürchtete C., engl. woodlouse I#. d. nicht das Holz zer- 
störe. Ausld. 38, 747b c. — Kom-ik (gr.), f.; 0: 
das Komisch-Sein, etwas Komisches (vgl. Tragik): 
Rosenkranz Poes. Gsch. 550; Die Hoch-K. v. That- 
sachen begreifen. NUot.3. 21, 219; Wahre Lust- 
spiel-K. 519 c. iker, m., —6; uv.: Darsteller 
komischer Rollen: Die besten deutschen Volks-K. 
Düringer 621; selten — Komödienrichter. Hele. 
Sicus, a.: komisch: Die Vis cömica (komische 
Kraftl dieses Lustspielrichters rc.; Sie malten cömicas 
tabéllas, Stück mit komischen Personen. W. 35, 211; 
Allerlei Cömica, Komisches 2c. — Cömin-Ella it.), 
f.; 0: Schwarzkümmel. —-o, m., —## O: Kümmet. 
— Comisari-a (fran.), k.; —: Würde eines 
Comisarios. Zuunft 1, 1. o, m., —; —8;: (l. 
Commissair) Aufseher 2c. — Komisch (gr.), a.: 
1) der Komödie angehörig, sich darauf beziehnd 2c.; 
allgemeiner: den Gesetzen der Kunst (Asthetik) ge- 
mäß Lachen erregend: Fein= od. hoch-; nierrig= od. 
grob-k.; Ke Rollen, Charaktere, Opern, Süjets 2c. — 2) 
(s. 1, verallgemeint) Lachen erregend, lächerlich, 
possierlich c.: Erz.k—e Liebeserklärung. W. 21, 414; 
Ur. k. Gorsenl. 17, 6 7a 2c. — Comissät-io (lat.), 
f. [8 24, 3. iönis): Trinkgelage. Guhl 2, 265. 
iön, f.; —en: Commissatio. or, m., —# zören 
1# 24, 3, -öris): Zechbruder c. — Comitat (lat.), 
m., n., -(e)s; -e: (s. Comes): 1) die Begleitung, 
das Geleit 2c., — nam, eines von der Universftit 
scheidenden Studenten. Oppenheim Verm. 84; Vol- 
mann 113 2c.; KM#Kommers,-Schmaus 2c. — 
2) Grasschaft (mlat. Comitia, f.), — daher nam. 
(in Ungarn) — Gesponschaft (s. d. Ss.): Gttnzd. 
26, 4, 2 ff.; Die K-s-Stände. 5 cc.; In einem 
der Theiß-K. Gortenl. 16, 3290; Von Ks- 
Panduren unstellt. 331a cc. — Comilät 
(lat.), f.; 0: Freundlichkeit, Gefälligkeit 2c. — 
Comit-ato (it.), m., —#; -ãti: 1) Comitat. — 
2) Comité. Nat3. 20, 1291c. é (frz.), m., n., -: 
—8: — vgl. Committee, spr. kommitti u. daher nach 
dentscher Weise: Kommitte, f.; —, s. S#e. Orth. 119—: 
ein Ausschuß, dem ein Geschäft, eine Berathung, 
Untersuchung, Berichterstattung 2c. übertragen ist: 
Ich muß ins C. Ffreiligra) SW. 1, 391; Dieser C. be- 
richtet an den Stadtrath. Kohl Engl. 1, 181; Uber die 
Wahl der Waffe entscheidet ein „C.“, das Ordnance
        <pb n="689" />
        Comitia 
Select „Committee: u. diese „Kommission" 
Ii. d. 4] 2c. Hai3. 20, 276; Comlmlittec of in- 
quiry, varlamentarische Untersuchungskommission. 237; 
Wer in der „Kommittee' (——) ist meines Gleichen? 
Sch. Stuart 42 I(., Commitee “. Sch. 4 1 2al 2c.; Das 
Appropriations-C. des Repräsentantenhauses. 
Uno#. 21, 109; Initiativ-C. 20, 432; Revo- 
lutions-K. (od. Klubb); Vigilanz-Cs# c., 
s. auch Sub-C., vgl. (frz.):. C. de la süreté IHürtte. 
générale (sbener#l! — Sicherheitsausschuß; C. du 
ldül salut lßalül public lrüblik), Wohlfahrtsaus- 
schuß 2c. u. (engl.): Committee general l5#h#nnerll, 
wo das gesammte Ober= od. Unterhaus sich als C. 
konstitniert 2c.; C.-Mitglied; = Sitzung (vgl.: 
Er sitzt in diesem Augenblick C. Gutzkom Z. 7, 153) 1c. 
— Comit-ia (lat.): 1) f. /§ 24, 11: s. Comitat 2. 
— 2) pl. zu Comitium (s. d.) = Comitken, (im 
alten Rom) Volksrersammlung: C. tribüta u. 
centuriäta, je nach der Abstimmung in Tribus od. 
Centurien 2c.; dann auch: Reichstag. iäl, a.: 
s. Comitialis: C.-[Reichstags-) Gesandter 2c. -iãlis, 
a.: die Komitien betreffend: Dies c., Tag, an dem 
Komitien statthaben od. statthaben können; dlörbus 
e., Epilepsie (weil als Omen die Komitien auf- 
hebend) 2c. -en, pl.: Comitia (s. d. 2): Centu- 
riat-; Kuriat-; Tribnt--K. — Comil-keren (lat.), 
tr.: geleiten, das Comitat (s. d. 1) geben. -ist, 
m., —en, —s; -en: Komité-Mitglied. G. 25, 257. 
Tium /§ 24, 2, n.): ein Lokal für große Volks- 
versammlungen 2c. im alten Rom u.: die Volks- 
versammlungen selbst. -, n., -(e)s; —e: dem 
„Pfalzgraf“ übertragnes Regal. — Kömma 
(gr.), n., —s; — I8 24, 3, n., -tis]: 1) Satz- 
abschnitt (vergl. Kolen): Das folgende K. er- 
klärt sie sogleich. Ö. R. 7, 17 2c. — 2) (s. 1) das 
Zeichen (,) für die geringste Pause der einzelnen 
Satzglieder, s. Ss. Orth. 139 ff. — 3) (s. 2) 
Das kleine K., ein Schmetterling (s. Gamma 2). 
— 4) (Mus.) Name verschiedner kleiner Intervalle, 
s. peouillet 2, 15 u. Sulzer 1, 486, vgl. Dia- 
schisma. — Command-ant (irz.), m., #en, 
(—); —en: Oberbefehlshaber eines Platzes, Be- 
zirks 2c.: Die Departements-K-#n## 15, 2, 
418; Etarpen (s. d.)-; Erekutions (s. d.)-: 
Festungs-; Militär-(Ualß. 18, 417); Platz-, 
Stadt-K. ꝛc. antikren, tr.: Dem Erbrrinzen wird 
ein Officier als Ordonanzofficier kommandantiert (bei- 
gegeben]. Nen 3. 20, 239. -antũr, s.; —en: Amt 
— u. Amtswohnung, Bureau des Kommandanten. 
Se, f.; —n: 1) Bei-, Nebenwerk einer Festung. 
— 2) Das das Land sOstreich] in 10 Landes-General-= 
Kn getheilt ist. Diese großen Militärbezirke. Unz. 
19, 366 2c. Tement (ängd'’mäng), n., — : —S: 
1) Befehl (vgl. Kommande). — 2) ein hochgeleg- 
ner, das Umliegende beherrschender Platz. -eur 
Canlgldör), m.p, —s; -s, —e: 1) Kommandierender 
(s. d.), Befehlshaber einer Truppenabtheilung: 
Bataillons-: Dioisions-= (s. u.); Exeku- 
tions-; Kompanie-j) Regiments-K. 2c., vgl. 
(seem., s. Bobrik 416): K. eines Geschwaders (s. 
Commodore), dazu: K.-Schiff; ferner: K. einer 
Sonders, Fremdwörterbuch. 
Commedia 
673 
Kanone, der die dazu gehörende Mannschaft kom- 
mandiert, vgl.: Batterie-= u. (s. o.): Divi- 
sions-- (s. d. 3b) K. 2c.; auch: K. lod. Kapitin] 
eines Grönlandsfahrers 2c. — 2) zuw. — Komman= 
dant (s. d.): Der Militär-K. von Teras. Uat 3. 21, 
519. — 3) Ist ein Orden in Klassen getheilt, so werden 
die Mitglieder entw. nach der Klassenzahl unterschieden 
od. sie fübren den Titel Großkreuze, C.e (Comthure), 
Kleinkreuze od. Ritter. Düringer 503; K.-Kreuz; 
Groß-K. Raumer Tasch. II. 5, 302 2c. — 
4) Art Bentelstaar. Oken 7, 317. Jeuse Cöse), 
f.; —m: Frau des Kommandeurs od. des Komman-= 
danten (z. B. polko NN. 8, 148). -ieren, tr.; 
intr. (haben): befehligen, über Etwas gebieten 
(s. Ss.): Der Chef.., der uns so lang ge komman- 
diert [8 25] hat. Sch. 397b 2c.; Der K—re. G. 25, 
96 2c.; Sofort ward er ab kommandiert, der Degen ihm 
abgenommen. PDroylen D. 1, 21; 70 ꝛe.; Hin- 
weg kommandiert. 13 2c.; Endlich wurden sie vor- 
kommandiert. Gouhelf U. 2, 244 2c.; Sich dem 
muselmännischen Regimente zu-k. lassen. Bodenstedt#1, 
308 ꝛc. Titaire (frz. —itär), m., —6; —: stiller 
(nur durch Geldeinlage betheiligter) Theilneh= 
mer einer Kommandit= -Gesellschaft (s. d.), im 
Ggstz zu den Komplementären (s. d. 2), den versön- 
lich baftbaren Geschäftsführern der Gesellschaft: 
„ Commanditär" od. Commanditist. Encykl. f. Kaufl. 
411b; Mag. d. Ausld. 36, 3 59a#cc.; bildl.: Der Staat 
zu einem „Commanditair der Arbeiterklasse herabgedrückt. 
34, 61 Sa2c. -ĩte, f.; n: 1) eine von einem Hand- 
lungshans an einem Ort errichtete Niederlage, val. 
Erpositur. — 2) C., Commandit-Gesellschaft, 
Gesellschaftshandlung mit verantwortl. Geschäfts- 
führern für die stillen Mitglieder od. associés 
(s. d.) en langl c. -itièren, intr. (haben): Kom- 
manditen begründen. Mag. d. Ausld. 35, 406b. -itist, 
m., -en, ();en: 1) s. Kommanditatre. Nol3. 22,95 
. — 2) wer für seine Rechnung von einem Andern 
Waaren verschreibt. Seyse. o (span.), n., —8; 
—s: 1) der Befehl, das Recht des Befehlens u. 
Gebietens: Das K. übernehmen; Unter Jemandes K. 
stehn 2c.; Das General-; Militär-K. (. 2); 
Ober-K.; Unter-K. CSrnegorovius Kors. 37 2c.;i 
Die K.-Vfeife des Bootsmanns; K.= lod. Feld- 
berrn-) Stab; K.-Wort (s. 3) 2c. — 2) (l. 9 
zuw.: die das K. führende Behörde: Vom Militir- 
K. nicht tauglich zum Kriegsdienst erklärt. UPitadal 36, 
25 2c. — 3) (s. 1) = K.-, Befehlswort rc. 
— 4) ein abgesendeter Trupp Soldaten: Ere- 
kuttons-; Requisittons-; Streif-K. 2c. — 
Commäre (ital.), f.; -i: Gevatterin (frz. 
commère). pese N. 115, s. Compar-e. -ello. — 
Commass-atiön (ulat.), f.; -en: Commassie- 
rung. ren, tr.: (nam. östreich.): die einzelnen 
Grundstücke einer Flur durch austauschendes Zu- 
sammenlegen möglichst arrondieren, s. Separation 2c. 
— Kommatismus (gr.), m., uv.; 0: das Apho- 
ristische der Schreibweise. — Commo (frz. köomm): 
wie: C. il faut Ifol, „wie es sein muß“, gehörig, 
tüchtig 2c.; Cest partout c. chez nous, s. Ce 2 r2c. 
— Commrdi-a (it.), f.; ze: Komödie (s. d.), 
43
        <pb n="690" />
        Commeditieren 
674 
Schau-, nam. Lustspiel, z. B. (vgl. Düringer 625; 
628): Die Masken spielten nach bloßen Entwürfen 
(soggetti) u. ihr Spiel wurde aus Ironie v. den gebil- 
deten Verächtern co m edia del lc. dell! „arte“ ge- 
nannt; aber diese verachtete „Kunst“ erhielt sich neben 
der co m edia eruditalgelehrten Komödiel. Nolenkranz 
PSsch. 5 52 t„., s. sostenuto 2c.; ferner: Dante u. 
die co m edia divina. ebd.; Com edia nannte er sein 
Werk nur des glücklichen Ausgangs wegen. 554. — 
Commeditlikren (lat.), tr.: durchdenken. — 
Commemor-äbel (lat.), a.: memorabel (s. d.). 
älio, f. [8 24, 3, önis): Erwähnung, Gerächt- 
nis: C. — Emnzum üdslium, das Gedächtnisfest 
— aller Seelen; Smnium sanctörum, — aller 
Heiligen. -aliön, f.; -en: Commemoratio. 
keren, tr.: erwähnen, melden 2c. — Commend- 
äbel (lat.), a.: empfehlenswerth. -amus: „wir 
empfehlen“, — auch n.: die Formel, womit der 
Papst Jemand zur Kardinalswahl empfiehlt. 
ataire (frz. kommangdatär), m., ; -s. atärius 
(lat.), m. I§ 24, 2): Inhaber, Verwalter einer 
Kommende (s. d.), auch: Kommendatär-Abt; 
Prior, (. Abbas u. Kommende 1b. Latio, f. 
[8 24, 3, önis); -atiön, f.; —-en: Empfehlung; 
bei den Katholiken: Gebet für Verstorbne. -ator, 
m., —8 ; ören (§ 24, 3, öris): Commendatarius. 
alörien, pl.: Empfehlungsbriefe, bes. eines 
Bischofs für reisende Geistliche (Liter2 commen- 
datöris od. commendatitise). -e, f.; -n: 
1) Bezug u. Genuß der Einkünfte eines Kirchen- 
amts ohne dessen wirkl. Besitz (s. futher 1, 296a; 
Waldis 4, 8350): a) durch einen das Amt nur inte- 
rimistisch verwaltenden Geistlichen. Dazu: K-= 
Brief, womit ihm das Amt übertragen wird. — 
b) indem mit den Einkünften ein Laie (Laien= od. 
Kommendatar-Abt, „Prior) belehnt wird. — 2) (s. 1b) 
bei Ritterorden: K., Komturei, ein Gebiet, das 
einem Ordensritter (Komtur) zur Verwaltung u. 
Nutznießung übertragen ist, Ordenspfründe: Ein 
Großpriorat ldes Johanniterordens] mit 10 Kommenden 
u. 3 Kapellanei-Keen (die unter einem Kaplan 
stehn] gestiftet. Naumer Tasch. II. 5, 273; Priorats- 
K. 377; Jus-Patronats-Kn. tbd.; 378, deren 
Besetzung dem Patronatsrecht unterliegt. -###ren, 
tr.: empsehlen, vgl. rekommandieren. — Commenfal 
(lat.), m., —en, —#s; —en; eis, m. [824, 3, uv.]: 
„Tischgenoß“, s. Kohorte u. z. B. w. HB. 1, 161 2c. 
— Commensurab-el (lat.), a.: K.e Größen od. 
Zahlen heißen diejenlgen, welche ein gemeinschaftliches 
Maß haben. v Swinden 75 (Cgstz: Ink.). ililäl, 
f.; 0: das Kommensurabelsein. — Comment: 
1) (frz. —äng): a) wie?, z. B.: C. vous portez- 
vons? lwu portewüs, „wie befinden Sie Sich?“ 
(zuw. masc., als Bez. eines Franzosen, vgl.: 
Purlez-vous; Parlewuh). — b) (s. a) m., —6: — : 
(burschik.) die Art u. Weise, wie es hergeht u. 
hergehn muß; der Schick, Brauch, die Sitte u. 
das Gesetzbuch darüber. Volmann 111 ff.; K.= ge- 
mäß; mäßig; widrig (vgl. Un.k.-mäßig. 
Ewald Af## 2, 281); „Reilerei, das Hängen am 
Buchstaben des K- s. 112 c.; Burschen-; Stu— 
Kommerssch)ieren 
denten-; Univerfitäts--K.:; Duell= od. Vauk.-; 
Trink-, Sauf-, Wein-, Bier-K. 2c. Vollmann; 
Es geht ein Sauf-K. an unserm Tisch herum. Magdtb. 
-Kommersb. 155, k.-mäßige Sauf-Runde, so: ein 
Sing-K. 2c.; ferner: Mit meinen Kollegen stand ich 
nur auf Gruß-K. lod. „Fußl. Hoffmann-f. Leb. 2, 
220 :c. — 2) vralt. st. Kommentar (s. d.). — 
Comment-ar (lat.), m., -e)s: -##e, —##n: ein 
über Etwas verfaßter, es erklärender od. erläutern- 
der Bericht, z. B.: Cäsar's K-ien über den gallischen; 
über den Bürgerkrieg (Cèsaris commentärü ds béllo 
gällico; dẽ béllo civili) 2c., heute zumeist: Aus- 
legung, Erklärung: Fortlaufender K. zu einem 
Schriftsteller 2c.; Einem über etwas Auffallendes einen 
K. geben 2#c., s. auch: Als Glossen od. Comment 
uber den Alkoran. .. Im Comment Mahmet. Lulher 8, 
26a 2c. -rius, m. I§ 24, 21: Commentar. 
atiön, k.; -en: erklärende Abhandlung. 3. 
40b. ätor, m., —; ören [824, 3, öris): Er- 
klärer. — Commentehh)ür: s. Komtur. — Com- 
menkieren (lat.), tr.: erklären, erläutern; den 
Kommentar zu Etwas geben. Jo Mäller 7, 273; Sich 
selbst k. zu müssen. HSchlegel GR. 201 2c. — Comment- 
itius (lat.), a.: erdichtet, s. Emtio. um II#24, 2, 
n.]: Erdichtung. — Commerage (frz. —ãsb'), f.; 
n.; —: (s. Commdre) Fraubaserei. — Commer- 
cable (frz. —häb'l), a.: 1) was sich an der Börse 
unmsetzen, verülbern lässt, négociable (s. d.). — 
2) zur Geselligk. geeignet, umgänglich. Heole. # 
Cirß'), m., uv.; uv. (srr.: —erße): -— Kommerz 
(s. d.): Maison lmäsöng] de c., Handelshaus 2c. u. 
Kommersch (s. d.). iäl (nlat.), a.: auf den 
Handel bezügl. 2c.: K.-Straße, vgl.: Was rie 
Engländer eine Handelsstraße, c. road lkommerschäll 
rõd] nennen. Z3oller Renn. 8 2c.; K.= od. Merkantil 
(s. d.) = System rc., auch (engl. kommerschäll), 
z. B.: C. Buildings lbild—, „Handelsgebäude“, ein 
gewöhnlicher Wirthshaustitel in England. Hohl Engl. 
2, 143; C. road, s. o.: K.-Straße 2c. -eĩell, a.: 
s. kommercial, auch: kommerziel. Nal3. 18, 109 tc. 
Seieren (frz. —5), intr. (haben): 1) in Ver- 
kehr mit JZemand sein, nam. in Geschäftsverkehr, 
Handel treiben 2c. — 2) (s.1) kommerschieren (s. d.). 
Nai3. 21, 107. einm (lat.), u., —#: -elen (S27, 2, 
Mn.): Verkehr, nam. Geschäftsverkehr; Handel; 
Handelschaft, Kaufmannschaft 2c.: C. änimiét cörpo- 
ris, Wechsel-Verkehr ovd.-Wirkung zw. Geist u. Koͤr- 
per; C. epistölicum, Briefwechsel 2c.; Präses des 
C-s vd. Commercii, Borstand der Kaufmannschaft 2c., 
s. Kommerz u. Kommersch. — Commere (frz. -är), 
f.; —#: Gevatterin (s. Commare, vgl. Compdre; 
Commerage). — tiommer-s, nl., —es: —e: 
Kommerz, — nam.: (burschik.) Trinkgelage. 
Auerbach Tag. 95; Vollmann 111 2c.; K.-Buch (K.= 
Lieder enthaltend) 2c.; K. Haus, Kneipe; Ochs, 
dort aufwartender Pbilister. 112 r.; K.-Spiel 
od. K., Commerce, Name von Kartenspielen, s. 
Alvensleben 19; 161 ff. ssch, m., -es: —e: Kom- 
mers. Gutzkow N. 5, 67 2c.; Beim Fuchs-K. Holtei 
Mensch 2, 6 c. ch)t##n, intr. (haben): 1) 
einen Kommers (s. d. 2) halten od. mitmachen.
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        Kommerz 
— 2) s. commercieren 1. —i, m., (n.), Ses; e, 
-ien: Commercium (s. d., vgl. Commerce u. — 
vralt. —: Alle Kaufmannschaft, Gewerb, Kummer- 
schaft. Koscherosch 4,574): Dieses literarische C. G. 17, 
10 42c.; K= Alliance, -Traktat, Handels-Bünnnis, 
Vertrag;-Bilance (s. d.);--Kammer, Kolle- 
gium, die Handelsinteressen berathend, wahrneh- 
mend 2c.;-Last(1 / Schiffelast. encohl. f. Kaufl. 25 5b); 
-Traktat, Alliance 2c.; K-en-Kommissär; 
Rath rc., als Titel. -ziäl, - zell: s. commerci 2c. — 
Commigration (lat.), f.; -en: Kommigrierung. 
leren, intr. (sein): auswandern, fort-, umziehn. 
— Commilit-o (lat.), m. [824, 3.-önis]; -öne, 
m., —m;; —: „Waffenbruder, Mitsoldat“, — ver- 
allgemeint = Kamerad, — nam.: Mitstudent, 
auch Anrede der Professoren an die Studenten. 
-önenschaft, f.; —en: vgl. Kamerarschaft 2c. — 
Commin-atio (lat.), f. [8 24, 3, önis]; -atiön, 
f.; —en: Androhung, bes.: göttlichen Straf- 
gerichts. -ätor, m., —; ören [8 24, 3, öris: 
Droher. atörisch, a.: drohend. -ieren, tr.; 
intr. (haben): drohen. — Comminist-er (nlat.), 
m. [8 24, 2, -ri]: (in Schweden) Titel der Dia- 
konen (s. d., vgl.: Minister sacri offici). — 
Comminu-k##en (lat.), tr.: zerkleinern; verrin- 
gern; entfräften 2c.-tiön, f.;-en: Komminuierung. 
— Commis: (frz. kommt) m., uv.; uv. (in 
Genit. u. Mz. m. lautendem s): in einem Ver- 
waltungsbureau 2c. od. in einem Geschäftshaus rc. 
ein Gehalt beziehnder Besorger der Aufträge seines 
Chefs od. Prinzipals, z. B. Polizei -K. Scherr Bl. 
2, 115 c.; bes. aber: K., best. Handlungs-K., Hand- 
lungsdiener (s. Calicot), vgl. C. voyageur lwoafja- 
shör!l, Handlungsreisender, Reisediener; dazu: 
Ein C.-Voyageurthum. Ualß. 21, 63. — 
Commisceibel (lat.), a.: vermischbar. eren, 
tr.: vermischen. — Commiser -äbel (lat.), a.: 
erbarmenswerth. atiön, f.; 0: Mitleid 2c. 
-ren, tr.: bemitleiden. — Commiss (lat.): was 
den Soldaten geliefert wird, an Brot 2c.: Simplicissi- 
mus 1,10 718; Hingegen will ich dich mit C., Bier, Taback u. 
Branntewein versehen. 4, 30 330 2c., — heute gw. nur 
als Bstw.: K.= sod. Solraten-! Brot (s. K.-Brot- 
Ritter. Holtei Charp. 2, 153 — Soldaten); = Schuhe 
2c., eig.: deren Liefrung Einem übergeben, „an- 
vertraut“ ist (Liefrungsschuhe) 2c., vgl. (vralt.): 
Landsknecht od. C.-Metzger. Wichtam 7 122 1c.; fer- 
ner: C.-Fahrer — Kaper (s. d. 2b). Taire 
(frz. -är), m., —#; —; -ar, m., —e)s; e, —6, 
—en; är, m., —e)s; -#e, —s: C., Commissérius, 
ein v. einem Auftraggeber, — nam. v. Staats- 
wegen mit Etwas Beauftragter, oft als Titel; 
Zsstzg z. B.: Civil-; Distrikts-; Etappen-; Grenz--; 
Inquisitor-; Justiz-.; Kammer--; Kriegs= od. Militär-; 
Kriminal-; Landtags-; Marsch-; Policei-; Post-; Prin- 
eipal- (od. Haupt-); Proviant-, Regierungs-; Theilungs-; 
Verpflegungs-K. 2c.; Commissaire Priseur (s. d.) 2c.; 
auch (scherzh.): Sicherheits-Kommissar (Mog. d. Ausld. 
36, 23b) od. Kommissarius (Hausbl. — 65 — 41, 
272) für Einen, der allzusehr auf Sicherheit be- 
dacht ist; Zu Gunsten der sog. Umstands-Kien. 
Commissur 675 
Volks3. 17, 61, Personen, die Alles sehr umständlich 
behandeln 2c. -äri, m., —6; —s: (bair.) Kom- 
missar, z. B. Gartent. 15, 108b; 740b; 16, 579b 
½., s. Schmeller 2, 296. -ariät, n., —e)s; Se: 
Stellung, Amt eines Kommissars u.: eine Be- 
hörde v. Kommissarien, z. B.: Das K., best.: 
Verpflegungs-K. beim Heer (Verpflegungsamt); 
Ihre Civilkommissäre setzt sie über die einzelnen Land-Kee. 
DPViertelj. 47, 347 2c.; K.-Adjunkt; = Bureau; 
Devartement rc. -risch, a.: durch einen Kom- 
missar besorgt, geführt, verwaltet 2c.: Die k.-epu- 
tatischen Is. d.] Verhandlungen 2c.; Eine #—e Reise Tdie 
er als Kommissar gemacht]. Gatienl. 16, 706b. 
arius, m. [824, 2): s. Kommissar: C. perpstuus, 
ständiger Geschäftsführer. -io, f. S 24, 3, --önis]: 
Begehung: Peccatum c—- nis, Begehungssünde 2c.; 
Auftrag 2c.; Excne, laut od. kraft Anuftrags — 
Commissionäliter. Wacheen. 2, 123623 c.iön, f.; 
—en: 1) Auftrag; Bevollmächtigung; das Einem 
zu besorgen Aufgetragne; die Besorgung 2c.: Ks# 
Rath (als Titel) 2c. — 2) (s. 1) vralt., seem. — 
Kaper-, Markbrief: K—s- Fahrer, Kaper. — 3) 
(s. 1) kaufm.: Geschäft, nicht für eigne Rechnung, 
sondern für die eines Andern als Auftraggebers: 
Waaren in K. haben, bekommen, nehmen 2c.; K-s- 
Artikel od.-Waaren,= Gut;-Bedingungen; 
Brief od. . Schreiben; „Buch; -Bureau; 
Gebühr od. . Provision, „Spesen; Ge- 
schäft, Handel; Konto 2c.; Einkaufs--; 
Verkaufs-; Waaren; Wechsel- od. Trat- 
ten--K. 2c. — 4) (s. 1) ein gw. von Staats- 
wegen eingesetztes und als Behörde oder doch 
mit einer Art amtlichen Charakters fungierendes 
Komité (s. d.), z. B.: Budget-; Enquête.; 
Ersatz= od. Rekrutierungs-;; Eraminations- 
od. Prüfungs-; Festungs-(Volkhsz, 16, 260); 
Liquidattions= (ebd.); Kolportage- (s. d.); 
Konsultativ= Militär-; Schutz-; Unter- 
suchungs-K. 2c. (s. auch Sub-K.) u. nach Anzahl 
der Mitglieder z. B.: Die Neuner-, Elfer-K. 2c.; 
K-#-Debatten. Uais. 21, 519. Cionäliter, adv.: 
s. commissio. ionär, m., —(e)s; -e, —#: Je- 
mand, der — u. sofern er — Etwas für Jemand 
u. in Dessen Auftrag besorgt, in frz. Schreibw.: 
Commissionnaire z. B. d-achat ldaschäl, Einlaufs-K.; 
de vente lwängt], Verkaufs-K.; de banque lbinki, 
Bank-K., der Bank= od. Börsen-Papiere im Auf- 
trage ein= od. verkauft; d'entrepöt ldangt’rröl, an 
den der Besteller v. Waaren diese gehen lässt, da- 
mit er auftragsmäßig damit verfahre 2c. Zioner 
(engl. kemmischöner), m., —#s; —s: Kommissions-= 
Mitglied. Kohl Engl. 2, 46; 48 2c. oriale (ulat.), 
n., —;; —8, In, lien [8 24, 3, u., lis, Mz.: lial: 
Kommissorium. orialisch, örisch, a.: einem 
Kommissorium gemäß, dadurch bevollmächtigt #. 
Jorium, n., —; ken (§ 24, 2, n.]: Urkunde, wo- 
durch Einer v. Staatswegen zu einem best. Ge- 
schäft beauftragt wird; der so ertheilte Auftrag. 
um, n., —; -a [8 24, 2, n.): 1) etwas Aufge- 
tragnes, Auftrag. — 2) etwas Begangnes, vgl.: 
Forum delicti commissi 2c. — Commisfür (lat.), 
43“
        <pb n="692" />
        676 Commissura 
f.; —en: -a, f. [8 24, 1!: Zusammenfügung, 
Fuge, Naht 2c. — Committ-al (engl.), n., —S; 
—6 : Verbrechen, welche vor Gericht untersucht wer- 
den, CSS. Kohl Irl. 2, 51. Se, te: s. Komité. 
en! (lat.), m., -en, (—8); en: Ruftraggeber: 
Seine Kin. Soht Pet. 1, 153. ren, tr.: Einen 
beauftragen, bevollmächtigen; ihm Etwas o über- 
geben. -imus: „wir erlauben“, — n.: fürstl. 
Gnadenbrief, wodurch Einem in einer Rechtssache 
eine Appellation ermöglicht wird. -ĩv, n., —e); 
e: Schreiben des Kommittenten an den Kommis- 
sar. — Commirt-io (lat.), f. [8 24, 3, iõnis]; 
iön, s.; -en; -ür, f.z -en; - Ura, f. [8 24, 1: 
Mischung, Vermischung. — Cömm-odans lat. ), 
m. [8 24, 3, -odantis]: Zemand, der unentgeltlich 
Einem zu best. Zweck sein darauf wieder zurückzugebendes 
Eigenthum überlässt, es ihm leiht (commodiert), heißt 
der C. od. Commodator; der Entleiher der Commo- 
datarius; das Ge- u. Entliehene Commodatum u. der 
Vertrag darüber Conträctus commodäti. odät, n., 
(e)s; —e: Commodatum. Jodaldr, m., -(e)s; 
—e, —+en: -odatärius, m. I§ 24, *7 s. Lomas- 
daris. —abälio, f. [8 24 3, õnis]; -odatiõn, s. 
n: das Kommodieren, Leihen. odator, m., . 
—6 ; ören [824, 3. öris): Commodans. Todatum 
1# 24, 2, n.]: s. Commodans. I. ode: adr. zu 
commosiu= S2. d.). II. -öde (frz.): 1) a.; be- 
quem (k. d. 2; 3 Ss., 
Juemlichkeit liebend), gemächlich 2c. — 2) f.; -Mn : 
eine mit Schubkästen versehne Lade, deren obre 
Platte zugleich dazu dient, Etwas darauf zu stellen 
(Cassettone): Mahagoni-K. 2c.; K—-n- Schlüssel; 
Dle weiße Weste, obgleich etwas gelblich durch zu langes 
K-n-Liegen. Guskow 3. 6, 12. Jodieren, tr.: 
leihen, s. Commodans. Todität, f.; en; ;Lodits, 
f.; —#: 1) Bequemlichk. — 25 Abtritt, das ge- 
heime Gemach (vgl. aisance u. für die Verdent- 
schung — C. 23, 27 ff.). — Commodör (engl.), 
m., (e)6, —en; -e, —§6, —en; e (—ör od.: köm- 
modor, so nam. als Titel vor Eigenn.), m., —; 
—6: Ein Schiffskapitän, welcher eine Flotte od. Flotten- 
abtheilung zu kommamdieren bekommt, ohne Admiral zu 
sein (bei den Engländern u. Amerikanern Ce). Bobrik 
9a;z 162a;: 296b; Der Rang eines C. Preuß. Erp. 1, 
XV: Die Bez. C. ist nur ein Titel, der dem ältesten u. 
daher kommandierenden Officier einer Eskadre gegeben 
wird. Westermann 3, 47a ꝛc. (s. Chef d'Escadre); K.= 
Schiff. — Coͤmmod-um llat., § 24, 2, u.]: 
Nuten, Vortheil, Bequemlichk.: C. possessiönis, 
der mit dem Besitz verbundne Nutzen; C. püblicum, 
das gemeine Beste; C. ráäi vndita, Nießbrauch v. 
Verkauftem 2c. -us, à.: bequem, passend, ange- 
messen, nützlich 2c. — Esmmon (engl.), a.: ge- 
mein, gemeinsam 2c. (s. communis), auch substant. 
pl.: C—s, „die Gemeinen“, das Unterhaus ((. 
Commoner 2) u.: Gemeindeland, Almende: Wozu 
noch Millionen Acker auf den sog. C—# vorhanden. DMul. 
17, 2, 9 cc., auch: C.-ground sgraund']; ferner 
als Bstw. z. B.: C.-hall lhäll, Gemeindehalle, 
Stadthaus; C.- lau IKAI, das gemeine Recht, 
(engl.) Landrecht, s. Gortenl. 17, 238a; C.-place 
objekt. u. subjektiv = Be- 
Communieant 
lrleß, Gemeinplatz; C.-prayer lrreör], Liturgie 
der anglikanischen Kirche, C.-prayer-book (bückl, die 
engl. Kirchenagende; C.-wealth luwelth], Ge- 
meinwohl, Republik 2c. —er, m., —6: —: 1) ein 
nicht zur Nobility (s. d. u. Peer) Gehörender. — 
2) Mitglied des Hauses der Gemeinen ed. Unter- 
hauses. — 3) Theilhaber der Almende, Markgenoß, 
Maärker. — 4) auf engl. Universitäten, nam. in 
Orford: ein Student zweiten Rangs (vgl. Com- 
munitäter): Zu Gunsten der reich dotierten Stipendien 
unter dem Namen eines Fellow C., Pensionärs od. 
Slzars zugelassen. Nodenbirg Ins. Heil. 1, 51, vgl. 
Kohl Irl. 2, 171; Gentleman (s. d.)-C. 2c. — 
Common-i#en (lat.), tr.: mahnen, erinnern. 
Sition, f.; —en: Mahnung, Erinnrung. Zilörium, 
n., ½ : fen [(§8 24, 2, n.]: Erinurungsschreiben. 
— Commons;, pi.: s. Cemmon. — Commor- 
ation (lat.), f.; —en: das Verweilen, Aufenthalt, 
Wohnort. -atorium, n., —: en [8 24, 2, n.]: 
Aufenthaltsort. 5Sschmid M. Eren 85. cren, tr., 
refl.: Einen, sich aufhalten, verweilen 2c. — 
Kömm--os (gr.), m., uv.; zoi: „Wehklage“, 
nam. in der griech. Tragerie als Wechselgesang 
zw. Chor u. Schauspieler, s. Nolenkronz Poes. Gsch. 
136. — Commo-tiön (lat.), f.: —en: Erschütt- 
rung, Bewegung, Er-, Aufregung, Rührung 2c. 
vicren, tr. erschüttern, bewegen. erregen, rüh- 
ren 2c. — Commün (lat.), a.: gemeinsam; ge- 
mein: Das isterz-, hundsk. 2c.; K.= od. Kommu- 
nal (s. d.) Acker, -Gut, -Weide 2c. Jäl, a.; auf die 
Kommune bezüglich, ihr angehörig rc. (ogl. muni- 
cipal): K.-Abgaben;-Acker; „Angelegenheit; 
-Anstalt; -Beamte; .Behörde; Garde; 
Grenze; = Gut; Instanz (s. d.: Lanr, 
Länderei; Der K.-Landtag fur den Regierungs- 
bezirkt; Organisation der k.-ständischen Verfassung; 
K.= Steuern od. -Lasten; Verwaltung; -Wald; 
Weide te. -allen, pl.: Gemeinde-Sachen, 
Güter. aulé (frz. kemmünote), —: Ge- 
meinschaft, namentl. Gütergemeinschaft; eine 
in Gütergemeinschaft lebende Gesammtheit, z. B. 
in Klöstern 2c., aber auch (vergl. Kommunis- 
mus): Die C. in Paris. Die Theilung der Prorristé. 
Guskow 3. 5, 169. Se: 1) (frz., auch geschr. u. 
gesrr.: Commüne), f.; —n: Gemeinde; Allmende, 
— vgl. it.: Comün-e, Mz. -i, z. B.: Die 
sEtte [6—, sieben!) Comüni Vicenti lwitsch—, in Vi- 
cenza: Die trödeci s-tschi, 131 Comüni Veronssi, in 
Verona 2c. — 2) s. communis. : s. Comu- 
nero. -icẽlur (lat.): „es werde mitgetheilt“, bes. 
Rechtsspr., z. B.: C. pärti adrérsa in cöpia, — 
dem Gegenpart in Abschrift 2c. Jicieren: 1) tr. 
a) mittheilen; auch refl., z. B. G. 27, 474 2c. — 
b) Einem das Abenrmahl reichen, s. 2b, vgl. er-t. 
— 2) intr. (haben): a) in Verbindung stehn, zu- 
sammenhängen: KS4e Röbren. IMällr Pb. 1, 101. 
— b) (kirchl.) das heilige Abenkmahl genießen, s. 
1. #r. 10, 16. Cicabel, a.: mittheilbar; sich in 
Verbindung (Kemmunigetien) sexen lassend rc. 
-icabilitãt, f.; 0: das Kommunikabelsein. icnt, 
m., en, —en: Einer, der kemmunieiert-
        <pb n="693" />
        Communicat 
Abendmahlsgenoß. -icät, n., -(e)s; -e: schriftl. 
Mittheilung einer Bebörde ꝛc. Cicalio, f. [8 24, 
3, önis!): Communieation (s. Idioma). Siration, 
1.; —-en: Communieierung, Mittheilung ꝛe. 
freier Zugang u. Verbindung, nam. im Bauwesen 
u. militärisch 2c.: K-s-- (od. Verbinrungs-) Brücke; 
Gang, z. B. Korridor 2c.; -Graben, der Lauf- 
graben 2c.; -Linie zw. Heerestheilen; „Rohr, 
nam. Sprachrohr, zur Mittheilung nach entfern- 
ten Riumen; -Thür. Pöringer 219 2c. Zicallo, 
a.: Mittheilsam, gesprächsam; eine bloße Mitthei- 
lung enthaltend, kommunikatorisch: K.-Dekrer des 
Gerichts 2c. -icatõriĩen, pl.: K., litteræ commu- 
nicatöris, kommunikatörische (s. kommumi- 
kativ) Schreiben, nam.: worin Bischöfe Mitthei- 
lungen v. Synodalbeschlüssen od. vom Amtsantritt 
eines Amtsbruders empfangen 2c. -icatum /§ 24, 
2, un.): Kommunikat. io, k. [8 24, 3, iönis): 
Gemeinschaft (z. B. C. bonbrum, Gütergemein= 
schaft 2c.), nam. auch kirchliche; auch (s. kommu- 
nicieren 20): Genuß des Abendmahls; Abend- 
mahlsgebet ꝛe. Chion, f.; -en: s. Communio, 
z. B.: Die serbo-kroatische Hausgenossenschaft, officiell 
Haus-K. Mag. d. Ausld. 35, 631a 2c.; ferner 
— Abendmahl. Dazu: Privat.-X. ic.; K.= 
Buch, Vorbereitungen für die K. enthaltend, 
Beicht-B.; -Tafel, „Tisch, der bei den Re- 
formierten' den Altar vertretende Tisch; Beicht- 
u. K.-Zettel. Gutzuom 3. 4, 150, als Zeugnis des 
Geistlichen 21. -iqué (-##nike), n., — —s: 
Kommunikat, nam. im kaiserl. Frankreich: Mehrere 
unabhängige Blätter haben C—s (eine Art sanfter offi- 
ciöser Verwarnungen) erhalken. Volksz. 13, 209; 
15, 233 2c. is, a.: gemein, gemeinsam re., 
z. B. in Bezug aufs Geschlecht od. Genus: Com- 
müne heißt, was einen Mann] u. eine Frau bezeichnen 
kum. Zumpt Lat. Gr. 661; Nömina commünia (33) 
1:, Commünia (31) 2c.; ferner z. B.: Actor (s. d.) 
e.; Avnnus (l. d.) c.; Döbitor (s. d.) c.; Dieser 
Löcus c. [Gemeinplatz ist zu abgerroschen. . 7, 452 
2c.; ln commüni, in Gemeinschaft ꝛe. -ismus, m., 
uv.; 0: das System v. der Gütergemeinschaft 
Aller. ist, m., —en, —s; -en: Anhänger des 
Kommunismus. - istisch, a.: dem Kommunismus 
gemäß, darauf begründet 2e. -ität, f.; -en: Ge- 
meinschaft; Gemeingut, Allmende; auf alten Uni- 
versitäten ein Lokal zur gemeinsamen Wohnung u. 
Beköstigung v. Studierenden u. Lehrern. Dazu 
(ogl. Commoner): Nothleirende Kommunitäter. 
Erenzb. 25, 2, 434; 436 2c. Jiter, adv.: ge- 
meinsam, gemeinschaftlich. — Tommut-öbel 
(lat.), a.: veränderlich. abilität, f.; 0: Ver- 
änderlichkeit. -ation, f.; —en: Vertanschung, 
Tausch, Verändrung, auch: K. eines Planeten ist der 
Winkel, unter welchem aus der Sonne seine Entsernung 
v. der Erde gesehen wird. Linrow 793. alor, m. n 
—6; ören [8 24, 3, öris!: „Austauscher“, nam.: 
Apparate, die Richtung elektrischer, magnetischer 2c. 
Ströme zu vertauschen (vgl. Grrotrop). 3 üllr Ph. 
2, 332; 387; 472 c. eren, tr.: um-, vertau- 
schen, wechseln. — Cmod-amente (it. J„ adv.; 
Komos 677 
W o, a.: (Mus.) bequem, gemichlich. — 
Nomöd-c (ur.). m., ; —: Komödien-, Lust- 
spieldichter (vgl. Tragöre): Gervinus Hist. 7,566; Schem 
Stud. 1, 278 2c. -ia, f. [824, 1]: Komödie (. d.): 
Man spielte sie als pahiäta ((. d ) u. totzäta (s. d.) 
Die togäta wurde wiederum in die prætextãta (s. d.) 
u. in die trabeäta unterschieren. .Die c. togäta hieß 
auch tunicäta od. tabernäria, auch planipödia, 
Planipedäria, auch ricinäta .., auch rhintönica 2c. 
Rosenkranz Psch. 231. -ianl, m., -en, (Cs); en: 
Schauspieler, gw. in wegwerfendem Sinn, eig. u. 
übrtr., s. Ss.; Dorf. K. Gorienl. 16, 714a 2c.; 
Wander K-en. Grenzb. 25, 4, 176 „c.; Jene Zunft- 
K-en. Schütze Hamb. 12; Die Extempore- KenPZ 
14; Die, welche durch asthetischen Vortrag der Moral 
die Predigt zur Tragörie, die Kanzel zur Scene machen, 
diese Kanzel-K-en, die v. Katheder-Keen in den 
Schulen verleitet rc. 359 (astor Söze); Ein Erz-K. 
2c.; Lanerurchziehende K—en-Truppen. 14 Lcc. 
iaäntenhaft, a.: in der Weise v. Komoͤdianten, 
ihnen eignend 2c.: Ua## 18, 479 2c., ahnl.: 
Komödiänrisch, vergl.: Seinen Mithüter ko- 
mödiantinischer Tugend. Scherr Stud. 1, 2 88 cc., 
s. auch komörienhaft rc. ia#ntenthum, n., le)s; 
0: Thun u. Treiben v. Komödianten. Gortenl. 16, 
712b; 114a; Wachenhufen Kön. Ball. 3; 4 2c., vgl.: 
Bei der nächsten Komödiantere: laden Sie uns ein. 
Liech Tischl. 2, 177 LKomödienspiel]; Fern aller Ko- 
mödianter'k. Derl. Montogsz. 7, 15 2c. Tianlin, 
f.; —nen: weibl. zu Kowöriant (s. d.). -iantinisch, 
ziäntisch, a.: s. komödienhaft. -ie, f.; —n: E. 
Ss.) bald in weitrem Sinn: Schau-, bald in eng- 
rem: Lustspiel (s. Komos, vgl. Thalia), eig. u. 
übrtr.: Er zieht ibn auf, es ist eine wahre K., Afsen-, 
Hunde-K.; Das wird eine Heiden-K. Sausbl. (67) 
1, 435; Alltags-K-en; After -K. Schüte Hamb. 10; 
In Buden-, Saal= u. Scheunen -K. 31; Goldoni 
schuf die Charakter-K., indem er an die Stelle der 
tyrischen Charakrermasken der Stegreif-K. wirkliche 
.. Lustspielcharaktere setzte. Mal-3. 21, 519; Diese Ge- 
fühls-K. Lsewold Empork. 4, 17; Installie- 
rungs= (s. d.) K.; Liebhaber-K.:; Masken- 
K. Cichendorf GschDr. 95; Eine Nach-K. [Nach- 
spiel]. Drorient 1, 2417; Schul-K. BHerrig 40, 284; 
Spektakel-K. Ual## 21, 471 rc., s. auch Tragi-K. 
serner z. B.: K-n-Dichter; Handwerk; 
Haus, Theater; = Macher (-Dichter), Macherei; 
.Schreiber;= Spiel, „ Spieler; „Stoff; 
-Zetitel (Theater-Z.) 2c. - lenhaft, a.: komödien= 
artig. frenzel Dicht Fr. 3, 261; Uc##3. 22, 29; 289; 
Picisch Welt 1, 18 ꝛc. eren, tr.: als Komödie 
auffassen, behandeln: Es ist beschämend für uns, mit 
wie viel Verstand der Grieche sogleich seine Verhältnisse 
zu k. weiß. Uuge (Sanders Kutr. VIII); fschiegel 
GR. 165; 207. -isch, a.: der Komödie eignend, 
gemäß r2ce. (vgl. komisch, komörienhaft 2c.). Rostenkranz 
Goeth. 240; PSsch. 503; Scherr Stud. 1, 270; 
Den streit-k-en Schöpfer des Figaro. 345 2c. — 
Koômos (gr.), m., uv.; 0: K., Komus, Gott der 
Schmausereien, Lustbarkeiten, auch: An den Diony- 
sien wurde .. im Schwarmzug (K.) tanzend u. singend
        <pb n="694" />
        Comparisren! 
678 
umhergezogen, woher der Name Komödie enistand. 
Uosenkranz Psch. 173. 
Compacisc-enk (lat.), m., -en, (—6); en: 
ein Kompaciscierender. ieren, intr. (haben): 
einen Vertrag, Pakt (s. d. u. Compactum), nam. 
FriedensschluFabschließen. — Compadritko (span.), 
m., —#;; —#: Garienl. 17, 96a. — Compagn-arrio 
(it. —anjätscho), m., -s; -acei: Spießgesell. Ual3. 21, 
433. -age: s. Ren (frz. kong- — od. kom-— 
pänj!): Genossin; Eheegenossin- Gattiu; Kame- 
radin, Gespielin 2c. # (it.), f.; zke: Kompanie, 
vgl.: Die ganze Cum “ [Soldatenl. Salon 3, 
164. ié (frz.), f.; —s, —-(ehn: s. Kempanie: 
Dicse Vénérable C. 1c.; auch z. B.: bar c., in 
Kompanie, in Gesellschaft. -o (it.), m., -6; 
Kompan, Genosse, Kamerad 2c.: Sein buon . so 
vieler verschwärmter Nächte. Siechage Pr. 8, 255 2c. 
Son (frz. —ong), m., —: Compagno 
(s. d.), — nam. Grichsststzellhober (vgl. 
Associs). Dazu: 47 der Freiberr aus der Kschaft 
schied. Spielhagen Reih. 4, 86; ferner v. Sachen: 
Vier Gemälde, die als C—s gedacht u. erklärt werden 
müssen. Böniger Sab. 28 (vgl. Pendant); 386. 
Jonnage (onnäsh), f.; —n: (im Zunftwesen) 
die Gesellenjahre: Gesellenschaft. — Compäct 
(lat.): 1) a.: derb; gedrungen od. gedrängt; 
fest u. dicht 2c. — 2) n. (m.), -es; —e, en: 
ein Vertrag, Pakt (s. 8 Kompaciscierender 
(s. d.). -ät, n., —e)s; -e, —en; Zätum, um 
1824, 2, n. 1: !: Kompakt (2. — Komp-äu (mlat.), 
in. „.es, en; —e, en: (s. Ss.) K., Kumpan, Ge- 
noß, Kamerad, Bursch; auch z. B.: Ehle)-; Her- 
zens-; Nacht-; Reise-; Sauf-; Witz-; Zech-K. od. -Kum- 
pan 2c., s. das Folg. u. Compagno 2c. — Comp- 
anfe, f.; —eyn:, K., frz. compagnie (s. d.), Ge- 
nossenschaft, Gestllschaft, z. B.: Sauf-, Zech- 
K. 2c. bes.: Geseilchalt= (l. u. ) dazu z. B.: &amp;. 
Billetts (. d.); -Geschäft; .t Kon- 
trakt sc.; eine Abtheilung Truppen unter einem 
Hauptmann (vgl. Centuria): Artillerie; In- 
santeric-; Zäger-; Invaliden-; Veteranen- 
K. .; K.-Chef:; Chirurg 2c.; scherzh. v. einer 
Diebesbande (als Sachen v. der Stelle „rückend“): 
Unfre Rück-K. Volksz. 17, 54; in Handlungsfirmen 
cc. auch zur Bez. der Kompagnons: N. N. u. K. vd. 
et Compadçg)uie, oft abgekürzt: Co.; Comp.; Cie; 
Cp.; Cpie 2c., z. B. spöttisch: Vogt reise „in Wissen- 
schaft für das Haus Simia u. Co.“ Uat 3.# 21, 291 
(die Affenmenschen 2c.) 2c.; (vgl. veralt, m. — 
Kamerad, Kompan 2c. Wichram 125; 14912; 10921c.). 
aer (span. —anj-), m., -6; -#: Kompan, Kame- 
rad 2c. Gerstächker WW. 1,7; Pench. 1,69 2c. ang (engl. 
kömpäni), f.; -anies: Kompanie, z. B.: Das Zweig- 
gsöntt der Ohio loheio] Life fleifll and Trust ktröstj 
[Lebens= u. Kredit-Gesellschaft vom Ohtol. 
Galmar 3, 3460 2c. — Compar-abel (lat.), 
a.: vegleichbar (l. Ggstz: In-k.). abilikät, f.; 
„ Vergleichbarkeit. aison (srz. kongparäsöng), 
; -6: Bttaleichcung s. das Folg.: En langl c., 
tun BVergleich; Sans [Käng, ohnel c., zu bezeichnen, 
daß man jede weitre Vergleichung ausschließt, nam. 
„se: 1) f.; In: 
CTompassion 
auch, sofern die weitre Ausrehnung des Vergleichs 
etwas Verletzendes haben könnte. ateur (kongpa- 
ratör), m., —8s; —8#, e: „Decgleicher, nam.: 
Werkzeug zur enauesen Vergleichung v. Längen- 
maßen, z. B.: Ein dioptrischer C. Dode Rep. 1, 6 1e. 
atio (lat.), f. [§ 24, 3, önis]: Vergleichung, 
z. B.: C. literãrum, Vergleichung der Handschrift 
durch Schriftverstänrige 1c., s. das Folg. ation, 
f.; S#en: Vergleichung): So ist die ganze K. hin- 
kend. Geroinus Hist. 7, 80 2c.; Nam. auch (Sprachl.): 
Steigrung eines Adjektivs 2c.: Die 3 K-s-. Stufen 
od. Gradus (s. d.) comparatiönis rc. -ativ, 
m., —(e)8; —e: (Sprachl.) die zweite Steigrungs= 
stufe, auch übrtr. G. 40, 526; 528 2c. atious, a. 
vergleichend: Conjunctiönes comparatire. Zumnt Lat. 
Gr. 8 340; Komparative od. Komparativ-Konjunk- 
tionen, Bindewörter, Partikein ec. zm. [824, 2): Kom- 
parativ, auch: Grädus (s. d.) c. — Compär-e 
(it.), m., ; #tn -i; -elo m., —6 ; -élli: 
Gevatter. Hopfe N . 115. — Compar-ent (lat.), 
m., —en, (—8); -en: ein vor Gericht Erschiene- 
ner; weiblich: K-in. -enz, f.; (en): das Er- 
scheinen eines vor Gericht Geladnen. eren: 
1) intr. (sein): geladen, sich vor Gericht stellen, 
dort erscheinen. — 2) tr.: vergleichen; (Sprachl.) 
steigern. zition, f.; —en: Komparenz. sa 
(span. 2c.), k.; —: Begleitung, Gefolge 2c. 
bei den Ritterspielen: Auf- 
marsch der Quadrillen. — 2) m., In; In: 
(Böhnenw.) stumme Person, Figurant. #serie. 
(ehn: das Arrangement u. Auftreten i&amp; 
Kiän chnn 2c. — Compart-feren (mlat.), 
abtheilen. -iment, u., -(e)s; -e, —6 chachi in 
frz. Ausspr. kongpartiming, n., —#6; —8): abge- 
theilter Raum, Fach c.: K-s des Eisenbahnwagens 
Is. Coupé], Krankenzimmers 2c. ition, f.; -en: das 
Abtheilen. -ment (engl.), n., —#; —s: = Kom- 
partiment. — Compas: 1) (frz. kongrä), m., uv.; 
uv. (Genit. u. Mz. mit lautendem s): Werkzeug 
zum Kreiszeichnen, Zirkel. — 2) s. Kompaß. — 
Compäscuum llat., 824, 2, u.): Koppel= (vd. ge- 
meinsame) Weide, Trift: Jus (s. d.) compáscui od. 
compascéudi. — Cömpafs (—), m. en. Schelen 
72), -es, uv.; —e: — in den unverlängerten For- 
men richtig auch mit bloßem Schluß-s, s. Ss. Orth. 
39i8, vgl. Compas): (. Se.) Werksg. das mit- 
tels der Magnetnadel die Weltgegend bestimmt r. 
(s. Boussole u. über die Arten nam. Bobrik 416 ff.; 
Gehler 1, 583 ff.), auch übrir.; sprchw.: Einem den 
K. verrücken (vgl. Tramontana) . ; K.-Scheibe, 
Windrose: = Strich, St. der Windrose, val.: 
Aus allen K.-Ecken. Wackern. 1, 9597 rc. U. Rhumb. 
— 2) (vralt. Rechtsspr.) die von einer Be- 
hörde an eine andre gerichtete Bitte zur Vor- 
nahme einer Rechtshandlung für sie, namentl. 
eines Zeugenverhörs: Wann die Zeugen anderswo 
durch Compas abgebört werden. frankf. Reform 1, 35, 
9; C.-Briefe, 1, 31, 21 2.; Lit(t) eræ mütui com- 
pässus. Frisch 1, 172c ic. — Compal'-ibel (lat.), 
a.: mitleidend. eibililät, k.; O: Mitleidenheit. 
Sion, t.; —s; 0: Mitleid, Mitgefühl. —
        <pb n="695" />
        Compastor 
Compäsl-or (lat.), m., —;:; -ören [8 24, 3, 
—-—öris]: Mit-, Neben-Pastor (s. d.). — Cöomp-ater 
(lat.), m. [8 24, 3, ratris]: Gevatter. aternität, 
f.; —en: das Gevattersein, Gevatterschaft. — 
Compat-ibel (frz., it.), a.: vereinbar (s. Ggstz: 
In.k., vgl. konkordabel); verzeihlich. ibilität, f.; 
0: das Kompatibelsein. - leren, intr. (haben): 
Mit Etwas k.: 1) Mitgefühl, Mitleid haben (auch 
ir.: bemitleiden). — 2) Nachsicht haben. — 3) 
damit vereinbar sein, sich vertragen, dazu passen rc. 
eiffant (frz. kongpatissäng), a.: mitfühlend, mit- 
leidig. — Compatriot (nlat.), m., -en, (—8); 
Vaterlandsgenoß, Landsmann. — ic, f.; eyn, 
—6: „Landsmannschaft“, ein Rechts-Vh., wonach 
die Bewohner verschiedner Länder in denselben als 
gleichberechtigt gelten (s. Combourgeoisie). -in, k.; 
—nen : Landsmännin. Sisch, a.: landsmännisch, 
auf Landsmannschaft beruhnd 2c. — Tompede-es: 
s. Compes. -itus (lat.), m. [§ 24, 21: ein 
Gefesselter, in Ketten Geschloßner. — Compéll-e 
(latein.): „zwinge!"zn., —; —#: Zwangsmittel. 
ren, tr.: antreiben, zwingen 2c. — Compendi- 
arisch (lat.), a.:: kurz, sich nur auf das 
Hauptsächliche beschränfend, zusammengedrängt, 
ins Kleine zusammengezogen 2c., auch Kompendi- 
56, „öSö. - um, n., —#; zen sg 24, 2, u.]:: 
kurzer Inbegriff; Hand-, Lehrbuch. — Compenetr- 
ation (nlat.), f.; —en: Verschmelzung. keren, 
tr.: kompilierend verschmelzen. — Compens-= 
äbel (latein.), a.: kompensierbar. Labililät, 
f.; 0: Kompensierbarkeit. -ändus, a.; zu kom- 
penfierend. ätio, f. [824, 3, önis]): Kompen- 
fierung: Excéptio c-nis, Einrede der Kompen- 
sation 2c. aliön, f.: -en: Kompensierung. 
ätor, m., —; ören [824, 3, öris): „Ausgleicher“ 
(Kompensations-Vorrichtung). Jätus, a.: kompen- 
fiert: Compensätis — compensändis od. — ex- 
pénsis, mit Ausgleichung des Auszugleichenden — 
od.: der Kosten 2c. -ieren, tr.; refl.: gegen ein- 
ander ausgleichen u. aufheben: Die Kosten k.; Sie 
k. sich 2c.; Stahlstab mit Messing kompensiert. Dove Rep. 
1, 12, so daß die durch die Wärme erfolgende Aus- 
dehnung des einen durch die des andern in entgegen- 
gesetzter Richtung sich ausgleicht 2c. — Comp- 
Crage (frz. kongperäsh'), f.; —n: Kompaternität. 
ere (-iär), m., —s; —#: Gevatter; Helfershelfer 
eines Taschenspielers. — Comperendin-atiön 
(lat.), f.; —en: Festsetzung eines Termins, Ge- 
richtstags „auf übermorgen", verallgemeint: auf 
einen spätern Tag; Terminshinausschiebung. 
Sätor, m., -s; ören: wer die Komperendination 
bewirkt. -fren, tr.: eine Komperendination be- 
wirken. — Cömpes (lat.), k. 1§8 24, 3, -edis]: 
Fußfessel. — Cömpet-ens (lat.), a. I§ 24, z, 
-éntis]: befugt, zuständig: Förum (s. d.), jü- 
dex (s. d.) c. 2c. -En##: 1) a.: competens: 
K.—e Richter, Gerichte, Urtheile 4. — 2) m.., 
—en; -en: Mitbewerber, auch: Mit -K-en. Holtei 
Treust. 1, 306. -enlia, k. [8 24, 11: Kompetenz 
(s. d.): C. föri, eines Gerichts 2c.; Beneficium 
competéotie, Kompetenzrecht, die Rechtswohlthat, 
Tomplet 679 
wonach einem Schuldner in gewissen Vhen v. sei- 
nem Vermögen das zum Lebensunterhalt Noth- 
wendige gelassen werden muß; Excoptio (s. d.) 
competéntis r2c. enz, f.; -en: 1) das Kompetent- 
sein, Zuständigk., Befugnis, Berechtigung, befug- 
ter Wirksamkeits= od. Geschäftskreis (vgl. Ressort): 
K.-Frage: -Gerichtshof; „Konflikt 2c. — 
2) (s. 1) Etwas, das Einem v. Rechtswegen zu- 
kommt, ihm nicht entzogen werden darf 2rc.: 
Staats-Ken. Uat 3. 21, 134 2c.; Die K. eines Pfarr- 
amts rc., die zuständigen Einkünfte 2c.; K.-Buch, 
worin diese verzeichnet sind; Das K.-Recht eines 
Schuldners, s. Competentia 2c. — 3) Competition. 
ikren: 1) tr.: sich um das Obj. mit bewerben. — 
2) intr. (haben): Etwas kompetiert Einem, kommt, 
steht ihm zu, gebührt ihm 2c. ition, k.; -en: 
Mitbewerbung. -itor, m., —; ören s8 24, 3, 
öris): Mitbewerber. — Compiacevole (it. —atsche- 
wole), a.: anmuthig, gefällig zur Bez. für den 
Vortrag eines Tonstücks. — Compil-atiön (lat.), 
1.; —en: das Kompilieren — u.: etwas Kompi- 
liertes. -ator, m., —8, ören; ören (§ 24, , öris]: 
ein Kompilierender. — feren, tr.: Etwas aus an- 
dern Büchern zusammentragen, zusammenstoppeln. 
Compingkeren (lat.), tr.: fest zusammen-fugen 
od. -fügen. — Compil-o (it.), m., —; -i: 
1) Aufgabe; Pensum. — 2) s. Ballata. — 
Complais-ance (franz. kongvläsängß), f.; — : 
komplaisantes Wesen — u.: Außrungen, Kund- 
gebungen desselben: Par c., aus Gefilligkeit 
.. Tant (Cng), a.: gefällig, dienstbestissen rc. 
— TComplan-abel (lat.), a.: komplanierbar. 
Satiön, k.; —-en: Komplanierung. icren, tr.: 
eben machen, z. B.: Festungswerke schleifen 2c.; 
(Math.) eine krumme Fläche in eine gleichgroße 
Ebne verwandeln 2c. — Tompläs 2c.: s. Complais 
i. — Compleettieren (lat.), tr.: zusammen-, 
um-, in sich fassen; in sich schließen, enthalten. — 
Compl-ement (lat.), n., -(e)s; -e: Ergänzung, 
(Math.) — nach hergebrachter Unterscheidung —: 
Man nennt von 2 Bogen den einen das K. des 
andern, wenn beide zusammen den 4ten Theil des 
Umkreises ausmachen; das Supplement eines 
Bogens heißt ein andrer, wenn beide zusammen 
dem hbalben Umkreise gleich sind. Auf ähnliche 
Weise ist es bei 2 Winkeln, sie komplimentieren 
sich, wenn sie zusammen einem Rechten u. supple- 
mentieren sich, wenn beide zusammen zwei Rechten 
gleich sind. vSwinden 261; K.-Bogen; -Winkel 
2c. (s. Kosekante); K.-Farben, komplementäre 
(s. d.) x. -ementar, -ementär: 1) a.; als 
Komplement dienend; ergänzend: Der k—e Winkel, 
Bogen eines andern; Zwei Farbentöne, welche zu- 
sammengenommen Weiß geben, heißen komplemen- 
täre sod. K.-) Farben; K.e od. K.-(Schalt.) 
Tage im Kalender 2c. — 2) m., ); Se: s. 
Kommanditaire; Faktor 2. Tementärius, a.; m. 
