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in  Kolmer  als  einen  der  beiden  unversöhnlichsten  Gegner  des
Deutschtums  die  Frauen  bezeichnet.  Gestatten  Sie  mir,  Ihnen
als  Beleg  für  die  Richtigkeit  seiner  Beobachtung  ein  eigenes
Erlebuis  zu  erzählen,  das  noch  kein  Jahr  alt  ist.

Bei  einer  Gelegenheit  tras  ich  mit  einem  jüngeren  Amtsbruder
  zusammen,  den  ich  im  Verdacht  hatte,  daß  er  auch  besagten
  Bildungsschwindel  in  seinem  Hause  zulassen  würde.  Ich
brachte  das  Gespräch  auf  das  Erziehungsgebiet  und  bedauerte
die  armen  Kinder,  die  das  Unglück  hätten,  aller  Pädagogik
zum  Trotz  in  einer  fremden  Sprache  erzogen  zu  werden.
„Sie  scheinen  mir  im  Grunde  Recht  zu  haben“,  sagte  er.  „In
dieser  Hinsicht  komme  ich  eben  jetzt  auch  in  eine  schwierige  Lage.
Unser  Kind  ist  bald  ein  Jahr  alt,  und  meine  Frau  will  unbedingt
  mit  ihm  französisch  reden,  und  ich  kanns  doch  nicht“.  —
„Das  ist  allerdings  nicht  sehr  rücksichtsvoll  von  Ihrer  Frau
Gemahlin.  Ist  sie  denn  selbst  welsch  erzogen?“  —  „Das  nicht
gerade,  im  Grunde  genommen  kann  sie  auch  nicht  so  sehr  viel
mehr  als  ich".  —  „Dann  kann  ich  allerdings  Ihre  bessere  Hälfte
nicht  begreifen.  Warum  will  sie  dann  Ihnen  und  Ihrem  Kind
das  antun?"  —  „Ja,  sie  hat  Brüder  in  Frankreich,  und  wenn
die  dam  einmal  zu  ims  auf  Besuch  kämen,  könnte  unser  Kind
sich  mit  den  ihrigen  nicht  verständigen;  das  geht  doch  nicht“.
—  „Aber  warum  sprechen  Ihre  Herren  Schwäger  mit  ihren
Kindern  dort  nicht  deutsch  und  lassen  sie  es  auch  sonst  nicht
lermen?  Es  ist  doch  kaum  einzusehen,  warum  gerade  Ihr  Kind
die  Kosten  des  Verkehrs  mit  seinen  verwelschten  Vettern  und
Basen  durch  geistige  Einbuße  tragen  soll.“  —  „Das  ist  schon
richtig,  aber  micine  Frau  tuts  nun  eben  einmal  nicht  anders,
und  da  weiß  ich  wirklich  nicht,  was  ich  machen  soll“.  —  „Na,
als  Psarrer  sollten  Sie  es  aber  eigentlich  doch  wissen,  da  ja
schon  der  Apostel  Paulus  diese  Frage  unzweidentig  gelöst  hat.“
—  „Wieso  denn?“  —  „Ei,  lesen  Sie  mal  ausmerksam  seinen
Efeserbrief  durch.  Sie  werden  doch  hoffentlich  keine  Bibel
haben  wie  daheim  unser  Dienstmädchen.“  —  „Sie  sprechen
immer  rätselhafter.“  —  „Nun,  unser  Dienstmädchen  sagte
neulich:  Wann  ich  emol  ghelratt  sin,  un  do  will  ich  d
Hosse-r  anhann;  es  hääscht  doch  in  der  Biwwel:  Das  Wäib
ist  des  Mannes  Haupt.  Nun  sehen  Sie  bitte  zu  Hause  mal  nach,
ob  diese  Worte  genau  so  lauten,  und  je  nach  dem  Besundtreffen
Sie  dann  Ihre  Entscheidung.“  —  So  gieng  ich  im  Vertrauen
auf  die  Bibel  meines  Herrn  Amtsbruders  getrost  nach  Hause.
Aber  wer  beschreibt  meine  Enttäuschung,  als  ich  später  aus  zuverlässiger
  Quelle  ersahre,  das  Kind  werde,  wenn  Besuch  ins
Haus  komnt,  au#gesordert:  Allons,  dis  vite  bonjour  à  monsieur!
Ich  fragte  miich,  sollte  wirklich  mein  lieber  Herr  Amtsbruder