Erntezeit
Unter  dunkle  Linden  duckt
das  Gehöft  und  hinter  Hecken,
durch  das  Laubgewebe  gucht
bunt  ein  Beet  mit  Flammenflechen;
auf  des  Daches  breiten  Bugen
lasten  Schatten  ernst  und  schwer,
nur  vom  hohen  Eiebel  lugen
freundlich  ein  paar  JFenster  her.

Uiemand  geht  hier  ein  und  aus,
wie  verstorben,  wie  verlassen
liegen  Garten,  hof  und  haus.
In  die  dunklen  Wipfel  fassen
blütenweiße  Molkensäume;

Lüfte  läuten  im  Eelaub;

durch  der  Stille  Sonnenträume
spielt  ein  leiser  Straßenstaub.

Draußen  ist  die  Erntezeit,

horch,  die  Mähmaschinen  schnittern!
Über  reife  Felder  weit

geht  ein  Sprühen  und  ein  FSittern.
Dann  und  wann  ein  Slochenschlagen
oder  Ruf  aus  MNenschenmund:;
rüstsam  Rnarrt  ein  Erntewagen,
und  erwachend  kläfft  ein  hund.
Jede  Kraft  ist  eingespannt,

ganz  ein  Mille,  still  und  herbe,
Brot  zu  bergen  für  das  Land,

daß  der  Feinde  Wunsch  verderbe;
das  Gehöft  mag  einsam  liegen

bis  zum  späten  Kbendrot  —
schweigend  jene  Schmach  besiegen,
ist  beglüchendes  Eebet.

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