[§ 24, 21: s. Kemplimenter 1; 2. ement'eren, 
tr., refl.: ergänzen. -emenlum [8 24, 2, n. J: 
Komrlement. -t: 1) a.: vollständig; so daß 
Nichts fchlt 2c., — oft gesprochen u. auch ge-
        <pb n="696" />
        680 Completheit 
schrieben: „complett“. — 2)n., -(e)s; -e: die letzte 
der horæ (s. d.) canonicæ, womit sie „vollendet" 
sind (auch trochiisch u.: Complẽt-e, f.; —n; 
„orium, s. auch Apodeipnon). theit, f.; 0: das 
Kompletkt)sein, Vollständigk. -etieren, r.: voll- 
ständig machen, ergänzen. -etorium, n., —; 
en [8 24, 2, n.): 1) Ergänzungsschrift. — 2) s. 
Komplet 2. — Compler (lat.): 1) m., e)s; #: 
Inbegriff; etwas Zusammengefaßtes: Domänen-; 
Gesammt--; Güter-: Sagen-; Zahlen-K., s. 
2a 2c. — 2) a.; a) (Math.) K.e Größen, die aus 
einem Zahlen-K., d. h. aus Verbindungen durch 
Plus u. Minus bestehn (Gastz: In-k.). — b) kom- 
pakt. — ) st. kompliciert. — 3) s. Complice. -iõn, 
f.; —-en: 1) Zusammenfassung, z. B. von Ele- 
menten (s. Kombination) 2c. — 2) (s. 1, vgl. Kon- 
stitution; Temperament) die aus Mischung der versch. 
Elemente hervorgehnde u. den Gesundheitszustand 
bedingende Leibesbeschaffenheit u. das sie bekun- 
dende Aussehn. itäl, f.; 0: das Komplersein. 
Tus, m. I[§ 24, 4): Kompler. — Compl-iee 
(frz. kongpliß'), m., —m: —n: der in ein Verbrechen 
„Mitverwickelte“, Mitschuldige, lat.: Cöômpl-ex, 
m. I§ 24, 3, -ieis], zumeist in Mz.: Cömplices 
delicti. ieleren (lat.), tr.: in einander verflech- 
ten; verwickeln; verwirren; bes.: Komplickert, 
Ggstz einfach; dazu: Die Kompliciertheit des 
vorliegenden Falls; der Aufgabe; der Verbrechen; der 
Krankheiten 2c. Ticität, k.; 0: das Komplice= 
Sein, die Mitthäterschaft, Mitbegangenschaft, 
Mitschuld. -icatiön, f.; -en: Komplicierung, 
Komplieiertheit. — Compliment (frz.), n., —(e)s; 
e(seltner in frz. Ausspr. kongplimäng, n., —; —|:: 
1) Verbeugung, Bückling, Knir. — 2) Em- 
pfehlung: Mein K, an Ihren Herrn Vater! 2c. — 
3) Bezeigung der Hochachtung: Ich mache Ihnen 
mein K. darüber 2c. — 4) Artigkeit in Worten, 
Schmeichellob: Ihm ein Gegen-K. machen; In die 
K-en-Trompete blasen 2c. — 5) in MzZ.: Um- 
stände, Ceremonien: (Nicht) viel K-e machen rc. 
-rius, m. I§ 24, 21: eur (frz. kongplimangtör), 
m., —; —6, —e: Einer, der viel Komplimente 
macht. #ieren, intr. (haben); refl.; tr.: ein 
Kompliment od. Komplimente machen; mit An- 
gabe der Wirkung: Sich durch den Saal (hindurch.)k., 
unter Bücklingen bewegen; Einem Erwas aus der 
Hand k., es ihm abek.; Einen od. sich mit Einem belk.; 
Einen fort-, hinaus"k. 2c.; Regeln des Kompli- 
mentierbuchs 2c.; Komplimentierer. Käser 
Ph. 1, 74 2c. — Compl-ot (frz. kongpls), n., 
—8# ; —#; -Öött, n., Xe)s; Te, —# (s. as. Ortb. 
4031): Verschwörung, Geheimbund: Mord-K. 
2c.; K.-Macher; = Procedur 2c. Coleur (kong- 
plotör), m., —#: e: Komplottmacher. otieren, 
intr. (haben):ein Komplottmachen. — Complüvi- 
um (lat.), n. —6#; zen [8 24, 2, n.]): s. Implu- 
vium. — Compon-ende (lat.), f.; —n: päpstl. 
Sportelkammer — u.: Berechnung u. Berich- 
tigung der Sporteln dort. —#### zu- 
sammensetzen 2c. — 2) (s. 1) in Bezug auf 
Kunstwerke: die Idee, den Plan des Ganzen 
Composition 
und die Anordnung (Gruppierung) der Theile 
zu einander im Ganzen und Großen entwer- 
fen; auch ohne Obj.; ferner refl., v. den Thei- 
len: sich zum Kunstwerk zusammenfügen, ordnen, 
gruppieren. G. 26, 70 2c., selten so intr.: Das Bild 
komponiert so artig. Ecermann G. 2, 336 ic. — 3) 
(s. 1) zumeist: in Noten, in Musik setzen; auch o. 
Obj.: Musik-, Tonwerke schaffen; zuw. refl.: Dies 
Lied komponiert sich leicht = lässt sich leicht k., eignet 
sich zum K. 2e. Dazu: Ein Lied, das nicht kompo- 
nierbar. Platen 6, 209 2c. — 4) ausgleichend bei- 
legen. — 5) Zstzgn z. B.: Durchkomponierte2) Glie- 
derung. Uat3. 20, 303; Das s. g. Durch-K. [3] der 
Lierer; [Die Malerin hatie] Viel in die Natur hinein 
komponiert; Die für die Alboni v. Donizetti nachkom- 
ponierte (3, nachträglich komponierte]) kleine Romanze 
2c. ist, m., -en, (—); —en: Tonsetzer (weibl.: 
K-in): Kirchen -; Lieder-; Opern-K. 1c.; Ein 
weit größerer Instrumental- als Singe-K. Jahn 
Moz. 4, 171 te., s. Komvositeur. ium, u., —: 
len: Art künstlicher Spieluhr. — Comport-bel 
(frz. kong-), a.: verträgl., schickl. -ement (ming), 
n., ; —: das Betragen, Benehmen; Verträg- 
lichk. - ier##n, ir.: er-, vertragen; refl.; sich so u. 
so betragen; sich verlragen. — Compos-ante 
(frz.), f.; —n: komponierende (s. d. 1) Kraft der 
Resultante (s. d.). 6 lkongrose), a.: komponiert, 
— namentl. bei Titeln v. Tonstücken (vgl. Com- 
posto): C. par svon] NN. ita, f. [8 24, 11: 
s. compositus, bes. (Botan.): Sternblumen, Com- 
põsitæ s. Syngenesiste, auch: Die Kompositen; 
ferner: Zu der röm. od. Composit. Ordnung (Säulen- 
ordnung]. ite (engl. kompössit), a.: zusammen- 
gesetzt, z. B.: Als c. sbihs lschirps, Schiffe), r. h. 
der Bau mit Innengerippe aus Eisen u. Außenver= 
plankung v. Holz; s. Kompositionslicht. -ileur (frz. 
kongvosirör), m., —#; —8, —e: Setzer, z. B. in d. 
Buchdr.; nam. aber — Komponist (s. d.); Kam- 
mer-K. des Kaisers 2c. stio (lat.), f. (&amp; 24, 
3 õ, nis): Komposfition (s. d.), z. B. (1): Zusam- 
mensetzung (C.) von Wörtern 2c.; (4): C. ami- 
cäbilis (s. d.) 2c. -ition, f.; -en: die Kompo= 
nierung u. das Komponierte (s. d.), nam.: 1) 
(s. komponieren 1): Eine K. aus vielen Bestand- 
theilen 2c.; Eine chemische K.; Eine Metall-K. 
(s. Legierung); Das ist kein Silber, sondern nur K. 
— silberartige Metallmischung, vgl. Argentan; 
Britanniametall 2c.), K-#s-Metall, Silber 2c.; 
Chatterton (s. d.] K. it.; Das Färben mir schwefel- 
saurem Indig od. Sächsischblau (K—-s-Blauy). Prechil 
2, 216; K-#-Lichte. Karmarsch 2, 788 (vgl. Com- 
posite candles 422) ic.; auch: K—#-Berrieb, 
Beforstung eines aus Hoch= u. Niederwald zusam- 
mengesetzten Reviers c. — 2) (s. komponieren 2): 
HSchlegel GR. 202; W. 22, 205; 23, 268; Auch v. 
diesem [Dichter-] Werk ist die K. sebr reich. 36, 38; C. 
26, 5; 20 2c. — 3) am häufigsten: das Kompo= 
nieren (s. d. 3) v. Tonstücken — u.: die kompo- 
nierten: Die Kunst, Lehre der K.; K—-#-Lehre 2c.; 
Instrumental--; Kirchen -z; Klavier= u. Orgel- 
K—en 2c.; Anweisungen zur Singe-K. Sulzer 1,
        <pb n="697" />
        Compositionell 
230b rc#. — 4) (s. komvonieren 4) Die Morrbuße od. 
das Wehrgeld, K. genannt, weil sie zur Beilegung der 
Fehre gegablt wurre. Simroch Fr. 203 2c. Titionell, 
a.: auf der Komposition (s. d. 2, nam. v. Ge- 
mälden) bezügl. 2c.: Die k—e Behanrlung aller drei 
Ggstre. Ua#. 22, 103. -itum, n., —; -zita (§24, 
2, n.): 1) etwas Zusammengesetztes, eine Zusam- 
mensetzung, auch: Ein Mirtum C. rc.; namentl. 
(Svprachl.): ein zusammengesetztes Wort 2c. — 
2) (Ex od. dẽ) compösito, abgererdetermaßen. 
Zitür, f.; -en: Zusammenfügung, Fuge. ilus, 
a.: zllsammengesetzt (l. Compösit-a; um): Ordo c., 
die zusammengesetzte (od. röm.) Säulenordnung; 
Tempora (s. d.) compösita, zusammengeseßzte Zeit- 
sormen des Verbums 2c. — Compossefs (lat.), 
m., -es; —; io, f. [8 24, 3, äönis): Mitbesfitz. 
or, m., —s; -ren (5 24, 3, öris!: Mitbesitzer. 
— Compöst (lat. —), m., —es; —e: in best. 
Fällen, etwas Zusammengesetztes, Eingemachtes 
2c., Nam. (s. Ss.): 1) Mengedünger: K.-Berei- 
tung; Haufen. — 2) Sülzmilch, in obersächs. 
Mundart Komst od. Komves, in Kirchhofs Wend- 
unmuth „gesulzter K.= ist ricke gesäuerte Schafmilch. D. 
1, 200, vgl. Olearius Reis. 269b. — 3) eingemach- 
ter Weiß= od. K.-Kohl (s. d. Ss.) 2c., vgl. Comrote. 
— 4) (s. 3) Bernstein v. der Farbe des K.-Kohls, 
s. prechn 2, 42. -Ieren, tr., auch o. Obj.: mit 
Komvost (s. d. 1) düngen. —o (it.), a.: komvo= 
niert, s. composs. — Compotatiön (lat.), f.; 
—en: Trink-Gesellschaft, -Gelage. — Comp-ote 
(srz. kongröt), f.; —s;z n., —s; —s; -ölt (komret, 
s. Ss. Orth. 4028 ff.), n., —ey)s; —, — (-zötte. 
Nahel 1, 252): eingemachte Früchte, gw. als Neben- 
gericht zum Fleisch (vgl. Komrost 3): Avfel-, Bir- 
nen-; Pflaumen-K. 2c. otier (kongpotf#e), m., —; 
s; otière □är), f.; —, —#: Schale mit Fächern 
für die versch. Kompotts bei Tisch. — Cömpound 
(engl.—Künd), m., n., —#; —#: 1) (s. Komrosition 1) 
Chakterton's (s. d.) C. 2c. — 2) (s. 1) Die Wob- 
nungen der Vornehmen besteben in einem C. (ein engli- 
siertes siamesisches Wort) v. Häusern u. Höfen 2c. Mag. 
d. Ausld. 36, 626b, etwa = Kompler 2c. — 3) (. 
Komposition 4) Absinrung, Einigung rc., z. B.: 
Den C.-Householder, einen Miether, der nicht persön- 
lich Steuern zahlr, sondern sich darüber mit dem Ver- 
miether abgefunden hat. Uat3. 20, 232; GSctenzb. 26, 
2, 364 (Der Compounder. 365) 2c.; C. Interest 
Noten smit verein bartem Zinsfuß). — Compra- 
chico (span. - ischito), m., —; — : „Kinderkäufer". 
Volksʒ. 17, 231. dor, m., —; -es: „Käufer“, 
Geschäftsführer bei den holländischen Fakto- 
reien. — Comprehen-dieren (lat.), tr.: zu- 
sammenfassen, begreifen. -bel, a.; begreislich. 
sibilität, f.; O: Begreistichk. - sion, f.; (-en): 
das Begreifen, Fassungsvermögen. Lio, a.: 
komprehendierend. — Tompress (lat.), a.: enge, 
dicht zusammengedrängt 2c.: K-erlGgstz: srlendirer! 
Satz, Druck eines Buchs 2c. e, f.; —n: ein mehr- 
mals über einander gelegtes Stück Leinwand, auf 
Wunden zu legen (Bäuschchen). -ĩbel, a.: zusam- 
menrrückbar. Tibilitäl, f.; 0: Zusammendrück- 
Comptoir 
681 
barkeit. -iön, f.; —en: Zusammendrückung, Ver- 
dichtung 2c.: K-s-Feuerzeug od. pneumatisches, 
durch K. der Luft wirkend: K##-Pumre, . Ma- 
schine, zum Kemrrimieren der Luft (Ggstz Era- 
kuationerumre; K-. Manometer #2c. ferner n. frz. 
Aussrr.: Globe (s. d.) de c. Ikongrressiôongl 2c. -ĩv, 
a.: zusammenpressend: K.-Kraft 2c. -ĩve, f.; -n; 
-rium, u., —8; ken (§8 24, 2, n.): wunrärztl. 
Werkzeug, einen anhaltenden Druck auf Etwas 
auszuüben. — Comprimärio (it.), a.; m., —; 
—s: neben dem Primario wirkend; ein ihm 
Nebengeordneter. — Comprimieren (latein.), 
tr.: zusammen-drücken, pressen 2c.; be-, unter- 
drücken 2c. — Comprob-alioön (latein.), k.; 
en: Billigung. —iẽren, tr.: billigen, gut- 
heißen. — Comprom-ifs (lat.), m., n., es; 
-e: eine gegenzeilige Ubereinkunft, nam. die Uber- 
einkunft Streitender, zumal die, sich dem Urtheil 
eines Schiedsrichters zu unterwerfen — u.: kessen 
Urtheil (s. Anlas 4 ss.). Ciffär, m., e)s; 
—e, —en: -isfärius, m. [8 24, 21: v. den 
Kompromittenten erwählter Schiersrichter, Ob- 
mann. eiffor, m., —5; ören (§ 24, 3, öris];: 
Koempromittent; Mitbürge. -issörisch, a.: auf 
dem Wege des Kompromisses; schiedsrichterlich. 
iltent, m., -en, (—); -en: wer ein Kompro= 
mipᷣ eingeht. itlferen: 1) intr. (haben): ein 
Kompromiß eingehn, treffen. — 2) tr.: Einen 
zum Schiedsmann ernennen; verallgemeint: ihn 
durch Nennung in die eignen Streitigkeiten hinein- 
ziehn, ihm eine Verantwortung aufbürden, z. B. 
ohne schlimmen Sinn: Der Schaufrieler, komrro- 
mitriert durch seine fiegreichen Vorgänger, nahm nun 
Alles, was er v. Talen hatte, zusammen. G. 31, 11 2c.; 
zumeist: Einen od. Etwas einer unangenehmen 
Verantwortung, einer unangenehmen Lage, dem 
Schimpf rc. bloßstellen; gefährden: Einen od. sich, 
seine Ehre k. c. — Compromo-tionälis (nlat.), 
m. [8 24, 3, uv.]): ein Kompromovierter. 
-vĩeẽren, intr. (haben): mit promovieren 
(s. d.). — Compt-öbel (frz. kongt-), a.: verant- 
wortlich. Jabilität, f.;-en: Verantwortlichkeit; 
Leistung, zu der man verrilichtet u. für die man 
verantwortlich ist; auch: Comptabilité. ant 
(ng), a.: C., it. contänt, — v. Personen: zahl- 
fertig; v. Geld: bar; auch substantivisch: Kauf 
gegen od. an so] C., — (it.) a contänti; per (od. 
pro) contänte, Barzahlung, vgl.: In contänti, in 
barem Geld; in Bereilschaft 2c. — (köngr), m., 
—6; —s: Rechnung (vgl. Konto; Kontokorrent 2c.): 
C. de gain lgengl et (#|] de perte sreri'], Gewinn= u. 
Verlust-Rechnung; C. rendu lrangrül, abgelegte 
Rechnung, Rechenschaft 2c.; (Web.) — Gang 
(l. d. 18. Ss.), eine best. Anzahl v. Kettenfäden 2c. 
-ur Cör), m., —s; —#s: Rechner, Zähler (s. d. 
1; 2. ss.), — auch sachl., z. B.: in Spinn- 
maschinen; Mühlen; — Gaszähler, z. B.: C. 
d’expérience jängß], für die Gaskonsumenten; 
C. d’usines (rüsinl, in der Gasfabrik als Maß der 
Gaserzeugung 2c. -oir □ä), n., —s; —, —e: 
Rechnungs= od. Zahltisch; Rechnungs-, Geschäfts-
        <pb n="698" />
        682 Compkoirifl 
zimmer (oft: Comtoir, Komtör, Kontör, vgl. holländ.: 
In den Achter= u. Binnenkammern u. „Comptorchen“. 
CThümmel 7, 95 ic.): Demoiselle (s. d.) de c.; Ge- 
schäfts-:; Privat-K.; Das Post-K. 2c., s. Bureau; 
Industrie-K., als Name v. Geschäften, die sich den 
Vertrieb v. Industrie-Erzeugnissen zur Aufgabe 
machen 2c.: K.-Wissenschaften, die für den Komp- 
toiristen nöthigen. -oirist oar-), m., en, (—); 
—en: Buchhalter (oft: Komtorist, Kontorist). — 
CTomptroller (engl. kontrölrr), m. —8; — s. 
Controleur. — Tompüls-atiön, iön, l.: —en: 
Antreibung, Nothigung, Zwanz. -or, m., — S; 
Uren [8 24, 3, öris): Treiber, Presser, Erekutor 
2c.; in Klöstern: : der zu den Horen Weckende und 
Antreibende ꝛe. oriälis, a.: kompulsorisch: 
Litteræ Compulsoriäles od. Mandätum compulsoriäle 
Kompulsorium. orisch, a.: antreibend, zwin- 
gend; mit Zwang verbunden #I obligatorisch, Ggstz 
fatnitativ). Oörium, n.— ##ten S 24, 2,u. : Schrei- 
ben, worin eine höhere Behörde eine untergebne 
zur Beschleunigung einer Angelegenheit autreibt, 
nam. bei Prozessen. — Compunekiön (ulat.), . 
—en: Herzenszerknirschung. — Compurgal-In 
(nlat.), m., —s; zören [8 24, 3, öris]: Eides- 
helfer (Konjurator, Konsakramentäl). — Cömput- 
abel (lat.), a.: berechenbar. abilikät, k.; 
Berechenbarkeit. alio, f. [8 23, 3, önisl: E— 
rechnung, z. B. C. grãduum — civilis od. — ca- 
nönica, Berechnung der Verwandtschaftsgrade nach 
dem — Civil= od. — kanonischen Recht. Salion, 
f.: -en: Computatio. feren, tr. berechnen. 
ist, m., -—en, (—#); -en: drekberecher- us, 
m. (§ 24, 21: Berechnung: C. paschälis, Oster- 
berechnung ic.; Ad computum, lin Nechnung, An- 
schlag! bringen 2c. — Cömt-e (rz. köngt), m., 
-6: 1) s. Compte 2c. — 2) Graf (s. Comes). 
cise, f.; —#, —#6; -essin, f.; nen: Gräsin, — 
bes.: gräfliches Fräulein. — Lomthür rc.: s. 
Komtur 2ce. — Comkoir #2c.: s. Compt 2c. — 
Komlur, m., —e)8; -e: (s. Commendator): K., 
alt: Kommentlhöur (z. B. G. 30, 73) 1c., (Köm- 
meter. Slumpf 42 4c), Ordenspfründner; Einer, der 
die Güter eines geistl. Nitterordens verwaltet; s. 
auch Kommandeur 3: Groß -K. eines Owbens; 
Haus-K., dem Ordenshaus vorgesetzt; Land- 
K., den Kommenden einer ganzen Provinz vor- 
stebnd ꝛe. -er, f.; -en: Kommende (s. d.), 
Pfründe vd. Gebiet eines Komturs. 
Comün-e: s. Commune. (span.), m 
—s; —: Bez. einer Freiheitspartei in Spanien 
(18620 1e.) — Negro (s. d. u. Ggstz Blanco, Anillero). 
— Comus, m. I§ 24, 21: s. Komos. 
Cön: 1) (it.) präp.: mit, z. B.: C. ackstto 
(s. d.), amöre (s. d.) 2c.; verschmelzend mit dem 
Artikel, s.: Cogli; Coi od. Co’“; Col; Coll'“; 
Colla; Colle; Collo, bezügl. = Co gliz i; il; 
l'; la; le; lo. — 2) ifri. kong) m., —#; —6: die 
weibl. Schamtheile (lat. Cinnus), K. CThümmel 
2, 107 ff. 
Konak (türk.), u., m.p, —; —#: Herren-Sitz, 
-Haus, Residenz 2c. dschi, m. , —; —#: Quar- 
Tonceptio 
tiermacher. — Conarium (ulat- 824, 2, u.]: 
s. Pineal-Drüse. — Conat (lat.), m., —e)#; -e: 
Versuch, nam. eines Verbrechens, im Gass der 
Ausführung. -us, m. I§ 24, 41: Konat: C. 
delinqudndi seines Verbrechensl 2c. 
Concealed (engl. —Hild), a.; versteckt, ver- 
borgen, s. Beauty. — Coneéd--ieren (lat.), tr. 
Etwas zugestehn, einräumen; darein willigen C. 
(s. Koncession): Alles Schwanken u. Hin= u. Her-K. c. 
o: ich koncediere (vgl. consentio), — Con- 
eelebrl#ren (lat.), tr.: Etwas gemeinsam feiern, 
festl. begehn. — Conrent (lat.), m., —e)s; — 
Concentus (s. d.); auch: K., K.-Zeug, rtaeua- 
stof (s. Polymit). Dazu: K.-Pavier, das gw. 
zur Verpackung dieses Zeugs dient. — Concenlr- 
ateur (fez. kongfangtratör), m., —8; —s8, e: 
„Koncentrierer", nam.: in den Zuckerste. ein 
Apparat zur Koneentrierung des geläuterten Rüben- 
safts durch Verdunstung. -atiön (lat.), f.; -#en: 
Koncentrierung; (Hüttenw.): Eine K#e-Arbeit, 
ein K—s-Schmelzen. Scheuchensturl 51; Spurstein od. 
K—s#-Stein, welcher ca. 50% Kupfer enthält. Karmatsch 
2, 520 2c. icität, fk.; 0: das Koneentrischsein; 
auch z. B.: Dieser Verfassung fehlt es an K. Grenzb. 
25, 2, 190. in Bezug auf einen Mittel= und 
Schwerpunkt des Ganzen 2c. -keren, tr.; refl.: 
in ein Centrum od. einen Mittelpunkt zusammen- 
drängen; in einen Brennpunkt sammeln; zusam- 
menziehn:; gehaltreich, vielhaltig, stark machen, 
z. B. auch durch Ausscheidung fremder Bestand- 
hheile, durch Anreichern, Cntwässern 2c. eisch, 
: ein gemeinsames Centrum (s. d.) habend; auf 
slches bezüglich, darauf gerichtet rc. (s. homo- u 
Ggstz ercentrisch). — Conrentus (lat.), m. IS 24, 
4): Ein-, Zusammenklang: in concentu, ein- 
stimmig. — Conc-epi (lat.): ich hab's koneipiert 
od. verfasst (val. als Unterschrift: N. N. concs 
pit, hat's verfasst); auch n.: Sein K. unter eine 
Schrift setzen, sich als deren Koncipient bekennen 2c. 
#pt: (s. Ss.) 1) n., —(e)s; Se: der Entwurf eines 
Schriftstücks 2c.: Brief-; Predigt-K. 2c.; Kes- 
Praktikantk, Koneipient. — a) Jemand od. Eiwas 
verwirrt, verrückt, verderbt Einem das K., bringt ihn 
aus dem K. re., stört ihn in seinem Vorhaben, ver- 
eiteltes c. — b) K., K.= Papier, gröbres zu K-en 
(od. K.-Arbeiten) dienend, im Gygstz des feinern zu 
Reinschriften. Dazu: K.-Buch, Kladde (s. Adver- 
saria) 2c.; K.-Hadern, LZumren, Zeug zu 
K.= Papier 2c.; Regal- K.; Median-K.: Ne- 
gister-K.; Groß= K.; Mittel-K.: Klein-K. 
lnach dem versch. Format). — 2) m., —(e)s; Se: 
a) Begriff. G. 11, 235; k. 12, 10 ic. — b) Zene 
Ke, seltsame, auf das Fremdartige u. Uberraschende 
ausgebende Einfälle u. Bilder, tiefsinnige Gedanken an 
flache Ggste verschwendet. Gervinus Sh. 1, 62, s. Con- 
cetti u.: Conc-eptist, ettist, Dichter, der sich in Con- 
cetti's bewegt. -epläcenlum, n., — la (F.2#, 
2, u.]: Zehaltnis. -eptibel, a.: boehreif. 
eplibilität : Begreiflichkeit. -eptio, 
[8 21, a„ zann kroepre B. (s. d. *- 
C. estra-utenna (s. d.); C. immaculäta (s. d.);
        <pb n="699" />
        Conception 
C. Beãtæ Marĩæ, Empfängnis der heil. Jungfrau 2c. 
Siôn, f.; -en: Koncipierung: 1) Empfängnis, 
als Anfang der Schwangerschaft; übrtr. (s. 3). 
G. 26, 12 u. — 2) Begriff, Begriffsvermögen, 
Fassungskraft (K—s-Vermögen). — 3) Abfassung 
eines Schriftstücks 2c. eptist, m., —en; Sen: 
Uosenkranz Poes Gsch. 584, s. Koncert 2b. ptiv, 
a.: empfänglich, leicht koncipierend. — Conccrn- 
aut (frz. kongßernäng), präp.: anlangend, betreffend. 
Sens (lat.), a. [8 24, 3, ntis): betreffend, z. B. 
Passus (s. d. 2b) c., der betreffende Satz (einer 
Schrift). feren, tr.: Etwas koncerniert Einen, be- 
trifft ihn, geht ihn an dc. — Contcerplĩeren (at.), 
tr.: zerpflücken 2c. — Concért: 1) (in frz. Ausspr. 
kongßär), n., —s ; —#: a) = 2, z. B.: C. spirituel 
[—#lll, geistliches K. 2c. — b) Uberein-Stimmung, 
-Kunft 2c.: De c., im Einverständnis c. — 2) 
n., -(e)s; —e: a) ein Tonstück für ein od. auch 
für mehrere koncertierende (d. h. mit einander 
gleichsam wetteifernde) Instrumente als Haupt- 
stimme, mit Orchesterbegleitung, gw. (um dem 
Künstler Gelegenheit zu geben, sich in allen Vor- 
tragsweisen zu zeigen) aus einem Allegro, einem 
Andante od. Adagio u. einem raschen Finale od. 
Rondeau bestehnd, s. nam. Heinse Hild. 1, 214 ff.; 
Doppel---K., für 2 koncertierende Instrumente 2c. 
— b) eine künstlerische Vereinigung, worin die 
Mitwirkenden musikalische Kompositionen verschied- 
ner Art (zuw. mit Deklamationen abwechselnd) zur 
Aufführung bringen. Zsstzgn nach dem Ort, dem 
Zweck, den Mitwirkenden, der Art der Musik 2c. 
— c) (s. a) bildl., übrtr., z. B.: Nun begann ein 
grausiges, die Erde erschütterndes Kanonen-K.; 
Katzen-K. (vgl. Katzenmusik; Charivari); Wenn 
unser Seelen-K. am geistigsten gestimmt ist. G. 21, 
148; Sturm K. des Winters. Kohl Südr. 2, 20 12c.— 
d) Als Bstw. z. B.: K.-Arle; Billett;-Geber, 
.Veranstalter; -mäßig. Dank Bild. 1, 208;-Mei- 
ster, bes. als Titel erster Geiger in einer Kapelle 2c., 
vgl.: K.-meisterliche Geschicklich .., mit der Vio- 
line dem Gesang nachzuhelfen. G. 27, 216; K.= 
Musik; -Ouverture; Saal; = Singer (in):; 
Spieler (in); Stück od. . Pièce (s. „Musik) 
1e. -aͤnte (it. kontsch-): 1) m., —; —, ti: 
der die Hauptstimme in einem Koncert hat; auch 
(scz.) Concertant lkongßertängl, m., —-s: —. —2) 
f.; —#: ein Tonstück für koncertierende Instrumente. 
Tatiön (latein.), f.; —en: Streit, Diseput; 
Wetteifer; Verabredung, Ubereinkunft. -iren: 
1) intr. (haben): wetteifernd streiten, nam. (s. 
Koncert 2a): K—de Stimmen od. Instrumente. — 
2) tr.: verabreden. -ina (it. kontsch-, sauch: 
konz-), f.; ine: Art Accordion od. Ziehharmonika. 
-#indo (it. kontsch-, auch: konz-), n., —6; „s, zSni: 
kleines Koncert (s. d. 1). -ist, m., -#n, —#; -#en: 
Concertante 1. Jo (kontsch-), n., —s; —, -i: 
Konzert 2. — Toncess-ibel (lat.), a.: kon- 
cedierbar, zulässig. -iön, f.; —en: Zugeständnis; 
Bewilligung, nam. obrigkeitliche zum Betrieb von 
etwas nicht ohne besondre Bewilligung zu be- 
treiben Freistehndem 2c.: Gegen-Keen seitens der 
Toncilium 
683 
Nachbarstaaten einzutauschen. -ionäl, a.: koncessiv. 
Sionär, m., —e)s; -e, —: ionarius, m. I§ 24, 
21: ein Koncessionierter. -ionikren, tr.: Einen k., 
ihm eine Koncession zu Etwas ertheilen. Sionist, 
m., -en, —#; -en: Koncessionär. iv, a.: einräu- 
mend, ein Zugeständnis enthaltend 2c.: K.-(od. Kon- 
cessional-) Partikel; = Satz rc. -I#e, f.; —n: Kon- 
cessivsatz. -um (§8 24, 2, n.]): das Zugestandne: 
Argumeéntum ex concéssis, Beweis aus dem Zuge- 
standnen: Pösito (s. d.), séd non concésso, ge- 
setzten, aber nicht zugegebnen Falls 2c. — 
Concctt-i (it. kontsch-, auch nach frz. Weise: 
kongß-), n., —#8; —8, uv.: die als Ez. gebrauchte 
Mz. v. concetto, — ein durch seine Fassung frap- 
pierender u. aufs Frappieren berechneter Gedanke, 
Satz, — oft mit dem tadelnden Nebensinn des 
Gesuchten u. Schimmernden, im Ggstz des Ein- 
fachen u. Wahren, s. Koncept 2b. -ist, m., -en, ; 
en: ein den Corretti's huldigender Schriftsteller 
(s. Konceptist). —o, m., n., —; -i: s. Concetti. — 
Cancevable (frz. kongß wäb'l), a.: begreiflich. — 
Cöônch-a (gr.-lat.), f. [8 24, 11: Muschel: 
Cönche praparätae, gepulverte Austerschalen rc.; 
C. äüris, Ohrmuschel c.; muschelförmiges Ge- 
säß. iförm, a.: muschelförmig. iofäurus, 
m. [8 24, 21: s. Drakosaurns. -it, m.,e)s, 
—en; —e, —en: Muschelversteinrung. -oĩde, f.; 
—:: Muschel-, Schneckenlinie. orhönchus, 
m. [8 24, 2): Art Aeetabuliferen (s. d.), 
wovon man, wie beim Rhyncholithus, nur die ver- 
steinerten schnabelförmigen Zähne kennt. ölie, 
f.; —n: Schalthier (Schnecken und Muscheln 
umfassend); besonders auch: Schalen derselben. 
pliolith, m., -(e)s; -e: Konchylienversteinrung. 
-PEliolög, m., -—en, (—); —en: Konchylienkenner. 
Dazu: K-#i##, f.; kisch, a. — Conekd-e (lat.): 
schneide klein! (auf Recepten). --#keren, tr.: zer- 
schneiden. — Conrierge (frz. kongßjersh), m., uv.; 
6; (f.; —): Ausfseher u. Beschließer eines Hauses, 
Gefängnisses 2c. (vgl. Kastellan 2; Portier rc.). 
rik, f. -(ehn: Amtu. Wohnungeines Concierge; 
auch Name v. Gefsängnissen, z. B. in Paris. — 
Conciĩl (lat.), u., —(e)s; -e, —en: K., Concilium 
(s. d.), berathende, beschließende Versammlung, 
nam. allgemeine Kirchenversammlung (vgl. Synore). 
i#bel, a.: s. Ggstz in-k. -iäbulum, u., —s; la 
[&amp; 24, 2, n.]: Versammlungsort; heimliche, un- 
rechtmäßige Versammlung, bes. auch: eine sich als 
Kirchenkoncil gebarende. iänt, a.; vermittelnd 2c.; 
m., —en, —s; —en: Vermittler. nat3. 21, 147 rc. 
ir (isch), a.: auf ein Koncil bezüglich. 22, 119; 
310. Jiätion, f.; -#en: Koncilü#erung. itor, 
m., —; ören [8 24, 3, öris]: Vermittler, vgl. 
(it.): Conciliatöree lkontsch-h, m., —6; -i. G. 
33, 220. Jiatörisch, a.: vermittelnd; auf Ver- 
einigung, Versöhnung hinzielend, dazu geneigt, 
geschickt c. —iferen, tr.: vereinigen, versöhnen, ver- 
einbaren 2c.; auch zuw. „coneiliren“. Jo#Mäller 7, 
234 1c. -ium, u., -s; -len [8 24, 2, n.]: Koncil: 
C. académicum, Versammlung des akadem. Se- 
nats; C. msdicum, ärztl. Konsultation (s. d.);
        <pb n="700" />
        Coneinerieren 
684 
C. ecclesiästicum, Kirchenkoncil, bes.: œcumẽni- 
cum (s. d.) 2c. — Coneineriéren (lat.), tr.: 
beaschen, mit Asche bestreun. — Coneinn (lat.), 
a.: gefällig u. ebenmäßig zusammengesügt, bes. 
in Bezug auf Eben= u. Gleichmaß der Satz= u. 
Periodentheile. -(heit), ität, f.; 0: das Kon- 
einn-sein, koncinne Ausdrucksweise. — Cönei-o 
(lat.), f. [8 24, 3, önis]: öffentliche berufne 
Versammlung des Volks 2e.; Rede an solche Ver- 
sammlung; Predigt. -onal, a.: Volksversamm- 
lungen betreffend 2c. onätor, m., —S8; ören: 
Volksredner; Prediger. onieren, intr. (haben): 
in öffentl. Versammlung sprechen. — Concip--ient 
(lat.), m., -en, (—); —en: Abfasser eines Schrift- 
stücks. -koren: 1) intr. (haben): empfangen; 
schwanger, trächtig werden. — 2) tr.: ein Schrift- 
stück aufsetzen, entwerfen, abfassen. -ist, m., —en, 
—#; -en: Koncipient. — Toncis (lat.), a.: kurz- 
gefasst, bündig. -iön, f.; —en: 1) Koncidierung. 
— 2) das Koncissein (Koncisheit). -us, a.: 
koncidiert. — Coneit-ament (lat.), u., —ey)s; 
e; -améntum 1§8 24, 2, n.]): Reizmittel. -ation, 
f.; —en: Concitierung. -ativ, a.: koneitierend. 
ieren, tr.: an-, aufregen, aufreizen, auf- 
wiegeln 2c. 
Cönde (span.), m., uv.; —#: Graf (s. Comes), 
weibl. Condesa. — Condebit-or (nlat.), m., —S; 
-bren [§ 21,3, -õris]: Mitschuldner (s. Codebitor). 
— Tonderoriferen (nlat.), tr.: mit-, aus- 
schmücken. — Condemn (engl. —demm), tr.: kon- 
demnieren, z. B. Partic.: C-ed od. nach der 
Ausspr. gemodelt: „condemt“ Hansen Schl. 190 
ꝛe. Jabel (latein.), a.: verdammenswürdig. 
abilität, f.; 0: das Kondemnabelsein. Tat, 
m., —en, (—#); „en: der Verurtheilte. -ation, 
f.; —en: Verurtheilung. -ator, m., —; ören 
[&amp; 24, 3, öris]: Verurtheiler. atorisch, a.: ver- 
urtheilend. -atorius, a.: kondemnatorisch: Sen- 
tentia condemnatöria, verurtheilender Spruch. 
-ieren, tr.: verdammen, verurtheilen: (Das 
Schiffl als reparaturunfähig od. als reparaturunwürdig 
kondemniert. Hamb. Seemannsordn. (1865) Art. 26. 
o: ich verurtheile, s. Ggstz absolvo. — Condens- 
#abel (lat.), a.: kondensierbar. -abilität, f.; O: 
Kondensierbarkeit. - ans [8 24, 3, n., äntis, Mz. 
-Antia): Kondensierungsmittel. -ation, f.; S#en: 
Kondensierung, z. B.: der Gase 2c.; K—s-Appa- 
rat; -.Maschine ꝛc. (s. Kondensator); -Räume 
z. B.-Kammern, beim Flammofen zur Röstung 
der Arsenikerze:c. -alĩp, a.: kondensierend. = ator, 
m., —; ören (§ 24, 3, öris): „Verdichter"“, Konden- 
sationsapparat, z. B. eine Vorrichtung, Dämpfe 
durch Einspritzen v. kaltem Wasser (mittels der K.= 
Pumpe) zu verdichten, bei den Niederdruck-Dampf- 
maschinen; ferner: Wärme, — auch: Elektricität 
zu sammeln u. zu verstärken (161; 449) 2c. 
er (engl.), m., —s; —: Kondensator, — bef.: 
Um die für stärkre Vergrößrungen nöthige Lichtstärke zu 
erhalten, wendet man besondre Linsensysteme an, c—s, 
welche das Licht auf dem Ocjekt koncentrieren. 
leren, tr.: komprimierend verdichten, verdichtend 
Conditionel I) 
verstärken. -ität, k.; 0: Dichtigkeit. — Conde- 
putiert (lat.), a.: mitdeputiert. — Condesa 
(span.), f.; —s: s. Conde. — Condesrend-ent 
(lat.), a.: herablassend, nachgiebig. -enz, f.; 0: 
Herablassung; Nachgiebigkeit; Mitabstammung. 
iren, intr.: 1) (m. haben): nachgebend in Et- 
was willigen; sich berablassen. — 2) (m. sein): 
mit abstammen. — Condicieren (lat.), tr.: an-, 
aufkündigen; gerichtl. zurückfordern. — Cöndidit 
(lat.): er hat gegründet, gestiftet. — Condignität 
(ulat.), f.; 0: Angemessenheit, Schicklichkeit 2c. 
— Londicti-o (lat.), f. [8 24, 3, -önisl: 
(s. kondicieren) Aufkündigung; Klage auf Zurück- 
gabe v. Etwas; persönliche Klage: C. — Certi, 
Klage — auf Rückgabe eines best. Ggstes; éx 
chirögrapho, aus einer Handschrift; Gx mütuo, auf 
Darlehnsgabe; &amp;x stipuläto, auf Stivulations- 
erfüllung; furtiva, auf Rückgabe des Entwendeten; 
indebiti (s. d.); cãũsa data, cãũsa nön secüta, auf 
Rückgabe v. Etwas, das Jemand aus hinterher 
weggefallnem Grunde empfangen: lideratiönis, auf 
Befreiung v. einer Verbindlichkeit; ob cäüsam 
türpem, auf Rückgabe des aus gesetzwidriger, ver- 
botner Ursache Empfangnen; sine cäüsa, auf Rück- 
gabe v. Etwas, das ohne Rechtsgrund in Jemandes 
Besitz gekommen 2c. ön, f.; -#en: Condictio. — 
Condiment (lat.), n.,—(e)s; —e: Würze, Gewürz. 
runt (§ 24, 2, n.]): Kondiment: Fämes öst öpti- 
mum c., Hunger ist die beste Würze 2c. — 
Condiréct-ion (ulat.), f.; —en: Mit-Direktion, 
-Leitung c9. or, m., —#; Eren [8 24, 3, ris!): 
Mit-Direktor. -örinm, n., —; ken 1824, 2, n.]: 
Mit-Direktorium. — Condisci-pel (lat.), m., 
—s; nv.; -ulus, m. I§ 24, 2): Mitschüler. — 
Condit-io (lat.), f. [8 24, 3, iönis): Bediygung, 
z. B.: Süb e-ne, unter der Bedingung; Absque 
ülla c-ne, ohne irgendwelche Bedingung; Eine c. 
sine quä ndn, unerläßliche sohne welche Etwas 
nicht statthat!; Mz.: e-nes sine quĩbus non; C-nes 
dẽ futüro vd. depr#esénti od. dẽ pratérito, Bedingun- 
gen über — Künftiges — od.: Gegenwirtiges od.: 
Vergangnes 2c.; ferner: Beschaffenheit, Zustand, 
Lage 2c., s. d. Folg. -isn, f.; —en: conditio 
(s. d.), nam: 1) Bedingung; bes. kaufm., zumal 
im Buchhandel: Waaren, Bücher auf K. nehmen od. 
(frz.) à c. lkongdißjöng], unter der Bedingung der 
Rücksendung, wenn man sie in einer best. Frist 
nicht hat verkaufen können. — 2) der Dienst bei 
einem Prinzipal, nam. als Kaufmannsgehilfe, 
Kommis: In K. sein, stehn, gehn rc.; seltner allzm.: 
Zustand, Lage, worin man (od. Etwas) sich befindet. 
w. 32, 309 2c. Tionäl: 1) a.: v. Bedingungen ab- 
hängig; solche bezeichnend; bedingt; bedingend: K-e 
(od. K.-, Bedingungs-) Bindewörterod.= Konjunk- 
tionen; = Partikeln; Sätze 2c. — 2) (s. 1) 
n., (m.), —(e)s; —e: (Sprachl.) eine Form des 
Zeitworts, angewendet bei nicht statthabenden Be- 
dingungen. ionalis (§ 24, 3, uv.]): Konditional 1; 
2, z. B.: Der C. od. das Conditionäle simplex 2c. 
Tionaliter, adv.; bedingungsweise. ionel(): 
— Konditional 1; 2; auch in franz. Aus-
        <pb n="701" />
        Conditionieren 
sprache: Das od. der Conditionnel simple stkondifjo- 
nell Hengo'l ꝛc. hionieren: 1) intr. (haben): in 
Kondition (s. d. 2) stehn. — 2) tr.: à) Die Seire 
k., künstl. durch Wärme trocknen u. jo ihr Gewicht be- 
stimmen.—b) v. einer Bedingung abhängig machen, 
nam. Partic.: Konritionierte Wechsel 2c. — c) im 
Partic. m. Adv.: so u. so beschaffen: Wohl konri- 
rionierte serhaltne! Bücher 2c. — I. Cöndit-or 
(lat.), m. (§ 21, 3, öris!: Gründer, Stifter, 
Erbauer, vgl.: Cönditus, gegründet; Ab urde 
condita, nach Grũntung der Stadt (d. h. Rom's) 
ꝛc. — II. Condit-or (lat.), m., —;: -dren: 
Zuckerbäcker (vgl. Konfiseur; Kanditor). Jorek, f.; 
—en: Zuckerbäckerei; Kunst u. Gewerbe des Kon- 
ditors u.: Konditorladen. —us /5 24, 2, n.]: in 
Zucker Eingemachtes, z. B. C. aurantiörnm. über- 
zuckerte Pomeranzenschalen 2c. — Condilus: 
I. Cönditor. — Condol-nz (lat.), f.: en: Vei- 
leid, —= Bezeigung (s. Gegensatz: Gramlation). 
-e, intr. (haben): Einem k., ihm sein Beileid 
bezeigen. — Condöm--inal (nlat.), a.: kondo- 
minial. inät, n., —e)s: -e: Land, Gebiet, das 
mehrern Herren gemeinsam gehörr. inial, a.: 
aufs Kondominium bezügl., darin begründet 2c.: 
Kondominti)äl-Retrakt od.: Näherrecht: 
Vertrag 2c. -inium, u., —: ken (4 21, 2. n. ] 
Mit-Herrschaft,Mitbesilz.sinn«[§24,2 
Mit-HerrBesitzer-Condan atcon (lat) f 
en: Schenfung; Erlassung. eren, tr. : Einem 
Etwas schenken: erlassen, nachsehn 2c. — Köndor 
(□), m., —. uv.; uvr., —e, —: der südamerikan. 
Grcifgeier; übrtr.: Unsere kond orliche Ungnade. 
Bürger 167a. — Condorin: s. Candarin. — 
Condött-a (ital.), f.; -e: Führung, Geleit; 
Waarentransvort: Fracht; Per c. di NN., durch 
den Frachtfuhrmann NN. 2c.; auch: Kriegsfüh- 
rung durch Condottieri. -ir#., m.. —#; —. -ĩẽri: 
Führer, — nam. von Soöldnerscharen (im Mittel- 
alter), auch übrtr. — Cond-- uctbel (lat.), a.: för- 
derlich, nützl. 2c. ucibilität, f.; 0: Förder- 
lichkeit 2c. - ucieren, tr.: führen, geleiten; 
miethen. -uite (frz. kongrwit), f.; 0: die Auf- 
führung, das Betragen: Lebensart, feine Sitte rc. 
Geheime K-n-Listen lsüber die Führung Unier- 
gebner); K—-n-Meister, Lehrer feiner Lebens- 
art; Ken- [Führungs-] Zettel, „-Zeugnis, für 
Schüler 2e. -üct (lat.), m., —(e)3; —e: Geleit, 
nam. bei Leichenbegängnissen: Leichen-K. 2c.; auch 
K. sod. Konduiten-] Liste. -ücta (fran.), f.; —8;: 
Silberstotte 2c. -ücte, f.; —: Röhre zur Leitung 
des Windes aus der Windlade in die nicht auf dem 
Pfeifenstock siehnden Orgelvfeifen. -ucteur (frz. 
kongdukrör), m.t, —: —e., —#: „Führer, Geleiter“ 2c., 
Aufseher, nam.: Bau-K. 2c.; im Poll= u. Eisen- 
babnwesen 2c.: Schaffner, Schirrmeister: Eisen- 
bahn-; Omnibus-; Post-K. #c. (vgl. Cad: 
Faktor; Maxyor domo); ferner früher — Fäbn— 
rich. Schweder Scharnb. 13. uctibel, a.;: leitungs- 
fähig. uclibilität, f.; 0: Leitungs-, Strom- 
fähigkeit, auch: Konkukrien. Schelen Kab. 8. - uctiön, 
f.; —en: 1) s. d. vor. — 2) Micthung, Pachtung- 
Confefsio 685 
Tlietor, m., —: ören [8 24, 3, öris]: 1) Leiter, 
z. B.: 5n) bei Elektrisiermaschinen, der isolierte 
Leiter zur Ansammlung der Elektricität; auch — 
Blitzableiter. — b) wundarztliche Werkzeuge, 
Hohlsonden ꝛc. — 2) (Rechtsspr.) Machter“ Be- 
ständner. — Köndpl-oideifch (gr.), a.: kondy- 
lusförmig. -om, n., —e): -e, Sen: Lmn, n., 
— : —ta: vorragende, harte Geschwulst, Feig- 
warze 2c. -us, m., uv.; zen [§ 24, 21: Knochen- 
gelenk. 
Kon-epãtl, u.: s. Koase. 
Confabul- ation (lat.), f.: -en: Konfabulie- 
rung. -ieren, intr. (haben): sich tranlich unrer- 
balten, besprechen 1c. — Confarre-tio (lat.), (. 
(S 24, 3, önis]: Konfarrierung, s. Coemtio. 
-leren, tr.: (im alten Rom) in feierl. Weise 
mit Opiern eine Ehe schließen. — Konfederatha, 
f.: s. Konföd 2c. — Consféct (lat.), n., —e)s; 
e: Kenefterwörar. Zuckerwerk 2c., eig. (s. Con- 
fection 2) in Apotheken bereitet; dann allgm. ((. 
Confetti; Konftüren); auch bildl. -io, k. [8 24, 
3. -önis): Fertigung, z. B.: C. inrentärin des 
Nachlasverzeichnisses 2c., s. d. Folg. -iön, k.; 
—en, —s: 1) Confectio: Die K. der Wibier— 
listen 2c. — 2) Arznei in der Weise v. Konfekt, s. d. 
— 3) fertige Garderobe-Artikel u. —: ein Geschäft 
mit solchen Artifeln: K—# Geschäft; Damen-; 
Herren--K. 2c. -ionnement (scz. kongfersonneming), 
n., —s; —: das vollständige Fertig= u. Herbei- 
schaffen. ionnferrn, tr.: fertig schaffen, fer- 
tigen. — Cönf-er (at.): „vergleiche“, wie 
Conferätur, „es werde verglichen“ (M3.: con- 
feräntur), — abgekürzt et., bei Hinweisungen auf 
zu vergleichende Stellen 2c. in Schriften: ähnlich: 
legätur (es werde gelesen). -érence (krz. kongfe- 
rängs), f.; —, —s: Konferenz (I. d.), in der frz. 
Form bes. — öffentlicher Vortrag, zumal der er- 
bauliche eines Predigers. rencier (—#„), m., 
der eine Conférence (l. d.) Haltende, der 
V- ortragende. jertnz (nlat.), f.; -en: Berath- 
schlagung — u.: Zusammenkunft u. Versamm- 
lung zu solchem Zweck: Dirlomaren-K. 2c. (ogl. 
Kongres); Lebrer= od. Schul-K.. Zusammen- 
kunft der Lehrer u. Besprechung v. Schulangelegen- 
beiten; Militaͤr-K.; Die Vor-K. der großmächt- 
lichen Gesandten 2c.: K.-Lokal; = Saal; Zim- 
mer 2c. -erenzer## f.; -en: das Abhalten 
von Konferenzen (verächtl.). erenzlich, a.: auf 
Konferenzen bezglich, sie betreffend 2c. -erĩẽren: 
1) intr. (haben): Uber Etwas k., berathen, unter- 
handeln. — 2) tr.: a) Etwas gegen einander 
halten, vergleichen. — b) Einem Etwas über- 
tragen, z. B.: ein Amt 2c. — Tonferrumin- 
ation (lat.), f.; -en: Löthung. ieren, .: 
zusammenlöthen. — Conkerv-a (latein. a. f. 
[8 24, 11; -e, k.; —n: eine Pflanzengattung, 
Wasserfaden. — Conséss (latein.), m., —s6; 
e: das Bekenntnis, die Erklärung, werurch man 
als Mitglied in einen geisil. Orden tritt: K. thun. 
-io, f. [8 24, 3, önis]: Geständnis, Bekenntnis, 
z. B. (Rechtsspr.): C. (extra-Hudiciälis, (außer-) 
—8; —:
        <pb n="702" />
        686 Tonfession 
gerichtliches; legitima, rechtsgültiges; püra, reines; 
dualificäta, bedingtes; spontänea, freiwilliges; vĩ 
extéerta, gewaltsam erpreßtes 2c.; ferner C., best. 
C. fidei, Glaubens-, Religions-Befenntnis; -Be- 
kenntnisschrift (ogl. Homologie) — u. -Genossen- 
schaft: Augustäna C., Augsburger Konfession (v. 
1530); Tetrapolitäna C., „der 4 Städte“ (Straß- 
burg, Constanz, Memmingen u. Lindau, v. 1530) 
c.; auch — Beichte (vgl. Eromologese): Sigillum 
e-nis, das Beichtsiegel 2c. u. — (in alten Kirchen): 
Grabstätte des Kirchenheiligen. -iön, f.; Sen: 
Confessio: Einem eine K. machen, ein Geständnis 2c.; 
Eigne Schulen für die versch. K-en 2c.; K—#--lose; Ks- 
Schulen; Augsburgische K-#s-BVerwandte; Kes- 
Wechsel, „Anderung 2c. Tionäl: 1) m., —e); 
e: Beichtstuhl. — 2) a.: konfessionell (s. d.). 
Sionalismus, m., uv.; 0: das Hangen an der 
Konfessionalität. ionalität, f.; 0: das Kon- 
fessionellsein. -iondrius, m. sg 24, 21: Beicht- 
vater, auch: Pater C. ionell, a.: auf Glau- 
bensbekenntnisse sich beziehnd, begründet, solchen 
anhangend ꝛe.: Das un·!-e Frankreich. ebd. 2c. 
Sionist, m., —en, —; —en: Konfessionsver- 
wandter. Jor, m., —s; ören [8 24, 3, öris): 
Einer, der beichtet ꝛe.; Bekenner, d. h. bei den 
Katholiken auch: Heilige, die keine Märtyrer sind. 
„us, a.; m. I§ 24, 21: geständig; Jemand, der 
ein Verbrechen eingestanden hat: convict- u. c., 
überfährt u. geständig, s. Pœna. — Confelti 
(it.), pl.: Konfekt (s. d.), Dragées; auch: Nach- 
bildungen aus Gips, womit die Masken beim 
römischen Karneval sich werfen. — Tonsiance 
(frz. kongstängß), f.; 0: Zuversicht, Vertrauen. 
— Tonsieièren (lat.), tr.: 1) fertigen, vollenden 
„c. — 2) (vralt.) in Zucker elnmachen, über- 
zuckern. — Tonsidejüss-or (lat.), m. I§ 24, 3, 
—öris): Mitbürge. — Consid--ence (frz. kongsidäng), 
f.; —6: Vertraun, vertrauliche Mittheilung: En 
langs c., im Vertraun 2c. -Snt I-ingl, m., — —: 
ein Vertrauter; weibl. C-e. -enliarius (ulat.), m. 
18 24, 2): Einer, der eine Pfründe durch Konfi- 
denz (s. d. 3) besitzt. -enlicll, a.: vertraulich; 
auch: auf Konfidenz (s. d. 3) gegründet: K-e 
Simonie. -nz, f.; -en: 1) —= confiance. — 2) 
— confidence; auch z. B.: K.-Mißbrauch ce. 
— 3) (f. 2) geheime Verabredung, nam. in Be- 
zug auf Pfründenkauf (Simonie), so daß Sc- 
mand Einem eine Pfründe ertheilt od. ertheilen 
lässt, deren Verfügung u. ganzes od. theilweises 
Einsommen ihm der Titularbesitzer nach der gehei- 
men Verabredung lassen muß. — Tonfsi-é (frz. 
kongstes), m., —6; —; -der, f.; —: — Confi= 
dent(e). — Configkeren (lat.), tr.: zusammen- 
heften. — Consigur ation (lat.), f.; —en: Ge- 
staltung, Gestalt: Die K. der Erdrinde 2c., nam, auch 
Konstellation. -#irren, tr.: gestalten. — Con- 
siclion (lat.), f.; —en: Erdichtung. — Consin-- 
alion (lat.), f.; -en: Konsinterung. Sen, pl.: s. 
Continis. — Tonsingleren (lat.), tr.: erdichten, 
ersinnen. — Cons in (lat.), a.: confinis. -ieren: 
1) intr. (haben): angrenzen. — 2) tr.: auf ein nicht 
Tonform 
zu überschreitendes Gebiet einschließen (vgl. inter- 
nieren). is, a.; m. I§ 24, 3, uv.): benachbart; 
Nachbar: Die Confines od. Konfinen, Grenznach- 
barn, Grenzer. Jität, f.; O: Grenznachbarschaft. 
-inm, n., —; ken s8 24, 2, u.): Grenz-Strich. 
-Land; bes.: Die Konfinken, östreich. Militär- 
grenze c. — Consirm-nd (lat.), m., —en, (—#); 
—en: ein zu Konfirmierender, — nam.: Abend- 
mahlskind (weibl.: K-in): Ken- (od. Konfir- 
mations-) Unterrscht ic. „ätio, f. (§ 24, 3, 
önis!: Konfirmierung: Cum Cxne judiciäli, mit 
gerichtl. Bestätigung 2c. -alion, f.; -en: s. 
Confirm-atlo; and; -leren. ativ, a.; beflätigend. 
-rren, tr.; refl.; bestätigen, z. B.: einen Rechts- 
spruch; einen erwählten Geistlichen 2c.; nam. 
auch: (zur Bestätigung des Taufbunds) einsegnen 
(u. zum Abendmahlsgenuß vorbereiten), ogl. 
firmeln; s. auch Konfirmieren. — Consiseĩẽren 
(lat.), tr.: 1) für den Fiscus (s. d.) einziehn, in 
Beschlag nehmen. Dazu: Konfiscierbar (s. 
konfiskabel), vgl.: Von konfiscierlichen Büchern. 
Heine 17, 137 2c. — 2) (s. 1) im Partic., übrtr.: 
verdächtigen Aussehns, spitzbübisch re. — Consis- 
erĩẽ (frz. kong-), f.; —e)yn: Konditorei. -eur (—ör), 
m., -s; —6, —e: Konfituren-Händler, Konditor. 
— Consisc-äbel (lat.), a.: konfiscierbar. ation, 
f.; —en: Konfiscierung. alörisch, a.: auf Kon- 
fiskation beruhnd, hinzielend 2c. — Conftt- 
Ent (lat.), m., —en, (—6); S—en: ein Beichtender, 
weibl.: K-in. Teor: „ich befenne“, daher — nach 
diesem Anfangswort — n., in der kathol. Kirche, 
ein Gebet, das Sündenbekenntnis. — Consitéro 
(span.), m., -s; —#: = Confisenr. — TConsilferen 
(lat.), tr.: bekennen, beichten. — CTonsilur-e (frz. 
kongsitür), f.; —#, —n: in Zucker Eingemachtes, Kon- 
ditorwaare, vgl. Glyko. = ier (J6), m., — —#: Kon- 
ditor. — Conslagralion (lat.), f.; en: Verbren- 
nung, Zerstörungd durch Feuer, Weltbrand c. -ieren, 
tr.: durch Feuer zerstören, einäschern. — Con- 
flation (lat.), f.; —en: Anfachung der Gluth: 
Schmelzung von Metallen 2c. — Confl-igkeren, 
intr. (haben): widerstreitend auf einander treffen, 
zusammenstoßen. -ict, m., —e)s; —e: Zusammen- 
stoß, Widerstreit: Kompetenz-K.: Successions-K. 
— Tonfl- unk (lat.), a.: zusammenfsließend, -sirö- 
mend. -uenz, f.; —en: Zusammenfluß, das Zusam- 
menströmen. —usĩeren, intr. (sein): zusammen- 
fließen. - r, m., -(e)s; -e; -ürus, m. (§ 24, 
4: Konstnenz (s. z. B. Kauaille). — Consöder-- 
ation (lat.), f.; -en: Verbündung, bes.: Staaten- 
bund, z. B. (v. den vereinigten Staaten Nordame- 
rika's); K—s-Akte r. ülka (poln.), f.;s: Die K., 
iene vielbedeutfame 4zipflige u. unten mit Pelzbräm besetzte 
Mütze, Konfe ea. , t., refl.: verbünden, s. 
auch Federal. — Confocal (nlat.), a.: einen Fokus 
(s. d.) gemeinsam habend, vgl. koncentrisch 2c.— Con- 
sörm (lat.), a.: Fleichförmig, übereinstimmend 2c.; 
in engrem Sinn: (in England) mit den Satzungen u. 
Artikeln der Hochkirche übereinstimmend, ssch einver- 
standen erklärend, auch: Die Conform-ers, 
-isten (s. d.); ferner: Eine . Formarion . ., unkk.
        <pb n="703" />
        Conformation 
gelagert auf den .. Rändern einer ältern Gruppe von 
Gneis 2c. atiön, f.; —en: Gestaltung, Form; Kon- 
formierung. er (engl.), m., —# —# : s. konform. 
„ĩeren, tr.: konform machen, gestalten; auch refl.: 
G. 6, 351; KMonalbl. 2, 350a. -isl, m., S6, (eisten); 
—, (eisten): s. konform, Ggstz: Non-C. od. Dissenter 
(s. d.). -ität, f.; 0: das Konformsein. — 
Conf-ort (frz. kongför), m., — ; —s: Hilfe, 
Stärkung, Trost (s. Comfort). -örtans llat., 
8 24, 3, u., äntis, Mz.: äntial: Stärkungsmittel. 
ortatiön, k.; -en: Stärkung: Verstärkung, Ver- 
einigung mehrerer Lehen. -ortatio, n., —es; -e; 
ortativum /§ 24, 2, n.]): Confortans. ortieren, 
tr.: stärken. -örto (it.), m.p, —#; örti: Confort. 
— Confrat-er (lat.), m., —s; uv. [824, 3, -ris]: 
Mit-, Amtsbruder, Kollege 2c. ernifkeren, tr., 
reftl.; verbrüdern. Ternita (it.), f.; —s: Brüder- 
schaft 2c. ##ewald Genf 213. Ternitas, k. [8 24, 3, 
Atis]; -ernität, f.; —en: Brüderschaft, bes.: eine 
fromme, Verbrüdrung, z. B. auch Erbverbrüd- 
rung. — Confr-ere (frz. kongfrär), m., —8; —#: 
Confrater. -rié, f.; —s, -n: Brüderschaft. — 
Confront-ätio (lat.), f. [8 24, 3, önis); -ation, 
f.; —en: Konfrontierung: C. téstinm, Zeugen- 
Kean rc. iren, tr.: Personen zum Verhör ein- 
ander gegenüber („Stirn gegen Stirn“) stellen. — 
Conf-- undferen (lat.), tr.: vermengen; verwir- 
ren; verblüffen. — Confüs, a.: konfundiert, 
nam.: verwirrt, wirr im Kopf 2c. heit, f.; -en: 
das Konfussein u. Kundgebung desselben, Kon- 
fusion. „io (lat.), k. [8 24, 3, Jiönis]: Kon- 
susion: Annus c- nis, das eine „Jahr der Verwir- 
rung“, in das Julius Cäsar bei Einführung des 
julianischen (s. d.) Kalenders noch 2 Monate ein- 
schaltete. -iön, f.; —en: Konfundierung, das Kon- 
fus-sein: K-s-Jahr, s. d. Vorige; Rath (wie 
Konfusionärius), scherzh. — konsuser Mensch, Kopf; 
Einer, der Konfusion anstiftet, auch z. B.: Ein 
Ober-Ks-Rath. Scherr Bl. 1, 26. Sionärius, 
m., uv.; len [8 24, 21: Konfusionsrath (s. d.): 
Ein Erz-K. 2c. — Confuk-äbel (lat.), a.: wider- 
legbar. Zätio, f. [8 24, 3, önis]); -atiön, f.; 
—en: Widerlegung. -ätor, m., —; ören [8 24, 
3, öris): Widerleger. -ĩẽren, tr.: widerlegen. 
Cong--6 (frz. kongshe), m., —6; —: Abschied, 
z. B.: Pour prendre (pür pringd’rel c., — gw. in 
der Abkürzung p. p. c. — auf Visitenkarten; Ur- 
laub. -edieèren, tr.: beurlauben, verabschieden. — 
Congel-äbel (lat.), gefrierbar, Ggstz: In“k. 
