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Altdeutscheu,  die  elsässische  Frauen  haben“),  wetteifern  mit  den
Altelsässern  im  Bildungsschwindel,  schon  um  nicht  als  „Schwobe“
mißliebig  aufzufallen.  Das  nennen  sie  dann  „Germanisation“.
Wenn  daher  indem  von  einem  Alldeutschen  verfaßten  elsässischen
Volksbuch  „Hohentann“,““)  auf  das  ich  die  Versammlung
als  auf  einen  verdienstvollen  völkischen  Weckruf  aufmerksam
  machen  möchte,  ein  ostelbischer  Oberforstmeister
von  einem  deutschgesinnten  altelsässischen  Untergebenen  urteilt:
  „Der  Mann  ist  uns  zu  deutsch“,  so  scheint  mir  das  um  so
mehr  der  Wirklichkeit  abgelauscht  zu  sein,  als  ich  selbst  von  den
Altdeutschen  im  Lande  immer  wieder  denselben  Vorwurf  hören
muß,  es  gehe  mir  das  nötige  Verständnis  für  das  „dhistorisch
Gewordene“  ab.  Ich  erinnere  auch  an  das  Halten  französischer
  Bonnen  seitens  vornehmer  Altdeutscher  und  an  das
Forttun  ihrer  Kinder  in  die  französische  Schweiz,  was  alles  von
den  Elsässerm  zur  Rechtfertigung  ihres  Bildungsschwindels
festgenagelt  wird:  „Für  sich  selbst  erstrebt  man,  was  man  uns
Elsässern  nehmen  will!“  Der  hohle  Hurrapatriotismus,  der
bei  so  manchen  Altdeutschen  beliebt  ist,  und  den  gelegentlich
auch  Altelsässer  mitmachen,  wenigstens  solange  sie  unter  Aufsicht
  Altdeutscher  sind,  sowie  die  uns  Süddeutschen  bis  in  die
Seele  verhaßte  preußische  Bürokratie  sind  gerade  auch  nicht
dazu  angetan,  den  Elsässer  von  den  Vorzügen  des  Deutschtums
zu  überzeugen.  Die  Bürokratie  treibt  bei  uns  allerdings  erötzliche

  Blüten.  Da  tobt  z.  B.  schon  seit  Jahren  der  geistreiche

treit,  ob  „Koafför“  oder  Friför“  das  richtige  deutsche  Wort
für  Haarschneider  oder  Bartkünstler  sei.  Die  Regierung  behauptet,
  auf  gut  Deutsch  müsse  es  iFesier  heißen,  denn  so
stehe  geschrieben  in  Altdeutschland;  die  Zeitungen  behaupten,
„Koafför“  sei  richtiger,  denn  „Faisör“  bedeute  arrebeler.
und  heute  sei  das  Kräuseln  nicht  mehr  Mode.  Die  bodenständigen

muß  ich  feststellen,  daß  ich  mir  durch  dieses  unmißverständliche
Bekenntnis  nie  die  geringste  unrennilchtenn  zuezoggen  habe.
bin  daher  übergeugt,  die  Leute  würden,  wenn  es  alle  Eksälfer,  die
sie  kennen  lernen,  so  machten,  aufatmen  und  sich  sagen:  „Gott  sei
Dank,  nun  können  wir  unsere  großen  Rilstungen  zu  o-  Befreiung
sparen,  denn  es  sieht  denn  doch  nicht  ganz  so  aus,  wie  wir  immer
belehrt  worden  sind,  daß  die  Elsässer  unsere  Brüder  sünd,  die  in
babelscher  Gefangenschaft  schmachten  und  sehnsüchtig  ihre  Hände  nach
uns  ansstrecken.

6  Richt  umgekehrt  „die  Elsässer,  die  altdeutsche  Frauen  haben“,

e  mich  ein  Herr  beim  Vortrag  mißverstanden  hat!  Das  ist  etwas
klemcke  Ffrichrderes.  Ich  weiß  bloß  von  einem,  übrigens  selbst
im  Bildungsschwindel  aufgewachsenen,  Herrn,  der  seine  altdeutsche
Braut  dungenn  weiblichen  Verwandten  willen  in  die  französische
Schweiz  sandie.

ue)  H.  Ewart,  Hohentann,  ein  weunsche  Volksbuch  aus  dem
Elsaß.  (Leipzig  !4  E.  Ungleich.