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man  für  il  pleut  déja  (es  regnet  schon)  hören:  il  pleut  des  chats
(es  regnet  Katzen);  aber  der  Spott  über  solche  Dinge,  zuerst  von
den  Franzosen  und  nachher  von  den  als  Franzosen  aufgewachsenen
  Elsässern,  hat  nie  die  Wirkung  gehabt,  die  Elsässer  die  Torheit
  dieses  Bildungsschwindels  einsehen  zu  lassen,  sondern  es
war  für  sie  immer  nur  ein  Antrieb,  sich  noch  tiefer  und  gründlicher
  in  die  fremde  Sprache  zu  vertiesen  und  auf  Kosten
besserer  Dinge  noch  mehr  geistige  Kraft  darauf  zu  verschwenden.
Umdiesen  Preis  istdasbessere“)  Französisch  der  Bildungsschwindler
  zweiten  oder  dritten  oder  gar  vierten  Gliedes  erkauft  worden.
Welche  Rolle  haben  nun  neben  ihnen  die  vielen  seit  dem
Krieg  ins  Land  eingewanderten  Altdeutschen  gespielt?  Sie
haben  uns  vor  allem  mit  dem  blödsinnigen  Wort  „Germanisation“
  beglückt,  das  zur  Voraussetzung  hat,  daß  wir  keine  Germanen
  seien,  sondern  erst  künstlich  zu  solchen  gemacht  werden
müßten,  während  doch  vernünftiger  Weise  nur  von  Entwelschung,
  bezw.  für  weite  Kreise  von  Bewahrung  vor  Verwelschung
die  Rede  sein  kann.  Und  wie  haben  sie  nun  „germanisiert“?
Auf  der  Hochschule  habe  ich  einst  aus  preußischem  Munde  bis
zum  Uberdruß  die  hohe  Weisheit  von  der  Berechiigung  alles
bistorisch  Gewordenen  gehört.  Als  ob  nicht  z.  B.  ein  Kopf
*)  Besser,  aber  doch  noch  nicht  völlig  echt!  Ich  war  einst  auf
Besuch  Soei  einem  Freund,  einem  Pfarrer  des  französischen  Sprachgebiets,
  der  erenäft  sch  erzogen  und  auf  seine  gleich  große  Beherrschung
  er  Sprachen  stolz  ist  und  meine  Behauptung,  auch
das  besto  chelder  Franzöfisch  sei  trotz  aller  ausgewandten  Müh
und  Sorgfalt  doch  noch  nicht  ganz  echt,  entschieden  bestritt.
schaute  nicht  wenig  bestürzt  drein,  als  ich  ihm  sagte:  „Weißt  *
auch,  mein  Lieber,  daß  es  einen  französischen  Vaut  gibt,  den  du
nicht  sprechen  kannst?“  —  „We-,  welcher  denn?  *  F  s-ent
du  unser  Vaterland,  wenn  du  französssch  fprichst#.  —  —
„Siehst  du  mal,  das  hab  ich  mir  gedacht;  im  Plötz  7*  *Iz
das  ist  gerade  so  fassch  weder  ein  j  vor  dem  n,  noch  nach  d
it.  (6ta.  französisch,  sondern  das  ga  der  Italiener  und  zie
der  Spanier,  das  unh  der  Portugiesen,  das  à  der  Tschechen,
4%  “  der  Magyaren  ist  ein  durchaus  Wisbeisich-r  Laut,  keine
Lautverbindung,  wie  du  es  prichst.  —  i  doch  noch
nie  anders  gehört.“'  —  „Das  glaub  ich  dir,  —  duer  8  Elsässern
noch  nie  anders  gehört  hast.  R  beobachte  mal  deine  Konfirmanden.
Ich  war  heute  in  eurer  Schule  und  habe  euern  Lehrer  auf  den
Laut  aufmerksam  gemacht.  Wir  haben  ihn  zusammen,  um  uns
durch  den  Gehlweingauck  ja  nicht  täuschen  zu  8  durch  Beobachtung
des  Verhaltens  der  Zungenspitze  bei  glämmlichen  welschen  Kindern
eurer  Schule  festgestellt.  Im  66  hr  1892  habe  ich  für  diesen  Laut
dem  Weltlautschriftverein  W  3  honétiqne  internationale)
ein  neues  Zeichen  vorgeschlagen,  das  seute  er  im  Vereinsblatt  (Maltre
phonétiqne),  in  französischen  Lautschriftfibeln  und  Fonetiken  und
.  sanzösischen  Lehrbüchern  in  Deutschland,  Holland,  Dänemark.
wegen,  Schweden,  England,  Amerika,  Finnland,  Italien  Anwerdeeh
  gefunden  hat,  und  du  behauptest,  der  Laut  konunt  nicht  vor!“