Sätio, f. [8 24, 3, önis): das Gefrieren; Er- 
starren; das Gerinnen; C. déntium, die Konge- 
lation (das Stumpfwerden) der Zähne. -ation, 
f.; —en: congelatio. -ieren, intr. (sein): ge- 
frieren, gerinnen. — Congenerisch (lat.), a.: 
gleichartig. — Congenial (ulat.), a.: geistes- 
verwandt, auch: Kisch. w. 22, 163. Eität, 
J.; 0: das Kongenialsein. — Tong-erkéren 
(latein.), tr.; hänfen. eries, f. [8 24, 51: 
Haufen; Worthäufung. estio, f. [8 24, 3, 
önis): Andrang (s. Epidrome): C. sänguinis, 
des Bluts; lymphätica od. serösa, des Blut- 
Congressist 687 
wassers 2c. JTestion, f.; —en: Congestio. 
estiv, a.: Kongestionen erzengend, davon her- 
rührend. — Congius (lat.), m. /§ 24, 21: s. 
Amphora. — Conglaciation (nlat.), f.; -en: das 
Gefrieren. — Conglob-atiön (lat.), f.; Sen: 
Konglobierung; auch: rhetorische Häufung der 
Beweise. ĩeren, tr.: zu Kugeln ballen, runden: 
Konglobierte Drüsen (gländulæ conglobuläta), 
Kuäuel lymphatischer Gefäße (Lymphdrüsen). — 
Conglomer-at (lat.), n., -(e)s; —#e: K.e od. 
Breceien [s. d.]; K.-Felsen. Jatiön, f.; Sen: 
Konglomerierung. atisch, a.: konglomera- 
tions= artig, -mäßig. G. 27, 242 2c. keren, 
tr., refl.: zusammen-ballen, -häufen 2c. — 
Conglütin-ans llat., § 24, 3, n., äntis, Mz.: 
-äntia): s. Colleticum. -änt, a.: konglutinierend. 
Sät, —(eys; —e: etwas Konglutiniertes, nam. 
solches Gestein. Onen 1, 518 f., vgl. Konglomerat. 
atiön, f.; -en: Konglutinierung. -kren, tr.: 
zusammen-leimen, -zkleben, zkitten. — Cöngo: 
1) Negerreich (u. Fluß) in Südwestafrika: K.= 
Neger; C.-Ebony, s. Eben-Holz. — 2) m., —; 
—6: Der K., ein Brüllaffe. — 3) Der K., K.-Thee, 
Art chin. Thee. — Congratut-ant ie., ####: 
s. Gratul 2c. — Congreg-at (lat.), n., —(e)s; 
—e: hicht krystallinische Gesteine aus nicht od. 
schwach zusammenhängenden Theilen ohne kitten- 
des Bindemittel. -ätio, f. [8 24, 3, önis): Ver- 
bindung, Vereinigung, Versammlung r2c., nam. 
kirchl.: 1) Vereinigung mehrerer Klöster zur Be- 
obachtung derselben Regel u. Satzungen. — 2) 
vom Papst zur Leitung von Geschäften eingefetzte 
Ausschüsse v. Kardinälen, z. B.: Cnes ordinãriæ 
(die ordentlichen Kongregationen) u. — extraordindärize, 
außerordentliche, dazu z. B. C. od. Collegium (s. d. 2) 
de propagända fide; C. fudicis, s. Index; C. episco- 
pörum et regulärium, für Untersuchung der Strei- 
tigkeiten der Bischöfe u. Ordensgeistlichen, ogl. 
(it.): Die Congregazione de' Vescovi e Regolari. 
Gutzkow 3. 8, 200 ꝛc. atiön, f.; -en: Con- 
gregatio. ational, a.: einer Kongregation 
angehörig, darauf bezüglich 2c.: K.-Gemeinden, bes. 
in England u. Nordamerika, Art Independenten, 
auch: Kongregationalisten. ationist, m.,, 
-en, —6; —en: Mitglied einer Kongregation, bes. in 
Frkr., wo die Kongregationen nam. Genossen= 
schaften der ultramontanen Partei zur Befestigung 
der röm. Hierarchie bezeichnen. azione (it.), k.; 
ni: Congregatio. Jieren, tr., refl.; zusammen- 
scharen, vereinigen, verbrüdern 2c. — Congress 
(lat.), m., -es; —e: Zusammenkunft zur Bera- 
thung u. Beschluß fassung über gemeinsame Inter- 
essen u. Angelegenheiten, z. B. Familien-K., bes. 
aber in Bezug auf Staaten, Politik od. doch 
öffentliche Angelegenheiten: K. der Repräsentanten 
der vereinigten Staaten 2c.; Friedens.= K. (vgl. 
-Liga) 2c.; Fürsten= od. Monarchen-K.; Ple- 
nar-K.; Präliminar-K.; Rumpf-K. (vgl. 
Rumpfparlament) 2c.; K.-Akte;-Mann od.-Mit- 
glied;-Protokolle; . Sitzungen 2c. -ist, m., 
—en, —6; -en: Kongreßmitglied; (spöttelnd):
        <pb n="704" />
        Congreve 
688 
Kongreßler. — Cöngreve (engl. —iw): Name, 
dazu: Der C.-Druck besteht im Druck einer aus 
mehreren Theilen zusammensetzbaren Metallplalte 2c.; 
tsche (Art Brand-) Raketen 2c. — Cöngru- 
nt (lat.), a.: übereinstimmend, passend, stim- 
mend c. (Ggstz: in-k.); (Geometr.) deckend; 
(Arithm.): Zwet ganze Zahlen, deren Differenz durch 
eine dritte c ohne Rest theilbar ist, beißen k. nach dem 
Modul (modolus)c. —énz s.; -en: das Kongruentsein 
(vogl. Kolncidenz): K.-Süätzec. - Nren, intr. (haben): 
kongruent sein. -ismus, m., uv.: 0: die Lehre 
v. der Ubereinstimmung der göttl. Gnade mit dem 
sich ihr überlassenden menschl. Willen. ist, m., 
en, —#; —en: Anhänger des Kongruismus. ität, 
f.; —en: Kongruenz. -us, a.: kongruent; auch: 
Dẽ cöngrno, nach Billigk.; Jüs (s. d.) cöngrui; 
Cöngrna, „das Zuständige“, das zum standes- 
gemäßen Unterhalt gesetzlich bestimmte Minimum 
der Jahresrente einer geistlichen Pfründe 2c. — 
Con-ifer (lat.), m. [8 24, 2, Hferil: 
ser#, f. /§ 24, 11; -ifere, #.: —n : ein „zapfen- 
tragender“ Baum, bes. Mz.: Nadelhölzer. -iglöb, 
m., (eys: —-#; --iglöbium, n., —; fen [8 24, 
2, u.]: Darstellung einer Kugelfläche in Projektion 
auf 2 Kegelflächen, bes.: Sternkegel. ilith, 
m., —l(e)s; -e: Kegelstein. -imeter, m., n., 
—6; uv.: Kegelmesser. — Konslisin (gr.), n., 
—#6#: 0: s. Cicutin. — Côn-iröstris (nlat.), m. 
[&amp; 24, 3, uv.]): Kegelschnäbler, nam. Mz., — eine 
Art Zuchtvögel. Zisch (gr.), a.: kegelförmig, 
s. auch: Cylinrro-k. sctor, m., —; ören 
[&amp; 21, 3, öris): die einen Kegel schneidende 
Ebne, wodurch nach Verschiedenheit der Lage versch. 
Kegelschnitte entstehn. — Konist-Crion (gr.), n., 
—&amp; ; ken [§ 24, 2, n.): in den Gymnasien od. 
Turnanstalten der-Alten die Näumlichk., wo für 
die Ringkämpfer 2c. die Bestrenung des Körvers 
mit Staub od. Sand statthatte. ra, f. 1824, 11 
ein Theil der gr. Bühne (s. Eristenion). — Konit (gr.), 
m., -(e)s; —e: versteinerte Kegelschnecke (s. Konus); 
Art Bitterkalk. — Cönium lgr., § 21, 2, n.]: 
s. Cicuta. — Conjeet-anea (lat.), -änéen, pl: 
„Zusammengeworfnes“, Allerlei 2c., — als Titel 
v. Büchern 2c. -ür, k.; —en: Vermuthung, 
namentl.: auf Vermuthung sich stützende Lesart. 
url, a.: auf Konjekturen beruhnd: K.-Kritik; 
Politik,-Politiker 2c. urikren, conjicikren, 
tr., auch o. Obj.: Konjekturen machen, aufstellen 
2c. — Cönj-ugäl (lat.), a.: ehelich. - ugäta, f. 
[S 21, 11: (s. koniugieren 1): 1) der kleine Durch- 
messer der verbundnen Beckenknochen. — 2) 
kopulierte (s. d.) Wasserfären. -ugalion, (.; 
—en: 1) Verbindung, Vereinigung, z. B. : 
Uoiur 15, 17 ga 2c., s. Kopulation. — 2) (Gramm.) 
Abwandlung der Zeitwörter: K—#s- Schema;-Ta- 
belle 2c. -ugicrdium, n., —#; ken /I 24, 2, n.]: 
Gattenmord. —ugieren, tr.: 1) verbinden, paa- 
ren 2c., bes. Partic.: ein Paar bildend, paarig 2c., 
z. B.: (Bot.): Konjugierte Flügelfrucht (Sämara 
conjugäta). mit 2 am Grund verwachsnen 
Flügeln 2c.; (Malh.): Die konjugierten Brennstrahlen 
Contlave 
einer Elllvse, Hyrerbel 2c.; Konjugierte Pole (s. d. 41 
eines Kreises, s. vSwinden 2411 24. — 2) (Srrachl.) 
ein Zeitwort abwandeln: Es durch #kk. 2c. -ügium 
[&amp;# 24, 2, n.]): Ehe: Jüs (s. d.) conjügii. 
—ungieren, tr.: verbinden, vereinigen. -ünct, 
a.: verbunden, zusammen (Arv.: cim). 
—#ünctio, f. [8 24, 3, önis): - unklion, (.; 
—en: 1) Verbindung. — 2) (Sprachl.) Binde- 
wort, z. B. (s. Zumpt Lat. Gr. / 331 fl.): C. ad- 
versativa; disjunctiva; exceptiva; finälis; illativa; 
interrogativa; causälis; collativa; comparativa: 
concessiva; conditionälis; conclusika; continuativa; 
copulativa; restrictiva; temporälis ie. od. : Adver- 
sative (s. d.) 2c. od.: Adversativ= 2c., Fin dl. 2c. 
K. — 3) (Astron.) Ein Planet ist mit der Sonne in 
K-n, wenn er v. der Erde bei der Sonne geseben wird od. 
genauer: wenn seine Länge gleich der Länge der Sonne 
ist, s. Ggstz Opposition. unctiv (-#), m., 
—#e)s; —e: (Sprachl.) eine Redeweise (Me- 
dus), worin durch die Form des Zeitworts ein 
Abhängigkeits-Vh. bez. wird (Ggstz: Inrikariv), 
die „verbundne Rereweise“ (mödus) conjunctivrus; K.= 
Satz 2c. - unctiva, f. [8 24, 1): Bindehaut des 
Auges, s. Arnata. — unctivisch, a.: in der Weise 
des Konjunftivs. -unctivitis, f. [8 24, 3, uv. J: 
Entzündung der Conjunctira. -uncttĩvns, a.; 
m. s8 24, 2): verbunden, bindend, bes.: kon- 
junktivisch — u.: Konjunktiv. - unctür, s.; en: 
ein Zusammentreffen v. Umständen u. die dadurch 
bewirkten Vhe, Lage 2c. -ünctus, a.: verbunden. 
— Confur-ant, -t, m., —en: -en: Verschwer- 
ner. ation, 1.; -en: Verschwörung. ätor, 
m., —6; ören [§ 24, 3, öris]: s. Komrurgator. 
ren, tr.: beschwören; intr. (haben): sich ver- 
schwören. — Cônj-ur (lat.), m.; k. s5 24, 3, 
ugis!: Gatt-e, -in. 
Concamer-acit (lat.), m., -en, (—): en: 
Versteinerungen polythalamischer (s. d.) Mollusken. 
ation, f.; —en: Gewölbe; durch eine Scheide- 
wandabgesonderte Kammer c. — Concaten -ation 
(lat.), f.; —en: Verfettung: Kettenschlun 2e. 
-eren, tr.: verketten cc. — Concãv (lat.), a.: 
Gastz zu konrer 2c.: 1) hohlrund: K.-Linsen: 
Die k.-konveren Linsen, welche durch eine konvere u. eine 
bohle Fläche begrenzt sind, werden auch Menieklen ge- 
nannt (s. auch bl.k.; rlank.); K.= Sviegel ꝛe. 
— 2) v. Winkeln: kleiner als ein gestreck- 
ter od. 2 Rechte. ität, t.; 0: das Konkao-= 
sein. — Conclam-ätio, f. [8 24, 3. önisj; 
aliön, f.: -en: lauter Ruf. — nam. der Zam- 
merruf bei JZemandes Tode. ätus, a.: Einer, 
über den die Konklamation erschallt, — mit dem 
es vorbei, dessen Ende nahe od. da ist, vgl.: Con- 
clamätum est, es ist zu Ende, keine Hoffuungc. 
-eren, tr., auch o. Obj.: laut rufen, schreien, 
jammern 2c. — Concläv-e (lat.), u., —: — 
[S 24, 3, n., is, Mz. ial: verschlosnes Zimmer, 
z. B. worin der Eraminand seine Klaufurarbeiten 
macht ie.; bes. aber: das gebeime Wahlzimmer, 
z. B. früher bei den deutschen Kaiserwahlen 2c. 
u. nam. noch für die Papstwahlen; auch: der
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        Conclavist 
Wahlakt u.: die Wahlversammlung. -ist, m., -en, 
—6; -en: Theilnehmer des Konklaves; Begleiter 
od. Diener der im Konklave eingeschloßnen Kardi- 
näle. — Conclü-dendum klat., 824, 2, n.]]: das 
Konkludieren: Ad c., zur Beschlußsassung; Conclu- 
déndo, schließlich. -sio, f. (#&amp; 24, 3, önis): Schluß; 
Verschluß; Beschluß, Ende; Beschlußfassung; 
Schlußfolgrung 2c.: C. eãaũsæ, Aktenschluß; liblli, 
Schluß der Proceßklage, das Gesuch des Klägers 
enthaltend. „siön, f.; -en: Conclusio, s. auch 
(engl.): A foregone (s. d.) c. lkonklinschen! 2c. 
„sĩv, a.: schließend, folgernd: K.-Konjunktionen 
(conjunctiönes c-); K.= Satz 2c. sum, n., —s; 
-sa 18 21, 2, n.): etwas Beschloßnes, gefaßter 
Beschluß 2c.: C. in senätu (s. d.); C. impẽrii, 
Reichsabschted ꝛe. — Concöct-io (lat.), f. 1§ 24, 
3, Jiönis); iön, f.; —en: Verdauung. — 
Concomil-anee (franz. kongkemitängß), f.; —6: 
das Konkomitantsein, nam. auch (Theolog.): die 
Lehre, daß in dem Abendmahls-Brot als dem Leibe 
Christi zugleich auch das Blut mit enthalten sei. 
ank, a.: etwas Hauptsächliches, als damit ver- 
bunden u. zusammenhängend, mitbegleitend: K.e 
Spmptome, Töne 2c. eren (lat.), tr.: kohkomi- 
tant sein. — Concommissär, m., —e)8; Je; 
Sius, m., uv.; -ken I§ 24, 2): Mit-Kommissar, 
Mit-Beauftragter 2c. — Toncörd-öbel (lat.), 
a.: vereinbar (vgl. kompallbel). abililät, f.; 0: 
Vereinbarkeit. - änt, a.; übereinstimmend. anz: 
1) f.; —en, —en: a) Ubereinstimmung. — b) 
(s. a u. Harmonie 8) Evangelien-K. 2c. — c) 
ein Wörterbuch zu einer best. Schrift 2c., das zum 
Vergleich in möglichster Vollständigkeit die Stellen 
aufführt, in denen sich die einzelnen Wörter, Aus- 
drücke od. auch Gedanken finden, bes.: Biblische K., 
z. B.: Bibllsche Verbal-- u. Real-K-en v. Büch- 
nern ꝛe. — d) s. 2. — 2) (s. 1) m., -en; -en: 
(Buchdr.): a) Durchschuß aus kürzeren Stücken, sog. 
K.-Quadraten. — b) — Quadrat (s. d.) zum 
Ausschluß. Kranke Kat. 41; Die nächstfolgende Anfangs- 
zeile . wird . eingerückt.., bei Quart u. Folio um einen 
drelviertel od. ganzen K-en.#5 4 rr. (bei Andern fem., 
wie 1). I. -at: „es stimmt überein“, z. B.: C.cum 
originäli, mit der Urschrift (bei Vidimationen — s. d.). 
II. dt, n. (m.), —(e)s; -e: Ubereinkunft, Ver- 
trag, — nam.: den der Papst mit katholischen Ne- 
glerungen in Angelegenheiten der kathol. Kirche 
schließt (vgl. Cirkumskripilonsbulle, mit protestau- 
tischen Regierungen). Dazu: Konkordeäter; 
-ätler [Anhänger des Ks, Eifrer dafür; ötlich 
ldem K. huldigend, ihm gemäß 2c. . Fia, f. 18 21, 
1]: Eintracht, z. B.: C. paãrvæ rés créscunt (dis- 
cördia maximæ dilabünturl, durch Eintracht wächst 
Kleines [durch Zwietracht zerfällt das Größte] — 
Friede ernährt, Unfriede verzehrt; C. dlscors, zwie- 
trächtige Eintracht 2c.; auch als Name, z. B. einer 
röm. Göttin; einer kathol. Heiligen (hümmert 
2, 107 ff.) 2c.; s. Asteroid u.: Daß wir die Grocke 
taufend weihn,] K. soll lhr Name sein. Sch. 8 0# 2c.; 
ferner auch Name v. Schriften u. Satzungen, die 
eine Einigung v. Kontroversen, nam. auf reli- 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
CToncurrenz 
689 
giösem Gebiet, enthalten: Die Formula concérdia 
od. Konkordlenformel v. 1577; Der Liber con- 
cSrdis od. das Konkördkenbuch v. 1580 ie.; 
auch m.: eine Sorte amerikan. Wein. Et#äcktr 
NReis. 1, 252. en, pl.: eine Sorte zwei- 
farbiger Gartennelken 2c., s. das Vorige. 
ieren, intr. (haben): übereinstimmen (vralt, auch 
= harmonisch, accerdierend musicieren, s. Kalan- 
der 1c). — Concorpor-ation (lat.), f.; Sen: 
Konkorporierung. -ieren, tr.: einverleiben, ver- 
einigen. — Concorrent-e (it.), m., —s, —n; -n, 
-i: Konkurrent. — Concours (frz. kongtüc), m., 
uv.; uv. (mit lautendem s in Genit. u. Mz.): 
(s. Konkurs) Wetlbewerbung 2c.: Hors lör] c. 
außer der Wettbewerbung, nicht daran theil- 
nehmend 2c. — Conerkdit-lren (nlat.), tr.: 
mit-kreditieren (s. d.). or, m., —#; ören [824, 
3, Sris): Mitgläubiger. — Concremakiön (lat.), 
f.; -en: Verbrennung. — Toner-em##nt (lat.), 
n., —es; —e: ein Gebilde, das sich durch Anein- 
anderfügen u. hastende Vereinigung einzelner 
Theile erzeungt, Cum §8 24, 2, u.): C-a#can- 
erõrum, Krebssteine 2c. eseent, a.: kon- 
krescierend. escenz, f.; —en: das Zusammen- 
wachsen, das Ineinanderverwachsen 2c. Jeseibel, 
a.: zur Konkrescenz geneigt. escibililät, f.; 0; 
das Konereseibelsein. -escĩeren, intr. (sein): zu- 
sammen-, in einander verwachsen; gerinnend sich 
verdichten 2c. -rt, a.: im Ggstz zu abstrakt (s. d.), 
auf etwas Vorhandnes bezogen u. damit zusam- 
men im Denken aufgefasst: Eine #—e (od. benannte) 
Zahl; In dem k-en wirklichen, vorliegenden 2c. 
Fall 2c.; s. C-um. -etiäner, m., —5; uv.: Je- 
mand, der — u. sofern er — Seele u. Leib als in 
einander verwachsen auffasst. -eliön, f.; Sen: 
das Konkrescieren — u.: Konkrement. -lum, n., 
—8 ; zeta I§ 24, 2, n.]): etwas Konkretes, z. B. 
(Sprachl.): ein konkretes Hauptwort; auch: In con- 
cröto, in einem wirkl. Fall, in der Wirklichkeit 2c. — 
Concüb-ieren, intr. (haben): den Beischlaf mit 
Jemand vollziehn. -inage (frz. kongkubinäsh'), f.; 
—u: Konkubinat. zinarius, m, uv.; ken s8 24, 
2, n. : ein mit einer Frau im Konkubinat leben- 
der Mann (Kebsmann). -inat, n., -(e)s; Se: das 
Zusammenleben Zweler, wie Mann u. Frau, doch 
ohne Che (wilde od. Kebs-Ehe). -inc, f.; S-n: ein 
mit einem Mann im Konkubinat lebendes Frauen- 
zimmer (Beischläferin, Zuhälterin, Kebeweib, s. Mal- 
(resse). -ilus, m. 8 24, 4): Beischlaf: C. (od. 
cöllus, s. d.) anticipätus ic. — Coneumbieren, 
intr. (haben): konkubieren. — Concupiscenz 
(lat.), f.; -en: das Gelüstlen). — Concurat-or 
(lat.), m., —#; -bren: Mit-Kurator. — Conc- 
urrens llat., § 24, 3, éntis), a.:: zusammen- 
treffend (s. delictum, Schluß); m.: Konkurrent. 
jurrent, m., -en, (-s); —en: Einer, der — u. 
sofern er — mit Andern wettelsernd Dasselbe treibt 
od. erstrebt, Mitbe)werber. urrenz, f.; -en: 1) 
die Mitbewerberschaft, d. h. sowohl: das Konkur- 
rentsein, Konkurrieren (Mitbewerbung), als auch: 
die Gesammtheit der Konkurrenten: Freie K. im 
44
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        Concurrieren 
690 
Veikehr; Eine K. um den Preis für das beste Lustspiel, 
Gemälde 2c. ausschreiben 2c. — 2) auch: das Kon- 
kurrieren od. Zusammentreffen v. Sachlichem. Sch. 
363a (vgl. Konjunktur); ferner: K. der Verbrechen 
(concürsus delictörum), wo bei einem Fall ver- 
schiedde zusammentreffende Verbrechen vorliegen 2c. 
urriéren, intr. (haben): als Konkurrent auf- 
treten; mitbeitragen; mitwirken, zusammentresfen 
ic. ürs: 1) m., —e)s; -e: a) das Konkur- 
rieren, Wettstreben, Konkurrenz: K.-Prüfung, 
.Examen, der K.-Kandidaten, um ein Amt rc. 
— b) Gant (ogl. Krida), der Zusammentritt der 
Glänbiger zur gerichtl. Theilung des zu ihrer 
vollen Befriedigung nicht ausreichenden Vermögens 
ihres Schuldners — u.: die Insolvenz solches 
Schuldners (auch als prädik. Ew.: Sich k. lod. 
ankerott, s. d. 1) erklären; k. sein, werden 2c.): K.= 
Edikt, gerichtl. Ladung der Gläubiger zur An- 
meldung ihrer Fordrungen an den Konkursifer; 
-Fordrung: = Gericht; = Masse; -Ordnung; 
Proceß [Außer-P.]; -Recht; = Syndikus, 
dem Massenverwalter beigegebner Rechtsgelehrter; 
.Verfahren; -Verwalter,-Verwaltung rc. 
— 2) a.: s. 1b. -ürsisex, m., -es, uv.; —e 
[§ 24, 3, ilcis!): Zemand, der Konkurs macht, 
Gantmann, Kridar. -ürfus, m. I§ 24, 111— 
Konkurs 1a; 1b (best. c. creditörum) u. Konkurrenz, 
z. B. (s. d. 2): C. delictörum od. eriminum; C. 
actiönum, das Zusammentreffen mehrerer Klagen 
gegen Einen; C. ad delictum, die Theilnahme 
Mehrerer an einem Verbrechen 2c. — Concuͤss-io 
(lat.), f. [8 24, 3, iönis): Erschüttrung; Geld- 
erpressung: Crimen e-— is, Verbrechen der Er- 
pressung. -ion,, f. en: Concussio. or, m., 
—8 ; ören [8 24, 3, -öris): Erpresser. 
Connaiss-able (frz. konnässäb'l), a.: erkenn- 
bar. -ance Cängß), f.; —: Kenntnis; Bekannt- 
schaft. -ement (#mäng), n., —8; —: Schiffs- 
frachtbrief (Konnossement). eur Cör), m., —; -6, 
—e: Kenner. ense Cöfy, f.; —n, —s: Kennerin. 
— Connect-lren (latein.), tr.; an-, ver- 
knupfen ꝛe. -„eulum, -ioum, u., —; a [/§ 24, 
2, n. ): (Bot.) Querband im Stanbbeutel. -io, 
a.: zur Verbindung dienend. — Connetäb#-el, m., 
—s; uv.; -le (frz. —b'l), m., —#; —#: Titel, 
nam. des Oberreichsmarschalls u. Kronfeldherrn 
in Frankreich. —i, f.; —+eyn: Marschallsgericht. 
— Conner (lat.): 1) a.: verknüpft, verbunden, 
in Zusammenhang stehnd. — 2) m., -es; —e: Zu- 
sammenhang, Verknüpfung: Attraktions-K. 1c. 
Siôn, f.; —en: 1) Konner. — 2) pl.: einfinß-- 
reiche Verbindungen u. Bekanntschaften. ilät, 
f.; 0: das Konner-Sein, nam.: Die K. v. Rechts- 
sachen, Connéxitas If., §&amp; 24, 3, ätis] cansärum. 
i, a.: konnefktiv. -us: 1) a. (§ 24, 21: kon- 
ner: Connéxa, verbundne Dinge. — 2) m. I§ 24, 
4): Konner, s. Nerus. — Conniv--ndo (lat.), 
adv.: konnivierend. -nz, f.; -en: das Konni- 
vieren, Nachsicht 2c. - keren, intr. (haben): ein 
Auge zudrücken, durch die Finger sehn 2c. — 
Connoiss 2c.: vralt. Schreibw. st. Connaiss 2c. — 
Conseerant 
Connossement, n., —e)s; —e: s. Konnaissement. 
— Connotation (nlat.), k.; -en: Anmeldung 
der Konkursfordrungen: K-s#-Termin. — 
Connübi-al (lat.), a.: aufs Konnubium bezügl. 
- st n., —#; -zen (§8 24, 2, n.]: Ehe u. bes. — 
Evigamie (s. d. 2), auch: Jüs conniubii. — 
Connumeration (lat.), f.; —en: Mitzählung, 
Zusammenrechnung. 
Kon-oĩd, m., e)8; —e; olde, f.; -n: 
(Math.) kegelförmiger Körper, Afterkegel. -oidäl, 
Joldisch, a.: kegelförmig. ophthälmus, m. 
[8 24, 2): Glotzange 2c. Jos, m.: s. Conus. — 
Konop-ion (gr.), n., —#; -ein; -Eum 8 24, 
2, n.): Himmelbett, mit Vorhängen zum Schutz 
gegen Muͤcken 2c. (vgl. Kanapee). 
Conquass-ation (lat.), f.; —en: Konquassie- 
rung. #ieren, tr.: erschüttern, zerquetschen, zer- 
schmettern. — Conquaternatiön (lat.), f.; en: 
Kombination (s. d.) zu Vieren. — Conqu-érant 
(frz. kongkeräng), m.t, —#; —#: Erobrer. erĩẽren, 
tr.: erobern. -or (mlat.), m., —#; ören (§24, 
3, örie): Erobrer. Ste (frz. kongkät), f.; —#s: Er- 
obrung. — Conquieseiéèen (lat.), intr. (haben): 
ruhn. — Conguinternation (lat.), f.; Sen: 
Kombination (s. d.) zu Fünsen. — Conquirĩẽren 
(lat.), tr.: zusammensuchen. — Conquista 
(span. kontX), f.; —: Eroberung, nam.: die Ent- 
deckung u. Erobrung Amerika's durch die Spanier. 
dör, m., —#, —en; -es, —en: Erobrer (vgl. it.: 
Conqnistadör#-e. Durangelo 146, MzZ.: -i) — u. (nam. 
in Mz.): die ersten Erobrer des span. Amerika's 
u. deren Nachkömmlinge. 
Conréctor (nlat.), m., —#; ören [8 24, 3, 
öris!: „Mitrektor“", Titel des auf den Rektor (s. d.) 
folgenden Lehrers an Bürgerschulen 2c. -ät, n., 
—(eys; —e: Amt u. Amtswohnung des Konrektors. 
Consaer-amentäl (nlat.), m., —en; -#en: s. 
Kompurgator. atiön, -Vren: s. Konsekr 2c. — 
Consangufn-isch (lat.), a.: blutsverwandtlschaft- 
lich). -ität, k.; -en: Blutsverwandtschaft. — 
Conscen-dieren (lat.), tr.: besteigen. „, k. 
[8 24, 3, siönis): Besteigung: C. thälami, des 
Ehebetts. — Consei-ntia (lat.), f. [8 24, 11 
Bewusstsein; Gewissen: C. sälva, gutes 2c. 
entiös, a.: gewissenhaft. nz, f.; —#n: Con- 
scientia, vgl. (engl.) Conscience - Money 
lkonschenßmönni], „Gewissensgeld", anonym eingesandte 
Summen, um welche man die Staatskasse betrogen hatte. 
— Conseindièren (lat.), tr.: zerreißen 2c. — 
Cönseins (lat.), a.; m. [8 24, 2): witwissend; 
ein Mitwissender. — Conseil (Irz. kongsel#), 
m. (u.), —#; —#: Rath, den man erthbeilt; 
Rathssitzung; Rathsversammlung rc.: C. d'&amp;at 
(detäl, Staatsrath; C. de cabinet s-nẽ], Kabinetts- 
Rath,-Sitzung c.; C. municipäl lmuniß—!], Stadt- 
rath; C. permanent (—-näng]), immerwährender 
Staatsrath 2c.; Président I—-dängl du (dül c., K-s- 
Präsident, orsitzender 2c. -ler (kongßelje), m., 
—6; —#: Rath — als Bez. u. Titel für Personen 
(lat. Consiliarius): C. d’état, Mitglied des Staats- 
raths — Staatsrath 2c. — Consecr-nt (lat.),
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        Consecratio 
m., -en, (—#); -en: der Konsekrierende. ätio, 
f. [8 23, 3, önis!; atiön, f.; —en: Konsekrie= 
rung. - keren, tr.: heiligen; weihen; einsegnen, 
bes. Brot u. Wein beim Abendmahl 2c. — Consect- 
Grium (lat.), n., -s; ĩen [824, 2, n.]: Folge-, Zu- 
satz. -Iercn, tr. : erstrebend rerfolgen. — Conserüt- 
io (lat.), kI. [8 24, 3, Jönis!: Folge, z. B.: 
(Sprachl.): Die Lehre v. der C. témporum, v. der 
durch ihr Abhängigkeits-Vh. bedingten Aufein- 
anderfolge der Tempora (s. d.) der Zeitwörter. 
-iõn, f.; -en: Consecntio. in, àa.: der Aufein- 
anderfolge gemäß, sie bezeichnend 2c. (vgl. successio): 
K.e (od. K.-) Kenjunktionen; Krankbeiten, 
Folge-K.; = Wirkung, Nach-W. 2c. — Consen- 
esciẽren (lat.), intr. (sein): veralten. -ior, m., 
6# ; -ziören [8 24, 3, öris): Mit-Senior (s. d.): 
C-ãt, n., Würde des K-a. — 1. Cönf-ens 
(lat.), a. [8 24, 3, ntis): als Beiname der obern 
Gottheiten: Deiconséntes (s. Deus). — II. Cons- 
ens (lat.), m., -es;-e: Consensus (s. d.), nam. 3. 
#nsio, f. I§ 24, 3, önis]: Ubereinstimmung. 
ensual, a.: auf Ubereinstimmung beruhnd (s. kon- 
senfuell): K.-Kontrakt 2c. -enfualität, f.; 0: das 
Konsensuellsein, Mitleidenheit 2c. -ensuell, a.: kon- 
sensnal, symvathisch (s. d. u. Consensus 4). 
Snsus, m. [8 24, 1): Konsens: 1) Ubereinstim- 
mung: C. géntium sdie bei allen Völkern herrschende 
gleiche Ansicht). — 2)(s. 1) Ubereinkunft, z. B. C. 
matrimonälis, eheliche 2c. — 3) (s.1) Zustimmung 
rc., nam. sofern sie zu Etwas erforderlich ist, s. 
Konsens: C. codctus, erzwungne; C. Principis, lan- 
desherrliche; Tacitus kstillschweigenderc. 2c. — 4) 
(sl. 1) die sympathische Ubereinstimmung der Theile 
eines Organismus: Durch c., per consensum; C. 
pärtium, der Theile; nervörum, der Nerven 2c. 
entement (fri. kengßangt'mäng), n., —8; —8;: 
Konsens. -entikren, intr. (haben): in Etwas 
einwilligen; tr.: es bewilligen, vgl.: Si émnes 
conséntiunt ẽgo nön disséntio. Wohlgemerkt, ohne 
Komma. Sch. 110a = Wenn Alle einwilligen, ich nicht 
bin dagegen [wo ein Komma od. Semikolon nach 
„nicht“ den Sinn umgestalten würde; Conséntio, 
ich stimme zu (vgl. concedo); Quĩ täcet, — con- 
séntit (od.: consentire vidstur), wer schweigt, 
willigt ein (od.: wird als Einwilligender ange- 
sehn). — Cönsequ-ence (frz. kongsekängß), k.; 
—8: Konsequenz; auch: Wichtigk., Bedeutsamk. 2c.: 
Sans lßängl c., unwichtig, unbedeutend, keine Be- 
achtung verdienend 2c.; aber auch = Sans tirer 
ltire! à c. (lat.: citra consequsntiam), ohne daß 
man daraus eine Konsequenz, ein Präjudiz (s. d.) 
ziehn dürfte 2c.; ferner: En langl od. par c., folg- 
lich ꝛc. ens llat., § 24, 3, n., ntis, Mz.: 
Cntial: Folgrung, Folgesatz (s. Antecedens). ent, 
a.: folgerecht; seinen Grundsätzen getreu (Ggsstz: 
Un- od. in-k.). ntia, f. [IJ 24, 11: Folge, 
Folgrung: Citra cm, s. conséquence; Per c-m, 
folglich; A pôsse äd ésse non välet c., von der 
(bloßen) Möglichk. gilt der Schluß nicht aufs wirk- 
liche Sein 2c. enz, f.; -en: 1) (o. Mz.) das 
Konsequentsein, Ggstz Un-- (od. In-) K. — 2) 
Consigne 691 
Folge, Folgrung: K.= od. K-en-Macher, 
Einer, der aus Allem (übertriebne) Folg- 
rungen zieht; -Macherei, das Thun eines 
Solchen. -#ie#, intr. (haben): folgen, als Folge 
sich ergeben 2c.; tr.: Etwas erreichen. — Conser- 
irren (lat.), tr.: anreihen, anknüpfen 2c#.#—thiôn, 
f.; -en: Konservierung. — Conserp-bel (lat.), 
a.: konservierbar. abilität, f.; O: Konservier= 
barkeit. - ant, a.: konservierend. ateur (frz. 
kengßerwatör), m., —s: —s, —e: Konservator. 
atiön, f.; -en: Konservierung: K-s-Brille, 
nur schwach vergrößernd, — zur Schonung u. K. 
des Sehvermögens bestimmt;-Haus, zum Durch- 
wintern exotischer Pflanzen 2c. -atio, a.: fest am 
Hergebrachten haltend u. dies unverändert zu 
erhalten trachtend, namentl. im Staatsleben. 
ativismus, m., uv.; 0: Gesinnung u. Trei- 
ben der Konservativen. atoire (franz. keng- 
ferwatoär), n., —; —#: Konservatorium. kator, 
m., —8; ören s8 24, 3, öris!: Jemand, der — u. 
sofern er — Etwas konserviert, bes. aber als Titel 
für Aufseher v. Sammlungen, Kabinetten, Museen 
cc., die sie in Ordnung u. Stand zu erhalten haben. 
atorist, m., —-en, —##;-en: Mitglied, Schuͤler eines 
Konservatoriums (s. d. 1). -atörium, n., —; 
len [8 24, 2, n.): 1) Anstalt zur Erhaltung u. 
Fördrung einer Kunst 2c., nam. höhre Schule zur 
Ausbildung in der Musik. — 2) Kunst= od. Na- 
turalien= 2c. Sammlung, = Kabinett 2c. — 3) 
Konservationshaus. -e, f.; -n; (frz. kongßéro.) 
f.; —##: 1) in Zucker eingemachte Kräuter, Fruchte#c. 
— 2) Ort zur Aufbewahrung v. Vorräthen. — 
3) Flottenverein zu gegenseitigem Schutz (s. Ad- 
miralschaft). — 4) Außenwerke im Festungsbau. — 
5) Konservationsbrille. ieren, tr.: Etwas auf- 
bewahren; in dem Zustand, worin es ist, erhal- 
ten 2c.; refl.: sich gut erhalten. — Consess (lat.), 
m., -es; —e: Situng,, Versammlung. -us, 
m. [8 24, 41: Konseß: In conséssu (senätus), in 
der (Raths-, Senats-) Sitzung r. — Conüder-- 
äbel (nlat.; frz. kong5—, a.; beträchtl.; anfehn- 
lich; Achtung verdienend 2c. -#änt (kengßireräng), 
m., —6; —#: eine einem Antrag, Beschluß, Erlaß, 
Gesetz 2c. zu Grunde liegende Erwägung, Mo- 
tiv 2c. atiön (lat.), f.; —-en: Betrachtung, 
Erwägung; Beachtung, die Etwas verdient; 
Achtung, Hochachtung. eren, tr.: betrachten, 
erwägen; berücksichtigen, schätzen, achten. — 
Consigl-io (it. —Filso), m., -s; -i: Rath #c. 
— Consign-ant (lat.), m., -en, (—6); -en: Je- 
mand, der Einem Waaren konsigniert. -atär, 
m., -ey); —e; ataire (srz. kengßinjatär) m., —; 
—s; atärius (nulat.), m., uv.; ken I8 24, 21: 
1) Mitunterzeichner. Heost. — 2) Jemand, an den 
ein Schiff od. Waaren konsigniert (s. d. Za;b) 
sind, vgl. Destinataire. — 3) Verwalter eines 
öffentl. Devositoriums (s. d., vgl. konsignieren 2). 
atio, f. [8 24, 3, önis]; -atiön, f.; —en: Kon- 
signierung (s. konsignieren). -e (frz. kongßinf), f.; 
—#6, —n: 1) die nam. Wächtern, Schildwachen, 
Wachposten rc. ertheilte Weisung, Order 2c. — 
44
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        Consignieren 
692 
2) in Festungen 2c. Thorwächter, der alles Aus= u. 
Eingehnde zu verzeichnen hat u.: das v. ihm ein- 
zureichende Verzeichnis. — 3) Buch, worin Fuhr- 
leute die erbaltnen Frachtstücke eintragen. — 4) 
C. So beißt lin Marseille 2c.) das Gebäude, vor 
welchem die Gesundheitspässe der Schiffe genau unter- 
sucht werden, ehe ihnen vergönnt ist, im Hafen vor Anker 
zu gehen 2c. Grube Ch. 1, 182. i#ren (lat.), tr.: 
1) Etwas auf-, einzeichnen. — 2) Etwas zur Ver- 
wahrung wo hinter= od. niederlegen, deponieren, 
vgl.: Konsignations= (u. Depositen-) Kasse 2c. — 3) 
dem Oti. mit best. Weisung, Anweifung wohin 
die Richtung geben 2c., z. B.: a) (seem.) Einen 
Schiffer, meton.: das Schiff an Jemand k., der den 
dort Landenden mit dem Nöthigen, nam. mit Geld- 
vorschüssen versehe 2e. — b) (kaufm.) Waaren 
an Jemand k., der (als Konsignatar) sie für Rech- 
nung des Absenders (des Konsignanten) anwei- 
sungsgemäß zu verkaufen hat u. v. Diesem auf 
diese Rechnung gw. schon vorher bezogen wird: 
Konsignations-Geschäste, = Handel; = Guter; = Waa- 
ren 2c. — c) (Kriegsk.) Truppen wohin k., mit best. 
Weisung — nam.: sich marschfertig zu halten — 
dorthin beordern, rücken lassen, z. B.: in die Ka- 
serne 2c.; Einen Wachposten k., wo aufstellen, mit 
best. Weisung für eintretende Fälle. — Confsili- 
drius (lat.), m. [8 24, 21: f. Conseiller, nam. 
auch der binzugerufne Arzt bei einer Konsultation. 
-(isieren: 1) intr. (haben): Raths pflegen, sich 
berathen. — 2) tr.: a) Einem einen Rath er- 
theilen, ihn berathen. — b) (s. a) ihm das con- 
silium (s. d.) aböundi ertheilen, vgl. relegieren. 
Sium, n., —6; -len [8 24, 2, n.]: s. Conseil, 
B.: C. Kabündi der Einem ertheilte „Rath, 
sortugehn“, mildke Art der Relegation; C. mödi- 
cum, ärztl. Berathung, ärztl. Gutachten; C. 
ecclesjästicum, Kirchenrath, Konsi# sterium l — 
Consist-auce (srz. tongßistang), f.; 0: senen 
(engl. konsistenßi), f.; 0: . Konsistenz. FEnt, a. 
fest, nicht füssige haltbar, derb; v. Bestand #. 
enz, f.; 0: das Konsistentsein, lat.: eon- 
sisténtia [8 24, 1; engl.: Mangel v. „Con- 
sistench“. fallmerayer GsW. 2, 355, Festigkeit [der 
Uberzeugung] 2c. orial: zum Konsistorium ge- 
hörig, darauf bezügl. 2c., bes. als Büw.; K.= 
Beschluß; -Examen; -Rath; -Sekretär; -Situng; Ver- 
fassung 2c. -orium, n., —; sen [8 24, 2, n.]): im 
alten Rom zur Kalserzeit ros Versammlungslek kal 
des geheimen Naths u. dieser felbst; danach v. 
kirchl. Kollegien, z. B.: Das päpstl. K., eine Kar- 
dinalversammlung unter Vorüitz des Papstes, als 
höchstes Kollegium des Kirchenstaats; in den evan- 
gelischen Staaten: die Behörde des Kirchenraths 
(vgl. Definttorium). — Conser-ibent (lat.), m., 
-en, (—6); —en: der die Konskription ausschreibt. 
ibleren, tr : Kriegsmannschaft zum Dienst aus- 
beben n(ogl. rekrutieren). iption, (.z-en: Aushebung 
der Soldaten (vgl. Refrutierung; Kantonwesen 2c.): 
K-s-Bezirt;Bureau;-frei, Ggstz- inftthui 
Kommissar: Liste, „Nolle 2c. iptuo, a. 
nam. in der Bez. u. Anrede des röm. Senat#: 
Tonsorteria 
Pätres conseripti, vereinigte Bäter (s. Pater 1c). 
— Consobrin--a (lat.), k. 18 24, 11; -us, m. 
[8 24, 2): männl., — weibl. Verwantte, sofern 
deren Mutter die Schwester v. der Mutter der in 
Rede stehenren Person ist, vgl. Kousin(e). — 
Consoci-atioön (lat.), f.; —#n: Consoeciierung. 
-ĩẽren, tr.: gesellen, vereinigen. — Confol, n., 
+.)8; —e: = Console. Hün RethEm. 1, 216. — 
Consol-abelllat. ), a.: tröstbar, Ggstz: In-k. -änt, 
a.; tröstlich. -ation, f.; -en: Tröstung. ator, m., 
—s; ören: Tröster. — Console (frz., — auch in 
frg. Ausipr. kongßöl), f.; —n, —#: Kragstein; ein 
an die Wand befestigtes, kragsteinförmiges Geräth, 
Etwas darauf zu stellen 2c.: Eck-K. (Kannröckchen 
genannt); K.-Tischchen, st. einer K. als Unter- 
satz v. Spiegeln 2c. dienend. — Cousölid-ans 
llat., § 24, 3, n., -utis, Mz.: äntial: wund- 
ärztl. Mittel zur Befestigung zusammenzufügender 
Theile. = aled (engl. konßoöllideted), a. : konsolidiert: 
C. annnities (s. v . stocks (s. d.), vgl. Consols. 
-ation (lat.), f.; Sen: Konsolidierung. 
(frz. kongßolide), pl.: s. Consols. -iẽren, ir. 
(refl.): befestigen; sichern, begründen; zu einer 
soliden, in sich geschloßnen Gesammtheit, zu sol- 
chem Ganzen vereinigen ꝛe., z. B.: Mehrere Zechen 
zu einer Gewerkschaft k.; Grunrstucke k. 2c. (vgl.: 
Geometer für jede landwirthschaftliche Konsoli- 
dationsgesellschaft. Konsolidations- 
geometer. Grenzb. 26, 3, 267); Mebrere Fonds 
k., zu einem Stoeck vereinigen; Konsfolidierte 
Renten, Staatsschulden r2c., die auf einen konsolidier= 
ten Fonds, — dann übrh.: zu deren Deckung best. 
Einkünfte angewiesen sind (vgl. Ggstz: flottierende 
Schuld); K-de Mittel — Consolidantia; Sobald 
sich die Vhe erst konsolidiert befestigt! haben 2c. — 
Consolkeren (lat.), tr.: trösten. — Consols (engl. 
konßolls), pl.: engl. Staatspapiere (konsolirierte 
Staatsschulden, consolidated anmuities rc., frz. eon-- 
solidés). — Consommé (frʒ. kongsomme), n., —8; 
—# : Kraftbrühe. — Conson-ant (lat.), a : kon= 
sonierend;: m., —en, (—#é); —en: (Sprachl. ) Mit- 
lauter", Ggstz Vokale (vd. Selbstlauter); übrtr.: 
Im Rath die K-en. Haller 114, Zabrüder (die unselb- 
ständig mit Andern stimmen) 2c. ante, f.: -n: 
Spitzharfe. antiemus, m., uv.; 0: das Kon- 
sonanten- (wie Vokalismus das Vek al-) System 
einer Sprache 2c. -nz, f.; —en: — Konsenant 
(berrig 43, 179); das Konsonieren u.: etwas Kon- 
sonierendes, z. B.: Neim; Accord (.1 d. 1, vgl. 
GastzDissonanz). eren, intr. (haben): zu- 
sammenstimmend lingen (Gassz dissenieren) 2c. — 
Cousop-iatiön, #.; -en: Konsopierung. ĩtren 
(lat.), tr.: einschl öfern; beruhigen; in Vergessen- 
heit bringen. — Coͤns-ors ((a-- ), m. [§ 21, 3, 
-Ertis): Genoß, Gefährte, Kompan (s. d.): Con- 
sörtes lĩtis, die gemeinsam einen Rechtsstreit füh- 
rende Partei. örte, m., —m: —: = Consors; 
nam. in Mz.: cr LGatten); Mit K-n 2c. 
-arterĩa (ital.), 1 .; ke: Genossenschaft, Ver- 
bindung. Grenzb. 26, 1, 368 tc., vgl.: Die 
franz. Partel, die man hier C. nennt. Ual 2 2, 90 rc.
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        Tonfortium 
-örtium, n., —##; len: Genossenschaft, Gesellschaft, 
z. B. bei gemcinsamen Geschäftsunternehmungen 
2c. (vgl. Syndikat); Gemeinschaft z. B. der Ehe- 
gatten 2c. — Conspect (lat.), m., —e)6; -e; 
nS, m. I§ 24, 41: Uberblick; Verzeichnis. — 
Cousprge (lat., — auf Necepten): „bestreue!“ 
— CTonspi-eleren (lat.), tr.: erblicken. -euitãt, 
f.; 0: Anschaulichk., Klarheit. — Conspir-ant 
(lat.), m., -en, -s; -en; atceur (frz. kongsrirater). 
m., —s;: —, —e: Verschwörer. -atiön, t.; 
en: Verschwörung. feren, intr. (haben), refl.: 
sich verschwören, eine Verschwörung machen. — 
Conspônf-or, m., —é6; -Sren [§ 24, 3, -örisl: 
Mit-Bürge, -Schulrner. — Confsläbel (mlat.), 
m., —§s; Uvr.: 1) (Kriegsk.) Büchsenmeister, Ka- 
nonier. Sch. 320b (Kenstabler. ebd.). Nam. auf 
Kriegsschiffen: der die Aufsicht über alles zur Ar- 
tillerie des Schiffs Gehörige hat, best.: Der Ober- 
K. Unter ihm stehn die K—-s--Maten od. Unter- 
K. 2c. — 2) urspr. in England, Art Policei= 
diener, in Preußen Schutzmann 2c. — Conflabi- 
lieren (lat.), ir.: fest machen, gründen. — 
Confläbler (engl. könstäb'l, auch: konsteb'I), m., 
—6 ; -S; -er, m., —6: uv.: Koenstabel (1; 2), s. 
als eine sebr hohe Würde in Englam (vgl. 
Connetable): Der Lord IIigh Ibeil C. — Cönfl- 
ans (lat.), a. [8 24, 3, -äntis): beständig; In 
constänti, sofort. - ant, a.: 1) bestänig, unrer- 
änderlich (Gastz variabel), z. B. (Math.), auch 
substant.: Eine K-e (S k-e Größe) ferner (Phys.): 
K-e Säulen, Batterien 2c., in denen der elektrische 
Strom lange Zeit hindurch möglichst unverändert 
bleibt; ferner: standhaft, beharrlich rc.; auch: Kee 
lherrschende] Gewobnbeit ie. — 2) feststehnd, unbestrit- 
ten anerkannt: K-e Thatsache 2c. -antia, f. 824, 11: 
Beständigk., Standhaftigk., — auch versonif.; auch 
als Ortsname, z. B. in Sürafrika. Dazu (s. Kar- 
Wein): K.-Wein, u. zwar: Groß-; Hoch-; 
Klein-K. c. at: 1) es steht fest, ist gewiß. — 
2) es kostet (se u. so viel). alferen, tr.: Etwas 
als Thatsache feststellen. — Constellatiön (lat.), 
1.; —en: 1) die Stellung der Sterne zu einer best. 
Zeit gegen einander, sofern man davon den Ersolg 
des zu dieser Zeit Eintretenden abbängig hielt, 
„Gestirnung“ (vgl. Natirität; Horostor 2c.), auch 
übrtr. — 2) Sternbild, Gestirn. — Conflern- 
aliön (lat.), f.; —en: Bestürzung. - e## ir.: 
bestürzen, verblüffen. — Coönstip-ans llat., 
8 24, 3, n., äntis, Mz. -äntia): ronstipierendes 
Heilmittel. -atiön, f.; -en: Konstirierung. 
gAkeren, tr.: harkleibig machen, verstorfen: Konsti- 
riert, an Hartleibigk. leidend. — Conslit- uant 
(frz. uäng), m., —#s: —: Mitglied der Konstitnante. 
— n## (auch in frz. Ausspr. #ngt“ vgl. Assemblce 
— s. d. —c.), f.; —mn —&amp;: eine konstituierende (d. h. 
das Staatsgrundgesetz feststellende) Versammlung. 
-###dum /§ 24, 2, u.J: Kenstituierung: Términus 
constitnéndi Uquidi, Termin zur Festsetzung der 
Schuldberechnung 2c. -uens lat., 824, 3,- u#ntisl: 
4) m.: Konstituent. — 2) n. [Mz. -untial:; bei 
Arzneibereitungen der der Mischung die erforderl. 
Conslruier en 
693 
Ferm gebende Stoff, vgl. Excipfens, Vehiculum. 
uent, m., -en, (—8); -en: Vollmachtgeber, 
Mandant; in England auch: Parlamentswahler. 
nieren, tr.: 1) Etwas festsetzen, feststellen rc., 
bes. auch in Bezug auf staatl. Einrichtungen: 
K—de Versammlung, s. Constituante; Konstituierte 
Autoritäten, Staatsbehörden 2c. — 2) Etwas in 
seiner Ganzheit u. Wesenheit mit darstellen, sie 
mit begründen, s. Constituens 2: Kde Bestandtbeile 
Eessentialia constitutira c. — 3) Jemand in eine 
Würde od. Stellung einsetzen, refl., z. B. auch v. 
einer Versammlung: sich als ein zu einem best. Zweck 
zusammengetretner Verein proklamieren u. damit als 
solchen begrinden. — 4) Jemand zur Verant- 
wortung ziehn, belangen. ülio, f. I&amp; 24, 3, 
buis!: Komtitutien: 1) Fesssezung, Begrundung, 
Anorduung, Einrichtung 2c.: C-nes ecclesiästica, 
Kirchen-Verordumgen, -Satzungen; ksücli od. 
feudäles, Lehensverordnungen; imperiäles, Neichs- 
Satzungen, -Abschiede: C. criminälis Carolina 
(s. d. 1); C. Uquidi, Feststellung des Schuld- 
betrags 2c. — 2) (s. 1) bes.: die im Staatsgrund- 
gesetz festgesetzte Verfassung u.: das Staatsgrund-= 
gesetz. — 3) (s. 1, vgl. Komrterion) Leibesbeschaffen- 
heit c.: C. apopléctica, zu Schlagftüssen geneigte 
2c.; C. morbörum, Krankbeits-Konstitution,-An- 
lage 2c. — utiön, f.; -en: s. Constitutio 1—3. 
-nlionalismus, m., uv.; 0: die Grundsätze der 
Konstitutionellen u. ihr Thun: Schein-K. 2c. 
Trutionalität, f.; 0: Verfassungsmäßigkeit. 
„utionéll, a.: auf die Konstitutien (s. d. 2; 3) 
bezugl., begründet: 1) verfassungsmäßig, slaats- 
grundgesetzlich 2c.: Kee Monarchie, durch ein 
Staatsgrundgesetz beschrankte u. geregelte Fürsten- 
herrschaft; K-er [od. Verfassungs-] Staat 2c.; sub- 
stant.: Ein K.er, die K-en, als Parteiname (eig.: 
„Verfassungsfreund“), dazu: Der ke# Ktubb 2c. — 
2) auf die Leibesbeschaffenheit bezügl., darin be- 
gründet: K.e Krankbeiten 2c. - utiv, = utious, a.: 
(s. konstuieren 2) konstituierend. - Utor, m., S; 
ören (§ 24, 3. öris!): Anordner, Stifter. -ülum, 
n., —#; -ũta [824, 2, n.]: Feststellung, Vertrag; 
bes.: die Wiederholung einer Verpflichtung, zumal 
unter Modifikationen durch den neuen Vertrag, 
z. B.: C. possessörium, Vertrag, mittels dessen 
der bisherige Cigenthümer eines Objekts dies nun 
im Namen eines Andern in besitzen anfängt. 
lus, m. [8 24, 2): der Eingesetzte, Stellver- 
treter. — Constr-ictiön (lat.), f.; —en: Zusam- 
menziehung, v. Körvertheilen 2c. ictiv, a.: zu- 
sammenziehend. iclor, m., —; ören 18 24, 3, 
öris]: „Schnürer“, — Name verschiedner Schließ- 
muskeln, z. B.: C-es phar#ungis, Kehikopf-= 
schnürer 2c.; ferner: Böa (s. d. 1a) c. ꝛe. -ingens 
[&amp; 24, 3, éntis, MzZ. cutia: zusammenziehndes 
Heilmittel, vgl. Contrahens. ingieren, tr., auch 
o. Obj.: zusammenziehn, schnürend binden 2c. — 
Constr-uieren (lat.), tr.: 1) sich ein Ganzes aus 
einzelnen dazu gehörigen Theilen od. Bestimmun- 
gen aufbauen od. darstellen: Aus 3 Seiten ein 
Dreieck k. ꝛc.; Phantasiegebilde . aus einzelnen Theilen
        <pb n="710" />
        Constructeur 
694 
herauskonstruiert. durmeister gB. 1, 183 2c.; Die Wahr- 
heit (Tichte 7, 54 ꝛc.), die Welt dem Schöpfer nach #k. 
Salon 3 286 2c.; Daß die Mythe v. diesem Thurm- 
bau eine zurückkonstruicrte Sage ist. Geroinus Hist. 
7, 59 2c. — 2) (s. 1) Sprachl.: das Abhängig- 
keits-Bh. der einzelnen Wörter eines Satzes an- 
geben und sie demgemäß ordnen. Jurtteur (sfrz. 
kongströktöär), m., —#: —6, —e: Einer, der kunstvoll 
zusammenzusetzende Maschinen zu konstruieren ver- 
sieht: Ingénieur [s. d. I c. ic. -ueliõn, s.; -en: 
das Konstruieren, der Aufban des Ganzen aus 
den einzelnen Theilen, z. B. in der Geo— 
metrie behufs der Lösung einer Anfgabe od. behufs 
eines Beweises 2c.; die Zusammen-, die Wort- 
fügung 2c.; engl. (konströckschen), z. B.: C.-Train 
lirenl, Güterzug, der zum Eisenbahnbau Nöthiges 
befördert. - uetiv, a.: zur Konstruktion ge- 
hörig, nam. bei Bauten (im Ggstz des bloß De- 
korativen); das Ganze aus den Theilen od. Be- 
stimmungen entwickelnd, darstellend, aufbanend, 
vgl. struktiv. — Constupr-ation (lat.), f.; —en: 
— Stuprum (s. d.). -ren, tr.: schänden, noth- 
züchtigen 2c. — Consnadkeren (lat.), tr.: Einem 
Eiwas k., rathen. — Consual-in (lat.), -ĩen, 
pl.: altröm. Feste mit eircensischen Spielen. — 
Consubstant-ial (lat.), a.: gleichen Wesens, 
gleichwesig (s. Hemöusia). fallmerader Gs W. 2, 92. 
Sialität, f#.; 0: Homusia. -iation, k.; 0: (kirchl.) 
die wahrhafte Gegenwart des Leibes und Blu- 
tes Christi im heiligen Abendmahl mit unver- 
änderter Wesenheit des Brots und Weins (ogl. 
Transsubstantiatien). iell, a.: konsubstantial. — 
Consuetud-o (lat.), f. [8 24, 3, Jnis): Ge- 
wohnheit: C. dältera natüra, Gewohnheit ist die 
zweite Natur; 0. impẽrii, das Reichsherkommen 2c. 
— Cönful (lat.), m., —, —n, ur.; -n, (-e) 
[8 24, 3, is#: 1) im alten Rom, zur 
Zeit der Republik die beiden jährlich gewählten 
höchsten Staatsbeamten, s. Detrimentum 2c.; 
C-ibus mit nachfolgenden 2 Namen, — als die 
Genannten Ken waren; unter ihrem Konsulat 
(altröm. Jahresbestimmung), vgl.: Ihren sine die 
et consule sohne Tages= u. Jahresangabej] an mich 
abgelassenen Brief. Naumer Tasch. 9, 534. — 2) 
(L. 1) z. B.: a) das Staatsoberhaupt der frz. 
Republik (1799—1801).—h) in manchen Orten — 
Rathsherr 2c.: C. dirigens, Bürgermeister. —c) K., 
Handels-K., ein Bevollmächtigter, den ein Staat 
an einem Handelsplatz hält, seinen Kaufleuten u. 
Schiffern dort als Schutz u. Beistand zu dienen, 
auf Beobachtung der Handelsverträge zu sehn rc. 
(s. Erequatur 2): Berufs-K. (C. missus), den die 
Regierung eigens wohin entsendet, zugleich als di- 
plomatischen Vertreter; Bundes-K.: General- 
K., für mehrere Plätze, dem andre Kn unter- 
geordnet sind; Vice-K., Wahl-K. (C. eléctus), ein 
aus den am Platz ansässigen Kaufleuten v. der 
Regierung als K. Erwählter (Ggstz Berufs-K.). 
—üdo (span.), n., -6; -s: Konsulat (2). westermann 
3, 344b2c. -ar: 1)m., —e)s; —e: (im alten Rom) 
eln gewesener Konsul (s. d. 1, vgl. Prokonsut), 
Consumoeyhtion 
auch (Vir) consuläris. — 2) als Bstw. — konsu- 
larisch. äris [8 24, 3, uv.]: 1) m.: s. 
Konsular 1. — 2) a.: konsularisch (s. d.): 
Provineia (s. d.) c. ärisch, a.: zum Konsul ge- 
hörig, darauf bezüglich 2c. (s. Konsular 2), z. B.: 
Sturz der k-#en Regierungsform durch das Kaiserthum 
(s. Konsul 1; 2a); Die te Vertretung durch ansässige 
Kaufleute (s. Konsul 2e) 2c. at, n., —e)8; Se: 
1) Amt u. Würde u. Regierungszeit eines Kon- 
suls (s. d. nam. 1 u. 2a). — 2) die Stelle eines 
Konsuls (s. d. nam 2c) u. sein Wirkungskreis, 
nam, die Gerichtsbark. eines Handelskonsuls; auch 
sein Büreau, seine Wohnung 2c. — Consul-ent 
(lat.), m., -en, —#; —en: Berather, nam.: An- 
walt, best.: Rechts-K., z. B.: Kammer- 
K. 2c.; Ein Win el K. 2c. Dazu: Winkel- 
Kschaft. Ualß. 20, 415. #eren, tr.: zu Rath 
ziehn, rathfragen. — Confülisch, a.: konsularisch. 
— Confült (lat.), n., —(eys; —e: K. (C—um), 
Beschluß, Rathsschluß 2c.: Senats-, Senatus- 
K. 2c. —a: 1) (it.) f.; ze:; berathende Versamm- 
lung: Die Volksversammlung, veduta od. c. lin 
Korsikal. Gregorovius Kors. 1. 33; 89; Der Gerichtshof 
der Sacra C. hat die Leitung u. Aufsicht der Gefängnisse 
unter sich. Alrwald Lav. 1, 39, vgl.: C. di stäto, 
Staatsrath 2c. — 2) (span.), f.; —#: = 1. atif 
Ifrz. kongßült 2c.]): konsultativ. -ation, f.; —en: 
Konsultierung, bes.: ärztliche (vgl. Cönologie; Con- 
Silium medicum). = aliv, a.; berathend: Ke Praris 
2c.; K.-Kommission 2c. (s. auch Conseil), auch: 
K-isch. -ätor, m., —6; ören /§ 24, 3, öris]: wer 
um Rath fragt, auch: Consültor. atorium, 
n., -s; Ken [8 24, 2, n.): Rathfragung. -iren, 
tr.: zu Rath ziehn, nam. v. Arzken. Jo, adv.: 
geflissentlich. Jor, m., —s; -ören [824, 3, öris]): 
1) s. Konsultator. — 2) Rathgeber, Berather. 
Ual 3. 19, 362 2c. um I§ 21, 2, u.]: Kon- 
sult. — Confüm (lat.), m., —(ey; -e: Ver- 
brauch: Der K. der Lebensmittel 2c.; Die K.-Ver- 
eine, Cooperative (s. d.) Stores, zur billigern 
Beschaffung der Konsumtibilien durch die Asso- 
ciation 2c.; Brot-K. 1c.; Jamben ls. d.] 
K. Cäbel, a.: konsumierbar, s. Ggstz: In“k. 
S-ent, m., -en, (—6); -en: ein Konsumierender 
(Ggstz Prorucent): Die Gas-K-en 2c. ren, tr.: 
auf-, verzehren, verbrauchen: Etwas auf; verik. 
ic. — Consummatiön (lat.), f.; —en: Kon- 
summierung, Vollendung 2c. -ätus, a.: vollbracht: 
Consummätum sst, es ist vollbracht (s. Jod. 19, 30); 
s. auch Delictum. -ĩẽren, tr.: zusammenrechnen; 
voll-enden, bringen, ziehn c. — Cons-ñmo (it.), 
m., —#8; 0: Konsum: ber c. verzollen, als Gaftd der 
inländischen Konsumtion. — Consümkp)k-ibflien 
(mlat.), pl.: Ggstde der Konsumtion (vgl. fungibel). 
