Gefallen

Es  kam  ein  Brief,  ein  Brief  nach  langen  Wochen.
Hoffnung  und  Furcht,  nun  sind  sie  jäh  zerbrochen.
Die  Wahrheit  packt  uns  wie  mit  Eisenkrallen;
wir  wissen,  du  bist  tot,  du  bist  gefallen.

Wir  wissen,  Freund,  wir  sehen  uns  nicht  wieder.
Zertrümmert  nun  ist  aller  Traum.

Der  Abend  dunkelt,  Schwermut  lastet  nieder;
Herzlaute  schluchzen  durch  den  Raum.

Ein  Weh  wächst  auf,  von  niemand  auszusagen.
Wär  uns  vergönnt,  die  Dankschuld  zu  begleichen!
Wär  uns  vergönnt,  als  letztes  Liebeszeichen
verdienten  Lorbeer  dir  aufs  Grab  zu  tragen!

Wo  schlässt  du,  Freund,  den  ewig  stillen  Schlaf?
Hat  man  im  JFeld,  wo  dich  die  Kugel  traf,

in  Einsamhkeit  dich  tief  verscharrt?

DOort,  wo  des  Krieges  weite  Wüsten  gähnen,

die  bleiche  Minteröde  starrt?

Ragt  dir  ein  Mal  von  Freund  dort  oder  Feind?
Dielleicht  ein  Baum,  der  seine  Regentränen

auf  deinen  hügel  weint?

Flüstert  ein  Wind  in  Strauch  und  Stroh

dir  alte  Kampfgesänge,  die  du  froh

im  Leben  oft  gesungen  hast  zur  LCaute?

O  Freund,  damals,  als  hoher  Frühling  blaute!
Die  Jugendlust  schritt  durch  das  Blumenfeld;

Die  bhoffnung  blühte,  klang  aus  jedem  Liede;
und  voller  Freuden  war  die  Welt;

und  überall  und  ewig  nur  der  Friede

Der  schwarze  Tod  hat  all  das  Glück  verdorben.
Es  drängt  die  Nacht  sich  trauernd  um  das  haus.
Doch  in  die  Ferne  ragt  dein  Ruhm  hinaus:

Du  bist  für  uns,  o  herrlicher,  gestorben!

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