Sio, f. 18 24, 3, önis]: 1) Verzehrung, Ver- 
brauch (s. Konsum). — 2) Zehrung, Auszehrung, 
Schwindsucht. iön, f.; —en: Konsum: Die 
K-é. Fähigkeit Ks-Steuern. UalZ. 21, 229; 
Ks- Aceise;-Gegenstände,Waaren dc., auch 
engl.: Die home-c. lhöm-konsömrtschönn!, Hausver- 
brauch in England. Kohl Engl. 1, 94, im GOgst des 
-
        <pb n="711" />
        Consum(p)tiv 
Ausgefuͤhrten. -ĩv, a.: auf-, verzehrend. or, 
m., —;; -ören s8 24, 3, öris): Konsument. 
Conla: s. Conto. — Contabescenz (lat.), 
f.; -en: Auszehrung. — Contabul-ation (lat.), 
f.; —en: Contabulierung; Getäfel 2c. J-ièren, 
tr.: mit Brettern bekleiden, tifeln, dielen 2c. — 
Cont-ägion (lat.), f.; —en: Ansteckung, an- 
steckende Krankheit. -agionist, m.t, -en, —; en: 
Anhänger der Lehre vom Kontagium. agios, 
agiös, a.: ansteckend. -agiolität, f.; 0: das 
Kontagiossein. -ägium, n., —; sen [8 24, 2, 
Mn. ): Ein K., Ansteckungsstoff, ist das Prerukt eines 
erkrankten Körrers, das in einem andern Körper dieselbe 
Krankheit erzeugt 2c. BViertelj. 2, 11 (vgl. Miasma). 
Sct, m., —e)8; —e: Berührung; K.-Elektriei= 
tät, durch K. erregte; K.-Gang, einen Raum 
zwischen 2 ungleichartigen Gesteinen ausfüllend; 
An der K.= Grenze mit plutoenischen Gesteinen. 
Burmeister Gsch. 209; Volta'sche K.-Theorie. 
Elektricitäteerregung durch Metall-K. IMüler Pb. 2, 
3o9; K.-Vergoldung 2c.; K.-Wirkungen cc. 
detus, m. I§ 24, 41: Kontakt. — Contamin- 
ation (lat.), f.; —en: Kontaminierung. —ieren, 
tr.: 1) verunreinigen, beflecken. — 2) vermischend 
in einander verflechten. Danzel Less. 154. — Cön- 
tano (it.): „sie zählen“ so u. so viel Takt Pausenj, 
— in Partituren, für erst später eintretende Stim- 
men. — Contant 2c.: s. Comptant u. Content. — 
Contärius (lat.), m. [824, 2): Speerträger. — 
Cont--e (frz. köngt'): 1) m., uv.; —#: Erzählung; 
Märchen 2c. — 2) (it.) m., —s; —#, -i: Graf ((. 
Comes 2). — Contemnikren (lat.), tr.: ver- 
achten. — Contempl-atiön (lat.), f.; —en: Be- 
schauung; Beschaulichk. - ativ, atörisch, a.; be- 
schaulich. - eren, tr.: betrachten, beschauen. 
— Contempor-ain (sfrz. kengtangpereng), m., 
—6; —: Zeitgenosß (s. Ceätan), weibl.: Ce 
[—inl. Sutzgomwm Schön. Stund. 102. Jl (lat.), 
-än, a.: gleichzeitig. -aneität, f.; 0: Gleich- 
zeitigg. -änus, m. I/§ 24, 2): Contemvorain. 
r,, a.: kontemroral. eren, intr. (haben): 
kontemroran sein. — Coniem-pteur (frz. kong- 
tangtör), m., —#s; —#, —e: Verächter. ((p)tibel 
(meist in lat. Ausspr.), a.: verächtl. —(p)tibilität, 
f.: 0: Verächtlichk. (p)tiön, f.: —en: Ver- 
achtung. — Cönken: s. Conto. — Cont-enance 
(frz. kongr’nängö), f.; 0: Fassung; Aus der K. kem- 
men; Die K. verlieren 2c.: Eine Prise (de) c., K.= 
Prise, um schnupfenf K. zu gewinnen. ent 
(lat.): 1) a.: zufrieden [Reim: renntl. G. 7, 
150 2c., auch (engl.) namentl. bei Abstimmungen, 
wo die mit dem Vorschlag „Zufriednen“ od. 
Einverstandnen ihr C., die Gegner ihr Jôn c. 
abgeben 2c.; zumeist aber in franz. Ausfrrache 
llongtängl, vgl. auch: Mit einander nicht c. sein od. 
(in andrer Deutung)y: nicht kontant — nicht auf 
gutem Fuß, gespannt 2c. — 2) n., —e)8; —e: 
Pulver aus Reismehl u. Gewürz, das, mit Milch 
aufgekocht, als Sreise dient. enta: s. Contentum. 
Tentement (irz. kengtangt'mäng), n., —s; 0: Zu- 
frietenheit, Frohsinn 2c.; als Zuruf — Wohl be- 
Contignation 695 
komm's! (Grand bien vous fasse!) 2c.; auch Name 
eines warmen Getränks, einer Aufkochung v. ge- 
stoßnen Mandeln rc. in Milch. -enten: s. Con- 
tentum. entikren (auch zuw. in frz. Aussrr.: 
kongtangt-), tr.: zufriedenstellen, befriedigen; refl.: 
sich begnügen. — Contenti-ön (lat.), f.; -en: An- 
strengung; Streit. -ös, a.; streitsuchtig; streitig; 
Streitsachen betreffend. — Content-To (lat.), a.: 
festhaltend: K-e (od. K.-) Banrage, Binde (Fscia 
—a) 2c. -um, n., -s; zen [8 24, 2, n. ]: das in 
Etwas Entbhaltne, Inhalt, z. B.: Conténta ven- 
triculi, des Magens 2c.; Die Kontenten, Zet- 
tel, in Seestädten, Verzeichnisse über alle ein- 
laufenden Schiffe u. deren Ladungen 2c. — 
Könter: s. Contre. — Konterbänd (frz., —auch so 
geschr.: Contrebande, geipr.: konge’rzkängd), ĩ. s.: 
1) a.: bei dessen (heiml.) Einführung (ed. Ein- 
schmugglung) man gegen die Steuergesetze verstößt, 
— eig. u. übrtr.; selten: Das Wegegelr zu einem 
contrebandenen sverbotnen u. deßbalb heimlich be- 
tretnen] Himmelreich. Sch. 163b. — 2) m., -s; 0: -e 
Waare. Stume Sr. 25, s. das Folg., vgl.: Ein Neger 
od., Contraband, wie der Kunstausdruck war lbeim Kamrf 
der Nord= u. Südstaaten Nordamerika's J. Gartenl. 14, 329b. 
-e, f.: 0: konterbande (od. Schmuggel-) Waare; 
das Einschwärzen solcher Waare, Schmuggelei, 
Schleichhandel. ier l-ban(g)tje], m., —8; —: 
Schleichhändler, Schmuggler. kren, intr. 
(baben): schmugaeln. iff, m., —en, —##; —en: 
Schmuggler. — Könterfei (—), n., —#; -e, —;: 
(l. Ss., nam. in Bezug auf vralt. Formen u. Bed.) 
Abbildung, Schiltrung, Abbild, Porträt 2c. -en, 
tr.: abbilden, malen, schildern, nachahmen rc.: 
Etwas ab-; nach k.; Beiriesen Abkonterfeiungen 
u. Nachkonterfeiungen des feinen u. vornebmen 
Lebens. Arndi E. 17 2cc. — Contermin-atiön 
(lat.), f.; —#n: Angrenzung. -iren, intr. 
(haben): angrenzen. — Conternatiön (lat.). k.: 
en: Kombination (s. d.) zu Dreien. — Contess-a 
(it.), f.; ze: Gräfin (s. Conte 2). -ina, f.; -ine, 
inen: Gräfin. — Tonteft-äbel (lat., frz.), a.: 
bestreitbar, anfechtbar. -abilität, f.; 0: An- 
sechtbarkeit ꝛe. ätio, f. [8 24, 3, önis]: C., 
litis c., die Beantwertung u. Anfechtung des That- 
sächlichen der Klage durch den Beklagten (unter 
Angabe der Zeugen 2c.). - ation, f.; —n: — 
Contestatio; Streit, Streitigkeit. - ieren, tr.: 
in Abrede stellen, bestreiten, anfechten 2c. — Contert 
(lat.), m., —(e)s; —e: der Zasammenhang der 
einzelnen Theile eines Schriftüucks u.: das Ganze 
in solchem Zusammenbang aufgefafst: Anders lautet 
der Titel im Anfang, anders im K. des Briefs 2c. ür, 
f.; —en: Verwebung, Verbindung, Zusammen= 
hang. us, m. [824, 11: Kontert: Uno contéxtu, 
in ununterbrochner Folge 2c. — Cönt-i it.) pl.: 
v. Conto (s. d.) u. Conte (s. d.). -ĩẽren, intr. 
(haben); tr.: ein Konto (. d.) für Zemand haben, 
halten; mit ihm in laufender Berechnung stehn: 
Kontierungs-Praxis; Mes kontierungen 2c#. — 
Contigna-tion, f.; —en: das in einander gefügte 
Balkenwerk eines Baues; übrtr. 27, 285 2c. —
        <pb n="712" />
        696 Contiguierlich 
Contigu-ierlich (lat. ), a.: angrenzend, anstoßend: 
&amp;#ee· Winkel. ität, l.; O: das Angrenzen: Mit der in- 
nigen K. (durchaus laber nicht Kontinnität) dieser Theile. 
Bock An. 911 2c. — Löntin-ens (lat.), a. (§ 21, 
3, Cntis!: zusammenhangend, z. B.: Torra K., 
Festland, Kontinent v.; In (od. ex) continénti, 
im Nu, stracks, vgl. pieruh. 18, 273 ꝛc. --ent, 
(n.), —(eyo; —e: Festland; auch bildl. enge- 
* Kors. 2, 265 2c.; Düser Insel-K. [Austra- 
lien). Globus 4, 59a; Der antarktische Polar K.; 
Niesen-K. püchler Smösll 1. 177 r2c. Zental, a.: 
festländisch. Sumboldl K. 1, 3 38 2c.; z. B. in seltner 
Steigrung: Das bucharische Tiefland. ist riek—ste Niede- 
rung. Ci###er Erdkunde 1, 69 2c.; bes.: den enropiischen 
Kontinent (im Ggstz zu England) betreffend, darauf 
bezüglich 2c. Gartenl. 16, 102a; Andrung in den k-en 
Macht-Vhen. Mal3 21, 518 1c.; K.-Friede, Ggstz 
Krieg;: = Klima (s. d.); -Mächte; = Sperre, 
die Maßregel Napoleon's, wodurch dem engl. Han- 
del der Kontinent versperrt werden sollte, auch: 
K.-System, verallgemeint z. B. G. 3, 132 2c.; 
Truppen 2c. Entia (lat.), f. 18 24, 11: 1) 
Zusammenhang, z. B.: C. causärum, der Dinge rc. 
— 2) Enthaltsamkeit, Kontinenz, f.; 0. — 
Conting-ens llat., § 24, 3, n., ntis, Mz.: 
-ntial: etwas Zufälliges, ein Ereiguis rc. w. 31, 
133. -#nt, n. (m.), -(e)s; e: Das, was auf Je- 
mandes Theil fällt, ihm zukommt, sein Antheil, — 
nam.: der Beitrag, zu dem er verpflichtet ist; zumal: 
was in einem Staatenbunde jeder Bundesstaat zur ge- 
meinsamen Kriegsführung zu stellen u. zu leisten hat: 
Das Bundes-; Haupt--; Ersatz-; Reserve--; 
Truppen-K. 2c.; u. z. B. (im alten Griechen- 
land): Demen-, Phylen-K c. Rüstow gK. 96 ff.; 
auch z. B.: Den Haupt-K. zur Sklavenschar bil- 
delen Diesenigen, welche rc. Guhl 2, 279 rc. -enkteren, 
tr.: das Kontingent der Betheiligten fesisetzen. enz, 
f.; —-en: 1) Berührung: K.-Winkel 2c. — 2) 
Eventualität. -ieren: 1) tr.: berühren, betressen 
2c. — 2) impers.: es ereignet sich 2c. — Continn- 
atio (lat.), f. 18 24, 3, önis); atiön, f.; en: 
Fortsetzung, z. B. (Buchhandl.: Pro“' ennn als 
K. 2c. Jal'o, a.: eine Fortsetzung bezeichnend re.: 
K.e od. K.-Konjunktionen. alor, m. „ —8; 
ören [8 23, 3, öris]: Fertsetzer. ll, a.: fort- 
während, beständig. —et: „er setze es fort, fahre 
damit fort“, — Anweisung des Arztes an einen 
Patienten, auf Recepten 2c., auch: Continuês- 
tur, es werde fortgesetzt. —eren, tr.: fortsetzen. 
-ierlich, a.; fortdauernd; stetig. iiat, f.; -#en: 
Stetigkeit (vergl. Kontignitst); stetige Dauer ; 
(Anat.) das mittlere Hauptstück eines Ro ren- 
knochens. ) (it.), ndv.: anhaltend (nam. Mus.). 
us, a. stetig; unnnterbrochen, fortdauernd: 
Conc#nanm, eine stetige Größe (l. Quantum): Con- 
tĩnuæ, s. Gastz explosivæ; Un continuo, in Einem 
fort r. — Coônlo: 10 (it.) n. (m.), —6; —d, -i 
-en: Rechnung, — bes. in der kansm. Buchfahrung 
u. Buchhaltung (vgl. Compte), s. Enchkl. f. Kaufl. 
177 2c., ferner z. B.: Change-; Effekten-; 
Ervort. U. Import-; Impersonal; Inter, 
Contra 
essen K. 2c.; K.-Buch 2c.; Jemand giebt mir —, ich 
nehme bei ihm K. [Kredit]; Ein K. regulieren, in Ord- 
nung bringen;: es saldieren, abschließen, die Summe 
ziehn 2c.; Bei Etwus ein gutes K. [Geschäft] machen, 
seine Rechnung finden 2c.; ferner in it. Wen- 
dungen, z. B.: C. mio od. nôstro; vöstro (od. 
Vostroc.); süo; löro — meine od. unfre; Ihre; seine; 
ihre Rechnung; außerdem z. B.: Ac. lauf Rech- 
mungr — Etwas stellen, schreiben 2c.; Per c., auf — 
: laut — Rechnung 2c.; C. a metd, Rechnung 
4r r die Hälfte lv. Gewinn u. Verlust, bei gemein- 
schaftl. Geschäften), s. moitic, vgl.: Es waren 
Conta krichtiger: Cont'a# metüäl-Geschäfte, bei 
denen Jeder seine Rechnung gefunden. Spielhogen Pr. 1, 
90; C. a parte od. separato, s. u.; C. di com- 
patgnia (s. d.), Gesellschaftsrechnung; C. distámpa, 
Rechnung über Wechselstempel; C. di teémpo, auf 
Zeit, d. h. mit best. Zahlungsfrist; C. finto, eine 
singierte Nechnung, wie man sie v. Handelsplätzen 
aus übersendet, nur als Grundlage einer darauf zu 
basierenden Kalkulation; C. corrénte, s. Conto- 
corrent; C. nuõvo, neue Rechnung, Ggstz vecchio 
lweckiol, alte, z. B.: Das geht a C. nuovo, auf neue 
Nechnung 2c.; C. pér divérsi, für Verschiednes; 
C. pro erräta, zur Ausgleichung v. Irrthümern; 
C. säldo, die Nechnung, wie sse sich nach erfolgter 
Zahlung (der ganzen od. einer abschlägl. Summe) 
stellt; C. separäto (od. a pärte), besondre; C. 
Tecchio, s. v.: nuovo 2c. — 2) (port.) m., —; 
—6: Man rechnet im ganzen Königreich Portugal nach 
Reis od. Rees [s. Real], v. denen 1000 ein Milreils] 
u. eine Million ein C. (C. de reis) genannt werden. 
Jocorrént, n., -(e)s; —e1 C., Cönto corrénte (frz. 
compte ourant), laufende Rechnung — zw. 2 Ge- 
schöftsfreunden; übrtr. Gutzkow 3. 9, 272. — 
Kontor 2c.; s. Cempteir 2c. — Contörn-iäten, 
iti (ital.), pl.: Art Münze der römischen 
Kaiserzeit mit erhöhtem Rand aus andrem Metoll 
als das Innre. Böuiger Sab. 65 2c. Jo, m., —6; -i: 
Umkreis, Umriß (sK. Gentour) Umgebung. — 
Cont-orquieren (lat.), tr.: drehn, verdrehn, 
verzerren 2c. orsion, k.; en: Drehung, Ver- 
drehung, Verrenkung, Verzerrung 2c. ört 
(-ôörtus R ; kontorquiert: Die K-en, Contörta, 
„Drehbläthler", eine Pstanzenfamilie. -ortiön, 
f.: -en: Contorsion. — Kontösch (türk.): K. 
Kurki, engiärmlige Hermelinpelze. Hammer 10, L 
vgl. Kontusch. — Conkouche: s. Kontusch. 
Tonlour (frz. konginer), m., —#; —#e, —6, —en: um— 
rip, Ründung (vgl. nam. w. 3, 284), — vereinzelt 
fem., z. B. Meytr Konv. 1, 886a (der gw. Mz.: 
Caen entsprechend, auch: Die bizarren u. abgerissenen 
„Cont uren" seines Landes. Cregoroviue Kors. 1, 123c.); 
Ein in seiner K-en--Entwicklung gleichsam zurückge- 
bliebner Erribeil. Koner Afr. 1. ihren, ir.: ründen; 
die Umrisse v. Etwas darsellen r . mit so u. so 
beschaffnen versehn. nieren, 1) —= kontou- 
rieren. — 2) krumm ziehn, ’annm drehn, ver- 
biegen 2c.: Kontourniert, verdreht; verkünstelt 2c.; 
(Wappenk.) links gewendet. — Cöntra (lat.), 
präp. (m. Acc.); adv. u. (substant.) n., —s, uv.;
        <pb n="713" />
        Tontraaperkur 
„s, uv. : gegen, wider; dagegen: C. séxtum (s. d.); 
In Sachen des M. c. 7 2c.; Schreikereien pro (für] 
u. c. 2c.; Wog die Pro's u. C.'s ab; ferner (Mus.): 
Es liegen unter dem C. der großen Oktave noch einige 
Töne. .. Sic werden K.-Töne genannt. .. Kontra-F, 
G, H, -a, vgl.: Geläute im Quartsext= u. Serten-Ac- 
cord haben außer dem eig. Baß (Tonika) noch tiefer liegende 
„Conder- u. Generaltässe“" u. der Hirt sagt v. denselben 
wohlgefällig: „sie geben c.“. Garenl. 16, 600b u. zur 
Bez. der größern Tiefe, z. B.: K.-(od. Contre-) Akt, 
Baß;-Fagott;-Posaune;-Violon. Außer= 
dem s. K.-Spiel u. als Bstw. z. B. (bei deutschem 
Grundw.): K.-Buch, Gegenbuch, zur Kontrolle 
(l. d.) dlenend; = Druck, in der Lithogr., ein 
uͤberdruck, worurch man eine auf dem Stein be- 
findl. Zeichnung auf einen zweiten Stein überträgt. 
G. 31, 355, s. prechl 9, 430 (vgl. Contre-Epreuve): 
SJagen, wo mit Garnen u. Tüchern eingestelltes 
Wild aus 2 gegenüberliegenden Kammern nach dem 
Lauf, wo die Schüten stehn, getrieben wird — u.: 
die 2te Kammer, im Ggstz der Hauptlkammer; 
-Schiff, zw. außereuroräischen Staaten hin= u. 
herfahrend. Heyle; = Spiel (od. K.), ein Karten- 
spiel unter 3—6 Personen. Alvensleben 299;.-Zet- 
tel, in der Kasse liegender Zettel, worauf man die 
herausgenommnen Posten notiert, um danach den 
Abschluß machen zu können 2c. Im Ubrigen s. 
das Folg. — Contra-apertür (nlat.), f.; —en: 
„Gegenöffnung“, — nam., dem Eiter einen Ab- 
fluß zu verschaffen. — Contra-arbktrium (nlst.), 
n., — :; (en (§ 24, 2, u.]: Gegen-Gutachten. — 
Contreband 2c.; f. Konterband 2c.— Contrabafs, 
m., —es; bässe: s. Baß 2. -ist, m., —en. —5; en: 
Spieler des Kentrabasses. —o, m., —#;; -i: Kontra- 
baß (ganz it.: Contrabbésso). — Conlrad-irent 
(lat.), m., —en, —# -en: (Rechtssrr.) Gegner. 
Sie#eren, intr. (baten): widersprechen. ictio, 
f. [8 24, 3, õnis]: Widerspruch: C. in adjécto, im 
Beiwort (z. B.; hölzernes Eisen c.); C. explicita, 
offner — Gas implicita, versteckter: C. symptö- 
matum, der Symptome; Princĩpium (s. d.) c-nis. 
Siction, f.; -en: — Contradictio. gietor, 
m., —8; ören /§ 24, 3, öris!): Widersprecher; s. 
auch: Actor communis, z. B.: Prioritäts-K., beim 
Prioritätsverfahren re. -ictörisch, a.: wider-= 
sprechend, einen Widerspruch, enthaltend rc. 
Felorinz, a.: kontradiktorisch: in contradictörio, 
nach Anhörung des Gegners. — Cöntrad-os 
(nlat.), f. [§ 24, 3, -ötis!): Widerlage (s. d. 2 Ss.), 
das der Frau für ihre Dos (s. d. 1) im Ehevertrag 
ausgesetzte Witthum. — Contrarrtension (nlat.), 
f.; Sen: Gegenausdehnung, bei Knechenbrüchen, 
Verrenkungen 1c. — Contrafsarient (nlat.), m., 
en, —s: -en: Ubertreter einer Verordnung. — 
Contrafagöllt) 2c.: s. Fagon. — Tonlrafact- 
iön, f.; Sen: tinschente, auf Tänuschung od. Trug 
berechnete Nachahmung 2c. -ür, f.; -en: Konter- 
fei. — Contra-fifür, —ractür (nlat.), f.; -en: 
„Gegen- Srall, -Bruch“, s. Arechema. — Conkräh- 
age (äsbe], f.; —n: (bursch.) Duell-Fordrung. 
Vollmann 136. Sens llat., § 24, 3, n., -Entis, Mz. 
697 
Tontrapolaune 
ntial: zusummenziehndes Heilmittel, vgl. Con- 
slringens. -ent, m., -en, —#; -en: Einer, der — u. 
sofern er — fontrahtert. -keren, tr.: zusammen- 
ziehn, auch refl. Burmeitter gB. 1, 230 ic.; einen Ver- 
trag (Kontrakt) über Etwas schließen (auch o. Obj.); 
(bursch.) Ein Duell k., verabreden, eingehn; Schul- 
- k., machen. — Conkraindi-eikr#e#n (ulat. ), 
: (ärztl.) das Gegentheil v. Etwas indicieren 
dl ). ans [824, 3. n., cäntis, Mz. : -cäntial: 
kontraindicierendes Symptom 2crn -rätio, f. [&amp; 24, 
3, önis); atiön „ f.; —en: Contraindicierung, 
Gegenanzeige, s. Autenteiris. — Contraire Erz. 
kengrrär), a.: entgegengesetzt, widerstreitend, wirrig, 
ungünstig V. lomrär): Au lol c., im Gegentheil. 
— Conkract (lat.): 1) m., -e)8; -e: a) ein 
eingegangner Vertrag, nam. zw. Prioatversonen, 
wodurch die gegenseitigen Leistungen u. Verpflich- 
tungen festgestellt werden: Handels-; Kauf-; Kousen- 
sual-; Mietbls)-; Pacht-; Tausch-; Zins-K. 2c.: Haupt-; 
Neben-; Schein-K. Lc., J. Contractus 1: K.-Berin- 
Jungen; Bruch, -brüchig; gemäß, mäßig; Kollektiv- 
garantie aller K.-Mächte. Gtenzb. 26, 3, 146 1c.; K.= 
Verletzung 2c. — b) eine größre Spielmarke, die eine 
best. Anzahl Rechenpfennige vertritt. — 2) a.: 
widernatürl. zusammengezogen, gelähmt, ver- 
krummt. ibel, -/# a.: zusammenziehbar. 
Zibilität, -ilitäl, f.; 0: Zusammenziehbarkeit. 
Fio, f. (624, 3, vhönis] Tiôn, f.; -en: Zusammen- 
ziehung — z. B. (Srrachl.) zweier B Vokale ic.; 
(Heilk.) Burmeister #B. 2, 2 5 7 1c. (vgl. Kontraftur). -#, 
.: zusammenziebnd: K.-Kraft, Ggitz Expansiv-K. 
„lich, a.: kontraktgemäß, laut Kontrakt 2. or, 
m., —:; -ören, —s: Einer, der ein Unternehmen 
kontraktlich (lant Accord) auszuführen übernimmt. 
-uéll, a.: kontraktlich. - Ur, f.; —en; -üra, 
f. [8 24, 11: (namentl. abnorme) Kontraktien, 
Krümmung 2c. Uus: 1) m. IS 24, 41: Kon- 
traft (s. d. 1a): C. accessörius, Neben-; asse- 
curatiönis, Versichrungs-; bilaterälis, beiderseiti- 
ger; bõnæ fidef, Billigleits-; censiticus, Zins-; 
chirographärius, handschriftlicher; cmti ét véenditi, 
Kauf-; feudälis, Lehns--; claüdicans, fehlerhafter; 
literalis, schriflicher; loräti et conducti, Mielhs-, 
Pacht-; permutatlönis, Tausch-; pignoratttius, 
Vfand-; principälis, Haupt-; retrovenditiönis, 
Rückkaufs-; simulätus, Schein-; sociälis, Social= 
(s. Contrat); sõcidæ, Gesellschafts-; stricti jũris, 
streng bindender; unilaterälis, einseitiger; usurä- 
rius, wucherlicher; vertälis, mündlicher Vertrag 
od. Kontrakt 2c. — 2 a.: zusammengezegen, kon- 
trakt (l. d. 2).— Contralieil-ation (nlat.), f.; 
—en: Contralicitierung. - ikren, tr.: bei Versteig- 
rungen überbieten. — Contrall-# (it.), m., —S; 
-i: Contra (s. d.) -Alt v. d.). — Contra- 
mand'eren 2c.; --mine ½ : s. Contre-m. 2c. — 
Contrapendenz-a (it.), f.5 e: quer durch den 
Schnee gebrochne Bahn. Berltpsch 271. — Contra- 
ponieren (lat.), tr.: entgegensetzen: (Logik) einem 
bejahnden Satz verneinte Form geben od. umge- 
kehrt; (kaufm.) ab= od. zuschreiben; bei Kredit- 
wechseln Deckung leisten ꝛc. — Conkraposäune,
        <pb n="714" />
        698 Contraposilion 
l.; -n: s. Contra. — Contrap-ositiõn, f.; -en: 
Cäntraponierung. —öfl, m., —(e); -e: Gegen- 
satz (vgl. Antithese), Gegenstück, Gegenbild (ogl. 
Pendant). -öflo, m., —; —6, östi: Kontrapost: 
Kestner Röm. 8.— Contraprotést, m., —#ey)s; -e: 
s. Pretest. — Cöntrapunkt, m., 4008; e, (en): 
(Mus.) in weitrem Sinn (best. Der einfache od. ge- 
meine K.): die Kunst des harmonischen Satzes, — in 
engrem: die besondre Art des Satzes, wonach die 
Stimmen gegen einander können verwechselt werden 
— u.: solche Verwechslung, (. Sulzer 1, 579 ff., auch 
über den Ursprung der Bez. iker, m., —#: uv. 
Keuner des Kontrapunkts. Sisch, a.: dem Kontra- 
punkt gemöß, nach Weise desfelben. -ist, m., 
u —6; en: Kontrapunktiker 2c. #isch; Slich, 
: kontrarunktisch. — Conir-är, a.: = contraire 
0. !5 arietas (lat.), f. 1824, 3, ätis); arietät, 
f.zen: das Wirereinandersein, Hindernis; Wider: 
wärtigk. c. arikeren, tr.: Einen k., ihmentgegen= 
treten,-wirken, zarbeiten; ihn krenzen. ärins, a. 
ckontraire (s. d.): Conträrium, Entgegengesetztes; 
Conträria conträrjis curäntur (s. d.); In conträrium 
od. ẽ conträrio — au contraire; Arguméntum ã 
conträrio, apagogischer w# )) Beweis 2c. — 
Contrasign-atür (ulat.), f.; en: Kontrasignie- 
rung. -ieren, tr.: einen Erin. „gegenzeichnen, mit- 
unterzeichnen“ als der sich dafür verantwortlich Beken- 
nende, — nam. v. den Ministern in konstitutionellen. 
Monarchien. — Contrast (frz.), m., —(e); e: 
Gegensatz, Abstand, Abstich 2c., nam. ästhetisch; 
K.-Erscheinungen, Farben, durch den K. her- 
vor-gerufen od.-gehoben. - ie###n: 10 intr. (haben): 
gegen Etwas abstechen, damit einen Kontrast bilden. 
—2) tr.: (faftitiv zu 1) Etwas mit einander in Kon- 
trast setzen. — Tontraslimul-ans lulat., § 24, 
3, n., äntis, MzZ.: äntial: ein gegenreizendes, 
die Erregung herabstimmenres Mittel. -iemus,; 
in., uv.; 0: medicinisches System, wonach nam. 
Contrastimulantia angewendet werden. -ist, w., 
en, —#6; —en: Anhänger des Kontrastimulismus. 
T-us, m *r# 24, 21: Gegenreiz. — Contrafubjert 
(ulat.), n., -(ey8; —-e: das 2te Thema dd. 
Snbjekt (s. d.) einer Doppelfuge. — Contrat 
(franz. kongträ), m., —s; —6: Kontrakt, befs.: 
C. social (Foßjäll, Sorialvertrag, ein still- 
schweigender Vertrag, der als Grundlage der 
bürgerl. Gesellschaft gilt od. anzusehn ist. rarion 
((van.), t.; -es: Handel, Geschäftsverkehr rc. 
auch Cäadec., Handelsarchiv. Kenarbl. 1, 3284 
— Contratémp-o (it.), n., —: -i: — Contre. 
temps (s. d.). — Contravallation“ (ulat.), f 
en: Gegenrerschanzung, Ausfälle der VBelsgerten 
zu hindern 2c.: K—##- Linie. — Contravén-ient 
(ulat.), m., ½r., (73); Sen: der Zuwiderhan- 
delnde. ienz, k.; —en: das Zuwiderhandeln, 
Ubertretungsfall. keren, intr. (haben): zuwider- 
handeln, Etwas übertreten „:c. -lio, f. [8 24, 3, 
tiõnis]; -lion, f.; —en: Kontravenienz: K-ns- 
Fall (Casus c- nis), Sirase 2c. -tor, m., 7 toren 
[§ 24, 3. köris]): Rorttavenien — Contra- 
oindication (lat.), k.; —en: die Erklärung des 
Contrecouleur 
durch die Eigenthumeklage Belangten, daß er der 
wahre Eigenthümer sei. — Contraviolon Cöng), 
n., —s; —#: Kontrabaß. — Contravokieren 
(nlat.), intr. (haben): gegenstimmen. — 
Conkrapérba (span. kontraj-), f.; —s: eine Pfl. 
als „Kraut gegen“ Schlanzeneift c. — Cöntre 
(frz. tängt): — contra (s. d. u. C.-dause). 
-IAdmiral, m.: s. A. 1; Near-A.; Cbef Kieseadre. 
—Illec, f. ke#n ESeiten-, Neben-A. .Ipprochen 
(-öschen), pl.: Laufgräben, die die Belagerten vom 
gedeckten Weg aus gegen tie, Arbeiten der Belagrer 
führen. -Balance Cingß), f.; —s: Gegengewicht. 
balane#####en (-ngß-), tr.: „Ciwas k., ihm das 
Gleichgewicht, die Wage bolten. bande 2c.: 
s. Konterband 2c. -Bass, m.: s. B. u. Kontrabaß 2c. 
Batterik, f.:; —n: gegen die feindliche B. ge- 
richtete — od. Oesen- — B., eig. u. übrtr. 
Bille Cbilf), f.; —#s: der rückprallend den des 
Gegners treffende Billardball. -Billett, n., —S, 
—e: 1) Gegen-Schein, wodurch ein früher aus- 
gestellter Schein aufgehoben wird (Contrelttire, 
Revers 2c.). — 2) B., das der Logenschließer den 
während der Tbeaterzeit Hinausgehnden giebt n. 
das ihnen den Wiedereintritt sichert (Contre-Marke). 
-Change schänafh 4j—m : C.-Echange. - Thäflis 
(schaß), u.: bei Doppelfenstern das 2t6e od. Er- 
ginzungefenster —Danse (ängö), f.; —: C., ron 
dem engl. Couutrydance (s. d. ], laurlicher Tanz. Wester- 
mann 3, 548b, — auch: Comtreianz (u. zuw. Contre, 
m.), ein quadrillenähnl. Tanz, v. 4 od. mehr Paa- 
ren (in grader Anzahl) mit oarsch Touren ge- 
tanzt; auch die Tonweise des Tanzes. Schange 
(eschingsh), k.; —s, —n: Tausch, Gegentausch, 
Wechsel 2c. San Esm m., —8 —S: s. E. 
Epaulette, f.: s. EC. .Epreuve Cayräy), f.; 
s: „Cchenpree,, Druck, — in den zeichnen- 
den Künsten, der v. einer frischen Zeichnung mittels 
einer Presse gewonnene Abdruck, der sie so zeigt, 
wie sie im Spiegel od. auf der entsprechenden 
Kupferplatte ist. - Secarpe (eekirr), f.; —6: 
Contrescarre. - fait Cfä), a.: nachgemacht; n., 
—6 „—&amp; : f. Konterfei. -FFeu (□f65), m., —; —: 
Feuer-, Ofenschirm. iche (□#isch), f.; —8: 
Strebebalken. ort Cför), m., * —6 : Strebe- 
pfeiler, Stützmauer, Widerlage. üge. f.; —# 
(Mus.) Gegen-F. (in einer Doxpel= F.). -Gärde, 
f.: —: ein Außenwerk, zum Schutz der Facen 
eines Bollwerks, Ravelins 2c. gegen direktes Feuer 
(Gegen-, Vor-Wall, vgl. Couvreface). . Suerilla 
Cgerilja), f.; —s: Gegner, Gegenpartei der Guc- 
rillas. Serßächer NReis. 2, 144; 181 2c. -Jour 
Csbür), m., —6; —6;: Gegenlicht. -ralquteren 
(-keren), tr.: v. einer Zeichnung einen Gegendruck 
mittels Kalquieren (s. d.) fertigen, vgl. Contre- 
Eprenve. carrièren, tr.: Etwas l “ entgegen- 
wirkend hintertreiben. -eavieren, : (Fechrtf.) 
in die durch eine Kavate (s. d. 3) gegeenk Blöße 
des Gegners #l hauen. cocur (-r], n., —8; —: 
1) Brand-, Feuermauer. — 2) A c., mit ! 
strebendem Herzen, ungern. conleur -tuldrtl, s.
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        Contrecoup 
—: Gegenfarbe, — nam. im Kartenspiel. coup 
[—# m., —s; —#: Gegen-, Rückschlag; Quer- 
strich, der Etwas durchkreuzt, vereitelt 2c. -routeau 
[□—kutd]l, n., —8; —’: Kontre-Messer. rreuse 
[—trösf), f.; —s: Graben, dessen Erde, auswärts 
gegen die Fesiung geworfen, die Brustwehr bildet. 
— Contrect-atiön (lat.), f.; —en: Kontrektie= 
rung. iereen, tr.: sich Etwas rechtswirrig an- 
eignen, es enkwenken. — Contre-Lettre (erz. 
kongerletr), f.; —#: s. Conmebillett 1. -maitre 
(Imät’r), m., —8; —: 1) Beotsmann. — 2) in 
Fabriken — Werkmeister. Nat 22, 79. —AMlande- 
ment Cmangd'mäng), n., —s; —s: Contreorrre. 
mandkeren, tr.: einen Befehl, eine Anordnung 
zurücknehmen, Contreordre erlassen. (-Marke), 
.Marque (mirkh), f.; —-n, —: ein zur Kontrolle 
dienendes zweites Zeichen (s. Kontrebillert 2); solcher 
Stempel auf Waarenballen (vgl. Plombe), auf 
Gold= u. Silberwaaren ꝛc.; Stempelabzeichen auf 
Münzen. Uoss Ins. 3, 18 2c.; betrügerische Kennung 
(Kunde, Bohne), welche Roßtäuscher in den Zähnen 
alter Pferde erzeugen, um die Thirre jünger erscheinen 
zu lassen 2c. -marquferen [#marf—. tr.: mit einer 
Kontremarke versehn. —Narsch, m., —es; 
-Märsche: 1) (Kriegsk.) Gegen-M. (s. d. Ss.), 
M. in entgegengesetzter — od. in veränderter Rich- 
tung, bes. die rottenweise Andrung der Front eines 
Bataillons, so auch bei Schisfen die Wendung aller 
einzelnen nach einanrer. — 2) (Web.) Quertritt 
des Webstuhls, bef.: der Obertritt, Tümmler, s. 
fKormarsch M. 2, 337 ff. -Messer, n., —; uv.: 
bei Maschinen zum Tuchscheren (Cylinder-Scher- 
maschinen mit drehender Bewegung) der Lieger 
(ganz frz. Contre-couteau). 726. —4Rine, f.; n: 
Gegen-M., eig. u. übrtr., z. B. (Börsenspr.)— 
Gesammtheit v. Baissiers. -MHineur s-minoörl, m., 
—6; —-8, -e: Contreminierer, z. B.: (Börsenfrr.)— 
Baissier. -minikren, tr.: Gegenminen graben: Et- 
was zurereiteln streben 2c. Muller, f.z-n: Schrau- 
ben-M. mit Windungen, die denen der Schraube ge- 
nauentgegengesetzt sind. Ka#rm. 1, 696. . Opposition 
(ifjong), f.: eine Minorität der parlamentarischen 
O., die, in den Hauptfragen mit ihr einig, doch in 
andern gegen sie stimmt. -Ordre Cerr't), f.; —: 
Gegenbefehl. -= Daräde, f.; —n: Kontreparierung. 
„parĩẽren, tr.: vgl. kontrekavieren; nach Hee auch 
— p. 1. artik, f.; +eyn: 1) die Aufzeichnung 
im Buch des Kontroleurs. — 2) (Mus.) = Gegen- 
satz, — die melodische Fortsetzung des Themas zu 
dem Comes der Fuge; auch bei einem Duo je die 
eine Stimme in Bezug auf die andre. -Das (—-#hl, 
m.: P. des Gegentänzers. -Vassatioön, f.; Sen: 
Ruckabtretung, bes. eines Wechsels. Pente 
□pängt], f.; —§: umgekehrtes Glaeis (s. d. 1). 
„ied lI—##l, m., —s; —s: (weirm.) Verfolgung 
der Räckfährte statt der Fährte durch die Hunde; 
übrtr.: das grade Gegentheil v. Dem, was ge- 
schehn sollte ꝛc. „Hilaster, m., —s; uv.: Gegen-, 
Nebenpfeiler. - DLoids—reil, n., uv.; —: Gegen- 
gewicht; Balancierstange der Seiltänzer. -Dünzen, 
m., —; uv.: zum Einschlagen von Vertiefungen. 
Tontrolleur 
699 
fKarmarsch M. 1, 363. „Revolntiön, f.; Sen: 
Gegen-R. #olutionär, a.: der Kontrerevo= 
lution anhangend 2c. - Bölle, f.: —n: Kontrolle 
(l. d.). Lichtenberg Hog. 1, 16 2c. „UHonde I—#röngd“,, 
f.; —s. -„Künde, f.; —m: Gegen-, Viütier-R. 
als Kontrolle der gw. R. -Kuse (#ü-sh), f.: —8: 
Gegenlist. -Salnt (alü), m., —5; —: Resalu- 
tierung. .Starpe □stirr), s.; -In: s. Escarre. 
Sens (ing), m., uv.; uv. (Genit. u. Mz. m. 
lautendems): Gegen-, Wider-, Unsinn; die falsche, 
unechte Seite eines Stoffs ꝛe. -Signäl, n., Ses; 
e: Antwerts-, Rück-S. lignalis eren, intr. 
(haben): ein Kontrefignal geben. ligntsren: 
s. kontrasignieren. Tanz, m., -#es; Tänze: s. 
Kontreranse. -Temps C□iäng), n., uv.; uv. 
(it. contrattempo): die getroffnen Maßnahmen 
unerwartet durchkreuzenter Unfall; (Mus.) Takt- 
#ndrung durch Synkevierung (s. d.) w.; takt- 
widriger Schritt beim Tanzen; unzeitiger Stoß 
beim Fechten; unzeitige Unterbrechung des Pferds 
in der schulgerechten Bewegung beim Reiten rc. 
Terrasse, f.; —n: T., die sich an eine höhere 
lehnt. .Tranchée (trangsche), f.; —n: T. (s. d.), 
die die Belagerten gegen die Belagrer graben (vgl. 
Kentrearrrochen). -Dalcur, f. (n., —8); —#: 
(s. Valeur): Die Spekulanten der Börse verstehen es.. 
durch ein „C.“, d. b. durch Blankorerkäuse anderer 
Effekten eine gedeckte Position zu nehmen. Ualß. 22, 
400. -allatiön: s. Kontra-V. venteren: s. 
kontra--o. -Dent (wiäng), m., —s: —#8: Fensier= 
laten, als Schutz gegen Wind 2c. -Diolon Clôn), 
m., —s; — : Kontrabas. „Disite, f.; —#: 
Gegen-V. 2c. — TConlrib-uäbel (nlat.), a.: 
steuerrflicbtig. ucns, a. [8 24, 3, Entisl: steuer- 
zahlend 2c.: Eine misera c. géens, ein elendes 
Volk, das Steuern zahlen mus. -uént, m., 
—en, (—s); —en: ein Beisteuernder, Steuer- 
zahlender, Steuerpflichtiger. - uleren, intr. 
(baben): beisteuern; steuern; mithelfen, fördern cc. 
- utiön, f.; —en: Steuer; Beisteuer, z. B.: Einen 
in K. setzen, zur Steuer heranzlsehn, besteuern, brant- 
schatzen 2c.; Kriegs-; Lanres-K.: K-s-Quan- 
tum; = Pflicht; Recht 2c.; K-s--Pfund, (vralt.) 
östreich. Rechnungsmünze. utio, a.; kontribuierend. 
— Tontritiön (lar.), f.; Sen: s. Attrition. — 
Contröl-, Contröll-e (irz.), f. —: die „Gegen- 
rechnung“ (ogl. Kentre-Rolle), Berechnung, die, 
neben der des eig. Berechners geführt, zur Be- 
aufsichtigung u. Prüfung der seinigen dient; dann 
ausgedehnt auf alle ähnl. Einrichtungen zur Be- 
aufsichtigung u. Prüfung v. Etwas, um Irrthümer 
u. Betrügereien zu verhüten; K. der Th#ter= 
billette, auch Lokal zum Billettumtausch: Uber 
Personen, über Etwas gehörig K. führen, Aussichk, um 
nichts Ungehöriges durchgehn zu lassen; Biunen- 
K., z. B. für Grenzzölle; General-; Grenz-; 
Schein-; Steuer-; Theater-K. .; Konteoll= 
Beamter; - Bogen, Druck-B. zur K. der Kor- 
rektur; -Buch; -Bureau; „Marke; Sem- 
pel 2c. -er (engl.), m., —; —8: Controleur. 
Seur I- öär!l, m., —s; —, —#: der die Kon-
        <pb n="716" />
        Controllieren 
700 
trolle führt; General-K., der kontrollierende 
Oberaufseher. Uat3. 21, 309, engl.: Comptroller- 
in-Chief Ikontröller-in-tschifl, ebb.; Ober-; Unter- 
K.; Grenz-; Stener-; Theater-, Billett- 
K. 2c., vgl. (östreich.): Der Herr Kontrolör. 
Hollei Treust. 1, 110; 121; Zene Kontrolorstelle. 
131; Kontrolor am Landgerichte. HSchmid Alt. u. n. 
Gsch. 2, 130; Kontrolörschaft. 139 2c. — l#ren, 
tr.: Kontrolle übers Obj. führen: Etwas ist nicht 
(od. un-) kontrellierbar 2c.; Den frelen u. 
unkontrollierten Willenzentschluß des Ministe- 
riums 2c. -ör, m., —; —e: s. Kontrolleur. 
— Conkrov-ers (lat.): 1) a.: streitig. — 2) f.; 
—en: Streitfrage; Streit, Bekämrfung (vgl. Po- 
lemit): K.-Predigt, gegen abweichende Dog- 
men u. Lehren polemisserend; K-en = Geist. 
Jo#nüller 7. 365 ꝛc. erse, f.; —n: Kontro= 
vers. -érsia, f. s85 23, 1): Kontrovers: Stätus 
contrordrein, Stand des Streits mit Darlegung 
der eig. Streit= u. Differenzpunkte; C. verbörum, 
Wortstreit 2c. -ersieren, tr.: eine Kontroverse 
führen; auch: kontrerer t ieren. G. 39, 292. -ersisl, 
ertist, m., -en, (—); —en: der kontroversieit. 
— Contubérn-alis (lat.), m. [8 24. 3, ur.]: 
Zeltgenoß, Kamerad, s. Kehorte. alilät, f.; 0; 
ium, n., —s; ken [8 24, 21: Kameradschaft; das 
Zusammenleben mit einer Frau. — Cöntum-aeia 
(lat.), f. [S 24, 1): Beharrlichk., nam. (Rechtsspr.): 
beharrliche Nichtbefolgung einer richterl. Auflage im 
Proceß, z. B. das wiederholte Nichterscheinen eines 
Vorgeladnen vor Gericht: Accusätio (s. d.), pur- 
gätio (s. d.) contumãciæ; Einen in c-m verurtheilen, 
in die durch seine C. verwirkten Folgen. Tarial, 
a.: der Comiumacia gemäß: K.-Verfahren rc., 
s. Kontumaz 1. arkeren, tr.: in contumaciam 
— anklagen od. —: verurtheilen. ariter, adr. 
zu contumax (s. d.). -ax /§8 24, 3, -Aeis]: a.; 
mm.: hartnäckig, bes. — in Nichtbefolgung richter- 
licher Auflagen; namentl.: wer auf wieder- 
holte Ladung nicht vor Gericht erscheint. aj, f.; 
(en): 1) Rechtespr., s. Contumzeia. Dazu: K. 
(od. K-iäl)-Dekret;-Klage;-Proceß, -Ver- 
fabren; „Verurtheilung 2c. — 2) Quaran- 
laine (s. d.), Anstalt, worin die aus Gegenden 
mit ansteckenden Krankheiten kommenden Personen 
gw. cine best. Zeit — urspr.: 40 (frz. quarante) 
Tage — verweilen müssen, ehe ihnen der Eintritt 
ins Land verstattet wird — u.: die Zeit dieses Ver- 
weilens: K.-Anstalt. „Haus; -Kordon, Sperre 2c. 
aziäl, -azieren: s. Centumac-ial, „ieren. — 
Conkumrl-ia (lat.), f. 16 24, 1); ic, f.; -(e)n: 
Schmähung, Schimpf. -ios, -i5, -iösus, a.: 
schmäahend, beschimpfend, schimpflich 2c. — 
Contünd-älur (lat.): „es werde zerstoßen!“ 
r!: „jerstoße % — auf Recepten, gw. verbunden: 
Concide (s. d.)c. - leren, ir.: zerstoßen, quetschen. 
— Conlür: s. Comonr. — Couturb-ation 
(lat.), L#.; -#en: Konturbierung. ieren, tr.: 
verwirren, beunruhigen, bestürzen. — Cöntus, 
m. 18 24, 21: lange Lanze, s. Contarius. — Kon- 
lusch (poln.), m., es; -e; Sr, f.; —: Art Ober- 
Convention 
rock, liberwurf (für Frauen u. Männer, ool. 
Kandvs; Kontosch), auch: Contouche. — Con- 
tusion (lat.), f.; —en: Quelschung, Quetsch- 
wunde. — Tontüt-or (lat.), m., —#; -zoren 
18 24, 3, öris]): Mil-Vormund. 
Conüro, m., —#: —: (in Südamer.): Die 
Cs (Gemnsefelder). — Conus (gr., lat.), m. [824, 
2): (Math.) Kegel, vgl. konisch 2c.; (Naturgsch.) 
Kegelschnecke 2c. 
Convalesc-##ent; -enz;: -#eren: — Recen= 
valesc-ent, enz, ieren. — Convalläri-a (nlat.), 
f.; zen: eine Pflanzengatt., dazu nam. die Mai- 
blume, C. majälis, auch: Lilten-Konvaljen; 
Konvallen rc. — Conven-abel (frz., auch 
tong-), a.: konvenierend. ance Cengßy), f.; 
—6# „: Konvenienz. -ant (-ng), m., —s; —6: 
s. Covrenant. — Convenatiön (ulat.), f.; -en: 
Mit-, Koppel-Zagd. — Tonv-enienz (lat.), f.; 
—en: Ubereinkunft; das durch Herkommen als 
schicklich Festgesetzte u. die Rücksicht darauf (vgl.: 
Die K.-Regel. Gutzkom Z. 6. 271 c.); die Rück- 
sicht auf das Zulammenpassende u. Stimme der 
Verhältnisse, des Rangs, Vermögens 2c. K.-Ehe, 
-Heiratb); Beguemlichk., Zuträglichk., Erleichte= 
rung 2c. G. 10, 172 „2c. -enieren, intr. 
(haben): passen, bequem sein 2c.: Das konve- 
niert mir nicht; K-den Falls 2c.; selten (m. sein): 
übereinkommen, eine Ubereinkunft treffen. -#nt, 
m. (n.), —eys; -e: 1) Zusammenkunft, Ver- 
sammiung 2c., z. B.: a) Bildhauer-K. w. 34, 
111; Familien-Ke. Gutzkow 3.1, 152; 1,200; Ins 
Rügengericht u. den Kirchen K. s. c. zutreten. 5, 37 rc., 
— nam. aber: b) von Abgeordneten, Landesver- 
tretern (vgl. Kenvention 2) 2c.: Lur er alle cvange- 
lischen Stände des Reichs zu einem General-K. ein. 
Sch. 926b; Von den Zusammenkunften der Ritter u. 
Landschaft od. den s. g. Landes-K-en. Meckl. Erbogl. 
Art. 9; Auf ritterschaftlichen Amts-K—en ..; auf all- 
gemeinen Depxputations-K-en. 8 208; Der Na- 
tional K. lin der ersten frz. Revolution), den man 
am häufigsten unter K. schlechthin versteht; selten 
n. SGregorovius Kors. 1, 252 (bd.: Der C.). Dazu: 
Der alte K.-Mann. piellch Welt 1, 29 c. — c) Zu- 
sammenkuuft der Klosterpersonen im Kloster — u.: 
das Kloster, Stist 2c., oft neutn., z. B. Lulder SW. 
61, 327; Sumpf 379a; Dweber 2, 268 12c.; K.-Vier 
(s. 2)0; K-s-Kirche, in der ein Klostergeiftlicher 
den Gottesdienst hält 2c.; K-s Seniorin. Gutkew 
Z. 1, 135; K.-Stube. Wickram 228; K-#-Ver- 
weser. Brachvogel Mich. 1, 111 rc. — 2) (s. 1c) K. 
od. K.-Vier, das schwache od. Halb-, Afterbier, 
eig. für die Konventualen od. Klosterbrüder — im 
Ggötz zum Pater-, Herrenbier (für die Patres) —, 
dann überhaupt, zumeist m. Fortfall des n der 
ersten Silbe, z. B.: Kofend, m. Luther 6, 49a; 
Kosent, n. Simplicissimus 3, 37517; so, mit betonter 
erster Silbe. Güniher 406; lichiwer 214; Pfefftl Po. 3, 
29 rc. -entihel, n., —s; uv.: heimliche Zmammen- 
kunft, nam. religiöser Sekten. -entikler, m., —S; 
uv.: Konventikel-, Betstunden-Besucher, Betstünd- 
ler (schwzr. Stüntler). -entiön, s.; -en: 1) Uber-
        <pb n="717" />
        Conventional 
einkunft: a) stillschweigend durch Herkommen fest- 
gesetzte. Dazu: Kenventionell (s. d.). — b) be- 
stimmt, zu besondrem Zweck geschleßne Uberein- 
kunft, Vertrag, z. B.: Etarren-K.j Konfsular= 
K. mit Italien; Militär= Präliminar-; Schiff- 
fahrts-; Münz.K. 2c. Dazu: Ks-Fuß, k—s-mäßig 
festgesester Münz-F., nam. der 20-Gulden-F. (nach 
der Leirziger K. von 1753), so: K—#-Gelrd, 
Münze; = Gulden; „Thaler ic. Hierzu: Kon- 
ventional (s. d.). — 2) = Kenvent 1b (in engl. 
Aussvpr.: konwenschönn, in frz.: kongwangfjöng): Am 
1 7. Arril 1861 nahm die K. von Virginien durch einen 
Beschluß die Secession an. DMus. 15, 2, 394; Die 
republikanische NationalK. hat in Chicago getagt rc. 
Ual.3. 21, 267; Wahlen für die Staats-K. ausge- 
schrieben. 519 2c. — 3) (Rechtssrr.) s. Rek. 
Sentional, a.: auf einer Konvention (s. d. 1b) 
beruhnd: K.-Pfandrecht; = Pön od. . Strafe 
(pEena c-is) 2c. entionalität, f.; 0: das Kon- 
ventionellsein. entionkll, a.: auf Konvention 
(s. d. 1a) beruhnd. -entual: 1) m., —en; Sen: 
(s. Konvent lc) ein Kloster-Angehöriger, Kloster- 
bruder; Monch, der im Konvent Sit u. Stimme 
hat; bei den Bettelerden im Ggstz der Observanten 
(s. d.) ein Angehöriger einer minder strengen Ken- 
gregation 2c. — 2) a.: klösterlich 2c.: K.-Prior, 
s. P. Tentualin, f.; -nen: Nonne, Kloster- 
frau. Tentuälis, a.; m. [5 24, 3, uv.): Kon- 
ventual (1; 2): Eecclssia c., Konventskirche. 
entuälisch, a.: konventual. entualilät, k.; 
0: Klösterlichl. -entum (§ 24, 2, n.]: Uber- 
einkunft: Ex päcto [s. d.] ér convénto. ntus, 
m. [8 24, 41]: Kenvent. — Converg-ent (lat.), 
-#nz, -ĩeren: s. Ggstz Direrg#ent 2c. — Conver-- 
(frz. konawär), m., uv.; uv.: dienender Bruder 
im Kloster, Laienbruder. —#a: s. Conversus. 
„sãbel (ulat.), a.: Uumgängl., gesprächig. . ation, 
f.; —en: Umgang;: gesellige Unterredung, Unter- 
haltung durch Gespräch in Gesellschaft, nam. in 
feiner, gebildeter Gesellschaft 2c. (vgl. Causerie), vgl. 
(in frz. Ausspr.): Man ist niemals hors (or] de lac. 
lIkongwersaßsöngl. IKohl Par. 1, 34, außer der K; 
sie hört nicht auf, stockt nicht 2c.: K—-#-Lexikon, 
Titel einer lerikalisch geordneten Realencyklopädie, 
die nam. die in der K. vorkommenden Gygstde be- 
handelt; Er ist ein lebendiges K-z-Lerikon 2c.; K-s- 
Lustsviel, s. -Stück; K—-s-Oper, wo Musik die in 
der K. gewöhnlichen Begriffe ausdrückt 2c. Düringer 225; 
Ks-Rolle, eine R. in einem K-s-Stück, im K-s-Tone. 
ebd.; K—-s-Saal, in dem man zur K. sich ver- 
sammelt (s. Exedra; Green-room); = Schauspie- 
ler. Düringer 225, s. Stück;-Sprache, Umgangs-, 
Gesellschafts-Sp.; K-s-Stück, das sich im Kreise 
ces gw. Lebens bewegt u. in der Regel in der neuesten 
Zeit (neu frz. Kleidern) srielt. Düringer 225; auch 
(Maler.): ein Gesellschaftsgemälde, eine in K. be- 
griffne Gruppe v. Personen darstellend; - Ton, 
wie er in der K. herrscht; -Zimmer, s. Saal u. 
Green-room 2c. sationell, a.: konversations= 
mäßig, zartig, sich in der Konversation zeigend rc. 
„sativ, a.: fonversationell. Hilrdrand NatLit. 3, 379. 
Convocieren 701 
atôrium, n., —6; ken [§ 24, 2, n.]: Konver- 
sations-Saal 2c.; Gesellschaft, die der Kenver- 
sation pflegt. -se (srz. kongwers'), f.; —. n: 
(l. Convers) Laienschwester; s. auch Beate. - L#e#n 
intr. (haben): mit Jemand umgehn, verkehren, 
sich unterhalten. -sion, f.; —en: Konvertierung. 
+us, a.; m. s8 24, 2): ein Bekebrter, weibl.: 
Conversa (vgl. Convers, -e). -+lendus, a.; m. 
1!&amp; 24, 2): ein zu Bekehrender. —tli (franz. 
kongwertl), a.; m., —6; —s: Als dann fräter 
diese Mirabeau-Gegner . . zu s. g. Umgewandten 
(C-s) wurden. Scherr Bl. 1, 300, s. Conversus. libel, 
a.: fonvertierbar. tibilität, f.; 0: Konrertier= 
barkeit. -###rbar, a.: sich konrertieren lassend, 
in der Logik: eines Umtausches v. Subjekt u. Pri- 
difat sähig. -e#en, tr. 2c.: 1) umwandeln, 
durch Abändrung umgestalten 2c., bes.: Staats- 
schulden k., z. B. ihren Zinsfuß umändern (meist 
ernierrigen); Ein Rechtsgeschäft k., in einem ein- 
zelnen Punkt aländern: Einen Satz in der Logik, 
Mathematik k., umkehren (vgl. kenvertierbar) 2c.; 
Konvertierung (od. Kenrersion) v. Staatspapie- 
ren, Rechtsgeschäften 2c. — 2) Einen k., bekehren, zu 
einem Glauben, vgl. intr. (haben) — refl.: zu 
einem Glauben übertreten: Eutztow 3. 5, 271 rc.; 
Zur Konvertierung des Grafen. 6, 259; Kon- 
version. 4, 257 2c.; Als er katbolisch gewor- 
den war, hierauf, v. Gewissensbissen gerrängt, zurück- 
konvertierte. Schön. St. 270; 279c. —lit, m., -en,; 
en: ein Bekebriter, zu einem andern Glauben 
Ubergetretner (vom Standpunkt der neuen Glau- 
bensgenofsen aus, wie Renegat v. dem der alten): 
weibl.: K-#in.— Conver (lat.), a.: Ggstz zu konkav 
(l. d.): 1) gewölbtrund: K.e (od. K.-) Gläser; Lin- 
sen; Spiegel rc., s. auch bi.k.; rlank. — 2)v. Winkeln: 
größer als ein gestreckter od. 2 Rechte. -itäl, f.; 
0: das Konversein. — Conveganre (engl. 
konwẽ-enß), k.; —s: Fahrt, Babnzug (ogl. 
Convoy 2). — Conokei-kEren (lat.), kr.: schim- 
pfen, schmähen. -um, n., —; zen § 24, 2, n.1:: 
Schmähnng, Schimpfwort. — Convict: 1) (lat.) 
m., n., —(e)s; —e: Anstalt, Ort, wo Zöglinge 
zusammen leben, speisen 2c.; nam. auch auf Hoch- 
schulen: Ort gemeinsamer Freitische als Stiren- 
dium für Sturierende — u.: solche Freitische. — 
2) (engl. könw'kt) m., —6; —: überwiesener Ver- 
brecher: GSlobus 4, 238b; Kohl Engl. 2, 208. 
Siön, f.; —en: Konrincierung eines Beschuldigten 
2c. , auch (engl. konwiktschönn) f.; —## : Frl. 2, 
51. orist, m., -en, —: —en: Konvikts- 
genoß (s. Kommunitäter). örium, n., —; 
ken [8 24, 2, n.): Konvikt 1. - us, a.; m. 
(&amp; 24, 2): konvineiert (s. d. u. Contessus). — 
Tonvincieren (lat.), tr.: Einen überweiien, 
überführen (eines Verbrechens 2c.). — Convi-to 
(it.), m., —S; —8, Zti: Ganmahl, Schmaus: Das 
Tottenmahl, der c. od. conforto. Gregorovius Korf. 2, 31. 
„ve (irz. kengwiw'), m., —s; —: Schmausgenoß, 
Gast. -vium (ulat.), n., —#; zlen [824, 2, n. ): 
Schmans, Gelag; auch die Gesammtheit der 
Schmaus= u. Zechgenossen. — Convorkeren
        <pb n="718" />
        Convoi 
702 
(lat.), tr.: zusammenberufen. — Convoi (frz. 
kongwos), m., n., -8; —#: s. Convoy. — Convoitise 
(frz. kongwoanf), f.; 0: Lüsternheit, Begehrlichk. 
— Cönvoc-ans (lat.), m. s8 24, 3, Antis): ein 
Konvocierender, nam. (Rechtsspr.):wer seine Gläu- 
biger zusammenberuft. atiön, f.; Sen: Zu- 
sammenberufung — u.: zusammenberufne Ver- 
sammlung, z. B. (engl.) von Abgeordneten des 
Klerus zur Berathung geistlicher Angelegenheiten; 
auch: Der Senat dieser Universität (Cambridge) u. die 
entsprechende Behörde C. in Orxford. UatB. 2 1, 309 2c. 
— Convolatilis--atiön (nlat.), f.; —en: Convo= 
latilisierung. - #ere#n, tr.: mit verflüchtigen; intr. 
(sein) —= refl. — Convol-üt (lat.), n., —Ce)s; 
e: etwas „Zusammengerolltes“, — nam. (vgl. 
Volumen 2c.): ein Pack Schriftstücke, Schriften 2c. 
Süte, f.; —m: Volute (s. d.). ütio, f. [8 24, 3, 
ôönis). - ution, f.; -en: Konvolvierung: C. in- 
testinörum, Darmverschlingung 2c. vel, f.; —#: 
Convolvulus. G. 36, 208. „viẽren, tr.: zu- 
sammenwickeln, zrollen. ulacee, uvulfk, f.; 
—(eyn: die Gatt. der convolvulusartigen Pftanzen, 
Winden. -vulin, u., —e)s; 0: Salapin. vulus, 
m., uv.; zvulen /§ 24, 2): (Bot.) Winde, z. B. 
C. jaläppa (s. d.); C. sépium, Zaunwinde 2c. — 
Convog (frz. in neuerer Schreibw. Convoi — 
kongwoä), m., n., —#; —6; (engl. könwen, —) n., 
—6; — ;f.; —en: 1) beschirmendes Geleit, — nam. 
im Kriegswesen, zu Land u. zur See, vgl. Bobtih 
420b; „ Handelscounvois“. Kohl Pet. 2, 305 2c. 
Ubrtr., scherzh.: Solches [Brotl ohne genugsame 
„Convoy' v. Butter, Käs, Speck u. dgl. nicht genießen 
können. Kimplicissimus 4, 34227. Als Bstw. z. B.: 
K.-Ordnung, die Marschordnung der Kriegsschiffe zur 
Beschirmung einer R. Bobrik 2c.; ferner: K.-Brief, 
Begleitschein v. Waaren; -Loopers, in Holland 
Staatsbeamte, als Ausfertiger der Aus= u. Ein- 
fuhrscheine 2c. — 2) (s. Convevance) Bahnzug: 
Special-K. Uo#B#. 20, 502 = Erxtra-Zug, .Train 
ꝛc. Ten sengl. konwenten), tr.: schirmend geleiten: 
Simplicissimus 4, 2152, v#gl.: „convoiren “. 2133, gw.;: 
Konvoykeren sfrz. longwoaj-]. er sengl. kon- 
weller), m., —#; uv., —6: bewaffneter Geleiter 2c., 
vgl. frz.: Convoyeur lkongwoaförl, m., —#; —6, 
-e, auch z. B. ein Kriegsschiff, unter dessen Konvoi 
Handelsschiffe segeln. — Convulseio (lat.), k. 
18 24, 3, iönis); Sion, f.; Sen: Gliederver- 
zuckung, Krampf (bildl., z. B. fFschlegel GR. 67 2c.). 
Sionär, m., —§;e: Name v. Sekten, deren reli- 
giöse Erregung sich bis zu Konvulsionen steigert 2c. 
tvisch, a.: krampfhaft, zuckend. — Konzil 2c.; 
s. Koneil rc. 
Koodoo lküdul, m., —#; —#: Art Antilope 
(s. Kudu): Kortins Liv. 2, 11. — Cook (engl. 
kül), m., —s; —8: Koch. — TCooler (engl. 
külr), m., —; —: Kühler: Wine-—s luweins, 
Weinkühler; Butter-c—s [bötter], Butterkuhler u. Water- 
c—s luwäter!, Wasserkühler. Kohl Engl. 1, 91. — 
Coomb (engl. küm), n., m., —6; —8: ein Ge- 
treidemaß = 4 Bushel. — Cooper-ateur (frz. ko- 
rperatör), m.) —S; —: Kooperator. ation, f.;-en: 
Copia 
gemeinsames Wirken. ativ, a.: sich zu gemeinsamem 
Wirken verbindend u. durch solche Verbindung 
wirkend: K.-Genossenschaften; -Bewegung; 
System tc. -ätor, m., —; dren [824, 3, örisl]: 
„Mitarbeiter“, — nam. auch: im Weinberg des 
Herrn, — als Titel katholischer Geistlichen. 
atrice (frz. —#), s.; —#, —n: Mitarbeiterin. 
IEren, intr. (haben): mit-, gemeinsam wirken: 
K-de sod. Kooperativ.] Gesellschaften. — Köopje 
(holl.), n., —; —§: Tassenköpfchen, Ober- 
tasse. Schüs#ing Bronckb. 2, 105. — Coopt-atiön 
(lat. koopt-), f.;-en: Kooptierung. -eren, tr.: 
wählen, — bes.: v. erwählten Kommitten rc., die 
sich durch Wahl v. Kollegen ergänzen, verstärken. 
— Coordin-äte (lat. ko-ord— 2c.), f.; —n: Ab- 
seisse (s. d.) u. Ordinate in ihrer Zusammengehörig- 
kelt. -ation, f.; —en: Koordinierung; das Ko- 
ordiniertsein. -ĩẽren, tr.: bei= od. nebenordnen; 
auf gleiche Stufe neben einander stellen: Menschen, 
welche sich zugleich als subordiniert u. als koordi- 
niert fühlen. G. 22, 323; Koordinierte Nebensätze, Be- 
griffe 2c. — Köörts (holl.), m., uv.; uv.: Fälle 
vom sog. bataviaschen K., einem bösdartigen gastrisch- 
biliösen Fieber. Junghuhn 50. 
Kopaĩv-a, f.; —, zen: Name südamerikan. 
Bäume (Copailera, bes. C. officinalis 2c.) u. des 
daraus gewonnenen Balsams: K.-, Kopaiven= 
Balsam, Balsam Copahu 2c.; K.-; Copaiba--; 
Kopaibenbäume 2c. — Kopäl, m., -(e)s; e: 
ein vornehmlich aus 2 Bäumen, dem Rhös copal- 
linum (K.-Sumach) in West= u. dem Elæocarpus 
copälifer in Ostindien kommendes Harz, das 
letztre Giänse-K. (mit gänsehautähnl. runzliger 
Oberfläche); K.-Firnis; Lack; „Fackel c. — 
Kopang: s. Kobang. — CTopartitiön (nlat.), k.; 
—en: Neben= (Ggstz: Haupt-) Eintheilung. — 
Kopei, f.; —en: alterth. st. Korie (s. d.). en, 
tr.: kopieren. ich, a.: abschriftlich. — Kopck 
(russ.), m., -en; -en; e, f. —n : ruff. Scheide= 
münze -/100 Rubel. — Copello: s. Coppello. 
— Kopepöde (gr.), m., —n; —n: „Ruderfuß“, 
eine Familie v. Krebsen. — Kopernikänisch, 
a.: v. Kopernikanus herrührend, auf ihn bezugl. 
zc.: Das—e Weltsystem. — Copérto (it.), a.: be-, 
gedeckt; (Mus.) gedämpft (v. Pauken 2c.). — 
Copet (frz. —), m., —#: —6: Fruchtmaß in der 
frz. Schweiz: Der Muid hat 3 Sacs à 8 Emines à 
8 Pots à 3 Cs. — Koph (ind.-hebr.), m., 
uv.; -im: Affe. Humboldt Kosm. 2, 167. — 
Röph-ar, er (hebr.): Hodel. 1, 14, s. as. 
Hohel. 22 ff. — KRophöfis (griech.), f. (§ 24, 
3, uv.): Taubheit. — Nôpht-a, m., —8; —: 
K., Groß.K., ein v. geheimnisvollem Dunkel um- 
gebner, wunderthätiger Meister aus Agypten (s. 
Kopte) 2c. G. 10, 15 2c. CSisch, a.: auf den Kophta 
bezüglich: K-es Lied. 1, 103 (vgl. 10, 52 u. 27, 
10). — Cöp-i# (lat.), f. [824, 1): 1) Fülle (s. 
Abundantia): Cörnu cöpice, Füllhorn, auch als Name 
v. Versteinrungen (Hippuriten) u. Gräsern (Trich- 
tergräser). — 2) (s. 1) Vervielfältigung, Kopie 
(s. d.): C. vidimäta, beglaubigte, z. B.; auscul-
        <pb n="719" />
        Capial 
tãta, durch nachlesendes Vergleichen mit dem vor- 
gelesenen Original; Prö c., an Gebühr „für die 
Abschtiift“ 2c. = iäl, a.: auf Abschriften bezügl. 2c.: 
K. (od. Kopier-) Buch 2c. ilia, Fill#en, pl.: 
Abschriftsgebühren. -iatũr, f.; —en: Abschrifts- 
gebühr. Gutztow 3. 3, 6. -ĩẽ, f.; +eyn: (s. Copia2, 
vgl. Kopel) Abschrift, Nachbildung, eig. u. übrtr. 
((. Se.); auch z. B.: Ab--K. Aarschin 322 2e. 
(Ugw. K., trochäisch. NAumauer 1, 16 rc.; häufiger 
in der 3silbigen MzZ. daktylisch: Die Korien (—), 
v. fremder Hand geschrieben. Sch. 413b). erbar, 
a.: sich kepieren lassend. -ĩcren, tr.: abschrei- 
ben, nachbilden, nachzeichnen, nachahmen (vgl. ko- 
peien): Ab-, nach-k.; Kopier-Buch, für die zu 
k-den Briefe; Maschine, Presse (vgl. Pénna 
düplex; Polylauto)graph), bes. zum K. v. Geschrieb- 
nem, wobei man sich für dies eigner (sog. Kopier.) 
Tinte u. für die Kopie des sog. Kopier-Papsers (zu- 
meist: ungeleimtes Postpapier) bedient;-Punkte, 
an Statuen, als Anhaltspunkte beim K. zum Bewah- 
ren genau der gleichen Größe mil dem Original (Stahr 
Tors. 1, 247 ff., vgl. punktieren 14); Scheibe, 
Glastafel zum Durchzeichnen; „Tinte, s. .Ma- 
schine 2c. -iĩeren, tr.: s. kovieren. -iist, m.: s. 
Kopist. -iös, a.: reich an Fülle. — Köpeis (gr.), 
f.; zeis: (Krummen) Säbel (K.). Weise Kost. 1, 774, 
vgl. 278. — Kopist, m., -en, (—#); -en: Ko- 
pierer, Abschreiber, z. B.: K., Hllfs-K., K-en= 
Stelle beim Gericht 2c.; (unselbständiger) Nach- 
ahmer. G. 30, 379; 31, 68; Die Beharrlichkeit 
eines original Irrenden kann uns erzürnen, die Hart- 
näckigkeit der Irrthums-K-en macht uns verdrieß- 
lich. 39, 298 2c.; Von der K-#en-Treue sklavischer 
Künstler gemißbraucht. 1Schiegel GR. 135 :c. — 
Côpp-a (it.), f.; ze: „Becher“; o, m., —8; 
-i: „Krug“, — Beides als Name verschiedner 
Hohlmaße in Italien (s. Emine), vgl. auch: 
Coppéllo, als Getreidemaß (etwa — 2 Metzen); 
ferner im Kartenspiel = Koeur (s. Bastoni). — 
Cöpperhead (engl.—-hedd), m., —s; —#s: „Kupfer- 
Kopf“,-Schlange (das Weibchen der Kreuzotter), 
— auch als Parteiname für die Seressionisten (s. d.) 
in den Nordstaaten Nordamerika's. —Kopr-agogiẽ 
(gr.), f. -(e)n: (Arzu.) Kothabführung.agogisch, 
a.: kothabführend. - akratik, f.; eyn: unwillkürl. 
Kothabgang. mesis, f. 18 24, 3, uv.): Koth- 
Erbrechen (vgl. Miserere). Tepischesis, f. [8 24, 
3, uv. : Kothzurückhaltung. -dötifis: s. Prikodotifis. 
Tkriticum Igr., 824, 2, n. ): koprokritisches Mittel. 
ritisch, a.: auf Ausscheidung des Koths, Darm- 
entleerung wirkend. -lith, m., —eys, -e; Fe, 
en: versteinerte Erkremente vorweltlicher Thiere. 
-phäge, m., —n; —n: „Koth-Fresser“. -Käfer. 
phorie, f.; —eyn: Kothausleerung. planefis, 
f. [8 24, 3, uv.]): Austritt des Koths auf ab- 
normem Wege; -porsis, f. [8 24, 3, uv.): 
Koth-Erzeugung. — Copropriet-aire (franz. 
—är, auch so geschr.), m., —#; —#: Mit-Eigen- 
thümer. t, f.; 0: Mitbesitz. — Kopr-orrhöa 
(gr.), f. 18 24, 11: Diarrhöe. -öfis, f. (§ 24, 
3, uv.): Kopropoesis. osklerofis, f. [8 24, 8, 
Coquettt)ieren 703 
uv. ; -oslasit, f.; —ehn: Leibesverstopfung durch 
Koth. — Köpfa (moldauisch), f.; —#: Die K., eine 
Art Cither. Kohl Südr. 2, 56. — Köpl-e, m., —#u; 
—n: Name eines Volksstamms, Nachkommen der 
alten Berbern in Agypten (vgl. Kerhta 2c.). isch, 
a.: den Kopten eignend: Die —e Sprache, Tochter= 
sprache der altägyptischen. — Copul-a (lat.), 
f.; — (§ 24, 11: Band, Verbindung: C. carnälis 
(s. d.) 2c.; bes. (Sprachl.) das Subj. u. Prädikat 
verbindende Wort (Sabband). ätio, f. [8 21, 3, 
önis); -aliön, f.; —en: Kopulierung; auch — 
Ploce (s. d.). -ativ, a.: verbindend c.: w. 21,322; 
Ke Bindewörter, conjunctiönes c—##2c. Fätor, m., 
8;; bren [8 24, 3, öris): der Kopulierende; der 
das Ebepaar trauende Geistliche. -ieren, tr.: 
paarend verbinden; durch ein Band, nam. durchs 
Eheband vereinigen (trauen); auch: Liebe zur an- 
korulierten Gemahlin. 3p. 1, 55 2c.; (scherzh.) Mit 
des Seilers Tochter kopuliert, mit dem Strick. Hebel 3, 76 
ꝛe.; ferner (Gärtn.): einen Wildling mit einem Edel- 
reis genau zusammenfügen; auch z. B.: Kopulierte 
[Wasserfären od. Konferven], doppelte Röhren, wovon 
die innre aus Schläuchen besteht mit gefärbter Samen- 
masse, welche bei der Kopulatson aus dem einen 
Faden in den andern übergebt, so daß der eine leer wird. 
Oken 3, 200 1c. Siererè#, f. —en: Kopulierung 
(verächtl.) Na###. 20, 562. — Cöpg (engl.), 
f.; zies: Kopie (s. d. 2); Eremplar eines 
Buchs 2c. -höld, n.: Erb-, Zinsvacht. 
-holder, m., —s; —: Zinsbauer, Erb- 
pächter, vgl. Free-, Lease-holder. „Pright (ireit, 
n., „s6; —# : buchhändlerisches Verlagsrecht: C.- 
bill od. law lläl, Gesetz darüber; C. edition lidi- 
schönn], rechtmäßige Ansgabe 2c. 
Cogq (frz. köck), m., —s; —s: Hahn: C. du 
Village lwilläsh'l, „Dorfhahn“ = Hahn im Korb; 
C.-à-Pane (län], Gerede ohne Sinn, Unsinn 2c. — 
Coôque: 1) (lat.) koche! (als Anweisung auf Ne- 
cepten). — 2) (frz. tõt) f.; —s: Schale: Oeuf à 
lösal la c., gekochte Eier (in der Schale) 2c.; auch: 
Perlenartige Auswuchse, wie sie sich nicht selten in den 
Perlenmuttermuschelschalen finden, werden .. ausge- 
schnilten u. bes., wenn sie groß sind, unter dem Namen 
Cs in Gold gefasst u. vortheithaft zu Schmuck verwen- 
ret. prechll 11, 10. — Coquelicot (frz. kocklikö), 
a.: roth, wie eine Klatschrose — ponceau (s. d.) 
u., wie dies, gw. o. Flerienszeichen, vgl. lila, 
paille, pensce, rosa 2c.; K. Schleifen rc., auch als sächl. 
Hw.: Das K. — Cogqueluche (frz. kockelüsch), f.; 
—§ : 1) Mönchskappe. — 2) der allgm. Liebling, 
Hahn im Korb. — 3) Keuchhusten. — Coquerelles 
(frz. kockrell), pl.: (Wappenk.) Haselnusse in der 
Schale. — Coqu-et (frz. koke), a., weibl. -ette 
(#tt), — oft in dentscher Schreibw.: Kokstt —: 
gefallsüchtig; als Hw. gw. v. Frauenzimmern; 
auch: Selvar ist eine männliche Coquette. Kinkel E. 
315rr. Zetterik, f. —#eyn: Gefallsucht, Erobrungs- 
sucht u. darauf ausgehndes Treiben. Fetc(thieren, 
intr. (haben): sich kokett zeigen: Mit od. gegen Ze- 
mand k., ihn durch Koketterie —; Mit Elwas k., da- 
mit od. dadurch — einzunehmen od. zu erobern
        <pb n="720" />
        704 Coquelttisch 
suchen; refl.: Die sich in ihrem Werk k. [selbstgefällig 
betrachten J. Sch. 106b 2c. -tttisch, a.: kokett. w. 
15, 163 2c. — Coquill-age (frz. kokiljäash'), f.; 
—: Muschelwerk, — nam. als Verzierung. -e, 
f.; —, — : Schale, bes. v. Schnecken, Muscheln 
2c.; auch die Thiere selbst, vgl.: Ragout fin lragu 
feng! — in K—n-Schalen (Scheible Kochb. 108) od. —: 
en sang] c— 2c.; ferner z. B.: Zündpfanne bei 
grobem Geschütz 2c. on (-öngl, n., —; 0: 
Muschelsilber. — Coqu-in (frz. kofeng), m., —#; 
—6# : Schurke; Schelm. — Cogquinatörius (lat.), 
a.: auf die Küche bezügl. — Cogquinc (frz. kokin), 
f.: —#, —uü: verschmitztes u. liederliches Weibsstück. 
ri, f.; eyn: Schurkerei. — Cöquus (lat.), 
m. I/§ 24, 2): Koch. 
I. Cör slat., § 24, 3, n., dis): Herz: Ven- 
triculi — u. ätria — cördis, Her;z-Kammern u.: 
Vorkammern 2c.; Silfcsum (s. d.) c.; Daß der Ruf 
„Sürsum cörda!“ semror, o Herzen!] auch wahrhaft 
zum Emvor der Herzen wird. Gutzkow Z. 9, 449 ꝛc. — 
II. Cör (frz.), m., n., —##;—S: Horn, als Blase- 
Insirument: C. de chasse lschaß!, Wald-, Jagd- 
horn — (it.) corno di caccia. — Höra: 1) k.; 
—s: kegelförmiges Körbchen aus einer Art Gras 
bei den kalifornischen Indianern. Globus 8, 88b. — 
2) s. Kere. — Corac-es: s. Corax. -it, m., 
—en; -en: s. Belemnit. — Körah (hebr.), m.: in 
der Bibel, Anführer einer Meuterei gegen Moses, 
zur Strafe „mit seiner Rotte“ v. der Erde ver- 
schlungen, s. 4. Mos. 16, 1 ff.; antonomastisch: 
Rotte K. — Menuterer, verruchtes Gesindel 2c. — 
Korall: 1) s. Macharang. — 2) (gr.) n., m., 
—(e)s; —e; re, f.; —n: die Polypen, die sich baum- 
artig verzweigend in harten Stämmen wachsen; 
diese Stämme od. die Wohnungen der Thiere u. 
einzelne Stücke davon, nam. die verlsörmig abge- 
rundeten u. so als Schmuck, ferner z. B. zu Rosen- 
kränzen (Bet-Ken) benutzten; auch manche Sur- 
rogate, z. B. Frucht der Dumpalme. Lalmerayer 
GsW. 142; Massive Glas-Perlen, Glas-K—-u#c. Von 
den eig. K-en giebt es sehr versch. Arten, s. Oken 
Reg. 92, z. B.: Angen-; Band-; Becher-; Bims--; 
Blut-K-n 2c. Ohne Zusatz versteht man meist „ das 
edle od. Blut-K.“, Isis nöbilis. Ohken 5, 101 (der 
übrh. das Neutr. gebraucht, vgl.: Die K-e? das 
K. .. Alle Mittelmeervölker sagen: das K. CDogt, 
Garlenl. 14, 40), „den bekannten rotben K.“ Durmtister 
Gsch. 371; Wechhertin 701 s2c.; am häufigsten: Ko- 
ralle, f. (vgl. volksth. — m. Wegfall des o —: 
Du Paternosier-Kralle. Schlegel Sommern. 3, 2 rc.), 
vrkl.: Ein Kchen. Forster R. 1, 217; 249 (ogl. 
schwzr.: Brodieren u. Krälli arbeiten. Gouhelf Sch. 
323). Auf das schöne Roth beziehn sich die bäu- 
sigen Vergleiche: Lirpen; ein Mund wie (od.: von. 
W. 10, 56) K-n, vgl.: Die Jungfrau .. lässt aus fei- 
nen Perlen u. K-neen süßen Laut .. tönen. Strechfuß 
Rol. 12, 94; Wenn Genoveva im Lachen K schlägt, 
wie perlender Chamvagner. Lmüler 2, 204 2c. (Weidm.) 
K-n, die mit Eisenstiften beschlagenen Holzkugeln 
im Halsband zur Dressur störriger Hunde: K-en= 
Schnur. Hackländer Eign. Welt 1, 310 c. (unweidm., 
Corbeille 
bei der Jagd selbst. Gutzkow 3. 6, 7) 2c. Als Bstw. 
z. B.: K-en--Achat, A. mit k.-rothen Adern; 
-Ast., s. . Stamm; = Bank, Riff, aus K-en-Ge- 
häusen bestehnd; Baum, Solänum psendocäpsi- 
cum (m. k.-rothen Beeren, Ken-Kirsche), auch- 
K-en-Bohne; -Bildung, z. B. auch als eine zur 
Jura-Gruppe gehörige Schicht;-Blume, Ama- 
gllis arrénsis, wie -Bohne, Erythrina, mit k.= 
rothen Blüthen; = Drahle, Art Moos, Griflitsia 
corallfna;-Erbsen, die k.-rothen Samen v. Ade- 
nanthéra pavonfna;-Fischerei;-Flechte, Sphe- 
röplioron corallöides; Hechel, versteinerte Gekrös= 
Ke, Moandrina arsola;-Holz, vom K-en-Baum;: 
Insel, s..Bank, vgl. Atoll;-Kalk, aus Ken- 
Gehäusen 2c.; -Kirsche, s. -Baum; -Kraut, 
Erythrina herbäcea 2c.; -Meer, m. K-en-Riffen; 
Moos, Art Gllederkoralline;-Nadel (als Haar- 
schmuck ꝛe. Schüching Vrschl. Weg. 1, 145); Otter, 
s. Cobra; = Vilz, HFdnum corallöfdes; Raspe, 
Art Moos, Urceoläria corallsna; -Riff, s. -Bank; 
-Rogenstein od. Oolith; roth, korall-r.; 
.Sauger, ein Nadelfisch, Syngnäthns pelägicus; 
Schmuck;-Schnur;= Stamm, -Stock, Gygstz: 
Aste, „Zweige; = Stuppen, eine Pfl., Isidium; 
.Thier (Korall-Th.), s. Polvp; -Versteinrung; 
Zweig, s. .Stamm rc. Sen, a.: aus Korallen 
gefertigt; korallenroth. - in, n., —(ehs; —e: Art ko- 
rallrothe Farbe: K., das gleich dem Anilin aus dem 
Steinkohlentheer stammt. -ĩnt, f.z —: 1) eine Familie 
aus der Ordnung der Korallthiere, mit vielen Arten, 
z. B.: Blasen-; Draht-; Glieder; Heiden-; Pfauen-; 
Röbren-; Tannen-; Zellen-K. ic. — 2) Art Moos, 
Knotenschwamm, Corallina, z. B. C. oflcinälis r2c. 
— 3) eine Tartane (Schiff) zur Korallenfischerei. 
Garsenl. 14, 40a; „Koralsine“. Karmarsch 2, 432. 
Zinit, -iolilh, - m., -(e)s, —en; Se, Sen; 
Siopktra, f.; tren: versteinerkes Korall. um 
[8 24, 2, n.I: Koralle. — Cöram (lat.), prüp. 
m. Abl.: vor; in Gegenwart von: C. pöpulo, vor 
dem Volk; C. senätun, vor dem Senat; C. notärio 
ét téstibus, vor Notar u. Zeugen 2c.; ferner 
adv.: Einen k. nehmen — koramieren. Sch. 1 81 a rc. 
Ee#en, tr. : Einen strafend, ermahnend 2e. gehörig 
vornehmen. — Köran (ar., , m., -(e)s; -e, : 
der Muhamedaner heiliges Gesetzbuch, m. dem 
Artik.: Al-K. (vgl. Karäer, s. Kitab): K.-Suren 
(s. d) r2e. — Koranzen, tr.: Einen prügeln, als 
der Uberlegne ihn empfindl. quälen u. zurechtsetzen. 
V. 3, 97; Einen abek. Sh. 2, 346 „rc.; häufig: ku- 
ranzen; Elnen zusammenkuranzen. Woll Stammb. 
35 rc.; mundartlich auch: Dürchkurrenzen. 
weise Erzn. 293. — Koräri: Den neuseelän- 
dischen Flachs ... Harakeke, der agave#ähnliche 
Blüthenschaft K. Globus 4, 347b. — Köras;: j. 
Kohras. — Cör -ax (lat.), m. s8 24, 3, ac-isl: 
Rabe; Belagerungskrahn. nüsow gK. 319. — 
Cörb-a (it.), f.; ze: „Korb“; auch ein Hohlmaß 
in Bologna. — Corb-eille (frz. —#), f.; —: 
Korb, z. B.: kleiner Schanzkorb; ferner: C. od. 
C. de mariage [-äfb!, „Hochzeitskorb“, d. h. 
Schmuck= u. Putz-Ggstde in einem Korb, als Ge-
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        Corbillard 
schenk des Bräutigams für die Braut, s. ISohl 
Par. 1, 98; kKönig 20, 38; auch: Verzierungen in 
Korbform, z. B.: Blumen-C. Schüching Akl. 3, 
58 2c. Tillard Ciljär),m., —6; —s: Kammer= 
wagen; Leichenwagen. Cillon (iljöng), m., —S; 
—s: Körbchen; Art frz. Gesellschaftsspiel, wobei 
es gilt, auf C. zu reimen. ula (it.), f.; -ule: 
sard. Feld= u. Getreidemaß. — Corcelek: s. Cor- 
selet. — Cörd (engl.), f.; —##: Strick, Schnur 
(s. Korde); als Holzmaß: Klaster; Name baum- 
wollner Zeuge. —a: 10 (it.) f.; zJe: Saite: Una 
e.; düe — titte côorde, als Bez., jenachdem bei 
der Mutation durchs Peral 1, 2 od. alle Saiten 
v. den Hämmern berührt werden sollen. — 2) 
(lat.) pl. zu cor (s. d.). — Körd-ar (gr.), m., 
uv.; —e [8 24, 3, -acis]: Ein burlesker, ins Lascive 
u. Obseöne übergehender Tanz, der K. Nosenkranz Psch. 
193. — Ceärde (frz., — auch körd), f.; —n, —: 
ausgespannte Saite; Seil; Danseur (s. d.) de c.; 
Sehne — am Bogen u. mathem. (s. Cborde); 
Schnur (s. Kordel), nam. am Webstuhl; auch: 
Band einer Kanone; als Holzmaß: Klaster. -el, 
f.; —n: Schnur (frz. cordelle), s. S#s.; auch: 
Kor tel. -elat (—15). m., —s; —#: Art grobes 
Wollenzeng. — Cordeli-a, f.; —é, zens; —6, 
-en: weibl. Name, z. B. der milden, liebevollen 
Tochter Lear's bei Shakespeare 2c. Danach z. B.: 
Das schöne Mädchen mit ihrem C.-Gesicht kennte 
nur eine C.-Stimme haben. Spielhagen Tann. 197. 
— Cord-elier (frz. kord'lse), m., —#; —6: Fran- 
ziskanermönch (s. Kordel); danach in der ersten frz. 
Revolution, Milglied eines in einem Franzis- 
kanerkloster tagenden Klubbs. Jelière, f.; —s, 
—n: Knotenstrick, geknöteltes Frauenhalsband. 
„elieren, tr.: zwirnen, vgl. kordonnieren 1. -elle 
C□i, f.; —s, —n: s. Korrel. — Cordiäl (lat.): 
1) a.: herzlich, innig, vertraut, brüderlich 2c.; 
auch frz., z. B. fem.: Entente (s. d.) ce u. lat.: 
e-is, vgl. als Adv.: C-iter trinten. Cita Tischl. 
2, 178. Dazu: Kli#tät, f., das K.-Sein. — 2) 
n., —(e)8; —e: herzstärkende Arznei, Herzstärkung, 
auch: Ce [8 24, 3, n., C-is, Mz.: C-ial. — 
Cordkeren, tr.: Gold= u. Silberdraht durch 
schraubenförmige Einschnitte das Ansehn einer aus 
Fäden zusammengedrehten Schnur geben: Kordier- 
Maschine. Kamarsch M. 1, 343, auch kordonnieren. 
— Cordierit, m., —(e)s; -e: Dichroit (s. d.), 
nach dem Mineralogen Cordier. — Cord--ifslium 
(lat.), n., —#; ken [8 24, 2, n.]: herzförmiges 
Blatt; Gewächs mit solchem. isörm, a.: herz- 
förmig. Kcola, m. I§ 24, 1): „Verehrer des 
Herzens“ Jesu u. der Maria, — eine jesuitische 
Brüderschaft. — Cordiller -a (span. -il#), k.; 
—8; Fe, f.; —m : „Gebirgskette“, nam. — C-ade 
los Andes (s. d.). — Tord-on (frz. —öng), m., 
—#6#; —: 1) Schnur, Band 2c., z. B.: a) woran 
der Portier die Hausthür aufzieht, z. B. als Zu- 
ruf an ihn: Le c., s'il vous plait Ißill wñ pläl, 
öffnen Sie gefälligst ꝛe. — b) zur Einfassung, 
z. B. des Huts 2c. — c) Orrensband, bes. m. 
Farb-Ew., wie C. bleu lblö, blaul, rouge srũsh, 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
Corium 705 
roth], noir [noãr, schwarz), zur Bez. bestimmter 
Orden, auch der Ordens-Ritter, auch z. B.: Er 
ward Grand lgrängl od. Groß-C. c.; als Name 
eines Vogels (Ampelis colinga — nach seiner 
Zeichnung), C. — bleu 2c., s. Bengalist; Kotinga. 
— 2) (l. 1b) der einfassende Rand v. Münzen, 
vgl. kordonnieren. — 3) (Bauk.) Kette vorspringen- 
der Steinrlatten. — 4) eine Reihe mit Mann- 
schaft besetzter u. in gegenseitiger Verbindung 
stehnder Posten, die das Uberschreiten der v. ihnen 
besetzten Linie zu verhindern haben: Grenz.; 
Kontumaz--; Neutralitäts-; Pest-; Sani- 
täts-K. — 5) (s. 4) Bez. einer Vorrichtung, sich 
beim Beischlaf vor Ansteckung zu sichern. onnet 
(X), m., —s; —: Schnürchen, Bändchen: K.= 
Seide. Bazar 1 3, 375 = kordonnterte. -onen)##e 
tr.: 1) — kordelieren: Kordonnierte Seide ., eine 
sehr stark gezwirnte. Karmarsch M. 2, 778. — 2) 
— kordieren. — 3) (Stickerei) K.: die Umrisse des 
Dessins mit Uberwendlingsstichen ubernähen. — 4) 
Münzplatten rändeln, vgl. Korden 2. Lon(nhist, 
m., —en, —s; —en: ein zu einem Kordon (s. d. 4) 
Gehöriger; Gensdarm 2c. — Kordunan, m., 
—(eys; —e, —#: ein aus Ziegen= (zuw. auch aus 
Schaf-) Fellen gegärbtes, farbiges, glänzendes 
Leder (nach der span. Stadt Cordova, wie Marolin 
u. Saffian nach Marocco u. der Stadt Saffi od. 
Asasi in Maroceo). Sen, a.: aus Kordnan. Kalt- 
garien Dicht. 1, ½1, vgl. Korduwänisch. Wiise 
Nas. 167. — Cordurog (engl. —reu), m., —: 
—6 : Art Fustigu. Karmarsch 1, 878. — Köre 
(gr.), f.; —s: Mägdlein, Jungfrauz Puppe: Pu- 
pille des Auges; Eigenn., bes. — Proserpina 
(s. d.), vgl.: Des demetrischen Kor adtenstes. Uofen- 
vronz Psch. 113. — Korklla, f.; —-s: Art Papa- 
gei. — Koremorphösis (gr.), f. [8 24, 3, uv.]: 
Bildung künstl. Pupillen (s. Kore) durch Opera- 
tion. — Koriander (gr.), m., —; uv.: „Wan- 
zendill“, Doldenpflanze, Coriändrum u. ihr als 
Gewürz dienender Same. — Röridon: s. Korhren. 
— Korine, f.; —n: Art afrikan. Gazelle, Anti= 
lope corfnna, auch: Korinn-a, „e; Korin. Oken 7, 
1379. — Korinn-a: 1) (gr.) f.; —s; —s; -e, 
f.; —-ns; —In: weibl. Name, bes.: eine schöne 
böotische Dichterin. Kriegk 2, 175; w. 22, 211 2c.; 
Jener sieht Italien an mit begeisterten Korinna-Anugen 
lwie K. im gleichnamigen Werk der Staell. Seine 
Reis. 2, 22. — 2) ĩ. Korine. — Korinth (gr.), 
n., —8; 0; berühmte Stadt in Griechenland; 
srichw.: Die Schiffahrt nach K. ist keine Sache] für 
Jedermann. w. HB. 1, 244, vgl. 250; w. 22, 
165; 24, 303, im Urtert: Nön cuivis homins, 
contingit adire Corinthum. -e, f.; -n: Art kleiner 
kernloser Rosinen. Konolbl. 2, 5690; K-n-Wein, 
der Feuer u. Farbe der böhm. Granaten hat. püchler 
Suüdoͤstl. 3, 458. -er, m., —s; uv.: Bewohner 
Korinth's; weibl.: Die schöne K-in [(Laksl. W. 22, 
103 2c. Sisch, a.: aus Korinth stammend, darauf 
bezügl. 2c.: K-es Erz, Metall-Legierung der Alten 
zu Bildsänlen 2c.: K.e Säulenordnung 2c. — 
Cörium llat., §&amp; 24, 2, n.]: Lererhaut; C. 
45
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        Corcar 
706 
phlogistieum, Entzuͤndungs-, Speckhaut — 
Crusta inflammatõria, sich bei entzündl. Zuständen 
auf dem Blut des Aderlasses bildend. — Cörcar 
(schott.), n., —#; 0: ein der Orseille verwantter, 
pulverförmiger, violetter Farbstoff (— Persio, 
Curbear). — Cörculum flat., § 24, 2, n.]: 
„Herzchen“, Pflanzenkeim (Embryo). — Cormo- 
pöden, pl.: „Rumpffüßer", eine Ordnung der 
Mollusken, s. Acephala, vgl. Brachlopoden. — Cor- 
morän (frz.), m., —#e); -#e: eine Gatt. Peli- 
kane, Seeraben. — Corn (engl.), n.: Korn (s. d. 
3c. ##.), Getreide; in Nordamer. ausschließl. 
Mais (s. HLerrig 29, 65). — Cörn## (it.), pl. 
(zu eõrno): Hörner; auch das gegen die Gettatura 
(s. d.) wirksame Ausstrecken des Zeige= u. des klei- 
nen Fingers (Far le c. volkezt. 16, 120), auch in 
der Nachbildung, vgl.: La mäno cornüta, die ge- 
hörnte Hand. Globus 4, 156b. ado (span.), k.: 
—6# : C—#, Stöße mit den Hörnern lbelm Stiergefechtl. 
99 2c. — Cornado (span.), m., —#; —6: vralt. 
Scheidemünze. — Koörnak, m., —#8; —: Ele- 
phanten-Führer. — Cornaline (frz. —#’), k.; 
— „ —#: Karneol (s. d.), auch übrtr., wie Kar- 
sunkel 2c.: Diese Nase, besetzt mit sprossenden K-#n. W. 
15, 100. — Tornamüsa (it.), k.; -ze: Dudel- 
sack, s. Musette. — Cörn-ard (frz. —är), m., —#; 
—8# : Hahnrei, vgl. Cocu. -ea (lat.), f. 18 24, 11: 
Hornhaut des Auges. Teitis, k. [8 24, 3, uv. 1: 
s. Keratiels. -eElius, m.: Eigenname, (. d. Folg.; 
auch: Einen kleinen C. (trinkt ein Glas Brannl- 
wein). pruy Holb. 575, im Urtert: Finkel- Jochum 
(s. d.) pag. 611. -elle, k.z —: ein Baum, Cor- 
nus, bes. C. mäscula, auch: Kornel- (od. Kor- 
nklius.) Kirsche, wie dies, auch die Frucht be- 
zeichnend (vgl. auch: Kornelkirsche, Name einer 
Walzenschnecke, Volvaria); Umhegt v. Steln-K-n. 
KMauhison 134 2c. -oéllen, a.: aus dem Holz der 
Kornelle. v. Ov. 2, 47. — Cornemüsa: s. Mu- 
sette. — Corner (engl.), m., —s; —: der Win- 
kel, die Ecke; nam. auch — Tattersall (s. d.), 
Neun-Börse an der Südwest-Ecke des Hidepark. — 
Corn-el (frz. —#), m., —#; —#: 1) kleines Horn 
als Blasinstrument, Zinke 2c., z. B.: C. de postil- 
lon (s. d.), Postillonshorn; C. à piston (-öngl, 
Klappen-Horn, -Trompete. — 2) (s. 1) als Name 
frz. Papiersorten: Grand (gräng] c.; petit (petil c. 
— 3) Kornett. élt, m., —s, —en; —e, Sen: 
Fahnenjunker (frz. cornette, m.): „Kornet ". (rei- 
ligrah SW. 1, 72 r. u. — wortspielend mit cor- 
nard. Simplicillimus 2, 1831 c. lle: 1) f.; —8, 
—n : a) Reiterfahne, Standarte. — b) Schifs- 
flagge. — c) Nachthaube. — 2) m., —#; —§, —n: 
s. Kornett, vgl. ta. eklino (it.), m., n., —S8; 
—, ĩni; kleines cornetto. ettisl, m., -en, (—6); 
—en: Cornetto-Bläser, vgl. Zinkenist. -ello, m., 
n., —; —#, (tti: — Cornet 1. Cicen (lat.), m. 
!§ 24, 3, #cinis!: Hornbläser. Guhl 2, 362, s. 
Centuria. — Corniche (frz. -isch), fk.; —s, -n: 
Karnies; auch v. Bergümsen. Uar 3. 20, 5418. — 
Tornière (se. —##), s.; —s: Dachkehle. — 
Corn-ieulum (lat.), n., —; la l8 24, 2, n.]: 
Torona 
Hörnchen. in, n., —Xeys; 0: K., K.-Säure, Stoff 
in der Rinde der virginischen Hundsbeere (Côrnus 
flörida). — Cörnish (engl. —nisch), a.: aus Corn- 
wWall stammend rc., bes.: Ein in Zersetzung begriffner 
feldspatreicher Granit, C. stone fstön), der dem in 
Cbina zur Porcellanfabrikation dienenden Petuntse 
sehr nahe steht. Karmarsch 3, 495; 500 2c. — Corn-o 
(it.), m., —#; -i: Horn: C. di caccia ltaischa] — 
Cor (s. d. II) de chasse. -u llat., § 24, 4, n.]: 
Horn, z. B. auch als Tonwerkzeug; etwas Horn- 
förmiges 2c.; C. eérvi, Hirschhorn; C. cöpis 
(s. d. 1) 2. -ulit, m., -e), —en: -e, en: 
hornförmige Versteinrung. Js, (. [8 24, 2): 
eine Pflanzengatt., Hartriegel (s. Kornelle, val. 
Corine). — Cornüt (lat., doch s. Schiler Mnd. 8b), 
m., —en; —en: „Gehörnter“, — vralt., als 
Schimpfp. — Hahnrei 2c. u. (nam. bei den 
Buchdr.) ein vom Meister freigesprochner Lehr- 
ling, dem beim „Devonferen“ ein mit Hörnern 
versehner Hut (K-en-Hutg) feierl. abgestoßen wurde. 
a (lat.), f. [8 24, 1): Retorte. Jo (it.), a.: 
gehörnt: La mano cornuta, s. Corna. -us (lat.), 
a.: gehörnt; m.: Art sophistischer Trugschlus. 
— Lornwallit, m., —(e)s; 0: ein Mineral, Ver- 
bindung v. Kupferoryd u. Arsenik. 
Cor- (it.), m., uv.; -i: Chor (s. d.). — 
Coröll-a (lat.), f. (§ 24, 1): (Bot.) Blumen- 
krone. aire (frz. -är), n., —: —6#: Zugabe zu 
Etwas; Zulage; Zusatz, ein gleichsam sich v. selbst 
ergebender Folgesatz (s. Porisma), (z. B. mathem.). 
är, n., —e)s; —e: = Corollaire. ärium, n., 
—; len (§ 21, 2, n.): — Corollaire. Se, k.; 
—n : Corolla. „ilisch, a.: (Bauk.) mit Laubwerk 
geschmückt 2c. — Coröna (lat.), f. 18 24, 11: 1) 
Kranz, als Schmuck, theils aus zusammengehef- 
teten Blättern (Corönz sütiles), theils aus ver- 
schlungnen Zweigen (Corönse pléxiles), s. Guhl 2, 
243, so: C. convivälis, zum Schmuck der Gast- 
mahlsgenossen; C. läürea, Lorbeerkranz (des 
Trüumphators). 371 rc. — 2) (s. 1) Krone als 
Ehrenzeichen, z. B. (s. 367 2c.) C. eivica, wegen 
Rettung eines Bürgers aus dem Schlachtgewühl; 
equsstris, v. den Rittern bel der Transvektion 
(l. d.) getragen; foronsis, Kranz an die Thür des 
Anwalts v. der bei Gericht siegenden Partei ge- 
heftet; graminen, aus Gras geflochten, nur er- 
theilt, wenn das ganze Heer nach Rettung aus hoff- 
nungsloser Lage sie dem Führer zuerkannte; 
castrensis, goldene Krone für Den, der zuerst den 
Fuß auf die Zinnen der erstürmten Befestigung 
gesetzt; elássica, aus goldnen Schiffsschnäbeln für 
Den, der in einer Seeschlacht zuerst den Bord 
eines Schiffs erstiegen; murälis — castrensis; 
myrtea, aus Myrten, nam. vom siegreichen Feld- 
herrn bei der s. g. Ovation (s. d.) getragen, auch 
ovalis; narälis — classica; obsidionälis, die c. 
graminen für Befreiung eines ganzen Lagers v. 
einer Belagrung od. v. schimpfl. Abing; oleaginea, 
aus Olbaumblättern für die bei Triumphen als 
Ehrengarden mit aufziehnden Soldaten; ovälis, 
s. myrtea; radiũãta, Strahlenkrone, als Ehren-
        <pb n="723" />
        Coronach 
schmuck des Bilds Versterbner u. als Kaiserkrone; 
rosträta — elassica; sacerdotälis, s. Mitra; 
triumphälis, für den triumphierenden Feldherrn 
(vgl. ovalis); valläris — castrensis 2c. — 3) 
(s. 1; 2): a) Name zweier Sternbilder: C. bo- 
reälis u. austrälis, nördliche u. südl. Krone. — 
b) eine bei der Photosphäre der Sonne — nam. 
bei totalen Finsternissen — sich zeigende Lichtkrone 
(Ring, s. mädler 137, vgl. Protuberanz). — c) ein 
umgebender Kreis von Zuschauern 2c. — d) Um- 
zinglung eines belagerten Orts. — e) C. cleri- 
calis, der bei der Tonsur (s. d.) bleibende Haar- 
kranz. — f) C. Veneris, „Venuskranz“, Art syphi- 
litischen Ausschlags auf der Stirn 2c. — 8) (. 
Akrostolion. — h) C. imperiälis, Kaiserkrone (eine 
Blume) 2c. — Coronach (schott.), m., —#; —: 
Grab-Geschrei od. -Melodie. Nodenberg Ins. Heil. 1, 
300. — Corön-ätio (lat.), f. [8 24, 3, önisl; 
atiön, f.; —-#en: Krönung: Bekränzung, nam. 
mit dem Brautkranz in der griech. Kirche. -, f.; 
—n : Koronis. eer (engl. körroner), m., —#; — : 
„Kronbeamter“, Leichenbeschauer: C.'s fnquest, 
Todtenschau — durch die C.Cs)-jury leshuril, 
Tottenschau-Gericht. illa (span. -ilja), f.; —#: 
s. Durillo. Cis (gr., lat.), f. [8 24, 3, disl: 
Verzierung des Schiffshintertheils u. — dies selbst 
(Sobrik 423); in Schriften, ein Zeichen des Endes 
od. eines Abschlusses; in der gr. Gramm. das 
Zeichen für die Krafis (s. d.). — Korowät: 1) 
(slaw.) m., —§; —6: Napfkuchen. — 2) s. Kaitaka. 
— Coröz#-a (span.), f.; —#: Mütze der v. der 
Inquisitien Verurtheilten. —o, m., —#; —; eine 
Pfl. (Elsis oleifera). 
Corpo (it.), m., uv.; -i: Körper, Leib: 
C. di Bäeco (s. d.) 1 2c., vgl. (span.) als Ausruf, 
Betheurung 2c.: Cuerpo — de Dios od.: de 
Christos 2c. Joräl: 1) m., —(e)s; -e, ale, —S : 
a) (s. Caporal) Unterofficier, der eine kleine Truppe, 
eine Rotte v. 12—15 Mann (eine s. g. Korperal= 
schaft) befehligt, Rottmeister; K—-s#-Stock. fol- 
merayer Gs W. 2, 73 2c.; auch unter den Soldaten, 
v. Pers., die mit dem Stock regieren. Meißner Schw. 
8. 33; Hauptmann Sailouque war der inkarnierte K-s- 
Stock. Scherzer Nat. 314, vgl.: K. -stecks-mäßiger 
Geist. Gutzkow Schön. Stund. 1 3 2c.; Im K-s-Tone; 
K-#s-Uniform. — b) schlechter Nauchtabak, 
Kneller. 148. — c) (weidm.) Männchen des Repp- 
huhns. saubt Br. 121; 123. — 2) (lat.), n., 
—(e)s; —en, uv.: in der kathol. Kirche das Lein- 
tuch, worauf der Leib Christi (die Hostie) kon- 
sekriert wird: K.= Futter od. - Futteral. -oräle 
[&amp; 24. 3, n., lis; MzZ.: lial: Korporal 2. 
oralismus, m., uv.; 0: Wesen, Herrschaft des 
Korporalstocks (s. d.) 2c. Grenzb. 26, 1, 313. 
oralität, f.; 0: Körrerlichkeit. orälschaft, 
f.; —en: Würde eines Korporals (s. d. 1a) u. — 
die ihm untergebne Rotte. oratiön, f.; -en: 
Körperschaft, Zunft, Innung; K-#s-Akte, s. Test. 
orativ, a.: einer Korporatien eignenr, ihr ge- 
mäß 2e. Torell, a.: körperlich, leiblich. 
orisiekren, orisikren, tr.: verförperlichen; 
Torpuscular 707 
verkörpern; verdichten. Dazu: Korvortfikatiön, 
sotiön, f. (Schelling 1, 7, 387, Verkörperlichung). 
— (körI, n., (m.,) uv.; uv. (in Genit. u. Mz. m. 
lautendem §): 1) Körper, z. B.: 4 c. peran 
(s. d.) 2c.; bes.: „Körperschaft“, z. B.: a) C. 
léegislatif llesh-I, der gesetzgebende Körper (m. 
Uaz 22, 437); Le C. diplomatique [-nif]. das 
diplematische K., das gesammte Personal der Ge- 
sandten an einem Hof; Im Pagen-K.; Das 
Ballett-K., C. de ballet -r], die Gesammtheit der 
Ballett-Tänzer 2c. — b) (Kriegsw.) ein mehrere 
Bataillone ꝛe. od. versch. Truppengattungen um- 
fassender Heerhaufen unter einem Oberbefehls- 
haber (K.-Chef): Frei-K. [.Schaaren]; Garde- 
K.; Ein Haupt-K.; Hilfs-K., z. B. Lazareth= 
Hilfs-K.; Ingenieur-K.; Reserve-K.; Streif- 
K. ½.; K.-Geist lod.: esprit (espri) de c.). Srego- 
tovius Korf. 1, 92 (vgl. c) u. ganz frz. z. B.: C. 
d’arméee, Hauptheer; der Harst; C. de bataille 
I-älll, das Mitteltreffen; C. de garde, Scharwache, 
auch (s. 2) Wachstube — u.: Wachstuben-Ton; 
C. de réserve, Reserve-K.; C. détaché l-schẽ], re- 
tachiertes (s. d.) K.; C. rolant [-ängl, fliegendes 
K. 2c. — c) (bursch.) Studentenverbindung; auch: 
K.-Band, als Verbindungszeichen; -Bursche; 
-Farbe; „Fechtboden; „Geist (s. b); Kasse 
c.; „Wichs 2c. — 2) v. Baulichkeiten, z. B.: 
(bei den Russen) — Kadettenhaus: K. („Korpus. 
-Rohl Pet. 1, 10 2c., s. 1b: C. de garde; ferner: der 
die eig. Masse darstellende Haupttheil, z. B.: C. 
de logis lloshil, eines Schlosses 2c.; de place 
lpläßl, einer Festung 2c. ulnt (lat.), a.: be- 
leibt. — uléntia, f. [8 24, 1); ulenz, f.; Sen: 
Beleibtheit, s. Obesität; Pelysarkie; Polysomatie. 
us, n., uv.; uv. s8 24, 3, n., oris): 1) Kör- 
per, Leib, z. B. burschik. Zinkgräf 2, 57 2c.; auch 
m.: Selnen K. pflegen 2c. — 2) s. Corrs 2. — 3) 
(Buchrr.) eine Schrift v. 10 Punkten (s. Gar- 
menr), — nach dem damit zuerst gedruckten C. 
Juris (s. 3). — 4) ein die eig. Masse darstellender 
Haupttheil v. Etwas, z. B. bei Tonwerkzeugen 2c. 
— 5) in best. Anwendung in ganz lat. Form: 
Ad c., in Bausch u. Bogen; In cörpore, in Ge- 
sammtbeit; Experimeéntum (s. d.) in cöorpore vili; 
Häbeas (s. d.) c. 2c.; C. delfeti, der Körper od. 
Ggstd, an od. mit welchem ein Verbrechen be- 
gangen ist, Mz.: Cörpora delieti u. (scherzh.): 
Mit den betreffenden C.-delicti's. Hackländer Slillfr. 
1, 219; C. Dömini, Frohnleichnam; C. evangeli- 
cörum, die Körperschaft der protestantischen Reichs- 
stände auf den deutichen Reichstagen, wie catholi- 
cörum, der katholischen; C. jüris, die Sammlung 
der Gesetze des röm. Rechts (scherzh. st.: der 
Hintre. Berl. Monlagsz, 9, 5), best. — eirilis, Ggstz: 
canönici, des Kirchenrechts, — auch Titel ähn- 
licher Sammlungen; C. catholicörum, s. o.: evan- 
gelicorum; C.constitutiönum imperiälium, Samm- 
lung der kaiserl. Reichsabschiede; Piumc., fromme, 
wohlthätige Stistung; C. quadrätum, vierschrö- 
tiger Mensch. = usculär, a.: atomistisch, — bes. 
als Bstw.: K.-Formeln. G. 37, 246; K.-Phile- 
45
        <pb n="724" />
        Corpuscularier 
708 
soph(ie) — Atomistikler). -usculãrĩer, m., —6; 
uv.: Atomistiker. -üseulum [8 24, 2, u.]: 
Körperchen: Corpüscula primitiva, Atome 2c. 
Korr: s. Kurre. — Torradiakiön (nlat.), 
s.; en: Strahlenvereinigung. — Corräl (span.), 
m., —6; -es: ein umzäunter Raum, Hof, Platz, 
Stall 2c. Ausld. 38, 745b (im Ggstz zum Patio, 
s. d., vgl. Solar); Ein Elephanten-C. od. Kraal, wie 
Manche diese Umzäunung neunen. Wyheine Weltr. 1, 
130; Globus 1, 102 2c., vgl.: Teich, den man Curral 
od. Einzäunung nennt (für Schilrkrötenl. 7, 176b. — 
Cörrc-a (lat.), f. [8 24, 11: weibl. zu Corrsus 
(s. d.). —al, a.: auf Mitschuld gegründet, so daß 
Mehrere solidarisch für Etwas haften: K.-Hypo- 
theken; K.= od. Solidar= Obligation; K.-Ver- 
pflichtung 2c. Lalitäl, f.; 0: das Korrealsein. 
— Torreser-nt (ulat.), m., —en, (—6); -en: 
Zugeordneter des Referenten. -#nz, f.; —en: Be- 
richt eines Correferenten (Korrelation). Nren, 
intr. (haben): als Korreferent berichten. — Cor- 
regidör (span. Sechi-), m., —#6; -es: die oberste 
Magistratsperson einer Stadt, Oberamtmann, 
Statthalter 2c. — Corréct (lat.), a.: regelrecht; 
frei v. Fehlern u. Verstößen, Ggstz: Un-(od. in-) k. 
heit, f.; (-en): das Korrektsein (s. Orthologie): 
Ausmerzung der Un- (od. In-) K-en 2c. xiöôn, f.; 
—en: Berichtigung; Fehlerverbeßrung; Beßrung; 
Züchtigung: K-s-Bauten am Rbein. Na#, #. 2 1, 557 
Haus, Zuchthaus (frz. maison de c., mäsöng 
d' korrerjöng), vgl. Pönitential-.;-Mittel, Besse- 
rungs-M.; = Probe (Korrektur-; Korrigier-P.), einer 
Oper, bloß mit dem Orchester, ohne Sänger, ent- 
sprechend der Lese-P. bei Dramen, (. Düringer 226. 
Sional, a.: korrektiv. ionär, m., —e); -e: 
Züchtling, weibl.: K-in. Sionéll, a.: zucht- 
sträflich. - iv: 1) a.: zur Korrektion dienend. — 
2) n., -(e)s; —e: etwas Korrektives (Correctivum 
[8 24, 2, u.)). Globus 6, 11 fa .; Gläser. 
optische K.-Mittel. Salon 1, 548. or, m., —S; 
-Gren (§ 24, 3, öris): Berichtiger, nam. (Buchdr.): 
der die Korrektur besorgt. -oriäl, a.: forrektiv. 
ôrisch, a.: zur Korrektion dienend; darauf be- 
ruhnd: Eine #e Gesetzgebung. Volhsz. 17, 22. 
-örium, n., —6; ken s8 24, 2, u.): 1) Kloster- 
strafenverzeichnis. — 2) Strafzimmer, Bußgemach. 
— 3) (Mus.) Stimmhorn. -ür, f.; —en: Ver- 
beßrung, Berichtigung (s. Korrektion), — nam. 
(Buchdr.): des Satzes u. Säubrung desselben v. 
Druckfehlern: Die K. besorgen, lesen 2c.; K.-Bogen, 
Probe-B., Abzug für den Korrektor; -Zeichen 2c. 
— Correlat (nlat.): 1) a.: auf Korrelation 
(s. d. 1) beruhnd. Hai3. 21, 337. — 2) n., —(e)/; 
—e: etwas K-es: Rechts u. links; Eltern u. Kind sind 
K.-e 2c. Cion, f.; —en: 1) Wechselbeziehung, wo- 
nach das Eine das Andre voraussetzt u. beringt. 
G. 26, 89 2c. — 2) Correferenz. -ĩv, a.: in Kor- 
relation stehnd: K.-Pronomina, wie: Derjenige, 
welcher 2.; K.-Sätze 2c. Tivitält, f.; 0: das 
Korrelativsein. #i##us, a.: korrelativ. -um 
18 24, 2, n.]): Korrelat. — Körren: s. kurren. 
— Corr-enda (it.), f.; nde: Currende (s. d. 
Corrigieren 
u. Cirkulär); in Ostreich: außergerichtl. Darlegung 
der Konkurs-Ursachen. ente, a.: kurrent (s. d., 
vgl. kourant). (span.), m., —#; —: Kourier. 
Gerstöcker WW. 39 r. — Correpet-irren (nlat.), 
tr.: Etwas mit Jemand wiederholend einüben, es 
ihm einpanfen. -ikor, m., —6; ören (§ 24, 3, 
öris): dessen Amt das Korrepetieren ist, bes. auf 
Hochschulen, im Bühnenw. — Correptiön (lat.), 
f.; -#en: Korripierung. — Korrespon-dent 
(nlat.), m., —en, (—; —en: 1) Einer, mit dem 
man in Briefwechsel steht, bes. (kaufm.): Geschäfts- 
freund; Handels-K.; auch: Kommis, der die 
Geschäftskorrespondenz führt; serner: regelmäßiger 
schriftl. Berichterstatter, z. B. v. einem Handels- 
platz; an eine Zeitung 2rc.; auch Name v. Zeitun- 
gen: Der Hamburger unpartelische K. 2c. — 2) (sel- 
ten) Zu allen [Merkmalen] haben wir lebende K-en 
lentsprechende Thiere). ZBurmeiser Gsch. 188. 
denkin, f.; —nen: weiblicher Korrespondent. 
„denz, f.; -en: (vralt.) gegenseitige Beziehung u. 
Verkehr überhaupt. Zinngräf 1, 283 2c.; jetzt gw.: 
Briefwechsel, briestiche Mittheilung 2c.: Geschäfté- 
K.; Privat-K.; auch bei Omnibusfahrten mit ein- 
ander korrespondierende Züge, so daß der Aus- 
steigende auf sein Billett sofort in den 2ten Wagen 
zur Weiterfahrt einsteigen kann. Hachländer Heideh. 
169; K.-Billetts. Akewalp Lav. 3, 1. dieren, 
intr. (haben): 1) in Briefwechsel stehn. — 2) 
entsprechen, z. B.: (Astron.) K-de Höhen eines Ge- 
stirns, gleich große, die man zu beiden Seiten des 
Meridians, in Ost u. West, beobachtet hat; 
(Math.) Kde Stücke ähnlicher Figuren; K-de Winkel, 
auch nam. bei 2 v. einer dritten durchschnittnen 
graden Linien je ein äußrer u. ein innrer Winkel 
an derselben Seite der Schneldenden, die nicht 
Nebenwinkel sind 2c. -denzler, m., —; uv.: ver- 
ächtl. st. Korrespondent. Heine B. 248; 260. 
denzlerel, f#.; -#en: verächtl. st. Korrespondenz, 
z. B.: Läppische Selbst-K. [wo der Schreibende 
an sich selbst schreibt!). Danzel Less. 99. äl, m., 
—(e)s, —en; -#e, -en: s. Acceptant. „siv, a.: ent- 
sprechend, übereinstimmend. — Cörreus (lat.), 
m. [5 24, 2): ein Mitschuldiger; auch: C. de- 
béndi, Mitschuldner; C. credendi, Mitglänbiger (s. 
Korreal). — Corrida (span.), f.; —#: Wett- 
rennen; Wettkampf; bes.: C. (de töros), Stier- 
gefecht. -idör (frz., it.), m., —#: -#e, —#: „Lauf- 
gang“, schmaler, bedeckter Gang mit Thüren zu 
Zimmern, Logen im Theater 2c. (vgl. Kouloir): 
C. dérobé (s. d.); K.-Fenster, Treppe; Glas-K. 
lmit Glasthüren als Eingang 2c.I. iera, f.; 
re: Postschiff, Jacht. jere, m., —#; ri: Kon- 
rier; Reitpost. — Ceérrig-nd (lat.), m., en, 
(—6); —en: Züchtling. -enda, pl. [8 24, 2, n.11 
Druckfehler, vgl. Emendanda. Tendum &amp; 21, 
2, nu.): das Korrigleren: Pruritus (s. d.) corri- 
gendi. Tendus, m. I§ 24, 21: Korrigend. -ens 
[8 24, 3, n., cutis, Mz.: Ential: Mittel, das 
man einer Arzuei beimischt, um Nachtheiliges der- 
selben zu verbessern, aufzuheben. — Corrig-ibel, 
a.; korrigierbar, s. Ggstz: Jn-k. eren, tr.:
        <pb n="725" />
        Corrigiuncula 
bessern, verbessern, berichtigen 2c.: Den Datum ge- 
flissentlich ab-k. HSchmid Kanzl. 1, 248; Die durch- 
korrigierte zweite Auflage. Heine 20, 208; Die heraus- 
korrigierten, beschärigten Buchstaben. HKranke Kat. 73; 
Hinein-k. Sturz 2, 399; So durchstrichen u. ver- 
korrigiert sind die Hefte. HSchmid Kanzl. 1, 111; Sich 
zerschreiben u. zer -k. futher 5, 52 Sb 2c.; Korri- 
gier- (od. Korrektions-) Probe; -Strich, vor 
Druckkorrekturen. prechu 3, 352; „Zeichen tc. 
Siüncula, k. /§ 24, 112 in Klöstern Glöckchen, das 
Zeichen zur Geißlung gebend. — Torricol-o 
(it.), m., —#; —86, -i: s. Curriculo. — Corri- 
pieren (lat.), tr.: 1) ergreifen, haschen. — 2) 
tadelnd strafen. — 3) eine Silbe kürzen. — 
Corriväl-is (lat.), m. [8 24, 3, uv.]): Neben- 
buhler. ilät, k.; —en: Nebenbuhlerschaft. — 
Corrivatioön (lat.), f.; -en: Zusammenleitung 
v. Gewässern. — Corrobl(b)oree (C#D, m. (Corro- 
bori, n. Grube Ch. 2, 258), —s; —#: Nationaltanz 
der eingebornen Australier. — Corröbor-ans 
llat., § 24, 3, n., äntis; MzZ.: äntia): Star- 
kungsmittel. - ation, f.; -en: Corroborierung. 
ativ, n., e)s; -e: Corroborans. ren, tr.: 
stärken, kräftigen. — Corrö-dens llat., § 24, 3, 
n., déntis; MzZ.: -déntia): Atz-, Beizmittel. 
dbibel, a.; edibilität, f.: s. Korrosib-el, eilität. 
dieren, tr.: ätzen, beizen, zerfrefsen 2c. ibel, 
a.: korrodierbar. sibililät, f.; 0: Korrodier= 
bark. „siõn, f.; -en: Korrodierung. i#: 1) 
a.: korrodierend, auch: K-isches Gist. Sch. 113a1c. 
— 2) n., —(e): -e; - Fivum (5 24, 2, n.)]: kor- 
rodierender Stoff, — als Heilmittel, als Gift 2c. 
— Torrug-atio (lat.), f. [8 24, 3, önisl; 
Satiön, f.; —en: Runzlung. Tätor, m., —8; 
ören /§ 24, 3, öris): der „Runzler“, eine Stirn- 
muskel. ren, tr.: runzeln. — Corr--umpĩẽren 
(lat.), tr.: verderben; verführen; bestechen: Leicht 
korrumpierbar. Stahr Par. 1, 199 2c.; Kor- 
rumpiertheit. Ua3. 21, 21 2c. -üpt, a.; kor- 
rumpiert, verdorben, verderbt, schlecht, nichts- 
taugend r2c.; verschroben, verkehrt. uptel, f.; 
—en: Verderbnis, Verführung, Verfälschung rc. 
uptibel, a.: der Korruption ausgesetzt, ihr zu- 
gänglich ꝛc. uptibilität, f.; 0: das Korruv= 
tibel-sein. „ uption, f.; —en: Verderbnis; Fäl- 
schung: Bestechung 2c.: K-s-Eid, worin man jede 
K. im Amt abschwört; = Proces, wobei es sich 
um Bestechungen handelt ꝛc. - uplolög, m., —en, 
(J+6); —en: Lehrer der Bestechungskunst, dazu: 
K# f. Scherr Stud. 2, 239; Kisch, a. -üptor, 
m., —#;; ören [§ 24, 3, öris): Korrumpierer. 
Eichendorf Gsch Dr. 99. 
Cörf-a (it.), f.; e: Wettlauf der (reiterlosen) 
Pferde auf dem röm. Korso (s. d., vgl. G. 21, 
236). — Corsage (frz. -äfh'), f.; — : Busen — 
u. bes.: der ihn bedeckende Theil der Frauen- 
Kleidung. Salon 1, 632. — Korfak (rufs.), m., 
—6; —, —i: Der K. od. sibirische Steppenfuchs (vgl. 
Karakan); auch: K.-Wolf. — Korfän ((türk.), 
pl.: Mameluken. — Torfär (it.), m., —#, Sen; 
en: (kreuzender) Seeräuber u. sein Raubschiff 
Torteza 700 
(vgl. Pirat); bildl.: fKSchröder Samml. 4, 4, 2c.; 
Dem Groß-Ken. Gries Tass. 17, 30. -enhaft, 
a.: einem Korsaren eignend, gemäß 2c.; auch: 
Das korsärische sod. Korsaren-] Gewerbe. Sch. 
1040b. -enthum, n., —e)s; 0: Seeräuber- 
thum 2c. — Torse (engl. körs), n., uv.; —s: Ge- 
rippe. — Cors-elet (frz. —l), n., —#: —; leich- 
tes Korsett; leichter Harnisch, Bruststück. -et 
□—, n., —; —#: Korsett. -étt, n., —e)s; -e: 
Schnürleib, Leibchen, Mieder; Nacht-K. — 
Köôrsi (ar.), m., —6; —: Kanzel in Moscheen, 
vgl. Membar. — Coͤrs-ĩa (it.), f.; eke: Lauf (v. 
Flüssen 2c.); Gang, im Schiffsraum 2c. o, m., 
—8; —, -i: 1) Rennbahn; in it. Städten eine 
Straße, wo Pferderennen gehalten werden (ogl. 
Corsa). G. 24, 210 ff.; auch K., K.-Fahrt, Schau- 
u. Lustfahrt einer Wagenreihe, frz. Cours (s. d. 1b). 
— 2) Kours (s. d.): Al c., nach dem (Tages-- 
Kours. — 3) Etwas aus Korsfika, vgl.: Das 
braune grobe korsische Tuch, pänno c., welches man auch 
pelvue nennt. Crigorovius Kors. 1, 137 c., — bef. 
Wein vom Kap Corso in Korsika 2c. Luther 8, 
21 5a, ogl.: Wein Cors. Waldie 2, 3 1 147 (u. Anm.); 
Cursa. 4, 2432. — Korssiaha (türk.), k.; 0: 
Sorte türk. Taback. Kohl Sürr. 1, 86. 
Cort (span.), k.z -es: s. Corte 2: Das Wasser- 
tribunal, Ia C. dos acequféros. Globus 4, 11a. — 
Cort-a (span.), f.; —sz: Olmaß auf Malerka 2c. 
Encykl. f. Kauf. 620b. -än, m., —#; -es; -äna, 
f.; —s: span. Flüssigkeitsmaß. arna, f. ; —: 
½ Cortana. — Cört-e: 1) m., —8; —s (ogl. 
Cortex): a) die unreinste Sorte des Inrigs, im 
Ggss zu Flor (s. d. 1b). — b) die schlechte Sorte 
Krarr („Mull"“). — 2) (sran.), f. —# (ogl. 3): 
Gerichtshof, z. B.: IIn Bolivial die Obergerichts- 
höfe, C—s superiöres.. Der höchste Gerichrehof, C. 
suprêsma. Westermann 3, 344b :. In Mz.: die 
(Kan. u. portug.) Stände u. ihre Versammlung. 
3) (it., vgl. 2) f.; -i: Hof; Gerichtshof#ic.; auch: 
Die höhern (Vieh.] Weiden (die s. g. mittlern od. obern 
Staffeln, ital. stabii od. corti). Berlepsch 298 2c. 
—&amp;ge (frz. —h), n., uv.; —s: ehrendes Geleit, 
Gefolge 2c. -eggio (it. —#riho), n., —;#eggi: = 
Cortége (s. d., ogl. Corteo). U#t#3. 20, 129. 
eio (span. —echo), m., —S#z -#: Zemand, der einer 
Frau den Hof macht, vgl. Cieisbeo. — Körtel, 
f.; —n: s. Kordel. — Corlélla, f.: (in Kärnthen) 
Draht-Lehre zum Best. der Drahtforten nach ihrer 
Dicke. Scheuchenktuel 58, vgl. (als Namen v. Draht- 
sorten): Grobe Cortellini u. Cortella. Prechtl 1, 
211. — Corté-o (it.), m., n., —6; -i: = Cor- 
tége, z. B.: Braut-Geleit,-Zug (m.). Sregorovius 
Kors. 1, 195 ff.; Leichenzug (n.). 2, 30 c. — 
Cörles: 1) pl.: s. Corte 2. — 2) m., uv.; uv.: 
(in Ungarn) Ein ehemaliger C. od. Wähler. Nat. 
20, 227; Die C. (die Wahlagenten). 22, 311.— 
Cört-ex (lat.), m. [8 24, 3, eicis): Rinde, 
Schale, — bes. in der Pharmacie, z. B.: C. 
Chins, Chinarinde; C. eitri, Citronenschale 2c. 
„ẽza (span.), f.; —s: — Corter; auch Name einer 
Faserrslanze in Panama (Apeiba Tidoürbon).
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        710 Cortical 
„icãl (nlat.), a.: eine Rinde bildend, aͤußerlich: 
K. (od. Rinden-) -Substanz des Gehirns 2c. hicös, 
Ticös, a.: rindig, voller Rinde. — Tortin-a: 
1). (lat.) f. [§ 24, 17: Kessel; Dreifuß der Pythia 
(s. d. u. tripus). — 2) (it.), f.; -ze; Se, f.; —n: 
— Courtine (s. d.). — Körtilsch: s. Kartttsch. — 
Corlon (frz. —öng), m., —8; 0: feine Sorte Bur- 
gunderwein. 
Torüna (böhm.), f.: Krone, Reich: Die C. 
eska itschéskal — tschechisches Reich. — Coründ, 
m., —e)s; —e: K., einer der härtesten, im Wesenil. 
aus reiner Thonerde bestehnden Mineralkörper 2c. Kar- 
marsch 2, 484. -um I§ 24, 2, u.): Korund. — 
Coruse-#en (lat.), intr. (haben): flimmern, 
aufblitzend leuchten. -atiön, f.; S-en: das Ko- 
ruscieren, nam. des Silbers bei der Treibarbeit, 
Silberblick. 
CorvSe (frz.), f.; —#, —u: Frohn-Arbeit, 
Dienst. -ien, intr. (haben): frohnen. — Cor- 
vetle (frz.), f.; —n: leichtes, fregattisch zugetakel- 
tes Kriegsschiff mit Kanonen zw. Deck. Dobrik 
42 3a; G. 23, 275 2c. U. bes. Grenzb. 26, 2, 225; 
Dampf-K. 419; Glattdeck-K. 255; Schrau- 
ben-Ken. 26, 3, 241; Segel-K. 26, 2, 416; 
Kriegs-K. Semilasso Afr. 1, 262 2. 
Horpbänt (gr.), m., —en, —#;#en: s. Daktyl, 
vgl. Gallus 3: K-en-Waffentanz. Gregorovius Korf. 1, 
214. Tenhaft; -isch, a.: in wild lärmender, 
tobender Erregung. -ismus, m., uv.; zismen: 
korybantischer Zustand; solches Gebaren 2c. — 
Corpc##um, n., — ; zen [8 24, 2, n. : s. Kory- 
keion. — Korndon (gr.), n., —s; —# : Name, bes. 
v. Hirten, bei bukolischen Dichtern, z. B. in Vir- 
gil's 2ter Ekloge ein in unerwiderter Liebe zum 
schönen Aleris hinschmachtender Hirt; so antono- 
mastisch: O weh mir armen K.! Bücger 25b; Hamb. 
Ch. 2, 310; 5. 14, 5; W. 12, 31 2c. — Horphei- 
on (gr.), u., —#: -a: Art Ankleidezimmer in den 
Gymnassen od. Ringeschulen der Alten. Weiss Kost. 
1, 839; Das Corycenm. Guhl 1, 109.— HKorhmb-# 
(gr.), f.; —m: Korymbus. Liferen, pl.: Dolden= 
gewächse, Umbellaten. -ion, n., —s; ken (§ 21, 
2, n.): Haar-Wulst, -Nest (nödus). Döniger Sab. 
127. —55, a.: doldig. us, m. I§ 24, 21: 1) 
Scheitel. — 2) Dolde. — 3) s. Akrostollon. — 
Korgnephöre (gr.), m., —n; -n: „Keulen-, 
Knüttelträger"“, z. B. in Sieyon die dem Heer 
solgenden Sklaven. Nüstow gK. 51; Weise Kost. 1, 
769. — Korgpha, f. 18 24, 17: K., K.-Palme, 
Schirmpalme. — Korpphä-e (gr.), m., —; —n: 
Chor-, Reigenführer, der Erste, Hervorragendste 2c. 
Eichtudorff Gsch Dr. 108 2c.; auch k.: Die K. (Vor- 
tänzertn). Cobert 2, 176. us, m. (8 24, 21: 
Koryphäe. w. 33, 355 2c. — Cortza (gr.), k. 
18 24, 11: Schnupfen, Katarrh. — Korzce 
(poln. korshez), m., uv.; uv., Korcy: poln. 
Scheffel. 
I. Kös (ind.), m., uv.; uv.: K., Kos, Gos, 
indische Meile, — II. Cös (it.), f.: C., Coss, 
Regel-Cos — Arte od. Rögoln déna cösua (s. d. 1), 
vralt. st. Altgebra. — Toa: 1) (it., vgl. 2) f.; 
Kosmisch 
e: Sache, Ding: s. Grosso 1; auch in der Rechenk. 
die unbekannte, zu findende Größe, (. 1I Cos. — 
2) (span., vgl. 1) Sache, Ding: C—s de Espala 
(l. Espagne). — 3) (slaw.) f.: Kosa, (Sense). 
Weiss Kost. 2, 326, s. Kossar. — Rofachk (ruf..), 
m., —en; —-en: Volksstämme in Süd= u. Ost-Ruß- 
land 2c., auch Kasät: Die donischen Ken wechseln ab 
mit den stattlichen Linien-K-en. Bodenstedl E. 1, 305; 
Diese Lineiski kasaki, so nennen die Russen sie od. 
auch bloß Lineiski (Linientruxpen). Kohl Südr. 2, 
249; K-en-Polks. 248; K-en-Staaten u.-Het- 
manschaften. 242. Ja, f.; —s: Kosackentanz. 
isch, a.: den Kosaken eignend 2c. Cußon Z. 3, 
383 c. — Cofario (span.), m., —s; -s6: Pferde- 
u. Wagenverleiher. Globus 7, 230b.— Kofälschok 
(russ.), m., —s; —#: Livréediener in Kosakentracht. 
Virdert Turg. Zäg. 194. — Köscher (hebr.), a.: 
s. kanscher. Heine Rom. 210; OCmüler Erz. 3, 93 cc. 
#n, tr.: koscher machen: Ungekoscherten Wein. 
CPHahn Ad. 16 r2c.; auch: Käschern, bes.: Geräth- 
schaften nach den jüd. Nitualvorschriften reinigen 2c. 
— Köschk: s. Kiosk. — Cosec-ans (nlat.), k. 
[8 24, 3, räntis], -änte, f.; —n: (Math.) Die 
K., der Kosinns, die Kotangente eines Winkels od. Bogens 
bezeichnen beziehlich die Sekante, den Sinus, tie Tan- 
gente seines Komplements (s. d.). — Cösinus, m. 
[6 24, 41: s. Kosekante. — Kösin-ban, -Rin, 
-hni, m., —s; —6: japan. Goldmünze. — 
Koskin-odiscus, m., uv.; odisken s8 24, 21: 
„ Siebscheibe“, eine Gatt. mikroskopischer Thierchen. 
Hbumboldt Kosm. 1, 369. Jomant, m., -en, —##en: 
Jemand, der — u. sofern er — süch eines Siebs 
zum Wahrsagen bedient. Dazu: K-# f.; teisch, 
a. Jon, n., —8; za: Sieb; auch: Das K. des 
Eratosthenes, lat.: Cribrum Eratésthenis, Verfahren 
zur Anfsertigung einer Tabelle der Primzahlen 
durch allmähliches Ausscheiden der zusammengesetzten 
(od. Nichtprim-) Zahlen. — Cooscon (span.), in., 
—8 ; ###e)8: bettelnder Soldat. Volksz. 17, 172 2c. 
— Kosm-arch (gr.), m., -en. —## —en: Welt- 
herrscher: K-#i#f., Welt-Herrschaft, -Reich; 
k-isch, dazu gehörig. -eEfr. k.; —n; -esis, f 
[8 24, 3, uv.]: das Schmücken, Verschönern 2c. 
rt, m., —-en, (—#); —en: Zur Kaiserzeit sehen wir 
den K-en, welchem ein Anti= lod. Vice.] K. u. 2 Hypo- 
lod. Unter-] K-en beigeordnet waren, zum Aufseher der 
Epheben im Gymnasion (Turnplatz] bestellt. Guhl 1, 
238, auch: Die Ken, die bei der Toilette beschäf- 
tigten Diener — u. (weibl.): Dienerinnen, Skla- 
vinnen. Döniger Sab. 18. Elih, f.; —en: Ver- 
schönrungs-, Putz-, Toilettenkunst 2c.: Haar.K. 
Tktieum [8 24, 2, n.]: Schönheitsmittel, vgl. 
(frz.): Cosmetique (-#l. Olaser Niederl. Nov. 
36. (élisch, a.: zur Kosmetik gehörig sfrz. 
cosmetique). ihl, kI.: Kosmologie. Jicus, 
a.: kosmisch. isch, a.: den Kosmos (s. d.), das 
Weltganze betreffend, in Bezug darauf stehnd od. 
aufgefaßt (s. Ggstz tellurisch) 2c.: Man uennt den 
Auf= od. Untergang der Gestirne k., wenn er mit dem 
Ansang des Tages od. mit Sonnenaufgang geschiehr. 
Alsdann geht das Gestirn gleichsam der Welt auf od.
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        KRosmogonie 
unter. Gehler 2, 795 (vgl.: Ortus céSmicus. 1, 
177) ꝛe.; Die k—en Schleimblasen .. gehören zu den 
Mythen der Meteorologie. Humbold! K. 1, 136; Die 
ke Physik. Uatur, Ergänz. 6, 9a; K-e Wolken. Volksz. 
15, 106 (als Keime der Kometen) 2c.; Aus ihrem 
k-#en Zusammenhange. Schligel GR. 190; 228 2c. 
Sogonfe, f.; —eyn: Lehre v. Entstehung der Welt 
(ogl. Geogonie, Physiogenie). Dazu: Die kosmo- 
gönische u. theogönische Natursymbolik. Mag. d. Ausld. 
31, 351b. Jogräph, m., —en, (—s); en: Be- 
schreiber des Kosmos, der Weltkörper. Dazu: 
K-ir f. Fisch, a. -okrät, m., —en, —#; -en: 
Kosmarch. Dazu: K', f.; k-isch, a. olög, 
m., —en, —8; Sen: der sich mit der Erkenntnis des 
Weltalls beschäftigt. Dazu: K-ĩẽ, f.; kkisch, a. 
onöm, m., —en, —#; -en: Einer, der sich mit 
der Erfenntnis der das Weltall durchherrschenden 
Gesetze beschäftigt. Dazu: K- is, f.; kisch, a. 
ophuesik, f.; —en: Naturlehre des Kosmos. 
Dazu: K-er, m.; kosmophbßsfisch, a. opöist, 
m., -en, (—#); -en: Einer, der sich mit der Welt- 
erschafung (Kosmopöié, vgl. Koemogonie) be- 
schästigt. Wockern. 4, 4704. Jopolit, m., Sen, 
—#6#; —#en: Weltbürger, s. w. 30, 395 ff. Dazu: 
Klisch, a., z. B. auch (v. Pflanzen), der ganzen 
Welt (d. h. Erde) angehörig. Elobus 1, 24 a 2c.; 
Klismus, m., Weltbürgerthum, Weltbürgerlichk. 
(Ggstz Patriotismus, s. d. u. Politismus), seltner: 
Der Kosmopolitanismus. BRat3. 21, 61 2c., 
vgl.: Die Kosmopolitik der Börsen. Mag. d. Aueld. 
35, 598b. Jorama, n., —s; ämen s8 24, 3, n., 
j+is): Panorama (s. d.), das den Kosmos od. 
vielmehr einen größern Theil desselben umfasst; 
bildl.: Kwolfram Verl. Seel. 1, 3. —os, m., uv.; 
oi: Schmuck. Weiss Kost. 1, 727 2c.; die „geordnete 
Welt“ (s. Ggstz Chaos); Weltordnung, Welt= u. 
Himmelsraum; die ganze Körperwelt; ein sie um- 
fassendes Werk, s. Humboldt K. 1, 62. — Kösmös 
(kalmück.), m., uv.; 0: bei den Bergnomaden am 
Altai, Bez. des bösen Dimons (im Ggstz zu 
Uülgän (s. d.), der guten Gottheit) — Erlik (mon- 
golisch), Schaitan (türk. = Satan). Globus 11, 
218a; 249a ꝛc. — Kosm--oskopfé (gr.), k.; 
—(eyn: Weltbetrachtung. -ofôph, m., —en, -6; 
—en: Einer, der auf mystischem Wege nach Er- 
kenntnis des Kosmos strebt (vgl. Theosoph). Dazu: 
Kic f.; k-isch, a. -osphäre, f.; —: Welt- 
kugel. -otheismus, m., uv.; 0: Der K. nimmt 
Gott außerhalb der Welt u. im Ggstze zu derselben an. 
Burdach Anthr. 419 (vgl. Pantheksmus). Dazu: 
Kosmothes'st (m., -en, —; —en); isch, a. 
otheologik, f.; (-en): sich auf Kosmologie 
(s. d.) gründende Gotteslehre. Dazu: Kosmo- 
theolögisch, a. 2c. Jotheôros, m.: Welt- 
Beschauer, -Betrachter. us, m. I§ 24, 21: Kos- 
mos. — Tospett-o (it.), m., uv.; zi: Antlitz, 
— bes. in Flrchen: C. di Bäcco (s. d.) 2c. — 
Köss: s. Kos. — RKofsär (russ.), m., —6; —, 
—i: Mäher. Koht Südr. 2, 131 c., s. Kosa 3. — 
Koss-ätih), -ät(h), m., -en, (—8); —en: „Koth- 
sasse“, Halbbauer, Häusler.— Cossist, m., en, ; 
Cote 711 
en: (vralt.) Algebralst, s. Cos II. — Kossul! 
(ungr.): Name des berühmten ungar. Revolutions- 
helden. Danach z. B.: K.-Hut. Garienl. 16, 5 Sib. 
— Röst (ar.), f.; 0: eine Pfl., gw.: K.-Wurzle), 
Côstus, Rädix cösti, zu Salbölen r2c. dienend, 
vgl.: Die Wurzel eines Strauches, Köstum genannt. 
Böttiger Sab. 108, vgl. 125. — Cöst-a: 1) (lat.) 
f. [§ 24, 11: Rippe. — 2) (it.) f.; 2e: ((. 4) 
Rippe; Kuste. — 3) (it.) — constat (s. d., 
nam. 2). (it.), adv.: — cosn (s. d.). — 
Cost-al (nlat.), a.: auf die Rippen bezüglich. 
algie, f.; -(eynn: Rippenschmerz. älis, a.: 
fostal, z. B.: Pleüra (s. d.) c. — Costermonger 
(engl. —möngörr), m., —#s#; —s: Straßenverkäufer. 
Uat3. 20, 551. — I. Kösti, m., —#s; —#: Gürtel, 
den die Parsen mit der Mannbarwerdung anlegen. 
Peietmann Or. 2, 204; Uosenkranz 113; Weiss 1, 
2 83 2c.; Kusti. AMonatbl. 1, 190 2c. — II. Costi 
(it.), adv.: C.; ac., dort, — bes. kansm.; dazu 
(bralt.): Cöstig, dortig. — Cöstie, f.; —n: das 
Kind einer Fustie (s. d.) u. eines Weißen. — 
Cöstig, a.: s. cofl. — Köflum, n., —; 0 (§ 24, 
2, u.]: s. Kost. — Coslum-e (frz. —üm, auch 
geschr.: Kostüm; dagegen ugw.: Costum, Reim: 
um. Hammer Memn. 210), n., —, Uv.; -s, Kostüme: 
das in einem gewissen Bereich, zu einer gewissen 
Zeit Ubliche in Sitten u. nam. Tracht; Gegen das 
K. verstoßen 2c.; Ball 2c. en lang] c., in besondrer 
(nicht der gw. modernen) Tracht 2c.; auch, nach 
heutiger Mode, ein vollständiger Damenanzug aus 
einem od. aus übereinstimmendem Stoff; Ball- 
K.; Im Bloomer ls. d.)-K. lewald Genf 434; 
In der Schauspielkunst lässt sich das K. in Volks-, Cha- 
rakter= u. ideales K. eintbeilen; Jagd-K.e; Na- 
tional-K.: Im Pelzmärtel-K. Garientl. 16, 171a; 
Pontifikal- (s. d.) K.; Ritter-K-e; Das reif- 
röckische Schäfer-K. Gervinus Lit. 3, 477; Das alte 
Rokoko-K.; Sommer- K.; Volks-K., (. o.: 
Charakter-K.; Zeit-K., s. u.: K.-Treue 2c.; ferner 
z. B.: Der K.-Ball len c. ; Dekorations= u. Ken- 
Glanz; K.-Rollen, -Stücke, die nicht in moder- 
nen Kleidern gespielt werden; K.-Treue u. Zeit- 
K. 2c. -ier □##), m., —; —# : Einer, dem — u. 
sofern ihm — die Sorge fürs Kostüm obliegt, 
z. B. beim Theater; auch: Dem Schneider. Die 
Leistungen des Ks. Gartenl. 15, 795a w. Sikren, 
tr.: dem Kostüm gemäß darstellen, mit einem 
Kostüm bekleiden 2c.; auch: Kostümierter Balll= en 
costumel. -lich, a.: das Kostüm betreffend: Im 
Ken tonangebend. Uat3. 20, 277; Weils Kost. 1, 
XII; 321; 339; 197 2c. — Cöstus, m. /§24, 21: 
s. Kost I. — Cöt (engl.), n., —#; —§: 1) Hüntte. 
— 2) Wasserhbuhn. Kohi Engl. 2, 170. — 
Cotangente, f.; —n#: s. Kosekante. — Cot-e 
(frz. kät), f.; —#: (s. Costa 1) Nippe, z. B. 
Fausses (s. d.) C—s# 2c.; Berg-, Hügelhang, — 
bes. v. Weinbergen, so: Gartenl. 17, 88a; C.= 
Weine des südöstl. Frankreichs, vgl. als Eigenn. 
für Gegend u. Wein C. d'or; C. rötis ꝛc. —6, m., 
uv.; —#: Seite: C. droit ldrodl u. — gauche lgosch], 
die Rechte u. — Linke, auch als Partei-Bez. nach
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        712 Cotelett 
den Sitzen in der Kammer; Neben ihr du ldül c. 
du cceur (dü körl, der Hausfreund. Salon 3, 726, an 
der Herzensseite. — Coötelétt (frz.), n., —; -8; 
-e, f.; —, —nü : auf dem Rest gebratnes Rippen- 
stück: Hammel-; Kalbs-; Rinder-; Schweine-K-s 2c.; 
C-es à la. minute s-ũt], rasch gebraten 2c.; ferner 
nach der Ahnlichk, des Aussehns, v. breiten Backen= 
bärten (s. Favori 2): K.-Bart; Backen-K-—#; Haar- 
K-en 2c. — Coterfé (frz.), f.; —eyn, —6: C., 
Kotterle = Klicke, s. nam. Pruts Gsch. Th. 230 rc.; 
Adels= K.: Familien-K-n: Eine K.-Sprache; 
Kotteriestänkereten. — Köthon (gr.), m., —S; 
—8: Felrflasche. — Kothürn (gr.), m., -(e)s; 
e: Art Schuhzeug, Stiefel, nam. Jugsb. Z. (44) 
1946a rrc., vgl. frz.: Stiefelchen à la Cothurne 
[—ürnl. Garienl. 15, 727a 2c.; nam. hochsohliger 
Schuh, auf dem die Tragödienspieler einher- 
schritten, Gastz der niedrige, fürs Lustspiel dienende 
Soccus (s. d.); auch Bez. der Tragödie (wie Soccus 
der Komödie) u. der ihr gemäßen Sprache; Dein 
K.= Gang, Aschylos; Im hohen K.-Schritt der 
Buhne 2c.; Zagd-K. l. Schub]; Wasser-K., dichte- 
risch — Schrittschuh. RKlopto Ob. 1, 208; 2, 
253 2c. Zen, intr.: auf dem Kothurn einher- 
schreiten, auch refl. Droysen Ar. 1, 354 12c.; Be- 
kothurnt. 3, 452, mit einem Kothurn versehn. -us, 
m., uv.; ze (§ 24, 2): Kothurn. Sch. 96b; V. 
Hor. 2, 357 c. — Cotidal (engl. —äll), a.: s. 
Isorachien. — Cokieren (srz.), tr.: numerieren 
(s. d.), die die Reihenfolge, den Werth, Preis 2c. 
v. Etwas bezeichnenden Ziffern od. Buchstaben 
aufschreiben 2c. — Cotillon (frz. köttilsong), m., 
—68; —# : „Unterrock“, Name eines Gesellschafts- 
tanzes mit vielen Touren (K.-Orden 2c.); auch die 
Tonweise des Tanzes. — Tolinga (span.), f.; 
—s: Name v. Vögeln, Zuser. Ohen 7, 81, bef.: 
Blaue K-s. 82 = Cordon (s. d.) -bleu. — Cotif- 
ation (frz.), f.; -en: Kotisierung. -#####, tr.; 
refl.: Personen, — auch: sich selbst — mit einer 
Beisteuers-Quote (s. d.) belegen. — Col-on 
(frz. -öng), m., —#; —#: Baumwolle; Toile ss. d.) 
de c., Kattun (s. d. u. Cotton): „Kotonstrümpfe . 
Grenzb. 24, 1, 317 2c. Jonera, f.: Baumwollen= 
distrift lauf Malta). Uaumer Tasch. II, 5, 287; 
290 2c. -onnade, f.; —n, —: Art Baumwoll- 
zeug. -onnerie, f.; —eyn, —: Baumwollweberei. 
onnieren, tr.: mit Baumwolle füttern, aus- 
stopfen rc. — Cölogieren (frz. kotoaj-), tr.: das 
Obj. entlang sich fortbewegen 2c. — Kotsabaäscha 
(türk.), m., —#; —#: ein Vornehmerer, nam. unter 
den Rajas. — Cölla (it.): Térra (s. d.) c., ge- 
braunte Erde, d. i. Thon. — Hötlab-ismus 
(gr.), m., uv.; zismen [8 24, 2): das Kottabos- 
spiel; Tropfbad (s. Douche). -os, m., uv.; 0: 
altgr. Gesellschaftsspiel der Trinkgenossen. — 
Cöllage (engl. -edsh), n., f.; uv.; —s: Hütte; 
einfach ländliches Haus: Love llöww] in a c. [LLiebe 
in einer Hütte); Im Stil der engl. C. orn e. päckier 
Südöstl. 3, 401; Hübsche C.-Häuser; C.-Stil od. 
sstyle isteil) ꝛc. — Cotlerte: s. Coterie. — Cötller 
(engl.), m., —#; —#: Hüttenbewohner. Hoht Engl. 
VToulis 
2, 122.— Cöltim-o (it.), m., —#; -i: bedungne 
Arbeit; Steuer, die europäische nach der Levante 
segelnde Schiffe an ihre Konsuln geben. — Cötton 
(engl.), m., —s; —s: Baumwolle, Baumwoll= 
Stande, -Baum; Kattun (s. d., vgl. Coton). 
W. 26, 397 rc.; Kohl E. 2, 180; 258; C.-Hemd; 
C.-Lord (Besitzer v. Baumwollpflanzungen!); Die 
höchst bösartige c.- mouth (mauthj. Gerltäcker WW. 
199, „Baumwollmund“, eine Giftschlange; Die C. 
spinners (Baumwollspinner). Kohl Engl. 1, 77; 
C.-Vogel, Beutelmeise (poln. Remitz); Waldriesen; 
C.-Wood suwüdd] u. Eschen. Gerstächer WW. 197 (C.= 
Baum) 2c. — Cokula (lat.), k. [8 24, 11— 
Kotyle. — Kötwal (pers., ind.), m., —#; -#: 
oberster Policeibeamter einer ind. Stadt, Schulze. 
Grubt Ch. 2, 115. — KRotpl-e (gr.), f.; n; 
-os, m., uv.; zoi: ein Gefäß, als Hohlmaß u. 
Trinkgeräth. edon, m., —s; zönen (§ 2ji, 3, 
is!: (Botan.) Samenlappen (s. A-, Di-, Nono- 
(—en); bildl., z. B. G. 25, 172. 
Cou (frz. k#), m., —#; -s: Hals (vgl. Col 2), 
s. Chiquenande. — Couch?e (frz. kusch): 1) interj.: 
s. kusch. — 2) f.; —# : a) s. Kusche. — b) Bett, 
nam.: Kind-, Wochenbett: Fausse (s. d.)c. — 
JP) (s. b) Lage, Schicht 2c. wochendusen Eva 72 1c. 
— 4) in Salzgärten, kleine Behälter, in die das 
Salzwasser aus dem Jas (s. d. 2b) fließt. Karmarsch 
2, 461. Sen: s. kuschen. -tte, f.; —, —s: Ruhe- 
bett, Art Sopha 2c. — Condee (fri. kude), k.; 
—8: ein Längenmaß, Elle 2c. — Koughue: s. 
Boukhé. — Kouguar: s. Kuguar. — Toui (kui): 
s. Hignera. — Koujon 2c.: s. Kujon. — Coucus 
lkantös]: s. Caucus. — Coul-age (fre. kuläsh-), f.; 
—I : (kaufm.) Verlust an flüssigen Waaren durch 
Ausrinnen, Lecken (Leckage). Jamment (Cammäng), 
adv.: fließend, geläufig. - ance (ngß), f.; 0: 
das Koulantsein eines Geschästsmanns 2c. anl 
(—äng): 1) a.: fließend: Kee Schreibweise 2c.; durch 
Freisein od. Fernhalten v. Schwierigkeiten leichtes 
Zustandekommen u. vaschen Abschluß ermöglichend 
od. vermittelnd. — 2) m., —; —: Schieber an 
Regenschirmen 2c.; an Schmuckketten 2c.; auch ein 
Schmuck an einer Kette, die sich so verlängern u. 
verkürzen lässt 2c. —, m., —§; —s: (Mus.) das 
Schleifen von Tönen; Tanzk.: geschleiftes Pas. 
Sék, f.; —##: Art Kursivschrift, s. Kurrent. — 
Touleur (frz. kulör), f.; —en: Farbe (vgl. Klör), 
— mit einem Zusatz auch adjektivisch: Ein Kleid c. 
du jour [s. d., Schluß]. möser Ph. 2, 219, ein 
modefarbnes; C. de puce (s. d., püß] Haurschuhe, 
flohfarbige; C. de rose, rosenfarb, rosa (s. d.) 2c.; 
danach als sächl. Hw., auch bildl. Kohl Pet. 1, 
164 2c.; bes. auch: Farbe im Kartenspiel: Ein 
Spiel en langl c., in der besten Farbe; C. de prels- 
rence l-angßl, beßre Farbe 2c., s. auch Contre-c.; 
ferner: Dle beste Smalte [s. d.], die sogen. C. Kar- 
marsch 2, 152 2c.; auch: manche Zusätze, wodurch 
man Waaren eine beßre Farbe ertheilt 2c.; ferner 
(bursch.): die Farben einer Studentenverbindung, 
eines Korps — u.: das Korps. — Couleorine 
(scz. kul-), f.; —., —#: s. Kolubrlne. — Coul-is
        <pb n="729" />
        Coulisse 
(frz. kuli), m., (f.); uv.; uv. (mit lautendem s) 
Bouillon zu seimiger Sauce verkocht; auch: Etwas 
v. ähnl. Konsistenz, z. B. solcher Gipsmörtel 2c.; 
s. auch Kuli. -isse, f.; —n: 1) CTischl. 2c.) Nuth, 
worin sich Etwas auf= u. abschiebt 2c.: K-n-Tisch, 
Auszieh-, Schiebtisch re. — 2) (s. 1, Bühnenw.) 
die die Seitenwände od. Flügel der Dekoration 
bildenden Theile m. versch. Einrichtungen (s. pü- 
ringer 291 ff.), z. B.: Klappx(en)K-n, durch in 
der Mitte befindliche Klappen zu verwandeln; 
Roll-Kn, aufzurollende; Schiebe-Kn, in einer 
Nuthe hin u. her schiebbar 2c.; dazu: K-n-Haken; 
Kanal; = Wagen, ein Rahmen auf einem Roll- 
wagen zum Aufstellen der K-n#2c.; Ein Schauspieler 
reißt K-n, ist ein K-n-Reißer, hascht durch über- 
mäßiges Gestikulieren, Schreien 2c. nach dem Bei- 
fall des rohen Haufens (der Gallerie); K-n-Rei- 
ßerei; Hinter den K-n, im Ggstz zur (Schau-) 
Bühne, eig. u. Ubrtr., z. B. Heine Lut. 2, 126 rc.; 
Hinter die Ken sehn (s. Postscenium), Einblick ins 
Treiben, das dem Zuschauer verdeckt bleiben soll, 
gewinnen 2c. (vgl.: Die Kinderstube ist die Hinter- 
K-n#-Wett des Lebens. Bazar 1 5, 47c); auch der Raum 
zw. den K-n. Zotzebur NSch. 10, 505 K.; ferner 
als Bez. der Bühne übrh. Kosok Fed. 1, 44 2c.; 
bes. als Bstw.: K-n-Intrige;-Jur; -Kabale; 
K-n- Zwang (195) 2c. — 3) (vgl. 2) Nebenräume 
des Börsengebändes, nam. in Paris; auch das 
dort verkehrende Publikum. Uot 20, 422; Bör- 
sen-Knu. Gutzkow 3. 2, 331 2c. — 4) (vgl. 1; 2) 
bei Damenanzügen 2c. ein Theil, der mittels eines 
Bands, einer Schnur sich in die Höhe ziehn u. 
niederlassen lässt. — 5) Forstw.: K., K-n-Hieb, 
Schlag, ein schmaler Streif ältrer Bäume, die 
man zum Schutz der jungen Ansaat stehn lässt. — 
6) (Maschin. 2c., s. 1) am Gestell der Drehbank, 
die Wangen; vgl. Schellen 49 2c.; serner: An Lotko- 
motiven die K-n-Steurung. Karmarsch 1, 662 ff. 
Sissier (-is#) m., -s; —6: (s. Koulisse 3) Börsen= 
Mann, -Spefulant. -oir (-oir), m., —6; —: 
Korridor zum Auf= u. Abgehn r2c., z. B. im 
Theater. Naiß. 20, 187 2c.; auch: In den Ks des 
gesetzgebenden Körpers wurde heute erzählt rc. 21, 90; 
22, 110. — Council (engl. käünßill), m., —; 
—6 : Berathung, Rathsversammlung, Rath: Dem 
Privy C., dem brittischen Staatsrath; Der legislatire 
((ershisletiww]) C. Nat3. 20, 578, bie gesetzgebende 
Versammlung lim engl. Australien). — lor, m., 
—8#; —#: Raths-Mitglied 2c.: Aelaide: llusre C—3 
(Stadtverordneten). 21, 191 2c. — Count (engl. 
kännt), m., —§; —s: s. Earl. — Counterpane 
(engl. käünterpvehn), n., —s; —: Steppdecke. 20, 
331 2. — Countess (engl. kännt-), f.; —-es: 
s. Earl. — Count-out (engl. kaunt-äut), n., —S; 
—6: „Auszählung“ der Mitglieder einer Versamm- 
lung, bes. des Parlaments, um zu sehn, ob sie in 
beschlußfähiger Anzahl (Duorum) anwesend find. 
Solon 2, 459. — Countr--y (engl. köntri), n., 
uv.; -ies: Land: s. improving 2c.; C.-dance 
ldanßl, ländl. Tanz (s. Contredanse); C.-man, 
Landsmann c. — Count--p (engl. kännti), n., 
Coupieren 
713 
—6, (f.); ztes: „Grafschaft“, — nach der in Eng- 
land (s. Shire) u. den Vereinigten Staaten Nord- 
amerika's herrschenden Eintheilung — ein Landes- 
bezirk (auch: dessen Bewohner), s. auch Gaol. — 
Coup (frz. kü), m., —#; —6; etwas überraschend 
Eintretendes, nam. sofern es dabei auf Uber- 
raschung abgesehen ist, Streich 2c.: Einen K. machen, 
etwas Beabsichtigtes schnell u. glücklich vollführen; 
Ein Bühnen= (od. Theater-) K., eine unerwartete, 
ganz überraschende Wendung in — od. wie in — 
manchen, der Motivicrung ermangelnden Bühnen- 
stücken 2c.; Ein Haupt- or. Meister-K.; Thea- 
ter-K 2c.; Faux (s. d.) c. ic.; C. d’assnrance 
(dassurängß], Preischuß (s. d.), wodurch ein Kauf- 
fahrteischiff aufgefordert wird, sich einer Durch- 
suchung zu unterwerfen (Semonce); Der „c. de 
chien“ (schjengl. Mol3 20, 386, das rechte Feuer 2c.; 
C. d’'’éclat l(rekläs, Haupt-K.: C. d’essai (dessä), 
Probestück; C. d'état ldetäl, Staatsstreich; C. de 
force Isorß]. Gewalt-, Kraftstück; C. de fortune 
[—ünl, Glücksfall; C. de gräce lgräßl, Gnadenstoß; 
das Letzte, Außerste. Afe#wald Lav. 1, 80 1c.; C. de 
hazard lasärl, Wagstück; C. de main lmängl, Hand- 
streich, Uberrumplung; auch: Nachhilfe. Hausbl. 
(6o) 3, 34; C. de maitre lmät'r), Meister-K.; C. 
de poing lpoeng], Faustschläge; C. de thätre 
[—änr!, Theater-K.: C. d'œil (dölj], ein wohin 
geworfner, rascher Blick rc.; C. manqdus — Fausx 
c., Fehlschlag; A c. perdu I—hüll, aufs Gerathe- 
wohl 2c. — Coupable (frz. kuräb'l), a.: schulrig, 
strafbar. — Coup-age (frz. kupäsh'), f.; —n: das 
Verschneiden, Schmieren des Weins. (küp), f.; 
—6# : 1) Schnitt 2c.; im Kartensp.: das Abheben. 
— 2) Becher 2c.: Grade entre langt'r] la c. et le 
la levre lläw'rI. Astwald Lav. 2, 174, zw. Lipp' u. 
Kelches Rand (s. Büchmann Gfl. 121). —é: 1) a.: 
konpiert. — 2) n., —5; —# : a) Tanzpas mit Bie- 
gung des einen Fußes u. Vor= od. Hinterbewegung 
des andern. — b) Halbkutsche (koupierter Wagen): 
Reise-K. Gutzowm 3. 2, 252. — C) (s. b; d) das 
Vordertheil (Kabriolett, s. Berline) der Diligencec. 
9, 276. — d0 (s. bic) in Eisenbahnwagons ein 
durch Vorder= u. Rückwand abgesonderter Raum 
für eine best. Anzahl von Personen. 7, 313 cc.; 
Damen= K.; Im Neben-K.; Rauch-K. Ilfür 
Raucher] 2c.; Schlaf-K—s 2c.; K.-Wagen;: K.- 
Lampe. -e-Gorge (kup'gorsh), m., uv.: Hals-, 
Kehlabschneider; Etwas, wobei man leicht um 
Hals u. Kragen kommen kann 2c. — Conpell- 
atiön; e; -#ieren lkup—I: s. Kapell-ation; #e 8; 
#ieren 1. — Couperose (frz. kup' rof), f.; —s: 
Kuvfervitriol; Kupfer im Gesicht (als Ausschlag). 
— Coupce; (srz. kure): heben Sie ab! (im 
Kartensp.). - iren, tr.: schneiden, abschneiden, 
z. B. Housbl. (66) 4, 256 1c.; auch: Pferde rc. k., 
ihnen den Schwanz stutzen; (Kartensp.): die 
Karten abheben, abnehmen (auch o. Obj.); ferner: 
eine Karte mit einer höhern stechen; (Mus.): die 
Töne kurz abstoßen; (Weinhand.) den Wein ver- 
schneiden, d. h. verschiedne Sorten mischen ꝛe.; 
(Kriegsk.): Kouptertes Terrain, durchschnittnes, —
        <pb n="730" />
        714 Conplet 
in dem Graͤben 2c. dem Vorrücken Schwierigkeiten 
darbieten. — Coupl-et (frz. kuple), n., -s; —: 
im leichten Singspiel 2c. ein nach der für alle 
Strophen wiederkehrenden Melodie zu singender 
Liederabsatz, gw. mit Nefrain: K.-Possen. Winter- 
seld Wink. 1, 26. Setikren, tr.: in einem Kouplet 
durchhecheln, verspotten, vgl. chausonnieren. — 
Coupole (frz. kupöl), f.; —#: Kuppel (s. d. 2. Ss.), 
auch geschr.: „Cuxolofen". Scheuchenstuel 53; 
Kupolöfen. Karmarsch 2, 607 ff., vgl. (it.) „Cü- 
polo. Ofen . Milscherlich 2, 283; Die „Küpolo--- 
öfen “. Prechll 5, 84 ff. 2c. Dazu: Kupöl= od. Küpolo- 
Eisen, durch Umschmelzen im Kupol-Ofen er- 
zeugt; ferner (it.) Cüpola, auch engl. (spr. kjür—-), 
z. B.: Bel den Schiffen des Pivotsystems .. eiserne 
Kuppeln (cupola) od. Thurme (turrets). Grenzb. 26, 
1, 122. — Coupon (frz. kupöng), m., —8; 
—# : 1) die den Staatsschuldscheinen 2c. beigegebnen 
u. zur Verfallzeit abzuschneidenden Hebungsscheine 
über fällige Zinsen (Zinsleiste; Schnittschein): Zins- 
K.; Stich-K. (Talon), das nach Abschneiden der 
fälligen K-s übrig bleibende u. bei der Erneurung 
als Beleg dienende Papier 2c.; K.-Schneider, 
(verächtl.) Bez. eines rein v. seinem Zinsgenuß 
Lebenden (s. Rentier). — 2) (s. 1) verallgemeint, 
z. B.: K. einer Postanweisung 2c. — 3) Rest von 
Schnittwaaren. — 4) gleich zu einem Bett zuge- 
schnittne Bettzwilche. = ure ((#r), f.; —n, —6: 
Schnitt; Ab-, Ein-, Durchschnitt: Hemmnis bei 
einem kourierten Terrain 2c. — Cour (frz. kür), 
f. (m.); —#, —en: Hof, z. B.: 1) Gerichtshof: 
C. de cassation [—aßtföngl, Kassationshof (s. d.) 2., 
auch: C. d’amour ldamür], Liebes-, Minnehof 
(s. d. Ss.), als masc. (wie Hof). Rosenkranz PGsch. 
470 1c. (s. arrst); — bes. aber: 2) fürstlicher Hof 
(vgl. Jardin) u. — die feierliche Versammlung 
desselben, um den Fürstlichen dienstbeftissen Auf- 
wartung zu machen: Grande (grängd’'] c. od. 
C. plenière (järl, große (vollzählige) K., Hofver- 
sammlung; C. parés od. Gala-K., v#xgl.: K.-Gala; 
K.« [vgl. apartement-]fähig, zum Zutritt bei Hof 
berechtigt; auch übrtr. cichendorf Gsch Dr. 91 2c.; 
K.-Gaia, Tracht, wie sie bei Gala-Ken üblich; 
Von Hoffahigk., Hofkleidung, K.-Tagen 2c. Scherr Bl. 
2, 353 ꝛc. — 3) (s. 2; Hof 4. Se.) verallgemeint: 
Kreis dienstbeflißner Verehrer, nam.: Einer Pers. 
rie — seltner: eine. W. Luc. 6, 416 — K. lod. ren 
Hof] machen, durch angelegentl., eifrige Verehrung 
u. Dienstbeflissenheit sich um ihre Gunst bewerben, 
bes.: Einer Dame, Damen, vie K. machen, auch o. 
Dat.; ähnl.: Peter schneidet die K. Gloser Niederl. N. 
197; K.-Macherei. ebd. 2c.; s. couren. — Tourag#e 
(frz. kurash'), f.;0: Muth, Herzhaftigk.; selten 
(nach dem frz. m.) neutr.- z. B. Souheif G. 235; 
Scherr Gr. 1, 262; Sch. 18 3a ic.; Weh- K., Ver- 
zweiflungsmuth 2c. -eur (S), a.: muthig, herz- 
haft 2c.; weibl.: c1ourageuse (—ô/I| u. adv.: 
ment lmängl; vgl.: Couragiert ist er. Mtißner 
N. 1. 146; Carsenl. 15, 62 8b; „Kuraschlert “. Gonhel 
G. 1: Sch. 246 ; Salon 3, 157 2c., s. Enkonragieren. 
— Cour-amment (sfrz. kurammäng), adv. zu 
Cours 
courant (s. d. 1). -ant (ng): 1) a.: umlaufend, 
in Umlauf, marktlänfig, marktgängig, gäng u. 
gebe, gültig 2c. — 2) substant., z. B.: a) m., 
; : Strömung. Sartenl. 14, 40a 2c. — b) n., 
—8; 0: (s. 1) die im allgemeinen Verkehr um- 
laufende, gäng u. gebe Münze, gw. das grobe 
Eilbergeld, z. B.: Hamburger K., im Ggstz zum 
seinern Bank= (od. Banko-) Geld; Prenßisch K. 
(eft abgekürzt P. Ct. 2c.), im Ggstz zum Gold rc.; 
Grob#K., die größern Münzstücke im Ggstz der 
Scheidemünze 2c.; K.= Fuß od. . Wéhrung; 
Geld,-Munze (vgl. Kurrentmünze. Sturz 1, 3); 
Groschen;-Mark; „Schilling; „Thaler ce. 
c) das Laufende, nam.: Au lol c. sein, auf dem 
Laufenden (s. d. Ss., vgl.: à jour; au fait), nicht 
zurück; Einen au c. aller Vhe halten. Guskow Z. 5, 
99 2c.; auch: K.-Käufe an der Börse, Tageskäufe 
(au comptant), im Ggstz zu Zeitkäufen Gterme); 
K.-Schulren, laufende od. Buch= (Ogstz Hypo- 
thek-) Schulren 2c. — d) Conto-C., s. Conto- 
corrent; Preis-K., m., —#; —8S, e (C. 26, 30):; 
Waarenverzeichnis mit Angabe der marktgüngigen 
Preise 2c. -ante Cengt), f.; —#: ältrer Gesell- 
schaftstanz im 3/-Takt u. dessen Tonweise. antin 
C□angteng), m., —§#; —6: Schnurfeuer, zum An- 
zünden eines Fenerwerks. — Courbaril (kurb—), 
m., —# : —: K., K.--Baum, Hymensa c., s. Anime. 
— Courbature (frz. lurbatür), f.; —s: Rehe 
(Pferdekrankheit). — Courbee (frz. kürb'), (.; 
—s: Krumm-Holz, -Sparren; Kurve (s. d.); 
Kniegeschwulst der Pferde, Spat. -lte, f.; —n, 
(): Sprung, wobei das Pferd die Vorderfüße 
aufhebt u. fast gleichzeitig mit den Hinterfüßen 
nachsetzt, s. Mézair; Croupare 2c. ellie#ren, inir. 
(haben, sein): Kourbetten machen. ĩeren, tr., 
refl.: krümmen, biegen, beugen. -ure (ür, 1.; 
—u: Krümmung, Biegung, Bug. — TCouren 
(kuren), intr. (haben); tr.: Einer (od. eine) Pers., 
nam.: einelr) Dame k., die Kour (s. d. 3) machen 
— sie be.k., ir. Klencke Parn. 1. 9 5 cc., vgl. (deutsch- 
engl.) Courten. Cerftächker Miss. 3, 146; Erube Ch. 
2, 43 ff. 2c.; (frz.) Einer (od. eine) Dame courii-- 
sieren“", auch: (Erl „curtesiert'’ ihr immer mit 
Pastetchen u. Wein. G. 11, 156 :c. U.: Die Schlegel 
courtoisieren jetzt Goethe erstaunlich. Lichte Leb. 1, 
325. — Cour-eur (frz. kurör), m., —6; —6: 
Renner (v. Pferden, Personen re.); auch m. nach- 
solgendem de c.: Einer, der — u. sofern er — 
dem Genannten nachjagt, z. B.: C. de nouvelles 
lnuwäll, Neuigkeitsjäger, als Berichterstatter von 
Zeitungen. -ĩer, m., -(e)s; -e, —: (s. Courrier): 
1) Eilbete, z. B.: Kabinetts-K., im Auftrage 
des Kabinetts od. Staats; Postkuricr 2c.; K.= 
mäßig, schnell; K.-Peitsche;-Pferde; = Post 
(vgl. Eil., Schnell-P.); = Schiff (Eil-Sch., Jacht rc.); 
Stiefel 2c. — 2) (s. 1) als Titel von Zeit- 
schriften. — Couronne (frz. kurönn), s.; —6: 
Krone, auch als Münze, z. B. C. d'or, Gold-- 
krone 2c.; s. auch Fermate. — Tourrier (irz. 
kurie), m., —#8; —s: s. Kourier 1; 2. — Cours: 
4) (frz. kür) m., uv.; uv. (m. lautendem s), —
        <pb n="731" />
        Course 
(s. 2): a) Kursus (s. d.). 3 Kohl Par. 1, 34; Mäd- 
chen, deren Erziehung im häusl. Kreise geführt wird, 
schict man . nach den sog. Coursen. Les c—s de Hr. 
Léri sind berühmt. 3, 126 2c. — b) = Corso 1: 
So spaziert er die ganze Nacht auf dem C. G. 29, 
209 rc. — 2) (Kürs, auch oft so geschr.) m., es; 
e: a) der Lauf, die Richtung, die etwas sich Be- 
wegendes nimmt ed. innehält, z. B.: c#) Der K. 
eines rinnenden Wassers 2c., auch: das Gewisser in 
seinem Lauf, z. B.: So folgten sie dem kleinen 
Wasser kurs. Gerstäcker WW. 3. 231 ic. — 6) Der 
K. der Posten, Eisenbahnen 2c.; Der Post-K., Posten= 
lauf; Eisenbahn-, Post= u. Damrfschiff= 
Koursbuch 2c. — ) (seem.) der Kompaßstrich, 
auf dem ein Schif segelt; Dwärs-K., jerer von 
einem Schiff zu durchsegelnde Kompaßstrich, der 
zw. den 4 Kardinalpunkten liegt; Generäl-K., 
den das Schiff hätte segeln müssen, um in grader 
Linie den wirklich durchgemachten Weg zu durch- 
laufen; KompraßK. (magnetischer K.), der K. nach 
der Verbeörung für Abtrift u. Strömung, der, 
wenn noch die wegen Deklination u. Aberration 
der Magnetnadel hinzutritt, der wahre K. wird; 
Koppel-K., mehrere verbesserte K-e, die das Schiff 
v. Mittag bis Mittag gemacht, — zur Berechnung 
des General-K-es; Wahn-K., durch Irrthum od. 
Unwissenheit des Steuermanns gemachter falscher 
K. 2c. — b) der Umlauf, das Gäng= u. Gebesein, 
z. B.: Diese Münzen (Wörter, Sitten) sind im K., 
werden außer K. gesetzt 2c. G. 3, 177. — c) kaufm. 
(s. b) der Preis der versch. Geldsorten wie auch 
der Geldpapiere an der Börse od. auf dem Geld- 
markt: Aktien-; Devisen-; Effekten-; Geld- 
K.; Kassa= od. Kassen K., zu dem eine Geldsorte 
in den öffentl. Kassen angenommen werden muß; 
Liquidations-K., K., zu welchem der Reportie- 
rende (s. d.) die Stücke hereinnimmt. Saling 28; 
Schluß-K., beim Börsenschluß geltender; Tages- 
K., nach dem K.-Zettel des in Rede stehenden 
Tages; Wechsel= K., für Wechsel, im Ogstz zum 
Geld-K.:; Zwangls). K., durch Zwangsmaßregeln 
festgesetzt e. Als Bstw. z. B.: K.-Berechnung; 
Differenz od. Unterschied; „Fluktuation od. 
Schwankung; -Niveau (s. N.); = Notierung; 
Rechnung;= Stand; Zettel, das Verzeichnis 
der für einen best. Tag an der Börse geltenden K-e 
enthaltend 2c. — d) Kurshund, Art Windspiel, 
Cänis curs örius. (engl. körs), u., uv.; —: 
das Rennen: Den Rennbeamten C.-Clerk (klark, 
der rurch die C-Clearer lklirer, Reiniger] unterstützt 
wurde. Zoller Renn. 35. ibel (kurs—), a.: gangbar, 
geläufig. ier (##e), m., —6; —: Rennpferd, 
Renner. ieren (auch:kursseren), intr. (haben): 
in Kours (s. d. 20) sein: Geld, ein Gerücht 2c. 
klo)ursiert, vgl. grassieren. — I. Court (engl. kört), 
m., — (f.); —s: = Courx (s. d.): 1) Gerichts- 
hof, z. B.: C. of arbitration (s. d.); of arches 
Arches-c. (s. d.); of chancery (s. d.) od. of equit 
(l. d.) 2c.; C. martial lmärschälll, Kriegsgericht rc.; 
Das Plenum der Supreme lsjuprim] C. ldes obersten 
Gerichtshofs] in Washington. Mal3. 21, 603, s. auch: 
Coupvade 
715 
Inn ofc—s c.; Das C.-Haus. Gurstäcker NMeis. 1, 
90. — 2) fürstlicher Hof: C.Journal ldibernölls, 
Hofzeitung; C.-cards, „Hofkarten“, Bez, der 
Bilder im Kafino-Spiel. Albensleben 153; C. Lady 
lleril, Hoframe 2c. — II. Court (frz. kur), a.: 
kurz, z. B. (kaufm.) Cs jours lsb#r], kurze Frist 
(v. Wechseln); Tout ltul c., ganz kurz, kurzweg, 
ohne weitern Zusat. — Courtage (frz. kurräfh-), 
f.; —n: Geschäft eines Kourtiers (s. d.) u. Mäkler- 
gebühr (s. Censerie, Sensarie); K.-Konto 2c. — 
Courtaud (frz. kurtö), m., —s; —6: Thier, nam. 
Vferd, dem man Ohren u. Schwanz gestutzt. — 
Court-en (engl. fört-), intr.: s. couren. Tesikren. 
(frz. kurt#-), intr., tr.: s. ebd. -esꝑ (engl.), f.; 
zesies: 1) klkörtist) — Courtoisie (s. d.). — 2) 
(körtsi Knicks, auch: Ein curtsy. Kohl Engl. 2, 155. 
— Courtier (frz. kurtie), m., —6; —6: Börsen- 
mäkler, Sensal: C. interprete lengt’rprätl, vereideter 
Haudelsdoelmetscher. — Courtine (frz. kurt-), 
f.; —:: 1) Vorhang; (in Ostreich) Dekorations= 
hintergrund. Düringer 296, s. Profpeft 1b. — 2) 
(Festgb.) Mittel= od. Zwischenwall. — Courtif-än 
(frz. kurtisäng), m., —, —en; —+—, —en, X: 1) Höf- 
ling. — 2) Jemand, der — u. sofern er — einer 
Pers., zumal einer Dame den Hof macht, Buhler. 
— 3) (vralt.) nam.: Höfling des Papstes als 
Pfründen-JZäger od. -Besitzer. uther 8, 3b tc.; 
Einen Cortisanen. 1, 296b; Den Curte sanen. 
Wadis 4, 160; 8376 ff. (vgl. dazu Kurz p. 179 u. 
Erisch 1, 175b). — 4) (vralt.) Pickelhering, Hans- 
wurst 2c. 2bd.; Büringer 296; 629. änc, f.; -n: 
Buhlerin in den höhern Ständen. Dazu: Ninon's 
Courtisaneschaft. Kcherr Stud. 1, 175 20.; 
Geschichte des Courtisänenthums. 159. Jieren, 
intr., tr.: s. couren. Court-ois □od), a.; ritterlich 
(vgl. w. 11.109); -ois ie oa-), f.; -(ehn: Hoffitte; 
höfliches Wesen; Ritterlichk., nam. geaen Damen 2c. 
oisikren, intr., tr.: s. couren. — Couse in (srz. 
kuseng), m., —6; -6: Vetter (vgl. K-#.). inage 
((inäsh), k.; n: Vetterschaft 2c. -ine, f.; —n: 
Muhme, Base: Sie ist meine K., einer v. ihren u. 
einer v. meinen Eltern sind Geschwister; dann auch 
v. entferntern weibl. Verwandten; Meine Psendo- 
K. 2c. „inenschaft, f.; —-en: Cousinage. Holt#i 
Jahr. 1, 239, vgl.: Cousinschaft ITeng—I. — 
Coufs-in (frz. kusseng), m., —6; —: Kissen. inct 
), m., —#;; „s: kleines Kissen; Art Apfel, auch: 
Coussinötte, f.; —s, —. — Koufso: s. Kusso. 
— Couate: s. Premier pas 2c. — Cout-cau (sfrz. 
kut5), n., —#; —x: Messer: C. de chasse lschast, 
kurzer Hirschfänger, Plaute. -elas (—4), m., 
uv.; uv. (mit lautendem 6): Plaute. — Conte- 
line (kur), f.; —§s, — : Art Kattun. — Coutil 
(frz. kutf), m., —#; —6: Bettdrell. — Coutum-e 
(frz. kurüm), f.; —#: Gewohnheits-Recht, Herkom- 
men (vgl. Observanz). -ier (—ic), m.p, —#: —6:; ein 
das Gewohnheitsrecht enthaltendes Gesetzbuch 
(Landrecht); Kenner des Landrechts. Liwal# Genf 
426 c. — Couväde (frz. kuw-), f.; -n: die bei 
manchen Völkerschaften herrschende Sitte, wonach 
statt der entbundnen Frau deren Chemann das
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        Couvert 
716 
Wochenbett hütet. GSlobus 12, 17a ꝛe. — Couv-ert 
(kuwär), n., —s; —8 — U. lkuwértl, n., —e)s; -e, 
—8S : 1) Gedeck bei Tische. — 2) Brief-Decke, -Um- 
schlag: Franko-= (od. Frei-) Kes; Geldbriefe müs- 
sen ein Kreuz-K. mit 5 Siegeln haben; Post-K. 2c.; 
Par c. (auf Briefadressen; abgek.: p. c.), durch 
Beischluß, als Einlage. — 3) Ace, gedeckt, in 
Sicherheit 2c. ertikren, tr.: einen Brief mit 
einem Kouvert od. Umschlag versehn. Terture 
Cär), f.; —, —n: Decke (na#3. 22, 398), Hülle, 
Uberzug 2c.; Deckung für eine Zahlung. refare 
(kuw'rfäß), f.; —s: Kontregarde (s. d.) für Infan= 
terie. -reseu (kuw'rfö), m., —6; —: Die Betglocke 
am Abend hieß bei den Normannen in Frankreich C.= 
Glocke (Feuer= u. Lichtausmach-Glocke). . Beim Läu- 
ten der Curfew-Bell (engl. körr'ssjubell]. Zazar 
15, 146c. 
Covädo (port.), m., -S; —: Elle, s. Cubitus. 
— Covenant (engl. köwwinänt), m., —s; —6: 
Vertrag, Bündnis. Spiclhagen Pr. 4, 126 te., auch: 
Convenant [Drckf. Couwenant]. 6, 76 ꝛc.; bes.: das 
v. den schott. Presbyterianern gestiftete Glanbens= 
bündnis. Solon 1, 5 35 2c. -er, m., —; —6, uv.: 
Anhänger eines — u. nam. des schott. — Cove- 
nants. — Covent: s. Convent. — Covert (engl. 
köwwört), n., —#; —: Dickicht, Gebüsch, Heide. 
Zoller Renn. 117; 125. — Covid: s. Cob 2c. — 
Coviéll-o (it.), m., —#; —, -i#: s. Gelsonimo. — 
Coolja: s. Cobisa.— Cow-dre, r## s. Kauri 1; 2. 
— Cow-ratcher (engl. känkätscher), m., —#s; —6: 
(auf amerik. Cisenbahnen) Vorrichtung als Weg- 
räumer v. Hindernissen. Nal 3. 22, 385. 
Cöxr-a (lat.), f. I§ 24, 11: Hüfte. agra, 
n., —#6; —6#: Hüft-Gicht (vgl. Podagra). -algĩe, 
f.; eyn: Huftweh, s. Ospbralgie. - itis, f.; uv.: 
Hüftgelenk-Entzündung. — Köxrkox: s. noachidisch. 
— Coxwain: s. Cockiwain. 
Cog (engl. ken): als Bstw. in C.-house 
(lhauf , n., uv.; —§); Haus (in Nordamer.), 
Lagerhaus an einem Fluß. — Cop-an, ang 
(koj—, m., —; —#: Hohlmaß u. Gewicht, in Hinter- 
indien 2c. — Copon 2c.: s. Kujon 2c. — Copote: 
s. Cofote. 
Kräadl, m., —(e)s; -e, —8, uv.: 1) — Korral. 
Ausld. 39, 63 5a 2c.; bes.: hottentottisches Hütten- 
dorf. — 2) j. Kral. — Krabat, m., —en, —8; -en: 
1) — Kroat (s. d.). Simplicissimus 1, 3355; 7 rc., 
vgl. 3367; auch: Bei den Krawaten. faude DW. 5, 
33½c. —2) (l. 1, scherzh.) muntres, wildes Kind re. 
Baggesen 3, 73 zc., vgl.: Schelmgezucht, Kroaten! 
Bürger 21a. — 3) (Böttch.) zu weiter Reif. e: 
1) m., -—n; —-n: s. Krabat. — 2) f.; —n: s. Kra- 
ratte 2. -isch, a.: kroatisch (s. d.), auch: wild, 
toll 2c. Lischort Garg. 224a. — Crach-al (frz. 
kraschä), m., n., —#; —# : 1) Auswurf v. Speichel; 
Spuck; Qualster. —2) Ordens-Stern, -Gehänge, 
z. B. nentr. Slümer Devr. 53. #en, intr. 
(haben): speien, spucken. -oir (-oär), m., —8; —6: 
Sruck-Naxf, -Kasten. -olĩẽren, intr. (haben): 
oft spucken. — Crag (engl. krägg), m., —§; —: 
Der C. der Engländer, ein muschelreiches Tertiärgebilde. 
seine Tonweise. 
Traniolog 
Oken 1, 651; Den Korallen-C. Büchner Mensch 162. 
— Craig (schott. kreg), m., —; —6: Fels, Klippe. 
Dazar 14, 142a. — Crainteif (frz. krängt-), a., 
Zive (f.): furchtsam, schüchtern. — Kräh: s. 
Krack 2c. — Krakrél, Krakehl, m. , —(e)s; e: 
(s. Ss.) nam. burschik.: Händel, Streit, Hader; 
auch: Die Mütze auf K. tragen c., wie ein Streit- 
süchtiger, schiefgesetzt, aufs Ohr. —en, intr. 
(haben): laut schreien 2c. (auch tr.) u. nam.: Kra- 
kehl machen. -er, m., —s; uv.: Einer, der kra- 
kehlt. -ere#, f.; —en: Wesen, Treiben eines Kra- 
kehlers. -erisch, erig (KAlodderadallch 19, 234; 
20, 185a), Sisch, a.: krakehlsüchtig ꝛe. — 
Krate)ke, f.; —n (. Ss.): 1) s. Karacke 2. — 
2) Bez. mehrerer Seethiere, Dintenschnecke. Oken 
4, 572; 5, 495 mit vielen Arten, vgl. 537. Dem- 
gemäß: Allnächtl. steigt der Krakeus den Tiefen in 
die Höh. Freiligrath 1, 21 2c.; Der Kraken. Rückert 
BrE. 383; Sittafuß Rol. 8, 51 ff.; 11, 36 ff. (im 
Urtert: Orca); auch übrtr. (vgl. Drache 2c.), v. 
einem menschl. Ungethüm, Scheusal: Der Kracken. 
Neithard 271. — 3) verächtl. Bez. eines schlechten 
Pferds: Schind-K. v. Sh. 3, 401 2c. — 4) Vegel- 
wicke, Vicia cräcca. Se, m., —; —n; en, m., 
—6; uv.: (s. Kracke 2) ein See-Ungethüm 2c. — 
Cracovi--enne (frz.), f.; —s: ein Tanz (der ver- 
feinerte Krakowiak, s. d., vgl. Varsovienne r2c.) u.: 
-er -, m., —#8; —: ragout- 
gesüllter Eierkuchen (vgl. Blinni). — Krakh-öwiah 
(poln.), m., —s; —#8, —en: der „Krakaner“ Tanz, 
Art Galopp, der in der Runde getanzt wird, — 
u.: die dazu gesungnen Zweizeilen, s. wp. Volksl. 
d. Pol. VIII ff. -üse, m., —n; In: Art leichtbe- 
waffneter poln. Reiter. — Kräl, m., —:; —8, —e: 
1) s. Kraal. — 2) (slaw.) König, Herrscher. 
TUobert! 1, 110; 148; 2, 191; 257; fallmerayer Gs W. 
2, 102 2c. Jjewilsch, m.: Königssohn. Gerhard W. 
2, 267 2c. — Kralawatschig (slaw.), a. (wiene- 
risch): verschroben. Idarow 133. — Klrälle: s. 
Koralle. — Krambämbul-i (slaw.), m., —§, uv.; 
uv.: (s. Ss.) Art Likör. Kohl Südr. 1, 215; war- 
mer, mit Zucker gekochter Branntwein; Danziger 
Aquavit u. Kirschbranntwein 2c.; (burschik.) gei- 
stige Getränke übrh., Wein 2c. -ist, m., -en, —; 
—en: Zecher. Ausw. d. fitd. 313 f. — Crambe 
(lat.), f. [8 24, 1): Kohl: C. bis cõeta, C. repe- 
tita, aufgewärmter Kohl = alte Geschichte 2c. — 
Cramoiss (frz. —oas -), a.: s. Karmesin. — 
Crampus (nlat.), m. I§ 24, 21: Wadenkramrf. 
— Krän, m., —6; —: pers. Münze = ½/10 To- 
man (s. d.). Ptietmann Or. 2, 271; 252 2c., vgl. 
Miskal. — Crane (enal. kren), n., —8; —-s: Kran. 
Gohl Engl. 2, 32. — Kran-kon, (gr.), nu., 
—s; 0; ein Hain in Korinth, wo sich Diogenes 
aufzuhalten pflegte. w. 19, 9; 354. — Cräni-a 
(nlat.), f. [8 21, 1): Schädel= od. Todtenkors- 
muschel. -ognomik (gr.), f.; Cen): Schädel- 
kunde. olith, m., -(e)s, —en; —e, -en: verstei- 
nerte Krania. olog, m., -en, (—4#); Sen: 
Schädelkundiger: Der K-e. DMus. 16, 1, 104 (rgl. 
Phrenolog; Kranioskop). Dazu: Kie, f., Schädel=
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        Craniomant 
Kunde, -Lehre; k-isch, a.: darauf bezuͤglich. 
omant, m., —§., —en; —en: Wabrsager aus dem 
Schädel: K-ĩẽ, f.; isch. -ometrié, f.; —eyn: 
Schädelmessung. oz#trisch, a.: auf Schädel- 
messung bezügl. 2c. -on, n., —s; -a: Schädel. 
opathic, f.; —eyn: Schadelleiden. - okop, m., 
—(e)s, —-en; -en: Schädelbetrachter (vgl. Kranio- 
log); K-#e, f.; k-isch, a. -oslegnõsis, f. [8 24, 
3, uv. I: Schädelverengrung. otäbes (§ 24, 3, 
bis!): Schädelschwund. 8°# Volksgs. 206. otôm, 
m., (e)s; -e: 1) Schädelbohrer (vgl. Trevan). 
— 2) Anatom des Schädels: K-ie, f., Anatomie 
des Schädels; k-isch, a., darauf bezüglich. -um, 
n., -6; za [§ 24, 2, n. ]: Schädel. — Cranoges, 
pl.: Art irischer Pfahlbauten, s. Büchner Mensch 20; 
46; Uat3. 21, 181 ½. — Kränziäner, m., ; 
uv.: Theilnehmer eines Kränzchens. Spielhagen Pr. 
7, 321. — Crapaud (frz. —), m., —; —6: 
Kröte, z. B.: Monsieur C. (Scherr Mir. 2 35) U.: 
Jean C. (236), Spottname der aufgeblasenen Fran- 
zosen; C-s du marais ss. d., rü marä], Sumrf- 
kröten, Spottname, den die Bergpartei den Gi- 
rondisten gab 2c.; ferner: C. (vralt.), Art schnur- 
renden Spielwerks, womit die Damen, wie mit 
einem Fächer 2c., hantierten. Köser Ph. 4, 64. — 
Crãp-ula (lat.), f. [S 24, 1!: Rausch. -ule 
(frz. —ül), f.; 0: 1) Völlerei 2c. — 2) liederliches, 
gemeines Gesindel, Pack. ulieren, intr. (haben): 
sich berauschen. -ülös, a.: schlemmerisch, lieder- 
lich ꝛe. — Craqu-elin (frz. krackleng), m., —; 
—6 : Art krachendes Backwerk, Kringel 2c. -erié, 
f.; —(ehn: Aufschneiderei. -eur Cör), m., —S; 
, —e: Aufschneider. — Cras (lat.), adv.: 
morgen: C. kgam (ich werd's morgen lesen), als 
Bez. schädlichen Aufschubs (vgl. prokrastinieren). — 
Kräseiolög (gr.), m., -en; -en: Kenner, Lehrer 
der Mischungs-Vhe der Säfte des Körpers. Dazu: 
K-iẽ, f., die betreffende Lehre, Kunde; k-isch, a., 
darauf bezügl. -is, k. 18 24, 3, uv.]: Mischung, 
bes.: die gehörige der Körpersäfte (vgl. Dyskrasie); 
ferner (gr. Sprachl.): Verschmelzung zweier Vo- 
kale in einen Mischlaut, nam. bei Zusammen- 
ziehung zweier Wörter in eins (vgl. Koronis). — 
KArafs (lat.), a., —est: (s. crassus) ick., Rtiihard 
358 1c.; nam. (bursch.): plump, roh, ohne den 
sturentischen Komment: Ker Fuchs, Philister rc., 
vgl.: K.-Füchse. Germania 7, 424 2c.; ferner: 
handgreiflich, auch für grobe Sinne stark u. fühl- 
bar hervortretend 2c. — Crasse (frz. kräß), f.; —: 
Schmutz: Die seg. Chambre à c. [Schmutzkammer 
des Chassepotgewehrs). Uai3. 2 1, 419.— Crüäfs-ität 
(lat.), f.; 0: Dicke, Verdickung, Plumpheit ꝛe. 
Tula, f. (/§ 24, 11: „Dickblatt“, Pflanzengatt. 
aus der Familie der Crassulacsen. -us, a.: (. 
kras) dick; roh, derb, plump rc., s. Minerva. — 
Krät-er (gr.), m., —# uv. (-kre, -ren): 1) bei 
den Alten, die großen Mischkrüge für den Wein 
beim Mahl. — 2) (s. 1) etwas K.-#(od. Kessel-, 
Trichter-) Förmiges, z. B. von der Form u. 
Räumlichf, eines Amphitbeaters. G. 23, 40 ff.; 
bes. aber v. dem Schlund eines Vulkans (vgl. G. 
Creatur 
717 
16, 36 u. s. in Bezug auf die Monrberge siurow 
374 ff.; Kädler 200): Erhebungs-K. u. Aus- 
wurfs-, Eruptions -K. 2c.; K.-Boden;-Rän- 
der; Eine sich öffnende unabsebbare K.-Welt. Gutzkow 
3. 5, 7. krisch, a.: kraterförmig; einem Krater 
entmammend 2c. Ausld. 39, 651b; 654b 2c. — 
Kräton (ind.), m., n., —8; —# : Der K. (Palast) 
des Sultans. Ausld. 39, 918a; 950a; neutr. Jung- 
huhn Zav. 75 2c. — Cravätétt)e (irz.), f.; —: 1) 
Halsbinde für Herren (urspr. v. den Kroaten stam- 
mend, s. Diez 116, vgl. Krabat), vgl. Slips it. 
Dazu: Weißbekravättet. Garienl. 13, 569b 2c. — 
2) (weirm.) ein allzuhitzigen Hunden um den Hals 
gehängter Lappen od. Riemen, auf den sie beim 
Laufen treten, auch: Krab atten. — Krawall, m., 
—e; -e, —6: (s. Ss.) wild lärmender Auflauf 
ohne nachhaltige Bedeutung (bes. seit 1831): 
Münchner Bier= od. Lela-K. lwegen des Biers od. 
der Lola Montezs. waldou N. 2, 266; Uat3. 19, 
389; Kartoffel-Kle. 21, 4119; Das Wort Neger- 
K. bedeutet nicht einen K., den Neger machen, son- 
dern: in welchem Neger massakriert werden. 19, 383; 
Straßen-K. Siahr Par. 1, 182; Noumer Frkf. 1, 
83 2c. Sen, intr. (haben): einen Krawall machen: 
Der Haupt-Krawaller 2c.; auch: Krawallis- 
rende Arbeiter 1c. — Crawfish, Crapsikh (engl. 
kráfisch), m., uv.; —-es: Krebs; intr. (haben): 
„krebsen"“: Das C-ing, in Nordamer., — wie 
ratting in England, — das Aufgeben einer Partei 
od. ihrer Grundsätze, s. Herrig 30, 215. — Crag- 
on (frz. kräföng), m., n., —6; —6: „Kreidestift“; 
übrh.: Zeichen-, Reißstift: A deux (röf c—s zeich- 
nen. #pielhagen Hamm. 2, 267, mit 2 Farbstiften 2c.: 
auch —K.-Zeichnung; erster Entwurf 2c. -onnieren, 
tr.: abreißen, zeichnen, entwerfen. — Crazi-a 
(it.), f.; —##: -e f. (m.); —n: Florentiner Silber- 
münze. — Ardschali 2c.: s. Kerrsch rc. 
Crê: s. sacré. — Crea (sran.), f.; —#: Leder- 
leinwand, frz. erds, engl. dowlas; K—s-Leinen. — 
Creagh (schett. krisg), n.: „Krieg“, räuberischer 
Einfall eines Hochlandhäurtlings 2c. — Creaght 
(kribt), v.: Die altirische Sitte des c.; d. h. des no- 
madenhaften Viehtreilens v. Weireplatz zu Weiderlatz. 
Nodenberg Ins. Heil. 2, 226. — Cream (engl. krim), 
m. (n.), —s; —s: = Créme (s. d.), z. B. — 
Milchrahm 2c., s. Cold-C. -coloured kköllörr#, a.: 
milchrabmfarbig, milchweiß. Karmorsch 3, 500. — 
Créance (frz. kreängß'), f.; —#: Schuldfordrung. 
Sier [J##l., m., —;; —s: Gläubiger, Kreditor 
(l. d.). — Krealin (gr.), n., —(e)s: 0; ein Be- 
standtheil der Muskel= od. Fleischslüssiggk. — 
Creät-io (lat.), f. [8 24, 3, ionis]: Schöpfung, 
auch Creatièn; in frz. Ausspr. (kreaßsöng) u. engl. 
(krieschen), z. B. Westermann 3, 34 8b 1c. - iv, à.;: 
schörferisch. — Krratophag 2c.i s. Kreorhag 2c. — 
Creät-or (lat.), m., —#; ören [8 24, 3, ris]: 
Schöpfer. ür, f.; -en; -ürchen, lein (s. Ss.): 
Geschöpf: 1) (vralt., bibl.) allgm.: etwas Ge- 
schaffnes, v. Sachen u. lebenden Wesen — u. kol- 
lektiv: die Schöpfung, das Geschaffne. — 2) leben- 
diges Geschöpf, zumal Mensch: Erden-; Mit-
        <pb n="734" />
        718 Ercatürlich 
K. 2c. (Vralt.: Kreat url#n. futher SW. 23, 242.) 
— 3) (s. 2; 4) m. verächtl. Nbns., nam. v. 
Frauenzimmern (vgl.: das Mensch); auch orkl.: 
Kreatürchen. — 4) Jemand, sofern er seine Stellung 
der Gunst eines Andern dankt, dessen Willen er da- 
für knechtisch u. willenlos vollführt. — 5) ((1; 2) 
bibl.: Die neue K., ein Wiedergeborner, der neue 
Adam. frlich, a.: der Kreatur eignend; in der 
Weise eines geschaffnen Wesens; wirkl., wesenhaft, 
s. Ss., auch: Mit feiner Eutycherei u. „Creatur- 
lichei#t“. fulher 8, 174 a, Lehre, wonach Christus 
als geschaffen gilt. — Crebrität (lat.), 1.; 0: 
Häufigk. — Creche (frz. kräsch), f.; —#: Krippe 
(s. d. Ss., vgl. præsepe), auch im Wasserb. u.: 
Kleinkinderbewahranstalt. — Credat (lat.): „es 
glaube“, s. Apella. — Kredemn-on (gr.), n., 
—#6; -a, en: s. Kalyptra. — Cred-ánda (lat.), 
pl. [8 21, 2, n.]): Glaubensartikel. -enliälis, 
a.: zur Beglaubigung dienend: Lüters ereden- 
tiäles, Beglaubigungsschreiben. -enz, f.; -en: 1) 
Beglaubigung, nam. als Bstw.: K.-Brief, 
Schrelben, vgl. Kredittv. — 2) (vralt.) Trink- 
geschirre (s. Zarnce Br. 326b), zunächst = Will- 
komm (s. d. 3. Ss.), Humpen, womit dem Gast zu- 
getrunken wurde 2ce.: K.-Becher; = Humpen; 
Schalen; K.-Teller. C. 35, 62, auch verall- 
gemeint = Präfsentier-T.; K.-Tisch (s. 3). G. 20, 
192; 28, 42; Sch. 351 a 2c.; K.-Stufen, vor dem 
K.-Tisch, ebenfalls zur Ausstellung v. Trinkgefäßen 
u. ähnl. Geräthschaften. Hüringer 297. — 3) ((. 2) 
Schenk= (od. K.-) Tisch. 3 falke Gsch. d mod. Gschm. 
80 2c. — 4) vralt. (f. 2): ehrenvolle Bewill- 
kommnung. Cuihet 6, 500a; Waldis Es. 2, 31½6 rc. 
enzen, tr.: (s. #e.) Getränk od. Speisen vor- 
kostend (als Beglaubigung ihrer Unschädlichk., s. 
G. 28, 286 rc.) reichen, wie es an Höfen v. Mund- 
schenken u. Vorschneidern geschah; dann allgm., 
nam. v. Getränfen, sie in Weise des Munrschenks, 
als Mundschenk darreichen; auch o. Obj. u. Isstzg, 
z. B.: Zuk. Kohl Südr. 1, 244 2c. Tenzer, m., 
—6; uv.: Einer, der kredenzt (s. Prägustator), 
weibl.: K-in. „ere (lat., it.): glauben, anver- 
traun 2c., s. Del-Cc., vgl. Credit I; II. ibel, a.: 
glaublich, glaubwürdig. eibililät, f.; 0: Glaub- 
lichk., Glaubwürdigk. I. —it, m., —e)s; (-e): 
1) (kaufm.) das Vertraun, das JZemand in Betreff 
seiner Zahlungsfähigf. genießt; daher: Einem Waa- 
ren auf K. geben, auf Borg; Ihm K. geben 2c. — a) 
Zstzgn z. B.: Blanko lsf. d.] »K.; Grund-K. 
Mat 20, 477, auf Grundstücke; Befreiung des 
Mobiliar-K-s; Immobiliar-K. 474; Ein 
Nachtrags-K. 20, 453; Personal.K., s. Ggstz: 
Real-K.; Privat-, Ggstz Staats-K.; Real · K., 
dem ein Pfandrecht zu Grunde liegt, Gstz: per- 
sönlicher K., vgl.: Einen Vertrauens -K. zu bewilli. 
gen. Uat3. 20, 566; Wechsel-K., Blanko-K. 2c. — 
b) als Bstw. z. B.: K.-Anstalt, in der man auf 
K. Geld erhalten kann; -bedürftig; = Billett, 
Pavier; -Brief, Empfehlungs-B., wodurch man 
Jemand bei dem Adressaten aeereditiert (s, d.); 
I. fähls. Volkez. 16, 289; K.-Geschäft, G. auf 
Crme 
K.; -Institut, -Kafse, -Anstalt; = Lager, wor- 
auf K. gewährt wird, z. B. von der Steuer- 
behörde; -los, keinen K. genießend; = Masse, 
den Kreditoren abgetretne (Konkurs-M.); = Nehmer, 
der K. in Anspruch Nehmende; Papier, K. ge- 
nießendes, zu best. Zeit zahlbares P.; = System, 
wonach das K.-Wesen geregelt ist;-Verein, K.= 
Anstalt für die Vereinsglieder; = Votum, womit 
die Stände der Regierung Anleihen bewilligen; 
Wesen;würdig, K. verdienend 2c. — c) zuw. 
in ganz frz. Form u. Ausspr. (kredil, z. B. Crédit 
foncier (s. d.), Grund-K.; Crédit mobilier (#., 
K.-Anstalt, gegründet auf den Plan, die Aktien 
der einzelnen Gewerbsunternehmungen in einen 
gemeinsamen Fonds zu vereinigen u. dafür Obli- 
gatlonen auszugeben c. — 2) verallgemeint: 
Glaubwürdigk.; das Vertraun, Ansehn, das Ze- 
mand od. Etwas genießt. w. 15, 118 2c. In die- 
sem Sinn der Ggstz (J Mangel, Verlust des 
Ks): Dlekredit (s. d.). G. 19, 299 r2c. U. häu- 
siger: Miß .K. 260; Plalen 4, 36 ic. II. Sit (lat., 
mit betonter erster Silbe), n., —§: —6: das 
„Haben“, — im Ggstz zum Soll od. Debet (s. d., 
— eig. die 3. Perf. zu Credo — s. d. —: er ver- 
traut an, borgt 2c.): Die K.-Seite des Hauptbuchs 2c. 
Zitleren, tr.; intr. (haben): Etwas auf Kredit 
geben od. borgen; Einem Kredit geben. Zssg: 
Das Ulnternehmen zu mißek., s. dis. . Titiv, n., 
—(e)s; —e: Kredenzschreiben, bes. als Legitimation 
u. Vollmacht eines Gesandten. -itor, m., —8, 
ören; ören [824, 3, öris): Gläubiger: Haupt-= 
K.; C. antichrticus; chirographärius; hypothecä- 
rius; pignoratitius; pötior 2c. -itrix, f. [8 24, 3, 
ztrieis!: Gläubigerin. -itum /§ 24, 2, n. J: et- 
was Kreditiertes. o: „ich glaube“, z. B.: C., 
quĩa absürdum (s. d.); daher (s. S#s.) n., —#; —: 
das Glaubensbekenntuls; ferner: der das aposto- 
lische Glaubensbekenntnis enthaltende 3te Theil 
einer Messe. ulität, f.; 0: (Leicht-) Gläubigk.: 
K-#s--Eid, Glankens-E. ulus, a.: gläubig: 
Crẽdula rés amor öst, Liebe glaubt leicht ꝛe. — 
Creek (engl. krif): 1) p. (Auslb. 38, 74 5a), —#; 
„ f. (39, 681a, vgl. Crique): kleine Bai, 
Bucht; auch: Flüßchen od. Bäche, die sich zu einem 
Hauptstrom ziehn (in Nordamer.); Kanäle (in 
Surinam). — 2) (s. 1) m., —#: —4: Name nord- 
amerik. Indianer. Frciligrach SW. 1, 278. — 
Kréen: s. Kren. — Creikren (lat.), tr.: er- 
schaffen; erzeugen; erwählen, ernennen: Die Kar- 
dinals-Kreierung. Uneumont Alb. 1, 160. — 
Krein: f. Kren. — Crrmaill-è#e (frz. —aljär), 
f.; —n, —#: Zahnstange; bei Schanzen sägeförmige 
Ausschnitte in der Brustwehr zum Kreuzfeuer des 
Kleingewehrs. -eriiè, f.; —eyn: Zangen-, Krakel- 
werk. en, tr.: kerben. — remäsler (gr.), 
m., —s; ur.: Sehne, Muskel, woran Etwas 
hängt, nam. Hodenmuskel. — Cremakt-io (lat.), 
f. [824, 3, iönis); -iön, f.; -—en: Verbrennung, 
nam. v. Leichen. — Krembal-on (gr.), n., —; 
-a: Tanzklapper (vgl. Krotalon) 2c. — Creme (irz. 
kräm), k.; —, —n: 1) Mllchrahm, Sahne: C.
        <pb n="735" />
        Kremt 
fonettéee (s. d.), Schlagsahne; bildl.: Schaum, 
Scheinwesen. — 2) (Kochk.) Speisen, etwa v. der 
Konsistenz der Sahne, — aus Milch, Eiern u. 
andern Bestandtheilen, wovon sie gw. den näher 
bestimmenden Namen erhalten, s. Scheible Kochb. 
409 ff.; G. 27, 485 2c. — 3) möglichst mit 
Zucker gesättigter, sirupsdicker, ganz wasser- 
heller Likör (s. d.). Karmarsch 2, 599 ff. — 4) 
(übrtr.) das Feinste, Beste v. Etwas, z. B. mügge 
Ad. 111 1c.; Wein v. der ersten Auslese. Gartenl. 
17, 88b (s. centre) 2c.; bes.: die vornehmsten 
Stände. — Kreml (rufs.), -In, m., —6; —6;: 
Festung; innrer mit Wall u. Mauer umgebner 
Statttheil: Der K. in Moskau. — Krmniß: 
Bergstadt in Ungarn: Ker Dukaten, auch bloß: 
Kremnitzer. Falmerayer GsW. 1, 112; Blinger 
Spiel. 61 2c. — Cremön--a: Stadt in Italien. 
c-eser, m., —; uv.: Jemand aus Cremona: K.= 
Geigen, aus Kremona (s. Amati). — Cremo## 
(lat.), m. (§ 24, 3, —ä#8): Rahm (s. Crêéme): C. 
Tártari (s. d.), gereinigter Weinstein. — Krems: 
Stadt in Ostreich. Dazu: Kremserl.) Weiß, 
feinstes Blei-, s. g. Silber-Weiß. — Kren 
(slaw.), m., -(e)s; -e: (s. Ss.) Merrettig. — 
Crén-eau (frz. krens), m., —6; —: Zinne; 
Schießscharte. -elteren, tr.: mit (od. wie mit) 
Schießscharten versehn, kerbeln, rändeln 2c. — 
Krenolog (gr.), m.,—en, -6; -en: ein der Quellen, 
nam. Heilquellen Kundiger (vgl. Balneolog). Da- 
zu: K-ie, f.; isch, a. — Ereöl-e (span., s. 
Cricllo), m., —; -n: in Westindien Geborner 
(weibl. Kreolin), s. Gerkäcker Miss. 3, 323; Grube 
Ch. 1, 300; Globue 5, 35b; 4, 48a; 16a (Creou- 
los); 7, 283b; Burmeister gB. 2, 130 2c. — 2) 
große goldne Ohrringe (nach der Kaiserin Jo- 
sephine). fewald Empork. 1, 52. — Kreo-phäg 
(gr.), m., -en, —##z -#en: „Fleischesser“, auch — in 
Bezug auf die Abendmahlslehre — Schimpfwort 
für Lutheraner. Dazu: K-i. f.; k-isch, a. sot, 
n., -(e)s; 0: (Chem.) im Theer enthaltne, Fleisch 
(u. übrh. organische Körper) vor Füulnis schügende 
Substanz (vgl. Karbol); K.-Wasser. solleren, 
tr.: mit Kreosot bestreichen (zur Konservierung), 
vgl. kyanisieren. — Crepe (frz. kräp), f.; —6: 
Krepp (s. d.): C. de Chine lschin]), chinesischer 
Krepp. — Crep# (frz.), m., —s; —#: Rauch-(od. 
Spritz-) Bewurf, -Putz. — Crepid -a (lat.), k. 
[8 24, 1): Art Pantoffel: Nẽ sütor ültra (od. 
süpra) c-mI, Schuster, bleib beim Leisten. -atus, 
a.: mit der crepicka versehn: Von der Tragödie, als 
der fäbula crepidata. Nosenhranz Psch. 232. -ula, 
f. [8 24, 11: Leistschnecke. -olith, m., —e)s, 
—en: -e#n): eine Versteinrung, Pantoffelmuschel. 
— Crepiéeren (lat., s. Se.): 1) intr. (sein): ber- 
sten, verrecken, — nam. v. Vieh; doch auch v. 
Meuschen: sterben: Vor Lachen k., bersten, sich halb 
todt lachen 2c. — 2) tr.: Etwas kreriert mich, ärgert, 
verdrießt (vgl. erève-eœur). — Crépin--e (sz.), 
f.; —m, —s; Zchen: Die Kn, d. h. zusammengedrehte 
Bontllons (Kantillen), womit man Erauletten 2c. fran- 
senartig besetzt. prechtl 6, 282. -élte, f.; —#, —n: 
Kretschmer 719 
Leberfarce in Netzhaut eines Schweins 16. — 
Crepit-ätio (lat.), f. [8 24, 3, önis]; Zatiön, 
f.: en: das Krepitieren. -#e#n, intr. (haben): 
knisternd, knirschend, knackend, prafselnd 2c. tönen. 
+us, m. I§ 24, 41: krepitierender Ton, Knall rc., 
bes.: C. Géntris), lauter Magenwind. — Crépon 
(frz. öng), m., —#: —6: weiches, geschmeiriges 
Wollen= od. Seidenzeug v. krausem kreppartigem 
Ansehn. Kormarsch 2, 501. — Krepost ((russ.), f.; 
—en: Die russische K. (Fort, befestigtes Lager). ODank 
2, 12 ꝛc.; auch: Kaufbrief. noi, a.; leibeigen. 
Kohl Pet. 2, 120. — Krépp, n., (e)s; -e, —6: 
(s. Crépe u. As.): 1) gekrepptes (s. d.) Zeug, nam. 
solcher Flor: K.-Shawl, Tuch 2c. — 2) Art, die 
Haare kraus zu frisieren, nach Ad#lung auch n. u.: 
Kreppe, f.; —n. #en, tr.: krausfen, nam. Flor, 
s. Karmarsch 2, 501; Kreppmaschine. M. 2, 
791 1c. — Crepündia (lat.), f. [8 24, 1|1: 
Kinderklapper, Spielsachen als Angehänge. — 
Crepuseulär (lat.), a.: der Dämmrung ange- 
hörig, sie betreffend 2c.: K.-Phänomen. Humbold! 
K. 1, 125. Sia, pl. [8 24, 3, n.): Dämmrungs= 
falter, s. Srhinr. — Cresc-endo (it. kresch-), 
adv.: (Mus.) zunehmend an Stärke des Tons 
(Ggstz de-e.), auch n. -ent: 1) (lat.) a.: wach- 
send, zunehmend. — 2) (engl. kressent) m., n., ; 
—#8: Halbmond (s. Croissant). enz (lat.), f.; 0: 
Wachsthum, bes.: Wein-Wachs,-Ertrag; Wein-K. 
— Crespine: s. Krispine. — Cröta (lat.), k. 
[8 24, :1: Kreide: C. älba, weiße; nigra, schwarze; 
rübra, rothe. — Crste (frz. krät), f.; —: ((. 
crista) Kamm der Häbne 2c.; Bergkamm; Kamm 
od. Krone der Brustwehr (s. ekretieren) 2e. — 
Krkt-enser, m.p, —#6; uv.: Bewohner der Insel 
Kreta. ensisch, a.: v. Kreta stammend 2ce. -er, 
m., —8; uv.: Kretenser, s. Aginet; Sind, wie die 
weiland K., faule Bäuche. Elaudius 3, 117, s. Tit. 1, 
12. — Kréthi (hebr.): in der Verbind.: K. u. 
Plethi, bibl. zur Bez. der Leibwache David's. 
2. Sam. 8, 18; 20, 23 r.; dann (als Ez. u. Mz.) 
— Hack u. Mack, allerlei Gesindel ꝛe. — Creti- 
cus (lat.), a.: kretisch; m. ([S 24, 21: kretischer 
Vers — Amphimacer (s. d.). — Cretin, m., —, 
en; -en — od. (nach frz. Ausspr. kreteng), m., 
—6; —6 : (s. Fer; Pazzo, vgl. Morio) ein Stumpf- 
u. Blödsinniger mit mißgestaltem Körper, wie sie 
sich nam. in tiefen, dumpfen Gebirgsthälern 
massenweis finden (Trottel). e, k.; —n: weiblicher 
Kretin. Tenhaft, a.: kretinenartig. -ismus, 
m., uv.; 0: Zustand der Kretinen; thierartiger 
Stumpfsinn 2c. (Trettelthum). — Cret-io (lat.), 
f. [8 24, 3. iönis): (Rechtsspr.) ausdrückl. Erb- 
schaftsantritt. — Creton (frz. —öng), m., -6; —: 
Fett-, Talg-Griebe: K.-Brot, für Jagdhunde re. 
— Cretonne (frz. —önn), f.; —: starkes, lein- 
wandartiges Zeug. Jazar 13, 1676. — Krétsch-am 
(slaw.), m., —;; —8, —+: (s. S#.) Schenke, Krug, 
auch: Kretschen, m. -mar, mer, w., —; uv.: 
4) Schenlwirth. Krüger, auch Kretschmeyer 2c. 
— 2) — Kretscham, vgl.: Kretschmerei, k.: 
Schenkwirthschaft; Treiben u. Gewerbe eincs
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        720 Crevasse 
Kretzschmers. — Erev-ässe (frz.), f.: —s, —n: 
Borst; Querspalte, nam. im Gebirge. Bertepcch A. 
197. -ẽ, m., —#; —: (eig.) ein „Krepierter", 
ein Ags, dann, verbunden mit petit (s. d.), in 
mildrem Sinn zur Bez. eines Libertius ( . d., vgl. 
roué 2c.7. Wachenhulen Ev. 15; 12; 106; Salon 1, 
504. Jéé, f.; —#: Art Schnürleib. — Creve- 
coeur (kräwkör), m., n., —6; —s: Herzleid. — 
Crevélle, f.z —n: kleine Stücken Elfenbein. — 
Crepvékte (frz.), f.; —n, —§: Art Krebschen. 1e# 
wald Erz. 1, 140 (s. Garneele). 
Kri: s. Keri. — Criank (frz. —äng, -ängt), 
a.: schreiend, himmelschreiend. — Crib (engl.), 
m., —§#; —#: die im Cribbage v. den Spielern 
weggelegten Karten. Alvensleben 166. Sbage 
(—#sh), n., uv.; —6: Art Kartenspiel. 164 ff. — 
Cribonnékke (frz.), f.; —s;-e: Kalbfleischschnitte 
(auch Trongon de veau). — Cribr-atiön ((lat.), 
f.; —en: das Sieben. 58, a.: siebartig, durch- 
löchert. -um, u., —8; -a 18 24, 2, n.]: Sieb, s. 
Koskinon. — Crid-a (mlat.), f. [8 24, 17: ((. 
Krei, Anm. S#.): Konkurs. ar, m., —e)6; -e; 
ärins, m. [8 24, 2): Gemeinschuldner (Döbitor 
commünis; Konkursifer). — Crichet (engl.), n., 
; S: Art Heuschrecke, Grille 2c.; Art Schlag- 
ballspiel. — Krikoldisch (gr.), a.: ringförmig. 
— Krim: s. Krimm. — Krimalologieẽ (gr.), f.; 
(eyn: die Lehre v. den Urtheilen als Theil der 
Logik. — Crim-e (frz. krim), u., uv.; —#: Cri- 
men, s. lese. -en lat., § 24, 3, n., inis): Ver- 
brechen: C. abigestus (s. d. u. so die abhäng. 
Wörter); ámbitus, der Amtserschleichung; atten- 
tätum, versuchtes; ecelesidsticum, kirchliches; læsæ 
majestätis, Majestätsverbrechen (s. Ièse); legiti- 
mum, worauf gesetzlich best. Strafe steht; occul- 
tum, heimliches; peculätus, der Entwendung öffent- 
licher Gelder; perduelliönis, Hochverrath; pübli- 
cum, öffentliches; räptus, der Entführung; repe- 
lundärum, der Erpressung; residni, der Unterschla- 
gung; sacriléegii, des Kirchenraubes; stellionaätus, 
des Betrugs; vis, der Gewalt, der Vergewalti- 
gung 2c. inal, a.: zum peinl. Gericht gehörig, 
es betreffend 2c., z. B. (vgl. Civil-): K.-Fall; 
Gefängnis; Gericht; Gerichtsbarkeit; 
Geschichte, Erzählung eines K.-Falls; Ge- 
setz(buch 2c.); = Jury; „Justiz; „Kommis- 
sar (ius); Novellc, „Novellette, s. Ge- 
schichte;-Prarxis (s. P. 2); -Proceß; -zecht; 
Richter; Sache; Senat, vgl. Ciwil-S.; 
Statistik, statistisch; Strafe; „Verfah-= 
ren ic. inälis, a. [8 24, 3, uv.]: kriminal. 
inalist, m., —en, —6; -en: Kenner, Lehrer des 
Kriminal-Rechts, -Verfahrens 2c. (der K-it). Dazu: 
Kik, f. Upi#aval 36, 106; Kisch, a. 29, zur 
Keit gehörig 2e. inalitäl, f.; 0: Eigenschast, 
wonach Etwas kriminal ist, die Strafgerichtlich- 
keit. inaliter, adv. zu criminalis. Zination, 
f.; —en: Beschuldigung, Anflage. Jinätor, m., 
—6 ; ören I§ 24, 3, öris]: Anlläger. einell, a.: 
kriminal. inferen, tr.: eines Verbrechens an- 
klagen, beschuldigen. — Krimem), k.; 0: die 
Kriterium 
sogen. taurische Halbinsel im schwarzen Meer: 
Die K.-Festung Sewastopol; K.-Krieg; K.= 
Stecher. Gartenl. 14, 567a, Art Feldstecher od. 
Fernrohr, wie sie im K.-Krieg in Aufnahme ka- 
men 2c. er, m., —s; uv.: Jemand aus der 
Krimm 2c.; bes. aber (Kürschn.): Pelzwerk von 
Lämmern der grauwolligen, dortigen Schafe, vgl.: 
K.-Pelz. prechl 11, 38 2c.; auch: K., ähnlich 
aussehnder Zeugstoff zu Wintermänteln für Da- 
men 2c. — Crinälis (lat.), f. [§ 24, 3, uv.]: 
Haarnadel. — Krinoid-eon (gr.), n., —#; ea; 
c, m., „(e)n; —(eyhn; pl.: Haarsterne, eine 
Ordnung der Strahlthiere, vgl. Enkrinit. — Cri- 
noline (srz.), f.; —n, —#: aus Roßhaaren ge- 
fertigtes Zeug; Unterrock für Frauen, urspr. aus 
solchem Zeug, dann: Bügel= od. Reifrock, wodurch 
die Kleider bauschig vom Leibe abstehen, vgl. Cage. 
Krinolinenthum. König Mar. 1, 50; K-n- 
Tracht. Holtei Trenst. i, 12; Krinolinumbauscht. 
Spielhagen Tann. 49; Die befrinolfnten Damen. 
Garienl. 15, 103a cc. — Krinömen -on (ar.), u., 
—6; za: Unterscheidungs-, Kennzeichen. — Crin-38 
(lat.), a.: haarig. osität, f.; 0: Haarigk. — 
Crinum 1gr., lat., § 24, 2, n.]: Hakenlilie. — 
Criöllo (span.), m., —#; —: Kreole. — Crique 
(frz. krif), f.; —s: kleine Bai, Bucht (s. Creek); 
Gräben zur Koupserung des Terrains vor Festun- 
gen 2c. — Kriĩs (malalüsch), (Krifs, Kriß) m., 
n., uv. ; uv. -e, en): Dolch. — Krischna (ind.), 
m., —; 0: Inkarnation Wischnu's u. dieser selbst. 
Ariegk 1, 32, vgl. Avatara. — Kr#e (gr.), k.; 
—n ; Sis, f.; zen [§ 24, 3, uv. ]): die entscheidende 
Wendung, die Etwas in seinem Verlauf nimmt, 
zunächst v. Krankheiten (vgl. Periptosis), dann 
verallgemeint; bes.: der Höhen= u. Gipfelpunkt 
einer gefährlichen Lage, zugleich als ihr entschei- 
dender Wendepunkt, sei es zum guten oder zum 
schlimmen Ausgang: Geld= u. Geschäfts-Krisis rc.; 
Gesundheits-Krisen u. Umsetzungen. Tieck Tischl. 
1, 299; Ubergangs-Krise; Schein-K., s. Psendo- 
trisis 2c. — Crisp-aliön (lat.), f.; —en: Krispie- 
rung. atuür, f.; —en: kranses Zuckergebäck. 
-ieren, tr.: krausen, kräuseln, auch: Eine Ader k., 
die abgeschnittne zudrehn, die Blutung zu hem- 
men; Etwas krispiert Einen, setzt ihn in lebhafte Un- 
geduld. -n, m., —; -e, —#6; männl. Taufname, 
auch C-us 24, 21: Der heilige K., der Armen 
Schuhe aus gestohlnem Leder schenkte (s. Krispinade) — 
auch als Patron der Schuster: Jünger St. K-s 
[Schuhmacher . Noquene Lug. 363; ferner als Bez. 
der lustigen Pers. in der frz. Komödie (s. Ecce), 
auch in frz. Ausspr. (krispeng): Seapin u. C. G. 
22, 146 2c. inade, f.; —n: Geschenk nach Weise 
St. Krispin's, — auf Kosten Andrer. -inc, k.; 
—nu : weibl. Name; danach: leichtes Frauen- 
mäntelchen (Kre spine. Immermann M. 4, 191;220). 
— Krifs: s. Kris. — Crifl-a (lat.), f. [824, 11 
Kamm der Hähne re. (s. erete); Helmbusch 2c.; 
C. gälli, Hahnenkamm (auch in der Botan. u. 
Anat.) 2c. -acit, m., —en; —en: Art versteinerter 
Muschel 2c. — Kriteri- um, u., — ; zen [8 21,
        <pb n="737" />
        Arithe 
2, n.): unterscheidendes Kennzeichen, Merkmal. 
— Krikth-e (gr.), k.; —n: Gerste; Gerstenkorn 
am Auge. kasis, f. [8 24, 3, uv.): das Uber- 
frefsen der Pferde (in Gerste 2c.), — eig. u. übrtr. 
(ogl. Haferkitzel): wähliger Ubermuth 2c. -omant, 
m., -en, —s; -en: Wahrsager aus der Gerste, — 
nam. aus der, womit die Opferthiere bestreut 
wurden; K-iE, f.; kisch, a. — Krik-icismus 
(gr.), m., uv.; O: die philosophische Methode, die 
mit Untersuchung des Erkenntnisvermögens be- 
ginnt (s. auch Klassicismus). -K (—, Slumauer I, 
74), f.; —en: (s. Se.) Urtheil über Etwas, sofern 
dadurch das Echte vom Falschen gesondert u. fest- 
gestellt, Werth u. Wesen v. Etwas, — nam. zu- 
nächst v. geistigen Erzeugnissen od. künstlerischen 
Leistungen (vgl. Recension 2c.), dann aber auch all- 
gemeiner — bestimmt wird od. wenigstens werden 
soll — u.: die Kunst, die solches Urtheil fällen 
lehrt, s. engel 11, 21; G. 39, 89: Rant“ K. der 
reinen Vernunft, Feststellung ihres Bereichs, ihrer 
Grenzen (s. u.: Vernunft--K.) 1c.; Etwas ist unter 
aller K., so schlecht, daß es gar keine Beurtheilung 
verdient 2c.; Zene traurige After-K. EWagnet 8, 
10; Anti= (s. d.); Armstrong= (s. d.); Evan- 
gelken (s. d.) K.; Journalistische Feuilletons- 
K. Mag. d. Jusld. 36, 452; Eine Gegen-= (od. 
Anti-) K. schreiben; Konjektural-= (s. d.) K.; 
Kunst-K., über Kunstwerke, in Kunsisachen; 
Selbst-K. (vgl. Auto-K.); Freimuth seiner Sit- 
ten-K.; Text-K., zur Feststellung od. Berich- 
tigung des Tertes eines Schriftstellers; Theater= 
K.; Die Un-K. lder Mangel an K.J. Humboldi 
Kosm. 2, 464; Daß die Leibnitz'sche Philosophie eben- 
sowohl eine Vernunft-K. enthalte als die neuerliche. 
Kant SW. 1, 401 ls. v.: K. der reinen Vernunft, 
vgl. Kriticismus!); Wort- (vgl. Text-) K.; Zei- 
tungs-K., in Zeitungen enthalten 2c. -ihakel, 
m., —; 0: (s. S#s.) kritisches Geschwätz, vgl.: 
Kritikäkeln, intr. (haben): als Kritiker schwätzen, 
Krititäfler. -ik#ster, m., —8; uv.: schlechter 
(od. After-) Kritiker, vgl.: K-ei, f.; K-lich tage- 
löhnern. Schetr Mir. XIV. iker, m., —#; uv.: 
Einer, der eine Kritik fällt; Kunstrichter 2c., auch: 
Kritmann. Göhingh 2, 200. Sikerek, f.; -en: 
das Treiben der Kritik (in verächtl. Sinn). 
Sikomän, m., —-en, —#; en: ein mit der Sucht 
des Kritisierens Behafteter. Dazu: Kie, k.; 
(isch, a. -icus, a.: kritisch (s. Perturbatio 2c.); 
m., uv.; -iei [S 24, 21: Kritiker. Cis (ugr.), 
m.: Richter. püchler Südöstl. 2, 194. Tisch, a.: 
1) auf die Thätigk. eines Kritikers bezügl., in sei- 
ner Weise, der Kritif gemäß (Ggstz: un.k.), 
kritisierend, richterisch ꝛe.: Lebens-k-#e Metaphysik. 
DMus. 15, 2, 577; Uber-k. Riehl NN. 245; Un- 
k—e Textausgabe 2c. — 2) eine Krise (s. d.) bezeich- 
nend: Kae Tage im Nervenfieber; K-er Schweiß rc.; 
dann: bedenkl., mißl. 2c.: K.## Lage 2c. — 3) . 
diakritisch. isieren, tr.; intr. (haben): Etwas 
zum Ggstd der Kritik machen (vgl. rerensieren), 
nam.: es tadelnd beurtheilen: Etwas be-k. Bahrdt 
1, 114; Ein Buch dürch -k. lk-d durchnehmenl. 
Sanders, Fremdwörterbuch. 
fKlrokpdolith 721 
-omãn ꝛc.: s. Kritikoman 2c. — Crizot (frz. kriss), 
m., —-§; 0: Art Tomback. — Krles: s. Eleison. 
Kroat, m., —en; —en: Bewohner Kroatiens: 
Soldaten v. dorther, als wild u. plündrungssüchtig 
geltend (s. Sch. 33 3a 2c.), vgl. Krabat 1; 2; auch 
Pandur 2c. — Krobpl-os (gr.), Jus, m. 18 24, 
21: Knoten, in den die alten Attiker ihre Haare 
schlangen. — Eroc#e (it. krötsch-), f.; -i: Kreuz: 
Venetianische Scüdi della e. (Kreuzthaler). Entykl. f. 
Naufl. 555a. — Croch-et (frz. krosche), m., —; 
—6: Hakfen; Hakenförmiges 2c., z. B.: Dietrich 
od. Hakenschlüssel; Trag-Reff; wundärztl. Werk- 
zeug nam. bei Steinoperationen; Art Löckchen an 
der Schläfe; (Buchdr.) Klammer []; (Kriegsk.) 
nach auswärts gebogne Verlängrungen der Lauf- 
gräben, da wo diese an einander stoßen 2c. -eteur 
Cetör), m., —s; —s, —e: Reff-, Lastträger. 
etieren, tr.: aufdietrichen. ieren, tr.: haken- 
förmig krümmen; häkeln. — Crorial-a (it. 
krotsch#-), f.; ze: Kreuzzug, vgl.: Türkensteuer 
unter dem Namen der Cruciate. Raumer Tasch. 1, 9, 
396 2c. Jo, m., —8; -i: Kreuzfahrer, Theilnehmer 
an einem Kreuzzug, — verallgemeint: an einem 
heiligen Kampf. — Krodicismus (gr.), m., 
uv.; 0 . 24, 21: s. Karphologie 2. — Crociön-e 
(it. krotschö 2c.), m., —s; -i: Kronenthaler. — 
Crois-ade (frz. kroasäd), f.; —s: Kreuzzug; auch 
v. Schiffen: das Kreuzen in der See. —6: 1) a.: 
froisiert, s. Etoffe. — 2) u., —; —8 (s. 1): 
Köperzeug. eur Cör), m., —8; s,e: krenzen- 
des Schiff (Kreuzer, Kreuzfahrer). -ieren: 1) intr. 
(haben): in der See kreuzen. — 2) tr.: a) kö- 
pern. Karmarsch M. 2, 376. — b) (auch o. Obj.) 
ins Kreuzfeuer nehmen. — Croissant (frz. 
kroaßing), m., —6; —: Sichel des zunehmenden 
Monds u.: Elwas v. dieser Form (Halbmond), 
s. Crescent 2. — Croc (frz. krö), m., —8; —8: 
Haken: En lang] c. Thakenförmigl. Alewald Lav. 
1, 116. — Kröck: s. Grog. — Krokod-il (gr.), 
-iI, n., m., -(e)o8, (—en); -e, (-en): Art Eid- 
echsen, z. B. Landeidechsen. KRoss Ins. 2, 30; 3, 
occ., best.: „Lan derocodille". Tourneforl 1, 49 3 2c., 
— gw. aber (s. Ss.): eine Thier u. Menschen ver- 
schlingende, große Wassereidechse mit versch. Arten 
(ogl. Alligator, Kaiman), nam.: Nil-K. (vgl. 
Ganges-; Orinoco-K. 2c.); auch als Bez. für etwas 
Häßliches u. (in Fabeln 2c.) als Bild heuchlerischer 
Falschheit 2c.: Falsche, heuchlerische K.= Brut; Ks- 
Thränen, vgl.: Rollenhagen Fr. 157; Waldis 1, 
Sl 2c. ilier, m., -s; uv.: ein krokodilartiges 
Thier. Burmeißer Gsch. 463. -ilisch, a.: krokodil- 
ähnl. (krokodilhaft). Licc N. 1, 167. — 
Krok-, Croc-omagmo (gr.), n., —#; men!J§ 24, 
3, n., —-tis]): Krofussalbe. (Jos) -us, m., uv., 
+ses; uv.t, —se [§ 24, 21: eine Blume, Cröcus: 
Der gemeine K., C. sativus, dessen Narben den 
Saffran liefern; übrtr., in Bezug auf die Farbe. 
Kosegarten Po. 2, 317 „c. (Selten fem.: Hungari 1, 
68); auch: Art Eisenpräparat. Mitscherlich 2, 2, 22 
(s. Mars I 4). — Crocüte (lat.), f.; In: ge- 
fleckte Hyäne. — Krokp-dolith (gr.), m., e)s, 
46
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        722 Krokplegmos 
—en; -e, —en: Blaueisenstein. -legmos, m., uv.; 
0: Federleserei, d. h.: 1) Kleinmeisterei, kleinl. 
Tarelsucht. — 2) Schmeichelei. — Tröm-e (it.), 
f.ze: Achtelnote. -ätico, a. :chromatisch (s. d. 2): 
Cänto c., chromatische Tonleiter. — Crömlech 
Crelt.), m.t, —; —: C., eins v. jenen Druidendenk- 
mälern . .., große, ranhe Steinplatten, welche auf 4 
Felspilastern ruhen. BNodenberg Wal. 2, 282, s. Cercle 
druidique. — Krom-domänt (gr.), m., -en, —; 
—en: Wahrsager aus Zwiebeln: Kie, f.; Cisch. 
Vorpregmik, f.; —(eyn: Rülps, Aufstoßen (nach 
Zwiebeln u. Essig). — Kron- (Chrön-, nam. 
bei Sch.) -ide (gr.), m., —m; —n: (Myth.) Sohn 
des Kronos, nam. in Ez. — Zeus. Jion, m., 
—6; 0: Zeus. -en, pl.: Saturnalien. on, 
m.: Säulen des K. (od. Kronos. Humbold! K. 2, 181), 
s. Herkules 1. Jos, m., uv.; 0: Saturnus, im 
Griech. K. . wird für einen Gott der Zeit gehalten, 
welche im Griech. Chronos heißt. Namler Mth. 1, 
vgl. Sch. Göd. 1, 225 2c. — Croͤp (engl.), n., 
—6; —§: Ernte, bes. in Nordamer. in Bezug auf 
Taback, dazu: C—8, die v. den Tabacksbrakern ge- 
stempelten u. mit den sogen. C.-Noten, d. h. 
Scheinen über Qualität, Gewicht z2c. des Tabacks, 
versehenen Fässer. — Croqu-ant (frz. krokäng): 
1) m., —§s; —#: Lump; Die Cs, Bez. der auf- 
rührischen Bauern unter Heinrich IV. u. Lud- 
wig XIIII. — 2) a.: unter den Zähnen krachend, 
kuusprig gebacken 2c., auch: C#e. f.; —6; —n: ein 
derartiges Gebäck. er [-el: kroqnieren, nam. 
auch: wippen, beim Croquet-Spiel. Bazaor 14, 
176ec. Set (##), m., n., —#; —§#: 1) Das in Eng- 
land einheimische Mode- u. Gesellschaftsspiel C. .. 
früher Pall-mallet (s. d.). 176a. — 2) Knaster-, 
Art Pfeffer-Kuchen. -étte, f.; —s, —n: 1) Art 
tütenförmiges Gebäck innen mit Schlagsahne rc. 
— 2) ein Gericht aus ragout-ähnl. Ingredienzien, 
in Form v. Würstchen, gebacken. eur (-ör), m., 
—6; —s, —e: Schmauser, Näscher; Mauser rc. 
-eren: 1) intr. (haben): krachen, — nam. unter 
den Zähnen des Essenden. — 2) tr.: a) (. 1) 
Etwas knabbern, verschmansen, verschlingen. — 
b) eine Skizze, einen Entwurf v. Etwas machen, 
— zunächst v. Zeichnungen, Rissen, nam v. topo- 
graphischer Zeichnung eines Terrains ohne genaue 
geodätische Messungen. is C□h), m., n., uv.; 
uv. (mit lautendem s): kroquierte Skizze (s. 
Ebauche): Das Bleistift-C. Humboldt# Brgh. 2, 
17. Tist, m., -en, (—8); —en: Zeichner von 
Croqnis, Skizzist. Salon 3, 486 „2c. — Kröre 
(ind.), m., —; —§: Der C. ist 100 Lae (s. d.) od. 
10 Milltonen Rupien (s. d.). Encyhl. f. Kaufl. 209b. 
— Erösfs (engl.), n., uv.; —es: Krenz, s. 
Kuight 1; C.-reading. — Crofs#e (frz. kröß), f.; 
—#: Bischofsstab:; Gewehrkolben; C. (d'affut 
ldaffüs, Laffetenschwanz. -readings (engl. —ridings), 
pl.: Kreuz= u. Quer-Lesungen, indem man z. B. 
in Zeitungen 2c. aus einer Spalte in die andre 
hinüberliest, zumal in Bezug auf so sich ergebende 
Comica. — Krösus, m., uv., -ses; uv., se 
15 24, 21: ein lydischer König, sprchw. durch sei- 
Erusca 
nen Reichthum; auch antonomastisch, s. Ggstz 
Irus; K.-reich. Bürger 4a; -Schatz. Gutzkow Z. 9, 
241 2c.; ferner als Beispviel raschen Glückswechsels, 
indem er an sich die Wahrheit des v. Solon an 
ihn gerichteten Wortes erlebte: Nemo änte mörtem 
(od. öbitum) beätus, Niemand ist vor dem Tode 
selig (zu preisen). — Crötal-äria (nlat.), k. 
!&amp; 24, 1): eine Pflanzengatt., Klapperschote. 
alist, m., —en, —s; —en: Kastagnettentänzer. 
alon (gr.), n., —; zalg, -Slen; -alos, m., 
nv.; zaloi: Kastagnette (s. d. u. Maronnette). 
alus, m. 1/§ 24, 21: 1) Krotalos. — 2) Klapper- 
schlange. — Krot-on (gr.), m., zönen (§ 24, 3, 
-önis]: eine Pflanzensippschaft, s. Olen 3, 1589 ff.; 
K.-Ol, aus dem Samen des Purgier-Ks## (C. 
tiglium) 2c. — Croup (engl., frz. krup), m., -s; 
-s: häutige Bräune (Kehlkopf-K., vgl. Diphtheritis, 
s. auch Psendo-C.). — Croüp-ade (frz. krup), 
f.; —n: höhere Kourbette (s. d.). e, f.; -n: die 
Partie zw. Lende u. Schweif, v. Reitthieren, — 
hänfig Krurre (s. d. 1. Ss.), auch (nach it. groppa) 
Grupre, s. tbd. Zier (□), m., —6; —6: Helfer des 
Bankhalters bei Hasardspielen, s. Employé. — 
Crousäde: s. Cruzado cc. — Croustäde (srz. 
krust-), f.; —n, —s: den Kroquecttes ähnl. Gericht 
mit Ragout-Füllung. — Cront-e (krütt), f.; —s: 
Kruste; Bez. alter, verräucherter — dann auch: 
schlechter Gemälde. -on Cöng), m., —6; —8: in 
Butter gebackne Semmelspeisen zum Garnieren v. 
Speisen. — Crow (engl. krö), f.; —#: Krähe, s. 
Carrion. — Crown# (engl. krönn), f.; —#: Krone; 
auch als Münze; C.-glass, „Kronglas“, ein blei- 
freies, etwas grünliches Tafelglas. — Cropabel 
(frz. kroal-), a.: glanblich (s. Gastz: In-e.). 
Cru (rz. krü), m., n.: Wachsthum, Gewächs: 
Der Wein vom eignen „crü“. Püchler Südöstl. 2, 147, 
s. Classé. — Crüc-iäta 2c.; s. Creciata. iation, 
f.; -en: Krenzigung. -i#er, f. (S 24, 1): 
Sisere, f.; —m: (Bot.) Pflanze aus der zahlreichen 
Familie der Krenzblumen. eiserisch, a.: krenz- 
tragend. -isir, n., —es; Se: bildl. Darstellung 
des „ans Kreuz gehefteten“ Christus. -iger, m. 
I&amp; 24, 2, Ageril!: „Kreuzträger" (Name geistlicher 
Genossenschasten). is: s. Crux. -it, m., —e)s; 
—e: Kreuzstein, s. Harmotom. — Crüd (lat.), a.: 
roh (vgl. indigest); adv.: Nüde (s. d.) e-e. l. a.: 
grausam: Dieses Volk= will auf eine k—e lob Drekf. 
s. krude] Weise gerührt sein. G. 23, 91. -elität, 
f.; —en: Grausamk. ität, f#.; —en: Noheit, Un- 
verdaulichkeit; etwas Rohes, Unfertiges, Un- 
verdautes. — Cruel (frz. krüell), a.: — krudel. 
— Ernentati-o (lat.), f. [8 24, 3, önis); -ön, 
f.; —en: das Bluten, Blutbefleckung: Jus (s. d.) 
c—nis. — Crü-or (lat.), m. (§ 24, 3, öris)]: 
geronnenes Blut; das Blutroth, auch C-in. D### 
An. 363 (vgl. Globulin u.). — Kruppe: s. Croupe. 
— Crural (lat.), a.: die Schenkel betreffend rc.: 
K.-Muskeln, „Nerven 2c. -ia, pl. (§ 24, 3, u.): s. 
Feminalia. — Erusäde, f.; —n: s. Cruzado. — 
Krüschk-a (russ.), 1.; —6, -i: „Krug“, als Flus- 
sigkeitsmaß = ½10 Wedro. — Crüoft-a (it.), f.;
        <pb n="739" />
        Cruscant 
0: Kleie; nam. auch — Accadẽmia (s. d.) délla 
C., eine gelehrte Gesellschaft, 1582 gegründet, für 
Reinheit u. Sichtung der ital. Sprache zu sorgen, 
bes. auch durch Abfassung eines Wörterbuchs. 
-ant, m., —-en; —en: Anhänger der Crusca. — 
Crüfl-a (lat.), f. [8 24, 1): Kruste (s. d. 3s.) 2c.: 
C. inffammatöria, f. Corium; C. läctea, Milch- 
schorf; C. pruriginösa, Flechtengrind 2c. ekk, 
f.; —eyn; -#ceum [824, 2, n. ]: „Krustenthier“, 
Krebs. accolog, m., -en, (□s); —en: Keuner 
der Krustaceen. Dazu: K-iẽ, k.; k-isch, a. it, 
m., (e)s, -en; —e, -en: Versteinrungen v. Krusta- 
ceen. -arius, m., uv.; len: Anaglypt, Ciseleur. 
ation, f.; —en: Krustierung. -ieren, tr., refl.: 
krusten (s. d. Ss.), mit einer Kruste bedecken rc.: 
Ein krustiert. Schubert Nachts. 222, s. in-k.; auch: 
Mein Schneckengehäuse krustisiert sich aus meinem 
eignen Körper her aus. Guskow R. 3, 209, scheidet 
sich als Kruste ans 2c. Jodermen, pl.: Fische mit 
krustiger Haut, als einer Art Panzer 2c. —6, a.: 
krustig, bekrustet. ulferen, tr., auch o. Obi.: 
vor dem eig. Essen Etwas knabbern. — Crüux 
(lat.), f. [8 24, 3, crücis!): Kreuz: C. gestatrie, 
hohen Geistlichen vorangetragen 2c.; ferner ((. 
Kreuz 3. Ss.) — Marter, Qual rc.: Diese Stelle ist 
eine c. interpretum sder Erklärer] od.: criticörum lder 
Kriliker!, macht ihnen viele Schwierigkeit 2c.; fer- 
ner: Experiméntum erücis, eine Probe, durch eine 
Art Gottesurtheil (am Kreuz), — daher: ein ent- 
scheidender Versuch 2c.; ferner als Kalenderbezeich- 
nung: Exaltätio sänctz crücis, Kreuzeserhöhung 
(14. Sept.); Der Quatember (s. d.) Crücis; Indem 
heute I11. Juli] grade das Quartal Crucis eintrat. G. 
40, 208 2c. — Cruzädo (span., vort.), m., —; 
: Name v. Münzen mit einem Kreuz. 
Armäödisch (gr.), a.: eiskalt. -modpnte, 
k.; —(ehyn: kalter Gliederstuß, rheumatischer 
Schmerz mit wiederkehrendem Kältegefühl im lei- 
denden Theil. olith, m., —(e)s; —e: Fossil v. 
eisähnl. Aussehn; Doppelverbindung v. Fluor 
mit Natrium u. Aluminium. ophor, m., -(e)s: 
—e: Kälte-Erzeuger, Vorrichtung, worin durch 
Verdampfung Wasser gefriert. — r- 
phthelminthen (gr.), pl.: infusorische Ein- 
geweidewürmer. pfis, f. [8 24, 3, uv.]): das 
Verbergen, bes. als Ggstz zu Kenosis (s. d. 2). 
pta, f.; -pten [8 24, 11: unterirdisches Gewölbe 
unter Bauten, nam. unter Kirchen. pte, k.; 
—n : Krypta. pteia, f.; 0: (in Sparta) Die K. 
od. Heloten-Jagd. Kriegk 1, 285; „ Kryptia". Sch. 
1022a. iker, m., —; uv.: s. Kenosis 2. eisch, 
a.: s. esoterisch; auch: Etwas nur versteckt (impli- 
cite) in sich enthaltend: K-e Schlukfolgrungen, mit 
scheinbar fehlenden Gliedern 2c. -plo: als Bstw.: 
geheim, heimlich r2c., s. d. Folg. -plobränchus, 
m. s8 24, 2): Art Salamander „mit versteckten 
Kiemen“. ptogäm, a.: bei Linné, v. Pflanzen: 
ohne deutlich wahrnehmbare Geschlechtsorgane 
(Ogss rhaneregam), auch k-isch (s. u.): Die K-en 
od. K.ia, die k#ischen Pflanzen; K-ic, k.: das 
Kryptogamischsein — u.: die Gesammtheit der 
Krpstall 723 
Kryptogamen, vgl.: Kisches [Verborgnes in 
Bezug auf die Fortpflanzungl. G. 3, 318; K-olög, 
m.: Kenner der K-en (dazu: Kologitfet, (.; 
(olögisch, a. 2c.). -plogenen, pl.: bei faueille 
ꝛc. Bez. der s. g. Samenthierchen u. ä. m. (s. 
Srermatezoen). -ptogräph, m., —en, —: -en: 
Einer, der in Chiffern (Geheimschrift) zu schreiben 
versteht, Chiffreur. Dazu: K- Ie, f.; auch: K.ik, 
Lehrbuch der Gebeimschreibekunst in Staats= u. Privat- 
geschäften v. ICKlũber 2c.; k-isch, a. 2c. ptojesuit, 
m., -en, —s; —en: heimlicher Jesuit. Dazu: 
K-isch, a.; K#ismus, m.; ähnl.: Krypto- 
jansen-ismus, m.; „ist. m.; -isttsch, a.; 
Kryptoekalvin-ismus, m.; ist, m.; (ist)isch, 
a.; Krrptokathöl-icismus, m.; it, 
m.; isch, a.; Krppteluth--eräner, m.; 
-eranismus, m.; -erisch, a. 2c. u. z. B. auf 
prlitischem Gebiet: Kryrtoaristokrät, m.; 
iisch, a.; Kryptodemokrät, m.; lisch, a.; 
Ein Krrptoliberäler; Die Organe Zeitungen 2c.1 
des Kryptoliberalismus. Ualß. 2 1, 375 cc. 
Iptomer, a.: als Ggstz zu rbaneremer, nam. v. 
Gesteinen, jenachdem die Gemengtheile verborgen 
sind (so daß das Gestein als ein einfaches erscheint) 
ed. im Ggstz dem bloßen Auge sich offen zeigen. 
ptonßm, a.: verbergnen Namens (vgl.: Anonym 
u. Fortbild.; rseuronem). -plönpmus, a.; m.: 
ein Kryptonymer. ptopöôrticus, m. (1.), uv.; 
uv. [8 24, 41: Ein bereckter, säulengctragner Gang 
(C.). Guhl 2, 97 r. pt-örchis, m. [8 24, 3, uv.]; 
Iptorchtt,m., —en, —s; —en: Jemand, dessen Heden 
unterm Bauchring (versteckt) liegen 2c. — Kry- 
Kall (gr.), m., (u.), —(e)s; -#e; (rralt. f.; en): 
(hl. Ss.): 1) Eis (vgl. 4). — 2) K., Berg-K., 
Varietät des Quarzes v. ausgezeichneter Klarheit, 
gw. in regelmäßigen Sechsseiten vorkommend 
(s. 4): Islänrischer K., Doxpelspath 2c. Auch — 
K.-Glas (s. 5, vgl. 3) u.: aus K. Gefertigtes, 
z. B. Becher 2c.; ferner: ein Zauberglas, best.: 
Zauber.K. (dessen sich die sogen. K.-Gucker od. 
Seher, Krostallomanten, bedienen). — 3) (s. 2) 
übrh.: etwas K.-Klares, nam. solche Flüssigk. 2c. 
— 4) ein unorganischer Körper in bestimmter 
regelmäßiger Gestalt aus gleichartigen, gleichartig 
zusammengesetzten Theilen bestehnd (I. krystallisieren): 
Kchen. Burmeister Gsch. 71; Kryställchen. G. 40, 
177; Eiekryställchen; in zahlreichen Zfstzgn, 
nam. nach den krystallisierten Körpern (Minera- 
lien): Alaun-; Bleiglanz-; Salz-; Schwefel- 
K.e 2c.; Schörl-K-en. G. Merck 1, 269 1c.; ferner: 
After-Ke, v. regelmaßiger Gestalt, aber ohne 
gleichmäßige innre Struktur (s. Pseudomorphese). 
Oken 1, 70 2c.; Zwillings-K-e, die zu 2 u. 2—, 
Drillings-K.e, die zu 3 u. 3 zusammengewachsen 
find 2c., ferner z. B.: Wasch-K., verwittertes kohlen- 
saures Natron (Soda). Na## 21, 71. — 5) Als 
Bstw. z. B.: K.-Acha# [2], s. A.; = Becher [21; 
„Bildung [4]; K.-Blüthe (21. Haller 46; K.= 
Druse (41. Ohen 1, 66; K.-Elektrieitär (41. 
110; „Flächen [4]. 35; „Formen 141. 29; 
Glas [2]. HKatmarsch M. 2, 883; = Grube 121, 
46“
        <pb n="740" />
        724 Arpstalle 
Keller; Gucker /2|; -bell [2], h. wie K. G. 14, 
14 6 2c. (auch f—en-hell. Sch. 5 2#a); -Zaspis 12s1: 
Keller [2], „Grube. Ohen 1, 827; -zklar 21, 
auch k—en-klar, vgl. -hell; -Linse [21, ein als 
Sammel-L. dienender k.-heller Theil des Anges; 
Pokal, s. Becher; rein, ehell, doch auch in Be- 
zug auf Reinheit des Tons; -Schale [2!);= Seher 
j2]; -Spiegel [2); Systemll;-Wasserél, 
das sich chemisch mit (kröstallisserenden) Salzen 
verbindet; auch I21: k.-helles c.; -Winkel I41 2c. 
e, f.; —n: (vralt.) — Krrstall A. Abelung. en: 
s. Ss.: 1) a.: ans Krystall (1—3), krystallrein. 
Sinkel Ib. 1, 360 2c.; Berg-e1chale. Rückert 1, 
178 2c. — 2) als Zeitw., s. kröstallisieren, z. B. 
auch: Der klargekreiste Bach] krbstallte bis in Grund. 
Scultetus (f. 8, 290), war, floß krystallhell. ich (t), 
„ig, a.: krystallartig Ervstallhaf), s. Ss. zin, 
n., -(e)s; 0: 1) s. Anilin. — 2) ein in der Kry- 
stall-Linse des Auges enthaltner Stoff, Linsenstoff. 
Dock Anat. 739. inisch, a.: in der Weise krystalli- 
sierter Körper, Gastz: Un-k., s. kolloidal. -isation, 
f.; —en: Krystallisierung: K-s-Wasser, das in 
krystallisierten Salzen eingeschloßne W. -isch, a.: 
krystallig. -isierbar, a.: in Krystallform dar- 
stellbar, Ggss Un-k. -isieren, tr.; refl.; intr. 
(sein): (s. Ss.) Etwas od. sich in Krystallform 
darstellen (selten krystallen, f. d. 2); auch z. B.: 
Etwas krystallisiert aus od. heraus, scheidet k-d 
aus; Etwas ein-k., k—d mit einschließen; Um k., 
k-d umformen 2c. —It, m., -en, —#; -en: natürlicher 
Steinabdruck von Krystallen. Ausld. 38, 641a. 
ogenik, f.; —(ehn: Lehre, Lehrbuch von der 
Krystallbildung. -ograph, m., —en, —; -en: 
Kenner der Krystallformen: K##ie, s.; Sisch, a. 
Toid, n., -e); e: krystallähnlicher, krystalli- 
nischer Stoff, s. Ggstz: Kellor. - o#disch, a.: 
krystallähnlich. Nac##. 2 1, 205 2c. Jokeramen, pl.: 
glasierte Thongefäße. - (ol)og, m., —en, —S; en: 
Krystall-Kenner: Kir, f.: isch, a. -omänt, 
m., -en, —s; -en: Krystallseher (s. d., vgl. Ka- 
toptromant): K-iĩẽ, f.; k-isch, a. Jometr'ié, 1.; 
—(eyn: Messung der Krystalle, nam. der Krystall- 
winkel. Jonomse, f.; —eyn: Lehre v. den der 
Krystallisation zu Grunde liegenden Gesetzen. 
Sotechnik, f.; en): Verglasungskunst. -otomis, 
f.; Aeyn: Krystallspaltung. — Uschalriija (ind.), 
m., —#8; —#: Einer aus der Krieger-Kaste (s. d.) 2c. 
auch: Ksche triyas. Westermann 3, 517b; Ksatriya. 
Grube Ch. 2, 128 (s. Brahma). — K#tema (gr.), 
n., —6; —ta: Besitzthum: K. és ari, ein ewiges 
Besitzthum, s. Büchmann Gfl. W. 116. — Ateno- 
branchsen (gr.), pl.: Kammkiemenschnecken 2c. 
Cnadr-a, -illa: s. Quadr 2c. — Cuandu: 
s. Coendn. — Cuarter 2c.: s. Quart 2c. — Cuati: 
s. Coati. 
Tüba: die größte der Antillen; auch für 
dortige Produfte, z. B. Baumwolle. Karmarsch M. 
2, 502 dc.; ferner: K.-Fink, s. Tomegin; K.-Holz, 
Gelb-H., v. Mörus tinctöria; Eine Ladung K.-Mus. 
kowaden (s. d.). Uaiß. 20, 401. — Cubat-ion 
(ulat.), -ür, s.; —en: Kubierung. — RKübba. 
Tubras 
(ar., vgl. Alkov 2c.), f.; —s: Gewölbe, nam auch 
Grabgewölbe, auch Kublbheh; Kobba 2c., s. Clobus 
5, 134a; 129b; 6, 11 3a ; Ausld. 39, 96 1a; Mag. d. 
Ausld. 36, 273a; Petermann 2, 58; 63; 145; 2582c. 
— Kübbe (ar.), f.; —n: 1) K. od. Kubäöbe, d. i. 
eine Art Boulotten aus Hammelfleisch. 1, 124; 128; 
88 :c. — 2) s. Kubba. — 3) s. Bastoni. — 
Kubebe (ar.), f.; —n: 1) Frucht des Schwanz= 
(od. K-n-) Pfeffers. — 2) — Cibebe (s. d.). — 
3) s. Kubbe. — Rübeh, f.: —#: s. Kubba. — 
Küben: s. Kubus. — Cub-érta (portug.), (.; 
—8 : Decke; Schiffsdeck; auch: Fahrzeug mit Deck 
(Ggstz: offnes). -#rt# (span.), f.; —s: z 
Cuberta. — Cub-icit (nlat.), m., —e); Se: 
Würfel-Zerlith (s. d.). ieren, tr.: (vgl. gqua- 
drieren): Einen Körper k., einen gleichgroßen Kubus 
(s. d.) konstruieren; den kubischen (od. Raum-) 
Inhalt berechnen; Die Kubierung (od. Kuba- 
tur) der Kugel beruht auf der Quadratur (s. d.) des 
Kreises 2c. isôörm, a.: würfelförmig. -ih: als 
Bstw. — kubisch, z. B. vor Längenmaßen, das 
entsprechende Würfel= od. Körpermaß zu bezeichnen 
(wie Quadrat= das entsprechende Geviert= od. 
Flächenmaß), z. B.: Ein Quarrat-Meter (. h. ein 
Quadrat, dessen Seite = 1 Meter ist) hat 10 10 
Quadrat-Decimeter u. 100 100 Quadrat-Centi- 
meter u. ein K.-Meter (d. h. ein Wirfel, dessen Seite 
ein Meter ist) 10 10 2c 10 K.-Deceimeter u. 
100 K&amp; 100 2 100 K.-Cen timeter; so analog: 
K.= (u. Quadrat-) Meile;-Ruthe;-Fuß; Zoll; 
Linie (s. u.) ½c., übrh.: K.= (od. kubisches) 
Maß; -Inhalt; danach übrtr. auf Zahlen: K.“= 
(u. Quadrat.) Zahl, bezügl.: die 3te (u. 2te) 
Potenz einer Zahl, wie K.= (u. Quadrat-) Wurzel, 
die Zte (u. 2te) Wurzel; K.-(u. Quadrat-) Tafeln, 
Tabellen der K.= (u. Quadrat-) Zahlen 2c.; z. B. 
auch: Die K.= (od. Körper-) Linie ##. o.] auf Pro- 
vortionaleirkeln dient auch dazu, Kugeln v. gegebnen Vbh. 
zu konstruieren. vSwinden 412. — Cubicul-rins 
(lat.): 1) a.: s. Lectus. — 2) m. (8 24, 21: 
Haussklave als Art Kammerdiener (Guhl 2, 278); 
auch Kammerdiener, bes. des Papstes 2c. -um 
[§24, 2, u.): Wohn-, Schlafzimmer. — Kübisch, 
a.: in der Form eines Kubns (s. d. u. Kubik): 
K.#e Krystalle; K-es (od. Kubik-) Maß r2c.; daher 
auch: K.e (od. Kubik-, s. d.) Zabl; Wurzel, der 
Zten Potenz; K.ie Gleichung, des 3ten Grads, vgl. 
qnarratische, des 2ten, linearlischye, des ersten 2rc., 
s. auch: Kre Gradierung 2c. — Cübit (engl. ki—), 
m., n., —; —#: Ellenmaß (s. Geriah). = al (lat.), 
a.: zum Cubitus (s. d.) gehörig 2c.: K.-Buch= 
staben, große Initialen, — eig.: ellengroß (val. 
Uncial-V., zollbreit). -us, m. I§ 24, 2): Ell- 
bogen; Elle, s. Zumpt Lat Gr. &amp; 855 (vgl. Enbit; 
Cobir; Codro; Covado). — Kubkak: s. Kabkak. — 
Kubo, m., —6; —6: weltl. Herrscher in Zapan, 
vgl. Dairi ie. — Kubo-idisch (gr.), disch, 
a.: würfel-ähnl., -förmig. Ohtasder, m., —; 
uv. : Der Mittelkrustall zw. Würsel u. Oktasder ed. K. 
Oken 1, 15, auch: Kuboktasder. -mant 2c.: 
s. Kybomant. — Cübras, pl.: Abkömmlinge von
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        Cubus 
Mulatten u. Negern, in Südamerika. — Cũb-us 
(gr., lat.), m., uv., „ses; —se, en [8 24, 21: 
(Math.) Würfel (s. Heraeder), — daher (s. Kubit) 
auch: die Zte Potenz einer Zahl. 
Cuchillo (span. kurschilio), m., n., —6; — : 
1) Cs (sritze Messer). Gartenl. 15, 713b; Globus 7, 
233b. — 2) (in Brasilien): Ein C. (kleiner Berg). 
Bonk Bild. 3, 262; 363. — Kucsma: s. Kutem. 
Cudbear (engl. körrberr), n. m., —8; 0: 
ein der Orseille verwandter, aber pulverförmiger 
violetter Farbstoff (nach d. Erfinder), Persio, s. 
farmorsch 2, 785; 844; prechn 12, 68. — Küddu, 
m., —8; —: Art kleiner Melonen. — Kũdu, m., 
n., — — : Art Antilope, ar. Tendal, s. Algaseen, 
Palla 2, val. Garrua. — Küdusch: s. Divan 4. 
Cuérda (sran.), f.; —: „Strick“, ale Längen- 
maß. — Cukrpo: f. Corpo u. Comedia. — 
Cuestiön: s. Question. — Cukva (span.), f.; —: 
Höhle. Kager 2, 117; 4; 118 2c. 
Kuff (holl.), f.: —en: K., K.-Schiff, Kee, 
Art Schiff. Vodrik 429b; wilkomm Bann 2, 118 
(als Nachbildung auf einer Wanruhr) 2c., auch: 
Kof. freiligrath SW. 1, 22 (Reim: troff). — 
Cüffi-a (it.), f.; ze: s. Cofia. — Küfi (ugr.), 
n., —; —: „das tanbe Thier“, eine Giftschlange. 
Ohen 6, 550 (vgl. Pf. 58, 5). — Rüsisch, a.: v. 
der Stadt Kufa stammend: K.e Schrift, altarabische 
Lettern; K-e Münzen, mit Inschriften in k-en 
Lettern 2c. — Küftan: s. Kaftan. 4 
Cugnatell-a (it. kunj-), f.; ze: röm. Ol- 
maß. — Cuguär, m.. —eys: —#e, —: der amerik. 
Löwe, Puma (auch geschr. Cougnar). — Kuh-i 
(ind.), m.: Berg, Gebirge: K.-Nur, s. Kohinur. 
Sistan, n.: Gebirgsland. istäni, m., —8 -s: 
Gebirgsbewohner. Ausld. 38, 9Sb. — Cüi (lat.): 
wem, s. Bonum; llle 2c. -que: Jedem, s. Suum. 
— TCuirass#e (srz. lwiräs), k.; —s: s. Küras. 
Sier Ci#), m., —8; —s : s. Kürafsier. — Cuisse 
(frz. lwiß), f.; —s#: Schenkel; C.-Madame, Art 
länglicher Birnen, gelb rd. roth. — Cüj--e, k.; 
—n: Gefäß, bestehnd aus der halben Fruchthülle 
des Flaschenbaums (Crescéntia cujte). Burmtisttt 
gB. 2, 210. -te, f.; —: s. Cuje u. Higuera. — 
Kusön (nach frz. coson, auch Coujen), m., —e)s, 
—en; —e, en: niederträchtiger Kerl; Schelm 2c.: 
Erz-; Haupt-K. . ädc, f.; —n: Schimpf- 
wort 2c. erik, f.; —#eyn: Niederträchtigkeit, 
Schurkenstreich. iren, tr.: niederträchtig be- 
handeln, hudeln 2e. isch, a.; niederträchtig. v. 
Sh. 3, 199, auch: Kujoön (en)haft. 
Curcagna (it. -änja), f.; 0: — Cocagne 
(s. d.). — Cuechiär-o (it. kuck--), m., —; :##: 
Kelle, — als Maß, s. Emine. — Cueiljo (span.), 
m., —6; —: Leuchtkäfer. Bank Bilr. 1, 101.— 
Cucüll-aris (lat.), m. (§ 24, 3, uv.]: ein 
Nackenmuskel. -e, f.; —; Sio, m. I§S 24, 3, 
iönis); -us, m. I§ 24, 2): (s. Gugel. Ss.) Ka- 
puze, Kutte (als Tracht der Mönche 2c.): C-us non 
fäcit mönachum, die Kutte macht nicht den Mönch 
(das Kleid nicht den Mann). — Tüculus (lat.), 
m. [S 24, 2): Kuckuck: C. indicãtor (s. d.) 2c. 
Kulitsch 725 
— Kukümomy)er (lat.), f.; —n: Gurke, auch: 
Meine Kummern. OMületr ErzChar. 2, 49 U. 
Kümmerling (s. d. 2 u. Anm. ss.). — 
Curürbit-a (lat.), f. [§ 24, 11: Kürbis; Kürbis- 
flasche, auch übrh.: Flasche; Schröpfkopf. -äcea, 
f. [8 24, 1); -aerẽ, f.; —(eyn: kürbisartige 
Pflanzen. atiön, f.; -#n#: Schröpfung. — 
Kukur-üs, -uls, u, m., uv. : 0: Mais (s. d.). 
— Kuhuffu: s. Kuskus. — Ku-Kux-Alan, m., 
uv.; 0: ein fanatischer Geheimbund in Amerika. 
Uat# 21. 504 2c. 
I. Cul (srz. 1ü), m., —s; —: der Hintre, 
Steiß: C. de Paris [(—ril, Pariser Steiß — od. C. 
postiche s-iĩch], falscher Steiß, — eine Damen- 
tracht, Art Polstrung in der Gegend des Steißes, 
auch bloß: K. w. Att. 3, 3, 150 (nach heutiger 
Mode, Tournure, s. d. U. Panier); C. de sac Häckl, 
Sackgasse 2c. — II. Kül (türk.), m.: Sklave. — 
Küla: 1) (serb. 2c.) f.; —#: burgartiger Thurm 
als befestigter Wohnsitz. Cnobert 2, 97; 110. — 
2) f. Kulah. — Kulagüs (ürk.), m., uv.; uv.: 
Führer, Wegweiser. — Külah (rers.), f.; —: 
bohe Pelz= od. Filz-Mütze. pe##rmann 2, 152.— 
Külach, n., —s; —: ein Gewicht auf Java. — 
Kuläl (ägyrt.), n., —6; —s: = Allaraza, z. B. 
Slobus 4, 3a. — Rülan (tartar.), m., —; —6: 
wilder Esel, Onager. — Culasse (frz. küläff!), f.; 
—s: 1) Bodenstück eines Geschützes. — 2) Schwanz- 
schraube eines Gewehrs. — 3) (Steinschn.) der 
untre Theil eines geschnittnen Steins, wie Parillon 
der obre Theil u. Runriste der in die Fafsung zu 
liegen kommende Raud, s. Karmarsch 3, 407; Prechtl 
1, 520. — Kulbüh (türk.), n., m., —6; —: 
Kopfbedeckung der Rajahs. — Culbut-e (frz. 
külbüt), f.; —§: Burzelbaum, Umsturz. ren, 
intr. (sein): rurzelnd fallen; tr. od. faktitiv: 
vurzeln machen, übern Hausen werfen, in wilde 
Flucht jagen. — Cüleita (lat.), f. [824, 11: 
Kissen, Polster. — Culdres (engl. köldis), pl.: 
„Caltöres Dei, Verehrer Gottes,“ Name ältrer 
britanischer Sekten u. Mönche, auch Kuldeer. — 
Kulebak (russ.), m., —; —§; Ja, f.; —: Art 
Pastete mit Fisch, ähnl. den Piroggen. — Culebra 
(span.), f.; —#: Schlange. — Kulenke, f.; 0: 
s. Klarisch. — Tülékus (lat.), m. (S 24, 21: 
Schlauch, auch als altröm. Weinmaß; häutiger 
Sack im Körper 2c. — Tül-er (lat.), m. [8 24, 
3, -ieis]: Stechmücke. iriden, pl.: mückenartige 
Thiere. — Rüli (ind.), m., —; —: (vgl. Kul II): 
Lastträger, Arbeiter, Knecht 2e., s. Westermann 3, 
5l b; Globus 8, 253b 2c. (s. Kapala). — Rülia 
(bosnisch), f.; —#: Art Mehlsuppe; geschmälzt 
Kuwelian. — Kulidsche (pers.), m., —6; —: 
Art Uberwurf. — Kulik (poln.), m., —#: : 
Faschings-Lust, wobei die Theilnehmer schwärmend, 
in beständig wachsender Zahl v. Gut zu Gut ziehn, 
überall die Vorräthe aufzehrend, s. Bernd Pos. 149, 
ogl. G. 15, 19 5 2c.; K.-Klubb; = Saison 2c. — 
Culinärisch (lat.), a.: auf Küche u. Kochkunst 
bezügl. — Kulisse: s. Ceul. — Kulitsch (russ.), 
m., n., uv.; Se: russ. Osterbrot. Sohi Pet. 2, 198;
        <pb n="742" />
        726 Kullade 
199 1c. — Rüllade (türk.), n., —6; —: Hals- 
band: Halsstrick 7e. — Kulleh, m., —6; —8: 1) 
(rers.) Uberdecke. Petexmann Or. 2, 155. — 2) in 
Algier ein Krug als Olmaß. — Kullièren, intr. 
(haben): (Strumpfwirk.) den Tritt, wodurch die 
Platinen sich fallend senken, (den s. g. Kullier- 
schemel) treten (v. frz. cueillir). — Cullorah, n., 
—6 ; 0: s. Carjoolee. — Culmin-ation (lat.), 1.; 
en: der höchste Punkt, den etwas sich Bewegendes, 
nam, ein Gestirn (zw. Auf= u. Untergang) erreicht, 
auch bildl.: K s- [Höhen-, Gipfel-] Punkt cc. 
-ieren, intr. (haben): in der Kulmination sein. 
— Cülmeit (lat.), m., -e)s, —en; —e, —#n 
versteinerter Halm. uUs, m. (§ 24, 2): Halm. 
— Eul-ot (frz. kfül), m., —8; —s: 1) Nestküch- 
lein, das jüngste Mitglied 2e. — 2) in techn. An- 
wend.: der untre Theil v. Etwas u. das sich dort 
Ansammelnde. — 3) (Bauf.) stengelartige Ver- 
zierung mit Laubwerk. -ölte, f.; —m: Hose, Bein- 
kleid, s. SansC. — Cülp-a (lat.), f. 18 24, 11: 
Vergehn, Schuld; (in engrem Sinn) Fahrlässigk. 
(Ggstz: Dolus): C. lẽvis (levfssima), geringe — 
Ggstz: C. läta, grobe Fahrlässigk.; Aauilische (s. d.) 
C.; Obligatorische (s. d.) C. 2c.; Mẽa,e., ses ist 
meine Schuld (vgl. Herrig 43, 182); In c., straf- 
bar, Ggstz: Etrac- m, außer, ohne Schuld rc. 
äbel, a.: schuldig, strafbar. -abilität, f.; 0; 
Straflark. —ös, ofus, a.: eine Culpa in sich 
schließend, fahrlässig (s. Ggstz delos): Delfetum; 
Fäctum; Homicidium — c-um 2c. — Cult (lat.), 
m., -e); —e: religiöse — od.: der religiösen 
ähnliche — Verehrung u. die Form derselben, — 
vollständig C-us, s. d.; frz. culte lkült!; Feuer- 
K.I-Dienstl. Daumt H. 2, 211; Gentil- (s. d.) K.; 
Natur-Ke. Heine Verm. 1, 71 ic.; K.-Gebräuche; 
K.= u. Tempelstiftungen; K.-Übertragungen; 
Dies k.= volle Instrument ldie Orgel]. Volksz. 17, 
206. — Cült-Ellus (lat.), m. [8 24, 2):F kleines 
Messer. -er, m. [8 24, 2, -ri!: Messer; Pflug- 
eisen. — TCulteran-ismo (span.), m., -—8; 0; 
-iosmus, m., uv.; 0: f. Gongorismus. -ist, m., 
en, —6; -en: s. Gongorist; Culturist. — Culliv- 
abel (ulat.), a.: kultivierbar. abilität, f.; 0: 
Kultivierbark. -ateur (frz. kültiwatör), m., —; 
—s, -e; Jator (lat.), m., —#; ören [S 24, 3,. 
öris): Jemand, der — u. sofern er — einen Boden 
kultiviert, dem Ackerbau gewinnt u. gewinnreich 
macht — u.: dazu dienende Ackergeräthe, Schaufel- 
pflug (s. Erstirpator) 2c., nam. hier auch in engl. 
Ausspr. (költiwstörr). ##E##, a.: des Kulti- 
vierens fähig: K-##eit; Un. k. 2c. -ieren, tr.: 
Etwas anbaun; es pflegen; für gedeihliches Fort- 
bestehn u. höhere Ausbilbung desselben Sorge 
tragen: Ein Land k., urbar machen; Seinen Bart k., 
pflegen, in Ordnung halten; Seinen Geist ., bilden; 
Einen Umgang k., fortsetzen; Kultivierte sgebildete, 
gesittete) Völker; Einem Uber kultivierten [Uber- 
bildeten!. G. 21, 245 tc.; Die un kultivierteste, 
rauheste Lebensweise. Boss Ins. 2, 158; Aus der öden 
Unkultiviertheit Griechenlands. Hetiner #R. 260 cc. 
— Cult-lich, a.: kultuell: Bei k—en Handlungen. 
Tullus 
Guhl 2, 310; Weifs Kost. 1, 817; 833; 321 ce. 
Jo (span.), a.: Estilo (s. d.) c. or (lat.), m. 
#J 24, 3. öris): Verehrer: C-es Dös, s. Culdees. 
— Cultr-ärius (lat.), m. [8 24, 2): Opfer- 
schlächter. -ätus, a.: messerförmig: Cyprinus c., 
Messerkarpfen, Stichling. iröstris, a.; m. 
[S 24, 3, uv.): Vogel mit messerförmigem Schna- 
bel. — Culluell (ulat.), a.: auf den Kultus be- 
zügl. phitippfon Sepph. 1, X. — Kultuk: s. Wesir. 
— Cult-ür (lat.), f.; -en: das Kultivieren 
(s. d.) u. Kultiviertsein (s. Ss.), nam.: 1) in 
Bezug auf wirthschaftlichen Betrieb bei den dem 
Boden abzugewinnenden Pflanzen; K. des Bodens; 
der Forsten ꝛc. — 2) Ausbildung des Geistes. — 
3) Zsstzgn, z. B. — o. Bem. zu 1 —: Acker-; 
Baum-; Boden--: Brand-K. Gartenl. 15, 775a, 
wo das Abbrennen der Pflanzendecke zur Düngung 
dient; Drill-K., mittels der Drillmaschine; Feld-; 
Forst-; Garten--; Geistes- 1/2] K.; Halb-K. 
[21. Humbolt K. 1, 24; Hoch-K. Gartenl. 16, 711a; 
Hyper= (s. d.) K. l2); Land-K.: Misch-K. [2] 
seines Völkervereins. Treitschke Hist. 488; Über-K. 
[2]. G. 35. 432 (l. v.: Hyper-K.); Un-K. [sI. 
Kohl Irl. 1, 319; Cnoben 2, 254 cc., häufiger 21. 
Grenzb. 24, 1, 222; tewold Genf 53; Einseitige Ver- 
Kandes-K. [2]. Immermann M. 1, 170; Volks-K. 
[2]; Wald-K. c. — Als Bstw., — o. Bem. zu 2 
— z. B.: Salon 2, 193; Die K.-Barbarei der 
Jesniten. Treiuschhr Hist. 62; Natur= u. K.-Bilder v. 
K#nß; K.= Ebenen (11. Cur#ius Pelop. 1, 4; K.= 
Entwicklung. Cobert 2, 251; K.-Epoche. Scherr 
Mir. 118; K.-erfreuliches Moment. Volksz. 16, 
150; K.-feindlicher Schriftsteller. HNat3. 21, 519; 
Das k.-ferne Münsterland. Gartenl. 16, 686b; Die 
K.-Früchte [1) der Plantagen. Ausld. 38, 80 1a; K.= 
Geschichte; K.-Heros (s. d.); Der Pädagoge der 
k. kranken Menschheit. Nat 3. 19, 583a; K.-Länder. 
Gregorovius Kors. 1, 138; In einem k.-losen Lande. 
120; K.-Menschen. Salon 2, 200; K.-Mission. 
BVodenstedt E. 1, 304; K.-Pflanzen [1]. Oken 2, 
286: In seinem ldes Volkes) K.-Proceß. UNolenkranz 
Poes. Gsch. 227; Die alten K.-Sitze. Koner Afr##1; 
. Stätten. Philipplon Serrh. 1, XI; K.-Träger. 
Volksz. 16, 112; Die K.-Völker; Die K.-Wunder. 
Salon 2, 199; K.-Zustände. falmetayer GsW. 2, 
354 ic. urist, m., -en, —6; —en: 1) Zemand, der 
für Kultur sorgt (s. Kuliivator). Dmus. 17, 2, 
825 ic. — 2) (s. Gongora). -ürlich, a.: auf 
Kultur bezügl., dazu gehörig 2c. Adtaett Rabbi 2, 
1, 3; 226 1c.; Ein forst-k—er Wald. Bank Bild. 1, 
200, in Forstkultur gehaltner; Aus vork—en Zeiten. 
Verlepsch A. 302 2c. Jus, m., uv.; -se, e [824, 41: 
1) Kult (s. d.). Burdach Anthr. 419; C. 4, 170 2c.; 
Der Feuer= u. Sonnen-K.;: Dem Goethe-K. 
huldigen 2c.; Der Herven-K.; Abbc des Lebens- 
K. Gartenl. 16, 26e; Die Kraft ihres stillen Ciebes-= 
K. für den Sohn. Gutzkow 3. 8, 172; Privilegien- 
K. Uat 3. 21, 570; Den Helden des Selbst-K. Kossak 
Fed. 5, 147 1c.; Die K.-Beziehungen. Guhl 2, 
11; K.= Formen; K.-Uniformität. Salon 2, 132; 
K.-Stätten. Lewald Genf. 153 — 2) (s. 1) In
        <pb n="743" />
        Kulugli 
Bezug auf Staatsverwaltung nicht auf das religiöse 
Gebiet beschränkt, sondern Alles umfassend, was 
zur Geistesbildung (Kultur) des Volkes u. Staats 
gebört: K.-Angelegenheiten; K.-Minister, 
Ministerium; Der Minister des K. 2c. — Rülngli 
(türk.), m., —s; —6: „Sklavenkind“, bes. in 
Nordafrifa. Giobus 6, 314a (auch Koloris) 2c., vgl. 
auch: Gerhard W. 2, 254. — Rülügg (ungr.), 
m., —s; —s: Minister. Ausld. 39, 788b. — 
Kuluk (türk.), m., —5; —: 1) Art Gensdarmerie 
(s. 2). CHobert 1, 131. — 2) Lehns-, Grundherr 
(= Spahi). 2, 34. — 3) (s. 2) die den Haupt- 
leuten u. Beamten v. den Bauern zu leistenden 
Frohnen. 1, 198, vgl.: Die Kulutschenje 
Frohndienst). rbd. -dschi, m., —#; —: Hand- 
langer. Hammer 10, 355; Kara-K., die Scharwache. 
— Culüllus (lat.), m. [8 24, 2): Opferschale. 
I. Cüm (lat.), präp. m. Ablat. — II. Küm: 
1) (slaw.) m.: Vetter (Kohl Pet. 1, 150; 171), 
Gevatter; daher in Serbien, unter den Hochzeits- 
gästen (s. Swat): der Pathe od. Trauungszenge. 
Globue 5, 99b, best.: K. Wjentschani. Gerhard W. 2, 
230; Tolvj 2, V (vgl. Prikumak); ferner Bundes- 
pathe (Okum), s. Pobratim. — 2) (türk.): s. Kakma 
u. Rahat. — 3) s. Pbis 2. — Cuma, f.; —: ein 
südamer. Obst. Giobus 7, 177b.— Kumä: Stadt 
in Süditalien. Dazu: Der müßte noch kumä— 
nischer als ein Kum äner sein, der dir nicht gleich 
ansahe, daß du der leichtsertigste aller Esel bist 2e. W. 
Luc. 6, 68, Anspielung auf den Esel in der Löwen- 
haut (zu K.). — Cumarin (nlat.), n., —)8; 
0: Die Verbindung, welche den eigenthüml. Duft des 
welkenden Waldmeisterkrautes bedingt, wurde von den 
Chemikern K. genannt. Gartenl. 15, 246b; Ualur 16, 
282a 2c. — Kumatsch (rufs.), m., uv.; -e: Art 
rothbuntes Baumwollzeng. — KZumbar-ah 
(türk.), n., —#: —#: Granate; Bombe. adschi, 
m., —6; —s: Bombardier. — Kümbi (in Pern), 
f.; O: s. Hanäsea. — Cümbre (span.), f.; —s: 
Gipfel, Anhöhe, Bergpaß. Cerläcker MReis. 2, 63. 
— Cume: s. Huenuy. — Cumin-ol, n., -6; O: 
Cumini Clöum. -um (X 24, 2. n. ]: Kümmel: 
Cumini — Semen, Olsum rc., Kümmel-Samen, 
-Ol ꝛe. — Kumis (mongol.), m., n., uv.; 0: 
berauschendes Getränk aus gegorner Pferdemilch 
(s. Atran). — Kümmer, k.; —n: s. Kukummer. — 
Cumpagnia: s. Compagnia. — KRKuümmur 
(tscherkess.), m., —s; —#: Schwert. — Cümul- 
Sätio (lat.), f. [8 24, 3, önis); -ation, k.; 
—en: Kumnlierung, Häufung 2c. aliv, a.: 
häufend. -ieren, tr.: häufen. osträlus, m. 
[8 24, 21: streisige Haufenwolke. us, m. 
[8 24, 21: Haufe; bes. auch: Haufenwolke. 
Cune-äl (lat.), -i#sorm, a.: keilförmig. — 
Cunelte (frz. künetr), f.; —s, —n: Abzugsgraben, 
in der Mitte eines trocknen Festungsgrabens. — 
Cünkus (lat.), m. [8 24, 2): Keil u.: etwas 
Keilförmiges, nam.: solche Schlachtordnung 2c.; 
C. cünsum trüdit, ein Keil treibt den andern. — 
Cuntkeulus (lat.), m. /§ 24, 2): Kaninchen; 
unterirdischer Gang. — Cüncta: s. Cunctus. — 
Cur 727 
Cunct-ndo (lat.): durch Zögern. w. 31, 132 2c. 
aliön, f.; —-en: Zögrung. -ator, m., —; ören 
[§ 24, 3, öris): der Zandrer, — nam. Beiname 
des röm. Feldherrn Quintus Fabius Maximus, der 
durch Zögern den Hannibal mürbe machte; übrtr.: 
Scherr Bl. 3, 298; 341; 213. — Cüncins (lat.), 
a.: gesammt 2c.: Cuncta flmint, s. Pan Za. — 
Cinnus (lat.), m. I§ 24, 2): s. Con 2. — 
Künschun, m., —; 0: eine Pfl., Sesam. — 
Küntur: s. Kondor. 
AKupang: s. Kobang. — Cupäll-atiõn; 
We; -#ieren: s. Kapell-ation; - (8); äzieren. — 
Cup-idilät (lat.), f.; -en: Begierde, Lüstern- 
heit. -ido, m., —#; —6 [8 24, 3, idinis]: 1) Be- 
gierde, Liebesverlangen. — 2) Liebesgott, Amor 
(s. d.). — 3) das Heidenhuhn (Tstrao cupido). 
Perty 235. — Kupim: — Termite (in Brasilien). 
192. — Cupizen, pl.: geile Begierden (s. Cu- 
pido 1). — Cup-öl; -ola; -olo: s. Coupole. — 
Cuprc-inen (ulat.), PI.: cypressenartige Ge- 
wächse. -it, m., -en; —en; —ites, f. [8 24, 3, 
—tis!: versteinerte Blätter v. Nadelhölzern. -us, 
f. [8 24, 2): Cypresse. — Cüprum llat., § 24, 
2, u.): Kupfer, z. B. Cüpri Nöres, Kupferblumen 
. — Kupura: s. Kaitaka. 
I. Tür (lat.): warum?, z. B.: Die naseweisen 
Fragen: Quis, quid, ubf, quibus äügxilils, c., quõ- 
modo, duändo? (wer? was? wo? womit? warum? 
wie? wann 0. w. 31, 118. — II. Cür: 10 (lat.) 
f.; -en: (s. Cura 1 u. S#.) ärztliche Behandlung 
eines Kranken, nam. in Bezug auf angewandte 
Heilmittel u. Erfolg; auch übrtr. auf Geistiges. — 
a) Zsstzg nam. nach dem Heilverfahren u. haupt- 
sächlich angewandten Mittel, z. B.: Einem Kran- 
ken eine Bade-; Brunnen-; Milch-; Molken-; 
Quecken-; Trauben-K. 2c. verordnen; Gegen die 
Lustseuche eine Holz-- svgl. G. 28, 116; 1261, eine 
Quecksilber-K. gebrauchen; Speichel-K., wobei 
Speichelstuß bewirkende Mittel angewendet werden; 
Schmier-K.; Hunger= od. Inanitions K., wo- 
bei der Patient auf ein sehr geringes Maß v. Nah- 
rungsmitteln beschränft wird, vergl. Nesliatrie; 
Banting- (s. d. od. Banting'sche Entfettungs- 
K.; Ekel -K., wobei der Patient, nam. durch Brech- 
mittel in kleinen Gaben, in andanerndem Ekel er- 
halten wird 2c.; Cisen-, Stahl-K., wo stärkende, 
eisenhaltige Arzneien angewandt werden; auch 
übrtr. u. im Wortspiel, vgl.: Das einzige Mittel, 
das er [der Tod, als Arzt! anwendet, seine Erd-K. Heine 
Reis. 4, 39; Klima- (s. d.) Ken 2c.; ferner: 
Staar- u. Angen-K-en. Stiling 4, 251, Heilung 
des Staars u. der Augenkrankheiten; Seelen K. 
w. 11, 270; Wunder K., wunderbar erscheinende. 
23, 264; 36, 11 2c.; Pferde K., mit Mitteln, wie 
sie nicht für Menschen, sondern für Pferde ange- 
wandt zu werden pflegen, ähnl.: Gewalt= (Heyst 
NN. 4, 351), Parforce-K. 2e.; Woblgelungne 
Neben-Ken des durch die Haupt-K. so unglucklichen 
lärztl.]) Freundes. G. 22, 293; aber auch, in Bezug 
auf den Patienten: Die Haupt-K. im Ggstz zu 
Vor- u. Nach-K. (vugl. Apotherapie), wie sie vor
        <pb n="744" />
        728 Cura 
u. nach der eig. K. gebraucht werden 2c. — b) als 
Bstw., nam. in Bezug auf Bade= u. Brunnen- 
K-en, z. B.: Das Dorf mit den großen K.= Gebäu- 
den. Spielhagen Tann. 72; Zw. dem K.-Haus u. dem 
K.= Garten. 76; K.-Gästc. 15; = Gesellschaft. 
14; K.-Park. Ual 3. 20, 109; K.= Saal; K.-Welt. 
niehl NN. 10; Die K.-Esel. ebv., zu Touren vom 
K.-Ort aus gebraucht; K.-gemäß leben 2c.; ferner 
auch: K.-Schmicd, Huf-Sch., der zugleich kranke 
Pferde kuriert, nam. beim Militär. — 2) (frz.) s. 
Cour. — 3) (deutsch) als Bstw. in Zssögn wie K.= 
Fürst 2c., s. Kur III. Ss. —a: 1) (lat.) f. 1824, 1]: 
Sorge, Fürsorge, Pflege (ugl. Kur 1), Verwal- 
tung rc. (s. Curator); Prö c., Gebühr für Be- 
mühung, für Besorgung; C. (vgl. entsprechend: 
Curätor) abséntis, Vermögensverwaltung für einen 
Abwesenden; C. animärum, Seelsorge: C. bonörum, 
Vermögens-, Güterverwaltung; C. extraordinäria, 
Vermögensverwaltung für einen unter Vormund= 
schaft gestellten Großjährigen; C. generälis, Ver- 
waltung des Gesammtvermögens; C. legitima, ge- 
setzlich übernommne Vormundschaft; C. pröcigi, 
Vermögensverwaltung eines Verschwenders; C. 
reälis, Vermögensverwaltung; C. séxus, Vor- 
mundschaft u. Rechtsvertretung für eine Frau; C. 
speciälis, Sorge für ein besondres Rechts-Vh.; C. 
testamentäria, letztwillig eingesetzte Vormundschaft; 
C. vé#tris, Vermögensverwaltung für das noch un- 
geborne Kind einer Schwangern 2c. — 2) (span.) 
m., —8; —: Seelsorger, Pfarrer 2c. Grenzb. 24, 1, 
310 tc., vgl. Kurat; Curé 2c. äbel, a.: heilbar 
(Ggstz ink.). abilität, f.; 0: Heilbarkeit. — 
Curagao (Sao): westind. Insel. Daher m.: ein 
Likör, s. Kormarsch, 2, 602; C.= (od. Orange.) 
Spinne, eine giftige":e. — Cur-and (lat.), m., 
en, (): —en: Mündel, Pflegling 2c., — weibl.: 
K-in. Tänt: s. Courant. antur: C. conträria 
conträrjis, Entgegengesetztes wird durch Entgegen- 
gesetztes geheilt —, Grundsatz der Allopathen, wie 
der der Homörpathen: Similia simtlibus c., Ahn- 
liches wird durch Ahnliches geheilt. — Kuranzen: 
s. koranzen. — Curare, n., —; 0: das Pfeilgift 
der Indianer: Das C., Wurali od. Urare. Ausld. 38, 
d35b ie. — Hüras, m., —ses; (s. cuirasse u. 
Ss.), zuw. — nam. in den Zülbigen Formen — 
mit betonter 2ter Silbe; vralt.: Kuris: metallne 
Schutzrüstung, in ältern Zeiten: Der volle K., den 
Mann v. Kopf bis Fuß deckend, alsr Helm u. 
Harnisch; dann — Harnisch, Panzer; zumeist: der 
Brustharnisch (m. od. v. Nückenstück) einer Art 
schwerbewaffneter Reiter (s. Kürassier); auch ein 
unterm Zeng zu tragendes Wams, darin einge- 
nähtes Geld sicher mit sich zu führen. — Rurassao: 
s. Curagao. — Kürass-en, tr.: mit einem Küras 
bekleiden: Ge- od. bekurasst (Bekur i sst. Kischart Garg. 
1120). —Ver, m., —s6; -e: mit einem Rüras be- 
waffneter Kavallerist (frz. cuirassier, s. d.; auch 
K-er; vralt.: Kurisser): K.-Regiment ic. — 
TCurasso, m., —#; —: s. Hocco. — Curät (nlat.), 
m., —en, —#: -en: Seelsorger, nam. bei den Katho- 
liken, dem eig. Pfarrer in Betreff der Jurisdiktion 
Curiat 
untergeordnet: K.-Geistlichkeit, Klerus; 
Pfründe k., auch (vgl. In-C.) Cus; it. Curato 
2c.; span. Cura (s. d. 2); frz. Curé; engl. Curate 
ltiuretl, m., —s; —. -ẽl, f.; —en: Vormunrschaft. 
Dazu: Curatslische Verwaltung seines Vermögens, 
z. B. Neußreliß. Zeit. (1869) Nr. 62 2e. iön, f.; 
en: Heilung. -i, a.: heilend. o (it.), m., 
—8; zi: s. Curat. -or, m., -s6; ören I§ 24, 3, 
õris]: Einer, der — u. sofern ihm — die Cura 
(s. d.) für Einen oder Etwas obliegt, Vormund, 
Pfleger, Verwalter 2c.: Nose Ins. 2, 143; W. 36, 
79 2c.; C. (vgl. Cura) abséntis, bonörum 2c.; da- 
tivus, v. der Obrigk. bestellter Vormund: turiösi, 
eines Wahnsinnigen; hereditätis, Erbschaftsver- 
waller; höminis mente cäpri, Vormund eines 
Blödsinnigen; ltis od. äd lites — actor commu- 
nis; ludõrnm, in Rom, kaiserlicher Beamter, dem 
die Anordnung der Spiele oblag; mässe, Massen- 
verwalter; prödigi; séxzus; ventris 2c., s. cura. 
rorium, u., —#: ken (§ 24, 2, n.]: das Amt 
eines Kurators; die Einsetzung eines solchen; ein 
Kollegium v. Kuratoren. örius, a.: als Kura- 
tor ꝛe., bes.: Nömine (. d.) curatöris. -us, m. 
[&amp; 24, 21: s. Kurat. — Kurban (ar.), n.: Opfer: 
K.-Beiram (s. d.). — Kurbätsch 2c.: s. Kar- 
batsch 2c. — Kürde: 1) m., —n; —n: Name eines 
bes. in Kürdistan wohnenden Volksstamms. — 
2) m., —5; —: weiter Uberwurf für Damen. w. 
20, 323, vgl. 360 (fady Monkagus Br. 29: curdee). 
— Curé (s.. füre), m., —s; —#: s. Kurat, vgl. 
auch Kireh. — Curcze (frz. küré), f.; —s: Genieß 
(I. d. 2. Ss.) der Hunde bei Parforcejagden ꝛe. — 
Curer (engl. fi-), m.p, —#s; —#: Einer, der Etwas 
besorgt 2c., nam.: Einsalzer der Heringe. — 
Kureten (gr.), pl.: s. Dalryt, Cyklov 2c. — 
Curette (frz. lur-), f.; —n, —#: ein wundärztl. 
Werkzeug, Blasenräumer. — Curfew: s. Couvre- 
feu. — Zurgan, m., —e)s; —: künstliche Erd- 
hügel, nam.: (Grab-)K-e. Globus 5. 217a f. (vgl. 
Majak u. Mogilo); Kohl Surr. 1, 142; 2, d9 2c. — 
Curi-a (lat.), f. [8 24, 1]: (s. Kurie) eine der 
30 Abtheilungen, in die Nomulus das röm. Volk 
theilte (vgl. Phratria 2c.); Versammlungshaus 
einer K.; verallgemeint: das Lokal einer berathen- 
den, gesetzgebenden, richtenden Versammlung — 
u.: diese selbst; heute nam.: der päpstl. Hof u. die 
vom Papst angeordneten Justiz= u. Regierungs- 
kollegien, best.: C. Romäna (reie römische Kurie);, 
ferner z. B.: C. feudälis, Lehns-Kurie, „Hof re.; 
In c., auf dem Rathhaus: Stllus cũriæ, Kurialstil 
. Jal, a.: kanzleimäßig 2c.: K.-Stl, „Srstem rc. 
älsen, pl.: Förmlichkeiten des Kurialstils. -älis, 
a.: eine Curia betreffend r.: Flämen (s. d.) c.; 
m. I§ 24, 3, uv.]: Genoß einer Curia, nam. im 
alten Rom. alist, m., —#, —; —en: Beamter 
— u. nam.: eifriger Anhänger — der vpäͤpstl. 
Kurie: Ein Erz-K. Siägemann Ens. d0. at: als 
Bstw.: nach Kurien abgetheilt, stimmend 2c.: K.= 
Komitken, im alten Rom; K.-Stimme, wo 
Mehrere ziusammen eine Stimme abgeben 2c. 
(Gasp: Viril-St.), vgl. als Ew.: Curiätus,
        <pb n="745" />
        Curie 
z. B. Comitia curista u. als Atv.: Curiätim, 
z. B. stimmen 2c. — Türke, f.; -n: Curias (s. d.), 
z. B. auch: Herren-K., Haus, erste Kammer; In 
der ritterschaftl. K. — Kurier: s. Courier. — 
Curfer-en (lat.), tr.: (s. as.) eine Kur (s. d. I11) 
anwenden od. gebrauchen, Einen od. Etwas heilen, 
eig. u. übrtr.: Einen, sich ausk., vollständig; Anrre 
lebenrig u. sich tort erzk. 9p. Wabrh. 1, 128; Eine 
Krankheit weg, eine andre berbei-k. G.; An den 
Schäden Ferum"k. Sutzzow; Er kurierte sie in den Frie- 
den des ewigen Lebens binüber. Rank; Sich den Ge- 
ranken an ihn wegek. lihn rurch seine ärztl. Thätig- 
keit bannen]. p.##2c.; auch: Kuriersüchrigen 
Laien. Gartenl. 15, 536b 2c.; Einen Kurierer. 
53Sb; Laienkuriererei. 537a 2c. — Curieu- 
sitẽ (frz. küri), f.; —s: Kuriosfität (s. d.). Lewold 
Genf 443 2c. x, a. (fem.: „se): furios. — 
Cüri--o (lat.), m., —s:; zönen s8 24, 3, önis!): 
Vorsteher einer altröm. Kurie od. Volksabtheilung. 
— Curiös (lat. ½.), a.: (s. Ss.) wunderlich, 
schnurrig, seltsam 2c., vgl.: . Curibelich“. Prutz 
Holb. 233 (m. Anm.: scherzh. u. familiär, in 
Pommern); neugierig ꝛe. itas, f. [8 24, 3, 
ätis): Kuriosfität (s. d.). ität, f.; —en: das 
Kurios-sein — u.: etwas Kurioses: Der K. halber. 
lat.: Coriositätis eãũsa, frz.: Por curiositeé 
lkur— 2c.]; Ich kaufte eine Menge Landes-Keen 
Augsb. Z. (44) 1698b 2c. o (sran.), a.: kurios; 
m., —s; —6: Wundermann. Srenzb. 24, 2, 996. 
-us, a.: kurios: Einige Curiösa IKuriesitätenl. G. 
Sch. 6, 131; Ein Curiosfssimum setwas sehr 
Schnurrigesl. 127 2c. — Rürhk (türf.), n., m., 
— ; —-## „ Pelz, mit versch. — nam. früher auch als 
Wördezeichen dienenden Arten. dschi, m., —; 
—4 : Kürschner. — Rürki (ar.): s. Karkava. — 
Cureüli-o (lat.), m. (§ 24, 3, önis]: Rüssel- 
käfer. — Cürcum-a (nlat.), f. [8 24, 1): Name 
v. Pflanzen u. deren gelbfirbende Wurzel, auch 
Kürkum-e, 51 2c. in, u., —(e)s; 0: das gelbe 
Pigment der Kurkume. — Kurotrophkl-um (gr.), 
n., —s; zen [8 24, 2, n.]): Findelhaus 2c. — 
Curräl: f. Corrau. — Kürr-e, f.; —n: 
(an der Nordsee) ein — eirca 70“ langes, 
40“breites — Schlerr= od. Grundnetz (engl. 
Trawl). Grenzb. 25, 4, 422 ff.; Salon 1, 437 rc., 
auch: Korr. Nat3. 18, 29. Sen, tr. u. ohne 
Obi.: mit der Kurre fischen, auch: forren. ebd., 
vgl.: Kurrer. Grenzb. 25, 4, 425; Trawler= od. 
Kurrerslotte. 423 2c. — TLürren##(engl. 
körrenßl), f.; cies: umlaufendes Geld, nam. Pa- 
piergeld, s. Greenback. Tendaner (nlat.), m., 
—8 ; uv.: Kurrende-Junge 2c. ende, k.; —n: 1) 
eine Gesammtheit armer Schüler, die, ums Brot 
vor den Häusern fingend, die Straßen durchziehn: 
K. (od. Chorende-. Aleris H. 1, 2, 195) -Zunge; 
K.--Schülee 2c., vgl. Parteke. — 2) Umlaufschrei- 
ben (vgl. Cirkular 2c.). -ens, a. [8324, 3.-éntisj: 
laufend: Anni —, meénsis currémis, des laufenden 
lietzigen! Jahrs, Menats 2c. #nt, a.: laufend 
(vgl. courant 1): K.= (od. Kourant-) Gelr; K.= 
Schrift, die gw. Schreibeschrift (Gastz: Fraktur., 
Cusirino 729 
Kanzlei-Sch.), auch Kursiv-Sch., nam. für die der 
Schreibeschrift durch die schräge Lage ähnl. lat. 
Drucklettern, s. prechl 3, 212. Te#: s. kurren. 
ie: s. Curry. icle (engl. körrikl), n., —; -6: 
rolo (it.), m.. —# ; li: leichter, 2rädriger Wa- 
gen (vgl. Corricolo; Kariol). keulum klat., 8 24, 
2, n.]): Lauf, Laufbahn; einmaliger Umlauf in 
der Rennbahn: C. vits, Lebens-Lauf, -Beschrei- 
bung. - us, m. [§ 24, 41: Wagen, bes.: C. 
triumphälis, Triumphwagen. — Curr-g (engl. 
körri), n., m., —: -zies: Art gemischtes Gewürz, 
in Indien ꝛe. — Kürs: s. Kours 2. — Kürfa: 
s. Kerso 3. — Kurfat (ar.), n., —s; —8; eine 
aus geschichtl. Grund in die Sage übergegangne 
Erzählung, auch Siret. Nosenkranz PGich. 366, vgl. 
Hikajeth. — Curse #c.: s. Kurfus. — Kürfi(ar.), 
m., n., —s; —#: Prerigtkanzel in der Moschee, 
vgl. Mimbar. — Cuͤrs-ĩeren: s. tours-. im (lat.), 
adv.: stüchtig, obenhin. ###: s. kurrent; Anrigua. 
or, m., -s; ren [§ 24, 3, -öris): Laufer, z. B. 
— Eilbote; ferner v. Thieren, nam. eine Gatt. 
Vögel (Laufrögel), vgl. Pés (s. d.) cursörius 
(s. d.), Lauffuß. orisch, a.: rasch; im Lauf, 
ohne Verweilen beim Einzelnen (Ggstz statarisch); 
lat. cursörius (s. Keurs 24); adv.: cur- 
sörfe. -us, m., uv.; e, (zen) [824, 41: Lauf; 
Lauf-, Rennbahn 2c.; Lehrgang: Der K. in Prima 
ist 3jäbrig; Der Sommer-, Winter-K. (s. 
cours 1); auch: Curseln), Lehr-Anstalten, für eine 
geringe Anzahl v. Schülern. wich. fange Zehn 3. 
54. — Curtäne, k.; 0: das engl. Krênungs- 
schwert. — Curtisän 2c.: s. Court 2c. — Kürkka 
(slaw.), f.; —#: Art pelzbesetztes Wams. — 
Curts-#(engl. körfl), m., n., -s; zies: Knicks, 
s. Curtesy 2. — Rürüdü, n., —; —s: bei den 
Kalmücken ein Bet-Rad, dessen Umdrehn als Ge- 
bet gilt. 3p. Fat. 2, 271. — Curucũ, -ru, m., 
—#8; —#: Seidenkuckuck, in Brasilien 2c. — Curülis 
(lat.), a.: Sélla c., kurülischer Stuhl, im alren 
Rom, Ehrenütz der Könige u. sxäter der obersten 
Magistratspersonen, d. h. der Konsuln, Prätoren 
u. der patrieischen (od. s. g. kurülischen) Adilen 
[(Aediles curules! 21. — Cuürv-alion (lat.); 
atür, f.; —en: Krümmung. —e, f.; —n: eine 
krumme Linie, nam. (Math.) eine nach best. Ge- 
setz beschriebne: 3 rersch. Sesteme v. lmagnetischen] 
Kn, welche man die isogonischen, die iseklinischen u. die 
iserrnamischen nennr. IMũltr Pb. 2, 871; Temreratur- 
Ken, s. Isanomalen 2c. ###en, tr.: krümmen. 
Tilincär, a.: krummlinig. iröstris (§ 24, 3, 
uv.), a.; m.: Krummschnäbl-ig; -er. ilät, f.; 
—en: Krümme. 
Küsch! (frz. — couche, s. d.), interji.: (s. Ss.): 
lieg still!, — zunächst weirm. Ruf an Jagdhunde, 
dann an Hunde übrh., danach auch gegen Pers., 
die wie Hunde behandrelt werden, nicht zu mucksen. 
e, f.; 0: die Lage des kusch (s. d.) machenden 
Hunts. -en, intr. (haben); retl.: auf Befehl sich 
still verhalten u. nicht muckken. — Cusir, f.; 0: 
Näbfeide od. C., Ifftʒ.] soie à condre. Karmor'ch M. 2, 
778. ino, u., —s; 0: Strickseire, C., der Naͤhseite
        <pb n="746" />
        730 Ausnus 
ähnlich. ebb. — Zusk-üs: 1) (ar.) n., m., uv.; 
uv. : ein Gericht aus Mehl u. Fett 2c. BSazar 13, 
lote; Kußkussuh, n. Dank Bild. 2, 342 ff.; 
m. Grube Ch. 2, 202; auch Kukuffu. — 2) m., 
uv.; uv., user: Name v. Beutelthieren, Beutel- 
ratzen (Phalang-er, ista). Oken 7, 903; 905 2cc. — 
Cuscũt-a (ulat.), f. [## 24, 10; -e, f.: —n: 
Pfl., Flachsseide. — Ausso, m., —5; 0: die 
Blüthe v. Braysrta anthelmintica, als Mittel gegen 
den Bandwurm, auch Kousso; Kwoso 2c. — Cuslard 
(engl. köstärd), n., m.. -s; —§#: Eierkäse (Gericht 
aus Eiern, Milch u. Zucker). — Küfli: s. Kosti I. 
— Cuflöd-e (lat., it.), m., —n, —#; -n, —6: 
(l. Custos, vgl. deutsch: Küster) Hüter, Wächter. 
G. 12, 62; Den Unter-K. 30, 376; Biblieo- 
theks-K. 2c. ia, f. [8 23, 11: die Hut, Wache, 
Verwahrung — u.: die Räumlichk. dazu. Gutzkom 
Z. 9, 201 c.; auch: Hast; Gefängnis 2e. Jiät, 
n., -(e)s; —: Amt, Stelle eines Kustoden od. 
Kustos, z. B. an der Bibliothek. Hoffmann-K. Leb. 
2, 31; K-s-Geschäste. 2, 233 2c.; in Ungarn: 
Kronhüterwürde. is, f.; —enpn: = Custodia, 
z. B. — Gefängnis. Spielhagen Hamm. 2, 173; 
200 2½c. -iẽren, tr.: bewachen, hüten 2c. — 
Custom (engl. köstöm), n., —s;—s: Zoll, Steuer: 
C.-house lhauf'], Zollbaus; C.-laws lläsl, Zoll- 
gesetze: C.-penny, Zollgeld 2c. — Cüst-os (lat.), 
m., uv.; zöden (§ 24, 3, õdis]: Hüter, Wächter 
(s. Kustode), z. B.: C. priväti sigilli, Bewahrer des 
Privatsiegels 2c.; C. od. præféctus (s. d.) ürbis, 
in Rom 2c.; nam. als Titel v. Bibliotheksbeamten; 
serner (sachl.): im Schreiben u. Drucken ein Irr- 
thum verhütender Hinweis aufs Folgende, nam. 
das unten hinzugefügte erste Wort der folgenden 
Seite u. bei Noten-Schrift od. -Druck ein Zeichen, 
daß der Schlüfsel auf der folgenden Seite nicht 
wechsle rc. 
Cut (engl. kött), m., —s: —# : Schnitt; die 
Form, die Etwas hat, sein Gerräge 2c., ĩ. Turfx. 
— Kulira: K.-Gummi (s. G. 5). — Cut-icula 
(lat.), f. [8 24, 11: Häutchen. is, f. [8 24, 3, 
uv. 1: Haut, z. B.: die unter der Epidermis (s. d.) 
befindliche. Burmeister aB. 2, 131 r2.; C. anserina, 
Gänsehaut; callösa, Schwielenhaut 2c. I#tis, f. 
18 24, 3, uv.): Hautentzündung. — KRuütja 
(russ.), f.; —s: Ein Teller mit Speise wird neben 
seinen Sarg gestellt. Diese Todtenspeise beißt K. Kohl 
Pet. 1, 198; 2, 73 (vgl. Kolloba). — GZulha: 1) 
m., —# : 0: Der Hunnengott K. Schessel Ekk. 158. — 
2) (russ.) f.; —: Soldatenkittel. — Cutl-ass 
(engl. kött-), n., uv.; -#e, -es: breites Schwert: 
Unsre K-e. Stalsfield Leg. 1, 121. -er, m., —; 
—8: Die Cs (Messerschmiere) v. Sbeffield. Kohl Engl. 
1, 77. -erꝑ, f.: -zeries: Schneidewerkzeuge (val. 
hardware). 30; 69 2c. — Kuton (pers.), m., —S 
—s: Der K., das dreimalige Niederwerfen, dreimal 
wiederholt, schreibt sich dortber lvom vers. Hofl. C. 
4, 214, s. Proskrnese. — Kutscht#eren, intr. (haben, 
sein); tr.: in einer Kutsche fahren, kutschen (s. d. 
S5.); auch übrtr.: Nur 's Welt-K. [Lenen 2c.])||lasst. 
ĩein. W. 33, 392; Meißner Schw. 2, 101 2c. — 
Apzikener 
Kutschüh (türk.): klein (s. Gg'itz Bujut). — 
Kütsma (ungr.), f.; —: Pelzmütze, nam. der 
Husaren. Nat 3# 19, 497 r2c.; auch: Zobelrelz der 
„Kucsma“ lder Kaiserin!). 60. — Hütter (engl.), 
m., —6; uv., —: (s. #s.) Schlupe. Erenzb. 26, 2, 
252; Zell- ed. Lotsen-Wachtschiffe (Zoll-K. ed. 
Lotsen-K.). ebd.; Kriegs-K. BZebtik 488b; Mit- 
tels eines See-Ks die Grundfischerei betreiben. Ua# 3. 
18, 523 2c.; K.-Brigg (s. d.) 2c. — Kuluchia, 
m., —s; —6: Oberpriester der Mongolen. 
Cuvétte (frz. küm), f.; —n, —8: kleine Kufe 
2c.; Blumentopf-Untersatz; bei Taschenuhren innre 
Metallplatte zum Schutz des Werks vor Staub#2c.; 
auch st. Cunette (s. d.) 2c. — Kuwklia: s. Kulia. 
Kür (böhm.), m., —es; -e; f.; -#en: (s. S8.) 
Aktie (s. d.) im Bergb. 2c., gw. 1¼128 einer Zeche; 
auch in Bezug auf Salinen (— Quarte) u. übrtr. 
Zssg z. B.: Berg-: Erb-K., Frei-K. Dessen, 
auf dessen Grund u. Boden das Bergwerk liegt; 
Frei-K., den die Gewerken frei, d. h. ohne Zu- 
schuß zu erhalten für Jemand baun müssen; Gru- 
ben-, Schicht-K. od. Schicht ¼ Stamm, also 
32 gw. K. 2c. Als Bstw.: K.-Börse, Kränz- 
ler,= Partierer, Verkäufer v. Bergwerkaktien 2c. 
Cupabana, m., —#; —: in Brasilien eine Ari 
Ameise, geschätzt als Vertilger der Tanajuras od. 
Wanderameisen. Globus 12, 316b. — Cupac: f. 
Huaccha. 
Kwärt-a (poln.), f.; —s, h: (s. Quart) 
Name v. Hohlmaßen: 4 Kwartd (Quart) à 4 
Kwaterfi. Eneykl. f. Kaufl. 7 56. Tl (rufs.), m., 
n., —s; —: Statt-Viertel (-Quartier) od.-Carr 
(s. d.). Kohl Pet. 1, 12. alnik, m., —#;; —#: 
Quartiers-, Vlertels-, Policei-Meister 2ce. 81. 
-erl, n., -(e)s; —#e; holländ.-ind. Maß 2c. — 
Kmäs (rufs.), m., uv.; uv.: Art Bier, ein 
„säuerliches“, kühlendes Getränk aus Wasser, das 
mit Mehl, Salz u. Honig zur Gärung gebracht 
ist. Kohl Pet. 2, 82; 334 2c.; Quas. Grube Cb. 1, 
63 2c.; Quaß. Olearius Reis. 100a; 104a 2c., vgl. 
Kieloitschi. — Kwaterki: s. Kwarta. 
Ay c.: s. Cy 2c.; außerdem: Kpanis-atiön, 
f.; —en: Kyanisiernng. #eren, tr.: nach einer 
vom Engländer Kran empfohlnen Methode Holz 
durch Quecksilber= Sublimat konservieren. — 
tKpbe###t-iher (ngr.), m., —##; uv.: ein Gou- 
vernementaler, nam. zu Kapodistria's Zeit, Gastz 
Srutagmätiker, Konstitutionelle. Zrandis Gr. 245. 
Zisch, a.: der Regierungspartei anhängend, Ggstz 
söntagmätisch. — Spbetinda: s. Hirras. — ürb- 
eis (gr.), -en: s. Aren. — K#ri-e (gr.): „o 
Herr!“: K. eleison: (s. d.). elle, f.; —n: (s. 
ebd.) Litanei (s. d.). ologis, f.; —-eyn: die 
„herrschende“, gewöhnlichste u. eig. Bedeutung. 
Tologisch, a.: in eig. Bed., nach dem Wortlaut 
zu verstehn. — Kösten (dän.), f.: Küste. -funde, 
pl.: „Küstenfunde“, Massen roher Feuersteine, 
eig. u. zunächst als die frühere Küstenlinie des 
Meers bezeichnend. — Epzihener (gr.), m., —; 
uv.: Jemand aus der Insel od. Start Kyzikos; 
auch eine Münze, s. Dareike.
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        Berichtigungen zum J. Band. 
p. 33a fehlt vor Analeht-a das —. 
10äb Z. 3 v. u. l. Konk rdin. Auch süge man zu den 
Namen der Asteroiden, deren letzter (der 11Zte, Irbigenia) 
am 12. Sept. 1870 entdeckt ist, noch folgende: Agina; 
Agle; Alkmene; Antiore; Artemis; Ate; Aurora; Beätrir; 
Dike; Diöne; Felicitas; Hekate; Hekuba; Helena; Hera; Jaͤnthe. 
Je; Irbigenia; Jülia; Kamilla; Klic; Klöthe; Klömene; 
Lödia; Miné ra; Mirjam; Semele; Thiebe; Undina. 
419b Z. 16 fehlt hinter Schläge ein 2c.
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</TEI>
